Wer war eigentlich… Waitrose, der Gründer der Supermarktkette?

 

Der Firmensitz von Waitrose in Bracknell in Berkshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andrew Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Waitrose ist eine  britische Supermarktkette, die sich umsatzmäßig nicht mit den ganz Großen wie Tesco messen kann, die sich dafür an die Kunden mit gehobenen Ansprüchen wendet. 350 Filialen soll es zurzeit geben mit 91 000 Angestellten.

Gab es denn nun jemanden, der Waitrose hieß? Nein; die drei Firmengründer hießen Wallace Waite, Arthur Rose und David Taylor, die 1904 im Westen Londons ein kleines Lebensmittelgeschäft eröffneten. Nachdem Taylor die Partnerschaft verließ, warfen die beiden anderen einfach ihre Nachnamen zusammen und nannten sich fortan Waitrose.
1937 gab es bereits 10 Läden mit 160 Beschäftigten, die in diesem Jahr von der John Lewis Partnership übernommen wurden.
1955 wurde dann der erste Waitrose-Supermarkt im Süd-Londoner Stadtteil Streatham eröffnet, gefolgt von vielen anderen in den 60er und 70er Jahren; zuerst im Süden Englands, später im ganzen Land.
Waitrose acquirierte nach dem Jahr 2000 eine Fülle anderer Supermärkte, z.B. die von Safeway, Somerfield und Morrison’s.

Die Supermarktkette, deren Firmensitz in Bracknell (Berkshire) liegt, ist dafür bekannt, dass sie einen Teil ihrer Gewinne an Wohltätigkeitsorganisationen abgibt und dass die Angestellten „Partner“ genannt werden; sie sind Mitbesitzer und erhalten jährlich einen Bonus ausgezahlt, außerdem können sie in den Läden vergünstigt einkaufen.

Waitrose darf stolz darauf sein, dass die Firma Hoflieferant sowohl der Königin als auch ihres Sohnes, Prince Charles, ist.

Was für eine Entwicklung: Vom kleinen Tante-Emma-Laden zu einem Unternehmen mit einem Umsatz von 5 Milliarden Pfund!

Waitrose in Sevenoaks (Kent).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Waitrose in der Londoner Kensington High Street.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 25. Mai 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Distinctly Different – Urlaub einmal anders

Bradford Old Windmill in Bradford-on-Avon (Wiltshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Maurice Pullin and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wer keine Lust hat, seinen Urlaub in England in einem Hotel, einem B&B oder einem Guest House zu verbringen, dem bieten sich eine Fülle von anderen Übernachtungsmöglichkeiten an. Wie wäre es mit einer Burg, einem ehemaligen Gefängnis, einer Windmühle oder einer Friedhofskapelle?

Die Firma „Distinctly Different“ mit Sitz in Bradford-on-Avon in Wiltshire ist Spezialist für außergewöhnliche und manchmal auch skurrile Häuser, in denen man seine Nächte verbringen kann.
Die angebotenen Häuser dienten vorher alle einem anderen Zweck, wurden aufgegeben und dann entsprechend umgebaut, um sie als Urlaubsdomizile anzubieten. Keine schlechte Idee.

Hier einige Beispiele aus dem umfangreichen Angebot von „Distinctly Different“:
– Ein Gypsy Wagon steht in dem Dörfchen Ewell Minnis, nordwestlich von Dover, für  £90 pro Nacht zur Verfügung.
– In Wirksworth, Derbyshire, steht „The Lock-Up at North End“ zur Verfügung, ein ehemaliges Gefängnis, das später auch die örtliche Polizeidienststelle beherbergte. Das Gebäude kann man ganzjährig mieten für ca £40-50 pro Nacht und Person.
– Ein Miniaturschloss, „The Citadel„, kann man in Weston-under-Redcastle in Shropshire mieten, mit in Rundtürmen gelegenen Schlafzimmern.
– Ein letztes Beispiel: Urlaub in der Windmühle ist möglich in der „Bradford Old Windmill“ in Bradford-on-Avon in Wiltshire (dort, wo auch „Distinctly Different“ beheimatet ist). Die Zimmer heißen hier Fantail, Great Spur und Damsel heißen und verfügen über ungewöhnliche Betten.

„Distinctly Different“ beschreibt seine Mietobjekte auf sehr witzige Weise und ein Blick auf deren Webseiten lohnt sich.

In meinem Blogeintrag vom 20.11.2010 stellte ich die Firma Landmark Trust vor, die ein ähnliches Angebot hat.

Snake River Press – Ein Verlagshaus in Lewes (East Sussex)

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Wer sich für die beiden englischen Grafschaften East Sussex und West Sussex interessiert und tiefer in das Thema einsteigen möchte, dem kann ich die Bücher aus dem Verlagshaus Snake River Press nachdrücklich empfehlen.
Peter Bridgewater gründete den Verlag im Jahr 2006, und er legt Wert darauf, dass sich seine Bücher vom Massenmarkt abheben, indem sie liebevoll gestaltet und hergestellt werden.
Die Snake River Press mit Sitz in in der High Street 210 in Lewes (East Sussex) publiziert ausschließlich Bücher über Sussex und nimmt sich Themen an, die man sonst woanders kaum veröffentlicht findet.

Einige Beispiele: „Old-Fashioned Family Days Out in Sussex“, „A Dictionary of the Sussex Dialect“ und „What the Victorians Did for Sussex“.

Ich besitze einige Bücher des Verlags wie „A Sussex Miscellany“ von Sophie Collins und „An Eccentric Tour of Sussex“ von Firmengründer Peter Bridgwater. Es ist einfach schön, diese Bücher in der Hand zu halten (leider „Printed and bound in China“, also nicht von einer englischen Druckerei hergestellt, aber ich muss sagen, die Chinesen verstehen sich auch auf das Handwerk, bibliophile Bücher zu produzieren) und darin zu blättern (sie sind mit hübschen Illustrationen versehen).

Der Name Snake River Press leitet sich von dem Cuckmere River ab, der sich durch die Grafschaft East Sussex in Richtung Ärmelkanal schlängelt und im Firmenlogo wiederzufinden ist.

Ein liebenswertes Verlagshaus, das hoffentlich noch lange in dieser Marktnische existieren kann.

 

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Der mäandrierende Cuckmere River, der dem Verlagshaus zu seinem Namen verhalf. Author: Marturius. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Der mäandrierende Cuckmere River, der dem Verlagshaus zu seinem Namen verhalf.
Author: Marturius.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Bennetts in Derby (Derbyshire) – Das älteste Kaufhaus der Welt?

Das Kaufhaus Bennets in Derby ist hier auf der linken Seite zu sehen.   © Copyright David Hallam-Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Kaufhaus Bennetts in Derby ist hier auf der linken Seite zu sehen.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Hallam-Jones and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Jahre 2010 feierte Bennetts, ein Department Store in der Irongate der Stadt Derby sein 275jähriges Bestehen. Ist es damit das älteste Kaufhaus der Welt?
1734 wurde das Geschäft in der Nummer 10 in der Straße Irongate im Kathedralenviertel Derbys als Weatherhead Walters & Son gegründet. Damals verkaufte man hauptsächlich Eisenwaren, später kamen landwirtschaftliche Artikel in das Sortiment hinzu. Der Laden florierte und wurde viele Jahre später, 1864, von George Bennett übernommen, einem pensionierten Kapitän, nach dem das Geschäft bis zum heutigen Tag benannt ist. Bennett gestaltete das Innere seines Kaufhauses wie ein Segelschiff, wahrscheinlich fühlte er sich dadurch heimischer, denn das Meer und der nächste Hafen waren weit entfernt. Auch der neue Inhaber erweiterte sein Sortiment und nahm u.a. Sportartikel dazu.
Bis 1937 war Bennetts in Familienbesitz, dann wurde der Laden verkauft und firmierte von da an unter dem Namen Bennetts Irongate Limited. Auch unter den neuen Eigentümern stieg der Umsatz weiter, so dass das Nachbarhaus, die Nummer 8, ein ehemaliges Theater, in den 1980er Jahren dazugekauft wurde.

Bennets Department Store ist so seit langer Zeit eine feste Instanz in Derby, wo man alles Mögliche kaufen kann wie Möbel, Textilien, Porzellan und vieles mehr. Das Personal hat eine sehr enge Beziehung zu dem Kaufhaus, denn anders ist es nicht zu erklären, dass manche schon seit Jahrzehnten hier arbeiten. Zwischen den all den austauschbaren Kettenläden, wie man sie in nahezu jeder englischen Stadt in der High Street antrifft, ist Bennetts eine sehr angenehme Abwechslung. Wer nach dem Einkauf Hunger oder Durst bekommen hat, kann sich in der im gleichen Haus gelegenen Brasserie „Lisa Jean“ stärken, zum Beispiel mit einem Champagnerfrühstück, das montags bis samstags angeboten wird. Bennetts selbst ist an jedem Tag der Woche geöffnet, allerdings zu etwas altmodischen Zeiten, von 9 Uhr bis 17 Uhr (dafür aber auch sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr).

Bennetts unterhält noch eine Filiale in Ashbourne, ebenfalls in Derbyshire, eine andere in Bakewell wurde geschlossen.

Published in: on 7. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Penhaligon’s – Eine alteingesessene Kosmetikfirma aus London, die auch den britischen Hof beliefert

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

We strive to create original scents for the discerning eccentrics of today„, so lautet ein Wahlspruch der Kosmetikfirma Penhaligon’s aus London (und der in dieser Form wohl auch nur in Großbritannien möglich ist). Gegründet wurde sie 1870 von William Henry Penhaligon, einem Friseur aus Cornwall, der sich in der Hauptstadt in der Jermyn Street niedergelassen hatte. Es dauerte nicht lange und der Mann aus dem Südwesten hatte sich bald einen sehr guten Ruf in London zugelegt. Er wurde unter Königin Victoria zum Barber and Perfumer to the Royal Court ernannt, und einige Zeit später erhielt Penhaligon den Royal Warrant von Königin Alexandra, der Frau Edwards VII. Noch heute erfreut sich die Firma, Inhaberin zweier Royal Warrants zu sein, die ihr 1956 der Duke of Edinburgh und 1988 der Prince of Wales verliehen haben. Zumindest zwei hochrangige Herren am Hofe duften also nach Kosmetika der Firma Penhaligon’s.

38 verschiedene Düfte findet man heute in den Läden der Firma, von denen einige in der Londoner Innenstadt zu finden sind wie zum Beispiel in der Regent Street, Covent Garden und in der Burlington Arcade. Aber auch in anderen Teilen des Landes und in Paris, New York City und Hongkong kann man die Kosmetikprodukte in firmeneigenen Läden kaufen.

1902 wurde speziell für den Duke of Marlborough eine Duftnote entwickelt, nach dessen Wohnsitz, Blenheim Palace, Blenheim Bouquet benannt, das noch heute zu den beliebtesten Produkten von Penhaligon’s zählt. Winston Churchill parfümierte sich damit auch gern. Zitrone, Limette und Lavendel sind die Kopfnoten dieses Parfums. Dieser Film bringt weitere Informationen.

Weitere Penhaligon’s Serien u.a. The Revenge of Lady Blanche The Coveted Duchess Rose, The Tragedy of Lord George und  Much Ado About The Duke (2016 neu entwickelt), die auf zwei Ehepaare der Londoner Gesellschaft anspielen und deren Geschichten sehr schön hier nachzulesen sind. Die Flakons hat man sehr aufwendig gestaltet, mit jeweils unterschiedlichen goldenen Tierköpfen darauf. £178 kosten 75 ml.
Die Produkte sind in Deutschland promblemlos zu bekommen, u.a. bei der Parfümeriekette Douglas.

Dieser Film zeigt den Penhaligon’s-Laden in der Londoner Regent Street.

Der Blenheim Palace in Oxfordshire, nach dem die Produktserie Blenheim Bouquet benannt wurde.   © Copyright Francois Thomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Blenheim Palace in Oxfordshire, nach dem die Produktserie Blenheim Bouquet benannt wurde.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Francois Thomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Penhaligon's in der Londoner Burlington Arcade. Author: Gryffindor. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Penhaligon’s in der Londoner Burlington Arcade.
Author: Gryffindor.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

 

 

 

Published in: on 17. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

John James Royle (1850-1919) – Der Erfinder des „Self-Pouring Tea Pot“

Die Ladenfront in der Londoner Cock Lane.   © Copyright Julian Osley and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Ladenfront in der Londoner Cock Lane.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Julian Osley and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Cock Lane ist eine schmale Gasse in der City of London, die die Straßen Snow Hill und Giltspur Street verbindet. Gleich am Anfang der Gasse, von Snow Hill kommend, befinden sich auf der linken Seite die Saracen’s Head Buildings. In diesem Gebäudekomplex liegt im Erdgeschoss ein hübsch gestalteter Terracotta-Ladeneingang, über dem geschrieben steht: „John J. Royle of Manchester„. Hier waren einmal vor langer Zeit die Ausstellungsräume dieser Firma, die ihren Sitz in Manchester hatte und die alle möglichen Produkte für den gewerblichen und den privaten Gebrauch herstellte wie Wassererhitzer, Kondensatableiter, Eierkocher mit Zeitschaltuhr oder rauchfreie Bügeleisen. Der Firmeninhaber John James Royle war ein sehr erfinderischer Mann, der vor allem durch ein Produkt in Erinnerung geblieben ist, den sogenannten „Self-Pouring Tea Pot„. Er ließ sich diese spezielle Teekanne 1886 patentieren (Patentnummer 6327), die offensichtlich in der viktorianischen Zeit genau das war, was die Leute haben wollten, denn das Gerät wurde zu einem großen Verkaufserfolg. Ursprünglich hatte Royle die Teekanne als Werbegag für seine Großkunden gedacht, aber dann entwickelte sich das etwas anders, die Nachfrage wurde immer größer, und so ließ er Tausende davon von den Firmen Doulton & Co. in Burslem (Shropshire) und Joseph Dixon & Sons in Sheffield herstellen. Erstere stellte Keramik-, letztere silberne Versionen her.

Der Self-Pouring Tea Pot bestand aus einem eigentlich recht einfachen System, mit dem man Teetassen befüllen konnte, ohne die Kanne hochheben zu müssen. Zusätzlich zu dieser Bequemlichkeit kam noch hinzu, dass der Tee besser schmecken sollte. Wie das funktioniert, zeigt dieser kurze Film.

Königin Viktoria besaß so eine Teekanne, ebenso der russische Großfürst Sergei Alexandrowitsch Romanow und Alexandra von Dänemark. Heute taucht John James Royles Erfindung noch häufiger bei Auktionen auf.

Freunde und Sammler von Teekannen freuen sich sicherlich über den „Collectible Teapot & Tea Wall Calendar 2017„, in dem auch ein Foto der Royleschen Erfindung zu sehen ist.

Published in: on 1. Januar 2017 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

Die Schiffsglocke der Lutine im Hauptgebäude von Lloyd’s of London

 

Die Lutine Bell. This work is in the public domain.

Die Lutine Bell.
This work is in the public domain.

Die „Lutine“ war eine französische Fregatte, deren Stapellauf 1779 erfolgte. Sie ging später als „HMS Lutine“ in den Besitz der Royal Navy über und sank am 9. Oktober 1799 vor der niederländischen Küste.

Am 17. Juli 1858 barg man die Schiffsglocke aus dem Wrack und hängte sie im Underwriting Room der Versicherungsgesellschaft Lloyd’s of London auf. Mittlerweile hat die Schiffsglocke mehrere Umzüge hinter sich und hängt jetzt in dem supermodernen aktuellen Gebäude von Lloyd’s of London in der Lime Street.

Die Glocke wurde ursprünglich angeschlagen, wenn ein Schiff überfällig war (Lloyd’s versicherte Schiffe). Ein Glockenschlag bedeutete schlechte Nachrichten, zwei Glockenschläge gute Nachrichten. Auf diese Weise wurden alle Lloyd’s-Angestellten gleichzeitig über eine Sachlage informiert.

Dieser Brauch wurde aufgegeben und die Lutine Bell schlägt nur noch bei besonderen Anlässen, z.B. wenn jemand aus dem Königshaus stirbt (das war bei Prinzessin Dianas Tod der Fall) oder bei Katastrophen (z.B. bei 9/11 oder bei den Londoner Bombenanschlägen am 7. Juli 2005). Hier kann man die Glocke einmal hören, aber wirklich nur einmal.

 

Published in: on 25. Mai 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Hertford in Hertfordshire und die Zahnbürsten

Die ehemaligen ADDIs_büros an der Ware Road in Hertford.   © Copyright Rob Candlish and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die ehemaligen ADDIS-Büros an der Ware Road in Hertford.
    © Copyright Rob Candlish and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Gestern schrieb ich in meinem Blog über die Bedeutung der Stadt Lincoln für die Entwicklungsgeschichte des Panzers; eine ähnliche Bedeutung für einen wesentlich friedlicheren Gegenstand des täglichen Lebens hatte einmal die Stadt Hertford, nördlich von London, für die Massenproduktion der Zahnbürste.
William Addis (1734-1808) hatte im Newgate-Gefängnis mit der Herstellung einer Zahnbürste experimentiert und nach seiner Entlassung gründete er 1780 in London eine Firma, die diese Gegenstände für die Zahnhygiene herstellte und vertrieb, mit großem Erfolg. Die Firma entwickelte die Zahnbürste im Laufe der Jahrzehnte ständig weiter und führte neue Produktionsmethoden ein. Im Ersten Weltkrieg erhielt ADDIS einen Großauftrag von der Armee, die ihre Soldaten mit Zahnbürsten ausstattete.

Im Jahr 1920 übernahm die Firma die Steam Laundry an der Ware Road in Hertford und konvertierte sie in Produktionshallen, in denen sie weit über eine Million Zahnbürsten pro Jahr anfertigte. 1935 wurde eine neue Fabrik mit Bürogebäuden, ebenfalls an der Ware Road in Hertford, gebaut, entworfen von Douglas Hamilton. In den 1930er Jahren waren diese Gebäude schon aufsehenerregend und sie sind es noch heute. Die Fabrikanlagen sind zwar alle verschwunden und haben Platz für neue Apartmentgebäude machen müssen, aber die Bürotrakts stehen immer noch und sind mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt worden. 1993 hatte sich ADDIS aus Hertford zurückgezogen, drei Jahre später wurde die Firma, die sich bis dahin über viele Generationen hinweg in Privatbesitz gefunden hatte, verkauft. In keiner anderen Stadt des Vereinigten Königreichs wurden so viele Zahnbürsten produziert wie in Hertford. Der Firmenname ADDIS existiert noch; das Sortiment hat sich allerdings erheblich erweitert.

Als sich ADDIS von der Stadt verabschiedete, übergab sie ihre riesige Zahnbürstensammlung an das Museum von Hertford, das damit über die größte Sammlung dieser Art im ganzen Land verfügt. 6000 Exponate sind hier vereint, beginnend mit Exemplaren aus dem 18. Jahrhundert. Wer sich dafür interessiert, sollte sich in die Straße Bull Plain Nummer 18 in Hertford begeben, wo das Museum zu finden ist. Die Ware Road, an der die ehemaligen ADDIS-Gebäude stehen, ist die A119, die von Hertford in die Nachbarstadt Ware führt.

Das Hertford Museum in der Bull Plain 18.    © Copyright Chris Reynolds and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Hertford Museum in der Bull Plain 18.
   © Copyright Chris Reynolds and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 26. März 2016 at 02:00  Comments (2)  

„First Shop In The World!“ in Greenwich (Greater London)

   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    © Copyright Oast House Archive and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn man im Osten Londons, im Stadtteil Greenwich, spazieren geht oder aus dem National Maritime Museum kommt und den King William Walk entlangschlendert, passiert man den Pub Kings Arms, es folgt ein vietnamesisches Restaurant und dann steht man plötzlich an der Ecke Nelson Road vor einem Laden, der sich „First Shop In The World!“ nennt. Unwillkürlich denkt man, dass es sich hierbei um den ältesten Laden der Welt handelt – weit gefehlt. Aber wenn man sich daran erinnert, wo man gerade ist, fällt der Groschen. Greenwich, Nullmeridian, genau: Vom Nullmeridian aus gesehen, der ganz in der Nähe verläuft, ist dieses Geschäft in Richtung Westen tatsächlich das erste in der Welt.

Nauticalia“ ist der eigentliche Name des Ladens und damit auch jeder versteht, was mit dem „First Shop In The World!“ gemeint ist, stehen die exakten Längenangaben gleich dabei: 00’00.4′ W, also: Null Grad, Null Minuten, 4 Sekunden West.

