Canon Wilfred Pemberton von St Michael’s in Breaston (Derbyshire) und der Psalm 119

Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Im Laufe der Jahre habe ich in meinem Blog schon eine ganze Reihe von exzentrischen, merkwürdigen Geistlichen vorgestellt, die in ihren jeweiligen Gemeinden mehr oder weniger beliebt waren. Ich denke da zum Beispiel an Reverend Frederick Densham aus Warleggan in Cornwall, der, weil keines seiner Schäfchen mehr seine Gottesdienste besuchen wollte, einfach Pappkameraden auf die leeren Kirchenstühle platzierte, oder an Reverend Robert Stephen Hawker aus Morwenstow in Cornwall, der seine Hauskatze exkommunizierte, weil sie an einem Sonntag auf Mäusejagd ging.

In diese Phalanx der Merkwürdigkeiten reiht sich auch ein Geistlicher aus der Gemeinde von St Michael’s in Breaston ein. Breaston liegt in der Grafschaft Derbyshire, direkt an der Autobahn M1, und ist nicht weit von Derby und Nottingham entfernt. Canon Wilfred Pemberton war Pfarrer an der Parish Church und das über einen sehr langen Zeitraum hinweg, von 1951 bis 1991. Die ältesten Teile von St Michael’s reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück, während das meiste von ihr im 14. und 15. Jahrhunderten gebaut wurde.

Canon Wilfred Pemberton hatte eine spezielle Vorliebe für den Psalm 119, und ich glaube nicht, dass die Sonntagskirchgänger von Breaston diese Vorliebe teilten. Besagter Psalm ist mit 176 Versen der längste der Bibel, und ich kann mir vorstellen, dass die Gemeindemitglieder beim Betreten der Kirche am Sonntagmorgen mit ängstlichen Blicken auf die Tafel schauten, auf der die Gesänge des Tages angezeigt wurden. Stand da wieder einmal Psalm 119 dachte sicher der eine oder andere, Mist, meinen anschließenden geplanten Besuch im Pub kann ich vergessen. Mr. Pemberton verließ, nachdem die Anwesenden den Psalm angestimmt hatten, seine Kirche und beschäftigte sich zwischenzeitlich mit anderen Dingen wie dem Füttern seiner Hühnerschar und Säuberungsarbeiten im Pfarrhaus. Wenn er der Meinung war, dass sich das Absingen des Psalms langsam dem Ende zuneigte, machte er sich wieder auf den Weg in seine Kirche und setzte den Gottesdienst fort. Sicher verließen die Gemeindemitglieder St Michael’s mit tiefen Seufzern und steuerten ihre Häuser an, wo der Sonntagsbraten angerichtet werden musste.

Published in: on 22. November 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

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