Der No Trousers Tube Ride – Ohne Hosen in der Londoner U-Bahn

Im Jahr 2002 kam man in New York auf die Idee, einen Tag im Jahr als  den „No Trousers Tube Ride„-Day zu deklarieren, an dem man hosenlos in der U-Bahn fährt, auch „No Pants Subway Ride“ genannt. Diese Idee hatte übrigens Improv Everywhere,  „a New York City-based prank collective that causes scenes of chaos and joy in public places“.

Auch die Londoner, neben vielen anderen Großstädtern in der Welt haben zunehmend Gefallen daran gefunden, sich in der U-Bahn ihrer Hosen zu entledigen, was sie dann auch an einem Tag im Jahr, jeweils im Januar, tun. Die Spielregeln, um an diesem „Ohne-Hosen-in-der-U-Bahn-Tag“ teilzunehmen sind einfach: Hosen ausziehen und dabei ernst bleiben (nicht kichern, nicht herumalbern, sondern sich ganz normal verhalten). Die Unterwäsche muss aber anbehalten werden. Da es im Januar in London nicht gerade warm ist, müssen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen immer ein bisschen zusammenreißen, aber schwer gefallen ist es ihnen bisher nicht, denn oft sieht man in England mitten im Winter junge Damen in Miniröcken oder junge Männer nur mit Oberhemden bekleidet. Da die Hosen nun schon einmal ausgezogen sind, verlassen einige die U-Bahn in diesem Bekleidungszustand und präsentieren sich so auch überirdisch auf den Straßen Londons. In diesem Jahr hat Corona auch diesem Vergnügen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Hier sind einige Eindrücke vom „No Trousers Tube Ride 2020“, als das noch möglich war.

Published in: on 31. Januar 2021 at 02:00  Comments (3)  
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Afterburn – Ein Chilikäse aus Wincanton in Somerset, der seinem Namen alle Ehre macht

Windyridge Cheese Tasting.
Author: orangebrompton
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Man ist in England sehr fantasiereich, wenn es um die Namensgebung von Produkten geht. Ich denke da in erster Linie an Biersorten, die manchmal die witzigsten und verrücktesten Namen tragen. Auch im „Käse-Business“ gibt es so etwas wie den berühmt-berüchtigten Stinking Bishop aus Gloucestershire oder den Black Bomber aus Wales. Der Afterburn ist auch so ein Käsename, der schon im Vorfeld den Esser darauf hinweist, wohin die Reise geht.

Die Windyridge Cheese Limited in der Terry Pratchett-Stadt Wincanton in der Grafschaft Somerset stellt diesen sehr scharfen Käse her, die sich darauf spezialisiert hat, Cheddar mit allen möglichen Zutaten zu versehen, um dann neue Geschmackserlebnisse zu kreieren. Dem Afterburn hat man in der Käserei Jalapeño-Paprika, rote Chilischoten, Knoblauch, sowie grüne und rote Paprikaschoten hinzugesetzt, was einen ganz schön scharfen Mix ergibt. Als „fiercely hot“ wird der Käse beschrieben, und „reaching a crescendo of fire when you swallow it“ steht auf den Webseiten des Pangbourne Cheese Shops zu lesen. Am besten soll der Afterburn mit einem Glas Sauvignon Blanc schmecken, wobei ich aber fürchte, dass der scharfe Käse den zarten Geschmack des Weißweins übertönt.

Die Windy Ridge Cheese Limited hat noch weitere Pfeile im Köcher: Sie versetzt den regional produzierten Cheddar unter anderem noch mit Cidre und Äpfeln, mit Salbei, Frühlingszwiebeln und getrockneten Tomaten. In Deutschland habe ich den Afterburn bisher noch nicht gesehen; bei uns werden an englischen Käsesorten überwiegend Stilton, Cheddar und Chester angeboten.

In diesem Film wird der  Afterburn getestet, nicht von einem Affineur, sondern von „normalen“ Käseverbrauchern.

Published in: on 30. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Galmpton Gooseberry Pie Fair – Eine Stachelbeerkuchen-Veranstaltung in Devon

Der Stachelbeerkuchen wird durch den Ort getragen.
Author: Chrstopher
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In England gibt es mindestens zwei jährliche Veranstaltungen, in denen Stachelbeeren im Mittelpunkt stehen. Über eine der beiden, die Egton Bridge Gooseberry Show in North Yorkshire habe ich in meinem Blog schon berichtet. Heute ist die zweite an der Reihe, die Galmpton Gooseberry Pie Fair in Devon. Galmpton ist ein kleiner Ort etwa auf der Hälfte der Strecke zwischen Paignton und Brixham an der englischen Riviera, in der Nähe von Agatha Christies Wohnsitz Greenway.

Die erste Gooseberry Pie Fair soll es 1873 gegeben haben, aber niemand kann sich noch daran erinnern, warum ausgerechnet Stachelbeeren damals und heute eine Rolle gespielt haben. Die Veranstaltung wurde im Laufe der Jahrzehnte einige Male abgesetzt, dann wieder reanimiert. Ab 1995 werden die Einnahmen wohltätigen Zwecken in der Region zur Verfügung gestellt.

Anders als bei der Egton Bridge Gooseberry Show, wo es unter anderem auch darum geht, wer die größte Stachelbeere gezüchtet hat, wird in Galmpton ein riesiger Stachelbeerkuchen gebacken. Normalerweise wird das Fest am ersten Sonntag im Monat Juli gefeiert, dann wird die Pie von Mitgliedern des Dartmouth Royal Naval College durch den Ort getragen, begleitet von Kindern mit und ohne Verkleidung, deren Eltern und vielen Ortsbewohnern. Ziel ist der Manor Inn, wo ein Marineoffizier den Kuchen mit Hilfe eines Zeremonienschwertes zerteilt. Dann darf sich jeder der möchte, ein Stück davon nehmen, natürlich gehört Clotted Cream dazu, wir sind ja schließlich in Devon.

Hier ist ein Film über die Galmpton Gooseberry Fair, der einen kleinen Eindruck vermittelt. Im vorigen Jahr fiel die Fair coronabedingt aus, man hofft aber, dass sie in diesem Jahr wieder stattfinden kann.

The Manor Inn in Galmpton.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 29. Januar 2021 at 02:00  Comments (3)  
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Die Treibholzpferde der Heather Jansch

Bei meinen Aufenthalten im Oakley Court Hotel bei Windsor an der Themse bin ich immer wieder von der Holzskulpturen fasziniert, die im Park und vor dem Hoteleingang aufgestellt sind. James Doran Webb heißt der Künstler, der Tiere aus Treibholz gestaltet, die wunderschön anzusehen sind. Ich porträtierte ihn in meinem Blog. Besonders schön finde ich seine Pferdeskulptur The „Foal at Canter“, und da schlage ich den Bogen zu einer anderen englischen Künstlerin, die ebenfalls aus Treibholz lebensgroße Pferde formt: Heather Jansch.

Die in Devon lebende und arbeitende Künstlerin sammelt an den Stränden angeschwemmtes Treibholz, aus dem sie dann Pferde anfertigt. Heather Jansch wurde 1948 in Essex geboren und hatte schon als Kind eine ausgeprägte Vorliebe für Pferde. Sie studierte an zwei Londoner Kunsthochschulen, heiratete den bekannten Folksinger Bert Jansch, von dem sie sich später wieder scheiden ließ, züchtete Pferde in Wales und zog schließlich nach Devon. Dort entdeckte sie die Möglichkeit aus Treibholz Skulpturen anzufertigen, was sie dann für die nächsten Jahrzehnte mit Leidenschaft tat. In der Galerie Courcoux and Courcoux, die heute in Nether Wallop bei Stockbridge (Hampshire) ansässig ist, konnte sie ihre Kunstwerke ausstellen, allmählich wurde ihr Name in der Kunstwelt bekannt, und sie bekam Angebote, ihre Treibgutpferde auszustellen. So konnte man die hübschen Tiere zum Beispiel in der Pferdestadt Newmarket bewundern, in der Canwood Gallery in Hereford oder in der Gallery 161 in London.

Heather Jansch hat an ihrem Studio einen Skulpturengarten angelegt, in dem einige ihrer Pferde zu sehen sind. Er befindet sich in Olchard bei Newton Abbot in der Grafschaft Devon, geöffnet normalerweise im Rahmen des National Garden Scheme und der Devon Open Studios.

Dieser Film zeigt einige der schönsten Kunstwerke Heather Janschs.

Published in: on 28. Januar 2021 at 02:00  Comments (4)  
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Busreisen von Deutschland in Inspector Barnabys Midsomer County

The Crown & Cushion Hotel in Chipping Norton (Oxfordshire).
Photo © Betty Longbottom (cc-by-sa/2.0)

Bei meinen Reisen durch Buckinghamshire, Oxfordshire, Berkshire und Hertfordshire auf den Spuren der beiden TV-Kriminalisten Tom und John Barnaby traf ich einige Male auf Busreisegesellschaften, die das gleiche taten. Im Long Crendon Manor, in dem ich einige Tage wohnte, machte eine englische Besucherschar Station, unter der Ägide von Antony Richards, Herausgeber des Buches „Midsomer Murders on Location“. Sie bekamen im Bankettraum, in dem auch unser Frühstück serviert wurde, einen Tee angeboten. Im Pub The Six Bells in Warborough (Oxfordshire), wo ich für ein Pint Bier Station machte, erwartete man gerade eine Busreisegesellschaft aus Skandinavien.

Auch von Deutschland aus werden Busreisen auf den Spuren der beiden englischen Detective Inspectors angeboten. Die Firma ReiseKellner aus Bremen veranstaltet seit einigen Jahren achttägige Touren in diese wunderschöne Region. In diesem Jahr finden coronabedingt keine Fahrten statt, für das Jahr 2022 ist aber eine Fahrt vom 19. bis zum 26. Juni geplant. Standort ist ein Hotel in Chipping Norton in den Cotswolds (kein Barnaby-Drehort), bisher war es immer das Crown & Cushion in der High Street.

Auf der Agenda der Busreise stehen unter anderem Marlow und Henley, die beiden Themse-Kleinstädte, das oben erwähnte Long Crendon (wo nicht nur im Manor House gedreht wurde), Thame (wo zahllose Straßenszenen gefilmt wurden und die Stadt in der Robin Gibb von den Bee Gees lebte und starb), das sehenswerte Waddesdon Manor und Oxford.

Reiseleiter und Organisator der Tour „Auf den Spuren der Inspectoren Barnaby“ ist Klaus Kellner, Chef des Kellner-Verlags in Bremen, in dem auch die deutsche Übersetzung des oben genannten Buches „Midsomer Murders on Location“ erschienen ist, die ich gestern in meinem Blog vorstellte.

Der Reisepreis beträgt 1150 Euro im Doppelzimmer. Die Reise beginnt und endet in Bremen. Nähere Informationen gibt es bei ReiseKellner, St. Pauli-Deich 3, 28199 Bremen, Telefon 0421 77866, eMail reisen@kellnerverlag.de.

Das Long Crendon Manor in Oxfordshire.
Eigenes Foto.

The Six Bells in Warborough (Oxfordshire).
Eigenes Foto.

Published in: on 27. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Sabine Schreiner & Joan Street: Inspector Barnaby – Die Drehorte der beliebten ZDF-Serie

Foto meines Exemplares

Bereits im Jahr 2009 erschien ein Buch, das allen Inspector Barnaby-Fans als Leitfaden für ihre Reisen in das fiktive Midsomer County diente: „Midsomer Murders on Location„, geschrieben von den beiden Spezialistinnen zu dem Thema, Sabine Schreiner und Joan Street, herausgegeben von Antony Richards, der selbst Bustouren durch Buckinghamshire und Oxfordshire veranstaltet. Die deutsche Ausgabe dieses Buches wurde im Kellner-Verlag in Bremen veröffentlicht unter dem Titel „Inspector Barnaby: Die Drehorte der beliebten ZDF-Serie„. Diese Ausgabe liegt jetzt bereits in der fünften Auflage vor, ein Zeichen, dass das Interesse an Tom Barnaby, John Barnaby, ihren Assistenten und vor allem an den Drehorten der TV-Serie in Deutschland nach wie vor groß ist. Die Pilotepisode „The Killings at Badger’s Drift“ (dt. „Tod in Badger’s Drift“) wurde von ITV am 23. März 1997 ausgestrahlt. In Deutschland wurde man erst mehr als acht Jahre später auf die britische Erfolgsserie aufmerksam, und das ZDF zeigte die Pilotepisode am 26. Juni 2005.

Wenn ich die englische Originalausgabe mit der deutschen Übersetzung vergleiche, stelle ich als erstes fest, dass das Bildmaterial in der deutschen Ausgabe erheblich besser und umfangreicher ist. Statt 90 Seiten im Original haben wir 140 Seiten in der Übersetzung. Die beschriebenen Drehorte sind dieselben und sind im Laufe der Jahre nicht erweitert worden. Der Verlagschef Klaus Kellner hat eigene Fotos beigesteuert.

Jeder der im Buch genannten Drehorte in den Grafschaften Berkshire, Buckinghamshire, Hertfordshire und Oxfordshire wird im einzelnen beschrieben und die Episoden genannt, die hier spielen. Im Anhang finden wir ein Episodenverzeichnis, das bis Staffel 20 reicht, die Staffel 21 wird zur Zeit im ZDF gezeigt, die Arbeiten zu Staffel 22 laufen noch.

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass man bei ITV etwas lustlos an die Fortsetzung von „Midsomer Murders“ herangeht, es dauert manchmal ziemlich lange, bis die neuen Episoden im eigenen Land gezeigt werden, während sie in anderen Ländern schon längst ausgestrahlt worden sind. Die letzten Detective Sergeants Charlie Nelson und Jamie Winter haben nicht mehr die Ausstrahlung ihrer Vorgänger, die Gerichtsmediziner*innen wechseln ständig; wir erinnern uns noch an den legendären Dr. George Bullard, der bis Episode 81 „Fit for Murder“ („Gesund aber tot“) ein wichtiger Partner und Freund Tom Barnabys war und nur noch kurz an der Seite von Toms Nachfolger John Barnaby arbeitete, bis „The Oblong Murders“ (dt. „Ein Funke genügt“) .

Beim Kauf des Buches sollte man sich auf jeden Fall für die deutsche Übersetzung und nicht für das Original entscheiden!

Verlagsleiter Klaus Kellner führt selbst auch Busreisen ins Barnaby-Land durch, worüber ich morgen in meinem Blog schreiben werde.

Sabine Schreiner & Joan Street: Inspector Barnaby – Die Drehorte der beliebten ZDF-Serie. Kellner-Verlag 2018. 140 Seiten. ISBN  978-3956512087.

 

Published in: on 26. Januar 2021 at 02:00  Comments (2)  

Die Huntrodds aus Whitby (North Yorkshire) und ihr Grabstein auf dem Kirchhof von St Mary’s

St Mary’s.
Eigenes Foto.

Um zu der Kirche St Mary’s in Whitby an der Ostküste von North Yorkshire zu gelangen, muss man erst 199 Stufen bewältigen. Michel Faber hat einen Roman über Whitby geschrieben, der „Hundertneunundneunzig Stufen“ heißt (siehe dazu meinen Blogeintrag). Der Aufstieg lohnt sich wirklich, denn man hat von hier oben einen großartigen Blick auf die Stadt und auf das Meer. Die Besucher kommen meistens hier hoch, um sich die Ruinen der Whitby Abbey anzusehen, aber der kleinen Kirche sollte man unbedingt auch einen Besuch abstatten, solange sie noch steht, denn sie läuft Gefahr von den Klippen abzurutschen; einige Grabsteine des Kirchhofs hat es schon erwischt.

An einer Stelle der Kirchenaußenmauer ist eine Tafel angebracht (die Inschrift auf dem Originalgrabstein darunter ist verwittert und unleserlich), die an eine Merkwürdigkeit erinnert, die mit der Huntrodd-Familie zusammenhängt, die im 17. Jahrhundert in Whitby gelebt hat. Francis und Mary Huntrodd wurden beide am 19. September 1600 geboren, Die beiden heirateten an ihren jeweiligen Geburtstagen, also wieder an einem 19. September. Dann setzten sie zwölf Kinder in die Welt (nein, die wurden nicht alle an einem 19. September geboren, da fehlten Francis und Mary leider das Augenmaß). Im Jahr 1680 starb das Ehepaar, und wie sollte es anders sein, sie starben an ihren Geburtstagen und an ihrem Hochzeitstag, dem 19. September, im Abstand von fünf Stunden. „Each tender heart so fit a match, surely, could never be; both in their lives, and in their deaths agree„, so steht es auf der Tafel zu lesen.

Jemand hat sich mal die Mühe gemacht, auszurechnen wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass so etwas passieren kann und kam zu dem Ergebnis: 1:50 000 000 000, also eins zu 50 Milliarden (die Rechenweise ist hier nachzulesen).

Zwei Männer und eine Frau, die sich sehr für das Thema Wahrscheinlichkeitsrechnung interessieren, David Spiegelhalter, Michael Blastland und Timandra Harkness, haben den 19. September zum Huntrodds‘ Day ausgerufen An diesem Tag soll man eine Huntrodds-Party mit 23 Gästen feiern. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, 50%, dass zwei der Gäste am selben Tag Geburtstag haben. Außerdem sollen sie durch Gespräche herausfinden, ob es irgendwelche zufällige Übereinstimmungen unter ihnen gibt. Klingt sehr interessant!

 

Gruselige Atmosphäre auf dem Kirchhof von St Mary’s.
Author: mikeywilltoo
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Die Tafel über dem Grabstein.
Author: Eldar cb
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Published in: on 25. Januar 2021 at 02:00  Comments (2)  
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The Haunted Bookshop in Cambridge

Haben Geister eine besondere Affinität zu alten Büchern? Mehrfach habe ich diese Verbindung erlebt (nicht persönlich!), zum Beispiel in der wunderschönen Bibliothek des Ettington Park Hotels in Warwickshire, in der ich einige Male das Abendessen und das Frühstück zu mir genommen habe (siehe dazu meinen Blogeintrag). Das Antiquariat Maggs Brothers am Berkeley Square galt einmal als „the most haunted house in London“… und in Cambridge gibt es eine Buchhandlung, die sich sogar The Haunted Bookshop nennt.

Angesiedelt ist diese auf antiquarische Kinderbücher spezialisierte Buchhandlung in Cambridge in einer ganz schmalen Fußgängerstraße namens St Edward’s Passage, die die King’s Parade mit der Straße Peas Hill verbindet. Das King’s College und seine Chapel liegen direkt gegenüber. Sarah Key und ihr Mann Phil führen The Haunted Bookshop schon seit 1993; das Haus diente vor langer Zeit als Studentenunterkunft. Als Sarah Key die Buchhandlung vom Vorbesitzer übernahm, behielt sie den Namen bei. Ihr Vorgänger hatte von Geistererscheinungen in dem Laden berichtet, und auch die neue Besitzerin will kurz nach der Übernahme eine weibliche Gestalt in einem weißen Gewand gesichtet haben, die allerdings seitdem nicht wieder in Erscheinung getreten ist.

The Haunted Bookshop ist Mitglied der Provinicial Booksellers Fairs Association, das heißt, dass die Buchhandlung aus Cambridge landesweit auf Buchmessen zu finden ist, die leider alle in den letzten Monaten auf Grund der Pandemie ausgefallen sind.

The Haunted Bookshop
9 St. Edward’s Passage
Cambridge
CB2 3PJ 

Sammler alter Kinderbücher werden entzückt sein über diese alten Ausgaben von Enid Blytons „Adventure“-Serie (die ich als Kind mit großer Begeisterung gelesen habe) im Haunted Bookshop.
Author: evelina ander
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Published in: on 24. Januar 2021 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Pen Vogler: Scoff – A History of Food and Class in Britain

Foto meines Exemplares.

Das Wort „scoff“ hat im Englischen mehrere Bedeutungen. Zum einen kann es „Spott und Hohn“ bedeuten, zum anderen soviel wie „Essen und Nahrung“. Um Essen geht es in dem Buch „Scoff – A History of Food and Class in Britain„, im Kontext mit der britischen Klassengesellschaft. Um es einmal flapsig auszudrücken: Welche Rolle spielt die Möhre in der oberen Mittelklasse Großbritanniens?

Pen Vogler ist Food Historian, sie beschäftigt sich mit der Geschichte des Essens, mit alten Rezepten und hat bereits mehrere Bücher darüber geschrieben wie“Dinner with Darcy“ (2013), in dem sie sich mit Rezepten aus der Zeit Jane Austens beschäftigt, und „Christmas with Dickens“ (2018), in dem es um weihnachtliche Rezepte der Charles Dickens-Ära geht.

Voglers Buch ist an der Grenze zwischen einem populärwissenschaftlichen und einem wissenschaftlichen Werk anzusiedeln. Die Bibliografie umfasst 23 Seiten, der Anmerkungsapparat 22 Seiten. „Scoff“ war im vorigen Jahr das History Book of the Year der Sunday Times. Die Autorin taucht mit ihren Recherchen tief in die vergangenen Jahrhunderte ein und zitiert Quellen aus historischen Fachbüchern der Zeit.

Um den Inhalt des Buches etwas näher zu veranschaulichen, sind Beispiele am besten geeignet:

In dem Kapitel „Rooms, Plates and Cutlery“ geht es unter anderem um die Themen Fischbestecke, Servietten und Tischtücher und die Sitzordnung bei geladenen Gästen. Ein eigenes Kapitel ist dem Thema „Erbsen“ gewidmet, ein Gemüse, das man am häufigsten mit der britischen Küche in Verbindung bringt. Wie man diese kleinen, grünen, runden Dinger mit der Gabel isst, lässt Rückschlüsse auf die Gesellschaftsklassen zu. In „Foreign introductions“ beschäftigt sich Pen Vogler mit den äußeren Einflüssen auf die britische Küche aus Frankreich, Italien und dem asiatischen Raum. „Disappearances and reappearances“ hat Nahrungsmittel zum Inhalt, die mal mehr, mal weniger populär waren wie Austern, Kutteln und Saloop (ein heißes Getränk aus pulverisierter Salepwurzel mit Milch u. Zucker).

Wer sich für Essen, Nahrungsmittel und Tischmanieren in Großbritannien interessiert, wird mit diesem Buch voll auf seine/ihre Kosten kommen!

Hier ist ein Film mit Pen Vogler zu sehen, in dem sie einiges über ihr aktuelles Buch erzählt.

Pen Vogler: Scoff – A History of Food and Class in Britain. Atlantic Books 2020. 470 Seiten. ISBN 978-1-78649-647-8.

 

 

Published in: on 23. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Museum of Eton Life in einem der renommiertesten Colleges der Welt

Das Eton College.
Author: woupa02
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Wer das Eton College in der Stadt Eton in Berkshire erfolgreich abgeschlossen hat, ist so gut wie britischer Premierminister (das  ist natürlich etwas übertrieben!), denn zahlreiche Premiers haben diese Kaderschmiede durchlaufen. Einige Beispiele: Boris Johnson, David Cameron, Harold McMillan, Sir Anthony Eden usw. usw. Die Liste bekannter Persönlichkeiten ist schier endlos.

Wer sich einmal einen Überblick über das Eton College früher und heute machen möchte, der kann das im Museum of Eton Life tun. Ausstellungsstücke zeigen den Werdegang des Colleges von seinen Anfängen im Jahr 1440 bis in die heutige Zeit und das Leben der Studenten und Lehrkräfte hinter diesen heiligen Mauern. Man erfährt einiges über das berüchtigte Eton Wall Game (siehe hierzu meinen Blogeintrag), über die Strafen, die die Schüler früher über sich ergehen lassen mussten und über das harte Leben in der damaligen Zeit, als überall im Schulgebäude Ratten herumliefen. Außerdem werden die Besucher mit den Namen der Old Etonians konfrontiert, was natürlich besonders interessant ist.

Das Museum of Eton Life ist in einem Gewölbe untergebracht, das einmal als Bierlager diente. Es gibt noch ein weiteres Museum in den Gebäuden der Schule, das Eton Natural History Museum, das mehr als 15 000 Ausstellungsstücke beherbergt.

 

 

 

Published in: on 22. Januar 2021 at 02:00  Comments (1)  
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The Row Barge – Ein Pub in Henley-on-Thames (Oxfordshire), der früher einmal einen berühmten Stammgast hatte

Kann es einen passenderen Namen als The Row Barge für einen Pub in Henley-on-Thames in Oxfordshire geben, der Stadt mit einer der berühmtesten Ruderregatten der Welt? Leider liegt er nicht direkt an der Themse, sondern in der West Street, einige hundert Meter vom Fluss entfernt. Das Pubschild zeigt eine Königsbarke auf der Themse mit acht Ruderern, die offensichtlich einen Royal transportieren..

The Row Barge ist nur einen Katzensprung von Friar Park entfernt, jenem riesigen Gebäude mit 120 Zimmern, in dem einst der Beatle George Harrison mit seiner Frau Olivia wohnte (und in dem sie sicher häufig Schwierigkeiten hatten, einander zu finden). Ich berichtete über Friar Park in meinem Blog. The Row Barge war George Harrisons Stammlokal, das er in wenigen Minuten über den Gravel Hill und die West Street erreichte. Es gibt ein Foto, das George Harrison und Olivia zusammen mit dem damaligen Barmann und dessen Frau zeigt; einmal kam der Ex-Beatle in die Row Barge als Barmann Norman gerade Geburtstag hatte. Spontan schenkte ihm George Harrison einen Abend mit selbst gesungenen Beatlesliedern. Ich wette, dass der Row Barge-Wirt diesen Abend nie vergessen hat.

Noch ein anderer berühmter Musiker ging gern in the Row Barge: Der Gitarrist, Sänger und Komponist Gary Moore (1952-2011), der ebenfalls ganz in der Nähe wohnte und mit George Harrison befreundet war.

Eine weitere Größe der britischen Rock- und Popgeschichte wohnte in Henley-on-Thames, deren Grab auf dem Kirchhof von St Mary the Virgin zu finden ist: Dusty Springfield (ich berichtete über meinen Besuch an ihrem Grab in meinem Blog)

Ich kann mir vorstellen, dass der Pub von George Harrison- und Beatles-Fans gern aufgesucht wird; sie können dort sogar übernachten (£85 pro Doppelzimmer, wovon es vier gibt). Das Haus selbst ist eine der ältesten Kutschenstationen in Henley-on-Thames, dessen Anfänge bis in das 16. Jahrhundert zurück reichen.

The Row Barge
37 West Street,
Henley-On-Thames,
Oxfordshire
RG9 2ED

Ein Foto aus dem Jahr 1978, als George Harrison gern in The Row Barge zu Gast war.
Photo © Antony Ewart Smith (cc-by-sa/2.0)

Der Londoner Westway – Ein früher sehr umstrittenes Teilstück der A40

Die Autofahrer hat es damals gefreut, als am 28. Juli 1970 in Anwesenheit des Verkehrsministers John Peyton und des parlamentarischen Staatsekretärs Michael Heseltine der vier Kilometer lange  Londoner Westway eröffnet wurde, ermöglichte er es ihnen doch, schneller in die Innenstadt zu kommen beziehungsweise die Stadt schneller in Richtung Westen zu verlassen. Der Westway ist ein Teilstück der A40, die zur Autobahn M40 führt.

Was des Autofahrers Freud war des Anwohners Leid, denn zuerst einmal musste eine gewaltige Schneise in den westlichen Teil Londons geschlagen werden, Häuser wurden in großem Stil abgerissen, damit der auf Stelzen gebaute Westway entstehen konnte. Unterhalb der Hochstraße entstand eine Ödnis, die Betonpfeiler wurden mit Graffiti besprüht, niemand mochte sich dort aufhalten. Bei der Eröffnung der Straße kam es zu Protesten der Anlieger, deren Wohnungen in den oberen Stockwerken der Häuser plötzlich auf der gleichen Höhe wie die Fahrbahn lagen. Sie mussten den Lärm und die Abgase ertragen, eine Entschädigung erhielten sie nicht; ihre Lebensqualität hatte sich drastisch verschlechtert. Aber es ging in den nächsten Jahren noch weiter, als in der näheren Umgebung weitere Häuserzeilen abgerissen wurden und Zwangsenteignungen stattfanden. Dieser sehr interessante Film zeigt noch einmal die Problematik des Westways auf.

In dem 1974 erschienenen Roman „Concrete Island“ (dt. „Die Betoninsel“) des großartigen Schriftstellers James Graham Ballard (1930-2009) spielt der Westway eine Rolle, als ein Autofahrer dort einen Unfall erleidet, und er im Niemandsland der Hochstraßen landet, wo ihn niemand sehen und ihm helfen kann.

In dem Film „Radio On“ (dt. „Radio On“) aus dem Jahr 1979 zeigt Regisseur Christopher Petit einige Sequenzen von der Hochstraße. Britische Rockgruppen erwähnten die Straße in einigen ihrer Songs wie „Under the Westway“ von Blur und „London’s Burning“ von The Clash.

£30 Millionen kostete damals der Bau der Straße, was heute etwa einer halben Milliarde Pfund entspricht. Ob wohl heute, 50 Jahre nach der Eröffnung, ein Brachialakt wie damals noch einmal möglich wäre?

 

Published in: on 20. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Crazies Hill in Berkshire – Ein Gastropub, ein ehemaliges Rathaus und ein berühmter Schauspieler

The Horns.
Photo © Oswald Bertram (cc-by-sa/2.0)

Nicht weit von Henley-on-Thames entfernt, liegt in der Grafschaft Berkshire ein kleines Dorf namens Crazies Hill, was keine Rückschlüsse auf den geistigen Zustand der Einwohner zulassen sollte. Es gibt einiges über den Ort zu berichten, was ich hiermit tun möchte.

The Horns heißt der Dorfpub, den ich bereits einmal, wenn auch nur kurz, in meinem Blogeintrag über empfehlenswerte Restaurants in Berkshire erwähnte. Es handelt sich hier um ein ehemaliges Jagdhaus aus dem 17. Jahrhundert, das zur Gruppe der Brakspear Pubs gehört.

Nur wenige Schritte vom Pub entfernt, steht ein imposantes Gebäude, das früher einmal ganz wo anders war, nämlich in Henley-on-Thames, wo es als Rathaus diente. Summerfield House oder Crazies Hall heißt das Haus, das ursprünglich 1790 in Henley erbaut worden war, Als man dort am Ende des 19. Jahrhunderts eine neue Town Hall errichtete, ließ Charles Clements, der mehrfach der Stadt als  Bürgermeister gedient hatte, das alte Gebäude Stück für Stück auseinandernehmen und in Crazies Hill wieder aufbauen. Als Summerfield House zuletzt auf dem Immobilienmarkt angeboten wurde (2011) lag der Verkaufspreis bei £18 Millionen. Vorbesitzer war der Boss des Reading Football Clubs.

In Crazies Hill wohnte für einen großen Teil seines Lebens ein berühmter englischer Schauspieler, der in zahllosen Spielfilmen mitwirkte: Robert Morley (1908-1992). Morley kaufte sein Haus Fairmans im Jahr 1940 und fühlte sich darin so wohl, dass er bis zu seinem Tod darin residierte. Fairmans liegt außerhalb des eigentlichen Dorfes Crazies Hill, an der Straße mit dem selben Namen, auf dem Gelände des  Hennerton Golf Clubs. Morley war mit den Besitzern des Golfclubs eng befreundet, und so wurde nach seinem Tod zu seinen Ehren dort eine Plakette angebracht, enthüllt von Morleys Witwe Joan. Ihr gemeinsamer Sohn Sheridan Morley (1941-2007) machte sich übrigens als Autor viele Schauspielerbiografien einen Namen (darunter Marlene Dietrich, Marilyn Monroe, Judy Garland und John Gielgud). Hier sind Bilder von Robert Morleys Beerdigung. Er liegt auf dem St Mary’s Churchyard im benachbarten Wargrave (Berkshire) begraben.

Gegenüber vom Golfplatz liegt auf dem Gelände der Gibstroude Farm eine winzige Kunstgalerie, die Barn Art Gallery.

Der Hennerton Golfplatz.
Photo © Stuart Logan (cc-by-sa/2.0)

Robert Morley.
Author: Allan warren
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Die Village Hall in Crazies Hill.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 19. Januar 2021 at 02:00  Comments (3)  
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Englische Kathedralen und ihre Zweckentfremdung als Corona-Impfzentren

Salisbury Cathedral.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Kurz vor Weihnachten schrieb ich in meinem Blog über die vier Corona-Zonen in England und da befand sich die Isle of Wight noch in Zone 1, also mit relativ geringen Ansteckungszahlen. Das hat sich jetzt drastisch geändert, denn plötzlich befindet sich die Insel vor der Küste Hampshires in Tier 4, das heißt, sie hat sehr hohe Neuinfektionen gemeldet, eingeschleppt von Besuchern des Festlands, die sich auf der Isle of Wight amüsieren wollten. England ächzt unter der Corona-Last, die Inzidenz liegt hier wesentlich höher als (zurzeit!) in Deutschland. Im Großraum London und in Essex liegt der Inzidenzwert teilweise bei über 1000. Die Krankenhäuser sind an der Belastungsgrenze,  Krankenschwestern kündigen, weil sie den Stress physisch und psychisch nicht mehr aushalten können, also setzt die Regierung jetzt alles auf eine groß angelegte Impfkampagne. Impfzentren stehen bereit, Apotheken in den High Streets wie die beiden Filialisten Boots und Superdrug bieten Impfungen an, zu den ersten gehörten Boots in Halifax (West Yorkshire) und Superdrug in Guildford (Surrey).

Da man bei der größten Impfaktion in der Geschichte Englands nach geeigneten Räumlichkeiten sucht, haben dafür jetzt einige Kathedralen ihre Pforten geöffnet. Die Church of England stellt mehrere ihrer Kirchen zum Impfen und auch zum Testen zur Verfügung wie die Salisbury Cathedral in Hampshire. Manchmal wird dabei sogar die Orgel gespielt, was eine ganz spezielle Atmosphäre schafft.

Eine weitere Kathedrale mit Impfzentrum ist die Lichfield Cathedral in Staffordshire. Schon am ersten Tag bildeten sich vor und in der Kirche lange Schlangen von Impfwilligen, überwiegend Männer und Frauen in den 80er Jahren.

Die Rochester Cathedral in Kent dient zur Zeit als Corona-Testzentrum. In der Krypta sind zehn Teststationen aufgebaut, die in der Lage sind pro Tag mehrere hundert Menschen zu testen;  binnen einer Stunde erhalten sie die Ergebnisse. Rochester gehört zu den Corona-Hotspots Englands.

Auch in der Blackburn Cathedral in Lancashire wird an sieben Tage der Woche jeweils 12 Stunden lang geimpft, vorrangig Menschen, die über 80 Jahre alt sind.

Lichfield Cathedral.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Rochester Cathedral.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Blackburn Cathedral.
Photo © Kenneth Yarham (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 18. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Songs about London – Ry Cooder: Powis Square

Rechts die Hausnummer 25 am Powis Square, wo Szenen des Films „Performance“ gedreht wurden.
Author: flickr_b3rn
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Der US-Amerikaner Ry Cooder gehört zu den absoluten Spezialisten an der Slide-Gitarre weltweit. Seine Komposition „Powis Square“ gehört zum Soundtrack des Films „Performance„, der 1970 in die Kinos kam und in dem Rolling Stones-Frontmann Mick Jagger als Rockstar Turner sein Filmdebut gab. Neben ihm spielte James Fox als Chas die Hauptrolle. In einer Szene, in der Chas zu der Wohnung von Turner am Londoner Powis Square fährt, erklingt Ry Cooders gleichnamiges Musikstück. Gedreht wurde in der Hausnummer 25 an diesem Platz im Stadtteil Notting Hill.

Die kleine baumbestandene Parkanlage mit Spielplatz und Bänken ist umgeben von gepflegten, weißen Häusern; die Nummer 25 ist ein dreistöckiges Eckgebäude mit einem von zwei Säulen flankierten Eingang.

So schön wie heute sah es nicht immer am Powis Square aus; diese Gegend in Notting Hill war jahrzehntelang ein Arme Leute Wohngebiet. In den 1950er und 1960er Jahren war die Gegend um den Powis Square fest in der Hand des übel beleumdeten Immobilienaufkäufers Peter Rachman (1919-1962), eine Randfigur im Profumoskandal, der mit Christine Keeler und Mandy Rice-Davis in Verbindung stand. Rachman stopfte seine Wohnungen mit Menschen voll, um so viel Miete wie möglich abzukassieren und kümmerte sich nicht um den desolaten Zustand seiner Immobilien. Möchte man sich heute ein Apartment am Powis Square zulegen, so sollte man schon mit mindestens £1 Million rechnen.

Neben Mick Jagger stand ein anderer Rolling Stone mit dem Powis Square in Verbindung: Brian Jones lebte hier eine Zeit lang in der Nummer 18.

Benannt wurde  der Platz nach der imposanten walisischen Burg Powis Castle bei Welshpool in der Grafschaft Powys.

Der Namensgeber des Londoner Platzes, das Powis Castle in Wales.
Author: ell brown
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Published in: on 17. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Braziers Park in Ipsden (Oxfordshire)

Von der A4074 Wallingford – Reading, noch in Oxfordshire, führt eine nach Braziers Park ausgeschilderte Single Track Road zu einem, wie ich finde, sehr hübschen burgartigen Gebäude, das zur Ortschaft Ipsden gehört. Kommt einem auf dem schmalen Weg ein landwirtschaftliches Fahrzeug entgegen,  kann es schon mal sehr eng werden.

Braziers Park hat eine interessante Vergangenheit und taucht zweimal in der TV-Serie „Midsomer Murders“ beziehungsweise „Inspector Barnaby“ auf. Da ich in dieser Serie mehr an den Drehorten als an der Handlung interessiert bin, achte ich immer darauf, ob ich dort schon einmal gewesen bin. In der fünften Staffel der Serie, in der Episode „Market for Murder„, in Deutschland „Mord mit Rendite„, ist Braziers Park der Wohnsitz von Lord James Chetwood und seiner Frau Lady Lavinia Chetwood. Tom Barnaby besucht Braziers Park noch ein weiteres Mal, in der achten Staffel in der Episode „Second Sight“ (dt. „Blick in den Schrecken„), da dient die kleine Burg als Lower Mere House, einer ehemaligen Nervenheilanstalt, hinter deren Mauern Dr. Gregory Ransom und seine Söhne merkwürdige Dinge treiben.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde Braziers Park im Gothic Revival-Stil erbaut und es gingen hier eine ganze Reihe von prominenten Menschen ein und aus, darunter der Schriftsteller Charles Kingsley (1819-1875), der mit seinen Romanen „The Water-Babies“ (dt. „Die Wasserkinder“) und „Westward Ho!“ in die englische Literaturgeschichte einging. Kingsley besuchte häufig die hier wohnenden Grenfell-Schwestern und heiratete eine von ihnen, Fanny Grenfell.

Der junge Ian Fleming (1908-1964), Schöpfer des 007-Agenten James Bond, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Braziers Park, als sein Vater Valentine Fleming (1882-1917) das Haus gekauft hatte. Die Familie lebte darin von 1906-1911. Dann machen wir einen Sprung in die 1950er und 1960er Jahre als Major Robert Glynn Faithfull (1912-1998), ein Universitätsprofessor, hier wohnte (seine Grabstätte finden wir auf dem Kirchhof von St Mary the Virgin in Ipsden). Seine Tochter, die spätere Sängerin Marianne Faithfull lebte eine Zeit lang in Braziers Park, und als sie in den 1960er Jahren eine Beziehung zum Rolling Stones-Sänger Mick Jagger hatte, ging auch er hier aus und ein.

Und was finden wir heute in Braziers Park? Es ist eine Art Gemeinwesen, in der eine Gruppe von Menschen wohnt, mit dem Ziel:  „we endeavour to create a space which enables people to integrate both learning and teaching, and to find and develop their full potential in all aspects – intellectual, physical, emotional and spiritual„, so steht es auf der Webseite der „community“ zu lesen. Schon 1950 gründete Norman Glaister diese „School of Integrative Social Research“, die eine Fülle von Veranstaltungen, Fortbildungskursen, Workshops usw. durchführt, alles etwas esoterisch angehaucht.

Dieser Film zeigt Braziers Park von außen und von innen.

 

 

Published in: on 16. Januar 2021 at 02:00  Comments (2)  
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Bath in Somerset Teil 2: Ballonfahrten über der Stadt

Bath und der River Avon von einem Ballon aus gesehen.
Photo © Roger Beale (cc-by-sa/2.0)

Eine Heißluftballonfahrt ist schon etwas Besonderes, wenn sie auch noch über eine Stadt mit vielen sehenswerten, historischen Gebäuden führt, umso mehr. In Bath bieten zwei Firmen dieses Erlebnis an, Bath Balloons und Bailey Balloons. Bis zu 15 Personen passen in die Gondeln, was natürlich in Coronazeiten nicht möglich ist. Aber bei schönem Wetter aus luftiger Höhe die schöne Stadt Bath zu betrachten, mit einem Glas Champagner in der Hand, das hat schon was.

Schon seit 1988 bietet Bath Balloons dieses Vergnügen an. Startpunkt ist der Royal Victoria Park, gleich am berühmten Royal Crescent. Bath Balloons ist Mitglied der British Association of Balloon Operators, und die Firma hat das Gütesiegel der Civil Aviation Authority, das heißt, man legt hier besonders großen Wert auf Sicherheit. Neben Bath als Ausgangspunkt der Fahrten, starten die Ballons auch noch von anderen Orten wie Bristol, Westonbirt, dort wo das Arboretum beheimatet ist, und vom Gloucestershire Airport in der Nähe der Stadt Gloucester.

Auch die Bailey Balloons starten vom Royal Victoria Park. Clive Bailey ist der Flight Director der Bristol International Balloon Fiesta, über die ich in meinem Blog vor einiger Zeit geschrieben habe. Zusammen mit seiner Frau Jo bietet er Ballonfahrten über Bath, Bristol, Somerset und den Süden von Wales an, die etwa drei bis vier Stunden dauern. Auch hier kann man an Champagner-Ballonfahrten teilnehmen, oder, als besonderes Erlebnis, eine Fahrt zu zweit buchen (£850 inklusive einer Flasche Champagner). Bei diesem romantischen Ballonaufstieg ist allerdings (leider) der Pilot mit an Bord. Der Standardausflug wochentags mit mehreren Personen kostet £250 p.P., auch inklusive Champagner. Das wäre doch ein wunderbares Geburtstagsgeschenk oder passend zum Hochzeitstag!

Dieser Film zeigt die Bath Balloons und dieser die Bailey Balloons.

Über den historischen Gebäuden von Bath.
Photo © Jonathan Billinger (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Bath in Somerset Teil 1: Das Pump Room Orchestra und sein Nachfolger das Pump Room Trio

Der Pump Room, links der Eingang zum Restaurant.
Photo © Rick Crowley (cc-by-sa/2.0)

Bei meinen Besuchen in der Stadt Bath (Somerset) habe ich immer eines vermieden: Ich habe niemals das angeblich heilende Wasser dort probiert. Schon der Geruch allein soll ziemlich übel sein. Der Pump Room und die Roman Baths waren und sind das Zentrum der Heilwasserquellen der Stadt. „Visitors can drink the water or have other refreshments while there„, heißt es auf der englischsprachigen Wikipedia, wobei ich die „other refrehments“ immer vorziehen werde. Der Dandy Beau Nash war zu Beginn des 18. Jahrhunderts der große Zampano in Bath, auf dessen Initiative hin, das Gebäude namens Pump Room errichtet wurde, und Nash gründete auch das Pump Room Orchestra, das für die musikalische Unterhaltung der Gäste sorgen sollte. Er hätte es sicher nicht für möglich gehalten, dass dieses Orchester dreihundert Jahre lang Bestand haben würde.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude durch ein neues ersetzt, in dem das Orchester weiterhin aufspielte. Berühmte Namen der Musikwelt spielten mit dem Orchester wie Arthur Rubinstein und Daniel Melsa beziehungsweise waren Gastdirigenten wie Sir Thomas Beecham und Sir Edward Elgar. In den 1930er Jahren übertrug sogar die BBC Konzerte des Pump Room Orchestras. Nach dem Zweiten Weltkrieg existierte das Orchester nicht mehr; an seine Stelle trat das Pump Room Trio, das bis heute für die Gäste des Restaurants aufspielt. Es sind derzeit Matthew Everett (Geige), Tim Gilbert (Cello) und Derek Stuart-Clark (Klavier) plus Vertretungen. Das Trio spielt täglich von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr, samstags von 10.30 bis 12.30 Uhr. Das Repertoire reicht von der Oper zum Walzer, vom Tango bis zum Musical.

Touristen lieben es, im Restaurant des Pump Rooms ihren Afternoon Tea einzunehmen und dabei den Melodien des Pump Room Trios zu lauschen.

Hier ist das Trio zu hören.

Das Buch zum Artikel:
Robert and Nicola Hyman: The Pump Room Orchestra Bath – Three Centuries of Music and Social  History. Hobnob Press 2011. 228 Seiten. ISBN 978-0946418749.

Im Pump Room Restaurant.
Author: Gauis Caecilius.
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Published in: on 14. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Clavell Tower an der Küste von Dorset – Folly, Unterkunft und Filmdrehort

Warum der Reverend John Richards Clavell im Jahr 1830 den nach ihm benannten Turm  an der Küste der Grafschaft Dorset errichten ließ, ist nicht mehr ganz nachzuvollziehen. Man kann den Clavell Tower aber in der Kategorie „Folly“ einordnen. Der Turm sieht toll aus mit seinen zwölf Säulen und dem Rundum-Balkon. Ob es eine gute Idee war, ihn so dicht an die abbruchgefährdeten Klippen zu bauen, wage ich zu bezweifeln, denn er musste im Herbst 2006 etwa 25 Meter landeinwärts verrückt werden (ob das wohl reicht?), mit riesigem Aufwand, denn jeder der mehr als 16 000 Steine wurde abgebaut, nummeriert und fotografiert und dann wieder komplett zusammengefügt. Veranlasst hatte das der Landmark Trust  (ich habe mehrfach über den Trust in meinem Blog berichtet), denn der wollte den attraktiven Turm seinen Gästen zur Vermietung anbieten…mit großem Erfolg wie sich zeigte, denn der Clavell Tower gehört zu den begehrtesten Objekten im Portfolio des Landmark Trusts. Die Gäste haben von dem vierstöckigen Turm einen grandiosen Ausblick auf die Kimmeridge Bay.

Schon der Schriftsteller Thomas Hardy hatte sich in den Turm verliebt und traf sich hier mit seiner damaligen Geliebten Eliza Nicholl. Er fertigte eine Skizze des Clavell Towers an und platzierte sie gegenüber der Titelseite seiner „Wessex Poems„.

Die Krimiautorin P.D. James hatte ebenfalls eine Schwäche für den Tower of the Winds, wie der Clavell Tower auch genannt wird, entwickelt und ließ sich durch ihn 1975 zu ihrem Roman „The Black Tower“ (dt. „Der schwarze Turm“) inspirieren, den die BBC 1985 in eine Mini-Serie mit demselben Titel umwandelte. Dann nehmen wir doch gleich „the real thing“ sagten sich die Filmproduzenten und benutzten für die Dreharbeiten den Clavell Tower. Hier ist die erste Folge zu sehen.

Die Rockgruppe The Style Council drehten ihr Musikvideo „The Boy who cried wolf“ am Turm und hatten damit eine gute Wahl getroffen.

Dieser Film zeigt einen Flug über den Clavell Tower und die Kimmeridge Bay.

Der Turm, bevor er zurückversetzt wurde.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Auch Schwalben lieben den Clavell Tower.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 13. Januar 2021 at 02:00  Comments (2)  
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Muddy Stilettos – The Urban Guide to the Countryside

Die Zielgruppe der Webseiten: „Smart, fun-loving women“.
author: emilio labrador
Creative Commons 2.0

Schon seit längerem verfolge ich die Webseiten, die den witzigen Titel „Muddy Stilettos“ tragen, an und für sich ein Widerspruch, aber wenn man den Zusatztitel „The Urban Guide to the Countryside“ liest, wird das schon klarer. Die Journalistin Hero Brown, die zum Beispiel für den Observer, für Marie Claire und Elle tätig war, erstellte die Webseiten im Jahr 2011, nachdem sie die Metropole London verlassen und sich auf dem Lande eingerichtet hatte. Ziel von „Muddy Stilettos“ war und ist, über alles zu berichten, was sich außerhalb Londons so abspielt. Ging es ursprünglich in erster Linie um die Grafschaften Buckinghamshire und Oxfordshire, so hat Hero Brown das Spektrum fast auf das ganze Land ausgeweitet. Zielgruppe: „smart, fun-loving women„.

Es gibt eine Fülle von Rubriken auf „Muddy Stilettos“ wie Hotels, Restaurants, Reisetipps, Mode, Theater usw., von denen man sich für die eigenen Aktivitäten inspirieren lassen kann. Nehmen wir uns einmal die Kategorie „Pubs & Inns“ vor; da kann man sich auf einer Karte alle bisher getesteten Etablissements anzeigen lassen und kommt mit einem Click sofort auf die entsprechende Rezension. Ich habe mir einmal die vom „Nag’s Head“ bei Great Missenden in Buckinghamshire angesehen, weil ich dort bereits gegessen habe. „Roald Dahl’s Lickwishy Local“ heißt es in der Überschrift des Artikels, weil der Schriftsteller hier früher häufig zu Gast war. Hero Brown schildert ihre Eindrücke vom Pub und gibt ihre Meinung zur Qualität des Essens wieder und dann folgt eine Gesamtempfehlung  („The Muddy Verdict“). Angereichert wird alles mit eigenen Fotos.

Zweites Beispiel: In der Rubrik „Arts & Culture“ gibt es die Unterrubrik „Books“ und dort finden wir unter vielem anderen Empfehlungen für unabhängige Buchhandlungen in der Region Bucks und Oxon wie The Bell Bookshop in Henley-on-Thames oder The Wallingford Bookshop in Wallingford.

Natürlich kann Hero Brown allein schon lange nicht mehr alle Grafschaften abdecken, sondern hat überall ihre lokalen Mitarbeiterinnen, die für ihren Zuständigkeitsbereich die Empfehlungen geben.

Ich finde, „Muddy Stilettos“ sind sehr interessante, anregende und hilfreiche Webseiten, wenn man sich in England bewegt.

Auch Auszeichnungen werden von Muddy Stilettos vergeben.
Author: Andy M. Johnson
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Published in: on 12. Januar 2021 at 02:00  Comments (3)  
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Mein DVD-Tipp – Der junge Inspektor Morse Staffel 6

Für den 29. Januar ist die sechste Staffel der ITV-Serie „Der junge Inspektor Morse“ angekündigt, in Deutschland wieder von EDEL MOTION veröffentlicht. Ich habe schon ein Vorab-Exemplar bekommen, das ich heute vorstellen möchte. Am Ende der fünften Staffel (siehe hierzu meinen Blogeintrag) sah es beinahe so aus, als ob die TV-Serie eingestellt würde, denn die Polizeistation, in der Morse, sein Kollege Jim Strange, sein Chef Fred Thursday und Chief Superintendent Bright bisher tätig waren, wurde aufgelöst und alle an unterschiedliche Dienststellen versetzt.
Doch es geht weiter mit Staffel 6, deren vier Episoden kurze, knappe Titel tragen: Unschuldig, Apollo, Zuckerguss, Wolkenschloss (alle im Oktober 2020 bei ZDFneo in Deutschland gezeigt).

Während der junge Morse seinen beruflichen Weg unbeirrt weiter verfolgt, scheint DCI Thursday, von privaten Problemen belastet, auf die schiefe Bahn zu geraten. Der zwielichtige Chef der Polizeistation DCI Ronnie Box und DS Alan Jago geben Rätsel auf. In den vier Folgen wird Morse unter anderem  mit dem Tod eines Schulmädchens und mit einem mysteriösen Autounfall konfrontiert. Wie immer gibt sich der junge Polizist nicht mit dem zufrieden, was zu sein scheint (wie seine Vorgesetzten), sondern schaut hinter die Kulissen, bis er die Lösung des jeweiligen Falles gefunden hat (was seine Vorgesetzten oft alt aussehen lässt). Wie ein roter Faden zieht sich der ungelöste Fall der Ermordung des George Fancy aus Staffel 5 durch die neue Staffel. Zum überraschenden Showdown kommt es am Ende der Episode „Wolkenschloss“, in der eine für die Serie ungewohnte Verfolgungsjagd mit Pistolen stattfindet.
Staffel 6 endet mit einem positiven Ausblick auf Staffel 7, denn dann sind Morse, Thursday, Strange wieder vereint, erneut unter der Ägide von Chief Superintendent Bright.

„Der junge Inspektor Morse“ ist auch in Staffel 6 wieder atmosphärisch sehr dicht, die Schauplätze der Handlung (Oxford und Umgebung) sehr gut ausgesucht, der Soundtrack, in den Londoner Abbey Road Studios aufgenommen, stimmig und Barrington Pheloungs Erkennungsmelodie erinnert wieder sehr an die ursprüngliche TV-Serie „Morse„. Pheloung ist im vorigen Jahr im Alter von 65 Jahren in seiner Heimat Australien gestorben.

Die DVD-Box enthält Zusatzmaterial wie Interviews mit den Darstellern und Blicke hinter die Kulissen der Dreharbeiten.

Morse und Fred Thursday.
Copyright: EDEL MOTION

Published in: on 11. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Lion Inn – Einer der abgelegensten Pubs Englands in der Moorlandschaft North Yorkshires

Warum hat man wohl mitten in die landschaftlich großartigen North York Moors, dort wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, einen Gasthof hingebaut? The Lion Inn in einer Region, die sich Blakey Ridge nennt, hat seine Ursprünge im 16. Jahrhundert, seine Blütezeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als hier oben Eisenerz abgebaut wurde, und die Bergleute natürlich in der Abgeschiedenheit einen Pub brauchten. Heutzutage kann es im Sommer bei schönem Wetter im Lion Inn ganz schön voll werden, wenn durstige Wanderer, Radfahrer und Autofahrer über den Gasthof hereinfallen. The Lion Inn steht in den Charts der höchst gelegenen Pubs Englands mit über 400 Metern an vierter Stelle (die Nummer 1 ist der Tan Hill Inn, ebenfalls in North Yorkshire).

Weil in den Kaminen des Hauses ganzjährig Feuer brennen, ist The Lion schon einmal zum Real Fire Pub of the Year gewählt worden, und so richtig gemütlich wird es hier, wenn draußen ein Sturm ums Haus tobt, und man gemütlich am Kamin sitzt und ein Pint Old Peculier oder Theakston’s Best schlürft. Sollte die Wettervorhersage aber Schnee ankündigen, so ist es angebracht, Blakey Ridge schnell zu verlassen, es sei denn, man legt es darauf an, eingeschneit zu werden, denn das kann hier oben durchaus passieren. 40 Tage ist der bisherige Rekord, das muss man nun wirklich nicht haben.
Am Abend des 26. Novembers 2010 suchte ein Blizzard Blakey Ridge heim, der so viel Schnee mit sich brachte, dass The Lion von der Außenwelt abgeschnitten war, und das für neun Tage. Außer dem Personal waren nur zwei Gäste anwesend, die es sich aber alle gut gehen ließen, denn es war genügend zu essen da und Getränke sowieso. „We ate and drank like kings, feasting on all the finest food from the specials menu – steaks, pies, roasts – washed down with an ale or five„, erzählte eine der Angestellten des Pubs dem Guardian.

Es gibt 13 Gästezimmer im Haus (ein Zimmer mit der Nummer 13 gibt es nicht, auf Zimmer 12 folgt Zimmer 14), deren Übernachtungspreise zwischen £55 und £110 liegen.

Dieser Film zeigt einen Drohnenflug über den Pub.

The Lion Inn
Blakey Ridge
Kirkbymoorside
North Yorkshire YO62 7LQ

Cozy?
Photo © Colin Grice (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. Januar 2021 at 02:00  Comments (3)  
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Von der Schwierigkeit, manche englische Ortsnamen richtig auszusprechen (unter besonderer Berücksichtigung der Londoner U-Bahnstationen)

Die Besucher Englands werden hin und wieder mit Orts- und Personennamen konfrontiert, die anders ausgesprochen werden als man meint bzw. die unaussprechbar zu sein scheinen. In die letzte Kategorie gehört beispielsweise der Adelstitel Duke of Buccleuch (richtige Aussprache [bəˈkluː]. Einige Beispiele für komplizierte Ortsnamen:

Woolfardisworthy in Devon – korrekt: [wʊlzəri]

Godmanchester in Cambridgeshire – korrekt/traditionell: [ɡʌmstər]

Bicester in Oxfordshire – korrekt: [bɪstər]

Worcester in Worcestershire – korrekt: [wʊstər]

In der Londoner U-Bahn gibt es auch einige Stationsnamen, die von vielen (auch Engländern selbst) falsch ausgesprochen werden. Eine hilfreiche Anweisung über die richtige Aussprache fand ich in diesem Video:

Published in: on 9. Januar 2021 at 02:00  Comments (1)  
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Das Sir William Garrard Memorial in der Kirche St James the Less in Dorney (Berkshire)

Es ist schon einige Jahre her, als ich das Glück hatte, das wunderschöne Tudorhaus Dorney Court in Berkshire besuchen zu können, das nur wenige Tage im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich ist (siehe dazu meinen Blogeintrag). Direkt neben Dorney Court steht eine Kirche mit dem etwas ungewöhnlichen Namen St James the Less, die ich ebenfalls besichtigte. St James (Jakobus) „ist der an zweiter Stelle genannte der beiden Apostel mit dem Namen Jakobus, so genannt zur Unterscheidung von Jakobus dem Älteren“, so klärt die Wikipedia auf.

Seit dem 12. Jahrhundert schon ist sie die Gemeindekirche des Dorfes Dorney. Ein Grabmal fiel mir in dieser Kirche besonders auf (ich finde diese Memorials in englischen Kirchen immer wieder faszinierend), das Sir William Garrard und seiner Frau Lady Elizabeth Garrard gewidmet ist. Sir William war der Lord of the Manor von Dorney; er starb im Jahr 1607. Wie es für diese Zeit damals typisch war, zeigt das Grabmal die beiden in Nischen, kniend und sich gegenseitig ansehend. Lady Elizabeth muss einen großen Teil ihres Lebens schwanger verbracht haben, denn sie gebar 15 Kinder, die alle auf dem Grabmal unterhalb ihrer Eltern verewigt worden sind: Acht Mädchen und sieben Jungen. Fünf der Kinder starben sehr früh, das sind die, die auf dem Memorial einen Totenschädel in der Hand tragen. Die Figurengruppe ist in betender Haltung zu sehen, sie ist bemalt und vergoldet. 1978 bekamen die Figuren eine neue Bemalung und Vergoldung.

Thomas Garrard, der älteste Sohn, verkaufte 1628 Dorney Court an Sir Roger Palmer, der das Haus wiederum an seinen jüngeren Bruder James vermietete, der mit der Garrard-Tochter Martha verheiratet war. Von dieser Linie stammen die jetzigen Besitzer von Dorney Court ab. James Palmer und seine Frau Anna leben heute in diesem faszinierenden Haus.

In und an der Kirche sind mehrere Filme gedreht wurden wie „Tess of the d’Urbervilles“ im Jahr 1998 (Tess und Angel heiraten in St James the Less), „The Lady and the Highwayman“ (1989) und „Desparate Romantics“ (2009), in dem Dante Gabriel Rosetti in der Kirche ein Wandgemälde anfertigt.

St James the Less.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Cornish Pasties Teil 2: The World Pasty Championships

Pasties stehen zur Beurteilung bereit.
Author: gingerbeardman
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Am 3. März 2012 fanden erstmals die World Pasty Championships  statt, gesponsert von der Cornish Pasty Association, die ich gestern in meinem Blog vorstellte. Bei diesen Weltmeisterschaften geht es nicht darum, wer diese kornische Spezialität am weitesten werfen oder innerhalb eines bestimmten Zeitraums am meisten davon essen kann, sondern es geht um die Qualität der Pastyherstellung.

Schauplatz des Wettbewerbs ist das Eden Project bei St Austell in Cornwall, einer der touristischen Anziehungspunkte im Südwesten Englands, ein riesiger botanischer Garten mit Pflanzen aus aller Welt,  dominiert von geodätischen Kuppeln. Die Teilnehmer an den Weltmeisterschaften kommen in diesem Fall wirklich aus aller Welt (es gibt auch andere Weltmeisterschaften in England, bei denen die Teilnehmer meist nur aus der näheren Umgebung des Austragungsortes kommen). Bevor die Coronaepidemie so gut wie alles platt machte, konnten die diesjährigen Meisterschaften gerade noch am 29. Februar ausgetragen werden.

In acht Kategorien werden Preise vergeben: Viermal im Bereich „Cornish Pasty“ und viermal im Bereich „Open Savoury„. Bei letzterer kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen und alles mögliche in die Pasty packen. In den acht Kategorien gibt weitere Unterkategorien: Professionelle, Amateure, Junioren und Firmen.

Weltmeister bei den Firmen sind in diesem Jahr The Phat Company aus Milton Keynes in Buckinghamshire („Cornish Pasty“) und Rowe’s Cornish Bakers („Open Savoury“)aus Falmouth in Cornwall.

Bei den professionellen Cornish Pasty „Köchen“ kommen beide aus Cornwall (so wie es sich auch eigentlich gehört!): David Timmins aus dem Dorf St Columb Road („Cornish Pasty“) und Nick Brown aus Liskeard („Open Savoury“), der in seine Pasty Schweinshaxe, Cheddarkäse und Apfelchutney gepackt hatte.

Die Weltmeister bei den Amateuren kommen nicht aus dem Heimatland der Pastete. Es sind Vanessa Farr aus Bristol („Cornish Pasty“) und Jan Micallef aus Sheffield („Open Savoury), dessen Pasty Ziegenkäse, Birnen, Schalotten und Walnüsse enthielt.

Die Junioren-Weltmeister 2020 sind in der Kategorie „Cornish Pasty“ die achtjährige Daisy Lovejoy aus Plymouth (also fast aus Cornwall) und in der Kategorie „Open Savoury“ die 14jährige Jodie Heath aus Bodmin (ja, aus Cornwall), deren mit süßsaurem Hühnerfleisch gefüllte Pasty die Juroren am meisten überzeugte.

Dieser Film zeigt Bilder von den ersten World Pasty Championships im Jahr 2012.

Die Jury bei der Arbeit.
Author: andrewp303
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Published in: on 7. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Cornish Pasties Teil 1: Die Cornish Pasty Association

Wer schon einmal die Grafschaft Cornwall im Südwesten Englands besucht hat, der hat vielleicht die „Nationalspeise“ dort probiert, die Cornish Pasty. Ich zitiere hier die Wikipedia:
Es handelt sich dabei um eine gefüllte Teigware, deren Füllung typischerweise aus Rindfleisch, Kartoffeln, Steckrüben, Zwiebeln, Salz und Pfeffer besteht. Die Teigtasche ist geformt wie ein „D“, wobei die Kruste, an welcher die Tasche nach dem Befüllen geschlossen wird, an der runden Außenseite verläuft„.

120 Millionen Cornish Pasties werden jedes Jahr hergestellt, die für die Wirtschaft Cornwalls circa £300 Millionen generieren. Etwa 2000 Menschen arbeiten in der Pasty-Produktion, und es gibt wohl keine Bäckerei in der Grafschaft, die diese Teigtaschen nicht verkauft. Diese Angaben stammen von der Cornish Pasty Association (CPA), die gegründet wurde, um die Interessen der Produzenten wahrzunehmen. Teigwaren mit dem Namen Cornish Pasty wurden im ganzen Land hergestellt, hatten aber oft mit „the real thing“ nicht allzuviel zu tun. 2011 erhielt das Produkt den PGI-Status (protected geographical indication) von der Europäischen Union, der Herkunftsbezeichnungen schützt. Die CPA hatte sich dafür stark gemacht.

Es gibt übrigens zwei verschiedene Formen der Pastete, die „cock pasty“ und die „hen pasty„. Der Unterschied? Die „cock pasty“ wurde von einem Linkshänder gekräuselt, die „hen pasty“ von einem Rechtshänder, alles zu erfahren auf den Webseiten der Cornish Pasty Association.

Dieser Film zeigt die Herstellung einer Cornish Pasty.

Ein Postamt , in dem man auch Cornish Pasties bekommt: In Boscastle (Cornwall).
Photo © Humphrey Bolton (cc-by-sa/2.0)

Wie traurig: Alles ausverkauft. In St Ives (Cornwall)…
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

…hier gibt es noch welche: Allerdings in Tempe in Arizona.
Author: lynn.gardner
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Published in: on 6. Januar 2021 at 02:00  Comments (1)  
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Notre Dame de France – Ein Treffpunkt der französischen Katholikengemeinde in London

In meinem Blogeintrag vom 18. August dieses Jahres über die Hugenottenkapelle in der Kathedrale von Canterbury erwähnte ich die French Protestant Church of London am Soho Square, die Heimat der französischen Protestanten in der Hauptstadt. Auch die Katholikengemeinde hat eine eigene Kirche, in der sie ihrer Religion nachgehen kann: Notre Dame de France am Leicester Place Nummer 5, in unmittelbarer Nähe des trubeligen Leicester Squares.

1865 übernahmen die Maristen, eine Ordensgemeinschaft mit Wurzeln in Frankreich, ein ehemaliges Panorama, eine Vorgängerform des Kinos, um den hier in London ansässigen Franzosen einen religiösen Mittelpunkt zu verschaffen. Sie ließen das Gebäude entsprechend umbauen und beauftragten den Architekten Louis-Auguste Boileau damit. 1868 wurde Notre Dame de France eingeweiht, die erste aus Gusseisen gebaute Kirche der Stadt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche im Bombenhagel der deutschen Luftwaffe stark in Mitleidenschaft gezogen und musste nach Kriegsende langsam wieder aufgebaut werden, mit Unterstützung der in London lebenden französischen Diplomaten. Der Pariser Bildhauer Georges Saupique gestaltete über der Eingangstür ein Flachrelief der Mutter Gottes der Barmherzigkeit und 1960 steuerte der berühmte Schriftsteller, Regisseur und Maler Jean Cocteau eigene Wandgemälde in der Kirche bei, die im Jahr 2012 noch einmal restauriert wurden.

Es kann leicht passieren, dass man an Notre Dame de France vorbeigeht, ohne sie zu bemerken, weil die benachbarten Kinos die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich ziehen. Sie steht nicht separat wie man es von Kirchen im allgemeinen kennt, sondern ist in eine Häuserzeile integriert.

Dieser Film zeigt das Innere der Kirche.

Die Arbeiten des Jean Cocteau.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp: Strumpshaw, Tincleton & Giggleswick’s Marvellous Maps

Foto meiner Map.

Eigentlich ist mein heutiger Buchtipp ein „Kartentipp“. „Marvellous Maps“ heißen sie, die großartigen Karten von Strumpshaw, Tincleton & Giggleswick. Was für merkwürdige Namen! Es handelt sich hierbei nicht um Personen (was in England durchaus möglich wäre), sondern um Ortsnamen, die die Herausgeber der Karten gewählt haben (warum auch immer). Strumpshaw ist ein Dorf in der Nähe  von Norwich in Norfolk, Tincleton liegt in Dorset und Giggleswick bei Settle in North Yorkshire.

Die Kartenserie im Format 100cm x 89 cm beschäftigt sich jeweils mit einem Thema. Nehmen wir als Beispiel die „Great British Film & TV Map„, „a location scout’s dream“ wie es heißt. Darauf sind rund 2000 Schauplätze und Drehorte eingezeichnet, die in irgendeiner Weise mit Spielfilmen und TV-Serien zusammenhängen. Aber nicht nur das, auch besondere Kinos, Filmfestivals und „shrines to dear departed stars“ finden wir darauf.
Beispiel: Portland Bill an der Südspitze von Dorset, Drehort des Films „£1000 Reward“ aus dem Jahr 1973, in dem es um ausgebrochene Häftlinge geht. Dieser Film kam auf die schwarze Liste, weil er richtige Gefangene möglicherweise auf dumme Ideen bringen könnte.
Die Village Hall von Kettlewell in North Yorkshire: Hier wurde der Film „Calendar Girls“ gedreht. Winchester in Hampshire: Hier ist das Wessex Film and Sound Archive beheimatet und hier findet das Winchester Film Festival statt. Außerdem wird auf das Everyman Cinema in der Southgate Street hingewiesen.

Nehmen wir uns noch eine andere Karte vor, die „Fastidiously Orchestrated Great British Music Map„. Gleicher Aufbau wie die „Film & TV Map“. Rund 2000 Orte in Großbritannien, die in irgendeiner Form mit Musik zu tun haben: Drehorte von Musikvideos, Musikfestivals, Orte, die in Songtexten erwähnt werden usw. usw.

Auch hier Beispiele: Northampton in Northamptonshire, Schauplatz des „Singing Sticks Didgeridoo and World Music Weekends„. Chippenham in Wiltshire: Hier erinnert das Eddie Cochran Memorial an den Unfalltod des amerikanischen Sängers am 16. April 1960 (ich berichtete darüber in meinem Blog). Framlingham in Suffolk: Geburtsort von Ed Sheeran und Drehort (unter mehreren anderen in Suffolk) für sein Musikvideo „Castle on the Hill„).

Die Marvellous Maps sind Fundgruben, in denen man sich für lange Zeit verlieren kann. Weitere Karen behandeln unter anderem die Themen „Literary Locations“, „Food and Drink Hotspots“ und „Funny Place Names“.

SEHR EMPEHLENSWERT!!

Foto meiner Map.

Published in: on 4. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Alice’s Shop in Oxford – Hier kaufte schon Alice Liddell Süßigkeiten ein

83 St Aldates in Oxford, direkt gegenüber von den Christ Church Memorial Gardens, so  lautet die Adresse eines kleinen historischen Hauses, in dem Alice’s Shop untergebracht ist und bei Alice handelt es sich wirklich um die junge Dame aus dem Wunderland. Die „richtige“ Alice trug den Nachnamen Liddell und war die Tochter des Dekans des Christ Church College Henry George Liddell und der war wiederum mit einem gewissen Charles Lutwidge Dodgson befreundet, der Tutor für Mathematik am gleichen College tätig war. Dodgson unternahm gern Bootsausflüge mit den Dekanstöchtern Lorina Charlotte, Alice und Edith Liddell. Auf einer dieser Flussfahrten erzählte Dodgson den dreien eine Geschichte von einem Mädchen namens Alice, das durch ein Kaninchenloch fällt und in eine unterirdische Fantasiewelt gerät. Die Mädchen waren begeistert und Dodgson machte sich daran, die Geschichte aufzuschreiben und zu veröffentlichen, allerdings nicht unter seinem Namen, sondern unter dem Pseudonym Lewis Carroll. „Alice im Wunderland“ ist bis heute eines der berühmtesten Kinderbücher weltweit und wurde mehrfach verfilmt.

Alice Liddell (1852-1934) hatte damals einen Lieblingsladen, in dem sie gern Süßigkeiten einkaufte, gegenüber von dem College gelegen, in dem ihr Vater arbeitete. Und diesen Laden gibt es tatsächlich heute noch. Er nennt sich passenderweise Alice’s Shop und steht ganz im Zeichen der Fantasiefigur und ihrer Freunde. Hier gibt es alles zu kaufen, was in irgendeiner Form mit den Fantasiefiguren zu tun hat, als da unter anderem wären:

Eine White Rabbit und Mad Hatter Uhr, Teekannen-Untersetzer mit Motiven der Mad Tea Party, eine Alice’s Shop-Coronaschutzmaske, eine Cheshire Cat-Halskette, Stoffservietten auf denen alle Romanfiguren zu sehen sind, ein 1000-Teile-Puzzle von der Mad Tea Party und jede Menge Alice-Figurinen. In diesem Film kann man sich das genauer ansehen.

Alice Liddell starb am 16. November 1934 in Westerham (Kent) und wurde auf dem Friedhof von St Michael and All Angels in Lyndhurst in Hampshire beigesetzt.

Zu Lewis Carroll siehe meine Blogeinträge über seinen Geburtsort und seinen Sterbeort.

Alices Grab in Lyndhurst (Hampshire)
Author: Niek Willems.
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Lyme Regis in Dorset Teil 2: The Pilot Boat und ein Hund, dessen Name einmal weltberühmt werden sollte

In der Bridge Street von Lyme Regis findet man einen Pub, der über die Grenzen der Stadt hinaus kaum bekannt sein dürfte, der vor fast hundert Jahren aber einen vierbeinigen Bewohner hatte, dessen Namen heute so gut wie jedes Kind auf der Welt kennt. Der Name des Pubs: The Pilot Boat, der Name des Hundes: Lassie. Hier ist die Geschichte dazu:

Am 1. Januar des Jahres 1915 wurde das britische Kriegsschiff HMS Formidable vor der Küste Südenglands von einem deutschen U-Boot torpediert und sank in den ersten Stunden des neuen Jahres. Viele der über 700 Seeleute an Bord kamen ums Leben, einige wurden von Begleitschiffen gerettet und einige retteten sich auf Beiboote, die es in der rauen See schwer hatten, nicht zu kentern. Eines dieser Boote schaffte es bis zur Küste von Lyme Regis, und 48 Männer atmeten erleichtert auf, als sie total erschöpft in der Hafenstadt ankamen, neun ihrer Kameraden hatten es nicht geschafft. Die Toten wurden an Land gebracht und erst einmal im Keller des Pilot Boat Pubs gelagert. Im Pub gab es einen Hund, einen Collie namens Lassie, der sich durch seine Intelligenz schon mehrfach ausgezeichnet hatte. Lassie begab sich in den Keller und steuerte auf einen der für tot gehaltenen Männer zu, es war der Vollmatrose John Cowan. Lassie begann, ihm das Gesicht abzulecken, wieder und immer wieder, bis der Mann plötzlich ein Lebenszeichen von sich gab. Lassie rief durch ihr Bellen mehrere Männer in den Keller, die bemerkten, dass John Cowan atmete. Schnell holten sie medizinische Hilfe herbei, die ihn ins nächst gelegene Krankenhaus brachte. Der Seemann war gerettet und während seiner Genesungsphase wich ihm Lassie nicht von der Seite. Dass sich zwischen den beiden eine ganz besondere Freundschaft entwickelte, liegt auf der Hand. Lassie bekam von der Stadt Lyme Regis eine Medaille verliehen, und der Name des Hundes wurde durch Pressemeldungen weltweit bekannt.

Der 1897 in Yorkshire geborene und in den USA lebende Eric Knight veröffentlichte am 17. Dezember 1938 in der Saturday Evening Post eine Kurzgeschichte mit dem Titel „Lassie Come Home„, die er zwei Jahre später zu einem Roman erweiterte. Man ist sich ziemlich sicher, dass Knight von der heroischen Tat des Hundes in Lyme Regis gehört hatte und sich dadurch inspirieren ließ. Kurzgeschichte und Roman fanden nicht nur bei der amerikanischen Leserschaft Anklang, der Roman wurde in viele Sprachen übersetzt und ein internationaler Bestseller. 1943 drehte Hollywood einen Film, der ebenfalls „Lassie Come Home“ („dt. „Heimweh“) hieß und Vorreiter für zahllose Fernsehserien und weitere Spielfilme war. Lassies Rolle übernahm ein Langhaarcollie namens Pal, ein waschechter Hollywood-Hund, der in der Filmstadt geboren worden war und dort auch im Alter von 18 Jahren starb. Hier ist der Trailer zum Originalfilm, hier ein Ausschnitt aus der TV-Serie und hier der Trailer des aktuellen deutschen Films „Lassie – Eine abenteuerliche Reise“ aus dem Jahr 2020.

Die HMS Formidable.
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