The Honeycombs: Have I the Right? – Ein Hit aus den 1960er Jahren

The Honeycombs waren eine Beat-Band in den frühen 60er Jahren, 1963 in London gegründet.  Ihr erster und einziger Nummer-1-Hit in den britischen Charts war „Have I the right?„. Bereits 1966 löste sich die Gruppe wieder auf.

Das Besondere an den Honeycombs war, dass sie eine Schlagzeugerin hatten, Honey Lantree (sie starb 2018 im Alter von 75 Jahren); auch der damalige Leadsänger Dennis D’Ell starb bereits 2005.

In den 60er Jahren gehörte es für britische Gruppen zum guten Ton, auch den einen oder andern Song in deutscher Sprache aufzunehmen, so auch die Honeycombs. Ihr „Have I the right?“ wurde zu „Hab ich das Recht?„; ein Titel der es aber nur auf Platz 21 in den deutschen Hitparaden brachte.

Aufgenommen wurde die Originalversion in dem als Aufnahmestudio umgebauten Apartment des Musikproduzenten Joe Meek, in dem auch John LeytonsJohnny remember me“ und das damals erfolgreiche „Telstar“ der Tornados entstanden.

Published in: on 30. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Haynes International Motor Museum in Sparkford (Somerset)

Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Direkt an der A359 in Sparkford in der Grafschaft Somerset liegt ein Museum, das jedem Autobegeisterten das Herz höher schlagen lässt. Neben dem sich etwas bescheidener nennenden National Motor Museum in Beaulieu (Hampshire) ist das Haynes International Motor Museum die Adresse in England für alle, die sich für Autos (und Motorräder) interessieren.

Nachdem man den Eintrittspreis von £16 bezahlt hat, kann man sich in dem täglich geöffneten Museum umsehen, das in 15 Einzelausstellungen gegliedert ist. Am 10. Juli 1985 ist es eröffnet worden, mit einem Bestand von gerade einmal 29 Fahrzeugen; heute sind es fast 400, zusammengetragen aus aller Welt. Auf einem ehemaligen US-amerikanischen Munitionsdepot ließ John Haynes (1938–2019) sein Museum entstehen. Der Name ist in Großbritannien jedem bekannt, denn John Haynes war der Herausgeber der Haynes Manuals, Werkstatthandbücher für unzählige Auto- und Motorradmarken, gedacht für den fortgeschrittenen Hobbyschrauber. Da der Firmensitz des Verlages in Sparkford ist, bot sich das Gelände geradezu für einen Museumsbau an.

Es gibt hier so viel zu sehen, dass man für einen Besuch mehrere Stunden einplanen beziehungsweise sich für einen speziellen Aspekt entscheiden sollte wie den Red Room, die größte britische Sammlung von roten Autos. Da mein persönliches Interesse bei US-amerikanischen Autos liegt, ist die Abteilung The American Dream ganz besonders reizvoll. Hier stehen sie alle, die Cadillacs, Chevrolets, Mustangs und Thunderbirds. Großartig! Doch mein persönlicher Favorit ist der weiße Pontiac Firebird TransAm, ein Auto, das ich viele Jahre lang gefahren habe und das mich niemals im Stich gelassen hat. So werden hier im Haynes International Motor Museum Erinnerungen wieder wach gerufen.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch das Museum.

Haynes International Motor Museum
Sparkford
Yeovil BA22 7LH

The Red Room.
Photo © Peter Langsdale (cc-by-sa/2.0)
Pontiac Firebird TransAm.
Author: Adam Woodford.
Creative Commons 2.0
Mein Firebird.

Published in: on 29. Juni 2021 at 02:00  Comments (1)  

Der Burlington Bunker in Corsham (Wiltshire)

Ob wohl die Bewohner der kleinen Stadt Corsham in der Grafschaft Wiltshire alle wissen, was sich da 37 Meter unter ihren Füßen befindet? Der Burlington Bunker beziehungsweise The Central Government War Headquarters wurde in den Zeiten des Kalten Krieges, genauer gesagt ab 1955, eingerichtet, um dem britischen Staatsapparat und der königlichen Familie Schutz vor einem feindlichen (nuklearen) Raketenangriff zu bieten. Da dort unten durch Kalksteinabbau bereits ein umfangreiches Höhlensystem existierte, wurde dieses ausgebaut und zwar auf eine Länge von insgesamt 97 Kilometer. Dieser unterirdische Bunker war nicht für die Zivilbevölkerung von Corsham gedacht, sondern von dort unten sollte im Ernstfall die britische Regierung die Geschicke des Landes leiten. Für bis zu 4000 Menschen war die Anlage ausgelegt, man war von der Außenwelt völlig unabhängig (zumindest für eine Zeit von etwa drei Monaten). Es gab ein Krankenhaus, Kantinen, Wäschereien, riesige Vorratslager, eine gigantische Telefonvermittlungsanlage, ein Fernsehstudio usw. usw. Der Burlington Bunker war in 22 Abschnitte eingeteilt; die Royal Family sollte in Area 17 wohnen, wo alles ein wenig luxuriöser eingerichtet war.

Das muss alles ein Vermögen verschlungen haben, auch der Unterhalt der Bunkeranlage muss sehr teuer gewesen sein. Nach dem Ende des Kalten Krieges hielt das Verteidigungsministerium den Bunker unter Corsham mehr oder weniger ruhen. Ich frage mich auch, wenn feindliche Interkontinentalraketen ihre Ziele in wenigen Minuten erreichen können, wie sollte es die Regierung von London aus bei einem plötzlichen Angriff bis nach Corsham schaffen? Hatte man damals möglicherweise eine Fehlplanung vorgenommen? Warum nicht eine entsprechende Anlage in London?

Einen Teil des Burlington Bunkers hat man heute einem wesentlich angenehmerem Zweck zugeführt: Die Firma Octavian Wines, die sich auf die Lagerung von besonders kostenbaren Weinen spezialisiert hat, ist jetzt hier Untermieter geworden, denn die unterirdischen Gänge bieten unter anderem ganzjährig eine gleich bleibende Temperatur, was wesentlich für die Lebensdauer dieser Weine ist.

In den unterirdischen Gängen findet man auch einige Wandmalereien, die auf das Jahr 1943 zurückgehen, als die Anlage als Fabrik für die Bristol Aircraft Company genutzt wurde. Die Künstlerin Olga Lehmann (1912-2001) fertigte diese an, um die düstere Atmosphäre hier unten etwas aufzuhellen.

Corsham in Wiltshire.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 28. Juni 2021 at 02:00  Comments (2)  

West Kington – Ein Dorf in Witshire und sein „claim to fame“ vor fast 40 Jahren

West Kington in Wiltshire.
Photo © Maurice Pullin (cc-by-sa/2.0)

Vor 30 Jahren nahm die kanadische Band Men Without Hats einen Song auf, den sie „The Safety Dance“ nannte und der ihr für kurze Zeit zu Ruhm verhalf; danach wurde es wieder ruhiger um die Mannen um Sänger Ivan Doroschuk.
Das zum Song gehörende Musikvideo wurde unter der Regie von Tim Pope gedreht, der schon für viele andere sehenswerte Videos hergestellt hat (The Cure, Talk Talk, Siouxsie and the Banshees usw.). Auf der Suche nach einem geeigneten Drehort stieß man auf ein kleines malerisches Dörfchen in Wiltshire namens West Kington, für das man sich dann entschied. Der Ort liegt ziemlich einsam südlich der Autobahn M40 und ist nur auf schmalen Wegen zu erreichen.

Das Video beginnt mit Ivan Doroschuk und Mike Edmonds, einem zwergwüchsigen Schauspieler, der durch die TV-Serie „Maid Marian and her Merry Men“ bekannt geworden ist. Beide laufen durch ein Getreidefeld auf das Dorf zu, wo sie auf eine Gruppe von Morris Dancers treffen. Engagiert dafür wurden die Chippenham Town Morris Men, eine umtriebige Truppe, die schon international aufgetreten ist, in dem Film „Savage Hearts“ mitgespielt hat und in dem Automagazin „Top Gear“ der BBC zu sehen war. Das muntere, mittelalterlich anmutende Treiben zieht über die Brücke des Dorfes, die über den Broadmead Brook führt, an den wenigen Häusern  vorbei und endet auf einem Hof, wo dann der Jahrmarkt stattfindet, mit Punch and Judy Show usw. Für diese Szenen stellte ein örtlicher Bauer den Innenhof seiner Farm zur Verfügung.

Nach den Dreharbeiten wurde es wieder ruhig in West Kington und es hat sich hier in den dreißig Jahren seither auch nur wenig verändert. Zu sehen gibt es außer der Kirche St Mary the Virgin nichts; zu erwähnen ist vielleicht noch, dass die Naturfilmerin und Ornithologin Dilys Breese in West Kington wohnte und auf dem Kirchhof von St Mary beigesetzt ist.

Hier ist das Musikvideo zu sehen.

Die Broadmead Bridge in West Kington.
Photo © Stuart Logan (cc-by-sa/2.0)
St Mary the Virgin in West Kington.
Photo © Colin Bates (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 27. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Phil Dampier & Ashley Walton: What’s in the Queen’s handbag and other Royal secrets

Foto meines Exemplares.
Foto meines Exemplares.

