Bizarre Gesetze made in England

Gefährlich für Waliser: Der Cathedral Close in Hereford.
Photo © Jonathan Billinger (cc-by-sa/2.0)

Es gab und gibt merkwürdige Gesetze in England, die, vor längerer Zeit erlassen, manchmal noch immer gültig sind. Einige von ihnen habe ich in meinem heutigen Blogeintrag zusammengestellt.

Mein absoluter Favorit gleich am Anfang: In Liverpool ist es für Frauen verboten, sich „topless“ in der Öffentlichkeit zu zeigen…es sei denn, die Dame ist Angestellte in einem Geschäft, das tropische Fische verkauft. Schräger kann ein Gesetz wohl kaum sein, wenn es denn überhaupt stimmt. Ein konkreter Beweis für die Richtigkeit des Gesetzes ist, wie ich recherchiert habe, noch niemandem gelungen. Vielleicht sollte man bei seinem nächsten Besuch in der Stadt der Beatles einmal einen Blick in das Wavertree Nook Aquarium Centre in der Wavertree Nook Road 67 werfen, in der es eine große Auswahl tropischer Fische gibt.

Schwangere haben es gut in England, wenn sie unterwegs sind und sie ein menschliches Bedürfnis überkommt. Sie dürfen sich problemlos überall erleichtern, selbst, wenn sie nett darum bitten, in den Helm eines Polizeibeamten.

Waliser dagegen haben es nicht so gut, wenn sie die Städte Hereford oder Chester besuchen. Vor allem sonntags sollten sie in Hereford den Cathedral Close meiden, denn es ist legal, diese Besucher zu erschießen, allerdings nur mit Pfeil und Bogen. In Chester ist das auch möglich, aber lediglich innerhalb der Stadtmauern nach Mitternacht.

Auch Schotten müssen vorsichtig sein, wenn sie der Stadt York einen Besuch abstatten, denn sie können dort innerhalb der Stadtmauern ohne Weiteres ermordet werden, aber nur wenn sie mit Pfeil und Bogen bewaffnet sind. Also, liebe Leute aus Glasgow und Edinburgh, lasst Eure Waffen besser zuhause.

Wer unbedingt ein Brett durch die Straßen Londons tragen will, sollte sich das vorher gründlich überlegen, denn das ist verboten, was wiederum nicht für die City of London gilt, da kann man den ganzen Tag lang Bretter schleppen.

Dass man seine Kühe zwischen 10 Uhr und 19 Uhr nicht durch Londoner Straßen spazieren führen darf, versteht sich wohl von selbst; der Metropolitan Streets Act verbietet das ausdrücklich.

Sollte man beim Gassigehen mit seinem Hund der Queen begegnen, die ebenfalls ihre Corgis ausführt, bitte Vorsicht! Bürgerliche Hunde dürfen sich nämlich auf gar keinen Fall mit royalen Hunden paaren. Strengstens verboten.

Kommen wir noch einmal auf das Thema „Urinieren in der Öffentlichkeit“ zurück. Polizeihelme stehen Männern da leider nicht zur Verfügung, auch ist das eigentlich nicht gestattet, doch es gibt da einen Ausweg. Männer dürfen das tun, und zwar an den hinteren Rädern ihres Autos, wobei sie darauf achten müssen, dass bei dem Vorgang ihre rechte Hand auf dem Fahrzeug liegt.

Und zum Schluss noch eine Sache, bei der man sich strafbar macht: Wer im Zeitalter der E-Mail tatsächlich noch immer Briefe schreibt, der muss unbedingt beim Aufkleben der Briefmarke darauf achten, dass diese nicht kopfüber angebracht wird, wenn sie denn das Bild der regierenden Monarchin trägt, denn das wäre ein Akt des Hochverrats.

Ja, im Notfall dürfen Schwangere den Polizeihelm benutzen
Author: Matt from London
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Published in: on 27. Mai 2021 at 02:00  Comments (3)