Jason deCaires Taylors „Alluvia“ im River Stour in Canterbury (Kent)

Ich bin sicher, dass viele Besucher der Stadt Canterbury in Kent sich fürchterlich erschrocken haben, wenn sie einmal von der Westgate Bridge in den River Stour hinuntergeschaut und dort auf dem Grund des Flusses zwei leblose Körper gesehen haben. Beim näheren Hinblicken erkennt man dann erst, dass es sich glücklicherweise nicht um zwei Wasserleichen handelt, sondern um die Skulpturen zweier Frauenkörper, geschaffen von dem Künstler Jason deCaires Taylor, der sich auf Unterwasserskulpturen spezialisiert hat. In meinem Blog stellte ich ihn schon einmal mit seinem Themse-Kunstwerk „The Rising Tide“ vor.

Aus Glasharz, Zement und recyceltem Glas bestehen die beiden Skulpturen im River Stour, die sich „Alluvia“ (alluvial=durch einen Fluss abgelagert) nennen und 2008 installiert wurden. Noch eindrucksvoller wirken die beiden nackten Damen im Dunkeln, denn sie sind beleuchtet. Die Menge der auf den Figuren abgelagerten Algen dienen als Hinweis darauf wie sauber bzw. wie verschmutzt der River Stour ist.

Vorbild für das Kunstwerk war für Jason deCaires Taylor das Bild „Ophelia„, das Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Maler Sir John Everett Millais (1829-1896) geschaffen wurde und das im Museum Tate Britain in London hängt.

Taylor wuchs in Canterbury auf und wohnte in der St Augustine’s Road. Er besuchte die Chaucer Technology School und wollte gern auf das Kent Institute of Art and Design, das ihn jedoch nicht annahm. Jetzt ist er weltweit einer der angesehensten Unterwasserkünstler.

Der River Stour in Canterbury an der Westgate Bridge.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

 

Published in: on 14. April 2020 at 02:00  Comments (1)  
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