The Tattingstone Wonder in Suffolk – Ein Folly auf der Shotley Peninsula

Die Vorderseite des Tattingstone Wonders.
Photo © Colin Park (cc-by-sa/2.0)

Die Shotley Peninsula ist eine Halbinsel der Grafschaft Suffolk, südlich des County Seats Ipswich gelegen. Unser Weg führt uns heute zum sogenannten Tattingstone Wonder.
Es gab immer mal wieder in der Vergangenheit den Fall, dass ein Landbesitzer in seinem Stately Home unzufrieden mit der Aussicht aus seinen Fenstern war. Da standen doch tatsächlich Dörfer und Häuser im Wege herum, die seine Augen beleidigten. Was also tun?
Der sechste Duke of Devonshire ließ zum Beispiel zwischen 1838 und 1842 das Dörfchen Edensor komplett aus seinem Sichtbereich vom Chatsworth House in Derbyshire entfernen und es dort wieder aufbauen, wo er es nicht mehr sehen konnte.

Der Unternehmer Ralph Allen aus Bath in Somerset baute sich im 18. Jahrhundert eine Burgattrappe, das Sham Castlegegenüber von seinem weitläufigen Wohnhaus, um damit seine Augen zu erfreuen.

Auf der Shotley Peninsula finden wir etwas Ähnliches. Edward White war Ende des 18. Jahrhunderts der Besitzer des Landsitzes Tattingstone Place. Auch er mochte den Blick aus den Fenstern seiner Bibliothek gar nicht, denn da standen zwei Cottages herum, die er als Schandfleck empfand. Jedes Mal ärgerte er sich darüber, wenn er den Raum betrat, also musste Abhilfe geschaffen werden. Glücklicherweise ließ er die beiden Häuser nicht abreißen, er dachte sich etwas viel Raffinierteres aus. Er ließ ein weiteres Cottage hinzubauen und gestaltete alle drei zu einer „Kirche“ um, das heißt, ein vermeintlicher Kirchturm und ein Kirchenschiff wurden hinzugefügt, gotische Fenster eingebaut und schon war Edward White mit seinem neuen Ausblick zufrieden. Ob die Bewohner der Cottages auch zufrieden waren, auf einmal in einer „fake church“ zu wohnen?

…und die rückwärtige Seite.
Photo: Davebulow.
Creative Commons 3.0
Tattingstone Place.
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen