Rampside Hall bei Barrow-in-Furness (Cumbria) und die 12 Apostel

Heute begeben wir uns in eine ziemlich abgelegene Region Englands, auf die Furness Peninsula, eine Halbinsel in der Grafschaft Cumbria, ganz in der Nähe des Ortes Barrow-in-Furness. Dort steht in dem Dorf Rampside ein eigenartiges Haus, Rampside Hall, das sofort ins Auge fällt und zwar durch seine vielen Schornsteine auf dem Dach. Die 12 Apostel werden sie genannt. Die Hall wurde im 16. Jahrhundert gebaut, und sie erlitt am 15. Februar 1865 einen Schaden, als sich hier ein Erdbeben ereignete, ein seltenes Naturereignis in dieser Region. Drei der Apostel stürzten vom Dach herunter und auch einige Hauswände wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die drei Schornsteine wurden bald darauf wieder ersetzt. Warum hat man denn überhaupt diese zwölf Apostel dort oben angebracht? Da gibt es eine Legende, die das erklärt:

Im 16. Jahrhundert wollte ein junger Mann seine Angebetete heiraten und wurde deswegen bei ihrem Vater vorstellig, um ihn um die Hand seiner Tochter zu bitten. Der zögerte etwas und kam auf die etwas absonderliche Idee, ihm die Einwilligung nur zu geben, wenn sein Schwiegersohn in spe ein Haus mit zwölf Schornsteinen auf dem Dach bauen würde (warum auch immer). Die Liebe des jungen Mannes muss sehr groß gewesen sein, denn er machte sich sofort daran, in Rampside ein solches Haus zu errichten. Er muss auch Wert auf Qualität gelegt haben, sonst würde Rampside Hall nicht noch im 21. Jahrhundert als Wohnhaus dienen. Es war früher Brauch, am Weihnachtsmorgen alle Kamine im Haus zu befeuern, so dass die Schornsteine gleichzeitig qualmten, sicher ein schöner Anblick.

So bleibt zu hoffen, dass nicht wieder ein Erdbeben diese Region erschüttert, und die zwölf Apostel ungestört weiterhin das Dach der Rampside Hall zieren können.

Published in: on 30. Oktober 2020 at 02:00  Comments (2)  
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