Die witzigen Werbspots von Hamlet Cigars

Eigentlich hasse ich Werbespots im Fernsehen und schalte sofort den Ton auf stumm, wenn ich schon wieder mit unzähligen pharmazeutischen Produkten zugedröhnt werden soll. Manchmal gibt es aber auch kleine Highlights in der Werbung, die sich Agenturen mit humorvollen Menschen ausgedacht haben. Dazu zählen die Werbspots der Hamlet Cigars, die im britischen Fernsehen seit den 1990er Jahren nicht mehr gesendet werden dürfen, da Tabakwerbung untersagt worden ist.

Hamlet Cigars kamen 1964 auf den britischen Markt und um die neuen Zigarren bekannt zu machen, wurde die Werbeagentur Collett Dickenson Pearce eingeschaltet, die sich den Werbespruch „Happiness is a cigar called Hamlet“ einfallen ließ. Ian Warriner und Rob Currothers dachten sich auch die kurzen witzigen Werbespots aus, mehr als hundert sollten es werden, von denen einige mit Preisen ausgezeichnet wurden. So bezeichnete eine internationale Jury den Spot „Photobooth„, in dem Schauspieler und Comedian Gregor Fisher zu sehen ist, als den besten der Welt.

Hier sind einige weitere Werbespots zu sehen wie „Airport„, „Balloonist„, „Beach Telescope“ und „Sidecar„.

Published in: on 26. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Dies und das über McDonald’s UK

McDonald’s UK Headquarter in East Finchley, London.
Photo © David Howard (cc-by-sa/2.0)

In den USA gibt es einen Punkt im Bundesstaat South Dakota, wo die dort ansässigen Menschen etwa 200 Kilometer fahren müssen, um zum nächsten McDonald’s zu kommen. Rekord für die USA (ausgenommen sind die Staaten Alaska und Hawaii). Da haben es die Burger-Fans in England besser, wo niemand so viele Kilometer zurücklegen muss, um seinen geliebten Big Mac verzehren zu können. Das Filialnetz der US-Firma ist dicht gewebt in England, knapp 1300 McD-Stationen gibt es im Land, von denen mehrere hundert sogar rund um die Uhr geöffnet haben und in denen über 115 000 Menschen arbeiten.

Das erste McDonald’s im Königreich wurde im Oktober 1974 im Süd-Londoner Stadtteil Woolwich in der Powis Street eröffnet, und seitdem gibt es überall im Land die Schnellrestaurants mit den goldenen Bögen, das heißt bis auf die kleine Grafschaft Rutland, die sich bisher erfolgreich gegen die Firma gewehrt hat. Das könnte sich aber ändern, denn McDonald’s hat jetzt seine Scheinwerfer auf Oakham gerichtet, die County-Hauptstadt, doch das wollen die Bürger unbedingt verhindern; was die Bewohner von Tavistock in Devon schon einmal geschafft haben, nachdem die Burger-Kette 1997 ein Restaurant dort eröffnet hatte. Viele Bürger (nicht Burger!) gingen dort einfach nicht hin, sie boykottierten es, und nach neun Jahren entschied sich McDonald’s, den Laden zu schließen und Tavistock den Rücken zu kehren.

In London gibt es selbstverständlich die meisten McDs, am dichtesten ist das Netz in Westminster. Mirror Online hat vor drei Jahren die Dichte der McDonald’s-Filialen in Großbritannien untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass in Westminster ein McD auf 13,461 Menschen kommt; im Landesdurchschnitt sind es 1: 52 763. Erstaunlich ist, dass der zweite Platz von einer Provinzstadt eingenommen wird, von Bolsover in Derbyshire, wo das Verhältnis McD:Einwohner bei 19,445 liegt.

BirminghamLive hat 2018 festgestellt, dass nach London die zahlenmäßig meisten Filialen in Birmingham zu finden sind, nämlich 22. Es folgen Glasgow mit 18 und Leeds mit 15.

Das Hauptquartier von McDonalds UK befindet sich in Nord-London, im Stadtteil East Finchley in der High Road.

Ein rund um die Uhr geöffnetes McDonald’s im Londoner Stadtteil Wandsworth.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Eines der 22 McDonald’s-Restaurants in Birmingham.
Photo © Michael Westley (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 18. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Wer war eigentlich… Ann Summers?

Das Hauptquartier der Firma in Whiteyleafe (Surrey).
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

In meiner losen Serie über englische Firmennamen komme ich heute auf die Ladenkette Ann Summers zu sprechen, die in vielen High Streets des Landes zu finden ist. Ann Summers ist etwa vergleichbar mit den deutschen Beate Uhse-Geschäften, hier werden also in erster Linie sexy Lingerie und Sexspielzeug verkauft.

Das Unternehmen Ann Summers entstand 1970, und das erste Geschäft öffnete in diesem Jahr in der Londoner Wardour Street. Gründer war der Unternehmer Michael Caborn-Waterfield (1930-2016), der den Spitznamen Dandy Kim hatte, eine schillernde Figur der Londoner Society, der sich zahlloser Affären mit Frauen rühmte. Eine davon war die 1941 geborene Annice Summer, die auch für ihn arbeitete. Als er für seine geplanten Sex Shops einen Namen suchte, wollte er seinen eigenen nicht verwenden, sondern benutzte den seiner Freundin, den er leicht abwandelte. Von nun an konnten die Damen des Landes ihre erotischen/sexuellen Wünsche in Ann Summers-Läden wahr werden lassen.

Die Namensgeberin überwarf sich bald mit ihrem Arbeitgeber, verließ die Firma und siedelte sich in Italien an. Im Jahr 2012 starb sie an Krebs.

Die Geschäftsführerin des Unternehmens ist seit 1987 Jacqueline Gold, die zu den wohlhabendsten Frauen des Königreichs gehört, und die Ann Summers zu einer florierenden Firma ausgebaut hat, mit einem Jahresumsatz jenseits der £100 Millionen. Eine Besonderheit von Ann Summers sind die Verkaufsparties wie man sie von der Firma Tupperware her kennt. Bei privaten Verkaufsveranstaltungen, zum Beispiel bei einem Glas Sekt, werden die Produkte einem kleinen Kreis von interessierten Damen präsentiert, die sich dann vor Ort für die passende Unterwäsche oder für das interessanteste Sexspielzeug entscheiden können.

Das Hauptquartier von Ann Summers liegt an der A22, der Godstone Road, in Whiteyleafe in Surrey. Dort gibt es auch einen Factory Shop, in dem man Produkte des Hauses zu reduzierten Preisen erstehen kann.

Das Buch zum Artikel:
Jacqueline Gold: Good Vibrations – True Story of „Ann Summers“. Pavillion Books 1995. 192 Seiten.  978-1857937428.

Der Factory Shop.
Photo © tristan forward (cc-by-sa/2.0)

Eine Filiale in Huddersfield (West Yorkshire).
Photo © Betty Longbottom (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. Oktober 2019 at 07:15  Kommentar verfassen  
Tags:

Geo. F. Trumper – Londons erste Adresse für die perfekte Rasur und den optimalen Haarschnitt

Das Hauptgeschäft in der Curzon Street.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Der richtige Londoner Gentleman kennt nur eine Adesse, wenn er sein Haar perfekt schneiden lassen oder sich eine optimale Rasur gönnen will: Geo. F. Trumper in der Curzon Street Nummer 9 in Mayfair. Seit 1875 gibt es diesen „traditional hairdresser“ hier schon, und das Geschäft bzw. die Geschäfte, es gibt noch eins in der Duke of York Street Nummer 1 in St James’s, wird noch immer von jemandem aus der Trumper-Familie geleitet.

Was erwartet den Gentleman nun hier bei Trumper’s? Hier wird nicht nur einfach rasiert, hier wird ein Ritual zelebriert. Die Gesichtshaut wird mit edlen Tinkturen vorbereitet, mit heißen Tüchern verhüllt, dann kommt die Rasur, wieder wird das Gesicht, diesmal mit kalten Tüchern, verhüllt; anschließend kommt noch eine Gesichtsmassage dazu und als Krönung dieser wahrhaft royalen Rasur wird noch ein Feuchtigkeitscreme aufgetragen. Fertig!

Die Kunden von Geo. F. Trumper können die Kunst des Rasierens auch gern erlernen und zwar in der „Shaving School„, wo die Profis zeigen, was der Normalrasierer alles falsch macht und wie man es richtig anstellt.

Natürlich arbeitet die Abteilung „Hairdresser“ nach den gleichen traditionellen Methoden.

Wem der Weg in die Curzon Street bzw. in die Duke of York Street zu weit ist, der kann sich zumindest mit den erlesenen Produkten zur Haarpflege oder zur Rasur der Firma Geo. F. Trumper via Online-Kauf eindecken. Dass diese Dinge alle ihren Preis haben, versteht sich von selbst. So kann ein „Travel Shaving Set“ schon einmal bis zu £200 kosten.

Am besten, man sieht sich das alles einmal in einem Film an.

Das Buch zum Artikel:
Michael Ham: Leisureguy’s Guide to Gourmet Shaving. CreateSpace 2011. 142 Seiten. ISBN 978-1463595340

The Mayfair Shop
9 Curzon Street
London W1J 5HQ
 

Published in: on 21. September 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Henry Poole & Co. – Royal Livery Maker in Londons Savile Row

Die Uniformen der Bediensteten des englischen Königshofes kann man nicht von der Stange kaufen, dafür gibt es ein spezielles Geschäft in London. Henry Poole & Co. hat die Ehre, seit der Herrschaft Königin Victorias, das Königshaus mit Livreen zu beliefern. Seit 1869, als die Firma den Royal Warrant erhielt, tragen also die Diener, Chauffeure und andere Bedienstete des Hofes Dienstkleidung aus der noblen Savile Row, wo der Firmensitz des „Livery Tailors“ ist.

Doch nicht nur Livreen werden hier hergestellt, sondern auch exklusive Anzüge. „Bespoke Tailoring“ ist eine der Spezialitäten der Firma, d.h. die Anzüge werden exakt nach den Wünschen des Kunden in Absprache mit dem Schneider durchgeführt, so dass eine Passgenauigkeit garantiert wird.
Henry Poole bietet darüber hinaus auch die passenden Accessoires wie Krawatten, Manschettenknöpfe oder Regenschirme. Dass alle diese Gegenstände aus dem besten Material sind, versteht sich von selbst.

Wer nicht in London wohnt, kann sich von der Firma auch in seinem Heimatland beraten lassen und Aufträge erteilen, denn Henry Poole reist in der ganzen Welt herum und bietet seine Serviceleistungen in Hotels der großen Städte an, wo man sich in aller Ruhe Maß nehmen lassen kann.

Hier ist ein Film über die Londoner Firma.

Henry Poole & Co
15 Savile Row
London W1S 3PJ 

Published in: on 3. Juli 2019 at 05:50  Kommentar verfassen  
Tags:

John Lobb – Ein Schuhmacher der Extraklasse in London

So wenig man bei der High Street-Ladenkette Boots, trotz des Namens, Schuhe kaufen kann, so wenig kann man bei John Lobb Bootmaker in der Londoner St James’s Street Nummer 9 Schuhe „von der Stange“ kaufen. Wer schnell ein paar Schuhe benötigt, ist bei der Firma Lobb am falschen Platz, denn man muss in der Regel ca sechs Monate warten, bis sie fertig werden, hier wird alles von Hand hergestellt. Der Edelschuhmacher hat sogar Repräsentanten, die regelmäßig durch die Welt fahren und die Maße der Füße ihrer wohlhabenden Klientel nehmen. Bei diesem Aufwand ist es nicht verwunderlich, dass die „hand-made shoes“ nicht unter tausend Pfund zu haben sind. Der Käufer muss schon tief in die Tasche greifen, wenn er bei John Lobb etwas erwerben möchte, dafür halten dann die Schuhe auch ein Leben lang.

Prince Charles, Frank Sinatra, Rex Harrison, Aristoteles Onassis und Margaret Thatcher gehören/gehörten zum Kundenkreis der Firma, die schon 1849 von besagtem John Lobb (1829-1895) gegründet wurde. Bis heute ist die Firma erstaunlicherweise noch immer in der Hand der Familie. Es gibt noch einen zweiten Strang, John Lobb Paris, der 1976 von der Firmengruppe Hermès  übernommen worden ist (der Firmengründer hatte im Jahr 1900 einen weiteren Laden in der französischen Hauptstadt eröffnet) und dort kann man „ready-to-wear shoes“ kaufen.

Natürlich hat das Unternehmen in der St James’s Street auch Royal Warrants; es ist Hoflieferant für Prince Charles und den Duke of Edinburgh.

Dieser Film der British Pathé aus dem Jahr 1945 zeigt wie damals die Schuhe angefertigt wurden und in diesem Film kann man sehen wie es heute bei der Firma John Lobb zugeht (auch nicht viel anders).

John Lobb
9 St. James’s Street
London
SW1A 1E

„The most beautiful shop in the world“, so das Esquire Magazine.
Author: OlafJanssen
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Published in: on 28. Mai 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Ghost signs in London – Alte Fassadenreklamen, die wieder eine Fangemeinde gefunden haben

In der Tottenham High Road.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Um wieder einmal auf eine Wikipedia-Definition zurückzugreifen: „A ghost sign is an old hand-painted advertising sign that has been preserved on a building for an extended period of time. The sign may be kept for its nostalgic appeal, or simply indifference by the owner“. Ghost signs sind also alte Fassadenreklamen, die mehr oder weniger verblichen sind, die aber einen gewissen Charme entwickelt haben. Die Firmen oder Fabriken für die sie geworben haben, existieren längst nicht mehr an der Stelle, man hat sich aber nicht mehr darum gekümmert, die Schriftzüge zu entfernen.
Diese Art „Industriekunst“ hat inzwischen Interessenten gefunden und in London werden Führungen angeboten, bei denen in bestimmten Stadtteilen diese ghost signs vorgestellt werden. Am 23. Mai bietet beispielsweise Jane Parker von 11 Uhr bis 12.30 Uhr die Tour „Ghost Signs of Holloway – handpainted history of N7“ an, bei der sie die Besucher durch den nördlichen Londoner Stadtteil Holloway führt und ihnen mehr als zehn ghost signs zeigt. Bereits am 17. Mai unternimmt sie eine Tour durch Islington mit dem Titel „Boxes, Babies, Beans and Bras… ghostsigns above and around the Regents Canal„.

Man kann sich auch eine App herunterladen, um auf eigene Faust eine Tour auf den Spuren von alten Fassadenreklamen zu unternehmen.

Der History of Advertising Trust hat ein Ghostsigns Archive zusammengestellt, in dem über 1100 Fassadenreklamen aus ganz Großbritannien dokumentiert sind.
Seine ganz persönlichen Londoner Top 10 hat der Experte Sam Roberts auf den Webseiten von „londonist.com“ veröffentlicht.

Man findet übrigens beide Schreibweisen im Englischen, einmal „ghost sign“ in zwei Wörtern und einmal „ghostsign“ zusammengeschrieben.

Im Stadtteil Highgate.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

In der Union Street in Southwark.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Am Acton Lane in Acton.
Photo © David Howard (cc-by-sa/2.0)

…und noch einmal an der Tottenham High Road.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. Mai 2019 at 02:00  Comments (2)  
Tags: ,

Die Poppy Factory in Richmond (Surrey) – Seit 1922 im Zeichen der Klatschmohnblüte

Author: Nickeaglesfield.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Seit 1921 wird in England jedes Jahr am 11. November der Remembrance Day gefeiert. Zur Erinnerung an den 1. Weltkrieg steckt man sich dort an diesem Tag eine Klatschmohnblüte, eine Poppy, aus Papier ans Revers. Die Poppies sind in der englischsprachigen Welt zum Symbol für den „Großen Krieg“ geworden.
John McCrae schrieb in seinem Gedicht „In Flanders Fields„:

In Flanders fields the poppies blow
Between the crosses, row on row,
That mark our place; and in the sky
The larks, still bravely singing, fly
Scarce heard amid the guns below

Die künstlichen Klatschmohnblüten werden seit 1922 in der Poppy Factory hergestellt, die zuerst in London an der Old Kent Road lag, 1933 aber nach Richmond (Surrey) umzog.
Die nach dem 1. Weltkrieg gegründete Disabled Society hatte das Ziel, den im Krieg verwundeten und dadurch behinderten Soldaten zu helfen und so kam man auf die Idee, die Poppies durch diese Menschen herstellen zu lassen. Nach Absprache mit der Royal British Legion entwickelte man Poppies, die auch ein Behinderter mit nur einer Hand herstellen konnte. Schon nach wenigen Monaten stieg die Zahl der Beschäftigten von 5 auf 50.

Auch heute werden die Poppies von Männern und Frauen hergestellt, die einmal in der Armee gedient haben und behindert sind. 50 davon arbeiten in der Fabrik und etwa 50 sind Heimarbeiter. Viele Millionen Poppies für den Remembrance Day werden hier jährlich hergestellt, sowie 86 000 Kränze und Sträuße und 900 000 Remembrance Kreuze.

Man kann die Poppy Factory auch besichtigen: Zweimal am Tag werden Führungen für Gruppen durchgeführt, die jeweils zwei Stunden dauern.

Hier ist ein Film über die Factory.

In Schottland gibt es etwas Vergleichbares: Lady Haig’s Poppy Factory in Edinburgh.

The Poppy Factory
20 Petersham Road
Richmond, Surrey, TW10 

Published in: on 13. Mai 2019 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Purdey & Sons – Londons berühmter Hersteller von Jagdwaffen

Audley House in Mayfair.
Author: Joshua Wood
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

57-58 South Audley Street (Audley House), London, lautet die Adresse des Waffenherstellers Purdey & Sons im noblen Stadtteil Mayfair und das schon seit 1882, obwohl die Firma schon länger existiert und zwar seit 1814. James Purdey war der Gründer der Firma, die bis zum Jahr 1946 in der Hand der Familie blieb. Heute ist sie im Besitz des Schweizer Luxusgüterkonzerns Compagnie Financière Richemont.

Wer sich den Jagdfreuden hingab bzw. noch heute hingibt, für den ist eine Waffe aus dem Hause Purdey das Nonplusultra, wenn er sich es denn leisten kann, denn die „bespoke rifles“, also die nach den Wünschen des Auftraggebers hergestellten Waffen, sind sehr teuer. Für eine neue Purdey Gun sollte man schon ein Minimum von rund £90 000 einkalkulieren. Zum Service der Firma gehört auf Wunsch auch die sichere Aufbewahrung der Gewehre, die Wartung und Pflege und die Wertermittlung älterer Modelle.

Royal Warrants sind für eine Firma natürlich Gold wert. Hoflieferant ist auch Purdey & Sons, und zwar gleich dreimal: Für die Queen, ihren Ehemann Prinz Philip und für Prinz Charles. Schon 1868 erkor der damalige Prince of Wales (der spätere Edward VII.) Purdey zum royalen Waffenlieferanten, 1878 folgte Queen Victoria.

Die Firma bietet neben ihren Schusswaffen auch noch andere „Jagdaccessoires“ an wie Jagdmesser (deren Preise schon einmal vierstellig sein können), Ferngläser, Handschuhe, Kappen und entsprechende Kleidung für die Dame und den Herrn, alles zu recht hohen Preisen, aber wer sich ein Purdey-Gewehr leisten kann, für den spielt das keine so große Rolle.

Hier ist ein Film, der die Firma vorstellt.

Das Buch zum Artikel:
Donald Dallas: James Purdey & Sons – Gun & Riflemakers: Two Hundred Years of Excellence. Quiller Publishing 2013. 472 Seiten. ISBN 978-1846891649.

Ein Blick in das Schaufenster von Purdey & Sons in der Audley Street.
Photo © Anthony O’Neil (cc-by-sa/2.0)

Eine sidelock shotgun der Firma Purdey.
Photo © Des Colhoun (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. April 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Bicester Village – Ein Factory-Outlet-Centre in der Nähe von Oxford

Mir fällt kein deutsches Wort für Factory-Outlet-Centre ein. Die Wikipedia bietet Fabrikverkaufszentrum, Herstellerdirektverkaufszentrum und Fabrikabsatzzentrum an, doch im Deutschen hat sich der englische Begriff eingebürgert. Man bekommt in diesen Einkaufszentren Produkte namhafter Hersteller unter dem Normalpreis angeboten.
Das 1995 eröffnete Bicester Village, nördlich von Oxford am Rand der Stadt Bicester gelegen, ist ein solches Outlet-Centre, in Form einer Dorfstraße angelegt,  und es gehört zu den größten dieser Art in Großbritannien. Hier werden hauptsächlich Textilien, aber auch Schuhe, Schmuck und andere Dinge angeboten, überwiegend im oberen Preisbereich.
Bei meinem Besuch regnete es die meiste Zeit und da das Outlet-Centre nicht überdacht ist, musste man ständig von einer Markise, die glücklicherweise ausgefahren waren, schnell zur nächsten laufen und bei Tommy Hilfiger, Versace oder Armani Unterschlupf suchen. Hier finden sich so ziemlich alle namhaften Modefirmen Europas, die einen zum Teil erheblichen Preisnachlass gewähren, daher war der riesige Parkplatz morgens um 10 Uhr schon fast voll. Wem die Parkplatzsuche zu mühsam ist, kann sich für £35 vorab einen Wagenparkdienst bestellen, der einem die Arbeit abnimmt.

Auffällig ist im Bicester Village die ungewöhnlich hohe Zahl an chinesischen Besucherinnen (ja, es sind meist jüngere Damen aus dem Fernen Osten); es heißt, dass für chinesische Touristen das Bicester Village gleich an zweiter Stelle nach dem Londoner Buckinghampalast als beliebteste Sehenswürdigkeit in Großbritannien kommt. In vielen Schaufenstern findet man chinesische Schriftzeichen, und man sieht auch viele chinesische Verkäuferinnen. Von London aus bringen die Züge der Chiltern Railways kaufwütige Touristen aus China und aus anderen Länden in 46 Minuten von Marylebone bis zur Bicester Village Station. Damit sich die Damen und Herren aus Fernost nicht mit englischem Essen herumschlagen müssen, gibt es im Centre auch das chinesische Shan Shui Restaurant. Wer mehr auf britischer Kost steht, kann den ganzen Tang lang im The Wolseley (ein Ableger des berühmten gleichnamigen Londoner Restaurants) frühstücken, lunchen und dinieren.

Da ich die Hemden des Londoner Modelabels Ted Baker sehr mag, kaufte ich in der Nummer 61 des Centres sehr günstig ein.

Das Outlet-Centre ist an jedem Tag geöffnet, selbst sonntags von 10 Uhr bis 19 Uhr.

Wer mag, kann in diesem Film einer hübschen jungen Dame auf ihrem ausgiebigen Shopping Trip folgen.

Bicester Village
50, Pingle Drive
Bicester
Oxfordshire OX266WD

Der immer volle Parkplatz.
Photo © Jeremy Bolwell (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. März 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Wer war eigentlich…Boots the Chemist?

Boots in der High Street von Guildford (Surrey).
Photo © Stacey Harris (cc-by-sa/2.0)

Die Drogeriekette Boots gehört zu den typischen High Street-Läden englischer Städte. Hier kann man alles kaufen, was in irgendeiner Form mit Gesundheit und Schönheit zu tun hat. Es gibt eine eigene Abteilung „Apotheke“, wo man seine Rezepte einlösen kann, Kosmetika werden in großer Auswahl angeboten, sogar Spielzeug und Fotoartikel. Wenn man einmal dringend etwas braucht, bei Boots wird man meistens fündig.

Woher kommt nun der Name? Hat er etwas mit Stiefeln (boots) zu tun? Nein. Es gab tatsächlich einmal vor langer Zeit jemanden mit dem Nachnamen Boot und zwar der Firmengründer. 1849 gründete John Boot  (1815–1860), die Firma, die seinen Namen trug und sein Sohn Jesse Boot, 1st Baron Trent (1850-1931), machte daraus eine Einzelhandelskette, die sich „Chemists to the Nation“ nannte. Dann folgte eine turbulente Zeit. Die Firma wurde an ein US-Unternehmen verkauft, dann wieder nach England zurückverkauft. Boots kaufte andere Firmen auf und stieß sie wieder ab. 2006 verbanden sich Boots und Alliance UniChem unter dem Namen Alliance Boots plc, das wiederum von dem New Yorker Unternehmen Kohlberg Kravis Roberts & Co übernommen wurde. Von diesen ganzen Veränderungen nahmen wohl die Leute, die bei Boots regelmäßig ihre Zahnpasta oder ihr Haarspray kaufen, kaum etwas mit.

In der High Street von Dorking (Surrey).
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. März 2019 at 02:00  Comments (6)  
Tags:

M. Manze – Londons ältester Pie, Mash and Eel Shop

M. Manze in der Tower Bridge Road.
Copyright: Kake
Creative Commons 2.0

In früheren Zeiten gab es in der Themse so viele Aale, dass sie massenhaft gefangen werden konnten und als Arme-Leute-Essen galt. Jellied Eel, also Aal in Gelee, wurde in vielen Londoner Lokalen serviert, von denen eines aus dem Jahr 1902 erhalten geblieben ist: M. Manze, „The Home of Pie and Mash“, dessen Spezialität nach wie vor diese besondere Zubereitungsform des Aals ist. In der Tower Bridge Road eröffnete Michele Manze sein Restaurant, heute gibt es noch zwei weitere „Zweigstellen“, eine in der High Street von Peckham und eine in der High Street von Sutton, beide im Süden der Stadt gelegen.

Die 1878 aus Ravello in Süditalien eingewanderte Manze Familie etablierte sich bald in der Londoner Restaurantszene, da sich auch Micheles Brüder mit eigenen Lokalen selbständig machten. Luigi Manze eröffnete 1929 zum Beispiel in der High Street von Walthamstow seinen Eel, Pie and Mash Shop, der mittlerweile unter Denkmalschutz steht. Hier ist ein Film über das Lokal.

M. Manze ist so populär geworden, dass sie sogar eigene T-Shirts, Kaffeebecher und Geschirrhandtücher mit einem entsprechenden Aufdruck verkaufen. Wer möchte, kann seinen Aal in Gelee vor Ort essen, ihn mitnehmen oder sich zuschicken lassen.

M. Manze
87 Tower Bridge Road
London SE1 4TW

Aal in Gelee.
This work is released into the public domain.

M. Manze in der High Street von Peckham.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

Luigi Manzes Lokal in der High Street von Walthamstow.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. März 2019 at 02:02  Comments (2)  
Tags: ,

Was der River Soar in Leicestershire und der indische Ganges gemeinsam haben

Von hier aus in Barrow on Soar starten die Fahrten der Firma Barrow Boating.
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Der River Soar ist etwa 95 Kilometer lang und fließt überwiegend in der Grafschaft Leicestershire. Er entspringt in der Nähe von Hinckley und mündet in den River Trent. Ich bin ihm einmal in der Stadt Leicester begegnet, wo angeblich der Leichnam von König Richard III. nach der Schlacht von Bosworth hineingeworfen worden sein soll, was sich aber vor wenigen Jahren als Irrtum erwies, als man sein Skelett unter einem Parkplatz mitten in der Stadt fand.

Im Vergleich zu dem über 2600 Kilometer langen Ganges in Indien ist der Soar natürlich nicht der Rede wert, aber beide Flüsse haben eine Gemeinsamkeit: Sie werden als Ort benutzt, in denen die Asche verstorbener Hindus verstreut wird. Es gibt eine große asiatische Gemeinde in England und nicht viele können es sich leisten, die Asche ihrer Verstorbenen nach Indien zu bringen, um sie dort dem Ganges zu übergeben, also suchte man in England nach einer Alternative und fand sie im River Soar bei dem Dorf Barrow on Soar. Dort betreibt die Firma Barrow Boating am Ende des Mill Lane einen Bootsverleih und hat sich auf die Ausführung von Flussbestattungen spezialisiert. In einer ruhigen, etwas abgeschiedenen Biegung des Flusses wird die Asche in den Soar verstreut und das geschieht mit den gleichen Zeremonien wie sie in Indien üblich sind.

Natürlich musste erst die Environment Agency ihre Einwilligung für die Flussbestattungen geben, aber diese sah keine grundsätzlichen Probleme, erließ aber einige Auflagen, die zu beachten sind, so dürfen bei den Zeremonien keine Gegenstände ins Wasser geworfen werden, die an das Ufer getrieben werden können. Barrow Boating setzt ein Boot ein, auf das bis zu zwölf Personen passen, die Zeremonie dauert in der Regel bis zu einer Stunde. Diese Form der Beisetzung ist nicht nur auf Hindus und Sikhs beschränkt, sie kann von jedermann in Anspruch genommen werden.

Die Environment Agency hat noch einige andere Stellen an englischen Flüssen freigegeben, an denen Bestattungen dieser Art durchgeführten können wie zum Beispiel auf der Themse bei Kingston, Richmond und der Lambeth Bridge im Zentrum von London.

Der River Soar bei Barrow in Leicestershire.
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. Februar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Blockley (Gloucestershire) – Hier werden Beiwagen für Motorräder hergestellt

Blockley in den Cotswolds.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

Blockley ist ein Dorf in den Cotswolds, das zur Grafschaft Gloucestershire gehört. Hier gibt es zwei Pubs, einen Dorfladen und die Kirche St Peter and St Paul, die für die BBC-Serie „Father Brown“ verwendet wurde und noch wird; darin heißt sie St Mary’s Roman Catholic Church.

Im außerhalb des Ortes gelegenen Northwick Business Centre finden wir die Firma Watson Squire Ltd die sich auf die Herstellung von Motorradbeiwagen spezialisiert hat. Die Kombination Motorrad plus Beiwagen ist sowohl auf deutschen als auch auf englischen Straßen eher selten zu sehen (laut Wikipedia beträgt in Deutschland der Zulassungsanteil im Segment Krafträder 0,6 Prozent).

1912 gründete T.F. Watson in Birmingham die Watsonian Folding Sidecar Co., deren Produkte im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurden. Auch nach dem Krieg war immer eine gewisse Nachfrage nach Mororradbeiwagen da, und die Produktion florierte besonders in den 1950er Jahren, bevor sie in den 1960er Jahren, als sich immer mehr Menschen Autos leisten konnten, drastisch abnahm. 1984 zog die Firma nach Blockley in Gloucestershire um und fusionierte vier Jahre später mit Squire Sidecars, die 1973 in Bidford-on-Avon (Warwickshire) gegründet worden war und die sich, neben der Produktion von Beiwagen, auf die Herstellung von Motorradanhängern spezialisiert hatte. Heute ist  Watson Squire Ltd der größte Produzent für „sidecars“ in Großbritannien.

Ein Beiwagen der Firma Watson Squire Ltd.
Author: Steve Parker
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Englische Exzentriker(innen) – Christina Foyle (1911-1999) – Inhaberin einer der größten Buchhandlungen der Welt

Das „alte“ Foyles.
Photo © David Hawgood (cc-by-sa/2.0)

Ich war nur ein einziges Mal in der riesigen Londoner Buchhandlung Foyles, als diese noch unter der alten Adresse 111–119 Charing Cross Road zu finden war. Man konnte sich in den Stockwerken, in denen hunderttausende Bücher aufbewahrt wurden, verlaufen und dort etwas Spezielles zu finden, war eine echte Herausforderung. Ich war froh, als ich den Laden verließ und in eine der vielen anderen Buchhandlungen in der Charing Cross  Road ging, die wundervoll aufgeräumt und übersichtlich waren. Trotzdem war Foyles berühmt und galt als eine der weltweit größten Buchhandlungen; sehr viele Bibliophile schienen sich in dem Irrgarten wohl zu fühlen.

1903 wurde die Buchhandlung von den Brüdern William und Gilbert Foyle gegründet und 1945 übernahm William Foyles Tochter Christina die Leitung, was eigentlich keine gute Idee war, denn die Dame war sehr exzentrisch veranlagt und führte den Laden auf eine eher ungewöhnliche Weise. So war sie jeglichen technischen Neuerungen gegenüber negativ eingestellt; das Kassenwesen in der Buchhandlung spottete jeder Beschreibung und verlangte von den Kunden, sich dreimal an unterschiedlichen Schaltern anzustellen, was sehr viel Geduld erforderte (ich habe das noch sehr gut in Erinnerung). Elektronische Kassen waren verpönt und telefonische Bestellungen wurden nicht akzeptiert.

Die Anordnung der Bücher erfolgte nach einem höchst merkwürdigen System. Die Romane waren nicht alphabetisch nach den Autoren sortiert, sondern nach den Verlagen.

Das Personal hatte es nicht leicht in der Buchhandlung Foyles, denn Gewerkschaften waren dort nicht zugelassen, und so herrschte dort ständig ein „Hire and fire“-Zustand. Frauen traute man buchhändlerische Fähigkeiten offenbar nicht zu, denn unter Christina Foyles Ägide durften sie nur an der Kasse arbeiten. Es herrschte also ein „kafkaeskes Chaos“ in der Charing Cross Road Nummer 111-119.

Christina Foyle starb am 8. Juni 1999 und selbst ihr Testament zeigte exzentrische Züge. Sie vermachte ihrem Gärtner, der sich um die Gärten ihres Wohnsitzes, Beeleigh Abbey bei Maldon in Essex, kümmerte £100 000 und die Dame, die ihre fünfzehn Katzen pflegte, erhielt ein Cottage im Wert von £60 000. Der größte Teil von Christina Foyles Vermögen floss in die Foyle Foundation, die speziell Projekte in den Bereichen Kunst und Bildung fördert.

Nach Christina Foyles Tod übernahm ihr Neffe Christopher Foyle die Buchhandlung, die er wesentlich modernisierte. Im Jahr 2014 zog Foyles ein paar Schritte weiter in die Charing Cross Road Nummer 107. In diesem Film wird der Umzug im Zeitraffer gezeigt und hier ist ein Blick in die neue und übersichtlichere Buchhandlung.

Das „neue“ Foyles.
Author: Tom Morris
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Christina Foyles Wohnsitz: Beeleigh Abbey bei Maldon in Essex.
Author: John Armagh
This work is released into the public domain.

 

Published in: on 7. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Charity Shops in englischen High Streets

Zwei Charity Shops nebeneinander in Exeter (Devon).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich finde es grundsätzlich eine sehr gute Sache, wenn Leute ihre nicht mehr benötigten Sachen nicht wegwerfen, sondern zur weiteren Verwendung an Wohltätigkeitsläden, im Englischen „charity shops„, weitergeben, die aus dem Verkaufserlös entsprechende Organisationen fördern und unterstützen. In vielen Fällen werden Kleidungsstücke, Bücher, CDs usw. zu den Läden gebracht.

In Deutschland fallen diese Charity Shops im Straßenbild kaum auf, in England ist das ganz anders. Wenn irgendwo in der High Street einer Stadt ein Geschäft schließt, zieht dort häufig einer dieser Läden ein, was dazu führt, dass die Haupteinkaufsstraße allmählich einen ganz anderen Charakter bekommt, denn besonders schön anzusehen sind die Schaufenster und Auslagen der Charity Shops nicht. Zusammen mit  Billigläden wie Poundland, Poundworld etc., wo man einen Großteil der angebotenen Waren für £1 kaufen kann, bekommen die High Streets ein unattraktives Image und sie laden nicht mehr zum Schaufensterbummeln ein. Die Folge: Immer mehr wandern zu den großen Supermarktketten oder Shopping Malls an den Rändern der Städte ab, und die High Streets veröden weiter.

Am 15. April diesen Jahres schrieb ich in meinem Blog über meinen Kurzbesuch in der Kleinstadt Uckfield in East Sussex, ein Beispiel für den Niedergang der englischen Einkaufsstraßen. Auf einer Strecke von wenigen hundert Metern traf ich auf sage und schreibe 7 Charity Shops (vielleicht habe ich auch noch einige übersehen):

The British Heart Foundation. Sie unterhält über 700 Läden im ganzen Land mit steigender Tendenz. Wie bei anderen Organisationen auch arbeiten in den Shops unbezahlte Kräfte, lediglich der Manager und ggf. sein Vertreter werden bezahlt.

Wenige Schritte weiter fand ich einen Laden der Cancer Research UK, von denen es im Königreich fast 600 gibt.

Dann war da ein Charity Shop des St Peter & St James Hospice, einem Hospiz, das sich sterbenskranker Menschen in der Region Haywards Heath, Burgess Hill, Uckfield und Lewes annimmt.

Es folgte ein Laden des Kit Wilson Trusts for Animal Welfare, einer Organisation, die 1975 gegründet wurde und die sich speziell um Hunde und Katzen, aber auch um wild lebende Tiere kümmert.

Weiter ging es mit einem Laden des Chestnut Tree House, einem Kinderhospiz für East und West Sussex, 2003 gegründet, das in Arundel (West Sussex) zu finden ist.

Als nächstes folgte ein Charity Shop des St Wilfrid’s Hospice, das in Chichester ansässig ist.

Und schließlich fand ich einen Laden des Hospice in the Weald, einem Hospiz, das am Stadtrand von Tunbridge Wells in Kent liegt.

Ich gönne diesen Organisationen wirklich jeden Penny, den sie durch die Charity Shops einnehmen. Eine Bereicherung des Straßenbildes sind sie leider nicht.

Saffron Walden in Essex.
Photo © Given Up (cc-by-sa/2.0)

Zwei Charity Shops Tür an Tür in Cinderford (Gloucestershire).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 4. Juli 2018 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

The Daily Mirror – Die turbulenten Anfänge einer Tageszeitung

Hier, in der Carmelite Street, entstand The Daily Mirror.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

In der Carmelite Street in der City of London erblickte am 2. November 1903 eine Tageszeitung das Licht der Welt, die heute, nach über 100 Jahren, eine Auflage von etwa 587 000 Exemplaren hat und, wie so viele andere Zeitungen auch, mit einer ständig sinkenden Auflage zu kämpfen hat: The Daily Mirror.

Gegründet wurde das Blatt von Alfred Charles William Harmsworth, dem späteren Viscount Northcliffe, der schon 1896 The Daily Mail ins Leben gerufen hatte. Mit The Daily Mirror wollte Harmsworth etwas für die damalige Zeit Sensationelles schaffen: Eine Zeitung von Frauen für Frauen, „the first newspaper for gentlewomen„. Den Namen wählte er als Sinnbild, denn die Zeitung sollte als Spiegel des weiblichen Lebens dienen, mit all seinen Sonnen- und Schattenseiten. Harmsworth zog die Journalistin Mary Howarth von der Daily Mail ab, wo sie für Frauenangelegenheiten zuständig war, und übergab ihr die Verantwortung für sein neues Blatt, an dem fast nur Frauen mitarbeiteten. Um den Umsatz gleich von Anfang an anzukurbeln, bekamen die Käuferinnen ersten Ausgabe des Daily Mirror einen Spiegel geschenkt.
Die Redaktion war wohl der Ansicht, dass englische Frauen nur eine kurze Aufmerksamkeitsspanne hatten, denn die Artikel waren alle sehr knapp gehalten.

Man startete mit einer recht hohen Auflage von 276 000 Exemplaren und blickte hoffnungsvoll in die Zukunft, aber sehr schnell musste der Zeitungsmann erkennen, dass seine Idee ein Flop war. Schnell sank der Absatz auf 25 000 Exemplare, Frauen hatten ganz offensichtlich keine Lust auf den Mirror. Harmsworth war sauer: „Women can’t write and don’t want to read“ gab er seiner Meinung freien Lauf und schickte Mary Howarth wieder zur Daily Mail zurück. Neuer Chef des Daily Mirror wurde ein Mann, Hamilton Fyfe, der alle Journalistinnen der Redaktion feuerte und sie durch Männer ersetzte, denen er mehr zutraute. Aus dem „Newspaper for gentlewomen“ wurde jetzt „A paper for men and women“ und das klappte besser, die Zeitung nahm Fahrt auf und die Auflage kletterte bis auf 466 000 Exemplare.

Im Januar 1905 bezog The Daily Mirror neue Redaktionsräume in der Whitefriars Street, der nördlichen Verlängerung der Carmelite Street, die auf die Fleet Street mündet. Heute ist der Firmensitz in der Canary Wharf zu finden.

Die nächste Station des Daily Mirror: Whitefriars Street.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 10. Mai 2018 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Staines-upon-Thames (Surrey) – Eine Stadt, die durch viele Jahrzehnte hinweg durch die Fabrikation von Linoleum weltberühmt war

David Annands Monument „Release Every Pattern“ in der High Street von Staines.
Photo © Mike Smith (cc-by-sa/2.0)

Frederick Walton (1834-1928), in Sowerby Bridge in West Yorkshire geboren, machte im Jahr 1860 eine bedeutende Erfindung, das Linoleum, ein Bodenbelag aus „Leinöl, das neben Korkmehl und Jutegewebe der wichtigste Grundstoff für das Linoleum ist“ (so die Wikipedia). 1867 begann Walton mit der Fabrikation des Produktes mit der Staines Linoleum Company. Seine Firma benannte er nach der Stadt Staines-upon-Thames in Surrey, westlich von London, in der die Fabrik ansässig war. Linoleum entwickelte sich bald zu einem großen Verkaufserfolg und Walton konnte sein Produkt weltweit verkaufen. Selbst auf der Titanic wurde Waltons Linoleum verlegt. Für Staines war die Firma bis in die 1960er Jahre ein wichtiger Arbeitgeber; in Spitzenzeiten waren 350 Menschen hier beschäftigt. Erst 1969 wurden die Produktionsananlagen stillgelegt, die dort standen, wo heute das Two Rivers Shopping Centre an der Mustard Mill Road zu finden ist. Linoleum konnte in anderen Ländern billiger hergestellt werden und das bedeutete das Aus für die Fabrik in Surrey.

In der High Street von Staines erinnert noch ein Monument an das Produkt, das für so lange Zeit für den Ort wichtig war. Es zeigt zwei Arbeiter, die eine lange Rolle Linoleum schleppen, und wurde von dem schottischen Bildhauer David Annand geschaffen. Er nannte sein Werk, das 2003 aufgestellt wurde, „Release Every Pattern„. Die Inschrift auf dem Monument, ein Gedicht von  Richard Price und Leona Medlin, lautet:

„Roll out the lino
from Staines to the world!
Release every pattern
from chessboard to twirl!
In every hopeful kitchen
let life unfurl,
bathrooms are artrooms
from soapsuds to swirl!
Roll out the lino
from Staines to the world!“

Published in: on 3. April 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags: ,

Wer war eigentlich … John James Fenwick, der Gründer der Warenhauskette Fenwick?

Das Fenwick-Flaggschiff in der Northumberland Street in Newcastle-upon-Tyne.
Photo © Iain Tullis (cc-by-sa/2.0)

Im Herbst 2017 ging wieder einmal die Ära eines alteingesessenen Familienbetriebs zu Ende, als Adam und Hugo Fenwick aus der Leitung der Warenhauskette Fenwick zurücktraten und den obersten Managementposten an den früheren Chef der Coop-Supermarktgruppe Richard Pennycook überließen.
Seit 1882 gibt es die Department Stores, die nach dem Firmengründer John James Fenwick benannt sind. Der 1846 in Richmond (North Yorkshire) geborene Fenwick war gelernter Kürschner, und er eröffnete einen Laden in der Northumberland Street in Newcastle-upon-Tyne. JJ, wie er genannt wurde, verkaufte dort vorwiegend Textilien und das Geschäft brummte, so dass er schon bald das Haus in der Northumberland Street 37/38 übernehmen konnte und kurz darauf auch die Nummer 40 hinzufügte. Dort steht auch heute noch das Flaggschiff der Fenwick-Gruppe und die Firmenzentrale. Doch JJ wollte sich nicht mit dem Geschäft im Nordosten Englands zufrieden geben und kaufte in London das Haus 63 New Bond Street, in dem er exklusive Modeartikel für die gut betuchte Dame anbot.

In Paris lernte JJs Sohn Fred Fenwick das berühmte Kaufhaus Le Bon Marché in der rue de Sèvres kennen und nach diesem Vorbild wurden die beiden Fenwicks in England umgestaltet.

Jetzt dauerte es viele Jahrzehnte bis weitere Fenwick-Dépendancen dazukamen. Erst 1962 wurde ein Familienbetrieb in Leicester aufgekauft und dann kam 1976 ein neues Warenhaus im Brent Cross Shopping Centre im Norden Londons dazu.

Heute gibt es neun Fenwicks, u.a. in Canterbury, Tunbridge Wells und York; zuletzt eröffnete im vorigen Jahr ein Warenhaus im Einkaufs- und Freizeitkomplex The Lexicon in Bracknell (Berkshire).

Fenwick in der Londoner New Bond Street.
Photo © Martin Addison (cc-by-sa/2.0)

Die Filiale in Canterbury (Kent).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 19. Februar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Treadwell’s Bookshop – Eine auf esoterische Literatur spezialisierte Londoner Buchhandlung

Wo kaufen die vielen esoterisch Interessierten, Magiere, Druiden und Hexen, die in der britischen Hauptstadt leben, ihre Literatur und ihr magisches Zubehör? Vor allem in drei Londoner Buchhandlungen, die sich auf dieses Genre spezialisiert haben wie im Atlantis Bookshop in der Museum Street, bei Watkins Books am Cecil Court und bei Treadwell’s; letzteren möchte ich heute in meinem Blog vorstellen.

Da ist zuerst einmal Treadwell’s Bookshop in der Store Street Nummer 33 in Bloomsbury, einer Geschäftsstraße nur ein paar Schritte vom British Museum entfernt. Gegründet wurde sie 2003 von Christina Oakley Harrington, die sich Zeit ihres Lebens für spirituelle Dinge interessiert und die auch heute noch die Buchhandlung leitet. Der Schwerpunkt des Bücherangebots liegt nach eigenen Angaben auf „Western esotericism and European and British Paganism“. Doch man bekommt in dem Laden weit mehr als Bücher; da gibt es u.a. Kristallkugeln zu kaufen, Hexenkessel, Vollmond-Weihrauch, Verführungs-Sprays und Green Man-Broschen. Darüberhinaus finden bei Treadwell’s zahlreiche Veranstaltungen statt; in diesem Monat zum Beispiel ein „Young Urban Witch Workshop“ und ein Workshop mit dem Thema „Witch Bottles“.

Wer sich für Tarotkarten interessiert, der kann hier Einführungskurse in das Kartenlesen bekommen oder sich seine Zukunft anhand der Karten vorhersagen lassen.
In diesem Film stellt Christina Oakley Harrington ihr Geschäft vor.

Die britische Band Mumford & Sons nahm in den Räumen von Treadwell’s im Jahr 2009 ihre Bookshop Sessions auf; hier ist ein Hörbeispiel.

Es gibt erstaunlich viele esoterische Zirkel in London wie die Servants of the Light, die Ameth Lodge, den Hermetic Order of the Golden Dawn und die Kabbalah Society.

Published in: on 3. Februar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Growing Underground – Frische Kräuter und Sprossen aus einem Luftschutzbunker im Londoner Stadtteil Clapham

Carpenter’s Place in Clapham. Hier ist die Firma Growing Underground zuhause.
Photo © Richard Rogerson (cc-by-sa/2.0)

Der BBC Future Food Award wurde im vergangenen Jahr an die Firma Growing Underground vergeben, die ihren Sitz im Londoner Stadtteil Clapham hat. Der Preis geht an Firmen, die sich hervorgetan haben mit „cutting-edge innovation and pioneering work that could influence how the UK’s food will be grown, distributed and sold in future„.

Einige kleine Schilder an einem unscheinbaren Gebäude in der Gasse Carpenter’s Place, die von der Clapham High Street abgeht, weisen auf Growing Underground hin, deren Name aber schon sagt, dass sich das Geschehen hier unter der Erde abspielt. 33 Meter unter den Straßen Claphams in ehemaligen Luftschutzbunkern aus dem Zweiten Weltkrieg werden Kräuter und Sprossen, sogenanntes Mikrogemüse, gezogen, die gegenüber ihren Brüdern und Schwestern, die oberirdisch wachsen, den Vorteil haben, dass sie absolut pestizidfrei und wetter- und jahreszeitenunabhängig sind. Das ganze Jahr über entstehen hier zum Beispiel Basilikum, Wasserkresse, Rauke, Koriander und andere Kräutlein, die von LED-Lampen beschienen werden und die dank der Hydrokultur 70% weniger Wasser verbrauchen als im Freien wachsende Kräuter. Innerhalb weniger Stunden sind die geernteten Pflänzchen bereits auf dem Tisch der Endverbraucher, also keine langen Transportwege, was der Umwelt auch wieder zugute kommt. Eine Win-Win-Situation.

Kaufen kann man die“Growing Underground“-Produkte zum Beispiel auf Londons Borough Market, auf dem New Covent Garden Market oder man kann sie sich innerhalb der Hauptstadt auch ins Haus liefern lassen. Begeistert von der Qualität äußert sich der berühmte Koch Michel Roux jr auf der Homepage der Firma, der das Mikrogemüse in seiner Küche des 2-Sterne-Restaurants Le Gavroche in der Upper Brook Street im Stadtteil Mayfair verwendet.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck wie es in dem Urban Farming-Bunker unterhalb Claphams aussieht.

Der Eingang zum Clapham Deep Shelter North, in dem sich die Kräuter-Produktionsstätte befindet.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. Januar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Totnes in Devon und Großbritanniens erster Zero Waste-Laden

Die High Street von Totnes.
Photo © David Smith (cc-by-sa/2.0)

Vor mehr als sechs Jahren verfasste ich in meinem Blog schon einmal einen Artikel über Totnes, die Kleinstadt in Devon, mit dem Titel „Totnes – Transition Town in Devon„. Hier ist alles etwas anders als in vergleichbaren Städten des Königreichs, und der Daily Telegraph stellte kürzlich die Frage „Is Totnes the most eccentric town in Britain?“ Die High Street des Ortes ist nahezu kettenlädenfrei; auch hier gibt es zwar den einen oder anderen Charity Shop, aber die Einkaufsstraße wird von kleinen individuellen Geschäften dominiert. Da gibt es eine kleine Weinhandlung, einen Buchladen, mehrere Textilgeschäfte und Galerien, den hübschen Grey’s Dining Room und   daneben, in der Nummer 94, ein Geschäft mit dem Namen „not made in China“.

Direkt gegenüber, in der Nummer 101 der High Street, befindet sich seit letztem Jahr ein Laden, der sich nahtlos in die Phalanx der anderen Geschäfte einfügt und Earth.Food.Love heißt. Die Besitzer sind Richard und Nicola Eckersley, er ist ein ehemaliger Fußballprofi, der seine Karriere bei Manchester United begann. Ihr Laden ist „The UK’s only zero waste, organic, bulk-buy, plant-based, wholefoods shop„. Im Angebot der Eckersleys finden sich ausschließlich organisch angebaute Produkte und keine Tiefkühlartikel. Alles wird in Gläsern aufbewahrt und Plastikverpackungen sucht man hier vergebens. Die Kunden bringen Behälter mit, die dann im Laden entsprechend gefüllt werden, so dass keinerlei Abfall entsteht. Der Strom mit dem Earth.Food.Love beliefert wird, stammt von Ecotricity, „the world’s first Green Electricity company“.
Im Angebot finden sich auch Non-Food-Artikel wie hölzerne Zahnbürsten der deutschen Firma Hydrophil, Shampoo, Wasch- und Abwaschmittel, die selbstverständlich auch in mitgebrachte Behälter abgefüllt werden. Dass man bei Richard und Nicola Eckersley in der totneseigenen Währung, dem Totnes Pound, bezahlen kann, versteht sich von selbst.

Vorbild für das Geschäft in der High Street von Totnes war übrigens der Berliner Laden „Original unverpackt“ in der Wiener Straße 16 in Kreuzberg.

Das ZDF war schon einmal zu Gast in Richard Eckersley Laden und berichtete darüber in der (ausgezeichneten!!!) Sendung „Heute in Europa“ darüber.

Totnes in Devon.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. Januar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Wer war eigentlich… John Lewis, nach dem die Kaufhauskette benannt wurde?

Das Flaggschiff in der Londoner Oxford Street-
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

50 John Lewis-Kaufhäuser gibt es Großbritannien; das ist im Vergleich zum Konkurrenten Marks&Spencer nicht allzuviel, der über 375 Läden im ganzen Land verfügt. Dafür gehört John Lewis zu den hochwertigeren Kaufhäusern auf dem britischen Markt mit einem Umsatz von geschätzten £3,7 Milliarden für dieses Jahr.

Die Kunden, die in der Warenhauskette ein und ausgehen, werden sich wohl kaum Gedanken darüber machen, wer John Lewis, der Gründer der Department Stores, eigentlich war.

John Lewis wurde 1836 im ländlichen Shepton Mallet in Somerset in der Town Street geboren. Er machte eine Lehre in einem örtlichen Textilwarengeschäft und ging schon im zarten Alter von 14 Jahren nach London, wo er eine Stelle im Textilkaufhaus von Peter Robinson in der Oxford Street  fand, sich dort langsam hocharbeitete und Spezialist für den Einkauf von Seide wurde. 1864 eröffnete John Lewis ein eigenes Geschäft, ebenfalls in der Oxford Street, das er so erfolgreich führte, dass er daraus später in den 1880er Jahren ein Kaufhaus machte, in dem er ein viel größeres Warenspektrum anbot. 1905 übernahm er das Kaufhaus von Peter Jones am Sloane Square in Chelsea, das noch heute zu der Firmengruppe von John Lewis gehört. Bis ins hohe Alter von 95 Jahren hielt der Firmenchef die Zügel in der Hand, unterstützt von seinen Söhnen Oswald und John Spedan, wobei sich aber letzterer stärker einbrachte, während sich Oswald in der Politik engagierte.
Am 8. Juni 1928 starb John Lewis in seinem Haus Spedan Tower in Hampstead, das er schon 1888 gekauft hatte. Dort am Grange Garden findet man an einer kleinen Mauer eine Plakette mit der Inschrift:

„John Lewis Silk Mercer Of Oxford Street Resided At Spedan Tower Hampstead From 1888 To 1928 As Did His Elder Son John Spedan Lewis Later Founder Of The John Lewis Partnership This Plaque Is Placed Near The Site Of Spedan Tower“.

Das Flaggschiff der Kaufhauskette John Lewis liegt nach wie vor in der Oxford Street (Nummer 300).

Hier ist einer der diesjährigen Weihnachtswerbespots von John Lewis und hier ein Rundgang durch das weihnachtlich geschmückte Kaufhaus in der Oxford Street.

Die Town Street in Shepton Mallet (Somerset), in der John Lewis 1836 geboren wurde.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Eine Filiale in Newbury (Berkshire).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. November 2017 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Pimlico Plumbers – Eine recht ungewöhnliche Sanitärinstallationsfirma in London

Vor einigen Jahren habe ich in meinem Blog über die englische Transportfirma Eddie Stobart und ihre LKWs geschrieben, die alle einen weiblichen Namen haben. Immer wenn ich einem dieser Trucks begegne, geht mein Blick automatisch zum Kühlergrill, wo dann Namen wie Anysia Rose, Nina Jonet oder Suki Alanna stehen.

Etwas Ähnliches macht die größte Londoner Firma für Sanitärinstallationen Pimlico Plummers (hier ist ein TV-Werbespot) mit ihren 200 Kleintransportern, deren Nummernschilder zum großen Teil in irgendeiner Form auf das Gewerbe hindeuten. Da gibt es Autos mit den Nummern „FIUSH“, „7OILET“, „B1DET“, „DRA11N“ oder „3LOO“. Der Firmenchef Charlie Mullins ist bereit, auch einmal tief in die Tasche zu greifen, um diese speziellen Nummernschilder zu erwerben, so gab er £35 000 für „CA11 OUT“ aus; schon ein bisschen schräg. Aber die Pimlico Plumbers machen immer wieder durch ungewöhnliche Aktionen von sich reden. Sie sind die Installateure der Stars und haben schon für Boy George, Chris Tarrant, Diana Rigg und Felicity Kendall gearbeitet. Die Firma zeichnet sich durch Qualitätsarbeit aus, verlangt dafür aber auch nicht gerade wenig Geld. In der Regel werden wochentags zur normalen Arbeitszeit £100 pro Stunde in Rechnung gestellt; das kann aber bis zu £250 hoch gehen, wenn man den nächtlichen Notdienst anfordert.

Der Firmenchef und Brexitgegner Mullins expandiert mit seinen Pimlico Plumbers von Jahr zu Jahr und gehört zu den erfolgreichsten Unternehmern Londons.

Ins Gespräch kam die Firma, als sie vor einigen Jahren Buster Martin im Alter von 97 Jahren anstellte, der noch bis zu seinem 104. Lebensjahr als Wagenpfleger für die Pimlico Plumbers arbeitete und damit der älteste Arbeitnehmer im Königreich war (er starb 2011).

Wie es in der Einsatzzentrale zugeht, zeigt dieser Film.

Jedes Jahr zu Weihnachten bzw. schon einige Wochen vorher, wird das Hauptquartier der Firma in der Sail Street in Lambeth entsprechend herausgeputzt, und das Switch-On ist immer ein riesiges Happening, das von einem Prominenten vorgenommen wird, im vorigen Jahr war es der Schauspieler und Comedian Bobby Davro. Hier ist ein Film darüber.

Der Firmensitz in der Sail Street in Lambeth.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Die Weihnachtsdekoration in der Sail Street.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 2. November 2017 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Barter Books in Alnwick (Northumberland – Eine der interessantesten Buchhandlungen Englands

Als 1968 die „Beeching Axe“ auch die Bahnlinie von Alnwick in Northumberland traf, stand das Bahnhofsgebäude lange leer, bis es im Jahr 1991 von Stuart und Mary Manley übernommen wurde, die darin eine Buchhandlung mit gebrauchten Büchern eröffneten, die sie Barter Books nannten (von „barter“ = Tauschgeschäft). Damals hätten sie sich nicht träumen lassen, dass ihre Buchhandlung weit oben im Nordosten Englands derart erfolgreich sein würde, dass das New Statesman Magazine sie als „The British Library of secondhand bookshops“ titulierte. 2013 erhielt Barter Books die Auszeichnung „Vintage Shop of the Year“ im Rahmen der Homes & Antique Awards.

Was zeichnet diese Buchhandlung nun gegenüber anderen aus? Da ist zunächst einmal die Atmosphäre, die, wie man so schön sagt, zum Verweilen einlädt. Im Station Buffet kann man vormittags sein Frühstück zu sich nehmen und später aus einem Angebot von kleinen kalten und warmen Speisen wählen (Northumbrian Rarebit, Bangers and Mash usw.). Acht Kaffeesorten stehen zur Verfügung, mehrere Weine und zwei Biere, die nach Lokomotiven benannt sind (Golden Arrow und Evening Star). Ein Andenkenladen bietet zahlreiche Souvenirs an, die im Zusammenhang mit der Buchhandlung und dem Thema Eisenbahn stehen. Die Inhaber veranstalten regelmäßig Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen, wobei auch schon namhafte Autoren gewonnen werden konnten.

Ein großes Wandgemälde von dem einheimischen Künstler Peter Dodd zeigt Berühmtheiten der Literaturgeschichte wie William Faulkner, Jane Austen, Samuel Beckett, Ernest Hemingway und viele andere mehr (es sind insgesamt 33). Dann gibt es noch eine Modelleisenbahn, die durch die Räume der Buchhandlung fährt.

Neben den vielen Büchern aus zweiter Hand werden aber auch richtige Schätze angeboten. Da stehen zurzeit „The Works of Geoffrey Chaucer“ in der Kelmscott Press Ausgabe von 1896 zum Verkauf, die für £39 000 angeboten wird oder die zweibändigen „Annals of the House of Percy“ für £1100 (die Percys wohnen seit Jahrhunderten im Alnwick Castle).

Wer also einmal nach Alnwick kommt, dem kann neben dem obligatorischen Besuch im Alnwick Castle (in dem zwei Harry Potter-Filme gedreht wurden) ein Besuch im alten Bahnhofsgebäude empfohlen werden.

Hier ist ein Film über die Buchhandlung Barter Books, die täglich, auch sonntags, geöffnet ist.

Barter Books
Alnwick Station
Northumberland NE66 2NP

Published in: on 22. Oktober 2017 at 02:00  Comments (2)  
Tags: ,

Self Service Checkouts in englischen Supermärkten

Ein Tesco Superstore (allerdings nicht der in Amersham, sondern einer in Hereford).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Letzte Woche musste ich wieder einmal feststellen, dass englische Supermärkte in vielen Dingen den deutschen überlegen sind. Das beginnt bei den Öffnungszeiten und den Serviceangeboten und setzt sich bei den technischen Einrichtungen fort. Ich weilte erneut für einige Tage in Amersham in Buckinghamshire. In der Old Town an der London Road West steht der Tesco Superstore, der ganz erstaunliche Öffnungszeiten hat, wenn man bedenkt, dass lediglich 15 000 Menschen hier wohnen. An den meisten Tagen der Woche hat der riesige Supermarkt rund um die Uhr geöffnet, nur samstags schließt er „schon“ um 24 Uhr. Auch sonntags ist er von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Zu den Serviceleistungen gehören eine Apotheke, die jeden Tag von 8 Uhr bis 20 Uhr mit Fachpersonal besetzt ist, ein Travel Money Bureau, in dem man Geld in andere Währungen umtauschen kann, Grocery Collection (man bestellt seine Waren online und kann sie fix und fertig eingepackt am Store abholen), und die angeschlossene Tankstelle mit Autowäsche ist auch rund um die Uhr geöffnet.

In England eine Selbstverständlichkeit sind die Self Service Checkouts. Wer die Kassen, an denen noch „richtige Menschen“ sitzen, nicht in Anspruch nehmen möchte, ist sein eigener Kassierer; dafür stehen viele Terminals zur Verfügung, an denen man seine gekauften Waren einscannt und schließlich entweder bar oder mit Karte bezahlt. Dass es dabei nicht immer rund läuft, zeigt dieser Film.

Bequemer ist das Angebot von Tesco namens Scan As You Shop. Am Eingang nimmt man sich ein Lesegerät, stellt die mitgebrachten eigenen Einkaufstaschen in den Einkaufswagen und scannt mit dem Lesegerät den Barcode der ausgesuchten Waren ein, auf dessen Display man jederzeit die bisherige Zwischensumme sehen kann. Dann wird die Ware in die Einkaufstasche gelegt. Wenn man alles zusammen hat, geht man zu einem der Checkouts, scannt dessen Barcode ein und bezahlt, was in der Regel per Karte vorgenommen wird. Man braucht am Ende des Einkaufs also nicht mehr alles auspacken, aufs Band legen und anschließend wieder einpacken. Eine, wie ich finde, gute Lösung, um beim Einkaufen Zeit zu sparen. Dieser Film zeigt den Ablauf noch einmal detailliert.

Natürlich gibt es im Tesco Amersham Superstore überall kostenloses WLAN.

Die englische Firma Imperial Cars bietet sogar den Self Service Checkout beim Autokauf an wie in diesem Film zu sehen.

 

Published in: on 4. Oktober 2017 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

Gray-Nicolls – Englands führender Hersteller von Cricketschlägern

Das Firmengebäude an der Station Road in Robertsbridge.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

16 km nördlich von Hastings in East Sussex an der A21 liegt das Dorf Robertsbridge, das sich brüsten kann, in seinen Mauern die renommierteste Firma, die Cricketschläger herstellt, zu beherbergen. Die Firma an der Station Road heißt Gray-Nicolls und entstand in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts durch den Zusammenschluss der beiden Firmen H.J. Gray and Sons und L.J. Nicolls.

Für Cricketlaien sieht sicher ein Schläger wie der andere aus, aber es gibt da sehr wohl große Unterschiede. Die Schläger werden aus Weidenholz hergestellt, das nicht älter als 15 Jahre sein sollte, da es sonst nicht mehr über die nötige Flexibilität besitzt. 90% der von Gray-Nicolls benötigten Weiden werden von ihr selbst angepflanzt. In der Produktion der „bats“ steckt sehr viel Handarbeit, die hier in Robertsbridge von erfahrenen Handwerkern verrichtet wird. Dieses Video zeigt den Herstellungsprozess von Cricketschlägern durch die Firma Gray-Nicolls in Robertsbridge.

Die „bats“ haben ihren Preis; so kostet beispielsweise der Profi-Schläger „Legend Bat Senior“ £749.99. Der billigste, der den beeindruckenden Namen Supernova Thunder hat, ist schon für £29.99 zu haben.
Gruppenführungen durch die Werkshallen sind nach vorheriger Anmeldung ab fünf Personen von Montag bis Freitag möglich.

Viele der weltbesten Cricketspieler benutzten/benutzen Schläger der Marke Gray-Nicolls, und die Nachfrage aus dem australischen Raum, in dem diese Sportart sehr populär ist, war so groß, dass man 1972 in Melbourne eine Filiale errichtete, um den Bedarf dort zu befriedigen.

Besonders berühmte Schlägerarten der Fa. Gray-Nicolls waren Dynadrive, Sabre, Millennium und Scoop 2000.

Published in: on 12. August 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags: ,

Wrightson & Platt – „World’s finest life-cast sculptors of babies‘ hands and feet“

Auf den ersten Blick klingen die Worte der Firma Wrightson & Platt etwas bedrohlich: „World’s finest life-cast sculptors of babies‘ hands and feet„. Was machen die denn mit den kleinen Händen und Füßen der Babys? Kein Grund zur Beunruhigung, denn man geht hier mit den winzigen Extremitäten sehr vorsichtig und sorgsam um, so dass keines der Babies in Tränen ausbrechen muss.

Im Brockley Cross Business Centre im Südosten Londons ist die Firma Wrightson & Platt ansässig, die von Denise Wrightson und Vicky Platt 1999 gegründet wurde, und die sich darauf spezialisiert hat, Abdrücke von den Händen und/oder Füßen von Babies zu nehmen und diese dann als Schmuckstücke weiterzuverarbeiten. Angeregt zu dieser Geschäftsidee wurden die beiden Damen durch Queen Victoria, die von den Füßen und Händen ihrer neun Kinder jeweils Alabasterskulpturen anfertigen ließ. Warum sollte die Nachfrage nach so etwas im 21. Jahrhundert nicht auch vorhanden sein, fragten sich die beiden und lagen dabei goldrichtig, denn ihr Geschäft florierte und ist jetzt weltweit führend. Angeboten werden Fuß- und Handabdrücke in Bronze, Sterlingsilber und farbigem und einfarbigem Glas. Die Mini-Kunstwerke kann man sich als Schmuck um den Hals hängen, als Manschettenknöpfe anfertigen lassen, als Buchstützen verwenden usw. usw.

Wrightson & Platt bietet weitere Dienstleistungen an: Schwangere können ihren Babybauch in Glas oder Bronze verewigen lassen, Eheringe werden mit den echten Fingerabdrücken der Brautpaare versehen und in Erinnerung an Babys erste Schuhe werden diese vergoldet oder versilbert.

Diese Unikate haben natürlich auch ihren Preis. So kosten beispielsweise ein Satz Babyhände und -füße in Sterlingsilber zwischen £5900 und £7390, in farbigem Glas zwischen £2380 und £2750.

Hier ist ein Film über die Firma Wrightson & Platt.

Published in: on 10. Juli 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Stanfords Bookshop in London – Die größte Spezialbuchhandlung der Welt für Landkarten und Reiseliteratur

Photo © Mr Biz (cc-by-sa/2.0)

Edward Stanford (1827 – 1904) hatte sein Leben lang eine ausgeprägte Vorliebe für Landkarten. Im Jahr 1853 übernahm er in London ein Geschäft, das u.a. auch mit Karten handelte und baute dieses unter seinem Namen in eine Spezialhandlung aus. Als in dieser Zeit durch die britische Kolonialisierung der Welt die Nachfrage nach Kartenmaterial stark zunahm, florierte seine Handlung im Covent Garden. Einen Namen machte sich Edward Stanford auch, als er 1862 den ersten umfassenden Stadtplan der Hauptstadt anfertigen ließ und der den Namen „Stanford’s Library Map of London“ trug, den die Royal Geographic Society seinerzeit „the most perfect map of London that has ever been issued“ bezeichnete. Dieser Plan ist noch heute lieferbar.

Edward Stanfords Laden in der Straße Long Acre 12-14 in der City of London hat sich bis zum heutigen Tag gehalten und gilt als die größte Spezialbuchhandlung der Welt für Karten und Reiseliteratur. Hier decken sich Weltenbummler mit allem ein, was sie für ihre Reise brauchen, denn nicht nur Karten und Bücher gibt es in dem mehrstöckigen Haus zu kaufen, sondern auch Rucksäcke, Moskitonetze, Taschenlampen, Insektenschutzmittel und und und.

Die Spezialbuchhandlung ist auch Sponsor einiger Preise wie zum Beispiel des Stanford Dolman Travel Book of the Year, mit dem das beste Reisebuch des Jahres ausgezeichnet wird. Der letzte Preisträger für das Jahr 2016 war Julian Sayarer, der den Preis für sein Buch „Interstate: Hitchhiking Through the State of a Nation“ erhielt, in dem er von seiner Reise per Anhalter von New York nach San Francisco erzählt. In diesem Film kann man den Autor bei einem Vortrag erleben.

Stanfords Travel Bookshop bietet auch Pferdekutschfahrten an, die durch die City of London führen. Drei Pferde ziehen eine viktorianische doppelstöckige Kutsche, in der bis zu 18 Personen Platz haben. Start und Ziel ist die Buchhandlung in Covent Garden.

Stanfords
Long Acre 12-14
Covent Garden,
London WC2E 9LP

 

Published in: on 5. Juli 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Wer war eigentlich… Waitrose, der Gründer der Supermarktkette?

 

Der Firmensitz von Waitrose in Bracknell in Berkshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andrew Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Waitrose ist eine  britische Supermarktkette, die sich umsatzmäßig nicht mit den ganz Großen wie Tesco messen kann, die sich dafür an die Kunden mit gehobenen Ansprüchen wendet. 350 Filialen soll es zurzeit geben mit 91 000 Angestellten.

Gab es denn nun jemanden, der Waitrose hieß? Nein; die drei Firmengründer hießen Wallace Waite, Arthur Rose und David Taylor, die 1904 im Westen Londons ein kleines Lebensmittelgeschäft eröffneten. Nachdem Taylor die Partnerschaft verließ, warfen die beiden anderen einfach ihre Nachnamen zusammen und nannten sich fortan Waitrose.
1937 gab es bereits 10 Läden mit 160 Beschäftigten, die in diesem Jahr von der John Lewis Partnership übernommen wurden.
1955 wurde dann der erste Waitrose-Supermarkt im Süd-Londoner Stadtteil Streatham eröffnet, gefolgt von vielen anderen in den 60er und 70er Jahren; zuerst im Süden Englands, später im ganzen Land.
Waitrose acquirierte nach dem Jahr 2000 eine Fülle anderer Supermärkte, z.B. die von Safeway, Somerfield und Morrison’s.

Die Supermarktkette, deren Firmensitz in Bracknell (Berkshire) liegt, ist dafür bekannt, dass sie einen Teil ihrer Gewinne an Wohltätigkeitsorganisationen abgibt und dass die Angestellten „Partner“ genannt werden; sie sind Mitbesitzer und erhalten jährlich einen Bonus ausgezahlt, außerdem können sie in den Läden vergünstigt einkaufen.

Waitrose darf stolz darauf sein, dass die Firma Hoflieferant sowohl der Königin als auch ihres Sohnes, Prince Charles, ist.

Was für eine Entwicklung: Vom kleinen Tante-Emma-Laden zu einem Unternehmen mit einem Umsatz von 5 Milliarden Pfund!

Waitrose in Sevenoaks (Kent).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Waitrose in der Londoner Kensington High Street.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 25. Mai 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags: