Die schöne Nackte von Rokeby Park im County Durham

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£500 bezahlte John Bacon Sawrey Morritt (1772? – 1843) dem Kunsthändler William James Buchanan im Jahr 1813 für ein Gemälde des spanischen Malers Diego Velazquez und hängte es in seinem Wohnsitz Rokeby Park in der Nähe von Barnard Castle im heutigen County Durham auf. Die vorigen Eigentümer des Bildes waren der spanische Kunstsammler Gaspar de Haro y Guzmán und der Politiker mit dem schönen Namen Manuel de Godoy y Álvarez de Faria Rios Sanchez Zarzosa.

Venus del espejo“ hatte Velazquez sein Gemälde genannt, „Venus vor dem Spiegel“. Es zeigt die nackte Göttin Venus mit dem Rücken zum Betrachter; Amor, ihr Sohn, hält ihr einen Spiegel vor, der ihr Gesicht zeigt.

Auf Grund des Standortes des Bildes spricht man in England auch von der Rokeby Venus. Rokeby Park wurde 1735 von dem Architekten Sir Thomas Robinson, 1st Baronet (1703–1777) im palladianischen Stil erbaut; ein großer Teil der Innenarchitektur stammt von John Carr, der zahreiche englische Herrenhäuser gestaltete. Die „Venus vor dem Spiegel“ hing fast ein Jahrhundert in dem Landhaus, bis sie 1905 für die Londoner National Gallery erworben wurde, wo sie bis heute zur Schau gestellt wird. Im Salon von Rokeby Park finden wir eine Kopie des Gemäldes, das der Maler W.A. Menzies angefertigt hat. Wer sich mit dieser Kopie zufrieden gibt, kann sie sich direkt in Rokeby Park ansehen; der Landsitz ist an bestimmten Tagen für Besucher geöffnet, hier sind die Zeiten. Dieser Film zeigt die frühere Wohnstatt der Göttin.

Die Ruhe der nackten Göttin in der National Gallery wurde am 10. März 1914 empfindlich gestört, da an diesem Tag die Frauenrechtlerin Mary Richardson einen Angriff auf die Venus unternahm und ihr einige Schnitte zufügte. Grund des Attentats war die Verhaftung einer anderen Frauenrechtlerin, Emmeline Pankhurst.
I have tried to destroy the picture of the most beautiful woman in mythological history as a protest against the Government for destroying Mrs Pankhurst, who is the most beautiful character in modern history“, war die Erklärung von Mary Richardson für ihre Tat. Außerdem mochte sie nicht, dass die Nackte von Männern angestarrt wurde. Glücklicherweise waren die Beschädigungen am Gemälde nicht so dramatisch und es konnte wieder restauriert werden.

Rokeby Park.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Spukorte – Arundel Castle in Arundel (West Sussex)

Das Arundel Castle in der Grafschaft West Sussex ist eine Burg wie man sie sich schöner kaum vorstellen kann. Sie liegt am Rand der Ortschaft Arundel, die vom River Arun durchzogen wird. Ich habe die Burg einmal besichtigt und anschließend in Arundel im Norfolk Arms übernachtet.

Roger de Montgomery hat Arundel Castle gegen Ende des 11. Jahrhunderts erbauen lassen und seit mehr als 400 Jahren ist die Burg im Familienbesitz der Howards, der Dukes of Norfolk. Ein Besuch des Castles lohnt sich sehr, es verfügt über wunderschöne Räumlichkeiten wie zum Beispiel den Drawing Room und die Bibliothek.

Aber ich möchte an dieser Stelle nicht über die Geschichte des Arundel Castles berichten, sondern über die zahlreichen Spukgeschichten, die man sich hier erzählt. Fast jedes alte Schloss in Großbritannien hat seinen Hausgeist, eine Grey Lady, eine White Lady, einen ruhelosen Mönch oder irgendeine andere rastlose Seele, die früher einmal auf unnatürliche Weise dort ums Leben gekommen ist. Das Arundel Castle hat gleich eine ganze Handvoll von Geistern, manche sprechen von fünf, manche sogar von sieben, darunter auch sein Erbauer, Roger de Montgomery, der von einem der Türme aus genau beobachten soll, was da so alles in seiner Burg abläuft (vielleicht rümpft er die Nase angesichts der Touristenströme).

Gehört, aber nicht gesehen, wurde schon häufig der Geist eines Küchenjungen, der das Pech hatte unter einem äußerst strengen Küchenchef zu arbeiten, der ihn immer wieder schlug, einmal so schlimm, dass der Junge an den Schlägen starb.

Eine ähnlich tragisch Geschichte ereignete sich vor langer Zeit im Arundel Castle: Ein junges Mädchen hatte sich unsterblich verliebt, doch ihr Angebeteter wies sie zurück, so sah das Mädchen  keinen anderen Weg, als sich vom Hiorne Tower zu stürzen, der auf dem Burggelände steht. Dort geht das arme Kind nun als White Lady um.

Neben der White Lady findet man im Castle auch einen Blue Man, der sich gern in der Bibliothek aufhält und dort etwas zu suchen scheint, denn er wurde mehrfach gesehen wie er in Büchern blättert. Nach kurzer Zeit löst sich der Blue Man in Nichts auf. Wer er ist, weiß niemand, er trägt ein blaues Seidengewand wie es zur Zeit Charles II. in Mode war.

In der Bibliothek wurde auch schon einige Male ein kleiner schwarzer Hund gesehen, häufig von Kindern, der angeblich einmal dem 13. Earl of Arundel gehört hatte. Der Edelmann verbrachte elf Jahre seines Lebens im Tower of London, in Begleitung eben jenes Hundes.

Wer diese Geschichten für blanken Unfug hält, sollte sich einmal für eine Nacht in der Burg einschließen lassen und auf eigene Faust im Dunkeln die alten Gemäuer durchstreifen…

Die Burg ist in diesem Jahr bis zum 28. Oktober täglich, außer montags, von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Das All Inclusive Ticket kostet £22.

Hier ist ein Film über die Burg.

Von diesem Turm aus soll Roger de Montgomery das Geschehen in der Burg beobachten.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Der Hiorne Tower.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Noël Coward und „The Stately Homes of England“

Noël Coward.
Author: Allan Warren.
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Was wäre England ohne seine Stately Homes? Sie sind die Besuchermagneten, die Touristen in Scharen anziehen wie Chatsworth, Blenheim, Highclere Castle, Castle Howard, Longleat, Burghley House und wie sie alle heißen.
Die heute kaum noch bekannte Dichterin Felicia Hemans (1793-1835) widmete den Stately Homes ein Gedicht, das 1827 in Blackwood’s Edinburgh Magazine erschien und das der Schauspieler, Schriftsteller und Komponist Noël Coward über hundert Jahre später wieder entdeckte und in seine Musikkomödie „Operette“ integrierte, die am 17. Februar 1938 im Manchester Opera House uraufgeführt und 132mal gespielt wurde. Kenneth Carten, Ross Landon, John Gatrell and Hugh French sangen damals „The Stately Homes of England„, das es noch in mehreren Coverversionen gibt, zum Beispiel von den King’s Singers, den Lissa Gray Singers und Peter Pringle. Und  Noël Coward nahm den Song selbst auch auf.

„The Stately Homes of England“ ist eine Satire auf die Bewohner jener großartigen Häuser, die, um sie erhalten zu können, schon einmal einen Van Dyck verkaufen oder einen Bechstein-Flügel beleihen müssen, aber „The playing fields of Eton have made us frightfully brave“. Lord Elderley, Lord Borrowmere, Lord Sickert und Lord Camp sind jene vier junge Herren, die sich damit herumschlagen müssen, ihre ererbten Häuser zu unterhalten („frequently mortgaged to the hilt“), die gern auch von Geisterjägern aufgesucht werden („The Stately Homes of England, though rather in the lurch, provide a lot of chances for psychical research“).
Ein wirklich witziger Text, der aber die Realität in manchen Stately Homes realistisch abbildet. Hier ist die Version von  Noël Coward zu hören.

Chatsworth House in Derbyshire.
Photo © J W Wagner (cc-by-sa/2.0)

Highclere Castle in Hampshire.
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. Februar 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Kentwell Hall in Long Melford (Suffolk) und das Dickensian Christmas

Über meinen mehrtägigen Aufenthalt im The Bull Hotel in Long Melford in der Grafschaft Suffolk habe ich in meinem Blog bereits berichtet. Wenn man vom Hotel aus weiter auf der B1064 nach Norden fährt, kommt man erst an der Melford Hall (National Trust) vorbei und dann, am Cherry Lane Garden Centre, zweigt links die Zufahrt zur Kentwell Hall ab; beides sehenswerte Herrenhäuser.

In der Vorweihnachtszeit schmücken sich viele englische „stately homes“ heraus, sei es mit besonderen Illuminationen wie im Waddesdon Manor oder mit Bezügen zur viktorianischen Zeit wie es die Kentwell Hall mit dem jährlich stattfindenden Dickensian Christmas tut.
Sein Besitzer, Patrick Phillips, hat das Tudorhaus 1971 vor dem Verfall gerettet, sehr viel Geld hineingesteckt und Kentwell Hall zu einem sehr attraktiven Besuchermagnet gemacht. Das weihnachtliche Spektakel rund um den in England sehr populären Schriftsteller Charles Dickens findet jedes Jahr großen Anklang. In diesem Jahr wurde/wird es an zwei Wochenenden durchgeführt; letztmals jetzt am 16. und 17. Dezember.

Was erwartet den Besucher beim Dickensian Christmas in Kentwell Hall? Man bekommt einen Einblick in das Leben in einem Herrenhaus in der viktorianischen Zeit; das Haus wird festlich dekoriert, so wie es damals üblich war. Der Besucher sieht wie es „upstairs/downstairs“ zuging und wie man in der Küche arbeitete. Charles Dickens‘ berühmte Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“ wird vorgelesen und von Charakteren daraus begleitet. Im  Christmas Courtyard werden Weihnachtslieder gesungen, in der Music Hall treten Laienschauspieler auf und in der Rose and Crown Tavern kann man sich mit einem Bier oder einem Glühwein zwischendurch stärken.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck wie es beim Victorian Christmas in Kentwell Hall zugeht.

Published in: on 16. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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New Lodge bei Windsor (Berkshire) – Ein im neugotischen Stil erbautes Haus aus der viktorianischen Zeit

Queen Victoria liebte New Lodge, und so zog es sie und ihre Kinder immer wieder hierhin; das in neugotischem Stil erbaute Haus war ja vom Windsor Castle aus fast zu Fuß zu erreichen. New Lodge liegt rund drei Kilometer südlich von einem meiner Lieblingshotels, dem Oakley Court in Water Oakley.
Erbaut wurde es im Jahre 1857 von dem Architekten Thomas Talbot Bury, im Auftrag des US-Amerikaners  John Bates, der New Lodge seiner Tochter Elizabeth und seinem Schwiergersohn Jan Sylvain Van der Weyer, dem belgischen Botschafter in Großbritannien, zu ihrer Hochzeit schenkte. Die Wellingtonia-Bäume, die die Zufahrt zum Haus säumen, sollen u.a. von Queen Victoria gespendet worden sein.

1920 wurde New Lodge von der Van der Weyer-Familie verkauft und es wurde dort ein Krankenhaus eingerichtet, dann diente das Haus ab 1939 als Unterkunft für Flüchtlinge, dann von 1950 bis 1955 als Waisenhaus. 1956 kaufte es die British Transport Commission und richtete darin die British Railways School of Transport ein. In den 1970er Jahren schließlich wurde New Lodge umgebaut und als Bürogebäude für diverse Firmen genutzt. Auch diese Zeiten sind jetzt vorbei, denn momentan arbeitet das Architektenbüro Lewandowski Architects aus Eton  daran, New Lodge wieder als Familienwohnsitz umzugestalten. Das wunderschöne Gebäude wurde von den Brüdern Daniel und Benjamin Wallace gekauft.

Bevor New Lodge damals in den 1970er Jahren als Bürogebäude fungierte, wurden dort zwei Horrorfime gedreht. Zuerst 1970 „Trog“ (dt. „Das Ungeheuer“) mit Joan Crawford in der Hauptrolle, die eine Anthropologin spielt und einen urzeitlichen Höhlenmenschen entdeckt, der ihr und der Umgebung das Leben nicht gerade leicht macht. Für weitere Aufnahmen standen die nahegelegenen Bray Studios zur Verfügung, die direkt neben dem Oakley Court Hotel lagen. Hier ist der Trailer zum Film.

1972 folgte der Film „Asylum“ (dt. „Asylum – Irrgarten des Schreckens“), dessen Drehbuch Robert Bloch schrieb. Darsteller waren u.a. Peter Cushing, Britt Ekland und Charlotte Rampling. New Lodge ist die psychiatrische Klinik in der ein großer Teil des Films spielt. In den Shepperton Studios wurde ebenfalls gedreht. Hier ist der Trailer.

 

 

Hughenden Manor bei High Wycombe in Buckinghamshire

Eigenes Foto.

In meiner Serie „Famous Graves“ schrieb ich in meinem Blog schon einmal über das Hughenden Manor in Zusammenhang mit Benjamin Disraelis Grab. Vor einigen Tagen besuchte ich das Manor House und hier sind meine Eindrücke davon.

Ich wählte die Zufahrt über die West Wycombe Road/Hughenden Road von High Wycombe aus. Zuerst kommt man zur Kirche St Michael and All Angels, wo die Grabstätte Disraelis, seiner Frau und seiner Mäzenin Sarah Brydges Willyams zu finden ist, die alle friedlich nebeneinander liegen. Dann fährt man weiter den Hügel hinauf, kommt am National Trust-Häuschen vorbei und fährt weiter hinauf zu einem großen Parkplatz, von wo aus man den ganzen Weg zum NT-Häuschen wieder hinuntergehen muss. Das ist nichts für Leute mit Gehschwierigkeiten, aber für die steht ein kleiner Shuttlebus zur Verfügung. Nachdem man beim National Trust seine Eintrittsgebühren bezahlt hat (£10.90), kann sich der Besucher dann auf den Weg zum Manor machen, wo wir sehr freundlich empfangen und darauf hingewiesen wurden, dass am Nachmittag mehrere „Talks“ stattfinden würden, 15minütige Kurzvorträge über diverse Themen wie Disraelis Leben und die Rolle, die Hughenden Manor im Zweiten Weltkrieg spielte.

Benjamin Disraeli, der erste Earl of Beaconsfield, lebte von 1804 bis 1881 und war zweimal Ministerpräsident und dreimal Finanzminister, spielte also in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle im politischen Leben seines Landes.  1848 erwarb er Hughenden Manor, und er ließ das Ende des 18. Jahrhunderts gebaute Haus durch den Architekten Edward Buckton Lamb, der bereits mehrere Kirchen im Land entworfen hatte, nach seinen Vorstellungen umstrukturieren und wohnte hier bis zu seinem Tod am 19. April 1881.

Mich interessierte Benjamin Disraeli mehr als die geheimen Operationen, die unter dem Decknamen Operation Hillside im Zweiten Weltkrieg hier stattfanden und die im Kellergeschoss sehr ausführlich dokumentiert werden.

Auf dem Weg durch das Manor House (den man auf eigene Faust vornehmen kann) kommt man durch die Räumlichkeiten, in denen der Poiltiker viele Jahre seines Lebens zugebracht hat wie die Bibliothek und sein Arbeitszimmer mit überquellendem Papierkorb (irgendwo im Raum ertönte die Stimme Disraelis). Alles ist sehr gemütlich eingerichtet und erweckt, den Eindruck, als ob der Hausherr jeden Moment erscheinen könnte. Sein Leben ist ausreichend mit Schaubildern dokumentiert.

Ich liebe diese englischen Herrenhäuser, ihren speziellen Geruch, ihre Atmosphäre!

Es gibt auch einen Shop, den ich allerdings nicht aufsuchte. Nach dem Besuch muss man sich wieder auf den recht steilen Aufstieg zum Parkplatz machen, dabei kommt man im Wald an allerlei Holzschnitzereien vorbei, wobei mir ein Flugzeug besonders gut gefiel (siehe das Foto unten).

Hughenden Manor ist ganzjährig ab 11 Uhr geöffnet und schließt um 17 Uhr (im Winterhalbjahr früher). Hier ist ein Film über das Manor House.

Hughenden Manor
Valley Rd
High Wycombe HP14 4LA

St Michael and All Angels.
Eigenes Foto.

The Library.
Eigenes Foto.

Das Arbeitszimmer.
Eigenes Foto.

Ein Kaminzimmer.
Eigenes Foto.

Das Holzflugzeug im Wald auf dem Weg zum Parkplatz.
Eigenes Foto.

 

 

Published in: on 9. Oktober 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Allerton Castle in North Yorkshire

Es ist schon viele Jahre her, als ich mich häufig in North Yorkshire aufhielt, da fiel mir immer wieder ein seltsam düsteres burgartiges Gebäude an der A59 auf, die von York nach Harrogate führt. Dort, wo sich die A59 mit der A168 kreuzt, liegt der Ort Allerton Mauleverer mit dem Allerton Castle. Als ich mir viele Jahre später den Spielfilm „The Secret Garden“ (dt. „Der geheime Garten“) ansah, erkannte ich das Gebäude wieder, das für die Außenaufnahmen des Films ausgewählt wurde und eine ähnliche düstere Atmosphäre ausstrahlte (ich berichtete in meinem Blog über den Spielfilm).

Allerton Castle wurde in seiner jetzigen Form Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil erbaut. Die Stourton Familie lebte in der Burg bis 1983. Der neue Besitzer war ein reicher amerikanischer Geschäftsmann namens Dr Gerald Rolph, der das total heruntergekommene und vom Abriss bedrohte Gebäude übernahm und sehr viel Geld hineinsteckte, um es wieder in vollem Glanz erstrahlen zu lassen. Aus allen Teilen der Welt holte Dr Rolph die erlesensten Antiquitäten zusammen, um damit im Allerton Castle die Räume zu füllen. Im Jahr 2005 erlitten die Renovierungsarbeiten einen Rückschlag, als ein Feuer mehrere Räume zerstörte, doch der Amerikaner ließ sich davon nicht beirren und kaufte weitere Einrichtungsgegenstände, um die betroffenen Räume wiederherzustellen.

Dr Rolphs investiertes Geld war gut angelegt; heute heißt es auf der Homepage von Allerton Castle „Welcome to England’s most elegant and illustrious gothic revival stately home“. Vor exakt einem Jahr wurde das Haus der Gerald Arthur Rolph Foundation for Historic Preservation and Education übergeben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es ist von Ostermontag bis Ende Oktober jeweils Mittwochnachmittag geöffnet, ebenfalls an den Bank Holiday Montagen. Allerton Castle steht für Hochzeiten und Veranstaltungen und Filmproduktionen zur Verfügung. Neben dem bereits erwähnten „The Secret Garden“ diente das Haus auch als Drehort für Fernsehserien wie „Room at the Bottom“, „Lost in Austen“ und „Victoria“.

Allerton Castle
Allerton Mauleverer
North Yorkshire, HG5 0SE

Photo © Chris (cc-by-sa/2.0)

Die größte Eibenhecke der Welt im Cirencester Park in Gloucestershire

Cirencester Park und House mit der Hecke davor.
Photo © Roger May (cc-by-sa/2.0)

Vor zwei Jahren schrieb ich in meinem Blog schon einmal über die gewaltige „Elefantenhecke“ im Rockingham Castle in Leicestershire, mit deren Beschneidung die dortigen Gärtner alle Hände voll zu tun haben. Eine noch gewaltigere Eibenhecke, die größte der Welt, findet man im Cirencester Park in Gloucestershire, der der Familie Bathurst gehört. Heute residiert hier der 9. Earl of Bathurst mit seiner Frau.

Jedes Jahr im August wird die Monsterhecke im Cirencester Park geschnitten, die sich wie ein riesiger Schutzschild vor das Herrenhaus stellt. Die dreihundert Jahre alte Hecke ist 13 Meter hoch, 5 Meter breit und 140 Meter lang. Damit sie nicht in alle Richtungen wuchert, muss sie also geschnitten werden und dafür brauchen zwei Männer zwei Wochen (hier ist ein Film darüber). Um auch an alle Stellen heranzukommen, arbeiten sie mit einer hydraulischen Arbeitsbühne und bei dem Vorgang fällt etwa eine Tonne Heckenschnitt an. Diese pflanzlichen Reste kommen aber nicht etwa auf eine Deponie, sondern werden weiterverwertet und zwar in der Pharmazie. Die Nadeln der Eibe enthalten einen Wirkstoff, der in der Chemotherapie zur Krebsbekämpfung eingesetzt wird. Etwa £6000 muss der Earl of Bathurst jedes Jahr bezahlen, damit seine „Schutzschildhecke“ wieder vernünftig aussieht.

Eine noch größere Hecke, allerdings eine Buchenhecke, steht in Schottland, sechs Kilometer südlich von Blairgowrie entfernt, die laut Guinness Book of Records die größte der Welt ist. Die 1745 gepflanzte Meikleour Beech Hedge ist 30 Meter hoch und 530 Meter lang; sie wird nur alle zehn Jahre geschnitten und neu vermessen, wobei vier Männer rund sechs Wochen lang beschäftigt sind.

Das Buch zum Thema:
Hugh Barker: Hedge Britannia: A curious history of a British obsession. Bloomsbury 2012. 327 Seiten. ISBN 978-1-4088-0186-4. (s. dazu meinen Blogeintrag).

