„Mind the Gap“ – Ein Warnhinweis in der Londoner U-Bahn, der Einzug in die Umgangssprache gefunden hat

Auf vielen Bahnsteigen in der Londoner U-Bahn besteht eine Gefahrenquelle darin, dass zwischen dem stehenden Zug und dem Bahnsteig eine Lücke klafft. Darauf wird auf mehrfache Weise hingewiesen: An der Bahnsteigkante steht in großen Buchstaben „Mind the Gap“ geschrieben, in den Zügen selbst weist eine Laufschrift auf die Gefahr hin und per Lautsprecherdurchsage werden die Reisenden immer wieder mit „Mind the Gap“ gewarnt. Mittlerweile hat sich der kurze Satz in der Alltagssprache etabliert und wird auch für andere Situationen angewendet.

Seit 1968 gibt es das Lautsprecherwarnsystem, das von dem Tontechniker Peter Lodge eingeführt wurde. Er engagierte einen Schauspieler, der die Sätze „Mind the gap“ und „Stand clear of the doors please“ auf Band sprach, doch da dieser darauf bestand, jedes Mal wenn seine Sätze in der U-Bahn abgespielt wurden, dafür Tantiemen zu bekommen, wurde nichts daraus, so dass Lodge letztendlich die Sätze selber sprach, und diese wurden dann auch für lange Zeit verwendet (hier zu hören). Auf manchen U-Bahnlinien wurden andere Sprecher bzw. Sprecherinnen verwendet wie Tim Bentinck, Julie Berry und Emma Clarke (hier zu hören), die bei ihrem Arbeitgeber aber in Ungnade fiel, weil sie sich angeblich despektierlich über die Londoner U-Bahn geäußert haben soll. Auch Oswald Laurence war einer der Sprecher des berühmten Satzes, dessen Band aber kaum mehr abgespielt wurde. Nachdem er 2007 gestorben war, ging seine Witwe  häufig zur U-Bahnstation Embankment, um dort noch die Stimme ihres Mannes zu hören. Transport for London überspielte die Ansage auf eine CD und schenkte sie der Witwe (hier zu hören).

„Mind the Gap“ findet man auf vielen Souvenirs aus der britischen Hauptstadt, auf T-Shirts, Socken, Slips, Kaffeebechern, Schlüsselanhängern usw. usw.

 

Ein Mitbringsel aus London für den Daheimgebliebenen
Author: Annie Mole
Creative Commons 2.0

…und für die Daheimgebliebene.
Author: Annie Mole
Creative Commons 2.0

 

Published in: on 21. Dezember 2020 at 02:00  Comments (7)  
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