Mein Buchtipp – Susan C. Law: Through the Keyhole – Sex, Scandal and the Secret Life of the Country House

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

In meinem Blog stellte ich schon einmal das Buch „Stately Secrets: Behind-the-Scenes Stories From the Stately Homes of Britain“ vor, geschrieben von Richard, Earl of Bradford. Darin wirft der Autor einen Blick hinter die Kulissen der großen Herrenhäuser Englands und erzählt Geschichten, die man von einem Tour Guide normalerweise nicht hören wird.

Die Historikerin Susan C. Law hat sich in ihrem Buch „Through the Keyhole: Sex, Scandal and the Secret Life of the Country House“ ebenfalls dieses Themas angenommen. Sie beschäftigt sich darin vorwiegend mit „Ehebruch“ am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Damals wurden viele junge adelige Frauen, oft gegen ihren Willen, an adelige Männer verheiratet. Die Liebe spielte bei diesen Beziehungen meist eine untergeordnete oder gar keine Rolle. Die Folge war, dass in diesen Ehen jeder seiner eigenen Wege ging. Die Männer nahmen sich Geliebte, was gemeinhin als normal empfunden wurde und in der Gesellschaft keine besondere Aufmerksamkeit erregte. Wenn Frauen sich allerdings ebenfalls einen Geliebten nahmen, war das eine ganz andere Sache. Flog die geheimgehaltene Beziehung auf, war der Teufel los, der Ehemann war empört und die arme Frau gesellschaftlich unten durch. Nicht selten bekamen die Frauen von ihren Geliebten auch noch Kinder (Empfängnisverhütung war in dieser Zeit noch kein Thema) und das war dann der Super-Gau. Oft gab es dann für sie nur noch einen Ausweg: Flucht ins Ausland oder in irgendeine entlegene Ecke in ihrem eigenen Land.

Das Personal in den Landhäusern bekam in der Regel sehr viel davon mit, was hinter den verschlossenen Schlafzimmertüren vor sich ging (der Buchtitel deutet darauf hin), und oft wurden die Bediensteten bei Scheidungsprozessen als Zeugen geladen.

Susan C. Law schildert in ihrem Buch einige besonders prägnante Fälle wie die Ehe von Augustus Henry FitzRoy, 3rd Duke of Grafton (1735-1811) und Anne Liddell (1737-1804). Aus dieser Beziehung gingen drei Kinder hervor, doch die Ehe erkaltete bald. Der Duke suchte sich eine Mätresse und Anne fand im Earl of Upper Ossory einen Liebhaber. Bald wurde sie schwanger, was den Duke veranlasste die Scheidung einzureichen. Augustus Henry FitzRoy, der in Euston Hall in Suffolk residierte, heiratete kurz danach Elizabeth Wrottesley, und Anne Liddell konnte ihren Lover ehelichen (in diesem Fall ging es also glimpflich für sie ab) und zog auf dessen Landsitz Ampthill Park in Bedfordshire.

Das Buch enthält einen umfangreichen Anmerkungsapparat und und eine achtseitige Bibliografie. Susan Law C. Law hat den Doktor in Geschichte an der Universität von Warwick gemacht; ihr Buch liest sich nicht so leicht wie das o.a. von Richard, Earl of Bradford.

Susan C. Law: Through the Keyhole – Sex, Scandal and the Secret Life of the Country House. The History Press 2015. 255 Seiten. ISBN 978-0-7509-5669-7.

Euston Hall in Suffolk. Familiensitz der   © Copyright Ashley Dace and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Euston Hall in Suffolk. Familiensitz der Graftons.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ashley Dace and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ampthill Park in Bedfordshire.   © Copyright Paul Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ampthill Park in Bedfordshire, Familiensitz der Ossorys.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Published in: on 14. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Eddie Brazil: „Bloody British History – Buckinghamshire“

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Mein Lieblingsverlag, The History Press in Stroud (Gloucestershire), den ich in meinem Blog schon einmal vorstellte, hat eine Buchreihe, die sich „Bloody British History“ nennt. Darin geht es um Grafschaften und vor allem Städte Englands im Spiegel besonderer, meist blutiger  Ereignisse, die sich dort abgespielt haben. Neben beispielsweise Cambridge, Bristol, Salisbury und Suffolk gibt es auch einen Band über Buckinghamshire, den ich mir kürzlich gekauft und gelesen habe. Der Autor ist Eddie Brazil, der sich vor allem als „paranormal investigator“ einen Namen gemacht und Bücher über die Borley Rectory, High Wycombe und Geistererscheinungen in englischen Kirchen geschrieben hat.

Die Themen in Eddie Brazils „Bloody British History – Buckinghamshire“ sind u.a.:

The Weirdos of West Wycombe“ – Sir Francis Dashwood und seine Kumpane in den Hellfire Caves

The Chiltern Manhunt“ – Die Geschichte von der größten Verbrecherjagd in Buckinghamshire im 19. Jahrhundert, bei der die Mörder von zwei Jagdaufsehern quer durch die Chiltern Hills verfolgt wurden

Flying Saucers Over High Wycombe“ – Augenzeugenberichte über vermeintliche UFO-Sichtungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Region High Wycombe

The Babes in the Wood“ – Ein Mordfall aus dem Jahr 1941, als in Penn zwei kleine Mädchen von einem Armeeangehörigen ermordet wurden. Sie waren auf dem Weg nach Hause und kamen von ihrer Schule, der Tylers Green First School. An der Kreuzung der Straßen Elm Road und Common Wood Lane beobachtete ein Junge wie sie in einen Armeelastwagen stiegen und konnte der Polizei wertvolle Hinweise geben, die zur Ergreifung des Täters führten.

Eddie Brazil: Bloody British History – Buckinghamshire. The History Press 2014. 96 Seiten. ISBN 978-0750960236.

Der Eingang zu den Hellfire Caves in West Wycombe.   © Copyright Graham Horn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Eingang zu den Hellfire Caves in West Wycombe.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Graham Horn and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Chilterns, durch die sich die Mörderjagd zog.   © Copyright Des Blenkinsopp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Chilterns, durch die sich die Mörderjagd zog.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Des Blenkinsopp and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier über High Wycombe wollen viele Menschen Ende des 19. Jahrhunderts UFOs gesehen haben.   © Copyright Peter Jemmett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier über High Wycombe wollen viele Menschen Ende des 19. Jahrhunderts UFOs gesehen haben.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Jemmett and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Tylers Green First School in Penn. Von hier kamen die beiden Mädchen, die 1941 ermordet wurden.   © Copyright Scriniary and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Tylers Green First School in Penn. Von hier kamen die beiden Mädchen, die 1941 ermordet wurden.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Scriniary and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 4. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Mein Buchtipp – Matthew Sweet: Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Gerade habe ich eine sehr interessante Lektüre beendet, die sich mit der Geschichte des britischen Films beschäftigt: „Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema“ von Matthew Sweet. Angelehnt ist der Buchtitel an Kenneth Angers „Hollywood Babylon“ (1965 erschienen, nach wenigen Tagen der Zensur zum Opfer gefallen, und dann 1975 erneut auf den Markt gekommen. Die deutsche Übersetzung lautet ebenfalls „Hollywood Babylon“), der sich in seinem Buch mit den Schattenseiten der Filmstadt in Kalifornien auseinandersetzt.

Matthew Sweet (1969 geboren) ist Filmspezialist und arbeitet für die BBC. Shepperton ist der Name eines Filmstudios in der gleichnamigen Stadt in der Grafschaft Surrey, in dem zahllose Produktionen stattgefunden haben. Anfang der 1930er Jahre gegründet, werden hier noch heute Filme gedreht. Sweets Buch ist aber keine Geschichte dieses einzelnen Studios, sondern ein Überblick über die gesamte Filmgeschichte Großbritanniens, bei der, wie bei Kenneth Anger, auch Informationen über die „dark side“ des Geschäfts gegeben werden (Skandale, Selbstmorde, Sexgeschichten).

Viele Filme aus der Anfangszeit existieren nicht mehr; etwa 2000 sind schon sehr früh vernichtet worden wie Matthew Sweet im Vorwort des Buches schreibt. Die Namen von Schauspielern, Regisseuren und Produzenten aus den ersten Jahrzehnten der britischen Filmindustrie sind heute nur noch Spezialisten bekannt. Interessant, dass man auf Youtube doch noch manchmal Filmschnipsel bzw. komplette Filme aus dieser Zeit findet. Mir machte es sehr viel Spaß, parallel zur Lektüre den einen oder anderen Filmausschnitt der genannten Produktionen anzusehen. Das Buch endet mit zwei Kapiteln, die sich mit den „exploitation films“ und den „sexploitation films“ beschäftigen, das sind Filme, in denen Gewalt bzw. Sex im Mittelpunkt stehen. Hier treffen wir auf Filmtitel wie „Confessions of a Window Cleaner“, „Let’s Get Laid“ und „Naked as Nature Intended“; letzterer mit Pamela Green, ein harmloser „nudie flick“ aus dem Jahr 1961, über den ich in meinem Blogeintrag über den „Spielplatz“ bei St Albans (Hertfordshire) berichtete.

Das Buch hat im Anhang eine umfangreiche Filmografie und Bibliografie, so dass man sich mit einzelnen Aspekten oder Personen der britischen Filmgeschichte detaillierter beschäftigen kann. Eine lohnende Lektüre!

2005 zeigte BBC Four eine gleichnamige 60minütige Dokumentation, zu der Matthew Sweet das Drehbuch schrieb.

Matthew Sweet: Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema. Faber and Faber 2005. 388 Seiten.
Ich besitze die Originalausgabe; erhältlich im Buchhandel ist noch die Paperbackausgabe.

 

 

Published in: on 20. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Ben Aitken: Dear Bill Bryson* – Footnotes from a Small Island

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

In der rue de la Bûcherie im 5. Pariser Arrondissement liegt die berühmte Buchhandlung Shakespeare & Company, seit Jahrzehnten Treffpunkt unzähliger britischer und US-amerikanischer Schriftsteller. Ich kannte noch den Gründer George Whitman, der sich bei einem meiner Besuche ungeniert mitten zwischen den engstehenden Buchregalen sein Mittagessen in einer Pfanne zubereitete. Viele der Besucher dürfen auch in der Buchhandlung übernachten…wie zum Beispiel der junge Engländer Ben Aitken, der hier im Cinquième Arrondissement große Teile seines Buches „Dear Bill Bryson* Footnotes from a Small Island“ schrieb, das Ergebnis einer Reise kreuz und quer durch Großbritannien, auf den Spuren des Reiseschriftstellers Bill Bryson.

1995 veröffentlichte der in England lebende Amerikaner Bill Bryson sein Buch „Notes from a Small Island„, das in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Reif für die Insel: England für Anfänger und Fortgeschrittene“ erschien. Darin hielt er die Erlebnisse seiner UK-Rundreise fest. Im vorigen Jahr, also genau zwanzig Jahre nach seiner ersten Reise wiederholte Bill Bryson die Tour noch einmal, um zu sehen, was sich seitdem verändert hat. Der Titel dieses Buches „The Road to Little Dribbling: more Notes from a Small Island“ (dt. „It’s teatime, my dear! Wieder reif für die Insel„); ich berichtete in meinem Blog darüber.

Ben Aitken nahm sich also die „Notes from a Small Island“ vor und reiste exakt zu den gleichen Plätzen wie Bryson, versuchte, wenn möglich, in den gleichen Hotels zu übernachten und in den gleichen Restaurants zu essen. Aitken ist ein witziger Typ, seine Eindrücke von den Orten und Plätzen sind oft nicht deckungsgleich mit denen des Amerikaners. Gut, zwanzig Jahre sind vergangen und es hat sich einiges verändert, aber die Herangehensweise an die Reise ist doch eine andere. Aitken versucht, wenn immer es geht, kostenlose Übernachtungen in Hotels zu bekommen, mit dem Hinweis, dass er auf den Spuren Brysons reise und ein Buch darüber schreiben will. Oft gelingt das sogar.

Aitken ist kein bedingungsloser Fan Brysons, hin und wieder macht er sich lustig über dessen Übergewicht und Trinkgewohnheiten. The Manchester Review fasst den Reisebericht treffend so zusammen: „Dear Bill Bryson is a travelogue, homage, critique and sometimes-farce rolled into one„.
Ich habe das Buch mit viel Vergnügen gelesen und kann es sehr empfehlen.

Ben Aitken: Dear Bill Bryson* – Footnotes from a Small Island. Not Bad Books 2015. 350 Seiten. ISBN 978-0-9933643-0-3

Mit diesem Buch in der Hand reiste Ben Aitken durch Großbritannien. Foto meines Exemplares.

Mit diesem Buch in der Hand reiste Ben Aitken durch Großbritannien.
Foto meines Exemplares.

In dieser Pariser Buchhandlung schrieb Ben Aitken große Teile seines Buches. Author: Christine Zenino. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

In dieser Pariser Buchhandlung schrieb Ben Aitken große Teile seines Buches.
Author: Christine Zenino.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

 

Published in: on 27. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Mein Buchtipp – Stuart Maconie: The Pie At Night – What the North Does For Fun

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Von Stuart Maconie stellte ich in meiner Reihe „Mein Buchtipp“ schon einmal sein „The People’s Songs – The Story of Modern Britain in 50 Songs“ vor. In der Nachfolge seines Buches „Pie and Prejudice: In Search of the North„, das 2008 erschien, veröffentlichte er im vergangenen Jahr sein „The Pie At Night – What the North Does For Fun„, in dem er sich mit den Vergnügungsgewohnheiten der englischen Nordlichter auseinandersetzt.
Wer Stuart Maconie nicht kennt, hier einige Worte zu seiner Person: Er wurde 1960 geboren und ist in erster Linie ein „Radiomann“, das heißt er moderierte/moderiert diverse Radioprogramme der BBC, aktuell bei BBC Radio 6 Music „Radcliffe & Maconie„, zusammen mit Mark Radcliffe. Die Sendung wird in der BBC MediaCityUK in Salford (Greater Manchester) produziert.

Stuart Maconie wurde im Norden Englands geboren und er fühlt sich auch als Northerner, was man in seinem aktuellen Buch auf jeder Seite spürt. Gern grenzt er sich gegen den Süden des Landes, speziell London, ab und vertritt die Interessen des Nordens.

Womit amüsieren sich die Leute im Norden Englands? Das ist das Thema des Buches. Stuart Maconie besucht im Zuge seiner Recherchen Fußballstadien, Rugbyplätze und Bowling Greens. Er nimmt an einer Opernaufführung in Leeds teil und berichtet über Blasmusikkapellen, von denen viele ihr Zuhause in den Städten und Dörfern in den Hochmooren bei Manchester haben. Wir folgen zusammen mit dem Radiomoderator den Spuren des Dichters Philip Larkin in Hull und des Künstlers Lawrence Stephen Lowry in Berwick-upon-Tweed.

Nach der Lektüre des Buches sieht man „The North“ mit etwas anderen Augen. Hier wohnen keine Hinterwäldler, sondern Neuerungen gegenüber aufgeschlossene, moderne Menschen, die es etwas rauher mögen als ihre südlichen Nachbarn. Eine lohnende Lektüre!

Stuart Maconie: The Pie At Night – What the North Does For Fun. Ebury Press 2016. 346 Seiten. ISBN 978-0-091-93382-1 (Die Hardcoverausgabe erschien bereits ein Jahr zuvor).

 

Published in: on 19. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Good Pub Guide 2017

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Seit dem 8. September ist er auf dem Markt, der aktuelle „The Good Pub Guide 2017“ in seiner 35. Auflage. 1982 erschien diese Bibel für alle Pub-Gänger zum ersten Mal, herausgegeben von Alisdair Aird. 1996 kam Fiona Stapley als Mit-Herausgeberin dazu, die dann das Steuer ganz übernahm.

Zu einer Englandreise gehört für mich ein Pub-Führer unbedingt dazu. Vor einigen Jahren schwenkte ich vom „Good Pub Guide“ zum „AA Pub Guide“ um, der ca 2000 Pubs vorstellt und bebildert ist. Jetzt bin ich wieder beim Original gelandet, das auf 1072 Seiten rund 5000 empfehlenswerte Pubs auflistet. Geordnet ist das Buch alphabetisch nach Grafschaften und da stehen jeweils die besonders empfehlenswerten Gasthäuser am Beginn, die von Inspektoren genauestens unter die Lupe genommen worden sind, gefolgt von der Rubrik „Also Worth a Visit“, in der von Lesern genannte Pubs gelistet sind. Diese haben durchaus die Chance in den Hauptteil aufgenommen zu werden, wenn entsprechend viele positive Kommentare eingegangen sind. Man wird also durchaus dazu eingeladen, an der Gestaltung des Pub-Guides mitzuwirken  (am Ende des Buches finden sich entsprechende Formulare, die man ausfüllen und an die Redaktion schicken kann).
Die inspizierten Pubs werden sehr ausführlich beschrieben, mit den Namen der Licensees, den Öffnungszeiten und den angebotenen Biersorten. Man erfährt ob WLAN angeboten wird und ob Hunde willkommen sind und die angebotenen Speisen werden auszugsweise beschrieben.

In jeder Ausgabe des „Good Pub Guides“ wird der Pub des Jahres gekürt, sowie in Unterkategorien die besten ihrer Art genannt.

Pub of the Year 2017 ist „The Horse Guards Inn“ in Tillington (West Sussex) mit der Begründung: „A 300-year-old inn with all the character that goes with great age but with inventive food, lovely service, cosy bedrooms and a lush garden“. Der Enterprise-Pub liegt etwa 100 Meter von der A272 (Petworth – Midhurst) entfernt, gegenüber der Kirche All Hallows.

Unspoilt Pub of the Year 2017: Ye Olde Gate Inn in Brassington (Derbyshire)
Country Pub of th Year 2017: Cottage of Content in Carey (Herefordshire)
Town Pub of the Year 2017: Bank House in King’s Lynn (Norfolk)
Dining Pub of the Year 2017: The Red Lion in East Chisenbury (Wiltshire)
Inn of the Year 2017: The Inn at Whitewell in Whitewell (Lancashire)

The Good Pub Guide 2017. Edited by Fiona Stapley. Ebury Press 2016. 1072 Seiten. ISBN 978-1-78503-322-3. Der Preis beträgt £15.99.

Pub of the Year 2017: The Horseguards Inn in Tillington (West Sussex).   © Copyright Shazz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pub of the Year 2017:
The Horseguards Inn in Tillington (West Sussex).
   © Copyright Shazz and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The AA Big Road Atlas Britain 2017

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

Trotz Navigationsgerät und Google Maps benötige ich doch immer noch einen Straßenatlas, um eine Reise vorzubereiten und auch vor Ort. Für meine Fahrten kreuz und quer durch England benutze ich seit vielen Jahren den „Big Road Atlas Britain“ der Automobile Association (AA), der Mitte des Jahres in der 26. Auflage für das Jahr 2017 erschienen ist. Mein bisheriges Exemplar war schon einige Jahre alt und löste sich durch häufigen Gebrauch in seine Einzelteile auf, so dass ich mir die Neuauflage zugelegt habe. Es ist ein Straßenatlas in Spiralbindung im XXL-Format (28,7cm x 38,9cm) und kostet nur £10,99 (bei Amazon UK £7,69)

Mir gefallen besonders die klaren und übersichtlichen Karten, die Farbgebung und die gute Lesbarkeit. Gegenüber den Vorauflagen hat sich nicht besonders viel geändert, denn neue Straßen werden in England eher selten gebaut. Der „Big Road Atlas Britain“ verzeichnet die rund 3500 fest installierten Geschwindigkeitsmessanlagen in ganz Großbritannien, die meist an Unfallschwerpunkten angebracht sind. Wer erstmals mit dem Auto in das Königreich reist, kann sich in dem Atlas über sämtliche Verkehrszeichen und die Bedeutung der „road markings“ informieren. Weiterhin findet man viele eingezeichnete touristische Sehenswürdigkeiten wie die des National Trusts und von English Heritage. Auf einer Extraseite werden die wichtigsten touristischen Hotspots mit den entsprechenden Codes für Navigationsgeräte genannt. 67 Stadtpläne sind sowohl im Atlasteil als auch im Anhang abgedruckt. 21 Seiten lang ist das Register.

Fazit: Ein sehr empfehlenswerter Straßenatlas mit dem ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht habe.

The AA Big Road Atlas Britain 2017. AA Publishing 2016. 144 Seiten. ISBN 978-0749577759

Published in: on 25. Oktober 2016 at 02:00  Comments (1)  

Mein Buchtipp – Tom Fort: Channel Shore – From the White Cliffs to Land’s End

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

In meinem gestrigen Blogbeitrag schrieb ich über die Fährverbindung von Dünkirchen nach Dover und den schönen Blick auf die weißen Klippen, den man bei der Ankunft auf die Hafenstadt hat. Diese White Cliffs of Dover sind der Startpunkt einer Reise, die der Schriftsteller Tom Fort per Fahrrad unternommen hat und die ihn entlang der englischen Südküste bis zum Land’s End in Cornwall führte. Seine Reiseeindrücke hat er in dem Buch „Channel Shore – From the White Cliffs to Land’s End“ festgehalten, das 2015 erstmals erschien und in diesem Jahr als Taschenbuch erhältlich ist.

Auch Tom Fort ist von der Stadt Dover nicht sehr angetan. Die Gebäude an den Einfall- bzw. Ausfallstraßen „…shake and reverberate with the sound and fury of forty-ton loads“. Der Endpunkt der Reise, Land’s End, ist zwar nicht von dem Lärm von 40-Tonnern erfüllt, dafür ist an diesem südwestlichsten Punkt Englands ein Touristen-Amüsierbetrieb entstanden, ein „trashy dump“, ein „clutter of commercial enterprises“ wie es Fort formuliert, der von der Firma Heritage Great Britain betrieben wird, der u.a. auch der Gegenpol, John O’Groats im Norden Schottlands, gehört.

Doch zwischen diesen beiden wenig attraktiven Orten findet Tom Fort auf seiner Fahrradreise überwiegend sehr eindrucksvolle Küstenregionen vor wie die Jurassic Coast in Devon, die Strände an der englischen Riviera und die steilen Felsen in Devon und Cornwall.

Das Buch macht Appetit auf einen Besuch der englischen Südküste; leider ist die Qualität der Schwarz-Weiß-Fotos sehr schlecht. Ein sechsseitiges Literaturverzeichnis regt dazu an, sich mit einzelnen Etappen der Reise detaillierter zu beschäftigen.

In meinem Blog stellte ich schon einmal ein anderes Buch von Tom Fort vor: „The A303: Highway to the Sun„.

Tom Fort: Channel Shore – From the White Cliffs to Land’s End. Simon&Schuster 2016. 431 Seiten. ISBN 978-1-4711-2973-5

Published in: on 23. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Zeitschriftentipp – „Exclusively British“

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Alle zwei Monate erscheint in Großbritannien das Hochglanzmagazin „Exclusively British“ („Visit And Experience The Best Of Britain“), das von der Contista Media Ltd in Warsash bei Southampton herausgegeben wird. Es ist eine Lifestyle- und Reisezeitschrift, die sich u.a. mit Mode, Hotels und Reisezielen in Großbritannien beschäftigt. Das Einzelheft kostet £4.25, was für den Umfang von 130 Seiten und vielen großformatigen Fotos eigentlich recht wenig ist. Man muss dafür allerdings auch viel Werbung hinnehmen, die sich hauptsächlich  an gut betuchte Leserinnen und Leser wendet. Das Jahresabonnement des Magazins kostet außerhalb Großbritanniens £45, eine Digitalausgabe ist ebenfalls erhältlich für €20.99.

Mir liegt das aktuelle September/Oktoberheft vor und da gibt es zum Beispiel folgende Themen:

Kaschmirwolle und Tweed
Luxuskaufhäuser in London
Veranstaltungen zu Roald Dahls 100. Geburtstag
950. Jahrestag der Schlacht von Hastings
Eine Reise durch das Wye Valley an der Grenze zwischen Wales und Herefordshire
Wimbledon und sein Tennismuseum
Der Twinings Tea Shop am The Strand in London

Ein Schwerpunkt der Zeitschrift  „Exclusively British“ liegt auf der Vorstellung von noblen Hotels, und so findet man in dieser Herbstausgabe Präsentationen u.a. des Flemings Mayfair in London, des Seaham Hall Hotels in Durham, der Hound Lodge auf dem Goodwood Estate und dem Hever Castle Bed and Breakfast. Unter der Rubrik „Property“ sind in diesem Heft nur wenige, aber sehr erlesene zum Verkauf stehende Häuser angeboten, wobei das im 18. Jahrhundert gebaute Hinwick House in Bedfordshire mit £14.5 Millionen alle anderen in den Schatten stellt.

 

 

Published in: on 9. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Tim Hampson: CAMRA’s 101 Beer Days Out

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Tim Hampson kennt sich in Sachen Bier hervorragend aus. Er führt einen Bierblog und hat bereits mehrere Bücher verfasst wie „London’s Best Pubs“, „London Riverside Pubs“ und „The Beer Book“. Mit „101 Beer Days Out: Exciting and Unusual Experiences for Beer Lovers Around Britain“ hat Hampson einen Reiseführer für Bierfreunde vorgelegt, der quer durch Großbritannien führt und 101 Tipps für „beer lovers“ gibt. Erschienen ist das Buch bei Campaign For Real Ale, kurz CAMRA, ein 1971 gegründeter Interessenverband für alle, die mit Bier und Pubs zu tun haben.

Ursprünglich kam das Buch im Jahre 2012 auf den Markt, liegt aber mittlerweile in einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung vor.
Die Reise beginnt im Südosten Englands mit einem Besuch der Shepherd Neame Brauerei (Tipp 1) in Faversham (Kent), dort wo auch das jährliche Hop Festival (Tipp 2) stattfindet. Ein besonderes Augenmerk legt der Autor auf die Verbindung Bier und Eisenbahn und so erfahren wir u.a. von dem Real Ale Train (Tipp 13) in Hampshire, der zweimal im Monat die Watercress Line befährt und mehrere Biersorten an Bord anbietet. Auf dem Bahnsteig 1 des Bahnhofs von Hartlepool (County Durham) findet man das Rat Race Ale House (Tipp 88), das nur zu den Zeiten geöffnet hat, zu denen Züge verkehren.

Am Anfang des Buches stellt Tim Hampson die einzelnen Biersorten vor, die es in Großbritannien gibt und listet die Bierfestivals auf, die im Laufe eines Jahres veranstaltet werden.
Ein wirklich interessantes Buch für alle, die an englischen Bieren und an ungewöhnlichen Pubs interessiert sind.

Tim Hampson: 101 Beer Days Out: Exciting and Unusual Experiences for Beer Lovers Around Britain. Campaign for Real Ale 2015. 221 Seiten. ISBN 978-1-85249-328-8.

Die Shepherd Neame Brewery in Faversham (Kent).   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Shepherd Neame Brewery in Faversham (Kent).
    © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Watercress Line in Hampshire.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Watercress Line in Hampshire.
   © Copyright David Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Mein Buchtipp – David McKie: Great British Bus Journeys

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Warum eigentlich Großbritannien nicht einmal auf eine andere Weise erkunden? Nicht mit dem Auto, dem Fahrrad, dem Hausboot, nein, mit Linienbussen.
David McKie hat genau das getan, wovon er in seinem Buch „Great British Bus Journeys: Travels Through Unfamous Places“ (Atlantic Books 2007) erzählt.

Es gibt viele große und kleine Firmen in Großbritannien, die Buslinien betreiben, nicht nur zwischen großen Städten, sondern auch Überlandlininen, die die kleinen Dörfer bedienen. Sie sind zwar nicht immer pünktlich, fallen auch manchmal aus, aber Busse sind gerade für die älteren Menschen wichtig, die in Dörfern wohnen, um die nächsten Einkaufsmöglichkeiten aufzusuchen.

David McKie erzählt in seinem informativen, unterhaltsamen Buch u.a. auch über Busfahrer, die auf den unübersichtlichen Landstraßen die Orientierung verlieren und nur mit Hilfe der Fahrgäste zum Ziel finden.

Von Cornwall bis in den Norden Schottlands unternimmt der Autor seine Fahrten und der Leser erfährt so manches Interessante, was am Wegesrand liegt.

David McKie ist Journalist (Jahrgang 1935) und arbeitete eine lange Zeit für den „Guardian“, wo er eine wöchentliche Kolumne mit dem Titel „Elsewhere“ schrieb. Seine „Great British Bus Journeys“ gehörten 2007 zu den Kandidaten für den „Dolman Best Travel Book Award“.
Ich habe das inzwischen vergriffene, aber leicht zu beschaffende Buch mit großem Vergnügen gelesen und kann es nur empfehlen!

David McKie: Great British Bus Journeys: Travels Through Infamous Places. Atlantic Books 2007. 359 S. ISBN 978-1-84354-341-1.

In Leeds beginnt David McKies Reise mit Linienbussen quer durch das ganze Land.   © Copyright Leslie and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In Leeds beginnt David McKies Reise mit Linienbussen quer durch das ganze Land.
   © Copyright Leslie and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 27. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Dull Men’s Club – Der Club der langweiligen Männer

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

The Dull Men’s Club is a place where dull men share thoughts and experiences, free from gliz and glam, free from pressures to be in and trendy — free instead to enjoy simple, ordinary things„, so steht es auf den Webseiten dieses exzentrischen Clubs zu lesen, der 1985 gegründet wurde und zwar in New York. Leland Carson hieß der Gründer, der 1996 nach Großbritannien übersiedelte und dessen Idee mittlerweile Interesse bei über 5000 Mitgliedern in den USA und hier auf der Insel gefunden hat. Der Club der langweiligen Männer beschäftigt sich mit Dingen, mit denen der „Normalbürger“ eher nichts am Hute hat. In dem 2015 bei der Ebury Press erschienenen Buch „Dull Men of Great Britain: Celebrating the Ordinary“ von Leland Carson findet man eine Auswahl an prominenten Vertretern des Clubs. Hier sind einige Beispiele:

Peter Willis aus Worcester hat einen Traum (von dem wohl außer ihm niemand träumt): Er möchte sämtliche Briefkästen in Großbritannien fotografieren und davon gibt es rund 115 000. In den letzten zehn Jahren hat er bereits 2500 geschafft, der Weg, der noch vor ihm liegt, ist also sehr lang. Sein Sohn hat die Standorte aller Briefkästen in ein tragbares GPS-Gerät eingegeben, das jedesmal piepst, wenn es in die Nähe eines Kastens kommt.

Archie Workman aus Ulverston in Cumbria ist ein Gullydeckel-Enthusiast. Wo immer er sich auch aufhält, er sucht nach zugewachsenen Abdeckungen, befreit sie von Unkraut und lässt sie wieder das Tageslicht erblicken. Archie hat schon einen Kalender mit Gullydeckel-Fotos herausgegeben (der erstaunlicherweise auf großes Interesse stieß), hält Vorträge im ganzen Land über sein Thema und möchte einmal ein Buch darüber schreiben.

Rick Minns aus Wicklewood (Norfolk) ist künstlerisch sehr begabt und freut sich über schmutzige, dreckbespritzte Lieferwagen, die er mit Zeichnungen verschönert, das heißt er macht aus dem angetrockneten Schlamm schöne Bildchen, die allerdings die nächste Autowäsche nicht überstehen. „Ruddy Muddy“ ist sein Spitzname.

John Barnard, Graham Jackson und Myrddin Phillips sind Berg- und Hügelvermesser. Mit einer technisch hochwertigen Ausrüstung haben sie es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, nachzuprüfen, ob es sich bei den Erhebungen um einen Berg oder einen Hügel handelt. Ab 2000 Fuß darf sich in England und in Wales ein Berg auch wirklich Berg nennen, alles was darunter liegt ist nur ein Hügel. Die drei Männer haben sich auf die Zweifelsfälle spezialisiert und messen auf den Zentimeter genau nach.

Viele weitere skurrile Fälle von „langweiligen Männern“ finden sich in dem amüsanten, sehr zu empfehlenden Buch.

Leland Carson: Dull Men of Great Britain: Celebrating th Ordinary. Ebury Press 2015. 94 Seiten. ISBN 978-1-78503-090-1

 

Published in: on 20. September 2016 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Mein Buchtipp – Dixe Wills: Tiny Islands

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Dixe Wills ist Reiseschriftsteller und Journalist, der für den Guardian schreibt. Seine Bücher behandeln Themen, die bisher kaum oder noch gar nicht „beackert“ worden sind, zum Beispiel „Tiny Stations„, in dem er 40 „Request Stops“, also Bedarfshaltestellen der britischen Eisenbahnen, besucht oder „Tiny Churches“ (erscheint am 1. Oktober 2016), in dem Dixe Wills 60 besonders kleine Kirchen im ganzen Land aufsucht. Mein Favorit ist sein Buch „The Z-Z of Great Britain„, das ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt habe und in dem es um Orte in Großbritannien geht, die mit dem Buchstaben „Z“ beginnen.

Gerade beendet habe ich „Tiny Islands: 60 Remarkable Little Worlds Around Britain„, 2013 erschienen. Thema dieses Buches sind kleine Inseln im Binnenland und vor der Küste, ob bewohnt oder unbewohnt, die Dixe Wills detailliert vorstellt. Ein großer Teil dieser Inselchen liegt vor den Küsten von Wales und Schottland, also außerhalb meines Berichtsgebietes. Die englischen Inseln liegen vor allem an der Südküste und im Nordwesten.

Dixe Wills startet mit Insel Nummer 1: Gugh, Teil der Isles of Scilly; Bewohner 2 (saisonabhängig), die zeitweise in den beiden Häuschen leben, die bei Ebbe von der größeren Nachbarinsel St Agnes aus trockenen Fußes zu erreichen sind.

Weitere Stationen auf der Reise sind zum Beispiel die bekannteren St Michael’s Mount und Burgh Island, dann begeben wir uns auf die Themse, wo wir Eel Pie Island und Monkey Island einen Besuch abstatten. Über die Themse-Inseln gibt es ein eigenes sehr schönes Buch, das ich an dieser Stelle vorgestellt habe „Eyots and Aits – Islands of the River Thames“ von Miranda Vickers.

Im Nordwesten Englands finden sich weitere „tiny islands“ wie das bei Barrow-in-Furness (Cumbria) gelegene Piel Island, nicht zu verwechseln mit dem im Buch ebenfalls vorgestellten Peel Island im Coniston Water in Cumbria. Dort gibt es in den Seen des Lake Districts interessante kleine Eilande wie Derwent Isle und die Islands of Windermere. Dixe Wills beschreibt sie alle, gibt Tipps zur Anreise, zur nächsten Unterkunft, zum nächstgelegenen Pub und was es in der Umgebung noch so alles zu sehen gibt.

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch mit vielen Farbfotos und Zeichnungen!

Dixe Wills: Tiny Islands – 60 Remarkable Little Worlds Around Britain. AA Publishing 2013, Reprint 2015. 320 Seiten. ISBN 978-0-7495-7387-4

Gugh Island bei Ebbe.   © Copyright Andrew Abbott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Gugh Island (Isles of Scilly) bei Ebbe.
    © Copyright Andrew Abbott and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Piel Island bei Barrow-on-Furness (Cumbria).   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Piel Island bei Barrow-in-Furness (Cumbria).
  © Copyright Alexander P Kapp and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Peel Island im Coniston Water (Cumbria).   © Copyright Rob Noble and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Peel Island im Coniston Water (Cumbria).
   © Copyright Rob Noble and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 16. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Dan Kieran & Ian Vince: Three Men in a Float – Across England at 15 mph

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Eines der amüsantesten und interessantesten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, ist „Three Men in a Float“ von Dan Kieran und Ian Vince. Die beiden Autoren und ihr Freund Pras machen sich in einem ehemaligen, elektrisch betriebenen Milchwagen, Baujahr 1958, den sie liebevoll The Mighty One nennen (und den sie für 1400 Pfund bei Ebay ersteigert haben), auf den langen Weg von Lowestoft in Suffolk, der östlichsten Stadt Großbritanniens, bis nach Land’s End in Cornwall, der äußersten Südwestspitze Englands. Klingt einfach? Ist es aber nicht, denn die volle Batterieladung des Fahrzeuges reicht mal so gerade 60 bis 70 Kilometer, dann müssen sich die Drei eine neue Möglichkeit suchen, die Batterien „aufzutanken“. Auch das ist nicht so leicht zu bewerkstelligen, da man das Elektrofahrzeug nicht an jede x-beliebige Steckdose anhängen kann. Es ist also immer wieder spannend wie sie diese speziellen Steckdosen auf dem Weg ausfindig machen. Glücklicherweise ist Pras ein Meister im Umgang mit Elektrizität, und so schafft er es immer wieder, manchmal unter Einsatz seines Lebens, The Mighty One auf mehr oder weniger legale Weise aufzuladen. Mehr als 15 Meilen pro Stunde schafft das Fahrzeug in der Regel nicht, es sei denn, es geht steil bergab, und so bilden sich auf den Straßen schnell Schlangen hinter dem Ex-Milchwagen.

Dan, Ian und Pras treffen auf ihrer ungewöhnlichen Reise überwiegend auf freundliche Menschen, die ihnen gern ihre Hilfe anbieten, und The Mighty One wird immer wieder bestaunt, denn diese Fahrzeuge sind heute immer seltener zu sehen. Das Exemplar mit dem die drei unternehmungslustigen Männer quer durch England fahren (hier ist ein Foto davon), wurde 1958 in der Morris Autofabrik in Cowley bei Oxford geboren, wiegt rund 1300 Kilogramm und hat weder Sitzgurte noch einen Geschwindigkeitsmesser, aber eine Ladefläche, auf der man zur Not auch einmal schlafen kann.

Bei der Lektüre des Buches lernt man so ganz nebenbei auch einiges über die Orte, durch die The Mighty One fährt bzw. Station macht. Übrigens ist eine dieser Stationen das Dörfchen Ewelme in Oxfordshire (ich berichtete in meinem Blog darüber), wo der Mann begraben liegt, nach dem der Buchtitel gestaltet wurde: Jerome K. Jerome, Verfasser von „Three Men in a Boat„.

Dan Kieran & Ian Vince: Three Men in a Float – Across England at 15 mph. John Murray 2009. 278 Seiten. ISBN 978-1-84854-105-6.

Ness Point in Lowestoft (Suffolk). Von hier aus startete The Mighty One in Richtung Land's End.   © Copyright Hamish Griffin and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ness Point in Lowestoft (Suffolk). Von hier aus startete The Mighty One in Richtung Land’s End.
    © Copyright Hamish Griffin and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und hier in Land's End in Cornwall war die Reise zu Ende.   © Copyright Steven Haslington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und hier in Land’s End in Cornwall war die Reise zu Ende.
    © Copyright Steven Haslington and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

 

Published in: on 9. September 2016 at 02:00  Comments (1)  

Mein Buchtipp – Rupert Matthews: Haunted Places of Bedfordshire & Buckinghamshire

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Ich glaube, in keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Bücher zum Thema „Spukorte“ wie in England und nirgendwo habe ich so viele Menschen getroffen, die an „ghosts“ oder „spirits“ glauben und von persönlichen Begegnungen mit dem Übernatürlichen erzählen. Da mich dieses Thema auch sehr interessiert, habe ich mir im Laufe der Jahre viele Bücher zugelegt, die sich damit beschäftigen, unter anderen auch „Haunted Places of Bedfordshire & Buckinghamshire“ von Rupert Matthews, werden darin doch Geschichten aus meiner Lieblingsgrafschaft Buckinghamshire erzählt. Der Autor ist Mitglied der Society of Psychical Research und des Ghost Clubs und hat weitere Bücher über „Haunted Places“ u.a. in Devon, Kent und Wiltshire geschrieben.

Einige Beispiele, alle aus Buckinghamshire:
Im Chenies Manor House wurde in den 1970er Jahren ein bis dahin unbekanntes Zimmer entdeckt und seitdem ist von einer geisterhaften, dunkelgekleideten Person die Rede, die in dem Haus umgeht. Obwohl man die Tür zu besagtem Zimmer immer fest schließt, wird sie ständig geöffnet wieder vorgefunden.

In der High Street von Chalfont St Peter hat man mehrfach eine Pferdekutsche gesichtet, die vor der ehemaligen Kutschenstation The Greyhound anhält und die sich dann allmählich in Luft auflöst.

Im Hughenden Manor, dem ehemaligen Wohnsitz von Benjamin Disraeli, wird der frühere Hausherr hin und wieder im Treppenhaus gesichtet, wo er mit Papieren in der Hand steht und nach wenigen Sekunden verschwindet.

In Great Missenden soll ein schwarzer Mönch sowohl tags als auch nachts das Gelände der Abtei heimsuchen, und in der Hauptstraße, dort wo der Gasthof The George steht, will man ebenfalls des Öfteren eine schwarzgekleidete unheimliche Gestalt gesehen haben.

Rupert Matthews: Haunted Places of Bedfordshire & Buckinghamshire. Countryside Books 2004. 95 Seiten. ISBN 978-1853068867.

Chenies Manor House.   © Copyright Mark Percy and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Chenies Manor House.
   © Copyright Mark Percy and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Greyhound in Chalfont St Peter.   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Greyhound in Chalfont St Peter.
   © Copyright Nigel Cox and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hughenden Manor.    © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hughenden Manor.
  © Copyright Rob Farrow and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Great Missenden Abbey.   © Copyright Peter and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Great Missenden Abbey.
    © Copyright Peter and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 20. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Die A272 – 140 Kilometer quer durch Südengland

Die A272 östlich von Winchester in Hampshire.   © Copyright Jim Champion and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die A272 östlich von Winchester in Hampshire.
   © Copyright Jim Champion and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ich mag die A 272, die durch überwiegend ländliches Gebiet führt. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die  Straße gebaut und im Großen und Ganzen verläuft sie noch genauso.
Die A 272 beginnt im Osten etwa bei Poundford in East Sussex und endet nach ca 140 Kilometern in der Nähe von Winchester in Hampshire. Auf der gesamten Strecke, bis auf einige ganz kleine Teilstücke, bleibt die Straße zweispurig; das Überholen von LKWs ist vor allem bei linksgelenkten Autos wie bei meinem manchmal schwierig (ich muss mich dann immer auf meine Beifahrerin verlassen). Da die meisten LKWs aber sehr zügig fahren, ist ein Überholen oft gar nicht erforderlich. Man fährt auf der A 272 durch viele Dörfer und Kleinstädte wie Billingshurst, Petworth und Midhurst.

Über die Straße ist ein wundervolles Buch geschrieben worden: „A 272: An Ode to a Road“ von Pieter und Rita Boogaart, zwei Holländern, im Jahr 2000 erschienen, das 2013 in der vierten Auflage neu überarbeitet und erweitert worden ist.
Auf 213 Seiten berichten die Boogaarts über alles Sehenswerte entlang der Straße in einem Umkreis von einigen Kilometern nördlich und südlich davon: Eine wahre Fundgrube! An Hand dieses Buches könnte man wochenlang die A 272 entlang fahren und an beinahe jeder Wegbiegung etwas Neues entdecken. Außergewöhnlich ist die Seitenaufteilung des Buches; die beiden mittleren Teile einer Doppelseite geben den laufenden Text wieder, die beiden Seitenränder enthalten Zusatzinformationen.

Wer sich für Bücher über englische Straßen interessiert, dem sei auch das Buch „The A303: Highway to the Sun“ von Tom Fort empfohlen, das ich in meinem Blog vorgestellt habe.

Pieter und Rita Boogaart: A 272: An Ode to a Road.Pallas Athene Art 2013. 272 Seiten. ISBN 978-1843680956.

Die A272 im Stadtzentrum von Midhurst (West Sussex).   © Copyright Stuart Logan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die A272 im Stadtzentrum von Midhurst (West Sussex).
    © Copyright Stuart Logan and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

 

Mein Buchtipp – Frank Barrett: Treasured Island

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Ich habe gerade ein Buch gelesen, das ideal für alle ist, die sich sowohl für Großbritannien als auch für die Literaturgeschichte des Landes interessieren: „Treasured Island“ von Frank Barrett, 2015 bei AA Publishing erschienen. Es eignet sich sehr gut als Ergänzung zu einem Standard-Reiseführer und führt zu vielen Orten, in denen sich literarische Größen aufgehalten haben.
Inspiriert zu der Reise wurde Frank Barrett, Journalist bei Mail on Sunday, durch die Wiederentdeckung eines Exemplares von Robert Louis Stevensons Buch „Treasure Island“ (dt. „Die Schatzinsel“) aus Kindheitstagen.

Die literarische Rundreise beginnt in Bristol, der Stadt, in der Jim Hawkins‘ Fahrt zur Schatzinsel beginnt und in der Long John Silver wohnt. Hier steht auch der Llandoger Trow Inn (ich berichtete in meinem Blog über das alte Gasthaus), in dem Daniel Defoe den schottischen Seemann Alexander Selkirk getroffen hat, der Vorbild für seinen Robinson Crusoe gewesen sein soll, über den Defoe in seinem gleichnamigen Roman schrieb.

Frank Barrett reist weiter in den Südwesten des Landes, wo er sich auf Spurensuche nach Daphne DuMaurier und Agatha Christie begibt. Du Maurier lebte in ihrem Haus Menabilly bei Fowey in Cornwall und Agatha Christie wohnte in Greenway in Devon.

Weitere Stationen auf Barretts „Literatour“ sind Janes Austens Bath, Virginia Woolfs Monk’s House in Rodmell und Rudyard Kiplings Bateman’s in Burwash. Im Norden Englands  besucht er natürlich The Brontë Parsonage Museum in Haworth (das er sehr enttäuscht wieder verlässt, weil man ihn dort wirklich unmöglich behandelt), Beatrix Potters Haus Hill Top in Near Sawrey im Lake District  und Dove Cottage in Grasmere, in dem William Wordsworth und seine Schwester Dorothy mehr als acht Jahre gewohnt haben.

Auf seinem Streifzug durch Wales trifft er auf Dylan Thomas und Richard Llewellyn, in Schottland auf Walter Scott und Robert Burns.

Und ein Name taucht immer wieder auf, egal wo sich Frank Barrett gerade aufhält: Charles Dickens, dieser Mann muss seinerzeit unwahrscheinlich viel gereist sein. Ich weiß nicht wieviele Pubs im ganzen Land sich brüsten „Charles Dickens was here“.

Ein sehr empfehlenswertes, interessantes und kurzweilig geschriebenes Buch!

Frank Barrett: Treasured Island. AA Publishing 2015. 272 Seiten. ISBN 978-0-7495-7707-0

The Llandoger Trow Inn in Bristol. Eigenes Foto.

The Llandoger Trow Inn in Bristol.
Eigenes Foto.

Agatha Christie Greenway in Devon. Eigenes Foto.

Agatha Christies Greenway in Devon.
Eigenes Foto.

 Brontë Parsonage Museum.   © Copyright John Darch and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Brontë Parsonage Museum.
   © Copyright John Darch and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 2. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Richard Earl of Bradford: Stately Secrets: Behind-the-Scenes Stories from the Stately Homes of Britain

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Richard Thomas Orlando Bridgeman, der 7. Earl of Bradford, hat ein Buch geschrieben, das jeden interessieren wird, der einmal wissen möchte, was sich hinter den Kulissen der großen englischen Stately Homes, der großen Herrenhäuser, abspielt und was die Führer der Guided Tours nicht erzählen. „Stately Secrets: Behind-the-scenes Stories from the Stately Homes of Britain“ heißt der vollständge Titel des Buches, das erstmals 1996 im Londoner Verlag Robson Books erschien und derzeit leider nur noch antiquarisch zu bekommen ist. Ich habe es mit großem Vergnügen gelesen und der Earl of Bradford hat es mit einer Prise englischen Humors geschrieben.

Da geht es u.a. um eine Gruppe reicher texanischer Geschäftsleute „The Bombay Bicycle Club of Houston“, die für einige Tage Weston Park, das  Anwesen des Earls of Bradford besuchen, mit Radfahren aber nichts im Sinn haben, da sie alle sehr hübsche junge Damen mitgebracht haben (nicht die eigenen!) mit denen sie sich nach dem Dinner auffallend schnell in ihre Zimmer zurückziehen.
Der Duke of Northumberland berichtet von einem Besuch des Boxers Muhammad Alis auf Alnwick Castle, der so beeindruckt von dem Schloss war, dass er sofort nach dem Kaufpreis fragte.

Im Longleat House, wo der Marquess of Bath residiert, fragte ein amerikanischer Besucher beim Anblick der Great Hall „Is this where Lord Bath holds his balls and dances?“ (muss ich das übersetzen?).

Der 7. Earl of Bradford hat noch weitere Bücher geschrieben, zum Beispiel „My Private Parts and The Stuffed Parrot“ (1984), „The Eccentric’s Cookbook“ (1985), in dem es um „strange concoctions, daring delicacies and potted histories“ geht und „Porters English Cookery Bible„, ein Kochbuch aus dem Restaurant des Autors, Porters, im Londoner Covent Garden, das im vorigen Jahr nach Berkhamsted in Hertfordshire umgesiedelt ist. Hier ist ein Film mit Richard, Earl of Bradford, der Tipps für die richtige Suche nach Restaurants gibt.

Richard, Earl of Bradford: Stately Secrets – Behind-the-scenes Stories from the Stately Homes of Britain. Robson Books 1998. 211 Seiten. ISBN 978-1861050359.

Published in: on 28. Juli 2016 at 02:00  Comments (4)  

The Arthur C. Clarke Award – Die höchste Auszeichnung für Science Fiction-Autoren

Arthur C. Clarke Author: Rob C. Croes / Anefo. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Arthur C. Clarke
Author: Rob C. Croes / Anefo.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Sir Arthur Charles Clarke (1917-2008) war einer der namhaftesten Science Fiction-Schriftsteller Großbritanniens, der viele Romane und Erzählungen schrieb. Berühmt wurde er durch Stanley Kubricks Verfilmung seiner Kurzgeschichte „The Sentinel of Eternity“ (1951), die 1968 unter dem Titel „2001: A Space Odyssey“ (dt. „2001: Odysee im Weltraum“) in die Kinos kam. Clarke wurde am 16. Dezember 1917 in Minehead in Somerset geboren und wuchs im benachbarten Bishops Lydeard auf. Am 19. März 2008 starb er in Sri Lanka.

Jedes Jahr wird in Großbritannien ein Literaturpreis vergeben, der nach ihm benannt ist, der Arthur C. Clarke Award, und den er mit einer großzügigen Spende auch ins Leben gerufen hat. Was die Dagger Awards der Crime Writers‘ Association für die britische Kriminalliteratur sind, ist der Arthur C. Clarke Award für Science Fiction-Autoren. Erstmals vergeben wurde der Preis 1987 und zwar an Margaret Atwoods Roman „The Handmaid’s Tale„, der in Deutschland unter dem Titel „Der Report der Magd“ erschien.
Ursprünglich erhielten die Preisträger £1000, später dann die Jahreszahl in Pfund Stirling ausgezahlt, in diesem Jahr also £2016.

Emily St John Mandel war 2015 die letzte Preisträgerin. Die Kanadierin wurde für ihren Roman „Station Eleven“ (dt. „Das Licht der letzten Tage“) prämiert. Darin geht es um eine Epidemie, die fast die ganze Menschheit ausgerottet hat.

Der Preis für das Jahr 2016 wird am 24. August in London vergeben. Aus 113 Vorschägen sind 6 in die Shortlist gekommen, aus denen die fünfköpfige Jury den Sieger ermitteln wird.
Hier ist die Shortlist:

Becky Chambers: The Long Way to a Small Angry Planet (Hodder & Stoughton). Die Autorin wurde in Kalifornien geboren und lebt derzeit auf Island; das ist ihr erster Roman. Die deutsche Übersetzung „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ erscheint am 27. Oktober.

Dave Hutchinson: Europe at Midnight (Solaris). Hutchinson wurde 1960 in Sheffield geboren und lebt in London. Dieser Roman schließt an den Vorgänger „Europe in Autumn“ an.

Nnedi Okorafor: The Book of Phoenix (Hodder & Stoughton). Die nigerianisch-amerikanische Autorin ist bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden, darunter mit dem World Fantasy Award und dem Nebula Award for Best Novella.

Iain Pears: Arcadia (Faber & Faber). Pears wurde 1955 in Coventry geboren, ist Journalist, Kunsthistoriker und Schriftsteller und wurde vor allem durch seine Jonathan Argyll-Romane bekannt.

James P. Smythe: Way Down Dark (Hodder & Stoughton). Der erste Band der „Australia“-Trilogie des gebürtigen Londoners, der für The Guardian schreibt.

Adrian Tchaikovsky: Children of Time (Tor). Trotz seines russisch klingenden Namens ist Tchaikovsky Engländer, in Lincolnshire geboren und in Leeds lebend. Er wurde bekannt durch seine „Shadows of the Apt“-Serie.

Arthur C. Clarkes Geburtshaus in Minehead (Somerset) in der Blenheim Road 13.   © Copyright Roger Cornfoot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Arthur C. Clarkes Geburtshaus in Minehead (Somerset) in der Blenheim Road 13.
    © Copyright Roger Cornfoot and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Published in: on 19. Juli 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Mein Buchtipp – Mark Mason: Mail Obsession – A Journey Round Britain by Postcode

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Mark Masons Bücher machen einfach Spaß!! Ich stellte in meinem Blog schon einige seiner Werke vor wie:
Move Along, Please: Land’s End to John O’Groats by Local Bus“ – Eine Reise vom südwestlichsten zum nördöstlichsten Punkt Großbritanniens, ausschließlich mit Linienbussen.

Walk the Lines: The London Underground Overground„, ein Trip durch die britische Hauptstadt entlang aller U-Bahnlinien, aber über der Erde.

The Importance of Being Trivial: In Search of the Perfect Fact„, darin beschäftigt sich Mark Mason mit seinem Lieblingsthema: Trivias und Kuriositäten.

Im Jahr 2015 erschien ein weiteres Buch von ihm, in dem er wieder kreuz und quer durch das gesamte Königreich fährt: „Mail Obsession – A Journey Round Britain by Postcode„. 124 Postleitzahlgebiete gibt es in Großbritannien und alle hat der Autor aufgesucht, per Auto, Bahn und Flugzeug.
Ein typischer „postcode“ sieht beispielsweise so aus: BS35 1HH, das ist der des Thornbury Castle Hotels. Das „BS“ steht für Bristol, also das Postleitzahlgebiet, in der Regel ein größerer Ort. Die „35“ ist der Distrikt innerhalb des Gebietes, dann kommt ein Leerzeichen und es folgt der Zustellbezirk plus die „postcode unit“, das kann eine Straße, ein Haus oder eine Organisation sein.

Mark Mason hakt aber nicht nur die 124 aufgesuchten Postleitzahlgebiete ab, zu jedem hat er eine besondere Kuriosität gefunden. die er genauer unter die Lupe nimmt. Auch hier einige Beispiele:

TR steht für Truro in Cornwall und hierzu gehören die Scilly-Inseln. Dort sind die wenigsten Autos pro Haushalt von sämtlichen britischen Postleitzahlgebieten zugelassen.
PE ist die Postleitzahl von Peterborough in Cambridgeshire. Die Grenze zwischen Lincolnshire und Northamptonshire, die in das Postleitzahlgebiet fällt, ist mit 19 Metern die kürzeste aller britischen Grafschaftsgrenzen.
Das Dorf Bricklehampton liegt im Bereich WR für Worcester. Es hat den längsten Ortsnamen in Großbritannien, in dem kein Buchstabe zweimal vorkommt.

Mark Mason holt sich viele seiner Informationen vom Londoner British Postal Museum  and Archive, wo man ihm bei seinen Recherchen zur Seite steht. Seine weiteste Reise führt ihn in das Haus, das das nördlichste im Land ist und von einer Briefträgerin aufgesucht wird: Es hat den „postcode“ ZE = Shetland, heißt The Haa und liegt auf der Insel Unst.

Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die Spaß an Trivias haben und die Großbritannien einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchten.

Mark Mason: Mail Obsession – A Journey Round Britain by Postcode. Weidenfeld & Nicolson 2015. 272 Seiten. ISBN 978-0-2976-0851-6

The British Postal Museum and Archive und gleichzeitig Londons größtes Postverteilzentrum.   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The British Postal Museum and Archive und gleichzeitig Londons größtes Postverteilzentrum.
  © Copyright Robin Webster and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Haa auf Unst (Shetland), bis hierher liefert die Royal Mail Briefe und Pakete.   © Copyright Anne Burgess and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Haa auf Unst (Shetland), bis hierher liefert die Royal Mail Briefe und Pakete.
   © Copyright Anne Burgess and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Published in: on 12. Juli 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Die englischen Sachbuch-Bestsellerlisten im Juli 2016

Im vorigen Jahr warf ich im August einen Blick auf die englischen Sachbuch-Bestsellerlisten; nach knapp einem Jahr möchte ich das noch einmal wiederholen. In der Tendenz hat sich fast nichts geändert, es dominieren nach wie vor die Bücher, die sich mit Essen und mit Abnehmen beschäftigen, also ein Thema, das die breite Masse sehr zu beschäftigen scheint. Alles in allem kann ich die momentane Liste nur als „boring, boring, boring“ bezeichnen. Hier ein Überblick, basierend auf den Bestsellerlisten von Amazon UK und W.H. Smith:

Joe „The Body Coach“Wicks hält bei Amazon momentan Platz 1 und Platz 2 mit seinen beiden Büchern „Lean in 15 – The Shape Plan: 15 Minute Meals With Workouts to Build a Strong Body“ (Bluebird 2016, ISBN 978-1509800698) und „Lean in 15 – 15 Minute Meals and Workout to Keep You Lean and Healthy“ (Bluebird 2015, ISBN 978-1509800667), „the fastest selling cook book of all time in the UK“. Hier ist ein Beispiel für eines seiner Abnehmrezepte im Film. Der 30jährige Body Coach aus Surbiton hat in seinem Land eine riesige Anhängerschaft, darunter den Fußballer John Terry und die Sängerin Ellie Goulding.

Fearne Cotton hat sich auf den Bestsellerlisten zu Joe Wicks gesellt mit ihrem Buch „Cook Happy, Cook Healthy“ (Orion 2016, ISBN 978-1409163756). Die Londoner Fernsehmoderatorin ist durch zahlreiche TV- und Rundfunksendungen bekannt geworden und ist die Schwiegertochter des Rolling Stones Ron Wood. Dieses ist ihr erstes Buch und hier ist ein Bericht der Daily Mail inklusive Video über die Buchpräsentation.

Weiterhin finden wir unter den Top Ten der Bestsellerlisten Dr Michael MosleysThe 8-Week Blood Sugar Diet: Lose Weight Fast and Reprogramme Your Body“ (Short Books 2015, ISBN 978-1780722405). Der Ratgeber wendet sich an die rund 30% der Erwachsenen im Vereinigten Königreich, die erhöhte Blutzuckerwerte haben. Dr Mosley verspricht eine Gewichtsabnahme von durchschnittlich 14 Kilogramm in 8 Wochen, wenn man sich an sein Programm hält. Dieser Film zeigt den Autor des Buches in einem Vortrag über Blutzucker.

Wir bleiben bei dem gleichen Thema mit Karen Thomsons Buch „Sugar Free: 8 Weeks to Freedom From Sugar and Carb Addiction“ (Robinson 2016, ISBN 978-1472136978). Die Autorin hat eine eigene Webseite und einen Blog „Sugar Free Revolution„, worin sie sich mit dem Thema Zucker, besser Zuckervermeidung, beschäftigt. Hier ist ein Video, in dem sie ihr Buch vorstellt.

Ob wohl Michael Mosley und Karen Thomson das folgende Buch aus den Bestsellerlisten empfehlen würden? Es heißt „Tanya Bakes“ (Penguin 2016, ISBN 978-1405927208) und stammt aus der Feder von Tanya Burr. Die attraktive Schönheitsberaterin und Vloggerin geht mit ihrem Buch auf Tournee; mehrere Veranstaltungen sind schon ausgebucht. In diesem Film backt Tanya Burr einen besonderen Käsekuchen.

Zum Abschluss meiner kurzen Sachbuch-Besteller-Übersicht ein Buch zu einem anderen Thema, das ich auch nicht als besonders spannend ansehe (aber das ist natürlich sehr subjektiv): „The Great British Sewing Bee: From Stitch to Style“ (Quadrille Publishing 2016, ISBN 978-1849498821) von Wendy Gardiner, das Begleitbuch zu einer erfolgreichen BBC-Serie, die sich mit Nähen beschäftigt. Hier ist ein Trailer, man kann sich auf Youtube aber auch komplette Folgen ansehen.

Das erste Buch auf der Amazon UK-Liste, das ich mag ist die Nummer 28: Bill Brysons „The Road to Little Dribbling“, das ich in meinem Blog schon vorgestellt habe.

 

Published in: on 9. Juli 2016 at 02:00  Comments (3)  

Mein Buchtipp – Quentin Letts: 50 People Who Buggered Up Britain

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Quentin Letts ist ein englischer Journalist, der schon für mehrere Tageszeitungen geschrieben hat, darunter die „Times“, den „Daily Telegraph“ und die „Daily Mail“.
Sein Buch „50 People Who Buggered Up Britain“ (50 Personen, die Großbritannien in die Sch… geritten haben) stand einige Zeit auf den Bestsellerlisten. Es ist eine Art „Hass-Hitparade“, in der er mit 50 Personen hart (manchmal überhart) ins Gericht geht, die seiner Meinung nach entscheidend dazu beigetragen haben, dass sich Großbritannien in einer Abwärtsspirale befindet.

Da finden wir jede Menge Leute aus der Politik: Margaret Thatcher, Tony Blair, Gordon Brown, Edward Heath. Es trifft den früheren Trainer von Manchester United Alex Ferguson, Englands TV-Gärtner Nummer Eins Alan Titchmarsh, den Erfinder der Mini-Roundabouts Frank Blackmore und den Medienmogul Rupert Murdoch.

Ich wundere mich, dass noch keiner von den attackierten Personen zurückgeschlagen hat, denn Letts‘  beißender Spott überschreitet manchmal die Grenzen des guten Geschmacks.
Trotzdem ist das Buch lesenswert und gibt einen Überblick, was in den letzten Jahren im United Kingdom alles falsch gelaufen ist.

In meiner aktualisierten Ausgabe von 2009 hat er noch 5 Banker hinzugefügt und im letzten Kapitel „Bubblin‘ Under“ führt er noch einige Namen auf, die es noch nicht ganz in seine Top 55 geschafft haben wie Roman Abramovich, Paul McCartney und Victoria Beckham.

In diesem Film stellt Quentin Letts sein Buch vor.

Quentin Letts: 50 People Who Buggered Up Britain. Constable 2009. 277 Seiten. ISBN 978-1-84901-127-3.

Published in: on 7. Juli 2016 at 02:00  Comments (3)  

Mein Buchtipp – Roald Dahl: Ah, Sweet Mystery of Life

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

Ich finde Roald Dahls Kurzgeschichten immer wieder sehr amüsant zu lesen. Sie sind ins Deutsche übersetzt worden und heißen zum Beispiel „Küsschen, Küsschen“, „…und noch ein Küsschen“ und „Ich sehe was, was Du nicht siehst“. Dahl hat den größten Teil davon in den 1950er und 1960er Jahren geschrieben. Die Fans des 1916 in Wales geborenen und in Great Missenden (Buckinghamshire) 1990 gestorbenen Schriftsteller feiern in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag und da dürfte im Roald Dahl Museum and Story Centre in Great Missenden einiges los sein.

Viele von Dahls Kurzgeschichten spielen in Buckinghamshire, Oxfordshire und den Chiltern Hills, also dort, wo er bis zuletzt lebte. Auch die 6 Geschichten in dem Band „Ah, Sweet Mystery of Life: The Country Stories of Roald Dahl“ sind in dieser Region angesiedelt. Im Mittelpunkt steht Claud Cubbage, der in einer Tankstelle arbeitet und „nebenberuflich“ auch als Wilderer arbeitet. In „The Champion of the World“ gehen er und Gordon auf Fasanenjagd, aber mit einer ganz speziellen Methode, in dem sie den Fasanen mit Schlafmittel versehene Rosinen hinwerfen. Die Auflösung der Geschichte ist wunderschön… Diese Story spielt in einem Waldgebiet bei Haddenham, das früher dem Duke of Buckingham gehörte.

Claud und Gordon agieren auch in „Mr. Feasey“ und da geht es um ein Windhundrennen, bei dem so einiges schiefläuft. In der Geschichte wird Dahls Wohnort und der Pub „The Nags Head“ erwähnt, den ich einmal besucht und über den ich in meinem Blog geschrieben habe.

Meine Lieblingsgeschichte in dem Sammelband ist „Parson’s Pleasure„, in der Reverend Cyril Winnington Boggis durchs Land zieht und in abgelegenen Farmen antike Möbelstücke sucht, von deren Wert die Besitzer nichts ahnen. Die kauft er dann zu einem Spottpreis auf, um sie in London mit einem satten Gewinn wieder zu verkaufen. Auf dem Bauernhof von Mr. Rummins erblickt er ein Chippendale-Möbel aus dem 18. Jahrhundert, das er unbedingt haben muss und das er auch bekommt, aber anders, als er sich das vorgestellt hat… Diese Geschichte hat Roald Dahl auf einer Farm angesiedelt, die unterhalb des Hügels von Brill in Buckinghamshire liegt.

Außer der titelgebenden Geschichte sind in dem Band noch enthalten: The Ratcatcher, Rummins und Mr. Hoddy. Lesevergnügen pur!

Roald Dahl:  Ah, Sweet Mystery of Life. Penguin Books 1990. 161 Seiten. ISBN 0-14-011847-0

Haddenham in Buckinghamshire. Im nahegelgenen Wald spilet "The Champions of the World". eigenes Foto.

Haddenham in Buckinghamshire. Im nahegelegenen Wald spielt „The Champion of the World“.
Eigenes Foto.

The Nags Head in Great Missenden (Buckinghamshire). Eigenes Foto

The Nags Head in Great Missenden (Buckinghamshire). Kommt in „Mr. Feasey“ vor.
Eigenes Foto

Brill in Buckinghamshire. Schauplatz von "The Parson's Pleasure". Eigenes Foto.

Brill in Buckinghamshire. Schauplatz von „Parson’s Pleasure“.
Eigenes Foto.

Published in: on 30. Mai 2016 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

Mein Buchtipp – Luise Berg-Ehlers: Mit Virginia Woolf durch England

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplars.

Schon lange wollte ich dieses Buch in meinem Blog vorstellen, jetzt ist es soweit. Luise Berg-Ehlers, deren wunderschöne Bücher „Mit Miss Marple aufs Land“ und „Extravagante Engländerinnen“ ich an dieser Stelle bereits präsentiert habe, hat im Jahr 2012 als Insel-Taschenbuch „Mit Virginia Woolf durch England“ veröffentlicht, in dem sie den Spuren dieser Schriftstellerin nachgeht. Das Umschlagbild zeigt, unschwer zu erkennen, die Mermaid Street in Rye (East Sussex) mit dem Mermaid Inn auf der rechten Seite, eines der am häufigsten fotografierten Motive im ganzen Land. Virginia Woolf war hier in Rye im Lamb House zu Gast, das gleich am oberen Ende der Mermaid Street, in der West Street, zu finden ist. Henry James wohnte hier, ein Freund ihres Vaters, von dem sie, wie Luise Berg-Ehlers schreibt, nicht sehr angetan war. Auch der Mermaid Inn sagte Virginia nicht sehr zu, weil sie von einer alten Frau aus dem Gasthof hinausgejagt worden war.

Die einzelnen Lebensstationen der am 25. Januar 1882 in 22 Hyde Park Gate in London geborenen Schriftstellerin werden in dem Buch detailliert dargestellt, als da sind: London, Surrey, Cambridge und Oxford, Cornwall, Kent und Sussex. Die ausdrucksstarken Fotografien stammen von Luise Berg-Ehlers selbst. „Wer also bei seiner Reise durch England Virginia Woolf als Begleiterin, vielleicht sogar als Reiseführerin wählt, wird manches andere sehen, als es Travel Guides gemeinhin zu präsentieren pflegen“, so die Autorin des Buches und das macht es so besonders interessant für den literarisch interessierten Englandreisenden.

Das Buch schließt mit dem Tode Virginia Woolfs am 28. März 1941 bei Rodmell in East Sussex, wo sie sich im River Ouse das Leben nahm. Ihr Wohnhaus dort, Monk’s House, das seit 1980 dem National Trust gehört, kann besichtigt werden.

Hier ist eine Dokumentation über Virginia Woolf.

Luise Berg-Ehlers: Mit Virginia Woolf durch England. Insel-Verlag 2012. 199 Seiten. ISBN 978-3-458-35806-0

Monk's House inRodmell.   © Copyright PAUL FARMER and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Monk’s House in Rodmell.
    © Copyright PAUL FARMER and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Virginia Woolfs Büste im Garten von Monk's House in Rodmell.   © Copyright PAUL FARMER and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Virginia Woolfs Büste im Garten von Monk’s House in Rodmell.
   © Copyright PAUL FARMER and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 18. April 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Mein Buchtipp – Chris Behan & Martin Andrew: Roaming Midsomer – Walking and Eating in the Murderous Heart of England

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Im August  2012 stellte ich Chris Behans Buch „Exploring Midsomer: The Towns and Villages at the Murderous Heart of Englandin meinem Blog vor. Darin befasst er sich mit den Dörfern und Kleinstädten, die als Drehorte für die TV-Krimiserie „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“ gedient haben. Ein sehr hübscher Band mit vielen Farbfotos, erschienen in dem großartigen Verlag The History Press in Stroud (Gloucestershire).

Jetzt ist am 3. März in diesem Jahr ein Nachfolgeband erschienen, in dem sich Chris Behan mit Martin Andrew zusammengetan hat: “ Roaming Midsomer – Walking and Eating in the Murderous Heart of England„. Martin Andrew hat schon einige Dutzend Bücher geschrieben mit den Schwerpunkten „Wandern“ und „Historische Darstellungen englischer Städte“.

In diesem neuen Band werden 21 Wanderungen/Spaziergänge in Buckinghamshire und Oxfordshire vorgeschlagen, auf denen wir gute alte Bekannte aus der Krimiserie wiederfinden: Gasthöfe, Cottages, Manor Houses usw. Die Spaziergänge sind etwa zwischen 5 und 10 Kilometer lang, also sehr gut zu schaffen. Auf den jeweiligen Routen werden Pubs zur Einkehr vorgeschlagen; falls man mit seinem Hund unterwegs ist, empfehlen die Autoren, wo man seinen vierbeinigen Freund von der Leine lassen kann und wo möglichst nicht. Sehr praktisch: Behan und Andrew sagen, wo Toiletten zu finden sind (was die Vierbeiner wenig interessieren dürfte) und wo man sein Auto für die Zeit der Wanderung abstellen kann.
Bei jeder der 21 Touren erfährt der Leser, welche Episoden hier gedreht worden sind und die historischen Bezüge zu den jeweiligen Orten. Die Wanderung wird sehr detailliert beschrieben, eine kleine Skizze zeigt den Weg. Man sollte das Buch schon mitnehmen, besser, sich die jeweiligen Seiten kopieren. Mein Exemplar ist nicht sehr gut geleimt, und ich kann mir vorstellen, dass man bald fliegende Blätter in der Hand hält.

Ein Beispiel für einen dieser „Walks“:
Walk 11: Dibley  in the Valley. 6,4 Kilometer lang, der die Orte Turville und Fingest einschließt. Empfohlener Gasthof: The Bull and Butcher in Turville. Keine öffentlichen Toiletten, also: Pub aufsuchen. Parkmöglichkeit am Village Green von Turville.
In der Rubrik „Midsomer Comes to…“ erfährt man, welche Episoden hier gedreht wurden. In Turville zum Beispiel „Murder on St Malley’s Day“ und „The Straw Woman“, in Fingest „Country Matters“ und „Silent Land“. In der Rubrik „A Brief Historical Background“ wird einiges über die Kirche St Mary’s in Turville gesagt. Die Wanderung führt u.a. an der „Tschitty Tschitty Bang Bang-Windmühle“ oberhalb Turvilles vorbei, an der einige Szenen dieses Spielfilms gedreht wurden.

Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen und sich die schönen Fotos anzusehen und es gibt viele Anregungen für einen Besuch in dieser gr0ßartigen Landschaft Englands!!

Chris Behan & Martin Andrew: Roaming Midsomer – Walking and Eating in the Murderous Heart of England. The History Press 2016. 128 Seiten. ISBN 978-0-7509-5587-4.

Die Tschitty Tschitty Bang Bang-Windmühle oberhalb Turvilles. Eigenes Foto.

Die Tschitty Tschitty Bang Bang-Windmühle oberhalb Turvilles.
Eigenes Foto.

St Mary's in Turville. Eigenes Foto.

St Mary’s in Turville.
Eigenes Foto.

 

Mein Buchtipp – Richard Holland: Yorkshire Ghost Stories

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

„Prepare to be frightened by these terrifying tales from around Yorkshire“ heißt es auf dem Titelblatt dieses Buches, das zu einer 30-bändigen Reihe „Ghost Stories“ gehört, die im Verlag Bradwell Books in Sheffield erscheint. Richard Holland hat diesen Band über Yorkshire, die größte Grafschaft Englands, verfasst. Das kleine 80 Seiten umfassende Bändchen passt problemlos in die Jackentasche eines Geisterjägers bzw. in die Handtasche einer Geisterjägerin.
Am Anfang des Buches stehen die beiden für ihre Vielzahl an Geistern bekannten Städte York und Whitby. Kurz und knapp schildert der Autor die Schauplätze der Geistererscheinungen, als da sind das Treasurer’s House, das King’s Manor und Micklegates Holy Trinity in York und Bagdale Hall, Caedmon House und die Abbey in Whitby.

In weiteren Kapiteln stellt Richard Holland u.a. Burton Agnes Hall  (berühmt-berüchtigt für den „Screaming Scull“) vor, die Town Hall in Leeds, wo der Geist des Mörders Charlie Peace sein Unwesen treibt, und die Town Hall von Sheffield, in der ein „Ghost“ den Bediensteten dort in einer Teeküche Streiche spielt.

Der kleine Band ist mit vielen Schwarz-Weiß-Fotos versehen. Man kennt viele der Geschichten schon aus anderen Zusammenstellungen über die mit Geistern so reich versehene Grafschaft, aber für £3.99 ist man mit dem Buch gut bedient und gut gerüstet für eine Yorkshire Ghost Tour.

Richard Holland: Yorkshire Ghost Stories. Bradwell Books 2014. 80 Seiten. ISBN 978-1-90991-404-9

Das Treasurer's House in York. Eigenes Foto.

Das Treasurer’s House in York.
Eigenes Foto.

Whitby Abbey. Eigenes Foto.

Whitby Abbey.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 2. April 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Der Diagram Prize Winner 2016: „Too Naked for the Nazis“ von Alan Stafford

Im Mai 2011 schrieb ich in meinem Blog schon einmal über den witzigen Diagram Prize, der jedes Jahr von der britischen Fachzeitschrift Bookseller für den ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres vergeben wird. Vor wenigen Tagen wurde der 38. Preisträger verkündet, der sich gegen seine Konkurrenten aus der Shortlist durchsetzen konnte. Hier ist zuerst einmal die Shortlist für das Jahr 2016:

Too Naked for the Nazis“ von Alan Stafford
Reading from Behind: A Cultural History of the Anus“ von Jonathan Allan
Transvestite Vampire Biker Nuns from Outer Space: A Consideration of Cult Film“ von Mark Kirwan-Hayhoe
Soviet Bus Stops“ von Christopher Herwig
Reading the Liver: Papyrological Texts on Ancient Greek Extispicy“ von William Furley und Victor Gysembergh
Behind the Binoculars: Interviews with Acclaimed Birdwatchers“ von Mark Avery und Keith Betton
Paper Folding with Children“ von Alice Hornecke

And the winner is… „Too Naked for the Nazis“ von Alan Stafford, im November im Verlag Fantom Films Limited erschienen. Dabei handelt es sich um eine biografische Darstellung der Comedy-Truppe „Wilson, Keppel and Betty„, die vor allem in den 1930er Jahren internationale Erfolge feiern konnte. Die Truppe bestand aus Jack Wilson (1894-1970), Joe Keppel (1894-1977) und Betty Knox (1906-1963), ein Engländer, ein Ire und eine US-Amerikanerin. Die drei Varieté-Künstler zogen durch die Welt und wurden vor allem durch ihre ägyptisch inspirierten Auftritte bekannt, zum Beispiel durch den „Sand Dance„, den man sich in diesem Clip ansehen kann.

Wie kam es nun zu dem Buchtitel von Alan Stafford? Wilson, Keppel and Betty traten 1936 einmal in einer Show in Berlin auf, die auch von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels besucht wurde. Der nahm Anstoß an der Bekleidung der Künstler, die meist aus kurzen Röcken bestand, und er war der Meinung, dass die zur Schau gestellten nackten Beine der Drei die Moral der Hitlerjugend untergraben würde, daher war der Auftritt „Too Naked for the Nazis“.

Alan Stafford: Too Naked for the Nazis: Wilson, Keppel and Betty“. Fantom Films Limited. ISBN 978-1781961490.

Published in: on 23. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Mein Buchtipp – Alvin Nicholas: Hidden Britain

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

In einem Land wie England, das über so viele alte Burgen und Häuser verfügt, ist es nicht verwunderlich, dass in diesen Gemäuern auch jede Menge Geheimgänge, versteckte Räume, Priesterlöcher u.a. zu finden sind. Ich selbst habe bei meinem Aufenthalt im The Mermaid Hotel in Rye (East Sussex) in einem Zimmer gewohnt (Dr Syn’s Bedroom), in dem eine Geheimtür hinter einer Bücherwand zu einer Steintreppe führte, die hinter der Bar des Hauses mündete.
Im Billesley Manor Hotel bei Stratford-Upon-Avon hat das Zimmer Nummer 4, der Shakespeare Room, einen Wandschrank, in den eine Falltür integriert ist, die zu einer Geheimkammer führt.

In seinem Buch „Hidden Britain: Secret Tunnels, Lost Chambers and Unknown Passageways“ beschäftigt sich Alvin Nicholas mit diesen mysteriösen baulichen Veränderungen in alten Häusern und listet diese auf. Einige Beispiele:

Das Warwick Castle in Warwick ist geradezu gespickt mit (bisher) verborgenen Räumen und Gängen, zu finden im Caesar’s Tower, Bear Tower und im Clarence Tower.

Auch das Ham House in Surrey kann mehrere Geheimgänge und versteckte Treppen vorweisen, die dazu dienten, dass der Anblick der Dienerschaft nicht die Augen der stolzen Besitzer beleidigten.

Harvington Hall in Worcestershire ist der Ort für alle, die sich für Priesterlöcher interessieren. In keinem anderen Haus in Großbritannien gibt es besser erhaltene „priest holes“, in dem sich früher verfolgte katholische Priester versteckten.

Meine erste Begegnung mit dem Thema „Geheimzimmer“ war vor vielen Jahren im Glamis Castle in Schottland, wo der Guide bei der Führung auf einen mysteriösen Raum aufmerksam machte, der in keinem Buch über Geister fehlen darf und über den schon ausführlich geschrieben wurde.

Viele der von Alvin Nicholas erwähnten Häuser sind zu besichtigen; er gibt jeweils am Ende jeden Beitrags darüber Auskunft. Wer einmal Besichtigungen der etwas anderen Art in England, Wales und Schottland durchführen möchte, ist mit diesem Buch gut bedient.

Alvin Nicholas: Hidden Britain: Secret Tunnels, Lost Chambers and Unknown Passageways. The History Press 2015. 191 Seiten. ISBN 978-0-7509-5224-8

Die Geheimtür hinter dem Bücherschrank in Dr Syn's Bedroom im The Mermaid Hotel in Rye. Eigenes Foto.

Die Geheimtür hinter dem Bücherschrank in Dr Syn’s Bedroom im The Mermaid Hotel in Rye.
Eigenes Foto.

Das Billesley Manor Hotel.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Billesley Manor Hotel.
    © Copyright Richard Croft and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Harvington Hall in Worcestershire, das Mekka für Priesterloch-Jäger.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Harvington Hall in Worcestershire, das Mekka für Priesterloch-Jäger.
   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das unheimliche Glamis Castle in Schottland.    © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das unheimliche Glamis Castle in Schottland.
   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Big Issue – Die Zeitschrift der Obdachlosen

Ein Big Issue-Verkäufer in York. This work is trleased into the public domain.

Ein Big Issue-Verkäufer in York.
This work is released into the public domain.

Im vorigen Jahr stellte ich in meinem Blog das Buch  „No Fixed Abode – A Journey Through Homelessness From Cornwall To London“ von Charlie Carroll vor, in dem es um Obdachlose im Süden Englands und in London geht. Der Autor begibt sich für eine gewisse Zeit selbst in die Obdachlosigkeit und berichtet in seinem Buch darüber. Vor allem in London ist es sehr schwer, eine Bleibe für die Nacht zu finden.

Um Menschen zu helfen, die kein Dach über dem Kopf haben, gründete John Bird 1991 die Big Issue Foundation, in deren Mittelpunkt die Zeitschrift „The Big Issue“ (hier ist ein Film) steht. Mit dem Verkauf gibt man obdachlosen Menschen die Chance, etwas Geld zu verdienen und damit wieder auf die Beine zu kommen. Das läuft folgendermaßen ab: Die Frauen und Männer, die Interesse an dieser Arbeit haben, werden in ihre Aufgabe eingearbeitet, sie müssen einen Verhaltenscodex unterschreiben und bekommen dann einen Verkaufsplatz in der jeweiligen Stadt zugeteilt. Die Verkäufer erwerben das Magazin für £1.25 und ürfen es für £2.50 verkaufen, zusätzlich erhalten sie einige Freiexemplare.

Unter dem Motto „A Hand Up – Not a Hand Out“ versucht man, diesen Menschen eine sinnvolle Arbeit zu geben und sie vom Betteln abzuhalten. Über 2000 Obdachlose und Langzeitarbeitslose arbeiten zurzeit für The Big Issue und verkaufen von der Zeitschrift pro Woche 100 000 Exemplare. Die Foundation steht ihren Zeitschriftenverkäufern darüberhinaus mit Rat und Tat zur Seite.

Das Magazin ist stolz darauf, mit vielen Prominenten zusammenzuarbeiten; so findet sich in der aktuellen Ausgabe u.a. ein Interview mit dem früheren Bürgermeister von London, Ken Livingstone, und auch Downton Abbey-Schöpfer Julian Fellowes ist mit dabei. Der „Aufmacher“ der Ausgabe ist ein Bericht über die BBC-Serie „Famous, Rich & Homeless„, in der vier bekannte Persönlichkeiten für einige Tage in die Welt der Obdachlosen eintauchen, um hautnah Eindrücke zu sammeln wie es ist, nachts unter freiem Himmel zu schlafen.

Mit dem Kauf einer The Big Issue-Ausgabe tut man also nicht nur Gutes, man bekommt für £2.50 auch noch interessanten Lesestoff. Hier ist ein Film über eine Verkäuferin in London.

 

 

Published in: on 12. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Mein Buchtipp – Roger Deakin: Logbuch eines Schwimmers

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Um es gleich vorweg zu sagen: „Logbuch eines Schwimmers“ von Roger Deakin ist ein ganz außergewöhnliches Buch. Manche mögen vielleicht sagen „Wie langweilig!“, andere werden es lieben. Roger Deakin (1943-2006) hat zu Lebzeiten nur dieses eine Buch veröffentlicht, das 1999 bei Chatto&Windus in London unter dem Titel „Waterlog“ erschien; im vergangenen Jahr ließ es der Matthes&Seitz-Verlag in Berlin erstmals übersetzen und obwohl der Preis mit 38 Euro ziemlich hoch angesetzt ist, lohnt sich ein Kauf. Voraussetzung: Man muss an England, an der Natur und am Schwimmen interessiert sein.

Roger Deakin, der einige Dokumentationen für BBC Radio 4 produziert und sich als Umweltschützer einen Namen gemacht hat, wurde in Watford in Hertfordshire geboren und hatte schon immer eine Vorliebe für das Schwimmen. In „Logbuch eines Schwimmers“ macht er sich auf eine Reise, die ihn kreuz und quer durch England führt, mit Abstechern nach Wales und Schottland. Auf dieser Reise möchte er so viele Flüsse, Bäche, Seen, Teiche durchschwimmen wie möglich. Deakin beginnt auf den Scilly-Inseln im äußersten Südwesten Englands, wo er zwischen den Inseln im Meer schwimmt. Weitere Stationen sind u.a. der River Test (ich berichtete in meinem Blog über ihn), wo er dem Houghton Fishing Club in Stockbridge (Hampshire) einen Besuch abstattet, der River Fowey in Cornwall, den er zwischen den Orten Polruan und Fowey an der Mündung ins Meer durchquert (obwohl das nicht erlaubt ist) und der Hell Gill-Wasserfall an der Grenze von Cumbria und North Yorkshire. In London tummelt sich Deakin in den Highgate Ponds auf Hampstead Heath, die in Teiche für Männer, für Frauen und für beide Geschlechter zusammen aufgeteilt sind.

Roger Deakin schreckt so schnell vor nichts zurück; so schreibt er von einem Besuch in Walberswick in Suffolk am ersten Weihnachtstag, an dem er sich in die eiskalten Fluten der Nordsee stürzt. Der Autor hat schon ein sehr besonderes Verhältnis zum Wasser; er empfindet eine tiefe Befriedigung, wenn sein Körper in die Fluten eintaucht (egal wie warm oder kalt sie sind).

Deakin lebte auf der Walnut Tree Farm in Suffolk, am Ortsrand von Mellis Common, südlich von Diss, wo er leider viel zu früh am 19. August 2006 starb. Nach seinem Tod erschienen noch zwei weitere Bücher aus seinem Nachlass: „Wildwood: A Journey Through Trees“ (2007) und “ Notes From Walnut Tree Farm“ (2008).

Mir gefiel das Buch außerordentlich gut, es ist in einem wunderbaren Stil geschrieben und man benötigt sehr viel Muße, um es richtig genießen zu können. Ein ganz großes Kompliment geht an die beiden Übersetzer Andreas Jandl und Frank Sievers, die hier eine großartige Leistung erbracht haben.

Im Jahr 2008 sendete BBC Four eine einstündige Dokumentation „Wild Swimming„, in der sich Alice Roberts (ich kenne sie von der BBC-Serie „Coast„), eine sympathische Wissenschaftlerin der Universität Birmingham, auf die Spuren von Roger Deakin begibt und ebenfalls durch zahlreiche Gewässer schwimmt. Hier ist ein Ausschnitt aus der Sendung.

Roger Deakin: Logbuch eines Schwimmers“. Matthes&Seitz 2015. 387 Seiten. ISBN 978-3-95757-166-3.

Die Mündung des River Fowey in Cornwall zwischen Polruan und Fowey.   © Copyright Oliver Mills and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Mündung des River Fowey in Cornwall zwischen Polruan und Fowey.
  © Copyright Oliver Mills and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Einer der Highgate Ponds auf Hampstead Heath, die Männerabteilung.   © Copyright Malc McDonald and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Einer der Highgate Ponds auf Hampstead Heath, die Männerabteilung.
   © Copyright Malc McDonald and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Strand von Walberswick in Suffolk.   © Copyright Roger Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Strand von Walberswick in Suffolk.
  © Copyright Roger Jones and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 2. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: