Mein Buchtipp – Fergus Butler-Gallie: Field Guide to the English Clergy

Foto meines Exemplares.

Fergus Butler-Gallie ist ein junger Pfarrer der anglikanischen Kirche, der an den Universitäten von Oxford und Cambridge Geschichte und Theologie studiert und im Jahr 2018 sein erstes Buch geschrieben hat: „Field Guide to the English Clergy: A Compendium of Diverse Eccentrics, Pirates, Prelates and Adventurers; All Anglican, Some Even Practising„. Was für ein langer Titel! Er weist darauf hin, was wir hier zu erwarten haben, nämlich jede Menge Kurioses über Geistliche, die durch Ihr Tun außerhalb des „Mainstreams“ gestanden haben und nicht immer der Stolz ihrer Vorgesetzten waren.

Einige dieser exzentrischen Gottesmänner, die Fergus Butler-Gallie in seinem Buch vorstellt, haben schon in der Vergangenheit ihren Weg auf meinen Blog gefunden wie The Reverend Robert Hawker, Vicar of Morwenstow, The Reverend Frederick Densham, Vicar of Warleggan, The Reverend Jack Russell, Vicar of Swimbridge und The Reverend Harold Davidson, Rector of Stiffkey, der sich rührend, vielleicht allzu rührend, um junge Londoner Prostituierte gekümmert hatte und von einem Löwen aufgefressen worden ist, um nur einige zu nennen. Der Autor hat noch viel mehr kuriose Gestalten zusammengetragen, die es alle verdient haben, in diesem Kompendium erwähnt zu werden.

Es ist ein Vergnügen, dieses Buch zu lesen! Ein Vergnügen war es nicht immer für die Schäfchen in den jeweiligen Kirchengemeinden, einen so exzentrischen Pfarrer zu haben.

Fergus Butler-Gallie: Field Guide to the English Clergy. Oneworld Publications 2018. 175 Seiten. ISBN 978-1-78607-441-6.

Published in: on 31. Januar 2022 at 02:00  Comments (3)  

Love Light Norwich 2022 – Ein Lichterspektakel vom Feinsten

Vom 17. bis zum 19. Februar wird Norwich, die Grafschaftshauptstadt von Norfolk, wieder in hellem Glanz erstrahlen, denn dann findet zum zweiten Mal Love Light Norwich statt, ein Lichterspektakel, das Besucher von nah und fern anlocken wird und auf das sich die Bewohner der Stadt freuen, wenn die Sehenswürdigkeiten farbenfroh angestrahlt werden.
Amor, der Gott der Liebe, wird auf die Burg projiziert werden, die Kathedrale wird in ein Meer aus psychedelischen Farben verwandelt, die Künstlerin Nicola Dicke ist mit ihrem „mobile light drawing studio“ präsent, um die Fassade der St Andrew’s Hall farblich neu zu gestalten.

Auch in den Straßen von Norwich gibt es bei Anbruch der Dämmerung viel zu sehen und zu erleben wie die Bicycle Ballet Company, die mit ihren Fahrrädern allerhand Kunststücke aufführt. Im National Centre for Writing in der Dragon Hall kann jeder, der möchte bei True Stories Live Geschichten aus seinem Leben erzählen. Der River of Love ist eine karnevalsartige Prozession durch die Straßen von Norwich mit illuminierten Booten und Meerestieren.

Vor zwei Jahren war Love Light Norwich ein großer Erfolg mit etwa 15 000 Besuchern, hoffen wir, dass es in diesem Februar genauso wird.

Published in: on 30. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

„Pet Holocaust“ – Massentötungen von Haustieren im Zweiten Weltkrieg

The Battersea Dogs and Cats Home heute, wo viele Tiere den Zweiten Weltkrieg überlebten.
Photo © Christopher Hilton (cc-by-sa/2.0)

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde The National Air Raid Precautions Animals Committee (NARPAC) gegründet, dessen Aufgabe es war, sich darüber Gedanken zu machen, was im Falle eines Krieges mit den Haustieren im ganzen Land geschehen sollte. Ergebnis der Überlegungen war eine Schrift mit dem Titel  „Advice to Animal Owners„, in der vorgeschlagen wurde, Haustiere aus den großen Städten auf das Land zu bringen beziehungsweise sie zu töten. Wie man das bewerkstelligen sollte, lieferte die Schrift gleich mit und empfahl einen Schussapparat namens CASH, „the standard instrument for the humane destruction of domestic animals“. Diese Ratschläge wurden in den Zeitungen des Landes abgedruckt und von der BBC gesendet. Eine meiner Meinung nach fürchterliche Empfehlung; seinen eigenen lieb gewonnenen Hund oder seine Katze zu erschießen! War dieser Ratschlag der NARPAC wirklich sinnvoll? Tatsächlich brachten hunderttausende von Menschen ihre Tiere zu Veterinären und ließen sie einschläfern. Es sollen über 750 000 Haustiere gewesen sein, die gleich zu Beginn des Kriegs in Großbritannien auf diese Weise getötet worden sind.

Tierschutzorganisationen sträubten sich mit Händen und Füßen gegen diese Tötungsaktionen und nahmen so viele Tiere wie irgend möglich in ihren Heimen auf. Allein Londons Battersea Dogs and Cats Home nahm während des Kriegs 145 000 Hunde auf und half ihnen zu überleben. Die Duchess of Hamilton, eine große Tierfreundin, versuchte den Vierbeinern zu helfen und holte Hunderte von Tieren aus London in ihr Ferne Animal Sanctuary in Dorset.

Zwei Bücher sind über diese auch „Pet Holocaust“ genannten Massentötungen geschrieben worden. „The British Cat and Dog Massacre: The Real Story of World War Two’s Unknown Tragedy“ von Hilda Kean (University of Chicago Press 2017) und „Bonzo’s War: Animals Under Fire 1939 -1945“ von Clare Campbell (Constable 2013).

Auf einem Wiesengelände bei Ilford im Osten Londons sind über 500 000 Tiere beigesetzt, die Anfang des Zweiten Weltkriegs getötet worden sind. Auf dem Ilford Animal Cemetery sind auch Grabsteine von Tieren zu finden, die die Dickin Medal erhalten haben; siehe dazu meinen Blogeintrag.

Published in: on 29. Januar 2022 at 02:00  Comments (5)  

Das Rampion Visitor Centre am Strand von Brighton

With friendly permission of the Rampion Visitor Centre.

Am 4. September 2020 wurde am Strand von Brighton in den Kings Road Arches das Rampion Visitor Centre eröffnet, östlich des British Airways i360-Aussichtsturmes und nahe der West Pier-Überreste. Die Aufgabe des Besucherzentrums? Über die Rampion Offshore Wind Farm zu informieren, eine riesige Anlage zur Energiegewinnung aus Wind, 13 Kilometer vor der Küste von Sussex. Diese Anlage ist so groß, dass sie in etwa 350 000 Häuser mit sauberem Strom versorgen kann. Im April 2018 konnte die Wind Farm in Betrieb genommen werden. Um die Bürger von Brighton und die Touristen mit Informationen zu versorgen, wurde das Visitor Centre errichtet, das dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet hat.

Den Mittelpunkt des Besucherzentrums bildet ein interaktiver Globus, an dem man die Auswirkungen des Treibhauseffekts und der Bevölkerungsexplosion auf unserem Planeten erkennen kann. Mit 3D-Brillen können sich die Besucher einen Eindruck von dem Offshore Windpark verschaffen und virtuell eine der riesigen 116 Turbinen besteigen. Brightons neue Besucherattraktion eignet sich auch sehr gut für Schulklassen, die hier einiges über alternative Stromgewinnung lernen können.

Wer sich die Turbinen vom Land aus ansehen möchte, dem stehen an der Küste verteilt sechs kostenlos nutzbare Teleskope zur Verfügung, in Shoreham, Lancing, Rottingdean, Newhaven, Worthing und Seaford.

Mehrere Anbieter führen Bootstouren zum Windpark durch, die in den meisten Fällen von der Brighton Marina aus starten.

Hier ist ein Film über den Windpark.

Noch kurz zum Namen des Windparks: „Round-headed rampion„, auch „Pride of Sussex“ genannt, ist die Grafschaftsblume (siehe zu diesem Thema meinen Blogeintrag) von Sussex, auf Deutsch Kugelige Teufelskralle“.

Rampion Visitor Centre
76-81 Kings Road Arches
Brighton & Hove
East Sussex, BN1 2FN

Photo: hehaden.
Creative Commons 2.0
Pride of Sussex oder auch „round-headed rampion“.
Photo: Hectonichus.
Creative Commons 3.0
Published in: on 28. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Famous Graves – George Michael auf dem Londoner Highgate Cemetery

Photo: Simon Edwards Esq.
Creative Commons 4.0

Als der englische Sänger Georgios Kyriakos Panayiotou, der nur unter den Namen George Michael bekannt war, am ersten Weihnachtstag des Jahres 2016 im Alter von 53 Jahren in seinem Haus Mill Cottage in Goring-on-Thames (Oxfordshire) starb, brach die Welt für seine Fans zusammen.
Nur wenige Stunden nach seinem Tod versammelten sie sich vor seinem anderen Haus im Londoner Stadtteil Highgate und errichteten dort gegenüber einen riesigen Schrein in Form von Blumen, Fotos und Briefen. Als dieser „garden of remembrance“ auch noch nach mehr als einem Jahr vor 5 The Grove, so lautete die Adresse, Bestand hatte, begannen die Anwohner in diesem Prominentenviertel zu murren (George Michaels Nachbarn waren unter anderem Kate Moss, Jamie Oliver und Jude Law), doch die Fans hatten keinen anderen Ort, an dem sie ihrem Star huldigen konnten, denn es gab keinen Grabstein auf dem Highgate Cemetery, auf dem der Sänger beigesetzt worden war. Seine Familie fürchtete, dass es an seinem Grab zu einem ähnlichen Chaos gekommen wäre wie bei Jim Morrison von The Doors, der seine letzte Ruhestätte auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise gefunden hat (es sieht dort wirklich schlimm aus wie ich es selbst sehen konnte).

Doch jetzt nach fünf Jahren gibt es einen Grabstein für George Michael auf Highgate. Kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres wurde dieser aufgestellt. Es sind insgesamt drei Grabsteine. In der Mitte steht der für Michaels Mutter Lesley Panayiotou, rechts davon sein eigener, auf dem sein griechischer Name eingraviert ist, zusätzlich versehen mit den Worten „Beloved Son, Brother, Friend“ und seinen Lebensdaten. Auf der linken Seite der Grabstelle findet man den Grabstein von George Michaels Schwester Melanie, die auf den Tag genau, ebenfalls an einem 25. Dezember, drei Jahre nach ihrem Bruder starb. Man sagt, sie sei an gebrochenem Herzen gestorben, weil sie Georges Tod nicht überwinden konnte. Bruder und Schwester standen sich sehr nahe, und Melanie hatte sich die letzten Jahre ihres Lebens immer mehr von der Außenwelt zurückgezogen und verließ kaum noch ihr Haus.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass George Michaels Fans in aller Welt, die zum Highgate Cemetery kommen, um ihrem Idol zu huldigen, die Grabstelle respektieren und sie nicht verunstalten.

Der „garden of remembrance“ vor George Michaels Haus in Highgate.
Photo © Jim Osley (cc-by-sa/2.0)
George Michaels Mill Cottage in Goring-on-Thames in Oxfordshire, in dem er starb.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 27. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein DVD-Tipp – Der junge Inspektor Morse Staffel 7

Copyright: EDEL MOTION

Am 21. Januar diesen Jahres veröffentlichte EDEL MOTION die siebte Staffel der englischen TV-Serie „Der junge Inspektor Morse“ auf DVD, die aus den drei Episoden „Orakel„, „Lieferservice“ und „Wolfskopf“ besteht, jede jeweils 90 Minuten lang. Hier sind die Links zu meinen Vorstellungen der Staffeln 5 und 6.

Wie beim späteren „Morse“ sind in dieser Serie schon viele von seinen Zügen bei seinem Vorgänger zu erkennen wie die Vorliebe zur Oper und zum Whisky und auch der Hang, sich unglücklich zu verlieben. In Staffel 7 ist es die hübsche Violetta, die Morse in Venedig im Teatro del Fenice kennenlernt und die dummerweise mit seinem Freund  Ludo Talenti liiert ist. Morse entwickelt sich immer mehr zum Einzelgänger, er ist kein Teamplayer, und scheut nicht davor zurück, sich mit seinen Vorgesetzten anzulegen und eigene Ermittlungswege zu gehen. Er überwirft sich sogar mit seinem Chef DCI Fred Thursday und steht am Ende der siebten Staffel kurz davor, die Dienststelle zu wechseln. Doch erst muss er noch ein unerwartetes Showdown in Venedig überstehen, dort, wo die Staffel mit der Episode „Orakel“ begann.

Die Handlungsstränge der drei Episoden sind miteinander verwoben, so dass es manchmal nicht ganz leicht ist, diese auseinanderzuhalten. Die Atmosphäre ist wie gewohnt bei dieser TV-Serie sehr dicht und die Darsteller überzeugen. ZDFneo hat aus unerfindlichen Gründen die Erstausstrahlung der siebten Staffel am 21. Januar ins Nachtprogramm verbannt, so dass die Zuschauerzahl recht gering gewesen sein dürfte, aber glücklicherweise gibt es ja jetzt die drei Folgen auf DVD.

Noch eine Notiz am Rande. In meinem Blogeintrag vom 9. November 2019 schrieb ich wie ich zufällig zu den Dreharbeiten zur dritten Episode „Zenana“, die in Deutschland den Titel „Wolfskopf“ hat, in dem Dorf Hambleden in Buckinghamshire hinzukam. Es wurde ein gewaltiger Aufwand betrieben, ganz Hambleden wurde von Ordnungskräften kontrolliert, ein Dutzend LKWs der Produktionsfirmen standen neben dem Pub „The Stag and Huntsman“, wo gedreht wurde. Als ich mir jetzt die entsprechende Szene ansah, musste ich feststellen, dass sie lediglich knapp zwei Minuten lang war…

Hier ist der Trailer zu Staffel 7; Staffel 8 soll am 1. April auf DVD erscheinen.

Published in: on 26. Januar 2022 at 02:00  Comments (6)  

Songs About London – Morrissey: Come Back to Camden

Camden High Street.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Das British Museum, der London Zoo, Hampstead Heath, der Highgate Cemetery und der Camden Market, diese touristischen Anlaufpunkte liegen alle im London Borough of Camden, einem Stadtteil Londons nördlich der Themse. Und genau dorthin möchte der Sänger Morrissey, Steven Patrick Morrissey mit vollem Namen, in seinem Song „Come Back to Camden„, seine/n Geliebte/n, er bezeichnet sich selbst als humansexuell, zurück haben.

Der Song erschien 2004 auf dem Album „You are the Quarry„, und als Morrissey ihn schrieb, schien er ziemlich deprimierter Stimmung gewesen zu sein. Da ist die Rede davon, dass er Tee trinkt, der wie das Wasser der Themse schmeckt, die geschwätzigen Taxifahrer gehen ihm auf die Nerven, und der „slate grey Victorian sky“ trägt auch nicht zu einer Stimmungsaufhellung bei. Zu seiner Wohnung führt ein dunkles Treppenhaus, in dem die Farbe abblättert und dort oben erwartet ihn Verzweiflung pur.

Morrissey wohnte einmal eine Zeit lang in Camden, in der Royal College Street Nummer 8, vielleicht kommen da in dem Song Rückerinnerungen hoch.

In meinem Blog stellte ich Morrissey schon einmal mit seinem Song „Every Day Is Like Sunday“ vor.

Taxistand in Canfield Gardens in Camden, „where taxi drivers never stop talking“.
Photo © Oxyman (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 25. Januar 2022 at 02:00  Comments (2)  

Striding Edge – Ein Bergkamm in Cumbria, der schon einigen Wanderern das Leben gekostet hat

Photo © Gary Rogers (cc-by-sa/2.0)

Der Lake District im Nordwesten Englands zeichnet sich nicht nur durch seine vielen Seen, sondern auch durch relativ hohe Berge aus. Fellwalking ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung, die darin besteht, auf den Bergen entlangzuwandern, und da gibt es sowohl leichte als auch schwierigere Routen zu bewältigen.
Der Helvellyn ist mit 950 Metern der dritthöchste Berg Englands, was erst einmal nicht sehr beeindruckend klingt, aber man sollte ihn nicht unterschätzen. Der Striding Edge ist ein Bergkamm, der auf einer Länge von etwa zwei Kilometern bis zum Gipfel des Helvellyn hinaufführt und bei Fellwalkern besonders beliebt ist. Teile des Pfades (soweit man ihn erkennen kann) sind sehr schmal, und es geht auf beiden Seiten steil nach unten, so dass man auf jeden Fall geeignetes Schuhwerk tragen muss. Bei schlechtem Wetter und im Winter kann es hier oben sehr gefährlich werden, und es hat auch schon  mehrere Todesfälle gegeben.
Wenn man den Gipfel des Helvellyn erreicht hat, muss man nicht den gleichen Weg zurück nehmen, sondern man kann über den Swirrel Edge bis zum Ausgangspunkt, dem Hole-in-the-Wall, zurückgehen.

Eine Tragödie spielte sich hier 1805 ab, als ein gewisser Charles Gough mit seinem Hund Foxie den Striding Edge bei sehr schlechten Wetterverhältnissen entlangwanderte. Gough verunglückte auf dem Bergkamm tödlich und wurde erst nach drei Monaten gefunden; bewacht wurde sein Leichnam die ganze Zeit über von Foxie, der nicht von seiner Seite wich. Der englische Dichter William Wordsworth hat diesem Vorfall ein Gedicht gewidmet, das er „Fidelity„, also „Treue“ nannte. Hier ist Wordsworths Gedicht nachzulesen.
Auch Sir Walter Scott nahm sich dieser Tragödie in seinem Gedicht „Hellvellyn“ an, während Sir Edwin Henry Landseer das alles in seinem Gemälde „Attachment“ festhielt.

In diesem Film sieht man die landschaftliche Schönheit des Striding Edge, aber auch die Gefährlichkeit der Begehung.

Photo © Andy Waddington (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Januar 2022 at 02:00  Comments (1)  

FIRE + WILD – Outdoor Dining in den Wäldern von East Sussex

Die Wälder der South Downs bilden die perfekte Kulisse für das Esserlebnis.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Wer immer schon einmal die Lust verspürt hat, ein exquisites Menü in einem Wald einzunehmen, der kann das in den Wäldern der South Downs nahe der Stadt Lewes in der Grafschaft East Sussex tun.

Mark Andrews hat im Jahr 2007 seine Firma FIRE + WILD gegründet, mit der Absicht, ein naturnahes Esserlebnis zu bieten, in dessen Mittelpunkt lokale und regionale Produkte stehen. Vorher war Andrews durch einige Teile Europas gestreift und hatte dabei die Vorzüge des Kochens im Freien über offenem Feuer und die Nahrungssuche im Wald kennengelernt.

Andrews und das Team an seiner Seite bieten ihren Gästen ein mehrgängiges Menü an, das ihnen in einem eigenen Waldstück dargeboten wird. An einem langen Tisch speisen sie beispielsweise Wild, das in der Region erlegt worden ist, Fisch von Händlern aus der Stadt, Wein aus Anbaugebieten in Sussex und Früchte der Natur wie Pilze, Kräuter oder Beeren, die kurz vorher gesammelt worden sind. Zubereitet wird alles über einem offenen Feuer.

Das fünfgängige Menü wird in der Regel einmal im Monat für 24 Gäste angeboten, wobei diese die genaue „location“ erst kurz vorher erfahren. „Cooking with fire“ kostet £225 pro Person und beinhaltet neben dem Menü einen Waldspaziergang, bei dem die Kunst des „foraging“ gelehrt wird (wie finde ich welche Nahrungsmittel im Wald), und einen Kurs jeweils über die Themen offenes Feuer und Zerlegen von Wild.

Published in: on 23. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

RAF Burtonwood bei Warrington (Cheshire) und die Burtonwood GI Brides 

Flugzeughangare, kurz vor dem Abriss.
Photo © Paul Anderson (cc-by-sa/2.0)
…und nach dem Abriss.
Photo © David Long (cc-by-sa/2.0)

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen war, sahen sich die Männer der Stadt Warrington in der Grafschaft Cheshire einem unerwarteten Problem ausgesetzt. Die Damenwelt der Stadt war erheblich geschrumpft, weil sich so manche der Ladies einen amerikanischen Soldaten zum Partner gewählt hatten und zu ihm in die USA gezogen waren. Wie war es dazu gekommen?

Der riesige Militärflugplatz RAF Burtonwood, nördlich von Warrington gelegen, entstand im Zweiten Weltkrieg und wurde den Amerikanern übergeben. Es war der größte US-Stützpunkt in Europa mit den längsten Start- und Landebahnen, den meisten Flugzeugen und dem meisten amerikanischen Personal. Rund 18 000 GIs waren hier stationiert, und dass diese jungen Soldaten in ihrer Freizeit die Lokale und Bars von Warrington aufsuchten, lag auf der Hand, und dort trafen sie, wie sicher erhofft, auf die jungen Damen der Stadt. Daraus entwickelten sich Freundschaften und eben auch zahlreiche Eheschließungen.

Burtonwood blieb noch viele Jahre in amerikanischer Hand, allerdings war die Zahl der dort stationierten Soldaten deutlich geringer. Insgesamt sollen sich zwischen 6 500 und 7 500 Frauen auf den Weg in die USA gemacht haben, um dort zu ihren Ehemännern zu ziehen. Enttäuschungen waren vorprogrammiert, denn die sogenannten Burtonwood GI Brides kannten ihre Männer meist nur flüchtig, und was diese ihnen über ihre Lebensumstände in de USA erzählt hatten, stimmte auch nicht immer. In größeren Gruppen fuhren die GI Brides mit Dampfern über den Atlantik, wo sie dann in New York abgeholt wurden. Später erhielten sie Eisenbahnfahrkarten, um selbst zu den Wohnorten ihrer Männer im ganzen Land zu reisen. Viele werden sich, zumindest in der ersten Zeit, einsam gefühlt haben, denn die GI Brides waren noch nie in den USA gewesen, kannten die Familien ihrer Männer nicht und waren unendlich weit von ihren eigenen Familien in England entfernt.

Das Ende des Militärflughafens Burtonwood wurde 1994 eingeläutet; es bestand kein Bedarf mehr und alle Gebäude wurden abgerissen (der Kontrollturm übrigens von Steeplejack Fred Dibnah). Heute durchquert die Autobahn M65 das Gelände, der Themenpark Gulliver’s World wurde darauf errichtet und es entstand ein Gewerbegebiet. Das RAF Burtonwood Heritage Centre, ein Museum, das Erinnerungsstücke zeigt, findet man auf dem Geländes des Themenparks.
In diesem Film sind einige historische Aufnahmen von RAF Burtonwood zu sehen.

Im RAF Burtonwood Heritage Centre.
Photo: Szzuk.
Dieses Werk wurde eingestuft unter Public Domain
Published in: on 22. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Kea plums – Eine seltene Wildpflaumensorte aus Cornwall

Ein Nebenarm des River Fal mit den Pflaumenbäumen.
Photo © Fred James (cc-by-sa/2.0)

Als die Fernsehköchin Sarah Wiener für ARTE kulinarische Abenteuer in Großbritannien erlebte (ich berichtete damals in meinem Blog darüber), besuchte sie auch die Grafschaft Cornwall und lernte dort die Kea-Pflaume kennen. Sie hatte dafür eine Rezeptidee, stellte daraus ein Fruchtmus her und verkaufte den unter dem Namen „Cornitüre„.

Ich glaube, die meisten haben von dieser Wildpflaumenart noch nie gehört, wächst sie doch nur in Cornwall und dort nur an einer der Mündungsschleifen des Flusses Fal. Benannt wurde sie nach dem nahe gelegenen Dorf Kea, dessen Namen wiederum auf einen irischen Heiligen zurückzuführen ist. In früheren Zeiten waren die Pflaumenbäume nur vom Wasser her zugänglich, bis dann eine schmale Straße gebaut wurde, die bis zum Fluss führt.

Die Erntezeit für die Kea-Pflaumen sind die Monate August und September, und das Besondere bei der Ernte ist, dass die Früchte nicht wie üblich gepflückt werden, sondern geschüttelt. Die Pflaumen, die beim ersten Schütteln herunterfallen, werden nicht verwendet, erst die beim zweiten bis vierten Schütteln. In der nächst größeren Stadt, Truro, wurden sie dann verkauft. Erst seit kurzem erlangte die Kea-Pflaume auch eine gewisse Bekanntheit außerhalb von Cornwall.

Man isst sie nicht roh, sondern verarbeitet sie überwiegend zu Marmelade. Es gibt sogar einen Likör, den Kea Plum Liqueur, der aus der Pflaume hergestellt wird, verfeinert mit weißem Rum, ein Produkt der Firma The Wrecking Coast Distillery in Tintagel, auf der anderen Küstenseite Cornwalls.
Ganz in der Nähe der Pflaumenbäume findet sich auch die einzige Teeplantage Englands, Tregothnan (ich berichtete in meinem Blog darüber), in deren Laden man Tregothnan Kea Plum Jam kaufen kann.

Published in: on 21. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Surrealistische Picknicks im Farleys House in Muddles Green (East Sussex)

Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Farleys House, Muddles Green, Chiddingly, East Sussex, BN8 6HW„, so oder ähnlich hätten seinerzeit die Künstler Pablo Picasso, Max Ernst, Joan Miro und Man Ray die Adresse in ihre Navigationsgeräte eingeben müssen, um zu dem Dörfchen Muddles Green zu gelangen…wenn es diese Geräte damals schon gegeben hätte. Sie alle kamen hierher nach East Sussex, um ihre Freunde Lee Miller und Roland Penrose zu besuchen. Lee Miller (1907-1977) war zuerst Fotomodell, später stand sie selbst hinter der Kamera und wurde berühmt als Kriegsfotografin. Verheiratet war sie mit dem surrealistischen Künstler Roland Penrose (1900-1984) und beide zogen 1948 in das Farleys House in Muddles Green, wo sie auch starben.

Roland Penrose hatte sich in dem Haus eine umfangreiche Sammlung von surrealistischen Bildern zugelegt, aber auch von Plastiken und Skulpturen. In der Farleys Gallery kann man sich die Sammlung ansehen, die 2020 eröffnete Lee Miller Gallery steht für Ausstellungen zur Verfügung. Beide Galerien sind für die Öffentlichkeit zugänglich, von April bis Oktober jeweils donnerstags und sonntags von 10 Uhr bis 16.30 Uhr.

Seit 2017 wird im Garten des Farley House jeweils im August ein „Surrealist Picnic“ veranstaltet, bei dem sich die Gäste entsprechend kleiden sollen, wobei der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Auch das Essen ist surrealistisch gestaltet, so gab es bei der ersten Gartenparty unter anderem beleuchtete Kakerlaken in blauem Gelee zu essen. Farben spielen bei der Zusammenstellung des Picknicks eine große Rolle, da gab es bisher Muddles Green green chicken, Pink cauliflower breasts, blue pasta salad und marshmallow Coca Cola ice cream.
Das nächste Picknick findet am 28. August 2022 statt, hoffen wir, dass das Wetter besser sein wird als im Jahr 2018; damals goss es wie aus Kannen, und die Gäste mussten sich in das Haus zurückziehen.

Hier ist ein Film über Man Ray und Lee Miller, mit Antony Penrose als Führer durch Farleys House.

The Fallen Giant von Michael Werner im Garten vom Farleys House.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)
Sea Creature von Antony Penrose (Lees und Rolands Sohn).
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 20. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die besten britischen Hotels des Jahres 2021 der Sunday Times

Callow Hall in Derbyshire.
Photo: steve.wilde.
Creative Commons 2.0

Wie in jedem Jahr hat die Sunday Times auch für das Jahr 2021 eine Liste der 100 besten britischen Hotels erstellt, von denen ich hier einige vorstellen möchte.

Da ist erst einmal das Hotel des Jahres: Callow Hall in Derbyshire. Den Namen des Country House-Hotels kenne ich schon lange, habe aber dort leider noch nicht übernachtet. Das 4*-Hotel liegt sehr ruhig in einer Parklandschaft außerhalb des Ortes Ashbourne am südlichen Rand des Peak Districts. Es verfügt über 15 Zimmer, aber auch zwei Baumhäuser und elf sogenannte „woodland hives“, das sind mit einer Küche ausgestattete Holzhäuser, die auf dem Gelände verstreut sind.

Was mich besonders freut, ist, dass mein absolutes Lieblingshotel, das Thornbury Castle, nördlich von Bristol, in der Grafschaft Gloucestershire, zum „Romantic Hotel of the Year“ gewählt worden ist. Ich bin hier mittlerweile neunmal gewesen, leider noch nicht wieder nach der Komplettrenovierung im vergangenen Jahr. Das Hotel verfügt über alle Attribute eines romantischen Hotels mit großartigen Zimmern, bedchamber genannt. Seit kurzem gehört das Hotel der renommierten Hotelgruppe Relais&Châteaux an. Es gibt auch einen neuen General Manager; auf Tim Pettifer folgte Simone Arcucci, der vorher im Stapleford Park Hotel in Leicestershire gearbeitet hatte. Siehe hierzu auch meine zahlreichen Blogeinträge über das Hotel.

Eigenes Foto.

Das „Foodie Hotel of the Year“ führt uns nach Lancashire, wo am River Wyre der Cartford Inn liegt, ein Boutique Hotel, dessen Ursprünge ins 17. Jahrhundert zurückreichen, als es eine Kutschenstation war. Es ist gleichzeitig ein Fine Dining Pub mit angeschlossener Kunstgalerie und einem Feinkostgeschäft.

Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

In Shipton-under-Wychwood in Oxfordshire liegt der Pub of the Year der Sunday Times, The Lamb Inn. Der Cotswolds-Pub, der auch über zehn Zimmer verfügt, geht bis ins 16. Jahrhundert zurück und dürfte von den vielen wohlhabenden Menschen profitieren, die sich in diese landschaftlich wunderschöne Region zurückgezogen haben.

Photo © andrew auger (cc-by-sa/2.0)

Als letztes möchte ich noch auf ein sehr schönes Hotel hinweisen, das in der Sunday Times-Liste als Best Hotel in the Southeast gewählt worden ist: The Starin der hübschen Kleinstadt Alfriston in East Sussex. Das Hotel besteht aus mehreren Gebäuden, wovon das Haupthaus mit seiner eindrucksvollen, mittelalterlichen Fassade das schönste ist. The Star ist wirklich der Star mitten in Alfriston.

Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 19. Januar 2022 at 02:00  Comments (1)  

Von Studentenröschen, Blauen Himmelsleitern und Hundsrosen – Die County flowers of England

1989 wurde die Non-Profit Organisation Plantlife mit jetzigem Sitz in Salisbury (Wiltshire) gegründet, deren Schirmherr niemand Geringeres als Charles, Prince of Wales, ist. Plantlife setzt sich für den Schutz und den Erhalt von wildlebenden Pflanzen ein und hat seit ihrer Gründung schon viel erreicht.

Vor zwanzig Jahren kam man auf die Idee, einen Wettbewerb auszuschreiben, bei dem jede britische Grafschaft per Abstimmung ihre eigene „county flower“ wählen sollte. Die Ergebnisse lagen im Jahr 2004 vor, und die „Grafschaftsblumen“ sind in allen Regionen akzeptiert worden. Hier sind einige Beispiele:

Cumbria hatte sich bei der Wahl für das „grass-of-Parnassus“ entschieden, eine Pflanze, die in Deutschland unter dem Namen Studentenröschen oder Sumpf-Herzblatt bekannt ist. In früheren Jahrhunderten wurde die Pflanze für medizinische Zwecke eingesetzt (“ Als volkstümliches Mittel fand die Pflanze in Bier gekocht Verwendung gegen Magenbeschwerden, so die Wikipedia), heute aber nicht mehr.

Grass-of-Parnassus.
Photo: Bernd Haynold.
Creative Commons 3.0


Die Grafschaft Derbyshire wählte die „Jacob’s ladder„, die in Deutschland den hübschen Namen Blaue Himmelsleiter trägt.

Jacob’s ladder.
Photo: Krzysztof Ziarnek.
Creative Commons 4.0

Die „dog-rose„, die in Deutschland unter der wörtlichen Übersetzung „Hundsrose“ firmiert, ist den Bewohnern der Grafschaft Hampshire lieb und teuer, auch den Bürgern von Hildesheim, deren Tausendjähriger Rosenstock am Dom aus Hundsrosen besteht.

Dog-rose.
Photo: Sakurai Midori.
Creative Commons 2.1 Japan

Wofür sich Kent entschieden hat, liegt eigentlich auf der Hand, für den „hop„, den Echten Hopfen, unerlässlich für die Bierherstellung. In der Grafschaft wird viel Hopfen angebaut und hin und wieder sieht man hier die hübschen „oast houses“ mit ihren schiefen Türmchen, in denen Hopfen gelagert wurde und die heute meistens als Wohnhäuser umgebaut worden sind.

Hop.
Photo: Hagen Graebner.
Creative Commons 2.5

Eine weitere county flower möchte ich noch erwähnen, die von Northumberland, die den Namen „bloody crane’s-bill“ trägt, bei uns als „Blutroter Storchschnabel“ mehr oder weniger bekannt. Das Habitat dieser Pflanze ist laut englischsprachiger Wikipedia „grassland, sand dunes and open woodland“, alles das ist in Northumberland in ausreichendem Maße zu finden.

Bloody crane’s-bill.
Photo: Meneerke bloem.
Creative Commons 3.0

Hier sind alle Grafschaftsblumen Großbritanniens aufgelistet.

Published in: on 18. Januar 2022 at 02:00  Comments (4)  

Reverend Edward Drax Free (1764-1843) – Ein Pfarrer der anglikanischen Kirche in Sutton (Bedfordshire), der dort 22 Jahre lang sein Unwesen trieb

Church of All Saints in Sutton (Bedfordshire).
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

Edward Drax Free (1764-1843) studierte anfangs des 19. Jahrhunderts am St John’s College in Oxford. Er machte dort seinen Bachelor und Master, wurde sogar Fellow am College, doch sein soziales Verhalten war dermaßen schlecht (er war ständig betrunken und prügelte sich), dass er kurz vor dem Rauswurf stand. Wie war man froh, als er einen Posten als Vikar an Oxfords St Giles Kirche annahm. Als nach einiger Zeit die Church of All Saints in der Gemeinde Sutton in Bedfordshire einen neuen Pfarrer suchte, ging Edward Drax Free dorthin. Hätten die Gemeindemitglieder gewusst, wen sie sich da eingehandelt hatten…

Der Reverend steckte permanent in Geldschwierigkeiten, nahm immer wieder Kredite auf, die er nicht zurückzahlen konnte und sperrte manchmal für Monate seine Kirche zu, um untertauchen zu können und seinen Gläubigern zu entfliehen. Wenn er denn überhaupt Gottesdienste abhielt, machte er das kurz und bündig und hielt sich nicht lange mit Predigten auf. Manchmal wollte er seine Schäfchen sogar mit einer Geldstrafe belegen, wenn sie nicht zu seinen Andachten erschienen. Er verkaufte auch das Kupfer vom Kirchendach, um seine Spielschulden zu bezahlen zu können.

Edward Drax Free sprach nach wie vor sehr gern dem Alkohol zu und war häufig betrunken. In diesem Zustand, nehme ich jedenfalls an, schwängerte er fünf seiner Hausangestellten. Sex spielte für den Reverend eine wichtige Rolle, so brüstete er sich mit seiner Sammlung von pornografischen Schriften, die er im Pfarrhaus zusammengetragen hatte. Was die Gemeindemitglieder überhaupt nicht gut fanden, war, dass der Kirchhof (im wahrsten Sinne des Wortes) zu einem Schweinestall geworden war. Schweine trieben sich dort herum, scharrten Gräber auf, und auch Kühe und Pferde machten es sich dort gemütlich und störten manchmal die Beerdigungsfeiern. Die Menschen in Sutton waren „not amused“.

Als Free nach seinen Skandalen schließlich die Gemeinde verlassen sollte, dachte er gar nicht daran, sondern verbarrikadierte sich in seinem Pfarrhaus (dessen Einrichtung er vorher verkauft hatte) und schoss auf jeden, der sich näherte. Unter Leitung des zuständigen Bischofs hungerte ihn seine Gemeinde aus, so dass er nach 22 Jahren die Church of All Saints endgültig verlassen musste.

Auch Edward Drax Frees Ende war unrühmlich. Da niemand ihn mehr als Pfarrer haben wollte, ging es mit ihm steil bergab. Er trank nach wie vor und wurde 1843 (passenderweise) beim Verlassen einer Kneipe von einem Fuhrwerk überfahren.

Das Buch zum Artikel:
R.B. Outhwaite: Scandal in the Church – Dr Edward Drax Free, 1764-1843. Hambledon Press 1997. 180 Seiten. ISBN ‎ 978-1852851651
.

Edward Drax Frees Alma Mater: Das St John’s College in Oxford.
Photo © Len Williams (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. Januar 2022 at 02:00  Comments (1)  

Mein Buchtipp – Patrick Scrivenor: Mad Toffs

Foto meines Exemplares.

Warum gab/gibt es in Großbritannien so viele exzentrisch veranlagte Menschen? Und das auch noch besonders in den höchsten Kreisen. Kein Wunder, dass es eine ganze Fülle von Büchern gibt, die sich mit britischen Exzentrikern beschäftigen, einige davon habe ich in den letzten Jahren in meinem Blog vorgestellt. Hier ist ein weiteres: „Mad Toffs: The British Upper Classes At Their Best – And Worst“ von Patrick Scrivenor. Das 2016 erschienene Buch stellt eine Fülle von mehr oder weniger verrückten „toffs“ vor, was soviel wie „feine Pinkel“ oder „Aristos“ heißt, also abwertend für Aristokraten.

Ein Kapitel („Wayward Royal Behaviour„) befasst sich beispielsweise mit dem merkwürdigen Verhalten einiger Royals im Laufe der Jahrhunderte, bis in die Gegenwart, wo der kürzlich verstorbene Duke of Edinburgh mit so manchen spitzzüngigen Bemerkungen auffiel. So hatte er Helmut Kohl einmal mit „Reichskanzler“ angesprochen. In einer Unterhaltung mit dem US-amerikanischen Botschafter im Jahr 2000 sagte er „People think there’s a rigid class system here, but dukes have even been known to marry chorus girls. Some have even married Americans“. Ouch, das hat gesessen.

In dem Kapitel „Sex At The Top“ geht Patrick Scrivenor auf das sexuelle Verhalten des britischen Adels ein und da gibt es so viel zu berichten (…the sheer quantity of material could easily overwhelm a slim volume like this„), dass der berühmte Satz „No sex, please, we’re British“ ad absurdum geführt wird. So manche Blaublütige trieben es in ihren Landhäusern gern mit dem weiblichen Personal, oft zum Nachteil der jungen Damen, wenn die Affären ans Tageslicht kamen.

Das Titelbild zeigt übrigens Lionel Walter Rothschild, 2. Baron Rothschild, der gern mit einer von Zebras gezogenen Kutsche durch sein Anwesen Tring Park in Hertfordshire fuhr.
Ein höchst lesenswertes und amüsantes Buch!

Patrick Scrivenor: Mad Toffs: The British Upper Classes At Their Best – And Worst. Metro Publishing 2006. 218 Seiten. ISBN 978-1-78418-767-5.

Published in: on 16. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Cracker the Boat Horse – Eines der letzten Treidelpferde Englands und der Montgomery Canal in Shropshire

Der Montgomery Canal in der Maesbury Marsh.
Photo: Dave Dunford.
This work has been released into the public domain.

Der Montgomery Canal zieht sich von Wales nach Shropshire und ist 53 Kilometer lang. 27 Schleusen gibt es auf der Strecke. Der Kanal ist die Heimat eines der letzten Treidelpferde Englands, Cracker the Boat Horse. Das hübsche, kräftige Shirehorse zieht für touristische Zwecke ein Narrowboat namens „Countess„, das zwölf Meter lang ist und bis zu zwölf Personen befördern kann. Die Firma Bywater Cruises bietet diese Touren an, die in der Maesbury Marsh, etwa fünf Kilometer südöstlich der Stadt Oswestry, beheimatet ist.

Ob es Cracker gefällt, das tonnenschwere Boot den Treidelpfad entlang zu ziehen, weiß ich nicht, er tut das aber geduldig, wann immer das von ihm gefordert wird (er hat sogar eine eigene Facebookseite).

Die einstündige „river cruise“ kostet £7.50 pro Person, man kann das Boot aber auch für £80 pro Stunde chartern. Wer nun Cracker ins Herz geschlossen hat, kann Mitglied im Cracker Club werden und dafür sorgen, dass das Pferd zum Beispiel immer genügend Möhren und Stroh zur Verfügung hat, und dass es alle sechs Wochen neue Schuhe bekommt. Als Gegenleistung erhalten die Clubmitglieder kostenlose Cruises auf der „Countess“ mit einem frischbesohlten und mit Möhren gestärktem Pferd.

Hier sind Impressionen im Bild von einer dieser nervenberuhigenden „Flusskreuzfahrten“ zu sehen.

Bywater Cruises,
Canal Central,
Coed y Rae,
Maesbury Marsh,
Oswestry,
Shropshire
SY10 8JE

Published in: on 15. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Alderley Edge – Eine kleine Stadt in Cheshire, die bei Fußballspielern aus Manchester sehr beliebt ist

Die London Road.
Photo © Anthony Parkes (cc-by-sa/2.0)

Über Alderley Edge schrieb ich in meinem ersten Blogeintrag im Oktober 2009, den ich allerdings vor längerer Zeit wieder löschte, weil er mir nicht mehr gefiel. Heute nehme ich das Thema noch einmal auf.

Die Kleinstadt liegt rund zwanzig Kilometer südlich von Manchester, wo zwei der besten Fußballvereine des Landes beheimatet sind: Manchester City und Manchester United. Die hochbezahlten Spieler der beiden Clubs suchen sich natürlich in der Stadt selbst oder in der näheren Umgebung ihre Wohnungen/Häuser und Geld spielt dabei keine große Rolle. Besonders beliebt sind die hübschen Dörfer und Kleinstädte in der Grafschaft Cheshire, die sich an Manchester anschmiegt, und hier besonders die Orte Prestbury (siehe dazu meinen entsprechenden Blogeintrag), Wilmslow und eben Alderley Edge, die das Goldene Dreieck bilden.

Seitdem in den 1990er Jahren die Beckhams nach Alderley Edge gezogen waren, wurde der Ort richtig „posh“. David Beckham, der von 1992 bis 2003 bei Manchester United spielte, war damals der Superstar im englischen Fußball und da, wo er wohnte, wollten auch viele andere Spieler wohnen, also kletterten die Hauspreise in ungeahnte Höhen. Der Portugiese Ronaldo zog in ein riesiges Haus in Alderley Edge, als er von 2006 bis 2009 bei Manchester United spielte. Vorher hatte er ein Haus in Woodford in Cheshire bezogen, etwas näher an Manchester dran.

Auf der London Road von Alderley Edge dreht sich kaum noch jemand um, wenn dort ein Lamborghini oder ein Aston Martin entlang fährt. dort ist man an Supercars gewöhnt. Hier reihen sich schicke Boutiquen, Restaurants und Weinbars aneinander, die von den reichen Bewohnern und ihren attraktiven Frauen gern aufgesucht werden. Piccolino war eines der beliebtesten Restaurants in Alderley Edge, bis es vor wenigen Tagen schloss und nach Knutsford umzog. Ich bin sicher, dass dort schnell wieder ein neues Restaurant eröffnet wird. Man kann seinen Champagner auch im Bubble Room an der London Road trinken. Apropos Champagner: Es gibt wohl nur wenige Orte im Königreich, wo so viel Champagner verkauft wird wie in Alderley Edge, zum Beispiel im Corks Out in der Hausnummer 73.

Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 14. Januar 2022 at 02:00  Comments (2)  

Arthur Furguson (1883-1938) – Der Mann, der die Nelsonsäule auf Londons Trafalgar Square verkaufte

Wurde für £6000 verkauft, Nelson’s Column auf dem Trafalgar Square.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Es ist fast 100 Jahre her als ein US-amerikanischer Tourist aus Iowa in London auf dem Trafalgar Square stand und dort die Nelsonsäule bestaunte, auf deren 46 Meter hohen Sockel die über fünf Meter hohe Statue von Admiral Horatio Nelson zu sehen war. Ihm näherte sich ein Mann, der sich als offizieller Stadtführer zu erkennen gab, und ihn ansprach.

Der angebliche Guide, es handelte sich dabei um den in Schottland geborenen Arthur Furguson, erzählte dem Amerikaner die Geschichte des Admirals und ließ einfließen, dass die Säule momentan zum Verkauf stünde, was aber noch geheim war, denn die britische Nation litt nach dem Ersten Weltkrieg noch immer unter einer schweren Finanzkrise und musste sich, wohl oder übel, von einigen Besitztümern trennen. £6000 wollte die britische Regierung für die Säule haben. Der schwerreiche Amerikaner war sofort Feuer und Flamme und wollte die Nelsonsäule unbedingt haben, sie nach Iowa verschiffen und sie dort auf seinem Anwesen errichten lassen. Furguson bat den Amerikaner einen Moment um Geduld, er wollte seine Vorgesetzten fragen, was die zu dem Verkauf sagten, kam bald wieder mit der frohen Botschaft zurück, dass diese eingewilligt hätten und nahm einen Scheck über £6000, der auf den Namen Arthur Furguson ausgestellt war, entgegen. Dann verschwand der Verkäufer der Nelsonsäule sehr schnell, nachdem er dem Mann aus Iowa noch den Namen der Baufirma genannt hatte, die die Säule für ihn abbauen sollte. Als der Amerikaner diese Firma kontaktierte, die natürlich von diesem Auftrag keine Ahnung hatte, merkte er, dass er einem „con man“, einem Betrüger, aufgesessen war.

Arthur Furguson wendete diese Masche noch einige Male an, wobei er es immer wieder auf US-Amerikaner abgesehen hatte. So gelang es ihm, den Glockenturm von Big Ben für £1000 zu verkaufen, und sogar der Buckingham Palace stand auf Furgusons Verkaufsliste, für den er eine Anzahlung von £2000 erhielt.

Nachdem es ihm auf britischem Boden zu heiß geworden war, übersiedelte Arthur Furguson in die USA, wo er mit seiner Geschäftsidee weiter machte und das Weiße Haus in Washington an einen texanischen Rinderzüchter für $100,000 im Jahr vermietete. Erst als er einem interessierten Australier die New Yorker Freiheitsstatue andrehen wollte, war Schluss mit Furgusons Verkaufsmethoden, denn der Australier wurde misstrauisch und wandte sich an die New Yorker Polizei, die den Mann aus Großbritannien festnahm. Nach einem Gefängnisaufenthalt von fünf Jahren kam Furguson 1930 wieder frei. Er siedelte nach Los Angeles über, wo er einen luxuriösen Lebensstil pflegte, denn er hatte einiges von seinem erwirtschafteten Geld zurückgelegt. Hier soll er auch 1938 gestorben sein.

Ist diese wunderschöne Geschichte vielleicht gar nicht wahr? Der Schotte Dane Love ist den Spuren des Arthur Furguson einmal nachgegangen und hat nichts über ihn in zeitgenössischen Quellen finden können. Weder die britischen noch die amerikanischen Zeitungen haben über den Betrüger jemals berichtet. So what?

Published in: on 13. Januar 2022 at 02:00  Comments (2)  

The Accrington Pals – Eine tragische Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg

Gedenkstein vor St James‘ in Accrington.
Photo © Robert Wade (cc-by-sa/2.0)

Im Ersten Weltkrieg bestand die Möglichkeit, dass junge Männer aus einer Stadt oder aus einer Region zusammen in den Krieg zogen, was es ihnen vielleicht etwas leichter machte und möglicherweise auch die Motivation steigerte. „Pals Battalions“ wurden diese militärischen Verbände genannt. Einer davon waren die Accrington Pals, das 11. Battalion, das sich aus Männern aus der Stadt Accrington in Lancashire und Umgebung zusammensetzte. Zuerst wurden sie zur Verteidigung des Suezkanals eingesetzt, anschließend kam der Einsatzbefehl nach Frankreich, wo sie an die Somme abkommandiert wurden. Am 1. Juli des Jahres 1916 begann hier die Großoffensive der britischen und französischen Truppen gegen die Deutschen; die Schlacht an der Somme sollte eine der blutigsten des Ersten Weltkriegs werden. Bereits am ersten Tag starben fast 20 000 britische Soldaten.

Die 31. Division, zu der die jungen Männer aus Lancashire gehörten, erhielt den Auftrag, zu dem kleinen, von den deutschen Soldaten gehaltenen Dörfchen Serre-lès-Puisieux vorzustoßen, was auf der ganzen Linie misslang. Die britischen Truppen wurden von den deutschen Maschinengewehren regelrecht niedergemäht. Von den etwa 700 Accrington Pals, die an dem Tag im Einsatz waren, überlebten 235 nicht, 350 wurden verwundet, und das alles in dreißig Minuten. Schlimmer hätte es für die Männer aus Lancashire nicht kommen können; daheim in Accrington und Umgebung trafen nach und nach die schrecklichen Nachrichten von der Front ein. Ehemänner, Väter, Söhne wurden beweint; die Stadt hatte einen Teil einer Generation verloren.

Etwas außerhalb von Serre-les-Puisieux wurde der Sheffield Memorial Park angelegt, der an die Gefallenen der 31. Division erinnert, darunter auch ein Monument für die Accrington Pals, angefertigt aus Ziegelsteinen aus Accrington, für die die Stadt bekannt war.

Auch in ihrer Heimatstadt steht ein Gedenkstein vor der Kirche St James‘, der am 4. Juli 2004 enthüllt wurde.

Mike Harding hat ein bewegendes Lied über die Accrington Pals geschrieben; hier ist es zu hören.

Ein früherer Blogeintrag über Accrington ist hier zu finden.

Das Buch zum Artikel:
Andrew Jackson: Accrington’s Pals – The Full Story. Pen & Sword Military 2013. 271 Seiten. ISBN  978-1848844698.

Das Monument auf dem Sheffield Memorial Park.
With friendly permission of Andrew Jackson.
Published in: on 12. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die unheimlichen Drachenköpfe von Wallington Hall in Northumberland

Photo © Richard Sutcliffe (cc-by-sa/2.0)

Besonders unheimlich sieht das Gebäude von Wallington Hall bei Cambo in der Grafschaft Northumberland eigentlich gar nicht aus, doch soll es dort nicht mit rechten Dingen zugehen wie ich in meinem Blogeintrag vom 21. August 2015 schon einmal geschrieben habe. So richtig gruselig sehen allerdings die vier steinernen Drachenköpfe aus, die auf einer Wiese vor der Hall liegen. Grinsen sie oder sehen sie die Besucher auf böse Weise an? Wer weiß…

„Geboren“ wurden die vier nicht in der nördlichsten Grafschaft Englands, sondern in London. Ihre Heimat war eines der Stadttore von London, Bishopsgate, dort, wo häufig die abgeschlagenen Häupter von Kriminellen auf Stangen zur Schau gestellt wurden. Im Jahr 1760 riss man das Bishopsgate ab, da es sich zunehmend als Nadelöhr für den zunehmenden Verkehr der Hauptstadt erwies.

Sir Walter Calverley Blackett, Wallington Halls Besitzer, nahm sich der heimatlos gewordenen Drachenköpfe an und brachte sie auf einem Kohle transportierenden Schiff von London nach Newcastle (Sir Walter war ganz groß im Kohlehandel tätig). Von dort soll er sie zu seinem Rothley Castle gebracht haben, einem Folly, das Sir Walter in der Nähe von Wallington Hall erbaut hatte, wo die vier Köpfe erst einmal verschwanden. Erst 1928 fanden sie ihren jetzigen Platz auf der Wiese der Hall.

Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)
Rothley Castle.
Photo © Pete Saunders (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 11. Januar 2022 at 02:00  Comments (1)  

Stadtführungen durch Marlow in Buckinghamshire…mit Mary Shelley

Die Stadtführerin Mary Shelley.

Marlow in Buckinghamshire gehört zu meinen englischen Lieblingsstädten, darum habe ich schon viele Blogeinträge über sie verfasst. Die Stadt an der Themse hat eben einiges zu bieten, und seit dem letzten Jahr werden hier auch Stadtführungen angeboten… mit Mary Shelley als Stadtführerin. „Mary Does Marlow“ heißen diese Touren und warum gerade Mary Shelley? Die weltbekannte Autorin hat in der Stadt einen der berühmtesten Schauerromane der Literaturgeschichte verfasst: „Frankenstein or The Modern Prometheus“, viele Male mehr oder weniger gut verfilmt. So führt die Stadttour natürlich auch am Albion House in der West Street vorbei, wo Mary mit ihrem Mann Percy Bysshe Shelley wohnte.

Die Touren beginnen im Higginson Park an der Themse an der Statue von Sir Steve Redgrave (mehrfacher olympischer Goldmedaillengewinner im Rudern). An dieser Stelle soll angeblich König Heinrich VIII. um die Hand von Jane Seymour angehalten haben.

Es gibt eine Sommerführung und eine Winterführung („Mary Does Marlow After Dark!“) ; letztere ist „creepier“ als die erste, da geht es auch um Geister und Mörder und um den wohl berühmtesten Highwayman aller Zeiten, Dick Turpin. Er und andere Wegelagerer legten sich in der Umgebung von Marlow gern auf die Lauer.

Wer verbirgt sich nun hinter der kostümierten Stadtführerin? Es ist niemand anderes als meine gute Freundin Nicola Metcalfe, die ich in meinem Blog schon mehrfach vorgestellt habe. Leider habe ich noch an keiner ihrer Führungen teilnehmen können, Corona war dagegen, aber ich bin mir sicher, dass sie das auf ihre freundliche und humorvolle Art wunderbar in Szene setzen kann. Freundlicherweise hat sie mir für meinen Blog einige Fotos zur Verfügung gestellt, deren Rechte selbstverständlich bei ihr liegen.

Bei Facebook und bei Instagram auf dem Laufenden halten, wann in diesem Jahr wieder Stadtführungen angeboten werden.

Vor Mary Shelleys ehemaligem Haus in der West Street.
Vor Marlows wunderschöner Church of All Saints.
Creepy…
Startpunkt der Marlow-Führung: Sir Steve Redgraves Statue im Higginson Park.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)
Ein Tea Towel aus Nicola Metcalfes Produktion mit Motiven aus Marlow.
Eigenes Foto.
Published in: on 10. Januar 2022 at 02:01  Kommentar verfassen  

Scenes in the Square – Populäre Filmfiguren auf dem Londoner Leicester Square

Mr Bean.
Photo: Mx Granger.
Creative Commons 1.0

Londons Leicester Square ist so etwas wie ein Mekka für Filmenthusiasten. Hier finden häufig Filmpremieren statt, oft in Anwesenheit der mitwirkenden Stars. Das Odeon und das Empire sind die großen Namen unter den Kinos der Hauptstadt.

Seit dem Februar des Jahres 2020 sind hier Filmfiguren aufgestellt worden, die auf die Bedeutung des Platzes für die britische Filmgeschichte hinweisen sollen. Es handelt sich dabei um acht berühmte Charaktere, die so gut wie jeder kennt: später wurden noch zwei weitere hinzugefügt, nämlich Harry Potter und The Iron Throne aus der TV-Serie Game of Thrones.

Werfen wir einen Blick auf die ursprünglichen Acht des Scenes of the Square genannten Skulpturenwegs. Da finden wir, auf einer Bank sitzend, Mr. Bean und denken sofort an seinen Sketch „How to make a sandwich“ Ebenfalls auf einer Bank sitzend, treffen wir auf Paddington Bear, über den 2014 und 2017 Filme in die Kinos gekommen sind, Paddington 3 ist für das Jahr 2023 geplant. Mary Poppins steht, so wie wir sie aus dem 1964 gedrehten Film kennen, mit einem aufgespannten Regenschirm auf dem Platz. Die Bugs Bunny-Figur wurde im vorigen Jahr durch einen Basketballkorb, eine Rückwand und einen QR-Code ergänzt; der Grund war die Veröffentlichung des Films „Space Jam: A New Legacy“, der in Deutschland unter dem selben Titel gezeigt wird, in dem Basketball eine Rolle spielt. Über den QR-Code kann man mit seinem Smartphone auf interaktive „Space Jam“-Webseiten zugreifen.
„Singing in the Rain“-Star Gene Kelly ist als Don Lockwood mit Regenschirm in der Hand an einer Laterne hängend zu sehen, und die Lasso schwingende Wonderwoman kann man an der Wand des Vue West End-Kinos bestaunen.

Auf das Dach des Odeon-Kinos wurde die Figur des Batman verfrachtet; ebenfalls auf einem Dach stehend, auf dem einer Kinokarten-Verkaufsstelle, finden wir Laurel and Hardy alias Dick und Doof. Das soll an eine haarsträubende Szene aus ihrem Film „Liberty“ (dt. „Die Sache mit der Hose“) erinnern, in dem sie in schwindelnder Höhe an einem Wolkenkratzer balancieren.

Paddington Bear.
Photo: Matt Brown.
Creative Commons 2.0
Mary Poppins.
Photo: Matt Brown.
Creative Commons 2.0
Laurel and Hardy.
Photo: Matt Brown.
Creative Commons 2.0
Published in: on 9. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Roger Lytollis: On a Pedestal – A Trip Around Britain’s Statues

Foto meines Exemplares.

Hier ist mein persönliches Buch des Jahres 2021: „On a Pedestal: A Trip Around Britain’s Statues„, geschrieben von Roger Lytollis, erschienen am 4. November 2021. Wie es der Titel schon sagt, geht es hier um Statuen, die in ganz Großbritannien aufgestellt worden sind, ein Thema, das in meinem Blog schon seit Jahren eine gewisse Rolle spielt. Hochgekommen ist das Thema im Jahr 2020 als die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston in Bristol vom Sockel gestoßen und im Hafenbecken versenkt worden ist (ich berichtete darüber in meinem Blog).

Roger Lytollis schreibt auch über diese kontroversen Statuen in seinem Buch; ein weiteres Thema ist die Darstellung von Nacktheit in der Öffentlichkeit, wofür der fast nackte Achilles im Londoner Hyde Park und die noch nacktere Mary Wollstonecraft in Londons Newington Green als Beispiele dienen.

Manche Statuen werden von den Bürgern des Landes immer wieder verziert; ich denke da vor allem an das Reiterstandbild des Dukes of Wellington am  Royal Exchange Square in Glasgow, das den Duke fast ständig mit einem Verkehrskegel auf dem Kopf zeigt.

Ein eigenes Kapitel ist dem Bildhauer Antony Gormley gewidmet, der mit seinen Kunstwerken immer wieder für Aufsehen sorgt. Beispiele: The Angel of the North bei Gateshead (Tyne and Wear), Another Place am Strand von Crosby Beach in Lancashire und der nackte Mann auf dem Dach eines Hauses in Oxfords Broad Street aus der Figurenserie Another Time.

„On a Pedestal“ ist informativ und humorvoll, ein großartiges Buch, das ich sehr empfehlen kann!!

Roger Lytollis: On a Pedestal – A Trip Around Britain’s Statues. Robinson 2021. 296 Seiten. ISBN 978-1-4721-4613-7.

Achilles im Londoner Hyde Park.
Photo © Tim Westcott (cc-by-sa/2.0)
Der Duke of Wellington in Glasgow.
Photo © Richard Sutcliffe (cc-by-sa/2.0)
Antony Gormleys Angel of the North.
Photo © Jennifer Petrie (cc-by-sa/2.0)

Lower Peover in Cheshire Teil 2: The Tree of Imagination

Photo: Wildlife Terry.
Creative Commons 2.0

Wo in Lower Peover der Free Green Lane und der Broom Lane zusammentreffen, stand einmal ein Baum, der schon bessere Tage gesehen hatte und abgestorben war. Man wollte ihn aber nicht einfach fällen, und so entstand die Idee, ihn in einer Höhe von etwa drei Metern abzuschneiden und den verbleibenden Stamm nett zu verzieren. Es entstand 2015 der Tree of Imagination. Um das Stamminnere vor Feuchtigkeit zu schützen, wurde ein Dach installiert und, damit sich auch Tiere in dem Baum wohlfühlen können, je eine „Wohnung“ für Eulen und für Fledermäuse.

Weiterhin sind in den Baumstamm kleine Öffnungen für Fenster und Türen hineingeschnitten worden; zu den Türen führen Treppenstufen und aus dem obersten Fenster ragt eine Kanone, die die potentiellen Feinde des Tree of Imagination wohl abschrecken soll.

Der Baum ist ein gemeinschaftliches Projekt der Dorfbewohner, die fachmännische Hilfe durch Holzspezialisten aus der Region bekommen haben wie einen Kettensägenbildhauer, Schreiner, Holzhändler und so weiter.

Ich finde, der Tree of Imagination ist eine tolle Idee. In diesem Film kann man ihn sich aus der Nähe ansehen.

Photo: Wildlife Terry.
Creative Commons 2.0
Published in: on 7. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Lower Peover in Cheshire Teil 1: The Bells of Peover – Ein Country-Pub, in dem sich im Zweiten Weltkrieg zwei amerikanische Generäle trafen

Photo © John Naisbitt (cc-by-sa/2.0)

Am Ende einer Sackgasse in Lower Peover (es gibt auch ein Over Peover) in der Grafschaft Cheshire liegt ein Country-Pub namens The Bells of Peover, vor dessen Eingang zwei Flaggen wehen, der britische Union Jack und die amerikanischen Stars and Stripes. Direkt nebenan liegt die Dorfkirche St Oswald’s, und da geht man davon aus, dass der Name des Pubs sich auf die Glocken der Kirche bezieht, was aber nicht stimmt. Benannt ist das Gasthaus nach den ehemaligen Besitzern, die Bell hießen.

Warum nun hängen die beiden Fahnen an dem Haus? Sie stellen den Bezug her zu einem Treffen in Kriegszeiten zwischen General George Smith Patten jr. (der in der nahe gelegenen Peover Hall sein Hauptquartier hatte) und General Dwight David „Ike“ Eisenhower, das im Pub stattfand. Patten, der hier stationiert war, kehrte häufig in die Bells of Peover ein, und einmal kamen die beiden US-Generäle bei einem Mittagessen zusammen, um sich über die die alliierten Landungen in der Normandie zu beraten.

Auf den Webseiten des Pubs ist davon nichts zu lesen, man weist lieber auf die Vorzüge des Restaurants hin, und dass es sich um ein Gasthaus aus dem Jahr 1839 handelt, das gern „well-behaved dogs“ willkommen heißt.

Es gibt sogar ein Musikstück, das nach dem Pub benannt worden ist: „The Bells of Peover„, komponiert von Philip Doe, eine wunderschöne Melodie.

The Bells of Peover
The Cobbles
Lower Peover
Knutsford
Cheshire WA16 9PZ

Photo © Peter Turner (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 6. Januar 2022 at 02:01  Comments (1)  

Stand-up Comedians – Les Dawson und seine Schwiegermutter-Witze

Les Dawsons Standbild in Lytham St Annes (Lancashire).
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

I saw six men kicking and punching the mother-in-law. My neighbour said ‚Are you going to help?‘ I said ‚No, Six should be enough.“ Das ist einer dieser Schwiegermutter-Witze für die Les Dawson bekannt war, und er hatte davon eine ganze Menge in petto. Aber auch seine eigene Frau stand hin und wieder im Mittelpunkt seiner one-liner („My wife sent her photograph to the Lonely Hearts Club. They sent it back saying they weren’t that lonely„).

Les Dawson wurde 1931 in Manchester geboren und starb auch dort am 10. Juni 1993, an einem Herzinfarkt während einer Untersuchung in einem Krankenhaus.

Der Komiker war häufig im Fernsehen zu sehen, wo er auch eigene Shows hatte wie „Sez Les“ von 1969 bis 1976 oder „The Les Dawson Show„, die von 1979 bis 1989 lief. Er schrieb Romane und Sachbücher, sowie zwei Autobiografien, „A clown too many“ (1986) und „No tears for the clown“ (1992).

15 Jahre nach Les Dawsons Tod wurde eine Bronzestatue von ihm in Lytham St Annes in Lancashire, wo er lange wohnte, errichtet: Der Bildhauer war Graham Ibbeson, berühmt geworden durch sein Standbild des Komikers Eric Morecambe in Morecambe, ebenfalls in Lancashire.

Hier ist Les Dawson in voller Aktion zu sehen.

My mother-in-law said, ‚One day I will dance on your grave.‘ I said ‚I hope you do; I will be buried at sea„.

Published in: on 5. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Maidens‘ Garlands in englischen Kirchen

Ein besonders schönes Exemplar in der Holy Trinity Church in Minsterley (Shropshire).
Photo © Annette Randle (cc-by-sa/2.0)

Man findet sie noch in einigen englischen Kirchen, die Maidens‘ Garlands, die früher einmal die Särge unverheirateter Frauen schmückten, die ein „unbeflecktes“ Leben geführt hatten, daher auch manchmal „Virgin’s Crowns“ genannt. Nach der Beerdigung hängte man die kunstvollen Gebilde oft in der Kirche auf, versehen mit dem Namen der Verblichenen. Oxford Reference beschreibt die Maidens‘ Garlands folgendermaßen: „They are made of variegated coloured paper, representing flowers, fastened to small sticks crossing each other at the top, and fixed at the bottom by a circular hoop„.

Expertin für das Thema ist Rosie Morris, die eine eigene Webseite betreibt, und die in Minsterley in Shropshire geboren wurde, wo es in der Holy Trinity Church einige Maidens‘ Garlands zu sehen gibt. Sie schrieb ihre Dissertation an der Birmingham University mit dem Titel „Maidens‘ Garlands: the history and development of a post-reformation funeral custom“ (2001).

Wer sich im Süden des Landes aufhält und sich für das Thema interessiert, sollte unbedingt St Mary the Virgin in Abbotts Ann (Hampshire) aufsuchen, wo es die größte Sammlung von Maidens‘ Garlands in ganz England gibt. Dort lernen wir, dass diese Tradition nicht ausschließlich für Frauen galt, auch Männer bekamen zeitweise eine Virgin’s Crown. Als letzte erhielt hier die 73jährige Miss Lily Myra Annetts im Jahr 1973 einen solchen Sargschmuck.

Eine weitere Kirche, in der Maidens‘ Crowns zu sehen gibt, ist Old St Stephen’s in Robin Hood’s Bay an der Küste von North Yorkshire.

In St Mary the Virgin in Abbots Ann (Hampshire).
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)
In Old St Stephen’s in Robin Hood’s Bay (North Yorkshire)
Photo: FlickrDelusions.
Creative Commons 2.0
Published in: on 4. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Mallard – Eine Lokomotive, die seit dem 3. Juli 1938 noch immer den Geschwindigkeitsrekord für Dampfloks hält

Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Im National Railway Museum in York (North Yorkshire), ein Museum, das jeden Eisenbahnfan begeistern wird, steht The Mallard, eine dampfgetriebene Lokomotive, die 1938 gebaut worden ist und noch immer den Geschwindigkeitsrekord hält, den sie am 3. Juli 1938 mit 203 km/h aufgestellt hat. Keine andere Dampflok war seitdem schneller. Liner Class A4 4468 war die exakte Typenbezeichnung und von der A4-Klasse sind außer The Mallard bis heute nur noch fünf weitere Exemplare erhalten geblieben.

Sir Herbert Nigel Gresley (1876-1941) war der Konstrukteur der Baureihe; eine Statue von ihm erinnert auf dem Londoner Bahnhof King’s Cross an in, die 2016 dort aufgestellt wurde und die sogenannte „duck controversy“ hervorrief, denn die Bildhauerin Hazel Reeves wollte ursprünglich eine kleine Ente hinzufügen, die auf Gresleys Hobby, das Züchten von Wasservögeln (daher auch der Name der Lok Mallard = Stockente), hindeuten sollte , doch die Enkel des Konstrukteurs erhoben dagegen Einspruch, weil sie das unpassend fanden.

Zurück zum Geschwindigkeitsrekord. Der Ort des Geschehens lag in der Grafschaft Lincolnshire, an einem Streckenabschnitt namens Stone Bank in der Nähe von Grantham.  Joe Duddington war der Lokführer, dem es gemeinsam mit Thomas Bray, verantwortlich für das Befeuern der Lok, gelang, den bisher bestehenden Rekord von 183 km/h zu überbieten.

Im September 2013 machte The Mallard noch einmal eine Reise dorthin, wo sie den Rekord aufgestellt hatte, nach Grantham zum Festival of Speed, wo sie im Mittelpunkt des Interesses stand. Stolz trägt die Lokomotive eine Plakette, die darauf hinweist, dass sie die schnellste aller Zeiten war und noch immer ist. Entlang der Bahnlinie bei Stoke Bank ist ein Hinweisschild aufgestellt worden, das daran erinnert.

Im Morton Park Industrial Estate in Darlington (County Durham) ist eine Replika des Mallard aus 185 000 Ziegelsteinen gebaut worden, über die ich in meinem Blog einmal berichtet habe.

Die Band Big Big Train hat The Mallard in ihrem Song „East Coast Racer“ ein musikalisches Denkmal gesetzt.

Hier ist ein Film über die berühmte Lok.

Das Buch zum Artikel:
Don Hale: Mallard – How the „Blue Streak“ Broke the World Speed Record. Aurum Press 2008. 192 Seiten. ISBN  ‎ 978-1781313916.

Die Plakette an der Lok.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)
Hier fand der Geschwindigkeitsrekord statt, in der Nähe von Grantham in Lincolnshire.
Photo © Nigel Thompson (cc-by-sa/2.0)
Der Konstrukteur, Sir Nigel Gresley am Bahnhof King’s Cross in London (ohne Ente).
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 3. Januar 2022 at 02:00  Comments (1)  

Die Michael Jackson-Statue, die niemand haben wollte

Michael Jackson Statue vor dem Stadion des Fulham F.C.
Photo: Jack Tanner.
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Mohamed Al-Fayed ist ein sehr reicher Mann, dem einmal das Kaufhaus Harrods in London gehörte, das Ritz Hotel in Paris und der Londoner Fußballverein Fulham F.C.…unter anderem. Als er noch der Besitzer von Harrods war, wollte er dort eine Statue von seinem Freund Michael Jackson aufstellen, doch daraus wurde nichts, da er das Kaufhaus an die Quatar Investment Authority verkauft hatte. Also wählte Al-Fayed das Fußballstadion Craven Cottage als neuen Aufstellungsort, das Stadion seines Clubs Fulham F.C., was bei den Fans des Clubs nicht gut ankam (wie dieser Film zeigt), da sie nicht verstanden, was denn Michael Jackson mit ihrem Verein zu schaffen hatte. Der exzentrische, amerikanische Sänger war einmal im Stadion, 1999, als er sich in Begleitung von Mohamed Al-Fayed das Spiel Fulham gegen Wigan Athletic ansehen musste, danach wurde er dort nie wieder gesehen. Es gibt noch einen Videoclip wie Jackson mit einem Regen-/Sonnenschirm durch das Stadion schreitet. Nach dem Tod des Sängers enthüllte Al-Fayed stolz am 3. April 2011 die Statue am Craven Cottage (hier zu sehen).

Ungeliebt stand sie nun am Stadion bis Al-Fayed seinen Fußballverein an einen anderen Milliardär verkaufte, an den in Pakistan geborenen Shahid Rafiq Khan. Dieser hatte mit Michael Jackson nichts am Hute und ließ die Statue 2013 entfernen, die meisten Fans des Vereins weinten ihr keine Träne nach. Als Fulham F.C. im nächsten Jahr aus der Premier League abstieg, lag das daran, dass Michael Jackson nicht mehr am Stadion stand, so die Meinung von Mohamed Al-Fayed.

Das National Football Museum in Manchester erbarmte sich der Statue und gewährte ihr Asyl, aber auch das nur bis zum 6. März 2019, dann wurde sie von dort entfernt, denn man sah wohl ein, dass Michael Jacksons Interesse am englischen Fußball nur äußerst marginal war, und er nicht in das Fußballmuseum passte. Außerdem wurden die Vorwürfe gegen den Sänger wegen angeblicher sexueller Übergriffe gegen Kinder immer lauter.

Michael Jackson im National Football Museum in Manchester.
Photo: nataliemarchant.
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Published in: on 2. Januar 2022 at 02:00  Comments (5)