Englische Exzentriker – Sebastian Horsley (1962-2010), der Mann der sich kreuzigen ließ

When mother found out she was pregnant with me, she took an overdose…The overdose didn’t work. Had she known I would turn out like this she would have taken cyanide„, so beginnt die Autobiografie von Sebastian Horsley (1962-2010) „Dandy in the Underworld“ (dt. „Dandy in der Unterwelt“). Der Start ins Leben begann für den kleinen Sebastian als unerwünschtes Kind alles andere als gut. Er bezeichnete sich selbst als Dandy, arbeitete als Performancekünstler und Journalist für mehrere namhafte Tageszeitungen für die er regelmäßig Kolumnen schrieb.

Sebastian Horsley führte ein unstetes Leben; für Aufmerksamkeit sorgte sein Selbstversuch, sich wie Jesus kreuzigen zu lassen. Da so eine  Aktion in Großbritannien nicht möglich war, flog er auf die Philippinen, wo er Menschen fand, die ihn tatsächlich an ein Kreuz nagelten. Wer sich das ansehen möchte, es gibt einen Film davon, der nichts für schwache Nerven und hier zu sehen ist.

Horsley lebte überwiegend in London und hielt sich gern in Soho auf, wo er Prostituierte besuchte und auch selbst in dieser Branche arbeitete. Er äußerte sich einmal, das man Prostitution nicht legalisieren solle, weil dann der ganze Thrill  verloren gehen würde. In diesem Film spricht er über seine Einstellung zum Sex.
Drogen gehörten zu Sebastian Horsleys Leben und führten zu seinem Tod.  Er starb am 1. Juli 2010 in seiner Wohnung in der Londoner Meard Street Nummer 7 in Soho an einer Überdosis von Heroin und Kokain. Noch Jahre nach seinem Tod war ein Schild an der Eingangstür angebracht mit dem Text „This is not a brothel. There are no prostitutes at this address„, irgendwann ist das Schild abhanden gekommen.

Trotz seines ungewöhnlichen Lebenswandels hatte der oft in auffälliger Kleidung durch London spazierende Dandy viele Freunde, auch in Prominentenkreisen. Bei seiner Trauerfeier folgten Hunderte von Menschen dem Leichenwagen, der von schwarzen Pferden gezogen wurde. Der Trauerzug begann in der Meard Street und führte in die Kirche St James in Piccadilly. Stephen Fry hielt eine Rede auf seinen Freund, anwesend waren auch der Sänger Marc Almond und der Schriftsteller Will Self. Als der Sarg aus der Kirche getragen wurde, erklang der Song „20th Century Boy“ von Marc Bolan, dessen Musik Sebastian Horsley besonders mochte. Hier sind Bilder vom Trauerzug.

Die Meard Street im Londoner Stadtteil Soho.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Das Schild an der Meard Street Nummer 7 in Soho.
Author: Tom Coates from London
Creative Commons 2.0

St James in Piccadilly.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 22. Februar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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