Die Topiari-Gärten von Levens Hall in Cumbria

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Barbara Carr and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Nordwesten Englands, in der Grafschaft Cumbria, liegt ein sehr schönes Manor House namens Levens Hall, das ich einmal besuchte und das mir noch sehr gut in Erinnerung geblieben ist. Besonders berühmt geworden ist Levens Hall durch seine sehenswerten Topiari-Gärten.

1694 wurden die Gärten von Colonel James Grahme und seinem Gärtner Guillaume Beaumont angelegt und gehören so zu den ältesten dieser Art überhaupt und sollen, so die Meinung vieler Fachleute, die schönsten Topiari-Gärten der Welt sein.

„Unter Topiari versteht man die Kunst, Pflanzen durch besondere Schnitttechniken in eine meist geometrische Form zu bringen und ihnen ein architektonisches, ornamentales oder figürliches Aussehen zu verleihen“, so definiert die Wikipedia diesen gartenbaulichen Begriff.

Einen sehr guten Überblick über die faszinierende Gartenlandschaft von Levens Hall bietet dieser Film.

Ein so schöner Ort wie Levens Hall drängt sich natürlich geradezu auf, um hier Filme zu drehen. Die BBC tat das z.B. 1999 und verfilmte hier den Roman „Wives and Daughters“ von Catherine Gaskell als vierteilige Fernsehserie. Hier ist die erste Episode.

Da Levens Hall auch von Geistern heimgesucht sein soll, stattete das Team von „Most Haunted“ dem Haus im Jahr 2002 einen Besuch ab, hier zu sehen.

Am 09. April öffnet Levens Hall wieder seine Pforten und dann kann man Haus und Gärten wieder bis zum 05. Oktober besichtigen. Die Eintrittspreise betragen in diesem Jahr £13.50 für einen Erwachsenen (Haus und Gärten).

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Sutcliffe and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Park and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 23. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Der Appleby Rose Garden in Bury St Edmunds (Suffolk)

   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Während des Zweiten Weltkriegs waren unzählige US-amerikanische Soldaten in East Anglia stationiert; von den Flugplätzen aus wurden die Angriffe auf Ziele in Deutschland geflogen. Einer dieser Flugplätze war RAF Lavenham, etwa zehn Kilometer nördlich von Sudbury in der Grafschaft Suffolk.

John Tate Appleby (1907-1974) aus Arkansas verbrachte die letzten Kriegsmonate auf dieser Luftwaffenbasis der 8th United States Army Air Force. Vor dem Krieg arbeitete Appleby als Journalist für mehrere Zeitungen und im Sommer 1945, als der Krieg zu Ende war, erkundete er per Fahrrad die Region im Osten Englands. Er verliebte sich regelrecht in Suffolk und aus seinen Aufzeichnungen über die Fahrradtouren wurde schließlich ein Buch, das er 1948 unter dem Titel „Suffolk Summer“ veröffentlichte. Dieses Buch wurde zu einem Verkaufserfolg und es erlebte immer wieder Reprints und war viele Jahre lieferbar. Der Amerikaner schreibt darin u.a. über die Kirchen, die er aufsuchte und über sein Hobby, das Brass-Rubbing.  „Suffolk Summer“ ist ein Dokument des Landlebens in East Anglia Mitte des 20. Jahrhunderts.

John Tate Appleby ging wieder nach Arkansas zurück, wo er sich intensiv mit der englischen Geschichte beschäftigte und mehrere Biografien englischer Könige verfasste. Er sollte nie wieder in sein geliebtes Suffolk zurückkehren, aber er machte der Stadt Bury St Edmunds ein Geschenk in Form eines Rosengartens, wofür er die Einnahmen aus seinem Buch „Suffolk Summer“ verwendete. Auf sechzehn Rosenbeeten sind über 400 Rosenbüsche versammelt, die einen Teil des Abbey Gardens bilden, die wiederum zu den Ruinen der Bury St Edmunds Abbey gehören. Der großzügige Stifter des Rosengartens ist im Namen „Appleby Rose Garden“ verewigt worden.

An die in Suffolk stationierten und im Einsatz gefallenen US-Soldaten erinnert ein Gedenkstein im Rosengarten. Eine recht ungewöhnliche Sitzbank ist hier auch zu finden, die aus Teilen einer Tragfläche eines B17 Flying Fortress Bombers gefertigt wurde.

Die Abbey Gardens sind täglich geöffnet und liegen mitten im Zentrum von Bury St Edmunds am Angel Hill. Dieser Film zeigt einen Rundgang.

Das War Memorial im Appleby Rose Garden.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das  an die gefallenen US-Soldaten erinnernde War Memorial im Appleby Rose Garden.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Grizedale Sculpture Park in Cumbria

Das Grizedale Visitor Centre.    © Copyright Nigel Mykura and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Grizedale Visitor Centre.
   © Copyright Nigel Mykura and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Zwischen dem Lake Windermere und dem Coniston Water im Lake District liegt der Grizedale Forest, in den ein „Sculpture Park“ integriert ist. Seit 1977 haben Künstler aus aller Welt hier ihre Skulpturen aufgestellt; zurzeit sind es 40, von denen einige nur vorübergehend, einige aber auch auf Dauer hier im Wald zu sehen sind.
Im Besucherzentrum kann man sich vorab schon einmal informieren, wo die einzelnen Kunstwerke zu finden sind, die man dann zu Fuß oder per Fahrrad aufsuchen kann. Ich habe hier einmal einige Beispiele aufgeführt:

Sehr schön finde ich den Red Sandstone Fox von Gordon Young, der 1991 aufgestellt wurde. Young wurde zuletzt durch seinen „Comedy Carpet“ auf der Promenade von Blackpool bekannt, das wohl größte Kunstwerk in Großbritannien.

   © Copyright Kate Jewell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    © Copyright Kate Jewell and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Seit 1994 ist die Skulptur „Stag Herd Roof“ von Andy Frost im Grizedale Forest zu finden, eine kleine Herde von Hirschen und Rehen, die auf einem Dach stehen. Der Künstler hat noch fünf weitere Skulpturen erschaffen, die im Wald verteilt sind.

   © Copyright Karl and Ali and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    © Copyright Karl and Ali and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Between Elephants“ heißt ein Kunstwerk von Iraida Cano, ein zu einem Elefanten umgestalteter Felsen, seit 1995 hier vorzufinden. Cano ist eine Künstlerin aus Toledo in Spanien.

   © Copyright Karl and Ali and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Karl and Ali and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die „Lady of the Water“ wurde von der irischen Künstlerin Alannah Robins geschaffen und 1995 aufgestellt. Das Werk gehört zu den besten Frauenskulpturen Großbritanniens, so die Zeitung „The Guardian.

   © Copyright Stephen Middlemiss and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Stephen Middlemiss and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Großartig ist David KempsAncient Forester “ aus dem Jahr 1988, der noch einen Bruder, „Ancient Forester 2“ hat, der sieben Jahre später in die Skulpturensammlung hier im Lake District aufgenommen wurde.

   © Copyright Kate Jewell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Kate Jewell and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The George Harrison Memorial Garden in Aldenham (Hertfordshire)

Das Manor House.   © Copyright Darrin Antrobus and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Bhaktivedanta Manor.
    © Copyright Darrin Antrobus and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Februar 1973 wurde aus dem Piggott’s Manor in Aldenham bei Watford in der Grafschaft Hertfordshire das Bhaktivedanta Manor, das seitdem der International Society for Krishna Consciousness (ISKCON) gehört, besser bekannt als Hare Krishna Bewegung. Der Beatle George Harrison war ein großer Anhänger und Förderer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein, und sein „My Sweet Lord“ stellte ein Loblied auf den Hindu-Gott Krishna dar.

Als die ISKCON Anfang der 1970er Jahre ein neues Hauptquartier suchte, da ihre Zentrale in London zu klein geworden war, sprang George Harrison ein, kaufte Piggott’s Manor und schenkte es 1973 der Organisation, die bis heute hier in Hertfordshire Besucher aus aller Welt empfängt.

Als George Harrison am 29. November 2001 starb, gelobte man, dem großzügigen Förderer eines Tages im Bhaktivedanta Manor ein Denkmal in Form eines Gartens zu setzen. Am 25. Mai 2013, vierzig Jahre nach der Eröffnung des Manors, wurde der George Harrison Memorial Garden feierlich eröffnet, in Anwesenheit von Georges Witwe Olivia. Ihr Mann liebte diesen bewaldeten Teil hinter dem Manor House ganz besonders und hier wurden denn auch seine Lieblingspflanzen angebaut wie Ahorn, Birke, Farne und Japanische Anemonen. Der ehemalige Beatle hatte sich in seinem Haus Friar Park (ich berichtete in meinem Blog über das Anwesen) auch intensiv um die Anlage der Gärten dort gekümmert.

Der George Harrison Memorial Garden ist achteckig angelegt und als Meditationspark konzipiert; die einzelnen Teile tragen die Namen: Faith, Spiritual Company, Resolve, Delight, Attachment, Love, Longing und Union. Dieser Film zeigt einen Rundgang durch den Garten.

Die Bewohner von Aldenham waren nicht immer von dem Hare Krishna-Hauptquartier begeistert, denn es zog sehr viele Menschen an, die alle durch ihr Dorf fuhren; bei manchen besonderen Anlässen waren das schon einmal bis zu 15 000 am Tag. Die zuständigen Behörden versuchten durch bestimmte Maßnahmen den Besucherstrom zu reduzieren, das Bhaktivedanta Manor stand sogar einmal kurz vor dem Aus, doch dann einigte man sich darauf, dass eine neue Zufahrt gebaut wurde, die Aldenham umging und dort wieder für mehr Ruhe sorgte.

Im Manor werden geführte Touren angeboten, bei denen man sowohl das Innere des Hauses als auch den George Harrison Memorial Garden zu sehen bekommt.

Bhaktivedanta Manor
Hilfield Lane,
Aldenham

Near Watford, Hertfordshire

Der George Harrison geweihte Garten.   © Copyright Darrin Antrobus and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der George Harrison geweihte Garten.
   © Copyright Darrin Antrobus and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein anderer Teil des Gartens.    © Copyright Darrin Antrobus and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein anderer Teil des Gartens.
    © Copyright Darrin Antrobus and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Die Schwarzkiefer in den Kew Gardens oder Der Blitz schlägt nicht zweimal am gleichen Ort ein – widerlegt

Die von Schicksalsschlägen heimgesuchte Kiefer in den Kew Gardens.   © Copyright Keith Edkins and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die von Schicksalsschlägen heimgesuchte Kiefer in den Kew Gardens.
    © Copyright Keith Edkins and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Corsican Pines, auf Deutsch Schwarzkiefer, auf Latein Pinus nigra, ist eine Kiefernart, die bevorzugt im Mittelmeerraum wächst. Ein Baum dieser Spezies wächst auch in den Royal Botanic Gardens in Kew im Südwesten von London. Der Botaniker Richard Anthony Salisbury brachte den 10 cm hohen Setzling im Jahr 1814 aus dem Süden Frankreichs nach England und pflanzte ihn hier im Park ein. Im Laufe seines etwas mehr als 200jährigen Lebens musste der arme Baum mehr Schicksalsschläge einstecken, als die meisten seiner Artgenossen. Anfang des 20. Jahrhunderts krachte ein Flugzeug in die Krone der Schwarzkiefer und säbelte den oberen Teil ab, so dass sie eine Zeit lang verunstaltet ihr Leben fristen musste. Damit nicht genug: Zweimal schlug auch noch ein Blitz in den Baum ein (zuletzt 1992), was den Spruch widerlegt, dass der Blitz nicht zweimal am gleichen Ort einschlägt.  Damit das nicht ein weiteres Mal passiert, hat man an der Corsican Pine einen Blitzableiter angebracht. Einige Narben als Hinterlassenschaft dieser Naturereignisse kann man heute noch am Stamm des Baumes sehen.

Wer sich die schwer geprüfte Schwarzkiefer einmal ansehen möchte, sie steht ganz in der Nähe der Orangerie, die heute als Restaurant genutzt wird, und ist am besten über das Elizabeth Gate zu erreichen.

Die Corsican Pine im Winter. Author: Kew on Flickr. Creative Commons 2.0

Die Corsican Pine im Winter.
Author: Kew on Flickr.
Creative Commons 2.0

Published in: on 10. März 2016 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Snowdrop Festivals in England

Snowdrops im Welford Park in Berkshire.   © Copyright Len Williams and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Snowdrops im Welford Park in Berkshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Len Williams and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Winter ist noch nicht vorbei und vom Frühling ist noch nichts zu spüren, doch die „snowdrops“, die Schneeglöckchen, können es nicht erwarten und stehen schon im Februar in vielen Parks und Vorgärten in voller Blüte. Am Snowdrop Festival des National Gardens Scheme  („opening gardens of quality, character and interest to the public for charity“) nehmen in diesem Jahr über 100 Gärten teil, die ihre Pforten interessierten Besuchern öffnen. Ich habe hier einmal einige der Festivalteilnehmer aufgelistet.

Welford Park bei Newbury in  Berkshire. Vom 3. Februar bis zum 6. März steht hier alles unter dem Thema „Schneeglöckchen“. Im Snowdrop Shop kann man Tassen, Handtücher, Küchenhandschuhe und vieles mehr mit Schneeglöckchenmotiven kaufen und sich anschließend in den Snowdrop Tearooms erfrischen. Aber vorher sieht man sich natürlich die Schneeglöckchenfelder an, die sich entlang des River Lambourn ziehen. Welford Park ist in den letzten beiden Jahren noch bekannter geworden, weil hier die Folgen der immens populären BBC-Serie The Great British Bake Off gedreht wurden.

East Lambrook Manor Gardens in Somerset. Die legendäre Gärtnerin Margery Fish hat hier einen ganz besonders sehenswerten Garten angelegt (ich berichtete in meinem Blog darüber), darunter eine Kollektion von Schneeglöckchenarten.

Colesbourne Gardens in Gloucestershire. Hier finden in der Nähe von Cheltenham im Februar die Snowdrop Weekends statt, an denen man sich die unterschiedlichsten Schneeglöckchenarten ansehen kann. Auf den Webseiten kann man an einem Schneeglöckchen-Kreuzworträtsel teilnehmen.

Hodsock Priory in Nottinghamshire. In den Gärten findet sich eine umfangreiche Sammlung von „snowdrops“, die Namen tragen wie Galanthus Robin Hood, Galanthus Desdemona und Galanthus Lady Beatrix Stanley.

Hier ist eine Liste der am Snowdrop Festival des National Gardens Scheme teilnehmenden Gärten.

Schneeglöckchen in den East Lambrook Manor Gardens in Somerset.   © Copyright Eugene Birchall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Schneeglöckchen in den East Lambrook Manor Gardens in Somerset.
  © Copyright Eugene Birchall and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Colesbourne Park snowdrops.   © Copyright Ruth Sharville and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Colesbourne Park snowdrops.
    © Copyright Ruth Sharville and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Schneeglöckchen in den Gärten der Hodsock Priory in Nottinghamshire.   © Copyright Martin Dawes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Schneeglöckchen in den Gärten der Hodsock Priory in Nottinghamshire.
  © Copyright Martin Dawes and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 21. Februar 2016 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Mein Buchtipp – Patrick Taylor: Englische Gärten

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

2130 Gramm bringt Patrick Taylors Buch „Englische Gärten: Landschaftsparks und Cottage Gardens in Grossbritannien und Irland“ auf die Waage, ein richtig schönes Coffee Table-Buch. Die deutsche Übersetzung erschien 2005 im Dorling Kindersley-Verlag und ist leider vergriffen, aber natürlich gebraucht problemlos im Internet zu bekommen. Auch die Originalausgabe „The Gardens of Britain and Ireland: The Definitive Reference and Guide To 2000 Beautiful Gardens“ ist in Großbritannien aus den Regalen der Buchhandlungen verschwunden. Schade eigentlich, dass es nicht wieder aufgelegt worden ist. Allein schon das Blättern in dem schwergewichtigen Werk macht Spaß und man liest sich schnell fest.

Patrick Taylor ist ein Spezialist für Gärten im Allgemeinen und für britische Gärten im Besonderen. So ist er u.a. auch Herausgeber des 584-Seiten-Werks „The Oxford Companion To The Garden„, das 2006 erschien. Regelmäßig schreibt er für Gartenzeitschriften wie „The Garden“ und „Garden Illustrated“.

In keinem Land der Welt findet man auf so engem Raum so viele alte Gärten mit einer so großen Vielfalt an Stilrichtungen wie in Großbritannien und Irland“ bringt es der Autor im ersten Satz der Einführung auf den Punkt. Welcher Tourist auf der Insel besucht nicht irgendwann einmal einen dieser wunderschönen Gärten und Parks, in denen man so herrlich entspannen und spazieren gehen kann?
Das Buch ist nach Regionen gegliedert und beginnt im Südwesten mit den Abbotsbury Subtropical Gardens bei Weymouth in Dorset. Am Ende jeden Artikels, der mit qualitativ hochwertigen Fotos illustriert ist, findet man eine Informationsbox, in der die Anschrift, die exakte Zufahrtsbeschreibung, der Eigentümer und die Öffnungszeiten des jeweiligen Gartens genannt sind.

Am Ende des 440 Seiten-Buches ist ein sehr detailliertes Register, ein Glossar und ein äußerst bescheidenes Literaturverzeichnis mit nur 5 Titeln; das hätte man auch weglassen können. Ein so schönes Buch hätte ein großzügigeres Verzeichnis von weiterführender Literatur verdient.

Patrick Taylor: Englische Gärten: Landschaftsparks und Cottage Gardens in Grossbritannien und Irland. Dorling Kindersley 2005. 440 Seiten. ISBN 978-3-8310-0781-3

Published in: on 11. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Great Vine – Der größte Weinstock der Welt in Hampton Court (Surrey)

   © Copyright Margaret Sutton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Margaret Sutton and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn man sich etwas näher mit englischen Parks und Gärten beschäftigt, stößt man allenthalben auf einen Namen: Lancelot „Capability“ Brown. Dieser viel beschäftigte Landschaftsarchitekt lebte von 1716 bis 1783 und hatte u.a. im Chatsworth House, Blenheim Palace, Harewood Hous und im Belvoir Castle gearbeitet und das ist nur eine ganz kleine Auswahl seiner Wirkungsstätten. Auch bei der Gestaltung der Gärten im Hampton Court Palace in Surrey hatte er seine Hände im Spiel und im nächsten Jahr wird es vom 6. bis zum 8. Juni anlässlich seines 300. Geburtstages hier eine Tagung geben mit dem Thema „Capability Brown Royal Gardener – The Man and His Business – Past, Present and Future“.

Vielleicht ist es vielen Besuchern von Hampton Court nicht bekannt, dass in einem der Glashäuser in den Gärten der größte und wohl auch älteste Weinstock der Welt, The Great Vine, wächst, den Mr. Brown im Jahre 1769 gepflanzt hat. Die kleine Pflanze stammte aus dem Valentines Mansion bei Ilford in Essex, das die Witwe des Erzbischofs von Canterbury, Lady Tillotson, 1696 erbauen ließ. Capability Brown hätte sich damals nicht träumen lassen, dass sein Weinstock auch nach 246 Jahren existiert und Jahr für Jahr eine reiche Ernte bringt. Rund 5 bis 6 Zentner Trauben werden durchschnittlich jedes Jahr geerntet, Trauben, die die Besucher im September in Hampton Court auch kaufen können (in fester, nicht in flüssiger Form!). Queen Victoria hatte die Traubenernte noch für sich in Beschlag genommen, ihr Nachfolger, Edward VII, mochte wohl Weintrauben nicht besonders, denn er gab die Order, die Früchte vor Ort an die Besucher zu verkaufen.

The Great Vine beansprucht ein Glashaus ganz für sich allein, das schon erweitert werden musste, da die Pflanze wucherte und wucherte. Manche Ranken sind über 30 Meter lang. Wer möchte, kann sich diese Seltenheit ansehen; es gibt eine spezielle „viewing area“ für Besucher. Hier ist ein Schwenk über The Great Vine.

Der Eintrittspreis für Hampton Court beträgt zurzeit £19.30.
Wie man zum Palast kommt, zeigt diese Animation.

   © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Christine Matthews and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Valentines Mansion in Essex. Von hier stammt der Setzling des Great Vines.   © Copyright Ian Cranston and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Valentines Mansion in Essex. Von hier stammt der Setzling des Great Vines.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian Cranston and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Die Morgenländische Platane in Corsham Court (Wiltshire) – Großbritanniens größter Baum

Corsham Court. Author: Rodhullandemu. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Corsham Court.
Author: Rodhullandemu.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Er ist nicht der höchste, nicht der älteste, aber der größte Baum in ganz Großbritannien, was seinen Gesamtumfang anbelangt, der umfasst nämlich etwa die Fläche eines ganzen Fußballfeldes: Die Morgenländische Platane (Oriental Plane) auf dem Geländes des Corsham Courts in Corsham (Wiltshire). Hier ist ein Foto zu sehen. Der Baum ist so riesig, dass viele seiner unteren Äste bis zum Boden reichen und dort selbst wieder Wurzeln geschlagen haben. Gepflanzt wurde der Baum um das Jahr 1760 herum von einem der berühmtesten Landschaftsgärtnern Englands, von Lancelot „Capability“ Brown. Brown erhielt damals den Auftrag, den Park des herrschaftlichen Hauses zu erweitern und komplett umzugestalten, was er dann auch tat und dazu gehörte auch die Neubepflanzung von Bäumen wie zahlreichen Zedern und eben dieser speziellen Platane, die ihren Ursprung im Mittleren Osten hat. Rund 40 Jahre später ergänzte ein anderer Landschaftsgärtner, der in der Nachfolge Capability Browns stand, Humphry Repton, die Bepflanzung des Parks von Corsham Court durch Rosskastanien, Schwarznussbäume, Rotbuchen und Trompetenbäume.

Baumliebhaber werden hier im Park von Corsham Court voll auf ihre Kosten kommen. Das sehenswerte Haus befindet sich in Privatbesitz und ist zu besichtigen; im Winterhalbjahr nur am Wochenende, sonst täglich außer montags und freitags.

Corsham Court liegt am östlichen Ortsrand von Corsham und ist von der A4 aus ausgeschildert. Zur nächst größeren Stadt, nach Chippenham, sind es rund sieben Kilometer.

Übrigens sind laut Tree Register die ältesten Bäume Großbritanniens (nach Schätzungen 5000 Jahre alt) in Schottland und Wales zu finden; in Fortingall (Perthshire), in Discoed (Powys) und in Llangernyw (Conwy). Der höchste Baum Großbritanniens steht neben dem Loch Fyne (Argyll) in Schottland und misst 64 Meter.

Das Buch zum Artikel:
Owen Johnson: Champion Trees of Britain and Ireland – The Tree Register Handbook. Royal Botanic Gardens 2011. 300 Seiten. ISBN 978-1842464526.

 

Published in: on 12. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

West Wycombe Park (Buckinghamshire) Teil 1 – The Temple of Music

The Temple of Music. Author: John Griffiths. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

The Temple of Music.
Author: John Griffiths.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Francis Dashwood, 15. Baron le Despencer (1708-1781) war eine der schillerndsten Figuren im England des 18. Jahrhunderts. Der Politiker ist heute vor allem noch als Gründer des exzentrischen Hellfire Clubs in Erinnerung geblieben, den er 1740 gründete. In dem Club trafen sich vornehmlich Mitglieder der höheren Gesellschaftsschichten, um dort ihren „Ausschweifungen nachzugehen“.

Dashwood hatte seinen Wohnsitz im West Wycombe Park in Buckinghamshire, einem beeindruckenden Haus, das von palladianischen und neoklassizistischen Baustilen geprägt ist. Seit 1943 befindet sich West Wycombe Park in den Händen des National Trusts. Nicht nur das Haus, auch der Park ist sehenswert mit seinen vielen kleinen Tempeln, die über das Anwesen verstreut sind.
Neben dem Tempel der Venus und dem Tempel des Apollo sticht dabei vor allem The Temple of Music hervor, der auf einer Mini-Insel in einem künstlich angelegten See liegt, der in Form eines Schwans gestaltet ist. Gebaut wurde der Tempel von dem Architekten (und Hellfire-Club-Mitglied) Nicholas Revett zwischen 1778 und 1780, einem Verfechter des Greek Revival-Stils. Den Temple of Music kann man nur mit dem Boot erreichen und so bot sich das Gebäude natürlich für private Feste an, bei denen man unter sich bleiben wollte…

Theater- und Musikaufführungen fanden hier auch einmal statt, die Überreste einer Bühne sind noch zu erkennen. Vorbild für den Temple of Music war der römische Tempel der Vesta auf dem Forum Romanum, in dem die Vestalinnen, zur Jungfräulichkeit verpflichtete Priesterinnen, ein heiliges Feuer bewachten.

Der Film „The Music Lovers“ (1970; dt. „Tschaikowsky – Genie und Wahnsinn“) wurde auf dem Gelände des West Wycombe Parks gedreht und einige Szenen zeigen auch den Temple of Music. Sehr passend zu dem schwanenförmig angelegten See ist, dass Tschaikovskys „Schwanensee“ auf dem Rasen vor West Wycombe House aufgeführt wird. Hier sind einige Ausschnitte aus dem Film.

Es ist noch gar nicht so lange her, da fanden Dreharbeiten für einige Szenen der ITV-Serie „Downton Abbey“ hier in West Wycombe statt. Das Haus dient in den Filmen als Lady Rosamunds Londoner Wohnsitz am Belgrave Square.

Über die nahegelegene Kirche St Lawrence, die für Sir Francis Dashwood auch eine Rolle spielte, habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben.

   © Copyright Des Blenkinsopp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Des Blenkinsopp and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Nicholas Revett, der Erbauer des Musiktempels. his image (or other media file) is in the public domain because its copyright has expired.

Nicholas Revett, der Erbauer des Musiktempels.
This image is in the public domain because its copyright has expired.

Das Festival of Garden Literature 2014 im Petworth House (West Sussex)

Petworth House und er von Capability Brown angelegte See.    © Copyright Stephen Craven and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Petworth House und der von Capability Brown angelegte See.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Stephen Craven and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

An diesem Wochenende (21./22. Juni) findet zum zweiten Mal das Festival of Garden Literature statt, das vom Londoner Garden Museum veranstaltet wird. Schauplatz ist in diesem Jahr das Petworth House in der Grafschaft West Sussex. Unter dem Motto „A Friend, a Book and a Garden“ wendet sich diese Veranstaltung an alle Garten- und Literaturfreunde, die zwei Tage lang in der beeindruckenden Atmosphäre dieses Stately Homes und seiner Gärten und Parks  Vorträge über beide Themen zu hören bekommen. Angelegt wurden die Gärten von dem Landschaftsarchitekten Capability Brown. Petworth House gehört seit 1947 dem National Trust, wird aber noch immer vom Baron Egremont und seiner Frau als Familiensitz bewohnt, die auch die Gastgeber des Festivals sind. Da Baron Egremont selbst Schriftsteller und seine Frau Gartendesignerin ist, hat das Garden Museum den idealen Veranstaltungsort ausgesucht.

Am Samstagmorgen beginnt das Festival mit einem Vortrag von Lady Egremont über die Geschichte der Petworth Gardens, gefolgt von einem Vortrag über Capability Brown, den George Plumptre hält, Autor zahlreicher Bücher über englische Gärten. Der Nachmittag hat das Thema „The artist and the garden“, wo u.a. auch über den Maler J.M.W. Turner gesprochen wird, der eine Zeit lang im Petworth House gewohnt hat und dessen Gemälde im Haus zu finden sind. Der Sonntagvormittag steht unter dem Motto „Gardens influencing history“ mit Vorträgen von Robin Lane Fox (Historiker und Spezialist für Garten- und Landschaftsgestaltung) und Chris Mullin (ehemaliges Parlamentsmitglied und begeisterter Hobbygärtner), während am Nachmittag über das Thema „What we say about gardens, and what they say about us“ gesprochen wird. Zu hören sind Vorträge z.B. von Anna Pavord (Schriftstellerin und Kolumnistin des „Independent“) über Gärten in Romanen und Victoria Glendinning (Schriftstellerin und Biografin) über „What can gardens tell us about a person’s life?“

Bereits das erste Festival of Garden Literature im letzten Jahr war ein Erfolg für die Veranstalter. Es fand auf dem Gelände der Serge Hill Gardens bei Bedmond in Hertfordshire statt.

Übrigens: Das Londoner Garden Museum steht direkt an der Themse auf der Südseite der Lambeth Bridge an der Lambeth Palace Road in der ehemaligen Kirche St Mary-at-Lambeth.

In den Petworth House Gardens.    © Copyright Len Williams and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In den Petworth House Gardens.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Len Williams and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Londoner Garden Museum in einer ausgedienten Kirche. Links der Lambeth Palace.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Londoner Garden Museum in einer ausgedienten Kirche. Links der Lambeth Palace.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Gillett and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Roman Temple im Windsor Great Park bei Virginia Water

   © Copyright Josie Campbell and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Josie Campbell and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

1816 brachte das Schiff HMS Weymouth eine ganze Ladung Ruinen von Libyen nach England, Ruinen, die in der alten von den Römern erbauten Stadt Leptis Magna standen und dort einmal eine Tempelanlage bildeten. Es war ein Geschenk des Paschas von Tripolis an den Prinzregenten und späteren König George IV. Man lagerte die alten Steine erst einmal im Britischen Museum in London; die Idee, den antiken Tempel in irgendeiner Weise als Vorhalle in den Eingangsbereich des Museums zu integrieren, wurde wieder verworfen.

Der Gartenarchitekt Sir Jeffry Wyattville hatte eine bessere Idee, als er 1826 die Leptis Magna-Ruinen sah. Er war mit umfangreichen Umgestaltungsarbeiten am Windsor Castle und dem Windsor Great Park beauftragt, und so platzierte er den römischen Tempel in einen Teil des Parks, der ganz in der Nähe des Virginia Water liegt, das ist ein See auf dem riesigen Parkgelände. Der gleichnamige Ort liegt gleich daneben, auf der anderen Seite der A30. Der Temple of the Gods war nun statt des libyschen trockenen Wüstenklimas dem feuchten englischen Wetter ausgesetzt, das dann auch erwartungsgemäß seine Spuren auf den Säulen hinterließ, d.h. man muss ständig Restaurierungsarbeiten durchführen, um die Anlage zu erhalten.

Man kann die Ruinen im Windsor Great Park von der Blacknest Road aus sehen, das ist die A329, die in Virginia Water von der A30 in westlicher Richtung abzweigt. Die Blacknest Road ist eine sehr schöne, auf beiden Seiten von Bäumen gesäumte Straße, die streckenweise einen richtigen Tunnel bilden. Hier findet man u.a. das luxuriöse Coworth Park Hotel und The Belvedere Arms, ein „Country Pub & Eating House“.

Hier ist ein Film über die Ruinen.

   © Copyright Len Williams and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Len Williams and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Colin Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 28. Mai 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Sissinghurst Castle Gardens in Kent – Fest eingeplante Station bei allen Busrundreisen durch Südengland

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Die Sissinghurst Castle Gardens in Kent gehören zu den beliebtesten Attraktionen, die der Süden Englands zu bieten hat. Keine Busrundreise, die diese auch wirklich sehenswerten Gärten auslässt. Wir waren an einem Sonntagmittag vor drei Wochen dort und der Parkplatz war voll, auch einige Reisebusse aus Deutschland hatten sich eingefunden. Das Granary Restaurant und das Old Dairy Café waren komplett besetzt, so dass unser Lunch ausfallen musste (kurz vorher mussten wir auch das nahegelegene The Three Chimneys mit leerem Magen verlassen, da deren Tische alle vorgebucht worden waren).

Aber egal: Die Gartenanlagen entschädigten uns dafür. Was Vita Sackville-West und ihr Ehemann Harold Nicolson in den 1930er Jahren da gartenplanerisch auf die Beine gestellt haben, ist schon beeindruckend. Jeder Teil der Castle Gardens ist anders in der Gestaltung, der Bepflanzung, der Farben und der Düfte. Um die Pflege der Anlage kümmern sich acht fest eingestellte Gärtner, die von freiwilligen Helfern unterstützt werden.

Der Turm von Sissinghurst ist zu besichtigen, aber manchmal so voll, dass es auf der Wendeltreppe eng werden kann, wenn sich die auf- und absteigenden Besuchermassen aneinander vorbeizwängen (und nicht ganz ungefährlich!). Dafür hat man, oben angekommen, eine sehr schöne Aussicht auf das Umland.

Mein Favorit in den Sissinghurst Castle Gardens ist das South Cottage, von dem ich einige Fotos gemacht habe, eines davon ist unten zu sehen. Das Erdgeschoss hatte sich seinerzeit Harold Nicolson als Werkstatt eingerichtet, während Vita Sackville-West ihr Schlafzimmer im ersten Stock hatte.

Wer sich näher mit den Gärten, die dem National Trust gehören, beschäftigen möchte, der kann auf einige Bücher zurückgreifen, die darüber geschrieben worden sind; in deutscher Übersetzung z.B. „Sissinghurst. Der schönste Garten Englands“ von Tony Lord (vergriffen, aber problemlos über Online-Händler zu bekommen) oder „Sissinghurst: Portrait eines Gartens“ von Vita und Harold selbst geschrieben (ebenfalls im Buchhandel vergriffen; zahlreiche Angebote z.B. bei Amazon Marketplace).

Ich belasse es hier bei diesen wenigen Informationen, denn es ist schon viel an anderer Stelle über die Gärten gesagt worden. Ein Besuch lohnt sich immer, egal zu welcher Jahreszeit!

Hier ist ein Film über die Gärten.

Das South Cottage. Eigenes Foto.

Das South Cottage.
Eigenes Foto.

Der Turm. Eigenes Foto.

Der Turm.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Published in: on 11. Juni 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Gilbert Randoll Coate und die Irrgärten

Der Irrgarten im Park von Blenheim Palace.    © Copyright Paul Shreeve

Der Irrgarten im Park von Blenheim Palace.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Shreeve

Gilbert Randoll Coate (1909-2005) war schon ein erstaunlicher Mann. Im Zweiten Weltkrieg nahm er an einer umfangreichen militärischen Operation in Norwegen teil, der Operation Archery, die den deutschen Truppen große Verluste bereitete. Dann half er der griechischen Widerstandsbewegung, die Stadt Kalamata zu befreien. Nach dem Krieg ging er in den diplomatischen Dienst Großbritanniens und arbeitete in vielen Ländern der Welt. Doch nicht durch sein abenteuerliches Leben ist Coates bis heute in Erinnerung geblieben, sondern durch sein Arbeit als „Maze Designer„, als Designer von Irrgärten.

Irrgärten sind speziell in England sehr beliebt und so manches Stately Home bietet so eine Anlage für seine Besucher an, die sich dann mehr oder weniger anstrengen müssen, den Weg wieder hinauszufinden. Coate liebte es, diese „mazes“ zu entwerfen und seine Spezialität war, Irrgärten in symbolischer Form anzulegen. Er begann damit 1975 in Lechlade (Gloucestershire), wo er einen Hecken-Irrgarten in Form eines menschlichen Fußes entwarf, 57 m lang und 29 m breit und aus 3000 Eiben bestehend.

1979 tat sich Coate mit einem anderen „Maze-Fan“ zusammen, Adrian Fisher, und beide gründeten die Firma Minotaur Designs, die in den folgenden Jahren 15 weitere Irrgärten anlegte, darunter:

– das Marlborough Maze auf dem Gelände des Blenheim-Palastes, 90 x 56 m groß.
– das Leeds Castle Maze in Kent, das 48 x 48 m misst
– das Archbishop’s Maze in Greys Court in Oxfordshire, 1981 vom Erzbischof von Canterbury, Dr. Robert Runcie, eröffnet.
– das Alice in Wonderland Maze im Adventure Wonderland in Dorset.
– das Lunar Labyrinth und das Sun Maze im Park von Longleat, dessen exzentrischer Besitzer, der Marquess of Bath, Irrgärten geradezu sammelt, denn dort stehen noch vier weitere.

Das ist nur eine kleine Auswahl aus dem Schaffen von Randoll Coate. Insgesamt über 50 Irrgärten soll er gestaltet haben, darunter auch einige für Privatgärten und einige in anderen Ländern.

1986 stellte Coate die „Seven Golden Rules for Making a Maze“ auf, von denen die siebte lautet:
„Do not allow the cost of the maze to cloud your enjoyment of a creation which will bring pleasure to young and old for generations to come. You will have given our world of harsh reality and mindless speed a timeless oasis, a leisurely paradise, the substance of a dream.“

Das Buch zum Artikel:
John Southcliffe Martineau: Mazes and Labyrinths – In Great Britain. Wooden Books 2005. 64 Seiten. ISBN 978-1904263333.

Archbishop's Maze in Grey's Court.    © Copyright Paul Gillett

Archbishop’s Maze in Grey’s Court.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Gillett

Leeds Castle Maze.    © Copyright Nick Smith

Leeds Castle Maze.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Nick Smith

Published in: on 11. Mai 2013 at 02:00  Comments (4)  
Tags:

Libanon-Zedern – Schmuckstücke in den Parks englischer Stately Homes

Audley End und seine wunderschöne Zeder.   © Copyright Keith Evans

Audley End und seine wunderschöne Zeder.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Keith Evans

Für mich sind es die schönsten Bäume überhaupt – die Libanon-Zedern, die man in den Parkanlagen vieler englischer Stately Homes antrifft. Die Cedrus libani, so ihr lateinischer Name, kommt aus dem Mittelmeerraum und ziert die Nationalflagge des Staates Libanon. Der Baum kann bis zu 50 Metern hoch und über 1000 Jahre alt werden. Manchmal werden die Äste der Zedern so schwer, dass sie abbrechen, und ich habe schon Bäume gesehen, deren Äste gestützt werden mussten wie die eines besonders schönen Exemplars, das 1762 von Capability Brown in Audley End bei Saffron Walden in Essex gepflanzt wurde.

Brown und andere Landschaftsgärtner verwendeten die Libanon-Zedern gern für die Gestaltung der weitläufigen Garten- und Parkanlagen in englischen Herrenhäusern.

Wer die TV-Serie „Downton Abbey“ verfolgt hat, kann in den Szenen, die vor dem Highclere Castle in Hampshire gedreht worden sind, das ja als Downton Abbey fungiert, sehr schöne Zedern sehen, die damals der zweite Earl of Carnarvon pflanzte, aus Samen, die der Pflanzensammler Stephen Pococke aus dem Libanon mitgebracht hatte. 56 Exemplare sollen auf dem Gelände von Highclere Castle stehen.

Besonders schöne Libanon-Zedern (es wird behauptet, sie seien die schönsten in ganz England)  finden sich in den Parkanlagen von Wilton House bei Salisbury in Wiltshire. Der vierte Earl of Pembroke pflanzte sie in den 1630er Jahren.

Richard Boyle, der dritte Earl of Burlington, und der Gartengestalter William Kent waren von Libanon-Zedern so begeistert, dass sie sie 1726-29 in den Park von Chiswick House im Londoner Stadtteil Chiswick integrierten.

Vor dem Rowton Castle Hotel in der Nähe von Shrewsbury in Shropshire steht eine besonders bemerkenswerte Libanon-Zeder, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann, als ich dort einmal wohnte. Sie gilt als eine der größten Europas. Das Cedar’s Restaurant im Hause wurde nach dem Baum benannt und es gibt hier auch einen Cedar Room (mit Himmelbett!).

Diese nur sehr kleine Liste von Häusern mit sehenswerten Libanon-Zedern ließe sich natürlich noch endlos weiterführen; ich hoffe, ich habe damit ein wenig den Appetit geweckt, beim nächsten Besuch einer englischen Parkanlage, sich diese wunderschönen Bäume einmal näher anzusehen.

Highclere Castle.   © Copyright pam fray

Highclere Castle.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright pam fray

Wilton House.   © Copyright Mike Searle

Wilton House.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Searle

Chiswick House.   © Copyright Alexander P Kapp

Chiswick House.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alexander P Kapp

Rowton Castle Hotel.   © Copyright Matthew Hatton

Rowton Castle Hotel.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Matthew Hatton

 

Published in: on 14. Februar 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The National Gardens Scheme – Gärten öffnen für einen guten Zweck

1927 kam man auf die Idee, Gärten, die eigentlich nicht öffentlich zugänglich sind, an bestimmten Tagen des Jahres zu öffnen und die Einnahmen einem guten Zweck zuzuführen. Das Projekt wurde National Gardens Scheme genannt.

Noch heute erfreut sich diese Idee im gartenverrückten England großer Beliebtheit und man konnte 1980, nachdem der National Gardens Scheme Charitable Trust gegründet worden war, die Queen Mother als Schirmherrin gewinnen. Nach ihrem Tod hat Prince Charles dieses Amt übernommen.

Bis heute sind auf diese Weise rund £40 Millionen zusammengekommen, die Wohlfahrtsorganisationen wie z.B. Macmillan Cancer Support oder Help the Hospices zugute gekommen sind.

Um in das National Gardens Scheme aufgenommen zu werden, muss der jeweilige Garten bestimmte Kriterien erfüllen. Nicht die Größe ist maßgebend, sondern die Art der Bepflanzung, das Design oder die Originalität.

Ein absolutes „Muss“ für alle, die diese Gärten besuchen möchten, ist das „Yellow Book„, das jährlich erscheint und alle Gärten auflistet, die am National Gardens Scheme teilnehmen. Hier findet man sämtliche  Informationen über Öffnungstage, Anfahrt und Eintrittspreise. Diese Bibel für englische Gartenfreunde kostet z.B. bei Amazon.uk £6.99, bei Amazon.de £12.99.

Nehmen wir einfach einmal ein Beispiel heraus für das Jahr 2012:
Das Gipsy House in der Whitefield Lane in Great Missenden (Buckinghamshire) hat in diesem Jahr am 10. und 30. Mai, am 14. Juni und am 4. Juli geöffnet.
£4 kostet der Eintritt und es wird Tee gereicht.
Gipsy House war das langjährige Domizil des Schriftstellers Roald Dahl und hier kommen gern Kinder her (die übrigens keinen Eintritt bezahlen müssen), denn Dahl schrieb eine Reihe von sehr populären Kinderbüchern.

Hier ist ein Film über einen Garten in Ashford (Kent), der auch im „Yellow Book“ zu finden ist.

The National Gardens Scheme
Hatchlands Park
East Clandon, Guildford
Surrey, GU4 7RT
Tel. 01483 211535

Nimmt auch am National Gardens Scheme teil: Freezeland Farm bei Lunsford's Cross (East Sussex). - © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 18. April 2012 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

East Lambrook Manor Gardens in Somerset – Die Wiege des englischen Cottage Gardens

© Copyright Ray Beer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eigentlich hatte die Journalistin Margery Fish (1888?-1969) mit Gärten gar nichts am Hute; auch ihr Ehemann Walter, Nachrichtenredakteur bei der Daily Mail als sie ihn kennenlernte, war alles andere als ein Gartenfachmann; und doch sollten die Fishs, besonders Margery, in die Geschichte des englischen Gartenbaus eingehen.

1938 verließ das Journalistenehepaar am Vorabend des 2. Weltkriegs die  Großstadt London und zog in das ländliche Somerset, wo sie das heruntergekommene East Lambrook Manor kauften, ein nicht allzu großes Herrenhaus aus der Tudor-Zeit. Margery und Walter krempelten die Ärmel hoch, um aus ihrem neuen Anwesen wieder etwas zu machen; auch der total verwilderte Garten wurde neu gestaltet, was Margery so gut gelang, dass East Lambrook Manor heute als „Home of English Cottage Gardening“ gilt.

So begeistert war Margery Fish von der Arbeit in ihrem Garten, dass sie mehrere Bücher darüber schrieb, von denen auch einige ins Deutsche übersetzt wurden. In „We Made a Garden„, das 1956 erschien, schildert sie wie sie und ihr Mann aus der Wildnis einen blühenden Garten erschufen. Es folgten Bücher mit den Titeln „Cottage Garden Flowers“, „Gardening in the Shade“ oder „Carefree Gardening“.

Nach Margery Fishs Tod im Jahr 1969 wechselte East Lambrook Manor mehrfach die Besitzer, aber alle legten Wert darauf, den so liebevoll gestalteten Garten so gut wie möglich zu erhalten.

Heute sind die East Lambrook Manor Gardens ein beliebtes Ausflugsziel. In diesem Jahr sind die Gärten seit Februar geöffnet; die Schneeglöckchen „läuteteten“ wie immer die neue Saison ein. Hier ist ein Februar-Spaziergang durch die Gärten zu sehen, in denen die „Snowdrops“ die Hauptrolle spielen.

East Lambrook Manor Gardens
South Petherton
Somerset, TA13 5HH
Tel: 01460 240 328

Das Buch zum Artikel:
Timothy Clark: Margery Fish’s Country Gardening. Garden Art Press 1999. 192 Seiten. ISBN 978-1870673310

© Copyright Sarah Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 13. März 2012 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

„English Country Garden“ – Hymne auf die Vielfalt der Blumen in einem typisch englischen Garten

Die Snowshill Manor Gardens. Beispiel für einen English Country Garden. - © Copyright Stuart Wilding and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der US-amerikanische Sänger Jimmie Rodgers (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Countrysänger) hatte im Juni 1962 einen großen Hit in England mit seinem Song „English Country Garden„, der es bis auf Platz 5 der Charts schaffte. Darin besingt er mit einer sehr eingängigen Melodie die Blumen, die man in einem typischen englischen Garten findet. Die 1. Strophe lautet so:

How many kinds of sweet flowers grow
In an English country garden?
We’ll tell you now of some that we know
Those we miss you’ll surely pardon
Daffodils, heart’s ease and flox
Meadowsweet and lady smocks
Gentian, lupine and tall hollihocks
Roses, foxgloves, snowdrops,
Blue forget-me-nots
In an English country garden.

Woher stammt nun dieser hübsche Song? Zu finden ist die Melodie in der 1728 uraufgeführten „The Quaker’s Opera„, ein Werk in drei Akten, in dem es um das Leben des berühmten Räubers Jack Sheppard geht und das auf der Londoner Bartholomew Fair gespielt wurde. Das Lied „The Vicar of Bray“ verwendet ebenfalls diese Melodie.

Ein gewisser Percy Grainger beschäftigte sich Anfang des 20. Jahrhunderts mit englischer Volksmusik, fand die Melodie wieder, arrangierte sie neu und widmete sie seinem Freund Edvard Grieg.
Das Lied wurde seitdem in verschiedenen Interpretationen mit leicht veränderten Titeln wie „Country Gardens“ oder „In an English Country Garden“ aufgenommen und veröffentlicht.
Hier ist die Version von Jimmie Rodgers zu hören und hier die Version mit Rolf Harris.


Published in: on 8. Januar 2012 at 02:00  Comments (1)  

Woolsthorpe Manor, Isaac Newton und der Apfelbaum

Newtons Apfelbaum, noch ohne Zaun. - © Copyright Kokai and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Woolsthorpe Manor in der Nähe von Grantham in Lincolnshire gehört heute dem National Trust und war das Geburtshaus des berühmten englischen Naturforschers Isaac Newton (1643 – 1727), das von Anfang März bis Ende Oktober für Besucher geöffnet ist.

Newton kam immer wieder nach Woolsthorpe Manor zurück, so auch 1660, als in Cambridge, wo er studierte, die Pest ausgebrochen war. Im Garten des Hauses soll er eines Tages unter einem der Apfelbäume gesessen und beobachtet haben wie ein Apfel herunterfiel. Warum, so fragte sich Newton, fällt der Apfel nicht waagerecht oder seitwärts herunter, sondern genau senkrecht in Richtung des Erdmittelpunktes? Der junge Student folgerte daraus, dass die Erde den Apfel anziehen muss.
In seinem Werk „Philosophiae Naturalis Principia Mathematica“,  formulierte Newton später das sogenannte Gravitationsgesetz.

Jener berühmte Apfelbaum im Garten von Woolsthorpe Manor wurde 1820 von einem Sturm umgeworfen, doch der Baum ließ sich so leicht nicht unterkriegen und entwickelte neue Wurzeln aus denen dann ein neuer etwas merkwürdig geformter Apfelbaum entstand. Diese Attraktion zieht Jahr für Jahr zahlreiche Besucher nach Lincolnshire, vielleicht sogar zuviele, denn jeder will  gern einmal unter dem Isaac-Newton-Baum stehen, was wiederum die Wurzeln in Mitleidenschaft zieht. So sah man sich in diesem Jahr gezwungen, einen 60 cm hohen Weidenzaun um den Baum herum zu ziehen, um das Wurzelwerk zu schonen.
Die Äpfel gehören übrigens zur Sort „Flower of Kent„, ein Kochapfel, und man darf sie sich vom Baum pflücken, sofern man jetzt noch herankommt.
Ein kleines Stück des Baumes wurde 2010 mit dem Space Shuttle Atlantis ins Weltall genommen. Wenn das Isaac Newton damals gewusst hätte…

Hier sind einige stimmungsvolle Aufnahmen von Woolsthorpe Manor im Film und hier vom berühmten Apfelbaum.

Woolsthorpe Manor
Water Lane
Woolsthorpe by Colsterworth, near Grantham, Lincolnshire NG33 5PD
Telephone: 01476 860338

Das Buch zum Artikel:
Susan Haimes: Woolsthorpe Manor. National Trust 2006. 24 Seiten. ISBN 978-1843592242.

Woolsthorpe Manor. - © Copyright Paul Shreeve and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 1. Dezember 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Das Westonbirt Arboretum bei Tetbury (Gloucestershire) – Eine der weltgrößten Baumsammlungen

This work has been released into the public domain by its author, Arpingstone.

Das Westonbirt Arboretum an der A 433 bei Tetbury in Gloucestershire hat einen berühmten Nachbarn: Es grenzt an Prince Charles‘ Highgrove Estate, dessen Garten ebenfalls sehr sehenswert, aber für Besucher nur sehr schwer zugänglich ist.

Das Arboretum ist dagegen täglich geöffnet und stellt eine der weltgrößten Sammlungen von Bäumen und Sträuchern dar, die besonders im Herbst bei der Laubfärbung ein besonderes Schauspiel bietet.

Robert Holford legte das Arboretum 1829 an und heute wachsen etwa 18 000 Baum- und Gehölzexemplare auf dem riesigen Areal, auf dem man stundenlang spazierengehen kann.
Ein besonderes Highlight im Herbst ist der Colour Circle; das ist eine Lichtung mit Bäumen, die speziell nach ihrer Herbstfärbung ausgesucht wurden.

Die meisten Besucher gehen in den alten Teil, das „Old Arboretum„, das spektakulärer ist; den anderen Teil dagegen, den „Silk Wood„, suchen nur wenige auf. Hier finden sich aber auch sehr schöne Exemplare von Eichen, Kiefern, Pappeln und Ahornen, um nur einige Baumarten zu nennen.

Ebenfalls in Gloucestershire liegt das Batsford Arboretum, das ich in meinem Blog auch schon vorstellte.

Hier ist ein Spaziergang durch das herbstliche Arboretum zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Sarah Howard: A Year in the Life of Westonbirt. Frances Lincoln 2009. 112 Seiten. ISBN: 978-0711230255

Westonbirt Arboretum
Tetbury, Gloucestershire,  GL8 8QS

© Copyright Brian Robert Marshall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 27. September 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Kensington Roof Gardens – Eine luxuriöse Gartenidylle hoch über den Dächern von London

"The Spanish Garden" mitten in Kensington. -© Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Kensington Roof Gardens an der Kensington High Street gelegen, ist die größte Dachgartenanlage Europas, die 1981 von Sir Richard Branson erworben wurde und seiner Firma Virgin Limited Edition gehört. Auf 6000 m² Fläche sind hier drei Gärten, ein Restaurant und ein Club untergebracht.

Da gibt es einmal den „Spanish Garden„, der nach dem Vorbild der Alhambra gestaltet ist; dann den „Tudor Garden„, ein typisch englischer Garten mit vielen Rosen, Glyzinien und Lilien und den „English Woodland Garden“ mit vielen unterschiedlichen Bäumen, einem Gartenteich und Enten und Flamingos.

Die Gärten sind öffentlich zugänglich, wenn sie nicht gerade von einer privaten Gesellschaft gebucht worden sind.

Das „Babylon“ ist ein luxuriöses Restaurant, von dessen Terrasse aus man einen Blick auf den „English Woodland Garden“ hat. Es wurde 2008 zum besten Restaurant Londons gekürt.

The Club“ ist ein Private Members Club, der nur freitags und samstags von 22 Uhr bis 3 Uhr geöffnet ist. „The Roof Gardens is a glamorous place so dress to impress“ heißt es; Eintritt ist nur für Mitglieder und deren Gäste und kostet freitags £20, samstags £ 25.
Hier ist ein Film über die Kensington Roof Garden zu sehen.

Kensington Roof Gardens
99 Kensington High Street
London, W8 5SA
Tel.  020 7 937 7994

Das Restaurant der Kensington Roof Gardens. - © Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

"The English Woodland Garden". - © Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Das Rasenlabyrinth von Saffron Walden (Essex), das größte seiner Art in England

Das Labyrinth mit Ohren in Saffron Walden. - This work was released into the public domain.

Turf mazes„, also Rasenlabyrinthe haben den Vorteil gegenüber den Heckenlabyrinthen, dass man sich darin nicht verlaufen kann und wenn man keine Lust mehr hat, steigt man einfach aus, anstatt sich genervt stundenlang den richtigen Weg nach draußen zu suchen. Die Wikipedia beschreibt sie so: „Ein Rasenlabyrinth… ist ein großflächiges, begehbares Labyrinthmuster, das in eine ebene Rasenfläche eingeschnitten wurde, meist auf kargem Boden“.

Acht dieser „turf mazes“ gibt es noch in England, von denen das in Saffron Walden in Essex das größte darstellt. Ca 30 m im Durchmesser misst das Labyrinth, das 1699 erstmals erwähnt wurde. Seitdem wurde es immer mal wieder restauriert, zuletzt 1979. Wenn man alle mit Ziegeln ausgelegten Wege vom Rand bis ins Zentrum geht, dann hat man etwa 1500 m zurückgelegt.

Hie sind die anderen, noch verbliebenen Rasenlabyrinthe in England (Infos entnommen aus der Wikipedia):

  • Alkborough (North Lincolnshire): „Julian’s Bower“, christliches Muster, 11 Umgänge
  • Breamore (Hampshire): „Mizmaze“, christliches Muster, 11 Umgänge
  • Dalby (North Yorkshire): „City of Troy“, klassisches Muster, 7 Umgänge
  • Hilton (Cambridgeshire´): „Hilton Maze“, christliches Muster, 9 Umgänge
  • Somerton (Oxfordshire): „Troy Town“, klassisches Muster, 15 Umgänge
  • Winchester (Hampshire): „St. Catherine’s Hill“, christliches Muster, 9 Umgänge, quadratisch
  • Wing (Rutland): „Wing Maze“, christliches Muster, 11 Umgänge

    Das "turf maze" von Saffron Waldon. - © Copyright Jeff Tomlinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 13. Juli 2011 at 04:00  Comments (1)  
Tags: , ,

Der „Perseus and Andromeda Fountain“ in Witley Court (Worcestershire) – Einer der größten Springbrunnen Europas

© Copyright Roy Douglas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Bing Crosby und Stewart Granger wollten ihn in den 1950er Jahren für ihre Rennbahn in Chicago kaufen, den „Perseus and Andromeda Fountain„, einen der größten Springbrunnen Europas, der auf dem Gelände des Witley Court steht.  Dieses großartige Haus in Worcestershire fiel 1937 leider Flammen zum Opfer und wird heute vom English Heritage betreut. Aber auch die verbliebenen Ruinen des Gebäudes sind noch bemerkenswert.

Im Jahr 2003 wurde der gewaltige Brunnen wieder in Betrieb genommen, nachdem die Restaurierungsarbeiten £1 Million verschlungen hatten. Wenn der Perseus and Andromeda Fountain in vollem Betrieb ist, klingt das wie „the noise of an on-coming steam train“.
Der in den 1860er Jahren gebaute Brunnen besitzt 120 Düsen, die zwischen Muscheln, Nymphen und Delfinen versteckt sind und die zentrale Fontäne schießt das Wasser 30 m in die Höhe.

Hier  ist ein Film über Witley Court und seinen Brunnen zu sehen.

© Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 11. Juli 2011 at 04:00  Comments (1)  

Das Tulpenfestival in den Pashley Manor Gardens (East Sussex)

© Copyright David Anstiss and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Am 27. April ist es wieder soweit, dann beginnt in den Pashley Manor Gardens bei Ticehurst in East Sussex das Tulpenfestival 2011.
Rund um das 1550 erbaute Pashley Manor sind sehr schöne Gärten angelegt worden, die seit 1992 auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Eine der Höhepunkte des Gartenjahres ist eben jenes Tulip Festival, das in diesem Jahr schon zum siebzehnten Mal veranstaltet wird. Über 100 verschiedene Tulpenarten blühen in den Gärten und über 20 000 Exemplare gibt es hier zu bewundern. Dazu sind im Manorhaus noch 2000 Tulpen in Vasen aufgestellt. Das Interesse an diesem Frühlings-Blumenmeer ist so groß, dass man das Festival jetzt auf zwölf Tage erweitert hat.
Die Gärten wurden von den jetzigen Besitzern zusammen mit dem schottischen  Gartenarchitekten Anthony du Gard Pasley angelegt.
Die Pashley Manor Gardens bieten im Laufe des Jahres noch weitere Höhepunkte, so gibt es hier im Juni noch ein spezielles Wochenende, das den Rosen gewidmet ist und im Juli und August ist „Lily Time„, da stehen die Lilien im Mittelpunkt des Geschehens.
Etwas Besonderes ist auch das alljährliche „Sculpture in Particular„, da werden zusätzlich zu der Blumenpracht Werke britischer Bildhauer in die Gärten integriert. In diesem Jahr findet diese „Kunst im Garten“-Schau vom 21. bis zum 30. Mai statt.
Hier sind eine Diashow und ein kurzer Film über die Gärten zu sehen.

PASHLEY MANOR GARDENS
Ticehurst
Near Wadhurst
East Sussex
TN5 7HE
Telephone: 0044 (0) 1580 20088

Pashley Manor - © Copyright David Anstiss and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 21. April 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Abbey House Gardens in Malmesbury (Wiltshire) – Hier wohnen die „Nackten Gärtner“

   © Copyright Sarah Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Sarah Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Nacktgärtner sind in dem als prüde verschrieenen England sicher nicht oft zu finden. Aber Ian und Barbara Pollard, the Naked Gardeners, tun das mit viel Vergnügen und warum auch nicht? Sie sind die Hausherren der Abbey House Gardens in Malmesbury in der Grafschaft Wiltshire, nicht weit von Prince Charles‘ Highgrove entfernt.

1994 kaufte das Paar Abbey House und die dazugehörenden Gärten, gestaltete die ganze Anlage um und öffnete die Gärten für die Allgemeinheit. Nachdem im Jahr 2002 Englands Fernsehgärtner Nummer Eins Alan Titchmarsh eine ganze Folge seiner Sendung „Gardeners‘ World“ den Abbey House Gardens gewidmet hatte, ging es richtig los mit dem Besucheransturm.
Ian und Barbara Pollard kümmern sich um ihre Pflanzen, sofern es die Temperaturen zulassen, im Adams- bzw. im Evaskostüm und sie wollten den Gartenbesuchern ebenfalls die Möglichkeit bieten, die Gärten textilfrei zu erleben, so führten sie die „Clothes Optional Days“ ein. An diesen Tagen können die Besucher sowohl bekleidet als auch unbekleidet die Gärten besichtigen. In diesem Jahr ist es von Mai bis September immer ein Sonntag pro Monat, beginnend am 22. Mai, jeweils von 11 Uhr bis 17.30 Uhr.

Die Abbey House Gardens beherbergen auf einer Fläche von 20 000m² etwa 10 000 verschiedene Pflanzen. Eigentlich die optimale Atmosphäre für eine romantische Hochzeit. Kann man haben, denn im Abbey House, das aus dem 16. Jahrhundert stammt, besteht die Möglichkeit sich trauen zu lassen. Außerdem kann das Brautpaar in der Bridal Chamber, die natürlich auch über ein Himmelbett verfügt, übernachten.

Hier ist ein Film über die Abbey House Gardens aus der BBC-Serie „Countryfile“.

Abbey House Gardens
The Abbey House
Malmesbury
Wiltshire
England
SN16 9AS
01666 822 212

Published in: on 10. April 2011 at 04:00  Comments (2)  
Tags:

Hampton Court Maze – Hier hat sich schon Harris aus „Drei Mann in einem Boot“ verlaufen

Blick auf Hampton Court vom Labyrinth aus.    © Copyright David Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf Hampton Court vom Labyrinth aus.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hampton Court Palace ist ein großartiges Anwesen an der Londoner Peripherie, in dem man problemlos einen ganzen Tag verbringen kann. Hier sollen die Geister von Jane Seymour und Catherine Howard spuken. Die Tudorfassade und der Uhrenturm sind sehenswert und einen Rundgang durch den Palast sollte man auf jeden Fall machen, trotz des recht hohen Eintrittspreises von £15.40, in dem allerdings ein Audio Guide inbegriffen ist.

