Mein Buchtipp – Julian Hunt: A History of Amersham

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Über die Kleinstadt Amersham in Buckinghamshire habe ich in meinem Blog schon viele Beiträge geschrieben, weil sie einer meiner Lieblingsorte in England ist. Darum interessiere ich mich auch sehr für die Bücher, die über Amersham veröffentlicht worden sind. Eines stellte ich schon einmal vor: „Amersham At Work – People and Industries Through the Years“ von William Parker, das im Jahr 2017 erschien.

Bereits 2001 wurde „A History of Amersham“ von Julian Hunt publiziert, das auf 124 Seiten die Geschichte des Ortes zusammenfasst. Amersham besteht ja aus Old Amersham und dem neueren Amersham-on-the-Hill. Der attraktivere Ort ist Old Amersham, der in dem Buch die weitaus größte Rolle spielt.

Julian Hunt beginnt seine Biografie der Kleinstadt in Buckinghamhire mit seiner ersten Erwähnung im Domesday Book und geht sehr ausführlich auf die Familie Drake, später Tyrwhitt-Drake, ein, die über Jahrhunderte den Ort prägte und die bis zum Zweiten Weltkrieg in Shardeloes ihren Wohnsitz hatte, am Ortsrand von Amersham gelegen (heute in Wohnungen aufgeteilt).

Das Buch beinhaltet  jeweils ein Kapitel über die Kirchen (St Mary’s ist heute die Parish Church), über die Coaching Inns (über The King’s Arms habe ich in meinem Blog berichtet), über die Schulen und über die Eisenbahnlinie, die nach Amersham-on-the Hill eingerichtet wurde und die in etwa 40 Minuten Fahrzeit nach London Marylebone führt.

Das Buch ist sehr interessant für alle, die schon einmal in dieser Region von Buckinghamshire waren und die Old Amersham lieb gewonnen haben. Viele historische Fotos veranschaulichen die Geschichte der Stadt.

Julian Hunt: A History of Amersham. Phillimore 2001. 124 Seiten. ISBN 1-86077-187-4.

Shardeloes: Ehemaliger Familiensitz der Drakes.
Photo © Bikeboy (cc-by-sa/2.0)

St Mary’s.
Eigenes Foto.

The King’s Arms.
Eigenes Foto.

Der Bahnhof.
Photo © Peter S (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 15. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – John Higgs: Watling Street – Travels Through Britain and Its Ever-Present Past

Foto meines Exemplares.

Die Römer hatten damals ganz schön zu tun, als sie in England Fernstraßen anlegten wie den Fosse Way und die Watling Street. Um letzere geht es in dem Buch „Watling Street – Travels Through Britain and Its Ever-Present Past“ von John Higgs. Der Autor bereist diese Strecke vom Beginn in Dover an der Südküste von Kent bis zum Endpunkt, Anglesey im Norden von Wales. Heute sind es hauptsächlich die A2 und die A5, die dem Verlauf der Watling Street folgen.

Im Klappentext des Buches wird der Inhalt sehr präzise wiedergegeben: „Watling Street is a road of witches and ghosts, of queens and highwaymen, of history and myth, of Chaucer, Dickens and James Bond. Along this road Boudica met her end, the Battle of Bosworth changed royal history, Bletchley Park codebreakers cracked Nazi transmissions and Capability Brown remodelled the English landscape„.
Es ist also eine Menge passiert entlang der alten Römerstraße.

John Higgs beginnt seine Reise in dem Second World War Tunnelsystem in Dover, er trifft auf interessante Menschen wie zum Beispiel in Northampton auf den berühmten Comicautor Alan Moore, in Atherstone (Warwickshire) verfolgt er das kuriose und beinharte Ball Game (ich berichtete in meinem Blog darüber)und in Weston Park (Staffordshire) besucht er die von Lancelot „Capability“ Brown angelegten Landschaftsgärten.

Ein wirklich hochinteressantes Buch, das viele Anregungen bietet, sich mit den einzelnen angesprochenen Themen weiter auseinanderzusetzen.

John Higgs, 1971 in Rugby geboren (er besucht die Stadt auch auf seiner Reise entlang der Watling Street), hat weitere Bücher zu unterschiedlichen Themen geschrieben, u.a. über die ehemalige Band KLF: „The KLF: Chaos, Magic and the Band who Burned a Million Pounds“ und über den US-amerikanischen Psychologen Timothy Leary: „I Have America Surrounded: The Life of Timothy Leary„.

John Higgs: Watling Street – Travels Through Britain and Its Ever-Present Past. Weidenfeld & Nicolson 2017. 371 Seiten. ISBN 978-1-4746-0347-8.

Teil der alten Watling Street bei Gravesend in Kent.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Ein Tunnel aus dem Zweiten Weltkrieg in Dover.
Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

Die von Capability Brown gestalteten Parkanlagen in Weston Park (Staffordshire).
Photo © Simon Huguet (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 12. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Sarah Freeman: Beside the Sea – Britain’s Lost Seaside Heritage

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In dem Londoner Verlag Aurum Press erschien vor einigen Jahren ein wunderschönes, großformatiges Buch von Sarah Freeman, in dem sie sich mit dem Niedergang der britischen Seebäder beschäftigt: „Beside the Sea – Britain’s Lost Seaside Heritage“ (über das Thema habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben).
Die Autorin erzählt darin von der Blütezeit dieser Orte, als die Menschen scharenweise in den Ferien oder an den Wochenenden aus den Industrieregionen bzw. aus den Großstädten ans Meer strömten, um dort frische Seeluft zu atmen und sich zu vergnügen. In Blackpool, Morecambe, Margate, Hastings, Southport, Scarborough und in vielen anderen Küstenstädten baute man Schwimmbäder, Freizeitparks und Ball Rooms, das Baden im Meer spielte nicht die erste Rolle. Die Menschen wollten sich lieber Vergnügen, tanzen, bei Schönheitswettbewerben zusehen, die Kinder auf Eseln am Strand reiten und bei Punch and Judy-Shows in Begeisterung geraten. Bei schönem Wetter saßen die Besucher zu Tausenden dicht aneinander gedrängt im Sand, aber das schien niemanden zu stören.

Sarah Freeman hat in ihrem Buch viele Bilder zusammengestellt, die dieses muntere Strandleben abbilden. Männer sind darauf erstaunlicherweise häufig im Anzug mit Krawatte zu sehen, auf einem der Fotos spielt ein kleiner Junge, mit kurzen Hosen und ebenfalls mit Jackett und einer Krawatte bekleidet, mit anderen Kindern im Sand. Die Kleiderordnung war früher in britischen Seebädern schon merkwürdig.
Dieser Film zeigt das Strandleben von Blackpool in den 1950er Jahren.

Die Buchautorin schildert in den einzelnen Kapiteln wie es jeweils in den Seebädern zum Niedergang kam. Es waren letztendlich immer die selben Gründe wie das Aufkommen von Billigflügen nach Südeuropa, wo das Wetter in der Regel besser war. Schade, dass viele der historischen Seebädergebäude abgerissen worden sind.

Ich kann das Buch sehr empfehlen; es steckt viel Nostalgie darin, und es macht einfach Vergnügen, sich die vielen Fotos anzusehen.

Sarah Freeman: Beside the Sea – Britain’s Lost Seaside Heritage. Aurum Press 2015. 190 Seiten. ISBN 978-1-78131-305-3.

 

 

Published in: on 5. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Paul Adams, Eddie Brazil & Peter Underwood: The Borley Rectory Companion

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Wer sich mit englischen „haunted houses“ beschäftigt, kommt an einem Haus nicht vorbei: Borley Rectory in Essex. Dieses am 27. März 1939 abgebrannte Gebäude, das fünf Jahre später komplett abgerissen wurde, hat im Laufe von Jahrzehnten so viel Aufmerksamkeit erregt wie kein anderes in ganz Großbritannien. Ich habe mich darüber bereits in einem Blogartikel ausgelassen und darin von meinem Besuch in Borley berichtet. Da das Pfarrhaus nicht mehr existiert, sollen sich einige unerklärliche Phänomene in die Dorfkirche verlagert haben. Noch heute kommen Leute aus dem ganzen Land nach Borley, in der Hoffnung, dort irgendetwas Gruseliges zu erleben (zum Leidwesen der Dorfbewohner). Hier ist ein Film über die Rectory.

Kein Thema in der Welt der englischen Geisterjäger ist so gut und so umfangreich dokumentiert worden wie der Fall Borley Rectory. Zweifler und „Gläubige“ haben Bücher darüber geschrieben, bis in die heutige Zeit. So etwas wie das ultimative Buch zum Thema ist „The Borley Rectory Companion: The Complete Guide To The Most Haunted House in England„, das im Jahr 2009 im Verlag The History Press erschienen ist. Die Autoren sind:

Paul Adams, ein 1966 geborener Schriftsteller, der sich speziell mit paranormalen Phänomenen beschäftigt
Eddie Brazil, in Dublin geboren, jetzt in Buckinghamshire lebend. Schon seit seiner Kindheit interessiert er sich für alles was mit Übernatürlichem zu tun hat
Peter Underwood (1923-2014), einer der ganz Großen in der Welt der englischen Geisterjäger. Er war viele Jahre Präsident des Ghost Clubs.

Die drei Autoren haben alles zusammengetragen, was man über das Phänomen Borley Rectory weiß und daraus eine Enzyklopädie erstellt. Das „Encyclopaedic Dictionary“ beginnt mit „A“ wie Robert Fordyce Aickman, einem Freund der Geisterjäger Harry Price und Peter Underwood und Mitglied des Ghost Clubs, und endet mit „W“ wie Robert Wood, der 1992 ein Buch mit dem Titel „The Widow of Borley“ veröffentlichte, in dem es um Marianne Foyster geht, die in den 1930er Jahren in der Rectory wohnte.

Auf die rund 280 Seiten lange Enzyklopädie folgt eine sehr detaillierte Chronologie der Vorfälle in Borley. Angereichert ist das Buch mit vielen Originalfotos. Hochinteressant für alle, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen möchten!

In diesem Jahr wurde der Film „The Haunting of Borley Rectory“ veröffentlicht, der zum Teil auch in Borley gedreht wurde. Hier ist der Trailer.

Paul Adams, Eddie Brazil & Peter UnderwoodThe Borley Rectory Companion: The Complete Guide To The Most Haunted House in England. The History Press 2009. 384 Seiten. ISBN 978-0-7509-8812-4.

 

 

Published in: on 15. Mai 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Luise Berg-Ehlers: Theodor Fontanes Traumorte – Eine besondere Zeitreise von England über Dänemark und Frankreich nach Italien

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2019 ist das Theodor Fontane-Jahr, denn der Schriftsteller wurde vor 200 Jahren geboren, genauer gesagt am 30. Dezember 1819 in Neuruppin. Allein in Brandenburg, in dem Neuruppin liegt, gibt es in diesem Jahr eine Fülle von Veranstaltungen, die man hier einsehen kann.

Aus Anlass des  Fontane-Jahres hat Luise Berg-Ehlers kürzlich ein Buch veröffentlicht, das den Titel „Theodor Fontanes Traumorte – Eine besondere Zeitreise von England über Dänemark und Frankreich nach Italien“ trägt und in dem sie sich mit den Aktivitäten des Schriftstellers außerhalb Deutschlands beschäftigt. Die Autorin des Buches ist Fontane-Spezialistin, sie hat über ihn promoviert und war Gründungsmitglied der Theodor-Fontane-Gesellschaft Potsdam. Mehrere Jahre lang war sie die 2. Vorsitzende der Gesellschaft.

Wir erfahren also in diesem Buch aus berufenem Mund, dass Fontane auch einige Reisen nach England unternommen hat und von 1855 bis 1859 in London lebte. Diese Zeit hatte einen starken Einfluss auf Fontane, denn „Das Leben in der Millionenstadt ändert seinen Blick auf die Welt nachhaltig und bewirkt, dass er märkischer Provinzialität entwächst„. Vieles gefiel ihm in diesem Land, einiges aber auch nicht, wozu unter anderem die englische Küche gehörte, die er ziemlich verabscheut. Zu seinen Stammlokalen in der britischen Hauptstadt gehörte das Simpson’s-in-the-Strand, das noch heute existiert und eine Institution in London ist. „British classics perfected since 1828“ liest man auf der Homepage des Restaurants, wozu zum Beispiel der Sunday Roast gehört, doch auch dem konnte Fontane nicht viel abgewinnen.

Von 1857 bis 1858 wohnte der Schriftsteller in der St Augustine’s Road Nummer 6 im Norden Londons, einem kleinen schmalen Haus, das mit einer blauen Plakette verziert ist, die an den Wohnort des Schriftstellers erinnert. Der deutsche Botschafter in London Thomas Matussek (von 2002 bis 2006) nahm an der Enthüllung der Plakette teil.

Das erste Kapitel „Die Insel der Briten nicht nur mit der Seele suchend“ beschäftigt sich also mit Fontanes Beziehung zu Großbritannien, die folgenden Kapitel begleiten den Schriftsteller auf seinen Reisen nach Dänemark, Frankreich und Italien.

Wie immer sind die Bücher von Luise Berg-Ehlers auch visuell sehr ansprechend gestaltet und beinhalten zahlreiche Fotos, die sie auf ihren Reisen selbst aufgenommen hat. Ich stellte in meinem Blog bereits drei ihrer auf England bezogenen Bücher vor: „Mit Virginia Woolf durch England„, „Extravagante Engländerinnen“ und „Mit Miss Marple aufs Land„.

Luise Berg-Ehlers: Theodor Fontanes Traumorte – Eine besondere Zeitreise von England über Dänemark und Frankreich nach Italien. Elisabeth Sandmann-Verlag 2019. 136 Seiten. ISBN 978-3-945543-63-4.

Fontanes Haus in der St Augustine’s Road.
Copyright: London remembers.

 

Copyright: London remembers.

Fontanes Stammlokal in London: Simpson’s-in-the-Strand.
Author: Elisa.rolle
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Published in: on 25. April 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Peter Ackroyd: Die Themse – Biographie eines Flusses

Foto meines Exemplares. Ich besitze nur die deutsche Übersetzung.

Foto meines Exemplares 

In meinem Blog habe ich schon mehrere Bücher vorgestellt, die sich mit der Themse beschäftigen, so z.B. Christopher Winn, Derry Brabbs und Hans-Günter Semsek.  Das Nonplusultra aller Themse-Bücher bisher ist aber sicher Peter Ackroyds umfangreiche Darstellung „Thames, Sacred River“ aus dem Jahr 2007, die auch in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Die Themse: Biographie eines Flusses“ (Knaus-Verlag 2008) vorliegt.

Der mit Literaturpreisen überhäufte Peter Ackroyd hat u.a auch eine „Biografie“ über London geschrieben und sich in seinen Büchern mit Thomas More und Charles Dickens auseinandergesetzt.

In seinem Themse-Buch präsentiert er den Fluss von seiner Quelle bei Cirencester bis zur Mündung in die Nordsee, von den Anfängen vor 170 Millionen Jahren bis heute. Unter allen erdenklichen Gesichtspunkten hat Ackroyd die Themse untersucht:
– Der Fluss in der Kunst
– Der Fluss des Kommerzes
– Der Fluss der Arbeit
– Der Fluss des Todes

Ackroyds Themse-Biografie ist ein gewaltiges Werk von über 500 Seiten, davon 7 Seiten Bibliografie; darin steckt ein enormer Aufwand an Recherchearbeit, aber das kennt man ja von dem Autor, dessen Buch über London 800 Seiten umfasst.
Wer sich für die Themse interessiert, dem kann ich dieses Standardwerk sehr empfehlen!

In diesem Film stellt Peter Ackroyd sein Buch vor.

Peter Ackroyd: Thames, Sacred River. Chatto & Windus 2007. 512 Seiten. ISBN 978-0701172848.

Die Themse bei Water Oakley in Berkshire. – Eigenes Foto.

Published in: on 18. April 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Iain Sinclair: London Overground – A Day’s Walk around the Ginger Line

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Man nennt das 2007 in Betrieb genommene Londoner S-Bahnnetz Overground auch Ginger Line, und entlang dieser Eisenbahnlinie geht, wandert, flaniert der Schriftsteller Iain Sinclair, in Gesellschaft von Andrew Kötting, dem wir in meinem Blog schon zweimal begegnet sind, als Produzent der Filme „Gallivant“ und „Swandown„. Iain Sinclair machte sich einen Namen, als er in seinem Buch „London Orbital“ seine Wanderung entlang der Autobahn M25 um London herum beschrieb.

Nun also hat er sich in seinem Buch „London Overground – A Day’s Walk around the Ginger Line“ also die London S-Bahnlinie vorgenommen. Die Zeitung The Independent nennt Sinclair treffend einen „peerless literary wanderer  and street-level cultural archaeologist“ und Scotland on Sunday seinen Schreibstil „edgy and hard-edged prose„. Das Buch ist streckenweise für den Nicht-Briten eine nicht ganz leichte Lektüre, denn Sinclairs Stil ist wortgewaltig und steckt voller Anspielungen, die manchmal nicht sofort nachvollziehbar sind.

Auf der Strecke treffen wir auf lebende und bereits verstorbene Künstler und Schriftsteller wie zum Beispiel auf J. G. Ballard (1930-2009), dessen frühe Werke „The Drowned World“ (dt. „Karneval der Alligatoren“ bzw. „Paradiese der Sonne“) und „Crystal World“ (dt. „Kristallwelt“) ich faszinierend fand. Sinclair begegnet dem Skulpturenkünstler Antony Gormley (Angel of the North), dem expressionistischen Maler Leon Kossoff, und er setzt sich mit Sigmund Freund auseinander, dessen ehemalige Wohnung, 20 Maresfield Gardens in Hampstead, in ein Museum umgewandelt wurde.

Das Buch ist eine hoch interessante Lektüre und erfordert Geduld und Bereitschaft, sich auf Sinclairs Stil einzustellen; ich benötigte einige Zeit, um in das Buch richtig einzutauchen.

Iain Sinclair: London Overground – A Day’s Walk around the Ginger Line. Penguin 2016. 257 Seiten. ISBN 978-0-241-97149-9. (Die gebundene Ausgabe erschien 2015 bei Hamish Hamilton).

Ein Zug der London Overground.
Author: mattbuck.
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Published in: on 13. April 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Tom Quinn: Eccentric London

 

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Tom Quinns Buch „Eccentric London“ wird vom Verlag so beschrieben: „…offers an eye-opening journey through the capital’s most bizarre past and present, and includes many wonderfully eccentric characters, peculiar traditions, inexplicable monuments and eyebrow-raising sculptures“.

Mir hat die Lektüre viel Spaß gemacht und man erfährt in dem Buch eine ganze Menge über Londoner Besonderheiten, die nicht so allgemein bekannt sind. Die Fotografien von Ricky Leaver sind von sehr guter Qualität.
Sortiert sind die „Exzentritäten“ nach Stadtteilen, die auf einem jeweils vorangestellten Stadtplan eingezeichnet sind.

Hier einige Beispiele:

– Der Beefsteak Club in der Irving Street, den es noch heute gibt, feiert das Beefsteak als Symbol für Freiheit und Wohlstand.

– Die „Embankment Lions“ sind in die Mauern der Uferstraßen eingelassene Löwenköpfe, die als Frühwarnsystem für Überflutungen dienten.

– Die Brixton Windmill ist die einzige noch verbliebene Windmühle in dem Süd-Londoner Stadtteil Brixton.

In das Buch haben sich zwar einige Fehler eingeschlichen; trotzdem: Eine interessante Lektüre mit zahlreichen Anregungen für einen London-Besuch.

Tom Quinns Buch ist zwar im Buchhandel vergriffen, kann aber problemlos z.B. bei Amazon antiquarisch gekauft werden.

Tom Quinn: Eccentric London. New Holland Publ. 2005. 128 Seiten. ISBN 978-1843308966

Die Brixton Windmill.
Photo © Robin Sones (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 13. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Oliver Tearle: Britain by the Book – A Curious Tour of Our Literary Landscape

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Dr. Oliver Tearle ist Programme Director for English an der Loughborough University, und der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in der Forschung zur Literatur in der Zeit von 1880-1930, und da beschäftigt er sich speziell mit der Dichtkunst des 20. Jahrhunderts und mit Ghost Stories. Seine Doktorarbeit wurde unter dem Titel „Bewilderments of Vision“ 2013 veröffentlicht. Hier ist er in einem Film zu sehen.

2017 erschien sein Buch „Britain by the Book – A Curious Tour of Our Literary Landscape„, in dem er sich in kurzen Kapiteln mit der literarischen Topografie Großbritanniens beschäftigt, das heißt, er ordnet bestimmte Orte Dichtern und Schriftstellern zu. Schon im Vorwort erfahren wir einige interessante Fakten wie zum Beispiel, dass Sir Arthur Conan Doyle seine Augenarztpraxis in der Nähe der Londoner Baker Street hatte, dort, wo sein berühmter Detektiv Sherlock Holmes wohnte, und dass ihn dort nicht ein einziger Patient aufsuchte.

Ich nenne hier nur einige wenige Schriftsteller-Stadt-Verbindungen, mit denen sich Dr. Tearle in seinem Buch auseinandersetzt:

Bram „Dracula“ Stoker und Whitby im Osten von Yorkshire

Lawrence „Tristram Shandy“ Sterne und Coxwold (North Yorkshire)

Alfred Edward „A Shropshire Lad“ Housman und Ludlow (Shropshire)

John „Paradise Lost“ Milton und Chalfont St Giles (Buckinghamshire)

Anna „Black Beauty“ Sewell und Norfolk

Ein lesenswertes Buch für jeden, der sich für die britische Literaturgeschichte interessiert!

Oliver Tearle: Britain by the Book – A Curious Tour of Our Literary Landscape. John Murray 2017. 230 Seiten. ISBN 978-1-473-66603-0.

The Dracula Experience in Whitby.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Shandy Hall in Coxwold.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Ein A.E. Housman Memorial an der St Laurence Church in Ludlow.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

John Miltons Cottage in Chalfont St Giles.
Author: MortimerCat
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Anna Sewells Haus in Great Yarmouth in Norfolk, in dem sie „Black Beauty“
schrieb.
Photo © Paul Shreeve (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. Februar 2019 at 02:00  Comments (1)  

Mein Buchtipp – Christopher Somerville: The January Man – A Year of Walking Britain

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Christopher Somerville ist Experte für alles, was mit Wandern zu tun hat und schreibt als Reisejournalist für die Times. Mehrere Dutzend Bücher und hunderte von Artikeln hat er schon verfasst. Im April erscheint sein neues Werk, in dem er sich mit einem anderen Thema befasst: „Ships of Heaven: The Private Life of British Cathedrals„.

Im Januar vorigen Jahres veröffentlichte er die Taschenbuchausgabe seines Buches „The January Man – A Year of Walking Britain„, das ich gerade gelesen habe und an dieser Stelle vorstellen möchte. „Month by month, season by season and region by region, Christopher Somerville walks the British Isles„, so steht es auf der Rückseite des Buches zu lesen, wobei er sich an dem Lied „The January Man“ orientiert, das in den 1960er Jahren von Dave Goulder geschrieben wurde und hier zu hören ist.

Christopher Somerville beginnt seine Reise durch Großbritannien im Monat Januar und sie beginnt mit einer Rückerinnerung an seine Kindheit, die er in dem Dorf The Leigh am River Severn in Gloucestershire verbrachte. Hier am überfluteten Blacksmith Lane nimmt er uns mit „down memory lane“; immer wieder hören wir von seiner nicht ganz unkomplizierten Beziehung zu seinem Vater John Somerville, der beim GCHQ, dem Government Communications Headquarters in Cheltenham arbeitete.

Christopher Somerville verfügt über eine wunderschöne Sprache, er interessiert sich sehr für die Tier- und Pflanzenwelt Großbritanniens. und man sollte sich Zeit nehmen für dieses Buch, das vom hohen Norden, der Isle of Foula, eine der abgelegensten Shetlandinseln, bis zur englischen Südküste führt. Hier in Lyme Regis endet das Buch, an einem stürmischen Tag, bei dem die aufgepeitschten Wellen über das Bollwerk The Cobb schlagen.

Ein wirklich sehr schönes Buch! Ich freue mich schon auf die „Ships of Heaven“ (erscheint bei Doubleday am 11. April).

Christopher Somerville: The January Man – A Year of Walking Britain. Black Swan 2018.381 Seiten. ISBN 978-1-7841-6124-8.

Hier am Blacksmith Lane in The Leigh (Gloucestershire) beginnt Christopher Somervilles Buch.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Die einsame Shetlandinsel Foula ist der nördlichste Punkt der Reise.
Photo © Rude Health (cc-by-sa/2.0)

The Cobb in Lyme Regis (Dorset): Das Ende der Reise.
Eigenes Foto.

Published in: on 6. Februar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Mike Salter: The Old Parish Churches of Buckinghamshire

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Dieser heutige Buchtipp richtet sich ausschließlich an diejenigen, die sich sehr intensiv mit Kirchen befassen und genau wissen möchten, wie alt die einzelnen Teile der Gotteshäuser sind. Mit dem Buch in der Hand kann man sich dann vor Ort informieren, aus welchem Jahrhundert der Taufstein, der Altar oder die Kanzel stammen. Mike Salters Buch ist staubtrocken, birgt aber unendlich viele Einzelinformationen. Ein Beispiel möchte ich bringen anhand der Kirche St Mary’s in Old Amersham: „…there is a good 15th century tierceron-vault with foliage bosses in the south porch but the exterior was reface with flints in 1870-72, when the 14th century arcades of four bays were rebuilt„. In dieser Form ist das ganze Buch geschrieben. Stakkatoartig werden die Fakten aufgelistet, keine Geschichten über die einzelnen Kirchen erzählt, das war’s.
This book is inevitably very much a catalogue of dates and names, etc. It is intended as a field guide and for reference rather than to be read  straight from cover to cover“ heißt es denn auch im Vorwort. Die Kirchen werden in Schwarz-Weiß-Fotos dargestellt mit zahlreichen Grundrissen.
Wer damit leben kann, für den ist „The Old Parish Churches of Buckinghamshire“ eine wahre Fundgrube.

Mike Salter hat Dutzende von ähnlichen Büchern geschrieben, in denen er sich die Kirchen, Burgen und andere mittelalterliche Gebäude in den einzelnen Grafschaften Großbritanniens vornimmt.

Mike Salter: The Old Parish Churches of Buckinghamshire. Folly Publications 2010. 119 Seiten. ISBN 978-1-871731-86-6.

Hier sind einige der im Buch vorgestellten Kirchen im Bild:

St Mary’s in Old Amersham.
Eigenes Foto.

St Giles in Stoke Poges.
Eigenes Foto.

St Mary’s in Denham.
Eigenes Foto.

St Mary’s in Haddenham.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 27. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Roz Morris: Not Quite Lost – Travels Without a Sense of Direction; a Diary

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Roz Morris ist eine Londoner Schriftstellerin, die einmal als Autorin zweier Fantasyromane („My Memories of Future Life“ und „Lifeform Three„) und einmal als Verfasserin der „Nail Your Novel„-Ratgeber bekannt geworden ist, in denen sie Handreichungen für das Schreiben von Romanen gibt. Darüberhinaus agiert sie als Ghostwriter für Prominente, die sie aber nicht verrät, und sie hat ein kleines Bändchen mit dem Titel „Not Quite Lost: Travels Without a Sense of Direction; a Diary“ verfasst, in dem Tagebuchaufzeichnungen zu finden sind.

