Dusty Springfield: „I Just Don’t Know What To Do With Myself“

Dusty Springfields Grab in Henley-on-Thames. Eigenes Foto.

Dusty Springfields Grab auf dem Kirchhof von St Mary’s in Henley-on-Thames (Oxfordshire).
Eigenes Foto.

1964 veröffentlichte Dusty Springfield (1939-1999) den Song „I Just Don’t Know What To Do With Myself„, der von dem legendären US-amerikanischen Songwriterpaar Burt Bacharach und Hal David geschrieben worden war. Als erster nahm diesen Titel 1962 Tommy Hunt auf, Mitglied der Gruppe The Flamingos, der ihm allerdings keinen Erfolg bescherte. Hier ist seine Version zu hören.

Der Produzent Johnny Franz, verantwortlich für zehn Nummer-Eins-Hits in den britischen Charts, wurde auf den Song aufmerksam und meinte, dass ist doch etwas für Dusty und nahm ihn in den Londoner Olympic Studios auf. Arrangiert wurde „I Just Don’t Know…“ von Ivor Raymonde, der Dusty Springfields ersten großen Hit „I Only Want To Be With You“ für sie geschrieben hatte. Der Song erreichte Platz 3 der britischen Charts und war bis dahin ihr größter Erfolg. Dusty Springfield ist meine Lieblingssängerin, über die ich in meinem Blog schon einmal schrieb und deren Grab in Henley-on-Thames ich besuchte; sie starb am 2. März 1999. Ihr richtiger Name lautete Mary Isobel Catherine Bernadette O’Brien.
Hier ist „I Just Don’t Know What To Do With Myself“ zu hören und zu sehen (die grauenvolle Bühnendekoration sollte nicht von dem wunderschönen Lied ablenken!). In dem von Robert Dimery herausgegebenen Buch „1001 Songs, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist“ wird Dustys Stimme folgendermaßen beschrieben: „…eine Mischung aus verhauchter Sinnlichkeit, rauher Leidenschaft und Gefühl, die den Zuhörer glauben machen konnte, er habe eine schwarze amerikanische Sängerin vor sich“. Absolut zutreffend!

Im Jahr 2003 wurde der Bacharach/David-Song von der US-Band The White Stripes neu aufgenommen. Im dazu gehörigen Musikvideo ist eine Engländerin zu sehen, die dabei ihren attraktiven Körper zur Schau stellt: Kate Moss.

Published in: on 4. Juni 2016 at 02:00  Comments (2)  
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John Leyton: „Johnny Remember Me“ – Ein Musikoldie, der vor 55 Jahren in den britischen Charts stand

Ich liebe die Musik der 1960er Jahre, sowohl die amerikanischen als auch die britischen Songs, die damals die Charts bestimmten. Einer von ihnen war John LeytonsJohnny Remember Me„, der vor 55 Jahren in Großbritannien sehr erfolgreich war und im August 1961 sogar den Spitzenplatz der britischen Charts erreichte.
John Leyton, der am 17. Februar 1936 in Frinton-on-Sea in Essex geboren wurde, war zu jener Zeit ein „Heartthrob“, also ein junger Mann, der von seinen weiblichen Fans angehimmelt und verehrt wurde. Neben seinem größten Hit, eben jenem „Johnny Remember Me“, konnte nur noch der Nachfolger „Wild Wind“ an den Erfolg anknüpfen, alle weiteren Songs von ihm, die er bis 1964 aufnahm, erreichten die Top Ten nicht mehr. Dafür tummelte sich John Leyton im Filmgeschäft und spielte an der Seite von zum Beispiel Frank Sinatra und Steve McQueen in einigen Filmen mit.

Zurück zu „Johnny Remember Me“. Wie in dem von Robert Dimery herausgegebenen, großartigen Buch „1001 Songs, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist“ (Edition Olms, 2. Auflage 2015) nachzulesen ist, wurde das Lied in einem zum Tonstudio umgebauten Apartment in der Londoner Holloway Road Nummer 304 aufgenommen, wobei die Musiker sich auf die Räume verteilten und dort ihren jeweiligen Part spielten: John Leyton sang im Esszimmer, die Hintergrundsänger waren im Badezimmer positioniert und die Streicher im Treppenhaus. Der legendäre Joe Meek, dem das Apartment gehörte, saß am Mischpult in der Küche.

Die gute alte Tante BBC verbannte den Song aus ihrem Programm, weil er zu den „Death Discs“ gehörte, die eine Zeit lang auf beiden Seiten des Atlantiks populär waren und in denen es um die Themen „Tod“ und „Unfall“ ging wie u.a. „Tell Laura I Love Her“ von Ray Peterson und „Terry“ von Twinkle (s. dazu auch meinen Blogeintrag).

Geschrieben hatte „Johnny Remember Me“ Geoff Goddard (1937-2000), der für Joe Meek arbeitete und auch für andere Hits verantwortlich war wie zum Beispiel „Just Like Eddie“ von Heinz (ich schrieb in meinem Blog einmal darüber).

In dem Spielfilm „Telstar: The Joe Meek Story“ (2008) tritt auch John Leyton auf, der von Callum Dixon gespielt wird.

Hier ist „Johnny Remember Me“ zu hören und zu sehen.

 

 

Published in: on 1. Mai 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Susan Maughan – Ein One Hit Wonder aus den 1960er Jahren

Wer kennt die Sängerin Susan Maughan heute noch? Ich vermute, dass sich nur wenige Oldie-Fans an die heute 77 Jahre alte Sängerin erinnern können, die in den 1960er Jahren einige Singles in den britischen Charts unterbringen konnte. Ihr einziger großer Erfolg war „Bobby’s Girl“ aus dem Jahr 1962; die Single schaffte es auf Platz 3 der UK Charts.

Damals war es gang und gäbe, dass Songs, die in den USA erfolgreich waren, in einer britischen Coverversion auf den Markt kamen; das war auch bei „Bobby’s Girl“ der Fall, das ursprünglich von der 18-jährigen Marcie Blane gesungen wurde und ebenfalls ein One Hit Wonder war, denn danach kam nichts Nennenswertes mehr von ihr. Hier ist Marcies Originalversion zu hören.

Susan Maughan wurde am 1. Juli 1938 in Consett im County Durham geboren, in der Stadt, in der mehr als 16 Jahre später Rowan „Mr. Bean“ Atkinson zur Welt kam (ich berichtete in meinem Blog darüber). Ihre Großeltern führten dort das Burton Hotel und ihre Eltern den Castleside Working Men’s Club. Zur Schule ging sie in die Medomsley Road Primary School. Nachdem Susan 1953 als Teenager nach Birmingham  umgezogen war, engagierte sie sich im Musikbusiness, sang in der Band von Ronnie Hancock und erhielt 1961 einen Plattenvertrag in London. Ihre erste veröffentlichte Single war „Mama Do The Twist“ im Jahr 1961. An den Erfolg von „Bobby’s Girl“ konnte sie nicht mehr anknüpfen, die folgenden Singles wie „Hand a Handkerchief to Helen“ und „She’s New to You“ schafften es nur noch auf mittlere Plätze in den Charts oder erreichten die Top 100 gar nicht mehr. 1966 hörte man noch einmal von Susan Maughan, als sie die Titelmelodie zu dem Film „Where the Bullits Fly“ aufnahm (hier zu hören), die ein wenig an James Bond Filme erinnert.

1974 ging sie noch einmal ins Studio und nahm den Song, „Time (Is Such A Funny Thing)“ auf, den ich ganz hörenswert finde.

Published in: on 24. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Keith West: Excerpt From „A Teenage Opera“

Mark Wirtz, der Schöpfer der "Teenage Opera". This work is released into the public domain

Mark Wirtz, der Schöpfer der „Teenage Opera“.
This work is released into the public domain

Der 1943 geborene Keith West ist ein Beispiel dafür, was man in der Musikbranche „One Hit Wonder“ nennt, also einen Sänger, eine Band, die mit einem Musikstück großen Erfolg haben und dann von der Bildfläche verschwinden.

A Teenage Opera“ war ein in den 60er Jahren von dem Produzenten Mark Wirtz geplantes Rockmusical, das aber aus finanziellen Gründen in der Planung stecken blieb und nie beendet wurde. Das einzige, was an dieses Projekt noch erinnert, ist jenes von Keith West gesungene „Excerpt from A Teenage Opera„, auch als „Grocer Jack“ bekannt, das 1967 in den Charts vieler europäischer Länder zu hören war. In dem Lied geht es um den alten Krämerladenbesitzer Jack, den alle sehr vermissen, nachdem er gestorben ist.

Eigentlich wollte die Plattenfirma EMI diesen Song nicht veröffentlichen. Als Mark Wirtz den Titel den Verantwortlichen vorspielte, erhielt er ein klares „Daumen-nach-unten“. Ihnen war er mit vier Minuten viel zu lang und dann störten sie die Kinder. Nach ihrer Meinung würde kein Mensch eine Rock-Platte kaufen auf der Kinder mitsingen. Die EMI-Leute weigerten sich, die Platte zu veröffentlichen. Das war aber Gott sei Dank nicht das Ende vom „Grocer Jack“, denn es gab 1967 ja noch die vor der Küste Englands liegenden Piratensender. Von einem der umgebauten Schiffe strahlte Radio Caroline sein Musikprogramm aus, und einer der DJs an Bord war John Peel (s. dazu meinen Blogeintrag über ihn) Als er die Demoplatte zum ersten Mal hörte, war er davon so begeistert, dass er sie sofort über den Äther nach draußen schickte. Wie Mark Wirtz in „The Story Behind The Teenage Opera“ schreibt, glühten sofort danach die Telefone im Sendestudio und die Hörer wollten, dass der Song immer wieder gespielt werden sollte. Dieser „Über-Nacht-Erfolg“ von „Excerpt From A Teenage Opera“ führte dazu, dass EMI die Single sofort auf den Markt brachte und diese international zum großen Hit wurde. In 16 Ländern stand sie auf Platz 1.

Hier ist „Excerpt From A Teenage Opera“ zu hören.

Published in: on 15. März 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Heute vor 50 Jahren – Die britischen Charts vom 08.12.1965

Heute möchte ich wieder einmal zurückblicken auf die britischen Charts wie sie vor exakt 50 Jahren aussahen. Sie waren eindeutig von britischen Songs dominiert, im Verhältnis zu US-amerikanischen Produktionen.

1 The Seekers: The Carnival Is Over
Eine 1962 in Australien gegründete Gruppe, die mit diesem auf dem russischen Volkslied „Stenka Rasin“ beruhenden Song international sehr  erfolgreich war.

2 The Beatles: Day Tripper/We Can Work It Out
Die erste Doppel-A-seitige Single der Band aus Liverpool, von John Lennon und Paul McCartney geschrieben.

3 The Who: My Generation
Der Song stammt aus der Feder von Bandmitglied Pete Townshend und beschäftigt sich mit der „Suche der Jugend nach ihrem Platz in der Gesellschaft“ ( so die Wikipedia).

4 Cliff Richard: Wind Me Up (Let Me Go)
Eine der ruhigen Aufnahmen des „Elvis von Großbritannien“.

5 The Toys: A Lover’s Concerto
Der größte Hit der dreiköpfigen Girl Group aus New York, die sich 1968 wieder auflöste.

6 Len Barry: 1-2-3
Der einzige große Hit, den Leonard Borisoff aus Philadelphia landen konnte.

7 Ken Dodd: The River
Ein Urgestein der britischen Unterhaltungsindustrie: Comedian, Sänger, Schauspieler. Jahrgang 1927, geht noch immer auf Tournee.

8 Ken Dodd: Tears
Kens Doppelschlag in den Charts. Die umsatzstärkste Single im Land im Jahr 1965.

9 The Rolling Stones: Get Off Of My Cloud
Von Mick Jagger und Keith Richards geschrieben; folgte nach dem Riesenerfolg von „Satisfaction“.

10 Gene Pitney: Princess In Rags
Der leider schon 2006 in Cardiff verstorbene US-Amerikaner mit der hohen Stimme ist einer meiner Lieblingssänger, der wunderbare Songs gesungen hat.

Published in: on 7. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Billy Fury (1940 -1983) – Auf den Spuren eines englischen Rocksängers

Billys Statue in Liverpool.   © Copyright Andrew Abbott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Billys Statue in Liverpool.
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Billy Fury wurde 1940 in Liverpool geboren und starb viel zu früh 1983 in London. Er gehörte Anfang der 60er Jahre zu den popuärsten Sängern auf der britischen Insel. Seine größten Hits waren „Halfway To Paradise“ (1961 Nummer 3) und „Jealousy“ (1961 Nummer 2), einen Nummer-Eins-Hit schaffte er jedoch nie.

Man findet heute noch einige Spuren von ihm in Liverpool und in London. Im Jahre 2003 wurde in seiner Geburtsstadt  am Albert Dock eine Bronzestatue für ihn errichtet. Tom Murphy, ein Bildhauer aus der Stadt am Mersey River, hat die über zwei Meter hohe Statue gestaltet; das Geld dafür, £40 000, haben Fans des Sängers gesammelt. Eine Plakette neben dem Monument trägt die Inschrift:

Billy Fury
(Ronald Wycherley)
17th April 1940 – 28th January 1983
Legendary British Rock ’n‘ Roll star
Major UK chart artist,
Outstanding and charismatic
Live performer, song writer,
Animal lover and gentle man

This statue has been achieved through
the dedication of Billy Fury fans worldwide,
Sculpted by fellow Liverpudlian,
Tom Murphy.

Auch in London findet man noch einige wenige Spuren von Billy Fury.  In der Nummer 1 der Cavendish Avenue im Stadtteil Marylebone, dort wo der Sänger einmal wohnte, hat man an einem Zufahrtspfosten zum Eingang eine blaue Plakette angebracht, mit dem Hinweis „Billy Fury 1940-1983 Singer Lived Here„. Am 28. September 2003 wurde die Plakette im Rahmen einer kleinen Veranstaltung enthüllt, bei der Billy Fury-Fans und auch einige seiner früheren Weggefährten teilnahmen.

Im Londoner Stadtteil Camden hat man schließlich auch einen Weg nach ihm benannt, der die West End Lane mit der Finchley Road verbindet. Man muss schon genau aufpassen, dass man den Zugang zum Billy Fury Way von der West End Lane nicht verpasst: Er liegt zwischen dem Bridge Café und West End Lane Cars, dem Büro eines Taxiunternehmens. Am 29. Juli 2011 wurde der lange schmale Weg nach dem Rocksänger benannt, und sein Gesicht als Wandmalerei ziert die Hauswand am Beginn des Weges (den ich im Dunklen lieber nicht benutzen würde).

Hier ist Billy Fury mit „I’d never find another you“ aus dem Jahr 1963 zu hören.

Billys früheres Wohnhaus in der Cavendish Avenue mit blauer Plakette.   © Copyright Mike Quinn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Billys früheres Wohnhaus in der Cavendish Avenue mit blauer Plakette.
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Der Billy Fury Way im Londoner Stadtteil Camden.   © Copyright Mike Quinn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Billy Fury Way im Londoner Stadtteil Camden.
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Billys Konterfei am Eingang des nach ihm benannten Weges.   © Copyright Mark Percy and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Billys Konterfei am Eingang des nach ihm benannten Weges.
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Published in: on 8. November 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Cilla Black (1943-2015) – Die kürzlich verstorbene Sängerin erobert noch einmal die britischen Charts

Cilla Black im Jahr 1970. Foto: Dutch National Archives. his file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Cilla Black im Jahr 1970.
Foto: Dutch National Archives.
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Am 1. August starb Cilla Black in ihrem Haus im spanischen Estepona. Sie gehörte zu den erfolgreichsten englischen Sängerinnen der 1960er Jahre mit elf Top Ten Hits, deren bekannteste wohl „Anyone who had a heart“ und „You’re my world“ waren.
Priscilla Maria Veronica White, so ihr vollständiger Name, wurde 1943 in der Scotland Road in Liverpool geboren (dort, wo auch Holly Johnson, Sänger der Band Frankie Goes To Hollywood, herstammt) und in Liverpool wurde sie auch zu Grabe getragen. Der Trauergottesdienst fand in der St Mary’s Church in Woolton, einem Vorort Liverpools, statt. Cliff Richard sang und ihr langjähriger Freund, der TV-Moderator Paul O’Grady, hielt eine gar nicht so traurige Rede (hier zu hören).

Kurz nachdem Cilla Blacks Tod bekanntgegeben wurde, kletterte ihr Album „The Very Best of Cilla Black„, das schon 1983 veröffentlicht worden war, auf die Spitzenposition der britischen Charts; damals reichte es nur für Platz 20. 2013 wurde es noch einmal neu zusammengestellt, erweitert und „re-mastered“. Das Album enthält u.a. alle 19 Top 40 Hits, die sie im Laufe der Zeit erzielen konnte und auf einer beiliegenden DVD kann man erstmals die Fernsehshow „Cilla at the Savoy“ aus dem Jahr 1966 sehen.

Noch eine Anmerkung: Cilla Blacks Hauptwohnsitz in England lag in einem meiner Lieblingsorte, über den ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben habe, in Denham in Buckinghamshire. Dorthin wurde sie auch von Spanien aus überführt. Während des Trauergottesdienstes versuchten Einbrecher in ihr Haus einzudringen, was allerdings misslang. Schon 1970 hatte sie das Anwesen in Denham gekauft und hin und wieder gab es auch Auseinandersetzungen mit den Nachbarn, wobei es immer wieder um die Bäume an der Grundstücksgrenze ging, die so hoch waren, dass sie den Anrainern das Licht nahmen. Bei einem spektakulären Einbruch wurde der Sängerin und TV-Moderatorin Schmuck im Wert von einer Million Pfund geraubt.

Published in: on 27. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Twinkle, Twinkle Little Star – Die Sängerin Lynn Annette Ripley (1948-2015) und „Terry“, ihr einziger Hit am britischen Chartshimmel im Jahr 1964

Lynn Annette Ripley wurde 1948 in Surbiton, das heute zu Greater London gehört, geboren und starb jetzt am 21.Mai auf der Isle of Wight an Krebs. „Twinkle, Twinkle Little Star“ könnte man als Überschrift über ihre kurze Karriere im Musikbusiness wählen, denn unter dem Namen Twinkle war sie eine Zeit lang bekannt und ihr Stern verlosch sehr schnell wieder, nachdem er am Himmel kurzfristig gefunkelt hatte. Während des Französischunterrichts an der Queen’s Gate School im Londoner Stadtteil Knightsbridge (an der u.a. auch Camilla, Duchess of Cornwall, Vanessa Redgrave und Nigella Lawson weilten) soll die 14-jährige Lynn einen Song geschrieben haben, den sie „Terry“ nannte und den sie durch Vermittlung ihres Freundes Dec Cluskey, Mitglied der Popband The Bachelors, 1964 in den Studios von Decca Records aufnehmen konnte.

In „Terry“ geht es um einen jungen Mann, der bei einem Motorradunfall ums Leben kommt, ein Motiv, das in den 1960er Jahren häufiger im Popmusikbereich anzutreffen war (z.B. „Leader of the Pack“ von der US-Girlgroup The Shangri-Las). Der Song schlug ein und schaffte es in die britischen Charts, wo er bis auf Platz 4 kletterte. Sowohl die BBC als auch ITV legten einen Bannstrahl auf das Lied und spielten es nicht, weil es ihrer Meinung nach den guten Geschmack verletzte. Trotzdem blieb „Terry“ 15 Wochen lang in den Charts.

Twinkle ging mit den Rolling Stones auf Tournee, wobei sich Mick Jagger und Brian Jones um die Gunst der jungen Dame gestritten haben sollen.
Leider konnte Twinkle an den Erfolg von „Terry“ nicht mehr anknüpfen, denn ihre folgenden Plattenaufnahmen fanden kaum noch Gehör. „Golden Lights“ kam nicht einmal mehr unter die Top 20, ganz zu schweigen von den anderen Singles, die Twinkle 1965 und 1966 veröffentlichte. Wir haben es hier also mit einem der vielen One Hit Wonders der 1960er Jahre zu tun.

Hier ist noch einmal „Terry“ zu hören und hier die Anschluss-Single „Golden Lights„.

Published in: on 6. Juni 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Die Beatles, ihr Film „Help“ und The Antrobus Arms in Amesbury (Wiltshire)

The Antrobus Arms Hotel in der Church Street von Amesbury.    © Copyright Maigheach-gheal and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Antrobus Arms Hotel in der Church Street von Amesbury.
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In der Church Street Nummer 15 in der Kleinstadt Amesbury (Wiltshire) liegt das Hotel The Antrobus Arms, das einmal drei Tage lang  im Scheinwerferlicht der Medien stand und es zehrt noch heute ein ganz klein wenig von diesem Ruhm, der mehrere Jahrzehnte zurückliegt. Es begann am 2. Mai 1965 um exakt 23.20 Uhr, als die Beatles im Hotel eincheckten und endete am Nachmittag des 6. Mai, als die Fab Four Amesbury wieder verließen. Sie kamen hierher, weil es die Dreharbeiten für ihren Film „Help!“ erforderten, der in Deutschland in den Kinos als „Hi-Hi-Hilfe!“ lief.

Regisseur Richard Lester drehte einige Szenen auf der Salisbury Plain, an deren Rand Amesbury liegt. Jeden Morgen wurden die Vier vom Hotel in das militärische Übungsgelände kutschiert, wo sie in einer Region, die Knighton Down heißt und zum Garnisonsort Larkhill gehört, zwischen explodierenden und brennenden Panzern hin und her rennen mussten. Es war ein unglaublich alberner Film (hier ist der Trailer), in dem es um einen Ring geht, den Ringo Starr trägt und den ihm fanatische Priester eines Ordens abjagen wollen. Ein paar Songs gaben die Beatles darin natürlich auch zum Besten. Nun, die Fans liebten „Help!“, aber die Beatles hätten damals alles machen können, ihre riesige Fangemeinde hätte alles toll gefunden.

Amesbury und The Antrobus Arms befanden sich in jenen Tagen im Mai 1965 in einem Belagerungszustand; erst als die Beatles den Ort verließen, kehrte langsam wieder Ruhe ein.
In Erinnerung an den Kurzbesuch der Fab Four hat man im Hotel eine Beatles Suite eingerichtet, deren Wände mit Fotos, Zeitungsausschnitten usw. von John, George, Paul und Ringo zugepflastert sind. Ein Wallfahrtsort für alle, die noch immer von den Boys aus Liverpool begeistert sind. Hier ist ein Film über die Suite.

Amesbury, über dessen „Ancestor“ ich in meinem Blog einmal berichtete, ist nur 2-3 Kilometer von Stonehenge entfernt und profitiert von den Touristenscharen, die sich tagein, tagaus über dieses steinerne Monument ergießen.

22 Jahre später zogen noch einmal Kamerateams in das Hotel ein, als einige Szenen für den Film „Nemesis“ (dt. „Das Schicksal in Person“) der „Miss Marple„-Serie mit Joan Hickson in der Hauptrolle hier gedreht wurden.

Hier in Knighton Down drehten die Beatles ihren Film "Help!".    © Copyright Andrew Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in Knighton Down drehten die Beatles ihren Film „Help!“.
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Musik aus den 1960er Jahren – Dave Davies: Death of a Clown

Für mich persönlich gehört die Musik der 1960er Jahre noch immer zur besten aller Zeiten. Sowohl das, was in den USA als auch das was in Großbritannien zu hören war, begeistert mich nach wie vor.

Death of a Clown“ war ein Song, den Dave Davies von der Band The Kinks am 7. Juli 1967 veröffentlichte. Er war auf einer Solo-Single zu hören, und er schrieb ihn gemeinsam mit seinem Bruder Ray Davies. In den britischen Charts kam Dave Davies damit bis auf Platz 3, in den deutschen Charts bis auf Platz 4.

Das Kinks-Mitglied schrieb „Death of a Clown“ in einer Situation, in der er mit seinem Leben trotz großer Erfolge nicht so recht zufrieden war und nicht wusste wie es weitergehen sollte. Er stellte den Vergleich mit einem Clown an, der sich nach außen hin ständig lustig gibt, im Inneren aber eher traurig ist. Dave Davies wohnte damals im Londoner Stadtteil Haringey in der Fortis Green Road, im Norden der Stadt, wo er geboren wurde und wo er den Song auch schrieb. Seine Schwägerin Rasa Davies war darauf im Hintergrundchor zu hören (als sie sich 1973 von ihrem Mann Ray Davies trennte, versuchte der sich das Leben zu nehmen, was ihm aber misslang).

Die folgenden Singles von Dave Davies konnten am Erfolg von „Death of a Clown“ leider nicht anknüpfen.

Hier ist der Song von Dave Davies zu hören.

Das Buch zum Artikel:
Dave Davies: Kink – An Autobiography. Hachette Books 1997. 288 Seiten. ISBN 978-0786861491.