Eine Besonderheit von Hampton Court ist „The Maze„, ein jahrhundertealter Irrgarten, der Ende des 17. Jahrhunderts von George London und Henry Wise im Auftrag von William III. angelegt wurde. Etwa 800 m lang sind die Wege in diesem Heckenlabyrinth; manche meinen, es sei ganz einfach, sich darin zurechtzufinden, indem man sich immer nur nach rechts bewegt; andere wiederum haben schon Stunden in dem Irrgarten zugebracht und waren mehr als erleichtert, endlich den Ausgang gefunden zu haben.

Jerome K. Jerome beschreibt in seinem Buch „Three Men in a Boat“  eine wunderschöne Szene wie sich Harris, einer der Protagonisten, im Hampton Court Maze verläuft (Kapitel 6):

„We’ll just go in here, so that you can say you’ve been, but it’s very simple. It’s absurd to call it a maze. You keep on taking the first turning to the right. We’ll just walk round for ten minutes, and then go and get some lunch.“

…Harris kept on turning to the right, but it seemed a long way, and his cousin said he supposed it was a very big maze.

„Oh, one of the largest in Europe“, said Rachael.

„Yes, it must be“, replied the cousin, „because we’ve walked a good two miles already!“

Harris began to think it rather strange himself, but he held on until, at last, they passed the half of a penny bun on the ground that Harris’s cousin swore he had noticed there seven minutes ago.“

Hier die  BBC-Verfilmung „Three men in a boat“ mit Michael Palin, Tim Curry und Stephen Moore aus dem Jahr 1975.

 

Ha-Ha – Ein genialer Kunstgriff in der Gestaltung des englischen Landschaftsgartens

Der Ha-Ha von Berrington Hall (Herefordshire).    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Ha-Ha von Berrington Hall (Herefordshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mit Gelächter hat der Begriff „Ha-Ha“ eigentlich wenig zu tun. Es ist ein Fachausdruck  in der Anlage von Landschaftsgärten; ein Ha-Ha verhindert, dass Tiere und ungebetene Besucher in den Garten gelangen, ohne den Blick nach außen zu verstellen. Die angrenzende Landschaft wird somit visueller Teil des Gartens, ein illusionistischer Kunstgriff, der den Garten scheinbar vergrößert (so die Erklärung der Wikipedia).
Der Ha-Ha ersetzt also eine Mauer oder einen Zaun durch einen unter dem Geländeniveau liegenden tiefen Graben mit steilen Böschungen. Auch eine versenkte, uneinsehbare Mauer ist eine Möglichkeit, diesen Effekt zu erreichen.

Wenn man also von der Terrasse eines Country Houses in die Landschaft blickt, sieht man da Wild oder Kühe weiden, die aber alle keine Chance haben, sich an den Gartenpflanzen gütlich zu tun, weil sie es nicht schaffen, die Böschung zu erklimmen.

Wer sich das ausgedacht hat, lässt sich nicht mehr eindeutig sagen. Als möglicher Erfinder des Ha-Has gilt z.B. Willliam Kent (1685-1748), einer der großen englischen Landschaftsgärtner.

Woher kommt nun der witzige Name? Der Ausdruck Ha-Ha erklärt sich aus dem lautmalerischen Ausruf des Erstaunens. Der Ha-Ha, aus der Ferne nicht erkennbar, wird erst beim Herantreten sichtbar, verblüfft den Besucher, der die Konstruktion mit „Aha!“ kommentiert (so noch einmal die Wikipedia).

Einige Beispiele, wo Ha-Has zu sehen sind: Petworth House, Castle Ashby oder Burghley House. Aber auch in anderen Ländern wie  in Deutschland, Frankreich und den USA sind Ha-Has „im Einsatz“.

Published in: on 20. Oktober 2010 at 04:13  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Ground Force – Garten-TV der etwas anderen Art

Die Briten lieben ihre Gärten und sie lieben die zahllosen Gartensendungen im Radio und Fernsehen. „Gardener’s Question Time“ zum Beispiel läuft ununterbrochen seit dem 9. April 1947 bei BBC Radio 4.

Die BBC-TV-Serie „Ground Force“ erfreute sich von 1997 bis 2005 großer Beliebtheit, deren Gastgeber der „Garten-Papst“ Alan Titchmarsh, Tommy Walsh und Charlie Dimmock waren. Vor allem letztere sorgte für hohe Einschaltquoten, da sie die Sendung, auch bei niedrigen Temperaturen, immer nur „braless“, also ohne BH unter ihrem T-Shirt, moderierte. Da schalteten häufig auch gartendesinteressierte Männer ein.

Das Schema von „Ground Force“ : Ein Team von Experten machte sich über den Garten irgendeines abwesenden Menschen her, gestaltete ihn von Grund auf neu und wartete bei der Rückkehr des Gartenbesitzers auf dessen überraschtes Gesicht. Die ganze Aktion war vorher von einem Familienmitglied oder einem Freund initiiert worden.

Titchmarsh stieg 2002 aus, da ihm das alles zu gleichförmig und langweilig wurde und wandte sich neuen Projekten zu (er schrieb zahlreiche Gartenbücher, aber auch Romane).
Zu Spitzenzeiten sahen sich  bis zu 12 Millionen Zuschauer „Ground Force“ an, aber auch diese Sendung lief im Jahr 2005 aus.
Eine sehr schöne Beschreibung der eingestellten Serie liefert Wolfgang Koydl in seinem kürzlich im Ullstein-Verlag erschienen Buch „Bitte ein Brit!“ :
„Gartensendungen wie „Ground Force“, wo sich ein Team von Grünfingern so genussvoll in Torf und Erde wälzt wie ein Trüffelschwein im Morast, bescheren der BBC traumhafte Einschaltquoten und katapultieren die Popularität der erdverbundenen Moderatoren in die Rockstar-Atmosphäre“.

Derek Jarmans Garten in Dungeness (Kent) – Ein Gesamtkunstwerk an einsamer Stelle

 

Prospect Cottage in Dungeness.    © Copyright Ron Strutt and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Prospect Cottage in Dungeness.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ron Strutt and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der südliche Zipfel der Romney Marsh, einer flachen Marschlandschaft, liegt Dungeness, beherrscht von den Türmen des Kernkraftwerks gleichen Namens; eine ziemlich einsame Gegend.
Den Filmregisseur Derek Jarman zog es in den letzten Jahren seines Lebens hierher. Er kaufte sich das kleine Prospects Cottage, eine ehemalige Fischerhütte,  in der Nähe des Strandes und versuchte, dort einen kleinen Garten anzulegen. Eigentlich hatte er davon keine Ahnung und auch wenig Hoffnung, dass auf dem Boden etwas gedeihen würde. Einige Freunde halfen ihm bei der Anlage; man sammelte Steine, angeschwemmtes Holz, alte Gartengeräte und bastelte damit einen ganz besonderen Garten, der von keinem Zaun umgrenzt wurde und der allmählich zu einem Gesamtkunstwerk heranwuchs.
Derek Jarman veröffentlichte  zusammen mit seinem Freund, dem Fotografen Howard Sooley, ein Buch über seinen Garten mit dem Titel „Derek Jarman’s Garden„, das 1995 bei Thames & Hudson veröffentlicht wurde, eine der letzten Arbeiten des Mannes, der am 19. Februar 1994 an AIDS starb und auf dem Friedhof der St. Clements Church in Old Romney, einige Kilometer nördlich seines geliebten Gartens, beigesetzt wurde.

1990 drehte Jarman einen Film mit dem Titel „The Garden„, in dem sein Garten und die Gegend um Dungeness den Hintergrund bildeten für eine Geschichte, in der die Themen Homosexualität und Christentum im Mittelpunkt stehen. Ein Film, der fast ohne Dialoge auskommt.

Man kann sich den Garten ansehen, sollte aber auch die Privatsphäre des jetzigen Besitzers beachten.

Published in: on 4. September 2010 at 08:17  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Norfolk Lavender bei Heacham (Norfolk)

© Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Lavendel verbindet man gedanklich eigentlich mehr mit der Provence, aber auch in England wird diese duftende Pflanze angebaut, speziell von der Norfolk Lavender Company bei Heacham in Norfolk, nicht weit vom königlichen Sandringham House entfernt.
Bereits 1932 wurde die Firma gegründet und schon damals konnte man in einem kleinen Laden Lavendel kaufen, doch erst Mitte der 50er Jahre wurde das Ganze in größerem Stil erweitert und bildet heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Neben den Lavendelfeldern kann man auch die Distillerie besichtigen, in der Lavendelöl hergestellt wird; es gibt die National Collection of Lavenders und ein Museum. Im „The Lavender Kitchen Restaurant“ kann man sich zwischendurch stärken: Vom Frühstück bis zum Cream Tea gibt es dort alles, was das Herz (bzw. der Magen) begehrt.
Was wäre eine Besucherattraktion ohne Gift Shops? Die gibt es hier natürlich auch. Und was kann man dort kaufen? Genau, alles, was nur im entferntesten mit Lavendel zu tun hat.
Ich habe meinen Besuch bei Norfolk Lavender sehr genossen und kann es nur empfehlen.

Published in: on 27. Juli 2010 at 10:05  Schreibe einen Kommentar  
Tags: