Ein Besuch in Hillesheim in der Eifel, Deutschlands Krimi-Hauptstadt Teil 2: Das Kriminalhaus

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Keine hundert Meter vom Krimi-Hotel in Hillesheim in der Eifel entfernt, steht das Kriminalhaus, das die Besitzer Monika und Ralf Kramp im September 2007 eröffnet haben und das das zweite Standbein für Deutschlands Krimi-Hauptstadt ist. Auch hier ist wieder ein sehr enger Bezug zu Großbritannien spürbar, so steht vor dem Eingang ein alter Austin und eine rote Telefonzelle.

Das Kriminalhaus ist unterteilt in das ebenerdige Café Sherlock, die daneben liegende Buchhandlung Lesezeichen und in den oberen Stockwerken das Deutsche Krimi-Archiv mit einer Sammlung von über 30 000 Bänden und vielen Nebenräumen, die alle dem Thema „Krimi“ gewidmet sind.

Betritt man das Café Sherlock gelangt man in eine andere Welt. Hier geben die Größen der Kriminal-Literatur den Ton an. Als erstes fiel mir ein großartiges Porträt von David Suchet auf, der in der englischen TV-Serie den Hercule Poirot verkörpert. Das Bild ist mit einer persönlichen Widmung an Ralf Kramp versehen, entstanden, wie er mir erzählte, im Londoner St James’s Club, wo er den Schauspieler traf. Das Porträt hat Ralf Kramp übrigens selbst gemalt, war er doch einmal Karikaturist beim Kölner Stadtanzeiger gewesen.
Man kommt aus dem Staunen im Café Sherlock gar nicht mehr heraus; hier gibt es so viel zu sehen, dass man Stunden bräuchte, um alles in sich aufzunehmen. Beispiel: Ein Vitrinentisch ist Lieutenant Columbo gewidmet, in dem „Devotionalien“ von dem berühmten Detektiv aus Los Angeles zu bewundern sind wie ein Miniaturmodell seines alten klapprigen Peugeot 403-Cabrios und eine Streichholzschachtel von Barney’s Beanery, jenem Lokal, in dem Columbo immer seinen geliebten Chili isst. In dem Café sind mit außerordentlich viel Liebe über Jahre hinweg Kuriositäten zusammengetragen worden, bei deren Anblick jedem Krimi-Liebhaber das Herz aufgeht.

Die Buchhandlung Lesezeichen schließt sich an das Café Sherlock an, das Reich von Monika Kramp; helle, freundliche, ansprechende Räumlichkeiten, selbstverständlich mit einer Spezialabteilung für Krimis, auch hier stehen überall zwischen den Büchern Kuriositäten herum.

Das Deutsche Krimi-Archiv findet man in den oberen Stockwerken, wo, wie bereits erwähnt, mehr als 30 000 Kriminalromane, alphabetisch sortiert, darauf warten, wieder einmal gelesen zu werden. Spezialsammlungen schließen sich an wie die Agatha Christie-Abteilung und das Sherlock-Holmes-Archiv. Hier wirkt nichts angestaubt oder langweilig, überall sind die Räume aufgelockert durch Fotos, Filmbilder und jede Menge anderer humorvoller und interessanter Dinge.

Ganz oben unter dem Dach, durch eine Wendeltreppe zu erreichen, ist schließlich die Spieleabteilung untergebracht, deren Spiele gleich vor Ort ausprobiert werden können. Bei meinem Besuch war der Raum von einer Familie belegt, die eines davon gerade benutzten.

Im Kriminalhaus sind auch die Büros des KBV-Verlages zu finden. Verlagsleiter Ralf Kramp, selbst Autor zahlreicher Krimis (siehe hierzu meinen Blogeintrag), verlegt seit über zwanzig Jahren Kriminalromane deutschsprachiger Autoren mit dem Schwerpunkt Regionalkrimis.

Ein Besuch im Kriminalhaus ist sehr zu empfehlen, auch wenn man nicht besonders viel mit Krimis am Hut hat. Bei einer Tasse „Schwarzer Tod“-Espresso, einem Killerkakao, einem Stück Kuchen oder bei einem Ploughman’s Lunch im Café Sherlock hat man die Muße, die vielen Objekte des Raumes zu bewundern; es ist auch ein Stück England mitten in der Eifel. Das sympathische Ehepaar Monika und Ralf Kramp empfängt die Gäste auf liebenswürdige Weise.

Die Öffnungszeiten des Kriminalhauses: Mittwoch bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr.

Das Kriminalhaus
Am Markt 5 – 7
54576 Hillesheim

Das David Suchet-Porträt mit Widmung.
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Im Café Sherlock.
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Sherlock Holmes höchstselbst am Kamin in dem nach ihm benannten Café.
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Einer der Vitrinentische im Café, hier der Hercule Poirot gewidmete.
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Ein „Bobby“ wacht über die Café-Gäste.
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Published in: on 19. Juni 2022 at 02:00  Comments (7)