Renishaw Hall Vineyard – Preisgekrönter Wein aus Derbyshire

Renishaw Hall - Sitz der Sitwell-Familie.   © Copyright DAVID M GOODWIN and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Renishaw Hall – Sitz der Sitwell-Familie.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright DAVID M GOODWIN and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Weinanbau in England verbindet man eigentlich immer mit dem Süden des Landes. Dort finden wir die renommiertesten Firmen wie Three Choirs Vineyards, Chapel Down oder Denbies Wine Estate. Zu diesen Großen hat sich seit einigen Jahren ein Weingut aus Derbyshire gesellt. Derbyshire? Weinanbau? Richtig, Renishaw Hall Vineyard, nicht weit von Sheffield entfernt, war bis zum Jahr 1986 das nördlichste Weinanbaugebiet der Welt, bis sich die Grenzen immer weiter gen Norden verschoben. In England wird mittlerweile auch schon in Yorkshire Wein angebaut.
Sir Reresby Sitwell legte 1972 auf seinem Familiensitz Renishaw Hall einen Weinberg an; Kieron Atkinson ist heute für die Qualität der Weine aus dem Norden Derbyshires verantwortlich, und er hat tatsächlich Erfolg. Mit seinem „Madeleine Angevine“ aus dem Jahr 2013 wurde er unter die Top Ten Englands eingruppiert, und es kommt noch besser: Atkinsons Sekt „Seyval Blanc“ 2011 erhielt bei den Decanter World Wine Awards sogar eine Auszeichnung! Damit hat sich Renishaw Hall Vineyard erstmals international durchgesetzt (Sekte aus England haben ja schon im Vergleichstest gegen Champagner aus Frankreich gewonnen).

Neben den beiden bereits genannten Weinen werden hier in Derbyshire noch ein Rot- und ein Roséwein produziert, der Rondo Red und der Rondo Rosé. Rund 5000 Flaschen pro Jahr werden auf dem Weingut erzeugt, das in diesem Film kurz porträtiert wird.

Alexandra Sitwell ist die Hausherrin von Renishaw Hall. Seit 1625, als George Sitwell das Haus erbaute, ist es der Sitz der Familie, die in der Namensgebung ihrer Oberhäupter nicht sehr einfallsreich war, einer hieß Sir Sitwell Sitwell, mehrere andere Sacheverell Reresby Sitwell. Die berühmtesten Familienmitglieder waren sicher die drei schriftstellernden Geschwister Edith Sitwell, Sir Francis Osbert Sacheverell Sitwell und Sir Sacheverell Reresby Sitwell (alles klar?).

Renishaw Hall soll das Vorbild für Wragby Hall in D. H. Lawrences Roman „Lady Chatterley’s Lover“ gewesen sein, ein Roman, den Edith Sitwell absolut nicht mochte und als „schmutzig“ bezeichnete.

Zu besichtigen ist Renishaw Hall nur mittels einer geführten Tour während der Saison, und das nur an Freitagen. Die Gärten sind mittwochs bis sonntags geöffnet, auch nur während der Saison (22. März bis 1. Oktober in diesem Jahr). Im Café kann man die Weine aus dem Weingut probieren.

Renishaw Hall
Renishaw
Nr. Sheffield, S21 3WB

Die Gärten von Renishaw Hall.   © Copyright Andy Stephenson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Gärten von Renishaw Hall.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andy Stephenson and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Kalenderhäuser in England – Einige Beispiele

Knole House bei Sevenoaks in Kent.   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Knole House bei Sevenoaks in Kent.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian Capper and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Kalenderhaus ist ein Begriff aus der Architektur und bedeutet, dass sich in den baulichen Elementen des Hauses die Zahl der Monate im Jahr, der Wochen im Jahr, der Tage im Jahr und der Tage in der Woche widerspiegeln. Ich möchte an dieser Stelle einige Beispiele dafür geben.

Meine erste Begegnung mit einem „calendar house“ war vor vielen Jahre Knole House, jener große Palast bei Sevenoaks in Kent, der dem National Trust gehört und in dem 1892 die Schriftstellerin Vita Sackville West geboren wurde. Die Beatles drehten 1967 hier einige Videos, darunter „Strawberry Fields Forever„.  In Knole gibt es 365 Zimmer, 52 Treppen, 12 Eingangstüren und 7 Innenhöfe.

Ein weiteres Beispiel für ein Kalenderhaus ist Scout Hall bei Halifax in West Yorkshire, das 1681 von einem wohlhabenden Seidenfabrikanten namens John Mitchell gebaut wurde. Das Haus hatte 365 Fensterscheiben, 52 Türen und 12 Erker. Leider steht das Gebäude schon lange leer und ist in Teilen verfallen. Es ist jetzt in Privatbesitz und soll wiederhergestellt werden.

Ein besonders schönes Exemplar ist das Bedstone College in Bedstone in Shropshire. Das Ende des 19. Jahrhunderts für den Geschäftsmann und Politiker Sir Henry William Ripley erbaute Haus, das seit 1948 als Schule geführt wird, besteht aus 365 Fenstern, 52 Zimmern, 12 Kaminen und 7 Außentüren.

John Edward Taylor (1791-1844) war der Gründer des Manchester Guardians, einer Zeitung, die später in The Guardian umbenannt wurde. Er ließ sich in Didsbury (Greater Manchester) ein beeindruckendes Haus in gotischem Stil errichten, das er The Towers nannte. Hier finden wir 365 Fenster, 52 Zimmer und 12 Türme. In dem Gebäude sind heute Büros untergebracht, die zum Towers Business Park gehören.

Boughton House bei Kettering in Northamptonshire ist ebenfalls ein großartiges „Stateley Home“, das sich selbstbewusst „The English Versailles“ bezeichnet und dem Duke of Bucclech gehört. Hin und wieder, in diesem Jahr im August, steht das Haus auch der Öffentlichkeit für Besichtigungen zur Verfügung. Das Kalenderhaus verfügt über 365 Fenster, 52 Kamine, 12 Eingänge und 7 Innenhöfe.

Scout Hall bei Halifax in West Yorkshire.   © Copyright Humphrey Bolton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Scout Hall bei Halifax in West Yorkshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Humphrey Bolton and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bedstone College bei Bedstone in Shropshire.   © Copyright paul dickson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bedstone College in Bedstone in Shropshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright paul dickson and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Towers in Didsbury (Greater Manchester).   © Copyright Keith Williamson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Towers in Didsbury (Greater Manchester).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Keith Williamson and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Boughton House bei Ketterin in Northamptonshire.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Boughton House bei Kettering in Northamptonshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Nocton Hall in Lincolnshire – Eine romantische Ruine und ein gruseliges verlassenes Militärkrankenhaus

   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Croft and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In meinem Blogeintrag vom 24.12.2016 über den Dunston Pillar erwähnte ich nebenbei Nocton Hall, wo früher einmal Sir Francis Dashwood gewohnt hat. Dieses historische Gebäude in Nocton, etwa elf Kilometer südöstlich von Lincoln in Lincolnshire gelegen, dessen Ursprünge bis an den Anfang des 16. Jahrhunderts zurückgehen, ist heute nur noch eine Ruine, aber eine sehr romantische, denn die Natur hat langsam aber sicher Besitz von ihr ergriffen wie dieser aus einer Drohne aufgenommene Film zeigt. In den ehemaligen Räumen haben sich Büsche und Bäume breit gemacht; das Betreten des Grundstücks ist aus Sicherheitsgründen verboten. Auf dem Gelände steht ein alter Kastanienbaum, der angeblich von Katherine Howard, der Frau Heinrichs VIII. anlässlich eines Besuches in Nocton Hall im Jahr 1541  gepflanzt worden sein soll.

Das alte Haus hatte viele Eigentümer, darunter Frederick John Robinson, der 1827 Premierminister seines Landes wurde, und sein Sohn George Frederick Samuel Robinson, der von 1880 bis 1884 das Amt des Viceroy and Governor-General of India ausübte.
Im Ersten Weltkrieg diente Nocton Hall ab 1917 als Rekonvaleszenzort für verwundete amerikanische Offiziere und ging 1919 in den Besitz der Farmer W. H. Dennis & Sons über, die auf dem Gelände Kartoffeln anbauten. Nach mehreren weiteren Eigentümerwechseln stand das Haus in den 1990er Jahren leer, Vandalen fielen darüber her und raubten Einrichtungsgegenstände, bis es schließlich am 24. Oktober 2004 Flammen zum Opfer fiel, die nur noch eine Ruine übrigließen.

Eine weitere Ruine findet sich auf diesem Grundstück in Lincolnshire, das RAF Hospital Nocton Hall, das von 1947 bis 1983 als Militärkrankenhaus der Royal Air Force diente. Anschließend wurde es an die US Air Force untervermietet, die in der näheren Umgebung mehrere Basen unterhielt. Mitte der 1990er Jahre wurde das Krankenhaus geschlossen, das nach und nach verfiel und heute einen recht unheimlichen Eindruck hinterlässt. Dieser Film legt Zeugnis davon ab.

   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Croft and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die angeblich von Katherine Howard gepflanzte Kastanie. Author: Alastait mcmurray. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die angeblich von Katherine Howard gepflanzte Kastanie.
Author: Alastair mcmurray.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Middleham Castle (North Yorkshire) – Die Burg Richards III. und ihre digitale Wiederauferstehung

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Über meine Besuche in der hübschen kleinen Stadt Middleham im Wensleydale in North Yorkshire berichtete ich in meinem Blog vor über sechs Jahren. Die Ruine des Middleham Castles, in dem Richard III. eine Zeit lang wohnte, steht mitten im Ort und überragt die umgebenen Häuser. Nachdem man seinen Eintritt bezahlt hat, kann man durch die zerfallene Burg gehen und sich vorstellen wie sie einmal ausgesehen haben mag, als sie noch bewohnt war.
Seit kurzem ist es möglich, sich das Middleham Castle dank einer digitalen Rekonstruktion plastisch anzusehen. Lost in Castles heißt eine Firma, die sich darauf spezialisiert hat, alte Burgen digital wiederaufzubereiten und diesen Vorgang in einem Film festzuhalten. Nach dem Conwy Castle in North Wales, dem Sandal Castle bei Wakefield (West Yorkshire) und dem Rhuddlan Castle in Denbighshire in Wales haben sich die Spezialisten von Lost in Castles nun dieser prominente Burgruine in Middleham angenommen, das heißt, sie arbeiten schon über zehn Jahre daran, denn die Rekonstruktion ist sehr zeitaufwendig. Man benötigt dafür historische Fachkenntnisse, die John L. Fox und Joseph A. Fox beisteuern. Letzterer ist auch für die digitale Umsetzung der erworbenen historischen Fakten zuständig. Die Firma Chat Noir Production kümmert sich um die Erstellung der jeweiligen Filme, die dann auf DVD angeboten werden. Abigail Fox schließlich ist für die Homepage von Lost in Castles verantwortlich und schreibt die Musik für die Filmproduktionen. Hier ist ihr Soundtrack zu „Middleham – A Castle Made For Kings“ zu hören.

Da bei Burgruinen nun einmal viele Teile fehlen, orientieren sich die Lost in Castles-Mitarbeiter an vergleichbaren Burgen aus der Zeit, um die Rekonstruktion so wirklichkeitsnah wie möglich zu gestalten.  Ich finde, es ist hochinteressant, sich diese digitale Umsetzung einmal anzusehen. Hier ist ein Ausschnitt aus der DVD „Middleham – A Castle Made For Kings“.

The Great Hall.   © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Great Hall.
  © Copyright Paul Harrop and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Ruinen der einstigen Kapelle.    © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Ruinen der einstigen Kapelle.
   © Copyright Paul Harrop and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 16. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Christmas in England 2016: Weihnachten im Castle Howard (North Yorkshire)

   © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Paul Harrop and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Zu den Höhepunkten eines Besuches in Yorkshire gehört zweifellos das Castle Howard, ein Stately Home, das im 18. Jahrhundert von John Vanbrugh, assistiert von Nicholas Hawksmoor, für die Howard-Familie erbaut wurde. Ich habe das Haus mehrfach besucht und war immer wieder von Neuem davon beeindruckt.

Wie viele ander Herrenhäuser in ganz England auch, ist das Castle Howard in der Vorweihnachtszeit besonders schön hergerichtet. Vom 19. November bis zum 23. Dezember können die Besucher das Haus in weihnachtlichem Glanz erleben, begleitet von Livemusik und prasselndem Kaminfeuer. Die Räume des Schlosses sind von den Mitarbeitern liebevoll dekoriert worden; das beginnt schon in der Great Hall, wo ein sieben Meter hoher Weihnachtsbaum aufgestellt ist. Der Grand Staircase ist mit Girlanden, Früchten und Lichtern geschmückt, in Lady Georginas Bedroom steht ein Weihnachtsbaum und in ihrem Dressing Room sind weihnachtliche Vorbereitungsarbeiten zu sehen. Der Crimson Dining Room ist für ein Festmahl gedeckt und der Turquoise Drawing Room besticht durch sein Farbenspiel, das durch die zusätzlichen Dekorationen noch beeindruckender ist.

Die Food Art-Spezialisten Sam Bompas und Harry Parr haben in diesem Jahr erstmals eine Lebkuchen-Variation des Castle Howard geschaffen, an der drei Bäcker zwei Wochen lang gearbeitet haben. Hier ist ein kurzer Film darüber zu sehen.

Am Sonntag, dem 18. Dezember wird das Castle Howard bis in den Abend geöffnet und die Atmosphäre durch Weihnachtssänger, Kerzen und Kaminfeuer noch stimmungsvoller sein. Ein kleiner Weihnachtsmarkt ist im Boar Garden Marquee untergebracht.

Dieser Film
gibt einen Vorgeschmack, was den Besucher im vorweihnachtlichen Castle Howard erwartet.

The Great Hall.   © Copyright Mike Searle and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Great Hall.
    © Copyright Mike Searle and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 30. November 2016 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

St Michael’s Mount in Cornwall – Geplanter Wohnsitz des NS-Außenministers Joachim von Ribbentrop

St Michael's Mount bei Marazion in Cornwall.   © Copyright Mack McLane and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Michael’s Mount bei Marazion in Cornwall.
   © Copyright Mack McLane and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Joachim von Ribbentrop (1893-1946) war von 1936 bis 1938 Botschafter des Deutschen Reichs in London. In diesen Jahren hatte er eine besondere Vorliebe für die Grafschaft Cornwall entwickelt, in die er mehrfach reiste. Seine Lieblingsorte waren das Tregenna Castle bei St Ives und St Michael’s Mount bei Marazion. Schon als Kind und als Heranwachsender besuchte er die Grafschaft im Südwesten Englands und Ribbentrop galt lange als anglophil. Während seiner Zeit als Botschafter genoss er in England ein gewisses Ansehen und war häufig Gast bei einflussreichen Persönlichkeiten. Ein besonderer Wesenszug des Mannes war seine Großspurigkeit und Arroganz. Bei einem seiner Besuche in Cornwall, nicht lange vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, soll er doch tatsächlich gesagt haben, dass, sobald Deutschland die Weltherrschaft übernommen hätte, er seinen Wohnsitz nach St Michael’s Mount verlegen würde, denn Hitler hätte ihm nach der Eroberung Großbritanniens für seine Loyalität Cornwall versprochen. Die Reaktion der Anwesenden kann man sich vorstellen.

Joachim von Ribbentrop wurde nach seiner Zeit als Botschafter in Großbritannien Außenminister der nationalsozialistischen Diktatur. Bei den Bombenangriffen deutscher Flugzeuge in England sollten bestimmte Regionen in Cornwall ausgespart werden, auf Anweisung Ribbentrops. Er wollte nicht, dass seine geplanten Wohnsitze dort zerstört wurden.  Glücklicherweise kam es weder zu einer deutschen Weltherrschaft noch zu einer Eroberung Großbritanniens, so dass Ribbentrop seine Pläne mit ins Grab nehmen musste; er wurde bei den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt und im Oktober 1946 hingerichtet.

St Michael’s Mount wird vom National Trust verwaltet und ist seit Mitte des 17. Jahrhunderts der Familiensitz der St Aubyns. Das Tregenna Castle bei St Ives, das sich Ribbentrop als Feriendomizil „reserviert“ hatte, ist heute eine große Hotel- und Apartmentanlage mit einer sehr schönen Aussicht auf die Bucht wie dieser Film zeigt.

Das Buch zum Artikel:
Andrew Lanyon: Von Ribbentrop in St Ives. Dolam Scott 2011. 100 Seiten. ISBN 978-1905553761.

Tregenna Castle.    © Copyright Andy F and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tregenna Castle.
   © Copyright Andy F and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Joachim von Ribbentrop. Attribution: Bundesarchiv, Bild 102-18083. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license.

Joachim von Ribbentrop (1893-1946).
Attribution: Bundesarchiv, Bild 102-18083.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license.

Claydon House bei Middle Claydon in Buckinghamshire – Seit 60 Jahren beim National Trust

   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Steve Daniels and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Sir Ralph Bruce Verney, 5th Baronet, übergab Claydon House, seinen Familiensitz, im Jahr 1956 dem National Trust, mit der Auflage, dass er und seine Nachkommen auch weiterhin in dem Landhaus wohnen können. Der NT war einverstanden und so lebt die Verney-Familie noch heute in einem Flügel des Gebäudes, das Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut worden war.

Was gibt es für Besonderheiten im Claydon House? Im ersten Stock des Hauses hat man ein kleines Museum eingerichtet, das der berühmten Krankenschwester Florence Nightingale (1820-1910) gewidmet ist. Sie war hier häufig zu Gast, da ihre ältere Schwester Parthenope, Lady Verney, eine Zeitlang Hausherrin war. Diese hatte Harry Verney, 2nd Baronet geheiratet, und war maßgeblich an den umfangreichen Umbauarbeiten am Claydon House beteiligt. Florence Nightingale standen mehrere Räume zur Verfügung und sie konnte hier in Ruhe ihren schriftstellerischen Arbeiten nachgehen. Der National Trust hat in einem der Räume Florences Wohnzimmer wieder hergestellt wie es einmal ausgesehen hat, man kann ihr Bett besichtigen und es gibt eine Fülle von Briefen, Dokumenten und anderen Memorabilien aus ihrem Leben zu sehen. In London steht übrigens am Themseufer, gegenüber dem Parlamentsgebäude, ein größeres Florence Nightingale Museum.

Das Claydon House ist auch ein Ort, an dem viele Veranstaltungen stattfinden. In diesem Jahr spielte beispielsweise das Claydon Chamber Orchestra klassische Werke, ein Abend war den Werken Johann Sebastian Bachs gewidmet. Dann gibt es Vorträge über die Menschen, die im Claydon House gewohnt haben und Führungen der anderen Art, nämlich, wenn das Haus für die Öffentlichkeit geschlossen ist. Ein buntes Programm wird alljährlich auf die Beine gestellt.

Claydon steht für Hochzeitsfeiern zur Verfügung und natürlich auch für Filmproduktionen. Zuletzt wurden hier Szenen für den Film „Far From The Madding Crowd“ (2015) gedreht (hier ist der Trailer zu sehen).

Auf dem Gelände des Anwesens finden jährlich Hovercraftrennen statt wie dieser Film zeigt.

Direkt neben Claydon House steht die Gemeindekirche von Middle Claydon, All Saints, in der viele Monumente zu finden sind, die an Mitglieder der Verney-Familie erinnern.

Wer das National Trust-Haus besichtigen möchte: Es ist in der Regel bis Ende Oktober geöffnet und schließt dann über das Winterhalbjahr. Claydon Estate liegt etwa zwischen Buckingham und Aylesbury und schmiegt sich an das Dörfchen Middle Claydon an, wovon auch die Zufahrt erfolgt (über die Queen Catherine Road).

Dieser Film stellt das Claydon House vor.

Claydon House
Middle Claydon
near Buckingham
Buckinghamshire MK18 2EY

All Saints Parish Church.    © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

All Saints Parish Church.
    © Copyright Steve Daniels and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

 

Published in: on 16. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Gawthorpe Hall bei Padiham in Lancashire und Charlotte Brontë

   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright David Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn man sich die Gawthorpe Hall bei Padiham in Lancashire im hohen Norden Englands ansieht, erinnert das Haus sofort an das Highclere Castle in Hampshire, dort, wo die TV-Serie „Downton Abbey“ gedreht wurde, nur ist es etwas kleiner. Bei beiden hatte der Archtitekt des Londoner Parlamentsgebäudes, Sir Charles Barry, seine Hände im Spiel. In den 1850er Jahre wurde Barry von den Besitzern von Gawthorpe Hall damit beauftragt, umfangreiche Änderungen sowohl im Inneren als auch am Äußeren vorzunehmen wie u.a. die Erhöhung des Turmes auf dem Dach, an dem das Motto der Shuttleworth-Familie, die das Haus mehrere Jahrhunderte lang bewohnte, zu lesen ist: „Prudentia et Justicia“ (Vorsicht und Gerechtigkeit). Rachel Kay-Shuttleworth war die letzte Besitzerin von Gawthorpe Hall, nach deren Tod das Haus 1970 dem National Trust übertragen wurde. Dieser Film zeigt das Haus von der Luft aus.

Sir James Kay-Shuttleworth und seine Frau Janet wohnten Mitte des 19. Jahrhunderts auf diesem Anwesen an den Ufern des River Calder. Sir James war ein Philantrop mit einem ausgepägten Interesse an Literatur, und so weilte auf seinen Wunsch hin eine junge Frau, die unter dem Namen Currer Bell Romane verfasste, zweimal auf Gawthorpe Hall. Currer Bell war das Pseudonym von Charlotte Brontë, die nur wenige Kilometer entfernt, jenseits des Moores, in Haworth in Yorkshire wohnte.
1850 und 1855 war Charlotte zu Gast in diesem beeindruckenden Haus und so recht warm wurde sie mit Sir James und Janet eigentlich nicht, obwohl sie sich sehr um sie kümmerten. Bei einem Besuch im Lake District machten die beiden sie mit der Schriftstellerin Elizabeth Gaskell bekannt, die zu einer Freundin Charlottes werden sollte. Elizabeth Gaskell, oft nur Mrs Gaskell genannt, war die spätere Biografin der Pfarrerstochter aus Haworth („The Life of Charlotte Brontë“, dt. „Das Leben der Charlotte Brontë“).

Bei ihrem zweiten Besuch auf Gawthorpe Hall im Januar 1855 machte Charlotte, trotz der kalten Witterung, einen ausgedehnten Spaziergang auf dem Gelände und zog sich dabei eine schwere Erkältung zu, von der sie sich nicht mehr erholen sollte. Wenige Wochen später, am 31. März, starb sie kurz vor ihrem 39.Geburtstag in Haworth. Als Todesursache wurde Tuberkulose angegeben, die vielleicht durch die Erkältung noch verstärkt worden war. Andere waren der Meinung, dass Charlotte auf Grund von Problemen mit ihrer Schwangerschaft zu Tode kam.

