Die HMS Implacable und ihr trauriges Ende 1949 vor der Isle of Wight

Die Heckverzierung der HMS Implacable im National Maritime Museum.
Copyright: Geni
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Von den Schiffen, die am 21. Oktober 1805 an der Schlacht von Trafalgar teilgenommen haben, kennt man heute in erster Linie noch die HMS Victory, Lord Horation Nelsons Schiff, auf dem er an diesem Tag tödlich von der Kugel eines französischen Schützen getroffen wurde und an Bord starb.
Es gab ja auch noch zahlreiche andere Schiffe, von denen aber kaum jemand später sprach. Da war ein französisches Schiff namens Duguay-Trouin, benannt nach einem Marineoffizier, das im Jahr 1800 seine Taufe in Rochefort erlebte und fünf Jahr darauf an der berühmten Schlacht teilnahm. Wenige Tage später wurde das Schiff bei einem Scharmützel, bei dem der französische Kapitän starb, von den Engländern überwältigt und in den Hafen von Plymouth gebracht, wo es unter dem Namen HMS Implacable in die britische Marine integriert wurde.

Das abenteuerliche Leben des Schiffes ging weiter: Drei Jahre nach der Trafalgar-Schlacht setzte die Marine es in der Ostsee im Anglo-Russian War ein, dann wurde es in das Mittelmeer verlegt, wo es unter anderem an der Blockade von Alexandria teilnahm. 1842 lief das Schiff in den Hafen von Devonport ein, wo es seine aktive Zeit beendete und unter dem Namen Lion als Schulschiff verwendet wurde. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg erhielt es den Namen HMS Implacable zurück.

Im Laufe der Jahrzehnte setzte man das Schiff für unterschiedliche Zwecke ein, aber so richtig wusste man nachher auch nicht, was man mit ihm anfangen sollte. Halbherzige Restaurierungsversuche wurden unternommen, aber nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entschied die Admiralität, einen Schlussstrich zu ziehen und die HMS Implacable zu versenken.

Nachdem die Galionsfigur und die Heckverzierungen abgebaut und in das National Maritime Museum nach Greenwich verfrachtet worden waren, brachte man das jetzt traurig aussehende Schiff vor die Küste der Isle of Wight, wo es am 2. Dezember 1949 gesprengt wurde. Die britische und die französische Flagge zierten die HMS Implacable, als sie sich schweren Herzens auf den Weg in die Tiefe machte, doch das Schiff kämpfte noch bis zuletzt gegen sein Ende an, denn die Werftarbeiter hatten damals in Rochefort gute Arbeit geleistet. Eine Gruppe von Seeleuten sahen sich das Drama des Untergangs an, das sich drei Stunden lang hinzog, und ich glaube, in diesem Film die eine oder andere unterdrückte Träne gesehen zu haben.

Die verbliebene Galionsfigur der HMS Implacable im National Maritime Museum.
Copyright: Cristian Bortes.
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Published in: on 26. Juli 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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