Die Meikleour Beech Hedge bei Blairgowrie in Schottland.
Photo © Adam Ward (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Wykehurst Place – Ein Herrenhaus im neugotischen Stil bei Bolney in West Sussex

Man nehme die A23, die von Brighton nach Crawley führt und biege bei Bolney (West Sussex) auf die parallel verlaufende London Road ab. Nördlich des Pubs The Bolney Stage zweigt eine Straße ab, die zum Wykehurst Place (manchmal auch Wykehurst Park genannt) führt, einem in neugotischem Stil erbauten Herrenhaus, aber STOP: Eine Besichtigung ist nicht möglich, denn es handelt sich hier um „private property“.

Das an ein französisches Loire-Schloss erinnernde Haus (nicht zu verwechseln mit dem fast gleich klingenden Wakehurst Place, das dem National Trust gehört und ebenfalls in West Sussex liegt) wurde von 1871 bis 1875 erbaut, wobei 500 Arbeiter im Einsatz waren. Das Ergebnis: Ein Manor House mit 105 Zimmern, geziert mit vielen Türmchen. Der Architekt war Edward Middleton Barry, Sohn des berühmten Sir Charles Barry (Westminster Palace, Highclere Castle), der das Haus für den deutschstämmigen Banker Henry Huth baute. Die Bibliothek von Wykehurst Place galt lange Zeit als größte Privatsammlung Europas (Huth war ein begeisterter Büchersammler). Nach dem Ableben Henry Huths wechselte das abgelegene Haus mehrfach den Besitzer, wurde eine Zeit lang als Hotel geführt (Edward VIII und Wallis Simpson waren mehrfach hier zu Gast) und während des Zweiten Weltkrieges zum Hauptquartier der Alliierten erwählt, die die Invasion der Normandie vorbereiteten. Dann stand Wykehurst Place einige Jahre leer, wurde von dem Antiquitätenhändler James Doyle übernommen und wieder aufgemöbelt und schließlich von dem iranischen Filmemacher Ebrahim Golestan gekauft.

Wykehurst Place sieht wirklich gruselig aus und erweckte bald das Interesse von Horrorfilm-Produzenten. Derek Pykett, Autor des Buches „British Horror Film Locations“ nennt es „Probably the most haunting of all the film locations“ und so wurden denn hier auch mehrere Filme diese Genres gedreht.

In „The Legend of Hell House“ (dt. „Tanz der Totenköpfe“) aus dem Jahr 1973 mit Pamela Franklin und Roddy McDowall in den Hauptrollen spielt Wykehurst Place als Belasco House eine zentrale Rolle. Hier ist der Trailer.

Ein Jahr zuvor drehte Peter Sykes hier den Horrorfilm „Demons of the Mind“ mit Robert Hardy und Patrick Magee.

1977 drehte Alberto de Martino einige Szenen seines Films „Holocaust 2000“ mit Kirk Douglas in der Hauptrolle hier in West Sussex.

1983 kam Robin Gibb von den Bee Gees nach Wykehurst Place und nahm das Video zu seinem Song „Juliet“ hier auf.

Die 1974 in London gegründete Band Landscape verwendete Wykehurst Place für ihr gruseliges Musikvideo „My Name is Norman Bates“ (1981 veröffentlicht).

Hier sind einige Fotos von Wykehurst Place zu sehen.

 

Published in: on 21. Juli 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Das Leeds Castle in Kent – Drei unterschiedliche Übernachtungsarten werden auf dem Gelände der Burg angeboten

Leeds Castle und der Maiden’s Tower.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0).

Am Beispiel des Eastnor Castles in Herefordshire zeigte ich in meinem Blog schon einmal, was man mit einer alten Burg alles anstellen kann, um die immensen Unterhaltskosten zumindest zu einem Teil wieder hereinzubekommen.
Das Leeds Castle bei Maidstone in Kent (es hat mit der Stadt Leeds in West Yorkshire nichts zu tun) kann das mindestens genausogut. Als Olive, Lady Baillie, die letzte Besitzerin der Burg am 9. September 1974 starb, ging das Leeds Castle an die Leeds Castle Foundation über, die das alte Gemäuer seit 1976 für die Allgemeinheit geöffnet hat. Edward I und Catherine of Aragon, eine der Frauen von Henry VIII, waren u.a. Bewohner der Burg, die im frühen 19. Jahrhundert komplett umgebaut wurde und ihr heutiges Aussehen erhielt.

Auf dem Geländes des Leeds Castles findet der Besucher alles, was man von einer alten englischen Burg erwartet: Pfauen, die mit ihrem Kreischen für eine besondere Atmosphäre sorgen, ein Irrgarten, Schwäne, die auf dem River Len ihre Bahnen ziehen, schön anzusehende Gärten und Vorführungen mit Falken.

Wer möchte, kann auf dem Leeds Castle Estate auch übernachten und zwar auf dreierlei Weise:

Da gibt es zum einen die fünf Leeds Castle Cottages wie The River Lodge, das für bis zu zwölf Personen ausgelegt ist, das Knight’s Cottage, das bis zu sechs Personen beherbergen kann oder das kleine Weir Cottage für zwei Personen.

Direkt neben dem Leeds Castle liegt der im 16. Jahrhundert erbaute Maiden’s Tower, der über fünf Zimmer verfügt, die alle zu haben sind. Gerade eben hat die Automobile Association (AA) diese Unterkunft zum Unique B&B of the Year 2017/18 ausgerufen und ihm fünf Sterne verliehen. Das Frühstück wird im Fairfax Restaurant serviert, das direkt gegenüber auf der anderen Seite des Burggrabens liegt. Ab £260 kostet die Übernachtung in einem der historischen Räume. Das Schöne dabei ist, dass man das Leeds Castle abends, wenn die Besucher das Gelände verlassen haben, ganz für sich allein hat.

Die dritte Art, hier an der Burg zu übernachten, ist Knight’s Glamping (glamping = glamorous camping, ich berichtete in meinem Blog darüber). In acht luxuriösen Zelten mit Himmelbett kann man in der freien Natur wohnen und es sich bei schönem Wetter vor dem Zelt bequem machen; sollte es kühler werden, steht ein Holzofen zur Verfügung. Bis zu vier Personen (zwei Erwachsene, zwei Kinder) übernachten in den Zelten, die zum Beispiel The Earl of Devonshire oder The Marquis of Dorset heißen. Etwa £140 kostet eine Nacht in den buntgestreiften Zelten.

Bei allen drei Übernachtungsmöglichkeiten ist der Eintritt in das Leeds Castle enthalten, der £24.90 kostet. Das scheint auf den ersten Blick recht teuer zu sein, dafür kann man mit dem Ticket aber ein Jahr lang so oft man möchte, die Burg besuchen.

Über das Leeds Castle berichtete ich in meinem Blog schon einmal in Zusammenhang mit dem kuriosen Hundehalsbandmuseum, das ebenfalls hier zu finden ist.

Hier ist ein Film über die Burg.

Der Maiden’s Tower.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Der Irrgarten.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0).

Ein Leeds Castle peacock.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Spukorte – Moreton Corbet Castle in Shropshire

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Sie haben etwas Faszinierendes an sich, die Ruinen des Morton Corbet Castle, die in dem gleichnamigen Dorf in Shropshire liegen. Direkt daneben findet man die ebenfalls verfallene Hall. Mehrere Jahrhunderte wohnte hier die Corbet Familie, der die Ruinen noch immer gehören, obwohl English Heritage die Verwaltung übernommen hat. So um das Jahr 1200 herum erbaute Bartholomew Turret die Burg, an der man über 500 Jahre lang immer wieder herumwerkelte. Die elisabethanische Hall entstand in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter der Regie von Robert Corbet, der aber 1583 an der Pest starb, so dass seine Brüder Richard und Vincent übernehmen mussten.

Als Sir Vincent Corbet Lord of the Manor war, hatte er einen Nachbarn namens Paul Holmyard, einen Puritaner, die damals im ganzen Land verfolgt wurden. Aus Mitleid vor der gefährlichen Situation, in der sich Holmyard befand, nahm er ihn in seiner Burg auf und gewährte im Schutz. Doch allmählich wurden dem Burgherren die Puritaner zu fanatisch, so dass er seinen Gast aufforderte, sein Haus zu verlassen. Holmyard versteckte sich daraufhin in den umliegenden Wäldern und ernährte sich dort von Beeren und was ihm so gerade über den Weg lief. Eines Tages tauchte er wieder vor Morbet Corbet Castle auf und verfluchte die Familie und die Burg. Niemals sollte die Burg fertig werden, hieß es in dem Fluch, und er bewahrheitete sich denn auch. Während des Bürgerkrieges wurde sie durch die Kampfhandlungen der Parlamentarier stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie wurde zwar immer wieder repariert, blieb aber unvollendet.

Der Geist von Paul Holmroyd soll bis zum heutigen Tag des Nachts durch die Ruinen wandern. Vielleicht will er sicher gehen, dass die Burg wirklich nicht wieder aufgebaut wird  und sein Fluch bestehen bleibt.

Man kann sich die Ruinen von Morton Corbet Castle and Hall ansehen. Geöffnet sind sie für Besucher „any reasonable time during daylight hours“, so English Heritage. Der Eintritt ist kostenlos. Dieser Film vermittelt einen Eindruck von der verfluchten Burg und dem Herrenhaus.

Moreton Corbet Castle
Shawbury
Shrewsbury, Shropshire, SY4 4DW

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Parnham House in Dorset – Ein weiteres Landhaus, das einem Feuer zum Opfer gefallen ist

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Es gibt eine Liste von englischen Landhäusern, die im Laufe der Jahrzehnte zerstört, abgebrannt oder abgerissen worden sind. Der Zähler steht momentan auf 1967. Zuletzt war Clandon Park in Surrey am 29. April 2015 abgebrannt; ich berichtete in meinem Blog darüber.

Seit Samstag, dem 15. April ist ein weiteres Country House zu beklagen, das einem Feuer zum Opfer gefallen ist: Parnham House bei Beaminster in Dorset. Um 4.10 Uhr morgens ging bei der Feuerwehr ein Notruf ein und kurz darauf traf sie auf dem Landsitz ein, wo die Feuerbekämpfer nicht mehr viel ausrichten konnten. Parnham House ist in Teilen bis auf die Grundmauern abgebrannt. Besitzer ist der Österreicher Michael Treichl, ein Londoner Finanzinvestor, der mit seiner Familie hier lebte und der das Haus erst vor acht Jahren renoviert hatte.

Parnham House wurde im 16. Jahrhundert erbaut und war über zweihundert Jahre lang der Wohnsitz der Familie Strode. Der berühmte Londoner Architekt John Nash hatte das Anwesen 1810 umgestaltet und neue Treppen und Fenster eingebaut. Ein späterer Bewohner von Parnham House war William Barnard Rhodes-Moorhouse, ein Pilot, der im Ersten Weltkrieg fiel und posthum mit dem Victoria Cross ausgezeichnet wurde. Er ist auf dem Gelände des Parnham House begraben.

