Little Chef – Das Ende einer Restaurantkette

Es war einmal…Friedlich (?) vereint mit der Konkurrenz. Hier an der A64 bei Bilbrough in North Yorkshire.
Photo © Margaret Clough (cc-by-sa/2.0)

Vielleicht kennt noch jemand die Restaurantkette Little Chef, deren Filialen an britischen Autobahnen und Schnellstraßen zu finden waren. Hier konnte man sich für relativ wenig Geld satt essen. Die Qualität der Speisen war nicht gerade berauschend; ich habe nur ein einziges Mal in einem dieser Schnellrestaurants Rast gemacht, und ich meine mich zu erinnern, dass ich dieses Little Chef in die Abteilung „greasy spoon“ verfrachtet hatte. Es gab einmal einen Versuch, eines dieser Lokale aufzupeppen, mit Hilfe des Starkochs Heston Blumenthal. Ich berichtete darüber vor über zehn Jahren in meinem Blog. Es war das Little Chef in Popham (Hampshire) an der A303. Blumenthal verpasste dem Restaurant eine total andere Speisekarte, die Medien im ganzen Land berichteten darüber und eine Zeit lang war es hier richtig voll. Doch dann verflüchtigte sich das Interesse der Reisenden; die meisten wollten statt Ochsenbäckchen und Lammkeulen lieber ihre gewohnten fettigen Sattmacher essen, so wurden nach einiger Zeit die Blumenthal-Kreationen von der Karte genommen. Im Jahr 2017 wurde Pophams Little Chef geschlossen und von Starbucks übernommen.

Den anderen Little Chefs im Land ging es nicht anders. Im Lauf des Jahres 2018 war keines mehr übrig geblieben. Immer wieder neue Übernahmen durch insgesamt sechs Unternehmen zeitigten seit Mitte der 1980er Jahre keine nennenswerten Erfolge. Die Konkurrenz durch die großen US-Ketten wie McDonald’s, Burger King und KFC war übermächtig.

Ähnlich wie der Little Chef-Kette ging es den Happy Eater-Restaurants, die von 1973 bis 1997 existierten. Sie wurden teils in Little Chefs umgewandelt oder gleich geschlossen. An Autobahnen und Durchgangsstraßen finden sich heute überwiegend, neben McD, BK und KFC, Filialen von Starbucks, Greggs, Subway, Costa und Leon.

Wie traurig…ein geschlossenes Little Chef an der A21 bei Kilndown in Kent.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

…und ein noch trostloserer Anblick: Ein Little Chef nach der Schließung an der A1 bei Wansford in Cambridgeshire.
Photo © Trevor Alder (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. Oktober 2020 at 02:00  Comments (5)  
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5 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Natürlich kenne ich „Little Chef“ von außen. Drin war ich nie. Das liegt auch daran, dass ich nie so lange Tagesstrecken zurücklege, dass mich unterwegs unbändiger Hunger quälen würde.
    Ein „Little Chef“ hat mir dennoch stets gute Dienste als Navi-Ersatz geleistet: nächste Ausfahrt aus dem Kreisel gleich nach dem „Chef“.
    Nach anderer Zwischennutzung residiert jetzt eine andere Kette in dem Gebäude.
    Das wird wohl von einigen als Abstieg gesehen. „Bring back »Little Chef«“ lese ich in einem internationalen Bewertungsportal.
    „Gone from bad to worse“ sagen die Engländer dann.

    • Das muss wohl ein echter Gourmet gewesen sein, der das in dem Portal geschrieben hat 🙂

  2. Ist bei mir genauso, kann mich daran erinnern, war aber nie drin 😉

  3. ich war mal drin und habe ein halbsynthetisches Spiegelei gegessen (Eiweiß und Eigelb getrennt):::Na ja

    • Na dann trauerst Du den Little Chefs bestimmt nicht nach.


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