Die Pitstone Windmill bei Ivinghoe in Buckinghamshire

Windmühlen haben für mich etwas Gemütliches und Entschleunigendes an sich. Es ist schön, dass doch noch einige Exemplare existieren, die oft liebevoll restauriert worden sind. In meinem Blog habe ich schon mehrere englische Windmühlen vorgestellt wie die in Shipley (West Sussex), Reigate Heath (Surrey), die Chesterton Windmill (Warwickshire) und die Holgate Windmill (North Yorkshire). Auch die Windmühle in Brill in Buckinghamshire hat mir sehr gut gefallen.

Ein weiteres schönes Exemplar ist ebenfalls in Buckinghamshire zu finden, die Pitstone Windmill, die auf einem offenen Feld in der Nähe von Ivinghoe anzutreffen ist. Sie gilt als eine der ältesten überhaupt in England. Ein dendrologisches Institut in Oxford hat herausgefunden, dass einige der Holzbalken etwa aus den Jahren 1595 bis 1597 stammen. Viele Jahrhunderte lang brachten die Bauern aus den umliegenden Dörfern Ivinghoe und Pitstone ihr Getreide zu der Mühle, um daraus Mehl herstellen zu lassen.

Bis zum Jahr 1902 war die Pitstone Windmill unermüdlich im Einsatz, bis ein schwerer Sturm ihr den Garaus machte. Ein Wiederaufbau wäre zu teuer gewesen, und so stand die Ruine armselig und traurig in den Feldern von Ivinghoe. Ein Bauer, dessen Felder angrenzten, erbarmte sich ihrer, kaufte sie und übergab die Mühle 1937 dem National Trust, der sich aber erst einmal nicht um sie kümmerte. Erst in den 1960er Jahren machten sich einige Windmühlen-Fans an die Restaurierung, die tatsächlich sehr gut gelang, so dass die Pitstone Mill 1970 wieder in der Lage war, Mehl herzustellen.

Von April bis Oktober öffnet der National Trust seine Mühle für Interessierte an jedem ersten Mittwoch eines Monats, und man kann dann an einer geführten Tour (£3) teilnehmen. Leider hat sich das Coronavirus in die Planungen des National Trusts eingemischt, so dass die Touren für April und Mai in diesem Jahr abgesagt worden sind.

Dieser von einer Drohne aus aufgenommene Film zeigt die Pitstone Mill in ihrer ganzen Schönheit.