Mein Buchtipp – Jamie Collinson: Cambridge Student Pranks – A History of Mischief & Mayhem

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Schon seit Jahrhunderten hatten die Studenten der Universitätsstädte Oxford und Cambridge ihren Spaß daran, anderen Streiche zu spielen. Jamie Collinson hat in seinem Buch „ Cambridge Student Pranks – A History of Mischief & Mayhem“ einige davon zusammengestellt (über den Parallelband “ Oxford Student Pranks – A History of Mischief & Mayhem“ werde ich demnächst berichten).

Da ich selbst eine Vorliebe für „pranks“ und „hoaxes“ habe, findet man in meinem Blog einige meiner Favoriten wie die Geschichte vom Sultan von Sansibar, den Dreadnought Hoax und vor wenigen Tagen erst den Streich, in dem ein imaginärer Schulleiter einer imaginären Schule im Mittelpunkt steht.

Jamie Collinson, der Autor des Buches, absolvierte das Sidney Sussex College in Cambridge und ist heute Managing Director der Firma Cambridge Software Ltd. In seinem Buch erzählt er auch die Geschichte eines der wohl berühmtesten (und aufwändigsten) Streiche, die jemals in der Universitätsstadt stattgefunden haben: Der Austin Seven auf dem Dach des Senate House. Eine Gruppe von Studenten hatte sich im Juni 1958 zusammengefunden, um ein Auto des Typs Austin Seven auf das Dach dieses Hauses zu hieven, was mit wochenlangen Vorbereitungen verbunden war und was dann in einer Nacht-und-Nebel Aktion durchgeführt wurde. Sogar die überregionale Presse berichtete von diesem außergewöhnlichen Streich. Ein Problem stellte sich den Verantwortlichen, die das Auto wieder vom Dach herunterholen mussten, was nicht gelang und so wurde der Austin Seven oben mit Schweißbrennern in mehrere Teile zerlegt, die man dann leichter „entsorgen“ konnte.

Das Buch ist mit kleinen witzigen Zeichnungen von Catherine Cox und mit Schwarz-Weiß-Fotos illustriert. Ich kann es nur allen empfehlen, die einen Nerv für diese schrägen Späße haben!

Jamie Collinson: Cambridge Student Pranks – A History of Mischief & Mayhem. The History Press 2012. 124 Seiten. ISBN 978-0-7524-5395-8.

Das illuminierte Senate House, auf dessen Dach der Austin Seven gehievt wurde.
Photo © David Purchase (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 28. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – Gareth E. Rees: Car Park Life – A Portrait of Britain’s Unexplored Urban Wilderness

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Heute möchte ich eines der interessantesten Bücher vorstellen, die ich seit langem gelesen habe, das im Oktober diesen Jahres erschienene „Car Park Life – A Portrait of Britain’s Unexplored Urban Wilderness“ von Gareth E. Rees.

Zugegeben, es ist schon etwas exzentrisch, sich mit intensiv dem Thema „Parkplätze“ zu beschäftigen, in diesem Falle mit Parkplätzen von Supermärkten und Einkaufszentren. Was kann man da schon groß darüber berichten? Außer Autos und deren Insassen gibt es da doch nichts, oder? Stimmt nicht! Überall, wo Gareth Rees hinkommt, muss er einfach die Parkplätze von Morrison’s, Sainsbury’s, ASDA, Tesco und wie sie alle heißen, aufsuchen, sie haben alle ihre Besonderheiten und es passiert dort eine Menge, nur sehen es die meisten „Shopper“ nicht. Da wird mit Drogen gehandelt, es passieren Verbrechen, sogar Morde, Jugendliche benutzen sie, um dort Skateboard zu fahren oder mit ihren Autos zu nächtlicher Stunde gefährliche Kunststücke zu vollbringen, sexuelle Handlungen werden in den Autos vollzogen und und und.

Von Schottland bis nach Cornwall hat Gareth Rees Parkplätze aufgesucht, und er hat auch hinter die Supermärkte geschaut, hinter Restaurants wie KFC, Pizza Express und McDonald’s, um zu sehen wie es dort aussieht, wo manchmal Rattenfallen aufgestellt sind und wo Unrat jeglicher Art abgeladen wird.

Der Autor besucht zum Beispiel Bristols Cribbs Causeway Retail Park, ein riesiges Einkaufszentrum mit 7000 Parkplätzen, in dem alle die üblichen Verdächtigen zu finden sind wie Argos, B&Q, Costa Coffee, Currys, KFC, John Lewis, um nur einige zu nennen. Beim vierten World Congress of Psychogeography in Huddersfield (West Yorkshire) führt er eine Gruppe von Teilnehmern über die Parkplätze von Sainsbury’s und Tesco.

Das Buch ist nie langweilig, fesselnd zu lesen und auch traurig, als Rees über seine zerbrochene Ehe berichtet.

Es gibt noch ein weiteres Buch, das sich mit dem Thema beschäftigt: „Parking Mad: Car Parks From Heaven (or Hell)“ von Kevin Beresford, das 2006 erschien.

Auch in den USA wurden Bücher über Parkplätze geschrieben, und das Thema findet seinen Niederschlag in zahlreichen Songs, von denen ich hier stellvertretend nur zwei Countrysongs nennen möchte: Chris Cagles „Wal-Mart Parking Lot“ und Jordan Davis‘ „Slow Dance in a Parking Lot„.

Nach der Lektüre des Buches fährt man mit ganz anderen Augen auf den Parkplatz eines Supermarkts.

Gareth E. Rees: Car Park Life – A Portrait of Britain’s Unexplored Urban Wilderness. Influx Press 2019. 240 Seiten. ISBN 978-1-910312-35-3.

Cribbs Causeway Retail Park in Bristol.
Photo © don cload (cc-by-sa/2.0)

Sainsbury’a in Huddersfield.
Photo © Alex McGregor (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – David Skelton: Little Platoons

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Das im September 2019 erschienene Erstlingswerk von David Skelton trägt den Titel „Little Platoons: How a Revived One Nation Can Empower England’s Forgotten Towns and Redraw the Political Map„. Das zentrale Thema des Buches klingt im Untertitel an, die „Forgotten Towns„, das sind die Städte im Norden Englands, die früher durch Kohlebergbau und Stahlindustrie prosperierten und die nach dem Niedergang der Schwerindustrie am Boden lagen bzw. noch liegen.
Am Beispiel von Consett im County Durham (siehe dazu meinen Blogeintrag), wo der Autor des Buches aufgewachsen ist, zeigt er, dass die Regierungen in London an diesen abgehängten Regionen nur wenig Interesse bekundeten. Die Kohlekumpels und die Stahlarbeiter hatten plötzlich keine Jobs mehr, die Folge: Eine hohe Arbeitslosenquote, wachsender Drogen- und Alkoholkonsum, Hoffnungslosigkeit und teilweise auch Abwanderung in den Süden des Landes. Beim Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU 2016 stimmten aus Frustation besonders viele Menschen aus dem Norden Englands für den Brexit.

David Skelton wirbt in seinem Buch für eine neue Vision des sogenannten One Nation-Konservatismus, und ich zitiere hier die Wikipedia:

Der Begriff One-Nation-Konservatismus geht auf eine Äußerung des damaligen Premierministers Benjamin Disraeli zurück. Er meinte, es gäbe eigentlich zwei Nationen im Land: eine der Reichen und eine der Armen, die kaum miteinander in Kontakt stünden. Er betrachtete es als seine Aufgabe, soziale Harmonie zwischen den verschiedenen Klassen und gesellschaftlichen Gruppen herzustellen„.

Skelton meint, dass eine starke Regierung für eine ausgeglichenere Gesellschaft sorgen und verkrustete Strukturen aufbrechen kann. Indem man die abgehängten und vernachlässigten Kommunen wiederbelebt und den Menschen dort neue Perspektiven aufzeigt, können diese auch wieder die Kontrolle über ihr Leben und ihre Zukunft bekommen.

Ein sehr lesenswertes Buch, das hin und wieder auch an die deutsche Ost-West-Problematik erinnert; das Thema „abgehängte Dörfer und Städte im Osten“ ist auch in unserem Land aktuell.

David Skelton: Little Platoons: How a Revived One Nation Can Empower England’s Forgotten Towns and Redraw the Political Map. Biteback Publishing 2019. 284 Seiten. ISBN 978-1-78590-512-4.

The Old Transformers, östlich von Consett, erinnern an die ehemalige Kohle- und Stahlindustrie.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 20. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Ben Fogle: English – A Story of Marmite, Queuing and Weather

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Was der 1973 geborene Ben Fogle in seinem Leben alles schon gemacht hat, ist unwahrscheinlich: Er hat den Mount Everest bestiegen, hat in einem Ruderboot den Atlantik überquert, war am Südpol und hat den Dschungel von Papua-Neuguinea durchquert. Er hat Dutzende von TV-Dokumentationen erstellt, war Moderator der beliebten BBC-Sendung „Countryfile“ und moderiert bei ITV die ähnlich gelagerte Serie „Countrywise„. Außerdem hat er bisher neun Bücher geschrieben, darunter eines über den Land Rover und eines über die Hunderasse Labrador. So verwundert es nicht, dass der Mann bereits in jungen Jahren als Wachsfigur in Madame Tussaud’s Museum in Blackpool verewigt worden ist.

In „English – A Story of Marmite, Queuing and Weather“ macht sich Ben Fogle Gedanken über das „Englisch-Sein“, was ist das Besondere an den Engländern, wie ticken die Menschen auf der Insel? Das Buch erinnert mich an Kate Fox‘ „Watching the English“, das ich in meinem Blog bisher noch nicht vorgestellt habe.
In Fogles Buch werden wir mit allen Themen konfrontiert, die man allgemein für typisch englisch hält: Dazu gehören beispielsweise die Haßliebe für den Brotaufstrich Marmite, die Bedeutung des Tees in der Gesellschaft, das „Queuing„, also die Kunst des Schlangestehens, die Wellington Boots, die beinahe jeder Engländer besitzt, die Shipping Forecast, die sich Millionen Menschen täglich anhören, ohne dass sie davon in irgendeiner Weise betroffen sind, bizarre Sportarten, Exzentriker und natürlich das Thema Nummer 1, das Wetter.

Ben Fogle versteht es, sehr amüsant zu schreiben, so dass man beim Lesen immer ein Lächeln auf dem Gesicht hat, und nach der Lektüre kann man wirklich sagen: Jetzt verstehe ich die Engländer besser. Ein richtig tolles Buch!! Ich war traurig, als ich es zu Ende gelesen hatte, ich hätte mich über ein paar hundert Seiten mehr sehr gefreut.

Ben Fogle: English – A Story of Marmite, Queuing and Weather. William Collins 2018. 291 Seiten. ISBN 978-0-00-822228-4.

Published in: on 4. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – John Ambrose Hide: Black Plaques – Memorials to Misadventure – London

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In meinen Blogeinträgen ist häufig von Blue Plaques, von blauen Plaketten an Hauswänden, die Rede, die daran erinnern, wer dort einmal gewohnt hat. Es gibt Bücher darüber und Webseiten, aber es sind fast immer die blauen Plaketten, die in England eine Rolle spielen, schwarze gibt es nicht. Und trotzdem ist in diesem Jahr im Verlag History Press ein Buch erschienen mit dem Titel „Black Plaques: Memorials to Misadventure – London“ von John Ambrose Hide. Darin geht es um virtuelle Plaketten, die es also in Wirklichkeit nicht gibt, die es aber geben könnte. Schwarz, weil sie auf Geschehnisse der Vergangenheit hinweisen, auf „awkward stories„, und solche Plaketten möchte niemand gern an seiner Hauswand haben. In diesem Band geht es also um London (vielleicht folgen noch weitere Bände für andere Landesteile). Der Autor warnt seine Leser schon in der Einführung des Buches über den Charakter seiner Geschichten, die gespickt sind mit „lewd and lurid details that are perhaps not everyone’s cup of tea„; „Black Plaques mark sites where, to put it bluntly, shit happened„.

Da berichtet John Ambrose Hide beispielsweise unter der Überschrift „Anatomy Theatre“ über das in den 1970er Jahren Royalty Theatre genannte Gebäude (das spätere Peacock Theatre), in dem Paul Raymond seine für damalige Begriffe sehr extravaganten Revuen aufführte wie die Great International Nude Show und die Royalty Follies (letztere erwiesen sich für Raymond als finanziell desaströs).

In „Breeding Ground“ hören wir die Geschichte vom Schomberg House in der Straße Pall Mall 80-82, in der ein Dr James Graham einen luxuriösen Treffpunkt für Pärchen einrichtete, der die optimale Umgebung bieten sollte, um dort perfekte Kinder zu zeugen, denn der gute Doktor war der Meinung, dass der Zustand des britischen Nachwuchses, sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht, sehr zu wünschen übrig ließ (s. dazu auch meinen früheren Blogeintrag).

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel vorwegnehmen; wer das Buch liest, wird sich streckenweise amüsieren, manchmal aber auch erschauern ob der schrecklichen Dinge, die sich einst in der britischen Metropole abgespielt haben. Ein sehr empfehlenswertes Buch dieses Erstlingswerk von John Ambrose Hide!!

John Ambrose Hide: Black Plaques – Memorials to Misadventure – London. The History Press 2019. 360 Seiten. ISBN 978-0-7509-8995-4.

Das Peacock Theatre in der Portugal Street (Holborn).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Das Schomberg House in der Straße Pall Mall.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 22. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Victoria Mather and Sue Macartney-Snape : There’ll Always be an England

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Social stereotypes from the Daily Telegraph„, so steht es auf dem Umschlag des Buches „There’ll Always be an England„, geschrieben von Victoria Mather und gezeichnet von Sue Macartney-Snape.
Über 15 Jahre erschien die wöchentliche Kolumne „Social stereotypes“ in der Tageszeitung Daily Telegraph, und daraus entstanden schon mehrere Bücher, von denen „There’ll Always be an England“ das zuletzt erschienene ist.

Victoria Mather ist Reisejournalistin, Sue Macartney-Snipe ist eine sehr erfolgreiche Karikaturistin, auch als „Wodehouse of Art“ bezeichnet, über deren Bilder der britische Schriftsteller John Julius Norwich einmal gesagt hat „They illustrate the English social scene more brilliantly and with greater accuracy than those of any other painter working today“.

In dem hier von mir empfohlenen Band geht es unter anderem um den Nichtraucher, den Milchmann, den Opernhasser  oder das heimwehkranke Kind, aber es geht nicht nur um Personen, sondern auch um andere Themen wie „Decorating the church“ oder „The afternoon snooze“.
Text und Bild sind jeweils wie aus einem Guss, englischer Humor „at its best“.

Hier einige weitere Titel aus der Reihe:
The wicked teenager
The appalling guests
The smelly dog
The mid-life crisis usw.

Alles sehr nett zu lesende Bücher und ideale Geschenke für Englandfans.

Victoria Mather and Sue Macartney-Snipe: There’ll always be an England.
London: Constable & Robinson 2010. 126 Seiten. ISBN 978-1849015578.

Published in: on 12. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Dee Gordon: Essex’s Own

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Es ist zwar schon zehn Jahre her als Dee Gordons Buch „Essex’s Own“ erschien, und so einiges bedürfte einer Aktualisierung, trotzdem ist es interessant zu lesen. Vielen im Lande fällt, wenn sie den Namen der Grafschaft Essex vor den Toren Londons hören, erst einmal „Essex Girls“ ein, ein Begriff, der die jungen Frauen von dort in einem eher ungünstigen Licht erscheinen lässt, ein bisschen vulgär, kurze Röcke, tiefe Dekolletés, immer auf der Suche nach einem amourösen Abenteuer.

Dee Gordons Buch beinhaltet Kurzbiografien von Prominenten, die in irgendeiner näheren Beziehung zu der Grafschaft stehen, und da sind auch Essex Girls dabei, allerdings keine, die in das oben erwähnte Klischee passen.

Da ist beispielsweise die Krimiautorin Ruth Rendell (1930-2015), die vor allem durch ihre Inspector Wexford-Romane weltweit bekannt wurde (ich persönlich ziehe ihre anderen Krimis vor). Ruth Rendell arbeitete zu Beginn ihrer Karriere bei der Lokalzeitung Chigwell Times, die in Essex erschien und die es heute nicht mehr  gibt. Geboren wurde sie 1930 in South Woodford, das bis zum Jahr 1965 zu Essex gehörte, dann Greater London zugeschlagen wurde.
Weitere Essex Girls sind die Sängerinnen Sandie Shaw und Sade. Sandie wurde 1947 in Dagenham geboren (auch dieser früher in Essex gelegene Ort wurde 1965 in London eingemeindet), Sade (eigentlich Helen Folesade Adu, 1959 in Nigeria geboren) lebte als Teenager in Clacton-on-Sea und besuchte die dortige High School.

Dee Gordons Buch porträtiert natürlich auch „Essex Boys“, darunter ist der Kultautor Douglas Adams (1952-2001), der einen Teil seiner Kindheit in Brentwood und in Stondon Massey verbrachte, der Jazzmusiker Kenny Ball (1930-2013), der in Essex geboren wurde und dort auch starb, und die Fußball-Ikone Bobby Moore (1941-1993), der in Barking (damals Essex, heute Greater London) geboren wurde, eine Zeit lang die Mannschaft von Southend United trainierte und einige Jahre in Leigh-on-Sea wohnte.

Die Autorin ist selbst ein Essex Girl und hat viele weiterer Bücher geschrieben, die meisten über Essex und speziell Southend-on-Sea, wo sie auch wohnt.

Dee Gordon: Essex’s Own. The History Press 2009. 127 Seiten. ISBN 978-0-7509-5121-0.

Southend-on-Sea in Essex.
Photo © Oliver Mills (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – Rosie Sanders: Rosen – Meisterin der Blumenkunst

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Wenn man einmal ein Buch sucht, das zur Entschleunigung, Entspannung und zum Wohlbefinden beitragen soll, dann kann diese Dienste Rosie Sanders‚ „Rosen: Meisterin der Blumenkunst“ in einzigartiger Weise leisten. Die Farbexplosionen der rund 80 Rosenporträts der englischen Künstlerin nehmen den Betrachter sofort gefangen und führen ihn in eine andere Welt, in der die Trumps und Johnsons unserer Zeit nicht existieren. Schade, dass es (noch) keine Bücher gibt, die man auch riechen kann, der Duft der Rosen in diesem Buch muss betörend sein. Rosie Sanders (was für ein passender Vorname!) hat bis auf eine Ausnahme nur Rosen aus ihrem eigenen Garten in Devon gemalt: Da ist David Austins zerzauste Mortimer-Sackler-Rose zu sehen, in deren Porträt Kobaltviolett vorherrscht, die sonnengelbe Celebration, ebenfalls von Großbritanniens Rosenzüchter Nummer Eins kreiert, und eine wunderschöne Tuscany Superb („red as a cherry harvest“).

Rosie Sanders hat jedem Gemälde einen Namen gegeben: Das Porträt eines Rosenbuschs heißt „Lied von der Erde„, nach Gustav Mahlers Komposition, bei der Betrachtung einer Rose kam ihr Pink Floyds (auch das wäre ein treffender Name für eine Rose) „The dark side of the moon“ in den Sinn, und als ich mir das wunderschöne Gemälde einer Rose namens „Summer Wine“ ansah, musste ich unwillkürlich an den gleichnamigen Song von Lee Hazlewood und Nancy Sinatra denken.

Die kurzen Begleittexte zu jedem Bild stammen ebenfalls von Rosie Sanders und entsprechen jeweils der Stimmung in der sie war, als sie die Pinsel in die Hand nahm, um ihre Rosen detailgetreu auf die Leinwand zu versetzen.

Die sehr interessante Einleitung „Eine kleine Geschichte der Rose“ schrieb Jane McMorland Hunter, die selbst mehrere Gartenbücher veröffentlicht hat.
Das wunderschöne Coffee Table-Book ist gerade Ende September, zeitgleich mit dem englischen Ausgabe, erschienen.

Von Rosie Sanders liegen bereits das im gleichen Verlag 2015 erschienene „Überwältigende Blüten“ vor und das 2012 veröffentlichte „Apfel-Buch“ (Delius Klasing-Verlag). Angekündigt für den 5. Januar 2020 ist das Buch „Winterblumen“ (auch im Verlag Elisabeth Sandmann).

Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin lebt in Bovey Tracey (Devon) am Rand des Dartmoors in dem einstöckigen weißen Front House am Anfang der schmalen East Street. Hier ist ein Film über sie.

Rosie Sanders: Rosen – Meisterin der Blumenkunst. Elisabeth Sandmann-Verlag 2019. 144 Seiten. ISBN 978-3-945543-70-2.

Published in: on 30. September 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Steven Primrose-Smith: Route Britannia – A Spontaneous Bicycle Ride through Every County in Britain Teil 1 und 2

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Steven Primrose-Smith ist mit seinem 2001 in Österreich gekauften KTM-Fahrrad schon mehr als 50 000 Kilometer kreuz und quer durch Europa gefahren und hat darüber in seinen Büchern „No Place Like Home, Thank God“ und „Hungry For Miles“ berichtet. In seinem Heimatland Großbritannien hatte er sich vorgenommen, ebenfalls per Fahrrad und Zelt, sämtliche 97 Grafschaften abzuklappern, was er dann auch tat und darüber in seinen beiden Büchern „Route Britannia – A Spontaneous Bicycle Ride through Every County in Britain „, aufgeteilt in Teil 1 „The Journey South“ und Teil 2″ The Journey North„, geschrieben.

Ich kann die beiden Bücher sehr empfehlen, denn sie sind zum einen sehr witzig geschrieben und bringen zum anderen viele, oft recht kuriose, Informationen über die bereisten Gebiete. Steven Primrose-Smith beginnt die 8000 Kilometer lange Fahrradtour in Liverpool, die ihn im Zickzack durch alle Grafschaften von Wales und des südlichen Englands führt. Teil 2 der Reise beginnt in Bedfordshire, führt in den hohen Norden nach Schottland und endet in Blackpool in Lancashire.

Gleich am Beginn der Tour erfahren wir, dass Liverpool die „breast augmentation capital of the world“ und das nicht weit entfernte St Helens (Merseyside) die „teen pregnancy capital“ Großbritanniens ist. Und da in St Helens auch noch extrem viele übergewichtige Menschen wohnen (73%) stellt Primrose-Smith die kühne These auf, dass die vielen übergewichtigen Mädchen dort wohl nicht schnell genug vor den geilen Männern von St Helens weglaufen können (tongue-in-cheek!!).

Es macht einfach Spaß, diese beiden Bücher zu lesen, denn der Autor verfügt über einen wunderbaren Humor!

Noch einige ergänzende Worte zum Autor. Steven Primrose-Smith stammt aus Blackburn (Lancashire). Er hat Englisch, Mathematik und Philosophie studiert. Im Jahr 2009 wäre er fast an einer Gehirnblutung gestorben, zurückzuführen auf einen sehr hohen Blutdruck. Seitdem ist sein Lebensmotto „Wenn du etwas tun möchtest, dann tue es jetzt, sonst könnte es vielleicht zu spät sein“.

Steven Primrose-Smith: Route Britannia – A Spontaneous Bicycle Ride through Every County in Britain Teil 1 und 2. Rosebery Publications 2016/2017. 277 bzw. 263 Seiten. ISBN 978-1540516374 bzw. 978-1974098323.

Published in: on 11. September 2019 at 02:00  Comments (3)  

Mein Buchtipp – Neil Clark: Stranger Than Fiction – The Life of Edgar Wallace

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Edgar Wallace (1875-1932) war ein bemerkenswerter Mann. Im Laufe seines nicht allzu langen Lebens schrieb er hunderte von Büchern, Theaterstücken, Zeitungsartikel, Kolumnen und Drehbücher. Er war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der meist gelesenen Schriftsteller der Welt. Allein in Deutschland wurden im Zeitraum von 1926 bis 1982 43 Millionen seiner Bücher verkauft. Mehr als 200 Filme wurden auf Grundlage seiner Bücher gedreht. Kurz bevor Edgar Wallace in seinem gemieteten Haus in Beverly Hills starb (716 North Maple Drive) entwickelte er noch die Idee für den Film „King Kong„, der 1933 in die Kinos kam. Hier ist die berühmte Schlussszene zu sehen.

Neil Clark zeichnet das Leben des 1875 in einfachen Verhältnissen geborenen Schriftstellers in seinem 2014 erschienenen Buch „Stranger Than Fiction – The Life of Edgar Wallace The Man Who Created King Kong“ nach. Aus Südafrika berichtete Wallace um die Jahrhundertwende für südafrikanische und britische Zeitungen vom Burenkrieg, arbeitete erfolgreich in der Londoner Fleet Street, schrieb seine ersten Kriminalromane, war ein leidenschaftlicher Besucher von Pferderennen (wobei er hohe Summen verlor) und entdeckte seine Liebe für das Theater (nicht alle seiner Stücke waren erfolgreich, einige fielen beim Publikum und bei den Kritikern durch).

Edgar Wallace war ein Mann, der in seinem späteren Leben sehr viel Geld verdiente, es aber auch mit vollen Händen wieder ausgab. Er war außerordentlich großzügig, nicht nur seinen Freunden gegenüber, und war sehr beliebt. Es gab wohl nur wenige Schriftsteller, die so viel wie er gearbeitet haben. Tag und Nacht diktierte er seine Romane, schrieb gleichzeitig für mehrere Zeitschriften Kolumnen und Artikel. Dabei trank er Unmengen an Tee und rauchte unzählige Zigaretten, fast immer mit einer besonders langen Zigarettenspitze, die zu seinem Markenzeichen wurde, ebenso wie der Spruch „Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein„.

An der Ecke Ludgate Circus/Fleet Street in London, wo der elfjährige Edgar 1886 Zeitungen verkaufte, befindet sich eine Plakette, die an ihn erinnert.

Edgar Wallace lebte viele Jahre in seinem Haus Chalklands in Bourne End (Buckinghamshire). Ich berichtete darüber in meinem Blog. Sein Grab befindet sich in unmittelbarer Nähe auf dem Friedhof von Fern Lane bei Little Marlow.

Das Buch ist fesselnd geschrieben und macht Lust darauf, wieder einmal den „Frosch mit der Maske“ oder den „Hexer“ in die Hand zu nehmen.
Neil Clark ist Journalist und schreibt für viele britische überregionale Zeitungen. Er war zeitweise Vorsitzender der 1969 von Penelope Wallace gegründeten Edgar Wallace Society.

Neil Clark: Stranger Than Fiction – The Life of Edgar Wallace The Man Who Created King Kong. The History Press 2014. 255 Seiten. ISBN 978-0-7524-9882-9.

 

Edgar Wallace.
Attribution: Bundesarchiv, Bild 102-13109.
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Plakette am Ludgate Circus/Fleet Street in London.
Attribution: Photograph by Mike Peel.
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Das Grab von Edgar Wallace auf dem Friedhof am Fern Lane in der Nähe von Little Marlow (Buckinghamshire).
Eigenes Foto.

Published in: on 29. August 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – Paul Adams, Eddie Brazil & Peter Underwood: Shadows in the Nave

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Das selbe Autorentrio, das bereits das Buch „The Borley Rectory Companion“ verfasst hat, hat auch das 2011 erschienene Buch „Shadows in the Nave: A Guide to the Haunted Churches of England“ geschrieben, nämlich Paul Adams, Eddie Brazil und der 2014 verstorbene Peter Underwood. „Here you will encounter the compelling world of the unseen linked with a thousand years of worship“, so steht es im Buch zu lesen. Neben alten Burgen und Schlössern sind es die Kirchen und die Kirchhöfe, wo sich Geister gern manifestieren. Der eine oder andere Kirchenbesucher hat es auch schon einmal (unbewusst) zu Wege gebracht, ein Foto von einem Geist zu schießen, aber diese Aufnahmen sind immer sehr verschwommen und undeutlich, so dass man von einem Beweis, dass es Geister tatsächlich gibt, nicht wirklich sprechen kann.

Die drei Autoren haben sich 75 Kirchen in ganz England ausgesucht, in denen es spuken soll und berichten über diese „Schatten im Kirchenschiff“. Da sind kleine ländliche Gemeindekirchen dabei, aber auch große Kathedralen wie das York Minster, in dem es nur so wimmelt von unheimlichen Erscheinungen (mir ist bei meinen Besuchen dort noch keine über den Weg gelaufen). Die meisten Fotos in dem Buch stammen von Eddie Brazil, sie sind in Schwarz-Weiß gehalten, was den Gruselfaktor erhöht.

Drei Beispiele:

Holy Trinity Church in Penn (Buckinghamshire) – Hier ist David Blakeley begraben, der im April 1955 von Ruth Ellis vor einem Londoner Pub erschossen wurde. Ruth Ellis war die letzte Frau, die man in England wegen Mordes hinrichtete. Ist die Lady in White, die auf dem Kirchhof in Penn mehrfach gesichtet wurde, eben jene Mörderin (obwohl sie ihre letzte Ruhestätte auf dem Kirchhof von St Mary’s in Old Amersham, ganz in der Nähe, fand)? Siehe zu dieser Kirche meinen früheren Blogeintrag.

