The Langley Castle Hotel bei Haydon Bridge in Northumberland

Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

Northumberland gehört vielleicht nicht zu den bevorzugten Reisezielen von Besuchern vom Kontinent, dabei hat die Grafschaft viel zu bieten, vor allem landschaftlich. Mitten in einer Wald- und Parklandschaft liegt ein eindrucksvolles Hotel in einer Burg aus dem 14. Jahrhundert, das Langley Castle Hotel. Die Burg kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken; Anfang des 15. Jahrhunderts stand sie im Mittelpunkt heftiger Kämpfe und wurde von den Truppen Heinrichs IV. stark beschädigt. Erst viele Jahrhunderte später erbarmte sich der Historiker Cadwallader John Bates (1853-1902) der Ruine und restaurierte sie. Die Fertigstellung erlebte er nicht mehr, da er sehr früh in der Burg starb. Im Zweiten Weltkrieg zogen Soldaten ein, in den 1980er Jahren ging es hier heiterer zu, wenn das Gekicher junger Mädchen durch die Räume schallte, denn Langley Castle diente eine Zeit lang als Mädchenschule. 1986 schließlich wurde die Burg von dem renommierten Informatik-Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology Dr Stuart Madnick gekauft, der sie in ein 4-Sterne-Hotel umwandelte.

Das alte Gemäuer sorgt für eine besondere Atmosphäre, und so erhielt das Hotel im Jahr 2018 die Auszeichnung „Best Hotel for Romance in the UK„. Im Haupthaus gibt es neun Zimmer, einige davon mit Himmelbetten, weitere 18 Zimmer sind in Nebengebäuden untergebracht. Die Preise für ein Doppelzimmer beginnen etwa bei 160 Euro während der Woche, sie ziehen am Wochenende aber deutlich an.

Es gibt zwei Restaurants im Langley Castle Hotel: Fine Dining gibt es in dem wunderschönem Josephine Restaurant, das Pavilion Restaurant ist modern und hell ausgestattet.

Täglich werden Führungen durch die Burg angeboten, die Battlement Tours, an denen auch Nicht-Hotelgäste teilnehmen können.

Erwähnen möchte ich noch die ausgezeichneten Webseiten des Hotels, auf denen man sich die Zimmer und die anderen Räumlichkeiten virtuell sehr genau ansehen kann!! Hier ist ein Film über Langley Castle.

Langley Castle Hotel
Langley
Hexham NE47 5LU

Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)
Photo: Jamie Penfold LBIPP.
Creative Commons 2.0

Chatsworth House in Derbyshire Teil 2: Der Emperor Fountain

Photo © Richard Sutcliffe (cc-by-sa/2.0)

Wenn sich auf englischen Schlössern und Landhäusern königlicher Besuch ansagte, war das meist ein zweifelhaftes Vergnügen, denn wenn der Besuch wieder abgereist war, war auch die Geldschatulle des Hausherrn deutlich schmaler als zuvor. Royals erwarteten eben einen All inclusive-Urlaub, die umfangreiche Entourage eingeschlossen.

Im Chatsworth House in Derbyshire hatte sich 1843 der russische Zar Nikolaus I. angesagt, und so überlegte sich der sechste Duke of Devonshire, dem das prachtvolle Haus gehörte, womit er den Russen beeindrucken konnte. Das war nicht leicht, denn der Zar war Prunk und Protz gewohnt. Da kam der Duke auf die Idee, einen neuen Springbrunnen zu bauen (es gab bereits einen seit dem ersten Duke of Devonshire) und zwar einen, dessen Fontäne höher war als die der Sommerresidenz des Zaren, Schloss Peterhof, in Sankt Petersburg. Es sollte die höchste der Welt sein, und so beauftragte er seinen Chefgärtner Joseph Paxton mit der Anlage des Emperor Fountains. Das erforderte umfangreiche Erdarbeiten, denn der Brunnen benötigte jede Menge Wasser. Oberhalb von Chatsworth House wurde dafür ein See angelegt, der Emperor Lake, von dem aus das Wasser etwa 110 Meter in Rohren bergab schoss und für den erforderlichen Druck für die Fontäne sorgte, die zu besten Zeiten bis zu 90 Meter hoch war; heute wird sie meist nicht mit Maximaldruck gefahren (hier ist ein Film).

Wie stolz mag der Duke wohl gewesen sein, als der Emperor Fountain fertig war, und sicher konnte er es kaum abwarten, ihn dem Zaren vorzuführen…doch der kam nicht zu seinem angekündigten Besuch und auch später nicht. Nun gut, dafür können sich heute die zahlreichen Touristen an dem Brunnen erfreuen, der an einem heißen Sommertag (auch den gibt es hin und wieder im Peak District) für Erfrischung sorgt.

Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)

Chatsworth House in Derbyshire Teil 1: The Painted Hall

Photo: Gauis Caecilius.
Creative Commons 2.0

Es kann im Sommer ganz schön voll werden im Chatsworth House in Derbyshire, einem der meist besuchten und schönsten Landsitze im Königreich und Familiensitz der Dukes of Devonshire seit dem 16. Jahrhundert. Bei meinem Besuch war der Parkplatz voll und Busladungen voller Touristen steuerten das Haus und die Gärten an.

Ich habe zwei Lieblingsräume in dem Haus: Da ist zum einen die großartige Bibliothek, über die ich in meinem Blog einmal berichtete und zum anderen die Painted Hall, ein riesiger Raum, bei dessen Betreten man gar nicht weiß, wo man zuerst hinblicken soll. Da haben sich Maler so richtig austoben können wie Louis Laguerre, der von 1692 bis 1694 die Decke und die Wände mit Szenen aus dem Leben Julius Caesars dekorierte. Was muss das für eine Anstrengung gewesen sein, auf einem Gerüst auf dem Rücken liegend diese Szenen zu malen. 1936 war die Decke in Gefahr einzustürzen, und sie musste aufwändig wieder neu gestützt werden. Vor einigen Jahren stellte das Designstudio von Thomas Heatherwick einige seiner sogenannten „spun chairs“ in der Painted Hall auf, damit man sich die Decke besser ansehen konnte.

Auch die Great Stairs, die monumentale Treppe, ist beeindruckend sowie der schwarz-weiße Marmorfußboden. Man müsste diese wunderschöne Halle ganz für sich allein haben, um sie zu genießen, nachdem alle Besucher Chatsworth verlassen haben, aber in diesen Genuss kommen wohl nur der gegenwärtige 12. Duke of Devonshire und seine Familie. Hier ist im Film ein kurzer Schwenk durch den Raum zu sehen.

Die englische Schauspielerin Keira Knightley drehte im Chatsworth House und in der Painted Hall zwei Filme: 2008 „The Duchess“ (dt. „Die Herzogin“), in dem sie Georgiana Dorothy Cavendish, die Duchess of Devonshire verkörperte. Drei Jahre zuvor war sie in „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Vorurteil“) zu sehen, da diente Chatsworth House als Pemberley, wo Mr. Darcy wohnte.

Photo: philhearing.
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Photo: ell brown.
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Published in: on 8. März 2022 at 02:00  Comments (4)  

The Millennium Seed Bank Partnership auf dem Gelände von Wakehurst Place (West Sussex) – Die größte Pflanzensamen-Sammlung der Welt

Photo © Raymond Knapman (cc-by-sa/2.0)

Wakehurst Place bei Ardingley in West Sussex ist ein Landhaus aus dem Jahr 1590, das…natürlich dem National Trust gehört. Seit 1965 haben die Royal Botanic Gardens in Kew das Gelände gepachtet und darauf die größte Pflanzensamen-Sammlung der Welt errichtet, The Millennium Seed Bank Partnership. In unterirdischen Räumen, in denen eine Temperatur von −20 °C herrscht, werden über zwei Milliarden Samen von mehr als 38 000 verschiedenen Pflanzen gelagert und es werden von Tag zu Tag mehr. Das Ziel des Projektes ist, von sämtlichen Pflanzen, die in Großbritannien wachsen, Samen vorrätig zu halten; weiterhin will man hier in Wakehurst von rund 25% aller weltweit bekannten Pflanzen Muster bereit halten. Es wird aber nicht nur gesammelt, sondern auch geforscht. In Zusammenarbeit mit über 100 Partnerschaften auf allen Kontinenten untersuchen Wissenschaftler unter anderem welche Pflanzen unter welchen Konditionen am besten wachsen und experimentieren mit Kryotechnik, der Tieftemperaturtechnik.

Die Forschungsarbeiten finden im Wellcome Trust Millennium Seed Bank Building statt, das Prince Charles im Jahr 2000 eröffnet hat. Der Wellcome Trust ist eine Stiftung, die die medizinische Forschung fördert.

Wer sich für das Thema interessiert: Die Seed Bank ist zu besichtigen wie auch Wakehurst Place selbst und die Gärten. Sich stärken kann man im Seeds Café und in der Stables Kitchen and Pantry.
Der Eintrittspreis: £14.95.

Hier ist ein Film über die Millennium Seed Bank Partnership.

The Wellcome Trust Millennium Seed Bank Building.
Photo: Patche99Z.
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Das Besucherzentrum.
Photo © Andy Potter (cc-by-sa/2.0)

Doyden Castle bei Port Quin in Cornwall

Photo © Sarah Charlesworth (cc-by-sa/2.0)

Samuel Symons war ein wohlhabender Geschäftsmann, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Wadebridge in Cornwall lebte. Mr Symons war ein Mann, der es sich gern gut gehen ließ, der gern trank, spielte und auch anderen Verlustierungen nicht aus dem Weg ging. Doch Wadebridge war dafür nicht so die ideale Location, er stand da zu sehr unter Beobachtung. Also baute er sich im Jahr 1832 seine eigene kleine Burg, weit entfernt von der Zivilisation, an der Nordküste von Cornwall, das nächste Dorf war Port Quin, und nannte sie Doyden Castle. Hier konnte er zusammen mit seinen Freunden (und Freundinnen?) den Vergnügungen nach gehen, die er so schätzte.

Doyden Castle steht noch immer und ist jetzt in der Obhut des National Trusts, kann zwar nicht besichtigt aber bewohnt werden. Die Burg ist ein voll ausgestattetes „Ferienhaus“ mit einem Schlafzimmer im ersten Stock, einem Wohnzimmer im Erdgeschoss, Küche, Badezimmer usw. Der Aufenthalt im Doyden Castle kostet je nach Saison für zwei Personen etwa ab £2000 pro Woche.

Fans der britischen TV-Serie „Doc Martin“ (in Deutschland wurde sie im Free-TV von Sat1 Gold gezeigt), überwiegend in Port Isaac in Cornwall gedreht, kennen die Burg aus der fünften Staffel, in der sie Pentire Castle heißt (hier ist ein längerer Ausschnitt, in dem die Burg gut zur Geltung kommt). Auch für die Fernsehserie „Poldark“ (die von 1975) wurde hier gedreht, da diente die Burg als Wohnort von Dr Dwight Enys (auch hier ein Filmausschnitt).

Photo © Andy F (cc-by-sa/2.0)
Photo: Christopher Dart.
Creative Commons 2.0
Published in: on 23. Februar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die unheimlichen Drachenköpfe von Wallington Hall in Northumberland

Photo © Richard Sutcliffe (cc-by-sa/2.0)

Besonders unheimlich sieht das Gebäude von Wallington Hall bei Cambo in der Grafschaft Northumberland eigentlich gar nicht aus, doch soll es dort nicht mit rechten Dingen zugehen wie ich in meinem Blogeintrag vom 21. August 2015 schon einmal geschrieben habe. So richtig gruselig sehen allerdings die vier steinernen Drachenköpfe aus, die auf einer Wiese vor der Hall liegen. Grinsen sie oder sehen sie die Besucher auf böse Weise an? Wer weiß…

„Geboren“ wurden die vier nicht in der nördlichsten Grafschaft Englands, sondern in London. Ihre Heimat war eines der Stadttore von London, Bishopsgate, dort, wo häufig die abgeschlagenen Häupter von Kriminellen auf Stangen zur Schau gestellt wurden. Im Jahr 1760 riss man das Bishopsgate ab, da es sich zunehmend als Nadelöhr für den zunehmenden Verkehr der Hauptstadt erwies.

Sir Walter Calverley Blackett, Wallington Halls Besitzer, nahm sich der heimatlos gewordenen Drachenköpfe an und brachte sie auf einem Kohle transportierenden Schiff von London nach Newcastle (Sir Walter war ganz groß im Kohlehandel tätig). Von dort soll er sie zu seinem Rothley Castle gebracht haben, einem Folly, das Sir Walter in der Nähe von Wallington Hall erbaut hatte, wo die vier Köpfe erst einmal verschwanden. Erst 1928 fanden sie ihren jetzigen Platz auf der Wiese der Hall.

Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)
Rothley Castle.
Photo © Pete Saunders (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 11. Januar 2022 at 02:00  Comments (1)  

Dunham Massey Hall (Greater Manchester) und die umstrittene Skulptur eines schwarzen Mannes

Photo © Peter Turner (cc-by-sa/2.0)

Im Zuge der Black Lives Matter Bewegung in den USA gerieten dort einige Denkmäler ins Fadenkreuz, die Personen darstellten, mit denen Teile der Bevölkerung nichts mehr zu tun haben wollten. Es ging hier überwiegend um das Thema Sklaverei.

Die Bewegung griff auch in Großbritannien um sich, und immer mehr Leute hinterfragten die Skulpturen, die hier schon seit Menschengedenken standen. Waren es diese Männer wirklich wert, in dieser Form geehrt zu werden? Für Schlagzeilen sorgte beispielsweise die gewaltsame Entfernung der Statue des Edward Colston am 7. Juni 2020 in Bristol (ich berichtete darüber in meinem Blog).

Für eine Kontroverse sorgte auch eine Figur vor dem Eingang zur Dunham Massey Hall (Greater Manchester), ein Anwesen bei Altrincham, das dem National Trust gehört. Die Skulptur zeigt einen knienden, schwarzen, halbnackten Mann, der auf seinem Kopf eine Sonnenuhr trägt. Seit dem frühen 18. Jahrhundert kniet der Mann schon hier, bei dem es sich um keinen Sklaven sondern einen „Mohren“ handeln soll. Sie wird dem englischen Bildhauer Andries Carpentière (1672-1737) zugeschrieben beziehungsweise dessen Lehrmeister John Nost. „Blackamoor“ wurde diese Kunstrichtung genannt, die immer schwarze Männer abbildete, oft in erniedrigender Art und Weise.

Im Juni 2020 entschied sich der National Trust, die Figur abzubauen, da sie zunehmend für Unmut sorgte und sie einer anderen Verwendung zuzuführen, die die Grausamkeiten des Sklavenhandels mit einbezieht. An der Stelle der Figur hat der National Trust eine Tafel aufgestellt, auf der er erklärt, warum der schwarze Mann mit der Sonnenuhr entfernt wurde.

Es gibt zwei Strömungen im Land: Die eine möchte alles entfernen, was noch an den Sklavenhandel erinnert, die andere betrachtet das Thema zwar als eine dunkle Seite der britischen Geschichte, meint aber, dass man das nicht einfach ausradieren kann, indem man Denkmäler entfernt, sondern dass man sich damit auseinandersetzen muss.

Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Follies – The Sham Castle in Bath (Somerset)

Photo © Paul Brooker (cc-by-sa/2.0)

Der 1693 in Cornwall geborene Ralph Allen war ein wohlhabender Unternehmer, der das englische Postwesen reformierte und sich sehr um das Wohlergehen seine Wohnortes Bath in Somerset kümmerte, den er, zusammen mit dem „Master of Ceremonies“ Beau Nash und dem Architekten John Wood the Elder zu einem eleganten und mondänen Kurort entwickelte.

Ralph Allen besaß ein großes Haus mit 15 Zimmern in der Straße mit dem schönen Namen Old Lilliput Alley, von wo aus er einen wunderbaren Blick auf den Bathwick Hill oberhalb von Bath hatte. Irgendetwas fehlte ihm aber auf dem Hügel, und so kam er auf die Idee, dort oben eine Burg zu erbauen und sich an dem Anblick zu erfreuen. Eine richtige komplette Burg war aber eigentlich gar nicht nötig, eine Fassade reichte durchaus, und da Ralph Allen einige Steinbrüche in der Umgebung von Bath besaß, ließ er 1762 diese Burgattrappe, das Sham Castle, mit Steinen von dort erbauen. Das Folly besteht nur aus einer einzigen Mauer mit kunstvoll gestalteten Fenstern und Türmen, die Rückseite bietet überhaupt nichts Sehenswertes, Allen wollte sich ja nur an der Front seiner „Burg“ ergötzen.

Im Laufe der Zeit drohte das Sham Castle zu verfallen, denn nach dem Tod des Eigentümers interessierte sich niemand mehr dafür. 1921 ging es in den Besitz der Stadt Bath über, die es restaurieren ließ. Heute ziert das Castle den Bath Golf Club, einen privaten Golfplatz, so dass der Zugang nicht so ohne weiteres möglich ist.
Hier ist ein Film über das Sham Castle.

Es existieren noch weitere Sham Castles in England, Ralph Allen war nicht der einzige, der Burgattrappen bauen ließ. George Lyttelton, 1. Baron Lyttelton ließ sich zum Beispiel in Worcestershire auf seinem Landsitz das Hagley Park Castle erbauen; ebenfalls in Worcestershire ist das Clent Castle zu finden, eine hübsche kleine künstliche Burgruine aus dem 18. Jahrhundert.

…und die langweilige Rückseite des Sham Castles.
Photo © Neil Owen (cc-by-sa/2.0)
Hagley Park Castle in Worcestershire.
Photo © Paul Brooker (cc-by-sa/2.0)
Clent Castle in Worcestershire.
Photo © Paul Brooker (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Dezember 2021 at 02:00  Comments (1)  

Christmas 2021 – Weihnachten im Belton House in Lincolnshire

Author: Myrialejean.
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Für mich ist die Vorweihnachts- und Weihnachtszeit in England etwas ganz Besonders; ich denke da vor allem an die herausgeputzten und illuminierten Landhäuser, die ihre Tore und ihre Gärten für Besucher öffnen. Im Laufe der Jahre habe ich einige dieser Häuser vorgestellt wie zum Beispiel das wunderschöne Waddesdon Manor in Buckinghamshire, Castle Howard in North Yorkshire oder Stockeld Park in West Yorkshire.

Heute möchte ich das vorweihnachtliche Belton House bei Grantham in Lincolnshire vorstellen. Belton House war das erste Country House in England, das ich bei meinen Reisen durch das Land besichtigt habe. Es war seit seiner Erbauung Ende des 17. Jahrhunderts bis 1984 Sitz der Brownlow-Familie. Edward Cust, siebter Baron of Brownlow übergab seinen Familiensitz 1984 an den National Trust, der damit wieder um ein Country House reicher war.

Ab dem 25. November werden die Gärten von Belton House für die Besucher geöffnet. Meister der Illuminationstechnik haben vorab viel Zeit investiert, um die Gärten in eine weihnachtliche Atmosphäre zu versetzen mit Lichttunneln und beleuchteten Bäumen. Wenn man den ganzen Christmas Trail entlang spaziert, braucht man dafür etwa neunzig Minuten.

In auf dem Gelände aufgestellten Buden kann man sich mit Glühwein oder heißer Schokolade aufwärmen und im National Trust Gift Shop vielleicht das eine oder andere Weihnachtsgeschenk finden. In diesen Shops fällt mir immer wieder ein ganz spezieller, angenehmer Duft auf, der wahrscheinlich von den Seifen, Parfüms und Kerzen kommt.

Der Eintritt zu diesem Spektakel kostet bei Vorausbuchung der Tickets £20, Kinder zwischen drei und sechzehn Jahren zahlen £14. Das nördlich von Grantham gelegene Belton House liegt verkehrsgünstig nahe der A1.

Dieser Film zeigt, was die Besucher erwarten wird.

Photo © Andrew Abbott (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. November 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Gawsworth Hall Open Air Theatre

Photo © Peter Turner (cc-by-sa/2.0)

Im Dunstkreis der Stadt Macclesfield liegt das Dorf Gawsworth in der Grafschaft Cheshire. Das Highlight des Dorfes ist die Gawsworth Hall, ein beeindruckendes Country House, das in Privatbesitz ist und das zu bestimmten Zeiten zur Besichtigung freigegeben ist. Seit 1969 finden hier im Sommer im Open Air Theatre kulturelle Veranstaltungen statt, die vor der Kulisse des Tudorhauses für die Besucher besonders stimmungsvoll sind. Wie in England üblich, sind die Gäste eingeladen, vor den Aufführungen ihr mitgebrachtes Picknick einzunehmen, das bei schönem warmem Wetter am See auf dem Gelände besonders gut schmeckt.

Die Theatersaison in Gawsworth Hall ist ein bunter Mix aus Schauspiel, Comedy und Konzerten. In diesem Jahr gab es vom 26. Juni bis zum 1. August beispielsweise eine Aufführung von William Shakespeares „Komödie der Irrungen“ und eine Reihe von Tributkonzerten (Queen, Tina Turner, Fleetwodd Mac). Die von mir erst kürzlich an dieser Stelle vorgestellte Foden’s Band trat auf und der Comedian Jimmy Carr ließ sich von den Besuchern feiern.

In diesem Jahr konnten die Gäste der Veranstaltungen nicht wie gewohnt unter einem großen Zeltdach sitzen, Zugeständnisse, die man wegen Corona machen musste.

Das über 500 Jahre alte Haus (hier einige Bilder) soll einmal der Wohnsitz von William Shakespeares mysteriöser Dark Lady gewesen sein, die in seinen Sonetten auftaucht. Möglicherweise war es Mary Fitton (1578-1647), Hofdame Königin Elizabeths I.

Photo © Neil Kennedy (cc-by-sa/2.0)

Mein Besuch in Birminghams Aston Hall

Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Auf der Suche nach Aston Hall strandeten wir mitten in der Großstadt Birmingham. Ich fuhr kurz auf einen Parkstreifen, damit wir unseren Stadtplan konsultieren konnten, da hielt ein Polizeiauto hinter uns, und wir wurden von zwei freundlichen Polizisten gefragt, ob sie helfen könnten. Wir sagten, dass wir die Aston Hall suchten und bekamen als Antwort: „No problem, just follow us“. Das Polizeiauto fuhr vorneweg, wir hinterher, und sie führten uns bis vor den Eingang von Aston Hall. Das kann man wirklich „Die Polizei, dein Freund und Helfer“ nennen. Thank you, Birmingham Police!!

Als wir uns nun das Schloss ansehen wollten, erfuhren wir, dass es an diesem Tage geschlossen war; da aber gerade eine angemeldete Schulklasse im Hause war, ließ man uns trotzdem hinein. So viel zur Freundlichkeit der Brummies wie die Bewohner Birminghams genannt werden!

Aston Hall ist ein imposantes Schloss, das im Besitz der Stadt Birmingham ist und in den Jahren 2008/09 komplett renoviert worden ist.
Das Schloss, im sogenannten „Jacobean Style“ erbaut, entstand in der Zeit von 1618 bis 1635 unter der Regie des Architekten John Thorpe, und der erste Besitzer und Bewohner von Aston Hall war ein gewisser Sir Thomas Holte.

Der Sohn des berühmten schottischen Erfinders James Watt übernahm das Schloss 1817, bis es 1864 in den Besitz der Stadt Birmingham überging.  Der Garten wurde neu angelegt, und man kümmerte sich intensiv um den Erhalt dieses wirklich sehr schönen Gebäudes.

Heute ist Aston Hall ein Museum (Eintrittspreis: £9), in dem man zum Beispiel. Räume aus verschiedenen Epochen besichtigen kann.
Nur etwa 200m entfernt liegt übrigens das Stadion des Fußballvereins Aston Villa.

Hier ist eine Film über Aston Hall.

Aston Hall
Trinity Road
Aston
Birmingham, B6 6JD

Author: scrappy annie.
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Eigenes Foto des Guidebooks.
Mein Guidebook..
Published in: on 13. November 2021 at 02:00  Comments (2)  

Prideaux Place bei Padstow in Cornwall – Rosamunde Pilcher-Verfilmungen, Geister und ein Teddybär mit einem merkwürdigen Namen

Photo © G Laird (cc-by-sa/2.0)

Millionen von deutschen Fernsehzuschauern kennen dieses schöne Herrenhaus bei Padstow in Cornwall; viele wissen aber nicht wie es heißt und wo es liegt. Das ZDF benutzte Prideaux Place viele Male als Kulisse für seine Verfilmungen von Rosamunde Pilcher-Geschichten („Heimkehr“, „Das Ende eines Sommers“, Das große Erbe“ etc.).

14 Generationen von Prideauxs wohnten nun schon in diesem Haus, seit es 1592 erbaut wurde. Peter & Elisabeth Prideaux-Brune sind die heutigen Besitzer und Bewohner von Prideaux Place, die ihr Haus für Besucher geöffnet haben, von denen viele aus Deutschland kommen. Aus diesem Grund werden die Touren durch das Haus auch in deutscher Sprache angeboten.

Prideaux Place wird von schönen Gärten und einem Wildpark umgeben. Es heißt, wenn das Wild hier einmal aussterben sollte, würde es die Prideaux-Familie ebenfalls. Kein Wunder, dass das Wild gehegt und gepflegt wird.

Die Geisterjäger-Serie „Most Haunted„von Living TV mit Medium Derek Acorah untersuchte das Haus schon einmal und natürlich wurde Acorah auch dieses Mal fündig (hier zu sehen).

Ein hübsches kleines Mitbringsel als Erinnerung an einen Besuch in Prideaux Place ist das kleine Buch „Me too: A bear’s eye view“ von Carmen Hocking, die im Haus arbeitet. Es handelt von den Abenteuern des kleinen Bären Me Too, der Peter Prideaux-Brune gehört und der tagsüber in der Bibliothek sitzt, des Nachts aber alle seine Freunde, wie andere Teddybären, Kaninchen und Katzen, um sich herum schart und die sich dann alle zusammen amüsieren und Spiele spielen. Der Name des Bären ist etwas unglücklich gewählt, aber das geschah bereits bevor die „Me too“-Bewegung ins Leben gerufen wurde.

Ein Besuch von Prideaux Place lohnt sich, nicht nur für Rosamunde Pilcher-Fans. Hier ist ein Film über das Haus.

Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)
Im Wildpark von Prideaux Place.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 28. Oktober 2021 at 02:01  Comments (2)  

Brereton Hall in Cheshire – Ein jähzorniger Landbesitzer und ein Braunbär

Photo © Lyn Haigh (cc-by-sa/2.0)

Brereton Hall in Cheshire, was für ein schönes Haus! Beschäftigt man sich mit England, stößt man ständig auf neue Landhäuser, die man vorher noch nicht kannte. Brereton Hall ist so ein Haus, das in Privatbesitz ist und nicht besiuchtigt werden kann. Es liegt zwischen der Autobahn M6 und der A54, nahe des gleichnamigen Ortes Brereton.

Wie üblich in meinem Blog gehe ich auch hier nicht ausführlich auf die Geschichte des Hauses ein, das kann man sehr gut andernorts nachlesen, sondern habe eine Begebenheit aus den Annalen der Hall herausgesucht, die recht ungewöhnlich ist.

Der Erbauer von Brereton Hall, Sir William Brereton (1550-1631) , war ein jähzorniger Mann, und wenn etwas nicht so lief wie er sich das vorstellte, konnte er schnell ausrasten, so geschehen an einem Abend, als Sir William sein Dinner zu sich nahm. Einer seiner Diener unterbrach sein genüssliches Abendessen, so dass er sofort in die Luft ging, dem in panischer Eile entfliehenden Mann hinterherrannte und ihn ermordete. Als Sir William sich wieder beruhigt hatte und sah, was er angerichtet hatte, begab er sich auf schnellstem Wege nach London zum König, um ihn um Gnade zu bitten. Der zauderte erst und wollte ihn nicht so davonkommen lassen, also bot er Sir Wiliam einen Deal an. Wenn es ihm in drei Tagen gelänge, für einen seiner Braunbären einen effektiven Maulkorb zu entwickeln, würde er ihn begnadigen, wenn nicht…dann würde der Bär schon für die Strafe sorgen! Sir William machte sich an die Arbeit, bastelte einen Maulkorb zusammen, und als er dem Bär gegenüber trat, warf er das Gerät über dessen Kopf und konnte unbeschadet den Käfig wieder verlassen. Gerade noch einmal gutgegangen. Von da an tauchte der Bär mit dem Maulkorb im Wappen der Familie Brereton auf.

In dem Dorf Brereton wird dieser Geschichte noch immer alljährlich im Juli auf dem Bear Festival gedacht.

Hier sind Bilder von der Hall zu sehen.

Auf dem Brereton Bear Festival.
Author: Kollage Kid.
Creative Commons 2.0
Published in: on 10. Oktober 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Owlpen Manor bei Uley in Gloucestershire – Ein Tudor-Manor House, in dem es spuken soll

Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Von dem kleinen Gloucestershire-Dorf Uley führt eine kleine sehr schmale Straße zu dem einsam gelegenen Owlpen Manor, ein romantisches Haus, „The loveliest place in England“ wie es ein Reiseführer einmal ausdrückte.
Über Uley habe ich in meinem Blog schon einmal berichtet; ein hübsches Dorf mit einem netten Pub, einer Brauerei und einer schönen Kirche.

Owlpen Manor, das auf eine sehr lange wechselvolle Geschichte zurückblicken kann, gehört seit 1974 Sir Nicholas Mander und ist für die Öffentlichkeit zugänglich, allerdings nur für Gruppenführungen; derzeit aber wegen Corona nicht.

In so einem alten Haus muss es einfach auch spuken und das tut es hier auch zur Genüge. Mehrere Gespenster sind im Owlpen Manor schon gesichtet worden, darunter auch Königin Margaret von Anjou, die hier 1471 auf dem Weg zur Schlacht von Tewkesbury Station machte.
Weiterhin treibt im Manor ein Schwarzer Mönch sein Unwesen, sowie Thomas Daunt, ein Zauberer und Alchimist, der hier einmal wohnte.

Die Crew der Fernsehserie „Most Haunted“ des Senders Living TV mit Yvette Fielding war im Owlpen Manor im März 2004 zu Gast und versuchte, den paranormalen Phänomenen auf die Spur zu kommen. Hier ist der erste Teil der Sendung zu sehen.

Das Manor-Haus ist bei Film und Fernsehen sehr beliebt; so wurden hier zahlreiche Dokumentationen, aber auch einige Spielfilme gedreht wie zum Beispiel“Tess of the d’Urbervilles„, „The Other Boleyn Girl“ und zuletzt im Jahr 2017Phantom Thread

Auf dem Owlpen Manor Estate liegen übrigens auch 9 Cottages, die man mieten kann und die beispielsweise Apple Loft, Summerfield und Peter’s Nest heißen.

Ein Besuch im Owlpen Manor lohnt auf jeden Fall (sobald es wieder geöffnet ist).

Owlpen Manor
near Uley
Gloucestershire GL11 5BZ

Author: carolyngifford.
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Author: carolyngifford.
Creative Commons 2.0


Sir Winston Churchills Landsitz Chartwell in Kent und seine Katzen

Photo © Richard Rogerson (cc-by-sa/2.0)

In meinen nun nahezu 4000 Blogeinträgen habe ich erstaunlicherweise noch nie über Sir Winston Churchills Landsitz Chartwell bei Westerham in Kent (der Ort ist definitiv auch einen Besuch wert, siehe dazu meinen Blogeintrag) geschrieben, obwohl ich ihn vor einigen Jahren besucht habe. Das sehr ansprechende Landhaus, das dem National Trust gehört, erweckt den Eindruck, als ob der frühere Eigentümer eben mal kurz um die Ecke verschwunden ist und gleich wieder zurückkommt. Alles ist so belassen wie es zu Churchills Zeiten war, der am 24. Januar 1965 starb, und der vielleicht von oben herab wohlwollend das Treiben in Chartwell betrachtet, das Besucher aus der ganzen Welt anlockt.

Sir Winston war ein sehr tierliebender Mensch und daher war Chartwell zu seinen Lebzeiten von allerhand Getier bevölkert. Sein absoluter Favorit war seine Katze Jock, die ihm einmal sein Privatseketrär Sir John Rupert Colville, genannt Jock, geschenkt hatte. Die Katze war eine sogenannte „marmalade cat„, das heißt, ihr Fell war orangefarben mit schmalen gelb-braunen Streifen. Jock wurde heiß geliebt und gegen Ende seines Lebens verfügte der große Staatsmann, dass auf seinem Landsitz immer eine Katze sein sollte, die so wie der „Original Jock“ aussieht.

Heute lebt seit Mai 2020 auf Chartwell Jock Nummer 7. Sunshine, so sein ursprünglicher Name, wurde zusammen mit vielen anderen Kätzchen von der Tierschutzorganisation RSPCA aus erbärmlichen Lebensverhältnissen gerettet, aufgepäppelt… und dann von Chartwells Visitor Experience Manager Viktoria Austen adoptiert. Besser hätte es das Schicksal mit der kleinen Marmeladenkatze nicht meinen können; Sunshine entsprach exakt den Vorgaben für eine Chartwell-Katze und so wurde aus ihr Jock VII. Der Vorgänger, Jock VI, lebte von 2014 bis 2020 auf Sir Winstons ehemaligem Landsitz, ihm ging es aber immer schlechter, er war fast blind, konnte sich nicht mehr richtig orientieren und ging in Rente, bei einem National Trust-Mitarbeiter.

Hier ist ein Film über Sir Winstons Landhaus.

Jock VI im Garten von Chartwell.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 27. September 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Apley Hall in Shropshire – Ein Herrenhaus, auf das Adolf Hitler ein Auge geworfen hatte

Photo © Mat Fascione (cc-by-sa/2.0)

In meinem Blogeintrag vom 5. September 2015 schrieb ich über die Rochdale Town Hall, ein neugotisches Bauwerk im Bezirk Greater Manchester, das Adolf Hitler im Zweiten Weltkrieg so faszinierte, dass er es, nach einer erfolgreichen Invasion Großbritanniens, Stein für Stein abtragen lassen und in Deutschland wieder aufbauen wollte. Was für eine verrückte Idee!

Doch Hitler hatte noch ein weiteres Gebäude ins Auge gefasst: Apley Hall in der Grafschaft Shropshire. Hier sollte sein Hauptquartier sein, das hatte er sich fest in den Kopf gesetzt, und so stand es auch in den Geheimplänen, die zum Ende des Zweiten Weltkriegs entdeckt wurden.

Die ebenfalls im neugotischen Stil erbaute Apley Hall steht in der tiefen Provinz, die nächste erwähnenswerte Stadt ist Bridgnorth. In den 1940er Jahren war das Haus im Besitz eines Major A. W. Foster, der sich bereits im Burenkrieg und im Ersten Weltkrieg ausgezeichnet hatte und der im Falle einer deutschen Invasion schnell die Koffer hätte packen müssen, um dem Führer sein schönes Haus zu überlassen. Glücklicherweise wurde aus der Invasion nichts und Apley Hall blieb in englischer Hand.

In Bridgnorth munkelte man damals schon, dass die Bewohner möglicherweise bald einen neuen Nachbarn haben könnten, worüber in der kleinen Stadt natürlich niemand begeistert war.

Im Jahr 1811 ist Apley Hall fertiggestellt worden und diente der Familie Whitmore als Stammsitz. 1867 übernahm die Familie Foster das Haus und hier wurde 1883 der exzentrische Gerald Hugh Tyrwhitt-Wilson, 14th Baron Berners, geboren, den ich in meinem Blog schon einmal porträtierte (der Mann mit den bunt gefärbten Tauben). Apley Hall soll auch für P.G. Wodehouses Blandings Castle Pate gestanden haben, der Schriftsteller war mehrmals hier zu Gast.

Heute ist das Country House in Apartments unterteilt und dient als Wohnsitz für (wohlhabende) Familien.

Photo © Richard Law (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 11. September 2021 at 02:00  Comments (2)  

Der weltweit einzige Obstbaum-Irrgarten in der Combermere Abbey in Cheshire

Die Combermere Abbey ist ein sehr schön anzusehender Gebäudekomplex im Süden der Grafschaft Cheshire, deren Anfänge bis in das 13. Jahrhundert zurückreichen. Im Zuge der „Dissolution of the monasteries“ Heinrichs VIII. wurde die Abtei 1538 aufgelöst. Doch die Geschichte der Combermere Abbey soll nicht im Mittelpunkt meines heutigen Blogeintrages sein, sondern ein spezieller Aspekt, der mit einem Irrgarten und Hochzeitspaaren zu tun hat.

Auf dem Gelände der ehemaligen Abtei gibt es einen ummauerten Garten, der einen Rosengarten, einen Croquetrasen und einen Irrgarten beinhaltet; keinen gewöhnlichen Irrgarten, sondern einen aus Obstbäumen und Beerensträuchern, den einzigen dieser Art auf der ganzen Welt. Das „fruit maze“ wurde 1922 geschaffen, aus Apfel- und Birnenbäumen, dazwischen Johannisbeer- und Stachelbeersträucher. Bis zum Zentrum des Irrgartens und zurück muss man immerhin 600 Meter zurücklegen. Ist man dann im Zentrum angekommen, trifft man auf ein Glashaus aus edwardianischer Zeit, das für besondere Anlässe zur Verfügung steht, in erster Linie für Hochzeitsfeiern. Dort ist es möglich, sich zivil trauen zu lassen und das Ehegelöbnis abzulegen, anschließend wird im Pavilion diniert und getanzt, und das Hochzeitspaar kann in der Honeymoon Suite der Combermere Abbey übernachten. Klingt wirklich sehr verlockend, und viele angehende Hochzeitspaare konnten dieser Verlockung nicht widerstehen und buchten die Abbey für diesen besonderen Tag in ihrem Leben. Auf youtube gibt es eine ganze Menge Hochzeitsvideos, die hier gedreht wurden. Als Beispiel habe ich dieses Video herausgesucht (mit einer sehr hübschen Braut!!).

Combermere Abbey Estate
Nantwich

Cheshire, SY13 4AJ

Photo © Espresso Addict (cc-by-sa/2.0)

Mein Buchtipp – Exploring Britain’s Historic Houses

Foto meines Exemplares
(Das Umschlagbild zeigt die Hardwick Hall in Derbyshire)

Die britische Automobile Association (AA) bringt oft sehr ansprechende Bücher auf den Markt, so auch das bereits 2011 erschienene „Exploring Britain’s Historic Houses: Discovering Britain’s most beautiful and fascinating buildings„. Ich habe mein Exemplar in einem National Trust Shop gekauft, in denen es immer wunderschöne Bücher gibt.

Das heute vorgestellte Buch umfasst alle bekannten und auch weniger bekannte Stately Homes, Manor Houses, Burgen und Schlösser, von denen es im Königreich nicht wenige gibt. „…but this is not just a story of bricks and mortar…for colourful characters and important historical figures also populate the pages of the book“, so steht es im Vorowort zu lesen.

In erster Linie erfreut man sich an den wunderschönen Fotografien der Häuser…und ist ein wenig traurig, dass man nicht an Ort und Stelle sein kann. Es ist ein Buch für Armchair Traveller, es eignet sich aber auch gut zur Vorbereitung einer Reise nach Großbritannien; Anregungen dafür bekommt man in Hülle und Fülle.

Den Anfang machen die Häuser im Südwesten: Athelhampton, Berkeley Castle, Dyrham Park und so weiter, den Abschluss bilden ihre schottischen Pendants wie der Scone Palace, das Inverary Castle und das Glamis Castle.

Ich kann bei der Lektüre des Buches einige Stunden Glückseligkeit und Entrücktheit garantieren!

Exploring Britain’s Historic Houses: Discovering Britain’s most beautiful and fascinating buildings. AA Publishing 2011. 224 Seiten. ISBN 978-0-7495-6803-0.

Invitation to View – Führungen durch historische Häuser

Hall, Bishops Tawton in Devon.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Viele der großen englischen Stately Homes sind für Besichtigungen geöffnet und in der Hauptsaison kann es da schon ganz schön voll werden; ich denke da zum Beispiel an Blenheim in Oxfordshire, Chatsworth in Derbyshire oder an Castle Howard in North Yorkshire. Die besondere Atmosphäre dieser Häuser kommt dann leider nicht zum Tragen, wenn sich Menschenmassen durch die Räume schieben.

Es gibt aber auch eine Fülle von Landhäusern in Privatbesitz, die in der Regel ihre Türen nicht für Besucher öffnen, in die man ebenfalls gern einen Blick werfen würde. Da kommt Invitation to View zum Tragen, ein Netzwerk historischer Häuser, die an ausgewählten Tagen des Jahres Führungen zulassen. Selbst wenn diese Häuser auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind, bietet Invitation to View spezielle Touren in die Bereiche an, die sonst nicht Teil der Führungen sind.

In den meisten Fällen werden die Führungen von den Besitzern der historischen Häuser selbst vorgenommen, und die Besucher erhalten etwas zum Trinken und zum Essen, es ist also alles sehr privat und exklusiv.

Voraussetzung, um an einer dieser Touren teilzunehmen, ist die Mitgliedschaft (£56 im Jahr) bei der Historic Houses Association, einem Verbund von 1650 Häusern, Schlössern und Gärten in Privatbesitz. Präsidentin ist zur Zeit Martha Lytton Cobbold, verheiratet mit Henry Cobbold aus der berühmten Familie, die in der 19. Generation im Knebworth House wohnt.

Im Anschluss sind einige der Häuser im Bild aufgeführt, die man mit Hilfe von Invitation to View in der nächsten Zeit ansehen kann.

Goldsborough Hall in North Yorkshire.
Photo © Andrew Abbott (cc-by-sa/2.0)
Combermere Abbey in Cheshire.
Photo © Espresso Addict (cc-by-sa/2.0)
Acton Scott Hall in Shropshire.
Photo © Peter Whatley (cc-by-sa/2.0)
Ingatestone Hall in Essex.
Photo © John S Turner (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 23. Juli 2021 at 02:00  Comments (3)  

Das Manor House – Der Gutsherrensitz in englischen Dörfern

Photo © Geographer (cc-by-sa/2.0)

In klassischen, alten englischen Dorfkrimis spielt häufig das Manor House eine Rolle, in dem eine hochrangige Persönlichkeit wohnt. Clive Aslet hat in seinem Buch „Villages of Britain“ eine sehr treffende Beschreibung für das Manor House abgegeben: „The words conjure up a picturesque dream of roaring fires in whitewashed halls, of oak panelling and carved stonework glimpsed through the shadows, the glint of pewter, mysterious tapestries…Often built near the church, the manor house is part of the immemorial fabric of the countryside„. Clive Aslet, der ehemalige Herausgeber des Country Life Magazins, hat diese Beschreibung in einem Artikel über das Manor House von Hammoon in Dorset festgemacht, ein besonders schönes Exemplar.

In meinem Blog möchte ich heute einige Beispiele für diese Gutsherrenhäuser im Bild geben.

The Manor House in Hammoon (Dorset).
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)
Direkt neben der Kirche liegt das Manor House von Little Missenden in Buckinghamshire (siehe dazu auch meinen Blogeintrag).
Eigenes Foto.
Stoke Poges Manor House in Buckinghamshire, einst Wohnsitz der Penn-Familie, nach der der US-Bundesstaat Pennsylvania benannt wurde.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)
Das Manor House von Amberley, Teil des Amberley Castle Hotels in West Sussex (siehe dazu meinen Blogeintrag).
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)
Tarporley Manor in Cheshire aus dem Jahr 1585.
Photo © Jeff Buck (cc-by-sa/2.0)
Asthall Manor in Oxfordshire. Hier wohnte die berühmte Mitford-Familie von 1919 bis 1926.
Photo © Vieve Forward (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 21. Juli 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Seaton Delaval Hall in Northumberland – Wilde Parties und ein tödlicher Tritt ins Gemächt

Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Seaton Delaval Hall in Northumberland, das seit 2009 dem National Trust gehört, ist ein weiteres Meisterwerk des Stararchitekten Sir John Vanbrugh (1664-1726), zu dessen berühmtesten Leistungen der Blenheim Palace in Oxfordshire und Castle Howard in North Yorkshire gehören.

Der Admiral George Delaval, dessen Familie schon seit ewigen Zeiten hier nördlich von Newcastle-upon-Tyne wohnte, erteilte dem Architekten im Jahr 1718 den Auftrag, an Stelle des bisherigen Landhauses ein neues zu bauen, das dann 1728 fertig gestellt wurde, leider erst zwei Jahre nach dem Tod des Admirals. Statt seiner setzte sich sein Neffe Captain Francis Blake Delaval in das gemachte Nest.

Die sogenannten Gay Delavals waren damals berühmt-berüchtigt für ihre wilden Parties, die sie in den Räumlichkeiten des Landhauses abhielten. Da fanden Kostümbälle statt und den Gästen wurden häufig Streiche gespielt, was die Gastgeber in vollen Zügen genossen (die Gäste vielleicht nicht in gleichem Maße). Da verschwanden plötzlich Trennwände in den Zimmern, Einrichtungsgegenstände standen nicht auf dem Boden, sondern waren an der Decke befestigt und Gäste fanden sich plötzlich in eiskaltem Wasser wieder. Ein wenig davon hat sich auch in das 21. Jahrhundert gerettet in Form der Carnival Capers („English eccentricity in stately surroundings…designed to reflect the 18th century Delaval family’s notorious reputation for parties and capers“).

Dass es in Seaton Delaval Hall nicht immer nur lustig zugehen konnte, musste der 19jährige Sohn von Sir John Delaval (1728-1808), der auch John hieß, 1775 am eigenen Leib erfahren. Er näherte sich einer Hausangestellten in unziemlicher Weise, die sich nicht anders zu helfen wusste, als ihm einen ordentlichen Tritt ins Gemächt zu versetzen. Der Tritt hatte verheerende Folgen, denn der junge Mann erholte sich nicht davon und starb einige Zeit später. Der Maler John Bell hatte ihn noch vor dem tödlichen Tritt porträtiert (hier ist das Bild zu sehen). Sir John ließ seinen Sohn in der St Peter’s Church in Doddington in Lincolnshire beisetzen (den Delavals gehörte auch das Doddington Estate). Dafür wurde die Kirche im Inneren pechschwarz gestrichen, was auch für mehrere Jahrzehnte so blieb.

Im Jahr 1822 ging ein großer Teil des Hauses in Flammen auf. Teile davon wurden später restauriert, und diese Arbeiten ziehen sich tatsächlich bis in die heutige Zeit hin. Über £7 Millionen kamen vor einiger Zeit in Form von Spenden und Unterstützung durch den National Lottery Heritage Fund zusammen, um das Gebäude für die Zukunft zu sichern.
Für £8.80 kann man sich Sir John Vanbrughs Meisterwerk heute ansehen.

Hier ist ein Film über Seaton Delaval Hall.

Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)
Die Great Hall.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)
St Peter’s Church in Doddington (Lincolnshire).
Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 13. Juli 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Cragside House bei Rothbury in Northumberland – Das Haus eines genialen Erfinders

Photo © Andy F (cc-by-sa/2.0)

William George Armstrong, 1. Baron Armstrong war ein genialer Erfinder und außerordentlich erfolgreicher Industrieller. Geboren wurde er 1810 in Newcastle-on-Tyne, am 27.12.1900 starb er auf seinem Landsitz Cragside House bei Rothbury in Northumberland. Seinen Reichtum erwarb er sich in erster Linie durch die Herstellung von Waffen, so erfand er die nach ihm benannte Armstrong-Kanone. Als Armstrong starb, waren in seinen Unternehmen über 20 000 Menschen beschäftigt.

Cragside House wurde 1863 erbaut und Armstrong verwandelte seinen Landsitz immer mehr zu einem „Palace of a modern magician„. Er erfand immer neue Dinge und versuchte sie in seinem Haus einzubauen. Während er einmal im Dee angelte, kam ihm die Idee, Wasserkraft in elektrische Energie umzuwandeln. Genau das tat er dann auch 1868 und versorgte Cragside als erstes Haus in der ganzen Welt mit aus Wasserkraft gewonnener Energie. Er betrieb damit zum Beispiel einen Fahrstuhl und in der Küche einen rotierenden Bratspieß. In Cragside fand man damals schon eine Geschirrspülmaschine, fließendes kaltes und warmes Wasser und ein Türkisches Bad.

Armstrong lud einige Berühmtheiten in seinen „Zauberpalast“ ein, so staunten unter anderem der Schah von Persien und der König von Siam über die Erfindungen des Industriellen; auch der spätere König Edward VII und seine Frau Alexandra statteten Cragside einen Besuch ab.

Das im Tudor Revival Stil erbaute Haus wurde 1977 vom National Trust übernommen und 2007 generalüberholt. Das Haus und die ihn umgebenden Gärten (hier findet sich auch einer der größten Steingärten Europas) sind zu besichtigen (für den Preis von £13 pro Person).

Die BBC-Dokumentationsserie „Abroad Again in Britain„, von Jonathan Meades präsentiert, stellte Cragside vor. Hier ist der erste Teil zu sehen.

Cragside House
Rothbury
Morpeth NE65 7PX

Das Buch zum Artikel:
Henrietta Heald: William Armstrong – Magician of the North. Northumbria Press 2010. 320 Seiten. ISBN 978-1904794493.

Photo © Stuart Wilding (cc-by-sa/2.0)
Eines der Schlafzimmer in Cragside House.
Photo © Stuart Wilding (cc-by-sa/2.0)
Der Drawing Room.
Photo © Derek Voller (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 10. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mells Park in Somerset – Ein Haus, in dem Weltgeschichte geschrieben wurde

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Im Jahr 1917 brannte in Somerset der Landsitz der Horner-Familie, Mells Park, ab. Eigentlich wollten die Besitzer das Haus nicht mehr aufbauen, aber nach langen Überredungsversuchen des Stararchitekten Sir Edwin Lutyens (1869-1944) erklärte sich die Familie bereit, einem Neubau zuzustimmen, der von dem ehemaligen Innen- und Finanzminister Reginald McKenna vorgenommen wurde, der in die Familie eingeheiratet hatte. Also machte sich Lutyens ans Werk und errichtete Mells Park neu, im Stil des Neoklassizismus. In den 1930er Jahren zog McKenna aus und die Horners verkauften ihr Anwesen.

In den 1980er Jahren gehörte Mells Park der britischen Firma Consolidated Gold Fields, die Goldminen in Australien, den USA und Südafrika besaß. Und hier, in der tiefen Provinz der Grafschaft Somerset, geschah etwas, das tiefe Spuren in der Geschichte Südafrikas hinterlassen sollte. Unter absoluter Geheimhaltung trafen sich in Mells Park Vertreter der südafrikanischen Regierung mit Vertretern der ANC, der African National Congress Partei, unter Führung von Thabo Mbeki, der später Präsident Südafrikas werden sollte. Die Verhandlungen zogen sich von 1987 bis 1990 hin und endeten mit der Freilassung Nelson Mandelas. Vermittelt hatte die Gespräche Michael Young, ein ehemaliger Berater von Ministerpräsident Edward Heath und Angestellter von Consolidated Gold Fields. Was hier in Mells Park erreicht wurde, war die Abschaffung der Apartheid. Kaum jemand wusste damals von den geheimen Verhandlungen, die Abgeschiedenheit von Mells Park trug mit dazu bei.
Die Verhandlungspartner lebten eine Zeit lang zusammen, aßen zusammen und machten gemeinsam Spaziergänge im Park, auf diese Weise lernten sie sich besser kennen, und das Ergebnis der Gespräche war entsprechend positiv.

Die Vorgänge in Mells Park bildeten den Stoff für den Spielfilm „Endgame“ (dt. „Endgame“), der 2009 in die Kinos kam. Gedreht wurde nicht in Mells Park, sondern in der Umgebung von Reading in Berkshire. Hier ist der Trailer.

Mells Park ist in Privatbesitz und liegt wenige Kilometer westlich von Frome am Mells River.

Der musikalische Elefant im Waddesdon Manor in Buckinghamshire

Author: National Trust, Waddesdon Manor / Mike Fear
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Als der Schah von Persien, Nāser ad-Din Schāh, im Jahr 1889 das Waddesdon Manor in Buckinghamshire besuchte, das sein Besitzer Baron Ferdinand de Rothschild gerade hatte fertigstellen lassen, kam der Mann auf seiner Besichtigungstour durch das Haus auch in die East Gallery und da entdeckte er etwas, was er noch nie gesehen hatte und das sein Herz höher schlagen ließ. Es war ein Musikautomat in Form eines Elefanten, den der französische Uhrmacher Hubert Martinet etwa um das Jahr 1770 geschaffen hatte. Martinet arbeitete sowohl in Paris als auch in London, war für seine fantasievollen Kunstwerke bekannt, dieser Elefant aber gehört zu seinen absoluten Meisterwerken. Wo der musikalische Elefant überall war, bevor er in den Besitz des Barons kam, lässt sich nicht mehr eindeutig feststellen. Wenn er einen Mann wie den Schah, der in seinem Leben schon viel gesehen hatte, aber dermaßen faszinierte, dass er alles um sich herum vergaß und nur noch Augen für den Elefanten hatte, dann haben wir es hier wirklich mit etwas Einzigartigem zu tun.

Hubert Martinet hatte das „automaton„, wie es im Englischen heißt, aus Bronze gebaut. Zwei Schlüssel benötigt man, um den Elefanten zum Leben zu erwecken und die Musik erklingen zu lassen. Einer wird in den Bauch des Tieres gesteckt, der andere in die Plattform, auf der es steht. Jetzt beginnen sich die Ohren, die Augen, der Rüssel und der Schwanz zu bewegen, die vielen Figuren auf und neben dem Elefanten drehen sich und es gibt noch so manches andere zu bestaunen wie den orientalischen Herrscher, der zusammen mit seiner Frau auf einer Howdah steht wie man einen Elefantensitz in Indien bezeichnet. In diesem Film kann man sich das alles einmal ansehen.

Vier verschiedene Melodien kann man dem Kunstwerk entlocken, das allerdings selten in Aktion im Waddesdon Manor gezeigt wird, da es doch recht alt und empfindlich ist.

Ich finde das Waddesdon Manor wunderschön; es gehört für mich zu den eindrucksvollsten Bauwerken in England. Baron Ferdinand de Rothschild hat in seinem Haus eine Fülle von Kunstwerken zusammengetragen, aber der Elefant ist für viele Besucher die Nummer Eins.

Shipden Hall in West Yorkshire und die Abenteurerin Anne Lister (1791-1840)

Shibden Hall.
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)

Vor zwei Jahren wurden im britischen Fernsehen eine achtteilige Serie gesendet, die den Titel „Gentleman Jack“ trug und die so gut bei den Zuschauern ankam, dass in diesem Jahr eine zweite Staffel gezeigt werden soll. Die TV-Serie basiert auf dem ungewöhnlichen Leben einer Frau, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte und die Anne Lister (1791-1840) hieß. Nur sehr wenige Frauen in der damaligen Zeit besaßen den Mut kreuz und quer durch die Welt zu ziehen und aus ihrer sexuellen Orientierung, sie war lesbisch, kein allzu großes Geheimnis zu machen. „Gentleman Jack“ war der Name mit dem sie von den Bewohnern der Stadt Halifax in West Yorkshire bezeichnet wurde, dort wo sie geboren wurde und wo sie ihren Landsitz Shibden Hall besaß.

Anne Lister führte ein sehr ausführliches Tagebuch, das insgesamt mehr als fünf Millionen Wörter umfasste, ein Teil davon in Geheimschrift geschrieben und zwar die Passagen, in denen es um ihre amourösen Beziehungen zu anderen Damen ging. Erst sehr viel später gelang es, diese Passagen zu entziffern. 1836 erbte Anne Shibden Hall, wo sie aber schon eine Weile gelebt hatte, von ihrer Tante. Zwei Jahre vorher ging sie zusammen am Ostersonntag mit ihrer Geliebten Ann Walker in die Holy Trinity Church in Yorks Godramgate zur Kommunion und von da an betrachteten sie sich anschließend als verheiratet, ohne dass die Beziehung legalisiert war. Eine Plakette an der Kirche erinnert an die „Eheschließung“.

Es würde zu weit führen, an dieser Stelle alle Reisen der Anne Lister aufzuführen; nur so viel, dass sie in viele europäische Länder reiste, den höchsten Berg in den französischen Pyrenäen bestieg und sich gern in Paris aufhielt. Ihre letzte Reise, die sie zusammen mit Ann Walker unternahm, führte die beiden Damen nach Osteuropa, nach Moskau und in den Kaukasus. Sie starb am 22. September 1840 in Georgien. Ihre Lebensgefährtin Ann brachte sie nach England zurück, wo sie im Halifax Minster beigesetzt wurde. Das ausgefüllte Leben der „first modern lesbian“ gäbe so viel Stoff her, das „Gentleman Jack“ noch viele weitere Staffeln erleben könnte.

Shibden Hall war dreihundert Jahre lang der Stammsitz der Familie Lister; er ging für einige Jahre in den Besitz von Ann Walker über, die 1854 starb. 1933 bekam die Halifax Corporation das Anwesen geschenkt, die in der Hall ein Museum einrichtete. Der Park und die Hall sind öffentlich zugänglich. Nach der Ausstrahlung von „Gentleman Jack“, das auch in Shibden Hall gedreht wurde, nahm der Besucherandrang deutlich zu.

Wer die Tagebücher einmal lesen möchte, bitte schön:
The Secret Diaries of Miss Anne Lister Vol. 1 and 2. Virago 2010. 448 Seiten und 352 Seiten. ISBN 978-1844087198 und 978-0349013336.

Hier „heirateten“ Anne Lister und Ann Walker: Die Holy Trinity Church in Yorks Goodramgate.
Eigenes Foto.

Published in: on 3. Februar 2021 at 02:00  Comments (1)  
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Barrington Court in Somerset – Eines der ältesten Besitztümer des National Trusts

Man liest hin und wieder, dass Barrington Court das erste Haus war, das der National Trust (NT) nach seiner Gründung im Jahr 1895 erworben hatte, was aber nicht stimmt, denn das trifft auf das Alfriston Clergy House in East Sussex zu (siehe dazu meinen Blogeintrag).

Barrington Court ist ein stattliches Manor House im Dorf Barrington, nordöstlich von Ilminster in der Grafschaft Somerset. Es ist, wie viele andere Häuser aus der elisabethanischen Zeit auch in E-Form gebaut (E wie Elizabeth). Als der NT das Haus 1907 übernahm, musste er sehr viel Geld in die Reparaturen und in die Instandhaltung investieren, mehr als man ursprünglich gedacht hatte. Damals verfügte der Trust noch nicht über so viel Geld wie heute (zur Zeit zählt er 5,6 Millionen Mitglieder weltweit, die Jahresgebühr beträgt £72 für Erwachsene).

Den Garten von Barrington Court hat übrigens die legendäre Landschaftsgestalterin Gertrud Jekyll (nicht verwandt oder verschwägert mit Mr Jekyll und Mr Hyde) kreiert, da konnte man sicher sein, dass da etwas Gutes entstehen würde. Wie es bei vielen anderen Manor Houses auch der Fall war, ging das Anwesen im Lauf der Jahrhunderte durch viele Hände, unter anderem auch durch die von Abram Arthur Lyle vom Zuckerimperium Tate & Lyle, der Barrington Court in den 1920er Jahren vom NT pachtete.

Im Augenblick ist während der Coronakrise das Haus nicht zugänglich, die Gärten aber sind geöffnet, wobei man vorab buchen sollte, da der Zugang begrenzt ist.

Barrington Court war einer vielen Drehorte der TV-Serie „Wolf Hall“ (dt. „Wölfe“ bei ARTE) und stellte York Place dar.

Hier ist ein Besuch in Barrington Court im Film zu sehen.

Barrington Court
Barrington
Ilminster TA19 0NQ

Published in: on 26. Oktober 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Chateau Impney in Worcestershire – Ein Hotel, das dem Coronavirus zum Opfer gefallen ist

Ich las es mit großem Bedauern, dass das Coronavirus einem wunderschönen Hotel, dem Chateau Impney in Worcestershire, den Garaus gemacht hat. Am 16. März verkündete das Management das Ende des Hotels.

Erst einmal zur Orientierung: Das Chateau Impney liegt an der A38, rund einen Kilometer von der Autobahn M5 entfernt, am Rand der Stadt Droitwich. Es wurde im Stil eines französischen Schlosses erbaut und könnte genau so gut irgendwo an der Loire stehen. Der Industrielle John Corbett ließ es zwischen 1873 bis 1875 erbauen; genug Geld hatte der „Salt King“ durch den Salzabbau in der Region Droitwich verdient. Corbett investierte £247,000 in das Schlösschen und schenkte es seiner Frau Hannah Eliza O’Meara, die er in Paris kennengelernt hatte und die nur widerstrebend von der französischen Metropole in die englische Provinz gezogen war. Um ihr ein wenig französisches Flair in Worcestershire zu vermitteln, beauftragte er den Pariser Architekten Auguste Tronquois mit dem Entwurf des Schlosses, dessen Bau von dem englischen Architekten Richard Phené Spiers beaufsichtigt wurde.

Doch so richtig wohl fühlte sich John Corbetts Ehefrau auch im Chateau Impney nicht, und so zog sie in eines der anderen Anwesen ihres Mannes. Nachdem John Corbett 1901 gestorben war, ging das Schloss durch viele Hände bis es 1925 als Impney Manor Hotel eröffnet wurde. In den Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs litt das Chateau sehr, als es vom War Office requiriert worden war, und der neue Besitzer, Ralph Edwards, musste sehr viel Geld in die Hand nehmen, um das Haus wiederherzustellen und erneut als Hotel zu eröffnen. Nachdem Edwards das Haus in den 1960er Jahren verkauft hatte, wechselten die Besitzer wieder mehrere Male, aber es blieb als Hotel erhalten. Jetzt ist es leider geschlossen worden und die Zukunft des Chateaus ist ungewiss. Ich hoffe nur, dass es nicht in die Hände eines russischen Oligarchen, eines Scheichs oder eines superreichen Chinesen fällt, sondern eines Tages erneut als Hotel seine Tore für jedermann öffnet.

Der Schriftsteller Pelham Grenville Wodehouse (1881-1975) war häufig hier zu Gast, und das Chateau diente als Vorbild für Sir Buckstone Abbotts Walsingford Hall in dem Roman „Summer Moonshine“ (1938), das Wodehouse so beschreibt: „a vast edifice constructed of glazed red brick, in some respects resembling a French chateau“.

Viele Jahre war das Hotel der Austragungsort des Chateau Impney Hill Climb, einer Autosportveranstaltung, die 2019 zum letzten Mal stattfand. Hier sind einige Bilder davon.

Mein Buchtipp – Tony Cherry and Meg Wise: Thornbury Castle Revisited

Foto meines Exemplares.

