The Hope and Anchor im Londoner Stadtteil Islington – Hier gingen einmal die späteren Stars der Rockmusik ein und aus

Hope we have as an anchor of the soul“ heißt es in der Bibel und nach diesem Spruch haben sich einige Pubs in England benannt, zum Beispiel in Wokingham (Berkshire) und in den Londoner Stadtteilen Brixton und Islington. Mit letzterem möchte ich mich heute kurz beschäftigen, denn The Hope and Anchor in der Upper Street Nummer 207 (die A1), Ecke Islington Park Street, spielte eine Zeit lang in der Rockgeschichte Englands eine große Rolle. In dem 1880 erbauten Gebäude fanden sich vor allem in den 1970er Jahren in einem kleinen Kellerraum zahllose Rockmusiker ein, die für ein dichtgedrängtes Publikum spielten. Diese Nähe zwischen Zuhörern und Musikern sorgte für eine besondere Atmosphäre, was sich schnell in London herum sprach und die Auftritte immer gut besucht waren.

1977 nahmen die Stanglers hier ihr Album „Live at the Hope and Anchor“ auf, dessen Plattenhülle im Hintergrund den Pub zeigt. Die Band Madness nutzte den Pub für ihr Musikvideo zu „One step beyond„, was auch die Londoner Band The Damned für „New Rose“ tat. Als noch niemand die irische Rockband U2 kannte, spielte sie im Keller vor neun Eintritt zahlenden Gästen, was die jungen Männer derart frustrierte, dass, nachdem Edge eine Seite seiner Gitarre gebrochen war, sie abtraten und das Weite suchten. The Police traten im Februar 1978 mehrer Male auf, und im selben Jahr hatte Joy Division am 27. Dezember ihren ersten Auftritt in London (der Eintritt kostete 75 Pence).

Ende 1977 fand hier das Hope & Anchor Front Row Festival statt, von dem ein Doppel Album veröffentlicht wurde, auf dem u.a. die Bands XTC, Tyla Gang, The Stranglers und Dire Straits (mit „Eastbound train„) zu hören sind.

Im ersten Stock des Hope and Anchor ist ein kleines Theater mit 50 Sitzen untergebracht, das Hope Theatre, das sich innerhalb weniger Jahre einen Namen gemacht und schon mehrere Preise gewonnen hat.