Die Stan Laurel-Statue in North Shields (Tyne and Wear)

Author: sgwarnok2010
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Es sind rund 200 Kilometer, die die Städte Ulverston in Cumbria und North Shields in Tyne and Wear voneinander trennen und es gibt ein Bindeglied zwischen den beiden Orten:  Arthur Stanley Jefferson. Arthur wer? mögen sich da manche fragen. Der Mann ist sehr viel besser bekannt unter seinem Künstlernamen Stan Laurel; in Deutschland, die dumme Hälfte von Dick und Doof.

Stan Laurel wurde am 16. Juni 1890 in Ulverston geboren, wo man ihm zu Ehren, gemeinsam mit Oliver „Dick“ Hardy, im Jahr 2009 eine Statue aufgestellt hat (siehe dazu meinen Blogeintrag).
Seine Eltern waren beide im Theatergeschäft tätig und zogen häufig um, unter anderem nach North Shields an der englischen Nordostküste. Dort verbrachte Arthur Stanley Jefferson einen Teil seiner Kindheit von 1895-1902  am Dockwray Square in der Hausnummer 8. Das Haus existiert heute nicht mehr, aber am jetzt hier stehenden Doppelhaus mit der Nummer 6/7 ist vom North Tyneside Council eine Plakette mit seinen Lebensdaten angebracht worden. Doch hat man es nicht mit dieser blauen Plakette belassen, sondern dem berühmten Schauspieler noch zusätzlich eine Statue, gegenüber von seinem Wohnhaus, in dem nach ihm benannten Laurel Park, errichtet. Von dort blickt er auf die Mündung des Tyne Rivers, der hier ins Meer fließt. Auf dem Sockel der Statue ist Stan noch einmal gemeinsam mit seinem Partner Ollie zu sehen.

Geschaffen hat die Bronze der Bildhauer Robert Olley, eingeweiht wurde sie am 29. März 1992. Es war ein Geschenk der Firma Persimmon Homes, die den Dockwray Square damals neu gestaltete.

Wer sich für Stan Laurels Kindheit interessiert, dem sei das Buch „The Making of Stan Laurel: Echoes of a British Boyhood“ (McFarland 2011) von Danny Lawrence empfohlen, in dem auch viel von North Shields die Rede ist.

Hier ist ein Film über den Laurel Park und die Statue.

Dockwray Square 6/7 in North Shields mit der blauen Plakette.
Author: newcastleplaques
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Die Oxford Union Library und die Wandgemälde der Präraffaeliten

Die Bibliothek mit den darüber liegenden Wandmalereien.
Author: Peg Syverson
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An der Cornmarket Street in Oxford befindet sich einer der ältesten und renommiertesten Debattierclubs Englands, die Oxford Union Society, in der sich Studenten der Colleges der Stadt zusammengeschlossen haben. Schon seit 1823 gibt es diese Studentenvereinigung. In dem Gebäude findet sich auch eine der schönsten Bibliotheken Englands, wunderschön mit Wandgemälden verziert, die in den Jahren 1857 bis 1859 entstanden sind, geschaffen von der Künstlergruppe der Präraffaeliten, über deren Vertreter ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben habe.

An die Arbeit in den Räumen der Bibliothek machten sich Dante Gabriel Rossetti, William Morris und Edward Burne-Jones, aber auch weitere, nicht ganz so bekannte Präraffaeliten wie Val Prinsep, John Roddam Spencer Stanhope und Arthur Hughes. Das vorgegebene Thema war die Arthuslegende. So finden wir an den Bibliothekswänden so wunderschöne Bilder wie „Merlin and Nimue“ von Edward Burne-Jones, „The Failure of Sir Launcelot to Achieve the Holy Grail“ von Dante Gabriel Rossetti oder „Sir Palomydes’ Jealousy of Sir Tristam“ von William Morris.

Da die Künstler ans Werk gingen, ohne die Wände entsprechend vorbereitet zu haben, hatte das zur Folge, dass die Farbe schon bald abblätterte. Man überlegte sich tatsächlich schon nach wenigen Jahren, die Wandbilder zu übermalen, besann sich dann aber eines Besseren und holte die Künstler noch einmal für Ausbesserungsarbeiten zurück. In den 1980er Jahren war der Zustand der Oxford Union Murals sehr schlecht, und erst in den 1990er Jahren floss Geld, damit die Wandgemälde von Profis wieder richtig restauriert werden konnten.

Hier ist ein Film über die Murals.

Oxford Union Library
Frewin Court
Oxford
OX1 3JB

Author: Topper the Wombat
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Published in: on 30. Mai 2021 at 02:01  Kommentar verfassen  

Giffords Circus – Ein traditioneller Zirkus aus den Cotswolds

Author: allispossible.co.uk
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Betritt man das Zelt des Giffords Circus, so sollte man keine durch brennende Reifen springende Tiger oder Männchen machende Elefanten erwarten. Das Wildeste, das hier zu sehen ist, sind Pferde und Hunde. Giffords Circus gastiert gern auf Village Greens, in Kleinstädten und Dörfern, aber auch Abstecher nach London kommen hin und wieder vor. Am häufigsten sind die Shows im Großraum der Cotswolds zu bewundern.

Benannt wurde der Zirkus nach seiner Gründerin Nell Gifford (1973-2019), die ihn im Jahr 2000 aus der Taufe hob. Bis zu ihrem frühen Tod vor zwei Jahren (sie starb an Brustkrebs) hatte sie ihr ganzes Leben dem Zirkus gewidmet. Sie arbeitete unter anderem beim Chinesischen Staatszirkus und dem Circus Roncalli in Deutschland, aber ihr Ziel war es immer gewesen, selbst einen Zirkus zu leiten.

Was wird dem Besucher bei Giffords alles geboten? Da sorgen Tweedy the Clown und die Sängerin und Schauspielerin Nancy Trotter Landry für Lacher im Publikum, Rebecca Musselwhite zeigt Pferdekunststücke und das Duo Imagine begeistert mit seiner Artistik. Feen, Trolle, Zwerge und andere mystische Wesen treten auf und sorgen für eine magische Atmosphäre.

Eine Besonderheit bietet Giffords Circus: Wenn die Show beendet ist, öffnet das Circus Sauce Restaurant seine Pforten, indem ein dreigängiges Abendessen angeboten wird. Das Restaurant steht unter der Leitung von Ols Halas, der über seine Zeit bei Giffords ein Buch geschrieben hat „Giffords Circus Cookbook: Recipes and stories from a magical circus restaurant“ (Quadrille Publishing).

Nachdem in England der Lockdown gelockert worden ist, begibt sich der Zirkus erneut auf Wanderschaft. Die erste Station war über Pfingsten Stroud in Gloucestershire, es folgen das Sudeley Castle, der Blenheim Palace und viele weitere Standorte in den Cotswolds und darüber hinaus.

Hier sind einige Ausschnitte aus einer Show im Film zu sehen.

Author: Scott Billings
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Author: Keith Bloomfield
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Published in: on 29. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

„Oyez, oyez, oyez“ – Der Town Crier von Wimborne Minster (Dorset)

Author: Dorset Photographic
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Mit den laut gerufenen Worten „Oyez, oyez, oyez“ (Hört, hört, hört“) beginnen oft die „Town Crier„, die Stadtschreier, ihre Botschaften an das Volk. Früher hatten diese Herren weit mehr Rechte als ihre heutigen Nachfahren; sie fungierten als Aufsichtspersonen und nahmen manchmal sogar polizeiähnliche Aufgaben wahr. Die verbliebenen Stadtschreier heute haben nur noch eine rein zeremonielle Funktion.

Einer dieser Herren mit den durchdringenden Stimmen ist Chris Brown in Wimborne Minster in Dorset und das schon seit 33 Jahren. Er sieht auch so aus wie man sich einen typischen Town Crier vorstellt: Er trägt eine Uniform, einen entsprechenden Hut, ist Vollbartträger und hat bei der Ausübung seines Amtes eine Glocke in der Hand. Fünfmal war Chris Brown schon Dorset County Champion Crier und einmal The Ancient and Honourable Guild of Town Criers Champion. Er ist Mitglied in der Loyal Company of Town Criers, die alljährlich einen Wettkampf organisiert und den besten Ausrufer auszeichnet. Im vorigen Jahr fiel der Wettbewerb wegen Corona aus, in diesem Jahr wurde er virtuell und stumm ausgetragen, das heißt, die Town Crier mussten den Inhalt ihrer Ausrufe einreichen, der dann beurteilt wurde; das Thema lautete „Natur und Umwelt“. Als Sieger ging Alistair Chisholm aus Dorchester hervor.

Doch zurück zu Chris Brown, der in Wimborne Minster und Umgebung auch noch als DJ Dapper Dan bekannt ist, der beim örtlichen Rundfunksender Radio Wimborne eine eigene wöchentliche Show hat mit dem Titel „Skanking Delights„, in der er Reggaemusik spielt (immer dienstags von 22 Uhr bis 24 Uhr). Und wie beginnen seine Sendungen immer? Mit „Oyez, oyez“ natürlich. Hier ist ein Beispiel. Und hier ist Chris Brown in voller Aktion als Town Crier zu sehen.

DJ Dapper Dan.
Author: western4uk
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Published in: on 28. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Bizarre Gesetze made in England

Gefährlich für Waliser: Der Cathedral Close in Hereford.
Photo © Jonathan Billinger (cc-by-sa/2.0)

Es gab und gibt merkwürdige Gesetze in England, die, vor längerer Zeit erlassen, manchmal noch immer gültig sind. Einige von ihnen habe ich in meinem heutigen Blogeintrag zusammengestellt.

Mein absoluter Favorit gleich am Anfang: In Liverpool ist es für Frauen verboten, sich „topless“ in der Öffentlichkeit zu zeigen…es sei denn, die Dame ist Angestellte in einem Geschäft, das tropische Fische verkauft. Schräger kann ein Gesetz wohl kaum sein, wenn es denn überhaupt stimmt. Ein konkreter Beweis für die Richtigkeit des Gesetzes ist, wie ich recherchiert habe, noch niemandem gelungen. Vielleicht sollte man bei seinem nächsten Besuch in der Stadt der Beatles einmal einen Blick in das Wavertree Nook Aquarium Centre in der Wavertree Nook Road 67 werfen, in der es eine große Auswahl tropischer Fische gibt.

Schwangere haben es gut in England, wenn sie unterwegs sind und sie ein menschliches Bedürfnis überkommt. Sie dürfen sich problemlos überall erleichtern, selbst, wenn sie nett darum bitten, in den Helm eines Polizeibeamten.

Waliser dagegen haben es nicht so gut, wenn sie die Städte Hereford oder Chester besuchen. Vor allem sonntags sollten sie in Hereford den Cathedral Close meiden, denn es ist legal, diese Besucher zu erschießen, allerdings nur mit Pfeil und Bogen. In Chester ist das auch möglich, aber lediglich innerhalb der Stadtmauern nach Mitternacht.

Auch Schotten müssen vorsichtig sein, wenn sie der Stadt York einen Besuch abstatten, denn sie können dort innerhalb der Stadtmauern ohne Weiteres ermordet werden, aber nur wenn sie mit Pfeil und Bogen bewaffnet sind. Also, liebe Leute aus Glasgow und Edinburgh, lasst Eure Waffen besser zuhause.

Wer unbedingt ein Brett durch die Straßen Londons tragen will, sollte sich das vorher gründlich überlegen, denn das ist verboten, was wiederum nicht für die City of London gilt, da kann man den ganzen Tag lang Bretter schleppen.

Dass man seine Kühe zwischen 10 Uhr und 19 Uhr nicht durch Londoner Straßen spazieren führen darf, versteht sich wohl von selbst; der Metropolitan Streets Act verbietet das ausdrücklich.

Sollte man beim Gassigehen mit seinem Hund der Queen begegnen, die ebenfalls ihre Corgis ausführt, bitte Vorsicht! Bürgerliche Hunde dürfen sich nämlich auf gar keinen Fall mit royalen Hunden paaren. Strengstens verboten.

Kommen wir noch einmal auf das Thema „Urinieren in der Öffentlichkeit“ zurück. Polizeihelme stehen Männern da leider nicht zur Verfügung, auch ist das eigentlich nicht gestattet, doch es gibt da einen Ausweg. Männer dürfen das tun, und zwar an den hinteren Rädern ihres Autos, wobei sie darauf achten müssen, dass bei dem Vorgang ihre rechte Hand auf dem Fahrzeug liegt.

Und zum Schluss noch eine Sache, bei der man sich strafbar macht: Wer im Zeitalter der E-Mail tatsächlich noch immer Briefe schreibt, der muss unbedingt beim Aufkleben der Briefmarke darauf achten, dass diese nicht kopfüber angebracht wird, wenn sie denn das Bild der regierenden Monarchin trägt, denn das wäre ein Akt des Hochverrats.

Ja, im Notfall dürfen Schwangere den Polizeihelm benutzen
Author: Matt from London
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Published in: on 27. Mai 2021 at 02:00  Comments (3)  

Hucknall in Nottinghamshire – Hier befindet sich die letzte Ruhestätte von Lord Byron

St Mary Magdalene in Hucknall.
Photo © nick macneill (cc-by-sa/2.0)

Lord Byron, Englands großer Dichter, der für die damalige Zeit einen skandalösen Lebensstil pflegte, wohnte eine Zeit lang in Newstead Abbey im Südwesten der Grafschaft Nottinghamshire, dem Familiensitz der Byrons. Nicht weit davon entfernt, in Hucknall,  liegt die letzte Ruhestätte von George Gordon Byron, 6th Baron Byron, so sein vollständiger Name, der schon im Alter von 36 Jahren in Messolongi in Griechenland starb, wo er am griechischen Freiheitskampf teilgenommen hatte.

Byrons Leichnam wurde einbalsamiert (es hieß, dass sein Herz in Griechenland geblieben ist,  nach anderen Quellen sollen es seine Lungen gewesen sein, die die Griechen gern behalten wollten) und nach England gebracht. Da die Westminster Abbey ihn auf Grund seiner „fragwürdigen Moralvorstellungen“ nicht in ihren Mauern haben wollte, wurde er im Familiengewölbe der Byrons in der Kirche St. Mary Magdalene in Hucknall beerdigt.

An seiner Seite liegt auch seine Tochter Augusta Ada, Countess of Lovelace, die mit dem Computerpionier Charles Babbage arbeitete und nach der die Programmiersprache Ada benannt ist.
Der König von Griechenland schickte 1881 eine  Marmorplatte nach Hucknall, die direkt über Byrons Grab angebracht wurde. Ein Gedenkstein findet sich außerhalb der Kirche mit der Inschrift „But there is that within me which shall tire Torture and Time, and breathe when I expire

St. Mary Magdalene in Hucknall ist zu einer Pilgerstätte für Byron-Freunde aus der ganzen Welt geworden.

Siehe auch meinen Blogeintrag über die Gedenkstätte für Lord Byrons Hund Boatswain.

Das Buch zum Artikel:
Fiona MacCarthy: Byron – Life and Legend. Faber and Faber 2003. 688 Seiten. ISBN 978-0571179978.

Photo © Phil Evans (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 26. Mai 2021 at 02:00  Comments (1)  

Ein tragisches Unglück auf dem Bahnhof von Bere Ferrers in Devon am 24. September 1917

Der Bahnhof von Bere Ferrers.
Photo © Martin Bodman (cc-by-sa/2.0)

Der Erste Weltkrieg war noch im vollen Gang als die Alliierten Verstärkung aus Neuseeland bekamen. Im September 1917 legte ein Schiff im Hafen von Plymouth (Devon) an, das Soldaten nach England brachte, die, bevor sie an die Front gebracht wurden, noch eine Ausbildung auf der Salisbury Plain durchlaufen sollten. Die jungen Männer fuhren mit dem Zug am 24. September in Plymouth los und erhielten die Order, dass beim ersten Halt in Exeter jeweils zwei pro Waggon aussteigen und Verpflegung von einem angehängten Wagen holen sollten. Dann begann eine Verkettung unglücklicher Ereignisse. Der Zug musste einen nicht eingeplanten Zwischenstopp im Bahnhof von Bere Ferrers (Devon) einlegen, um einen entgegenkommenden Expresszug aus London vorbeizulassen. Die natürlich vollkommen ortsunkundigen Soldaten meinten, schon in Exeter angekommen zu sein und stiegen aus, und das auch noch auf der falschen Seite. Der Zugführer sah die Männer auf den Gleisen erst in letzter Sekunde und hatte keine Chance, seinen Expresszug abzubremsen. Neun junge Neuseeländer starben auf der Stelle, ein weiterer wurde schwer verletzt und verstarb kurze Zeit später in einem Krankenhaus in Tavistock.

Die zehn toten Soldaten wurden nicht in ihre Heimat zurückgebracht, sondern auf dem Friedhof von Efford bei Plymouth beigesetzt. In der St Andrew’s Church in Bere Ferrers erinnert eine Messingplakette an die zehn Männer vom anderen Ende der Welt, ebenso eine Zusatztafel am Kriegerdenkmal des Ortes, die in einer speziellen Zeremonie im September 2001 in Anwesenheit von vielen Neuseeländern eingeweiht wurde.

Dieser Film zeichnet noch einmal die Ereignisse vom 24. September 1917 nach.

Das Kriegerdenkmal von Bere Ferrers.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 25. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Lincoln Drill Hall, ein Theaterstück und ein Zuschauerpärchen, das des Saales verwiesen wurde

Die Lincoln Drill Hall.
Author: Reading Tom
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Es hat nicht viel gefehlt und Corona hätte der Drill Hall in Lincoln (Lincolnshire) den Garaus gemacht. Das 1890 erbaute Veranstaltungsgebäude durfte monatelang keine Zuschauer empfangen und erhielt von der Stadt Lincoln keine finanzielle Unterstützung mehr; da kam wie ein rettender Engel die Lincoln College Group daher, die das Haus übernahm und es auch weiterhin als Veranstaltungszentrum aufrecht erhalten will. So wird es auch zukünftig in der Drill Hall Liveauftritte von Bands, Theateraufführungen und Ausstellungen geben.

Eine Begebenheit sorgte im Jahr 2009 für Heiterkeit in der Stadt über die das Lincolnshire Echo berichtete. In der Drill Hall gastierte eine Theatertruppe, die John Godbers Bühnenstück „Bouncers“ aufführte (hier ein Ausschnitt aus einer Aufführung des Theatre Royal Winchester) . Darin geht es um die Türsteher eines Nachtclubs in Englands Norden, angekündigt von den Veranstaltern als „laugh until they throw you out”.

Das ist doch das ideale Geburtstagsgeschenk für meinen Freund dachte sich Sharon Whitelaw und lud Tony Priestley zu dieser Comedy ein. Tatsächlich fanden die beiden das Theaterstück genauso lustig wie es angekündigt worden war und lachten was das Zeug hält. In der Pause kam dann die Ernüchterung, das Pärchen wurde vom Management gebeten, nicht wieder in den Zuschauerraum zurückzukehren. Offensichtlich hatten die Veranstalter ihren Werbespruch wörtlich genommen und Sharon und Tony hinausgeworfen…eben weil sie zu sehr lachten. Andere Theaterbesucher hatten sich beschwert, weil die beiden angeblich an den falschen Stellen lachten, zu laut waren und gegen die Vordersitze traten. Waren die zwei vielleicht vorher im Pub gewesen und hatten etwas getrunken? Wie auch immer, das Management erstattete ihnen das Geld für die Eintrittskarten und ziemlich betreten verließen sie die Drill Hall. Ob der Spruch „laugh until they throw you out“ im weiteren Verlauf der Tournee beibehalten wurde, kann ich leider nicht sagen.

Der Hintereingang zur Drill Hall.
Photo © Dave Hitchborne (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 24. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Grantham in Lincolnshire Teil 2: The Beehive

Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

In Margaret Thatchers Geburtsort Grantham in Lincolnshire gibt es in der Straße Castlegate einen Pub aus dem 16. Jahrhundert, dessen „Schild“ außergewöhnlich ist. Statt eines gemalten Schildes weist dort in einem Baum direkt vor der Eingangstür ein Bienenkorb auf den Pubnamen The Beehive hin und darin wohnt sogar ein richtiges Bienenvolk. Ich meine, das ist einmalig in ganz Großbritannien. Die Linde ist der einzige Baum in diesem Teil der Castlegate und der Bienenkorb soll mindestens schon seit 1830 in ihrem Geäst angebracht sein. Unter diesem kuriosen Pubschild ist eine Plakette mit diesem Vers zu finden:

Stop Traveller! This wondrous sign explore
And say, when thou has viewed it o’er,
Grantham, now two rarities are thine:
A lofty steeple and a living sign

Der Hinweis auf den „lofty steeple“ bezieht sich auf die Kirche St Wulfram’s, die am anderen Ende der Straße zu finden ist, und deren Kirchturmspitze 86 Meter in die Höhe ragt, womit sie auf der Rangliste der höchsten Kirchtürme des Landes auf Platz 6 steht.

Die fleißigen Bienen produzieren etwa 30 Pfund Honig pro Jahr, der im Gasthaus auch verwendet wird.
Direkt gegenüber vom Beehive steht ein Konkurrenz-Pub, der nach der Straße benannt ist: The Castlegate, übrigens mit einem „richtigen“ gemalten Pubschild, das den Kirchturm von St Wulfram’s zeigt.

Hier ist ein kleines Porträt der Bienen.

The Beehive
10/11 The Castlegate
Grantham NG31 6SE

Photo © Russel Wills (cc-by-sa/2.0)
„A lofty steeple“: St Wulfram’s.
Photo © Colin Park (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. Mai 2021 at 02:00  Comments (1)  

Grantham in Lincolnshire Teil 1: Langweiligste Stadt Englands?

The Angel and Royal.
Photo © Jo Turner (cc-by-sa/2.0)

Immer wenn man von der Stadt Grantham in Lincolnshire hört, wird diese in Verbindung gebracht mit der langweiligsten Stadt Englands. Das ergab einmal vor vielen Jahren eine Umfrage des Senders BBC 1.

Meine persönliche Einschätzung ist eine andere. Wir aßen zu Mittag im Angel and Royal Hotel, einem eindrucksvollen Gebäude im Zentrum der Stadt: Ein Muss für meine Frau als Ricardianerin, da in diesem Haus Richard III 1483 Hof hielt und zwar dort, wo heute das King’s Room Restaurant ist. Dort erfuhr er, dass sein treuester Verbündeter, der Duke of Buckingham, sich gegen ihn gestellt hatte. Hier schrieb er einen Brief an den Großkanzler, in dem er ihm den Verrat mitteilte, worauf das Todesurteil für den Duke unterschrieben wurde. Der Originalbrief ist im Britischen Museum aufbewahrt; eine Kopie des Briefes hängt im Restaurant, die wir uns natürlich ansahen.

Grantham ist auch der Geburtsort der Eisernen Lady, Margaret Thatcher, die hier am 13. Oktober 1925 geboren wurde und wo sie die ersten 18 Jahre ihres Lebens verbrachte. Wenig erinnert heute an die frühere Premier Ministerin in Grantham; es gibt keine geführten Touren auf den Spuren von ihr, lediglich eine Plakette an ihrem Geburtshaus ist ihr zu Ehren angebracht worden. ABER: In diesem Jahr noch soll eine drei Meter hohe Statue von ihr in Grantham aufgestellt werden, auf einem ebenfalls drei Meter hohen Sockel, so dass es Vandalen schwerer haben, das Kunstwerk zu beschädigen oder zu beschmieren.

Der berühmte Isaac Newton besuchte im Alter von 12 bis 17 in Grantham die King’s School, die es noch heute gibt. In der Bibliothek der Schule hatte er seinen Namen auf einem Fensterbrett eingeritzt, was noch zu sehen ist. Eine Statue von ihm wurde im Stadtzentrum am St Peter’s Hill errichtet.

Langweilig fand ich die Stadt wirklich nicht, und es gäbe noch so einiges mehr über sie zu berichten.

Hier ist eine  kleine Stadtrundfahrt.

Margaret Thatchers Geburtshaus.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)
Sir Isaac Newton.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. Mai 2021 at 02:00  Comments (1)  

…und noch mehr „Rude Place Names“

Der Cockshot Wood bei Keswick in Cumbria.
Photo © Dave Thompson (cc-by-sa/2.0)

Rude Place Names“ hieß ein Eintrag, den ich am 25. Juli 2012 in meinen Blog setzte, und daran möchte ich heute anknüpfen, indem ich noch mehr von diesen „anrüchigen“ Orts- bzw. Straßennamen aufführe. Wer der englischen Vulgärsprache nicht ganz so mächtig ist, dem kann ich zum Nachschlagen das Urban Dictionary empfehlen, das sich in dieser Beziehung bestens auskennt. In England wimmelt es nur so von zweideutigen oder auch eindeutigen Ortsnamen. Los geht’s:

Tutts Clump ist ein Dörfchen in der Grafschaft Berkshire, nicht weit von Reading entfernt; ein für sich genommen schon eigenartiger Namen…und wer dann auch noch im Cock Lane wohnt, hat eine unschlagbare Adresse.

Nicht viel schlechter ist Cockintake in Staffordshire, das ganz in der Nähe von Swineholes Wood liegt.

Bleiben wir gleich bei Wäldern: Da gibt es einen Cockshot Wood bei Keswick, der dem National Trust gehört, und da der Name so schön ist, wurde er noch einmal im Mole Valley in Surrey gewählt und noch einmal bei Leeds in West Yorkshire und noch einmal bei Rothbury in Northumberland. Okay, lassen wir es dabei.

Was mögen sich wohl die Bewohner des Dorfes Crapstone am Rand des Dartmoors in Devon alles anhören müssen, wenn sie ihren Wohnort nennen oder die aus Penistone in South Yorkshire?

Was mag wohl jemanden bewogen haben, sein Haus Great Butts House zu nennen, das in Cousley Wood bei Wadhurst in East Sussex liegt?

Der Name Prickwillow im Osten der Grafschaft Cambridgeshire dürfte bei dem einen oder der anderen ein Kichern hervorrufen, da bin ich mir sicher.

…das dürfte auch der Fall sein, wenn man seine Ferien im Sandy Balls Holiday Village in Hampshire verbringt.

Zum Schluss noch einige „female rude place names“, bisher drehte es sich ja fast nur um Namen, die mit dem männlichen Geschlecht (!) zu tun hatten. Da gibt es ein Dorf mit dem hübschen Namen Titty Hill, das bei Chichester in West Sussex liegt, und ein Upperthong bei Holmfirth in West Yorkshire… und zum Schluss gehen wir noch einmal nach Cambridgeshire, wo es ein Shingay cum Wendy gibt.

Manche dieser Orte haben möglicherweise ein Problem damit, dass ihr Ortsschild gestohlen wird wie es beispielsweise Shitterton in Dorset erging, wo man genervt das Blechschild gegen einen tonnenschweren Stein austauschte, auf dem der Ortsname prangt. Auf wundersame Weise wurde der Felsbrocken nie gestohlen.