Published in: on 20. April 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Jackie Trent (1940 – 2015) – Sängerin und Songschreiberin mit einem einzigen Nummer-Eins-Hit

Das Britannia Stadium in Stoke-on-Trent; hier erschallen noch immer die Fangesänge nach Jackie Trents Song "I'll Be With You".    © Copyright Anthony Parkes and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Britannia Stadium in Stoke-on-Trent; hier erschallen noch immer die Fangesänge nach Jackie Trents Song „We’ll Be With You“.
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Am 21. März diesen Jahres starb auf der Baleareninsel Menorca die englische Sängerin Jackie Trent im Alter von 74 Jahren. Bekannt war sie allerdings nicht so sehr für die Songs, die sie selbst aufnahm, sondern für die Hunderte von Liedern, die sie für andere schrieb, z.B. für Frank Sinatra, Dean Martin, Shirley Bassey und Petula Clark. Dies tat sie in den meisten Fällen in Kooperation mit ihrem Ehemann Tony Hatch, von dem sie sich 1995 trennte.

Ihre erste Single veröffentlichte Jackie Trent 1962 mit dem Titel „Pick Up the Pieces„. Drei Jahre später gelang ihr mit „Where Are You Now (My Love)„, gemeinsam mit Tony Hatch komponiert, ihr erster und einziger Nummer-Eins-Hit in Großbritannien. In der Woche vom 28.04.1965 konnte sie damit die Beatles und deren „Ticket to Ride“ von der Spitzenposition verdrängen. Geschrieben wurde der Song für die heute vergessene Krimiserie „It’s Dark Outside“, in der Mitte der 1960er Jahre William Mervyn in 15 Episoden den Chief Inspector Rose spielte.

Das Team Trent/Hatch („Mr. und Mrs. Music“) hatte wohl seinen größten und langlebigsten Erfolg mit der von Barry Crocker gesungenen Titelmelodie für die australische Soap „Neighbours„, eine Fernsehserie, durch die einige der Darsteller wie Kylie Minogue, Russell Crowe, Delta Goodrem und Peter André später berühmt wurden.

1972 komponierten Jackie Trent und Tony Hatch den Song „We’ll Be With You„, der für den Fußballverein für Stoke City zur Stadionhymne wurde, die noch heute bei Heimspielen im Britannia Stadium von den Fans gesungen wird. Jackie Trent wurde in Stokes Nachbarstadt Newcastle-under-Lyme geboren.

Im Jahr 2005 hatte sie nach der Trennung von Tony Hatch noch einmal geheiratet und lebte auf Menorca, wo sie nach längerer Krankheit im Krankenhaus von Ciutadella starb.

Im kommenden Mai plant das Stoke-on-Trent Repertory Theatre die Uraufführung des Musicals „Jackie – The Jackie Trent Story„, das auf der Autobiografie der Sängerin basiert, die zeitgleich veröffentlicht werden soll.

Hier in Ciutadella auf Menorca verbrachte Jackie Trent die letzten Jahre ihres Lebens. This work is released   into the public domain.

Hier in Ciutadella auf Menorca verbrachte Jackie Trent die letzten Jahre ihres Lebens.
This work is released into the public domain.

Published in: on 28. März 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Allan „The Singing Postman“ Smethurst – Der singende Briefträger aus Norfolk

Hier in Grimsby verbrachte The Singing Postman die letzten 20 Jahre seines Lebens. Author: Steve Parrott. Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Unported.

Hier im Brighowgate Hostel der Heilsarmee in Grimsby verbrachte The Singing Postman die letzten 20 Jahre seines Lebens.
Author: Steve Parrott.
Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Unported.

Man mag es kaum glauben, Allan Smethurst, der unscheinbare sympathische Briefträger aus Norfolk, nahm in den 1960er Jahren Schallplatten auf, von denen eine sogar, zwar nur für kurze Zeit, die Beatles in den Hitparaden Englands hinter sich ließ.

Geboren wurde The Singing Postman 1927 in Lancashire, wuchs aber in Sheringham in Norfolk auf. Auf seinen täglichen Runden als Briefträger summte und sang Smethurst gern, und eines Tages fasste er sich ein Herz und schickte eine Demoaufnahme an die BBC nach Norwich. Dort war man an den Sangeskünsten des Mannes mit dem Norfolk-Dialekt  interessiert und produzierte einige seiner von ihm selbst geschriebenen Lieder.
Ralph Tuck, der für die BBC in Norfolk tätig war, nahm Smethurst unter seine Fittiche und brachte eine EP mit vier seiner Songs heraus. EPs waren damals erweiterte Singles mit jeweils zwei Songs pro Schallplattenseite. Erstaunlicherweise fand diese EP reißenden Absatz und lief viel besser als man vermutet hatte; die Karriere des Singing Postman begann. In East Anglia verkaufte sich dieser Smethurst-Erstling zeitweise sogar besser als die Beatles-Platten.

Allan Smethurst beschäftigte sich in seinen Songs oft mit seiner Heimat-Grafschaft Norfolk; da gab es Titel die „A Miss from Diss„, „Wroxham Broad“, „Runton Man“, „Norwich is a fine city“ oder „The old North Walsham Line“ hießen.
Seinen größten Erfolg feierte er aber 1966 mit „Hev yew gotta loight, boy„, was soviel wie „Haste mal Feuer, Junge“ bedeutet. Dieser Song brachte ihm sogar in diesem Jahr den Ivor Novello Novelty Song Award ein. Der singende Briefträger war einige Male in der legendären Hitparadenshow „Top of the Pops“ zu Gast, aber so richtig wohl fühlte er sich dort eigentlich nicht, wenn er neben den Rolling Stones in seiner altmodischen Postuniform auftrat und kam sich eher wie ein Fremdkörper vor. Außerdem litt er sehr an Lampenfieber.

Mit seiner Karriere als Popstar war es denn auch bald wieder vorbei, als er gesundheitliche Problem bekam, dem Alkohol verfiel und seine finanziellen Reserven aufgebraucht waren. 1980 zog er sich in das Brighowgate Hostel der Heilsarmee in Grimsby (Lincolnshire) zurück, wo er am 24. Dezember 2000 an den Folgen eines Sturzes starb.

Seine Schallplatten sind heute im Handel nicht mehr lieferbar, aber hin und wieder bekommt man sie noch gebraucht angeboten wie z.B. seine erste EP „First Delivery„; auf der Plattenhülle sieht man Smethurst in Uniform auf seinem Post-Fahrrad eine Straße in einem idyllischen Dorf in Norfolk hinunterradeln.

Heute ist der Singing Postman den meisten Menschen kein Begriff mehr; in Blakeney an der Nordküste Norfolks wird seiner aber alljährlich im Harbour Room gedacht, wenn es dort zu seinen Ehren eine Tribute Night gibt, zuletzt am 17. November durchgeführt.

Dieser sehenswerte Film des East Anglian Film Archives zeigt Smethurst mit einigen seiner Songs.

Das Buch zum Artikel:
Keith Skipper: Hev Yew Gotta Loight, Boy – The Life and Lyrics Allan Smethurst „The Singing Postman“. Countryside Books 2001. 96 Seiten. ISBN 978-1853067143.

Published in: on 13. Januar 2015 at 02:00  Comments (1)  
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The Barron Knights – Sie fabrizieren Popmusik-Parodien seit über 50 Jahren

In den 1960er Jahren tourten sie mit den Beatles und den Rolling Stones, sie hatten einige Top Ten-Hits in England wie „Call Up the Groups„, „Pop Go the Workers“ oder „A Taste of Aggro“ und es gibt sie immer noch: The Barron Knights, die sich 1960 in Leighton Buzzard in Bedfordshire formierten. Von den „Ur-Knights“ ist nur noch Pete Langford übrig geblieben, der langjährige Leadsänger Duke D’Mond starb vor fünf Jahren und die restlichen Barron Knights Len Crawley, Lloyd Courtenay und Micky Groome sind im Laufe der Jahre nachgerückt.

Die Spezialität der Barron Knights ist die Parodie. Sie lieben es, mehr oder weniger berühmte Popsongs auf ihre Art zu interpretieren, wobei sie den Text manipulieren. Vielleicht ist das der Grund, warum sie z.B. in Deutschland nicht so bekannt sind, denn man muss schon genau hinhören, um den feinsinnigen Humor zu verstehen.

Sehr schön ist ihre Version des Beach Boys-Song „California Girls(hier zu hören) mit dem Schlusssatz „She had fun, fun, fun till her Daddy took her T-Bone away“ (im Original „She had fun, fun, fun till her Daddy took her T-Bird away“ aus dem Song „Fun, Fun, Fun“ der Beach Boys). Besonders faszinierend finde ich immer wieder wie ähnlich die Barron Knights ihren Popkollegen klingen, die sie parodieren. Hier eine Live-Aufnahme aus den 1960er Jahren, bei der sie die Rolling Stones, Freddie and the Dreamers und die Supremes auf die Schippe nehmen.

Lieferbar sind heute noch eine ganze Reihe von „Best of…“-CDs wie „Funny In The Head“. Eine Bandgeschichte, die allerdings nur bis zum Jahr 1993 reicht, schrieb Pete Langford unter dem Titel „Once a Knight: History of the Barron Knights“ (International Music Publications 1993. 224 Seiten. ISBN 978-1859090824), im Online-Handel problemlos zu bekommen.

Published in: on 7. September 2014 at 02:00  Comments (2)  
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Die britischen Charts – Heute vor 50 Jahren am 22. Februar 1964

Heute blicke ich wieder einmal zurück auf die Top Ten der britischen Charts wie sie am 22. Februar 1964 aussahen. Mit der Ausnahme von Brenda Lees „As Usual“ handelte es sich in dieser Woche ausschließlich um britische/irische Produktionen.

1. The Bachelors: Diane.
Eine dreiköpfige irische Band aus Dublin, die nach 1967 weder in Irland noch in Großbritannien an ihre Erfolge aus der ersten Hälfte der 1960er Jahre anknüpfen konnte.

2. Cilla Black: Anyone Who Had a Heart.
Cillas zweite Single. Sie schaffte es sogar bis auf Platz 1. Die Platte war die am meisten gekaufte Single einer Sängerin in den 1960er Jahren in Großbritannien. Das Komponistenduo Bacharach/David schrieb den Song ursprünglich für Dionne Warwick.

3. Searchers: Needles and Pins.
Jack Nitzsche und Sonny Bono (von Sonny & Cher) schrieben den Song, der 1963 erstmals von Jackie DeShannon aufgenommen wurde. Er wurde einer der größten Hits der Merseybeat-Band The Searchers.

4. Gerry and the Pacemakers: I’m the One.
Eine weitere Band aus Liverpool; vom Beatles-Manager Brian Epstein unter Vertrag genommen. Ihr „You’ll Never Walk Alone“ wird noch heute in Fußballstadien (nicht nur in dem von Liverpool) gesungen.

5. Manfred Mann: 5-4-3-2-1
Die allererste Single der Band um Manfred Mann, deren Sänger bis 1966 Paul Jones war. Es folgten mehrere Nummer-Eins-Hits wie „Do Wah Diddy Diddy“ und „Pretty Flamingo“.

6. The Swinging Blue Jeans: Hippy Hippy Shake.
Und noch eine Merseybeat-Band. Die Coverversion eines Songs des wenig bekannten US-Sängers Chan Romero aus dem Jahr 1959.

7. Brenda Lee: As Usual.
Die junge Amerikanerin gehörte sowohl der Rock- als auch der Countryszene an. Seit 1956 nahm die 1941 in Atlanta, Georgia, geborene Brenda Lee schon Platten auf.

8. Cliff Richard and the Shadows: I’m the Lonely One.
Nach Elvis Presley ist Cliff Richard wohl der erfolgreichste Rocksänger aller Zeiten.

9. The Merseybeats: I Think of You.
Diese Gruppe aus Liverpool gehörte eher in die zweite Reihe der Merseybeat-Bands. Die Gründungsmitglieder Tony Crane und Billy Kinsley treten noch heute bei Oldie-Shows in ganz Europa auf.

10. Dave Clark Five: Glad All Over.
Die Band kam ausnahmsweise einmal nicht aus Liverpool, sondern aus dem Londoner Stadtteil Tottenham. Dies war ihr einziger Nummer-Eins-Hit in Großbritannien.

Published in: on 25. Februar 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Kathy Kirby – Eine (fast) vergessene Sängerin der 1960er Jahre

Kirby

Mitte der 1960er Jahre war sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, die 1938 geborene Sängerin Kathy Kirby. Ihr Auftritt beim Eurovision  Song Contest 1965 in Neapel brachte ihr den zweiten Platz für das Vereinigte Königreich ein, sie musste sich lediglich France Gall, die für Luxemburg antrat, geschlagen geben, die mit „Poupée de cire, poupée de son“ Siegerin wurde. „I Belong“ hieß damals ihr Beitrag, hier zu sehen.

Ihre ersten Erfolge konnte die ob ihres Aussehens immer wieder mit Marilyn Monroe verglichene Sängerin aus Ilford (Essex) 1963 mit „Dance On!“ und vor allem „Secret Love“ verbuchen, letzteres eine Coverversion eines Doris Day-Songs (hier ist das Original). Kathy Kirby, die eigentlich Kathleen O’Rourke hieß, war viele Jahre mit dem 42 Jahre älteren berühmten Bandleader Bert Ambrose liiert, der gleichzeitig ihr Manager war. Sie gehörte einmal zu den höchstbezahlten Sängerinnen der 1960er Jahre, doch ihr Ruhm verblasste schon bald, denn nach „I Belong“ konnte sie keine ihrer aufgenommenen Singles in den Charts platzieren.

Ihren letzten Auftritt als Künstlerin hatte sie 1983 in Blackpool, dann zog sie sich ganz aus dem Musikbusiness zurück. Der Name Kathy Kirbys tauchte dafür regelmäßig in der britischen Boulevardpresse auf, denn sie machte jetzt eher durch Schlagzeilen wegen ihrer Liebesaffären, wegen Drogenbesitzes und wegen ihrer Einweisung in eine Nervenklinik von sich reden. Es stellte sich heraus, dass Kathy Kirby an Schizophrenie erkrankt war. Am 19. Mai 2011 starb sie im Westen Londons, im Brinsworth House in Twickenham, einem Seniorenheim für Künstler.

Ihr langjähriger Vertrauter Mark Willerton schrieb eine Biografie über sie, die in diesem Jahr unter dem Titel „The Real Kathy Kirby: No Secret Anymore“ (Matador, 352 Seiten, ISBN 978-1780884479) erschien. Bereits 2005 beschäftigte sich James Harman in seinem Buch „Secrets, Loves and Lip Gloss“ mit dem einstigen Glamourstar.

Dieser Film zollt dem Star der 1960er Jahre Tribut.

Hier im Brinsworth House in Twickenham starb 2011 die Sängerin Kathy Kirby.    © Copyright Stephen Williams and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier im Brinsworth House in Twickenham starb 2011 die Sängerin Kathy Kirby.
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Heute vor 50 Jahren in den britischen Charts – Freddie and the Dreamers: I’m Telling You Now

Zugegeben: So richtig tiefe Spuren in der britischen Popmusikgeschichte hat sie nicht hinterlassen, die fünfköpfige Band Freddie and the Dreamers, die heute vor 50 Jahren mit „I’m Telling You Now“ in den Top Ten der britischen Charts stand. Wie so viele andere Bands dieser Zeit schwamm auch sie im Kielwasser ihrer weit berühmteren Kollegen, den Beatles, und konnte so von deren Ruhm etwas profitieren. Als Teil der British Invasion war Freddie and the Dreamers auch ein gewisser Erfolg in den USA beschieden.

Sänger Freddie war der Ex-Milchmann Freddie Garrity aus Manchester, 1936 geboren, der ein paar Freunde um sich scharte und die Band gründete, die, obwohl sie alle aus Manchester kamen, zum Merseybeat gezählt wurde. Ihre „Bühnenshow“ war recht albern, vor allem Freddie strampelte, mit Händen und Füßen wackelnd, auf der Bühne herum.
Freddie Garrity trat bis zum Jahr 2001 noch öffentlich auf; dann wurde er ernsthaft krank und er starb 2006 im Alter von 69 Jahren. Auch Bernie Dwyer, der Drummer der ursprünglichen Band, ist nicht mehr am Leben; er starb 2002 62-jährig.

„Mit „I’m Telling You Now“, ihrem wohl größten Hit, standen sie heute vor 50 Jahren auf Platz 3 der britischen Charts, hinter Billy J. Kramer and the Dakotas‘ „Bad to Me“ und den Searchers mit „Sweets For My Sweet“. In den USA kam die Band damit sogar auf Platz 1 der Billboard Charts.

In den 1960er Jahren trat Freddie mit seinen Dreamers in einigen Filmen auf, so z.B. in „What a Crazy World“ (1963), einem Schwarz-Weiß-Film, in dem u.a. auch die Sänger Joe Brown und Marty Wilde zu sehen waren. Wer den Film in voller Länge sehen möchte, hier ist er.

Hier sind Freddie and the Dreamers mit „I’m Telling You Now“ zu sehen.

Heute vor 50 Jahren in den britischen Charts – The Springfields: Island of dreams

Springfields

Ein Pop-Folk-Trio namens The Springfields war Anfang der 1960er Jahre in den britischen Charts mehrmals anzutreffen. Bestehend aus Dusty Springfield, ihrem Bruder Tom und Tim Feild hatten die drei von 1960 bis 1964 einige Hits wie „Silver threads and golden needles“, „Say I won’t be there“ und „Island of dreams“. Tom und Dusty Springfield waren nicht die richtigen Namen, eigentlich hießen sie Dionysius P. A. O’Brien bzw. Mary Isobel Catherine Bernadette O’Brien, aber so richtig zugkräftig waren diese Namen im Musikgeschäft nicht.

1962 verließ Feild die Gruppe, dafür kam Mike Hurst dazu. Irgendwie erinnerten die Springfields an das US-Trio Peter, Paul and Mary, die zur gleichen Zeit mit Hits wie „Puff the magic dragon“ Erfolge feierten. Tom Springfield wollte eigentlich an der Folk-Ausrichtung der Band festhalten, was aber auf Widerstand bei seiner Schwester stieß, die mehr zu Pop tendierte. Die Folge war, dass sich die Formierung im Oktober 1963 auflöste, was sie bei einem Auftritt während der Show „Sunday Night at the Londoner Palladium“ bekanntgab. Zwei Singles erschienen noch 1964, aber das war es dann auch.

Dusty Springfield begann ab 1964 eine großartige internationale Karriere. Sie starb viel zu früh im Alter von 59 Jahren an Brustkrebs (s. dazu auch meinen früheren Blogeintrag).
Tom Springfield schrieb einige sehr erfolgreiche Songs für die Seekers wie „I’ll never find another you“, „A world of our own“ und „Georgy girl“. Seine beiden Soloalben aus den späteren 1960er Jahren hinterließen keine Spuren in der Musikgeschichte.
Tim Feild wechselte das Genre und schrieb unter dem Namen Reshad Feild Bücher über Sufismus.
Mike Hurst ging unter die Produzenten, arbeitete mit Marc Bolan zusammen, entdeckte Cat Stevens und führte die Band Showaddywaddy zum Erfolg.

Hier ist der wohl größte Hits der Springfields in Großbritannien zu hören „Island of dreams“.

Published in: on 1. Februar 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Heinz: Just like Eddie

Heinz

Es ist fast fünfzig Jahre her, als in den britischen Charts ein Song mit dem Titel „Just like Eddie“ auftauchte, gesungen von jemandem, der sich nur „Heinz“ nannte; kein besonders gebräuchlicher Vorname in England. Heinz Henry George Schwarz, so sein vollständiger Name, wurde 1942 in Detmold geboren und zog im Alter von sieben Jahren mit seiner Mutter nach England, wo er in Eastleigh in Hampshire aufwuchs. Joe Meek, ein in den 1960er Jahren erfolgreicher Plattenproduzent, wurde auf den jungen Deutschen aufmerksam, der damals in einem Lebensmittelladen in Southampton arbeitete. Meek nahm ihn mit nach London und setzte ihn in seiner Band The Tornados ein, die 1962 einen Welt-Hit mit „Telstar“ hatte. 2008 erschien der Film „Telstar: The Joe Meek Story„, in dem Heinz von JJ Feild gespielt wurde. Hier ist der Trailer.

Joe Meek förderte Heinz (oder Heinz Burt wie er sich auch nannte) mit allen Mitteln (er soll sich in ihn verliebt haben) und drängte ihn zu einer Solokarriere. Nachdem er die Tornados verlassen hatte, debütierte er mit der Single „Dreams do come true„, ein Flop. Erst mit seiner zweiten Single „Just like Eddie“ (hier zu hören) konnte Heinz in die britischen Charts einsteigen. Der Song war ein Tribut an Eddie Cochran; die Leadgitarre spielte hier übrigens Ritchie Blackmore, der später mit Deep Purple eine internationale Karriere startete.

Traurigerweise blieb es bei dem einen Charterfolg; danach kam nicht mehr viel. Heinz‘ Protégé Joe Meek erschoss sich 1967, wie man vermutete aus Liebeskummer, weil sich Heinz von ihm getrennt hatte. Der Sänger nahm noch einige Singles auf, die aber alle an den Erfolg von „Just like Eddie“ nicht anknüpfen konnten.

Heinz erkrankte später an multipler Sklerose und starb am 7. April 2000 in Weston, einem Vorort von Southampton.
Eastleigh, die Stadt, in der Heinz aufwuchs, ehrte ihn, indem sie eine kleine Sackgasse nach ihm benannte, die Heinz Burt Close.

 

Published in: on 28. Dezember 2012 at 02:00  Comments (1)  
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The Streets of London Teil 1: Ralph McTell und sein gleichnamiger Song

The Streets of London.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Thomas Nugent

Zu meinen Lieblingsbüchern in meiner Bibliothek gehört das Monumentalwerk „Dictionnaire Historique des Rues de Paris“ von Jacques Hillairet, der darin sämtliche Straßen von Paris (meiner zweiten „großen Liebe“ neben England) auflistet und näher beschreibt. Ein großartiges Buch!

Der 1944 in Farnborough in Kent geborene Sänger Ralph McTell zog in den 1960er Jahren quer durch Europa und arbeitete als „busker„, also als Straßensänger, auch sehr gern in Paris. Die Armut vieler Menschen, der er dort begegnete, wollte er in einem Song mit dem Titel „The Streets of Paris“ dokumentieren. Da er aber den Parisern nicht zu nahe treten wollte, entschied er sich dafür, seinen Song „The Streets of London“ umzubenennen, denn auch in der britischen Hauptstadt gab/gibt es viele obdachlose und arme Menschen.

Eigentlich sollte das Lied Bestandteil von Ralph McTells ersten Album „Eight Frames a Second“ sein, aber er empfand es selbst als so düster und deprimierend, dass er davon Abstand nahm. Erst auf seinem nächsten Album „Spiral Staircase„, das 1969 erschien, sollte dann der Song zu finden sein. 1974 veröffentlichte man „The Streets of London“ als Single, mit sehr großem Erfolg, auch in Deutschland.

Von dem englischen Sänger hat man in Deutschland seitdem nicht mehr viel gehört,  in seinem Heimatland ist er aber noch sehr aktiv und geht gern auf Tour. Am 4. Oktober beginnt seine neue Tour in Runcorn in Cheshire, die am 8. Dezember in der Londoner Cadogan Hall zu Ende geht.

So how can you tell me you’re lonely,
And say for you that the sun don’t shine?
Let me take you by the hand and lead you through the streets of London
I’ll show you something to make you change your mind

Das ist der Refrain von Ralph McTells „The Streets of London“, das die dunkle Seite der Hauptstadt beschreibt; auch heute noch, nach vielen Jahrzehnten, aktuell.

Ein vergleichbares Lexikon über die Straßen von London wie das oben erwähnte von Paris gibt es leider nicht. Am nähesten kommt da die ebenfalls großartige „The London Encyclopedia„, die aber bei weitem nicht alle Londoner Straßen umfasst.

Hier ist Ralph McTells „The Streets of London“ zu hören.

Eine Notiz am Rande: Ralph McTell wurde nach dem britischen Komponisten Ralph Vaughan Williams (s. hierzu meinen Blogeintrag) benannt, bei dem sein Vater als Gärtner arbeitete.

Alma Cogan „The Girl with the Laugh in her Voice“ – Eine kleine Erinnerung

Hier an der Kensington High Street fanden Alma Cogans legendäre All-Night Parties statt. Eine blaue Plakette am Wohnhaus erinnert an die Sängerin.
Foto mit freundlicher Genehmigung von The Daily Constitutional – the blog of London Walks®, London’s only multi-award-winning walking tour company www.londonwalkblog.blogspot.com

Ist sie eigentlich schon ganz in Vergessenheit geraten, die schon mit 34 Jahren viel zu früh verstorbene Sängerin Alma Cogan aus London, die auch in Deutschland eine Handvoll Hits hatte?

Ihre erste Single wurde 1952 veröffentlicht auf denen die beiden Songs „To Be Worthy Of You“ und „Would You“ zu hören waren. Von 1954 bis 1960 gelang es ihr achtzehn Mal, in die britischen Charts zu kommen, wodurch sie in diesem Jahrzehnt zu den beliebtesten und erfolgreichsten Sängerinnen auf der Insel zählte. „Dreamboat“, „Never Do the Tango With an Eskimo“, „I Can’t Tell a Waltz from a Tango“ und „Sugartime“ waren nur einige ihrer Chartserfolge.

Alma Cogan wohnte in London an der Kensington High Street. 44 Stafford Court lautete die exakte Adresse, wo sie mit Mutter und Schwester ein Apartment besaß. Hier fanden die berühmten „All-Night Parties“ statt, die von den Größen des Unterhaltungsgeschäfts besucht wurden: Roger Moore, Cary Grant, Audrey Hepburn, Sammy Davis jr  um nur einige zu nennen. Auch die Beatles waren häufig in Cogans Apartment in Kensington zu Gast und es war hier, dass Paul McCartney erstmals die Melodie zu seinem berühmten „Yesterday“ spielte.

Mitte der 1960er Jahre erkrankte Alma Cogan an Krebs. Auf einer Tournee durch Schweden ging es dann nicht mehr weiter. Die Sängerin brach zusammen und wurde ins Londoner Middlesex Krankenhaus gebracht, wo sie schließlich am 26. Oktober 1966 starb. Ihr Grab findet sich auf dem Jüdischen Friedhof von Bushey in der Grafschaft Hertfordshire.

Hier sind zur Erinnerung:
– das wohl bekannteste Lied von Alma Cogan in deutscher Sprache: „So fängt es immer an
– „Hello Young Lovers
– „Start of the Blues

Das Buch zum Artikel:
Sandra Caron: Alma Cogan – A Memoir. Bloomsbury Publishing 1991. 192 Seiten. ISBN 978-0747509844. (Sandra Caron ist Almas jüngere Schwester)

Heute vor 50 Jahren in den britischen Charts: „Wonderful Land“ von den Shadows

Im März 1962 standen die Shadows, Cliff Richards Begleitband, wieder einmal ganz oben in den britischen Charts mit „Wonderful Land„, einem wirklich wunderschönen Titel, einer Hommage an die USA.
Geschrieben wurde das Stück von Jerry Lordan (1934-1995), einem englischen Komponisten, der auch für den wohl bekanntesten Song der Shadows, nämlich „Apache„, verantwortlich war.
1961 wurde „Wonderful Land“ aufgenommen und zwar in der Shadows-Besetzung Hank Marvin, Bruce Welch, Jet Harris und Tony Meehan. Die letzten beiden sollten bald durch Brian Bennett und Brian Locking ersetzt werden.

Acht Wochen lang stand die Platte auf Platz 1 der britischen Charts, bis sie von einem anderen Instrumentaltitel verdrängt wurde, von „Nut Rocker“ der US-Band B. Bumble & The Stingers.

1980 spielte Mike Oldfield eine Coverversion von „Wonderful Land“ ein und 1993 nahm „Shadow“ Hank Marvin zusammen mit Mark Knoepfler noch einmal Jerry Lordans Song auf (hier zu hören).

Hier ist „Wonderful Land“ in der Originalbesetzung zu sehen und zu hören.

Published in: on 16. März 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die britischen Charts – Heute vor 50 Jahren

Cliff Richard: Stand auf Platz 1 der britischen Charts Mitte Januar 1962. – Author: Allan Warren. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Hier ist eine Übersicht über die zehn beliebtesten Songs in der zweiten Woche des Januars im Jahr 1962. Einige sind auch heute noch hin und wieder im Radio zu hören, einige sind ganz von der Bildfläche verschwunden.

Platz 1: Cliff Richard – The Young Ones
Titelmelodie aus dem gleichnamigen Film; Cliff Richards dritter Filmauftritt.

Platz 2: Mr Acker Bilk – Stranger On the Shore
Der größte Erfolg des Jazzklarinettisten Bernard Stanley Bilk aus Somerset, der sich nur kurz Mr Acker Bilk nannte.

Platz 3: Danny Williams – Moon River.
Danny Williams stammte aus Südafrika. Seine Version des Henry Mancini-Hits war sein größter Erfolg. Er starb 2005.

Platz 4: Sandy Nelson – Let There Be Drums
Der US-Amerikaner Sandy Nelson war ein großartiger Schlagzeuger, dessen Instrumentalhits in den 1960er Jahren häufig in den internationalen Charts zu finden waren.

Platz 5: Billy Fury – I’d Never Find Another You
Ronald William Wycherley alias Billy Fury kam aus der Liverpooler Musikszene und starb bereits 1983.

Platz 6: Neil Sedaka – Happy Birthday, Sweet Sixteen
Einer der ganz großen Sänger und Songschreiber aus den USA, der über 1000 Songs für zahllose andere Sänger schrieb.

Platz 7: Pat Boone – Johnny Will
Der Amerikaner mit der sanften Stimme, Nachkomme des amerikanischen Pioniers Daniel Boone.

Platz 8: Kenny Ball & His Jazzmen – Midnight in Moscow
Trompeter und Bandleader, der auch heute noch hin und wieder bei Oldie-Festivals auftritt.

Platz 9: Bobby Darin – Multiplication
Amerikanischer Schauspieler und Sänger, dessen richtigen Namen, Walden Robert Cassotto, man sich nicht so gut merken konnte; starb bereits 1973.

Platz 10: Del Shannon – So Long Baby
Der amerikanische Sänger ist mit seinem „Runaway“ in die Annalen der Rockgeschichte eingegangen. Charles Weedon Westover, so sein richtiger Name;  erschoss sich im Jahr 1990.

Published in: on 18. Januar 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Moody Blues: Nights in White Satin – Einer der Klassiker der 60er Jahre

1964 schlossen sich in Birmingham Denny Laine, Ray Thomas, Clint Warwick, Mike Pinder und Graeme Edge zu einer Formation zusammen, die sie The Moody Blues nannten; später kamen noch Justin Hayward und John Lodge dazu.

Unvergesslich bis in die heutige Zeit blieben sie mit ihrem wohl besten Song „Nights in White Satin„, der erstmals 1967 auf ihrem Album „Days of Future Past“ erschien und als Single augekoppelt wurde. Geschrieben hatte es Bandmitglied Justin Hayward und die Albumversion war über sieben Minuten lang. Die Singles wurden in zwei Versionen auf den Markt gebracht und deutlich gekürzt.

Hayward schrieb diesen Klassiker der 1960er Jahre im Alter von 19 Jahren, nachdem ihm jemand Satin-Bettwäsche geschenkt hatte. Den orchestralen Anfang des Songs spielte das London Festival Orchestra, das „Hausorchester“ des Labels Decca Records.

„Nights in White Satin“ schaffte es 1967 nur auf Platz 19 der britischen Charts; erst 1972 gelangte eine Wiederveröffentlichung der Single bis auf Platz 1 der kanadischen und der US-Charts.

Es gab unendlich viele Coverversionen des Songs, u.a. von Sandra (1995), Elkie Brooks (1982), Il Divo (2006) und Tina Arena (2008), um nur einige Beispiele zu nennen.

Hier ist „Nights in White Satin“, ein Musterbeispiel für Symphonic Rock aus den 1960er Jahren, zu hören.

Published in: on 14. August 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Sandie Shaw: Long live love

1965 schrieb Chris Andrews den Song „Long live love„; Chris Andrews, der auch heute noch mit seinem bekanntesten Song „Yesterday Man“  hin und wieder im Fernsehen zu sehen ist.
Sandie Shaw erreichte damit den ersten Platz der britischen Hitparade. Bekannt wurde die 1947 in Dagenham geborene Sängerin einmal dadurch, dass sie ihre Bühnenauftritte barfuß bestritt und durch ihren Erfolg mit „Puppet on a string„, mit dem sie 1967 den Eurovision Song Contest gewann.

In den 60er Jahren herrschte die Unsitte, dass amerikanische und britische Stars einige ihrer Songs auch in deutscher Sprache einspielten, was meistens unsäglich anzuhören war. So sang auch Sandie Shaw ihr „Long live love“ in deutscher Sprache unter dem Titel „Du weißt nichts von deinem Glück„. Sowohl das Original als auch die deutsche Version schafften es hierzulande in die Charts.

Hier ist die Originalversion von Sandie Shaw zu hören.

Published in: on 22. Juli 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Heute vor 50 Jahren in den britischen Charts – Eden Kane: Well I ask you

Die britischen Charts vor 50 Jahren in der Mitte des Monats Juni wurden stark von US-Sängern dominiert. Unter den Top 20 waren aber auch einige Briten zu finden, so z.B. Eden Kane, ein in den 60er Jahren populärer Sänger, der aber nie zu den ganz Großen gehörte. „Well I ask you“  schaffte es im August 1961 sogar noch auf Platz 1 der britischen Single-Charts.
Geschrieben wurde der Song von Les Vandyke, der u.a. für Adam Faith, John Leyton und Petula Clark als Songwriter tätig war.

Eden Kanes richtiger Name lautete Richard Graham Sarstedt. Sein Bruder Peter Sarstedt hatte 1969 auch einen Nummer-Eins-Hit in Großbritannien mit „Where do you go to (my lovely)?“.
Eden Kane hatte noch drei weitere Top Ten Hits und dann ging es langsam bergab, denn die Beatles nahten und die hatten einfach ein riesiges Verdrängungspotential und in deren Sog gingen viele andere einfach unter.

Hier ist „Well I ask you“ zu hören.

Published in: on 19. Juni 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Cat Stevens – Mit „Matthew & Son“ begann seine Karriere

Damals in den 60er Jahren nannte sich Steven Demetre Georgiou noch Cat Stevens; nachdem er 1977 zum Islam übergetreten war, hieß er Yusuf Islam.

Der 1948 geborene britisch-zypriotische Sänger begann seine Karriere 1967 mit dem Album „Matthew & Son„, das Platz 7 der britischen Charts erreichte. Die gleichnamige Single-Auskopplung kam sogar bis auf Platz 2.

Der Londoner Schneider Henry Matthews soll Cat Stevens zu dem Lied indirekt inspiriert haben, denn, so die Worte des Sängers:
„I had a girlfriend, and she was working for this big firm, and I didn’t like the way that she had to spend so much of her time working. The riff seemed to fit the words, Matthew and Son. There was a bit of social comment there about people being slaves to other people“.

Die Londoner Firma Matthew & Son war damals offensichtlich nicht sehr arbeitnehmerfreundlich eingestellt wie der Text zeigt:

Up at eight, you can’t be late
for Matthew & Son, he won’t wait.

Watch them run down to platform one
And the eight-thirty train to Matthew & Son.

Matthew & Son, the work’s never done, there’s always something new.
The files in your head, you take them to bed, you’re never ever through.
And they’ve been working all day, all day, all day!

There’s a five minute break and that’s all you take,
for a cup of cold coffee and a piece of cake.

Matthew & Son, the work’s never done, there’s always something new.
The files in your head, you take them to bed, you’re never ever through.
And they’ve been working all day, all day, all day!

He’s got people who’ve been working for fifty years
No one asks for more money cuz nobody cares
Even though they’re pretty low and their rent’s in arrears

Matthew & Son, Matthew & Son, Matthew & Son, Matthew & Son,
And they’ve been working all day, all day, all day!

Hier ist eine Originalaufnahme aus den 60er Jahren zu sehen.

Published in: on 2. Juni 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Henley-on-Thames (Oxfordshire) und Dusty Springfields Grab

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Am kommenden Samstag, dem 16. April, wäre die englische Popsängerin Dusty Springfield 72 Jahre alt geworden. Mary Isobel Catherine Bernadette O’Brien, so ihr richtiger Name, wurde 1939 in West Hampstead geboren und sie war eine der Großen in der Popszene der 60er Jahre. Titel wie „Son of a preacher man“, „You don‘ t have to say you love me“ und „I only want to be with you“  gehören zu ihren Klassikern.

Dusty Springfield wohnte die letzten Jahre ihres Lebens in Henley-on-Thames in Oxfordshire und sie starb dort auch an Brustkrebs am 2. März 1999. Kurz vor ihrem Tod wurde ihr der Order of  the  British Empire zugesprochen, den sie eigentlich am Tage ihres Todes aus der Hand der Queen entgegennehmen sollte. Auch ihre Aufnahme in die Rock ’n‘ Roll Hall of Fame in Cleveland, Ohio, erlebte sie nicht mehr.

Die Trauerfeier für sie fand in der Kirche St Mary the Virgin in Henley statt und viele ihrer Weggefährten nahmen daran teil wie Lulu, Elvis Costello und die Pet Shop Boys. Dusty Springfields Grab ist auch auf diesem Friedhof zu finden. Ihre Asche wurde zur Hälfte hier, zur anderen Hälfte in Irland verstreut.
Ihr zu Ehren wird jedes Jahr der Dusty Day abgehalten; ein Tag, an dem sich ihre Fans treffen und ihrer gedenken. Der diesjährige Dusty Day findet am 1. Mai im Londoner South Ealing statt.

Hier ist Dusty Springfield mit ihrem wunderschönen „Goin‘ Back“ zu hören.

 

Eigenes Foto.

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Mark Wynter – Vom Teenageridol der 60er Jahre zum Bühnenstar im Londoner West End

Der 1943 in Woking (Surrey) geborene Terence Sidney Lewis, der sich in Mark Wynter umbenannte, hatte in den 60er Jahren vier Top Ten-Hits in den britischen Charts, die heute kaum noch jemand kennt. Er galt damals als Teenageridol und imitierte seine großen US-Vorbilder, deren Songs er coverte wie z.B. „Venus in bluejeans“ oder „Go away little girl“. Exakt heute vor 50 Jahren stand er mit Image of a girl“ in den Charts.
Als diese Art von Musik in England nicht mehr gefragt war und von den härteren Klängen der Beatles und Rolling Stones abgelöst wurde, wechselte Mark Wynter das Genre und trat auf den Bühnen des Londoner Westends auf.
„The King and I“, „Phantom of the opera“ und „Robert and Elizabeth“ sind nur einige Beispiele für die zahlreichen Musicals und Bühnenstücke, in denen er zu sehen war; nicht nur im West End, sondern auch auf Tourneen, die ihn kreuz und quer durch Großbritannien führten.

 

Published in: on 25. Oktober 2010 at 04:21  Schreibe einen Kommentar  
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Arkesden – Das Bilderbuchdorf in Essex, in dem Steve Marriott starb

Arkesden in Essex.    © Copyright John Sutton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Arkesden in Essex.
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Ein Jahr bevor sich das tragische Unglück ereignete, bei dem der englische Rocksänger Steve Marriott starb, war ich in Arkesden in Essex und schrieb darüber in meinem Blogeintrag vom 26.Juni über den Pub „The Axe and Compasses„. Was ich damals nicht wusste, war, dass der Sänger in dem Pub, der direkt gegenüber von seinem Haus lag, aus und ein ging, sich dort häufiger einmal Getränke holte oder Gläser auslieh.

Was war passiert? Steve Marriott und seine Frau Toni Poulton kamen am 20. April 1991 aus den USA zurück und er soll schon an Bord des Flugzeuges große Mengen Alkohol und Valium genommen haben, um seine Flugangst zu bekämpfen. Marriott fuhr in sein Cottage nach Arkesden und was dann geschah, konnte nie ganz aufgeklärt werden. Gegen 6.30 Uhr morgens sah ein Autofahrer, dass das Dach des Marriottschen Cottages in Flammen stand: Er rief sofort die Feuerwehr, die auch in das Haus eindrang, aber den Sänger nicht mehr lebend vorfand. Man vermutete, dass der übermüdete Marriott sich im Bett noch eine Zigarette angezündet hatte und dann einschlief. Die High Street von Arkesden soll damals durch den Brand vollkommen in Rauch gehüllt gewesen sein.
Hätte ich das damals gewusst, was sich ziemlich genau ein Jahr nach meinem Besuch in Arkesden abspielen sollte…

Hier ist Steve Marriott mit den Small Faces und sein berühmtes „Itchycoo Park“ aus dem Jahr 1967.

 

Georgie Fame and the Blue Flames: Yeh Yeh – Das hörte man 1964 gern

Clive Powell wurde 1943 in Leigh (Lancashire) geboren, wurde zu Beginn seiner Gesangskarriere in Georgie Fame umbenannt und hatte in England zwei Nummer-Eins-Hits: 1964 „Yeh, Yeh„, das ich heute vorstelle und 1966 „Sunny„. Beide Hits spielte er mit seiner Band The Blue Flames ein.
Nach der Trennung von seiner Band hatte er 1968 noch einmal einen Charterfolg mit „The Ballad of Bonnie and Clyde„.

Danach wurde es ruhiger um ihn. Er spielte mit wechsenden Partnern (Alan Price, Van Morrison) und konzentrierte sich später auf Jazzaufnahmen.

Hier also sein erster großer Hit „Yeh Yeh“.

 

Published in: on 13. September 2010 at 04:17  Schreibe einen Kommentar  
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