Der Londoner Westway – Ein früher sehr umstrittenes Teilstück der A40

Die Autofahrer hat es damals gefreut, als am 28. Juli 1970 in Anwesenheit des Verkehrsministers John Peyton und des parlamentarischen Staatsekretärs Michael Heseltine der vier Kilometer lange  Londoner Westway eröffnet wurde, ermöglichte er es ihnen doch, schneller in die Innenstadt zu kommen beziehungsweise die Stadt schneller in Richtung Westen zu verlassen. Der Westway ist ein Teilstück der A40, die zur Autobahn M40 führt.

Was des Autofahrers Freud war des Anwohners Leid, denn zuerst einmal musste eine gewaltige Schneise in den westlichen Teil Londons geschlagen werden, Häuser wurden in großem Stil abgerissen, damit der auf Stelzen gebaute Westway entstehen konnte. Unterhalb der Hochstraße entstand eine Ödnis, die Betonpfeiler wurden mit Graffiti besprüht, niemand mochte sich dort aufhalten. Bei der Eröffnung der Straße kam es zu Protesten der Anlieger, deren Wohnungen in den oberen Stockwerken der Häuser plötzlich auf der gleichen Höhe wie die Fahrbahn lagen. Sie mussten den Lärm und die Abgase ertragen, eine Entschädigung erhielten sie nicht; ihre Lebensqualität hatte sich drastisch verschlechtert. Aber es ging in den nächsten Jahren noch weiter, als in der näheren Umgebung weitere Häuserzeilen abgerissen wurden und Zwangsenteignungen stattfanden. Dieser sehr interessante Film zeigt noch einmal die Problematik des Westways auf.

In dem 1974 erschienenen Roman „Concrete Island“ (dt. „Die Betoninsel“) des großartigen Schriftstellers James Graham Ballard (1930-2009) spielt der Westway eine Rolle, als ein Autofahrer dort einen Unfall erleidet, und er im Niemandsland der Hochstraßen landet, wo ihn niemand sehen und ihm helfen kann.

In dem Film „Radio On“ (dt. „Radio On“) aus dem Jahr 1979 zeigt Regisseur Christopher Petit einige Sequenzen von der Hochstraße. Britische Rockgruppen erwähnten die Straße in einigen ihrer Songs wie „Under the Westway“ von Blur und „London’s Burning“ von The Clash.

£30 Millionen kostete damals der Bau der Straße, was heute etwa einer halben Milliarde Pfund entspricht. Ob wohl heute, 50 Jahre nach der Eröffnung, ein Brachialakt wie damals noch einmal möglich wäre?

 

Published in: on 20. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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