Im Zweiten Weltkrieg diente das Haus der amerikanischen Armee als Stützpunkt und hier sollen Pläne für die Invasion in der Normandie erstellt worden sein. Weitere Verwendungszwecke für Parnham House waren ein Country Club und ein Pflegeheim. 1976 wurde es von dem namhaften Möbeldesigner John Makepeace übernommen, der hier seine School for Craftsmen in Wood einrichtete. 2001 verkaufte Makepeace sein Haus an den österreichischen Finanzinvestor.

Der verheerende Brand geschah erst vor wenigen Tagen, und so ist die Ursache zurzeit noch nicht klar, aber der Verdacht auf Brandstiftung scheint sich zu erhärten.

Published in: on 18. April 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Halton House in Buckinghamshire

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Halton House ist eine der vielen Landsitze, die sich die superreiche Rothschild-Familie in Buckinghamshire geleistet haben, neben dem Waddesdon Manor, den Mentmore Towers und dem Aston Clinton House. Gebaut wurde Halton House von 1880 bis 1883 für Alfred von Rothschild, einem Banker, der u.a. die Bank von England leitete. Wenn man den Landsitz sieht, fühlt man sich an die Loire versetzt, denn das Haus wurde im Stil eines französischen Schlosses erbaut. Solange Alfred von Rothschild hier wohnte, wurden gern Feste gefeiert und es herrschte ein ausgelassenes Leben auf Halton House. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, ging leider alles den Bach hinunter: Der Hausherr erkrankte und starb 1918, das Haus erbte sein Neffe, der es absolut nicht mochte und es versteigern ließ. Es ging in den Besitz der Royal Air Force über, die es für einen Schnäppchenpreis übernahm. Noch heute dient Halton House als Offizierskasino für einen der größten britischen Luftwaffenstützpunkte, RAF Halton bei Wendover in Buckinghamshire.

Das architektonisch sehr ansprechende Gebäude geriet schnell ins Visier der Location Scouts der Film- und Fernsehindustrie und so wurden hier zahlreiche Filme gedreht. Hier einige Beispiele:

In „The King’s Speech“ (dt. The King’s Speech“) diente der Gold Room im Jahr 2010 als der Ort, in dem Colin Firth alias Georg VI. seine Rede an die Nation einstudierte.

Teile des James Bond-Films „The World Is Not Enough“ (dt. James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug“) mit Pierce Brosnan wurden hier 1999 gedreht.

What a Girls Wants“ (dt. „Was Mädchen wollen“), eine Teenagerkomödie, wieder mit Colin Firth, dieses Mal als Lord Henry Dashwood, nutzte 2003 das eindrucksvolle Chateau.

In der Erfolgsserie „Downton Abbey“ dient Halton House in der 6. Episode der 2. Staffel als Haxby Park, wo Lady Marys Verehrer, Sir Richard Carlisle, wohnt.

Dieser Film zeigt die Schönheit vom Halton House.

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Renishaw Hall Vineyard – Preisgekrönter Wein aus Derbyshire

Renishaw Hall - Sitz der Sitwell-Familie.   © Copyright DAVID M GOODWIN and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Renishaw Hall – Sitz der Sitwell-Familie.
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Weinanbau in England verbindet man eigentlich immer mit dem Süden des Landes. Dort finden wir die renommiertesten Firmen wie Three Choirs Vineyards, Chapel Down oder Denbies Wine Estate. Zu diesen Großen hat sich seit einigen Jahren ein Weingut aus Derbyshire gesellt. Derbyshire? Weinanbau? Richtig, Renishaw Hall Vineyard, nicht weit von Sheffield entfernt, war bis zum Jahr 1986 das nördlichste Weinanbaugebiet der Welt, bis sich die Grenzen immer weiter gen Norden verschoben. In England wird mittlerweile auch schon in Yorkshire Wein angebaut.
Sir Reresby Sitwell legte 1972 auf seinem Familiensitz Renishaw Hall einen Weinberg an; Kieron Atkinson ist heute für die Qualität der Weine aus dem Norden Derbyshires verantwortlich, und er hat tatsächlich Erfolg. Mit seinem „Madeleine Angevine“ aus dem Jahr 2013 wurde er unter die Top Ten Englands eingruppiert, und es kommt noch besser: Atkinsons Sekt „Seyval Blanc“ 2011 erhielt bei den Decanter World Wine Awards sogar eine Auszeichnung! Damit hat sich Renishaw Hall Vineyard erstmals international durchgesetzt (Sekte aus England haben ja schon im Vergleichstest gegen Champagner aus Frankreich gewonnen).

Neben den beiden bereits genannten Weinen werden hier in Derbyshire noch ein Rot- und ein Roséwein produziert, der Rondo Red und der Rondo Rosé. Rund 5000 Flaschen pro Jahr werden auf dem Weingut erzeugt, das in diesem Film kurz porträtiert wird.

Alexandra Sitwell ist die Hausherrin von Renishaw Hall. Seit 1625, als George Sitwell das Haus erbaute, ist es der Sitz der Familie, die in der Namensgebung ihrer Oberhäupter nicht sehr einfallsreich war, einer hieß Sir Sitwell Sitwell, mehrere andere Sacheverell Reresby Sitwell. Die berühmtesten Familienmitglieder waren sicher die drei schriftstellernden Geschwister Edith Sitwell, Sir Francis Osbert Sacheverell Sitwell und Sir Sacheverell Reresby Sitwell (alles klar?).

Renishaw Hall soll das Vorbild für Wragby Hall in D. H. Lawrences Roman „Lady Chatterley’s Lover“ gewesen sein, ein Roman, den Edith Sitwell absolut nicht mochte und als „schmutzig“ bezeichnete.

Zu besichtigen ist Renishaw Hall nur mittels einer geführten Tour während der Saison, und das nur an Freitagen. Die Gärten sind mittwochs bis sonntags geöffnet, auch nur während der Saison (22. März bis 1. Oktober in diesem Jahr). Im Café kann man die Weine aus dem Weingut probieren.

Renishaw Hall
Renishaw
Nr. Sheffield, S21 3WB

Die Gärten von Renishaw Hall.   © Copyright Andy Stephenson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Gärten von Renishaw Hall.
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Kalenderhäuser in England – Einige Beispiele

Knole House bei Sevenoaks in Kent.   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Knole House bei Sevenoaks in Kent.
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Kalenderhaus ist ein Begriff aus der Architektur und bedeutet, dass sich in den baulichen Elementen des Hauses die Zahl der Monate im Jahr, der Wochen im Jahr, der Tage im Jahr und der Tage in der Woche widerspiegeln. Ich möchte an dieser Stelle einige Beispiele dafür geben.

Meine erste Begegnung mit einem „calendar house“ war vor vielen Jahre Knole House, jener große Palast bei Sevenoaks in Kent, der dem National Trust gehört und in dem 1892 die Schriftstellerin Vita Sackville West geboren wurde. Die Beatles drehten 1967 hier einige Videos, darunter „Strawberry Fields Forever„.  In Knole gibt es 365 Zimmer, 52 Treppen, 12 Eingangstüren und 7 Innenhöfe.

Ein weiteres Beispiel für ein Kalenderhaus ist Scout Hall bei Halifax in West Yorkshire, das 1681 von einem wohlhabenden Seidenfabrikanten namens John Mitchell gebaut wurde. Das Haus hatte 365 Fensterscheiben, 52 Türen und 12 Erker. Leider steht das Gebäude schon lange leer und ist in Teilen verfallen. Es ist jetzt in Privatbesitz und soll wiederhergestellt werden.

Ein besonders schönes Exemplar ist das Bedstone College in Bedstone in Shropshire. Das Ende des 19. Jahrhunderts für den Geschäftsmann und Politiker Sir Henry William Ripley erbaute Haus, das seit 1948 als Schule geführt wird, besteht aus 365 Fenstern, 52 Zimmern, 12 Kaminen und 7 Außentüren.

John Edward Taylor (1791-1844) war der Gründer des Manchester Guardians, einer Zeitung, die später in The Guardian umbenannt wurde. Er ließ sich in Didsbury (Greater Manchester) ein beeindruckendes Haus in gotischem Stil errichten, das er The Towers nannte. Hier finden wir 365 Fenster, 52 Zimmer und 12 Türme. In dem Gebäude sind heute Büros untergebracht, die zum Towers Business Park gehören.

Boughton House bei Kettering in Northamptonshire ist ebenfalls ein großartiges „Stateley Home“, das sich selbstbewusst „The English Versailles“ bezeichnet und dem Duke of Bucclech gehört. Hin und wieder, in diesem Jahr im August, steht das Haus auch der Öffentlichkeit für Besichtigungen zur Verfügung. Das Kalenderhaus verfügt über 365 Fenster, 52 Kamine, 12 Eingänge und 7 Innenhöfe.

Scout Hall bei Halifax in West Yorkshire.   © Copyright Humphrey Bolton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Scout Hall bei Halifax in West Yorkshire.
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Bedstone College bei Bedstone in Shropshire.   © Copyright paul dickson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Towers in Didsbury (Greater Manchester).   © Copyright Keith Williamson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Boughton House bei Ketterin in Northamptonshire.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Nocton Hall in Lincolnshire – Eine romantische Ruine und ein gruseliges verlassenes Militärkrankenhaus

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In meinem Blogeintrag vom 24.12.2016 über den Dunston Pillar erwähnte ich nebenbei Nocton Hall, wo früher einmal Sir Francis Dashwood gewohnt hat. Dieses historische Gebäude in Nocton, etwa elf Kilometer südöstlich von Lincoln in Lincolnshire gelegen, dessen Ursprünge bis an den Anfang des 16. Jahrhunderts zurückgehen, ist heute nur noch eine Ruine, aber eine sehr romantische, denn die Natur hat langsam aber sicher Besitz von ihr ergriffen wie dieser aus einer Drohne aufgenommene Film zeigt. In den ehemaligen Räumen haben sich Büsche und Bäume breit gemacht; das Betreten des Grundstücks ist aus Sicherheitsgründen verboten. Auf dem Gelände steht ein alter Kastanienbaum, der angeblich von Katherine Howard, der Frau Heinrichs VIII. anlässlich eines Besuches in Nocton Hall im Jahr 1541  gepflanzt worden sein soll.

Das alte Haus hatte viele Eigentümer, darunter Frederick John Robinson, der 1827 Premierminister seines Landes wurde, und sein Sohn George Frederick Samuel Robinson, der von 1880 bis 1884 das Amt des Viceroy and Governor-General of India ausübte.
Im Ersten Weltkrieg diente Nocton Hall ab 1917 als Rekonvaleszenzort für verwundete amerikanische Offiziere und ging 1919 in den Besitz der Farmer W. H. Dennis & Sons über, die auf dem Gelände Kartoffeln anbauten. Nach mehreren weiteren Eigentümerwechseln stand das Haus in den 1990er Jahren leer, Vandalen fielen darüber her und raubten Einrichtungsgegenstände, bis es schließlich am 24. Oktober 2004 Flammen zum Opfer fiel, die nur noch eine Ruine übrigließen.

Eine weitere Ruine findet sich auf diesem Grundstück in Lincolnshire, das RAF Hospital Nocton Hall, das von 1947 bis 1983 als Militärkrankenhaus der Royal Air Force diente. Anschließend wurde es an die US Air Force untervermietet, die in der näheren Umgebung mehrere Basen unterhielt. Mitte der 1990er Jahre wurde das Krankenhaus geschlossen, das nach und nach verfiel und heute einen recht unheimlichen Eindruck hinterlässt. Dieser Film legt Zeugnis davon ab.

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Die angeblich von Katherine Howard gepflanzte Kastanie. Author: Alastait mcmurray. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die angeblich von Katherine Howard gepflanzte Kastanie.
Author: Alastair mcmurray.
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Middleham Castle (North Yorkshire) – Die Burg Richards III. und ihre digitale Wiederauferstehung

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Über meine Besuche in der hübschen kleinen Stadt Middleham im Wensleydale in North Yorkshire berichtete ich in meinem Blog vor über sechs Jahren. Die Ruine des Middleham Castles, in dem Richard III. eine Zeit lang wohnte, steht mitten im Ort und überragt die umgebenen Häuser. Nachdem man seinen Eintritt bezahlt hat, kann man durch die zerfallene Burg gehen und sich vorstellen wie sie einmal ausgesehen haben mag, als sie noch bewohnt war.
Seit kurzem ist es möglich, sich das Middleham Castle dank einer digitalen Rekonstruktion plastisch anzusehen. Lost in Castles heißt eine Firma, die sich darauf spezialisiert hat, alte Burgen digital wiederaufzubereiten und diesen Vorgang in einem Film festzuhalten. Nach dem Conwy Castle in North Wales, dem Sandal Castle bei Wakefield (West Yorkshire) und dem Rhuddlan Castle in Denbighshire in Wales haben sich die Spezialisten von Lost in Castles nun dieser prominente Burgruine in Middleham angenommen, das heißt, sie arbeiten schon über zehn Jahre daran, denn die Rekonstruktion ist sehr zeitaufwendig. Man benötigt dafür historische Fachkenntnisse, die John L. Fox und Joseph A. Fox beisteuern. Letzterer ist auch für die digitale Umsetzung der erworbenen historischen Fakten zuständig. Die Firma Chat Noir Production kümmert sich um die Erstellung der jeweiligen Filme, die dann auf DVD angeboten werden. Abigail Fox schließlich ist für die Homepage von Lost in Castles verantwortlich und schreibt die Musik für die Filmproduktionen. Hier ist ihr Soundtrack zu „Middleham – A Castle Made For Kings“ zu hören.

Da bei Burgruinen nun einmal viele Teile fehlen, orientieren sich die Lost in Castles-Mitarbeiter an vergleichbaren Burgen aus der Zeit, um die Rekonstruktion so wirklichkeitsnah wie möglich zu gestalten.  Ich finde, es ist hochinteressant, sich diese digitale Umsetzung einmal anzusehen. Hier ist ein Ausschnitt aus der DVD „Middleham – A Castle Made For Kings“.

The Great Hall.   © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Great Hall.
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Die Ruinen der einstigen Kapelle.    © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Ruinen der einstigen Kapelle.
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Published in: on 16. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Christmas in England 2016: Weihnachten im Castle Howard (North Yorkshire)

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Zu den Höhepunkten eines Besuches in Yorkshire gehört zweifellos das Castle Howard, ein Stately Home, das im 18. Jahrhundert von John Vanbrugh, assistiert von Nicholas Hawksmoor, für die Howard-Familie erbaut wurde. Ich habe das Haus mehrfach besucht und war immer wieder von Neuem davon beeindruckt.

Wie viele ander Herrenhäuser in ganz England auch, ist das Castle Howard in der Vorweihnachtszeit besonders schön hergerichtet. Vom 19. November bis zum 23. Dezember können die Besucher das Haus in weihnachtlichem Glanz erleben, begleitet von Livemusik und prasselndem Kaminfeuer. Die Räume des Schlosses sind von den Mitarbeitern liebevoll dekoriert worden; das beginnt schon in der Great Hall, wo ein sieben Meter hoher Weihnachtsbaum aufgestellt ist. Der Grand Staircase ist mit Girlanden, Früchten und Lichtern geschmückt, in Lady Georginas Bedroom steht ein Weihnachtsbaum und in ihrem Dressing Room sind weihnachtliche Vorbereitungsarbeiten zu sehen. Der Crimson Dining Room ist für ein Festmahl gedeckt und der Turquoise Drawing Room besticht durch sein Farbenspiel, das durch die zusätzlichen Dekorationen noch beeindruckender ist.

Die Food Art-Spezialisten Sam Bompas und Harry Parr haben in diesem Jahr erstmals eine Lebkuchen-Variation des Castle Howard geschaffen, an der drei Bäcker zwei Wochen lang gearbeitet haben. Hier ist ein kurzer Film darüber zu sehen.

Am Sonntag, dem 18. Dezember wird das Castle Howard bis in den Abend geöffnet und die Atmosphäre durch Weihnachtssänger, Kerzen und Kaminfeuer noch stimmungsvoller sein. Ein kleiner Weihnachtsmarkt ist im Boar Garden Marquee untergebracht.

Dieser Film
gibt einen Vorgeschmack, was den Besucher im vorweihnachtlichen Castle Howard erwartet.

The Great Hall.   © Copyright Mike Searle and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Great Hall.
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Published in: on 30. November 2016 at 02:00  Comments (3)  
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St Michael’s Mount in Cornwall – Geplanter Wohnsitz des NS-Außenministers Joachim von Ribbentrop

St Michael's Mount bei Marazion in Cornwall.   © Copyright Mack McLane and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Michael’s Mount bei Marazion in Cornwall.
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Joachim von Ribbentrop (1893-1946) war von 1936 bis 1938 Botschafter des Deutschen Reichs in London. In diesen Jahren hatte er eine besondere Vorliebe für die Grafschaft Cornwall entwickelt, in die er mehrfach reiste. Seine Lieblingsorte waren das Tregenna Castle bei St Ives und St Michael’s Mount bei Marazion. Schon als Kind und als Heranwachsender besuchte er die Grafschaft im Südwesten Englands und Ribbentrop galt lange als anglophil. Während seiner Zeit als Botschafter genoss er in England ein gewisses Ansehen und war häufig Gast bei einflussreichen Persönlichkeiten. Ein besonderer Wesenszug des Mannes war seine Großspurigkeit und Arroganz. Bei einem seiner Besuche in Cornwall, nicht lange vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, soll er doch tatsächlich gesagt haben, dass, sobald Deutschland die Weltherrschaft übernommen hätte, er seinen Wohnsitz nach St Michael’s Mount verlegen würde, denn Hitler hätte ihm nach der Eroberung Großbritanniens für seine Loyalität Cornwall versprochen. Die Reaktion der Anwesenden kann man sich vorstellen.

Joachim von Ribbentrop wurde nach seiner Zeit als Botschafter in Großbritannien Außenminister der nationalsozialistischen Diktatur. Bei den Bombenangriffen deutscher Flugzeuge in England sollten bestimmte Regionen in Cornwall ausgespart werden, auf Anweisung Ribbentrops. Er wollte nicht, dass seine geplanten Wohnsitze dort zerstört wurden.  Glücklicherweise kam es weder zu einer deutschen Weltherrschaft noch zu einer Eroberung Großbritanniens, so dass Ribbentrop seine Pläne mit ins Grab nehmen musste; er wurde bei den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt und im Oktober 1946 hingerichtet.

St Michael’s Mount wird vom National Trust verwaltet und ist seit Mitte des 17. Jahrhunderts der Familiensitz der St Aubyns. Das Tregenna Castle bei St Ives, das sich Ribbentrop als Feriendomizil „reserviert“ hatte, ist heute eine große Hotel- und Apartmentanlage mit einer sehr schönen Aussicht auf die Bucht wie dieser Film zeigt.

Das Buch zum Artikel:
Andrew Lanyon: Von Ribbentrop in St Ives. Dolam Scott 2011. 100 Seiten. ISBN 978-1905553761.

Tregenna Castle.    © Copyright Andy F and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tregenna Castle.
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Joachim von Ribbentrop. Attribution: Bundesarchiv, Bild 102-18083. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license.

Joachim von Ribbentrop (1893-1946).
Attribution: Bundesarchiv, Bild 102-18083.
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Claydon House bei Middle Claydon in Buckinghamshire – Seit 60 Jahren beim National Trust

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Sir Ralph Bruce Verney, 5th Baronet, übergab Claydon House, seinen Familiensitz, im Jahr 1956 dem National Trust, mit der Auflage, dass er und seine Nachkommen auch weiterhin in dem Landhaus wohnen können. Der NT war einverstanden und so lebt die Verney-Familie noch heute in einem Flügel des Gebäudes, das Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut worden war.

Was gibt es für Besonderheiten im Claydon House? Im ersten Stock des Hauses hat man ein kleines Museum eingerichtet, das der berühmten Krankenschwester Florence Nightingale (1820-1910) gewidmet ist. Sie war hier häufig zu Gast, da ihre ältere Schwester Parthenope, Lady Verney, eine Zeitlang Hausherrin war. Diese hatte Harry Verney, 2nd Baronet geheiratet, und war maßgeblich an den umfangreichen Umbauarbeiten am Claydon House beteiligt. Florence Nightingale standen mehrere Räume zur Verfügung und sie konnte hier in Ruhe ihren schriftstellerischen Arbeiten nachgehen. Der National Trust hat in einem der Räume Florences Wohnzimmer wieder hergestellt wie es einmal ausgesehen hat, man kann ihr Bett besichtigen und es gibt eine Fülle von Briefen, Dokumenten und anderen Memorabilien aus ihrem Leben zu sehen. In London steht übrigens am Themseufer, gegenüber dem Parlamentsgebäude, ein größeres Florence Nightingale Museum.

Das Claydon House ist auch ein Ort, an dem viele Veranstaltungen stattfinden. In diesem Jahr spielte beispielsweise das Claydon Chamber Orchestra klassische Werke, ein Abend war den Werken Johann Sebastian Bachs gewidmet. Dann gibt es Vorträge über die Menschen, die im Claydon House gewohnt haben und Führungen der anderen Art, nämlich, wenn das Haus für die Öffentlichkeit geschlossen ist. Ein buntes Programm wird alljährlich auf die Beine gestellt.

Claydon steht für Hochzeitsfeiern zur Verfügung und natürlich auch für Filmproduktionen. Zuletzt wurden hier Szenen für den Film „Far From The Madding Crowd“ (2015) gedreht (hier ist der Trailer zu sehen).

Auf dem Gelände des Anwesens finden jährlich Hovercraftrennen statt wie dieser Film zeigt.

Direkt neben Claydon House steht die Gemeindekirche von Middle Claydon, All Saints, in der viele Monumente zu finden sind, die an Mitglieder der Verney-Familie erinnern.

Wer das National Trust-Haus besichtigen möchte: Es ist in der Regel bis Ende Oktober geöffnet und schließt dann über das Winterhalbjahr. Claydon Estate liegt etwa zwischen Buckingham und Aylesbury und schmiegt sich an das Dörfchen Middle Claydon an, wovon auch die Zufahrt erfolgt (über die Queen Catherine Road).

Dieser Film stellt das Claydon House vor.

Claydon House
Middle Claydon
near Buckingham
Buckinghamshire MK18 2EY

All Saints Parish Church.    © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

All Saints Parish Church.
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Published in: on 16. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Gawthorpe Hall bei Padiham in Lancashire und Charlotte Brontë

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Wenn man sich die Gawthorpe Hall bei Padiham in Lancashire im hohen Norden Englands ansieht, erinnert das Haus sofort an das Highclere Castle in Hampshire, dort, wo die TV-Serie „Downton Abbey“ gedreht wurde, nur ist es etwas kleiner. Bei beiden hatte der Archtitekt des Londoner Parlamentsgebäudes, Sir Charles Barry, seine Hände im Spiel. In den 1850er Jahre wurde Barry von den Besitzern von Gawthorpe Hall damit beauftragt, umfangreiche Änderungen sowohl im Inneren als auch am Äußeren vorzunehmen wie u.a. die Erhöhung des Turmes auf dem Dach, an dem das Motto der Shuttleworth-Familie, die das Haus mehrere Jahrhunderte lang bewohnte, zu lesen ist: „Prudentia et Justicia“ (Vorsicht und Gerechtigkeit). Rachel Kay-Shuttleworth war die letzte Besitzerin von Gawthorpe Hall, nach deren Tod das Haus 1970 dem National Trust übertragen wurde. Dieser Film zeigt das Haus von der Luft aus.

Sir James Kay-Shuttleworth und seine Frau Janet wohnten Mitte des 19. Jahrhunderts auf diesem Anwesen an den Ufern des River Calder. Sir James war ein Philantrop mit einem ausgepägten Interesse an Literatur, und so weilte auf seinen Wunsch hin eine junge Frau, die unter dem Namen Currer Bell Romane verfasste, zweimal auf Gawthorpe Hall. Currer Bell war das Pseudonym von Charlotte Brontë, die nur wenige Kilometer entfernt, jenseits des Moores, in Haworth in Yorkshire wohnte.
1850 und 1855 war Charlotte zu Gast in diesem beeindruckenden Haus und so recht warm wurde sie mit Sir James und Janet eigentlich nicht, obwohl sie sich sehr um sie kümmerten. Bei einem Besuch im Lake District machten die beiden sie mit der Schriftstellerin Elizabeth Gaskell bekannt, die zu einer Freundin Charlottes werden sollte. Elizabeth Gaskell, oft nur Mrs Gaskell genannt, war die spätere Biografin der Pfarrerstochter aus Haworth („The Life of Charlotte Brontë“, dt. „Das Leben der Charlotte Brontë“).

Bei ihrem zweiten Besuch auf Gawthorpe Hall im Januar 1855 machte Charlotte, trotz der kalten Witterung, einen ausgedehnten Spaziergang auf dem Gelände und zog sich dabei eine schwere Erkältung zu, von der sie sich nicht mehr erholen sollte. Wenige Wochen später, am 31. März, starb sie kurz vor ihrem 39.Geburtstag in Haworth. Als Todesursache wurde Tuberkulose angegeben, die vielleicht durch die Erkältung noch verstärkt worden war. Andere waren der Meinung, dass Charlotte auf Grund von Problemen mit ihrer Schwangerschaft zu Tode kam.

Gawthorpe Hall wurde in diesem Jahr am 20. April wieder für den Publikumsverkehr freigegeben, nachdem erforderliche, umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt worden waren. Hier ist ein Film darüber.

Bis zum 30. Oktober ist, anlässlich des 200. Todestages von Charlotte Brontë in diesem Jahr, eine Ausstellung in Gawthorpe Hall zu sehen, die den Titel „Literary Lions“ trägt und die Erinnerungsstücke der Schriftstellerin zeigt, einige davon vom Brontë Parsonage Museum in Haworth ausgeliehen.

Selbstverständlich ist Gawthorpe Hall nicht von Geistern und Spukerscheinungen verschont geblieben, und so fand sich das Team der TV-Sendung „Most Haunted“ auch hier an und verbrachte eine ungemütliche Nacht in dem alten Gemäuer; hier ist die Episode zu sehen.

Gawthorpe Hall
Burnley Road
Padiham
Burnley BB12 8UA

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„Doctor Thorne“ – Die neue TV-Serie des „Downton Abbey“-Erfinders Julian Fellowes

Foto meiner DVD.

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Man war gespannt, was der „Vater“ der weltweit erfolgreichen TV-Serie „Downton Abbey“, Julian Fellowes, wohl als nächstes Projekt in Angriff nehmen würde. Die Antwort heißt „Doctor Thorne„, nach dem gleichnamigen Roman des viktorianischen Schriftstellers Anthony Trollope (1815-1882). Das Buch ist Teil der sogenannten „Barchester Chronicles“ und erschien 1858. Die deutsche Übersetzung hatte den gleichen Titel und wurde erstmals vom Manesse-Verlag 1954 veröffentlicht, ein umfangreiches Werk von 774 Seiten.

Julian Fellowes adaptierte Trollopes Werk für das Fernsehen und es wurde vom 6. bis zum 20. März von ITV als Dreiteiler gesendet; die Serie ist bereits auf DVD erhältlich. Ob Julian Fellowes sich mit dieser einen Staffel begnügt, ist noch offen; Stoff genug bieten die anderen Romane der „Barchester Chronicles“.

Die Hauptrolle, Doctor Thorne, spielt Tom Hollander, den man aus zahlreichen TV-Serien und Spielfilmen kennt, darunter Julian Fellowes‘ „Gosford Park“.
Seine Nichte Mary Thorne spielt Stefanie Martini, eine Neuentdeckung, die vorher ein Gastspiel in einer Folge der Serie „Endeavour“ gegeben hatte und als nächstes in einer weiteren Serie, „Emerald City“, zu sehen sein wird.
Zwei aus Inspector Barnabys „Midsomer Murders“ bekannte Schauspielerinnen sind in „Doctor Thorne“ auch zu sehen: Phoebe Nicholls, die die Countess de Courcy verkörpert. Sie war in „Midsomer Murders“-Episode 27 „A Tale of Two Hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) die Laura Smythe-Webster.
Rebecca Front ist in Julian Fellowes‘ Serie die Lady Arabella Gresham und spielte in Midsomer Murders“-Episode 97 „Let Us Prey“ (dt. „Da hilft nur beten“) Reverend Martha Hillcott.

Gedreht wurde an mehreren Orten, darunter West Wycombe Park in Buckinghamshire, dort wo im 18. Jahrhundert der ominöse Gründer des Hellfire Clubs, Sir Francis Dashwood, wohnte und das heute dem National Trust gehört. In „Doctor Thorne“ fungiert das Haus als Greshamsbury Park.

Ein weiteres Herrenhaus des National Trusts wurde ebenfalls für die Innenaufnahmen des Greshamsbury Parks genutzt: Osterley Park, in Isleworth im Westen Londons gelegen. Dieses Haus wurde für den Bankier Sir Thomas Gresham im 16. Jahrhundert gebaut (die Familie Gresham spielt eines wesentliche Rolle in der Serie „Doctor Thorne“; ist die Namensgleichheit wohl Zufall?).

Seit 2002 gehört Tyntesfield House ebenfalls zum National Trust. Es liegt bei der Ortschaft Wraxall im Norden der Grafschaft Somerset. Das im neugotischen Stil für den Geschäftsmann William Gibbs Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Haus dient in der Serie für die Außenaufnahmen von Boxall Hill, in dem Roger Scatcherd wohnt.

Hier ist der Trailer zu Julian Fellowes‘ TV-Serie zu sehen.

West Wycombe House in Buckinghamshire.   © Copyright Jurek and Trish Sienkiewicz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

West Wycombe House in Buckinghamshire.
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Osterley Park House im Westen Londons.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Osterley Park House im Westen Londons.
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Tyntesfield House in Somerset.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tyntesfield House in Somerset.
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Lily Allen: The Fear – Ein Song, ein Musikvideo und ein Landhaus in Bedfordshire

Wrest Park in Bedfordshire.   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wrest Park in Bedfordshire.
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Die in London geborene englische Popsängerin Lily Allen veröffentlichte im Jahr 2008 einen Song mit dem Titel „The Fear„, der es auf Platz 1 der britischen Singlecharts schaffte und mit zwei Ivor Novello-Preisen ausgezeichnet wurde und zwar in den Kategorien „Best Song Musically and Lyrically“ und „Most performed work“. Geschrieben hatte den Song Lily Allen selbst, in Kooperation mit dem US-amerikanischen Produzenten Greg Kurstin. Enthalten ist „The Fear“ auch auch auf Allens zweitem Studioalbum „It’s Not Me, It’s You„. Nach ihren eigenen Worten geht es in dem Lied um die Furcht „of the world becoming this horrible sterile place. Being scared that there’s never going to be anything real any more that isn’t sponsored“.

Gedreht wurde das Musikvideo zu „The Fear“ in einem sehr schönen Landhaus bei Silsoe in Bedfordshire, Wrest Park, das zwischen 1834 und 1839 für Thomas Philip de Grey, 2nd Earl de Grey, 3rd Baron Grantham and 6th Baron Lucas (1781-1859) erbaut wurde, einem Politiker, der u.a. die Positionen First Lord of the Admiralty und Lord Lieutenant of Ireland innehatte. Der Mann mit den vielen Titeln hatte damals das Haus selbst entworfen und sich von dem Baustil französischer Architekten inspirieren lassen. Die Gärten wurden bereits zur Zeit des alten, abgerissenen Vorgängerbaus angelegt, u.a. auch von dem berühmten Lancelot „Capability“ Brown, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Der Landschaftsarchitekt wurde mit einer Gedenksäule in den Gärten von Wrest Park geehrt.

English Heritage übernahm das Anwesen im Jahr 2006 und erstellte einen 20-Jahres-Plan, mit dem das Haus und die Gärten komplett neu gestaltet werden sollten; ein großer Teil davon ist schon geschafft. Natürlich ist Wrest Park auch zu besichtigen, hier sind die Öffnungszeiten. Zu erreichen ist Wrest Park über die A6 (Luton-Bedford) in der Höhe des Ortes Silsoe über die Park Avenue.

Hier ist Lily Allens Musikvideo „The Fear“ zu sehen.

Die Gartenanlagen von Wrest Par.   © Copyright M J Richardson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Gartenanlagen des Wrest Parks.
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Die schöne Zufahrt zu Wrest Park.   © Copyright Philip Jeffrey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die schöne Zufahrt zum Wrest Park.
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Oldway Mansion in Paignton (Devon) – Ein Stück Frankreich an der Englischen Riviera

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Südlich von Torquay an der Englischen Riviera liegt die Stadt Paignton. Die A3022, die Torquay Road, führt mitten durch den Ort und an einer Parkanlage vorbei, in der sich ein sehr interessantes Bauwerk befindet, das Oldway Mansion. Konzipiert und gebaut wurde das imposante Haus von Isaac Merritt Singer (1811-1875), einem US-amerikanischen Geschäftsmann, der sich sein Vermögen durch seine Nähmaschinenfabrik aufgebaut hatte. Darüberhinaus war Mr. Singer ein äußerst fruchtbarer Mann, der mit mehreren Frauen und Geliebten  24 Kinder zeugte. Ich bin mir nicht sicher, ob er immer den Überblick über seine Sprösslinge und deren Nachkommen hatte.

Singer zog es nach Europa, wo er u.a. in Paris und anschließend in England wohnte. 1871 kaufte er in Paignton ein bebautes Grundstück, dessen Häuser er abreißen und ein neues Gebäude für sich errichten ließ. Doch er hatte das Pech, dass er die Fertigstellung des Oldway Mansions nicht mehr erleben sollte, denn er starb am 23. Juli 1875 und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof von Torquay.

Singers Sohn Paris, der, wie sein Vorname vermuten lässt, eine ausgesprochene Vorliebe für alles Französische hatte, machte sich Anfang des 20. Jahrhunderts daran, das Haus nach seinen Vorstellungen umzubauen, wobei er den Palast von Versailles und den Pariser Place de la Concorde vor Augen hatte. Im Treppenhaus hängt eine Reproduktion des berühmten Gemäldes „Le Sacre de Napoléon“ von Jacques-Louis David, im ersten Stock findet man den Spiegelsaal von Versailles wieder. Für die knapp 70 000m² Außenanlagen des Oldway Mansions war der französische Gartenarchitekt Achille Duchesne zuständig.

Paris Singer wollte aber nicht für immer in dem Palast von Paignton wohnen bleiben. Nach einer Affäre mit der Tänzerin Isadora Duncan (ganz der Vater) ging er im Jahre 1917 wieder in die USA zurück.
Das Oldway Mansion durchlief jetzt eine wechselvolle Geschichte. Im Ersten Weltkrieg wurde das Haus, wie so viele andere Stately Homes auch, als Lazarett verwendet, dann übernahm es der Torbay Golf & Country Club, im Zweiten Weltkrieg brachte die Royal Air Force hier ihre Kadetten unter und 1946 kaufte der Paignton Urban District Council es endgültig der Nähmaschinen-Familie ab und machte ein Bürogebäude daraus. Seit 2013 steht das Mansion leer und droht allmählich zu verfallen. Die Reparaturkosten waren dem Council zu hoch und so war man froh, dass die Firma Akkeron aus dem Oldway Mansion ein 57-Betten-Luxushotel machen wollte. Doch bis heute hat sich nichts getan, denn beide Seiten haben sich in Rechtsstreitigkeiten verwickelt und so bleibt die Zukunft des schönen Hauses weiterhin offen.

Drei Filme wurden im Oldway Mansion gedreht, passenderweise 1968 der biografische Film „Isadora“ (dt. „Isadora“), die Lebensgeschichte der Tänzerin und ehemaligen Geliebten des Paris Singer, mit Vanessa Redgrave in der Titelrolle (hier ist der Trailer). 2004 folgte „Churchill: The Hollywood Years“ mit Christian Slater als Winston Churchill (hier ist der Trailer) und 2013 der Kurzfilm „A Dark Tale„, eine „gothic comedy“, die man sich hier ansehen kann.

Dieser Film zeigt Fotos vom Oldway Mansion und den Gartenanlagen.

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Das Treppenhaus mit der Reproduktion des Davis-Gemäldes.   © Copyright Lewis Clarke and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Treppenhaus mit der Reproduktion des David-Gemäldes.
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Isaac Merritt Singers Grabmal auf dem Friedhof von Torquay. This work has been released into the public domain.

Isaac Merritt Singers Grabmal auf dem Friedhof von Torquay.
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Das Sommervergnügen in England: Freiluftkinovorführungen auf dem Gelände von berühmten Landhäusern

Waddesdon Manor in Buckinghamshire. Eigenes Foto.

Waddesdon Manor in Buckinghamshire.
Eigenes Foto.

Wenn das Wetter mitspielt, kann es schon Spaß machen, sich vor der Kulisse eines berühmten Landhauses einen klassischen oder modernen Spielfilm anzusehen. Die Engländer lieben es in zunehmendem Maße, dieses etwas andere Sommervergnügen zu genießen. Liegend, sitzend, stehend, champagner- oder biertrinkend, kann man sich auf diese Weise einen Film auf eine ganz neue Art zu Gemüte führen.

Die Firma The Luna Cinema hat sich auf Freiluftkinovorführungen spezialisiert und organisiert diese Events in englischen Landhäusern. Dieser Film vermittelt schon einmal einen Eindruck davon. Hier sind einige Beispiele für den Sommer 2016:

Am 26. und 27. August finden vor dem Waddesdon Manor in Buckinghamshire zwei Vorführungen statt: „Romeo + Juliet“ (1996) mit Leonardo DiCaprio und Claire Danes und „Breakfast at Tiffany’s“ (1961) mit Audrey Hepburn.

Am 8. und 9. September zeigt The Luna Cinema vor dem Warwick Castle in Warwickshire „Star Wars – The Force Awakens“ (2015) mit Mark Hamill und Harrison Ford und „Notting Hill“ (1999) mit Hugh Grant und Julia Roberts.

Am 31. August und am 1. September kann man sich im hohen Norden, vor dem Alnwick Castle in Northumberland „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ (2001) mit Daniel Radcliffe und Emma Watson und „Robin Hood: Prince of Thieves“ (1991) mit Kevin Costner und Morgan Freeman ansehen.

Auf dem Gelände des Stonor Parks in Oxfordshire werden am 15. und 16. Juli die beiden Filme „Top Gun“ (1986) mit Tom Cruise und Kelly McGillis und „Grease“ (1978) mit John Travolta und Olivia Newton-John vorgeführt.

Das Harewood House in North Yorkshire ist Schauplatz von drei Vorführungen vom 7. bis zum 9. Juli: „Labyrinth“ (1986) mit David Bowie und Jennifer Connelly, „Star Wars – The Force Awakens“ (2015) mit Mark Hamill und Harrison Ford und „Dirty Dancing“ (1987) mit Patrick Swayze und Jennifer Grey.

Das ist nur eine kleine Auswahl an Veranstaltungsorten; es gibt noch viele weitere Freiluftkinovorführungen im ganzen Land.

Alnwick Castle in Northumberland.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Barbara Cartland (1901-2000) und ihr Anwesen Camfield Place in Hertfordshire

Das Eingangstor zu Camfield Place.   © Copyright Robert Edwards and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Eingangstor zu Camfield Place.
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Woran erinnert man sich am ehesten, wenn man den Namen Barbara Cartland hört? Sicher an ihre ungeheure Produktivität, was die Zahl ihrer romantischen Liebesromane angeht; 723 sollen es gewesen sein. Niemand weiß genau wie viele ihrer Bücher verkauft worden sind, die Schätzungen schwanken zwischen 750 Millionen und 2 Milliarden. Dann erinnert man sich bestimmt noch an ihren extravaganten Kleidungsstil, der von der Farbe Rosa klar dominiert wurde wie dieser Film zeigt. Die Dame ließ sich in einem weißen Rolls Royce chauffieren und hatte einen Koch eingestellt, der sich um ihr leibliches Wohl kümmerte.

Seit dem Jahr 1950 wohnte Barbara Cartland in der Nähe von Essendon in Hertfordshire in ihrem Landsitz Camfield Place. Dieses Haus wurde 1867 von Beatrix Potters Großvater erbaut, in dem die Schriftstellerin ihr weltberühmtes Kinderbuch „The Tale of Peter Rabbit“ schrieb. Es steht ganz in der Nähe von Hatfield House, das einmal Heinrich VIII. gehörte und in dem seine Kinder Mary und Elizabeth aufwuchsen. Im Jahr 1550 schoss Elizabeth auf dem weitläufigen Gelände von Hatfield House ihren ersten Hirsch und an dieser Stelle ließ sie eine Eiche pflanzen, The Deer Oak, die später zu dem Anwesen Camfield Place gehörte.

Barbara Cartland liebte diesen 400 Jahre alten Baum und 1976 ließ sie eine Weihnachtskarte anfertigen, auf dem sie und ihr Pekinese Mai-Mai unter der Eiche zu sehen waren. Bevor sie am 21. Mai 2000 im Alter von 98 Jahren  in Camfield Place starb, äußerte sie den Wunsch, unter The Deer Oak begraben zu werden und zwar in einem Sarg aus Pappe, denn die Dame war sehr umweltbewusst und wollte nicht, dass das Holz eines Baumes dafür verwendet wurde. Die Beerdigungsfeier wurde von Reverend John Cotton geleitet, dem früheren Pfarrer von St Mary’s im benachbarten Essendon. Die Trauergemeinde sang Barbara Cartlands Lieblingslied „I Believe“, das durch den US-amerikanischen Sänger Perry Como bekannt gemacht worden war. Ihr Enkel William trug eines ihrer Gedichte vor und ihre Tochter Raine, Stiefmutter von Diana, Princess of Wales, las eine Passage aus der Bibel. Dieser Film zeigt die Ankunft der Trauergäste in Camfield Place.

Es gibt zurzeit noch kein „richtiges“ Barbara Cartland Museum, aber ein virtuelles, das man sich hier ansehen kann.

In einem Cottage auf dem Gelände von Camfield Place erblickte am 14. November 1967 Letitia Dean das Licht der Welt, die später Schauspielerin wurde und allen, die die Endlos-TV-Serie „EastEnders“ kennen, ein Begriff ist; darin spielt sie die Rolle der Sharon Watts. Als Letitias Mutter kurz vor der Geburt ihrer Tochter stand, schickte Barbara Cartland eine alte Tür in das Cottage, mit dem Hinweis, sie unter das Bett zu legen, damit sie beim Geburtsvorgang einen festen Halt hätte. Ja, ein wenig exzentrisch war sie schon, die Lady in Pink.

Camfield Place liegt östlich von Hatfield in Hertfordshire an der B158, die von Essendon nach Brookman’s Park führt.

 

Balls Park in Hertford (Hertfordshire) – Luxusapartments in einer „Gated Community“

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Am Stadtrand von Hertford in der Grafschaft Hertfordshire findet sich ein Parkgelände, in dem als Mittelpunkt Balls Park steht, ein ansehnliches, denkmalgeschütztes Haus aus dem 17. Jahrhundert, das in den letzten Jahren als Apartmentkomplex umgebaut worden ist.
Sir John Harrison war der Erbauer von Balls Park; er war langjähriges Parlamentsmitglied, erst für Scarborough, dann für Lancaster. Auf Balls Park ist Harrison 1669 gestorben. Das Haus blieb noch eine ganze Weile in der Familie Harrison, bis es als Zweitwohnsitz der Marquesses of Townshend genutzt wurde, die ihren Hauptsitz auf Raynham Hall in Norfolk hatten. Die nächsten Besitzer waren die Faudel-Phillips‘, die dreimal den High Sheriff of Hertfordshire stellten. Jede Familie nahm Veränderungen und Erweiterungen an dem Gebäude vor.

Nachdem Balls Park 1946 verkauft worden war, nutzte man das Haus mehr als 50 Jahre als Lehrerfortbildungsstätte, dann übernahm die Universität von Hertfordshire für ein paar Jahre, bevor die Firma City&Country, die sich auf Umbauten historischer Gebäude spezialisiert hat, das Gelände kaufte, um aus Balls Park luxuriöse Apartments zu schaffen, die sich über das Mansion House, The Stables und The Coach House erstrecken. Die Konvertierung der Anlage war so gelungen, dass Balls Park mehrere Auszeichnungen des Evening Standards und der Sunday Times gewinnen konnte. In diesem Film ist ein Rundgang durch Balls Park zu sehen, eine „Gated Community“, in der viel Wert auf Sicherheit gelegt wird.

Da das Haus nahe an den Londoner Filmstudios liegt, wurden hier auch mehrere Filme gedreht; dazu gehören:
Amazing Grace“ aus dem Jahr 2006 mit Benedict Cumberbatch und Albert Finney, der in Deutschland unter dem Titel „Der Mann, der die Welt veränderte“ lief.
The Young Victoria“ (dt. „Viktoria, die junge Königin“) mit Emily Blunt und Rupert Friend aus dem Jahr 2009.
Die Teenie-Komödie „Wild Child“ (dt. „Wild Child“) mit Emma Roberts (2008).
Die Episode „Enemy Fire“ aus der TV-Serie „Foyle’s War“ (2004), hier in voller Länge zu sehen.

Mein Buchtipp – Alvin Nicholas: Hidden Britain

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

In einem Land wie England, das über so viele alte Burgen und Häuser verfügt, ist es nicht verwunderlich, dass in diesen Gemäuern auch jede Menge Geheimgänge, versteckte Räume, Priesterlöcher u.a. zu finden sind. Ich selbst habe bei meinem Aufenthalt im The Mermaid Hotel in Rye (East Sussex) in einem Zimmer gewohnt (Dr Syn’s Bedroom), in dem eine Geheimtür hinter einer Bücherwand zu einer Steintreppe führte, die hinter der Bar des Hauses mündete.
Im Billesley Manor Hotel bei Stratford-Upon-Avon hat das Zimmer Nummer 4, der Shakespeare Room, einen Wandschrank, in den eine Falltür integriert ist, die zu einer Geheimkammer führt.

In seinem Buch „Hidden Britain: Secret Tunnels, Lost Chambers and Unknown Passageways“ beschäftigt sich Alvin Nicholas mit diesen mysteriösen baulichen Veränderungen in alten Häusern und listet diese auf. Einige Beispiele:

Das Warwick Castle in Warwick ist geradezu gespickt mit (bisher) verborgenen Räumen und Gängen, zu finden im Caesar’s Tower, Bear Tower und im Clarence Tower.

Auch das Ham House in Surrey kann mehrere Geheimgänge und versteckte Treppen vorweisen, die dazu dienten, dass der Anblick der Dienerschaft nicht die Augen der stolzen Besitzer beleidigten.

Harvington Hall in Worcestershire ist der Ort für alle, die sich für Priesterlöcher interessieren. In keinem anderen Haus in Großbritannien gibt es besser erhaltene „priest holes“, in dem sich früher verfolgte katholische Priester versteckten.

Meine erste Begegnung mit dem Thema „Geheimzimmer“ war vor vielen Jahren im Glamis Castle in Schottland, wo der Guide bei der Führung auf einen mysteriösen Raum aufmerksam machte, der in keinem Buch über Geister fehlen darf und über den schon ausführlich geschrieben wurde.

Viele der von Alvin Nicholas erwähnten Häuser sind zu besichtigen; er gibt jeweils am Ende jeden Beitrags darüber Auskunft. Wer einmal Besichtigungen der etwas anderen Art in England, Wales und Schottland durchführen möchte, ist mit diesem Buch gut bedient.

Alvin Nicholas: Hidden Britain: Secret Tunnels, Lost Chambers and Unknown Passageways. The History Press 2015. 191 Seiten. ISBN 978-0-7509-5224-8

Die Geheimtür hinter dem Bücherschrank in Dr Syn's Bedroom im The Mermaid Hotel in Rye. Eigenes Foto.

Die Geheimtür hinter dem Bücherschrank in Dr Syn’s Bedroom im The Mermaid Hotel in Rye.
Eigenes Foto.

Das Billesley Manor Hotel.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Billesley Manor Hotel.
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Harvington Hall in Worcestershire, das Mekka für Priesterloch-Jäger.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Harvington Hall in Worcestershire, das Mekka für Priesterloch-Jäger.
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Das unheimliche Glamis Castle in Schottland.    © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das unheimliche Glamis Castle in Schottland.
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Baddesley Clinton in Warwickshire

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Vor ca fünf Jahren veröffentlichte der National Trust eine Liste mit seinen zehn furchterregendsten Gebäuden. Auf den Plätze 1-3 standen dabei Ham House in Surrey, The Treasurer’s House in York und Chartwell in Kent, Churchills einstige Residenz. Auf Platz 9 stand das mittelalterliche einsam gelegene Haus Baddesley Clinton in Warwickshire, knapp drei Kilometer nördlich der Autobahn M40.

Die Ursprünge des von einem Wassergraben umgebenen Haus gehen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Die Mauern dieses alten Gebäudes haben im Laufe der Jahrhunderte also so einiges mitbekommen, was sich hier abgespielt hat. Es war der Familiensitz der Ferrers, von Anfang des 16. Jahrhundert bis zum Jahr 1940. 1980 übernahm der National Trust Baddesley Clinton und öffnete das Manor House der Öffentlichkeit.

Die Aufnahme des Gebäudes unter die oben erwähnten Top Ten des National Trusts beruht u.a. darauf, dass ein gewisser Nicholas Brome (1450-1517) hier einen brutalen Mord an einem Priester begangen hat. Noch heute, heißt es, spukt der Mörder in der Bibliothek, dort, wo er seine Tat begangen hat. Die Besitzer von Baddesley Clinton waren überzeugte Katholiken und boten damals den verfolgten Priestern in ihrem Haus Schutz. Zu diesem Zweck wurden sogenannte „priest holes“ (ich berichtete in meinem Blog darüber) und Geheimgänge angelegt. Man vermutet, dass Nicholas Owen dafür beauftragt worden war, der sich auf diese architektonische Besonderheit spezialisiert hatte. 1591 kamen diese Verstecke einigen jesuitischen Priestern sehr zunutze, die sich in dem Haus zu einer Geheimkonferenz eingefunden hatten. Priesterjäger bekamen von dem Treffen Wind und wollten Baddesley Clinton durchsuchen, was sie denn auch taten; die Jesuiten konnten sich gerade noch in letzter Minute in den dafür vorgesehenen Verstecken dem Zugriff entziehen.

Nicht nur die Bibliothek ist „haunted“, auch in den Gängen und Fluren will man immer wieder Schritte, Klopfen, Gemurmel und andere unheimliche Geräusche gehört haben. Übernachtungsgäste berichteten von Gestalten, die durch ihr Schlafzimmer schwebten und durch die Wände wieder verschwanden. Der berühmte Geisterjäger Peter Underwood schreibt in seinem Buch „Haunted Gardens“ (Amberley Publishing 2009) von seinen Besuchen in Baddesley Clinton, und Granville Squiers beschäftigt sich in „Secret Hiding Places“ (Cope Press 2010) mit den Verstecken, die in dem Haus angelegt worden sind.

Baddesley Clinton ist das ganze Jahr über geöffnet, sowohl das Haus als auch die Gärten. Der Eintritt kostet £11.50.

Hier ist ein Film über einen Besuch in Baddesley Clinton.

Baddesley Clinton
Rising Lane
Baddesley Clinton, Warwickshire B93 0DQ

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Published in: on 14. März 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Sir Charles Isham und die Gartenzwerge von Lamport Hall (Northamptonshire)

Lamport Hall (Northamptonshire).   © Copyright Ian Rob and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lamport Hall (Northamptonshire).
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Sir Charles Isham, der 10. Baronet of Lamport Hall (1819-1903), war ein englischer Exzentriker, der sich für Spiritualismus und Gartenbau  interessierte und Sammler von wertvollen Büchern war, ja auch selbst einige schrieb, darunter „Notes on Gnomes“ (1884). Er lebte in Lamport Hall, einem schönen Anwesen in Northamptonshire.

Sir Charles ist es aber auch zu verdanken, dass die Gartenzwerge in England Einzug hielten. Während einer Reise 1847 nach Deutschland verliebte er sich in die kleinen Wesen und nahm 21 davon mit zurück nach England, die er in seinem italienischen Garten aufstellte und sie liebevoll pflegte. Sir Charles‘ Töchter dagegen konnten sich mit den Gartenzwergen überhaupt nicht anfreunden und ließen sie alle verschwinden, bis auf einen, der sich im Garten versteckte und überlebte. Es hieß, die bösen Töchter hätten die Zwerge mit Luftgewehren erschossen (!!).

Lampy, so der Name des einzigen Überlebenden und der Urvater aller englischen „garden gnomes“ führt jetzt ein zufriedenes und wohl behütetes Leben in Lamport Hall, denn er ist versichert und zwar mit einer Million Pfund Sterling. Sein Domizil ist jetzt natürlich nicht mehr der Garten, nein, Lampy lebt nun hinter verschlossenen Türen und reist hin und wieder zu internationalen Gartenzwergkonferenzen in aller Welt.

Nicht bekannt ist, was Lampy von der „Garden Gnome Liberation Front“ hält, einer Organisation, die sich die Befreiung aller Gartenzwerge auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Lamport Hall liegt an der A508 zwischen Market Harborough und Northampton.

Lamport Hall Preservation Trust Limited
Lamport Hall
Lamport
Northamptonshire
NN6 9HD

Eine Replika ddes berühmten Gartenzwergs Author: Amos Wolfe This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Eine Replika des berühmten Gartenzwergs Lampy.
Author: Amos Wolfe
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