Crapstone in Devon.
Photo © Tony Atkin (cc-by-sa/2.0)
…in Cambridgeshire.
Photo © Geographer (cc-by-sa/2.0)
Das Village Green von Titty Hill in West Sussex.
Photo © Shazz (cc-by-sa/2.0)

Upperthong in West Yorkshire (es gibt natürlich auch ein Netherthong.
Photo © Pete Grubb (cc-by-sa/2.0)
Dieses Ortsschild wurde immer wieder entwendet und durch einen Felsblock ersetzt.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 21. Mai 2021 at 02:00  Comments (5)  

The Painswick Rococo Gardens in Gloucestershire

Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Es regnete ziemlich stark und anhaltend als ich Painswick in der Grafschaft Gloucestershire besuchte. Der Ort ist sehenswert vor allem durch die wunderschön geschnittenen 99 Eiben auf dem Kirchhof von St Mary’s (siehe dazu meinen Blogeintrag), die wie überdimensionierte Regenschirme wirkten, unter die man sich gut unterstellen konnte. Vom Kirchturm von St Mary’s findet alljährlich das von den Teddybären des Ortes gefürchtete Fallschirmspringen statt; Näheres dazu hier.

Ein Stückchen nördlich von Painswick an der B4073 gibt es eine besondere Sehenswürdigkeit, die in dieser Form nur einmal in England existiert, der Painswick Rococo Garden. Ursprünglich wurde der Garten in den 1740er Jahren angelegt; er zieht sich um das Painswick House herum, dessen damaliger Bewohner, Benjamin Hyett II (1708–1762), ihn konzipierte. Glücklicherweise wurde der Garten 1748 von Thomas Robins the Elder gemalt, so dass er anhand dieses Bildes originalgetreu wiederhergestellt werden konnte, denn in den 1950er Jahren war von dem einstmaligen Rokokogarten kaum noch etwas zu erkennen, so verwildert war er.

Der mit dem Cotswold Tourism Green Leaf Award ausgezeichnete Garten beherbergt kleine architektonisch ungewöhnliche Bauten, romantische Spazierwege, Skulpturen, einen Küchengarten, einen Irrgarten und jede Menge Blumenbeete…und natürlich ein Restaurant und einen Shop. Der Eintrittspreis beträgt £10.30.

Painswick Rococo Garden
Painswick
Gloucestershire
GL6 6TH

Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)
The Maze.
Photo © andrew auger (cc-by-sa/2.0)
Painswick House.
Photo © Mike Baldwin (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 20. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Windsor Castle und eine mysteriöse Bierlieferung am 10. September 2008

Hier am Windsor Castle steht man nicht wegen Freibiers an!
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Schauplatz 1: Das Windsor Castle.
Am 10. September 2008 hielt vor dem Lieferanteneingang des Windsor Castles ein LKW. Der Fahrer stieg aus und fragte einen der royalen Bediensteten, wo er denn seine bestellten zwölf Bierfässer abladen sollte. „Weißt Du etwas von einer Bierlieferung?“ fragte der einen seiner Kollegen, der aber auch nicht Bescheid wusste. Die Queen ist nicht gerade für ihren großen Bierkonsum bekannt. Sollte etwa eine Party in der Burg stattfinden, und man hatte vergessen, die Dienerschaft zu informieren? Oder hatte da vielleicht Prinz Harry seine Hände im Spiel, der fünf Tage später seinen 24. Geburtstag feiern würde? Die Ratlosigkeit war groß.

Schauplatz 2: The Windsor Castle in Maidenhead (Berkshire).
Ungeduldig schaute der Wirt des Windsor Castle Pubs, Misko Coric, auf seine Uhr. Heute Abend sollte das Fußballspiel Kroatien gegen England stattfinden, und er erwartete in seinem Pub ein volles Haus, deshalb hatte er Biernachschub bestellt, der für gut 2000 Pints ausreichen sollte. Doch der LKW kam und kam nicht. Ein Anruf beim Lieferanten brachte Erleichterung: Der Fahrer hatte das Bier irrtümlicherweise zum „richtigen“ Windsor Castle gebracht anstatt zum Windsor Castle Pub an der Bath Road in Maidenhead. Mit dreistündiger Verspätung kam der Bierwagen dann doch noch rechtzeitig im Pub an, und die Gäste konnten sich am Abend bei der Live-Übertragung des Fußballspiels daran erlaben. England gewann das Spiel mit 4:1.

Misko Covic ist noch immer der Wirt im Windsor Castle und hin und wieder erhält er Post, die eigentlich für die große Burg acht Kilometer entfernt gedacht ist. Vielleicht sollten sich die Royals einmal überlegen, ob sie ihre Burg nicht umbenennen sollten, damit so etwas nicht mehr vorkommt?

The Windsor Castle an der Bath Road in Maidenhead (Berkshire).
Photo © emma mykytyn (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 19. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Englische Exzentriker – William Archibald Spooner (1844-1930), Gelehrter am New College in Oxford

Das New College in Oxford. Hier verbrachte William Archibald Spooner den größten Teil seines Lebens.
Photo © Nick Smith (cc-by-sa/2.0)

Wenn etwas in England „new“ heißt, bedeutet das noch lange nicht, dass es sich dabei um etwas wirklich Neues handelt. Viele der „New Inns“ sind älter als die anderen Pubs in der Umgebung wie der New Inn in Gloucester, der aus dem 14. Jahrhundert stammt. Ähnlich verhält es sich mit dem New College in Oxford, das 1379 gegründet wurde. An diesem College hielt sich William Archibald Spooner (1844-1930) mehr als 60 Jahre lang auf, als Gelehrter, als Dekan und als Warden.

Spooner war ein kauziger Typ, klein, mit einem zu großen Kopf für seinen Körper, wahrscheinlich ein Albino, sehr beliebt im Kollegium und bei den Studenten und hochintelligent. In Erinnerung geblieben ist er aber bis heute durch eine Marotte, die „spoonerism“ genannt wird und die das Cambridge Dictionary folgendermaßen definiert: „a mistake made when speaking in which the first sounds of two words are exchanged with each other to produce a not intended and usually funny meaning„. Das Wörterbuch gibt zur Erläuterung auch gleich ein Beispiel: „a scoop of boy trouts anstatt „a troop of boy scouts.

Zweifelhaft ist, ob wirklich alle damaligen „spoonerisms“ auf William Archibald zurückzuführen sind. Es machte den Studenten aber viel Spaß, sich neue auszudenken. Auf jeden Fall auf Spooner zurückzuführen ist der Spruch „Kinkering Congs Their Titles Take„, eine Hymne, die richtig „Conquering Kings Their Title Take“ heißt.
Sehr schön sind auch „It is kisstomary to cuss the bride“ (…customary to kiss the bride) und „three cheers for our queer old dean“ (…dear old queen“).

William Archibald Spooner starb am 29. August 1930 in Oxford, wurde aber nicht in der Universitätsstadt beigesetzt, sondern im fernen Grasmere (Cumbria) im Lake District. Dort ruht er auf dem Grasmere Cemetery an der Pye Lane unter einem Grabstein mit verwitterter Inschrift.

Zum New College in Oxford siehe auch diesen Blogeintrag.

Spooners letzte Ruhestätte: Der Grasmere Cemetery.
Author: m-gem
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Published in: on 18. Mai 2021 at 02:00  Comments (1)  

The National Glass Centre in Sunderland (Tyne and Wear)

Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)

Über die Stadt Sunderland (Tyne and Wear) im Nordosten Englands habe ich bisher noch nichts geschrieben, sie nur hier und da kurz erwähnt. Dieser Zustand soll sich heute ändern. Die etwa 175 000 Einwohner zählende Stadt ist nicht gerade ein Touristenschwerpunkt, ein Besuch ist aber lohnend für alle, die sich für das Thema Glas interessieren, denn hier steht Englands National Glass Centre (NGC).

Direkt am River Wear steht dieses imposante Gebäude, für das, wie sollte es anders sein, eine Menge Glas verbaut wurde. Warum steht das NGC nun ausgerechnet in Sunderland? Schuld daran ist ein Mönch namens Benedict Biscop, der im 7. Jahrhundert hier die Kunst der Glasherstellung eingeführt hat. Im 18. Jahrhundert war Sunderland ein Zentrum der Glasherstellung, und das blieb auch noch sehr lange. Erst im Jahr 2007 schlossen die letzten Glasfabriken ihre Pforten für immer. Vielleicht es noch erwähnenswert, dass feuerfestes Glas der Marke Pyrex hier in Sunderland hergestellt wurde.

Bevor sich die Glasindustrie aus Sunderland verabschiedete, wurde 1998 für  £17 Millionen das National Glass Centre am River Wear errichtet. Eine Attraktion des Gebäudes ist sicher das begehbare große Glasdach, von dem aus man in die darunterliegenden Räumlichkeiten blicken kann. Weiterhin finden die Besucher die Glasbläser interessant, denen man bei der Arbeit zusehen kann. Im Museum wird über die Geschichte der Glasherstellung informiert.
Das NGC beherbergt auch eine Forschungseinrichtung der University of Sunderland, das Institute for International Research in Glass.

Der Eintritt in das NGC ist übrigens kostenlos. Hier ist ein Werbefilm für das Centre.

National Glass Centre
Liberty Way
Sunderland
SR6 0GL

Das begehbare Glasdach.
Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)
Glasbläser bei der Arbeit.
Photo © Jeremy Bolwell (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 17. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Edinburgh Woollen Mill – Eine typische High Street Ladenkette

In Rye (Kent).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Wenn ich an meine Englandreisen zurückdenke, erinnere ich mich immer wieder an die Ladenkette The Edinburgh Woollen Mill (EWM), die meines Erachtens mehr im Norden Englands als im Süden des Landes zu finden ist. Das letzte Mal, als meine Frau und ich ein EWM-Geschäft aufsuchten, war das in Marlborough in Wiltshire in der High Street Nummer 109.

Eigentlich hätte man die Ladenkette, die hauptsächlich Textilien anbietet, seit kurzem auch in Carlisle Woollen Mill umbenennen können, denn das Hauptquartier der Firma wurde von Langholm in Schottland nach Carlisle in Cumbria verlegt, in das Global House in der Castle Street.

1946 wurde die Firma in Langholm von Drew Stevenson gegründet, die damals noch Langholm Dyeing and Finishing Company Limited hieß. Das erste Ladengeschäft öffnete 1970 im schottischen Edinburgh seine Pforten, zwei Jahre später das erste englische in Carlisle in Cumbria. Heute existieren rund 250 EWM-Läden in Großbritannien. Die Produktpalette richtet sich vorwiegend an Frauen und Männer jenseits der 40; Hochmodernes wird man hier nicht finden, dafür Traditionelles wie Tweed- und Countrystyle-Kleidung.

Im Laufe der Jahre hat die Firma mehrere Marken dazugekauft wie Peacocks und Jane Norman, andere wieder verkauft. EWM geriet in unruhiges Fahrwasser, stand im vorigen Jahr sogar kurzzeitig vor dem Aus, was den Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen bedeutet hätte. Eine Gruppe von Investoren sprang ein und rettete die Firma erst einmal, 85 Läden mussten allerdings dauerhaft geschlossen bleiben. Was die Zukunft für EWM bringt, ist noch nicht abzusehen.

Die Covid-Epidemie tat ihr übriges, die Läden mussten geschlossen bleiben, die Kunden orientierten sich in Richtung Online-Handel, eine Bewegung, die auch andere High Street-Läden wie Boots, Marks&Spencer oder Topshop zu spüren bekamen. Seit dem ersten Lockdown findet ein beängstigender Stellenabbau statt, der bei über 200 000 liegen soll und namhafte Firmen betrifft.

Diese Filiale in Market Harborough in Leicestershire hat es leider erwischt.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)
Gekauft in der Edinburgh Woollen Mill in Marlborough in Wiltshire.
Eigenes Foto

Published in: on 16. Mai 2021 at 02:00  Comments (1)  

Piddle, Puddle… Kurioses aus Dorset

Der River Piddle beim Athelhampton House.
Photo © DAVID M GOODWIN (cc-by-sa/2.0)

Dorset – Die Grafschaft mit den merkwürdigen Ortsnamen“ heißt ein Blogeintrag, den ich vor fast neun Jahren erstellt habe. Heute möchte ich das Thema noch einmal aufnehmen und zwar rund um den River Piddle. Das Flüsschen mit dem merkwürdigen Namen, der sich im Laufe der Jahrhunderte zu seiner heutigen Form entwickelt hat, entspringt in Alton Pancras, ebenfalls in Dorset gelegen, und mündet bei Wareham ins Meer.

Entlang des River Piddle ziehen sich Ortschaften, deren Namen sich auf den kleinen Fluss beziehen. Da gibt es ein Piddletrenthide (da der Fluss auch einen Zweitnamen hat, nämlich River Trent, hat man hier beide Namen zusammengezogen) mit seiner eindrucksvollen All Saints Church, gefolgt von Piddlehinton mit der Piddle Brewery und einem Lokal namens Griddle at the Piddle. Und dann geschieht etwas Unvorhergesehenes: Aus Piddle wird Puddle, das heißt, die Ortsnamen verändern sich durch einen Buchstaben. Wir kommen zuerst nach Puddletown, das unter anderen Namen in Thomas Hardys Romanen erscheint, dann an dem wunderschönen Athelhampton House vorbei (siehe dazu meinen Blogeintrag über meinen Besuch dort) nach Tolpuddle, das durch die Tolpuddle Martyrs auch außerhalb Dorsets bekannt geworden ist. Es folgt das kurios benannte Affpuddle, und dann kommen wir nach Briantspuddle mit seinen attraktiven reetgedeckten Cottages. Hinter dem winzigen Turners Puddle schließlich hat es sich ausgepiddelt und -gepuddelt.

Warum nun der Wechsel von „Piddle“ zu „Puddle“? Man erzählt sich, dass die spätere Queen Victoria als junges Mädchen einmal in dieser Region unterwegs war und da „to piddle“ in der Kindersprache auch „urinieren“ bedeutet, wollte man das der jungen Kinderseele nicht zumuten und wechselte das „i“ gegen ein „u“ aus, zumindest in einigen Ortschaften.

Piddletrenthides All Saints Church.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)
Puddletown
Photo © Richard Slessor (cc-by-sa/2.0)
Das Tolpuddle Martyrs Museum
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)
Das Cruck Cottage in Briantspuddle
Photo © Edmund Shaw (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 15. Mai 2021 at 02:00  Comments (6)  

Der Ribblehead Viaduct – Eine grandiose Eisenbahnbrücke in North Yorkshire

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

In meinem Blog habe ich bereits vier Eisenbahnviadukte in England vorgestellt, ein weiterer, sehr imposanter ist heute an der Reihe: Der Ribblehead Viaduct im Ribble Valley von North Yorkshire. Die Settle–Carlisle line führt über diese 400 Meter lange und 32 Meter hohe Brücke mit deren Bau im Oktober 1870 begonnen wurde. Knapp fünf Jahre später war sie fertig. In Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 2300 Menschen auf der Baustelle, von denen viele in sogenannten Shanty Towns wohnten, das sind auf Zeit gebaute Siedlungen direkt an der Arbeitsstelle. Belgravia, Sebastopol und Batty Wife Hole hießen die drei Siedlungen im Ribble Valley, die damals ein wenig an den Wilden Westen in Amerika erinnerten, ähnlich rau ging es dort zu. Die Arbeit war hart, das meiste musste per Hand erledigt werden, denn der Einsatz von Baumaschinen begann damals erst langsam zu greifen. Die „navvies„, die Bauarbeiter tranken gern einen über den Durst, was zu wilden Raufereien führte. Etwa 200 Tote soll der Bau des Ribblehead Viaducts gekostet haben, was überwiegend auf Krankheiten und Arbeitsunfälle zurückzuführen war. Die Eisenbahngesellschaft musste sogar dafür sorgen, dass auf den umliegenden Friedhöfen zusätzlicher Platz geschaffen wurde, um die Menschen alle zu beerdigen.
Die ITV Miniserie „Jericho“ aus dem Jahr 2016 zeigt den Bau des Viadukts, der in der Serie Culverdale Viaduct heißt. Hier sind einige Ausschnitte.

Vom Station Inn aus an der B6255 hat man einen schönen Blick auf die Eisenbahnbrücke, zu der auch ein holperiger Fahrweg führt. Ein Stückchen weiter diese Straße entlang kommt man nach Chapel-le-Dale, wo etwas abseits von der Hauptstraße die Kirche St Leonard’s zu finden ist, wo viele der Toten von der Baustelle begraben worden sind. In der Kirche erinnert eine Tafel an sie, in Auftrag gegeben von den ehemaligen Arbeitskollegen und der Eisenbahngesellschaft Midland Railway Company.

Dieser Film zeigt die Schönheiten des Viadukts.

Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)
St Leonard’s in Chapel-le-Dale.
Photo © Chris Eccleston (cc-by-sa/2.0)
Die Erinnerungstafel in St Leonard’s.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Slad in Gloucestershire – Ein Dorf, ein Schriftsteller und ein berühmtes Buch

Rosebank in Slad, wo Laurie Lee aufwuchs.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Nur wenige Fahrminuten von Stroud im Süden Gloucestershires entfernt, liegt an der B4040 das kleine Dorf Slad, in dem ein Mann aufwuchs, der in der neueren englischen Literaturgeschichte eine große Rolle gespielt hat: Laurie Lee (1914-1997). Wohl jeder in dessen Heimatland, kennt das Buch „Cider with Rosie„, das 1959 erschien und dessen deutscher Titel „Des Sommers ganze Fülle“ heißt. Darin schreibt Laurie Lee von seiner Kindheit und Jugend, die er in Slad verbrachte. Die Bände zwei und drei seiner autobiografischen Trilogie handeln von seinem späteren Lebensweg in London und in Spanien. In den 1960er Jahren kehrte Laurie Lee nach Slad zurück, wo er bis zu seinem Tod wohnte.

„Cider with Rosie“ wurde mehrfach verfilmt; ich kenne nur die BBC-Fernsehversion von 2015, die an den Originalschauplätzen gedreht wurde. Ich finde diese Verfilmung sehr gelungen mit hervorragenden Kinderschauspielern. Hier ist der komplette Film zu sehen.

