Der Solent Flyer und der Island Flyer – Die Letzten ihrer Art

Christopher Cockerell (1910-1999) war ein Ingenieur, dessen bekannteste Erfindung das Hovercraft war, ein Vehikel, das sich sowohl über Land als auch über Wasser fortbewegen konnte, und das auf einem Luftkissen. Eigentlich eine geniale Erfindung, heute trifft man diese Luftkissenfahrzeuge nur noch selten an. Eine Zeit lang bedienten große Exemplare dieser Fahrzeuge die Strecke über den Ärmelkanal  von Dover nach Calais. Ich bin einmal damit die umgekehrte Strecke gefahren; ein ungewöhnliches Erlebnis.

In ganz Großbritannien gibt es heute nur noch eine Mini-Strecke, die von zwei Hovercrafts befahren wird: Von Southsea an der Küste von Hampshire nach Ryde auf der Isle of Wight. Gerade einmal zehn Minuten brauchen die beiden Luftkissenfahrzeuge Solent Flyer und Island Flyer dafür, die tagaus, tagein hin und her pendeln. Im Jahr 2016 wurden beide in Dienst gestellt, sie tragen die Typenbezeichnung Griffin 12 000TD, gebaut von der Firma Griffon Hoverwork, die die Fabrikation der Fahrzeuge im benachbarten Southampton tätigt. In Lee-on-the-Solent befindet sich auch das einzige Hovercraft Museum der Welt (siehe dazu meinen Blogeintrag).

Die Fährverbindung Southsea – Ryde, von der Firma Hovertravel betrieben, dient nur zur Personenbeförderung, im Gegensatz zur damaligen Ärmelkanalfähre, die auch Fahrzeuge mitnehmen konnte. Die Hin- und Rückfahrt kostet £24.60.

Die Luftkissenfahrzeuge gelten als sehr sicher; nur einmal gab es auf der Strecke Southsea-Ryde ein Unglück, am 4. März 1972, als nur wenige hundert Meter von der Landestelle in Southsea entfernt, die Fähre von einer ungewöhnlich großen Welle erfasst wurde und kenterte. Fünf Menschen kamen bei dem Unfall ums Leben.

Dieser Film zeigt den Solenty Flyer bei der Anlandung und bei der Abfahrt.

Published in: on 7. Februar 2021 at 02:00  Comments (6)  
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6 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Bei dem Wort Hovercraft sagt mein Kopf immer automatisch „My Hovercraft is full of eels“ (Monty Python). Sorry 😉

    • Den Sketch kannte ich noch nicht. Herrlich! Vielen Dank für den Hinweis und viele Grüße!
      Ingo

      • Gerne 🙂 Mir fallen oft zu irgendwelchen Dingen oder Situationen Monty Python-Sketche ein, hab den Flying Circus komplett auf DVD 🙂
        Viele Grüße zurück!

  2. Lieber Ingo,
    ich wusste gar nicht, dass es immer noch Hovercrafts in Betrieb gibt. Bei mir kommen da Erinnerungen auf, dass ich einmal [1972] mit der Hovercraft [Boulogne – Dover] hin und zurueck gefahren bin. Hin war es, bei ruhiger See, ganz problemlos – bis darauf, dass es sich selbst dann anfuehlte wie mit einem Jeep eine Schlaglochpiste zu fahren, und der Tatsache, dass man der Gischt wegen so gut wie nichts sehen konnte.
    Zurueck war es dann weniger schoen: zuerst musste das Fahrzeug, waehrend wir schon drin sassen, mehr als eine halbe Stunde repariert werden. War nicht unbedingt vertrauenerweckend. 😉 Und dnn kam die Durchsage, dass man wegen der stuermischen See nicht nach Boulogne sondern nach Calais fahren wuerde. Die Ueberfahrt werde ich nicht vergessen. Das fuehlte sich an wie in einem wildgewordenen Express-Fahrstuhl, der zwischen zwei Stockwerken auf und ab fuhr. Eine Achterbahn ist nichts dagegen. Ich ertappte mich immer wieder dabei, dass ich mich an den Sitzlehnen gestgeklammert habe. Wenn mir das bewusst wurde, habe ich zwar losgelassen, aber ein paar Minuten spaeter merkte ich dann wieder, dass ich mich festklammerte. Mir ist zwar nicht schlecht geworden, aber sogar einige de Besatzung waren seekrank. Nur noch eine Dame des Kabinenpersonals war dienstfaehig. Was wir doch froh waren, als wir in Calais ankamen!!!
    Liebe Gruesse,
    Pit

    • Hallo Pit,
      das ist ja eine haarsträubende Geschichte! Da ist man doch froh, dass diese Vehikel nicht mehr über den Ärmelkanal fahren, und dass man stattdessen in aller Ruhe durch den Tunnel fahren kann, möge es oben stürmen so viel es will.
      Viele Grüße
      Ingo

      • Lieber Ingo,
        eigentlich habe ich ja immer die Faehren bevorzugt, und tue das auch heute noch, u.A. weil man da mehr sehen kann. Und natuerlich auch das Gefuehl des Beengtseins unter dem Wasser. Damals habe ich die Hovercraft genommen, weil meine (damalige) Frau dabei war und ich ihr die Seekrankheit [selbst bei ruhigem Wetter] auf der Faehre ersparen wollte. War natuerlich nicht gerade die beste Idee fuer DIESE Rueckfahrt. Aber immerhin waren es da nur 45 Minuten.
        Liebe Gruesse,
        Pit


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