Ich möchte es gleich vorausschicken: Ich bin von dem Buch begeistert! Roz Morris schreibt humorvoll von ihren Reisen durch England, begleitet von ihrem Mann Dave Morris, der ebenfalls Fantasyromane schreibt. Die beiden übernachten gern in Häusern des Landmark Trusts, zum Beispiel in dem Martello Tower bei Aldeburgh in Suffolk, in diesem Fall keine gut Wahl, denn bei ihrem Aufenthalt hatten sie mit einem undichten Dach zu kämpfen. The Wardrobe an der Kathedrale von Salisbury war ein weiterer Landmark Trust Übernachtungsort, wo Mr und Mrs Morris mit den Bodyguards des ehemaligen Premierministers Ted Heath konfrontiert wurden, der nebenan wohnte (die Geschichte spielte sich schon 1997 ab).

Sehr witzig ist  Roz Morris‘ Bericht über die Befahrung des berühmt-berüchtigten Porlock Hills in Somerset (die A39), eine der steilsten A-Straßen Englands, als sie Probleme mit Automatikgetriebe und Bremsen bekommt.

Es ist ein Vergnügen, das Buch zu lesen. Highly recommended!!

Hier ist ein Interview mit Roz Morris über ihr Buch.

Roz Morris: Not Quite Lost: Travels Without a Sense of Direction; a Diary. Spark Furnace 2017. 185 Seiten. ISBN 978-1-909905-92-4.

Der Martello Tower bei Aldeburgh in Suffolk.
Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)

The Wardrobe auf dem Cathedral Close in Salisbury.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

Der Porlock Hill in Somerset.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. Januar 2019 at 02:00  Comments (8)  

Mein Buchtipp – Paul Maunder: The Wind At My Back: A Cycling Life

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In Paul Maunders Leben spielen vor allem zwei Dinge eine entscheidende Rolle: Schreiben und Radfahren. Beides konnte er in seinen bisher publizierten Büchern zusammenfassen. 2017 erschien „Rainbows in the Mud: Inside the Intoxicating World of Cyclocross“ (Bloomsbury Sport); darin beschäftigt er sich mit der Sportart Cyclocross bzw. Querfeldeinrennen, in Deutschland nicht so weit verbreitet.

In diesem Jahr im Mai veröffentlichte Paul Maunder Buch Nummer 2: „The Wind At My Back: A Cycling Life„, eine Autobiografie, die stark geprägt wird von dem Thema Fahrradfahren. Der Autor wächst in Watlington in Oxfordshire auf und zieht mit seinen Eltern nach Henley-on-Thames (ebenfalls in Oxfordshire gelegen). Die Umgebung beider Orte werden von ihm mittels Fahrrad weitläufig erkundet; die Landschaftsbeschreibungen sind sehr gut gelungen. Was mir an dem Buch aber am besten gefällt (ich habe keine besondere Affinität zum Radfahren) sind die Beobachtungen und Gedanken des Autors, die er in sein Buch einfließen lässt. Er schreibt zum Beispiel über seinen Besuch in Greenham Common in Berkshire, Schauplatz der Demonstrationen der Campaign for Nuclear Disarmament, und dem Atomic Weapons Establishment in Aldermaston, nur ein paar Kilometer weiter, zuständig für den Bau und die Entwicklung britischer Atomwaffen.

Paul Maunder macht uns mit den Werken der Naturschriftsteller Richard Jefferies (1848-1887), Adrian Bell (1901-1980) und Harold John Massingham (1888-1952) bekannt. Maunder, der inzwischen in London wohnt, greift immer wieder den Themenbereich Landleben/Stadtleben auf und meint dazu „It’s easy to dismiss Midsomer Murders as cosy Sunday evening viewing, but the programme says a lot about  our troubled modern relationship with the countryside… For most of us, a pastoral life like this isn’t possible, so it’s quite reassuring when someone gets brutally murdered – it gives us a reason to be thankful for living inside the ring road“.

Eine sehr interessante und empfehlenswerte Lektüre!

Paul Maunder: The Wind At My Back: A Cycling Life. Bloomsbury Sport 2018. 266 Seiten. ISBN 978-1-4729-4813-7.

 

Published in: on 31. Dezember 2018 at 02:00  Comments (2)  

Mein Buchtipp – Brian Hoey: We Are Amused – A Royal Miscellany

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Die Hochzeit des Jahres mit Prince Harry und Meghan Markle ist vorbei, auch Princess Eugenie, oder HRH Princess Eugenie Victoria Helena, Mrs. Brooksbank wie sie jetzt heißt, ist in diesem Jahr unter die Haube gekommen.

Wer nach all diesen royalen Festlichkeiten noch immer nicht genug vom britischen Königshaus hat, dem kann ich das Buch „We Are Amused: A Royal Miscellany“ von Brian Hoey empfehlen. Hoey hat schon über 20 Bücher geschrieben, davon die meisten über die Royals wie „At home with the Queen“ oder „Life with the Queen“.

Sein neues Buch ist ein Lexikon nach dem Motto „Alles, was Sie schon immer über das Königshaus wissen wollten“. Es beginnt mit „A“ wie „Abdication and Accession„, also „Abdankung und Thronbesteigung“ und endet mit „Z“ wie „Zara Phillips„, der ältesten Enkelin der Queen. Dazwischen gibt es viel Interessantes zu lesen z.B. über die Gartenparties im Buckingham Palace, die Gehälter, die den Bediensteten bezahlt werden und die (unrühmliche) Rolle der königlichen Corgies.

Eine informative Lektüre für alle Freunde des englisches Königshauses.

Brian Hoey: We Are Amused – A Royal Miscellany. JR Books 2010. 256 Seiten. ISBN 978-1-906779-85-6.

Mein Buchtipp – Dixe Wills: Tiny Britain – A Collection of the Nation’s Overlooked Little Treasures

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Dixe Wills hat eine Vorliebe für alles was klein ist und schreibt darüber in seinen Büchern wie „Tiny Churches, „Tiny Campsites„, „Tiny Islands„, „Tiny Stations„, „Tiny Histories“ und das in diesem Jahr erschienene „Tiny Britain – A Collection of the Nation’s Overlooked Little Treasures„. Letzteres habe ich gerade gelesen und es hat wieder viel Spaß gemacht. „Often overlooked in favour of their bigger, brasher neighbours, these diminutive attractions remind us that small really is beautiful„, so steht es auf der Rückseite des Buches zu lesen.

Ich habe in meinem Blog im Laufe der Jahre schon einige dieser „kleinen Attraktionen“ vorgestellt, die mich immer wieder faszinieren und von denen es im Königreich eine ganze Menge gibt. Hier sind einige Beispiele, die Dixe Wills in seinem Buch näher beschreibt:

The Nutshell in Bury St Edmunds (Suffolk) ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein „Tiny Pub“, der von sich behauptet, der kleinste in ganz Großbritannien zu sein, was das Guinness Book of Records auch bestätigt.

Burnham-on-Sea in Somerset besitzt den kleinsten Pier im Land, der gerade einmal 35 Meter lang ist und nur aus einem Pavillon besteht, in dem man Erfrischungen zu sich nehmen und an Automaten spielen kann.

Die Poohsticks Bridge im Ashdown Forest in East Sussex ist eine „Tiny Bridge“, die durch A.A. Milnes Kinderbuch „Winnie-the-Pooh“ bekannt geworden ist und wo noch heute Wettbewerbe ausgetragen werden, bei denen Stöckchen auf der einen Seite der Brücke in das Flüsschen geworfen werden und Sieger ist, wessen Stöckchen auf der anderen Seite als erstes wieder herauskommt.

Das Buch beinhaltet auch „tiny things“ in Schottland und Wales, wie immer unterhaltsam vom „champion of all things tiny“ geschrieben.

Ein ideales Geschenk für jeden, der Großbritannien mag!

Dixe Wills: Tiny Britain – A Collection of the Nation’s Overlooked Little Treasures. AA Publishing 2018. 320 Seiten. ISBN 978-0-7495-7922-7.

The Nutshell in Bury St Edmunds (Suffolk).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Burnham-on-Sea in Somerset.
Photo © Rob Newman (cc-by-sa/2.0)

Die Poohsticks Bridge im Ashdown Forest in East Sussex.
Photo © David BROOKER (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 12. Dezember 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – D.J. Kelly: Buckinghamshire Spies and Subversives

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„Buckinghamshire has a 600 year history of subversion, sedition and espionage…Many of our stately homes housed wartime codebreakers, eavesdroppers, boffins, intelligence chiefs and even Nazi officers“, so steht es auf D.J. Kellys Buch „Buckinghamshire Spies and Subversives“ zu lesen. Die Autorin, die selbst in Buckinghamshire lebt, in Chalfont St Peter, hat ein hoch interessantes Buch geschrieben, in dem sie sich mit Spionage, Gegenspionage, Umstürzlern und Unruhestiftern beschäftigt, die die Grafschaft jahrhundertelang in Atem gehalten haben.

Männer aus Buckinghamshire waren maßgeblich beim Gunpowder Plot im Jahr 1605 und bei den Swing Riots 1830 beteiligt. Im Ersten Weltkrieg waren zahlreiche Spioninnen im Gefängnis von Aylesbury eingesperrt. Joachim von Ribbentrop, deutscher Botschafter von 1936 bis 1938 in London, der nach der geplanten Invasion Duke of Cornwall werden wollte, residierte im Fulmer Rise Manor in Fulmer. Mehrere Landhäuser in Buckinghamshire dienten britischen, aber auch Abwehrdiensten aus anderen Ländern als Hauptquartier. Die Tschechen nutzten beispielsweise Chicheley Hall als Trainingszentrum, um Agenten auf ihren Einsatz vorzubereiten. Polnische Agenten wurden wiederum in Pollards Park House und in Pollards Wood Grange in Chalfont St Giles ausgebildet.

Das GCHQ, das Government Communications Headquarters, ging aus der Government Code and Cipher School hervor, die im Zweiten Weltkrieg in Bletchley Park angesiedelt war, wo der Enigmacode entschlüsselt wurde.

Abdullah Shaheed Jamal, einer der vier Terroristen, durch deren Anschläge am 7. Juli 2005 in London viele Menschen ums Leben kamen und verletzt wurden, stammte aus Aylesbury. Mehrere Jihadisten, deren geplante Terroranschläge von der Polizei gerade noch verhindert werden konnten, hatten ihren Wohnsitz in High Wycombe.

Das ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus Kellys Buch, das ich allen empfehlen kann, die sich für dieses Thema interessieren.

D.J. Kelly: Buckinghamshire Spies and Subversives. FeedARead Books 2015. 302 Seiten. ISBN 978-1785108471.

Eingang zum Fulmer Rise Manor in Fulmer.
Photo © Shazz (cc-by-sa/2.0)

Chicheley Hall.
Photo © Stuart Taylor (cc-by-sa/2.0)

Bletchley Park, wo der Enigmacode entschlüsselt wurde.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 6. Dezember 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Dixe Wills: At Night – A Journey Round Britain From Dusk to Dawn

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Ich bin ein großer Fan der Bücher von Dixe Wills und habe in meinem Blog schon mehrere vorgestellt, zuletzt „Tiny Histories„. Gerade habe ich die Lektüre seines „At Night – A Journey Round Britain From Dusk to Dawn“ beendet und bin auch von diesem Buch wieder begeistert. Dixe Wills pflegt einen sehr guten Stil und hat einen trockenen Humor. In „At Night“ bewegt er sich im nächtlichen Großbritannien. „Britain by night is a magical kingdom few of us know. A place familiar to us in daylight can seem suddenly strange and unknowable at night„.

Wenn andere Menschen sich die Bettdecke über die Ohren ziehen, hält sich Dixe Wills an unwirtlichen Orten auf wie im Wistman’s Wood mitten im einsamen Dartmoor; das ist ein kleines Wäldchen voller krummer und vom Wind gebeutelter Eichen, in dem es nicht mit rechten Dingen zugehen soll und wo der Teufel angeblich höchstpersönlich residiert. Der Autor berichtet von seiner einsamen Nacht dort oben und erzählt noch die eine und andere Geschichte über die geheimnisvolle Moorlandschaft.

Die nächste Station der nächtlichen Reise ist die Insel Skomer vor der Küste von Pembrokeshire in Wales, die als Brutstätte von unzähligen Atlantiksturmtauchern („Manx shearwater“) bekannt ist. In deren Gesellschaft verbringt Dixe Wills eine Nacht, die von kreischenden, Nahrung herbeischaffenden Vögeln bestimmt ist, die ständig auf der Hut sein müssen, um nicht von den großen Seemöwen attackiert zu werden.

Dann steht eine nächtliche Tour durch den Sherwood Forest an, wo Robin Hood und seine Mannen einst gewirkt haben sollen. Mit seinem Fahrrad macht sich der Autor auf den Weg durch den stockdunklen Wald, wo er eine Reifenpanne erleidet (ohne einen Ersatzschlauch dabei zu haben) und wo, wie durch ein Wunder, mitten in der Einsamkeit des Waldes, ein hilfsbereiter moderner Robin Hood erscheint und ihm mit einem Reserveschlauch aushilft.

Mit dem „Caledonian Sleeper“ unternimmt Dixe Wills eine nächtliche Zugfahrt von Fort William in Schottland nach London, wobei er in seinem Schlafwagenabteil aber nicht die Augen zumacht, sondern die ganze Nacht hindurch wach bleibt und von seinen Eindrücken auf der langen Reise erzählt.

Im letzten Kapitel spaziert der Autor in einer kalten Winternacht auf den Spuren von Charles Dickens durch London. Start- und Endpunkt ist Bethnal Green im East End der Stadt. Während der Tour erfahren wir so manches über den großen Literaten, was wir bisher vielleicht noch nicht wussten.

Mein Fazit: Ein großartiges Buch!!

Dixe Wills: At Night – A Journey Round Britain From Dusk to Dawn. AA Publishing 2015. 272 Seiten. ISBN 978-0-7495-7709-4.

Wistman’s Wood im Dartmoor.
Photo © Alan Hunt (cc-by-sa/2.0)

Skomer Island vor der Küste von Pembrokeshire.
Photo © Hugh Venables (cc-by-sa/2.0)

Robin Hood im Sherwood Forest.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Der „Caledonian Sleeper“ im Bahnhof von Inverness.
Photo © Andrew Abbott (cc-by-sa/2.0)

London bei Nacht. Hier: Die St Paul’s Cathedral.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 3. Dezember 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – David Kidd-Hewitt: Berkshire Tales of Mystery & Murder

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Zum wiederholten Male möchte ich ein Buch von David Kidd-Hewitt vorstellen, der es versteht, mysteriöse Vorfälle auf spannende und interessante Art zu erzählen. „Berkshire Tales of Mystery & Murder“ heißt es,  aus der „Tales of Mystery & Murder“-Serie des Verlages Countryside Books, der in Newbury in Berkshire ansässig ist.

13 Geschichten sind in dem Band versammelt, von denen mich die letzte, „A Brief Moment of Time„, besonders angesprochen hat, da sie sich in der High Street von Cookham ereignet hat, wo ich erst im letzten Jahr war und dort das Stanley Spencer Museum besuchte (ich berichtete in meinem Blog). Hier soll sich im Oktober 1993 ein Fall von „timeslip“, also Zeitverwerfung, zugetragen haben, bei dem ein junges Paar auf dem Weg nach Marlow betroffen war. In Cookham hielten sie Ausschau nach einem indischen Restaurant, in dem sie auf dem darauf folgenden Abend feiern wollten. Als sie schon wieder eine Weile auf der Straße in Richtung Bourne End und Marlow unterwegs waren, befanden sie sich plötzlich wieder auf der High Street von Cookham, genau dort, wo sie gerade eben erst nach dem Restaurant geschaut hatten. Beide waren erschüttert, konnten sich diesen Zeitsprung nicht erklären und werden diese höchst eigenartige Situation bis ans Ende ihres Lebens nicht vergessen.

Dann schreibt Kidd-Hewitt über den bis heute ungeklärten Fall des „Man in the Blue Suit„, der sich am 22. Juni 1929 in der Cross Street in Reading ereignete. Der Inhaber des kleinen Tabakwarenladens Alfred Oliver wurde am Abend von einer unbekannten Person in dem Laden ermordet. Es gab mehrere Passanten, die an dem Abend in der Cross Street einen Mann in einem blauen Jacket gesehen haben wollen, doch dieser Mann (der Mörder?) wurde nie gefunden.

Ein drittes Beispiel: „The Night Lambourn Was Set on Fire„. 1832 wäre um ein Haar das Dorf Lambourn im Westen Berkshires abgefackelt worden, als der Brandstifter John Carter mehrere Brände legte, einen im Red Lion am Market Place und einen in Mr Spicer’s Malthouse Barn. Glücklicherweise konnte das Feuer rechtzeitig bekämpft werden; John Carter wurde für seine Taten am 16. März 1933 in Reading hingerichtet, der letzte in England, der für Brandstiftung die Todesstrafe erhielt.

Ich kann dieses Buch von David Kidd-Hewitt wieder sehr empfehlen, für alle, die einen Nerv für Mysteriöses haben.

David Kidd-Hewitt: Berkshire Tales of Mystery & Murder. Countryside Books 2004. 126 Seiten. ISBN 1-85306-880-2.

Die High Street von Cookham, in der sich der „timeslip“ ereignet haben soll.
Photo © Robert Eva (cc-by-sa/2.0)

Die Cross Street in Reading, Schauplatz eines ungeklärten Mordes.
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

Der ehemalige Red Lion am Market Square von Lambourn, in dem 1832 ein Brand gelegt wurde.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 28. Oktober 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – David Kidd-Hewitt: Buckinghamshire – Stories of the Supernatural

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Von David Kidd-Hewitt habe ich bisher seine beiden Bücher „Buckinghamshire: Tales of Mystery and Murder“ und „Buckinghamshire Heroes“ vorgestellt. In „Buckinghamshire: Stories of the Supernatural“ beschäftigt sich der Autor und Kriminologe mit dem Übernatürlichen in der Grafschaft in der er lebt und da gibt es eine Menge zu berichten. Kidd-Hewitt hat versucht, möglichst Berichte aus erster Hand zu bekommen und diese dann auch zu verifizieren. Herausgekommen ist eine Sammlung sehr ungewöhnlicher Geschichten, in denen Menschen mit Ereignissen konfrontiert worden sind, für die es keine natürliche Erklärung gibt.

In „The Haunted Taplow Hospital“ erzählt Kidd-Hewitt von einem ehemaligen Krankenhaus, dem Canadian Red Cross Memorial Hospital, auf dem Gelände des Cliveden Estates auf dem jetzt das Cliveden Village steht. Dieses Krankenhaus wurde 1986 geschlossen und stand bis zu seinem Abriss im Jahr 2006 leer. In den Räumlichkeiten waren während dieser Zeit noch medizinische Geräte und Betten zu finden, Aktenordner mit persönlichen Unterlagen und Röntgenbilder lagen verstreut auf dem Boden herum und es herrschte eine düstere Atmosphäre. Ideal für Geisterjäger, denn Geschichten häuften sich von unheimlichen Geschehnissen in den Korridoren und Gängen. Ein Wesen, dem man den Namen The Flincher gab, soll sein Unwesen hier getrieben und die Menschen, die sich in das Hospital hineinwagten, zu Tode erschreckt haben.

In einem Kapitel unternimmt der Autor einen „Buckinghamshire Supernatural Pub Crawl“ auf dem wir „haunted pubs“ kennenlernen wie den berüchtigten The Chequers in Old Amersham (ich berichtete bereits ausführlich in meinem Blog über diesen Pub), den Greyhound Inn in Chalfont St Peter, in dem der Hanging Judge George Jeffries im 17. Jahrhundert seine Urteile gesprochen hat.

Ganz besondes mysteriös ist die Geschichte vom Quarrendon Centaur aus dem Jahr 1988, in der zwei Männer und ihr Hund an einem warmen Sommerabend in der Nähe von Aylesbury auf einem Gelände, auf dem einmal ein mittelalterliches Dorf gestanden hat, eine Gestalt sahen, die halb Mensch halb Pferd war. Beide schworen Stein und Bein, dass es sich bei der Kreatur um keine Halluzination gehandelt hatte, und dass ihr Hund in panischer Angst davongelaufen war. Bei seinen Recherchen stellte David Kidd-Hewitt fest, dass es ähnliche Geschichten über solche Zentauren auch in anderen Teilen der Welt gibt.

Ein sehr interessantes Buch, ob man nun an Übernatürliches glaubt oder nicht.

David Kidd-Hewitt: Buckinghamshire: Stories of the Supernatural. Countryside Books 2008. 128 Seiten. ISBN 978-1-84674-118-0

The Chequers in Old Amersham.
Photo © Stacey Harris (cc-by-sa/2.0)

The Greyhound Inn in Chalfont St Peter.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

Quarrendon bei Aylesbury.
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 20. Oktober 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Alles was man schon immer über die Autobahn M 25 wissen wollte

Wer kennt ihn nicht den Motorway 25, Londons 188 Kilometer lange, stets verstopfte Ringautobahn. Margaret Thatcher eröffnete die M 25 im Oktober 1986. Ich bin die Autobahn in Teilstrecken viele Male gefahren und besonders im Westen, dort wo die M 4 auf die M 25 stößt, war immer ein gewaltiger Verkehr. Viel von der Landschaft  kann man nicht sehen, da man stets konzentriert den Verkehr beobachten muss.

Es gibt zwei Bücher, die sich mit der M 25 beschäftigen und die hoch interessant zu lesen sind.

Da ist einmal Iain Sinclairs „London Orbital: A Walk Around the M 25„. Sinclair ist ein Jahr lang mit Unterbrechungen die gesamten 188 Kilometer Autobahn entlang gewandert, was sich manchmal als schwierig erwies, da die Straße teilweise durch Industrieansiedlungen für Fußgänger gar nicht erreichbar war und der Autor Umwege machen musste. In diesem Buch lernt man die Ortschaften näher kennen, deren Namen  man man nur von den Ausfahrtschildern her kennt. Ein sehr empfehlenswertes Buch!

Das zweite Buch heißt „M 25: Travelling Clockwise“ und wurde von Roy Phippen geschrieben. In diesem Buch erfährt man so ziemlich alles, was man über die Ringautobahn wissen sollte. Wer sich z.B. dafür interessiert, wie viele Nieten in der Dartford Bridge verbaut worden sind oder welcher Fluß die M 25 überquert, hier wird er fündig.

Siehe auch meinen Buchtipp Ray Hamilton: „M25 – A Circular Tour of the London Orbital„.

Foto meines Exemplars.

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Published in: on 17. Oktober 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – John Wade: London Curiosities

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Bücher über Londons Kuriositäten gibt es viele, von denen ich in meinem Blog einige vorgestellt habe wie:

Simon Leyland: A Curious Guide to London

David Long: Tunnels, Towers & Temples: London’s 100 Strangest Places

Tom Quinn: Eccentric London

Jamie Manners: The Seven Noses of Soho

Auch John Wade hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und „London Curiosities: The Capital’s Odd & Obscure, Weird & Wonderful Places“ geschrieben, für Besucher der Metropole, die nicht nur den Buckingham Palast, den Trafalgar Square und die St Paul’s Kathedrale sehen wollen. John Wade ist sowohl Journalist als auch Fotograf und war an mehr als 30 Büchern beteiligt, die in Großbritannien und den USA erschienen sind.

Einige der Kapitelüberschriften in John Wades Buch lauten „Weird Houses“, „Windmills and Lighthouses“, „Peculiar Parks “ und Tunnels under London“. Als kleine Appetithäppchen für dieses Buch nenne ich hier einige Beispiele:

Auf einer kleinen Insel im See des St James’s Park liegt die Duck Island und darauf das Duck Cottage, in dem einmal der Dichter Stephen Duck gewohnt hat.

An der Old Bond Street in Mayfair steht eine Bank, die ständig besetzt ist: Von Winston Churchill und Franklin Roosevelt, beide in Lebensgröße und in Bronze. Es bleibt zwischen ihnen etwas Platz, auf den sich gern jemand setzt und sich dort fotografieren lässt.

Im Stadtteil Bermondsey findet man am Mandela Way auf einem kleinen Grundstück einen ausgemusterten russischen Panzer, dessen Rohr in Richtung Stadtverwaltung zeigt. Über die Hintergründe dieser Kuriosität habe ich in meinem Blog geschrieben.

John Wade: London Curiosities: The Capital’s Odd & Obscure, Weird & Wonderful Places. Pen & Sword Books 2017. 211 Seiten. ISBN 978-1-47387-911-9. 

Das Duck Cottage auf Duck Island im St James’s Park.
Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0)

Churchill und Roosevelt machen es sich auf dieser Bank in Mayfair gemütlich.
Photo © John Allan (cc-by-sa/2.0)

Der russische Panzer am Mandela Way.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 11. Oktober 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

M(K)ein Buchtipp – Jon Bounds and Danny Smith: Pier Review – A Road Trip in Search of the Great British Seaside

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Als ich von dem Buch „Pier Review – A Road Trip in Search of the Great British Seaside“ von Jon Bounds und Danny Smith erstmals hörte, musste ich es mir unbedingt kaufen, denn ich fand die Idee der beiden Autoren interessant, binnen zwei Wochen sämtliche Piers in England und Wales aufzusuchen, insgesamt 55 Stück. Mit einem alten Renault Clio brechen sie auf, am Steuer ihr Kumpel Midge, und beginnen die Rundreise in Weston-super-Mare (Somerset) am Grand Pier (Westons Birnbeck Pier ist seit 1994 für die Öffentlichkeit geschlossen). Die Drei beenden ihre Tour gegenüber von Weston-super-Mare an der Seebrücke im walisischen Penarth.

Das klingt alles sehr interessant, aber eigentlich haben Jon, Danny und Midge gar keine richtige Lust auf ihre Fahrt. Sie haken eine Pier nach der anderen ab, finden viele „boring“ (was sicher auch für einige zutrifft); überhaupt findet sich das Wort „boring“ erstaunlich häufig in dem Buch, nur noch getoppt von „fuck“ und „fucking“ („fucking boring as shit“). Die Sprache, mit der die drei Männer untereinander kommunizieren, ist gewöhnungsbedürftig. Sie sind sehr viel mehr mit sich selbst beschäftigt, als mit dem eigentlichen Thema, den Piers, und weil vieles für sie so langweilig ist, suchen sie immer wieder Trost in Pubs und trinken dort jede Menge Bier („We’re drinking to kill time“).

Mit Hilfe von Crowdfunding haben die Männer ein wenig Geld gesammelt und können damit keine großen Sprünge machen; sie übernachten bei Freunden, Bekannten oder im Zelt. Beim Übernachten auf dem kleinen Zeltplatz am Castle Inn in Ramsey (Essex) werden sie von einer Gruppe übler Typen überfallen. Dort im Pub ereignete sich am 22. März 1979 eine Schießerei, bei der der 18jährige flüchtige Verbrecher Paul Howe von einem Polizisten niedergestreckt wurde.

Mein Fazit: Wenn ich noch nie in England war und dieses Buch gelesen habe, würde ich es mir sehr genau überlegen, ob ich wirklich dort hinfahren möchte. Bei den Amazon Customer Reviews kommt „Pier Review“ erstaunlich gut weg, lediglich zwei Rezensenten sind meiner Meinung (“ bad language“, „More interested in talking about themselves than the places that they visit“).

Jon Bounds and Danny Smith: Pier Review – A Road Trip in Search of the Great British Seaside. Summersdale 2017. 319 Seiten. ISBN 978-1-84953-811-4

The Grand Pier in Weston-super-Mare – Beginn der Reise.
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Der Penarth Pier – Ende der Reise.
Photo © John Lord (cc-by-sa/2.0)

The Castle in Ramsey (Essex).
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. Oktober 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Top Ten der britischen Buchbestsellerlisten am 1. Oktober 2018

Hin und wieder werfe ich in meinem Blog einen Blick auf die aktuellen Bücherbestsellerlisten in Großbritannien. Heute nehme ich die Top Ten bei W.H. Smith unter die Lupe, in der Rubrik Sachbücher. Wie so oft werden die Bestsellerlisten auch in dieser Woche wieder von Kochbüchern dominiert, vier Stück finden wir unter den ersten zehn. Hier ist die Liste vom Stand 1. Oktober 2018:

Platz 1. Adam Kay: This is Going to Hurt – Secret Diaries of a Junior Doctor.
Das Buch erscheint auf Deutsch am 17. Dezember 2018 im Goldmann-Verlag unter dem Titel „Jetzt tut es gleich ein bisschen weh: Die geheimen Tagebücher eines Assistenzarztes“. „Kays Tagebücher bringen alles ans Tageslicht, was Sie jemals über den Krankenhausalltag wissen wollten – und auch einiges, was besser im Verborgenen geblieben wäre“, so heißt es in der Vorschau zur deutschen Ausgabe. Adam Kay war Assistenzarzt in einem NHS-Krankenhaus, bevor er unter die Comedians gegangen ist und sich in diesem Genre eine Karriere aufgebaut hat.

Platz 2. The Hubb Community Kitchen: Our Community Cookbook.
Nach dem verheerenden Brand in dem Londoner Hochhaus Grenfell Tower, taten sich Frauen aus unterschiedlichen Kulturen zusammen, die in diesem Viertel wohnen, um für die Nachbarschaft zu kochen und damit auch die Gemeinschaft zu fördern. The Hubb Community Kitchen nennen sie sich, und sie sind über die Grenzen Londons bekannt geworden, als sie kürzlich von Meghan Markle, der Herzogin von Sussex, besucht wurden, die auch das Vorwort zu dem Buch geschrieben hat.

Platz 3. Bob Woodward: Fear – Trump in the White House.
Das Buch erscheint am 8. Oktober 2018 bei Rowohlt auf Deutsch unter dem Titel „Furcht: Trump im Weißen Haus“.
Einer der berühmtesten Journalisten der USA wirft  einen Blick hinter die Kulissen des Weißen Hauses und kommt zu erschreckenden Ergebnissen. Ich habe das Buch gerade gelesen und war davon fasziniert.

Platz 4. Joe Wicks: Joe’s 30 Minute Meals – 100 Quick and Healthy Recipes.
Fitness-Guru Joe Wicks alias The Body Coach beschäftigt sich in seinem Buch erneut mit gesunder Ernährung.

Platz 5. Jamie Oliver: Jamie Cooks Italy.
Das Buch liegt in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Jamie kocht Italien: Aus dem Herzen der italienischen Küche“ im Verlag Dorling Kindersley vor. Einer der bekanntesten Köche Großbritanniens mit seinem aktuellen Buch über Italiens kulinarische Genüsse, basierend auf seiner TV-Serie.

Platz 6. Sir Max Hastings: Vietnam – An Epic Tragedy 1945-1975.
Der Kriegsreporter und Auslandskorrespondent Sir Max Hastings schreibt über die Vietnamkriege, deren letzten er selbst hautnah miterlebte.

Platz 7. Guinness World Records 2019.
Das Buch erschien im September 2018 auf Deutsch unter dem selben Titel im Ravensburger Buchverlag.

Platz 8. Yotam Ottolenghi: Simple.
Gerade vor wenigen Tagen in deutscher Übersetzung unter dem selben Titel bei Dorling Kindersley erschienen.
Die Bücher des israelisch-britischen Kochs werden alle zum Bestseller. Sein aktuelles Buch: „S – short on time: less than 30 minutes I – 10 ingredients or less M – make ahead P – pantry L – lazy E – easier than you think“.

Platz 9. Peter Crouch: How to be a Footballer.
Der ehemalige Fußballnationalspieler Peter Crouch („The funniest man in British sport“), der jetzt für Stoke City spielt und immer für seine Körpergröße auffiel (er misst 2,01 Meter) schreibt über die Welt des Fußballs.

Platz 10. Yuval Noah Harari: Sapiens – A Brief History of Humankind.
Deutsch: „Eine kurze Geschichte der Menschheit“, bereits 2015 im Pantheon-Verlag erschienen.
Der Buchtitel des israelischen Autors spricht für sich selbst.

Published in: on 2. Oktober 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Hidden Villages of Britain: Histories and Tradition Past and Present

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In meinem Blogeintrag über die TV-Serie „Hidden Villages„, moderiert von Penelope Keith, erwähnte ich das Begleitbuch, das ich an dieser Stelle vorstellen wollte und was ich hiermit tue.
Hidden Villages of Britain: Histories and Tradition Past and Present„, so der Titel, ist 2017 im Londoner Batsford Verlag erschienen, und der 1843 gegründete Verlag spielt auch eine Rolle in dieser Veröffentlichung. In den 1930er Jahren bis in die 1950er Jahre erschienen die Batsford Guides, Reiseführer zu einzelnen Regionen Großbritanniens, die nicht zuletzt auch durch die wunderschönen Illustrationen von Brian Cook bekannt geworden sind. Sir Brian Caldwell Cook Batsford, so sein vollständiger Name, wurde 1910 in Gerrards Cross (Buckinghamshire) geboren und starb 1991 in Winchelsea (East Sussex). Er wohnte übrigens eine Zeit lang in dem jetzt zum National Trust gehörenden Lamb House in Rye (East Sussex), gleich um die Ecke vom Mermaid Hotel.
Das erste von Brian Cook entworfene Buch hieß „The Villages of England„, 1932 erschienen, zeigte schon die kräftigen Farben, die zum Markenzeichen der zukünftigen Guides werden sollten.

„Hidden Villages“ übernimmt einige dieser Abbildungen, und das Buch macht sich auf die Spurensuche nach „verborgenen“ Dörfern im heutigen Großbritannien. Darin sind allerdings auch einige Dörfer enthalten, die heute alles andere als „hidden“ sind wie zum Beispiel Clovelly in Devon, Castle Combe in Wiltshire und Goathland in North Yorkshire, die im Sommer ganz schön überlaufen sein können.

Das Buch lebt besonders von dem exzellenten Zusammenspiel zwischen den Cookschen Illustrationen und den hervorragenden Fotos, die ausgewählt worden sind. Es ist eine Freude, in dem Buch zu blättern, und es macht Appetit auf die Fernsehserie, die auch auf DVD erhältlich ist.

Hidden Villages of Britain: Histories and Tradition Past and Present. Batsford 2017. 183 Seiten. ISBN 978-1-84994-448-9

 

Published in: on 28. September 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – David Kidd-Hewitt: Buckinghamshire Tales of Mystery & Murder

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Vor einigen Jahren stellte ich in meinem Blog schon einmal ein Buch von David Kidd-Hewitt vor: „Buckinghamshire Heroes„. Kidd-Hewitt ist Kriminologe und Schriftsteller und hat eine regelmäßige Radioshow beim Sender Wycombe Sound 106.6 FM in High Wycombe. „If it’s wicked, supernatural, mysterious or downright spooky that’s what I write about“, so steht es in seinem Blog zu lesen und genau das finden wir auch in seinem Buch „Buckinghamshire Tales of Mystery & Murder„, das schon im Jahr 2003 erschienen, aber noch lieferbar ist (einen Parallelband „Berkshire Mystery & Murder“ hat er auch geschrieben).

In seinem Buch geht David Kidd-Hewitt sowohl auf bekannte als auch auf weniger bekannte Mordfälle und mysteriöse Geschichten ein, die sich in der Grafschaft Buckinghamshire ereignet haben. In „The Final Resting Place of Ruth Ellis“ rekapituliert er noch einmal den berühmten Fall der Ruth Ellis (die letzte Frau, die in Großbritannien hingerichtet wurde), die ihren Liebhaber David Blakely am 10. April 1955 erschoss. Der „Final Resting Place“ ist der Friedhof von St Mary’s in Old Amersham. Ihr Grab ist nicht markiert (ich habe vergeblich versucht, es aufzuspüren). Siehe zum Fall Ruth Ellis auch meinen Blogeintrag.

Weniger bekannt dürfte „The Tragedy of Alice Turney“ aus Winslow sein, die 1923 ihren vier Monate alten, unehelich geborenen Sohn umbrachte. Sie wurde zum Tod verurteilt, doch die Geschworenen sprachen sich dafür aus, dass sie stattdessen in eine geschlossene Anstalt eingewiesen werden sollte, denn Alice war offensichtlich geistig verwirrt.

In das Jahr 1773 führt der Fall „Like a Rat in a Trap“ zurück. Der Rattenfänger Edward Corbet ermordete in diesem Jahr aus habgierigen Gründen den Bauern Richard Holt auf seiner Farm in Bierton und wurde dafür zum Tode verurteilt. Er war der letzte Übeltäter in Buckinghamshire, der an einem Galgen (gibbet) aufgeknüpft wurde und daran jahrelang hängen blieb, bis kaum noch etwas von ihm übrig war.

David Kidd-Hewitt: Buckinghamshire Tales of Mystery Murder. Countryside Books 2003. 127 Seiten. ISBN 978-1853068096.

Published in: on 8. September 2018 at 02:00  Comments (1)  

Mein Buchtipp – Wendy Hughes: The A-Z of Curious Sussex

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Ende 2017 erschien im Verlag The History Press das Buch „The A-Z of Curious Sussex: Strange Stories of Mysteries, Crimes and Eccentrics“ von Wendy Hughes. Die Autorin hat schon mehrere Bücher über Wales, wo sie geboren wurde, und über Sussex geschrieben wie „Shipwrecks of Sussex“, „Haunted Worthing“ und „Not a Guide to Worthing“. Wendy Hughes ist Mitglied der Society of Woman Writers and Journalists und der Society of Authors; sie hat den Worthy Words Workshop gegründet, eine Schreibwerkstatt, die sich regelmäßig in der Worthing Library trifft, und sie wohnt in Rustington (West Sussex), einem Küstenort, westlich von Worthing.

Immer wenn sie auf Interessantes und Kurioses über ihre Grafschaft aufmerksam wurde, notierte sie sich das, und schließlich reichten ihre Notizen aus, um daraus ein Buch zu machen. In alphabetischer Reihenfolge, von Albourne bis Yapton, stellt sie Ortschaften in East und West Sussex vor, die in irgendeiner Weise Kuriositäten zu bieten haben. In Albourne wurde James Starley geboren, ein Erfinder, der sich zuerst mit Nähmaschinen beschäftigte und dann das Fahrrad weiterentwickelte, so dass er in England als Begründer der Fahrradindustrie gilt. Der Ort Yapton ging in die englische Kriminalgeschichte ein, weil hier The Black Widow lebte, eine Frau, die es immer wieder auf das Leben ihrer Ehemänner abgesehen hatte.

Eine lohnende Lektüre, nicht nur für Freunde der schönen Grafschaften East und West Sussex!

Wendy Hughes: The A-Z of Curious Sussex – Strange Stories of Mysteries, Crimes and Eccentrics. The History Press 2017. 159 Seiten. ISBN 978-0-7509-5604-8.

Albourne in West Sussex.
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)

Yapton in West Sussex.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Published in: on 1. September 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – David McKie: Bright Particular Stars – A Gallery of Glorious British Eccentrics

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Und noch einmal stelle ich in meinem Blog ein Buch von David McKie vor: „Bright Particular Stars – A Gallery of Glorious British Eccentrics„, erschienen im Jahr 2011. Darin nimmt er sich 26 britische Exzentriker und die Orte vor, in denen sie wirkten.

Da ist zum Beispiel das hübsche Cotswolds-Städtchen Broadway (Worcestershire), im Sommer von Touristen überlaufen, in dem im 19. Jahrhundert Sir Thomas Phillipps alles daran setzte, jedes in der Welt erhältliche Buch zu besitzen. Rund 40 000 Bücher und noch mehr Manuskripte soll der Bibliomane besessen haben, wofür er Unsummen ausgab.

Wir treffen auf die Theatertruppe von Alwyn D. Fox, der in den 1950er Jahren immer wieder versuchte, in der Provinz, in Horsham in Sussex, genügend Interessenten für sein Theater zu finden, damit es dort existieren konnte…und begegnen dort einem gewissen Maurice Joseph Micklewhite Jr., der in Horsham seine ersten Schritte ins Rampenlicht unternimmt und der später unter dem Namen Michael Caine weltberühmt wurde.

In Drayton Bassett (Staffordshire), dort, wo jetzt der Drayton Manor Vergnügungspark Besucher anlockt, stand früher das 1929 abgerissene Drayton Manor, in dem mehrere Generationen der Peel-Familie wohnten, deren Oberhäupter alle Robert Peel hießen und nicht ganz leicht auseinander zuhalten sind. Für diese Dynastie gilt das Sprichwort über schnell erworbenes Geld „One generation to make it, one to enjoy it, one to lose it“.

David McKie beschert seinen Lesern wieder einmal viele interessante Lesestunden wie schon in seinen an dieser Stelle vorgestellten Büchern „Great British Bus Journeys„, „Riding Route 94“ und „McKie’s Gazetteer„.

David McKie: Bright Particular Stars – A Gallery of Glorious British Eccentrics. Atlantic Books 2011. 353 Seiten. ISBN 978-1-184887-248-6

 

Published in: on 26. August 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Tom Parker Bowles: Full English – A Journey Through the British and Their Food

Foto meines Exemplares.

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Tom Parker Bowles ist der Sohn von Camilla, Duchess of Cornwall. Er hat sich einen Namen als Journalist gemacht, der sich hauptsächlich mit dem Thema Ernährung beschäftigt und schreibt für mehrere britische Zeitungen. Außerdem kennt man ihn von zahllosen TV-Auftritten in britischen Kochshows. Für sein Engagement für die britische Küche erhielt er 2010 eine Auszeichnung der Guild of Food Writers. Hier ist ein Auftritt von Tom Parker Bowles im US-Fernsehen zu sehen, bei dem es um die English Tea Time geht.

In seinem Buch „Full English: A Journey Through the British and Their Food“ beschäftigt er sich mit den britischen Essgewohnheiten. Er nimmt sich die einzelnen Regionen vor und bringt so einiges Interessante ans Tageslicht, z.B. die Vorliebe einiger Engländer für Innereien (offal), stellt Englands Lieblingsgericht Nummer Eins vor, Chicken Tikka Masala, und beschäftigt sich mit der Herstellung des Cheddar-Käses.

Am jeweiligen Kapitelende bringt er einige für die Region typische Rezepte zum Nachkochen. Für den Norden z.B. „Lancashire Hotpot“, für den Westen „Pigeons in cider with apples“ und für den Osten „Stephen Harris‘ angels on horseback“.
Ein interessantes, angenehm zu lesendes Buch!

Tom Parker Bowles: Full English – A Journey Through the British and Their Food. Ebury Press 2009. 320 Seiten. ISBN 978-0091926687.

Published in: on 15. August 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – John Osborne: Radio Head

Foto meines Exemplares.

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John Osborne ist ein Radio-Besessener. Er hört stundenlang Tag und Nacht englische Rundfunksender und hat aus dieser Begeisterung ein Buch gemacht: „Radio Head: Up and Down the Dial of British Radio“ (bei Simon & Schuster 2009 erschienen).  Einen Monat lang hörte er jeden Tag einen anderen Sender und dabei entdeckte er auch weniger bekannte wie z.B.  BBC Asian Network, Resonance 104.4 FM oder The Jazz.
John Osborne schreibt über Piratensender, den legendären BBC Radio 1-Moderator und DJ John Peel und führt Interviews mit Mark Radcliffe (BBC Radio 2) und Nicholas Parsons (BBC Radio 4).

Osborne reizte es, auch selbst bei einem Rundfunksender tätig zu werden, was ihm auch gelingt und so arbeitet er für Future Radio 96.9 in Norwich (Norfolk), wo er zum Beispiel „The People’s Playlist“ moderiert.

Eine sehr interessante und amüsante Reise durch die englische Rundfunklandschaft!

Siehe auch meine Buchempfehlung von John Osbornes „Don’t Need The Sunshine„, in dem er sich mit britischen Seebädern beschäftigt.

John Osborne: Radio Head: Up and Down the Dial of British Radio. 289 Seiten. ISBN 978-1-84737-230-7.

Published in: on 29. Juli 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – David McKie: McKie’s Gazetteer – A Local History of Britain

Foto meines Exemplares.

1374 Gramm wiegt „David McKie’s Gazetteer: A Local History of Britain„, zwar schon 2008 erschienen, aber nach wie vor sehr zu empfehlen. Ein richtig schweres Buch, aber leicht zu lesen. Wer meinen Blog verfolgt, merkt vielleicht, dass ich eine Schwäche für die Bücher David McKies habe; kürzlich stellte ich sein „Riding Route 94 – An Accidental Journey through the Story of Britain vor, früher schon „Great British Bus Journeys: Travels Through Unfamous Places“. 

Sein Gazetteer (=lexicon of geographical places) beinhaltet „A treasure trove of fascinating and unfamiliar stories from the localities of Britain, born of a lifetime exploring our country’s hidden history„, so steht es im Buch zu lesen. Die Reise durch Großbritanniens Geschichte, festgemacht an geografischen Orten, beginnt in alphabetischer Reihenfolge mit dem Flüsschen Aan in den schottischen Grampians (heute Water of Aven genannt) und endet mit dem Zoze Point (heute Zone Point) an der Südspitze der Roseland Peninsula in Cornwall. Auf 668 Seiten werden wir mit Geheimnissen, Skandalen, exzentrischen Menschen konfrontiert, viele der in dem Buch wiedergegebenen Geschichten sammelte der Autor während seiner jahrzehntelangen Arbeit als Journalist (er war lange beim Guardian beschäftigt). Fast alle in seinem Buch vorgestellten Orte hat er extra für sein schwergewichtiges Werk noch einmal aufgesucht und dabei Tausende von Meilen zurückgelegt. Das Buch kann man in einem Rutsch von vorn bis hinten lesen, wie ich es getan habe, oder darin einfach nur darin blättern und sich überraschen lassen, was David McKie alles so zu erzählen hat. Es lohnt sich wirklich! Das Buch ist zwar vergriffen, doch man kann es gebraucht schon für wenige Euros bekommen.

David McKie: McKie’s Gazetteer – A Local History of Britain. Atlantic Books 2008. 668 Seiten. ISBN 978-1- 84354-654-2.

Der erste Eintrag des Buches: Der River Aan bzw. Water of Aven in Schottland.
Photo © William Starkey (cc-by-sa/2.0)

Der letzte Eintrag des Buches: Zoze Point bzw. Zone Point in Cornwall.
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 22. Juli 2018 at 02:00  Comments (1)