Das Haus, in dem Laurie Lee aufwuchs, hieß damals Rose Cottages, heute heißt es Rosebank. Kürzlich stand es für £475 000 zum Verkauf. Als der Autor später wieder nach Slad zurückzog, wohnte er im Rose Cottage in der Nähe vom Woolpack Inn, wo er gern das eine oder andere Pint trank.

Lee starb am 13. Mai 1997, begraben wurde er auf dem Kirchhof der Holy Trinity Church in Slad, gegenüber vom Pub, wo seine Verehrer seinen Grabstein besuchen können. In der Kirche erinnert ein Glasfenster an den großen Sohn des Dorfes.
Aus Anlass seines hundertsten Geburtstags wurde im Jahr 2014 ein Wanderweg angelegt, der seinen Namen trägt: Der Laurie Lee Wildlife Way, der acht Kilometer durch das Slad Valley führt. Entlang der Strecke findet man zehn „poetry posts“, Stationen mit Gedichten Laurie Lees.

The Woolpack.
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)
Auf dem Kirchhof von Holy Trinity
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)
Das Laurie Lee Memorial Window in Holy Trinity.
Author: Paul Stephenson
Creative Commons 2.0
Der Laurie Lee Wildlife Way.
Photo © Humphrey Bolton (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 13. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Planting of the Penny Hedge in Whitby (North Yorkshire)

Photo © Alan Fryer (cc-by-sa/2.0)

Ein uralter Brauch namens Planting of the Penny Hedge wird seit Mitte des 12. Jahrhunderts in Whitby an der Küste North Yorkshires durchgeführt. Schauplatz: Der Upper Harbour am River Esk. Jeweils am Vorabend des Himmelfahrtstages pflanzen zwei Männer eine kleine Hecke aus Weiden- und Haselnusssträuchern in den Fluss. Diese Hecke muss so stabil sein, dass sie drei aufeinander folgenden Fluten widersteht. Nicht ganz klar ist, warum die Zeremonie „Planting of the Penny Hedge“ heißt. Eine Möglichkeit ist, dass das Wort „Penny“ von „penny knife“ kommt, dem Messer mit dem die Sträucher geschnitten werden. Die andere, wahrscheinlichere Möglichkeit, ist, dass sich „penny“ auf „penance“ = Strafe bezieht und damit auf den Ursprung der Tradition.

Mitte des 12. Jahrhunderts begaben sich drei Jäger adligen Geblüts im Eskdale auf die Jagd; dabei spürten sie einen Eber auf, den sie verfolgten. Der Eber suchte Zuflucht bei einem Mönch, der als Einsiedler lebte, und der sich des Tieres annahm und es gegen die Jäger verteidigte. Voller Wut, dass sie ihre Beute nicht bekommen sollten, erschlugen sie den frommen Mann. Die Jäger wurden merkwürdigerweise für ihre abscheuliche Tat nicht verurteilt, sondern erhielten eine Strafe aufgebrummt, die darin bestand, dass sie einmal im Jahr, wie oben schon erwähnt, am Vorabend des „Ascension Days“ die Hecke pflanzen mussten; sie und ihre Nachfahren in Ewigkeit. Sollte die Hecke der Flut nicht standhalten, dann würde das Land der Jäger an den Abt von Whitby fallen. Nur einmal, im Jahr 1981, war das Fall, allerdings hatte das keine Konsequenzen… Wie ich finde, eine Strafe mit der die drei Männer gut leben konnten.

Wenn die Hecke fertig ist, wird ein Jagdhorn geblasen und einer der Männer ruft dreimal „Out on ye! Out on ye! Out on ye“…und dann kann die Flut kommen und sich über die Mini-Hecke hermachen. Hier ist das alles noch einmal im Film zu sehen.

Die Hecke am River Esk.
Photo © Mike Kirby (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 12. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Pubschilder – The Botolph’s Bridge Inn in West Hythe (Kent)

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Das Pubschild des Botolphs Bridge Inn in West Hythe in Kent ist eigentlich nicht sehr einladend, zeigt es doch unheimliche Mönche, die einen Sarg transportieren. Im Sarg liegt der Mönch St. Botolph (der im 7. Jahrhundert lebte), und seine sterblichen Überreste werden auf ein Boot getragen, das ihn an einen sicheren Ort bringen soll, wo ihn die marodierenden Dänen nicht finden können.

Ein interessantes Pubschild, das es ihn dieser Form wohl kein zweites Mal gibt.
Der Pub hat alles zu bieten, was man von einem traditionellen Gasthaus erwartet: Einen schönen Biergarten für den Sommer und Kaminfeuer für die kalten Wintertage. Man kann hier Lunch und Dinner bekommen (es gibt ein umfangreiches Angebot an Speisen) oder einfach nur ein Pint zu sich nehmen.
Eine gute Adresse, wenn man den Eurotunnel durchquert hat, und in westlicher Richtung einen netten Pub zum Mittagessen sucht.

Botolphs Bridge Inn
Botolphs Bridge Road
West Hythe
Kent
CT21 4NL

Das Buch zum Artikel:
D.S. Pepper: Botolph. Earlsgate Publishing 2010. 400 Seiten. ISBN 9780956750808.
D.S. Pepper ist ein Autor, der in der Nähe wohnt, in Folkestone. Hier ist eine Leseprobe des Autors im Film.

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 11. Mai 2021 at 02:00  Comments (6)  

Haworth in West Yorkshire – Das erste Fairtrade-Dorf der Welt und sein Kontakt zu Machu Picchu in Peru

Haworths Main Street.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Haworth in West Yorkshire verbindet man natürlich in erster Linie mit den Brontëschwestern Charlotte, Emily und Anne, die im 19. Jahrhundert mit ihren Romanen für Aufsehen sorgten. Im 21. Jahrhundert sind sie offensichtlich noch immer populär, wenn man sich die vielen Touristen ansieht, die nach Haworth fahren. Bei meinen Besuchen war es dort immer rappelvoll. Der Ort profitiert auf jeden Fall noch immer von dem Nachruhm der drei Schwestern.

Es gibt aber noch ein weiteres Ereignis der jüngeren Vergangenheit, das Haworth bekannt machte und das nichts mit Literatur zu tun hat: Haworth das weltweit erste „fairtrade village„. Am 22. November 2002 erhielt es diesen Status von der Fairtrade Foundation, „a charity based in the United Kingdom that works to empower disadvantaged producers in developing countries by tackling injustice in conventional trade“, so die Definition der Wikipedia. Die Teilnehmer möchten also, dass die Bauern in anderen Erdteilen für ihre Produkte angemessene Preise bekommen, von denen sie auch vernünftig leben können, und nicht von großen Konzernen ausgebeutet werden.

Haworth hat auch einen direkten Kontakt nach Südamerika und zwar zu der Ruinenstadt Machu Picchu in Peru. Bei der Einfahrt nach Haworth werden die Besucher von einem großen Schild begrüßt, auf dem zu lesen steht: „Welcome to HAWORTH – The World’s First Fairtrade Village – Twinned with Machu Picchu, Peru„.

Die Idee, mit dem Ort in Peru Kontakt aufzunehmen, entstand kurz nachdem Haworth zu einem „fairtrade village“ geworden war, und es dauerte noch einige Jahre bis es 2009 zu dem „twinning“ kam. Seitdem haben die Bewohner von Haworth viele Dinge in die Wege geleitet, um den Partner im fernen Peru zu helfen. So haben sie Bücher geschickt, um den Bestand der Bibliothek aufzustocken und Geld gesammelt, um damit die Errichtung von einfachen Küchen zu ermöglichen, so dass Kinder in abgelegenen Dörfern warme Mahlzeiten erhalten können.

Man ist stolz in dem Bronte-Dorf auf das, was man hier bisher erreicht hat und wird den Fairtrade-Gedanken auch in Zukunft hoch halten.

Zum Thema Haworth siehe auch meine Blogeinträge über die Ballonfahrerin Lily Cove, den Pub The Black Bull und über die Vermarktung der Brontë-Familie.

Published in: on 10. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die berühmten Gänse von Sowerby Bridge in West Yorkshire

Gestatten, wir sind die Gänse von Sowerby Bridge!
Author: sk8geek
Creative Commons 2.0

Sowerby Bridge ist eine Kleinstadt mit rund 10 000 Einwohnern, nicht weit von Halifax und Huddersfield entfernt. Sie liegt am River Calder, über den eine Brücke führt auf der die viel befahrene A58 in die Stadt geleitet wird. Der Ort weist eine Besonderheit auf, die einige vielleicht als störend empfinden, der Großteil der Bevölkerung aber liebt sie: Es handelt sich um eine Gänseschar, die schon seit Jahren queerbeet durch Sowerby Bridge läuft und sich dabei nicht besonders um den Autoverkehr kümmert. Die Gänse gehen in der Stadt spazieren, mal auf dem Bürgersteig, mal mitten auf der Straße, wie es ihnen gerade einfällt. Mal sieht man sie auf dem Weg zum Fluss, wo sie ja eigentlich hingehören, mal kommen sie vom Fluss, um sich zu informieren, ob es in der Stadt etwas Neues gibt. Die Autofahrer aus Sowerby Bridge haben sich längst daran gewöhnt, anzuhalten und abzuwarten, bis die Gänse den Weg frei gemacht haben. Das Federvieh ist zu einer kleinen Berühmtheit geworden, und so war die Empörung groß, als die Gänseschar vor drei Jahren dezimiert wurde, nicht etwa durch einen rücksichtslosen Autofahrer, sondern durch zwei kleine angriffslustige Hunde. Drei Gänse verloren an diesem für Sowerby Bridge schicksalsträchtigen Tag ihr Leben und die Trauer war groß hier in West Yorkshire.
Die Gänse betreiben sogar eine Facebook-Seite mit Dutzenden von lustigen Fotos.

Dass es in der West Street auch noch einen Pub gibt, der The Loose Goose Inn heißt, rundet das Bild von der gänsefreundlichen Stadt Sowerby Bridge ab.

Hier ist ein Film über die Gänse und hier legen sie sich sogar mit der örtlichen Polizei an.

Eine aus der Art geschlagene, entfernte Verwandte der Gänse an der Sowerby Bridge Wharf.
Author: Tim Green aka atoach
Creative Commons 2.0
Einer der Lieblingswanderwege der Gänse: Die Brücke über den River Calder.
Author: Tim Green aka atoach
Creative Commons 2.0
Published in: on 9. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Mark Probert: Another Journey through Britain

Foto meines Exemplares.

John Hillaby (1917-1996) war ein Reiseschriftsteller, dessen Buch „Journey through Britain“ 1968 erschien und in dem er von seiner Wanderung von Land’s End nach John O’Groats berichtete. Diese 1349 Kilometer lange, auch LEJOG genannte Route (siehe dazu meinen Blogeintrag) ist äußerst populär und wurde schon auf alle möglichen (und unmöglichen) Arten zurückgelegt.
Mark Probert, ein ehemaliger Kartograf im Ruhestand, möchte fünfzig Jahre nach Erscheinen des Hillabyschen Buches, dessen Wanderung noch einmal nachvollziehen und sehen, was sich in dieser Zeit in Großbritannien verändert hat. Allerdings ist Mark Probert nicht zu Fuß unterwegs, sondern mit einem Motorrad, einer Royal Enfield Classic 500. Er hält sich auch nicht sklavisch an die Strecke, die John Hillaby zurückgelegt hat, er macht auch Abstecher zu besonderen Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten. Was er in diesen fünfzehn Tagen alles erlebte, hat er in seinem Buch „Another Journey through Britain: A light-hearted motorcycle road trip through the back lanes of Great Britain, retracing John Hillaby’s classic journey“ fest gehalten.

1861 Meilen, das sind fast genau 3000 Kilometer, ist Mark Probert mit seinem Motorrad gefahren und hat wettermäßig sehr viel Glück gehabt, denn es hat nur an einem Tag geregnet. Auf seiner Reise traf der Autor fast durchweg auf freundliche und hilfsbereite Menschen.

Hat sich in den fünfzig Jahren nach Erscheinen der beiden Bücher etwas grundsätzlich in Großbritannien verändert? Glücklicherweise gibt es noch immer große, unberührte, landschaftlich schöne Regionen. Die traditionellen britischen Industrien sind überwiegend verschwunden wie Bergbau, Stahlindustrie, Textilindustrie und Schiffbau. Einen sehr starken Wandel hat die Energiewirtschaft durchgemacht, die immer mehr auf alternative und regenerative Energien übergegangen ist. Die Rollen, die die Kirchen und die Pubs in Dorfgemeinschaften spielten, sind zurückgegangen; immer mehr Menschen treten aus den Kirchen aus und Pubs schließen ihre Pforten in beängstigendem Ausmaß. Die Problematik der britischen High Streets, über die ich in meinem Blog schon mehrere Male geschrieben habe, ist nach wie vor da; das Einkaufsverhalten der Menschen hat sich geändert, die Leerstände in den High Streets nehmen zu.

Ich kann Mark Proberts Buch sehr empfehlen; es ist zwar schon das x-te Buch über LEJOG, aber der Autor versteht es trotzdem, seine Leserinnen und Leser zu fesseln!

Mark Probert: Another Journey through Britain. MGP Publishing 2020. 240 Seiten. ISBN 978-1-916305601.

Zum Thema siehe auch meine Buchempfehlungen von Mark Mason und George Mahood.

Hier beginnt Mark Proberts Motorradreise…
Photo © Steven Haslington (cc-by-sa/2.0)
…und hier endet sie.
Photo © Robin Drayton (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 8. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Weihrauchspezialisten von der Prinknash Abbey in Gloucestershire

Author: Lamerie
Creative Commons 2.0

„Weihrauch ist ein luftgetrocknetes Gummiharz. Es entwickelt beim Verglühen (Räuchern) einen aromatisch duftenden Rauch und wird in verschiedenen Religionen, auch der römisch-katholischen und orthodoxen Kirche seit Mitte des ersten Jahrtausends bei Kulthandlungen verwendet“, so die Wikipedia. Gewonnen wird Weihrauch überwiegend in vorderasiatischen und nordafrikanischen Regionen.

Die Herstellung von Weihrauch ist ein Spezialgebiet der Mönche der Prinknash Abbey nahe des Dorfes Cranham in der Grafschaft Gloucestershire. Schon seit dem Jahr 1906 beschäftigen sich die Benediktinermönche damit und sind jetzt die ältesten Weihrauchproduzenten in Europa, die ihre Produkte in die ganze Welt versenden. Acht verschiedene Sorten stellen die Mönche her, darunter die Geruchsnoten „Vatican Incense„, „Cathedral Incense“ und „Basilica Incense„, jeweils mit unterschiedlichen Ölen und Gewürzen gemischt. Ein Pfundpäckchen kostet etwa zwischen £13 und £18.
Dieser Film zeigt die Herstellungsmethoden von Weihrauch im Kloster.

Besucher der Prinknash Abbey haben Zutritt zum Garten, zum Friedhof und zum Abbey Shop, in dem man seine Weihrauchvorräte wieder aufstocken, aber auch Devotionalien unterschiedlicher Art kaufen kann (auch After Shave von Caldey Island, wo die Mönche ursprünglich herkamen, steht in den Regalen).

Die Zahl der Mönche in der Abtei in Gloucestershire hat im Laufe der Jahrzehnte immer mehr abgenommen. Von anfangs 25 sind nur noch 9 übergeblieben.

Weihrauchharz
This work has been released into the public domain

Published in: on 7. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Ironbridge in Shropshire – Heimat der letzten noch in Großbritannien hergestellten Teddybären

Die Merrythought Factory.
Photo © Gordon Cragg (cc-by-sa/2.0)

Mein Teddybär (hier porträtiert er sich selbst), den ich vor 27 Jahren in Broadway in den Cotswolds kaufte, wurde noch in Großbritannien hergestellt, von der Firma Deans in Pontypool in Wales. Heute werden deren Bären in Indonesien produziert. Es gibt nur noch eine Firma in Großbritannien, die Teddybären und andere Stofftiere selbst herstellt, die Firma Merrythought in Ironbridge in Shropshire.

Hier in den Midlands wurde Merrythought im Jahr 1930 von William Gordon Holmes gegründet. Holmes war ursprünglich Besitzer einer Spinnerei in Yorkshire, kannte sich also mit Textilien aus. Er beauftragte Florence Attwood, eine taubstumme Frau, mit dem Entwurf seiner ersten Kollektion von Teddybären, die gut ankam, und noch heute werden in demselben Fabrikgebäude Teddybären ans Licht der Welt gebracht, zur Freude zahlloser Kinder, aber auch Erwachsener, selbstverständlich in Handarbeit. Die Firma ist nach wie vor in der Hand der Familie Holmes, mittlerweile in der vierten Genration. Teddybären sollten nicht im fernen Asien massenweise produziert, sondern liebevoll Stück für Stück, wie hier in Ironbridge, angefertigt werden.
Dieser Film zeigt den Geburtsprozess eines Teddybären .

Merrythought stellt traditionelle Bären her, aber auch limitierte Editionen. Prince George und Princess Charlotte haben welche bekommen; die Queen war auch schon einmal zu Besuch. Besonders beliebt sind die  Merrythought Bears übrigens in Japan. Ein großer Fan ist Ronnie Wood von den Rolling Stones, der für seine Enkel Bären der Firma gekauft hat.

Auf dem Fabrikgelände in Ironbridge gibt es ein kleines Museum und einen Laden, in dem man die Produkte der Firma kaufen kann; er ist täglich geöffnet.

Merrythought Ltd
Dale End
Ironbridge
Shropshire
TF8 7NJ

Shop und Museum.
Author: ell brown
Creative Commons 2.0
Ein Merrythought Bär
Author: Keith Williamson
Creative Commons 2.0
Published in: on 6. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das weltweit größte Fish and Chips-Restaurant auf der Cleethorpes Pier in Lincolnshire

Photo © Steve Fareham (cc-by-sa/2.0)

Die gut hundert Meter lange Pier von Cleethorpes an der Küste von Lincolnshire wurde 1873 eröffnet und brannte schon dreißig Jahre später wieder ab, ein Schicksal, das mehrere Seebrücken Englands ereilte. Zwei Jahre später stand die Pier wieder und erfreute sich großer Beliebtheit bei den Einheimischen und den Gästen des Seebads. Im Laufe der nächsten hundert Jahre wurde die Pier mehrfach umgebaut und die Besitzer wechselten häufig, zuletzt im September 2016, da übernahm die Papa’s Fish and Chips Company die Seebrücke. Die griechisch-stämmige Familie mit Firmensitz in Kingston-upon-Hull (East Yorkshire) gründete die Firma bereits 1966 und arbeitet heute in der dritten Generation. Sie betreibt zu Zeit sechs Fish and Chips-Läden in Yorkshire und einen auf der Pier von Cleethorpes.

Im Jahr 2015 eröffnete sie in einem Vorort von Kingston-upon-Hull, in Willerby, das weltweit größte Fish and Chips-Restaurant mit 320 Sitzplätzen. Zwei Jahre später übertrumpfte Papa’s sich mit seiner Filiale in Cleethorpes selbst, wo er 500 Plätze anbietet. Am Eröffnungstag im Jahr 2017 bot die Firma ihre frittierten Fische zu einem Sonderpreis von einem Penny an, kein Wunder, dass die Menschen Schlange standen wie dieser Film zeigt.

Ob hier auch die besten Fish and Chips Großbritanniens angeboten werden, wie es auf der Webseite der Firma zu lesen ist, ist eine andere Frage. Bei der Vergabe der Seafish National Fish & Chip Awards 2019 landete das Pier-Restaurant unter den ersten zehn. In diesem Jahr werden auf Grund der Corona-Pandemie keine Preise vergeben.

Im vorigen Jahr in der Weihnachtszeit stellte Papa’s in Cleethorpes einen weiteren Weltrekord auf: Sie verkauften auf der Pier das längste Pig in the Blanket, oder Würstchen im Schlafrock wie man in Deutschland dazu sagt. Sagenhafte 60 cm lang war dieses Teil, das £3.99 kostete und The hog in a duvet genannt wurde.

Photo © Oliver Mills (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 5. Mai 2021 at 02:00  Comments (1)  

Otto Overbeck, ein Museum in Devon und ein elektrisches Verjüngungsgerät

Das Museum bei Salcombe in Devon.
Photo © Brian (cc-by-sa/2.0)

Man mag es auf Grund des Namens kaum glauben, aber Otto Christoph Joseph Gerhardt Ludwig Overbeck (1860-1937) war kein Deutscher, sondern ein waschechter Londoner. Er studierte Chemie am University College in London und an der Universität Bonn und wandte sein im Studium erlerntes Wissen in der Brauerei der Hewitt-Brüder in Grimsby an der Küste Lincolnshires an und das 37 Jahre lang. Overbeck war ein begeisterter Sammler von allen möglichen Gegenständen, und als er 1928 in den Ruhestand ging, brauchte er ein Haus, in dem er seine Sammlung unterbringen konnte. Zu dieser Zeit war ein Haus ganz am anderen Ende Englands, in Salcombe in Devon, an der Südküste Englands, auf dem Markt, das seinen Vorstellungen entsprach. Also kaufte es Overbeck und zog von Grimsby nach Salcombe, wo er bis zu seinem Tod neun Jahre später wohnen sollte.

Die Sammlung umfasste zum Beispiel Stofftiere, Puppen, Spielzeug, Schiffsmodelle, aufgespießte Insekten und Erfindungen, die Overbeck im Laufe seines Lebens gemacht hatte, darunter seine berühmteste, den Rejuvenator. Overbeck hatte sich intensiv mit dem Thema Elektrotherapie beschäftigt und dieses Gerät entwickelt, das mit Hilfe kleiner Stromstöße Krankheiten beseitigen konnte und durch das die Anwender jünger aussehen würden und länger leben konnten. Overbeck meldete seine Erfindung zum Patent an, und der Rejuvenator war ein großartiger Verkaufserfolg, durch den der Mann sehr reich wurde und sich das große Anwesen bei Salcombe leisten konnte. Wie der Rejuvenator funktioniert, wird in diesem Film demonstriert.

Overbeck hinterließ sein Haus samt den umlegenden Gärten dem National Trust, mit der Bitte, es zu einem Museum umzugestalten. Der National Trust kam dem Wunsch nach und so kann man sich noch heute das Lebenswerk Overbecks im Overbeck’s Museum and Garden ansehen.

Overbeck’s
Sharpitor
Salcombe
Devon TQ8 8LW

Overbecks Rejuvenator.
Author: EchHeritage
Creative Commons 2.0
Published in: on 4. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Village Signs – Walpole St Andrew in Norfolk

Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)

In meiner Serie über englische Dorfschilder möchte ich heute ein besonders gelungenes und interessantes Exemplar vorstellen, nämlich das von Walpole St Andrew in der Grafschaft Norfolk. Zur Orientierung: Das Dorf liegt einige Kilometer westlich von King’s Lynn.

Walpole St Andrew und das benachbarte Walpole St Peter – das klingt doch wie Ortsnamen aus Dorothy Sayers‘ Kriminalromanen. Und in der Gemeindekirche St Peter’s wurden auch 1974 Szenen für die BBC-Verfilmung des Krimis „The Nine tailors“ (dt. „Die neun Schneider“) nach dem gleichnamigen Buch der Grand Old Lady des englischen Kriminalromans gedreht.

Der Kirchturm von St Peter’s ist auf dem Dorfschild gut zu erkennen, und da das Schild direkt vor der Kirche aufgestellt ist, kann man ihn mit dem Original sehr schön vergleichen.
Den größten Teil des dreidimensionalen Schildes nimmt ein dampfgetriebenes Fahrzeug ein, das an die Steam Rallyes erinnert, die viele Jahre lang Tausende von Menschen angezogen haben und an denen historische Fahrzeuge teilnahmen. Rechts daneben sieht man das Kriegerdenkmal des Ortes.

Da Walpole St Andrew in einer landwirtschaftlich genutzten Region liegt, finden wir auf dem Dorfschild Apfelblütenzweige und Erdbeeren. Rohrkolben weisen auf das umliegende Sumpfgebiet hin.

Entworfen hat das Schild Gordon Gillick aus Wisbech in Cambridgeshire und gebaut hat es Michael Self, der aus Walpole St Andrew stammt. Die Bewohner freuen sich seit 2011 über dieses wirklich gelungene Village Sign.

Published in: on 3. Mai 2021 at 02:00  Comments (1)  

The Odyssey – Eine Furcht einflößende Achterbahn in Ingoldmells (Lincolnshire)

Author: Calzz
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An der Küste von Lincolnshire liegen die größten Wohnwagenparks in Europa, besonders bei Ingoldsmell, nördlich von Skegness, reihen sich Tausende von Wohnwagen aneinander. Hier wurde im Jahr 1936 auch das erste Feriencamp von Butlin’s errichtet. In der Sommersaison geht es in Ingoldsby so richtig zur Sache, wenn die Massen den Freizeitpark Fantasy Island stürmen. Ich persönlich hätte ihn eher Horror Island genannt, angesichts der furchteinflößenden Attraktionen, die hier warten. Da gibt es zum Beispiel den Starflyer, eine Art Kettenkarussell, das sich bis auf siebzig Meter hochschraubt und die Achterbahnen Spinning Racer, Millennium und Odyssey, eine schrecklicher aussehender als die andere.

Die Odyssey hieß vorher Jubilee Odyssey, weil sie zum Goldenen Thronjubiläum der Queen im Jahr 2002 eröffnet wurde. Die Königin kam allerdings nicht nach Ingoldsmell, aber immerhin eröffnete ihr Cousin Prince Edward, Duke of Kent die Achterbahn und fuhr auch mit. Ob ihm die Fahrt gefallen hat, kann ich leider nicht sagen.

Der „roller coaster“ wurde für £28 Millionen von der niederländischen Firma Vekoma erbaut. Sie ist 51 Meter hoch (die ursprünglichen Planungen sahen eine Höhe von 81 Metern vor) und rund 900 Meter lang, dabei werden Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erreicht. Es handelt sich bei der Achterbahn um einen Inverter, das heißt, die Wagen sind unterhalb der Schienen angebracht. Die einzelnen Teile der Strecke nennen sich Cobra Roll, Horseshoe, Sidewinder, Helix und In-line Twist. Die Bahn ist nichts für Menschen mit empfindlichen Mägen! Sie dauert knapp drei Minuten; Minuten, die sehr lang werden können. Dieser Film gibt einen Vorgeschmack auf das, was einem auf der Odyssey erwartet.

Da wir hier direkt an der Küste von Lincolnshire sind, weht oft ein kräftiger Wind, der dazu führen kann, dass Odyssee ihren Betrieb einstellen muss, Ab Windgeschwindigkeiten zwischen 40 und 50 km/h ist es zu gefährlich, die Achterbahn weiterhin fahren zu lassen.

Die Cobra Roll
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Einer der Wohnwagenparks direkt an Fantasy Island.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Mai 2021 at 02:00  Comments (2)