Kea plums – Eine seltene Wildpflaumensorte aus Cornwall

Ein Nebenarm des River Fal mit den Pflaumenbäumen.
Photo © Fred James (cc-by-sa/2.0)

Als die Fernsehköchin Sarah Wiener für ARTE kulinarische Abenteuer in Großbritannien erlebte (ich berichtete damals in meinem Blog darüber), besuchte sie auch die Grafschaft Cornwall und lernte dort die Kea-Pflaume kennen. Sie hatte dafür eine Rezeptidee, stellte daraus ein Fruchtmus her und verkaufte den unter dem Namen „Cornitüre„.

Ich glaube, die meisten haben von dieser Wildpflaumenart noch nie gehört, wächst sie doch nur in Cornwall und dort nur an einer der Mündungsschleifen des Flusses Fal. Benannt wurde sie nach dem nahe gelegenen Dorf Kea, dessen Namen wiederum auf einen irischen Heiligen zurückzuführen ist. In früheren Zeiten waren die Pflaumenbäume nur vom Wasser her zugänglich, bis dann eine schmale Straße gebaut wurde, die bis zum Fluss führt.

Die Erntezeit für die Kea-Pflaumen sind die Monate August und September, und das Besondere bei der Ernte ist, dass die Früchte nicht wie üblich gepflückt werden, sondern geschüttelt. Die Pflaumen, die beim ersten Schütteln herunterfallen, werden nicht verwendet, erst die beim zweiten bis vierten Schütteln. In der nächst größeren Stadt, Truro, wurden sie dann verkauft. Erst seit kurzem erlangte die Kea-Pflaume auch eine gewisse Bekanntheit außerhalb von Cornwall.

Man isst sie nicht roh, sondern verarbeitet sie überwiegend zu Marmelade. Es gibt sogar einen Likör, den Kea Plum Liqueur, der aus der Pflaume hergestellt wird, verfeinert mit weißem Rum, ein Produkt der Firma The Wrecking Coast Distillery in Tintagel, auf der anderen Küstenseite Cornwalls.
Ganz in der Nähe der Pflaumenbäume findet sich auch die einzige Teeplantage Englands, Tregothnan (ich berichtete in meinem Blog darüber), in deren Laden man Tregothnan Kea Plum Jam kaufen kann.

Published in: on 21. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen