The Broad Stone of Retford (Nottinghamshire) – Hilfreich in der Coronakrise?

Der Broad Stone vor dem Rathaus von Retford.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Retford ist eine hübsche Kleinstadt in Nottinghamshire mit einem sehenswerten Rathaus am Marktplatz, das 1866 von den Architekten Pearson Bellamy und John Spence Hardy aus Lincoln entworfen wurde. Leider ist die Geschäftswelt um den Marktplatz herum und in den angrenzenden Straßen so öde wie in vielen andern englischen High Streets auch: Wettbüros, Charity Shops, Telefonläden usw.

Die Grafschaft Nottinghamshire ist von der Coronakrise schwer mitgenommen worden; allein in der Hauptstadt Nottingham zählte man vor wenigen Tagen bereits 126 Todesfälle.
Schon im Jahr 1665 hatte Nottinghamshire, und so auch die Stadt Retford, mit einer Epidemie zu kämpfen, die Teile des Landes überzogen hatte. Die Beulenpest forderte unzählige Opfer, und so suchten die Menschen, nach Möglichkeiten, sich vor einer Ansteckung zu schützen. In Retford verwendete man einen Grenzstein, The Broad Stone, auf dem Marktplatz, der mit einer Vertiefung versehen war, zur Desinfizierung von Münzen. Das funktionierte so, dass die Vertiefung mit Essig gefüllt war, der angeblich desinfizierende Wirkung gehabt haben soll, die Marktkäufer ihre Münzen dort hineinlegten, die dann von den Verkäufern wieder entnommen wurden. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung war, dass sich die Menschen bei der Verkaufsabwicklung nicht zu nahe kamen, was heute als social distancing bezeichnet wird. Es lief also damals gar nicht so viel anders ab als bei der jetzigen Coronakrise (bis auf den Essig).

Der  Broad Stone of Retford ist noch heute vor dem Rathaus zu finden. Er trägt die Inschriften „The Broad Stone of the
Borough of East Retford“ und „Restored to the Borough of East Retford by J A Gylby Esq AD 1877„.

Wer der Stadt Retford einmal einen Besuch abstatten möchte: Sie liegt an der A638, circa 43 Kilometer nördlich von Nottingham.

Retford Town Hall am Marktplatz.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)