Wenn mich jemand fragt, ob ich in England einen Lieblingsplatz habe, dann muss ich nicht lange überlegen: Mein absoluter Favorit ist das Thornbury Castle in South Gloucestershire, nördlich von Bristol. Ich habe mehrere Male in meinem Blog über meine neun Besuche in diesem wunderschönen Castle Hotel geschrieben, das für mich eine außergewöhnliche Atmosphäre hat und die ich am liebsten im Winter genieße. Diesen kurzen Film habe ich vor einigen Jahren im Tudor Garten zwischen dem Hotel und der Kirche St Mary’s mit meinem Handy gemacht, und vielleicht gibt der ein wenig von dieser speziellen Atmosphäre wieder (obwohl er zugegebenermaßen nicht oscarwürdig ist!).

Tony Cherry und Meg Wise vom Thornbury & District Museum haben 2019 ein Buch veröffentlicht, in dem sie sich mit der Geschichte des Thornbury Castles beschäftigen, das Anfang des 16. Jahrhunderts von Edward Stafford, dem dritten Duke of Buckingham, erbaut wurde. Nach dessen Hinrichtung gelangte die Burg in die Hände Heinrichs VIII., der aber hier nur einmal für wenige Tage zusammen mit Anne Boleyn weilte. Ich will hier nicht näher auf die einzelnen Stationen in der Geschichte der Burg eingehen, aber noch einiges über die letzten fünfzig Jahre berichten.

1966 kaufte Kenneth Bell Thornbury Castle und richtete darin ein Restaurant ein, das sich zu den besten Großbritanniens entwickeln sollte. 1972 legte er wieder einen Weingarten an, der noch heute existiert und dessen Erträge auf Flaschen aufgezogen werden. Man kann den Wein im Restaurant des Hotels zum Essen bestellen (ich habe ihn einmal probiert). Nach Kenneth Bell, der bereits einige Räume der Burg in Hotelzimmer umgewandelt hatte, war ab 1986 Maurice Taylor, der Baron of Porthlethen, der neue Besitzer, der Thornbury Castle jetzt zu einem  richtigen Hotel machte. 1999 benannte das renommierte Condé Nast Traveller Magazin Thornbury Castle zum zweitbesten Hotel der Welt (die Nummer 1 war das Windsor Court Hotel in New Orleans). Bei meinen ersten Aufenthalten hier habe ich den Baron noch kennengelernt, der 2017 starb und dessen Asche in dem kleinen Castle Cemetery beigesetzt ist.

Als Maurice Taylor sein Hotel im Jahr 2000 verkaufte, ging es in den Besitz der Von Essen Hotelgruppe über, die 2011 Konkurs anmeldete (ich war wenige Tage nach dem 11. September 2001 zu Gast, als sämtliche Buchungen aus den USA storniert worden waren, und meine Frau und ich fast die einzigen Hotelgäste waren, ein ganz besonderes Erlebnis, die Burg beinahe für sich ganz allein zu haben!). Die Zukunft der Burg war damals im Jahr 2011 ungewiss, bis eine andere Hotelgruppe, Luxury Family Hotels, Thornbury Castle übernahm.

Bei meinem letzten Besuch im Oktober 2019 sagte mir der General Manager, dass das Haus jetzt einer arabischen Investmentgruppe gehört, die es komplett umgestalten will. Zur Zeit ist das Hotel geschlossen, einmal wegen der Corona-Krise und einmal wegen der noch laufenden Bauarbeiten. Ich hoffe nur, dass Thornbury Castle, das mir so ans Herz gewachsen ist, behutsam umgebaut wird und dass ich es, wenn es wiedereröffnet wird, noch wiedererkennen werde!!

Ich habe Tony Cherrys und Meg Wises Buch mit großem Genuss gelesen und bin dadurch dem Castle noch ein Stück nähergerückt. Meg Wise habe ich im Museum von Thornbury persönlich kennen gelernt.

Tony Cherry and Meg Wise: Thornbury Castle Revisited. Redcliffe Press 2019. 138 Seiten. 

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Die Lounge, mein Lieblingsplatz im Hotel.
Eigenes Foto.

 

Das Saltwood Castle in Saltwood bei Hythe in Kent

Wenn Mauern reden könnten…dann hätten die Mauern des Saltwood Castles so einiges zu erzählen. Die alte Burg liegt in Kent und zwar in Saltwood, einem Dorf, das so gut wie nahtlos in die Stadt Hythe an der Südküste übergeht. Die Ursprünge der Burg reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück, aber ich möchte nur auf einige Details in der Geschichte eingehen.

Im Jahr 1170 sollen sich hier die vier Ritter getroffen haben, die am Mord des Erzbischofs von Canterbury, Thomas Beckett (1118-1170), beteiligt waren: Reginald Fitzurse, Hugh de Morville, William de Tracy und Richard Brito. Vom Saltwood Castle machten sich die vier Ritter auf den Weg nach Canterbury, wo sie am 29. Dezember 1170 in die Kathedrale eindrangen und Thomas Beckett erschlugen. Etwas über zwei Jahre später wurde der Geistliche heilig gesprochen. Noch heute pilgern viele Menschen in die Kathedrale, um sich den Stein anzusehen, der den Schauplatz des Mordes markiert.

Saltwood Castle war damals im Besitz der Kirche, ging unter Heinrich VIII. in das Eigentum der Krone über und im 19. Jahrhundert war die Burg wieder Residenz für den Erzbischof von Canterbury.

Im Zweiten Weltkrieg ereignete sich etwas Seltsames in Hythe, das heißt, eigentlich ereignete sich gar nichts, denn die deutschen Bomber ließen die kleine Stadt links liegen. Keine Bombe fiel auf den Ort…weil Hermann Göring das so angeordnet hatte. Der Hintergrund: Der Reichsmarschall plante, nach einer erfolgreichen Invasion, sich in Saltwood Castle niederzulassen. Er soll früher einmal einige Wochen in Hythe zugebracht und sich in die Burg verliebt haben. Glück für die Bewohner von Hythe, dass sie nicht bombardiert wurden und glücklicherweise kam es nie zu einer Invasion, so dass Saltwood Castle niemals einen deutschen Burgherrn bekam.

1955 kaufte der Kunsthistoriker und Kunstsammler Kenneth Clark (1903-1983) die Burg, die nach seinem Tod in den Besitz seines Sohnes Alan Clark (1928-1999) überging, der auch auf der Burg starb. Alan Clark hatte unter der Regierung Margaret Thatcher mehrere Ministerämter inne und war Parlamentsmitglied erst für Plymouth Sutton in Devon und später für Kensington and Chelsea. Bekannt als Buchautor wurde Alan Clark vor allem durch seine dreibändigen Tagebuchaufzeichnungen „Diaries“. Er war eine umstrittene Persönlichkeit, machte keinen Hehl aus seinen außerehelichen Eskapaden und war in der Wortwahl anderen Politikern gegenüber nicht zimperlich. Er liebte seine Hunde, einen nannte er Eva Braun, nach Hitlers Geliebten. Sein Grab ist auf dem Gelände des Saltwood Castles zu finden.

Die Burg ist nach wie vor in Privatbesitz. Jane Clark, die Witwe Alan Clarks, ist die Hausherrin. Zweimal im Jahr öffnet sie die Burggärten für die Öffentlichkeit.

Die königliche Eiche auf dem Gelände des Boscobel House in Staffordshire, die König Charles II. einmal als Zuflucht diente

The Royal Oak in Boscobel, entstanden aus einem Samenkorn der echten Eiche.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Es gibt in England sehr viele Pubs, die den Namen Royal Oak führen. Das geht auf die Flucht Charles II. im Jahre 1651 zurück, nachdem er die Schlacht von Worcester am 3. September verloren hatte. Im Laufe dieser Flucht kam er nach Boscobel House im Grenzbereich von Shropshire und Staffordshire, wo ihm geholfen wurde. Als die feindlichen Truppen auf der Suche nach dem König nach Boscobel kamen, versteckte der sich zusammen mit William Carless, einem der letzten überlebenden Royalisten der Schlacht von Worcester, einen Tag lang auf einer großen Eiche des Anwesens, die von da ab The Royal Oak genannt wurde. Charles II. wurde nicht im Blätterwerk entdeckt, trotzdem versteckte er sich am nächsten Tag (die Eiche war dann doch zu unbequem) in einem der sogenannten Priest Holes in Boscobel House, das waren schwer zu findende Verstecke für Priester, die man in manchen großen Häusern angelegt hatte. In diesem Film wird die Geschichte vom König in der Eiche noch einmal nacherzählt.

Die königliche Eiche wurde später von vielen Menschen aufgesucht, die sich gern als Souvenir ein Stück davon abbrachen, was letztlich zum Tode des Baumes führte.

Bei meinem Besuch im Boscobel House konnte ich im angeschlossenen Shop feststellen, dass man mit der königlichen Eiche auch heute noch Geschäfte machen kann, denn viele Souvenirs, die dort zum Verkauf stehen, sind mit der Royal Oak versehen.

Boscobel House, das dem English Heritage gehört, bleibt wegen umfangreicher Umbauarbeiten bis voraussichtlich Frühjahr 2021 geschlossen.

Boscobel House
Brewood
Bishop’s Wood
Shropshire ST19 9AR

Eines der vielen Pubschilder, die den König auf der Eiche zeigen; hier in Wootton Rivers in Wiltshire.
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Boscobel House.
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Published in: on 6. Juli 2020 at 02:00  Comments (5)  
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