Die Charborough Wall in Dorset – Eine der längsten Mauern im Königreich

Mein heutiger Blogeintrag schließt an den vom 9. Dezember 2017 an, als ich den Charborough Tower, einen Folly auf dem Gelände des Charborough Parks in Dorset, vorstellte. Haus und Park gehören dem Parlamentsabgeordneten für South Dorset namens Richard Plunkett-Ernle-Erle-Drax, dessen Familie schon seit Jahrhunderten hier in Dorset ansässig ist.

Eine Besonderheit von Charborough Park ist die Mauer, die sich schier endlos entlang der A31 erstreckt und eine der längsten Backsteinmauern in ganz Großbritannien ist. Erbaut wurde sie 1841/42 von John Samuel Wanley Sawbridge-Erle-Drax, einem Exzentriker, der ebenfalls Parlamentsmitglied war. Wie dem Blog Richard Drax‘ zu entnehmen ist, zeichnete sich sein Vorfahre im Parlament dadurch aus, dass er sich in 32 Jahren nur ein einziges Mal zu Wort meldete und das war als er den Speaker bat, das Fenster zu öffnen. Nicht schlecht war auch seine Idee, an seinem Mausoleum einen Briefkastenschlitz einzubauen, so dass er nach seinem Tod jeden Tag die druckfrische Times erhalten konnte.

Nachdem also John Samuel Wanley Sawbridge-Erle-Drax den Charborough Tower nach einem Blitzeinschlag wieder hat restaurieren lassen, machte er sich an den Mauerbau. Rund fünf Kilometer lang ist „The Wall“ und etwa zwei Millionen Steine wurden darin verbaut. Und da lange Mauern auf Dauer langweilig sind, hat man zur Auflockerung das Stag Gate und die Lion Lodge integriert. Der Hirsch steht auf einem großen Torbogen und viele, die am Stag Gate vorbeigefahren sind, haben sich gefragt, warum denn der Hirsch fünf Beine hat. Schaut man genauer hin, so handelt sich hier um einen ganz normalen vierbeinigen Hirsch, dem der Bildhauer lediglich aus Stabilitätsgründen einen kleinen Baumstamm spendiert hat, der wie ein fünftes Bein wirkt. Der Kollege des Hirschen, der Löwe auf der Lion Lodge, dagegen kommt ohne so ein Hilfsmittel aus und turnt oben auf dem Torbogen vierpfötig herum.

Wie es hinter der Mauer ausschaut, zeigt dieser Film.

Ooops…wer war das?
Author: John Palmer
Creative Commons 2.0

Published in: on 16. November 2020 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Wem mag diese Mauer wohl als Vorbild gedient haben?! 😀 Und ich frage mich, ob es wohl auch ein Mausoleum mit Twitter-Anschluss gibt? 😀
    Liebe Gruesse und hab‘ eine feine Woche,
    it

    • Dein Noch-Präsident würde das sicher alles wohlwollend zur Kenntnis nehmen, wenn er davon wüsste. Die Idee mit dem Mausoleum ist brillant!! Mein absoluter Favorit in den USA ist für mich inzwischen Kenneth Copeland geworden. Wie der Prediger mit seiner Lachsalve auf Joe Bidens Sieg eingeht, ist einzigartig, auch wie er das Coronavirus „once and for all“ zum Teufel schickt, macht ihm so leicht keiner nach. Warum haben wir in Deutschland nicht solche Sympathieträger :-). Amerika, Du hast es besser (sorry!)
      Viele Grüße ins Copeland-Land Texas!
      Ingo

  2. Leider sind solche Sympathietraeger hier die Ausnahme.


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