Das Dale Dyke Disaster am 11. März 1864, das die Stadt Sheffield in South Yorkshire schwer in Mitleidenschaft zog

Dale Dyke Reservoir.
Photo © Neil Theasby (cc-by-sa/2.0)

Als die industrielle Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts Fahrt aufgenommen hatte, benötigte man in den Städten am Rande des Peak Districts wie in Manchester und Sheffield viel Wasser, daher wurden mehrere Wasserreservoirs oben in den Bergen angelegt.
Eines dieser Reservoirs war der Dale Dyke bei Bradfield, der die Stadt Sheffield, 13 Kilometer entfernt, versorgen sollte. Fünf Jahre lang dauerte es, bis der Staudamm errichtet war und 1864 in Betrieb genommen werden sollte. Das Wasser wurde eingelassen und kaum war die Talsperre gefüllt, zeigte sich ein langer Riss im Damm. War da beim Bau gepfuscht worden? In der Nacht des 11. März 1864 konnte der Damm den Wassermassen nicht länger standhalten und brach. Drei Millionen Kubikmeter Wasser ergossen sich in das Loxley Valley, rissen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellte und suchten sich ihren Weg nach Sheffield, wo verheerende Schäden entstanden, nicht direkt im Zentrum, aber in anderen Stadtteilen. 240 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben und Hunderte von Häusern wurden zerstört oder beschädigt.

Was war der Grund für das Dale Dyke Disaster? Es ist nie eindeutig geklärt worden. Die Betreibergesellschaft wies alle Schuld von sich und machte einen Erdrutsch in der Region dafür verantwortlich. Andere wiederum waren der Meinung, dass die Unglücksursache in Konstruktionsfehlern zu finden war.

Das Wasserreservoir wurde noch einmal neu gebaut, jetzt aber unter verschärften Sicherheitsauflagen. 1875 ging der Dale Dyke erneut in Betrieb und hat bis heute seine Wassermassen in Zaum gehalten.

Anlässlich des 150. Jahrestages der Katastrophe wurde am Reservoir ein Gedenkstein für die Opfer errichtet; hier ist ein Film darüber.

Mike Lydiat und Dave Markham, zwei Musiker aus Sheffield, die sich Toffee Music nennen, haben einen Song über das Unglück geschrieben, der hier zu hören ist.

Anlässlich des 150 Jahrestages des Dale Dyke Disasters hat die lokale Bradfield Brewery ein Bier auf den Markt gebracht, das sie „Dam’it“ nannten, “ A deep golden coloured bitter with a clean & citric bitter aroma with a twist of vanilla“, englischer schwarzer Humor.

Das Buch zum Artikel:
Geoffrey Amey: Collapse of the Dale Dyke Dam 1864. Littlehampton Book Services 1974. 240 Seiten. ISBN  978-0304293629
.

Der Erinnerungsstein.
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)
Ein alter Markierungsstein an der Stelle, an der früher die alte Staumauer stand. CLOB = Centre Line of Old Bank.
Photo © Andrew Tryon (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 26. Februar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

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