Nauticalia“ ist eine Kette von 10 Läden, die über ganz England verteilt sind, in denen man alles kaufen kann, was im weitesten Sinne mit Schifffahrt zu tun hat: Schiffsglocken, Deckschuhe, wasserdichte Uhren, Teleskope, um nur einige Beispiele aus dem riesigen Angebot zu nennen. Hier im Laden in Greenwich kann man auch das wichtigste kaufen, was man an Bord eines Schiffes braucht: Alkoholika; zum Beispiel eine Flasche Black Tot Rum für £610 mit 54% Alkoholgehalt.

Frank Cooper’s Oxford Marmalade – Geliebt von der Queen und James Bond

Mein in The British Shop in Geesthacht gekauftes Glas. Eigenes Foto.

Mein bei British Shopping in Geesthacht gekauftes Glas.
Eigenes Foto.

Eigentlich müsste Frank Cooper’s Oxford Marmalade Sarah Jane Cooper’s Marmalade heißen, denn Franks Frau war es, die sich 1874 das Rezept dafür ausdachte. In der High Street 83/84 der Universitätsstadt Oxford  wurde der Frühstücksbrotaufstrich hergestellt, und da man in England gern an alles Mögliche mit blauen Plaketten erinnert, erhielt auch die Nummer 83 eine solche mit der Aufschrift:
Sarah Cooper
1848-1932
First made Oxford Marmalade
here in 1874

Auf dem Etikett des Marmeladenglases, das ich bei British Shopping  in Geesthacht gekauft habe, steht zu lesen: „The Oxford Marmalade is inspired by the original Sarah Jane Coopers 1874 recipe, made using a dark seriously intense coarse cut Seville orange marmalade. Sure to appeal to the mature palate of the true marmalade connoisseur„.

Die Marmelade erfreute sich in den Colleges der Universitätsstadt großer Beliebtheit und die Professoren und Studenten, die in die weite Welt hinauszogen, verbreiteten den Ruhm des Cooperschen Brotaufstrichs, woraufhin die Nachfrage immer mehr anstieg und die Produzenten eine größere Fabrik benötigten. Diese bauten sie in Oxford in der Park End Street, gleich beim Bahnhof, so dass die Transportwege kurz waren.
Bis 1967 kam die Oxford Marmalade wirklich aus Oxford, dann wurde die Produktion verlagert, erst nach Wantage (Oxfordshire), dann nach Redditch (Worcestershire). Heute wird sie in Histon in Cambridgeshire hergestellt.
In dem ehemaligen Gebäude in der Park End Street ist heute The Jam Factory untergebracht (hier ist ein Film über das Gebäude), ein cooles „stylishes“ Restaurant. Dort, wo die Marmelade ursprünglich entstand, in der High Street Nummer 84, findet sich ebenfalls ein Restaurant, The Grand Café.

Der Polarforscher Robert Falcon Scott liebte die Marmelade aus Oxford ebenfalls und nahm sie 1910 mit auf seine Antarktisexpedition, die niemand der Teilnehmer überlebte. Nach vielen Jahren fand man eine der  Marmeladendosen im ewigen Eis wieder, die heute im Museum of Oxford zu sehen ist (hier ist ein kleiner Film darüber).
Ein weiterer Fan von Frank Cooper’s Vintage Oxford Marmalade war James Bond, so ist es jedenfalls in Ian Flemings Roman „From Russia With Love“ (dt. „Liebesgrüße aus Moskau“) auf Seite 134 nachzulesen.

Beinahe hätte ich es vergessen: Auch die Queen weiß den Brotaufstrich zu schätzen, und so ist die Firma offizieller königlicher Hoflieferant.

Die Geburtsstätte der Marmelade: Oxford High Street 83/84. Links ist die blaue Plakette zu erkennen.   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Geburtsstätte der Marmelade: Oxford High Street 83/84. Links ist die blaue Plakette zu erkennen.
    © Copyright Jaggery and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier an der Park End Street in Oxford wurde Frank Coopers Marmelade hergestellt.   © Copyright David Hallam-Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier an der Park End Street in Oxford wurde Frank Coopers Marmelade hergestellt.
   © Copyright David Hallam-Jones and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

 

Nipper – Der kleine Jack Russell-Terrier aus Bristol, den man in der ganzen Welt kennt

Francis Barrauds Originalbild von Nipper. This work is in the public Domain.

Francis Barrauds Originalbild von Nipper.
This work is in the public Domain.

Eines der bekanntesten Firmen-Logos weltweit ist der kleine Hund, der vor dem Trichter eines alten Grammophons sitzt und dort offensichtlich der Stimme seines Herrchens lauscht. Die Firmen EMI, RCA, Electrola und die Deutsche Grammophon verwenden/verwandten dieses Bild, das man allgemein als His Master’s Voice kennt. Wer ist nun dieser kleine Hund, der es zu Weltruhm brachte?

Nipper hieß er, was nichts Gutes verheißt, denn das bedeutet soviel wie „Wadenbeißer“. Der Jack Russell wurde 1884 in Bristol geboren und gehörte Mark Barraud, einem Bühnenbilder des Prince’s Theatre in der Stadt am Severn. Als Barraud 1887 starb, ging Nipper in die Hände seines Bruders Francis Barraud über, der seinen Lebensunterhalt mit dem Malen von Bildern verdiente. Francis porträtierte den kleinen Hund vor einem Grammophontrichter sitzend und bot das Bild der neu gegründeten Firma Grammophone Company an. Diese akzeptierte es und setzte den Schriftzug „His Master’s Voice“ hinzu. Im Jahr 1901 erschien erstmals eine Anzeige mit diesem Bild, das bis heute jedes Kind kennt.

Wie ging es nun mit Nipper weiter? Der Hund lebte bei seinem Maler-Herrchen bis er 1895 in Kingston-upon-Thames starb. Seine Heimatstadt Bristol ehrte ihn mit einer blauen Plakette an einem der Universitätsgebäude und gleich um die Ecke findet man am Merchant Venturers Building eine kleine Steinfigur von ihm über der Eingangstür.

Auch in Kingston-upon-Thames wird seiner gedacht. Über seinem ehemaligen Grab steht jetzt ein Gebäude der Lloyds Bank und dort findet man an der Wand der Eingangshalle ein Schild mit der Aufschrift:
At the rear of Lloyds Bank is the last known resting place of Nipper the famous HMV dog. This commemorative Plaque was unveiled by Mr. D.F. Johnson Chairman of HMV Shops Limited on 15th August 1984„.
Eine kleine Straße, nur 100 Meter von der Bank entfernt, wurde im Jahre 2010 zu Ehren des Hundes „Nipper Alley“ benannt.

Auch in den USA ist Nipper mit einer überlebensgroßen Statue zu finden und zwar in Albany im Bundesstaat New York. Dort sitzt er auf dem ehemaligen Gebäude der RCA am Broadway (ohne Grammophon).
In dem Musikvideo „Time After Time“ von Cyndi Lauper hält die Sängerin am Anfang des Liedes eine Kopie von Nipper im Arm.

Ein kleiner Hund – eine große Karriere. Wer hätte das von Nippers Herrchen wohl für möglich gehalten?

Nipper am Merchant. This work is in the public Domain.

Nipper am Merchant Venturers Building in Bristol.
This work is in the public Domain.

Lloyds Bank in der Clarence Street in Kingston-upon-Thames.   © Copyright Hugh Venables and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lloyds Bank in der Clarence Street in Kingston-upon-Thames.
  © Copyright Hugh Venables and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 1. März 2016 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

William Cowley – Parchment Makers in Newport Pagnell (Buckinghamshire)

Die High Street von Newport Pagnell. Aus diesem Ort kommen die Pergamente der Firma William Cowley.   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Newport Pagnell. Aus diesem Ort kommen die Pergamente der Firma William Cowley.
    © Copyright Adrian Cable and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Vor einigen Tagen ging eine Meldung durch die deutsche Presse und auch das ZDF-Magazin „heute in Europa“ berichtete darüber: Die Zeit, dass in Großbritannien noch immer die Gesetzestexte auf Pergament aus Kuhhaut geschrieben werden, soll vorbei sein. Erst einmal wussten wohl in Deutschland die wenigsten von dieser alten Tradition und auch in GB war das vielleicht einigen nicht bekannt. Aber es ist tatsächlich so, dass von jedem neuen beschlossenen Gesetz ein Exemplar auf Pergament verewigt wird.

Das House of Lords hat jetzt einen Vorstoß gestartet, mit dieser Tradition zu brechen und Kosten zu sparen, denn Ankauf, Beschriftung und Archivierung der Pergamente kosten den britischen Steuerzahler pro Jahr rund 80 000 Pfund. Archivpapier tut auch seinen Zweck, meinen die Lords, und außerdem befinden wir uns im digitalen Zeitalter. Doch gegen diesen Vorschlag des Oberhauses läuft man in Großbritannien Sturm und auch der Premierminister David Cameron stellt sich dagegen. Das Kabinett wird im März darüber entscheiden wie es weitergehen soll mit der Archivierung der Gesetze.

Wer auf jeden Fall dagegen ist, ist der Lieferant des Pergaments, die Firma William Cowley, ansässig in Newport Pagnell im Norden der Grafschaft Buckinghamshire. Seit 1870 stellt man hier in der Caldecote Street Pergament aus Tierhäuten her, und wenn der Staat als Großabnehmer wegfiele, wäre das schon ein herber Schlag für die Firma. Seit vier Generationen ist sie ununterbrochen in Familienhand und die Technik des Herstellungsverfahrens wird stets mündlich weitergegeben.

Nicht nur Gesetzestexte werden auf den Tierhäuten der Firma William Cowley festgehalten, es gibt noch eine Fülle anderer Verwendungsmöglichkeiten wie Möbel- und Wandbezüge, Lampenschirme, Bucheinbände und Trommelfelle, um nur einige zu nennen. Auch das Königshaus hat die Dienste der Firma in Newport Pagnell schon in Anspruch genommen. Die Queen hatte anlässlich der Hochzeit von Prince William und Kate Middleton ihre Zustimmung zu der Ehe auf Pergament aus dem Hause William Cowley gegeben, das vorher in Schönschrift vom Royal Calligrapher vorbereitet worden war.

Wenn Druckereien nicht so genau wissen wie sie mit Pergament aus Tierhäuten umgehen sollen, bietet William Cowley auch einen Druckdienst an. Konkurrenz im Inland braucht die Firma nicht zu fürchten, denn sie ist die einzige in Großbritannien, die diese speziellen Fertigkeiten besitzt.
Hier ist ein Blick hinter die Kulissen der Firma.

Drücken wir William Cowleys Mitarbeitern die Daumen, dass sich das britische Kabinett für die Fortsetzung der Archivierung der Gesetze auf Tierhaut entscheidet.

