Pillboxes – Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg in Vorbereitung auf eine deutsche Invasion

Bei Sandgate in Kent.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Pillboxes sind ja eigentlich Pillendosen – aber man bezeichnet mit dem Namen auch Bunkeranlagen, die man im 2. Weltkrieg in England gebaut hat, um einer drohenden Invasion Nazi-Deutschlands begegnen zu können. Ob diese pillendosenartigen Verteidigungsanlagen wirklich etwas gebracht hätten, sei dahingestellt. Glücklicherweise bestand keine Notwendigkeit, dies unter Beweis zu stellen.

Noch heute gibt es vor allem im Süden Englands entlang der Küste, aber auch im Binnenland, Tausende von diesen Bunkern, die noch weitgehend intakt sind. Man spricht von 6 500 übriggebliebenen Pillboxes von ca 28 000.

Einige der Bunker sind verfallen und es besteht beim Betreten Lebensgefahr; andere wiederum sind von Farmern als Viehunterstände und Lagerräume benutzt worden. Ein weiterer Verwendungszweck: Man hat einige als Fledermaus-Brutplätze ausgebaut. Die dickwandigen und oft feuchten Anlagen sind ideal für Fledermäuse.

Die Pillbox Study Group hat sich mit sehr viel Engagement um die Erforschung dieser Verteidigungsanlagen gekümmert und betreibt eine Webseite, auf der man sehr viel über die Pillboxes erfährt.

Das Buch zum Artikel:
Ian J. Sanders: Pillboxes – Images of an Unfought Battle. Lulu.com 2005. 128 Seiten. ISBN 978-1411626515.

Bei Studland an der Küste von Dorset.
Photo © Phil Champion (cc-by-sa/2.0)

Das gemütliche Innere einer Pillbox; am Royal Military Canal in Kent.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Hier hat jemand  bei Colchester in Essex versucht, eine Pillbox aufzuhübschen. Ob das wohl gelungen ist?
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. Februar 2020 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. in Wickhambreaux (das genau so geschrieben wird!) bei Canterbury steht an einem Bach eine Pillbox, die sogar als Aquarell den Weg auf ein Buchcover gefunden hat….dessen Namen ich leider vergessen habe

  2. Ich war erstaunt, viele Pillboxes auch weit im Norden zu sehen. Offenbar hielt man auch Teile der schottischen Küste für sehr „gefährdet“. (Sogar schon im Ersten Weltkrieg.)
    Über 50 Pillboxes in Northumberland sind belegt. Gelegentlich wich man von der Pillendosenform ab und schuf kreative Tarnungen, um die möglichen Invasoren zu täuschen. Zum Beispiel bei Hemscott Hill als Schuppen: „This will fool them, Sergeant Wilson“


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