All Saints‘ Church in Faringdon (Oxfordshire) – Hier traf eine Besucherin in der Abenddämmerung auf eine dunkle Gestalt mit einer Kapuze, die bei näherem Hinsehen keinen Kopf hatte. Als die Dame dem Pfarrer von ihrer unheimlichen Begegnung berichtete, erfuhr sie, dass es sich dabei um den Geist eines der Angehörigen der Unton-Familie handeln soll, die in All Saints‘ eine eigene Kapelle hat. Auch mehrere durchgeführte Exorzismen haben ihn nicht davon abhalten können, immer wieder in die Kirche zurückzukehren.

St Andrew’s Parish Church in Farnham (Surrey) – In dieser Kirche sollen sich merkwürdige Dinge abgespielt haben. Eine Besucherin will Zeugin einer Messe gewesen sein, an der schattenhafte Gestalten teilnahmen, niemand sprach ein Wort, aber die Kirche war voller Weihrauchgeruch. St Andrew’s gilt als eine der „most haunted churches in England“.

Paul Adams, Eddie Brazil, Peter Underwood: Shadows in the Nave: A Guide to the Haunted Churches of England. The History Press 2011. 159 Seiten. ISBN 987-0-7524-5920-2.

Holy Trinity in Penn (Buckinghamshire).
Photo © David Purchase (cc-by-sa/2.0)

All Saints‘ in Faringdon (Oxfordshire).
Photo © Michael FORD (cc-by-sa/2.0)

St Andrew’s in Farnham (Surrey).
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. August 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Judith Wills: Keith Moon Stole My Lipstick

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Im Jahr 1967 packt die 17-jährige Judith Wills in Oxfordshire ihre Koffer und zieht nach London. Dort nimmt sie eine Stelle als Sekretärin bei der Teenie-Zeitschrift „Fab“ an und wartet ab, was das Schicksal für sie in petto hat. In „Keith Moon Stole My Lipstick: The Swinging ’60s, the Glam ’70s and Me“ blickt Judith Wills einige Jahrzehnte später auf diese für sie aufregende Zeit zurück, in der sie unzählige Größen der damaligen Musikszene kennen lernte. Bei „Fab“ bekam sie nach und nach andere Aufgabenbereiche, sie schrieb Artikel über das, was die Tennies brennend interessierte und das war zu jener Zeit eben alles, was mit Popmusik und Mode zu tun hatte.

Judith Wills lernte ihren großen Schwarm, den Sänger Billy Fury persönlich kennen, hatte ein kurzes Verhältnis mit dessen Bruder Jason Eddie, interviewte Jim Morrison von den Doors. Die berühmten DJs von Radio Luxemburg wie David „Kid“ Jensen und Tony „The Royal Ruler“ Prince gehörten zu ihrem Freundeskreis, und zu der US-Band The Osmonds hatte sie eine ganz besondere Beziehung und arbeitete für das monatlich erscheinende „Osmonds World„-Magazin. Sie besuchte die Mormonen-Band auch zuhause in Provo, Utah.

Das Buch ist ein Stück Zeitgeschichte und sicher für alle hoch interessant, die diese Zeit miterlebt haben. Es erschien erstmalig im Jahr 2008 und wurde 2016 vom Verlag The History Press neu aufgelegt, mit einigen Aktualisierungen.

Judith Wills schreibt heute Bücher über gesunde Ernährung, zuletzt erschien von ihr in diesem Jahr eine Neuauflage ihrer „Food Bible„.

Judith Wills: Keith Moon Stole My Lipstick – The Swinging ’60s, the Glam ’70s and Me. The History Press 2016. 256 Seiten. ISBN 978-0-7509-6609-2.

 

Published in: on 3. August 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Meine Sir Pelham Grenville Wodehouse Trilogie – Teil 3: N.T.P. Murphy: The P.G. Wodehouse Miscellany

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Über P.G. Wodehouse sind im Laufe der Jahre nach seinem Tod rund ein Dutzend Biografien geschrieben worden. In der „Miscellany“-Buchreihe des Verlages The History Press (es gibt auch Bände über Agatha Christie, Jane Austen, Carles Dickens usw.) beschäftigt sich der ehemalige Oxford Professor N.T.P. Murphy mit dem Humoristen und zeigt auf, dass viele seiner Romanfiguren nach Menschen gestaltet wurden, die Wodehouse persönlich kannte, und auch viele der Örtlichkeiten, wo die Romane spielen, basieren auf real existierenden „locations“. Blandings Castle ist offensichtlich eine Mixtur aus mehreren englischen Burgen wie zum Beispiel Sudeley Castle (Gloucestershire) und Corsham Court (Wiltshire). Der Name der Threepwoods in Wodehouses Romanen kommt von einem Haus in der Record Road in Emsworth (Hampshire), und der Ortsname Emsworth inspirierte ihn wiederum zur Namensgebung des schrulligen, schweineliebenden Lord Emsworth.

In „The P.G. Miscellany“ erfahren wir, dass am Geburtshaus des Autors in der Epsom Road Nummer 59 in Guildford (Surrey) eine Erinnerungsplakette angebracht ist; dort gibt es gleich um die Ecke herum eine kleine Straße namens Wodehouse Place. Im Londoner Stadtteil Mayfair, in der Dunraven Street Nummer 17, ein Haus, in dem Wodehouse eine Zeit lang wohnte, ist ebenfalls eine Plakette zu finden.

Der Autor des Buches, Norman Murphy, war Gründungsmitglied der Wodehouse Society und schrieb das Standardwerk „The Wodehouse Handbook„, das knapp 900 Seiten umfasst. Er starb am 18. Oktober 2016.

N.T.P. Murphy: The P.G. Wodehouse Miscellany. The History Press 2015. 191 Seiten. ISBN 978-0-7509-5964-3.

Das Sudeley Castle in Gloucestershire, Vorbild für Blandings Castle.
Eigenes Foto.

Corsham Court in Wiltshire…auch dieses Haus soll als Vorbild für Blandings Castle gedient haben.
Photo © Hugh McKechnie (cc-by-sa/2.0)

Threepwood in der Record Road in Emsworth (Hampshire).
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Wodehouses Geburtshaus in der Epsom Road in Guildford (Surrey).
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

In der Dunraven Street in Mayfair (London).
Author: Gareth E. Kegg.
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Published in: on 29. Juli 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Doghouse Magazine – Eine Zeitschrift rund um englische Pubs

Hier in Ludlow in Shropshire ist die Redaktion der Zeitschrift ansässig. In der ersten Ausgabe wurde natürlich auch das berühmte Feathers Hotel  in der Stadt vorgestellt.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Beim Ludlow Spring Festival im Jahr 2012 wurde ein Projekt aus der Taufe gehoben, in das Jon Saxon schon viel Zeit und viel Herzblut investiert hatte…und das auf zwei Zufällen basierte. Zufall 1: Jon Saxon kam während eines Spaziergangs plötzlich die Idee, eine Zeitschrift auf den Markt zu bringen, die sich mit dem Thema „Pub“ beschäftigen sollte. Saxon hatte schon Erfahrung mit dem Publizieren von Zeitschriften; RubberDuckMag heißt sein Automagazin, das bereits Anklang gefunden hatte. Zufall 2: Jon Saxon hatte beim Grand National auf ein Pferd gewettet, dem eigentlich keine große Gewinnchancen zugeschrieben wurden, doch das Pferd gewann tatsächlich, und da die Quote für Saxon sehr gut war, strich er einiges an Geld ein, das für die Konzipierung des Doghouse Magazines verwendet wurde.

Die jeweiligen Ausgaben der Zeitschriften sind Themenhefte, die sich mit einer bestimmten Region beschäftigen, und da Jon Saxon in Ludlow  in Shropshire wohnt, widmete er die Erstausgabe seiner Stadt und der Umgebung und stellte darin Pubs und Cafés vor. In den folgenden Ausgaben des Magazin wurde der Radius immer größer. In Heft 2 lag der Schwerpunkt auf Gasthäusern in einem Umkreis von 30 Kilometern um Ludlow, und so ging es immer weiter bis zur aktuellen Ausgabe Nummer 6, in der Liverpool im Mittelpunkt steht.

Herausgeber Jon Saxon arbeitet mit einem Team zusammen, in dem der ebenfalls in Ludlow ansässige Richard Stanton, neben weiteren, für die Fotos zuständig ist. Stanton ist Berufsfotograf und arbeitet für namhafte britische Tageszeitungen.
Die Illustrationen für das Doghouse Magazine fertigt Nanna Koekoek an, die ein außergewöhnliches Hobby hat: Sie fotografiert Teppichböden in Pubs und hat in diesem Jahr sogar schon einmal eine Ausstellung ihrer Fotografien in der Kunstgalerie Tate Liverpool gehabt. Hin und wieder führt Nanna Pub Carpet Crawls durch und zeigt den Teilnehmern die unterschiedlichsten Arten von Teppichböden in Gasthäusern.

Die bisher erschienen sechs Ausgaben zeigen jeweils einen Hund auf dem Titelbild, um dem Namen des Magazins gerecht zu werden. Die noch erhältlichen Druckaugaben kosten jeweils £4.95, die Digitalausgaben £0.99.

Published in: on 26. Juli 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – Ed Glinert: Literary London

Foto meines Exemplares.

Ed Glinerts Buch „Literary London: A Street-By-Street Exploration of the Capital’s Literary Heritage“ erschien bereits im Jahr 2000 unter dem Titel „A Literary Guide to London“ und wurde 2007 unter dem neuen Titel wieder veröffentlicht und auf den neuesten Stand gebracht.

Ed Glinert hat seinen literarischen Führer durch London in die großen Regionen (Central, East, Southeast usw.) eingeteilt und darunter dann die jeweiligen Stadtteile abgehandelt. Straße für Straße führt uns der Autor durch die Stadt und macht uns auf die Häuser aufmerksam, in denen einmal die Größen der britischen Literatur gewohnt haben.

Wer läuft uns bei dieser Tour am häufigsten über den Weg? Natürlich Charles Dickens. Es ist schon erstaunlich, wo dieser Mann überall gewohnt und gewirkt hat. Kein anderer Schriftsteller hat im Index so viele Eintragungen wie er. „There is little of London that isn’t Dickensian, so intensely did the author walk its streets…“ heißt es denn auch im Buch. Beispiel: 48 Doughty Street, in die Dickens 1837 zog und wo sich heute das Charles Dickens Museum befindet.

Auch George Orwell begegnen wir häufig auf den Rundgängen durch die Stadt, zum Beispiel in der Church Road Nummer 116 in Hayes, wo er in den 1930er Jahren in einer Schule unterrichtete (heute ist dort das Fountain House Hotel untergebracht). Orwell äußerte sich über den Stadtteil Hayes sehr negativ: „One of the most god-forsaken places I have ever struck“.

Ed Glinert widmet Conan Doyles Sherlock Holmes ein eigenes achtseitiges Kapitel, und da bewegen wir uns nicht nur in der Baker Street, sondern u.a. auch in der Northumberland Street, wo der berühmte Sherlock Holmes Pub in der Hausnummer 11 anzutreffen ist.

Das Buch ist nach wie vor im Buchhandel erhältlich und jedem an Literatur interessierten Londonbesucher zu empfehlen.

Ed Glinert: Literary London: A Street-By-Street Exploration of the Capital’s Literary Heritage. Penguin 2007. 435 S. ISBN 978-0-141-02624-4.

48 Doughty Street und das Charles Dickens Museum.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Die Church Road 116 in Hayes, wo George Orwell einst unterrichtete.
Photo © Brian Robert Marshall (cc-by-sa/2.0)

Der Sherlock Holmes Pub in der Northumberland Street.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 25. Juli 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Bob Barton: Unusual Pubs By Boot, Bike and Boat

Foto meines Exemplares.

Im Laufe der Jahre habe ich in meinem Blog eine Fülle von Pubs vorgestellt, die auf die eine oder andere Weise ungewöhnlich sind. Bob Barton hat in seinem Buch 150 dieser Gasthäuser zusammengefasst. Es heißt „Unusual Pubs By Boot, Bike And Boat: 150 extraordinary licensed premises to visit around Britain„. Barton hat sie alle aufgesucht, vorzugsweise, wie es im Untertitel lautet, zu Fuß, per Rad oder per Boot; das Auto blieb also in den meisten Fällen zu Hause, was natürlich sehr gut in die heutige Zeit passt. Zu jedem der 150 Artikel werden die Anfahrtswege beschrieben, gegebenenfalls die Nummern der Wege des National Cycle Networks angegeben und, falls der Pub per Boot erreichbar ist, weist Bob Barton daraufhin, ob es dort eine Anlegestelle gibt. Sehr schöne Farbfotos von jedem einzelnen Pub ergänzen die Beschreibungen.

Hier sind einige Beispiele:
The Fleece Inn in Bretforton bei Evesham in Worcestershire – Ein uralter Pub, der dem National Trust gehört und den ich schon mehrfach aufgesucht habe. Es lohnt sich…wenn man denn einen Parkplatz in der Nähe findet.

The Yew Tree Inn in Cauldon (Staffordshire) – Ein Pub, den ich in guter Erinnerung habe und der vollgestopft ist mit Kirchenbänken, Polyphonen, alten Fahrrädern, einem Paar Seidenstrümpfen, die einst Königin Victoria gehörten usw. usw.

The Pack o‘ Cards in Combe Martin (Devon) – Ein sehr exzentrisches Gebäude, das wie ein Kartenspiel gebaut worden ist.

The Castle Inn in Edgehill (Warwickshire) – Der Pub steht am Rand des Schlachtfelds von Edgehill (1642) und ist in einem burgartigen Gebäude untergebracht mit achteckigem Turm und Zugbrücke.

Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle Pub-Liebhaber!

Bob Barton: „Unusual Pubs By Boot, Bike And Boat: 150 extraordinary licensed premises to visit around Britain. Halsgrove 2017. 144 Seiten. ISBN 978-0-85704-305-4.

The Fleece Inn in Bretforton (Worcestershire).
Photo © Trevor Harris (cc-by-sa/2.0)

The Yew Tree Inn in Cauldon (Staffordshire).
Photo © Jonathan Clitheroe (cc-by-sa/2.0)

The Pack o‘ Cards in Combe Martin (Devon).
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

The Castle Inn in Edgehill (Warwickshire).
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)

 

 

Mein Buchtipp – Sue Clifford & Angela King: England in Particular“

Foto meines Exemplares.

1,5 Kilogramm bringt das schwergewichtige Buch auf die Waage und es ist jedes Gramm wert. „England in Particular: A Celebration of the commonplace, the local, the vernacular and the distinctive“ heißt es und wurde von Sue Clifford und Angela King verfasst, zwar schon im Jahr 2006, aber das spielt keine Rolle, denn es ist in weiten Teilen nach wie vor aktuell. Das Buch ist problemlos für wenig Geld antiquarisch zu bekommen.

„As vital as it is joyous, and as timely as it is inspired . . . It should join Shakespeare and the Bible as a „must have“ on any English man or woman’s desert island“, so beurteilt der Journalist und Fernsehkoch Hugh Fearnley-Whittingstall absolut zutreffend das Buch, an dem die beiden Autorinnen, zusammen mit einer ganzen Heerschar von Hilfskräften und Rechercheuren, über 20 Jahre lang gearbeitet haben.

Worum geht es in dem Buch? Es ist ein Lexikon, in dem alles, was typisch englisch ist, zusammengetragen wurde. Es beginnt mit A wie „Abbeys“ und endet mit Z wie „Zigzags“ (kurvenreiche Wege und Straßen). Dazwischen gibt es, um nur wenige Beispiele zu nennen, Artikel über Caves, Eleanor Crosses, Harvest Festivals, Pele Towers, Shire Horses, Terriers, Weather Vanes und Yew Trees. Zu jedem Artikel wird im Anhang weiterführende Literatur genannt und auf thematisch ähnliche Beiträge im Buch hingewiesen.

Fazit: Dieses umfangreiche Werk ist für jeden Englandfan ein „must have“, wie Mr. Fearnley-Whittingstall sagt, in dem man sich immer wieder fest liest.

Sue Clifford & Angela King: England in Particular: A Celebration of the commonplace, the local, the vernacular and the distinctive. Hodder&Stoughton 2006. 512 Seiten. ISBN  978-0340826164.

Von A wie Abbey (hier die Rievaulx Abbey in North Yorkshire)…
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

…bis Z wie Zigzags (hier bei Bournemouth).
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 14. Juli 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Dieter Berg: Oliver Cromwell – England und Europa im 17. Jahrhundert

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Bücher über Oliver Cromwell (1599-1658) waren im deutschen Buchhandel über viele Jahre Mangelware. Zuletzt erschien im Jahr 1993 eine Biografie von Karl Heinz Metz: „Oliver Cromwell : zur Geschichte eines schliesslichen Helden“ im Göttinger Muster-Schmidt-Verlag, von gerade einmal 132 Seiten.

Diese Lücke hat jetzt Dieter Berg mit seinem wissenschaftlich fundierten Werk „Oliver Cromwell – England und Europa im 17. Jahrhundert“ geschlossen. Professor Dr. Dieter Berg ist Historiker und war Lehrstuhlinhaber für mittelalterliche Geschichte an der Universität Hannover. Zuletzt befasste er sich in seinen Büchern mit den Themen „Heinrich VIII“ und „Die Tudors„.

Was mich bei dem Cromwell-Werk besonders beeindruckt, ist der 55-seitige Anhang, der zeigt, auf welchen enorm umfangreichen Recherchen das Buch basiert. Da gibt es u.a. ein 14-seitiges Quellen- und Literaturverzeichnis und zu jedem Kapitel einen Anmerkungsapparat, dessen Erstellung einen riesigen Zeitaufwand erfordert haben dürfte.

Das Buch ist in drei Teile aufgebaut: „Cromwell – Lebensphasen in chronologischer Perspektive“, “ Cromwell – Handlungsstrukturen in systematischer Perspektive“ und „Cromwell – Werk und Wirkung“. Der Autor bezieht in seinem Werk, wie es auch im Untertitel zu erkennen ist, nicht nur die englische, sondern auch die europäische Geschichte mit ein.
Eine eingehende Würdigung würde den Rahmen dieses Blogs sprengen. Wer sich intensiv mit Oliver Cromwell beschäftigen möchte, der kommt an dieser im April erschienenen Monografie nicht vorbei.
Interessanterweise ist die Einleitung zu dem Buch auf den 3. September 2018 datiert, dem 360. Todestag Oliver Cromwells.

Viele Informationen findet man auf den Webseiten der Cromwell Association.

Eine kleine Anmerkung am Rande. Über die Bücher von Dieter Bergs Gattin, Luise Berg-Ehlers, habe ich in meinem Blog schon mehrmals berichtet, zuletzt „Theodor Fontanes Traumorte – Eine besondere Zeitreise von England über Dänemark und Frankreich nach Italien„.

Dieter Berg: Oliver Cromwell – England und Europa im 17. Jahrhundert. Kohlhammer 2019. 243 Seiten. ISBN 978-3-17-033160-0.

Die Cromwell-Statue vor dem Londoner Parlamentsgebäude.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 10. Juli 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – Julian Hunt: A History of Amersham

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Über die Kleinstadt Amersham in Buckinghamshire habe ich in meinem Blog schon viele Beiträge geschrieben, weil sie einer meiner Lieblingsorte in England ist. Darum interessiere ich mich auch sehr für die Bücher, die über Amersham veröffentlicht worden sind. Eines stellte ich schon einmal vor: „Amersham At Work – People and Industries Through the Years“ von William Parker, das im Jahr 2017 erschien.

Bereits 2001 wurde „A History of Amersham“ von Julian Hunt publiziert, das auf 124 Seiten die Geschichte des Ortes zusammenfasst. Amersham besteht ja aus Old Amersham und dem neueren Amersham-on-the-Hill. Der attraktivere Ort ist Old Amersham, der in dem Buch die weitaus größte Rolle spielt.

Julian Hunt beginnt seine Biografie der Kleinstadt in Buckinghamhire mit seiner ersten Erwähnung im Domesday Book und geht sehr ausführlich auf die Familie Drake, später Tyrwhitt-Drake, ein, die über Jahrhunderte den Ort prägte und die bis zum Zweiten Weltkrieg in Shardeloes ihren Wohnsitz hatte, am Ortsrand von Amersham gelegen (heute in Wohnungen aufgeteilt).

Das Buch beinhaltet  jeweils ein Kapitel über die Kirchen (St Mary’s ist heute die Parish Church), über die Coaching Inns (über The King’s Arms habe ich in meinem Blog berichtet), über die Schulen und über die Eisenbahnlinie, die nach Amersham-on-the Hill eingerichtet wurde und die in etwa 40 Minuten Fahrzeit nach London Marylebone führt.

Das Buch ist sehr interessant für alle, die schon einmal in dieser Region von Buckinghamshire waren und die Old Amersham lieb gewonnen haben. Viele historische Fotos veranschaulichen die Geschichte der Stadt.

Julian Hunt: A History of Amersham. Phillimore 2001. 124 Seiten. ISBN 1-86077-187-4.

Shardeloes: Ehemaliger Familiensitz der Drakes.
Photo © Bikeboy (cc-by-sa/2.0)

St Mary’s.
Eigenes Foto.

The King’s Arms.
Eigenes Foto.

Der Bahnhof.
Photo © Peter S (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 15. Juni 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – John Higgs: Watling Street – Travels Through Britain and Its Ever-Present Past

Foto meines Exemplares.

Die Römer hatten damals ganz schön zu tun, als sie in England Fernstraßen anlegten wie den Fosse Way und die Watling Street. Um letzere geht es in dem Buch „Watling Street – Travels Through Britain and Its Ever-Present Past“ von John Higgs. Der Autor bereist diese Strecke vom Beginn in Dover an der Südküste von Kent bis zum Endpunkt, Anglesey im Norden von Wales. Heute sind es hauptsächlich die A2 und die A5, die dem Verlauf der Watling Street folgen.

Im Klappentext des Buches wird der Inhalt sehr präzise wiedergegeben: „Watling Street is a road of witches and ghosts, of queens and highwaymen, of history and myth, of Chaucer, Dickens and James Bond. Along this road Boudica met her end, the Battle of Bosworth changed royal history, Bletchley Park codebreakers cracked Nazi transmissions and Capability Brown remodelled the English landscape„.
Es ist also eine Menge passiert entlang der alten Römerstraße.

John Higgs beginnt seine Reise in dem Second World War Tunnelsystem in Dover, er trifft auf interessante Menschen wie zum Beispiel in Northampton auf den berühmten Comicautor Alan Moore, in Atherstone (Warwickshire) verfolgt er das kuriose und beinharte Ball Game (ich berichtete in meinem Blog darüber)und in Weston Park (Staffordshire) besucht er die von Lancelot „Capability“ Brown angelegten Landschaftsgärten.

Ein wirklich hochinteressantes Buch, das viele Anregungen bietet, sich mit den einzelnen angesprochenen Themen weiter auseinanderzusetzen.

John Higgs, 1971 in Rugby geboren (er besucht die Stadt auch auf seiner Reise entlang der Watling Street), hat weitere Bücher zu unterschiedlichen Themen geschrieben, u.a. über die ehemalige Band KLF: „The KLF: Chaos, Magic and the Band who Burned a Million Pounds“ und über den US-amerikanischen Psychologen Timothy Leary: „I Have America Surrounded: The Life of Timothy Leary„.

John Higgs: Watling Street – Travels Through Britain and Its Ever-Present Past. Weidenfeld & Nicolson 2017. 371 Seiten. ISBN 978-1-4746-0347-8.

Teil der alten Watling Street bei Gravesend in Kent.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Ein Tunnel aus dem Zweiten Weltkrieg in Dover.
Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

Die von Capability Brown gestalteten Parkanlagen in Weston Park (Staffordshire).
Photo © Simon Huguet (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 12. Juni 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Sarah Freeman: Beside the Sea – Britain’s Lost Seaside Heritage

Foto meines Exemplares.

In dem Londoner Verlag Aurum Press erschien vor einigen Jahren ein wunderschönes, großformatiges Buch von Sarah Freeman, in dem sie sich mit dem Niedergang der britischen Seebäder beschäftigt: „Beside the Sea – Britain’s Lost Seaside Heritage“ (über das Thema habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben).
Die Autorin erzählt darin von der Blütezeit dieser Orte, als die Menschen scharenweise in den Ferien oder an den Wochenenden aus den Industrieregionen bzw. aus den Großstädten ans Meer strömten, um dort frische Seeluft zu atmen und sich zu vergnügen. In Blackpool, Morecambe, Margate, Hastings, Southport, Scarborough und in vielen anderen Küstenstädten baute man Schwimmbäder, Freizeitparks und Ball Rooms, das Baden im Meer spielte nicht die erste Rolle. Die Menschen wollten sich lieber Vergnügen, tanzen, bei Schönheitswettbewerben zusehen, die Kinder auf Eseln am Strand reiten und bei Punch and Judy-Shows in Begeisterung geraten. Bei schönem Wetter saßen die Besucher zu Tausenden dicht aneinander gedrängt im Sand, aber das schien niemanden zu stören.

Sarah Freeman hat in ihrem Buch viele Bilder zusammengestellt, die dieses muntere Strandleben abbilden. Männer sind darauf erstaunlicherweise häufig im Anzug mit Krawatte zu sehen, auf einem der Fotos spielt ein kleiner Junge, mit kurzen Hosen und ebenfalls mit Jackett und einer Krawatte bekleidet, mit anderen Kindern im Sand. Die Kleiderordnung war früher in britischen Seebädern schon merkwürdig.
Dieser Film zeigt das Strandleben von Blackpool in den 1950er Jahren.

Die Buchautorin schildert in den einzelnen Kapiteln wie es jeweils in den Seebädern zum Niedergang kam. Es waren letztendlich immer die selben Gründe wie das Aufkommen von Billigflügen nach Südeuropa, wo das Wetter in der Regel besser war. Schade, dass viele der historischen Seebädergebäude abgerissen worden sind.

Ich kann das Buch sehr empfehlen; es steckt viel Nostalgie darin, und es macht einfach Vergnügen, sich die vielen Fotos anzusehen.

Sarah Freeman: Beside the Sea – Britain’s Lost Seaside Heritage. Aurum Press 2015. 190 Seiten. ISBN 978-1-78131-305-3.

 

 

Published in: on 5. Juni 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – Paul Adams, Eddie Brazil & Peter Underwood: The Borley Rectory Companion

Foto meines Exemplares.

Wer sich mit englischen „haunted houses“ beschäftigt, kommt an einem Haus nicht vorbei: Borley Rectory in Essex. Dieses am 27. März 1939 abgebrannte Gebäude, das fünf Jahre später komplett abgerissen wurde, hat im Laufe von Jahrzehnten so viel Aufmerksamkeit erregt wie kein anderes in ganz Großbritannien. Ich habe mich darüber bereits in einem Blogartikel ausgelassen und darin von meinem Besuch in Borley berichtet. Da das Pfarrhaus nicht mehr existiert, sollen sich einige unerklärliche Phänomene in die Dorfkirche verlagert haben. Noch heute kommen Leute aus dem ganzen Land nach Borley, in der Hoffnung, dort irgendetwas Gruseliges zu erleben (zum Leidwesen der Dorfbewohner). Hier ist ein Film über die Rectory.

Kein Thema in der Welt der englischen Geisterjäger ist so gut und so umfangreich dokumentiert worden wie der Fall Borley Rectory. Zweifler und „Gläubige“ haben Bücher darüber geschrieben, bis in die heutige Zeit. So etwas wie das ultimative Buch zum Thema ist „The Borley Rectory Companion: The Complete Guide To The Most Haunted House in England„, das im Jahr 2009 im Verlag The History Press erschienen ist. Die Autoren sind:

Paul Adams, ein 1966 geborener Schriftsteller, der sich speziell mit paranormalen Phänomenen beschäftigt
Eddie Brazil, in Dublin geboren, jetzt in Buckinghamshire lebend. Schon seit seiner Kindheit interessiert er sich für alles was mit Übernatürlichem zu tun hat
Peter Underwood (1923-2014), einer der ganz Großen in der Welt der englischen Geisterjäger. Er war viele Jahre Präsident des Ghost Clubs.

Die drei Autoren haben alles zusammengetragen, was man über das Phänomen Borley Rectory weiß und daraus eine Enzyklopädie erstellt. Das „Encyclopaedic Dictionary“ beginnt mit „A“ wie Robert Fordyce Aickman, einem Freund der Geisterjäger Harry Price und Peter Underwood und Mitglied des Ghost Clubs, und endet mit „W“ wie Robert Wood, der 1992 ein Buch mit dem Titel „The Widow of Borley“ veröffentlichte, in dem es um Marianne Foyster geht, die in den 1930er Jahren in der Rectory wohnte.

Auf die rund 280 Seiten lange Enzyklopädie folgt eine sehr detaillierte Chronologie der Vorfälle in Borley. Angereichert ist das Buch mit vielen Originalfotos. Hochinteressant für alle, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen möchten!

In diesem Jahr wurde der Film „The Haunting of Borley Rectory“ veröffentlicht, der zum Teil auch in Borley gedreht wurde. Hier ist der Trailer.

Paul Adams, Eddie Brazil & Peter UnderwoodThe Borley Rectory Companion: The Complete Guide To The Most Haunted House in England. The History Press 2009. 384 Seiten. ISBN 978-0-7509-8812-4.

 

 

Published in: on 15. Mai 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Luise Berg-Ehlers: Theodor Fontanes Traumorte – Eine besondere Zeitreise von England über Dänemark und Frankreich nach Italien

Foto meines Exemplares.

2019 ist das Theodor Fontane-Jahr, denn der Schriftsteller wurde vor 200 Jahren geboren, genauer gesagt am 30. Dezember 1819 in Neuruppin. Allein in Brandenburg, in dem Neuruppin liegt, gibt es in diesem Jahr eine Fülle von Veranstaltungen, die man hier einsehen kann.

Aus Anlass des  Fontane-Jahres hat Luise Berg-Ehlers kürzlich ein Buch veröffentlicht, das den Titel „Theodor Fontanes Traumorte – Eine besondere Zeitreise von England über Dänemark und Frankreich nach Italien“ trägt und in dem sie sich mit den Aktivitäten des Schriftstellers außerhalb Deutschlands beschäftigt. Die Autorin des Buches ist Fontane-Spezialistin, sie hat über ihn promoviert und war Gründungsmitglied der Theodor-Fontane-Gesellschaft Potsdam. Mehrere Jahre lang war sie die 2. Vorsitzende der Gesellschaft.

Wir erfahren also in diesem Buch aus berufenem Mund, dass Fontane auch einige Reisen nach England unternommen hat und von 1855 bis 1859 in London lebte. Diese Zeit hatte einen starken Einfluss auf Fontane, denn „Das Leben in der Millionenstadt ändert seinen Blick auf die Welt nachhaltig und bewirkt, dass er märkischer Provinzialität entwächst„. Vieles gefiel ihm in diesem Land, einiges aber auch nicht, wozu unter anderem die englische Küche gehörte, die er ziemlich verabscheut. Zu seinen Stammlokalen in der britischen Hauptstadt gehörte das Simpson’s-in-the-Strand, das noch heute existiert und eine Institution in London ist. „British classics perfected since 1828“ liest man auf der Homepage des Restaurants, wozu zum Beispiel der Sunday Roast gehört, doch auch dem konnte Fontane nicht viel abgewinnen.

Von 1857 bis 1858 wohnte der Schriftsteller in der St Augustine’s Road Nummer 6 im Norden Londons, einem kleinen schmalen Haus, das mit einer blauen Plakette verziert ist, die an den Wohnort des Schriftstellers erinnert. Der deutsche Botschafter in London Thomas Matussek (von 2002 bis 2006) nahm an der Enthüllung der Plakette teil.

Das erste Kapitel „Die Insel der Briten nicht nur mit der Seele suchend“ beschäftigt sich also mit Fontanes Beziehung zu Großbritannien, die folgenden Kapitel begleiten den Schriftsteller auf seinen Reisen nach Dänemark, Frankreich und Italien.

Wie immer sind die Bücher von Luise Berg-Ehlers auch visuell sehr ansprechend gestaltet und beinhalten zahlreiche Fotos, die sie auf ihren Reisen selbst aufgenommen hat. Ich stellte in meinem Blog bereits drei ihrer auf England bezogenen Bücher vor: „Mit Virginia Woolf durch England„, „Extravagante Engländerinnen“ und „Mit Miss Marple aufs Land„.

Luise Berg-Ehlers: Theodor Fontanes Traumorte – Eine besondere Zeitreise von England über Dänemark und Frankreich nach Italien. Elisabeth Sandmann-Verlag 2019. 136 Seiten. ISBN 978-3-945543-63-4.

Fontanes Haus in der St Augustine’s Road.
Copyright: London remembers.

 

Copyright: London remembers.

Fontanes Stammlokal in London: Simpson’s-in-the-Strand.
Author: Elisa.rolle
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Published in: on 25. April 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Peter Ackroyd: Die Themse – Biographie eines Flusses

Foto meines Exemplares. Ich besitze nur die deutsche Übersetzung.

Foto meines Exemplares 

In meinem Blog habe ich schon mehrere Bücher vorgestellt, die sich mit der Themse beschäftigen, so z.B. Christopher Winn, Derry Brabbs und Hans-Günter Semsek.  Das Nonplusultra aller Themse-Bücher bisher ist aber sicher Peter Ackroyds umfangreiche Darstellung „Thames, Sacred River“ aus dem Jahr 2007, die auch in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Die Themse: Biographie eines Flusses“ (Knaus-Verlag 2008) vorliegt.

Der mit Literaturpreisen überhäufte Peter Ackroyd hat u.a auch eine „Biografie“ über London geschrieben und sich in seinen Büchern mit Thomas More und Charles Dickens auseinandergesetzt.

In seinem Themse-Buch präsentiert er den Fluss von seiner Quelle bei Cirencester bis zur Mündung in die Nordsee, von den Anfängen vor 170 Millionen Jahren bis heute. Unter allen erdenklichen Gesichtspunkten hat Ackroyd die Themse untersucht:
– Der Fluss in der Kunst
– Der Fluss des Kommerzes
– Der Fluss der Arbeit
– Der Fluss des Todes

Ackroyds Themse-Biografie ist ein gewaltiges Werk von über 500 Seiten, davon 7 Seiten Bibliografie; darin steckt ein enormer Aufwand an Recherchearbeit, aber das kennt man ja von dem Autor, dessen Buch über London 800 Seiten umfasst.
Wer sich für die Themse interessiert, dem kann ich dieses Standardwerk sehr empfehlen!

In diesem Film stellt Peter Ackroyd sein Buch vor.

Peter Ackroyd: Thames, Sacred River. Chatto & Windus 2007. 512 Seiten. ISBN 978-0701172848.

Die Themse bei Water Oakley in Berkshire. – Eigenes Foto.

Published in: on 18. April 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Iain Sinclair: London Overground – A Day’s Walk around the Ginger Line

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Man nennt das 2007 in Betrieb genommene Londoner S-Bahnnetz Overground auch Ginger Line, und entlang dieser Eisenbahnlinie geht, wandert, flaniert der Schriftsteller Iain Sinclair, in Gesellschaft von Andrew Kötting, dem wir in meinem Blog schon zweimal begegnet sind, als Produzent der Filme „Gallivant“ und „Swandown„. Iain Sinclair machte sich einen Namen, als er in seinem Buch „London Orbital“ seine Wanderung entlang der Autobahn M25 um London herum beschrieb.

Nun also hat er sich in seinem Buch „London Overground – A Day’s Walk around the Ginger Line“ also die London S-Bahnlinie vorgenommen. Die Zeitung The Independent nennt Sinclair treffend einen „peerless literary wanderer  and street-level cultural archaeologist“ und Scotland on Sunday seinen Schreibstil „edgy and hard-edged prose„. Das Buch ist streckenweise für den Nicht-Briten eine nicht ganz leichte Lektüre, denn Sinclairs Stil ist wortgewaltig und steckt voller Anspielungen, die manchmal nicht sofort nachvollziehbar sind.

Auf der Strecke treffen wir auf lebende und bereits verstorbene Künstler und Schriftsteller wie zum Beispiel auf J. G. Ballard (1930-2009), dessen frühe Werke „The Drowned World“ (dt. „Karneval der Alligatoren“ bzw. „Paradiese der Sonne“) und „Crystal World“ (dt. „Kristallwelt“) ich faszinierend fand. Sinclair begegnet dem Skulpturenkünstler Antony Gormley (Angel of the North), dem expressionistischen Maler Leon Kossoff, und er setzt sich mit Sigmund Freund auseinander, dessen ehemalige Wohnung, 20 Maresfield Gardens in Hampstead, in ein Museum umgewandelt wurde.

Das Buch ist eine hoch interessante Lektüre und erfordert Geduld und Bereitschaft, sich auf Sinclairs Stil einzustellen; ich benötigte einige Zeit, um in das Buch richtig einzutauchen.

Iain Sinclair: London Overground – A Day’s Walk around the Ginger Line. Penguin 2016. 257 Seiten. ISBN 978-0-241-97149-9. (Die gebundene Ausgabe erschien 2015 bei Hamish Hamilton).

Ein Zug der London Overground.
Author: mattbuck.
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Published in: on 13. April 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Tom Quinn: Eccentric London

 

Foto meines Exemplares.

 

Tom Quinns Buch „Eccentric London“ wird vom Verlag so beschrieben: „…offers an eye-opening journey through the capital’s most bizarre past and present, and includes many wonderfully eccentric characters, peculiar traditions, inexplicable monuments and eyebrow-raising sculptures“.

Mir hat die Lektüre viel Spaß gemacht und man erfährt in dem Buch eine ganze Menge über Londoner Besonderheiten, die nicht so allgemein bekannt sind. Die Fotografien von Ricky Leaver sind von sehr guter Qualität.
Sortiert sind die „Exzentritäten“ nach Stadtteilen, die auf einem jeweils vorangestellten Stadtplan eingezeichnet sind.

Hier einige Beispiele:

– Der Beefsteak Club in der Irving Street, den es noch heute gibt, feiert das Beefsteak als Symbol für Freiheit und Wohlstand.

– Die „Embankment Lions“ sind in die Mauern der Uferstraßen eingelassene Löwenköpfe, die als Frühwarnsystem für Überflutungen dienten.

– Die Brixton Windmill ist die einzige noch verbliebene Windmühle in dem Süd-Londoner Stadtteil Brixton.

In das Buch haben sich zwar einige Fehler eingeschlichen; trotzdem: Eine interessante Lektüre mit zahlreichen Anregungen für einen London-Besuch.

Tom Quinns Buch ist zwar im Buchhandel vergriffen, kann aber problemlos z.B. bei Amazon antiquarisch gekauft werden.

Tom Quinn: Eccentric London. New Holland Publ. 2005. 128 Seiten. ISBN 978-1843308966

Die Brixton Windmill.
Photo © Robin Sones (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 13. März 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Oliver Tearle: Britain by the Book – A Curious Tour of Our Literary Landscape

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Dr. Oliver Tearle ist Programme Director for English an der Loughborough University, und der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in der Forschung zur Literatur in der Zeit von 1880-1930, und da beschäftigt er sich speziell mit der Dichtkunst des 20. Jahrhunderts und mit Ghost Stories. Seine Doktorarbeit wurde unter dem Titel „Bewilderments of Vision“ 2013 veröffentlicht. Hier ist er in einem Film zu sehen.

2017 erschien sein Buch „Britain by the Book – A Curious Tour of Our Literary Landscape„, in dem er sich in kurzen Kapiteln mit der literarischen Topografie Großbritanniens beschäftigt, das heißt, er ordnet bestimmte Orte Dichtern und Schriftstellern zu. Schon im Vorwort erfahren wir einige interessante Fakten wie zum Beispiel, dass Sir Arthur Conan Doyle seine Augenarztpraxis in der Nähe der Londoner Baker Street hatte, dort, wo sein berühmter Detektiv Sherlock Holmes wohnte, und dass ihn dort nicht ein einziger Patient aufsuchte.

Ich nenne hier nur einige wenige Schriftsteller-Stadt-Verbindungen, mit denen sich Dr. Tearle in seinem Buch auseinandersetzt:

Bram „Dracula“ Stoker und Whitby im Osten von Yorkshire

Lawrence „Tristram Shandy“ Sterne und Coxwold (North Yorkshire)

Alfred Edward „A Shropshire Lad“ Housman und Ludlow (Shropshire)

John „Paradise Lost“ Milton und Chalfont St Giles (Buckinghamshire)

Anna „Black Beauty“ Sewell und Norfolk

Ein lesenswertes Buch für jeden, der sich für die britische Literaturgeschichte interessiert!

Oliver Tearle: Britain by the Book – A Curious Tour of Our Literary Landscape. John Murray 2017. 230 Seiten. ISBN 978-1-473-66603-0.

The Dracula Experience in Whitby.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Shandy Hall in Coxwold.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Ein A.E. Housman Memorial an der St Laurence Church in Ludlow.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

John Miltons Cottage in Chalfont St Giles.
Author: MortimerCat
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Anna Sewells Haus in Great Yarmouth in Norfolk, in dem sie „Black Beauty“
schrieb.
Photo © Paul Shreeve (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. Februar 2019 at 02:00  Comments (1)  

Mein Buchtipp – Christopher Somerville: The January Man – A Year of Walking Britain

Foto meines Exemplares.

Christopher Somerville ist Experte für alles, was mit Wandern zu tun hat und schreibt als Reisejournalist für die Times. Mehrere Dutzend Bücher und hunderte von Artikeln hat er schon verfasst. Im April erscheint sein neues Werk, in dem er sich mit einem anderen Thema befasst: „Ships of Heaven: The Private Life of British Cathedrals„.

Im Januar vorigen Jahres veröffentlichte er die Taschenbuchausgabe seines Buches „The January Man – A Year of Walking Britain„, das ich gerade gelesen habe und an dieser Stelle vorstellen möchte. „Month by month, season by season and region by region, Christopher Somerville walks the British Isles„, so steht es auf der Rückseite des Buches zu lesen, wobei er sich an dem Lied „The January Man“ orientiert, das in den 1960er Jahren von Dave Goulder geschrieben wurde und hier zu hören ist.

Christopher Somerville beginnt seine Reise durch Großbritannien im Monat Januar und sie beginnt mit einer Rückerinnerung an seine Kindheit, die er in dem Dorf The Leigh am River Severn in Gloucestershire verbrachte. Hier am überfluteten Blacksmith Lane nimmt er uns mit „down memory lane“; immer wieder hören wir von seiner nicht ganz unkomplizierten Beziehung zu seinem Vater John Somerville, der beim GCHQ, dem Government Communications Headquarters in Cheltenham arbeitete.

Christopher Somerville verfügt über eine wunderschöne Sprache, er interessiert sich sehr für die Tier- und Pflanzenwelt Großbritanniens. und man sollte sich Zeit nehmen für dieses Buch, das vom hohen Norden, der Isle of Foula, eine der abgelegensten Shetlandinseln, bis zur englischen Südküste führt. Hier in Lyme Regis endet das Buch, an einem stürmischen Tag, bei dem die aufgepeitschten Wellen über das Bollwerk The Cobb schlagen.

Ein wirklich sehr schönes Buch! Ich freue mich schon auf die „Ships of Heaven“ (erscheint bei Doubleday am 11. April).

Christopher Somerville: The January Man – A Year of Walking Britain. Black Swan 2018.381 Seiten. ISBN 978-1-7841-6124-8.

Hier am Blacksmith Lane in The Leigh (Gloucestershire) beginnt Christopher Somervilles Buch.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Die einsame Shetlandinsel Foula ist der nördlichste Punkt der Reise.
Photo © Rude Health (cc-by-sa/2.0)

The Cobb in Lyme Regis (Dorset): Das Ende der Reise.
Eigenes Foto.

Published in: on 6. Februar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Mike Salter: The Old Parish Churches of Buckinghamshire

Foto meines Exemplares.

Dieser heutige Buchtipp richtet sich ausschließlich an diejenigen, die sich sehr intensiv mit Kirchen befassen und genau wissen möchten, wie alt die einzelnen Teile der Gotteshäuser sind. Mit dem Buch in der Hand kann man sich dann vor Ort informieren, aus welchem Jahrhundert der Taufstein, der Altar oder die Kanzel stammen. Mike Salters Buch ist staubtrocken, birgt aber unendlich viele Einzelinformationen. Ein Beispiel möchte ich bringen anhand der Kirche St Mary’s in Old Amersham: „…there is a good 15th century tierceron-vault with foliage bosses in the south porch but the exterior was reface with flints in 1870-72, when the 14th century arcades of four bays were rebuilt„. In dieser Form ist das ganze Buch geschrieben. Stakkatoartig werden die Fakten aufgelistet, keine Geschichten über die einzelnen Kirchen erzählt, das war’s.
This book is inevitably very much a catalogue of dates and names, etc. It is intended as a field guide and for reference rather than to be read  straight from cover to cover“ heißt es denn auch im Vorwort. Die Kirchen werden in Schwarz-Weiß-Fotos dargestellt mit zahlreichen Grundrissen.
Wer damit leben kann, für den ist „The Old Parish Churches of Buckinghamshire“ eine wahre Fundgrube.

Mike Salter hat Dutzende von ähnlichen Büchern geschrieben, in denen er sich die Kirchen, Burgen und andere mittelalterliche Gebäude in den einzelnen Grafschaften Großbritanniens vornimmt.

Mike Salter: The Old Parish Churches of Buckinghamshire. Folly Publications 2010. 119 Seiten. ISBN 978-1-871731-86-6.

Hier sind einige der im Buch vorgestellten Kirchen im Bild:

St Mary’s in Old Amersham.
Eigenes Foto.

St Giles in Stoke Poges.
Eigenes Foto.

St Mary’s in Denham.
Eigenes Foto.

St Mary’s in Haddenham.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 27. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mein Buchtipp – Roz Morris: Not Quite Lost – Travels Without a Sense of Direction; a Diary

Foto meines Exemplares.

Roz Morris ist eine Londoner Schriftstellerin, die einmal als Autorin zweier Fantasyromane („My Memories of Future Life“ und „Lifeform Three„) und einmal als Verfasserin der „Nail Your Novel„-Ratgeber bekannt geworden ist, in denen sie Handreichungen für das Schreiben von Romanen gibt. Darüberhinaus agiert sie als Ghostwriter für Prominente, die sie aber nicht verrät, und sie hat ein kleines Bändchen mit dem Titel „Not Quite Lost: Travels Without a Sense of Direction; a Diary“ verfasst, in dem Tagebuchaufzeichnungen zu finden sind.

Ich möchte es gleich vorausschicken: Ich bin von dem Buch begeistert! Roz Morris schreibt humorvoll von ihren Reisen durch England, begleitet von ihrem Mann Dave Morris, der ebenfalls Fantasyromane schreibt. Die beiden übernachten gern in Häusern des Landmark Trusts, zum Beispiel in dem Martello Tower bei Aldeburgh in Suffolk, in diesem Fall keine gut Wahl, denn bei ihrem Aufenthalt hatten sie mit einem undichten Dach zu kämpfen. The Wardrobe an der Kathedrale von Salisbury war ein weiterer Landmark Trust Übernachtungsort, wo Mr und Mrs Morris mit den Bodyguards des ehemaligen Premierministers Ted Heath konfrontiert wurden, der nebenan wohnte (die Geschichte spielte sich schon 1997 ab).

Sehr witzig ist  Roz Morris‘ Bericht über die Befahrung des berühmt-berüchtigten Porlock Hills in Somerset (die A39), eine der steilsten A-Straßen Englands, als sie Probleme mit Automatikgetriebe und Bremsen bekommt.

Es ist ein Vergnügen, das Buch zu lesen. Highly recommended!!

Hier ist ein Interview mit Roz Morris über ihr Buch.

Roz Morris: Not Quite Lost: Travels Without a Sense of Direction; a Diary. Spark Furnace 2017. 185 Seiten. ISBN 978-1-909905-92-4.

Der Martello Tower bei Aldeburgh in Suffolk.
Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)

The Wardrobe auf dem Cathedral Close in Salisbury.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

Der Porlock Hill in Somerset.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. Januar 2019 at 02:00  Comments (8)