Halloween im Berkeley Castle (Gloucestershire)

Das wuchtige Berkeley Castle in der Grafschaft Gloucestershire ist mir vor allem durch die gruselige Geschichte in Erinnerung geblieben, dass hier König Edward II am 21. September 1327 auf bestialische Weise ermordet worden sein soll, indem man ihm eine rotglühende Stange in den Anus schob. Noch heute kann der Burgbesucher die Zelle sehen, in der der König gefangen gehalten und ermordet wurde, ebenso wie der elf Meter tiefe Kerker, der mit einem Metallgitter abgedeckt ist. So bietet Berkeley Castle die optimale Atmosphäre für gruselige Halloween-Events.

Halloween hat in England eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland. Kaum ein Schaufenster in den High Streets, in dem nicht mindestens einige Kürbisse präsent sind. Eigentlich wollte ich am 27. Oktober Dyrham Park in South Gloucestershire besuchen, doch der Parkplatz dort war schon vormittags um 10.30 Uhr so voll (Eltern strömten mit verkleideten Kindern zu dem Landhaus, in dem bereits vor dem 31. Oktober Halloween-Parties gefeiert wurden), dass ich umdrehte und stattdessen das Berkeley Castle besuchte, in dem es aber ähnlich zuging. Die gesamte Burg war fest in der Hand von Kindern, die von Raum zu Raum rannten, um die Halloween-Dekorationen zu bestaunen, die in liebevoller Weise von den „Burggeistern“ angefertigt worden waren. Viele Quadratmeter Spinnengewebe breiteten sich überall aus, furchterregende Gestalten standen in den Ecken, hier lag ein toter Rabe, dort stand ein Totenschädel auf einem Tisch und immer wieder geschnitzte Kürbisse, kleine und große. Man hatte sich im Berkeley Castle noch einmal richtig Mühe gegeben, drei Tage später war dann der Spuk vorbei, denn die Burg schließt den Winter über, um erst am 29. März 2020 die Pforten wieder zu öffnen.

Zugegeben, ich hätte die Burg lieber ohne schreiende Kinder erlebt, aber auch die Halloween-Stimmung in dem alten Gemäuer war eine besondere Erfahrung.

Es ist angerichtet für Halloween 2019.
Eigenes Foto.

Es spukt im Berkeley Castle.
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Im Weinkeller der Burg.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

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Published in: on 5. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Muncaster Castle bei Ravenglass in Cumbria

Phyllada and Patrick McGordon-Duff-Pennington sind die heutigen Besitzer des imposanten Muncaster Castle, das am Esk River liegt, knapp 2 Kilometer südlich der Küstenstadt Ravenglass in Cumbria.

Die Penningtons wohnen hier seit etwa 800 Jahren, ein Zeichen, dass sich die Familie im Schloss immer wohl gefühlt hat. Da aber der Unterhalt eines so großen Gebäudes viel Geld kostet, haben sich die Penningtons einiges einfallen lassen, um Touristen anzulocken.

Hochzeiten im Schloss sind in England sehr beliebt, so bietet auch das Muncaster Castle seine Räumlichkeiten für eine stilvolle Hochzeit an. Die Great Hall bietet Platz für einen Empfang für 100 Personen. Auch für Firmen-Meetings und Konferenzen kann das Castle gebucht werden.

Ferner findet sich im Muncaster Castle das Hauptquartier des World Owl Trust, einer Organisation, die sich um die wissenschaftliche Erforschung von Eulen kümmert. Im Hawk & Owl Centre findet sich eine der größten Sammlungen von Eulen weltweit.

Was wäre ein englisches Schloss ohne seine Geister? Muncaster Castle zählt zu den „most haunted castles“ in England. „Tom the Fool„, ein Hofnarr, der Ende des 16. Jahrhunderts seine Späße im Schloss trieb, aber auch eine bösärtige Ader hatte, indem er Menschen in das Sumpfgebiet in der Umgebung schickte, die nie wieder auftauchten, soll hier sein Unwesen treiben. Auch Heinrich VI, dem man im Schloss Asyl gewährte, spukt des Nachts im Haus. Viele Jahre lang hat Jason Braithwaite von der Universität von Birmingham diese Phänomene untersucht, ohne allerdings bisher zu konkreten Ergebnissen gekommen zu sein.

Ich habe das Muncaster Castle zweimal besucht, es ist auf jeden Fall eine Stippvisite wert, wenn man einmal im Nordwesten Englands ist.

Hier ist ein Film über die Burg.

Published in: on 2. November 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Wentworth Woodhouse in South Yorkshire – Großbritanniens größtes Stately Home und seine Renovierungskosten

Zu den bekanntesten und größten englischen Stately Homes zählen der Blenheim Palace in Oxfordshire und Chatsworth House in Derbyshire. Diese imposanten Gebäude sind aber gar nichts im Vergleich zu dem weniger bekannten Wentworth Woodhouse in der Grafschaft South Yorkshire. Es hat die längste Fassade eines Landhauses in ganz Europa,184 Meter, und eine Wohnfläche von 23.000 m². Für jeden Tag des Jahres gibt es ein Zimmer, also 365; ob wohl jemand die alle schon einmal betreten hat? 1000 Fenster sind zu putzen und 14 Treppenhäuser führen in die jeweiligen Stockwerke. Die Korridore im Wentworth Woodhouse erstecken sich über acht Kilometer, so dass man sich darin ohne weiteres verlaufen kann.

Die Familie Watson-Wentworth benötigte im 18. Jahrhundert offensichtlich so viel Platz, die das Haus erbauen ließen; vererbt wurde es an die Fitzwilliams, deren Familiensitz Wentworth Woodhouse wurde. Unter dem Anwesen entdeckte man riesige Kohlelagerstätten, die abgebaut wurden. Der Abbau zog sich direkt bis zum Herrenhaus vor, wobei große Flächen Natur zerstört wurden.

Auf die Geschichte des Hauses näher einzugehen, würde den Rahmen meines Blogs sprengen, darum verweise ich hier auf die Artikel in der deutsch- bzw. englischsprachigen Wikipedia.

Wentworth Woodhouse ist in einem sehr schlechten Zustand; es wurde immer wieder zum Verkauf angeboten und schließlich im Jahr 2016 für £7 Millionen vom Wentworth Woodhouse Preservation Trust übernommen, der jetzt vor der gewaltigen Aufgabe steht, das Haus zu renovieren, was nach Schätzungen £130 Millionen kosten soll. In vielen Teilen des Gebäudes sieht es schlimm aus, durch Undichtigkeiten im Dach ist Wasser eingedrungen, wertvolle Tapeten haben sich abgelöst, Teppichböden sind ruiniert und Schimmel hat sich breitgemacht.

Der Staat hat bisher £7.6 Millionen zur Verfügung gestellt, ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Trust hat als erstes mit der kompletten Dacherneuerung begonnen, damit nicht noch mehr Wasser von oben in das Haus dringt. Mehr als 350 Tonnen Schutt sind bereits abtransportiert worden, es gibt viele Freiwillige aus der Region, die mithelfen. Wie lange die Renovierungsarbeiten dauern werden, kann noch niemand präzise voraussagen.
Trotzdem bleibt das eingerüstete Wentworth Woodhouse für Besucher offen. Außer Montag finden täglich von 10 Uhr bis 16 Uhr geführte Touren statt. Man braucht sicher das Geld aus den Einnahmen für die Renovierung.

Natürlich wird auch Wentworth Woodhouse von Geistern heimgesucht, was das TV-Team von „Most Haunted“ beweisen wollte.

Hier ist ein Film über das beeindruckende Gebäude.

Wentworth Woodhouse
Preservation Trust
Wentworth
Rotherham
S62 7TQ

Published in: on 28. Juni 2019 at 02:00  Comments (5)  
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Sheriff Hutton Castle – Eine romantische Burgruine in North Yorkshire

Viele Male bin ich durch das Dorf Sheriff Hutton in North Yorkshire gefahren, meist auf dem Weg von bzw. nach York, und dabei die eindrucksvollen Ruinen der nach dem Ort benannten Burg gesehen. Meines Wissens konnte man sich früher in der Farm, auf deren Gelände die Burg lag, einen Schlüssel besorgen, um Zugang zum Gelände zu bekommen, was ich aber nie getan habe, obwohl meine Frau, eine glühende Ricardianerin, neben mir saß. Richard III. hielt sich nämlich in der Zeit von 1471 bis zu seinem Tod im Jahr 1485 häufig auf der Burg auf. Er erhielt sie, nachdem sein Schwiegervater, Richard Neville, 1471 gestorben war, und da Sheriff Hutton Castle nicht allzu weit von York entfernt ist, war die Lage für Richard III. sehr günstig. Der sogenannte Council of the North, der von 1472 bis 1537 existierte, versammelte sich eine Zeit lang regelmäßig in Sheriff Hutton.

Nach Richards Tod in der Schlacht von Bosworth wechselten die Besitzer der Burg mehrfach; doch zu Beginn des 17. Jahrhunderts verfiel sie allmählich. Viele Steine wurden abgetragen, um damit Häuser zu bauen, und das Burggelände wurde zum Teil eines Bauernhofes. Im Jahr 2007 kam die Burg samt Farmgebäuden und umgebenden Land auf den Markt und wurde von seinem Besitzer Dr Richard Howarth (der auch eine kurze Geschichte seiner Burg geschrieben hat), für £1,5 Millionen angeboten. Da es zu keinem Verkauf kam, zog er das Angebot 2011 wieder zurück, nur um es 2017 erneut, dieses Mal für  £1,1 Millionen, auf den Markt zu bringen. Anfang 2019 fand Sheriff Hutton Castle endlich einen neuen Besitzer, der es für eine unbekannte Summe erwarb.

Dieser von einer Drohne aus aufgenommene Film zeigt die Burg  aus der Vogelperspektive.

Das Restoration House in Rochester (Kent) oder Wie ein Emu ein historisches Haus vor dem Abriss rettete

Mitten in der Charles Dickens-Stadt Rochester in Kent steht in der Crow Lane, gegenüber vom Park The Vines, ein Haus, das den Namen Restoration House trägt. König Charles II war hier zu Gast, kurz bevor die während des Englischen Bürgerkriegs abgeschaffte Monarchie  wiederhergestellt wurde, eine Zeit die Restoration genannt wird. Im 17. Jahrhundert verband man zwei nebeneinander stehende Gebäude und machte daraus eines, so entstand ein schönes Stadtpalais in Rochester. Der allgegenwärtige Charles Dickens, der nicht weit vom Restoration House wohnte, integrierte es in seinen Roman „Great Expectations“ (dt. „Große Erwartungen“) unter dem Namen Salis House und ließ darin seine Miss Havisham wohnen.

So stand das schöne, alte Haus, das direkt an die Vines Church grenzt, friedlich vor sich hin, als Mitte der 1980er Jahre die gefürchteten „developer“ auf die Idee kamen, das Haus platt zu machen und auf dem entstehenden Freiraum einen Parkplatz anzulegen; was auch um ein Haar geklappt hätte, wäre da nicht plötzlich ein Mann auf der Bildfläche erschienen, den in Großbritannien jedes Kind kannte und der durch seine Fernsehsendungen, in denen er mit seinem Emu auftrat, berühmt geworden war: Rod Hull (ich berichtete über ihn in meinem Blog). Der Emu, der durch seine Beißlust jeden zur Verzweiflung bringen konnte, hatte seinem Herrn und Meister sehr viel Geld eingebracht, und so kaufte Rod Hull 1986 Restoration House für £270,000, um es zu retten, außerdem war er ein großer Fan der Romane von Charles Dickens. Rod Hull zog in den bewohnbaren Teil des Gebäudes ein und gab eine sehr aufwendige Restaurierung des Hauses in Auftrag, die etwa eine halbe Million Pfund kosten sollte. Und dann zogen schwarze Wolken für Rod Hull am Horizont auf: Seine Fernsehsendungen wurden abgesetzt, sein Einkommen verringerte sich dramatisch, seine Steuerschulden türmten sich auf, und er konnte die Rechnungen nicht mehr bezahlen. Restoration House war zu dieser Zeit, in der eine schwere Rezession herrschte und der Immobilienmarkt danieder lag, nicht verkäuflich. Ein Konkursverwalter übernahm das Gebäude, der Mann mit dem Emu war pleite. Seine Frau verließ ihn mit ihren gemeinsamen Kindern und zog nach Australien. Ein Freund überließ ihm ein Cottage in der Nähe von Rye, wo Rod Hull 1999 bei einem häuslichen Unfall starb (er stürzte vom Dach, als er dort oben eine Fernsehantenne richten wollte, um einen besseren Empfang eines Champion League-Fußballspiels zu bekommen).

Das Restoration House ist besuchbar, im Sommerhalbjahr immer donnerstags und freitags von 10 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt £8.50. Hier ist ein Film über das Haus.

Eine kleine Bemerkung am Rande: Die Verfilmung des Charles Dickens-Romans „Great Expectations“ aus dem Jahre 2012 fand zu großen Teilen auf der Isle of Sheppey in Kent statt…und dort wurde Rod Hull am 13. August 1935 geboren und dort ging er auch zur Schule.

The Restoration House
17-19 Crow Lane
Rochester
Kent ME1 1RF

 

Ein Besuch im Leeds Castle bei Maidstone in Kent, das in diesem Jahr sein 900-jähriges Bestehen feiert.

Wie oft bin ich schon am Leeds Castle in der Nähe von Maidstone in Kent vorbeigefahren, ohne es jemals zu besichtigen? Die Burg liegt dicht an der Autobahn M20, die zum Eurotunnel führt, und die Gelegenheit ergab sich auf der Rückfahrt einfach nie. So habe ich es mir bei meinem letzten Besuch in England im März vorgenommen, dort gleich nach der Ankunft einmal vorbeizuschauen. Leeds Castle nennt sich etwas großspurig „The loveliest castle in the world„, und das durfte ich mir nicht mehr länger entgehen lassen.

Leider war der Sonntagvormittag total verregnet und es pfiff ein eiskalter Wind durch das Parkgelände. An der Rezeption, die ziemlich weit von der Burg entfernt ist, wurde ich erst einmal £48 los, also ca 55 Euro für zwei Personen, ein ganz schön happiger Eintrittspreis. Die freundliche Dame an der Kasse sagte mir aber, dass die Tickets ein Jahr lang ihre Gültigkeit behalten, so dass man damit so oft man mag, Leeds Castle besuchen kann. OK, das relativiert den Ticketpreis natürlich.

Zur Burg kann man entweder zu Fuß über gewundene Wege im Park gehen (was mir empfohlen wurde) oder mit einer kleinen Bahn fahren. Wir entschieden uns trotz des schlechten Wetters auf die Empfehlung einzugehen. Der Park ist wirklich sehr hübsch und muss bei Sonnenschein noch sehr viel schöner aussehen. Nach ca 20 Minuten erreichten wir die von Wasser umgebene Burg und freuten uns, wieder ins Warme zu kommen. Im Gatehouse wird man über die Geschichte des alten Gemäuers informiert, das in diesem Jahr sein 900-jähriges Bestehen feiert. Dann musste man (leider) wieder ins Freie, um über mehrere Treppen ins Haupthaus zu gelangen. Für Gehbehinderte wird sich der Besuch der Burg als schwierig erweisen. Wieder im Trockenen angelangt, unternahmen wir die Besichtigung der vielen, attraktiven Räumlichkeiten der Wasserburg. Überall standen freundliche und mitteilsame Damen und Herren bereit, Fragen zu beantworten.

Auf die Geschichte von Leeds Castle möchte ich nicht weiter eingehen, die kann man in der Wikipedia nachlesen; was mich vor allem interessierte, war die Zeit der 1930er Jahre, als die damalige Besitzerin Olive, Lady Baillie (1899-1974) in der Burg rauschende Feste abhielt, bei denen jede Menge Prominenz aus Adel, Politik und Showbusiness anwesend war. Beispiele: Der Prince of Wales und Wallis Simpson, Antony Eden, Charlie Chaplin, Erroll Flynn und zahllose andere. Nach dem Ableben von Lady Baillie ging die Burg in den Besitz der Leeds Castle Foundation über, die Dame wollte sie nicht dem National Trust überlassen, der sicher nichts dagegen gehabt hätte.

Viele Filme, meist mit historischen Themen, wurden auf dem Gelände gedreht, der berühmteste sicher „Kind Hearts and Coronets“ (1949) mit Alec Guinness, in Deutschland als „Adel verpflichtet“ bekannt., zuletzt die „Games of Throne“-Parodie „Purge of Kingdoms“ (2019).

Anlässlich der 900-Jahr-Feier werden in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen angeboten wie ein Medieval Jousting Tournament (25. bis 27. Mai), ein Carnival of History (27. und 28. Juli) und ein Fireworks Spectacular (2. und 3. November). Gut, dass die Eintrittskarten ein Jahr lang gültig bleiben!

Im Leeds Castle befindet sich auch das kuriose Hundehalsbandmuseum, über das ich in meinem Blog einmal berichtete. Siehe auch meinen Bericht über die unterschiedlichen Übernachtungsarten auf de Gelände.

Leeds Castle
Maidstone, Kent ME17 1PL

In einem der Burgzimmer.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

 

Published in: on 29. April 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Spukorte – Nunnington Hall (North Yorkshire) und seine Proud Lady

Es gibt in England nicht allzu viele Burgen, Schlösser und alte Gemäuer, die sich nicht eines Geistes rühmen können, der des Nachts, manchmal auch bei Tag, dort spukt.
Auch Nunnington Hall in North Yorkshire, ein Haus aus dem 17. Jahrhundert am Rande der Howardian Hills, östlich von Oswaldkirk, kann mehrere Ghosts vorweisen, von denen die Proud Lady of Nunnington der bekannteste ist. Sie pflegt die Treppen des Hauses hinauf und herunter zu gehen, wobei man das Rascheln ihrer Röcke hören kann. Warum ist die Dame so ruhelos und kann sich von der Hall nicht trennen?

Folgende Geschichte wird erzählt: Lady Nunnington war die zweite Frau des Besitzers des Hauses, sie hatte einen eigenen Sohn, den sie sehr liebte, und einen Stiefsohn, den sie absolut nicht mochte. Nachdem ihr Mann gestorben war, sperrte sie ihren Stiefsohn hoch oben unter dem Dach in einen Raum ein. Ihr eigener Sohn war der einzige, der ihn besuchen durfte und der ihm zu essen und zu trinken brachte. Die beiden verstanden sich gut und spielten gern miteinander. Eines Nachts verschwand der Stiefsohn aus seinem Dachbodenraum, möglicherweise half ihm dabei einer der Bediensteten, und wurde nie wieder gesehen. Lady Nunnington war froh, den Jungen los zu sein, sein Halbbruder aber nicht, der seinen Spielgefährten sehr vermisste. Immer wieder hielt er nach ihm Ausschau, in der Hoffnung, dass er zurückkehren würde. Einmal lehnte er sich dabei so weit aus einem der Fenster der Hall, dass er hinunterstürzte und starb. Die Lady war untröstlich und wanderte oft stundenlang durch die Gänge und Flure von Nunnington Hall. Nach ihrem Tode wollen die neuen Besitzer des Hauses gehört haben wie die Lady weiterhin ihre ruhelosen Wanderungen durch das Haus fortsetzte, was auch heute noch der Fall sein soll.

Das Fernsehteam von „Most Haunted“ stattete Nunnington Hall einen Besuch ab und dieser Film zeigt, was sie innerhalb 24 Stunden dort erlebten.

Nunnington Hall gehört seit 1952 dem National Trust und kann besichtigt werden. Die Öffnungszeiten sind hier zu sehen.

Einer der Räume im Dachgeschoss.
Photo © Carol Walker (cc-by-sa/2.0)

Einer der Kamine in Nunnington Hall.
Photo © Mark Anderson (cc-by-sa/2.0)

Pele Towers – Wachtürme im Grenzbereich zwischen England und Schottland

 

Dieser Turm in Shilbottle in Northumberland wurde Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut und in ein Wohnhaus umgewandelt.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

Um es gleich vorwegzusagen, mit dem ehemaligen brasilianischen Fußballstar Pele haben die Pele Towers im Norden Englands und im Süden Schottlands nichts zu tun. Man nennt sie auch „Peel Towers„, was schon wieder englischer klingt. Die Wikipedia erläutert: „Der Name wird zwar auf das lateinische Wort „pilum“ zurückgeführt, bedeutet hier aber „Pfosten“ oder „angespitzte Stange“.

Also: Pele Towers sind Wachtürme im englisch-schottischen Grenzbereich, die dafür vorgesehen waren, vor marodierenden und mordenden Banden, den sogenannten „border reivers„, zu warnen, die sich sowohl aus Schotten als auch aus Engländern zusammensetzten und die sich nicht darum kümmerten, welcher Nationalität ihre Opfer angehörten. War der Feind in Sicht, wurde von den Türmen aus mit Hilfe von Feuer- oder Rauchzeichen die Nachbarschaft gewarnt, die sich dann auf den Weg machte, um in den Pele Towers Schutz zu suchen, in denen manchmal auch die Grundbesitzer mit ihren Familien wohnten.

Aufgrund ihrer stabilen Bauweise mit meterdicken Mauern sind noch heute einige dieser Türme erhalten geblieben (hier ist eine großartige Lichtershow zu sehen, projiziert auf den Vicar’s Pele Tower in Corbridge in Northumberland), im englischen Bereich vorwiegend in Northumberland und Cumbria.
Hier sind einige Beispiele:

Clifton in Cumbria.
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Pele Tower auf Farne Island (Northumberland).
Photo © Trevor Littlewood (cc-by-sa/2.0)

Der Stricklands Tower am Rose Castle bei Raughton Head in Cumbria.
Photo © Rose and Trev Clough (cc-by-sa/2.0)

Der Horsley Tower in Longhorsley (Northumberland)
Photo © Sandra White (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Gatehouse Lodges – Die Eingangstore zu Herrenhäusern

Viele Herrenhäuser auf dem Land sind nur durch vorgeschaltete Torhäuser zugänglich, in denen früher Pförtner mit ihren Familien wohnten, deren Aufgabe es war, die Zugangskontrolle zum Haupthaus vorzunehmen und die Tore zu öffnen und zu schließen. Manchmal wurden diese Gatehouse Lodges in einem architektonisch imposanten Stil erbaut, um Besuchern schon vorab zu zeigen, was sie dann erst im Manor House erwartet. Hin und wieder sind die Haupthäuser abgerissen worden, die Torhäuser aber sind stehengeblieben.

In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich einige dieser schönen Gatehouses im Bild vorstellen:

Das vielleicht schönste Gatehouse in ganz England: Layer Marney Tower bei Colchester in Essex.
Photo © Derek Voller (cc-by-sa/2.0)

Der Eingang zu Gisburne Park in Lancashire. Die beiden Häuser stehen unter Denkmalschutz.
Photo © Bill Harrison (cc-by-sa/2.0)

Clifton Lodge, ein großartiges Torhaus, das Zugang zum Ashton Court Estate in North Somerset gewährt.
Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Dieses romantische Haus bewacht nichts mehr, denn das Haupthaus Great Bounds bei Southborough in Kent wurde schon 1958 abgerissen.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Sauber und herausgeputzt präsentiert sich dieses Lodge House der Warfield Hall bei Bracknell in Berkshire, das heute einem wohlhabenden Saudi gehört.
Photo © Alan Hunt (cc-by-sa/2.0)

Die Gate Lodges des Syon Parks im Westen von London.
Photo © John Slater (cc-by-sa/2.0)

Wer einmal in einem Gatehouse wohnen möchte: Der Landmark Trust bietet zum Beispiel Apartments im Wolveton Gatehouse bei Dorchester in Dorset oder im Shute Gatehouse bei Axminster in Devon an.

 

Published in: on 16. November 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Bramall Hall – Ein wunderschönes Haus in der Region Greater Manchester

Der Stockport Metropolitan Borough Council betreibt seit 1974 eines der schönsten Tudorhäuser in der Region Greater Manchester: Bramall Hall, das für £1.6 Millionen renoviert wurde, dank eines Zuschusses vom Heritage Lottery Fund.
Gerade einmal drei Familien haben in den letzten 800 Jahren dieses wunderschöne Haus bewohnt: die Davenports, die De Bromales und die Nevills.
Bramall Hall und seine Gärten sind zu besichtigen, es gibt eine ganze Reihe von Aktivitäten, so zum Beispiel in diesem Jahr mehrere Weihnachtskonzerte im Dezember, u.a. mit Gordon Giltrap. Die Hall sieht bei weihnachtlicher Dekoration und beleuchtet besonders schön aus.
Man kann in der Hall seine Hochzeit feiern und dort Konferenzen und Bankette buchen. Irgendwie muss das Geld, das man für den Unterhalt des Gebäudes und seiner Gärten ausgibt, ja wieder hereinbekommen.

Gern stellt man Bramall Hall auch für Filmaufnahmen zur Verfügung. So wurden hier vor Ort schon Folgen von den beliebten TV-Serien „Coronation Street“, „Cash in the Attic“, „The Making of a Lady“ und „Prank Patrol“ gedreht.

Und selbstverständlich gibt es hier auch einen Gift Shop und für Erfrischungen das The Stables Kitchen Café. Was will man mehr?

Wer sich für die Geschichte von Bramall Hall näher interessiert, kann sich in der Wikipedia darüber informieren.

Dieser Film zeigt die Hall, von einer Drohne aus, in unterschiedlichen Perspektiven, und hier sind Innenaufnahmen nach der Renovierung zu sehen.

Bramal Hall Rd
Bramhall
Stockport SK7 3NX

Published in: on 14. November 2018 at 02:00  Comments (3)  
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Tixall Gatehouse in Staffordshire – Ein historisches Torhaus, das man mieten kann

Wer keine Lust hat in Hotels, B&Bs oder in Mietcottages zu wohnen, dem bietet der Landmark Trust eine Fülle von Apartments an, die alle in historischen Häusern untergebracht sind (über den Landmark Trust berichtete ich in meinem Blog).
Ein besonders schönes dieser Landmark Trust-Objekte ist das Tixall Gatehouse, östlich von Stafford in der Grafschaft Staffordshire. 1968 hat der Trust das vollkommen heruntergekommene Torhaus übernommen, das seit 1927 ungenutzt herumstand, nachdem die Tixall Hall abgerissen worden war. Sowohl die Hall als auch das Gatehouse wurden im 16. Jahrhundert errichtet. Ein besonderes historisches Ereignis für die Hall fand im Jahr 1586 statt, als Maria Stuart zwei Wochen lang hier eingesperrt war.

1975 begannen die Restaurierungsarbeiten am Torhaus, die der Architekt Lawrence Bond vornahm, unterstützt von einem außerordentlich fähigen Spezialisten für Maurerarbeiten, der zwei Jahre lang auf sehr schonende Weise die Erneuerungsarbeiten am Mauerwerk vornahm.

Das Tixall Gatehouse bietet auf zwei Stockwerken Platz für maximal 6 Personen, verfügt über eine große Küche und hat als Besonderheit eine Dachterrasse, auf der man neben den Türmchen mit ihren goldverzierten Wetterfahnen bei schönem Wetter Platz nehmen kann.

Die Übernachtungspreise hängen stark von der Saison ab, so bekommt man das Gatehouse im Januar für £994 für 7 Nächte; im Juni kostet das dann schon £1,798. Wenn man das aber durch 6 teilt, bleiben pro Nacht und Person in der Hauptsaison nur noch rund £43 über. Dafür wohnt man aber in einem außergewöhnlichen historischen Gebäude.

Hier ist das Tixall Gatehouse von einer Drohne aus gefilmt zu sehen.

Dorneywood in Buckinghamshire – Landsitz des britischen Schatzkanzlers

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Theresa Mays Chequers Brexit Plan stieß sowohl im Inland wie auch im Ausland auf keine große Gegenliebe. Vorgestellt wurde der Plan in Chequers, das den britischen Premierministern als Landsitz zur Verfügung steht (s. dazu meinen Blogeintrag). Auch der Außenminister hat seinen Landsitz, auf den er sich manchmal am Wochenende zurückzieht, der heißt Chevening House und liegt bei Sevenoaks in Kent (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Damit der Schatzkanzler (Chancellor of the Exchequer) in dieser Hinsicht nicht zu kurz kommt, hat man auch ihm einen Landsitz zur Verfügung gestellt: Dorneywood in Buckinghamshire, am Rande der Burnham Beeches. Seit 2016 verbringt Philip Hammond, wenn es ihm seine knappe Zeit zulässt, seine Wochenenden hier; vor ihm war es George Osborne.

Dorneywood (nicht zu verwechseln mit Dorney Court bei Windsor) ist ein Haus, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde. Nach einem Brand im Jahr 1910 wurde es von dem namhaften schottischen Architekten Sir Robert Lorimer neu gestaltet. Ein Geschäftsmann mit dem schönen Namen Courtauld Greenwood Courtauld-Thomson, 1st Baron Courtauld-Thomson war der letzte Besitzer von Dorneywood, der seinen Landsitz dem National Trust übertrug und ihn der Regierung zur Verfügung stellte. Namhafte Bewohner des Hauses am Rande des Naturschutzgebietes Burnham Beeches waren John Prescott, Alec Douglas-Home und John Major.

Dorneywood liegt in einem Park, und die Bewohner können sich an einem sehr schönen Garten erfreuen, der zu bestimmten Zeiten auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Ganz in der Nähe von Dorneywood liegen zwei Pubs, die hin und wieder von vom Schatzkanzler und seinen illustren Gästen aufgesucht werden: The Blackwood Arms und The Jolly Woodman in Littleworth Common.

Photo © David Howard (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 12. Oktober 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Sudeley Castle bei Winchcombe in Gloucestershire

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Das herrlich gelegene Sudeley Castle bei Winchcombe in den Cotswolds besuchte ich zuletzt an einem warmen Sommertag und an den Spaziergang durch den wunderschönen Park erinnere ich mich immer wieder gern.

Sudeley Castle wurde im 10. Jahrhundert erbaut, aber der heute noch bewohnte Teil stammt aus der elisabethanischen Zeit. Im Park steht die kleine Kapelle St. Mary’s Sudeley, in der Katherine Parr beerdigt wurde, eine der Frauen Heinrichs VIII (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Die heutigen Eigentümer sind Lady Ashcombe und ihre beiden Kinder Henry and Mollie Dent-Brocklehurst.
Sudeley Castle ist sehr beliebt für Hochzeiten, die dort arrangiert werden können, auch Firmenmeetings, Konferenzen, private Dinnerpartys oder Murder Mysteries können dort gebucht werden.

1995 wurde der Film „Heavy Weather“ (mit Peter O’Toole und Richard Briers in den Hauptrollen) im Sudeley Castle gedreht. 1933 schrieb P.G. Wodehouse den gleichnamigen Roman und das fiktive Blandings Castle, wo dieser Roman und noch mehrere weitere spielen, soll nach dem Vorbild des Sudeley Castles entstanden sein.

Hier
ist ein filmischer „Appetitmacher“ für einen Besuch in der Burg.

Das Sudeley Castle ist in diesem Jahr täglich bis zum 21. Dezember für Besucher geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £16.50.

Sudeley Castle
Winchcombe
Gloucestershire
GL54 5JD

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Die Schafe im Park suchten Schatten unter einem Baum.
Eigenes Foto.

Published in: on 12. September 2018 at 02:00  Comments (4)  
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Die schöne Nackte von Rokeby Park im County Durham

This work is in the public domain.

£500 bezahlte John Bacon Sawrey Morritt (1772? – 1843) dem Kunsthändler William James Buchanan im Jahr 1813 für ein Gemälde des spanischen Malers Diego Velazquez und hängte es in seinem Wohnsitz Rokeby Park in der Nähe von Barnard Castle im heutigen County Durham auf. Die vorigen Eigentümer des Bildes waren der spanische Kunstsammler Gaspar de Haro y Guzmán und der Politiker mit dem schönen Namen Manuel de Godoy y Álvarez de Faria Rios Sanchez Zarzosa.

Venus del espejo“ hatte Velazquez sein Gemälde genannt, „Venus vor dem Spiegel“. Es zeigt die nackte Göttin Venus mit dem Rücken zum Betrachter; Amor, ihr Sohn, hält ihr einen Spiegel vor, der ihr Gesicht zeigt.

Auf Grund des Standortes des Bildes spricht man in England auch von der Rokeby Venus. Rokeby Park wurde 1735 von dem Architekten Sir Thomas Robinson, 1st Baronet (1703–1777) im palladianischen Stil erbaut; ein großer Teil der Innenarchitektur stammt von John Carr, der zahreiche englische Herrenhäuser gestaltete. Die „Venus vor dem Spiegel“ hing fast ein Jahrhundert in dem Landhaus, bis sie 1905 für die Londoner National Gallery erworben wurde, wo sie bis heute zur Schau gestellt wird. Im Salon von Rokeby Park finden wir eine Kopie des Gemäldes, das der Maler W.A. Menzies angefertigt hat. Wer sich mit dieser Kopie zufrieden gibt, kann sie sich direkt in Rokeby Park ansehen; der Landsitz ist an bestimmten Tagen für Besucher geöffnet, hier sind die Zeiten. Dieser Film zeigt die frühere Wohnstatt der Göttin.

Die Ruhe der nackten Göttin in der National Gallery wurde am 10. März 1914 empfindlich gestört, da an diesem Tag die Frauenrechtlerin Mary Richardson einen Angriff auf die Venus unternahm und ihr einige Schnitte zufügte. Grund des Attentats war die Verhaftung einer anderen Frauenrechtlerin, Emmeline Pankhurst.
I have tried to destroy the picture of the most beautiful woman in mythological history as a protest against the Government for destroying Mrs Pankhurst, who is the most beautiful character in modern history“, war die Erklärung von Mary Richardson für ihre Tat. Außerdem mochte sie nicht, dass die Nackte von Männern angestarrt wurde. Glücklicherweise waren die Beschädigungen am Gemälde nicht so dramatisch und es konnte wieder restauriert werden.

Rokeby Park.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Spukorte – Arundel Castle in Arundel (West Sussex)

Das Arundel Castle in der Grafschaft West Sussex ist eine Burg wie man sie sich schöner kaum vorstellen kann. Sie liegt am Rand der Ortschaft Arundel, die vom River Arun durchzogen wird. Ich habe die Burg einmal besichtigt und anschließend in Arundel im Norfolk Arms übernachtet.

Roger de Montgomery hat Arundel Castle gegen Ende des 11. Jahrhunderts erbauen lassen und seit mehr als 400 Jahren ist die Burg im Familienbesitz der Howards, der Dukes of Norfolk. Ein Besuch des Castles lohnt sich sehr, es verfügt über wunderschöne Räumlichkeiten wie zum Beispiel den Drawing Room und die Bibliothek.

Aber ich möchte an dieser Stelle nicht über die Geschichte des Arundel Castles berichten, sondern über die zahlreichen Spukgeschichten, die man sich hier erzählt. Fast jedes alte Schloss in Großbritannien hat seinen Hausgeist, eine Grey Lady, eine White Lady, einen ruhelosen Mönch oder irgendeine andere rastlose Seele, die früher einmal auf unnatürliche Weise dort ums Leben gekommen ist. Das Arundel Castle hat gleich eine ganze Handvoll von Geistern, manche sprechen von fünf, manche sogar von sieben, darunter auch sein Erbauer, Roger de Montgomery, der von einem der Türme aus genau beobachten soll, was da so alles in seiner Burg abläuft (vielleicht rümpft er die Nase angesichts der Touristenströme).

Gehört, aber nicht gesehen, wurde schon häufig der Geist eines Küchenjungen, der das Pech hatte unter einem äußerst strengen Küchenchef zu arbeiten, der ihn immer wieder schlug, einmal so schlimm, dass der Junge an den Schlägen starb.

Eine ähnlich tragisch Geschichte ereignete sich vor langer Zeit im Arundel Castle: Ein junges Mädchen hatte sich unsterblich verliebt, doch ihr Angebeteter wies sie zurück, so sah das Mädchen  keinen anderen Weg, als sich vom Hiorne Tower zu stürzen, der auf dem Burggelände steht. Dort geht das arme Kind nun als White Lady um.

Neben der White Lady findet man im Castle auch einen Blue Man, der sich gern in der Bibliothek aufhält und dort etwas zu suchen scheint, denn er wurde mehrfach gesehen wie er in Büchern blättert. Nach kurzer Zeit löst sich der Blue Man in Nichts auf. Wer er ist, weiß niemand, er trägt ein blaues Seidengewand wie es zur Zeit Charles II. in Mode war.

In der Bibliothek wurde auch schon einige Male ein kleiner schwarzer Hund gesehen, häufig von Kindern, der angeblich einmal dem 13. Earl of Arundel gehört hatte. Der Edelmann verbrachte elf Jahre seines Lebens im Tower of London, in Begleitung eben jenes Hundes.

Wer diese Geschichten für blanken Unfug hält, sollte sich einmal für eine Nacht in der Burg einschließen lassen und auf eigene Faust im Dunkeln die alten Gemäuer durchstreifen…

Die Burg ist in diesem Jahr bis zum 28. Oktober täglich, außer montags, von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Das All Inclusive Ticket kostet £22.

Hier ist ein Film über die Burg.

Von diesem Turm aus soll Roger de Montgomery das Geschehen in der Burg beobachten.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Der Hiorne Tower.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Noël Coward und „The Stately Homes of England“

Noël Coward.
Author: Allan Warren.
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Was wäre England ohne seine Stately Homes? Sie sind die Besuchermagneten, die Touristen in Scharen anziehen wie Chatsworth, Blenheim, Highclere Castle, Castle Howard, Longleat, Burghley House und wie sie alle heißen.
Die heute kaum noch bekannte Dichterin Felicia Hemans (1793-1835) widmete den Stately Homes ein Gedicht, das 1827 in Blackwood’s Edinburgh Magazine erschien und das der Schauspieler, Schriftsteller und Komponist Noël Coward über hundert Jahre später wieder entdeckte und in seine Musikkomödie „Operette“ integrierte, die am 17. Februar 1938 im Manchester Opera House uraufgeführt und 132mal gespielt wurde. Kenneth Carten, Ross Landon, John Gatrell and Hugh French sangen damals „The Stately Homes of England„, das es noch in mehreren Coverversionen gibt, zum Beispiel von den King’s Singers, den Lissa Gray Singers und Peter Pringle. Und  Noël Coward nahm den Song selbst auch auf.

„The Stately Homes of England“ ist eine Satire auf die Bewohner jener großartigen Häuser, die, um sie erhalten zu können, schon einmal einen Van Dyck verkaufen oder einen Bechstein-Flügel beleihen müssen, aber „The playing fields of Eton have made us frightfully brave“. Lord Elderley, Lord Borrowmere, Lord Sickert und Lord Camp sind jene vier junge Herren, die sich damit herumschlagen müssen, ihre ererbten Häuser zu unterhalten („frequently mortgaged to the hilt“), die gern auch von Geisterjägern aufgesucht werden („The Stately Homes of England, though rather in the lurch, provide a lot of chances for psychical research“).
Ein wirklich witziger Text, der aber die Realität in manchen Stately Homes realistisch abbildet. Hier ist die Version von  Noël Coward zu hören.

Chatsworth House in Derbyshire.
Photo © J W Wagner (cc-by-sa/2.0)

Highclere Castle in Hampshire.
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. Februar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  

Kentwell Hall in Long Melford (Suffolk) und das Dickensian Christmas

Über meinen mehrtägigen Aufenthalt im The Bull Hotel in Long Melford in der Grafschaft Suffolk habe ich in meinem Blog bereits berichtet. Wenn man vom Hotel aus weiter auf der B1064 nach Norden fährt, kommt man erst an der Melford Hall (National Trust) vorbei und dann, am Cherry Lane Garden Centre, zweigt links die Zufahrt zur Kentwell Hall ab; beides sehenswerte Herrenhäuser.

In der Vorweihnachtszeit schmücken sich viele englische „stately homes“ heraus, sei es mit besonderen Illuminationen wie im Waddesdon Manor oder mit Bezügen zur viktorianischen Zeit wie es die Kentwell Hall mit dem jährlich stattfindenden Dickensian Christmas tut.
Sein Besitzer, Patrick Phillips, hat das Tudorhaus 1971 vor dem Verfall gerettet, sehr viel Geld hineingesteckt und Kentwell Hall zu einem sehr attraktiven Besuchermagnet gemacht. Das weihnachtliche Spektakel rund um den in England sehr populären Schriftsteller Charles Dickens findet jedes Jahr großen Anklang. In diesem Jahr wurde/wird es an zwei Wochenenden durchgeführt; letztmals jetzt am 16. und 17. Dezember.

Was erwartet den Besucher beim Dickensian Christmas in Kentwell Hall? Man bekommt einen Einblick in das Leben in einem Herrenhaus in der viktorianischen Zeit; das Haus wird festlich dekoriert, so wie es damals üblich war. Der Besucher sieht wie es „upstairs/downstairs“ zuging und wie man in der Küche arbeitete. Charles Dickens‘ berühmte Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“ wird vorgelesen und von Charakteren daraus begleitet. Im  Christmas Courtyard werden Weihnachtslieder gesungen, in der Music Hall treten Laienschauspieler auf und in der Rose and Crown Tavern kann man sich mit einem Bier oder einem Glühwein zwischendurch stärken.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck wie es beim Victorian Christmas in Kentwell Hall zugeht.

Published in: on 16. Dezember 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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New Lodge bei Windsor (Berkshire) – Ein im neugotischen Stil erbautes Haus aus der viktorianischen Zeit

Queen Victoria liebte New Lodge, und so zog es sie und ihre Kinder immer wieder hierhin; das in neugotischem Stil erbaute Haus war ja vom Windsor Castle aus fast zu Fuß zu erreichen. New Lodge liegt rund drei Kilometer südlich von einem meiner Lieblingshotels, dem Oakley Court in Water Oakley.
Erbaut wurde es im Jahre 1857 von dem Architekten Thomas Talbot Bury, im Auftrag des US-Amerikaners  John Bates, der New Lodge seiner Tochter Elizabeth und seinem Schwiergersohn Jan Sylvain Van der Weyer, dem belgischen Botschafter in Großbritannien, zu ihrer Hochzeit schenkte. Die Wellingtonia-Bäume, die die Zufahrt zum Haus säumen, sollen u.a. von Queen Victoria gespendet worden sein.

1920 wurde New Lodge von der Van der Weyer-Familie verkauft und es wurde dort ein Krankenhaus eingerichtet, dann diente das Haus ab 1939 als Unterkunft für Flüchtlinge, dann von 1950 bis 1955 als Waisenhaus. 1956 kaufte es die British Transport Commission und richtete darin die British Railways School of Transport ein. In den 1970er Jahren schließlich wurde New Lodge umgebaut und als Bürogebäude für diverse Firmen genutzt. Auch diese Zeiten sind jetzt vorbei, denn momentan arbeitet das Architektenbüro Lewandowski Architects aus Eton  daran, New Lodge wieder als Familienwohnsitz umzugestalten. Das wunderschöne Gebäude wurde von den Brüdern Daniel und Benjamin Wallace gekauft.

Bevor New Lodge damals in den 1970er Jahren als Bürogebäude fungierte, wurden dort zwei Horrorfime gedreht. Zuerst 1970 „Trog“ (dt. „Das Ungeheuer“) mit Joan Crawford in der Hauptrolle, die eine Anthropologin spielt und einen urzeitlichen Höhlenmenschen entdeckt, der ihr und der Umgebung das Leben nicht gerade leicht macht. Für weitere Aufnahmen standen die nahegelegenen Bray Studios zur Verfügung, die direkt neben dem Oakley Court Hotel lagen. Hier ist der Trailer zum Film.

1972 folgte der Film „Asylum“ (dt. „Asylum – Irrgarten des Schreckens“), dessen Drehbuch Robert Bloch schrieb. Darsteller waren u.a. Peter Cushing, Britt Ekland und Charlotte Rampling. New Lodge ist die psychiatrische Klinik in der ein großer Teil des Films spielt. In den Shepperton Studios wurde ebenfalls gedreht. Hier ist der Trailer.

 

 

Published in: on 11. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Hughenden Manor bei High Wycombe in Buckinghamshire

Eigenes Foto.

In meiner Serie „Famous Graves“ schrieb ich in meinem Blog schon einmal über das Hughenden Manor in Zusammenhang mit Benjamin Disraelis Grab. Vor einigen Tagen besuchte ich das Manor House und hier sind meine Eindrücke davon.

Ich wählte die Zufahrt über die West Wycombe Road/Hughenden Road von High Wycombe aus. Zuerst kommt man zur Kirche St Michael and All Angels, wo die Grabstätte Disraelis, seiner Frau und seiner Mäzenin Sarah Brydges Willyams zu finden ist, die alle friedlich nebeneinander liegen. Dann fährt man weiter den Hügel hinauf, kommt am National Trust-Häuschen vorbei und fährt weiter hinauf zu einem großen Parkplatz, von wo aus man den ganzen Weg zum NT-Häuschen wieder hinuntergehen muss. Das ist nichts für Leute mit Gehschwierigkeiten, aber für die steht ein kleiner Shuttlebus zur Verfügung. Nachdem man beim National Trust seine Eintrittsgebühren bezahlt hat (£10.90), kann sich der Besucher dann auf den Weg zum Manor machen, wo wir sehr freundlich empfangen und darauf hingewiesen wurden, dass am Nachmittag mehrere „Talks“ stattfinden würden, 15minütige Kurzvorträge über diverse Themen wie Disraelis Leben und die Rolle, die Hughenden Manor im Zweiten Weltkrieg spielte.

Benjamin Disraeli, der erste Earl of Beaconsfield, lebte von 1804 bis 1881 und war zweimal Ministerpräsident und dreimal Finanzminister, spielte also in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle im politischen Leben seines Landes.  1848 erwarb er Hughenden Manor, und er ließ das Ende des 18. Jahrhunderts gebaute Haus durch den Architekten Edward Buckton Lamb, der bereits mehrere Kirchen im Land entworfen hatte, nach seinen Vorstellungen umstrukturieren und wohnte hier bis zu seinem Tod am 19. April 1881.

Mich interessierte Benjamin Disraeli mehr als die geheimen Operationen, die unter dem Decknamen Operation Hillside im Zweiten Weltkrieg hier stattfanden und die im Kellergeschoss sehr ausführlich dokumentiert werden.

Auf dem Weg durch das Manor House (den man auf eigene Faust vornehmen kann) kommt man durch die Räumlichkeiten, in denen der Poiltiker viele Jahre seines Lebens zugebracht hat wie die Bibliothek und sein Arbeitszimmer mit überquellendem Papierkorb (irgendwo im Raum ertönte die Stimme Disraelis). Alles ist sehr gemütlich eingerichtet und erweckt, den Eindruck, als ob der Hausherr jeden Moment erscheinen könnte. Sein Leben ist ausreichend mit Schaubildern dokumentiert.

Ich liebe diese englischen Herrenhäuser, ihren speziellen Geruch, ihre Atmosphäre!

Es gibt auch einen Shop, den ich allerdings nicht aufsuchte. Nach dem Besuch muss man sich wieder auf den recht steilen Aufstieg zum Parkplatz machen, dabei kommt man im Wald an allerlei Holzschnitzereien vorbei, wobei mir ein Flugzeug besonders gut gefiel (siehe das Foto unten).

Hughenden Manor ist ganzjährig ab 11 Uhr geöffnet und schließt um 17 Uhr (im Winterhalbjahr früher). Hier ist ein Film über das Manor House.

Hughenden Manor
Valley Rd
High Wycombe HP14 4LA

St Michael and All Angels.
Eigenes Foto.

The Library.
Eigenes Foto.

Das Arbeitszimmer.
Eigenes Foto.

Ein Kaminzimmer.
Eigenes Foto.

Das Holzflugzeug im Wald auf dem Weg zum Parkplatz.
Eigenes Foto.

 

 

Published in: on 9. Oktober 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Allerton Castle in North Yorkshire

Es ist schon viele Jahre her, als ich mich häufig in North Yorkshire aufhielt, da fiel mir immer wieder ein seltsam düsteres burgartiges Gebäude an der A59 auf, die von York nach Harrogate führt. Dort, wo sich die A59 mit der A168 kreuzt, liegt der Ort Allerton Mauleverer mit dem Allerton Castle. Als ich mir viele Jahre später den Spielfilm „The Secret Garden“ (dt. „Der geheime Garten“) ansah, erkannte ich das Gebäude wieder, das für die Außenaufnahmen des Films ausgewählt wurde und eine ähnliche düstere Atmosphäre ausstrahlte (ich berichtete in meinem Blog über den Spielfilm).

