Famous Graves – Samuel Taylor Coleridge und sein Grab in der St Michael’s Church in Highgate (London)

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Samuel Taylor Coleridge gehört neben William Wordsworth zu den großen englischen Dichtern der Romantik. Geboren wurde er 1772 in der Kleinstadt Ottery St Mary in Devon (siehe hierzu meinen Blogeintrag). Wer sich mit englischer Literaturgeschichte beschäftigt, wird immer wieder auf seinen Namen stoßen. Sein bekanntestes Werk ist sicher die Ballade „The Rime of the Ancient Mariner“ aus dem Jahr 1798, die der deutsche Dichter Ferdinand Freiligrath 1877 unter dem Titel „Der alte Matrose“ übersetzte.

Doch das literarische Werk soll in meinem heutigen Blogeintrag nicht im Mittelpunkt stehen, sondern seine Grabstätte. Samuel Taylor Coleridge starb am 25. Juli 1834 im Londoner Stadtteil Highgate, vermutlich auch an den Folgen seines übermäßigen Genusses der Droge Opium. Er wurde in der Old Highgate Chapel neben der Highgate School beigesetzt. Am 6. Juni 1961 wurde der Dichter umgebettet und zwar in die Krypta der St Michael’s Church am Rand des Highgate Cemeteries. Zusammen mit ihm zogen auch die sterblichen Überreste seiner Frau Sarah, seiner Tochter Sara und seines Neffen und Schwiegersohnes Henry Nelson Coleridge und deren Sohn Herbert mit um. Eine Grabplatte ist in der Kirche St Michael’s zu sehen.

Allmählich geriet in Vergessenheit, wo genau man Coleridges Sarg aufgestellt hatte, bis man ihn erst im Jahr 2018 wieder entdeckte und zwar in einem ehemaligen Weinkeller hinter einer Backsteinmauer, ganz am Rand der Krypta. Beim Bau der Kirche 1831 hatte man diesen Raum mit in die Kirche integriert, was aber niemand mehr wusste. Die Krypta ist nicht zugänglich, da dort zur Zeit umfangreiche Renovierungsarbeiten stattfinden.

Übrigens wohnte Samuel Taylor Coleridge die letzten Jahre seines Lebens direkt gegenüber von St Michael’s in der Straße The Grove (Nummer 3) im Hause seines Arztes Dr Gillman, ein Haus, das heute Kate Moss gehört. Eine Plakette an der Hauswand erinnert an den Dichter; eine weitere an den Schriftsteller J.B. Priestley, der ebenfalls hier wohnte.

St Michael’s in Highgate.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)
3, The Grove in Highgate.
Photo © David Smith (cc-by-sa/2.0)
Author: Spudgun 67.
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