Die Hugenottenkapelle in der Kathedrale von Canterbury

Nachdem ich gestern in meinem Blog über die Kathedrale von Canterbury geschrieben habe, bleiben wir heute noch einmal in der Kirche. Dort spielt sich jeden Sonntag ab 15 Uhr ein kleines Ritual ab. Durch eine Seitentür der Kathedrale finden sich nach und nach Menschen ein, die einem französischsprachigen Gottesdienst beiwohnen, der in der sogenannten Hugenottenkapelle stattfindet.

Protestanten aus Frankreich und Belgien, die im 17. Jahrhundert auf Grund ihres Glaubens verfolgt wurden, flohen in andere Länder, viele auch nach England. Allein um das Jahr 1685 herum waren es 45 000 Menschen, die den Kanal überquerten, um in England eine neue Heimat zu finden. Die meisten von ihnen siedelten sich in London und in Canterbury an, wo sie sich bald assimilierten. Viele schlossen sich der anglikanischen Kirche an, viele blieben aber ihrer ursprünglichen Kirche treu. Für diese Gläubigen gab es eigene Gotteshäuser, die aber im Laufe der Zeit nach und nach geschlossen wurden, da es immer weniger Besucher gab. Heute existiert nur noch eine protestantische französische Kirche in England, die French Protestant Church of London am Soho Square.

Auch die kleine Gemeinde, die sich am Sonntagnachmittag in der Hugenottenkapelle in der Kathedrale von Canterbury trifft, wird immer weniger. Sie hat einen sehenswerten Andachtsraum, der vor allem durch seine Gewölbekappen außergewöhnlich ist, auch ein „Green Man“ blickt von der Decke herunter.

Hier ist ein Film der BBC über die französische Gemeinde in Canterbury.

Die Gewölbekappen (bosses) in der Hugenottenkapelle.
Copyright: Amanda Slater.
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L’Eglise Protestante Francaises de Londres am Soho Square.
Copyright: Edenpictures.
Creative Commons 2.0

 

Published in: on 18. August 2020 at 02:00  Comments (1)  
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