Noch einmal: Beachy Head (East Sussex), der Ort mit den meisten Selbstmorden in Großbritannien

Vor über sieben Jahren befasste ich mich in meinem Blog über die Steilküste von Beachy Head, westlich von Eastbourne in East Sussex. Sowohl vom Meer aus, als auch von den Klippen selbst, sieht Beachy Head grandios aus, leider ist dieser Ort aber auch ein sehr trauriger, denn nirgendwo in Großbritannien gibt es derart viele Selbstmorde wie hier. Menschen stürzen sich aus verzweifelten Lebenslagen, aus denen sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, 160 Meter die steilen Klippen hinunter.

In diesen letzten sieben Jahren ist es sogar noch schlimmer geworden. Die Klippen werden rund um die Uhr überwacht, und das Beachy Head Chaplaincy Team, Geistliche aus den umliegenden Kirchen, die hier Freiwilligenarbeit leisten, steht rund um die Uhr zur Verfügung. Zu Fuß und mit dem Auto werden an den Klippen Patrouillengänge und -fahrten vorgenommen, um Menschenleben zu retten. Durch Gespräche versucht man den verzweifelten Menschen zu helfen und ihnen klar zu machen, dass es bessere Auswege aus ihren Problemen gibt. Durchschnittlich viermal in 24 Stunden wird das Beachy Head Chaplaincy Team herbeigerufen, um zu intervenieren, bisher ca zehntausendmal. Hier ist ein Film über die Arbeit des Teams.

Die Fotografin Wendy Pye aus Brighton hat sich in ihren Arbeiten mit dem Beachy Head befasst und eindrucksvolle Fotos gemacht, zum Beispiel von sorgfältig gefalteten Kleidungsstücken direkt an den Klippen, hinterlassen von jemandem, der hinunter gesprungen ist. Immer mehr Kreuze werden hier oben aufgestellt, Blumen an die Zaunpfosten gebunden und Stofftiere am Klippenrand platziert. In ihrem Film „Six Feet From the Edge“ hat Wendy Pye eine Kamera aufgestellt und eine Zeit lang die Menschen gefilmt, die dicht am Abgrund vorbeigehen.

Zum Abschluss ein Film über eine junge Frau, die kurz davor war, sich am Beachy Head das Leben zu nehmen, von ihrem Bruder erzählt.

Published in: on 21. Mai 2020 at 02:00  Comments (4)  
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4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Liebe Ingo,
    von den Selbstmorden dort hatte ich bisher nichts gewusst, ehe ich kuerzlich in einem anderen Blog, „The World According to Dina“ [https://fabfourblog.com/2020/01/18/the-seven-sisters/] davon las. Anhand ihrer Fotos male ich Beachy Head z.Zt. in einem Aquarell. Mal sehen, wie das wird, weil die Malerei bei mir noch sehr in den Kinderschuhen steckt.
    Liebe Gruesse,
    Pit

    • Hallo Pit,
      ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem Beachy Head-Aquarell und würde mich freuen, es nach Fertigstellung einmal sehen zu können.
      Viele Grüße,
      Ingo

      • Danke, lieber Ingo. Ich werde es Dir gerne einmal zukommen lassen, aber per EMail. OB ich meine Bilder auch einmal auf meinem Blog zeigen werde, das weiss ich nicht nicht. Die „Bilder von Bildern“ haben den Nachteil, dass sie die Leinerstruktur des Untergrunds meiner Meinung nach zu stark hervorheben. Die Originale gefallen mir da besser.
        Liebe Gruesse,
        Pit
        P.S.: Ich glaube, ich habe Deine EMail Adresse.

  2. Wenig erstaunlich leider die große Anzahl von Menschen, die unfreiwillig dort zu Tode kommen.
    „Of the estimated 80 who fall to their deaths each year, around a quarter are suicide.“
    Natürlich spielen Selfies eine traurige Rolle aber auch Übermut.
    (Es gibt Filme von Basejumpern, die einem schon beim Zusehen den Atem stocken lassen.)


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