Gawthorpe Hall wurde in diesem Jahr am 20. April wieder für den Publikumsverkehr freigegeben, nachdem erforderliche, umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt worden waren. Hier ist ein Film darüber.

Bis zum 30. Oktober ist, anlässlich des 200. Todestages von Charlotte Brontë in diesem Jahr, eine Ausstellung in Gawthorpe Hall zu sehen, die den Titel „Literary Lions“ trägt und die Erinnerungsstücke der Schriftstellerin zeigt, einige davon vom Brontë Parsonage Museum in Haworth ausgeliehen.

Selbstverständlich ist Gawthorpe Hall nicht von Geistern und Spukerscheinungen verschont geblieben, und so fand sich das Team der TV-Sendung „Most Haunted“ auch hier an und verbrachte eine ungemütliche Nacht in dem alten Gemäuer; hier ist die Episode zu sehen.

Gawthorpe Hall
Burnley Road
Padiham
Burnley BB12 8UA

   © Copyright Adie Jackson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

  © Copyright Adie Jackson and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

„Doctor Thorne“ – Die neue TV-Serie des „Downton Abbey“-Erfinders Julian Fellowes

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Man war gespannt, was der „Vater“ der weltweit erfolgreichen TV-Serie „Downton Abbey“, Julian Fellowes, wohl als nächstes Projekt in Angriff nehmen würde. Die Antwort heißt „Doctor Thorne„, nach dem gleichnamigen Roman des viktorianischen Schriftstellers Anthony Trollope (1815-1882). Das Buch ist Teil der sogenannten „Barchester Chronicles“ und erschien 1858. Die deutsche Übersetzung hatte den gleichen Titel und wurde erstmals vom Manesse-Verlag 1954 veröffentlicht, ein umfangreiches Werk von 774 Seiten.

Julian Fellowes adaptierte Trollopes Werk für das Fernsehen und es wurde vom 6. bis zum 20. März von ITV als Dreiteiler gesendet; die Serie ist bereits auf DVD erhältlich. Ob Julian Fellowes sich mit dieser einen Staffel begnügt, ist noch offen; Stoff genug bieten die anderen Romane der „Barchester Chronicles“.

Die Hauptrolle, Doctor Thorne, spielt Tom Hollander, den man aus zahlreichen TV-Serien und Spielfilmen kennt, darunter Julian Fellowes‘ „Gosford Park“.
Seine Nichte Mary Thorne spielt Stefanie Martini, eine Neuentdeckung, die vorher ein Gastspiel in einer Folge der Serie „Endeavour“ gegeben hatte und als nächstes in einer weiteren Serie, „Emerald City“, zu sehen sein wird.
Zwei aus Inspector Barnabys „Midsomer Murders“ bekannte Schauspielerinnen sind in „Doctor Thorne“ auch zu sehen: Phoebe Nicholls, die die Countess de Courcy verkörpert. Sie war in „Midsomer Murders“-Episode 27 „A Tale of Two Hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) die Laura Smythe-Webster.
Rebecca Front ist in Julian Fellowes‘ Serie die Lady Arabella Gresham und spielte in Midsomer Murders“-Episode 97 „Let Us Prey“ (dt. „Da hilft nur beten“) Reverend Martha Hillcott.

Gedreht wurde an mehreren Orten, darunter West Wycombe Park in Buckinghamshire, dort wo im 18. Jahrhundert der ominöse Gründer des Hellfire Clubs, Sir Francis Dashwood, wohnte und das heute dem National Trust gehört. In „Doctor Thorne“ fungiert das Haus als Greshamsbury Park.

Ein weiteres Herrenhaus des National Trusts wurde ebenfalls für die Innenaufnahmen des Greshamsbury Parks genutzt: Osterley Park, in Isleworth im Westen Londons gelegen. Dieses Haus wurde für den Bankier Sir Thomas Gresham im 16. Jahrhundert gebaut (die Familie Gresham spielt eines wesentliche Rolle in der Serie „Doctor Thorne“; ist die Namensgleichheit wohl Zufall?).

Seit 2002 gehört Tyntesfield House ebenfalls zum National Trust. Es liegt bei der Ortschaft Wraxall im Norden der Grafschaft Somerset. Das im neugotischen Stil für den Geschäftsmann William Gibbs Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Haus dient in der Serie für die Außenaufnahmen von Boxall Hill, in dem Roger Scatcherd wohnt.

Hier ist der Trailer zu Julian Fellowes‘ TV-Serie zu sehen.

West Wycombe House in Buckinghamshire.    © Copyright Jurek and Trish  Sienkiewicz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

West Wycombe House in Buckinghamshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jurek and Trish Sienkiewicz and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Osterley Park House im Westen Londons.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Osterley Park House im Westen Londons.
   © Copyright Thomas Nugent and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tyntesfield House in Somerset.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tyntesfield House in Somerset.
   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lily Allen: The Fear – Ein Song, ein Musikvideo und ein Landhaus in Bedfordshire

Wrest Park in Bedfordshire.   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wrest Park in Bedfordshire.
 © Copyright Nigel Cox and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die in London geborene englische Popsängerin Lily Allen veröffentlichte im Jahr 2008 einen Song mit dem Titel „The Fear„, der es auf Platz 1 der britischen Singlecharts schaffte und mit zwei Ivor Novello-Preisen ausgezeichnet wurde und zwar in den Kategorien „Best Song Musically and Lyrically“ und „Most performed work“. Geschrieben hatte den Song Lily Allen selbst, in Kooperation mit dem US-amerikanischen Produzenten Greg Kurstin. Enthalten ist „The Fear“ auch auch auf Allens zweitem Studioalbum „It’s Not Me, It’s You„. Nach ihren eigenen Worten geht es in dem Lied um die Furcht „of the world becoming this horrible sterile place. Being scared that there’s never going to be anything real any more that isn’t sponsored“.

Gedreht wurde das Musikvideo zu „The Fear“ in einem sehr schönen Landhaus bei Silsoe in Bedfordshire, Wrest Park, das zwischen 1834 und 1839 für Thomas Philip de Grey, 2nd Earl de Grey, 3rd Baron Grantham and 6th Baron Lucas (1781-1859) erbaut wurde, einem Politiker, der u.a. die Positionen First Lord of the Admiralty und Lord Lieutenant of Ireland innehatte. Der Mann mit den vielen Titeln hatte damals das Haus selbst entworfen und sich von dem Baustil französischer Architekten inspirieren lassen. Die Gärten wurden bereits zur Zeit des alten, abgerissenen Vorgängerbaus angelegt, u.a. auch von dem berühmten Lancelot „Capability“ Brown, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Der Landschaftsarchitekt wurde mit einer Gedenksäule in den Gärten von Wrest Park geehrt.

English Heritage übernahm das Anwesen im Jahr 2006 und erstellte einen 20-Jahres-Plan, mit dem das Haus und die Gärten komplett neu gestaltet werden sollten; ein großer Teil davon ist schon geschafft. Natürlich ist Wrest Park auch zu besichtigen, hier sind die Öffnungszeiten. Zu erreichen ist Wrest Park über die A6 (Luton-Bedford) in der Höhe des Ortes Silsoe über die Park Avenue.

Hier ist Lily Allens Musikvideo „The Fear“ zu sehen.

Die Gartenanlagen von Wrest Par.   © Copyright M J Richardson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Gartenanlagen des Wrest Parks.
  © Copyright M J Richardson and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die schöne Zufahrt zu Wrest Park.   © Copyright Philip Jeffrey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die schöne Zufahrt zum Wrest Park.
   © Copyright Philip Jeffrey and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Oldway Mansion in Paignton (Devon) – Ein Stück Frankreich an der Englischen Riviera

   © Copyright Tom Jolliffe and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Tom Jolliffe and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Südlich von Torquay an der Englischen Riviera liegt die Stadt Paignton. Die A3022, die Torquay Road, führt mitten durch den Ort und an einer Parkanlage vorbei, in der sich ein sehr interessantes Bauwerk befindet, das Oldway Mansion. Konzipiert und gebaut wurde das imposante Haus von Isaac Merritt Singer (1811-1875), einem US-amerikanischen Geschäftsmann, der sich sein Vermögen durch seine Nähmaschinenfabrik aufgebaut hatte. Darüberhinaus war Mr. Singer ein äußerst fruchtbarer Mann, der mit mehreren Frauen und Geliebten  24 Kinder zeugte. Ich bin mir nicht sicher, ob er immer den Überblick über seine Sprösslinge und deren Nachkommen hatte.

Singer zog es nach Europa, wo er u.a. in Paris und anschließend in England wohnte. 1871 kaufte er in Paignton ein bebautes Grundstück, dessen Häuser er abreißen und ein neues Gebäude für sich errichten ließ. Doch er hatte das Pech, dass er die Fertigstellung des Oldway Mansions nicht mehr erleben sollte, denn er starb am 23. Juli 1875 und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof von Torquay.

Singers Sohn Paris, der, wie sein Vorname vermuten lässt, eine ausgesprochene Vorliebe für alles Französische hatte, machte sich Anfang des 20. Jahrhunderts daran, das Haus nach seinen Vorstellungen umzubauen, wobei er den Palast von Versailles und den Pariser Place de la Concorde vor Augen hatte. Im Treppenhaus hängt eine Reproduktion des berühmten Gemäldes „Le Sacre de Napoléon“ von Jacques-Louis David, im ersten Stock findet man den Spiegelsaal von Versailles wieder. Für die knapp 70 000m² Außenanlagen des Oldway Mansions war der französische Gartenarchitekt Achille Duchesne zuständig.

Paris Singer wollte aber nicht für immer in dem Palast von Paignton wohnen bleiben. Nach einer Affäre mit der Tänzerin Isadora Duncan (ganz der Vater) ging er im Jahre 1917 wieder in die USA zurück.
Das Oldway Mansion durchlief jetzt eine wechselvolle Geschichte. Im Ersten Weltkrieg wurde das Haus, wie so viele andere Stately Homes auch, als Lazarett verwendet, dann übernahm es der Torbay Golf & Country Club, im Zweiten Weltkrieg brachte die Royal Air Force hier ihre Kadetten unter und 1946 kaufte der Paignton Urban District Council es endgültig der Nähmaschinen-Familie ab und machte ein Bürogebäude daraus. Seit 2013 steht das Mansion leer und droht allmählich zu verfallen. Die Reparaturkosten waren dem Council zu hoch und so war man froh, dass die Firma Akkeron aus dem Oldway Mansion ein 57-Betten-Luxushotel machen wollte. Doch bis heute hat sich nichts getan, denn beide Seiten haben sich in Rechtsstreitigkeiten verwickelt und so bleibt die Zukunft des schönen Hauses weiterhin offen.

Drei Filme wurden im Oldway Mansion gedreht, passenderweise 1968 der biografische Film „Isadora“ (dt. „Isadora“), die Lebensgeschichte der Tänzerin und ehemaligen Geliebten des Paris Singer, mit Vanessa Redgrave in der Titelrolle (hier ist der Trailer). 2004 folgte „Churchill: The Hollywood Years“ mit Christian Slater als Winston Churchill (hier ist der Trailer) und 2013 der Kurzfilm „A Dark Tale„, eine „gothic comedy“, die man sich hier ansehen kann.

Dieser Film zeigt Fotos vom Oldway Mansion und den Gartenanlagen.

   © Copyright Richard Dorrell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    © Copyright Richard Dorrell and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Treppenhaus mit der Reproduktion des Davis-Gemäldes.   © Copyright Lewis Clarke and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Treppenhaus mit der Reproduktion des David-Gemäldes.
   © Copyright Lewis Clarke and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Isaac Merritt Singers Grabmal auf dem Friedhof von Torquay. This work has been released into the public domain.

Isaac Merritt Singers Grabmal auf dem Friedhof von Torquay.
This work has been released into the public domain.

 

Das Sommervergnügen in England: Freiluftkinovorführungen auf dem Gelände von berühmten Landhäusern

Waddesdon Manor in Buckinghamshire. Eigenes Foto.

Waddesdon Manor in Buckinghamshire.
Eigenes Foto.

Wenn das Wetter mitspielt, kann es schon Spaß machen, sich vor der Kulisse eines berühmten Landhauses einen klassischen oder modernen Spielfilm anzusehen. Die Engländer lieben es in zunehmendem Maße, dieses etwas andere Sommervergnügen zu genießen. Liegend, sitzend, stehend, champagner- oder biertrinkend, kann man sich auf diese Weise einen Film auf eine ganz neue Art zu Gemüte führen.

Die Firma The Luna Cinema hat sich auf Freiluftkinovorführungen spezialisiert und organisiert diese Events in englischen Landhäusern. Dieser Film vermittelt schon einmal einen Eindruck davon. Hier sind einige Beispiele für den Sommer 2016:

Am 26. und 27. August finden vor dem Waddesdon Manor in Buckinghamshire zwei Vorführungen statt: „Romeo + Juliet“ (1996) mit Leonardo DiCaprio und Claire Danes und „Breakfast at Tiffany’s“ (1961) mit Audrey Hepburn.

Am 8. und 9. September zeigt The Luna Cinema vor dem Warwick Castle in Warwickshire „Star Wars – The Force Awakens“ (2015) mit Mark Hamill und Harrison Ford und „Notting Hill“ (1999) mit Hugh Grant und Julia Roberts.

Am 31. August und am 1. September kann man sich im hohen Norden, vor dem Alnwick Castle in Northumberland „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ (2001) mit Daniel Radcliffe und Emma Watson und „Robin Hood: Prince of Thieves“ (1991) mit Kevin Costner und Morgan Freeman ansehen.

Auf dem Gelände des Stonor Parks in Oxfordshire werden am 15. und 16. Juli die beiden Filme „Top Gun“ (1986) mit Tom Cruise und Kelly McGillis und „Grease“ (1978) mit John Travolta und Olivia Newton-John vorgeführt.

Das Harewood House in North Yorkshire ist Schauplatz von drei Vorführungen vom 7. bis zum 9. Juli: „Labyrinth“ (1986) mit David Bowie und Jennifer Connelly, „Star Wars – The Force Awakens“ (2015) mit Mark Hamill und Harrison Ford und „Dirty Dancing“ (1987) mit Patrick Swayze und Jennifer Grey.

Das ist nur eine kleine Auswahl an Veranstaltungsorten; es gibt noch viele weitere Freiluftkinovorführungen im ganzen Land.

Alnwick Castle in Northumberland.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Alnwick Castle in Northumberland.
   © Copyright Richard Croft and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

 

 

 

Barbara Cartland (1901-2000) und ihr Anwesen Camfield Place in Hertfordshire

Das Eingangstor zu Camfield Place.   © Copyright Robert Edwards and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Eingangstor zu Camfield Place.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Robert Edwards and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Woran erinnert man sich am ehesten, wenn man den Namen Barbara Cartland hört? Sicher an ihre ungeheure Produktivität, was die Zahl ihrer romantischen Liebesromane angeht; 723 sollen es gewesen sein. Niemand weiß genau wie viele ihrer Bücher verkauft worden sind, die Schätzungen schwanken zwischen 750 Millionen und 2 Milliarden. Dann erinnert man sich bestimmt noch an ihren extravaganten Kleidungsstil, der von der Farbe Rosa klar dominiert wurde wie dieser Film zeigt. Die Dame ließ sich in einem weißen Rolls Royce chauffieren und hatte einen Koch eingestellt, der sich um ihr leibliches Wohl kümmerte.

Seit dem Jahr 1950 wohnte Barbara Cartland in der Nähe von Essendon in Hertfordshire in ihrem Landsitz Camfield Place. Dieses Haus wurde 1867 von Beatrix Potters Großvater erbaut, in dem die Schriftstellerin ihr weltberühmtes Kinderbuch „The Tale of Peter Rabbit“ schrieb. Es steht ganz in der Nähe von Hatfield House, das einmal Heinrich VIII. gehörte und in dem seine Kinder Mary und Elizabeth aufwuchsen. Im Jahr 1550 schoss Elizabeth auf dem weitläufigen Gelände von Hatfield House ihren ersten Hirsch und an dieser Stelle ließ sie eine Eiche pflanzen, The Deer Oak, die später zu dem Anwesen Camfield Place gehörte.

Barbara Cartland liebte diesen 400 Jahre alten Baum und 1976 ließ sie eine Weihnachtskarte anfertigen, auf dem sie und ihr Pekinese Mai-Mai unter der Eiche zu sehen waren. Bevor sie am 21. Mai 2000 im Alter von 98 Jahren  in Camfield Place starb, äußerte sie den Wunsch, unter The Deer Oak begraben zu werden und zwar in einem Sarg aus Pappe, denn die Dame war sehr umweltbewusst und wollte nicht, dass das Holz eines Baumes dafür verwendet wurde. Die Beerdigungsfeier wurde von Reverend John Cotton geleitet, dem früheren Pfarrer von St Mary’s im benachbarten Essendon. Die Trauergemeinde sang Barbara Cartlands Lieblingslied „I Believe“, das durch den US-amerikanischen Sänger Perry Como bekannt gemacht worden war. Ihr Enkel William trug eines ihrer Gedichte vor und ihre Tochter Raine, Stiefmutter von Diana, Princess of Wales, las eine Passage aus der Bibel. Dieser Film zeigt die Ankunft der Trauergäste in Camfield Place.

Es gibt zurzeit noch kein „richtiges“ Barbara Cartland Museum, aber ein virtuelles, das man sich hier ansehen kann.

In einem Cottage auf dem Gelände von Camfield Place erblickte am 14. November 1967 Letitia Dean das Licht der Welt, die später Schauspielerin wurde und allen, die die Endlos-TV-Serie „EastEnders“ kennen, ein Begriff ist; darin spielt sie die Rolle der Sharon Watts. Als Letitias Mutter kurz vor der Geburt ihrer Tochter stand, schickte Barbara Cartland eine alte Tür in das Cottage, mit dem Hinweis, sie unter das Bett zu legen, damit sie beim Geburtsvorgang einen festen Halt hätte. Ja, ein wenig exzentrisch war sie schon, die Lady in Pink.

Camfield Place liegt östlich von Hatfield in Hertfordshire an der B158, die von Essendon nach Brookman’s Park führt.

 

Balls Park in Hertford (Hertfordshire) – Luxusapartments in einer „Gated Community“

   © Copyright Melvyn Cousins and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    © Copyright Melvyn Cousins and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Am Stadtrand von Hertford in der Grafschaft Hertfordshire findet sich ein Parkgelände, in dem als Mittelpunkt Balls Park steht, ein ansehnliches, denkmalgeschütztes Haus aus dem 17. Jahrhundert, das in den letzten Jahren als Apartmentkomplex umgebaut worden ist.
Sir John Harrison war der Erbauer von Balls Park; er war langjähriges Parlamentsmitglied, erst für Scarborough, dann für Lancaster. Auf Balls Park ist Harrison 1669 gestorben. Das Haus blieb noch eine ganze Weile in der Familie Harrison, bis es als Zweitwohnsitz der Marquesses of Townshend genutzt wurde, die ihren Hauptsitz auf Raynham Hall in Norfolk hatten. Die nächsten Besitzer waren die Faudel-Phillips‘, die dreimal den High Sheriff of Hertfordshire stellten. Jede Familie nahm Veränderungen und Erweiterungen an dem Gebäude vor.

Nachdem Balls Park 1946 verkauft worden war, nutzte man das Haus mehr als 50 Jahre als Lehrerfortbildungsstätte, dann übernahm die Universität von Hertfordshire für ein paar Jahre, bevor die Firma City&Country, die sich auf Umbauten historischer Gebäude spezialisiert hat, das Gelände kaufte, um aus Balls Park luxuriöse Apartments zu schaffen, die sich über das Mansion House, The Stables und The Coach House erstrecken. Die Konvertierung der Anlage war so gelungen, dass Balls Park mehrere Auszeichnungen des Evening Standards und der Sunday Times gewinnen konnte. In diesem Film ist ein Rundgang durch Balls Park zu sehen, eine „Gated Community“, in der viel Wert auf Sicherheit gelegt wird.

Da das Haus nahe an den Londoner Filmstudios liegt, wurden hier auch mehrere Filme gedreht; dazu gehören:
Amazing Grace“ aus dem Jahr 2006 mit Benedict Cumberbatch und Albert Finney, der in Deutschland unter dem Titel „Der Mann, der die Welt veränderte“ lief.
The Young Victoria“ (dt. „Viktoria, die junge Königin“) mit Emily Blunt und Rupert Friend aus dem Jahr 2009.
Die Teenie-Komödie „Wild Child“ (dt. „Wild Child“) mit Emma Roberts (2008).
Die Episode „Enemy Fire“ aus der TV-Serie „Foyle’s War“ (2004), hier in voller Länge zu sehen.

Mein Buchtipp – Alvin Nicholas: Hidden Britain

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

In einem Land wie England, das über so viele alte Burgen und Häuser verfügt, ist es nicht verwunderlich, dass in diesen Gemäuern auch jede Menge Geheimgänge, versteckte Räume, Priesterlöcher u.a. zu finden sind. Ich selbst habe bei meinem Aufenthalt im The Mermaid Hotel in Rye (East Sussex) in einem Zimmer gewohnt (Dr Syn’s Bedroom), in dem eine Geheimtür hinter einer Bücherwand zu einer Steintreppe führte, die hinter der Bar des Hauses mündete.
Im Billesley Manor Hotel bei Stratford-Upon-Avon hat das Zimmer Nummer 4, der Shakespeare Room, einen Wandschrank, in den eine Falltür integriert ist, die zu einer Geheimkammer führt.

In seinem Buch „Hidden Britain: Secret Tunnels, Lost Chambers and Unknown Passageways“ beschäftigt sich Alvin Nicholas mit diesen mysteriösen baulichen Veränderungen in alten Häusern und listet diese auf. Einige Beispiele:

Das Warwick Castle in Warwick ist geradezu gespickt mit (bisher) verborgenen Räumen und Gängen, zu finden im Caesar’s Tower, Bear Tower und im Clarence Tower.

Auch das Ham House in Surrey kann mehrere Geheimgänge und versteckte Treppen vorweisen, die dazu dienten, dass der Anblick der Dienerschaft nicht die Augen der stolzen Besitzer beleidigten.

Harvington Hall in Worcestershire ist der Ort für alle, die sich für Priesterlöcher interessieren. In keinem anderen Haus in Großbritannien gibt es besser erhaltene „priest holes“, in dem sich früher verfolgte katholische Priester versteckten.

Meine erste Begegnung mit dem Thema „Geheimzimmer“ war vor vielen Jahren im Glamis Castle in Schottland, wo der Guide bei der Führung auf einen mysteriösen Raum aufmerksam machte, der in keinem Buch über Geister fehlen darf und über den schon ausführlich geschrieben wurde.

Viele der von Alvin Nicholas erwähnten Häuser sind zu besichtigen; er gibt jeweils am Ende jeden Beitrags darüber Auskunft. Wer einmal Besichtigungen der etwas anderen Art in England, Wales und Schottland durchführen möchte, ist mit diesem Buch gut bedient.