Diese Kühe am Ortsrand von Newport Pagnell brauchen sich um ihre Häute keine Sorgen zu machen, denn sie sind aus Plastik.   © Copyright David Lally and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Diese Kühe am Ortsrand von Newport Pagnell brauchen sich um ihre Häute keine Sorgen zu machen, denn sie sind aus Plastik.
    © Copyright David Lally and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 29. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Amazon Locker in englischen Bibliotheken – Eine Alternative zur Hauslieferung

Die DHL-Packstationen in Deutschland haben sich bewährt und sind vor allem für all jene nützlich, die tagsüber, wenn der Paketbote klingelt, nicht zuhause sind. Die Firma Amazon macht sich eigene Gedanken wie sie ihre Kunden zukünftig noch schneller und zuverlässiger bedienen kann; da ist von der Auslieferung per Drohne die Rede und von einem eigenen Paketauslieferungsdienst.

Seit einigen Jahren setzt die Firma in den USA sogenannte Amazon Locker ein, das sind, ähnlich wie die DHL-Packstationen, große Schränke mit einzelnen Fächern, in denen die Pakete abgelegt werden. Per E-Mail oder per SMS erhält der Kunde eine Nachricht, dass er sein Amazon-Paket in dem von ihm gewählten Locker abholen kann.

In England gibt es diese Variante zur Hausbelieferung ebenfalls. Mit der Supermarktkette Co-Op wurden zum Beispiel Verträge abgeschlossen und auch mit drei Öffentlichen Bibliotheken in West Sussex. Bibliotheken haben den Vorteil, bis in den frühen Abend geöffnet zu sein und sie liegen meist zentral, so dass Berufstätige auf ihrem Weg nach Haus einen kurzen Schlenker bei ihrer Bibliothek vorbei machen und ihr Paket abholen können.

Für Bibliotheken ist eine derartige Kooperation mit dem Versandriesen interessant, denn sie bekommen Geld dafür, dass sie ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen und dadurch eine zusätzliche Einnahmequelle haben. Der „Locker Service“ kann neue Kunden in die Bibliothek bringen, die bisher noch nicht dort waren. Der Aufwand für das Bibliothekspersonal ist minimal, da sich Amazon selbst um alles kümmert, wenn es zu Störungen kommt.

Der West Sussex County Council und Amazon haben sich darauf geeinigt, dass die Verträge jeweils eine Laufzeit von einem Jahr haben, die dann wieder verlängert werden kann. Das Angebot der Amazon Locker fand bisher in den drei Bibliotheken Anklang; rund 80 bis 100 Kunden suchen pro Woche jede der beteiligten Public Libraries auf, um ihre bestellten Pakete dort abzuholen.

Zu finden sind die Stationen in der Chichester Library in der Tower Street, in der Horsham Library am Lower Tanbridge Way und in der Crawley Library in der Southgate Avenue.

Chichester Library.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Chichester Library.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Horsham Library.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Horsham Library.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Gillett and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Crawley Library.   © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Crawley Library.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Basher Eyre and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 17. Februar 2016 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Wer war eigentlich…Molton Brown, der Hersteller von edlen Pflege- und Kosmetikprodukten?

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Man findet die Pflege- und Kosmetikprodukte der Londoner Firma Molton Brown in Edelkaufhäusern und Spitzenhotels, und selbst die Queen weiß die „Toiletries“ der Firma zu schätzen. Im Jahr 2013 wurde Molton Brown zum offiziellen Hoflieferanten ernannt.

Erst 1973 wurde Molton Brown als Friseursalon gegründet, über dem man damals schon Haarpflegeprodukte selbst herstellte. Einen Firmengründer mit dem Namen Molton Brown gab es nie; der Name setzt sich zusammen aus:
Molton„, einem Teil des Londoner Straßennamens South Molton Street. Diese Straße verläuft im Stadtteil Mayfair zwischen der Davies Street und der Brook Street, heute eine Fußgängerzone. Hier stand damals der Salon.
Brown„, der Name des Modegeschäfts „Brown’s“ in der selben Straße, dass den Eltern der Salonbesitzerin Caroline Burstein gehörte, und das noch heute existiert.

Molton Brown ist schon seit zehn Jahren kein Familienbetrieb mehr, sondern wurde 1975 von dem japanischen Kosmetikkonzern Kao Corporation übernommen. 1986 ging die Firma mit der Produktion ihrer Kosmetikartikel in ein altes Cottage nach Hertfordshire, wo es aber bald zu eng wurde. Zehn Jahre später siedelte Molton Brown in ein wesentlich größeres Firmengebäude um. Der neue Standort liegt im Industriepark Elsenham Meadows, direkt am Flughafen Stansted Airport.

In den 1990er Jahren machte die damals noch unbekannte Kate Moss Werbung für Produkte der Firma Molton Brown.

Die Produktpalette umfasst u.a. Shampoo, Body Lotion, Seife, Eau de Toilette, Handcreme usw. usw. Molton Brown besitzt eine Kette von eigenen Läden in ganz Großbritannien; auch in Deutschland kann man die Kosmetikartikel kaufen, z.B. im Hamburger Alsterhaus, im Berliner KaDeWe, aber auch in den Filialen der Parfumeriekette Douglas.

Hier ist ein Werbspot der Firma Molton Brown.

Die South olton Street in Mayfair.   © Copyright Peter Barr and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die South Molton Street in Mayfair.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Barr and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Dorfschild von Elsenham (Essex); hier werden die Produkte der Firma Molton Brown hergestellt.    © Copyright Bikeboy and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Dorfschild von Elsenham (Essex); hier werden die Produkte der Firma Molton Brown hergestellt.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Bikeboy and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 7. Februar 2016 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

British Heritage Chauffeur Tours – Die etwas andere Art, sich England anzusehen

Eine der Touren der BHCT führt zum Highclere Castle.    © Copyright pam fray and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine der Touren der BHCT führt zum Highclere Castle.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright pam fray and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es gibt immer wieder viele Menschen mit denen ich in Kontakt komme, für die ein Besuch Englands nicht in Frage kommt, weil sie erstens völlig falsche Vorstellungen von dem Land haben (schlechtes Wetter, schlechtes Essen) und weil sie zweitens vor dem Linksverkehr zurückschrecken. Manche schließen sich einer Reisegesellschaft an und fahren mit dem Bus nach England, wobei sie sich um nichts kümmern müssen, und einige wenige mieten sich vor Ort ein Auto. Es gibt noch eine Alternative, sich das Land in stilvollem Ambiente anzusehen: Man bucht eine Reise mit den British Heritage Chauffeur Tours (BHCT).

Gern wird dieser Service von Besuchern aus Übersee angenommen, die sich in einem der Autos der Luxusklasse chauffieren lassen. Zur Verfügung stehen zwei Jaguar XJL, ein Landrover Overfinch LR4 und ein Mercedes Viano SUV. Die Chauffeure, die gleichzeitig auch die Reiseführer sind und um ein umfangreiches Fachwissen verfügen, sind alles Fahrer, die eine bei der Polizei oder bei Sicherheitsdiensten erworbene Spezialausbildung haben. Aus dem umfangreichen Angebot der BHCT kann man Tagestouren oder auch mehrtägige Touren buchen oder sich ein Angebot für eine „Bespoke Tour“ machen lassen, also für eine maßgeschneiderte, individuelle Reise nach eigenen Vorgaben.

Tagestouren in die nähere Umgebung von London sind zum Beispiel das Highclere Castle und die Downton Abbey Tour. Für literarisch Interessierte gibt es eine Fahrt nach Oxford oder die Jane Austen Tour. Weiterhin stehen auf dem Programm eine English Garden Tour und eine Cotswolds Tour. Wer sich England, Schottland und Wales auf einer mehrtägigen Reise ansehen möchte, dem stehen zahlreiche Angebote zur Verfügung, darunter auch eine Tour für Feinschmecker, auf der die erlesensten und besten Restaurants angesteuert werden können.

Hier ist ein Werbefilm der BHCT, der über die angebotenen Leistungen informiert.

British Heritage Chauffeur Tours
7 St John’s Road
Harrow, HA1 2EY

Published in: on 1. Februar 2016 at 02:00  Comments (4)  
Tags:

216 The Strand in London – Ein Mekka für Teefreunde aus aller Welt

   © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Basher Eyre and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es begann alles im Jahr 1706 als ein gewisser Thomas Twining Tom’s Coffee House in der Londoner Straße The Strand übernahm. In dem Kaffeehaus, das die Adresse 216 The Strand hatte, traf man sich, tauschte den neuesten Klatsch aus und trank Kaffee dabei. Schon sehr früh bot Thomas Twining neben Kaffee auch Tee an, den man zusätzlich in getrockneter Form mit nach Hause nehmen konnte. Aus dem kleinen Laden im Zentrum Londons entwickelte sich im Laufe der Zeit einer der größten Teehändler der Welt, dessen Erzeugnisse man überall kaufen kann.

Bis zum Jahr 1964 blieb Twinings ein Familienunternehmen, dann wurde es von dem großen Konzern Associated British Foods übernommen. Das Stammhaus am Londoner Strand blieb bis heute erhalten, die Teemischungen werden allerdings nicht hier vorgenommen, sondern zum großen Teil in einer Fabrik am South Way in Andover in Hampshire.

Den Eingang zu dem Teeladen kann man leicht übersehen, wenn man die Straße entlanggeht, denn es handelt sich um ein sehr schmales Haus, das zwischen einem Pret A Manger-Lokal und einem Café der Apostrophe-Kette eingeklemmt ist. Direkt gegenüber stehen die imposanten Gebäude des Royal Court of Justice. Im Laden hat man eine riesige Auswahl an Teesorten, an der Tee Bar kann man gleich vor Ort einige der Tees aus dem Hause Twinings probieren. Ein angeschlossenes kleines Teemuseum informiert über die Familie Twinings und zeigt Gegenstände, die in irgendeiner Weise mit Tee zu tun haben.

Dieser Film vermittelt einen ersten Eindruck von dem 1706 gegründeten Geschäft im Zentrum Londons.
Hier ist ein witziger Werbespot für Twinings Earl Grey Tea mit Stephen Fry.

Hier in Andover (Hampshire) steht die Teefabrik der Firma Twining.   © Copyright Chris Talbot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in Andover (Hampshire) steht die Teefabrik der Firma Twinings.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Talbot and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Published in: on 18. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The 15th Century Bookshop in Lewes (East Sussex)

   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lewes ist die Grafschaftshauptstadt von East Sussex und wirklich eine Reise wert. Ich habe hier einmal vor längerer Zeit im White Hart Hotel in der High Street übernachtet und mir am Nachmittag die Stadt „erwandert“. Auch in Lewes kann man an Ghost Walks teilnehmen, die kreuz und quer durch den Ort führen. Einer der Stopps dieser Geistertouren liegt an einem uralten Haus, das sofort ins Auge fällt und an der High Street, Ecke Keere Street liegt. Das Fachwerkhaus beherbergt den 15th Century Bookshop, in dem ein Geist umgehen soll, der so „menschlich“ aussieht, dass er von Kunden der Buchhandlung angesprochen worden ist, die eine Beratung brauchten. Zu einem so alten Gebäude gehören in England Geistergeschichten einfach dazu.

Die Eigentümerin, Susan Mirabaud, hat den 15th Century Bookshop 1986 übernommen und sich auf Kinderliteratur spezialisiert, was aber nicht heißt, dass es hier keine anderen Bücher gibt. Auch alle anderen Themen sowie Raritäten und Sammlerstücke werden in dieser Buchhandlung angeboten.

Ein hübsches Aushängeschild über den Fenstern des ersten Stockwerks macht auf die Buchhandlung aufmerksam, was sicher nicht erforderlich ist, denn dieses Haus aus dem 15. Jahrhundert kann man einfach nicht übersehen. Wer sich in den Räumen der Buchhandlung einmal umsehen möchte und mit dem Auto anreist, kann gegenüber in der Westgate Street an einer alten Mauer parken (wenn man Glück hat und einen freien Platz findet).

Über Lewes habe ich in meinem Blog schon zwei Beiträge geschrieben, einmal über die eigene Währung der Stadt und einmal über das größte Lawinenunglück, das das Land bisher erlebt hat.

The 15th Century Bookshop
99-100 High Street
Lewes
East Sussex BN7 1XH

 

Published in: on 17. Januar 2016 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

„British Shopping“ – Jetzt in Geesthacht zu finden

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Über die Firma British Shopping, ansässig in Hamburg-Bergedorf, habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Jetzt ist das Geschäft von Hamburg in die Peripherie der Stadt umgezogen und zwar in das Gewerbegebiet an der Vierlander Strasse in Geesthacht. Es ist nicht ganz leicht zu finden, da es an der Hauptstraße, an der das Gewerbegebiet liegt, (noch) nicht ausgeschildert ist. Aber es scheint sich schon herumgesprochen zu haben, dass British Shopping jetzt hier anzutreffen ist, denn bei meinem Besuch dort waren vormittags einige Käufer im Laden.
Anders als in Bergedorf, wo es recht kuschelig und beengt zuging, herrscht in Geesthacht eine eher kühle Atmosphäre vor, die die Besitzer aber durch hübsche Dekorationen aufgelockert haben. Da steht zum Beispiel die lebensgroße Figur eines englischen Polizeibeamten in einer Ecke und kleine Tische mit besonderen Angeboten fallen ins Auge. Vor dem Lagerhaus gibt es keine Parkplatzprobleme; da sah es in dieser Beziehung in Bergedorf ganz anders aus.

Das Sortiment ist sehr groß; Konfitüren und Marmeladen gibt es in Hülle und Fülle, z.B. Frank Cooper’s Oxford Marmalade und Produkte aus dem Hause Stokes in Woodbridge (Suffolk). Schokolade und Süßigkeiten der Firmen Cadbury, Summerdown und Bassett’s sind im Sortiment zu finden wie auch viele Teesorten von Twinings und Taylors of Harrogate. Mulled Winter Punch der Belvoir Fruit Farms, über die ich in meinem Blog berichtete, gibt es hier in Geesthacht zu kaufen und viele alkoholfreie Getränke wie Fentimans Wild English Elderflower und Firefly Bramble Apple & Ginger. Alkoholika werden von British Shopping nicht angeboten.

Neben den Nahrungsmitteln kann man hier auch britische Souvenirs erstehen, so fand ich einen Keramikbecher, der aus Anlass der Geburt des Royal Babys, George of Cambridge, hergestellt wurde, Autoaufkleber „I Love Cornwall“ und eine Jutetasche mit dem Spruch „Keep Calm in London“.

Mehr als 2000 Artikel bietet British Shopping an, die natürlich auch über das Internet bestellt werden können. Der Empfang im Shop war sehr freundlich und es macht einfach Spaß, an den Regalen entlangzugehen und Produkte vorzufinden, die in Deutschland sonst kaum zu haben sind.

Das Gewerbegebiet an der Vierlander Straße geht direkt von der Straße Am Schleusenkanal ab, die an der Elbe in Richtung Hamburg-Bergedorf entlangführt.

Die Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 9 – 17 Uhr
Samstag 10 – 14 Uhr

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Published in: on 30. Dezember 2015 at 02:00  Comments (5)  
Tags:

Prestat – Feinste Schokolade aus London, die vor allem Roald Dahl sehr zu schätzen wusste

Die Queen liebt, wie schon ihre Mutter zuvor, Schokolade aus dem Hause Prestat , und daher besitzt die Firma auch einen Royal Warrant als Hoflieferant des Buckingham-Palastes. Der Schriftsteller Roald Dahl (1916-1990) hatte ebenfalls einen „sweet tooth“ und schätzte vor allem die Schokoladen-Trüffel der Firma. In seinem Roman „My Uncle Oswald“ ( dt. „Onkel Oswald und der Sudan-Käfer“) aus dem Jahr 1979 spielen die Prestat-Trüffel eine Rolle: Besagter Onkel Oswald „impft“ die Schokoladenspezialität mit einem Aphrodisiakum und hat damit einen durchschlagenden Erfolg. Dahls Vorliebe für Schokolade zeigte sich auch in seinem weltberühmten Kinderbuch „Charlie and the Chocolate Factory“ (dt. „Charlie und die Schokoladenfabrik“), das 1964 veröffentlicht wurde.

Die Anfänge der Firma Prestat gehen bis in das Jahr 1902 zurück, als der Franzose Antoine Dufour in der Londoner South Molton Street 24 sein erstes Schokoladengeschäft eröffnete. Bald zog er in einen attraktiveren Laden in die Oxford Street 405 um. Antoine und Amelia Dufours Sohn Tony Dufour übernahm später den Familienbetrieb, den er bis in die 1950er Jahre führte. Zwei Theaterleute, Neville und Maxwell Croft, übernahmen Prestat von Tony Dufour. Der nächste Besitzer war der Geschäftsmann Stanley Cohen und ihm kauften schließlich die beiden Brüder Nick Crean und William Keeling das Schokoladengeschäft ab, das man heute in der Princes Arcade findet, einer edlen Einkaufspassage an der Straße Piccadilly, nur ein paar Meter vom Kaufhaus Fortnum & Mason entfernt.

Nicht nur die Queen und Roald Dahl waren prominente Kunden von Prestats, auch Größen aus dem Showbusiness lieben die schokoladigen Köstlichkeiten wie Paul McCartney, Rod Stewart und Tina Turner. Man bekommt die Produkte der Firma nicht nur in der Princes Arcade, auch die großen Einkaufstempel wie Harrod’s und Selfridges’s führen sie. In Deutschland erhält man Prestat-Schokolade z.B. bei Chocolate-de-Luxe.de in Hannover. Dort kosten Onkel Oswalds Vollmilch-Trüffel (allerdings ohne die oben erwähnte Füllung!) 16.80 Euro (175 Gramm). Nicht ganz billig, aber dafür sehr edel und ebenso edel verpackt. Als Designerin für die Verpackung der Prestat-Produkte konnte man nämlich Kitty Arden gewinnen, die schon mit Christian Dior, John Galliano und Christian Lacroix zusammengearbeitet hat.

Prestat gehört, nach Aussage der Zeitschrift The Economist, zu den drei besten Schokoladengeschäften der Welt. In diesem Film porträtieren die beiden Besitzer ihre prestigeträchtige Firma.

Die Londonern Princes Arcade, die von Piccadilly zur Jermyn Street führt.   © Copyright Steve Fareham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Londoner Princes Arcade, die von Piccadilly zur Jermyn Street führt.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Fareham and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 15. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Enfield Town (Greater London) – Hier wurde weltweit der erste Geldautomat in Betrieb genommen

Die Barclays Bank in Enfield Town.   © Copyright Mike Quinn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Barclays Bank in Enfield Town.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Quinn and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

An der Außenwand einer Filiale der Barclays Bank am Ende der Church Street (Adresse: 20 The Town) in Enfield Town (Greater London) findet man eine Plakette, die daran erinnert, dass an dieser Stelle am 27. Juni 1967 der erste Geldautomat weltweit in Betrieb genommen wurde. Diese Cash Machines oder ATMs (Automated Teller Machines) sind also keine amerikanische Erfindung, wie ich immer dachte, sondern sind das Geistesprodukt eines Schotten namens John Shepherd-Barron (1925-2010). Dieser Mann war in den 1960er Jahren Manager in der Firma De La Rue, ein Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Banknoten und Sicherheitsdokumenten wie Pässe, Bankkarten usw. spezialisiert hat.

John Shepherd-Barron hatte sich einmal darüber geärgert, dass seine Bank gerade geschlossen hatte, als er Geld abheben wollte. Das kann man doch anders regeln, dachte sich der Schotte und tüftelte ein Gerät aus, das in der Lage war, rund um die Uhr Bargeld auszugeben. Damit diese Art der Geldabhebung auch sicher war, erfand er den PIN-Code, der ursprünglich sechsstellig sein sollte. Shepherd-Barrons Frau erhob Einspruch und meinte, so viele Zahlen könne sich doch kein Mensch merken und schlug vor, den PIN-Code vierstellig zu machen, was ihr Mann dann auch akzeptierte. Weiterhin benötigte man Bankkarten, um der Maschine Geld zu entlocken; diese waren anfangs mit einem leicht radioaktiven Stoff versehen.

Der Schotte bot seine Erfindung der Barclays Bank an, die auch sofort Interesse zeigte und den ersten Geldautomaten in Enfield Town installierte. Die Einweihung dieses neuartigen Geräts wurde am 27. Juni 1967 groß gefeiert und Barclays gelang es, den populären Schauspieler Reg Varney dafür zu engagieren, der als erster Mensch dem Automaten Geld entnahm. Damit an diesem Tag auch wirklich alles klappte, hatte man zur Sicherheit unsichtbar hinter dem Automaten einen Bankangestellten positioniert, der die ersten Geldscheine durch den Schlitz schob.
Barclay’s Bank hatte anfangs noch weitere ATMs aufgestellt, in Hove, Ipswich, Luton, Peterborough und Southend. Das System bewährte sich schnell und erregte die Aufmerksamkeit von amerikanischen Banken, die es übernehmen wollten. Shepherd-Barron wurde noch im gleichen Jahr zu einer Konferenz von Bankern nach Florida eingeladen, um die Funktionsweise seiner Geldautomaten vorzustellen. Man war begeistert, und so begann der Siegeszug dieser Geräte, die aus dem heutigen Alltag nicht wegzudenken sind.

In diesem kurzen Film kann man sich die Geschichte der ATM noch einmal ansehen.

Wer sich für die Stadt Enfield im Norden Londons näher interessiert: Diese Bilder geben einen ersten Eindruck.

   © Copyright Mike Quinn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Quinn and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 30. November 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Atherstone in Warwickshire und seine vergangene Hutindustrie

Was von der einst florierenden Hutindustrie in Atherstone übrigblieb: Die Britannia Works.   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Was von der einst florierenden Hutindustrie in Atherstone übrigblieb: Die Britannia Works der Firma Wilson & Stafford.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Nigel Cox and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Am 7. Oktober schrieb ich in meinem Blog über den Ort Atherstone und sein verrücktes Ball Game. Doch über die Kleinstadt in Warwickshire gibt es noch einiges mehr zu berichten. Abgesehen davon, dass der Discounter Aldi hier am Old Holly Lane seine UK-Zentrale hat, war die Stadt lange Zeit für ihre Hutfabrikation über die Grenzen des Königreichs bekannt.
Ursprünglich wurden hier in der Long Street schon seit dem 17. Jahrhundert Hüte in Heimarbeit hergestellt, so richtig in Schwung kam die Hutproduktion aber erst durch Charles Vero und James Everitt, die sich darauf spezialisierten, ihre Filzhüte in die Vereinigten Staaten und in die Karibik zu verkaufen, dort, wo man damals Sklaven hielt. Diese Männer trugen nämlich mit Vorliebe Filzhüte, die man seinerzeit „billycock“ nannte, eine Art Melone. Der Name des Hutes stammt von den Coke-Brüdern William und Edward von Holkham Hall in Norfolk, die diese Art Hüte für ihre Wildhüter entwickelten, damit diese bei Ausritten gegen tiefhängende Äste geschützt waren.

In Atherton wurden diese strapazierfähigen Filzhüte also in großen Stückzahlen angefertigt, wobei die Firmen Denham & Hargrave, Vero & Everitt und Wilson & Stafford tonangebend waren. Etwa 3000 Männer und Frauen waren in Spitzenzeiten in der Hutindustrie des Ortes beschäftigt. Doch dann kam der Einbruch, als die Sklaverei abgeschafft wurde. Einer der wichtigsten Absatzmärkte brach weg, was die Firmen in Atherstone zu spüren bekamen. Doch da in den vielen Kriegen des 19. Jahrhunderts ein ständiger Bedarf an Kopfbedeckungen für Soldaten herrschte, blieben die Firmen weiterhin im Geschäft.
Richtig bergab ging es dann nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Nachfrage nach Filzhüten stark zurückging und importierte Hüte billiger waren als die aus der heimischen Produktion. In den 1980er Jahren übernahm Wilson & Stafford die beiden oben genannten Konkurrenten. Doch auch sie mussten schließlich 1999 die Segel streichen und ihre Britannia Works an der Coleshill Road ein für alle Mal schließen.
Das große verfallene Fabrikgebäude soll jetzt teils abgerissen, teils umgebaut werden und daraus eine Apartmentanlage entstehen.

Übrigens stammt der Ausdruck „Mad as a hatter“ (soviel wie „total verrückt“) aus der Zeit der Hutmacherei im 18. und 19. Jahrhundert, als bei der Produktion von Filzhüten Quecksilber verwendet wurde. Arbeiter („hatter“), die täglich mit diesem giftigen Stoff in Berührung kamen, entwickelten häufig das Hutmachersyndrom, eine Krankheit, die das Nervensystem schädigt.

Das Buch zum Artikel:
Judy Vero: A Concern in Trade – Hatting and the Bracebridges of Atherstone 1612 – 1872. Warwickshire Books 1995. 112 Seiten. ISBN 978-1871942156.

Published in: on 20. Oktober 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Fleetwood in Lancashire – Heimat der Fisherman’s Friends

Das Firmengelände in Fleetwood (Lancashire).   © Copyright Peter Bond and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Firmengelände in Fleetwood (Lancashire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Bond and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Nördlich von Blackpool, an der Mündung des River Wyre, liegt die 26 000 Einwohner zählende Stadt Fleetwood in Lancashire. Nähert man sich Fleetwood von Süden auf der A585 kommt man auf einen großen Kreisverkehr, auf dessen Mitte ein wuchtiges Denkmal steht, das von der Figur des Eros gekrönt wird, eine Replika der Statue auf dem Londoner Piccadilly Circus. Auf einer Inschrift steht dort zu lesen: „Fisherman’s Friend Welcomes You To Fleetwood„. Die Eros-Statue ist ein Geschenk der Familie Lofthouse, Inhaberin der Marke Fisherman’s Friend, an die Stadt Fleetwood, wo ihre Fabrikgebäude stehen, in denen die weltberühmten Halspastillen hergestellt werden. Auch die Bronzeskulptur „Welcome Home“ an der Promenade von Fleetwood, die eine Mutter mit einem Baby auf dem Arm und ein kleines Mädchen zeigt, die alle aufs Meer hinausblicken und wohl den Vater willkommen heißen, wurde von der Firma Lofthouse of Fleetwood gesponsert.

Das Familienunternehmen geht auf das Jahr 1865 zurück, als der Apotheker James Lofthouse auf Wunsch der örtlichen Fischer eine Tinktur zusammenstellte, die ihnen bei ihrer schweren Arbeit auf dem Meer ein wenig half, kräftig durchatmen zu können. Aus der Tinktur, die aus Lakritze, Eukalyptus und Menthol besteht, wurden bald Pastillen, die die Fleetwood-Fischer sehr zu schätzen wussten. Hundert Jahre später ging es mit dem Fischfang bergab und das hätte auch das Ende der Pastillen sein können, wenn nicht Doreen Lofthouse so clever gewesen wäre, ihr Produkt auch anderweitig anzubieten, erst in ganz Lancashire, dann im ganzen Land und schließlich in allen Teilen der Welt. In mehr als 100 Länder werden die Pastillen heute verkauft, wobei Deutschland der größte Abnehmer ist. Fünf Milliarden Pastillen werden Jahr für Jahr in den Fabrikgebäuden in Fleetwood hergestellt. Waren es früher die Fischer, die auf Fisherman’s Friend schworen, sollen es heute u.a. die Opernsänger sein, die auf die Pastillen nicht verzichten möchten.

Dem Familienunternehmen hier oben in Lancashire geht es gut, und das scheint auch für die Arbeiter in der Fabrik zuzutreffen, denn ich las in einem Artikel der Mail Online, dass die Krankheitsquote deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegt und dass einige Arbeiter seit Jahrzehnten nicht einen einzigen Ausfalltag hatten. Liegt das an der Luft in den Fabrikhallen, die mit Menthol und Eukalyptus geschwängert ist?

Bereits dreimal wurde die Firma Lofthouse of Fleetwood Ltd mit dem begehrten Preis Queen’s Award for Enterprise ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung, die ein britisches Unternehmen erhalten kann.

Das 60 000 Quadratmeter umfassende Gelände der Firma liegt an der Maritime Street, im Süden der Stadt, dicht an der A585.

   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Daniels and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Fisherman's Friend Roundabout.   © Copyright Steve Fareham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Fisherman’s Friend Roundabout.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Fareham and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die "Welcome Home"-Statue an der Promenade von Fleetwood.   © Copyright Barbara Carr and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die „Welcome Home“-Statue an der Promenade von Fleetwood.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Barbara Carr and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 13. Oktober 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Bernard Matthews (1930 – 2010) – Der Truthahn-König Englands

Great Witchingham Hall in Norfolk, hier residierte Bernard Matthews jahrzehntelang. Heute ist das Haus immer noch das Hauptquartier der Firma.   © Copyright Adrian S Pye and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Great Witchingham Hall in Norfolk; hier residierte Bernard Matthews jahrzehntelang. Heute ist das Haus immer noch das Hauptquartier der Firma.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Adrian S Pye and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es begann alles am 8. Mai 1950, als der 20jährige Versicherungsangestellte Bernard Matthews in Acle (Norfolk) zwanzig Truthahneier und einen gebrauchten Brutapparat kaufte. 12 der kleinen Truthähne schlüpften und Matthews verkaufte sie an einen Farmer. Aus dieser Transaktion sollte einmal die größte Truthahnfirma ganz Großbritannines entstehen. Schon drei Jahre später verkaufte der junge Mann 3000 der wohlschmeckenden Vögel, er gab seinen eigentlichen Beruf auf und widmete sich ganz der Truthahnaufzucht. Jetzt brauchte er mehr Platz und da wurde er auf ein heruntergekommenes Herrenhaus aufmerksam, das zum Verkauf stand: Great Witchingham Hall, 18 Kilometer nordwestlich von Norwich, in dem einmal die High Sheriffs von Norfolk gelebt hatten. Bernard Matthews kaufte das Haus für £3000 und  zog zusammen mit seiner Frau Joyce und Unmengen von Truthähnen ein. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn in allen Schlafzimmern wurden die Tiere untergebracht, während die beiden Hausbesitzer in zwei ungeheizten Räumen wohnten. Das muss ja wirklich urgemütlich gewesen sein. Geschlachtet wurden die Truthähne in der Küche des Country Houses. Noch heute ist Great Witchingham Hall das Hauptquartier der Firma Bernard Matthews Ltd, allerdings haben die Vögel das Haus längst verlassen.

Als auch das schöne Haus für die Aufzucht zu klein geworden war, entschied sich Matthews in die Vollen zu gehen und so kaufte er in großem Stil in Norfolk und Suffolk nicht mehr verwendete Flugplätze aus dem Zweiten Weltkrieg auf und baute darauf Truthahnfarmen. Bereits im Jahr 1964 galt Bernard Matthews weltweit als der Experte in Sachen Truthähnen und traf sogar mit dem damaligen sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow zusammen, um ihm Ratschläge für die Geflügelindustrie seines Landes zu geben.
1965 verkaufte B.M. schon über eine Millionen Vögel und kam ins Guinness Buch der Rekorde als größter Truthahnfarmer Europas. Er ließ es sich nicht nehmen, den jeweiligen Regierungschefs seines Landes zu Weihnachten persönlich einen Festtagsvogel in Downing Street 10 vorbeizubringen.

1980 kam sein erster Werbespot ins Fernsehen, in dem der Slogan „Bootiful“ auftauchte, der zum Markenzeichen des Unternehmens werde sollte. Hier ist der Spot zu sehen.

Das Unternehmen expandierte und hat heute einen Umsatz von rund £340 Millionen mit über 2500 Beschäftigten. Eine Tochtergesellschaft wurde in Oldenburg gegründet.

Leider gibt es auch eine dunkle Seite der Firma, die einige Male in den Schlagzeilen stand, weil die hygienischen Zustände in einigen Ställen sehr schlecht waren und die Truthähne von Arbeitern misshandelt wurden. 2007 wurde die Firma Bernard Matthews Ltd mit der Vogelgrippe konfrontiert, was zu einem dramatischen Absatzverlust führte. Dabei stellte sich heraus, dass einige Produkte gar nicht vom britischen Markt stammten, sondern importiert wurden, was wiederum zu einem Vertrauensverlust führte. Eine Marktuntersuchung kam damals zu dem Ergebnis, dass Bernard Matthews Ltd die britische Firma mit dem schlechtesten Ruf war. Das Management steuerte dagegen, indem es versicherte nur noch zu 100% britische Truthähne zu verwenden und den Spruch von „Simple Norfolk Goodness“ ins Programm aufnahm.

Am 25. November 2010 starb der Firmengründer in Great Witchingham Hall, dort, wo er den größten Teil seines Lebens zugebracht hatte. In diesem Film ist er noch einmal zu sehen.

Eine "Truthahnfabrik" auf dem ehemaligen Gelände der Royal Air Force Halesworth (Suffolk).   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine „Truthahnfabrik“ auf dem ehemaligen Gelände der Royal Air Force  Halesworth (Suffolk).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Evelyn Simak and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 5. Oktober 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

R. J. Balson & Son in Bridport (Dorset) – Großbritanniens ältestes Familienunternehmen

Das Schlachtergeschäft in der Straße West Allington in Bridport (Dorset).   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Schlachtergeschäft in der Straße West Allington in Bridport (Dorset).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn ich an englischen Schlachter/Metzgerläden vorbeigehe, über denen der Hinweis „Family Butcher“ steht, muss ich unwillkürlich schmunzeln, erweckt der Begriff doch irgendwie die Vorstellung eines „familiendahninmetzelnden“ Schlachters. Dabei sind die Leute, die hinter dem Tresen stehen und Fleisch und Wurstwaren verkaufen, friedliche und freundliche Menschen mit kleidsamen Schürzen, Käppis oder Hüten.

Einer dieser Schlachter, die Firma R.J. Balson & Son in Bridport (Dorset) feierte in diesem Monat sein 500jähriges Bestehen (in der Bridport Town Hall fand eine  große Party statt) und ist damit das älteste kontinuierlich geöffnete Familienunternehmen in ganz Großbritannien. Robert Balson eröffnete zur Zeit Heinrichs VIII. im Jahre 1515 einen Marktstand in der Straße The Shambles; das kleine Unternehmen wurde über 25 Generationen immer wieder weitervererbt, 1880 zog man in einen kleinen Laden in der Straße West Allington, wo man das Geschäft noch heute findet.

Die beiden Master Butcher sind zurzeit Richard Balson und sein Schwager Rudi Boulay, die sich erstaunlicherweise, und Gottseidank, gegen die Übermacht der Supermarktketten behaupten können, was sicher nicht ganz leicht ist, aber offensichtlich gibt es in Bridport viele Stammkunden, die ihren „Family Butcher“ nicht im Stich lassen wollen.

In dem Laden kann man neben Spezialitäten aus Dorset auch Exotisches kaufen wie Känguru- und Krokodilfleisch; aber die meisten Kunden greifen doch lieber zu „Faggots“ und „Pork Sausages„. Das sind eine Art Frikadellen aus Innereien bzw. Würstchen aus Schweinefleisch. Über das Familienunternehmen hat Richard Balson ein Buch geschrieben, das er „500 Years Behind The Block“ genannt hat und das über die Webseiten der Firma zu bestellen ist.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck von der Firma R.J. Balson.

Auf den Plätzen 2 und 3 der ältesten Familienunternehmen Großbritanniens liegen R. Durtnell & Sons, eine Baufirma, die 1591 in Brasted bei Sevenoaks gegründet wurde, und C. Hoare & Co, eine Londoner Privatbank aus dem Jahr 1672.

Über Bridport, die Stadt der Seile und Netze, habe ich in meinem Blog schon einmal berichtet.

 

Published in: on 26. September 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Wer war eigentlich…Mr. Clinton von der Firma Clinton Cards?

Der erste Clinton Cards-Laden in der High Street von Epping (Essex).   © Copyright David Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der erste Clinton Cards-Laden in der High Street von Epping (Essex).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Howard and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Geht man die High Street irgendeiner beliebigen englischen Stadt entlang, wird man (fast) überall mit dem gleichen Bild konfrontiert: Links ein Tesco Express, rechts eine Boots-Drogerie, links ein Iceland-Laden für Tiefkühlkost, rechts ein W.H. Smith, links ein Curry’s Shop für Elektroartikel usw. usw. Clinton Cards-Läden reihen sich da nahtlos in die High Street-Galerie ein. Seit einiger Zeit wurde aus Clinton Cards die Firmenbezeichnung „Clintons„. In diesen Kettenläden wird man fündig, wenn man Grußkarten, Geschenkartikel, Kuscheltiere usw. sucht, die hier in großer Zahl vorrätig sind.

Einen Firmengründer namens Clinton gab es übrigens nicht. Don Lewin, Sohn eines Schornsteinfegers, steckt hinter der Geschäftsidee, ein Londoner, der 1968 in der High Street von Epping in Essex seinen ersten Laden für Grußkarten eröffnete und ihn Clinton Cards nannte, nach dem Vornamen seines Sohnes. 20 Jahre später besaß er schon 87 Läden, ging an die Börse und kaufte in großem Stil andere Firmen auf, die ebenfalls Grußkarten verkauften. Im Jahre 2004 bestand die Kette Clinton Cards aus 800 Filialen, die in ganz Großbritannien und Irland verteilt und auf fast jeder High Street zu finden waren.

2012 geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten und musste Insolvenz anmelden. Die Konkurrenz der Supermärkte und des Internets war zu übermächtig geworden. Fast die Hälfte aller Läden wurde geschlossen, die anderen übernahm eine amerikanische Firma, die aus Clinton Cards „Clintons“ machte, mit einem neuen Logo. Nach und nach werden die verbliebenen Läden modernisiert und mit einem zeitgemäßeren Angebot bestückt. Am 24. Juli 2012 wurde der erste Clintons-Laden mit dem New Look in der City  von London in der Straße Cheapside eröffnet.

Der 1933 geborene Firmengründer Don Lewin hat für seine Verdienste den Order of the British Empire erhalten und 2008 eine Autobiografie geschrieben, der er den Titel „Think of a Card“ gab.

Hier ist ein Film über die Probleme, denen sich Clinton Cards 2012 gegenübersah.

Clinton Cards, noch mit dem früheren Logo, in Andover (Hampshire).   © Copyright Chris Talbot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Clinton Cards, noch mit dem früheren Logo, in Andover (Hampshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Talbot and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

...und ein Laden im New Look in der Commercial Street in Leeds. Author: Mtaylor848. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

…und ein Laden im New Look in der Commercial Street in Leeds.
Author: Mtaylor848.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Wer war eigentlich…Tesco? – Einige Anmerkungen über die Anfänge

Die Watling Avenue in Burnt Oak, wo der Tesco-Siegeszug begann.    © Copyright Stacey Harris and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Watling Avenue in Burnt Oak, wo der Tesco-Siegeszug begann.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Stacey Harris and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tesco ist eine der großen Supermarktketten Großbritanniens, verantwortlich gemacht für den Niedergang unzähliger kleiner Einzelhändler in den Dörfern und Kleinstädten des Landes. In der letzten Zeit ist Tesco in ein unruhiges Fahrwasser geraten, denn die Kette wird von den beiden deutschen Discountern Aldi und Lidl gnadenlos gejagt, was schon dazu geführt hat, dass mehrere Tesco-Projekte abgeblasen und Filialen geschlossen werden mussten.

Was bedeutet Tesco eigentlich? Ist es ein Kunstwort? Gibt es jemanden der Tesco heißt? Nein, der Name geht zum einen auf den Firmengründer Jack Cohen (1898-1979) zurück, der 1919 in London einen Marktstand eröffnete, zum anderen auf seinen Teehandelspartner Thomas Edward Stockwell. Dessen Initialen und Cohens erste beiden Buchstaben ergaben das Wort Tesco.

1929 eröffnete Cohen seinen ersten Laden mit dem Namen Tesco in der Nummer 9 Watling Avenue im Londoner Stadtteil Burnt Oak; gleich um die Ecke am Burnt Oak Broadway findet man den heutigen Tesco-Store.

1948 wurde in St Albans in Hertfordshire der erste Tesco-Laden mit Selbstbedienung installiert und in Maldon in Essex erblickte 1958 der erste richtige Supermarkt in einem ehemaligen Kino das Licht der Welt, mit einer Fleisch- und einer Käsetheke, an der man bedient wurde. Der Markt lag an der High Street, dort, wo sich jetzt eine Filiale der Iceland-Kette befindet. Maldons heutiger Tesco ist natürlich überhaupt kein Vergleich mehr mit dem in den 1950er Jahren. Tesco Malden Extra hat an vier Tagen in der Woche sogar rund um die Uhr geöffnet, an zwei Tagen bis 24 Uhr und sonntags von 10 Uhr bis 16 Uhr.

Hier ist ein Film über Jack „Slasher“ Cohen.

Das heutige Tesco im Londoner Stadtteil Burnt Oak.    © Copyright Stacey Harris and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das heutige Tesco im Londoner Stadtteil Burnt Oak.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Stacey Harris and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tesco in Maldon Essex).    © Copyright John Firth and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tesco in Maldon (Essex).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John Firth and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 5. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The Oldest Sweet Shop in England – Ein Eldorado für Liebhaber von Süßigkeiten in Pateley Bridge (North Yorkshire)

Im Guinness Book of Records wird er als ältester Süßwarenladen der Welt geführt, nennt sich aber bescheiden nur The Oldest Sweet Shop in England.

39 High Street, Pateley Bridge, North Yorkshire, lautet die Adresse dieses Ladens, der im Jahre 1827 eröffnet wurde und ein Eldorado für alle ist, die einen „Sweeth Tooth“ haben. Der ehemalige Bankmanager Keith Tardoff und seine Frau Gloria sind die Besitzer des Geschäfts, das in einem alten Haus aus dem Jahre 1661 untergebracht ist und das eine überwältigende Auswahl an Süßigkeiten anzubieten hat. Hier ist ein Film über den Sweet Shop.

Hier eine winzig kleine Auswahl aus dem Angebot:
Banana Split Toffee, Kendal Mint Cake, Nougat Cherries Dainties, Rainbow Crystals, Sarsaparilla Sticks, Super Sour Fizz Bombs Mark II, Traffic Light Lollipops  usw. usw., ein wahres Schlaraffenland. Darüberhinaus kann man hier auch „Retro-Drinks“ kaufen wie Mr. Fitzpatrick’s Blood Tonic Cordial (der mich nicht allzusehr reizen würde) oder Mr. Fitzpatrick’s Strawberry & Kiwi Cordial. Die Firma Mr. Fitzpatrick’s produziert ihre Getränke in Haslingden in Lancashire.

Da die Besitzer mit der Zeit gehen, haben sie im Jahre 2005 einen Online-Shop eingerichtet, über den man die ganzen Köstlichkeiten auch bestellen kann.

Keith und Gloria, die das Geschäft seit über 20 Jahren führen, haben den nostalgischen Touch beibehalten, d.h. auf dem Tresen steht noch eine uralte Kasse, ein Kaminfeuer brennt im Laden, die niedrige Decke und die Wohlgerüche verbreiten eine Wohlfühlatmosphäre. In den letzten hundert Jahren hat sich hier kaum etwas verändert.

Pateley Bridge liegt im Nidderdale im Harrogate Bezirk und ist eine kleine alte Marktstadt mit etwa 2000 Einwohnern.

In diesem Film, in dem es recht lustig zugeht, präsentieren die beiden Ladenbesitzer zwei ihrer zahllosen Produkte.

The Oldest Sweet Shop in England
39 High Street
Pateley Bridge, North Yorkshire HG3 5JZ

   © Copyright Chris Heaton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Heaton and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 15. Juli 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Dents of Warminster – Hersteller von edlen Handschuhen

Das ehemalige Firmengebäude von Dents in Warminster,.    © Copyright Alan Cooper and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das ehemalige Firmengebäude von Dents in der Fairfield Road in Warminster, das im Jahr 2011 abgerissen wurde.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alan Cooper and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Königin Elizabeth II trug sie 1953 während der Krönungsfeierlichkeiten, Daniel Craig hatte sie als James Bond in dem Film „Skyfall“ an und Jack Nicolson schlüpfte als Joker in „Batman“ in sie hinein: Die Rede ist von Handschuhen der Marke Dents, „The World’s Finest Leather Gloves“, die schon seit 1777 hergestellt werden. John Dent gründete die Firma in diesem Jahr in Worcester und seitdem produziert sie nicht nur Handschuhe, sondern auch andere Lederwaren wie Handtaschen, Gürtel und Geldbörsen. Aber die edlen Handschuhe sind nach wie vor das Markenzeichen der Firma, die seit 1937 in Warminster in der Grafschaft Wiltshire ansässig ist. Bis 2011 produzierte man in der Fairfield Road, dann zog man aus Platzgründen in den Warminster Business Park am Furnax Lane.

Die Handschuhe werden noch heute mit alten Maschinen von Hand hergestellt und die Arbeiterinnen und Arbeiter fühlen sich mit der Firma Dents sehr verbunden und bleiben oft über Jahrzehnte dort. Im letzten Monat wurden 25 Firmenangehörige von der Herzogin von Cornwall für ihre langjährige Betriebszugehörigkeit ausgezeichnet; davon waren neun schon über 50 Jahre im Dienst der Firma Dents.

Mitglieder des britischen Königshauses schätzen die Produkte der Firma schon seit langem wie Königin Victoria und König Georg VI; auch Admiral Horation Nelson mochte auf seine „Dent gloves“ nicht verzichten. Ein Paar der von James Bond-Darsteller Daniel Craig getragenen Handschuhe, die „James Bond Skyfall Leather Gloves“, kosten übrigens £65.

Wer sich in der Nähe von Warminster aufhält und daran interessiert ist, Produkte der Firma Dent zu reduzierten Preisen zu kaufen, der kann das dort im Business Park tun. Der Factory Shop bietet Waren mit leichten Mängeln bzw. aus ausgelaufenen Serien stark herabgesetzt an. Geöffnet ist der Laden montags bis samstags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr.
In einem kleinen Museum kann man sich zusätzlich über die Geschichte der Handschuhherstellung informieren.

Hier ist ein Film über die Firma Dents.

Dents
Furnax Lane
Warminster
Wiltshire
BA12 8PE

Published in: on 12. März 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Whites of Appleton – Church Bellhangers seit 1824

Luftbildaufnahme von Appleton in Oxfordshire.    © Copyright Dave Price and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Luftbildaufnahme von Appleton in Oxfordshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Dave Price and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

1824 gründete Alfred White in Appleton (Oxfordshire) die Firma A. White Bellhanger. Schon früh hatte er sein Interesse an Glocken entdeckt und machte das zu seinem Lebensinhalt. Nebenbei arbeitete White aber auch noch als Schmied, Bäcker und Gastwirt im Greyhound im benachbarten Besselsleigh, einem Pub, den es noch heute gibt.

Glocken müssen ja nach ihrer Herstellung in einem Kirchturm aufgehängt werden, dafür braucht man starke tragfähige Rahmen, die dort oben in luftiger Höhe installiert werden müssen: Das ist das Geschäft der Bellhanger und damit beschäftigte sich Alfred White. Nach seinem Tod im Jahr 1876 übernahm Frederick White das Geschäft seines Vaters und auch dessen Söhne führten das Familienunternehmen weiter, das 1969 in „Whites of Appleton“ umbenannt wurde. Die Firma findet man auch heute noch in der Eaton Road in Appleton, nahe der A420, südwestlich von Oxford.

Heute bietet die Firma ein breites Spektrum an Dienstleistungen rund um Glocken an; das beginnt bei der Neuinstallation, bei der Wartung und Reparatur beschädigter Glocken, geht weiter über den Glockentransport von den Kirchen zur Werkstatt in Appleton und wieder zurück und endet bei der Herstellung von Klöppeln und Aufhängungsvorrichtungen.

Whites of Appleton bietet seine Dienste in ganz Großbritannien an. Einige Beispiele für ausgeführte Arbeiten in den letzten Jahren:
– In der berühmten St Paul’s Cathedral in London wurden an zwei Klöppeln Ausbesserungsarbeiten vorgenommen.
– Im Windsor Castle wurde einen Glocke neu aufgehängt.
– In der Kirche All Saints in Monk Sherborne (Hampshire), dort wo Jane Austens älterer Bruder beigesetzt ist, stimmte die Firma die Glocken neu und hängte sie neu auf.
– In St Peter and St Paul in Heytesbury (Wiltshire) nahm man umfangreiche Arbeiten an den Glocken und deren Aufhängung vor.

Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Whites of Appleton ist die älteste Firma im ganzen Land, die sich mit Bellhanging beschäftigt.

Whites of Appleton
69 Eaton Road
Appleton
Abingdon, Oxon, OX13 5JJ

All Saints in Monk Sherborne (Hampshire).    © Copyright Basher Eyre and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

All Saints in Monk Sherborne (Hampshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Basher Eyre and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter and St Paul in Heytesbury (Wiltshire).    © Copyright Basher Eyre and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter and St Paul in Heytesbury (Wiltshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Basher Eyre and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Greyhound in Besselsleigh (Oxfordshire), in dem Alfred White wirkte.    © Copyright Basher Eyre and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Greyhound in Besselsleigh (Oxfordshire), in dem Alfred White wirkte. Eine blaue Plakette erinnert seit 2014 an ihn.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Basher Eyre and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 11. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Das Logo der britischen Automarke Vauxhall – The Griffin

Das aktuelle Vauxhall Logo. Author: Mtaylor848. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das aktuelle Vauxhall Logo.
Author: Mtaylor848.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die britische Autofirma Vauxhall Motors gehört, wie die Adam Opel AG in Deutschland, zum US-Konzern General Motors. Der Firmensitz liegt in Luton in Bedfordshire. Die Fahrzeuge, die in Großbritannien gebaut werden, sind ziemlich identisch mit denen der Firma Opel und heißen auch so, wie Corsa, Insignia oder Astra; wodurch sie sich aber unterscheiden, ist das Logo.

Während die deutschen Fahrzeuge auf dem Kühlergrill von einem Blitz geziert werden, verwendet Vauxhall einen „griffin„, also einen Greif, ein Mischwesen aus Adler und Löwe, der in seinen Fängen eine stilisierte Standarte mit dem Buchstaben „V“ hält. Wie kommt nun der „griffin“ an die Vauxhall-Autos?

Sir Falkes de Breauté war ein hoher Offizier, der im 13. Jahrhundert den Königen John (Johann Ohneland) und Heinrich III. diente; sein Wappentier war der Greif. Der Wohnsitz des Mannes in London hieß Falkes‘ Hall oder auch Fawkes Hall und im Laufe der Jahre änderte sich der Name in Foxhall, Fauxhall und schließlich Vauxhall. Das Manor House stand im Stadtteil Lambeth, südlich der Themse, und dort gründete 1857 an der Wandsworth Road der schottische Ingenieur Alexander Wilson eine Firma, die Pumpen und Maschinen herstellte, die ab 1897 Vauxhall Iron Works genannt wurde und die seit 1903 Kraftfahrzeuge produzierte. Die räumliche Nähe zum Vauxhall Manor, das auch dem Stadtbezirk seinen Namen gab, veranlasste die Firma, das Wappentier der Familie zu übernehmen.

Das Logo hat sich in seiner Form und seiner Darstellung des Greifs mehrfach verändert; seit den 1990er Jahren ist es rund, vorher war es rechteckig.

Ein Vauxhall Vectra. Author: Keith Burley. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Ein Vauxhall Vectra.
Author: Keith Burley.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Published in: on 19. Januar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: