Englische Lokomotiven und ihre Namen

In Kirkby-in-Ashfield in der Grafschaft Nottinghamshire ist die Firma Newton Replicas beheimatet, die sich darauf spezialisiert hat, Schilder herzustellen, die an Lokomotiven angebracht werden, denn es ist eine Tradition in ganz Großbritannien, dass die schienengebundenen „Zugpferde“ einen Namen erhalten. Schon seit 1983 stellt die Firma diese Schilder her und es sollen mittlerweile schon über 1200 Stück sein. Diese Individualisierung der Loks erinnert mich an die Spedition Eddie Stobart, die ja ebenfalls alle ihre Trucks „benamst“ und zwar mit Frauennamen (ich berichtete in meinem Blog darüber). Auch Busse in Brighton tragen stolz jeweils einen eigenen Namen.

Die bei den britischen Bahngesellschaften für die Namensgebung Verantwortlichen müssen sehr fantasiereich sein. Bereits George Stephensons Lokomotive wurde auf den Namen Rocket getauft und seitdem sind unzählige weitere Namen vergeben worden.
Besonders gern wird die griechische Mythologie herangezogen, und so gab es schon Loks mit den Namen Acheron, Achilles, Castor und Centaur. Bei den Virgin Trains benannte man Loks nach Entdeckern wie Marco Polo, Sir Walter Raleigh und Christopher Columbus. Die Literaturgeschichte wurde bei der Benennung der Lokomotiven Ulysses, Robin Hood und Ivanhoe bemüht. Geografische Namen findet man an Loks; einige Beispiele: Mersey, Gloucester, Newquay und Oxford.

Ein Beispiel aus der jüngsten Zeit. Die Firma Freightliner hat ihre nagelneue Class 90 Lokomotive Nummer 90014 Over the Rainbow genannt (der Regenbogen gilt als Symbol der Hoffnung in der Coronakrise), in Anerkennung und Dankbarkeit für das medizinische Personal des Landes.

 

 

Published in: on 20. September 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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