Alvin Nicholas: Hidden Britain: Secret Tunnels, Lost Chambers and Unknown Passageways. The History Press 2015. 191 Seiten. ISBN 978-0-7509-5224-8

Die Geheimtür hinter dem Bücherschrank in Dr Syn's Bedroom im The Mermaid Hotel in Rye. Eigenes Foto.

Die Geheimtür hinter dem Bücherschrank in Dr Syn’s Bedroom im The Mermaid Hotel in Rye.
Eigenes Foto.

Das Billesley Manor Hotel.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Billesley Manor Hotel.
    © Copyright Richard Croft and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Harvington Hall in Worcestershire, das Mekka für Priesterloch-Jäger.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Harvington Hall in Worcestershire, das Mekka für Priesterloch-Jäger.
   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das unheimliche Glamis Castle in Schottland.    © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das unheimliche Glamis Castle in Schottland.
   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Baddesley Clinton in Warwickshire

   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Steve Daniels and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Vor ca fünf Jahren veröffentlichte der National Trust eine Liste mit seinen zehn furchterregendsten Gebäuden. Auf den Plätze 1-3 standen dabei Ham House in Surrey, The Treasurer’s House in York und Chartwell in Kent, Churchills einstige Residenz. Auf Platz 9 stand das mittelalterliche einsam gelegene Haus Baddesley Clinton in Warwickshire, knapp drei Kilometer nördlich der Autobahn M40.

Die Ursprünge des von einem Wassergraben umgebenen Haus gehen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Die Mauern dieses alten Gebäudes haben im Laufe der Jahrhunderte also so einiges mitbekommen, was sich hier abgespielt hat. Es war der Familiensitz der Ferrers, von Anfang des 16. Jahrhundert bis zum Jahr 1940. 1980 übernahm der National Trust Baddesley Clinton und öffnete das Manor House der Öffentlichkeit.

Die Aufnahme des Gebäudes unter die oben erwähnten Top Ten des National Trusts beruht u.a. darauf, dass ein gewisser Nicholas Brome (1450-1517) hier einen brutalen Mord an einem Priester begangen hat. Noch heute, heißt es, spukt der Mörder in der Bibliothek, dort, wo er seine Tat begangen hat. Die Besitzer von Baddesley Clinton waren überzeugte Katholiken und boten damals den verfolgten Priestern in ihrem Haus Schutz. Zu diesem Zweck wurden sogenannte „priest holes“ (ich berichtete in meinem Blog darüber) und Geheimgänge angelegt. Man vermutet, dass Nicholas Owen dafür beauftragt worden war, der sich auf diese architektonische Besonderheit spezialisiert hatte. 1591 kamen diese Verstecke einigen jesuitischen Priestern sehr zunutze, die sich in dem Haus zu einer Geheimkonferenz eingefunden hatten. Priesterjäger bekamen von dem Treffen Wind und wollten Baddesley Clinton durchsuchen, was sie denn auch taten; die Jesuiten konnten sich gerade noch in letzter Minute in den dafür vorgesehenen Verstecken dem Zugriff entziehen.

Nicht nur die Bibliothek ist „haunted“, auch in den Gängen und Fluren will man immer wieder Schritte, Klopfen, Gemurmel und andere unheimliche Geräusche gehört haben. Übernachtungsgäste berichteten von Gestalten, die durch ihr Schlafzimmer schwebten und durch die Wände wieder verschwanden. Der berühmte Geisterjäger Peter Underwood schreibt in seinem Buch „Haunted Gardens“ (Amberley Publishing 2009) von seinen Besuchen in Baddesley Clinton, und Granville Squiers beschäftigt sich in „Secret Hiding Places“ (Cope Press 2010) mit den Verstecken, die in dem Haus angelegt worden sind.

Baddesley Clinton ist das ganze Jahr über geöffnet, sowohl das Haus als auch die Gärten. Der Eintritt kostet £11.50.

Hier ist ein Film über einen Besuch in Baddesley Clinton.

Baddesley Clinton
Rising Lane
Baddesley Clinton, Warwickshire B93 0DQ

   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Steve Daniels and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Bill Boaden and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Bill Boaden and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Published in: on 14. März 2016 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Sir Charles Isham und die Gartenzwerge von Lamport Hall (Northamptonshire)

Lamport Hall (Northamptonshire).   © Copyright Ian Rob and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lamport Hall (Northamptonshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian Rob and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Sir Charles Isham, der 10. Baronet of Lamport Hall (1819-1903), war ein englischer Exzentriker, der sich für Spiritualismus und Gartenbau  interessierte und Sammler von wertvollen Büchern war, ja auch selbst einige schrieb, darunter „Notes on Gnomes“ (1884). Er lebte in Lamport Hall, einem schönen Anwesen in Northamptonshire.

Sir Charles ist es aber auch zu verdanken, dass die Gartenzwerge in England Einzug hielten. Während einer Reise 1847 nach Deutschland verliebte er sich in die kleinen Wesen und nahm 21 davon mit zurück nach England, die er in seinem italienischen Garten aufstellte und sie liebevoll pflegte. Sir Charles‘ Töchter dagegen konnten sich mit den Gartenzwergen überhaupt nicht anfreunden und ließen sie alle verschwinden, bis auf einen, der sich im Garten versteckte und überlebte. Es hieß, die bösen Töchter hätten die Zwerge mit Luftgewehren erschossen (!!).

Lampy, so der Name des einzigen Überlebenden und der Urvater aller englischen „garden gnomes“ führt jetzt ein zufriedenes und wohl behütetes Leben in Lamport Hall, denn er ist versichert und zwar mit einer Million Pfund Sterling. Sein Domizil ist jetzt natürlich nicht mehr der Garten, nein, Lampy lebt nun hinter verschlossenen Türen und reist hin und wieder zu internationalen Gartenzwergkonferenzen in aller Welt.

Nicht bekannt ist, was Lampy von der „Garden Gnome Liberation Front“ hält, einer Organisation, die sich die Befreiung aller Gartenzwerge auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Lamport Hall liegt an der A508 zwischen Market Harborough und Northampton.

Lamport Hall Preservation Trust Limited
Lamport Hall
Lamport
Northamptonshire
NN6 9HD

Eine Replika ddes berühmten Gartenzwergs Author: Amos Wolfe This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Eine Replika des berühmten Gartenzwergs Lampy.
Author: Amos Wolfe
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Stocks House – Ein Haus in Aldbury (Hertfordshire) mit einer interessanten Vergangenheit

Über das hübsche Dorf Aldbury in Hertfordshire habe ich in meinem Blog in der Reihe „Auf den Spuren von Inspector Barnaby“ schon einmal berichtet. In dem Blogeintrag erwähnte ich auch kurz das Stocks House, auf das ich heute etwas näher eingehen möchte.

Das Haus, das 1773 erbaut wurde, liegt nördlich von Aldbury an der Stocks Road und ist seitdem durch die Hände vieler interessanter Besitzer gegangen. Einer davon war Edward Grey, 1st Viscount Grey of Fallodon (1862-1933), der hier allerdings so gut wie nie wohnte, denn sein Amt als Außenminister Großbritanniens ließ ihm keine Zeit dafür. Von 1905 bis 1916 bekleidete er dieses Amt, ein Rekord, der nie wieder eingestellt werden konnte. Anschließend ging er als Botschafter in die USA.

Mary Augusta Ward (1851-1920) übernahm Stocks House im Jahr 1892 und blieb hier bis zu ihrem Tod. Sie war zu ihrer Zeit eine namhafte und sehr produktive Schriftstellerin, die ihr Haus als literarischen Salon für viele Kolleginnen und Kollegen öffnete. Ihr Onkel war der Dichter Matthew Arnold, ihre Neffen der berühmte Biologe Sir Julian Huxley und der Schriftsteller Aldous Huxley („Brave New World“) und ihr Schwiegersohn der Historiker  George Macaulay Trevelyan. Einer von Mary Augusta Wards Romanen, „Marcella“ (liegt nicht in deutscher Übersetzung vor) aus dem Jahr 1894, basiert auf einem wahren Mordfall, der sich ganz in der Nähe von Stocks Haus ereignet hatte: Am 12. Dezember 1891 wurden zwei Jagdaufseher von Wilderern ermordet, die von der Polizei festgenommen und später hingerichtet wurden. Also ging es hier in Aldbury auch in der Prä-Barnaby-Zeit schon nicht sehr friedlich zu. Mrs Ward fand ihre letzte Ruhestätte in der Kirche St John the Baptist in Aldbury.

Stocks House erbte Mary Augustas Sohn Arnold Ward, der von 1910 bis 1918 als Parlamentsmitglied für die Stadt Watford diente.

1944 wurde aus dem Haus ein exklusives Internat für Mädchen aus den höheren Gesellschaftsschichten, das sich Brondesbury-at-Stocks School nannte.

Auch 1972, nach dem nächsten Besitzerwechsel, waren hier viele Mädchen anwesend, allerdings lernten diese junge Damen etwas anderes, sie wurden als Playmates für Playboy-Clubs ausgebildet. Der US-Amerikaner Victor Aubrey Lownes III hatte Stocks House gekauft; er war der Europa-Chef von Hugh Hefners Playboy-Konzern und baute in Großbritannien die Playboy-Clubs auf. 1978 organisierte Lownes aus Anlass des 25jährigen Bestehens des Playboy Magazins, eine berühmt-berüchtigte 25 Stunden dauernde Party in Stocks House, bei der er seine zahlreiche Schlafzimmer für Gäste und Playboy Bunnies zur Verfügung stellte. Viele Berühmtheiten gingen in Stocks House aus und ein wie Peter Sellers, Roman Polanski und John Cleese. Auch heute gibt es wieder ein Playboy Bunny Bootcamp in England, in dem junge Damen für ihren zukünftigen Job ausgebildet werden wie dieser Film zeigt.
Victor Lownes starb am 11. Januar 2017 im Alter von 88 Jahren in London.

Nachdem sich Victor Aubrey Lownes III von dem Haus getrennt hatte, übernahm es der Cricketspieler und Geschäftsmann Phil Edmonds, der daraus das Stocks Golf Resort Hotel and Health Spa machte, nachdem er einen Golfplatz hatte anlegen lassen.

2004 übernahm der schwerreiche Geschäftsmann und ehemalige Pferdetrainer Peter Harris das geschichtsträchtige Haus, das er komplett umbauen ließ und als Privathaus nutzte, in dem jetzt Harris‘ Schwiegersohn Walter Swinburn, ein ehemaliger Jockey, mit seiner Frau lebt.

 

Hedsor House in Buckinghamshire – Hochzeitspaare und Filmcrews sind hier sehr willkommen

Nur ein Katzensprung vom Cliveden House entfernt, liegt das Hedsor House. Beiden gemeinsam ist der Blick auf die Themse, die unterhalb der Häuser ruhig vorbeizieht, und die vielen prominenten Besucher, die sich im Laufe der Zeit hier eingefunden haben. Die Nähe zum Windsor Castle brachte es mit sich, das gekrönte Häupter in den beiden Häusern zu Besuch waren. Über Cliveden habe ich in meinem Blog bereits berichtet, so möchte ich heute ein paar Worte über Hedsor House sagen.

Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg, Mutter Georgs III., wohnte hier im 18. Jahrhundert. Wie sein Nachbar Cliveden brannte auch dieses Haus nieder und wurde später im Jahr 1868 wieder aufgebaut. Frederick Irby, 2nd Baron Boston war der neue Besitzer.
In den 1960er Jahre diente Hedsor House als Konferenz- und Trainingszentrum der britischen Firma International Computers Limited. Nachdem das in georgianischem Stil erbaute Haus komplett renoviert worden war, öffnete es seine Pforten für Veranstaltungen, Hochzeitsfeiern und andere festlichen Ereignisse. Seit 1932 ist Hedsor im Besitz der Familie Shephard, die sicher darauf stolz ist, dass in ihren Räumen zahlreiche Filme gedreht worden sind, in denen renommierte Schauspieler mitgewirkt haben. Hier sind einige Beispiele:

The Golden Compass“ (dt. „Der goldene Kompass“) mit Nicole Kidman und Daniel Craig, ein Fantasy-Film nach dem gleichnamigen Roman von Philip Pullman 2007.

The Girls of Hedsor Hall„, eine achtteilige Reality-Fernsehserie der MTV (2009).

Brighton Rock“ (dt. „Brighton Rock“) mit Sam Riley und Helen Mirren (2010).

Quartet“ (dt. „Quartett“), ein Spielfilm mit Maggie Smith und Tom Courtenay, bei dem Dustin Hoffman Regie geführt hat (2012).

Mortdecai“ (dt. „Mortdecai, der Teilzeitgauner“) mit Johnny Depp und Gwyneth Paltrow (2015).

Legend“ (dt. „Legend“) mit Colin Morgan und Tom Hardy, die verfilmte Geschichte der Kray Twins (2015).

Downton Abbey„. In der 5. Staffel, Teil 4, besuchen Lady Mary und ihre Tante Rosamund eine Modenschau, bei der Lady Mary auf  Charles Blake trifft. Für diese Aufnahmen wurden die Centre Hall und der Ball Room verwendet.

Dieser Film zeigt einige Außen- und Innenaufnahmen vom Hedsor House in Buckinghamshire.

Die Zufahrt zum Haus erfolgt über die Heathfield Road, das ist die Verlängerung der Cliveden Road, wenn man vom Süden aus Richtung Taplow kommt.

 

Spukorte – Das Berry Pomeroy Castle bei Totnes in Devon

   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Croft and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Einsam in einem Waldstück gelegen, findet man die Ruinen des Berry Pomeroy Castles, nicht allzuweit von der Kleinstadt  Totnes in Devon entfernt. Wir waren die einzigen Besucher an einem trüben Vormittag und konnten uns ungestört der Atmosphäre dieser alten Burg hingeben, die Ende des 15. Jahrhunderts gebaut wurde.

Die Burg gehörte erst der Pomeroy-Familie und wurde 1547 von Edward Seymour, dem ersten Duke of Somerset, gekauft. Im Besitz der Seymour-Familie blieb das Berry Pomeroy Castle auch, aber nach und nach verlor die Familie das Interesse an dem alten Gemäuer, wohl auch weil es so weit von London entfernt lag. Um das Jahr 1700 herum war es schon eine malerische Ruine und so blieb es auch bis zur heutigen Zeit. Die Burg gehört heute noch immer dem Duke of Somerset, wird aber vom English Heritage verwaltet.

Es heißt, dass das Berry Pomeroy Castle „haunted“ ist, also von mehreren Geistern heimgesucht wird. Da soll es eine „White Lady“ geben, die im Kerker der Burg spukt, und eine „Blue Lady„, die ihre eigenen Kinder erdrosselt haben soll und nun aus lauter Verzweiflung in den Ruinen herumirrt. Auch von zwei Pomeroy-Brüdern ist die Rede, die samt Pferden und in voller Rüstung von den Burgmauern in den Tod gesprungen sind, als die Burg einmal belagert wurde.

Die Crew von Living TVs Serie „Most Haunted“ mit Yvette Fielding und Derek Acorah besuchte im Jahr 2005 in der 5. Staffel Berry Pomeroy  und sie verbrachten hier eine äußerst gruselige Nacht, in der die Moderatorin minutenlang in eine Ohnmacht fiel.

Ich hatte bei meinem Besuch keine ungewöhnlichen Erscheinungen, aber vielleicht hatte ich nicht genau genug hingesehen. Im Internet gibt es viele Augenzeugenberichte über unheimliche Begegnungen auf dem Gelände.

Folgender Film wurde an einem hellen sonnigen Tag gedreht. Man stelle sich die Ruinen aber einmal in einer mondlosen Nacht vor…

   © Copyright Mike Searle and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Searle and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mein Guidebook.

Mein Guidebook.

Weihnachten im Waddesdon Manor

   © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Christine Matthews and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Waddesdon Manor, zwischen Aylesbury und Bicester in Buckinghamshire gelegen, gehört mit zu den schönsten Palästen, die ich in England besichtigt habe. Das im Stil eines französischen Renaissanceschlosses von 1874 bis 1883 erbaute Haus gehörte dem Baron Ferdinand von Rothschild; 1957 ging es in den Besitz des National Trusts über. Sowohl die umfangreichen Sammlungen an Kunstgegenständen als auch die Gärten sind absolut sehenswert.

Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit erfreut sich das Waddesdon Manor großer Beliebtheit bei den Besuchern, da es durch seine Illuminationen und Dekorationen eine ganz besondere Atmosphäre schafft. Der Lichtkünstler Bruce Munro hat auch in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Winter Light at Waddesdon“ eine Art Lichtpfad geschaffen, der durch die Außenanlagen des Schlosses führt. „SOS“ hat Munro sein Kunstwerk genannt, das in diesem Film zu sehen ist, der auch die Son et Lumière-Installation „Transformation“ zeigt, die das Haus in wechselnde Farben taucht.

Auch im Inneren des Palastes geht es weihnachtlich zu, kunstvoll geschmückte Weihnachtsbäume, dekorierte Kaminsimse und andere Kunstobjekte so weit das Auge reicht. Dieser Film zeigt das auf eindrucksvolle Art.

Wer seinen Besuch im Manor gleich mit Weihnachtseinkäufen verbinden möchte, kann das im Manor Shop, Wine Shop und Stables Shop tun. Da Waddesdon einmal Ferdinand von Rothschild gehört hat, findet man im Wine Shop eine große Auswahl von Weinen aus dem Hause Rothschild, darunter auch die berühmten Château Mouton Rothschild und Château Lafite Rothschild.

Das Manor Restaurant bietet nachmittags ab 16.30 Uhr den Lights & Legends Afternoon Tea an, bei dem man sich z.B. an Scone citron with crème Chantilly und Smoked salmon dauphinoise with soured cream and chive ergötzen kann, begleitet von einer Tasse Darjeeling First Flush oder Oolong Formosa.

Das Waddesdon Manor, dessen Lichtilluminationen noch bis zum 3. Januar zu sehen sind, hat in jeder Jahreszeit etwas zu bieten und ist immer einen Besuch wert. Garantiert!!

   © Copyright Rob Farrow and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Rob Farrow and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein kunstvoll gedeckter Tisch im Manor unter dem Motto "Die Schneekönigin".    © Copyright Rob Farrow and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein kunstvoll gedeckter Tisch im Manor unter dem Motto „Die Schneekönigin“.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Rob Farrow and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Published in: on 24. Dezember 2015 at 02:00  Comments (7)  
Tags:

The Great Vine – Der größte Weinstock der Welt in Hampton Court (Surrey)

   © Copyright Margaret Sutton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Margaret Sutton and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn man sich etwas näher mit englischen Parks und Gärten beschäftigt, stößt man allenthalben auf einen Namen: Lancelot „Capability“ Brown. Dieser viel beschäftigte Landschaftsarchitekt lebte von 1716 bis 1783 und hatte u.a. im Chatsworth House, Blenheim Palace, Harewood Hous und im Belvoir Castle gearbeitet und das ist nur eine ganz kleine Auswahl seiner Wirkungsstätten. Auch bei der Gestaltung der Gärten im Hampton Court Palace in Surrey hatte er seine Hände im Spiel und im nächsten Jahr wird es vom 6. bis zum 8. Juni anlässlich seines 300. Geburtstages hier eine Tagung geben mit dem Thema „Capability Brown Royal Gardener – The Man and His Business – Past, Present and Future“.

Vielleicht ist es vielen Besuchern von Hampton Court nicht bekannt, dass in einem der Glashäuser in den Gärten der größte und wohl auch älteste Weinstock der Welt, The Great Vine, wächst, den Mr. Brown im Jahre 1769 gepflanzt hat. Die kleine Pflanze stammte aus dem Valentines Mansion bei Ilford in Essex, das die Witwe des Erzbischofs von Canterbury, Lady Tillotson, 1696 erbauen ließ. Capability Brown hätte sich damals nicht träumen lassen, dass sein Weinstock auch nach 246 Jahren existiert und Jahr für Jahr eine reiche Ernte bringt. Rund 5 bis 6 Zentner Trauben werden durchschnittlich jedes Jahr geerntet, Trauben, die die Besucher im September in Hampton Court auch kaufen können (in fester, nicht in flüssiger Form!). Queen Victoria hatte die Traubenernte noch für sich in Beschlag genommen, ihr Nachfolger, Edward VII, mochte wohl Weintrauben nicht besonders, denn er gab die Order, die Früchte vor Ort an die Besucher zu verkaufen.

The Great Vine beansprucht ein Glashaus ganz für sich allein, das schon erweitert werden musste, da die Pflanze wucherte und wucherte. Manche Ranken sind über 30 Meter lang. Wer möchte, kann sich diese Seltenheit ansehen; es gibt eine spezielle „viewing area“ für Besucher. Hier ist ein Schwenk über The Great Vine.

Der Eintrittspreis für Hampton Court beträgt zurzeit £19.30.
Wie man zum Palast kommt, zeigt diese Animation.

   © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Christine Matthews and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Valentines Mansion in Essex. Von hier stammt der Setzling des Great Vines.   © Copyright Ian Cranston and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Valentines Mansion in Essex. Von hier stammt der Setzling des Great Vines.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian Cranston and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Chevening House in Kent – Landsitz des britischen Außenministers

Der britische Premierminister zieht sich gern mit der Familie bzw. mit Gästen aus der Politik auf seinen Landsitz Chequers in Buckinghamshire zurück (ich berichtete in meinem Blog darüber); dem Finanzminister steht Dorneywood, ebenfalls in Buckinghamshire, zur Verfügung, und der Außenminister darf sich im Chevening House bei Sevenoaks in Kent von den Strapazen seiner Arbeit erholen.

Der eindrucksvolle große Gebäudekomplex Chevening House ist von einer nicht enden wollenden Backsteinmauer umgeben und liegt ganz in der Nähe der Autobahnen M25 und M26; kann also vom Zentrum Londons schnell erreicht werden. Phillip Hammond, der gegenwärtige Außenminister, ist hier hin und wieder anzutreffen, wenn er denn Lust dazu hat.

Chevening House war über eine sehr lange Zeit im Besitz der Familie Stanhope; als der siebte Earl of Stanhope 1967 starb, trat der sogenannte Chevening Estate Act in Kraft, der die Verantwortung für das Anwesen einem Trust übergab. In dem Act war festgelegt, dass der britische Premierminister darüber entscheiden kann, wer auf dem Estate wohnen soll. Es kann der Regierungschef selbst sein, ein Mitglied des Kabinetts, ein direkter Nachfahre König Georgs VI. bzw. die Frau, Witwe oder Witwer einer dieser Nachfahren. Sollte tatsächlich niemand der genannten Personen ein Interesse daran haben, hier im idyllischen Kent zu wohnen, wäre es auch möglich, dass der Botschafter der Vereinigten Staaten, der High Commissioner von Kanada oder der National Trust im Chevening House einziehen.

1973 nahm als Erster Anthony Barber für kurze Zeit von dem Anwesen Besitz, damals Finanzminister im Kabinett von Edward Heath, kurz darauf gefolgt vom Lordkanzler Lord Hailsham. Um ein Haar hätte Prince Charles seinen Wohnsitz im Chevening House eingerichtet, aber er entschied sich dann doch lieber für das weiter entferntere Highgrove in Gloucestershire.

In den Jahren 2010 bis 2014 stand Chevening gleich zwei Politikern zur Verfügung: Außenminister William Hague und Nick Clegg, stellvertretender Premierminister. Da die beiden Politiker unterschiedlichen Parteien angehörten und wohl auch nicht die allerbesten Freunde waren, ging man sich aus dem Weg und nutzte das 115-Zimmer-Haus zu unterschiedlichen Zeiten.

Wer sich Chevening einmal ansehen möchte, hat schlechte Karten, denn das Haus wird nur ganz selten für Gruppen geöffnet, die ein spezielles Interesse daran haben. Selbst die Gärten kann man nur maximal an drei Tagen im Jahr besichtigen. Man soll das Anwesen von der Autobahn M25, etwa in Höhe von Ausfahrt 5, liegen sehen; ich habe leider nie darauf geachtet.

Wenn jemand der Bewohner das Bedürfnis verspürt, einen Gottesdienst zu besuchen, so ist das ohne weiteres in der Kirche St Botolph möglich, die direkt vor den Mauern von Chevening liegt.

Im vorigen Jahr geriet Chevening in die Schlagzeilen, als die Polizei eine Gruppe von Kriminellen erwischte, die sieben Monate lang eine Pipeline angezapft hatte, die mitten durch das Anwesen verläuft, und dabei 30 000 Liter Benzin im Wert von £8.3 Millionen stahlen. Schon ein Jahr davor berichtete die Presse über einen Zwischenfall, als sich einige Zigeuner auf dem Grundstück gemütlich einrichten wollten, nachdem sie ein Tor aufgebrochen hatten. Die Polizei machte dem Spuk aber schnell ein Ende.

Park und See vor Chevening Hall.   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Park und See vor Chevening House.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian Capper and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Backsteinmauer, die Chevening abgrenzt.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Backsteinmauer, die Chevening abgrenzt.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 7. November 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pengersick Castle in Cornwall – Eine beliebte Burg bei Geisterjägern

   © Copyright Rod Allday and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Rod Allday and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Heute zu Halloween habe ich wieder einmal ein gruseliges Thema ausgesucht – eine Burg in Cornwall, von der es heißt, sie wäre „the most haunted location in the UK„. Diese Aussage habe ich schon sehr häufig gehört, ob Burg, Herrenhaus, Kirche oder Pub, man schmückt sich in Großbritannien gern mit dem Etikett „most haunted“.

Pengersick Castle ist eine alte Burg bei Germoe und Praa Sands im Südwesten der Grafschaft Cornwall, die schon mehrere Teams von Geisterjägern angezogen hat, so z.B. den Ghost Club und die TV-Crew von „Most Haunted„. In dem alten Gemäuer kann man angeblich alles finden, was das Herz eines Geisterjägers höher schlagen lässt: Einen unheimlichen Mönch, den Geist eines Mörders, eine Frau in Weiß, einen dämonischen Hund, dazu merkwürdige Geräusche und Stimmen.
Im Mittelpunkt einiger dieser geisterhaften Erscheinungen steht John Milliton, der den Turm des Pengersick Castles im 16. Jahrhundert erbauen ließ. Er soll versucht haben, seine Frau mit vergiftetem Wein umzubringen und stand im Verdacht, einen Mann ermordet zu haben. Dieser finstere Bursche geht also nach wir vor in seiner ehemaligen Burg um und versetzt Geisterjäger in Angst und Schrecken. Auch andere frühere Burgbewohner wie Henry Pengersick waren keine angenehmen Zeitgenossen. Von diesem Henry sagt man, dass er ein Schlägertyp war und einen Mönch, Bruder Thomas, verletzt hat, der auf der Burg umgehen soll; mehrfach hat man hier schon Mönchsgesänge gehört.

Pengersick Castle rühmt sich auch eines sehenswerten mittelalterlichen Gartens, dessen Designer, Dan McLaughlin, 2013 mit dem Cornish Distinctiveness Design Award ausgezeichnet wurde. Man kann die Burg und die Gärten besichtigen, allerdings nur nach vorheriger Anmeldung.

Dieser Film zeigt eine nächtliche „ghost hunt“ des Ghost Clubs und hier ist die Episode der TV-Serie „Most Haunted“.

 

 

Layer Marney Tower (Essex) – Eines der schönsten Tudorgebäude Englands

   © Copyright Derek Voller and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Derek Voller and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In meinem früheren Blogeintrag „I love…Tudor chimneys“ zeigte ich u.a. auch ein Foto von den wunderschönen Tudor-Ziegelsteinschornsteinen des Layer Marney Towers in Essex. Mich beeindrucken diese Schornsteine immer wieder und hier auf dem Layer Marney Tower, südwestlich von Colchester, kann man einige besonders gelungene Prachtexemplare bewundern. Das aus der Tudorzeit stammende Torhaus gilt mit 24 Metern als das höchste im ganzen Land und ist wirklich sehr imposant.  Konzipiert wurde die Anlage um 1515 von Henry Marney, dem ersten Baron Marney, der 1485 in der Schlacht von Bosworth und 1487 in der Schlacht von Stoke kämpfte.

Fast hätte am 22. April 1884 das Totenglöckchen für das große Torhaus geläutet, als das Erdbeben von Colchester  schwere Schäden in der Region anrichtete und auch Layer Marney Tower betroffen war. Glücklicherweise waren die Geschwister Alfred und Kezia Peache, die von ihrem Vater viel Geld geerbt hatten, bereit, die Kosten für die Restaurierungsarbeiten zu übernehmen und damit eines der schönsten Gebäude in England zu erhalten.

1959 wurde Layer Marney Tower nach mehreren Besitzerwechseln von Gerald and Susan Charrington übernommen, die zwei Jahre zuvor in Layer Marney geheiratet hatten. Die neuen Besitzer erwiesen sich als Segen für das Haus, denn auch sie steckten viel Geld hinein und öffneten es erstmalig für die Öffentlichkeit, die vorher noch nie Zutritt bekommen hatte.

Heute kann man in dem historischen Gebäude heiraten, Konferenzen durchführen oder es für Veranstaltungen jeder Art buchen. Auch Besuche für Einzelpersonen sind an bestimmten Tagen möglich.

Ach…fast hätte ich es vergessen: Layer Marney Tower hat einen Ruf als Geisterhaus („one of the most haunted buildings in England“). Henry Marney, der das Haus konzipierte, aber die Fertigstellung nie erlebte, soll hier umgehen, sowie eine Frau in einem viktorianischen Kostüm. In der Scheune will man geisterhafte Arbeiter gesehen haben und es gibt Berichte über Poltergeistaktivitäten und merkwürdige Geräusche. Natürlich war das Team von „Most Haunted“ auch schon in Layer Marney Tower; hier ist die entsprechende Sendung zu sehen.

Einige Filme wurden hier auf dem Gelände gedreht wie u.a. „Preaching to the Perverted“ (dt. „The Fetish Club“) im Jahr 1997 und „The Canterbury Tales“ (dt. „Pasolinis tolldreiste Geschichten“) im Jahr 1972.

Hier ist ein Rundgang durch Layer Marney Tower zu sehen.

Das impposante Torhaus.   © Copyright Derek Voller and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das imposante Torhaus.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Derek Voller and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Treppenhaus.   © Copyright Derek Voller and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Treppenhaus.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Derek Voller and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Inneren von Layer Marney Tower.   © Copyright Derek Voller and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Inneren von Layer Marney Tower.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Derek Voller and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 3. Oktober 2015 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

The Grey Lady in Rufford Old Hall (Lancashire)

The Great Hall von Rufford Old Hall.   © Copyright Jeff Buck and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Great Hall von Rufford Old Hall.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jeff Buck and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Zahl der Burgen, Schlösser, Herrenhäuser in England, die keinen Hausgeist zu ihren Bewohnern zählen, ist wahrscheinlich deutlich höher als die der gespensterfreien Stately Homes. Bei meinen Besuchen in diesen historischen Stätten kam ich immer wieder ins Gespräch mit den freundlichen Damen und Herren (meistens waren es ältere Damen), die in den einzelnen Räumen der Häuser Aufsicht führten und Fragen beantworteten. Einige von ihnen gaben bereitwillig Auskunft über die Hausgeister, und ich kann mich an ein Haus erinnern, da erzählte mir eine der Damen, dass das Personal in der dunklen Jahreszeit nach der Schließung um 17 Uhr sich nur noch ungern darin aufhielt und dass sie ihre abschließenden Rundgänge nie allein machten.

Auch Rufford Old Hall, am nördlichen Rand des Dorfes Rufford (Lancashire) an der A59 gelegen, kann sich über einen Mangel an Hausgeistern nicht beklagen. Die Familie Hesketh war seit dem 15. Jahrhundert Eigentümerin des Gebäudes, bis es 1936 in den Besitz des National Trusts überging. Die sehenswerte Great Hall ist der älteste, noch erhalten gebliebene Teil des Komplexes, in dem einmal William Shakespeare mit einer Theatertruppe aufgetreten sein soll, was allerdings fraglich ist.

Zu den Geistern von Rufford Old Hall zählt Königin Elizabeth I, die mehrmals im Esszimer gesichtet worden sein soll, ein Herr in elisabethanischer Kleidung und die Grey Lady. Bei letzterer handelt es sich um Elizabeth Hesketh, die zur Zeit des Bürgerkrieges in dem Haus lebte und über die eine tragische Geschichte kursiert:

Am Tage ihrer Hochzeit in der Old Hall wurde ihr Mann, ein Soldat, vom üppigen Mahl wegberufen, um gegen die Schotten in den Kampf zu ziehen, die die Grenze nach England überschritten hatten und sich auf dem Weg nach Süden befanden. So hatte sich die arme Elizabeth ihre Hochzeit nicht vorgestellt, und so wartete sie auf die Rückkehr ihres Mannes. Die Tage vergingen, die Botschaft über den Sieg gegen die Schotten erreichte Rufford Old Hall, aber ihr Mann kam nicht zurück. Monatelang ließ Elizabeth Hesketh die Auffahrt zur Hall nicht aus den Augen, aber ihr Warten war vergebens: Sie sollte ihren Mann nie wiedersehen. Die junge Frau war nur noch ein Schatten ihrer selbst, sie aß und trank nicht mehr und siechte dahin und kurz bevor sie starb, gab sie den Schwur ab, dass sie Rufford Old Hall niemals verlassen würde, bis ihr Ehemann zurückkehrt. Und so zieht Elizabeth Heskell in Form eines Geistes noch immer durch die Räumlichkeiten des alten Hauses; auch auf der Zufahrt und an der A59 will man sie schon gesehen haben.

Wer sich selbst einmal auf die Suche nach Elizabeth Haskell machen möchte, Rufford Old Hall ist zu besichtigen; hier sind die Öffnungszeiten. Wer sich dagegen die Geisterjagd lieber von zuhause aus auf dem Bildschirm ansehen will: Die TV-Crew von „Most Haunted“ des Senders Living TV war hier in Lancashire zu Gast und drehte einen Film darüber; Teil 1 ist hier zu sehen.

Dieser Film zeigt Außen- und Innenaufnahmen der Old Hall.

Die Great Hall von innen.   © Copyright Jeff Buck and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Great Hall von innen.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jeff Buck and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier an der A59 geht es zur Old Hall ab; manche Autofahrer behaupten den Geist von Elizabeth Heskell an dieser Stelle gesehen zu haben.   © Copyright Colin Pyle and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier an der A59 geht es zur Old Hall ab; manche Autofahrer behaupten, den Geist von Elizabeth Heskell an dieser Stelle gesehen zu haben.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Pyle and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Bowood House and Gardens in Wiltshire

Bowood House.   © Copyright Trevor Rickard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bowood House.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Trevor Rickard and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Vielleicht war es doch etwas verfrüht, das Big House in Bowood 1955 abzureißen und nur noch das Little House stehenzulassen. Daraus hätte man doch sehr gut ein komfortables Hotel machen können. Aber zu spät: Ein neues Hotel wurde auf dem Gelände hier in Wiltshire errichtet und das Little House entsprechend aufgemöbelt, so dass sich der damalige Besitzer, der 8. Marquess of Lansdowne, darin wohlfühlen konnte.

Bereits seit 1754 bewohnen die Lansdownes Bowood, das in etwa zwischen Calne und Chippenham liegt. In dieser Zeit haben sie zahlreiche historische Objekte und Kunstgegenstände zusammengetragen wie u.a. den „wedding chair“ Königin Victorias, die Keith Jewellery Collection und die Napoleonic Collection mit der Totenmaske des Kaisers und einem seiner Taschentücher. In der gemütlich eingerichteten Bibliothek finden sich 5000 ledergebundene Bücher und in dem daneben gelegenen Labor entdeckte im Jahr 1774 Dr. Joseph Priestley den Sauerstoff; Priestley war Lehrer der beiden Söhne des ersten Marquess of Lansdowne. Es gibt also allerhand zu sehen und zu entdecken im Bowood House.
Viele Besucher kommen aber vor allem wegen der Gärten hierher, die der berühmte Landschaftsgärtner Lancelot „Capability“ Brown in den 1760er Jahren anlegte und die später von anderen Gärtnern noch erweitert wurden. Einbezogen in die Parklandschaft ist der langgezogene See und Charles Hamilton’s Cascade Waterfall. Hier ist ein Film über die Gärten.

Das Haus und die Gärten sind zu besichtigen; der Eintrittspreis beträgt £11.

Über eine separate Zufahrt erreicht man das 2009 eröffnete Bowood Hotel, Spa and Golf Resort, in dem man in luxuriösem Ambiente wohnen, schlafen, essen und Golf spielen kann. Das Shelburne Restaurant ist für ein genüssliches, edles Abendessen geeignet, während die ganztägig geöffnete Clubhouse Brasserie rustikaler eingerichtet und das Speisenangebot bodenständiger ist. Das Interieur des Hotels wurde von der Marchioness of Lansdowne gestaltet. Wer hier einmal übernachten möchte: Die Zimmerpreise beginnen ab etwa 200 Euro. Hier sind einige Bilder vom Hotel zu sehen.

Bowood House and Gardens
Calne
Wiltshire
SN11 OLZ

Bowood Gardens.   © Copyright David Gearing and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bowood Gardens.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Gearing and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bowood Lake.   © Copyright Michael Garlick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bowood Lake.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Michael Garlick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hamilton's Cascade.   © Copyright Brian Robert Marshall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hamilton’s Cascade Waterfall.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Brian Robert Marshall and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bowood Hotel, Spa and Golf Resort.   © Copyright Virginia Knight and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bowood Hotel, Spa and Golf Resort.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Virginia Knight and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Meine Bowood-Broschüre.

Meine Bowood-Broschüre.

Rockingham Castle und seine gewaltige „Elefantenhecke“

   © Copyright Richard Humphrey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Humphrey and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auf halbem Weg zwischen Birmingham und Peterborough steht das Rockingham Castle, eine Burg wie aus dem Bilderbuch mit einem von zwei dicken Türmen geschützten Eingangstor. Die Geschichte dieser Burg lässt sich bis zur Zeit von Wilhelm dem Eroberer zurückverfolgen. Charles Dickens war hier häufig zu Gast, denn er war mit den damaligen Besitzern befreundet. Das Haus Chesney Wold in dem Roman „Bleak House“ (dt. „Bleak House“), in dem Sir Leicester Dedlock wohnt, soll dem Rockingham Castle nachempfunden sein. Es ist immer wieder erstaunlich, wo man in England überall auf Spuren von Charles Dickens trifft; der Mann muss außerordentlich reiselustig gewesen sein.

So eine alte Burganlage ist natürlich ideal für Filmproduzenten, die eine entsprechende Kulisse suchen. So wurde die BBC-Serie „By the sword divided„, zwischen 1983 und 1985 gesendet, im Rockingham Castle gedreht. Auch in der Filmkomödie „Top Secret!“ (dt. „Top Secret!“) aus dem Jahr 1984 sieht man einige Szenen, die hier aufgenommen wurden.

Die Burg ist in diesem Jahr für Besucher noch an einigen wenigen Tagen pro Woche bis zum 29. September geöffnet; es sei denn, man heiratet hier, dann haben die Hochzeitsgäste die Burg und die Gärten ganz für sich allein.

Apropos Gärten: Sie beherbergen eine der gigantischsten Hecken, die man sich vorstellen kann: Die Elephant Hedge. Die Eibenhecke soll über 400 Jahre alt sein und erinnert so in etwa an eine Elefantenherde. Die Gärtner von Rockingham Castle hatten und haben auch heute noch alle Hände voll mit dem Schnitt dieses Giganten zu tun, der in zwei parallelen Strängen verläuft, zwischen denen man hindurchgehen kann.

Eine weitere Besonderheit besitzen die Gärten von Rockingham Castle und zwar ein Exemplar des seltenen Taschentuchbaums, der in China beheimatet ist und besonders schöne große weiße Blüten hat, die von weitem wie Taschentücher aussehen.

Die sehenswerte Burg liegt an der A6003 nördlich der kleinen Stadt Corby (Northamptonshire), gleich neben dem Kreisverkehr. Dieser Film zeigt Fotos vom Haus und von den Gärten.

Rockingham Castle
Rockingham
Market Harborough
Leicestershire LE16 8TH

Der Burgeingang.   © Copyright Brian Coleman and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Burgeingang.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Brian Coleman and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Elephant Hedge.   © Copyright Richard Humphrey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Elephant Hedge.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Humphrey and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Paul Mills and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Mills and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 29. August 2015 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Haunted Wallington Hall bei Cambo in Northumberland

   © Copyright J Scott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright J Scott and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Nordwestlich von Newcastle upon Tyne nahe der A 696 bei dem Dörfchen Cambo liegt Wallington Hall, das seit 1941 dem National Trust gehört.
1688 begann der Bau des Hauses durch Sir William Blackett. 1777 gelangte Wallington Hall in den Besitz der Familie Trevelyan. Sir Walter Trevelyan war ein merkwürdiger Kauz, von dem man sagte, dass er nie lache. Der viktorianische Schriftsteller Augustus Hare war  hier im Jahre 1862 zu Gast, und er beschrieb seinen Gastgeber als ein sonderbares Wesen mit langem Haar, einem Schnauzbart und merkwürdiger, ungepflegter Kleidung.

Augustus Hare fühlte sich auf Wallington Hall alles andere als wohl. In seiner Autobiografie schreibt er unter dem Datum vom 24. September, dass er in einem Zimmer wohnte, dessen Tür sich nicht verschließen ließ und das in eine trostlose Zimmerflucht mündete. Des Nachts hörte er schreckliche angsteinflößende Geräusche, Schritte, die den Korridor auf und ab gingen, Flügelschläge gegen sein Fenster und körperlose Wesen, die die ganze Nacht lang irgendwelche Dinge durch die Gegend schleppten. Hare konnte während der Nacht kein Auge zu tun und war froh, als der Morgen nahte.

Im Park von Wallington Hall liegen vier unheimliche steinerne Greifenköpfe, die 1928 von Sir Charles Philip Trevelyan von London nach Northumberland gebracht wurden. Sie standen früher einmal auf dem Bishop’s Gate der City of London.

Wallington Hall ist ganzjährig geöffnet, der Eintrittspreis beträgt £11.40.

Wallington Hall
Cambo, near Morpeth
Northumberland NE61 4AR

 

Die unheimlichen Greifenköpfe von Wallington Hall.   © Copyright J Scott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die unheimlichen Greifenköpfe von Wallington Hall.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright J Scott and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Gärten von Wallington Hall.   © Copyright Trevor Littlewood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Gärten von Wallington Hall.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Trevor Littlewood and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

John Penn’s Bath beim Pennsylvania Castle auf der Isle of Portland (Dorset)

Die Ruinen von John Penn's Bath.    © Copyright Simon Palmer and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Ruinen von John Penn’s Bath.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Simon Palmer and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auf der Isle of Portland in Dorset, dort, wo der berühmte Portland Stone abgebaut wird, gibt es eine Burg mit dem für England eher untypischen Namen Pennsylvania Castle. Die im Gothic Revival-Stil im Jahr 1800 fertiggestellte Burg liegt direkt oberhalb des South West Coast Paths und wurde von John Penn (1760-1834) in Auftrag gegeben. John Penn ist der Enkel von William Penn, dem Gründer von Pennsylvania in den USA; daher der Name der Burg.

John Penn lebte in den 1780er Jahren in der nach seinem Großvater benannten Province of Pennsylvania, die sich 1787 der Union anschloss. Er ging nach England zurück, wurde High Sheriff of Buckinghamshire und 1805 Gouverneur der Isle of Portland.

Nachdem John Penn also in seine neuerbaute Burg eingezogen war, entdeckte er, wie viele seiner damaligen Zeitgenossen wie z.B. auch König Georg III., seine Vorliebe für das Baden im Meer, denn dem Salzwasser wurden Heilkräfte zugesprochen. Allerdings gab es da ein kleines Problem: Das Pennsylvania Castle lag zwar direkt an der Küste, aber der Weg von der Burg oben bis zum Strand unten war doch sehr beschwerlich. Da kam er auf die glorreiche Idee, auf der Hälfte der Strecke ein Felsenbad bauen zu lassen, das jedesmal mit Meerwasser gefüllt wurde, wenn es ihm nach einem erfrischenden Bad gelüstete. Die armen Burgbediensteten mussten dann mit Eimern das Wasser aus dem Meer schöpfen und es die Anhöhe hinauftragen. Das gehörte mit Sicherheit nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen.

John Penn sollte sich allerdings nicht allzulange an seinem schönen Felsenbad erfreuen, denn es stand auf Common Land; und da er sich bei der Bevölkerung der Isle of Portland durch mehrere Maßnahmen unbeliebt gemacht hatte, bestand man darauf, dass er für die Nutzung des Bades zahlen musste. Die Höhe der festgesetzten Nutzungsgebühren verdarb Penn die Lust an weiteren Meerwasserbädern; die mühselige Schlepperei für die Burgdiener hatte ein Ende. John Penn’s Bath verfiel und die Natur ergriff wieder Besitz davon.

Der Zugang heute ist nicht ganz ungefährlich und erfolgt über den Friedhof der St Andrew’s Church oder über die Gärten des Pennsylvania Castles, das in Privatbesitz ist und das man nicht besichtigen kann.
Die Burg, die eine Zeit lang als Hotel geführt wurde, steht heute für Hochzeiten und Tagungen zur Verfügung oder man kann sie komplett als Feriendomizil mieten. Man erreicht die Burg von Weymouth aus über die A354, die südlich von Easton erst zur Wakeham Road und dann zur Pennsylvania Road wird.

Das Pennsylvania Castle.    © Copyright Mike Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Pennsylvania Castle.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.