Das Prince Rupert Hotel in Shrewsbury (Shropshire) – Eine Heimstatt für Obdachlose in der Coronakrise

Die Infrastruktur in Form von Hotels, Restaurants und Pubs ist seit vielen Wochen in England nicht mehr vorhanden. Überall stößt man auf verschlossene Türen, und man kann nur hoffen, dass möglichst viele die Coronakrise überleben. Frühestens Anfang Juli ist mit einer Lockerung zu rechnen in diesem von der Pandemie schwer gebeutelten Land.

Auch das Prince Rupert Hotel in Shrewsbury, der Grafschaftshauptstadt von Shropshire, wurde im März geschlossen. Ich habe hier einmal einige Tage gewohnt und in meinem Blog darüber geschrieben, und so war ich besonders berührt, als ich hörte, dass der Hotelbesitzer Mike Matthews sein Haus für Obdachlose geöffnet hat. Menschen ohne festen Wohnsitz gibt es nicht nur in den großen Metropolen, auch in der Provinz sind Männer und Frauen zu finden, die sich irgendwie über Wasser halten und nachts im Freien schlafen. Mike Matthews sagte sich, hier ist nun mein Hotel mit leer stehenden Zimmern und draußen halten sich Menschen auf, die nicht wissen, wo sie die nächste Nacht verbringen sollen. Seit mehreren Wochen schon beherbergt das 4*-Hotel 25 „homeless people“, die gar nicht wussten wie ihnen geschah, als sie sich plötzlich in dem Komfort und Luxus eines Hotels wiederfanden. Die neuen Gäste des Prince Rupert sind dankbar für diese unerwartete Unterstützung, und einige machten sich auch gleich nützlich. Wie der Shropshire Star berichtet, hat sich einer von ihnen aller reparaturbedürftigen Stühle im Hotel angenommen und diese repariert.
Die 25 Hotelbewohner bekommen nicht nur freie Logis, sie werden auch verpflegt und erhalten regelmäßig ihre Mahlzeiten.

Mike Matthews und sein Team machen da wirklich tolle Arbeit, und er hat bereits angedeutet, dass er möglicherweise dem einen oder anderen eine feste Arbeitsstelle anbieten könnte. Hier ist ein Film über Mike Matthews‘ gute Tat.

Zum Thema Obdachlosigkeit in England siehe meine Einträge über die Zeitung The Big Issue und Charlie Carrols Buch „No Fixed Abode: A Journey Through Homelessness from Cornwall to London„.