Wer sich dafür interessiert, was hinter den Mauern der königlichen Paläste so alles vor sich geht, dem kann ich Phil Dampiers und Ashley Waltons amüsantes Buch „What’s in the Queen’s handbag and other Royal secrets“ empfehlen.
Da gibt es zum Beispiel ein Kapitel über die „Royal Wruffians„, die von der Queen (und wohl nur von ihr!) heiß geliebten Corgis, die, so wie es die Autoren beschreiben, richtige Biester zu sein scheinen. Darüber können zahlreiche Bedienstete der königlichen Paläste ein Klagelied singen. Wenn dann auch noch die Bullterrier von Princess Anne dazukommen, gibt es ein einziges Hauen und Stechen in der Hundeschar. Michael Avery illustriert das mit witzigen Zeichnungen.

Welche Rolle das Dienstpersonal spielt, wird in dem Kapitel „Servants: Upstairs and sometimes down the stairs“ ausführlich erläutert. Geringe Bezahlung und lange Arbeitsstunden sind hier offensichtlich die Regel. Hin und wieder wird dem Alkohol auch mehr zugesprochen als es geboten scheint. Da kam es schon einmal vor, dass während eines Staatsbanketts ein Bediensteter der Queen stark angetrunken eine Treppe, direkt vor die Füße der Monarchin fiel. Ihre Reaktion: „Would someone please come and pick…up, I think he’s a little under the weather“.

Interessant auch das Kapitel „Cars: Toot! Toot! Get out of our way!“, in dem das Fahrverhalten der Royals näher beleuchtet wird. Und damit sieht es gar nicht gut aus. Von der Queen selbst bis zu ihren Enkeln William und Harry wird ein sehr aggressiver und rücksichtsloser Fahrstil gepflegt, und da mussten schon Dutzende von Polizeibeamtenaugen zugedrückt werden, damit es nicht zu noch mehr Verwarnungen und Fahrverboten kam.

In weiteren Kapiteln geht es um die Pferdeliebe der Royals, um ihre Art Weihnachten zu feiern und um „Royal sneaks„, also ehemalige königliche Angestellte, die ihre Plappermäuler nicht halten konnten und in ihren Büchern intimste Geheimnisse des Königshauses ausplauderten.
Natürlich erfahren wir auch alles (wie es der Buchtitel schon sagt) über den Inhalt der royalen Handtasche.
Hier ist ein weiterer Blogeintrag zum Thema.

Phil Dampier & Ashley Walton: What’s in the Queen’s handbag and other Royal secrets. Brighton: Book Guild Publishing 2007. 141 Seiten. ISBN: 978-1-84624-194-9

Published in: on 26. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Dorset Naga und das Great Dorset Chilli Festival

Dorset Naga.
Author: Mwp.
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Michael und Joy Michaud aus West Bexington in Dorset sind die britischen Chilli-Experten schlechthin, und sie sind es auch, die einen der schärfsten Chillies der Welt gezüchtet haben, den Dorset Naga. Auf der Scoville-Skala erreicht diese Chilli-Pflanze durchschnittlich unglaubliche  960 000 Einheiten, das reicht aus, um bei einem übermäßigen Genuss mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht zu werden.

Dorset ist die Chilli-Grafschaft, denn hier findet auch jährlich das Great Dorset Chilli-Festival statt; bisher immer in Wimborne St Giles, in diesem Jahr auf dem Stock Gaylard Estate westlich von Sturminster Newton. Wem es nicht scharf genug sein kann, der kommt bei diesem Festival voll auf seine Kosten. Am 31. Juli und am 1. August diesen Jahres kann man testen, welchen Schärfegrad man gerade noch vertragen kann. Es gibt Essensstände ohne Ende, Kochvorführungen, Vorträge über Chillis, eine Chilli Eating und Chilli Plant Competition. Und natürlich kann, wer sich traut, auch die Dorset Naga probiert werden. Dazu gibt es jede Menge Musik, unter anderem eine Mexican Mariachi Band (nur die Red Hot Chili Peppers aus den USA haben sich nicht angesagt).

Wer noch nie in seinem Leben Chilli-Bier getrunken hat, hier auf dem Festival besteht dazu die Gelegenheit, am Stand der Fallen Angel Brewery aus Chelmsford in Essex. Die Brauerei produziert zum einen ein Bier namens Black Death („Naga chilli infused“), zum anderen das Fire in the Hole („Golden ale with fresh green chillis“).

Ein anderer Stand wird von der Firma Grim Reaper aus Christchurch (Dorset) betrieben, die in ihrem Programm zum Beispiel den Psycho Juice („Serious hot sauce for serious chilliheads“) hat.

Hier ist ein Film von einem früheren Festival.

Das Chilli Festival in Wimborne St Giles.
Photo © Mike Faherty (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 25. Juni 2021 at 02:00  Comments (2)  

Alex Mitchell, ein Mann aus King’s Lynn (Norfolk), der sich buchstäblich zu Tode lachte, während er im Fernsehen eine Comedyshow sah

Dem kann ich leider nicht uneingeschränkt zustimmen…
Author: Melody Campbell
Creative Commons 2.0

Die englischsprachige Wikipedia hat einen eigenen Eintrag zum Thema „Death from laughter“ („Tod durch Lachen“ heißt der Artikel in der deutschsprachigen Ausgabe); darin wird auch der eigenartige Tod des Alex Mitchell aus King’s Lynn (Norfolk) zitiert, der sich am 24. März 1975 tatsächlich zu Tode lachte, während er sich im Fernsehen eine Folge der Comedyshow „The Goodies“ ansah. Der gelernte Maurer brach in ein unkontrolliertes Gelächter aus, das eine halbe Stunde andauerte, dann brach er zusammen und war tot. Ist das eine schöne Art zu sterben? Darüber mag man geteilter Meinung sein. Alex Mitchells Frau schrieb später einen Brief an die Comedians der Show, in dem sie sich dafür bedankte, dass sie ihrem Mann die letzten Momente auf Erden so angenehm gemacht hatten.

Was war denn nun an der Comedyshow so lustig? The Goodies waren die drei Comedians Tim Brooke-Taylor, Graeme Garden und Bill Oddie, die von 1970 bis 1982 allerlei mehr oder weniger alberne Sketche aufführten und die sich viele Jahre später noch einige Male zu Reunion Shows zusammenfanden. Die Episode, die dem Mann aus King’s Lynn das Leben kostete, weil er sich über alle Maßen amüsierte, hieß „Kung Fu Kapers„. Darin geht es um das Erlernen der Kampfsportart Kung Fu von Tim und Graeme, während der dritte Goodie, Bill, sich über seine Kumpels lustig macht, weil er selbst eine eigene Kampfsportversion namens Ecky Thump beherrscht, die eigentlich nur darin besteht, tollpatschige Angreifer mit einem Black Pudding auf den Kopf zu hauen. Nun, das mag man lustig finden (oder auch nicht), Alex Mitchell jedenfalls amüsierte sich köstlich bis zu seinem letzten Atemzug.

Der wahre Grund für Alex Mitchells plötzliches Ableben war aber wahrscheinlich ein anderer: Er litt unter dem sogenannten Long-QT-Syndrom, eine seltene, oft vererbte Krankheit, die zum plötzlichen Herztod führen kann. Bei seiner Enkelin stellten die Ärzte dieselbe Krankheit fest.

Hier sind die Ecky Thump-Szenen zu sehen und hier die ganze Episode.

Published in: on 24. Juni 2021 at 02:00  Comments (3)  

Coplestone Warre Bampfylde (1720-1791) – Ein Landschaftsmaler und Gartengestalter mit einem sehr ungewöhnlichen Namen

Hestercombe House.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)

Ich liebe sie, die skurrilen englischen Namen und ganz besonders den von Coplestone Warre Bampfylde (1720-1791). Wenn man schon den ungewöhnlichen Nachnamen Bampfylde trägt, was hat dann die Eltern dazu veranlasst, dem armen Kind auch noch den Vornamen Coplestone zu geben?

Coppy (vielleicht nannte man ihn damals tatsächlich so) erbte beim Tod seines Vaters im Jahr 1750 dessen Anwesen Hestercombe House in der Nähe des Dorfes West Monkton in der Grafschaft Somerset. Hier sollte er auch bis zu seinem Tod im Jahr 1791 wohnen bleiben. Er interessierte sich sehr für Gartengestaltung, und so legte er die Gärten von Hestercombe neu an, wobei er Teiche, einen Wasserfall und kleine dekorative Gebäude integrierte. Anfang des 20. Jahrhunderts nahmen sich die berühmte Gartengestalterin Gertrude Jekyll (nicht verwandt oder verschwägert mit Robert Louis Stevensons Dr. Henry Jekyll) und der Stararchitekt Sir Edwin Landseer Lutyens noch einmal der Hestercombe Gardens an und schufen einen weiteren Garten nach ihren Vorstellungen. Das ganze Ensemble wird heute vom Hestercombe Gardens Trust verwaltet und konnte mit einem ordentlichen Zuschuss aus dem Heritage Lottery Fund erweitert und weiterhin erhalten werden. Die Gärten sind täglich für jedermann geöffnet und auch das Haus ist besuchbar.

Zurück zu Coplestone Warre Bampfylde: Er war auch ein sehr begabter Landschaftsmaler, und ich finde seine Gemälde sehr schön, zum Beispiel sein „The Harbour and the Cobb„.

CWB starb am 29. August 1791 auf seinem Anwesen und wurde im Familiengrab in der Church of Mary’s in Kingston St Mary in Somerset beigesetzt.

Hier ist ein Film über die Hestercombe Gardens.

Photo © Ken Grainger (cc-by-sa/2.0)
Photo © Peter Skynner (cc-by-sa/2.0)
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)
St Mary’s Church in Kingston St Mary (Somerset).
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 23. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Beer in Devon und die älteste Wurlitzerorgel in Großbritannien

Beer ist ein Dorf an der Südküste von Devon mit einem sehr netten Namen, ein Traumwohnort für alle Biertrinker. Doch um dieses Thema geht es in meinem heutigen Blogeintrag nicht, sondern um Großbritanniens älteste Wurlitzerorgel, die in der Congregational Church in der Fore Street ihre letzte Heimstätte gefunden hat.

Als es noch keine Tonfilme gab, wurden in den Kinos die Stummfilme gern mit Musik untermalt, unter anderem mit Hilfe der in den USA hergestellten Wurlitzer theatre organs. Unsere Wurlitzer Opus Number 956 in Beer wurde bereits 1924 gebaut und zwar in North Tonawanda im US-Bundesstaat New York. Per Schiff kam sie nach Southampton, und von dort wurde sie in das The Picture House in Walsall in den West Midlands transportiert. Ihre Premiere feierte sie am 26. Januar 1925, als sie die Hintergrundmusik zu dem Film „Claude Duval“ mit Fay Compton und Nigel Barrie lieferte.

Die Wurlitzer versah von nun an für viele Jahre ihren Dienst im Picture House, auch als das Zeitalter der Tonfilme anbrach. Da wurde sie in den Pausen gespielt, oder Organisten waren an ihr für Soloauftritte zu hören. 1955 sah man keinen Verwendungszeck mehr für die Orgel, und das Gerät fand für zwei Jahre einen Unterschlupf in einem Privathaus in Sedgley, nicht weit von Walsall entfernt.
Von dort aus gelangte die Wurlitzer schließlich an die Südküste von Devon, wo sie in der  Congregational Church in Beer installiert wurde; allerdings entfernte man dort alle Showeffekte, die die Orgel während ihres Kinolebens hatte.

Im Jahr 2009 erhielt die Wurlitzer eine Generalüberholung, wofür ein extra dafür gegründeter Zusammenschluss von Freunden dieser alten Orgel gesorgt und Geld gesammelt hatte. Heute kann man die Wurlitzer bei mehreren jährlichen Veranstaltungen hören, wenn sie von Organisten aus dem ganzen Land gespielt wird.

Die Congregational Church in Beer (Devon).
Photo © Anthony Vosper (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. Juni 2021 at 02:00  Comments (1)  

The Portreeve of Ashburton (Devon)


The Silent Whistle, einer der Pubs in Ashburton, dessen Bier getestet wird.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Ich bin nur einmal in Ashburton (Devon) am Rand des Dartmoors gewesen, als ich an einem regnerischen dunklen Herbsttag mit meinem Wohnmobil auf dem einzigen geöffneten Campingplatz im Dartmoor übernachten wollte, und meine Frau und ich dort die einzigen Gäste waren. Da fühlten wir uns doch zu einsam, so packten wir unsere Sachen wieder zusammen und fuhren in ein Hotel in Ashburton.

Damals hatte ich nicht das Vergnügen, dem Portreeve der kleinen Stadt zu begegnen. Dieses Amt, das von einer männlichen oder weiblichen Person bekleidet werden kann, wurde bereits im Jahr 820 eingeführt und diente ursprünglich dazu, in königlichem Auftrag die Steuer- und Finanzaufsicht in den jeweiligen Orten zu führen.

Erstaunlicherweise gibt es in Ashburton dieses Amt noch immer. Der, beziehungsweise die, sogenannte Portreeve hat heute selbstverständlich andere, rein symbolische Aufgaben. In diesem Jahr müsste es bereits der 1200. Portreeve in der Geschichte der Stadt Ashburton sein, der wieder im November in sein Amt eingeführt wird, das er ein Jahr lang inne hat.

Welche Aufgaben hat nun ein Portreeve im 21. Jahrhundert? Nach wie vor ist ein wesentlicher Teil die sogenannte Ceremony of Ale Tasting and Bread Weighing am dritten Samstag im Juli. Da muss der Portreeve, unterstützt von einigen Offiziellen, prüfen, ob die Wirte der Pubs von Ashburton auch vernünftiges Bier ausschenken. Nachdem eine zufriedenstellende Geschmacksprobe genommen worden und das Urteil positiv ausgefallen ist, erhält der Wirt einen Zweig Immergrün, den er über seiner Eingangstür zur Schau stellen kann, damit die Gäste wissen, hier gibt es gutes Bier. Diese Aufgabe des Portreeves und seiner Helfer wird sicher immer sehr gern durchgeführt.

Beim breadweighing geht es ähnlich zu. Die Bäcker der Stadt werden aufgesucht und die Brotlaibe auf Qualität überprüft, weiterhin wird gewogen, ob das Gewicht der Brote den Angaben entspricht. Ist alles in Ordnung erhält der Bäcker ein entsprechendes Zertifikat.

Diese vom Portreeve angeführte Ale Tasting and Bread Weighing Zeremonie wird selbstverständlich in Roben und Uniformen durchgeführt. Hier ist sie in einem Film zu sehen.

Published in: on 21. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Village Pond – Ein hübsches Attribut in englischen Bilderbuchdörfern

St Mary’s in Haddenham (Buckinghamshire) mit Dorfteich auf dem sich Aylesbury ducks tummeln.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

Was gehört zu einem typisch englischen Bilderbuchdorf, einem chocolate box village? Natürlich die parish church, die Dorfkirche, umstanden mit alten, verwitterten Grabsteinen. Dann, oft in unmittelbarer Nähe, der Dorfpub, gern reetgedeckt und mit einem Biergarten, und der Dorfanger, the village green, auf dem hin und wieder Feste gefeiert werden. Nicht zu vergessen die ebenfalls reetgedeckten Cottages, mit üppig wuchernden Vorgärten versehen. Woran denken wir bei dieser Zusammenstellung? Ja, an die Inspector Barnaby-Krimis, die meistens in solch hübschen Dörfern angesiedelt sind. Ein Attribut habe ich jetzt noch nicht angesprochen, das aber auch dazu beiträgt, den Charakter eines englischen Dorfes zu prägen: Der village pond, der Dorfteich.

Ein Dorf fällt mir da spontan ein, das auf engstem Raum alle die oben genannten Charakteristika aufweisen kann, und das ist Haddenham in Buckinghamshire, eines meiner Lieblingsdörfer im Königreich. Da ist die Kirche St Mary’s, gegenüber der Dorfanger mit dem Kriegerdenkmal und dem Village Sign, daneben der entenbesetzte Dorfteich, gesäumt von wunderschönen Cottages. Schade, dass der Red Lion, der auch zu dem Ensemble gehörte, im Jahr 2012 geschlossen wurde.

Ein weiteres Dorf fällt mir spontan ein, das ebenfalls alle Attribute eines Bilderbuchdorfes besitzt: Goudhurst in Kent. Neben einer wunderschönen Kirche und dem sehr ansprechenden Hotel The Star and Eagle verfügt auch Goudhurst, etwas weiter die Hauptstraße hinunter, über einen idyllischen Dorfteich mit einem Miniatur Village Green.

Haddenham und Goudhurst sind unbedingt einen Abstecher wert!

Hier sind noch einige andere Dorfteiche im Bild zu sehen.

Der Village Pond von Goudhurst (Kent).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
Leighterton in Gloucestershire.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)
Alderton in Wiltshire.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)
Comberton in Cambridgeshire.
Photo © Bob Jones (cc-by-sa/2.0)
Lindfield (West Sussex).
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 20. Juni 2021 at 02:00  Comments (3)  

Mein Buchtipp – Michael Jenner: Victorian Britain

Foto meines Exemplares.

In meinen Buchtipps stelle ich auch gern ältere Titel vor, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Wenn sie nicht mehr im Buchhandel erhältlich sind, ist es in der Regel kein Problem, sie antiquarisch über das Internet zu bestellen.

Bereits 1999 erschien das Buch „Victorian Britain“ von Michael Jenner, üppig illustriert und im Querformat. In der Regierungszeit von Queen Victoria von 1837 bis 1901 wurde in Großbritannien enorm viel gebaut und mit der architektonischen Vielfalt dieser Zeit beschäftigt sich dieses Buch.

Die viktorianischen Architekten und Künstler erschufen großartige Landhäuser, riesige Fabrikgebäude, Eisenbahnbrücken, am Meer langgestreckte Vergnügungspiers, Krankenhäuser und Gefängnisse, Denkmäler und Friedhöfe.

Um nur einige wenige Beispiel zu nennen:
1874 beauftragte Baron Ferdinand de Rothschild den französischen Architekten Gabriel-Hippolyte Destailleur mit dem Bau des fantastischen Waddesdon Manors in Buckinghamshire.

Der Industrielle William Hesketh Lever ließ 1888 für seine Arbeiter die Siedlung Port Sunlight (Merseyside) erbauen.

In Bradford (West Yorkshire) entstand 1873 das riesige Fabrikgebäude Manningham Mills.

Die Londoner waren fasziniert von dem beeindruckenden, von 1868 bis 1874 in neugotischem Stil erbauten Bahnhofsgebäude St Pancras, das der Architekt George Gilbert Scott entworfen hatte.

Weitere Highlights des viktorianischen Zeitalters waren die Royal Albert Hall, der Palace of Westminster, der Highgate Cemetery, alle in London, und mein Favorit: Das 1879 erbaute Royal Holloway College in Egham (Surrey).

Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die sich für die britische Architekturgeschichte interessieren.

Michael Jenner: Victorian Britain. Weidenfeld&Nicolson 1999. 160 Seiten. ISBN 978-1841880495.



Published in: on 19. Juni 2021 at 02:00  Comments (2)  

Delia Smith, die berühmte Fernsehköchin, wird heute 80 Jahre alt

Author: Steve Bowbrick
Creative Commons 2.0

Am 18. Juni 1941 wurde Delia Smith in Woking (Surrey) geboren und kann heute ihren 80. Geburtstag feiern. Herzlichen Glückwunsch, Delia!

Sie ist sicher eine der prominentesten Köchinnen Großbritanniens, die jeder im Lande kennt. Einige ihrer Bücher wurden auch ins Deutsche übersetzt, aber so bekannt geworden wie in ihrem Heimatland ist Delia Smith hier nicht. Eines ihrer vielen Bücher hat den Titel „Delia’s Cake„, und mit einer Torte ist sie zu Beginn ihrer Karriere bekannt geworden, denn niemand anderes als sie steckt hinter der weltberühmten Torte auf dem Cover des Rolling Stones-Albums „Let it bleed„. Die auf einem Fahrradreifen ruhende Torte ist außerordentlich üppig verziert und mitten auf ihr sind die Figuren der fünf Rolling Stones zu sehen.
Robert Brownjohn, ein enger Freund von Keith Richard, bekam 1969 den Auftrag, das Cover zu entwerfen, und Brownjohn engagierte Delia Smith, die Torte zu backen, was diese denn auch mit Vergnügen tat. Delia arbeitete damals mit einem Food-Fotografen zusammen und kochte und backte alles, was gebraucht wurde. Kurz danach begann ihre steile Karriere. 1971 erschien ihr erstes Buch „How to Cheat at Cooking„, 1995 veröffentlichte sie ihren Bestseller „Delia Smith’s Winter Collection„, den ich mir bei einem Englandbesuch mitbrachte.

Die Köchin trat in unzähligen TV-Shows auf, hatte ihre eigenen Sendungen wie „How to Cook“ (hier ist ein Beispiel). Der sogenannte „Delia-Effekt“ führte dazu, dass nach einigen ihrer Sendungen eine extreme Nachfrage nach bestimmten Produkten begann, die sie verwendet hatte. Zum Beispiel stellte sie in einer ihrer TV-Shows ein Rezept mit den Zutaten Rhabarber und Ingwer vor. Kurz danach begann der Run auf Rhabarber und zwar derart, dass die Supermarktkette Waitrose ihn aus Deutschland importieren musste, weil die britischen Rhabarberanbauer mit der Lieferung nicht mehr nachkamen.

Delia Smith machte sich auch einen Namen als Fußballfan, speziell als Anhängerin des Vereins Norwich City in Norfolk. Legendär ist ihr Auftritt im Februar 2005 in der Halbzeitpause des Spiels Norwich City gegen Manchester City, als sie die Fans des abstiegsbedrohten Clubs mit markigen Worten zur Unterstützung aufrief (hier zu sehen).

Delia Smith wurde für ihre Arbeit als Köchin vielfach ausgezeichnet. Sie erhielt die Orden OBE (The Most Excellent Order of the British Empire), CBE (Commander of the Order of the British Empire) und wurde Ehrendoktorin der Universitäten Nottingham und East Anglia, wo sie den größten Teil ihres Lebens verbrachte, allerdings nicht in Norfolk sondern in Suffolk (sie wohnt in der Nähe von Stowmarket).

Foto meines Exemplares.

Published in: on 18. Juni 2021 at 02:00  Comments (8)  

Ein „heißsporniger“ Adliger und ein Londoner Fußballverein

Sir Henry Percy auf Alnwick Castle
Photo © Michael Dibb (cc-by-sa/2.0)

Sir Henry Percy, der 1364 in Alnwick in Northumberland geboren wurde und in der Schlacht bei Shrewsbury am 21. Juli 1403 fiel, trug den Beinamen „Harry Hotspur„, weil er ein Draufgänger war und in Schlachten seinem Pferd ordentlich die Sporen gab, um den Gegner frontal anzugreifen. Er war seinerzeit „The bravest knight of his day“. Die Percy-Familie residiert noch heute auf Alnwick Castle (siehe dazu meinen Blogeintrag), hoch oben im Nordosten Englands.

Die Percys besaßen Land in London, auf dem Hunderte von Jahren später, sich Fußballfreunde zusammenfanden und einen Verein gründeten, dem sie im April 1884 den Namen Tottenham Hotspur Football Club gaben. Die Spieler nannten sich The Spurs, im Gedenken an den heißblütigen Ritter, und vielleicht sollte dieser Name auch das Draufgängertum der Spieler versinnbildlichen.

Eine weitere Verbindung zu Sir Henry Percy ist der Fighting Cock, der das Emblem des Fußballvereins ziert. Der Ritter besaß Kampfhähne, die er mit Sporen ausstattete, damit sie den Gegnern größtmögliche Verletzungen beibringen konnten. Der Hahn samt Sporen auf einem Fußball stehend, ist auf dem Emblem zu sehen.

Und es gibt eine weitere Verbindung zwischen dem in der Premier League spielenden Verein und der Percy-Familie: Das Londoner Percy House. Sir Hugh Smithson, Duke of Northumberland, ließ das Haus in den 1740er Jahren in London erbauen, in dem jetzt die Tottenham Hotspur Foundation untergebracht ist. Eine wohltätige Einrichtung “ committed to providing the best sports, health, training, and education programmes for the community“.

Das aktuelle Stadion der Spurs liegt natürlich schon lange nicht mehr in den Tottenham Marshes; es wurde erst vor wenigen Jahren in Betrieb genommen und liegt zwischen der High Road und der Worcester Avenue im Stadtteil Tottenham.

Hier ist ein Lied über den heißsporningen Ritter zu hören.

Das neue Stadion der Spurs.
Photo © Jim Osley (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 17. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Dundas Aqueduct bei Monkton Combe in Somerset

Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Vor fünf Jahren stellte ich in meinem Blog einen ungewöhnlichen Aquädukt in Warwickshire vor, den Edstone Aqueduct. Normalerweise fährt man mit seinem Narrowboat unter einer Brücke hindurch, hier jedoch geht es genau anders herum.

So etwas Ähnliches findet man in Somerset bei Monkton Combe, wo man mit seinem Boot den River Avon und eine Bahnlinie überqueren kann und zwar mit Hilfe des Dundas Aqueducts. Benannt wurde diese Brücke nach Charles Dundas, 1st Baron Amesbury (1751-1832), einem Politiker, der auch der erste Vorsitzende der Kennet and Avon Canal Company war, die diesen Kanal samt Aquädukt betrieb.

Ursprünglich sollte diese Kanalbrücke aus Ziegelsteinen gebaut werden, doch da in der Nähe Steinbrüche waren, aus denen man den sogenannten Bath Stone holte, deren Betreiber den Aquädukt überwiegend benutzten, schien es etwas merkwürdig zu sein, diese Brücke nicht auch aus Bath Stone zu bauen. 1805 war der Dundas Aqueduct fertig und der Kanalbetrieb konnte losgehen.
Die 137 Meter lange Brücke wird heute gern von Freizeitkapitänen auf ihren Booten genutzt, die den 140 Kilometer langen Kennet and Avon Kanal befahren. Ein Höhepunkt dieser Fahrt ist sicher immer wieder dieser Aquädukt, von dem aus man einen ungewöhnlichen Blick auf die umliegende Landschaft hat. Nach meinen Erfahrungen mit Narrowboats kann man von ihnen aus nicht viel sehen, weil man meistens relativ tief im Fluss liegt ( so ist es zumindest auf der Strecke von Evesham nach Stratford-upon-Avon auf dem River Avon).

Hier ist ein Film, der die Überquerung des Dundas Aqueducts mit einem Narrowboat zeigt und hier ist ein Film aus der Vogelperspektive.

Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Chester und seine Geister

Chester bei Nacht.
Photo © Jeff Buck (cc-by-sa/2.0)

An einigen Orten Englands, in denen sich vor langer Zeit Römer angesiedelt hatten, spukt es mehr als in „römerfreien“ Städten. Ich denke da in erster Linie an York und zweiter Linie an Chester in der Grafschaft Cheshire, das damalige Castra Devana.

Die Dewa Roman Experience beschäftigt sich mit der römischen Vergangenheit der Stadt Chester. Im Keller des Museums soll es spuken und verantwortlich dafür sind drei „spirits“ namens Nathaniel, Charlotte und Brandon, das hat zumindest der mittlerweile verstorbene Derek Acorah herausgefunden, bekannt aus der TV-Serie „Most Haunted“.

Im George and Dragon in der Liverpool Street, in einem wunderschönen alten Haus untergebracht, soll es einen römischen Soldaten geben, der gesehen worden ist wie er durch Wände geht.

Nicht bis in die Römerzeit zurück reicht die Geschichte von John Davies, der sein Unwesen in dem Pub/Hotel The Pied Bull in der Northgate Street treiben soll. Der Mann ist im Jahr 1609 in dem Haus die Kellertreppe hinuntergestürzt und ist dabei zufällig in sein Messer gefallen und ums Leben gekommen.

Die Angestellten des Sofa Workshops in der Watergate Street berichten von mysteriösen Erscheinungen in dem Haus, das im 18. Jahrhundert ein Pub namens  The Hand and Snake war. Dort mussten kleine Jungen die gepuderten Perücken von adligen Besuchern reinigen und zwar mit hochgiftigem Arsen. Viele der Kinder überlebten diese grausame Prozedur nicht. Hin und wieder soll in dem Laden das Schluchzen eines kleinen Jungen zu hören sein, außerdem haben die Angestellten den Eindruck als ob sie ständig beobachtet würden.

Auch die Mitarbeiter des Schokoladengeschäfts Thorntons in der Eastgate Street hatten schon ihre gruseligen Erlebnisse, die in Zusammenhang stehen mit einer jungen Frau, die sich in dem Gebäude anfangs des 19.Jahrhunderts aufgehängt hat, weil ihr Verlobter sie vor dem Traualtar hat sitzen lassen. Seitdem soll sie hier spuken, Gegenstände hin und her bewegen und die Angestellten und Kunden erschrecken.

Jeden Samstag um 19.30 Uhr wird in Chester eine neunzigminütige Ghost Tour veranstaltet, die zu den bedeutsamsten Stätten in der uralten Stadt führt. Die Tour startet vor dem Town Hall Visitor Information Centre in der Northgate Street. Hier ist ein kleiner Vorgeschmack.

Dewa Roman Experience.
Photo © chestertouristcom (cc-by-sa/2.0)
The George and Dragon.
Photo © Jeff Buck (cc-by-sa/2.0)
The Pied Bull.
Photo © Richard Hoare (cc-by-sa/2.0)
Thorntons.
Photo © Jeff Buck (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 15. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Englische Exzentriker – Bill Boaks (1921-1986)

In meiner Reihe über englische Exzentriker soll heute Bill Boaks (1921-1986) im Mittelpunkt stehen. Schon als Jugendlicher trat er in die Königliche Marine ein, bei der er es bis zum Oberstleutnant schaffte. Dreißig Jahre seines Lebens verbrachte er bei der Marine, doch als er seine erfolgreiche militärische Laufbahn beendet hatte, lief es nicht mehr so rund in Bill Boaks‘ Leben.

1951 strebte er einen Sitz im britischen Parlament an, wobei er kläglich scheiterte. Boaks war so ehrgeizig, bei Wahlen gegen den Premierminister Clement Attlee antreten zu wollen, der im Londoner Stadtteil Walthamstow kandidierte. Leider war der ehemalige Marineoffizier nicht sehr gut informiert, denn Attlee trat im Wahlbezirk Walthamstow West an, während sich Boaks in Walthamstow East registriert hatte. Klägliche 174 Stimmen, gleich 0,4%, erhielt er, was ihn aber nicht davon abhielt, es in den nächsten 31 Jahren immer wieder zu versuchen. Boaks war im ganzen Land unterwegs, von Bournemouth im Süden bis zur schottischen Metropole Glasgow, bei sämtlichen Wahlen und Nachwahlen fiel er durch. Am schlimmsten war es im Jahr 1982 als er bei Nachwahlen in Glasgow Hillhead ganze fünf Stimmen erhielt, gleich 0,0%.

Bill Boaks engagierte sich sehr für Frauenrechte und für Sicherheit im Straßenverkehr. Er propagierte, dass Fußgängern mehr Rechte als Autofahrern zugestanden werden sollten, indem alle Straßen als Zebrastreifen deklariert werden und Fußgänger immer Vorfahrt haben; der Frachtverkehr sollte auf Schienen verlagert werden. Alles Themen, die noch heute im 21. Jahrhundert aktuell sind und diskutiert werden. Doch Boaks machte sich bei seinen Mitmenschen durch die Methoden unbeliebt, mit denen er seine Ideen durchsetzen wollte. So ärgerte er Autofahrer tierisch, als er an Zebrastreifen eine Schubkarre voller Backsteine hin und her schob und damit den Verkehr erheblich störte. Dann setzte er sich mehrere Male in einen Liegestuhl auf die Überholspur des Westways in Kensington und las in aller Ruhe eine Zeitung, während der Verkehr um ihn herum brauste. Den größten Zorn zog sich Bill Boaks zu, als er einmal mit seinem Auto in Wembley kurz vor einem Fußballspiel England-Schottland an einem Zebrastreifen sämtliche Zuschauer vorüberziehen ließ (es sollen 100 000 gewesen sein) und dadurch einen Riesenstau verursachte.

Auch andere Aktionen des Exzentrikers fielen nicht auf fruchtbaren Boden. Als einmal Prinz Philip am Steuer seines Rovers, auf dem Beifahrersitz saß die Queen, einen Unfall verursachte, versuchte er die Königin wegen Beihilfe zur Tat vorladen zu lassen, was ihm natürlich nicht gelang.

Bei dem London to Paris Air Race der Daily Mail im Jahr 1959 nahm auch Bill Boaks teil…auf Rollschuhen, er kam allerdings nur bis zur Themse und gab dann auf (in diesem Film ist er ganz kurz zu sehen).

Auf der einen Seite vertrat Bill Boaks sehr vernünftige und vorausschauende Ideen, auf der anderen Seite gab er sich wiederum der Lächerlichkeit preis. So richtig liebgewonnen hatten ihn wohl nur wenige.

Published in: on 14. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Mark Mower: Suffolk Tales of Mystery&Murder

Foto meines Exemplares.

Mark Mower ist begeisterter Sherlock Holmes-Fan und hat eine ganze Serie von Büchern geschrieben, in denen der Detektiv von der Londoner Baker Street und sein Partner, Dr. John Hamish Watson, im Mittelpunkt stehen. Die „Chronicles of Sherlock Holmes“ beruhen auf Tagebüchern des Arztes, die sein Ur-Ur-Enkel James Innes Watson geerbt hat und nun veröffentlicht. Ich hoffe, Sir Arthur Conan Doyle hätte nichts dagegen gehabt.F

Mark Mower ist Mitglied der Sherlock Holmes Society, der Crime Writers‘ Association und der Londoner Solar Pons Society (Solar Pons ist ein Detektiv, den sich der US-Amerikaner August Derleth ausgedacht hat und der stark an Sherlock Holmes angelehnt ist).

Weiterhin beschäftigt sich Mark Mower gern mit East Anglia (er wohnt selbst in Suffolk) und da speziell mit historischen Kriminalfällen. Vor „Bloody British History: Norwich“ und „Suffolk Murders“ veröffentlichte er im Jahr 2006 das Buch „Suffolk Tales of Mystery&Murder„, das ich heute vorstellen möchte.

Die hier zusammengetragenen mysteriösen Geschichten („Enough to keep even the most rational and reasoned of you wide-eyed and restless“) handeln beispielsweise von den vielen Geistern, die Suffolks Haupstadt Ipswich heimsuchen, von den Sichtungen von Großkatzen, die immer wieder stattfinden, von Edmund the Martyr, der auf schreckliche Weise ums Leben kam (und nach dem die Stadt Bury St Edmunds benannt worden ist) und dem Waveney River Monster, das sich in diesem Fluss in Suffolk immer mal wieder Anglern und Bootsfahrern zeigt.

Das schmale Bändchen ist sehr interessant und regt dazu an, sich mit der einen oder anderen Geschichte näher zu beschäftigen; ein kleines Literaturverzeichnis ist im Anhang zu finden.

Mark Mower: Suffolk Tales of Mystery&Murder. Countryside Books 2006. 94 Seiten. ISBN  978-1853069987.

Published in: on 13. Juni 2021 at 02:00  Comments (1)  

The NoBody Inn in Doddiscombsleigh (Devon) – Das Wirtshaus am Dartmoor

Photo © Kate Jewell (cc-by-sa/2.0)

Doddiscombsleigh is ein Dörfchen am Ostrand des Dartmoors in der Grafschaft Devon; hier steht der NoBody Inn. Man beachte die Schreibweise: Es heißt nicht Nobody Inn, sondern NoBody Inn, was sich auf einen Zwischenfall aus früheren Zeiten bezieht, in dem ein toter Gastwirt involviert gewesen sein soll.
Ein hübsches direkt an der Außenwand angebrachtes Schild ziert den Gasthof, das einen Mann in elisabethanischer Tracht zeigt, der an die Tür eines Hauses klopft, während sein schwarzes Pferd auf ihn wartet. Vielleicht begehrt der Mann Einlass in das Gasthaus, weil er hungrig und durstig ist?

Ihn würde im NoBody Inn eine riesige Auswahl an Whiskies erwarten, rund 240 verschiedene Sorten stehen den Gästen zur Verfügung, darüber hinaus auch noch die selbe Zahl an Weinen. Da es sich hier um ein Free House handelt, kann sich der Wirt seine Biere selbst aussuchen. Der Küchenchef legt bei der Zubereitung seiner Speisen Wert darauf, dass die Produkte möglichst aus der Region stammen.

Seit 1838 wird das Haus schon als Pub verwendet, davor diente es als Gemeindehaus für die Kirche; erbaut wurde es im 17. Jahrhundert.

Vor vier Jahren erhielt der NoBody Inn die Auszeichnung „Inn of the Year 2017“ des Good Hotel Guides; der Automobilclub AA verlieh ihm eine Rosette für seine sehr gute Küchenleistung.

The NoBody Inn
Doddiscombsleigh
Exeter
Devon EX6 7PS

Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 12. Juni 2021 at 02:00  Comments (2)  

Der Buxton Memorial Fountain in den Londoner Victoria Tower Gardens

Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Es gab im 19. Jahrhundert eine ganze Reihe von Menschen, die sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzten, der bekannteste unter ihnen ist sicher William Wilberforce, der in seiner Geburtsstadt Hull mit einer Gedenksäule geehrt worden ist.
Etwas weniger bekannt ist Sir Thomas Fowell Buxton (1786-1845), Parlamentsmitglied für den Bezirk Weymouth and Melcombe Regis in Dorset und Mitbegründer der British and Foreign Anti-Slavery Society. Ihm und seinen Mitstreitern gelangen große Erfolge in der Beendung der Sklaverei.

Wie William Wilberforce ist auch Sir Thomas mit einem Memorial geehrt worden, dem Buxton Memorial Fountain, der seinen Platz auf dem Londoner Parliament Square fand. In Auftrag gegeben und konzipiert wurde der Brunnen von Charles Buxton, seinem Sohn, der ebenfalls Parlamentsmitglied war. Geschaffen hat den Buxton Memorial Fountain der Architekt Samuel Sanders Teulon, der an der Umgestaltung von vielen Kirchen und Herrenhäusern (Holkham Hall, Sandringham House, Cholmondeley Castle) beteiligt war. 1866 war das sehenswerte Kunstwerk fertiggestellt. Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Platz vor dem Parlament neu gestaltet worden war, beseitigte man den Memorial Fountain und stellte ihn erst 1957 wieder auf, in den nahegelegenen Victoria Tower Gardens, wo er bis heute zu bewundern ist. Mehrere Male wurden Figuren von der Gedenkstätte entwendet, auch der Brunnen funktionierte nicht mehr, so wurde das Memorial 2006/07 komplett restauriert und konnte im März 2007 anlässlich einer Enthüllungszeremonie wieder in neuem Glanz erstrahlen.

Ich finde diesen Brunnen sehr schön und es lohnt sich, ihn einmal genau anzusehen.

Hier ist ein Rundgang durch die Victoria Tower Gardens im Film.

Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 11. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Cragside House bei Rothbury in Northumberland – Das Haus eines genialen Erfinders

Photo © Andy F (cc-by-sa/2.0)

William George Armstrong, 1. Baron Armstrong war ein genialer Erfinder und außerordentlich erfolgreicher Industrieller. Geboren wurde er 1810 in Newcastle-on-Tyne, am 27.12.1900 starb er auf seinem Landsitz Cragside House bei Rothbury in Northumberland. Seinen Reichtum erwarb er sich in erster Linie durch die Herstellung von Waffen, so erfand er die nach ihm benannte Armstrong-Kanone. Als Armstrong starb, waren in seinen Unternehmen über 20 000 Menschen beschäftigt.

Cragside House wurde 1863 erbaut und Armstrong verwandelte seinen Landsitz immer mehr zu einem „Palace of a modern magician„. Er erfand immer neue Dinge und versuchte sie in seinem Haus einzubauen. Während er einmal im Dee angelte, kam ihm die Idee, Wasserkraft in elektrische Energie umzuwandeln. Genau das tat er dann auch 1868 und versorgte Cragside als erstes Haus in der ganzen Welt mit aus Wasserkraft gewonnener Energie. Er betrieb damit zum Beispiel einen Fahrstuhl und in der Küche einen rotierenden Bratspieß. In Cragside fand man damals schon eine Geschirrspülmaschine, fließendes kaltes und warmes Wasser und ein Türkisches Bad.

Armstrong lud einige Berühmtheiten in seinen „Zauberpalast“ ein, so staunten unter anderem der Schah von Persien und der König von Siam über die Erfindungen des Industriellen; auch der spätere König Edward VII und seine Frau Alexandra statteten Cragside einen Besuch ab.

Das im Tudor Revival Stil erbaute Haus wurde 1977 vom National Trust übernommen und 2007 generalüberholt. Das Haus und die ihn umgebenden Gärten (hier findet sich auch einer der größten Steingärten Europas) sind zu besichtigen (für den Preis von £13 pro Person).

Die BBC-Dokumentationsserie „Abroad Again in Britain„, von Jonathan Meades präsentiert, stellte Cragside vor. Hier ist der erste Teil zu sehen.

Cragside House
Rothbury
Morpeth NE65 7PX

Das Buch zum Artikel:
Henrietta Heald: William Armstrong – Magician of the North. Northumbria Press 2010. 320 Seiten. ISBN 978-1904794493.

Photo © Stuart Wilding (cc-by-sa/2.0)
Eines der Schlafzimmer in Cragside House.
Photo © Stuart Wilding (cc-by-sa/2.0)
Der Drawing Room.
Photo © Derek Voller (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 10. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Teufelstüren in englischen Kirchen

Die Devil’s door der St Andrew’s Church in Pickworth (Lincolnshire).
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Die Devil’s door, die Teufelstür, war eine Einrichtung an der Nordwand in Kirchen aus der frühchristlichen Zeit Englands, besonders in den Grafschaften East und West Sussex. Dieser nördliche Teil der Kirchen galt früher als dem Teufel gehörend, während der Haupteingang in der Regel auf der Südseite war. Um dem Teufel nun die Flucht aus der Kirche zu ermöglichen, wurde in manchen Kirchen diese Tür eingebaut. Man öffnete sie nur bei Kindstaufen, denn es herrschte damals die Auffassung, dass der Teufel in der Seele eines ungetauften Kindes wohnte, und während des Taufaktes wurde er vertrieben und musste die Kirche schnellstmöglich verlassen, was er dann durch die Teufelstür auch tat. Anschließend schloss man die Tür sofort wieder. Im Laufe der Zeit wurden die meisten „devil’s doors“ zugemauert, so dass der Teufel keine Möglichkeit hatte, das Gotteshaus wieder zu betreten. Wohin mag der Teufel sich dann bei den nächsten Taufen verkrümelt haben, wenn die Nordtür zu war?

St Nicholas in Worth (West Sussex)
Author: Hassocks5489
This work is released into the public domain.
In diese verrammelte Tür kommt der Teufel bestimmt nicht herein. Holy Trinity in Blythburg (Suffolk).
Author: Spencer Means
Creative Commons 2.0
Die zugemauerte einstige Teufelstür mit neuem Verwendungszweck in St Michael and All Angels in Edenham (Lincolnshire).
Photo © Bob Harvey (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 9. Juni 2021 at 02:00  Comments (1)  

Die Melbury Road im Londoner Stadtteil Kensington, zwei historische Häuser und zwei sich befehdende Rockstars

The Tower House.
Photo © Jim Osley (cc-by-sa/2.0)

In der Londoner Melbury Road im Stadtteil Kensington stehen einige sehr edle Häuser, von denen die Nummer 29 und die Nummer 31 besonders ins Auge fallen. Hier wohnen Menschen, die ganz offensichtlich nicht unter Geldmangel leiden. Die Nummer 29 ist das Tower House, sofort an dem angebauten Turm zu erkennen. Es wurde von dem renommierten viktorianischen Architekten William Burges erbaut. 1878 war es fertig gestellt und Burges zog auch selbst ein. Ich möchte nicht auf alle Bewohner des Tower Houses eingehen, John Betjeman war einer von ihnen, sondern nur auf den gegenwärtigen, der hier schon seit 1972 wohnt. Es ist der Gründer und Gitarrist der Rockband Led Zeppelin, die von 1968 bis 1980 zusammen war: Jimmy Page. Das Tower House war damals heiß begehrt. 1969 schnappte es der Schauspieler Richard Harris dem US-amerikanischen Pianisten Liberace vor der Nase weg, und drei Jahre später geschah das gleiche mit Jimmy Page, der bereit war, mehr dafür zu bezahlen als sein Konkurrent, der Sänger David Bowie. Wer sich für das Interieur des Hauses interessiert, dem kann ich den entsprechenden Wikipediaartikel empfehlen, der sehr detailliert darauf eingeht.

Neben dem Tower House steht das Woodland House, die Nummer 31. Es wurde fast zeitgleich mit dem Tower House im Jahr 1878 von dem Architekten Richard Norman Shaw für den Maler Luke Fildes erbaut, der darin von 1878 bis 1927 wohnen sollte; eine blaue Plakette am Haus erinnert daran. 1972 zog der Filmregisseur Michael Winner (1935-2013) ein, der unter anderem für seine Filme „Chatos Land“ und „Ein Mann sieht rot“ bekannt wurde. Später war er als Restaurantkritiker tätig; ich las regelmäßig seine Rubrik „Winner’s Dinners“ in der Sunday Times (siehe hierzu meinen Blogeintrag).

Nachdem Michael Winner gestorben war, folgte der Sänger Robbie Williams als Bewohner des Woodland House, der dafür £17.5 Millionen bezahlt haben soll. Da Mr Williams umfangreiche Umarbeiten an dem Haus vornehmen wollte, darunter ein unterirdisches Schwimmbad, geriet er mit seinem Nachbarn Jimmy Page in Konflikt, der fürchtete, dass diese Arbeiten sein unter Denkmalschutz stehendes Tower House gefährden könnten. Der Streit zwischen den beiden zog sich mehrere Jahre hin, wobei Robbie Williams seinen dreißig Jahre älteren Nachbarn durch das Abspielen lauter Musik der früheren Konkurrenten Led Zeppelins geärgert haben soll (hier ein Interview mit Robbie Williams). Die Baupläne des ehemaligen Take That-Sängers wurden genehmigt, allerdings mit der Auflage, dass die bei den Bauarbeiten entstehenden Vibrationen ständig überwacht werden müssen, so dass dem Tower House kein Schaden entstehen könne. So richtige Freunde werden Herren Page und Williams wohl nie werden.

Hier ist ein Film über „The Melbury Road Set“.

The Woodland House.
Author: Spudgun67
Creative Commons 2.0
Published in: on 8. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Shingle Street – Ein einsames Dorf in Suffolk mit mysteriöser Vergangenheit

Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

An der Suffolk Heritage Coast liegt ein winziges Dorf, das einen stetigen Kampf gegen das Meer führt. Shingle Street besteht nur aus ein paar Häusern, mit einem Kiesstrand zwischen dem nahen Meer. Nach Expertenmeinung dauert es maximal 20 Jahre bis die See den Kampf gewonnen hat.

Shingle Street ist ein Ort mit mysteriöser Vergangenheit. 1940 wurde der Ort binnen weniger Tage evakuiert, damit man den Strand gegen eine feindliche Invasion verminen konnte. Vandalen suchten die Häuser auf und verwüsteten sie; die Royal Air Force nutzte das Gelände für geheime Bombentests, wobei der Lifeboat Inn schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Das Gerücht verbreitete sich, dass eine deutsche Invasion vor Shingle Street verhindert werden konnte. Noch heute gibt es geheime Akten darüber, was wirklich an der abgelegenen Küste von Suffolk passierte. Spekulationen in Form von Büchern und Fernsehsendungen entstanden.
Die Bewohner von Shingle Street durften 5 Jahre nach Kriegsende wieder in ihre Häuser zurück, die fast unbewohnbar waren und neu aufgebaut werden mussten. Die Entschädigung für die entstandenen Verluste war gering.

In Shingle Street steht einer von mehreren Martello Towers, die an der Küste aufgestellt wurden, um im frühen 19. Jahrhundert eine napoleonische Invasion zu verhindern. Diese Forts finden sich auch an der englischen Südküste und einige davon kann man als Holiday Home mieten.
Hier ist ein Drohnenflug über Shingle Street zu sehen.

Shingle Street könnte also eines Tages im Meer versinken, so wie die einstige Hafenstadt Dunwich, ebenfalls in Suffolk, die mitsamt ihrer 8 Kirchen von der Nordsee verschlungen wurde. Noch heute herrscht in Dunwich eine eigenartige Atmosphäre, von der ich mich einmal selbst überzeugen konnte.

Der englische Sänger Thomas Dolby hat dem mysteriösen Ort in seinem Song „Cloudburst at Shingle Street“ ein Denkmal gesetzt.

Der Martello Tower.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 7. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

William MacKenzies Pyramidengrab in Liverpool

Photo © Paul Brooker (cc-by-sa/2.0)

Warum soll ich mich eigentlich in einem ganz normalen Grab wie alle anderen begraben lassen, das fragten sich einige Herren im 19. Jahrhundert und dachten sich für ihre letzte Ruhestätte etwas Außergewöhnliches aus. John „Mad Jack“ Fuller zum Beispiel baute sich schon 23 Jahre vor seinem Tod in Brightling in East Sussex ein Mausoleum in Form einer Pyramide (siehe dazu meinen Blogeintrag), während Sir Richard Francis Burton seine Verbundenheit mit allem Orientalischen zeigte, indem er sich sein Grabmal in Form eines steinernen Beduinenzeltes in Mortlake (Greater London) bauen ließ (siehe auch dazu meinen Blogeintrag).

Der Unternehmer William MacKenzie (1794-1851) dachte ähnlich und ruht in einer 4,57 Meter hohen Pyramide auf dem Kirchhof der ehemaligen Kirche St Andrew’s an der Rodney Street in Liverpool. Der Legende nach soll es sein Wunsch gewesen sein, in der Pyramide an einem Tisch sitzend bestattet zu werden, mit Spielkarten in der Hand, denn MacKenzie war leidenschaftlicher Spieler. Er wollte nicht in der Erde beigesetzt werden, um dem Teufel ein Schnippchen zu schlagen, denn er hatte bei einem Spiel Poker mit dem Leibhaftigen seine Seele verspielt. Wenn er also über der Erde bliebe, könne der Teufel seine Seele nicht einfordern, so angeblich die Denkweise MacKenzies.

Wie gesagt, es handelt sich bei der Geschichte um eine Legende. Die Fakten sehen anders aus. Die Pyramide wurde erst 1868, also 17 Jahre nach seinem Tod von seinem Bruder Edward erbaut. William MacKenzie sitzt darin auch nicht an einem Spieltisch, sondern ist richtig begraben worden (was ist jetzt mit seiner Seele und dem Teufel?). Die Inschrift an der Pyramide lautet:
In the vault beneath lie the remains of William Mackenzie Esquire who died 29th October 1851 aged 57 years. Also, Mary his wife, who died 19th December 1838 aged 48 years and Sarah, his second wife who died 9th December 1867 aged 60 years. This monument was erected by his Brother Edward as a token of love and affection A.D. 1868. The memory of the just is blessed”.

Schade, wieder wurde ein schöne Legende zerstört! Stimmt es etwa auch nicht, dass MacKenzies Geist hin und wieder die Rodney Street heimsucht?
Hier ist ein Film über die „Story of William MacKenzie“.

Die St Andrew’s Church wurde bereits 1975 geschlossen. Heute befinden sich darin Studentenunterkünfte.

Die St Andrew’s Church in Liverpool, rechts die Pyramide.
Author: Rodhullandemu
Attribution: By Phil Nash from Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0 & GFDL

Ein Rockstar und ein neu gepflanzter Wald bei Bere Regis in Dorset

Die meisten kennen Brian May nur als Gitarristen einer der größten Rockbands der britischen Musikgeschichte: Queen. Dabei ist May ein außergewöhnlicher Mensch mit sehr vielseitigen Interessen. Kurz vor dem Durchbruch der Rockgruppe arbeitete er an einer Dissertation im Bereich der Astrophysik, die er aber abbrach, weil er seine ganze Aufmerksamkeit auf seine musikalischen Tätigkeiten richtete. Erst im Jahr 2006 nahm er die Fäden seiner Doktorarbeit wieder auf, schrieb sich im Londoner Imperial College ein und vollendete sie ein Jahr später. Der Titel der Dissertation lautet: „A Survey of Radical Velocities in the Zodiacal Dust Cloud„, auf Deutsch etwa „Eine Untersuchung über die radikalen Geschwindigkeiten in der Staubwolke des Zodiak“. Seit 2007 sollte man Brian May also mit Dr May ansprechen.

Weitere Interessengebiete des ehemaligen Queen-Mitglieds sind die historische Stereofotografie, Blechspielzeuge und Star Wars-Fanartikel. Ganz besonders liegt ihm der Natur- und der Tierschutz am Herzen. Brian May scheut nicht davor zurück, öffentlich Politiker anzugreifen, wenn es beispielsweise um die Fuchsjagd geht. Sein Save Me Trust setzt sich für Tiere ein, ob es sich dabei um den Schutz von Dachsen handelt oder um das Abschlachten von Elefanten in Afrika, Brian May ist immer zur Stelle und hilft wo immer es geht.

Im Jahr 2013 begab er sich nach Dorset, um dort ein weiteres Projekt aus der Taufe zu heben. In der Nähe des Ortes Bere Regis hatte er zuvor ein Gelände von 63 Hektar Land gekauft, um darauf 100 000 Bäume anzupflanzen, den May’s Wood. Die Dorfbewohner empfingen Brian May mit offenen Armen, denn auf dem von ihm gekauften Areal sollten ursprünglich hunderte von Häusern gebaut werden (hier ist ein Film der BBC). Am 28. September 2013 wurde der erste Spatenstich für den neuen Wald getan, natürlich von Brian May höchstpersönlich. Der Schulchor Dynamix aus der Region sang ein extra für den Anlass von Linda Lamon komponiertes Lied „Walking in May’s Wood„, das hier zu hören ist.
Die Welt braucht mehr Menschen wie Dr Brian May!!

Published in: on 5. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Eilmer – Der fliegende Mönch von der Malmesbury Abbey in Wiltshire

Die Malmesbury Abbey.
Photo © Pam Brophy (cc-by-sa/2.0)

Der Benediktinermönch Eilmer von Malmesbury, der im 11. Jahrhundert gelebt hatte und in der Malmesbury Abbey tätig war, hätte sich nie im Leben vorstellen können, dass eine Aktion von ihm noch tausend Jahre später Auswirkungen auf seine Stadt in Wiltshire haben würde. Was war damals geschehen?

Eilmer war schon seit seiner Kindheit von der Geschichte des Daidalos fasziniert, der laut griechischer Mythologie sich aus Vogelfedern und Wachs Flügel gebastelt hatte, mit denen er fliegen konnte. Während sein Sohn Ikarus mit seinem Flügelpaar abstürzte, weil er der Sonne zu nahe gekommen war und das Wachs schmolz, überlebte Daidalos seinen Flug.
Elmer überlegte immer wieder, ob er nicht auch einen ähnlichen Flugversuch unternehmen sollte und eines Tages war es dann tatsächlich so weit: Der Mönch kletterte auf einen Turm der Abtei, schnallte sich seine selbstgebauten Flügel um und sprang. Leider waren die Flügel nicht optimal gestaltet, so fehlte eine Steuervorrichtung am Ende seines Flugapparates mit der er das Gleichgewicht hätte halten können. Trotzdem flog Eilmer etwa 200 Meter weit, brach sich bei der Landung zwar beide Beine, aber überlebte. Späteren Nachahmern erging es dabei wesentlich schlechter.

In den Abbey Gardens von Malmesbury gibt es eine Skulptur von Eilmer und ein Kirchenfenster in der Abtei zeigt den Mönch mit zwei Flügeln in der Hand. Der Fußballverein Malmesbury Victoria Football Club trägt seine Spiele auf dem Flying Monk Fußballplatz aus, eine Druckerei in der Stadt heißt Flying Monk Graphics und dann gibt es noch eine Brauerei außerhalb von Malmesbury mit dem Namen Flying Monk Brewery, deren Biernamen auch einen Bezug zu dem Benediktinermönch haben wie Elmers (hier hat man das „i“ weggelassen) und Mighty Monk. Die Biergläser der Brauerei ziert ein stilisierter geflügelter Mönch.

Ein Besuch der Malmesbury Abbey lohnt sich, was auch für die Abbey Gardens gilt.

Siehe auch zum Thema Malmesbury meine Blogeinträge über das Grab der Hannah Twynnoys, den Pub The Smoking Dog, Großbritanniens erste Stadt der Philosophie und die Abbey House Gardens mit ihren früheren nackten Gärtnern.

Eilmer in den Abbey House Gardens.
Author: Jim Linwood
Creative Commons 2.0
Das Kirchenfenster in der Abbey.
Author: Radicalrobbo
Creative Commons 3.0
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 4. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Cliff Lift in Saltburn-by-the-Sea in North Yorkshire

Photo © Trevor Littlewood (cc-by-sa/2.0)

Nachdem 1861 eine Eisenbahnlinie den kleinen Ort Saltburn-by-the Sea an der Küste von North Yorkshire erreicht hatte, sollte der Tourismus richtig angekurbelt werden. Das imposante Zetland Hotel oben im Ort verfügte sogar über eine eigene Eisenbahnhaltestelle, so dass die ankommenden Gäste ruckzuck ihre Zimmer beziehen konnten. Da der Strand nur über einen steilen Weg erreichbar war, errichtete man zuerst einen einfachen Aufzug, der dann am 28. August 1884 durch eine für damalige Verhältnisse „state-of-the-art“ Seilbahn ersetzt wurde, von dem Saltburn Cliff Lift. Man hatte sich wohl mehr Badegäste erhofft, die dann aber doch nicht in so großen Mengen über Saltburn-on-the-Sea hereinfielen. Das Zetland Hotel ist inzwischen in einen Apartmentkomplex umgewandelt worden.

Zurück zur Seilbahn. Die beiden Kabinen, die die 63 Meter vom Ort zum Strand zurücklegen, arbeiten mit einem einfachen System. Unter den Kabinen befinden sich Tanks, in die jeweils etwas über tausend Liter Wasser passen. In der „Bergstation“ wird der Tank befüllt und in der „Talstation“ entleert, das heißt die bergab fahrende schwerere Kabine zieht die bergauf fahrende leichtere Kabine nach oben. Unten befindet sich ein Reservoir mit Wasser, deren Inhalt nach gewisser Zeit nach oben in ein zweites Reservoir gepumpt wird. Genial, oder? Die Kabinen bewegen sich auf Schienen, gesteuert wird das ganze von oben aus von einem „brakeman“. In diesem Film kann man sich das einmal ansehen.

Es gibt in Saltburn-by-the Sea am Ende des Cliff Lifts auch eine Pier, die damals bei der Eröffnung im Jahr 1869 460 Meter lang war; heute ist sie nur noch 208 Meter lang. Schuld waren, wie so häufig, schwere Stürme, die auch dieser Pier zusetzten.

Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)
Das ehemalige Zetland Hotel.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. Juni 2021 at 02:00  Comments (4)  

Das Marshall Meadows Hotel in Northumberland – Englands nördlichstes Hotel

Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Kurz bevor die A1, die von Newcastle kommt und nach Edinburgh führt, die Grenze von England nach Schottland überquert, führt eine kleine Stichstraße zu Englands nördlichstem Hotel, dem Marshall Meadows Hotel, circa 300 Meter entfernt. Hier kann man über Nacht in aller Ruhe überlegen, ob man dem nördlichen Nachbarn wirklich einen Besuch abstatten soll oder besser doch wieder umkehrt.

Das Haus wurde 1780 von einem wohlhabenden Kaufmann erbaut und wechselte vielfach die Besitzer. Erst im Jahr 1986 erkannte eine Hoteliersfamilie das Potential des Hauses für ein Country House Hotel und eröffnete es als ein solches. Doch der Besitzerwechsel zog sich weiterhin wie ein roter Faden durch die Geschichte des georgianischen Gebäudes: 2006 und 2011 wurde es jeweils verkauft bzw. gekauft und gerade eben vollzieht sich wieder ein Wechsel. Das Marshall Meadows Hotel soll im Sommer nach umfangreichen Umbauten neu eröffnet werden.

Die vielbefahrene A1 ist ein Stück entfernt, und so geht es hier recht ruhig zu. Die Zufahrt erfolgt durch ein kleines Wäldchen, es ist keine Durchgangsstraße, am Ende wartet das Hotelgebäude mit seinem großen Parkplatz; weiter geht es nicht.

Warten wir ab wie sich das Marshall Meadows Hotel unter seinem neuen Besitzer entwickelt. Bisher hatte es 3*-Standard.

Hier sind einige Bilder vom Hotel aus dem Jahr 2016.

Marshall Meadows Country House Hotel
Marshall Meadows
Berwick-upon-Tweed TD15 1UT,

Published in: on 2. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Christopher Winn: I Never Knew That About Coastal England

Foto meines Exemplares.

In der „I Never Knew That…“-Serie von Christopher Winn möchte ich heute das vierte Buch vorstellen, das den Titel „I Never Knew That About Coastal England“ trägt. Bereits vorgestellt habe ich die Bände über die Themse, über London und über „Royal Britain„.

Christopher Winn ist frei schaffender Journalist, der für die großen britischen Tageszeitungen und für das Fernsehen arbeitet. Er kommt also viel im Land herum, und diese Erfahrungen und Kenntnisse steckt er in seine Bücher. Wie immer ist auch der heute vorgestellte Band aus der Reihe von Christopher Winns Frau Mai Osawa dezent mit Zeichnungen illustriert.

Die Reise entlang der englischen Küste, die sich in etwa an dem England Coast Path orientiert (mit 4500 Kilometern der längste ausgeschilderte Küstenpfad der Welt), beginnt an der schottischen Grenze im Nordwesten des Landes bei dem Dörfchen Drumburgh an der Burgh Marsh und endet im Nordosten bei Berwick-on-Tweed in Northumberland, dort, wo drei Brücken den River Tweed überqueren. Auf der Reise begegnen wir Städten, Dörfern, Kirchen, Burgen, Herrenhäusern, Inseln und landschaftlichen Schönheiten.

Wie alle Bände aus Christopher Winns sehr empfehlenswerter Buchreihe eignet sich auch dieser nicht so sehr dazu, ihn in einem Rutsch durchzulesen, da man von den vielen Informationen regelrecht erschlagen wird. Einen gute Platz hat er beispielsweise auf dem Nachttisch, wo man in ihm vor dem Einschlafen ein wenig blättern kann. Das Buch eignet sich ebenfalls als Begleiter auf einer Reise durch die küstennahen Regionen Englands.

Christopher Winn: I Never Knew That About Coastal England. Ebury Press 2019. 273 Seiten. ISBN 978-1-78503-953-9.

Hier beginnt die Reise…
Photo © Rose and Trev Clough (cc-by-sa/2.0)
…und hier bei den drei Brücken über den River Tweed endet sie.
Photo © Graham Robson (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 1. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen