Mein Buchtipp – Ian Merchant: The Longest Crawl: Being an account of a journey through an intoxicated landscape or A child’s treasury of booze

Foto meines Exemplares.

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Ian Marchant und sein Freund Perry Venus haben eine Idee: Sie wollen den längsten „Pub crawl“ machen, der in Großbritannien möglich ist, beginnend mit dem südlichsten Pub und endend mit dem nördlichsten, und darüber hat Ian Marchant ein Buch geschrieben.

Die beiden starten mit einem Besuch des „Turk’s Head“ auf der Insel St. Agnes, einer der Scilly-Inseln. Weiter südlich kommt man in Großbritannien nicht mehr.
Dann geht es aufs Festland zurück, und Ian und Perry besuchen einen Pub nach dem anderen, wobei sie nicht mehr zu zählende Pints in sich hineinschütten und die Promille-Grenze am Steuer wohl nicht immer beachtet wird.

Auf der Tour lernen sie interessante Leute kennen, verabreden sich mit Freunden, die ihnen die Pub-Landschaft in ihren jeweiligen Orten näher bringen und kurieren so manchen Kater aus.
Das Ziel der beiden Bier-Fans ist schließlich der nördlichste Pub Großbritanniens, die Bar des Baltasound-Hotels auf der Insel Unst, die zu den Shetland-Inseln gehört, von der sie allerdings enttäuscht sind. Ein paar Meilen nördlich davon, so erfahren sie, gibt es noch eine Bar, die zu einer Royal Air Force-Station gehört, die Baa Bar. Auch die nehmen sie noch mit, obwohl es kein öffentliches Etablissement ist.

So haben Ian und Perry innerhalb eines Monats Hunderte von Meilen zurückgelegt, jeweils weit über 100 Pints getrunken und jede Menge neue Pubs kennengelernt. Wer sich für das Thema interessiert, wird an diesem Buch sicher seine Freude haben.

Ian Marchant: The Longest Crawl – Being an account of a journey through an intoxicated landscape or A child’s treasury of booze. London: Bloomsbury 2007. 403 Seiten. ISBN 978-0-7475-8557-2.

The Turk’s Head in St Agnes, Großbritanniens südlichster Pub.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Das Baltasound Hotel auf den Shetland Inseln.
Photo © Mike Pennington (cc-by-sa/2.0)

Mein Buchtipp – Ben Hatch: Are We Nearly There Yet? A Family’s 8000 Miles Around Britain in a Vauxhall Astra

Foto meines Exemplares.

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Ben Hatch, seine Frau Dinah, Tochter Phoebe und Sohn Charlie machen sich auf einen über 8000 Meilen langen Weg quer durch England, Wales und Schottland, um für  Frommer’s Guidebooks einen familienfreundlichen Reiseführer zu schreiben; d.h. der Auftrag gilt natürlich nur für Ben und Dinah, da Phoebe und Charlie noch im Kleinkindalter sind. Fünf Monate sind die vier unterwegs und was sie da alles erlebt haben, schildert Vater Ben in diesem Buch.

Es passiert auf der Fahrt so einiges. Sie werden in einen Autounfall verwickelt, Ben wird wegen eines Nierensteins in ein Krankenhaus eingeliefert, sein Vater stirbt; aber die Hauptaufgabe besteht natürlich darin, hunderte von britischen Sehenswürdigkeiten, Hotels und Restaurants auf ihre Familienfreundlichkeit zu überprüfen. Dabei geraten sie hin und wieder auch an weniger kinderfreundliche Betriebe wie in Grasmere in Cumbria, wo es Dinah nicht gelingt, ein Café oder Lokal zu finden, das bereit ist, Charlies Babyfläschchen aufzuwärmen.

Hier einige von Ben Hatchs Empfehlungen für Urlaube mit Kindern in Großbritannien:
Bestes Schloss: Norwich Castle
Bestes Museum: The Natural History Museum in London
Beste Stadt: Brighton
Bester Tagesausflug: Brownsea Island in Dorset

Was mir an dem Buch nicht gefiel: Ben Hatch scheut nicht davor zurück, Intimitäten wiederzugeben, die man eigentlich lieber nicht lesen möchte. So muss es vielleicht nicht sein, dass man genauestens erfährt wie sein Nierenstein abgeht oder wie er versucht, seine Verstopfung zu beheben.

Das Ergebnis der fünfmonatigen Rundfahrt ist in diesem Buch nachzulesen:
Ben Hatch & Dinah Hatch: Frommer’s England with Your Family. John Wiley 2010. 256 Seiten. ISBN 978-0470721681. (Frommers With Your Family Series).

Ben Hatch: Are We Nearly There Yet? – A Family’s 8000 Miles Around Britain in a Vauxhall Astra. Summersdale 2011. 320 Seiten. ISBN 978-1849531559.

Published in: on 23. Mai 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – James Bamber & Sally Raines: Wacky Nation – 50 unbelievable days out at Britain’s craziest contests

Foto meines Exemplares.

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Es gibt wohl kein anderes Land in der Welt, in dem es so viele verrückte Wettbewerbe gibt wie in England. James Bamber und Sally Raynes haben 50 besonders skurrile Beispiele in ihrem Buch „Wacky Nation: 50 unbelievable days out at Britain’s craziest contests“ (London: Icon Books 2009. ISBN 978-184831062-9) zusammengetragen.

In meinem Blog habe ich den einen oder anderen „wacky“ Wettbewerb schon vorgestellt. Wer mehr darüber wissen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Hier einige Beispiele:

– Die World Russian Egg Roulette Championships finden jährlich in Swaton bei Sleaford in Lincolnshire statt.

– Die World Pea Shooting Championships kann man sich jedes Jahr im Juli in Witcham bei Ely in Cambridgeshire ansehen.

– Wer sich speziell für Hühnerrennen interessiert, sollte auf keinen Fall die im August ausgetragenen Bonsall World Championship Hen Racing auslassen.

James Bamber und Sally Raynes betreiben auch eine eigene Webseite, auf der man sich ständig auf dem Laufenden halten kann.

Auf dem deutschen Buchmarkt gibt es ein vergleichbares Buch: Ulrike Katrin Peters und Karsten-Thilo Raab haben in „Britannia Kuriosa: Die skurrilsten Veranstaltungen und Wettbewerbe in Großbritannien“ ebenfalls Beispiele für skurrile Meisterschaften und Wettbewerbe zusammengetragen. Erschienen ist es 2008 im Essener Westflügel-Verlag mit der ISBN 978-3-939408-04-8.

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Published in: on 17. Mai 2017 at 02:00  Comments (1)  

Mein Buchtipp – Danny Dorling: So you think you know about Britain? The surprising truth about modern Britain

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Danny Dorling ist Professor für Humangeographie an der Universität von Sheffield und Autor mehrerer Bücher, in denen er sich mit dem sozialen Wandel Großbritanniens beschäftigt.
2011 erschien sein Buch „So you think you know about Britain? The surprising truth about modern Britain„. Dorling beschäftigt sich darin mit elementaren Fragen der britischen Sozialgeografie. Einige Beispiele:

– Das nach wie vor bestehende Nord-Süd-Gefälle besteht nach wie vor, aber die Grenze hat sich weiter nach Süden verschoben. Warum?

– Die Einwanderung von Menschen aus anderen Regionen der Erde ist für Großbritannien außerordentlich wichtig. Wie kommt das?

– Großbritannien ist (nach Malta) die am dichtesten besiedelte Region in der EU. Hat das schwerwiegende Konsequenzen?

– Es gibt immer mehr ältere Menschen im Königreich. Was hat das für zukünftige Auswirkungen auf die Gesellschaft?

Professor Dorling zeigt, dass hinter vielen Schlagzeilen der großen Tageszeitungen oder der Boulevardpresse (was z.B. die Migration angelangt) bei genauerer Betrachtung viel Unwahres steckt.

Danny Dorling wurde für seine wissenschaftlichen Arbeiten mehrfach ausgezeichnet, so erhielt er z.B. den Gold Award der Geographical Association und den Back Award der Royal Geographical Society. Der Professor ist häufig Gast in Rundfunk- und Fernsehsendungen. Sein hier vorgestelltes Buch ist sehr interessant und trotz des wissenschaftlichen Charakters gut lesbar. Zurzeit liegen noch keine Übersetzungen seiner Werke ins Deutsche vor.

In diesem Film zeigt Danny Dorling wie jeder einzelne in etwa errechnen kann wie lange er leben wird, anhand einiger Beispiele, die auch in seinem Buch ausgiebig erörtert werden.

Danny Dorling: So you think you know about Britain? The surprising truth about modern Britain. Constable 2011. ISBN 978-1-84901-391-8.

Published in: on 2. Mai 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Ian Aitch: We’re British – An Irreverent A-Z of All Things British

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Iain Aitch ist ein witziger Typ. Schon sein erstes Buch „A Fête Worse Than Death: A Journey Through an English Summer“ habe ich mit großem Vergnügen gelesen und auch sein zweites „We’re British, Innit: An Irreverent A-Z of All Things British“ ist allen zu empfehlen, die einen Nerv für britischen Humor haben. In diesem „Funny A-Z of all that we are and all that we do“ geht es um typisch Britisches, in Iain Aitchs unnachahmlicher Weise aufbereitet.

Über die Einführung und Wirkung von „Alcopops“ sagt er z.B.: „The side effect of this increase in teen drinking was a correlating rise in teen pregnancy, ensuring that the pensions crisis may yet be averted“.

Über „Marks & Spencer„: „Not to be confused with Communist Manifesto writers Marx and Engels, this supermarket-cum-department store is where Britain goes to buy its underwear. In fact, so widespread is this practice that HM Customs officials toyed with the idea of doing away with the checking of passports, simply checking the tag in the back of people’s underpants instead“.

Und über die „Seaside„: „It may have lost some of its allure in the twenty-first century, but it is still the place we go to make sandcastles, ride donkeys and catch crabs, be it in a bucket, from the bed in a B&B or from a local heroin-addict prostitute“.

Das Buch ist ein wahres Lesevergnügen!!

Iain Aitch ist aber nicht nur Journalist und Schriftsteller, er ist auch in die Annalen der britischen Geschichte eingegegangen als Erfinder des „World Phone in Sick Day“ und als Initiator des Londoner Santacons, einer Massenveranstaltung von Weihnachtsmännern bzw. -frauen.

Iain Aitch: We’re British, Innit: An Irreverent A-Z of All Things British. Collins 2008. 243 Seiten. ISBN 978-0-00-727132-0.

Published in: on 24. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – David Long: Bizarre England

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David Long hat rund zwanzig Bücher über London und Großbritannien geschrieben, in denen er sich überwiegend mit wenig bekannten und kuriosen Dingen auseinandersetzt. Eines dieser Bücher habe ich gerade mit Genuss gelesen: „Bizarre England – Discover the Country’s Secrets & Surprises„, Teil einer dreiteiligen Reihe, deren andere Teile „Bizarre London“ und „Bizarre Scotland“ heißen und alle bei Michael O’Mara in London erschienen sind.

„From weird buildings to eccentric museums and from mystical superstitions to remnants of magical rites, this is a guide like no other“, so steht es im Buch, und ich kann da nur zustimmen. Vieles von dem was David Long erzählt, wird man in keinem Reiseführer finden, und ich kann dieses Buch allen empfehlen, die wie ich einen Nerv für Exzentrisches und Kurioses haben.

Einige Beispiele:

Die erstaunlichsten Irrgärten des Landes (Ragley Hall Maze in Warwickshire) und die obszönsten Ortsnamen (Backside Lane, Crotch Crescent)

Kurioses aus den Colleges von Oxford und Cambridge (der längste Korridor Europas findet sich im Newnham College in Cambridge)

Bizarre Wettbewerbe und Meisterschaften (Dwyle Flunking in Lewes in West Sussex oder World Nettle Eating Championship in Marshwood in Dorset)

„Odd Pubs to Ponder Over a Pint“ (The Valiant Soldier in Buckfastleigh in Devon)

Die grausamsten Hinrichtungsarten (Hanging, Drawing and Quartering)

Die verrücktesten Gesetze („It is illegal to carry a plank along a pavement“, so der Metropolitan Police Act aus dem Jahr 1839)

David Long: Bizarre England – Discover the Country’s Secrets & Surprises. Michael O’Mara 2015. 192 Seiten. ISBN 978-1-78243-376-7

Published in: on 15. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Roger Long: Historic Inns Along the River Thames

Foto meines Exemplares.

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Die Themse ist ein Fluss, der mich immer wieder von neuem fasziniert; sei es als „kleine“ Themse in Wiltshire, sei es als „große“ Themse in London.
Am Rand dieses Flusses haben sich im Lauf der Jahrhunderte zahllose Gasthäuser etabliert, die zu einem Besuch einladen. Im Sommer kann man bei den meisten auf einer Terrasse oder auf dem Rasen direkt neben der Themse sein Pint zu sich nehmen und zuschauen wie sich das Wasser langsam in Richtung London fortbewegt.

Die dicht bewachsenen Ufer rufen Erinnerungen wach an Jerome K. Jeromes Buch „Drei Mann in einem Boot„, wo Harris & Co ihr Lager aufschlagen und ihr Abendessen zubereiten.

Eine Auswahl von besonders empfehlenswerten Gasthöfen an der Themse hat Roger Long in seinem Buch „Historic Inns Along the River Thames“ zusammengestellt und mit Schwarz-Weiß-Fotos illustriert.

Long beginnt seine Reise an der Themsequelle und so heißt dann auch der erste vorgestellte Gasthof „The Thames Head Inn„, der an der A433 zwischen Tetbury und Cirencester in Gloucestershire liegt.

Der letzte an der Themsemündung gelegene Inn ist „The Castle“ an der Eastern Esplanade in Southend-on-Sea in Essex.

Zwischen diesen beiden Eckpunkten finden sich in Roger Longs Buch viele reizvolle Häuser, die auch zu einem längeren Verweilen einladen. Was gibt es Schöneres, als nach einem angenehmen Abendessen den Tag mit einem kleinen Spaziergang an der Themse ausklingen zu lassen und den Booten nachzusehen, die gemächlich flussauf oder flussab fahren?

Roger Long: Historic Inns Along the River Thames. Sutton Publishing 2006. 142 Seiten. ISBN 978-0750943642.
(Das Buch ist zwar schon 11 Jahre alt, aber die  Pubs existieren noch).

The Thames Head Inn zwischen Cirencester und Tetbury.
Eigenes Foto.

The Castle in Southend-on-Sea (Essex).
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The Trout in Lechlade. Gegenüber findet man Old Father Thames.
Eigenes Foto.

Published in: on 7. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – James Moore & Paul Nero: Pigeon Guided Missiles

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Die beiden Autoren James Moore und Paul Nero haben sich in ihrem Buch „Pigeon Guided Missiles: And 49 Other Ideas That Never Took Off“ mit mehr oder weniger verrückten Ideen auseinadergesetzt, die im Laufe der Zeit irgendwelchen kreativen Hirnen entsprungen sind, die es aber nie geschafft haben, verwirklicht zu werden. In der titelgebenden Geschichte zum Beispiel geht es darum wie man bestimmte Fähigkeiten von Tauben ausnutzen könnte, um sie für militärische Zwecke einzusetzen. Der berühmte US-amerikanische Psychologe B.F. Skinner hatte sich dieses Themas während des Zweiten Weltkriegs angenommen und war der Meinung, dass man Tauben dazu bringen könnte, Raketen zu ihrem Ziel zu führen. Die Experimente wurden nicht weitergeführt, als man andere technische Möglichkeiten erfand, die diese Aufgabe weit besser durchführen konnten.

Das Kapitel „The First Channel Tunnel“ beschäftigt sich mit den ersten Versuchen, einen Tunnel unter dem Ärmelkanal zu graben. Sir Edward Watkin schaffte es in den 1880er Jahren mit einer neuartigen Tunnelbohrmaschine, auf der englischen Seite rund zwei Kilometer und auf der französischen Seite etwa 1800 Meter sich durch das Gestein zu arbeiten. 1883 stoppte man die Arbeiten, weil vor allem hochrangige Militärangehörige vor einer unterirdischen Verbindung zu Frankreich warnten. Auch eine Brücke über den Ärmelkanal war einmal angedacht, aber aus Sicherheitsgründen wieder verworfen.

Weitere Ideen, die nicht verwirklicht wurden, waren u.a. Henry Bessemers Schiff, auf dem man nicht seekrank wird, die Fliegende Untertasse von British Rail, das sich selbst reinigende Haus, Wilhelm Reichs „Cloudbuster“ (s. dazu meinen Blogeintrag über Kate Bushs Video) oder der Ferienort Ravenscar, der nie gebaut wurde (s. auch dazu meinen Blogeintrag).

Wieder ein hochinteressantes Buch aus dem Hause The History Press!

James Moore und Paul Nero: Pigeon Guided Missiles: And 49 Other Ideas That Never Took Off. The History Press 2011. 254 Seiten. ISBN 978-0-7524-5990-5

Published in: on 28. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Snake River Press – Ein Verlagshaus in Lewes (East Sussex)

Foto meines Exemplares.

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Wer sich für die beiden englischen Grafschaften East Sussex und West Sussex interessiert und tiefer in das Thema einsteigen möchte, dem kann ich die Bücher aus dem Verlagshaus Snake River Press nachdrücklich empfehlen.
Peter Bridgewater gründete den Verlag im Jahr 2006, und er legt Wert darauf, dass sich seine Bücher vom Massenmarkt abheben, indem sie liebevoll gestaltet und hergestellt werden.
Die Snake River Press mit Sitz in in der High Street 210 in Lewes (East Sussex) publiziert ausschließlich Bücher über Sussex und nimmt sich Themen an, die man sonst woanders kaum veröffentlicht findet.

Einige Beispiele: „Old-Fashioned Family Days Out in Sussex“, „A Dictionary of the Sussex Dialect“ und „What the Victorians Did for Sussex“.

Ich besitze einige Bücher des Verlags wie „A Sussex Miscellany“ von Sophie Collins und „An Eccentric Tour of Sussex“ von Firmengründer Peter Bridgwater. Es ist einfach schön, diese Bücher in der Hand zu halten (leider „Printed and bound in China“, also nicht von einer englischen Druckerei hergestellt, aber ich muss sagen, die Chinesen verstehen sich auch auf das Handwerk, bibliophile Bücher zu produzieren) und darin zu blättern (sie sind mit hübschen Illustrationen versehen).

Der Name Snake River Press leitet sich von dem Cuckmere River ab, der sich durch die Grafschaft East Sussex in Richtung Ärmelkanal schlängelt und im Firmenlogo wiederzufinden ist.

Ein liebenswertes Verlagshaus, das hoffentlich noch lange in dieser Marktnische existieren kann.

 

Foto meines Exemplares.

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Der mäandrierende Cuckmere River, der dem Verlagshaus zu seinem Namen verhalf. Author: Marturius. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Der mäandrierende Cuckmere River, der dem Verlagshaus zu seinem Namen verhalf.
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Mein Buchtipp – Derry Brabbs: The River Thames

Foto meines Exemplares.

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Am 1. Dezember 2010 erschien im Londoner Verlag Frances Lincoln ein wunderbares Buch, eines jener Coffe-Table-Books, das man als England-Liebhaber einfach besitzen muss. Das Buch heißt „The River Thames“ und geschrieben hat es Derry Brabbs, der auch für die fantastischen Fotos verantwortlich ist. Brabbs gilt als einer der besten Landschaftsfotografen Englands.

Bei vielen Bildbänden stehen die Fotos im Vordergrund und der Text spielt eine untergeordnete Rolle. Nicht hier: In diesem Buch herrscht ein ausgewogenes Verhältnis. Der Autor führt den Leser von der Quelle der Themse entlang des Thames Paths bis zur Mündung des Flusses in die Nordsee.
Brabbs zeigt uns kleine idyllische Dörfer und Kleinstädte, macht Abstecher in die Nebenflüsse und Kanäle und informiert über Sport und Freizeit auf der Themse. Natürlich werden wir beim Durchqueren Londons auch mit den vielen prächtigen alten und neuen Gebäuden vertraut gemacht.

Es gibt viele Bücher über die Themse, dieses ist eines der schönsten überhaupt!

Brabbs illustrierte u.a. auch Bücher über James Herriots Yorkshire und Alfred Wainwrights Wanderungen durch Nordengland.

Derry Brabbs: The River Thames. London: Frances Lincoln 2010. 256 Seiten. ISBN: 978-0711229587.  Das Buch ist leider vergriffen, aber leicht antiquarisch zu bekommen.

Genau hier, südwestlich von Cirencester in Gloucestershire, entspringt die Themse.   © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Genau hier, südwestlich von Cirencester in Gloucestershire, entspringt die Themse.
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Und hier mündet die Themse in die Nordsee.   © Copyright John Winfield and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und hier mündet die Themse in die Nordsee.
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Mein Lieblingsplatz an der Themse: Am Oakley Court Hotel bei Water Oakley in Berkshire. Eigenes Foto.

Mein Lieblingsplatz an der Themse: Am Oakley Court Hotel bei Water Oakley in Berkshire.
Eigenes Foto.

 
 
Published in: on 10. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Michael Senior: No Finer Courage – A Village in the Great War

Foto meines Exemplares.

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The Lee ist eines jener „Chocolate Box Villages“, das viele Male in der „Inspector Barnaby“-Krimiserie zu sehen war (ich berichtete in meinem Blog darüber). Es liegt in Buckinghamshire, östlich der A413, die Amersham mit Aylesbury verbindet. Neben The Lee gibt es noch Lee Common und Lee Clump, die ineinanderübergehen. Das Zentrum des winzigen Dörfchens The Lee bildet das große Village Green, an dessen einer Seite The Cock&Robin liegt. Gegenüber vom Dorfpub findet man auf dem Green das Kriegerdenkmal, das 1921 eingeweiht wurde und an die 28 Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg erinnert (später ergänzte man die Namen der 12 Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg fielen).

Mit dieser Zeit, dem Ersten Weltkrieg und wie er in The Lee erlebt wurde, beschäftigt sich Michael Seniors Buch „No Finer Courage – A Village in the Great War„. Der Autor schreibt zuerst über das Leben im Dorf, bevor die dunklen Vorboten des drohenden Krieges am Horizont erschienen. Sir Arthur Liberty, dem das große Kaufhaus in Londons Regent Street gehörte, lebte im Manor House von The Lee und war ein Wohltäter des Dorfes. Es ging hier sehr friedlich zu, jeder kannte jeden… und dann kam der Krieg. Fast alle jungen Männer von The Lee und Umgebung meldeten sich freiwillig, sie wurden nach Frankreich gebracht und man war der Meinung in wenigen Wochen wieder zu Hause zu sein. Doch es kam ganz anders, die Männer erlebten in den Grabenkämpfen in Nordfrankreich die Hölle. Michael Senior beschreibt detailliert wie die Soldaten aus Buckinghamshire und ihre Kameraden aus anderen Regionen Englands sowie aus Australien bei den Kämpfen um den französischen Ort Fromelles reihenweise von deutschen Maschinengewehren niedergemäht wurden, als Folge von Befehlen von höherer Ebene, die man in Unkenntnis der Lage vor Ort gab. 28 Männer aus The Lee, Lee Common und Lee Clump kamen nicht mehr in ihre Heimatorte zurück, viele erlitten schwere körperliche Verletzungen, von den psychischen Folgeschäden gar nicht zu reden.

Michael Senior ist ein eindrucksvolles und bewegendes Buch gelungen. The Lee ist dabei stellvertretend für unzählige andere Dörfer in Großbritannien, die Ähnliches erlebt haben. Nur wenige, die sogenannten „Thankful Villages“ hatten keine Verluste zu beklagen.

Michael Senior: No Finer Courage – A Village in the Great War. Sutton Publishing2004. 239 Seiten. ISBN 0-7509-3666-5.

Das Manor House, der Village Green und links das Kriegerdenkmal. Eigenes Foto.

Das Manor House, das Village Green und links das Kriegerdenkmal.
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The War Memorial.   © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Fromelles in Nord-Frankreich. Hier kämpften die jungen Männer aus The Lee. Author: Codepem. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.

Fromelles in Nord-Frankreich. Hier kämpften die jungen Männer aus The Lee.
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Published in: on 24. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Susan C. Law: Through the Keyhole – Sex, Scandal and the Secret Life of the Country House

Foto meines Exemplares.

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In meinem Blog stellte ich schon einmal das Buch „Stately Secrets: Behind-the-Scenes Stories From the Stately Homes of Britain“ vor, geschrieben von Richard, Earl of Bradford. Darin wirft der Autor einen Blick hinter die Kulissen der großen Herrenhäuser Englands und erzählt Geschichten, die man von einem Tour Guide normalerweise nicht hören wird.

Die Historikerin Susan C. Law hat sich in ihrem Buch „Through the Keyhole: Sex, Scandal and the Secret Life of the Country House“ ebenfalls dieses Themas angenommen. Sie beschäftigt sich darin vorwiegend mit „Ehebruch“ am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Damals wurden viele junge adelige Frauen, oft gegen ihren Willen, an adelige Männer verheiratet. Die Liebe spielte bei diesen Beziehungen meist eine untergeordnete oder gar keine Rolle. Die Folge war, dass in diesen Ehen jeder seiner eigenen Wege ging. Die Männer nahmen sich Geliebte, was gemeinhin als normal empfunden wurde und in der Gesellschaft keine besondere Aufmerksamkeit erregte. Wenn Frauen sich allerdings ebenfalls einen Geliebten nahmen, war das eine ganz andere Sache. Flog die geheimgehaltene Beziehung auf, war der Teufel los, der Ehemann war empört und die arme Frau gesellschaftlich unten durch. Nicht selten bekamen die Frauen von ihren Geliebten auch noch Kinder (Empfängnisverhütung war in dieser Zeit noch kein Thema) und das war dann der Super-Gau. Oft gab es dann für sie nur noch einen Ausweg: Flucht ins Ausland oder in irgendeine entlegene Ecke in ihrem eigenen Land.

Das Personal in den Landhäusern bekam in der Regel sehr viel davon mit, was hinter den verschlossenen Schlafzimmertüren vor sich ging (der Buchtitel deutet darauf hin), und oft wurden die Bediensteten bei Scheidungsprozessen als Zeugen geladen.

Susan C. Law schildert in ihrem Buch einige besonders prägnante Fälle wie die Ehe von Augustus Henry FitzRoy, 3rd Duke of Grafton (1735-1811) und Anne Liddell (1737-1804). Aus dieser Beziehung gingen drei Kinder hervor, doch die Ehe erkaltete bald. Der Duke suchte sich eine Mätresse und Anne fand im Earl of Upper Ossory einen Liebhaber. Bald wurde sie schwanger, was den Duke veranlasste die Scheidung einzureichen. Augustus Henry FitzRoy, der in Euston Hall in Suffolk residierte, heiratete kurz danach Elizabeth Wrottesley, und Anne Liddell konnte ihren Lover ehelichen (in diesem Fall ging es also glimpflich für sie ab) und zog auf dessen Landsitz Ampthill Park in Bedfordshire.

Das Buch enthält einen umfangreichen Anmerkungsapparat und und eine achtseitige Bibliografie. Susan Law C. Law hat den Doktor in Geschichte an der Universität von Warwick gemacht; ihr Buch liest sich nicht so leicht wie das o.a. von Richard, Earl of Bradford.

Susan C. Law: Through the Keyhole – Sex, Scandal and the Secret Life of the Country House. The History Press 2015. 255 Seiten. ISBN 978-0-7509-5669-7.

Euston Hall in Suffolk. Familiensitz der   © Copyright Ashley Dace and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Euston Hall in Suffolk. Familiensitz der Graftons.
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Ampthill Park in Bedfordshire.   © Copyright Paul Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ampthill Park in Bedfordshire, Familiensitz der Ossorys.
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Published in: on 14. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Eddie Brazil: „Bloody British History – Buckinghamshire“

Foto meines Exemplares.

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Mein Lieblingsverlag, The History Press in Stroud (Gloucestershire), den ich in meinem Blog schon einmal vorstellte, hat eine Buchreihe, die sich „Bloody British History“ nennt. Darin geht es um Grafschaften und vor allem Städte Englands im Spiegel besonderer, meist blutiger  Ereignisse, die sich dort abgespielt haben. Neben beispielsweise Cambridge, Bristol, Salisbury und Suffolk gibt es auch einen Band über Buckinghamshire, den ich mir kürzlich gekauft und gelesen habe. Der Autor ist Eddie Brazil, der sich vor allem als „paranormal investigator“ einen Namen gemacht und Bücher über die Borley Rectory, High Wycombe und Geistererscheinungen in englischen Kirchen geschrieben hat.

Die Themen in Eddie Brazils „Bloody British History – Buckinghamshire“ sind u.a.:

The Weirdos of West Wycombe“ – Sir Francis Dashwood und seine Kumpane in den Hellfire Caves

The Chiltern Manhunt“ – Die Geschichte von der größten Verbrecherjagd in Buckinghamshire im 19. Jahrhundert, bei der die Mörder von zwei Jagdaufsehern quer durch die Chiltern Hills verfolgt wurden

Flying Saucers Over High Wycombe“ – Augenzeugenberichte über vermeintliche UFO-Sichtungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Region High Wycombe

The Babes in the Wood“ – Ein Mordfall aus dem Jahr 1941, als in Penn zwei kleine Mädchen von einem Armeeangehörigen ermordet wurden. Sie waren auf dem Weg nach Hause und kamen von ihrer Schule, der Tylers Green First School. An der Kreuzung der Straßen Elm Road und Common Wood Lane beobachtete ein Junge wie sie in einen Armeelastwagen stiegen und konnte der Polizei wertvolle Hinweise geben, die zur Ergreifung des Täters führten.

Eddie Brazil: Bloody British History – Buckinghamshire. The History Press 2014. 96 Seiten. ISBN 978-0750960236.

Der Eingang zu den Hellfire Caves in West Wycombe.   © Copyright Graham Horn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Eingang zu den Hellfire Caves in West Wycombe.
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Die Chilterns, durch die sich die Mörderjagd zog.   © Copyright Des Blenkinsopp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Hier über High Wycombe wollen viele Menschen Ende des 19. Jahrhunderts UFOs gesehen haben.   © Copyright Peter Jemmett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die Tylers Green First School in Penn. Von hier kamen die beiden Mädchen, die 1941 ermordet wurden.   © Copyright Scriniary and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Tylers Green First School in Penn. Von hier kamen die beiden Mädchen, die 1941 ermordet wurden.
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Published in: on 4. Februar 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Matthew Sweet: Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema

Foto meines Exemplares.

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Gerade habe ich eine sehr interessante Lektüre beendet, die sich mit der Geschichte des britischen Films beschäftigt: „Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema“ von Matthew Sweet. Angelehnt ist der Buchtitel an Kenneth Angers „Hollywood Babylon“ (1965 erschienen, nach wenigen Tagen der Zensur zum Opfer gefallen, und dann 1975 erneut auf den Markt gekommen. Die deutsche Übersetzung lautet ebenfalls „Hollywood Babylon“), der sich in seinem Buch mit den Schattenseiten der Filmstadt in Kalifornien auseinandersetzt.

Matthew Sweet (1969 geboren) ist Filmspezialist und arbeitet für die BBC. Shepperton ist der Name eines Filmstudios in der gleichnamigen Stadt in der Grafschaft Surrey, in dem zahllose Produktionen stattgefunden haben. Anfang der 1930er Jahre gegründet, werden hier noch heute Filme gedreht. Sweets Buch ist aber keine Geschichte dieses einzelnen Studios, sondern ein Überblick über die gesamte Filmgeschichte Großbritanniens, bei der, wie bei Kenneth Anger, auch Informationen über die „dark side“ des Geschäfts gegeben werden (Skandale, Selbstmorde, Sexgeschichten).

Viele Filme aus der Anfangszeit existieren nicht mehr; etwa 2000 sind schon sehr früh vernichtet worden wie Matthew Sweet im Vorwort des Buches schreibt. Die Namen von Schauspielern, Regisseuren und Produzenten aus den ersten Jahrzehnten der britischen Filmindustrie sind heute nur noch Spezialisten bekannt. Interessant, dass man auf Youtube doch noch manchmal Filmschnipsel bzw. komplette Filme aus dieser Zeit findet. Mir machte es sehr viel Spaß, parallel zur Lektüre den einen oder anderen Filmausschnitt der genannten Produktionen anzusehen. Das Buch endet mit zwei Kapiteln, die sich mit den „exploitation films“ und den „sexploitation films“ beschäftigen, das sind Filme, in denen Gewalt bzw. Sex im Mittelpunkt stehen. Hier treffen wir auf Filmtitel wie „Confessions of a Window Cleaner“, „Let’s Get Laid“ und „Naked as Nature Intended“; letzterer mit Pamela Green, ein harmloser „nudie flick“ aus dem Jahr 1961, über den ich in meinem Blogeintrag über den „Spielplatz“ bei St Albans (Hertfordshire) berichtete.

Das Buch hat im Anhang eine umfangreiche Filmografie und Bibliografie, so dass man sich mit einzelnen Aspekten oder Personen der britischen Filmgeschichte detaillierter beschäftigen kann. Eine lohnende Lektüre!

2005 zeigte BBC Four eine gleichnamige 60minütige Dokumentation, zu der Matthew Sweet das Drehbuch schrieb.

Matthew Sweet: Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema. Faber and Faber 2005. 388 Seiten.
Ich besitze die Originalausgabe; erhältlich im Buchhandel ist noch die Paperbackausgabe.

 

 

Published in: on 20. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Ben Aitken: Dear Bill Bryson* – Footnotes from a Small Island

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

In der rue de la Bûcherie im 5. Pariser Arrondissement liegt die berühmte Buchhandlung Shakespeare & Company, seit Jahrzehnten Treffpunkt unzähliger britischer und US-amerikanischer Schriftsteller. Ich kannte noch den Gründer George Whitman, der sich bei einem meiner Besuche ungeniert mitten zwischen den engstehenden Buchregalen sein Mittagessen in einer Pfanne zubereitete. Viele der Besucher dürfen auch in der Buchhandlung übernachten…wie zum Beispiel der junge Engländer Ben Aitken, der hier im Cinquième Arrondissement große Teile seines Buches „Dear Bill Bryson* Footnotes from a Small Island“ schrieb, das Ergebnis einer Reise kreuz und quer durch Großbritannien, auf den Spuren des Reiseschriftstellers Bill Bryson.

1995 veröffentlichte der in England lebende Amerikaner Bill Bryson sein Buch „Notes from a Small Island„, das in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Reif für die Insel: England für Anfänger und Fortgeschrittene“ erschien. Darin hielt er die Erlebnisse seiner UK-Rundreise fest. Im vorigen Jahr, also genau zwanzig Jahre nach seiner ersten Reise wiederholte Bill Bryson die Tour noch einmal, um zu sehen, was sich seitdem verändert hat. Der Titel dieses Buches „The Road to Little Dribbling: more Notes from a Small Island“ (dt. „It’s teatime, my dear! Wieder reif für die Insel„); ich berichtete in meinem Blog darüber.

Ben Aitken nahm sich also die „Notes from a Small Island“ vor und reiste exakt zu den gleichen Plätzen wie Bryson, versuchte, wenn möglich, in den gleichen Hotels zu übernachten und in den gleichen Restaurants zu essen. Aitken ist ein witziger Typ, seine Eindrücke von den Orten und Plätzen sind oft nicht deckungsgleich mit denen des Amerikaners. Gut, zwanzig Jahre sind vergangen und es hat sich einiges verändert, aber die Herangehensweise an die Reise ist doch eine andere. Aitken versucht, wenn immer es geht, kostenlose Übernachtungen in Hotels zu bekommen, mit dem Hinweis, dass er auf den Spuren Brysons reise und ein Buch darüber schreiben will. Oft gelingt das sogar.

Aitken ist kein bedingungsloser Fan Brysons, hin und wieder macht er sich lustig über dessen Übergewicht und Trinkgewohnheiten. The Manchester Review fasst den Reisebericht treffend so zusammen: „Dear Bill Bryson is a travelogue, homage, critique and sometimes-farce rolled into one„.
Ich habe das Buch mit viel Vergnügen gelesen und kann es sehr empfehlen.

Ben Aitken: Dear Bill Bryson* – Footnotes from a Small Island. Not Bad Books 2015. 350 Seiten. ISBN 978-0-9933643-0-3

Mit diesem Buch in der Hand reiste Ben Aitken durch Großbritannien. Foto meines Exemplares.

Mit diesem Buch in der Hand reiste Ben Aitken durch Großbritannien.
Foto meines Exemplares.

In dieser Pariser Buchhandlung schrieb Ben Aitken große Teile seines Buches. Author: Christine Zenino. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

In dieser Pariser Buchhandlung schrieb Ben Aitken große Teile seines Buches.
Author: Christine Zenino.
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Published in: on 27. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Stuart Maconie: The Pie At Night – What the North Does For Fun

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Von Stuart Maconie stellte ich in meiner Reihe „Mein Buchtipp“ schon einmal sein „The People’s Songs – The Story of Modern Britain in 50 Songs“ vor. In der Nachfolge seines Buches „Pie and Prejudice: In Search of the North„, das 2008 erschien, veröffentlichte er im vergangenen Jahr sein „The Pie At Night – What the North Does For Fun„, in dem er sich mit den Vergnügungsgewohnheiten der englischen Nordlichter auseinandersetzt.
Wer Stuart Maconie nicht kennt, hier einige Worte zu seiner Person: Er wurde 1960 geboren und ist in erster Linie ein „Radiomann“, das heißt er moderierte/moderiert diverse Radioprogramme der BBC, aktuell bei BBC Radio 6 Music „Radcliffe & Maconie„, zusammen mit Mark Radcliffe. Die Sendung wird in der BBC MediaCityUK in Salford (Greater Manchester) produziert.

Stuart Maconie wurde im Norden Englands geboren und er fühlt sich auch als Northerner, was man in seinem aktuellen Buch auf jeder Seite spürt. Gern grenzt er sich gegen den Süden des Landes, speziell London, ab und vertritt die Interessen des Nordens.

Womit amüsieren sich die Leute im Norden Englands? Das ist das Thema des Buches. Stuart Maconie besucht im Zuge seiner Recherchen Fußballstadien, Rugbyplätze und Bowling Greens. Er nimmt an einer Opernaufführung in Leeds teil und berichtet über Blasmusikkapellen, von denen viele ihr Zuhause in den Städten und Dörfern in den Hochmooren bei Manchester haben. Wir folgen zusammen mit dem Radiomoderator den Spuren des Dichters Philip Larkin in Hull und des Künstlers Lawrence Stephen Lowry in Berwick-upon-Tweed.

Nach der Lektüre des Buches sieht man „The North“ mit etwas anderen Augen. Hier wohnen keine Hinterwäldler, sondern Neuerungen gegenüber aufgeschlossene, moderne Menschen, die es etwas rauher mögen als ihre südlichen Nachbarn. Eine lohnende Lektüre!

Stuart Maconie: The Pie At Night – What the North Does For Fun. Ebury Press 2016. 346 Seiten. ISBN 978-0-091-93382-1 (Die Hardcoverausgabe erschien bereits ein Jahr zuvor).

 

Published in: on 19. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Good Pub Guide 2017

Foto meines Exemplares.

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Seit dem 8. September ist er auf dem Markt, der aktuelle „The Good Pub Guide 2017“ in seiner 35. Auflage. 1982 erschien diese Bibel für alle Pub-Gänger zum ersten Mal, herausgegeben von Alisdair Aird. 1996 kam Fiona Stapley als Mit-Herausgeberin dazu, die dann das Steuer ganz übernahm.

Zu einer Englandreise gehört für mich ein Pub-Führer unbedingt dazu. Vor einigen Jahren schwenkte ich vom „Good Pub Guide“ zum „AA Pub Guide“ um, der ca 2000 Pubs vorstellt und bebildert ist. Jetzt bin ich wieder beim Original gelandet, das auf 1072 Seiten rund 5000 empfehlenswerte Pubs auflistet. Geordnet ist das Buch alphabetisch nach Grafschaften und da stehen jeweils die besonders empfehlenswerten Gasthäuser am Beginn, die von Inspektoren genauestens unter die Lupe genommen worden sind, gefolgt von der Rubrik „Also Worth a Visit“, in der von Lesern genannte Pubs gelistet sind. Diese haben durchaus die Chance in den Hauptteil aufgenommen zu werden, wenn entsprechend viele positive Kommentare eingegangen sind. Man wird also durchaus dazu eingeladen, an der Gestaltung des Pub-Guides mitzuwirken  (am Ende des Buches finden sich entsprechende Formulare, die man ausfüllen und an die Redaktion schicken kann).
Die inspizierten Pubs werden sehr ausführlich beschrieben, mit den Namen der Licensees, den Öffnungszeiten und den angebotenen Biersorten. Man erfährt ob WLAN angeboten wird und ob Hunde willkommen sind und die angebotenen Speisen werden auszugsweise beschrieben.

In jeder Ausgabe des „Good Pub Guides“ wird der Pub des Jahres gekürt, sowie in Unterkategorien die besten ihrer Art genannt.

Pub of the Year 2017 ist „The Horse Guards Inn“ in Tillington (West Sussex) mit der Begründung: „A 300-year-old inn with all the character that goes with great age but with inventive food, lovely service, cosy bedrooms and a lush garden“. Der Enterprise-Pub liegt etwa 100 Meter von der A272 (Petworth – Midhurst) entfernt, gegenüber der Kirche All Hallows.

Unspoilt Pub of the Year 2017: Ye Olde Gate Inn in Brassington (Derbyshire)
Country Pub of th Year 2017: Cottage of Content in Carey (Herefordshire)
Town Pub of the Year 2017: Bank House in King’s Lynn (Norfolk)
Dining Pub of the Year 2017: The Red Lion in East Chisenbury (Wiltshire)
Inn of the Year 2017: The Inn at Whitewell in Whitewell (Lancashire)

The Good Pub Guide 2017. Edited by Fiona Stapley. Ebury Press 2016. 1072 Seiten. ISBN 978-1-78503-322-3. Der Preis beträgt £15.99.

Pub of the Year 2017: The Horseguards Inn in Tillington (West Sussex).   © Copyright Shazz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pub of the Year 2017:
The Horseguards Inn in Tillington (West Sussex).
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The AA Big Road Atlas Britain 2017

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

Trotz Navigationsgerät und Google Maps benötige ich doch immer noch einen Straßenatlas, um eine Reise vorzubereiten und auch vor Ort. Für meine Fahrten kreuz und quer durch England benutze ich seit vielen Jahren den „Big Road Atlas Britain“ der Automobile Association (AA), der Mitte des Jahres in der 26. Auflage für das Jahr 2017 erschienen ist. Mein bisheriges Exemplar war schon einige Jahre alt und löste sich durch häufigen Gebrauch in seine Einzelteile auf, so dass ich mir die Neuauflage zugelegt habe. Es ist ein Straßenatlas in Spiralbindung im XXL-Format (28,7cm x 38,9cm) und kostet nur £10,99 (bei Amazon UK £7,69)

Mir gefallen besonders die klaren und übersichtlichen Karten, die Farbgebung und die gute Lesbarkeit. Gegenüber den Vorauflagen hat sich nicht besonders viel geändert, denn neue Straßen werden in England eher selten gebaut. Der „Big Road Atlas Britain“ verzeichnet die rund 3500 fest installierten Geschwindigkeitsmessanlagen in ganz Großbritannien, die meist an Unfallschwerpunkten angebracht sind. Wer erstmals mit dem Auto in das Königreich reist, kann sich in dem Atlas über sämtliche Verkehrszeichen und die Bedeutung der „road markings“ informieren. Weiterhin findet man viele eingezeichnete touristische Sehenswürdigkeiten wie die des National Trusts und von English Heritage. Auf einer Extraseite werden die wichtigsten touristischen Hotspots mit den entsprechenden Codes für Navigationsgeräte genannt. 67 Stadtpläne sind sowohl im Atlasteil als auch im Anhang abgedruckt. 21 Seiten lang ist das Register.

Fazit: Ein sehr empfehlenswerter Straßenatlas mit dem ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht habe.

The AA Big Road Atlas Britain 2017. AA Publishing 2016. 144 Seiten. ISBN 978-0749577759

Published in: on 25. Oktober 2016 at 02:00  Comments (1)  

Mein Buchtipp – Tom Fort: Channel Shore – From the White Cliffs to Land’s End

Foto meines Exemplares.

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In meinem gestrigen Blogbeitrag schrieb ich über die Fährverbindung von Dünkirchen nach Dover und den schönen Blick auf die weißen Klippen, den man bei der Ankunft auf die Hafenstadt hat. Diese White Cliffs of Dover sind der Startpunkt einer Reise, die der Schriftsteller Tom Fort per Fahrrad unternommen hat und die ihn entlang der englischen Südküste bis zum Land’s End in Cornwall führte. Seine Reiseeindrücke hat er in dem Buch „Channel Shore – From the White Cliffs to Land’s End“ festgehalten, das 2015 erstmals erschien und in diesem Jahr als Taschenbuch erhältlich ist.

Auch Tom Fort ist von der Stadt Dover nicht sehr angetan. Die Gebäude an den Einfall- bzw. Ausfallstraßen „…shake and reverberate with the sound and fury of forty-ton loads“. Der Endpunkt der Reise, Land’s End, ist zwar nicht von dem Lärm von 40-Tonnern erfüllt, dafür ist an diesem südwestlichsten Punkt Englands ein Touristen-Amüsierbetrieb entstanden, ein „trashy dump“, ein „clutter of commercial enterprises“ wie es Fort formuliert, der von der Firma Heritage Great Britain betrieben wird, der u.a. auch der Gegenpol, John O’Groats im Norden Schottlands, gehört.

Doch zwischen diesen beiden wenig attraktiven Orten findet Tom Fort auf seiner Fahrradreise überwiegend sehr eindrucksvolle Küstenregionen vor wie die Jurassic Coast in Devon, die Strände an der englischen Riviera und die steilen Felsen in Devon und Cornwall.

Das Buch macht Appetit auf einen Besuch der englischen Südküste; leider ist die Qualität der Schwarz-Weiß-Fotos sehr schlecht. Ein sechsseitiges Literaturverzeichnis regt dazu an, sich mit einzelnen Etappen der Reise detaillierter zu beschäftigen.

In meinem Blog stellte ich schon einmal ein anderes Buch von Tom Fort vor: „The A303: Highway to the Sun„.

Tom Fort: Channel Shore – From the White Cliffs to Land’s End. Simon&Schuster 2016. 431 Seiten. ISBN 978-1-4711-2973-5

Published in: on 23. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Zeitschriftentipp – „Exclusively British“

Foto meines Exemplares.

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Alle zwei Monate erscheint in Großbritannien das Hochglanzmagazin „Exclusively British“ („Visit And Experience The Best Of Britain“), das von der Contista Media Ltd in Warsash bei Southampton herausgegeben wird. Es ist eine Lifestyle- und Reisezeitschrift, die sich u.a. mit Mode, Hotels und Reisezielen in Großbritannien beschäftigt. Das Einzelheft kostet £4.25, was für den Umfang von 130 Seiten und vielen großformatigen Fotos eigentlich recht wenig ist. Man muss dafür allerdings auch viel Werbung hinnehmen, die sich hauptsächlich  an gut betuchte Leserinnen und Leser wendet. Das Jahresabonnement des Magazins kostet außerhalb Großbritanniens £45, eine Digitalausgabe ist ebenfalls erhältlich für €20.99.

Mir liegt das aktuelle September/Oktoberheft vor und da gibt es zum Beispiel folgende Themen:

Kaschmirwolle und Tweed
Luxuskaufhäuser in London
Veranstaltungen zu Roald Dahls 100. Geburtstag
950. Jahrestag der Schlacht von Hastings
Eine Reise durch das Wye Valley an der Grenze zwischen Wales und Herefordshire
Wimbledon und sein Tennismuseum
Der Twinings Tea Shop am The Strand in London

Ein Schwerpunkt der Zeitschrift  „Exclusively British“ liegt auf der Vorstellung von noblen Hotels, und so findet man in dieser Herbstausgabe Präsentationen u.a. des Flemings Mayfair in London, des Seaham Hall Hotels in Durham, der Hound Lodge auf dem Goodwood Estate und dem Hever Castle Bed and Breakfast. Unter der Rubrik „Property“ sind in diesem Heft nur wenige, aber sehr erlesene zum Verkauf stehende Häuser angeboten, wobei das im 18. Jahrhundert gebaute Hinwick House in Bedfordshire mit £14.5 Millionen alle anderen in den Schatten stellt.

 

 

Published in: on 9. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Tim Hampson: CAMRA’s 101 Beer Days Out

Foto meines Exemplares.

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Tim Hampson kennt sich in Sachen Bier hervorragend aus. Er führt einen Bierblog und hat bereits mehrere Bücher verfasst wie „London’s Best Pubs“, „London Riverside Pubs“ und „The Beer Book“. Mit „101 Beer Days Out: Exciting and Unusual Experiences for Beer Lovers Around Britain“ hat Hampson einen Reiseführer für Bierfreunde vorgelegt, der quer durch Großbritannien führt und 101 Tipps für „beer lovers“ gibt. Erschienen ist das Buch bei Campaign For Real Ale, kurz CAMRA, ein 1971 gegründeter Interessenverband für alle, die mit Bier und Pubs zu tun haben.

Ursprünglich kam das Buch im Jahre 2012 auf den Markt, liegt aber mittlerweile in einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung vor.
Die Reise beginnt im Südosten Englands mit einem Besuch der Shepherd Neame Brauerei (Tipp 1) in Faversham (Kent), dort wo auch das jährliche Hop Festival (Tipp 2) stattfindet. Ein besonderes Augenmerk legt der Autor auf die Verbindung Bier und Eisenbahn und so erfahren wir u.a. von dem Real Ale Train (Tipp 13) in Hampshire, der zweimal im Monat die Watercress Line befährt und mehrere Biersorten an Bord anbietet. Auf dem Bahnsteig 1 des Bahnhofs von Hartlepool (County Durham) findet man das Rat Race Ale House (Tipp 88), das nur zu den Zeiten geöffnet hat, zu denen Züge verkehren.

Am Anfang des Buches stellt Tim Hampson die einzelnen Biersorten vor, die es in Großbritannien gibt und listet die Bierfestivals auf, die im Laufe eines Jahres veranstaltet werden.
Ein wirklich interessantes Buch für alle, die an englischen Bieren und an ungewöhnlichen Pubs interessiert sind.

Tim Hampson: 101 Beer Days Out: Exciting and Unusual Experiences for Beer Lovers Around Britain. Campaign for Real Ale 2015. 221 Seiten. ISBN 978-1-85249-328-8.

Die Shepherd Neame Brewery in Faversham (Kent).   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Shepherd Neame Brewery in Faversham (Kent).
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Die Watercress Line in Hampshire.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Watercress Line in Hampshire.
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Mein Buchtipp – David McKie: Great British Bus Journeys

Foto meines Exemplares.

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Warum eigentlich Großbritannien nicht einmal auf eine andere Weise erkunden? Nicht mit dem Auto, dem Fahrrad, dem Hausboot, nein, mit Linienbussen.
David McKie hat genau das getan, wovon er in seinem Buch „Great British Bus Journeys: Travels Through Unfamous Places“ (Atlantic Books 2007) erzählt.

Es gibt viele große und kleine Firmen in Großbritannien, die Buslinien betreiben, nicht nur zwischen großen Städten, sondern auch Überlandlininen, die die kleinen Dörfer bedienen. Sie sind zwar nicht immer pünktlich, fallen auch manchmal aus, aber Busse sind gerade für die älteren Menschen wichtig, die in Dörfern wohnen, um die nächsten Einkaufsmöglichkeiten aufzusuchen.

David McKie erzählt in seinem informativen, unterhaltsamen Buch u.a. auch über Busfahrer, die auf den unübersichtlichen Landstraßen die Orientierung verlieren und nur mit Hilfe der Fahrgäste zum Ziel finden.

Von Cornwall bis in den Norden Schottlands unternimmt der Autor seine Fahrten und der Leser erfährt so manches Interessante, was am Wegesrand liegt.

David McKie ist Journalist (Jahrgang 1935) und arbeitete eine lange Zeit für den „Guardian“, wo er eine wöchentliche Kolumne mit dem Titel „Elsewhere“ schrieb. Seine „Great British Bus Journeys“ gehörten 2007 zu den Kandidaten für den „Dolman Best Travel Book Award“.
Ich habe das inzwischen vergriffene, aber leicht zu beschaffende Buch mit großem Vergnügen gelesen und kann es nur empfehlen!

David McKie: Great British Bus Journeys: Travels Through Infamous Places. Atlantic Books 2007. 359 S. ISBN 978-1-84354-341-1.

In Leeds beginnt David McKies Reise mit Linienbussen quer durch das ganze Land.   © Copyright Leslie and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In Leeds beginnt David McKies Reise mit Linienbussen quer durch das ganze Land.
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Published in: on 27. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Dull Men’s Club – Der Club der langweiligen Männer

Foto meines Exemplares.

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The Dull Men’s Club is a place where dull men share thoughts and experiences, free from gliz and glam, free from pressures to be in and trendy — free instead to enjoy simple, ordinary things„, so steht es auf den Webseiten dieses exzentrischen Clubs zu lesen, der 1985 gegründet wurde und zwar in New York. Leland Carson hieß der Gründer, der 1996 nach Großbritannien übersiedelte und dessen Idee mittlerweile Interesse bei über 5000 Mitgliedern in den USA und hier auf der Insel gefunden hat. Der Club der langweiligen Männer beschäftigt sich mit Dingen, mit denen der „Normalbürger“ eher nichts am Hute hat. In dem 2015 bei der Ebury Press erschienenen Buch „Dull Men of Great Britain: Celebrating the Ordinary“ von Leland Carson findet man eine Auswahl an prominenten Vertretern des Clubs. Hier sind einige Beispiele:

Peter Willis aus Worcester hat einen Traum (von dem wohl außer ihm niemand träumt): Er möchte sämtliche Briefkästen in Großbritannien fotografieren und davon gibt es rund 115 000. In den letzten zehn Jahren hat er bereits 2500 geschafft, der Weg, der noch vor ihm liegt, ist also sehr lang. Sein Sohn hat die Standorte aller Briefkästen in ein tragbares GPS-Gerät eingegeben, das jedesmal piepst, wenn es in die Nähe eines Kastens kommt.

Archie Workman aus Ulverston in Cumbria ist ein Gullydeckel-Enthusiast. Wo immer er sich auch aufhält, er sucht nach zugewachsenen Abdeckungen, befreit sie von Unkraut und lässt sie wieder das Tageslicht erblicken. Archie hat schon einen Kalender mit Gullydeckel-Fotos herausgegeben (der erstaunlicherweise auf großes Interesse stieß), hält Vorträge im ganzen Land über sein Thema und möchte einmal ein Buch darüber schreiben.

Rick Minns aus Wicklewood (Norfolk) ist künstlerisch sehr begabt und freut sich über schmutzige, dreckbespritzte Lieferwagen, die er mit Zeichnungen verschönert, das heißt er macht aus dem angetrockneten Schlamm schöne Bildchen, die allerdings die nächste Autowäsche nicht überstehen. „Ruddy Muddy“ ist sein Spitzname.

John Barnard, Graham Jackson und Myrddin Phillips sind Berg- und Hügelvermesser. Mit einer technisch hochwertigen Ausrüstung haben sie es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, nachzuprüfen, ob es sich bei den Erhebungen um einen Berg oder einen Hügel handelt. Ab 2000 Fuß darf sich in England und in Wales ein Berg auch wirklich Berg nennen, alles was darunter liegt ist nur ein Hügel. Die drei Männer haben sich auf die Zweifelsfälle spezialisiert und messen auf den Zentimeter genau nach.

Viele weitere skurrile Fälle von „langweiligen Männern“ finden sich in dem amüsanten, sehr zu empfehlenden Buch.

Leland Carson: Dull Men of Great Britain: Celebrating th Ordinary. Ebury Press 2015. 94 Seiten. ISBN 978-1-78503-090-1

 

Published in: on 20. September 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Dixe Wills: Tiny Islands

Foto meines Exemplares.

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Dixe Wills ist Reiseschriftsteller und Journalist, der für den Guardian schreibt. Seine Bücher behandeln Themen, die bisher kaum oder noch gar nicht „beackert“ worden sind, zum Beispiel „Tiny Stations„, in dem er 40 „Request Stops“, also Bedarfshaltestellen der britischen Eisenbahnen, besucht oder „Tiny Churches“ (erscheint am 1. Oktober 2016), in dem Dixe Wills 60 besonders kleine Kirchen im ganzen Land aufsucht. Mein Favorit ist sein Buch „The Z-Z of Great Britain„, das ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt habe und in dem es um Orte in Großbritannien geht, die mit dem Buchstaben „Z“ beginnen.

Gerade beendet habe ich „Tiny Islands: 60 Remarkable Little Worlds Around Britain„, 2013 erschienen. Thema dieses Buches sind kleine Inseln im Binnenland und vor der Küste, ob bewohnt oder unbewohnt, die Dixe Wills detailliert vorstellt. Ein großer Teil dieser Inselchen liegt vor den Küsten von Wales und Schottland, also außerhalb meines Berichtsgebietes. Die englischen Inseln liegen vor allem an der Südküste und im Nordwesten.

Dixe Wills startet mit Insel Nummer 1: Gugh, Teil der Isles of Scilly; Bewohner 2 (saisonabhängig), die zeitweise in den beiden Häuschen leben, die bei Ebbe von der größeren Nachbarinsel St Agnes aus trockenen Fußes zu erreichen sind.

Weitere Stationen auf der Reise sind zum Beispiel die bekannteren St Michael’s Mount und Burgh Island, dann begeben wir uns auf die Themse, wo wir Eel Pie Island und Monkey Island einen Besuch abstatten. Über die Themse-Inseln gibt es ein eigenes sehr schönes Buch, das ich an dieser Stelle vorgestellt habe „Eyots and Aits – Islands of the River Thames“ von Miranda Vickers.

Im Nordwesten Englands finden sich weitere „tiny islands“ wie das bei Barrow-in-Furness (Cumbria) gelegene Piel Island, nicht zu verwechseln mit dem im Buch ebenfalls vorgestellten Peel Island im Coniston Water in Cumbria. Dort gibt es in den Seen des Lake Districts interessante kleine Eilande wie Derwent Isle und die Islands of Windermere. Dixe Wills beschreibt sie alle, gibt Tipps zur Anreise, zur nächsten Unterkunft, zum nächstgelegenen Pub und was es in der Umgebung noch so alles zu sehen gibt.

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch mit vielen Farbfotos und Zeichnungen!

Dixe Wills: Tiny Islands – 60 Remarkable Little Worlds Around Britain. AA Publishing 2013, Reprint 2015. 320 Seiten. ISBN 978-0-7495-7387-4

Gugh Island bei Ebbe.   © Copyright Andrew Abbott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Gugh Island (Isles of Scilly) bei Ebbe.
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Piel Island bei Barrow-on-Furness (Cumbria).   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Piel Island bei Barrow-in-Furness (Cumbria).
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Peel Island im Coniston Water (Cumbria).   © Copyright Rob Noble and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Peel Island im Coniston Water (Cumbria).
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Published in: on 16. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Dan Kieran & Ian Vince: Three Men in a Float – Across England at 15 mph

Foto meines Exemplares.

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Eines der amüsantesten und interessantesten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, ist „Three Men in a Float“ von Dan Kieran und Ian Vince. Die beiden Autoren und ihr Freund Pras machen sich in einem ehemaligen, elektrisch betriebenen Milchwagen, Baujahr 1958, den sie liebevoll The Mighty One nennen (und den sie für 1400 Pfund bei Ebay ersteigert haben), auf den langen Weg von Lowestoft in Suffolk, der östlichsten Stadt Großbritanniens, bis nach Land’s End in Cornwall, der äußersten Südwestspitze Englands. Klingt einfach? Ist es aber nicht, denn die volle Batterieladung des Fahrzeuges reicht mal so gerade 60 bis 70 Kilometer, dann müssen sich die Drei eine neue Möglichkeit suchen, die Batterien „aufzutanken“. Auch das ist nicht so leicht zu bewerkstelligen, da man das Elektrofahrzeug nicht an jede x-beliebige Steckdose anhängen kann. Es ist also immer wieder spannend wie sie diese speziellen Steckdosen auf dem Weg ausfindig machen. Glücklicherweise ist Pras ein Meister im Umgang mit Elektrizität, und so schafft er es immer wieder, manchmal unter Einsatz seines Lebens, The Mighty One auf mehr oder weniger legale Weise aufzuladen. Mehr als 15 Meilen pro Stunde schafft das Fahrzeug in der Regel nicht, es sei denn, es geht steil bergab, und so bilden sich auf den Straßen schnell Schlangen hinter dem Ex-Milchwagen.

Dan, Ian und Pras treffen auf ihrer ungewöhnlichen Reise überwiegend auf freundliche Menschen, die ihnen gern ihre Hilfe anbieten, und The Mighty One wird immer wieder bestaunt, denn diese Fahrzeuge sind heute immer seltener zu sehen. Das Exemplar mit dem die drei unternehmungslustigen Männer quer durch England fahren (hier ist ein Foto davon), wurde 1958 in der Morris Autofabrik in Cowley bei Oxford geboren, wiegt rund 1300 Kilogramm und hat weder Sitzgurte noch einen Geschwindigkeitsmesser, aber eine Ladefläche, auf der man zur Not auch einmal schlafen kann.

Bei der Lektüre des Buches lernt man so ganz nebenbei auch einiges über die Orte, durch die The Mighty One fährt bzw. Station macht. Übrigens ist eine dieser Stationen das Dörfchen Ewelme in Oxfordshire (ich berichtete in meinem Blog darüber), wo der Mann begraben liegt, nach dem der Buchtitel gestaltet wurde: Jerome K. Jerome, Verfasser von „Three Men in a Boat„.

Dan Kieran & Ian Vince: Three Men in a Float – Across England at 15 mph. John Murray 2009. 278 Seiten. ISBN 978-1-84854-105-6.

Ness Point in Lowestoft (Suffolk). Von hier aus startete The Mighty One in Richtung Land's End.   © Copyright Hamish Griffin and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ness Point in Lowestoft (Suffolk). Von hier aus startete The Mighty One in Richtung Land’s End.
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Und hier in Land's End in Cornwall war die Reise zu Ende.   © Copyright Steven Haslington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und hier in Land’s End in Cornwall war die Reise zu Ende.
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Published in: on 9. September 2016 at 02:00  Comments (1)  

Mein Buchtipp – Rupert Matthews: Haunted Places of Bedfordshire & Buckinghamshire

Foto meines Exemplares.

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Ich glaube, in keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Bücher zum Thema „Spukorte“ wie in England und nirgendwo habe ich so viele Menschen getroffen, die an „ghosts“ oder „spirits“ glauben und von persönlichen Begegnungen mit dem Übernatürlichen erzählen. Da mich dieses Thema auch sehr interessiert, habe ich mir im Laufe der Jahre viele Bücher zugelegt, die sich damit beschäftigen, unter anderen auch „Haunted Places of Bedfordshire & Buckinghamshire“ von Rupert Matthews, werden darin doch Geschichten aus meiner Lieblingsgrafschaft Buckinghamshire erzählt. Der Autor ist Mitglied der Society of Psychical Research und des Ghost Clubs und hat weitere Bücher über „Haunted Places“ u.a. in Devon, Kent und Wiltshire geschrieben.

Einige Beispiele, alle aus Buckinghamshire:
Im Chenies Manor House wurde in den 1970er Jahren ein bis dahin unbekanntes Zimmer entdeckt und seitdem ist von einer geisterhaften, dunkelgekleideten Person die Rede, die in dem Haus umgeht. Obwohl man die Tür zu besagtem Zimmer immer fest schließt, wird sie ständig geöffnet wieder vorgefunden.

In der High Street von Chalfont St Peter hat man mehrfach eine Pferdekutsche gesichtet, die vor der ehemaligen Kutschenstation The Greyhound anhält und die sich dann allmählich in Luft auflöst.

Im Hughenden Manor, dem ehemaligen Wohnsitz von Benjamin Disraeli, wird der frühere Hausherr hin und wieder im Treppenhaus gesichtet, wo er mit Papieren in der Hand steht und nach wenigen Sekunden verschwindet.

In Great Missenden soll ein schwarzer Mönch sowohl tags als auch nachts das Gelände der Abtei heimsuchen, und in der Hauptstraße, dort wo der Gasthof The George steht, will man ebenfalls des Öfteren eine schwarzgekleidete unheimliche Gestalt gesehen haben.

Rupert Matthews: Haunted Places of Bedfordshire & Buckinghamshire. Countryside Books 2004. 95 Seiten. ISBN 978-1853068867.

Chenies Manor House.   © Copyright Mark Percy and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Chenies Manor House.
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The Greyhound in Chalfont St Peter.   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Greyhound in Chalfont St Peter.
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Hughenden Manor.    © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hughenden Manor.
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Great Missenden Abbey.   © Copyright Peter and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 20. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Die A272 – 140 Kilometer quer durch Südengland

Die A272 östlich von Winchester in Hampshire.   © Copyright Jim Champion and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die A272 östlich von Winchester in Hampshire.
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Ich mag die A 272, die durch überwiegend ländliches Gebiet führt. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die  Straße gebaut und im Großen und Ganzen verläuft sie noch genauso.
Die A 272 beginnt im Osten etwa bei Poundford in East Sussex und endet nach ca 140 Kilometern in der Nähe von Winchester in Hampshire. Auf der gesamten Strecke, bis auf einige ganz kleine Teilstücke, bleibt die Straße zweispurig; das Überholen von LKWs ist vor allem bei linksgelenkten Autos wie bei meinem manchmal schwierig (ich muss mich dann immer auf meine Beifahrerin verlassen). Da die meisten LKWs aber sehr zügig fahren, ist ein Überholen oft gar nicht erforderlich. Man fährt auf der A 272 durch viele Dörfer und Kleinstädte wie Billingshurst, Petworth und Midhurst.

Über die Straße ist ein wundervolles Buch geschrieben worden: „A 272: An Ode to a Road“ von Pieter und Rita Boogaart, zwei Holländern, im Jahr 2000 erschienen, das 2013 in der vierten Auflage neu überarbeitet und erweitert worden ist.
Auf 213 Seiten berichten die Boogaarts über alles Sehenswerte entlang der Straße in einem Umkreis von einigen Kilometern nördlich und südlich davon: Eine wahre Fundgrube! An Hand dieses Buches könnte man wochenlang die A 272 entlang fahren und an beinahe jeder Wegbiegung etwas Neues entdecken. Außergewöhnlich ist die Seitenaufteilung des Buches; die beiden mittleren Teile einer Doppelseite geben den laufenden Text wieder, die beiden Seitenränder enthalten Zusatzinformationen.

Wer sich für Bücher über englische Straßen interessiert, dem sei auch das Buch „The A303: Highway to the Sun“ von Tom Fort empfohlen, das ich in meinem Blog vorgestellt habe.

Pieter und Rita Boogaart: A 272: An Ode to a Road.Pallas Athene Art 2013. 272 Seiten. ISBN 978-1843680956.

Die A272 im Stadtzentrum von Midhurst (West Sussex).   © Copyright Stuart Logan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die A272 im Stadtzentrum von Midhurst (West Sussex).
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Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

 

Mein Buchtipp – Frank Barrett: Treasured Island

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Ich habe gerade ein Buch gelesen, das ideal für alle ist, die sich sowohl für Großbritannien als auch für die Literaturgeschichte des Landes interessieren: „Treasured Island“ von Frank Barrett, 2015 bei AA Publishing erschienen. Es eignet sich sehr gut als Ergänzung zu einem Standard-Reiseführer und führt zu vielen Orten, in denen sich literarische Größen aufgehalten haben.
Inspiriert zu der Reise wurde Frank Barrett, Journalist bei Mail on Sunday, durch die Wiederentdeckung eines Exemplares von Robert Louis Stevensons Buch „Treasure Island“ (dt. „Die Schatzinsel“) aus Kindheitstagen.

Die literarische Rundreise beginnt in Bristol, der Stadt, in der Jim Hawkins‘ Fahrt zur Schatzinsel beginnt und in der Long John Silver wohnt. Hier steht auch der Llandoger Trow Inn (ich berichtete in meinem Blog über das alte Gasthaus), in dem Daniel Defoe den schottischen Seemann Alexander Selkirk getroffen hat, der Vorbild für seinen Robinson Crusoe gewesen sein soll, über den Defoe in seinem gleichnamigen Roman schrieb.

Frank Barrett reist weiter in den Südwesten des Landes, wo er sich auf Spurensuche nach Daphne DuMaurier und Agatha Christie begibt. Du Maurier lebte in ihrem Haus Menabilly bei Fowey in Cornwall und Agatha Christie wohnte in Greenway in Devon.

Weitere Stationen auf Barretts „Literatour“ sind Janes Austens Bath, Virginia Woolfs Monk’s House in Rodmell und Rudyard Kiplings Bateman’s in Burwash. Im Norden Englands  besucht er natürlich The Brontë Parsonage Museum in Haworth (das er sehr enttäuscht wieder verlässt, weil man ihn dort wirklich unmöglich behandelt), Beatrix Potters Haus Hill Top in Near Sawrey im Lake District  und Dove Cottage in Grasmere, in dem William Wordsworth und seine Schwester Dorothy mehr als acht Jahre gewohnt haben.

Auf seinem Streifzug durch Wales trifft er auf Dylan Thomas und Richard Llewellyn, in Schottland auf Walter Scott und Robert Burns.

Und ein Name taucht immer wieder auf, egal wo sich Frank Barrett gerade aufhält: Charles Dickens, dieser Mann muss seinerzeit unwahrscheinlich viel gereist sein. Ich weiß nicht wieviele Pubs im ganzen Land sich brüsten „Charles Dickens was here“.

Ein sehr empfehlenswertes, interessantes und kurzweilig geschriebenes Buch!

Frank Barrett: Treasured Island. AA Publishing 2015. 272 Seiten. ISBN 978-0-7495-7707-0

The Llandoger Trow Inn in Bristol. Eigenes Foto.

The Llandoger Trow Inn in Bristol.
Eigenes Foto.

Agatha Christie Greenway in Devon. Eigenes Foto.

Agatha Christies Greenway in Devon.
Eigenes Foto.

 Brontë Parsonage Museum.   © Copyright John Darch and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 2. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Richard Earl of Bradford: Stately Secrets: Behind-the-Scenes Stories from the Stately Homes of Britain

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Richard Thomas Orlando Bridgeman, der 7. Earl of Bradford, hat ein Buch geschrieben, das jeden interessieren wird, der einmal wissen möchte, was sich hinter den Kulissen der großen englischen Stately Homes, der großen Herrenhäuser, abspielt und was die Führer der Guided Tours nicht erzählen. „Stately Secrets: Behind-the-scenes Stories from the Stately Homes of Britain“ heißt der vollständge Titel des Buches, das erstmals 1996 im Londoner Verlag Robson Books erschien und derzeit leider nur noch antiquarisch zu bekommen ist. Ich habe es mit großem Vergnügen gelesen und der Earl of Bradford hat es mit einer Prise englischen Humors geschrieben.

Da geht es u.a. um eine Gruppe reicher texanischer Geschäftsleute „The Bombay Bicycle Club of Houston“, die für einige Tage Weston Park, das  Anwesen des Earls of Bradford besuchen, mit Radfahren aber nichts im Sinn haben, da sie alle sehr hübsche junge Damen mitgebracht haben (nicht die eigenen!) mit denen sie sich nach dem Dinner auffallend schnell in ihre Zimmer zurückziehen.
Der Duke of Northumberland berichtet von einem Besuch des Boxers Muhammad Alis auf Alnwick Castle, der so beeindruckt von dem Schloss war, dass er sofort nach dem Kaufpreis fragte.

Im Longleat House, wo der Marquess of Bath residiert, fragte ein amerikanischer Besucher beim Anblick der Great Hall „Is this where Lord Bath holds his balls and dances?“ (muss ich das übersetzen?).

Der 7. Earl of Bradford hat noch weitere Bücher geschrieben, zum Beispiel „My Private Parts and The Stuffed Parrot“ (1984), „The Eccentric’s Cookbook“ (1985), in dem es um „strange concoctions, daring delicacies and potted histories“ geht und „Porters English Cookery Bible„, ein Kochbuch aus dem Restaurant des Autors, Porters, im Londoner Covent Garden, das im vorigen Jahr nach Berkhamsted in Hertfordshire umgesiedelt ist. Hier ist ein Film mit Richard, Earl of Bradford, der Tipps für die richtige Suche nach Restaurants gibt.

Richard, Earl of Bradford: Stately Secrets – Behind-the-scenes Stories from the Stately Homes of Britain. Robson Books 1998. 211 Seiten. ISBN 978-1861050359.

Published in: on 28. Juli 2016 at 02:00  Comments (4)  

The Arthur C. Clarke Award – Die höchste Auszeichnung für Science Fiction-Autoren

Arthur C. Clarke Author: Rob C. Croes / Anefo. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Arthur C. Clarke
Author: Rob C. Croes / Anefo.
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Sir Arthur Charles Clarke (1917-2008) war einer der namhaftesten Science Fiction-Schriftsteller Großbritanniens, der viele Romane und Erzählungen schrieb. Berühmt wurde er durch Stanley Kubricks Verfilmung seiner Kurzgeschichte „The Sentinel of Eternity“ (1951), die 1968 unter dem Titel „2001: A Space Odyssey“ (dt. „2001: Odysee im Weltraum“) in die Kinos kam. Clarke wurde am 16. Dezember 1917 in Minehead in Somerset geboren und wuchs im benachbarten Bishops Lydeard auf. Am 19. März 2008 starb er in Sri Lanka.

Jedes Jahr wird in Großbritannien ein Literaturpreis vergeben, der nach ihm benannt ist, der Arthur C. Clarke Award, und den er mit einer großzügigen Spende auch ins Leben gerufen hat. Was die Dagger Awards der Crime Writers‘ Association für die britische Kriminalliteratur sind, ist der Arthur C. Clarke Award für Science Fiction-Autoren. Erstmals vergeben wurde der Preis 1987 und zwar an Margaret Atwoods Roman „The Handmaid’s Tale„, der in Deutschland unter dem Titel „Der Report der Magd“ erschien.
Ursprünglich erhielten die Preisträger £1000, später dann die Jahreszahl in Pfund Stirling ausgezahlt, in diesem Jahr also £2016.

Emily St John Mandel war 2015 die letzte Preisträgerin. Die Kanadierin wurde für ihren Roman „Station Eleven“ (dt. „Das Licht der letzten Tage“) prämiert. Darin geht es um eine Epidemie, die fast die ganze Menschheit ausgerottet hat.

Der Preis für das Jahr 2016 wird am 24. August in London vergeben. Aus 113 Vorschägen sind 6 in die Shortlist gekommen, aus denen die fünfköpfige Jury den Sieger ermitteln wird.
Hier ist die Shortlist:

Becky Chambers: The Long Way to a Small Angry Planet (Hodder & Stoughton). Die Autorin wurde in Kalifornien geboren und lebt derzeit auf Island; das ist ihr erster Roman. Die deutsche Übersetzung „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ erscheint am 27. Oktober.

Dave Hutchinson: Europe at Midnight (Solaris). Hutchinson wurde 1960 in Sheffield geboren und lebt in London. Dieser Roman schließt an den Vorgänger „Europe in Autumn“ an.

Nnedi Okorafor: The Book of Phoenix (Hodder & Stoughton). Die nigerianisch-amerikanische Autorin ist bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden, darunter mit dem World Fantasy Award und dem Nebula Award for Best Novella.

Iain Pears: Arcadia (Faber & Faber). Pears wurde 1955 in Coventry geboren, ist Journalist, Kunsthistoriker und Schriftsteller und wurde vor allem durch seine Jonathan Argyll-Romane bekannt.

James P. Smythe: Way Down Dark (Hodder & Stoughton). Der erste Band der „Australia“-Trilogie des gebürtigen Londoners, der für The Guardian schreibt.

Adrian Tchaikovsky: Children of Time (Tor). Trotz seines russisch klingenden Namens ist Tchaikovsky Engländer, in Lincolnshire geboren und in Leeds lebend. Er wurde bekannt durch seine „Shadows of the Apt“-Serie.

Arthur C. Clarkes Geburtshaus in Minehead (Somerset) in der Blenheim Road 13.   © Copyright Roger Cornfoot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Arthur C. Clarkes Geburtshaus in Minehead (Somerset) in der Blenheim Road 13.
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Published in: on 19. Juli 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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