Ugandan discussions oder Die schönste Nebensache der Welt

Die Flagge Ugandas.
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Es gibt in der englischen Sprache zahllose Beschreibungen von „having sex„, das sind zum Beispiel humorvolle wie „horizontal dancing“, vulgäre wie „screwing“ oder „shagging“, klinisch-medizinische wie „sexual act“, brave wie „going to bed with someone“ und sehr ungewöhnliche wie „Ugandan discussions„.

Wie entstand nun dieser höchst merkwürdige Begriff, in dem das Land im Inneren Afrikas eine Rolle spielt? Es war in den 1970er Jahren als der Journalist Neal Ascherson , der damals für den Observer arbeitete, eine Party gab. Eingeladen war auch seine irische Kollegin Mary Kenny, Gründerin des Irish Women’s Liberation Movement. Nach einiger Zeit verschwand sie und tauchte erst später bei der Party wieder auf. Gefragt, wo sie denn so lange geblieben wäre, antwortete sie, sie hätte ein Stockwerk höher mit einem früheren Minister der ugandischen Regierung Milton Obote Gespräche über Uganda geführt, eine elegante Beschreibung für Sex. Das Satiremagazin „Private Eye“ berichtete genüsslich über den Vorfall auf Aschersons Party und die Bezeichnung „Ugandan discussions“ oder „Discussing Uganda“ setzte sich im Sprachgebrauch fest.

Der berühmt-berüchtigte englische Politiker Alan Clark (1928-1999), der für seine zahlreichen außerehelichen Affären bekannt war, aus denen er auch kein Hehl machte, soll einmal abgelehnt haben, an einer zur Mittagszeit anberaumtem Sitzung teilzunehmen, denn „this will be impossible as at lunchtime I am usually involved in Ugandan discussions“ (Martin Latham: Kent’s Strangest Tales“, S. 229).

Published in: on 27. September 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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