Allerton Castle wurde in seiner jetzigen Form Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil erbaut. Die Stourton Familie lebte in der Burg bis 1983. Der neue Besitzer war ein reicher amerikanischer Geschäftsmann namens Dr Gerald Rolph, der das total heruntergekommene und vom Abriss bedrohte Gebäude übernahm und sehr viel Geld hineinsteckte, um es wieder in vollem Glanz erstrahlen zu lassen. Aus allen Teilen der Welt holte Dr Rolph die erlesensten Antiquitäten zusammen, um damit im Allerton Castle die Räume zu füllen. Im Jahr 2005 erlitten die Renovierungsarbeiten einen Rückschlag, als ein Feuer mehrere Räume zerstörte, doch der Amerikaner ließ sich davon nicht beirren und kaufte weitere Einrichtungsgegenstände, um die betroffenen Räume wiederherzustellen.

Dr Rolphs investiertes Geld war gut angelegt; heute heißt es auf der Homepage von Allerton Castle „Welcome to England’s most elegant and illustrious gothic revival stately home“. Vor exakt einem Jahr wurde das Haus der Gerald Arthur Rolph Foundation for Historic Preservation and Education übergeben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es ist von Ostermontag bis Ende Oktober jeweils Mittwochnachmittag geöffnet, ebenfalls an den Bank Holiday Montagen. Allerton Castle steht für Hochzeiten und Veranstaltungen und Filmproduktionen zur Verfügung. Neben dem bereits erwähnten „The Secret Garden“ diente das Haus auch als Drehort für Fernsehserien wie „Room at the Bottom“, „Lost in Austen“ und „Victoria“.

Allerton Castle
Allerton Mauleverer
North Yorkshire, HG5 0SE

Photo © Chris (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die größte Eibenhecke der Welt im Cirencester Park in Gloucestershire

Cirencester Park und House mit der Hecke davor.
Photo © Roger May (cc-by-sa/2.0)

Vor zwei Jahren schrieb ich in meinem Blog schon einmal über die gewaltige „Elefantenhecke“ im Rockingham Castle in Leicestershire, mit deren Beschneidung die dortigen Gärtner alle Hände voll zu tun haben. Eine noch gewaltigere Eibenhecke, die größte der Welt, findet man im Cirencester Park in Gloucestershire, der der Familie Bathurst gehört. Heute residiert hier der 9. Earl of Bathurst mit seiner Frau.

Jedes Jahr im August wird die Monsterhecke im Cirencester Park geschnitten, die sich wie ein riesiger Schutzschild vor das Herrenhaus stellt. Die dreihundert Jahre alte Hecke ist 13 Meter hoch, 5 Meter breit und 140 Meter lang. Damit sie nicht in alle Richtungen wuchert, muss sie also geschnitten werden und dafür brauchen zwei Männer zwei Wochen (hier ist ein Film darüber). Um auch an alle Stellen heranzukommen, arbeiten sie mit einer hydraulischen Arbeitsbühne und bei dem Vorgang fällt etwa eine Tonne Heckenschnitt an. Diese pflanzlichen Reste kommen aber nicht etwa auf eine Deponie, sondern werden weiterverwertet und zwar in der Pharmazie. Die Nadeln der Eibe enthalten einen Wirkstoff, der in der Chemotherapie zur Krebsbekämpfung eingesetzt wird. Etwa £6000 muss der Earl of Bathurst jedes Jahr bezahlen, damit seine „Schutzschildhecke“ wieder vernünftig aussieht.

Eine noch größere Hecke, allerdings eine Buchenhecke, steht in Schottland, sechs Kilometer südlich von Blairgowrie entfernt, die laut Guinness Book of Records die größte der Welt ist. Die 1745 gepflanzte Meikleour Beech Hedge ist 30 Meter hoch und 530 Meter lang; sie wird nur alle zehn Jahre geschnitten und neu vermessen, wobei vier Männer rund sechs Wochen lang beschäftigt sind.

Das Buch zum Thema:
Hugh Barker: Hedge Britannia: A curious history of a British obsession. Bloomsbury 2012. 327 Seiten. ISBN 978-1-4088-0186-4. (s. dazu meinen Blogeintrag).

Die Meikleour Beech Hedge bei Blairgowrie in Schottland.
Photo © Adam Ward (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Wykehurst Place – Ein Herrenhaus im neugotischen Stil bei Bolney in West Sussex

Man nehme die A23, die von Brighton nach Crawley führt und biege bei Bolney (West Sussex) auf die parallel verlaufende London Road ab. Nördlich des Pubs The Bolney Stage zweigt eine Straße ab, die zum Wykehurst Place (manchmal auch Wykehurst Park genannt) führt, einem in neugotischem Stil erbauten Herrenhaus, aber STOP: Eine Besichtigung ist nicht möglich, denn es handelt sich hier um „private property“.

Das an ein französisches Loire-Schloss erinnernde Haus (nicht zu verwechseln mit dem fast gleich klingenden Wakehurst Place, das dem National Trust gehört und ebenfalls in West Sussex liegt) wurde von 1871 bis 1875 erbaut, wobei 500 Arbeiter im Einsatz waren. Das Ergebnis: Ein Manor House mit 105 Zimmern, geziert mit vielen Türmchen. Der Architekt war Edward Middleton Barry, Sohn des berühmten Sir Charles Barry (Westminster Palace, Highclere Castle), der das Haus für den deutschstämmigen Banker Henry Huth baute. Die Bibliothek von Wykehurst Place galt lange Zeit als größte Privatsammlung Europas (Huth war ein begeisterter Büchersammler). Nach dem Ableben Henry Huths wechselte das abgelegene Haus mehrfach den Besitzer, wurde eine Zeit lang als Hotel geführt (Edward VIII und Wallis Simpson waren mehrfach hier zu Gast) und während des Zweiten Weltkrieges zum Hauptquartier der Alliierten erwählt, die die Invasion der Normandie vorbereiteten. Dann stand Wykehurst Place einige Jahre leer, wurde von dem Antiquitätenhändler James Doyle übernommen und wieder aufgemöbelt und schließlich von dem iranischen Filmemacher Ebrahim Golestan gekauft.

Wykehurst Place sieht wirklich gruselig aus und erweckte bald das Interesse von Horrorfilm-Produzenten. Derek Pykett, Autor des Buches „British Horror Film Locations“ nennt es „Probably the most haunting of all the film locations“ und so wurden denn hier auch mehrere Filme diese Genres gedreht.

In „The Legend of Hell House“ (dt. „Tanz der Totenköpfe“) aus dem Jahr 1973 mit Pamela Franklin und Roddy McDowall in den Hauptrollen spielt Wykehurst Place als Belasco House eine zentrale Rolle. Hier ist der Trailer.

Ein Jahr zuvor drehte Peter Sykes hier den Horrorfilm „Demons of the Mind“ mit Robert Hardy und Patrick Magee.

1977 drehte Alberto de Martino einige Szenen seines Films „Holocaust 2000“ mit Kirk Douglas in der Hauptrolle hier in West Sussex.

1983 kam Robin Gibb von den Bee Gees nach Wykehurst Place und nahm das Video zu seinem Song „Juliet“ hier auf.

Die 1974 in London gegründete Band Landscape verwendete Wykehurst Place für ihr gruseliges Musikvideo „My Name is Norman Bates“ (1981 veröffentlicht).

Hier sind einige Fotos von Wykehurst Place zu sehen.

 

Published in: on 21. Juli 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Das Leeds Castle in Kent – Drei unterschiedliche Übernachtungsarten werden auf dem Gelände der Burg angeboten

Leeds Castle und der Maiden’s Tower.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0).

Am Beispiel des Eastnor Castles in Herefordshire zeigte ich in meinem Blog schon einmal, was man mit einer alten Burg alles anstellen kann, um die immensen Unterhaltskosten zumindest zu einem Teil wieder hereinzubekommen.
Das Leeds Castle bei Maidstone in Kent (es hat mit der Stadt Leeds in West Yorkshire nichts zu tun) kann das mindestens genausogut. Als Olive, Lady Baillie, die letzte Besitzerin der Burg am 9. September 1974 starb, ging das Leeds Castle an die Leeds Castle Foundation über, die das alte Gemäuer seit 1976 für die Allgemeinheit geöffnet hat. Edward I und Catherine of Aragon, eine der Frauen von Henry VIII, waren u.a. Bewohner der Burg, die im frühen 19. Jahrhundert komplett umgebaut wurde und ihr heutiges Aussehen erhielt.

Auf dem Geländes des Leeds Castles findet der Besucher alles, was man von einer alten englischen Burg erwartet: Pfauen, die mit ihrem Kreischen für eine besondere Atmosphäre sorgen, ein Irrgarten, Schwäne, die auf dem River Len ihre Bahnen ziehen, schön anzusehende Gärten und Vorführungen mit Falken.

Wer möchte, kann auf dem Leeds Castle Estate auch übernachten und zwar auf dreierlei Weise:

Da gibt es zum einen die fünf Leeds Castle Cottages wie The River Lodge, das für bis zu zwölf Personen ausgelegt ist, das Knight’s Cottage, das bis zu sechs Personen beherbergen kann oder das kleine Weir Cottage für zwei Personen.

Direkt neben dem Leeds Castle liegt der im 16. Jahrhundert erbaute Maiden’s Tower, der über fünf Zimmer verfügt, die alle zu haben sind. Gerade eben hat die Automobile Association (AA) diese Unterkunft zum Unique B&B of the Year 2017/18 ausgerufen und ihm fünf Sterne verliehen. Das Frühstück wird im Fairfax Restaurant serviert, das direkt gegenüber auf der anderen Seite des Burggrabens liegt. Ab £260 kostet die Übernachtung in einem der historischen Räume. Das Schöne dabei ist, dass man das Leeds Castle abends, wenn die Besucher das Gelände verlassen haben, ganz für sich allein hat.

Die dritte Art, hier an der Burg zu übernachten, ist Knight’s Glamping (glamping = glamorous camping, ich berichtete in meinem Blog darüber). In acht luxuriösen Zelten mit Himmelbett kann man in der freien Natur wohnen und es sich bei schönem Wetter vor dem Zelt bequem machen; sollte es kühler werden, steht ein Holzofen zur Verfügung. Bis zu vier Personen (zwei Erwachsene, zwei Kinder) übernachten in den Zelten, die zum Beispiel The Earl of Devonshire oder The Marquis of Dorset heißen. Etwa £140 kostet eine Nacht in den buntgestreiften Zelten.

Bei allen drei Übernachtungsmöglichkeiten ist der Eintritt in das Leeds Castle enthalten, der £24.90 kostet. Das scheint auf den ersten Blick recht teuer zu sein, dafür kann man mit dem Ticket aber ein Jahr lang so oft man möchte, die Burg besuchen.

Über das Leeds Castle berichtete ich in meinem Blog schon einmal in Zusammenhang mit dem kuriosen Hundehalsbandmuseum, das ebenfalls hier zu finden ist.

Hier ist ein Film über die Burg.

Der Maiden’s Tower.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Der Irrgarten.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0).

Ein Leeds Castle peacock.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Spukorte – Moreton Corbet Castle in Shropshire

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Sie haben etwas Faszinierendes an sich, die Ruinen des Morton Corbet Castle, die in dem gleichnamigen Dorf in Shropshire liegen. Direkt daneben findet man die ebenfalls verfallene Hall. Mehrere Jahrhunderte wohnte hier die Corbet Familie, der die Ruinen noch immer gehören, obwohl English Heritage die Verwaltung übernommen hat. So um das Jahr 1200 herum erbaute Bartholomew Turret die Burg, an der man über 500 Jahre lang immer wieder herumwerkelte. Die elisabethanische Hall entstand in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter der Regie von Robert Corbet, der aber 1583 an der Pest starb, so dass seine Brüder Richard und Vincent übernehmen mussten.

Als Sir Vincent Corbet Lord of the Manor war, hatte er einen Nachbarn namens Paul Holmyard, einen Puritaner, die damals im ganzen Land verfolgt wurden. Aus Mitleid vor der gefährlichen Situation, in der sich Holmyard befand, nahm er ihn in seiner Burg auf und gewährte im Schutz. Doch allmählich wurden dem Burgherren die Puritaner zu fanatisch, so dass er seinen Gast aufforderte, sein Haus zu verlassen. Holmyard versteckte sich daraufhin in den umliegenden Wäldern und ernährte sich dort von Beeren und was ihm so gerade über den Weg lief. Eines Tages tauchte er wieder vor Morbet Corbet Castle auf und verfluchte die Familie und die Burg. Niemals sollte die Burg fertig werden, hieß es in dem Fluch, und er bewahrheitete sich denn auch. Während des Bürgerkrieges wurde sie durch die Kampfhandlungen der Parlamentarier stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie wurde zwar immer wieder repariert, blieb aber unvollendet.

Der Geist von Paul Holmroyd soll bis zum heutigen Tag des Nachts durch die Ruinen wandern. Vielleicht will er sicher gehen, dass die Burg wirklich nicht wieder aufgebaut wird  und sein Fluch bestehen bleibt.

Man kann sich die Ruinen von Morton Corbet Castle and Hall ansehen. Geöffnet sind sie für Besucher „any reasonable time during daylight hours“, so English Heritage. Der Eintritt ist kostenlos. Dieser Film vermittelt einen Eindruck von der verfluchten Burg und dem Herrenhaus.

Moreton Corbet Castle
Shawbury
Shrewsbury, Shropshire, SY4 4DW

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Parnham House in Dorset – Ein weiteres Landhaus, das einem Feuer zum Opfer gefallen ist

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Es gibt eine Liste von englischen Landhäusern, die im Laufe der Jahrzehnte zerstört, abgebrannt oder abgerissen worden sind. Der Zähler steht momentan auf 1967. Zuletzt war Clandon Park in Surrey am 29. April 2015 abgebrannt; ich berichtete in meinem Blog darüber.

Seit Samstag, dem 15. April ist ein weiteres Country House zu beklagen, das einem Feuer zum Opfer gefallen ist: Parnham House bei Beaminster in Dorset. Um 4.10 Uhr morgens ging bei der Feuerwehr ein Notruf ein und kurz darauf traf sie auf dem Landsitz ein, wo die Feuerbekämpfer nicht mehr viel ausrichten konnten. Parnham House ist in Teilen bis auf die Grundmauern abgebrannt. Besitzer ist der Österreicher Michael Treichl, ein Londoner Finanzinvestor, der mit seiner Familie hier lebte und der das Haus erst vor acht Jahren renoviert hatte.

Parnham House wurde im 16. Jahrhundert erbaut und war über zweihundert Jahre lang der Wohnsitz der Familie Strode. Der berühmte Londoner Architekt John Nash hatte das Anwesen 1810 umgestaltet und neue Treppen und Fenster eingebaut. Ein späterer Bewohner von Parnham House war William Barnard Rhodes-Moorhouse, ein Pilot, der im Ersten Weltkrieg fiel und posthum mit dem Victoria Cross ausgezeichnet wurde. Er ist auf dem Gelände des Parnham House begraben.

Im Zweiten Weltkrieg diente das Haus der amerikanischen Armee als Stützpunkt und hier sollen Pläne für die Invasion in der Normandie erstellt worden sein. Weitere Verwendungszwecke für Parnham House waren ein Country Club und ein Pflegeheim. 1976 wurde es von dem namhaften Möbeldesigner John Makepeace übernommen, der hier seine School for Craftsmen in Wood einrichtete. 2001 verkaufte Makepeace sein Haus an den österreichischen Finanzinvestor.

Der verheerende Brand geschah erst vor wenigen Tagen, und so ist die Ursache zurzeit noch nicht klar, aber der Verdacht auf Brandstiftung scheint sich zu erhärten.

Published in: on 18. April 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Halton House in Buckinghamshire

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Halton House ist eine der vielen Landsitze, die sich die superreiche Rothschild-Familie in Buckinghamshire geleistet haben, neben dem Waddesdon Manor, den Mentmore Towers und dem Aston Clinton House. Gebaut wurde Halton House von 1880 bis 1883 für Alfred von Rothschild, einem Banker, der u.a. die Bank von England leitete. Wenn man den Landsitz sieht, fühlt man sich an die Loire versetzt, denn das Haus wurde im Stil eines französischen Schlosses erbaut. Solange Alfred von Rothschild hier wohnte, wurden gern Feste gefeiert und es herrschte ein ausgelassenes Leben auf Halton House. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, ging leider alles den Bach hinunter: Der Hausherr erkrankte und starb 1918, das Haus erbte sein Neffe, der es absolut nicht mochte und es versteigern ließ. Es ging in den Besitz der Royal Air Force über, die es für einen Schnäppchenpreis übernahm. Noch heute dient Halton House als Offizierskasino für einen der größten britischen Luftwaffenstützpunkte, RAF Halton bei Wendover in Buckinghamshire.

Das architektonisch sehr ansprechende Gebäude geriet schnell ins Visier der Location Scouts der Film- und Fernsehindustrie und so wurden hier zahlreiche Filme gedreht. Hier einige Beispiele:

In „The King’s Speech“ (dt. The King’s Speech“) diente der Gold Room im Jahr 2010 als der Ort, in dem Colin Firth alias Georg VI. seine Rede an die Nation einstudierte.

Teile des James Bond-Films „The World Is Not Enough“ (dt. James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug“) mit Pierce Brosnan wurden hier 1999 gedreht.

What a Girls Wants“ (dt. „Was Mädchen wollen“), eine Teenagerkomödie, wieder mit Colin Firth, dieses Mal als Lord Henry Dashwood, nutzte 2003 das eindrucksvolle Chateau.

In der Erfolgsserie „Downton Abbey“ dient Halton House in der 6. Episode der 2. Staffel als Haxby Park, wo Lady Marys Verehrer, Sir Richard Carlisle, wohnt.

Dieser Film zeigt die Schönheit vom Halton House.

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Renishaw Hall Vineyard – Preisgekrönter Wein aus Derbyshire

Renishaw Hall - Sitz der Sitwell-Familie.   © Copyright DAVID M GOODWIN and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Renishaw Hall – Sitz der Sitwell-Familie.
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Weinanbau in England verbindet man eigentlich immer mit dem Süden des Landes. Dort finden wir die renommiertesten Firmen wie Three Choirs Vineyards, Chapel Down oder Denbies Wine Estate. Zu diesen Großen hat sich seit einigen Jahren ein Weingut aus Derbyshire gesellt. Derbyshire? Weinanbau? Richtig, Renishaw Hall Vineyard, nicht weit von Sheffield entfernt, war bis zum Jahr 1986 das nördlichste Weinanbaugebiet der Welt, bis sich die Grenzen immer weiter gen Norden verschoben. In England wird mittlerweile auch schon in Yorkshire Wein angebaut.
Sir Reresby Sitwell legte 1972 auf seinem Familiensitz Renishaw Hall einen Weinberg an; Kieron Atkinson ist heute für die Qualität der Weine aus dem Norden Derbyshires verantwortlich, und er hat tatsächlich Erfolg. Mit seinem „Madeleine Angevine“ aus dem Jahr 2013 wurde er unter die Top Ten Englands eingruppiert, und es kommt noch besser: Atkinsons Sekt „Seyval Blanc“ 2011 erhielt bei den Decanter World Wine Awards sogar eine Auszeichnung! Damit hat sich Renishaw Hall Vineyard erstmals international durchgesetzt (Sekte aus England haben ja schon im Vergleichstest gegen Champagner aus Frankreich gewonnen).

Neben den beiden bereits genannten Weinen werden hier in Derbyshire noch ein Rot- und ein Roséwein produziert, der Rondo Red und der Rondo Rosé. Rund 5000 Flaschen pro Jahr werden auf dem Weingut erzeugt, das in diesem Film kurz porträtiert wird.

Alexandra Sitwell ist die Hausherrin von Renishaw Hall. Seit 1625, als George Sitwell das Haus erbaute, ist es der Sitz der Familie, die in der Namensgebung ihrer Oberhäupter nicht sehr einfallsreich war, einer hieß Sir Sitwell Sitwell, mehrere andere Sacheverell Reresby Sitwell. Die berühmtesten Familienmitglieder waren sicher die drei schriftstellernden Geschwister Edith Sitwell, Sir Francis Osbert Sacheverell Sitwell und Sir Sacheverell Reresby Sitwell (alles klar?).

Renishaw Hall soll das Vorbild für Wragby Hall in D. H. Lawrences Roman „Lady Chatterley’s Lover“ gewesen sein, ein Roman, den Edith Sitwell absolut nicht mochte und als „schmutzig“ bezeichnete.

Zu besichtigen ist Renishaw Hall nur mittels einer geführten Tour während der Saison, und das nur an Freitagen. Die Gärten sind mittwochs bis sonntags geöffnet, auch nur während der Saison (22. März bis 1. Oktober in diesem Jahr). Im Café kann man die Weine aus dem Weingut probieren.

Renishaw Hall
Renishaw
Nr. Sheffield, S21 3WB

Die Gärten von Renishaw Hall.   © Copyright Andy Stephenson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Gärten von Renishaw Hall.
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Kalenderhäuser in England – Einige Beispiele

Knole House bei Sevenoaks in Kent.   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Knole House bei Sevenoaks in Kent.
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Kalenderhaus ist ein Begriff aus der Architektur und bedeutet, dass sich in den baulichen Elementen des Hauses die Zahl der Monate im Jahr, der Wochen im Jahr, der Tage im Jahr und der Tage in der Woche widerspiegeln. Ich möchte an dieser Stelle einige Beispiele dafür geben.

Meine erste Begegnung mit einem „calendar house“ war vor vielen Jahre Knole House, jener große Palast bei Sevenoaks in Kent, der dem National Trust gehört und in dem 1892 die Schriftstellerin Vita Sackville West geboren wurde. Die Beatles drehten 1967 hier einige Videos, darunter „Strawberry Fields Forever„.  In Knole gibt es 365 Zimmer, 52 Treppen, 12 Eingangstüren und 7 Innenhöfe.

Ein weiteres Beispiel für ein Kalenderhaus ist Scout Hall bei Halifax in West Yorkshire, das 1681 von einem wohlhabenden Seidenfabrikanten namens John Mitchell gebaut wurde. Das Haus hatte 365 Fensterscheiben, 52 Türen und 12 Erker. Leider steht das Gebäude schon lange leer und ist in Teilen verfallen. Es ist jetzt in Privatbesitz und soll wiederhergestellt werden.

Ein besonders schönes Exemplar ist das Bedstone College in Bedstone in Shropshire. Das Ende des 19. Jahrhunderts für den Geschäftsmann und Politiker Sir Henry William Ripley erbaute Haus, das seit 1948 als Schule geführt wird, besteht aus 365 Fenstern, 52 Zimmern, 12 Kaminen und 7 Außentüren.

John Edward Taylor (1791-1844) war der Gründer des Manchester Guardians, einer Zeitung, die später in The Guardian umbenannt wurde. Er ließ sich in Didsbury (Greater Manchester) ein beeindruckendes Haus in gotischem Stil errichten, das er The Towers nannte. Hier finden wir 365 Fenster, 52 Zimmer und 12 Türme. In dem Gebäude sind heute Büros untergebracht, die zum Towers Business Park gehören.

Boughton House bei Kettering in Northamptonshire ist ebenfalls ein großartiges „Stateley Home“, das sich selbstbewusst „The English Versailles“ bezeichnet und dem Duke of Bucclech gehört. Hin und wieder, in diesem Jahr im August, steht das Haus auch der Öffentlichkeit für Besichtigungen zur Verfügung. Das Kalenderhaus verfügt über 365 Fenster, 52 Kamine, 12 Eingänge und 7 Innenhöfe.

Scout Hall bei Halifax in West Yorkshire.   © Copyright Humphrey Bolton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Scout Hall bei Halifax in West Yorkshire.
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Bedstone College bei Bedstone in Shropshire.   © Copyright paul dickson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bedstone College in Bedstone in Shropshire.
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The Towers in Didsbury (Greater Manchester).   © Copyright Keith Williamson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Towers in Didsbury (Greater Manchester).
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Boughton House bei Ketterin in Northamptonshire.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Boughton House bei Kettering in Northamptonshire.
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Nocton Hall in Lincolnshire – Eine romantische Ruine und ein gruseliges verlassenes Militärkrankenhaus

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In meinem Blogeintrag vom 24.12.2016 über den Dunston Pillar erwähnte ich nebenbei Nocton Hall, wo früher einmal Sir Francis Dashwood gewohnt hat. Dieses historische Gebäude in Nocton, etwa elf Kilometer südöstlich von Lincoln in Lincolnshire gelegen, dessen Ursprünge bis an den Anfang des 16. Jahrhunderts zurückgehen, ist heute nur noch eine Ruine, aber eine sehr romantische, denn die Natur hat langsam aber sicher Besitz von ihr ergriffen wie dieser aus einer Drohne aufgenommene Film zeigt. In den ehemaligen Räumen haben sich Büsche und Bäume breit gemacht; das Betreten des Grundstücks ist aus Sicherheitsgründen verboten. Auf dem Gelände steht ein alter Kastanienbaum, der angeblich von Katherine Howard, der Frau Heinrichs VIII. anlässlich eines Besuches in Nocton Hall im Jahr 1541  gepflanzt worden sein soll.

Das alte Haus hatte viele Eigentümer, darunter Frederick John Robinson, der 1827 Premierminister seines Landes wurde, und sein Sohn George Frederick Samuel Robinson, der von 1880 bis 1884 das Amt des Viceroy and Governor-General of India ausübte.
Im Ersten Weltkrieg diente Nocton Hall ab 1917 als Rekonvaleszenzort für verwundete amerikanische Offiziere und ging 1919 in den Besitz der Farmer W. H. Dennis & Sons über, die auf dem Gelände Kartoffeln anbauten. Nach mehreren weiteren Eigentümerwechseln stand das Haus in den 1990er Jahren leer, Vandalen fielen darüber her und raubten Einrichtungsgegenstände, bis es schließlich am 24. Oktober 2004 Flammen zum Opfer fiel, die nur noch eine Ruine übrigließen.

Eine weitere Ruine findet sich auf diesem Grundstück in Lincolnshire, das RAF Hospital Nocton Hall, das von 1947 bis 1983 als Militärkrankenhaus der Royal Air Force diente. Anschließend wurde es an die US Air Force untervermietet, die in der näheren Umgebung mehrere Basen unterhielt. Mitte der 1990er Jahre wurde das Krankenhaus geschlossen, das nach und nach verfiel und heute einen recht unheimlichen Eindruck hinterlässt. Dieser Film legt Zeugnis davon ab.

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Die angeblich von Katherine Howard gepflanzte Kastanie. Author: Alastait mcmurray. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die angeblich von Katherine Howard gepflanzte Kastanie.
Author: Alastair mcmurray.
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Middleham Castle (North Yorkshire) – Die Burg Richards III. und ihre digitale Wiederauferstehung

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Über meine Besuche in der hübschen kleinen Stadt Middleham im Wensleydale in North Yorkshire berichtete ich in meinem Blog vor über sechs Jahren. Die Ruine des Middleham Castles, in dem Richard III. eine Zeit lang wohnte, steht mitten im Ort und überragt die umgebenen Häuser. Nachdem man seinen Eintritt bezahlt hat, kann man durch die zerfallene Burg gehen und sich vorstellen wie sie einmal ausgesehen haben mag, als sie noch bewohnt war.
Seit kurzem ist es möglich, sich das Middleham Castle dank einer digitalen Rekonstruktion plastisch anzusehen. Lost in Castles heißt eine Firma, die sich darauf spezialisiert hat, alte Burgen digital wiederaufzubereiten und diesen Vorgang in einem Film festzuhalten. Nach dem Conwy Castle in North Wales, dem Sandal Castle bei Wakefield (West Yorkshire) und dem Rhuddlan Castle in Denbighshire in Wales haben sich die Spezialisten von Lost in Castles nun dieser prominente Burgruine in Middleham angenommen, das heißt, sie arbeiten schon über zehn Jahre daran, denn die Rekonstruktion ist sehr zeitaufwendig. Man benötigt dafür historische Fachkenntnisse, die John L. Fox und Joseph A. Fox beisteuern. Letzterer ist auch für die digitale Umsetzung der erworbenen historischen Fakten zuständig. Die Firma Chat Noir Production kümmert sich um die Erstellung der jeweiligen Filme, die dann auf DVD angeboten werden. Abigail Fox schließlich ist für die Homepage von Lost in Castles verantwortlich und schreibt die Musik für die Filmproduktionen. Hier ist ihr Soundtrack zu „Middleham – A Castle Made For Kings“ zu hören.

Da bei Burgruinen nun einmal viele Teile fehlen, orientieren sich die Lost in Castles-Mitarbeiter an vergleichbaren Burgen aus der Zeit, um die Rekonstruktion so wirklichkeitsnah wie möglich zu gestalten.  Ich finde, es ist hochinteressant, sich diese digitale Umsetzung einmal anzusehen. Hier ist ein Ausschnitt aus der DVD „Middleham – A Castle Made For Kings“.

The Great Hall.   © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Great Hall.
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Die Ruinen der einstigen Kapelle.    © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Ruinen der einstigen Kapelle.
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Published in: on 16. Dezember 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  
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