Sandringham in Norfolk Teil 1 – Ein königlicher Landsitz, der einmal seine eigene Zeit hatte

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Den Namen Sandringham, ein royaler Landsitz in der Grafschaft Norfolk, hört man jedes Jahr um die Weihnachtszeit, wenn sich die königliche Familie dort trifft, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. König Georg V. hatte diese Tradition bereits 1932 ins Leben gerufen, und von Sandringham aus wurde die erste Weihnachtsansprache live im Radio übertragen. Georg V. liebte den Landsitz, in dem er auch starb, über alles und sagte einmal „dear old Sandringham, the place I love better than anywhere in the world“.

Queen Victoria hatte Sandringham für ihren ältesten Sohn, den Prince of Wales, gekauft, der dort mit seiner Frau Alexandra einzog. Bald wurde es ihnen dort zu eng, so dass sie das Haus abreißen und ein neues, größeres errichten ließen.

Der spätere König Edward VII. war leidenschaftlicher Jäger, und er nutzte jede frei Stunde, um seiner Leidenschaft in den Wäldern um Sandringham zu frönen. Er ging sogar so weit, alle Uhren im Haus eine halbe Stunde vorzustellen, um auf diese Weise noch ein wenig mehr Zeit für die Jagd herauszuschlagen, vor allem in der dunklen Jahreszeit. Im Zeitraum von 1901 bis 1936 war die Sandringham Time die offizielle Zeit auf dem Anwesen.

Nach dem Tod von Georg V. im Jahr 1936 machte dessen Sohn, Edward VIII., dem Spuk mit der Sandringham Time und den „bloody clocks“ ein für allemal ein Ende. Niemand der späteren Royals äußerte die Absicht, die Sandringham Time wieder einzuführen.

Eine der vielen „bloody clocks“ auf dem Anwesen von Sandringham, die seit 1936 wieder die richtige Zeit anzeigt.
Author: ell brown.
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Published in: on 30. Juli 2021 at 02:00  Kommentar verfassen