Haworth in West Yorkshire – Das erste Fairtrade-Dorf der Welt und sein Kontakt zu Machu Picchu in Peru

Haworths Main Street.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Haworth in West Yorkshire verbindet man natürlich in erster Linie mit den Brontëschwestern Charlotte, Emily und Anne, die im 19. Jahrhundert mit ihren Romanen für Aufsehen sorgten. Im 21. Jahrhundert sind sie offensichtlich noch immer populär, wenn man sich die vielen Touristen ansieht, die nach Haworth fahren. Bei meinen Besuchen war es dort immer rappelvoll. Der Ort profitiert auf jeden Fall noch immer von dem Nachruhm der drei Schwestern.

Es gibt aber noch ein weiteres Ereignis der jüngeren Vergangenheit, das Haworth bekannt machte und das nichts mit Literatur zu tun hat: Haworth das weltweit erste „fairtrade village„. Am 22. November 2002 erhielt es diesen Status von der Fairtrade Foundation, „a charity based in the United Kingdom that works to empower disadvantaged producers in developing countries by tackling injustice in conventional trade“, so die Definition der Wikipedia. Die Teilnehmer möchten also, dass die Bauern in anderen Erdteilen für ihre Produkte angemessene Preise bekommen, von denen sie auch vernünftig leben können, und nicht von großen Konzernen ausgebeutet werden.

Haworth hat auch einen direkten Kontakt nach Südamerika und zwar zu der Ruinenstadt Machu Picchu in Peru. Bei der Einfahrt nach Haworth werden die Besucher von einem großen Schild begrüßt, auf dem zu lesen steht: „Welcome to HAWORTH – The World’s First Fairtrade Village – Twinned with Machu Picchu, Peru„.

Die Idee, mit dem Ort in Peru Kontakt aufzunehmen, entstand kurz nachdem Haworth zu einem „fairtrade village“ geworden war, und es dauerte noch einige Jahre bis es 2009 zu dem „twinning“ kam. Seitdem haben die Bewohner von Haworth viele Dinge in die Wege geleitet, um den Partner im fernen Peru zu helfen. So haben sie Bücher geschickt, um den Bestand der Bibliothek aufzustocken und Geld gesammelt, um damit die Errichtung von einfachen Küchen zu ermöglichen, so dass Kinder in abgelegenen Dörfern warme Mahlzeiten erhalten können.

Man ist stolz in dem Bronte-Dorf auf das, was man hier bisher erreicht hat und wird den Fairtrade-Gedanken auch in Zukunft hoch halten.

Zum Thema Haworth siehe auch meine Blogeinträge über die Ballonfahrerin Lily Cove, den Pub The Black Bull und über die Vermarktung der Brontë-Familie.

Published in: on 10. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen