„English Country Garden“ – Eine Hymne auf die Vielfalt der Blumen in einem englischen Garten

Die Snowshill Manor Gardens in Gloucestershire.
Photo © Stuart Wilding (cc-by-sa/2.0)

Nachdem ich gestern über die Lambrook Manor Gardens in Somerset geschrieben habe, bleibe ich heute noch einmal beim Thema „Country Garden“.

Der US-amerikanische Sänger Jimmie Rodgers (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Countrysänger) hatte im Juni 1962 einen großen Hit in England mit seinem Song „English Country Garden„, der es bis auf Platz 5 der Charts schaffte. Darin besingt er mit einer sehr eingängigen Melodie die Blumen, die man in einem typischen englischen Garten findet. Die 1. Strophe lautet so:

How many kinds of sweet flowers grow
In an English country garden?
We’ll tell you now of some that we know
Those we miss you’ll surely pardon
Daffodils, heart’s ease and flox
Meadowsweet and lady smocks
Gentian, lupine and tall hollihocks
Roses, foxgloves, snowdrops,
Blue forget-me-nots
In an English country garden.

Woher stammt nun dieser hübsche Song? Zu finden ist die Melodie in der 1728 uraufgeführten „The Quaker’s Opera„, ein Werk in drei Akten, in dem es um das Leben des berühmten Räubers Jack Sheppard geht und das auf der Londoner Bartholomew Fair gespielt wurde. Das Lied „The Vicar of Bray“ verwendet ebenfalls diese Melodie.

Ein gewisser Percy Grainger beschäftigte sich Anfang des 20. Jahrhunderts mit englischer Volksmusik, fand die Melodie wieder, arrangierte sie neu und widmete sie seinem Freund Edvard Grieg.
Das Lied wurde seitdem in verschiedenen Interpretationen mit leicht veränderten Titeln wie „Country Gardens“ oder „In an English Country Garden“ aufgenommen und veröffentlicht.
Hier ist die Version von Jimmie Rodgers zu hören und hier die Version mit Rolf Harris.

Published in: on 28. August 2022 at 02:00  Comments (5)  

Margery Fish und die East Lambrook Manor Gardens in Somerset

Das Manor House.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Eigentlich hatte die Journalistin Margery Fish (1888?-1969) mit Gärten gar nichts am Hute; auch ihr Ehemann Walter, Nachrichtenredakteur bei der Daily Mail als sie ihn kennenlernte, war alles andere als ein Gartenfachmann; und doch sollten die Fishs, besonders Margery, in die Geschichte des englischen Gartenbaus eingehen.

1938 verließ das Journalistenehepaar am Vorabend des 2. Weltkriegs die  Großstadt London und zog in das ländliche Somerset, wo sie das heruntergekommene East Lambrook Manor kauften, ein nicht allzu großes Herrenhaus aus der Tudor-Zeit. Margery und Walter krempelten die Ärmel hoch, um aus ihrem neuen Anwesen wieder etwas Neues zu erschaffen; auch der total verwilderte Garten wurde neu gestaltet, was Margery so gut gelang, dass East Lambrook Manor heute als „Home of English Cottage Gardening“ gilt.

So begeistert war Margery Fish von der Arbeit in ihrem Garten, dass sie mehrere Bücher darüber schrieb, von denen auch einige ins Deutsche übersetzt wurden. In „We Made a Garden„, das 1956 erschien, schildert sie wie sie und ihr Mann aus der Wildnis einen blühenden Garten erschufen. Es folgten Bücher mit den Titeln „Cottage Garden Flowers“, „Gardening in the Shade“ oder „Carefree Gardening“.

Nach Margery Fishs Tod im Jahr 1969 wechselte East Lambrook Manor mehrfach die Besitzer, aber alle legten Wert darauf, den so liebevoll gestalteten Garten so gut wie möglich zu erhalten.

Heute sind die East Lambrook Manor Gardens ein beliebtes Ausflugsziel. In diesem Jahr sind die Gärten von Februar bis Ende Oktober geöffnet; die Schneeglöckchen „läuteten“ wie immer die neue Saison ein. . Der Eintrittspreis beträgt in diesem Jahr £6.50.

In diesem Film sind Bilder von den Manor Gardens zu sehen.

East Lambrook Manor Gardens
South Petherton
Somerset, TA13 5HH

Das Buch zum Artikel:
Timothy Clark: Margery Fish’s Country Gardening. Garden Art Press 1999. 192 Seiten. ISBN 978-1870673310

Photo © Sarah Smith (cc-by-sa/2.0)
Photo © Sarah Smith (cc-by-sa/2.0)
Photo: steeljam.
Creative Commons 2.0
Published in: on 27. August 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Rousham Gardens in Rousham (Oxfordshire) – Ein Meisterwerk von William Kent

Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

An der A4260, ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Oxford und Banbury, liegen die Rousham Gardens, ein gartenhistorisch bedeutsamer Park, der im 18. Jahrhundert von William Kent für den damaligen Besitzer General James Dorner angelegt wurde und der noch fast unverändert geblieben ist.

In dem weitläufigen Parkgelände finden sich immer wieder Statuen wie zum Beispiel der „Sterbende Gladiator“ des niederländischen Bildhauers Peter Scheemakers und am River Cherwell, an den das Gelände angrenzt, hat William Kent 1740 den Temple of Echo errichtet, neben dem eine Libanonzeder steht, ein Baum der häufig in englischen Landschaftsgärten anzutreffen ist.

Rousham verfügt auch über einen sehenswerten Kräutergarten aus dem 17. Jahrhundert mit Taubenhaus und Spalierobstbäumen.

Rousham House wurde 1635 von Sir Robert Dormer erbaut und befindet sich noch immer im Besitz der gleichen Familie. Es ist nicht für Besucher zugänglich; lediglich Gruppen können nach vorheriger Anmeldung das Haus besichtigen.

Es gibt hier kein Café und keinen Shop, aber man wird ermutigt,  sein Picknick mitzubringen und es sich damit im Park gemütlich zu machen.

Wie die Webseite von Rousham House and Gardens verrät, wurde hier eine Epsode der ITV-Krimiserie „Lewis“ gedreht, „The Dead of Winter“, der in Deutschland unter dem Titel „Auf falscher Fährte“ vom ZDF gezeigt wurde.

Dieser Film zeigt das Haus und die Gärten.

The Dying Gladiator.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)
Temple of Echo.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 5. August 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Lancelot „Capability“ Brown (1716-1783) – Ein Landschaftsgärtner und zwei Dörfer, die in seinem Leben eine besondere Rolle spielten

Kirkharle Hall in Northumberland.
Photo © Stuart Shepherd (cc-by-sa/2.0)

Es gibt wohl keinen anderen Landschaftsgärtner in England, der die Gartenlandschaften Englands und auch Wales‘ so nachhaltig geprägt hat wie Lancelot Brown (1716-1783). Auf mehr als 250 Landsitzen soll er im Laufe seines Lebens gearbeitet und dabei die bis dato üblichen formalen Gärten ersetzt haben durch weitläufige Parks mit Bächen, Seen und Hügeln. Den Beinamen „Capability“ bekam Mr Brown weil er seinen Auftraggebern oft mitteilte, dass deren Gärten das „Potential“ hätten, verändert und verbessert zu werden.

Zwei Eckpunkte gab es im Leben des Gärtners, das war einmal sein Geburtsort Kirkharle in Northumberland, wo er das Handwerk erlernte und von dort aus im Alter von 23 Jahren loszog, um Englands Gärten zu verändern. Sein Geburtshaus steht nicht mehr, aber Kirkharle Hall ist noch da, wo er als Jugendlicher mit der Gartenarbeit begann.

Der andere Eckpunkt liegt sehr viel weiter südlich in Fenstanton, einem größeren Dorf bei St Ives in Cambridgeshire, wo Lancelot Brown seine letzte Ruhestätte fand. Er war dort Lord of the Manor of Fenstanton und wohnte im Manor House, das noch heute an der Chequer Street zu sehen und leicht an den beiden beschnittenen Bäumen am Hauseingang zu erkennen ist. Brown erhielt das Haus als Bezahlung für Arbeiten, die er auf Castle Ashby, dem Wohnsitz des Earls of Northampton ausgeführt hatte.

Das Grab von Lancelot Brown ist auf dem Kirchhof von St Peter and St Paul zu finden, wo auch seine Frau Bridget beerdigt worden ist. In der Kirche erinnert eine Gedenkstätte an ihn, auf der auch die Namen seiner beiden Söhne eingraviert sind: Lancelot Brown jr, ein Politiker und Parlamentsabgeordneter für die Stadt Totnes in Devon, und John Brown, ein Admiral der Royal Navy.
Auch an die beiden Schwiegertöchter Browns wird in St Peter and St Paul gedacht: Der Name Mary, die Frau von John Brown, ist auf dem Gedenkstein aufgeführt, während Frances, die Frau seines anderen Sohnes Lancelot, ein eigenes Memorial in einer Nische der Kirche hat.

Woran man einen von Lancelot „Capability“ Brow entworfenen Garten erkennen kann, zeigt dieser kurze Film des National Trusts.

The Manor House in der Chequer Street von Fenstanton.
Photo © Stuart Shepherd (cc-by-sa/2.0)
St Peter and St Paul in Fenstanton.
Photo © Robert Edwards (cc-by-sa/2.0)

Photo: Tedster007.
Creative Commons 4.0
Die Gedenkstätte in St Peter and St Paul.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
In Memory of Frances Brown in St Peter and St Paul.
Photo: MumphingSquirrel.
Creative Commons 4.0
Published in: on 30. Juli 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Historic Houses Garden of the Year Award 2022 – Die nominierten Gärten

Der Vorjahressieger: Der Gordon Castle Walled Garden in Schottland.
Photo © Anne Burgess (cc-by-sa/2.0)

Seit 1984 wird jedes Jahr, in Zusammenarbeit mit dem Auktionshaus Christie’s, der Garden of the Year Award der Historic Houses Association vergeben (den Gewinner des Jahres 2017, die Helmingham Hall Gardens in Suffolk, stellte ich in meinem Blog schon einmal vor). Im vorigen Jahr erhielt der Gordon Castle Walled Garden im schottischen Moray mit überwältigender Mehrheit der Abstimmenden den Preis. Parallel wird auch noch der Judge’s Choice Award vergeben, also der Garten, den allein die Jury für den besten des Jahres hält, und das waren im vergangenen Jahr die Gärten von Elton Hall in Cambridgeshire.

Bewerben für den Preis können sich alle Mitglieder der Historic Houses Association. Die Jury stellt aus den Bewerbungen eine Shortlist zusammen und daraus kann sich jeder der möchte seinen Favoriten aussuchen und ihn wählen.

Für das Jahr 2022 stehen acht Gärten auf der Shortlist:

Die Abbotsford Gardens im schottischen Melrose, die von ihrem früheren Besitzer, dem berühmten Schriftsteller Sir Walter Scott (1771-1832) geprägt worden sind. Sein Geburtstag jährte sich 2021 zum 250. Mal, daher gab und gibt es hier zahlreiche Veranstaltungen wie das Scottfest 2022 vom 12. bis zum 14. August. Ich habe Abbotsford einmal besichtigt und kann das wunderschöne Haus und die Gärten sehr empfehlen. Hier ist ein kurzer Film.

Grimsthorpe Castle Garden bei Bourne (Lincolnshire). Die Besitzerin des sehr schönen Anwesens ist Jane Marie Heathcote-Drummond-Willoughby, 28. Baroness Willoughby de Eresby, die Enkelin von Nancy Astor, die in Grimsthorpe auch starb. Dieser Film zeigt die Gärten und das Haus.

Pashley Manor Gardens bei Wadhurst in East Sussex, über die ich in meinem Blog einen Beitrag verfasste. Die Gärten hier sind ein Musterbeispiel für einen typischen English Country Garden. Einer der jährlichen Höhepunkte ist das Tulpenfestival. Mehr über die Gärten in diesem Film.

Sausmarez Manor Garden auf der Kanalinsel Guernsey. Das besondere Klima der Kanalinseln macht es möglich, dass hier in den Gärten subtropische Pflanzen gedeihen können. Im Wild Subtropical Garden findet man exotische Bäume, Palmen, Farnpflanzen vom anderen Ende der Welt und vieles mehr wie hier im Film zu sehen.

Bressingham Hall Garden in Bressingham (Suffolk). Das Anwesen ist sehr begehrt für Hochzeitsfeiern und bietet auch eine sehr ansprechende Kulisse dafür. Die Hochzeitsgäste können sich in der wunderschönen Gartenanlage ergehen (hier zu sehen).

Mount Ephraim Gardens bei Faversham in Kent. Seit 300 Jahren im Besitz der Dawes-Familie gibt es hier einen Wassergarten, in Form geschnittene Hecken (topiaries), einen Rosengarten und ein Arboretum zu sehen. Die Grafschaft Kent, die ja als Garden of England bezeichnet wird, muss einfach mit einem Vertreter auf der Shortlist vorhanden sein. Hier ist ein Film.

Parcevall Hall Gardens im Wharfedale in North Yorkshire. Im Yorkshire Dales National Park gelegen, bietet die Gartenanlage Pflanzen aus aller Welt, mit dem Schwerpunkt Himalayagebirge und China. Die Gärten sind das Lebenswerk von Sir William Milner, 8th Baronet of Nun Appleton (1893-1960), der 30 Jahre lang hier lebte. Dieser Film zeigt die Anlage.

Wentworth Woodhouse Gardens bei Rotherham in South Yorkshire. Siehe dazu meinen Blogeintrag über das riesige Haus. Ein großer Teil der ehemaligen Gärten ist durch den Abbau der Kohlelagerstätten zerstört worden, und man ist dabei, sie in großem Stil wieder herzurichten. Auch das Haus selbst hat sehr gelitten, so dass ich persönlich diesem Bewerber die Daumen drücke. Hier ist das Bewerbungsvideo.

Der Judge’s Choice Award 2021 ging an die Gärten von Elton Hall in Cambridgeshire.
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 11. Juli 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Saffron Walden Turf Maze – Das größte Rasen-Labyrinth der Welt in Essex

Photo © Christopher Hilton (cc-by-sa/2.0)

Turf mazes„, also Rasenlabyrinthe, haben den Vorteil gegenüber den Heckenlabyrinthen, dass man einfach aus ihnen aussteigen kann, wenn man keine Lust mehr hat, anstatt sich genervt den langen Weg zum Ziel zu suchen. Die Wikipedia beschreibt sie so: „Ein Rasenlabyrinth… ist ein großflächiges, begehbares Labyrinthmuster, das in eine ebene Rasenfläche eingeschnitten wurde, meist auf kargem Boden“.

Acht dieser „turf mazes“ gibt es noch in England, von denen das in Saffron Walden in Essex das größte dieser Art weltweit darstellt. Etwa 30 Meter im Durchmesser misst das Labyrinth, das 1699 erstmals erwähnt wurde. Seitdem ist es immer mal wieder restauriert worden, zuletzt 1979. Wenn man alle mit Ziegeln ausgelegten Wege vom Rand bis ins Zentrum geht, dann hat man etwa 1500 m zurückgelegt. Hier ist ein Film darüber.

In Saffron Walden gibt es noch weitere „mazes“: The Hedge Maze aus einer Eibenhecke, im Jahr 1840 im Bridge End Garden angelegt; The Jubilee Garden Labyrinth im Musikpavillon aus dem Jahr 2013 und das aus Pflastersteinen 2016 gebaute Swan Meadow Maze. Und so ist es nicht weiter erstaunlich, dass es in Saffron Walden auch schon einige Maze Festivals gab.

Hier sind die anderen, noch verbliebenen Rasenlabyrinthe in England (Infos entnommen aus der Wikipedia):

  • Alkborough (North Lincolnshire): „Julian’s Bower“
  • Breamore (Hampshire): „Mizmaze“
  • Dalby (North Yorkshire): „City of Troy“
  • Hilton (Cambridgeshire´): „Hilton Maze“
  • Somerton (Oxfordshire): „Troy Town“
  • Winchester (Hampshire): „St. Catherine’s Hill“
  • Wing (Rutland): „Wing Maze“
Photo © Alan Hawkes (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. April 2022 at 02:02  Kommentar verfassen  

Chatsworth House in Derbyshire Teil 2: Der Emperor Fountain

Photo © Richard Sutcliffe (cc-by-sa/2.0)

Wenn sich auf englischen Schlössern und Landhäusern königlicher Besuch ansagte, war das meist ein zweifelhaftes Vergnügen, denn wenn der Besuch wieder abgereist war, war auch die Geldschatulle des Hausherrn deutlich schmaler als zuvor. Royals erwarteten eben einen All inclusive-Urlaub, die umfangreiche Entourage eingeschlossen.

Im Chatsworth House in Derbyshire hatte sich 1843 der russische Zar Nikolaus I. angesagt, und so überlegte sich der sechste Duke of Devonshire, dem das prachtvolle Haus gehörte, womit er den Russen beeindrucken konnte. Das war nicht leicht, denn der Zar war Prunk und Protz gewohnt. Da kam der Duke auf die Idee, einen neuen Springbrunnen zu bauen (es gab bereits einen seit dem ersten Duke of Devonshire) und zwar einen, dessen Fontäne höher war als die der Sommerresidenz des Zaren, Schloss Peterhof, in Sankt Petersburg. Es sollte die höchste der Welt sein, und so beauftragte er seinen Chefgärtner Joseph Paxton mit der Anlage des Emperor Fountains. Das erforderte umfangreiche Erdarbeiten, denn der Brunnen benötigte jede Menge Wasser. Oberhalb von Chatsworth House wurde dafür ein See angelegt, der Emperor Lake, von dem aus das Wasser etwa 110 Meter in Rohren bergab schoss und für den erforderlichen Druck für die Fontäne sorgte, die zu besten Zeiten bis zu 90 Meter hoch war; heute wird sie meist nicht mit Maximaldruck gefahren (hier ist ein Film).

Wie stolz mag der Duke wohl gewesen sein, als der Emperor Fountain fertig war, und sicher konnte er es kaum abwarten, ihn dem Zaren vorzuführen…doch der kam nicht zu seinem angekündigten Besuch und auch später nicht. Nun gut, dafür können sich heute die zahlreichen Touristen an dem Brunnen erfreuen, der an einem heißen Sommertag (auch den gibt es hin und wieder im Peak District) für Erfrischung sorgt.

Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)

Der Alnwick Poison Garden in Northumberland – Vorsicht Lebensgefahr!

Photo © David Clark (cc-by-sa/2.0)

Über den Ort Alnwick in der Grafschaft Northumberland gibt es viel zu sagen, und ich habe mich mit ihm in meinem Blog schon ein halbes Dutzend mal auseinandergesetzt. Heute geht es weiter und zwar mit dem Alnwick Poison Garden, einem ganz besonderen Garten, vor dessen Betreten die Besucher ausdrücklich gewarnt werden. Von einem „tödlichen Paradies“ spricht National Geographic, vom „giftigsten Garten der Welt“ die Deutsche Welle.

Der Giftgarten in Alnwick, Teil des Alnwick Gardens, ist mit einem hohen Gitter abgeschirmt und es darf niemand hinein, es sei denn mit einer geführten Gruppe. „These Plants Can Kill“ steht auf dem Gitter zu lesen, ein Totenkopf tut ein übriges; man darf die Pflanzen nicht berühren, nicht an ihnen riechen und sie schon gar nicht anfassen. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Besucher durch das Einatmen von giftigen Ausdünstungen einiger Pflanzen ohnmächtig werden.

Rund hundert Giftpflanzen sind im Poison Garden angebaut worden, darunter der Wunderbaum, aus dem das hochgiftige Rizin gewonnen wird, das bereits in niedrigsten Konzentrationen tödlich ist. Natürlich fehlen die klassischen Giftpflanzen wie die Tollkirsche, der Eisenhut und der Schierling nicht. Sollte es bei einer Gruppenführung trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch zu einer Vergiftung kommen, steht geschultes Personal bereit, um Erste Hilfe zu leisten.

Angelegt wurden die Alnwick Gardens von der Herzogin von Northumberland, Jane Percy, die die stolze Summe von 42 Millionen Pfund investierte. 2001 öffneten die Alnwick Gardens ihre Pforten, vier Jahre später kam der Giftgarten hinzu.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck von diesem ganz besonderen Garten hoch oben im Norden Englands.

The Alnwick Garden
Greenwell Road Alnwick
Northumberland
NE66 1HB

Alle diese Pflanzen können tödlich sein.
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)
Pulsatilla vulgaris, die Gewöhnliche Kuhschelle, im Poison Garden.
Photo: Cross Duck.
Creative Commons 2.0
Published in: on 12. Dezember 2021 at 02:00  Comments (1)  

The Lost Gardens of Heligan bei Pentewan – Eine der vielen Attraktionen in der Grafschaft Cornwall

Author: Brynn Avon.
Creative Commons 2.0

Dem Archäologen und Musikproduzenten (eine seltsame Kombination) Tim Smit ist es zu verdanken, dass die Lost Gardens of Heligan zu einer der Hauptattraktionen für Cornwallbesucher geworden sind. Die riesige Gartenanlage zählt zu den schönsten Englands und sie findet sich in der Nähe des Küstenortes Mevagissey, südlich von St. Austell.

Die Familie Tremayne hatte Heligan mehr als 400 Jahre bewirtschaftet. Im 1. Weltkrieg ging es leider bergab; die Gärtner wurden in den Krieg geschickt, die Anlage verwilderte. Ein Nachkomme der Familie Tremayne, John Willis, erbte Heligan im Jahr 1990 und lernte zufällig den oben erwähnten Tim Smit kennen, der sofort Feuer und Flamme war, diese Gartenanlage wieder zum Leben zu erwecken. Smit und sein Freund John Nelson, sowie einige Gartenbauspezialisten machten sich daran, Heligan wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, was ihnen auch hervorragend gelungen ist.

Die Lost Gardens gliedern sich in mehrere Teile; es gibt da z.B. den „Dschungel„, in dem subtropische Pflanzen gedeihen, das „Verlorene Tal„, das an die ursprünglche Landschaft Cornwalls erinnnern soll, oder die „Pleasure Grounds„, ein Ziergarten mit Brunnen, Grotten und Pavillons.

Man kann problemlos einen ganzen Tag in Heligan verbringen und entdeckt immer wieder etwas Neues und Überraschendes.
Tim Smit hat noch ein weiteres Gartenbauprojekt in Cornwall geschaffen „The Eden Project„, das nicht weit entfernt liegt.

Hier ist ein stimmungsvoller Film über die sehenswerten Gärten in Cornwall.

The Lost Gardens of Heligan
Pentewan
St.Austell

Cornwall, PL26 6EN

The Sundial Garden.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)
The Jungle.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)
The Lost Valley.
Photo © Jonathan Hutchins (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 9. November 2021 at 02:00  Comments (2)  

Die Namensgebung der berühmten David Austin-Rosen aus Albrighton (Shropshire)

Photo © Hilary Wright (cc-by-sa/2.0)

Rosenliebhaber in ganz Europa bekommen glänzende Augen, wenn sie den Namen David Austin hören, denn die Familie Austin züchtet hier in Albrighton in der Grafschaft Shropshire seit 1961 die schönsten Rosen, die man sich vorstellen kann.

David Austin (1926-2018) wurde für seine Arbeit mit dem Order of the British Empire (OBE) ausgezeichnet. Seine erste 1961 gezüchtete Rose erhielt den Namen „Constance Spry„, benannt nach der englischen Floristin (1886-1960), die ebenfalls den Orden OBE innehatte. Seitdem sind Hunderte verschiedener Rosen gezüchtet worden, die alle mehr oder weniger interessante Namen tragen und von denen ich an dieser Stelle einige Beispiele nennen möchte.

Das britische Königshaus ist mit mehreren Generationen vertreten, beginnend mit „Queen Mother„, dann folgen „Queen Elizabeth„, „Prince Charles“ und „William and Catherine„.
Da wir uns in der Grafschaft Shropshire befinden, tragen einige Rosen Namen mit Bezug auf das County wie „A Shropshire Lad“ (nach der Gedichtsammlung von Alfred Edward Housman), „The Albrighton Rambler„, „Boscobel“ (nach dem Haus mit der Eiche, in der sich einst Charles II. versteckte), „Wollerton Old Hall“ (nach dem alten Herrenhaus mit seinem berühmten Garten) und „Brother Cadfael“ (nach Ellis Peters‘ Romanfigur, die in Shrewsbury wohnt).

Englands Fernsehgärtner Nummer Eins „Alan Titchmarsh“ wurde mit einer Rose geehrt, die seinen Namen trägt, das gleiche gilt für den Dichter „Sir John Betjeman„, die Schriftstellerin „Emily Brontë“ und den Schriftsteller „Roald Dahl„.

Es gibt aber auch Rosen mit den profanen Namen „Erfurt„, „Dortmund“ und „Leverkusen„; da klingt doch „Ghislaine de Féligonde“ ganz anders. Sie war die Tochter (1914–1994) eines Ehepaares, das mit dem französischen Landschaftsarchitekten Jean Claude Nicolas Forestier befreundet war.

Noch profaner ist der Rosenname „Sexy Rexy„; „Golden Showers“ scheint mir etwas verunglückt.

In diesem Film werden die Top 12 von David Austins Rosen vorgestellt und hier ist ein Rundgang durch das Gartencenter.

The David Austin Plant Centre and Rose Gardens
Bowling Green Lane
Albrighton, Shropshire, WV7 3HB

Photo © Gordon Griffiths (cc-by-sa/2.0)
„Constance Spry“.
Author: Rosa Staropramen.
Creative Commons 3.0
„Brother Cadfael“.
Author: digiteyes.
Creative Commons 2.0
Published in: on 1. Oktober 2021 at 02:00  Comments (1)  

Der weltweit einzige Obstbaum-Irrgarten in der Combermere Abbey in Cheshire

Die Combermere Abbey ist ein sehr schön anzusehender Gebäudekomplex im Süden der Grafschaft Cheshire, deren Anfänge bis in das 13. Jahrhundert zurückreichen. Im Zuge der „Dissolution of the monasteries“ Heinrichs VIII. wurde die Abtei 1538 aufgelöst. Doch die Geschichte der Combermere Abbey soll nicht im Mittelpunkt meines heutigen Blogeintrages sein, sondern ein spezieller Aspekt, der mit einem Irrgarten und Hochzeitspaaren zu tun hat.

Auf dem Gelände der ehemaligen Abtei gibt es einen ummauerten Garten, der einen Rosengarten, einen Croquetrasen und einen Irrgarten beinhaltet; keinen gewöhnlichen Irrgarten, sondern einen aus Obstbäumen und Beerensträuchern, den einzigen dieser Art auf der ganzen Welt. Das „fruit maze“ wurde 1922 geschaffen, aus Apfel- und Birnenbäumen, dazwischen Johannisbeer- und Stachelbeersträucher. Bis zum Zentrum des Irrgartens und zurück muss man immerhin 600 Meter zurücklegen. Ist man dann im Zentrum angekommen, trifft man auf ein Glashaus aus edwardianischer Zeit, das für besondere Anlässe zur Verfügung steht, in erster Linie für Hochzeitsfeiern. Dort ist es möglich, sich zivil trauen zu lassen und das Ehegelöbnis abzulegen, anschließend wird im Pavilion diniert und getanzt, und das Hochzeitspaar kann in der Honeymoon Suite der Combermere Abbey übernachten. Klingt wirklich sehr verlockend, und viele angehende Hochzeitspaare konnten dieser Verlockung nicht widerstehen und buchten die Abbey für diesen besonderen Tag in ihrem Leben. Auf youtube gibt es eine ganze Menge Hochzeitsvideos, die hier gedreht wurden. Als Beispiel habe ich dieses Video herausgesucht (mit einer sehr hübschen Braut!!).

Combermere Abbey Estate
Nantwich

Cheshire, SY13 4AJ

Photo © Espresso Addict (cc-by-sa/2.0)

Coplestone Warre Bampfylde (1720-1791) – Ein Landschaftsmaler und Gartengestalter mit einem sehr ungewöhnlichen Namen

Hestercombe House.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)

Ich liebe sie, die skurrilen englischen Namen und ganz besonders den von Coplestone Warre Bampfylde (1720-1791). Wenn man schon den ungewöhnlichen Nachnamen Bampfylde trägt, was hat dann die Eltern dazu veranlasst, dem armen Kind auch noch den Vornamen Coplestone zu geben?

Coppy (vielleicht nannte man ihn damals tatsächlich so) erbte beim Tod seines Vaters im Jahr 1750 dessen Anwesen Hestercombe House in der Nähe des Dorfes West Monkton in der Grafschaft Somerset. Hier sollte er auch bis zu seinem Tod im Jahr 1791 wohnen bleiben. Er interessierte sich sehr für Gartengestaltung, und so legte er die Gärten von Hestercombe neu an, wobei er Teiche, einen Wasserfall und kleine dekorative Gebäude integrierte. Anfang des 20. Jahrhunderts nahmen sich die berühmte Gartengestalterin Gertrude Jekyll (nicht verwandt oder verschwägert mit Robert Louis Stevensons Dr. Henry Jekyll) und der Stararchitekt Sir Edwin Landseer Lutyens noch einmal der Hestercombe Gardens an und schufen einen weiteren Garten nach ihren Vorstellungen. Das ganze Ensemble wird heute vom Hestercombe Gardens Trust verwaltet und konnte mit einem ordentlichen Zuschuss aus dem Heritage Lottery Fund erweitert und weiterhin erhalten werden. Die Gärten sind täglich für jedermann geöffnet und auch das Haus ist besuchbar.

Zurück zu Coplestone Warre Bampfylde: Er war auch ein sehr begabter Landschaftsmaler, und ich finde seine Gemälde sehr schön, zum Beispiel sein „The Harbour and the Cobb„.

CWB starb am 29. August 1791 auf seinem Anwesen und wurde im Familiengrab in der Church of Mary’s in Kingston St Mary in Somerset beigesetzt.

Hier ist ein Film über die Hestercombe Gardens.

Photo © Ken Grainger (cc-by-sa/2.0)
Photo © Peter Skynner (cc-by-sa/2.0)
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)
St Mary’s Church in Kingston St Mary (Somerset).
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 23. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Painswick Rococo Gardens in Gloucestershire

Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Es regnete ziemlich stark und anhaltend als ich Painswick in der Grafschaft Gloucestershire besuchte. Der Ort ist sehenswert vor allem durch die wunderschön geschnittenen 99 Eiben auf dem Kirchhof von St Mary’s (siehe dazu meinen Blogeintrag), die wie überdimensionierte Regenschirme wirkten, unter die man sich gut unterstellen konnte. Vom Kirchturm von St Mary’s findet alljährlich das von den Teddybären des Ortes gefürchtete Fallschirmspringen statt; Näheres dazu hier.

Ein Stückchen nördlich von Painswick an der B4073 gibt es eine besondere Sehenswürdigkeit, die in dieser Form nur einmal in England existiert, der Painswick Rococo Garden. Ursprünglich wurde der Garten in den 1740er Jahren angelegt; er zieht sich um das Painswick House herum, dessen damaliger Bewohner, Benjamin Hyett II (1708–1762), ihn konzipierte. Glücklicherweise wurde der Garten 1748 von Thomas Robins the Elder gemalt, so dass er anhand dieses Bildes originalgetreu wiederhergestellt werden konnte, denn in den 1950er Jahren war von dem einstmaligen Rokokogarten kaum noch etwas zu erkennen, so verwildert war er.

Der mit dem Cotswold Tourism Green Leaf Award ausgezeichnete Garten beherbergt kleine architektonisch ungewöhnliche Bauten, romantische Spazierwege, Skulpturen, einen Küchengarten, einen Irrgarten und jede Menge Blumenbeete…und natürlich ein Restaurant und einen Shop. Der Eintrittspreis beträgt £10.30.

Painswick Rococo Garden
Painswick
Gloucestershire
GL6 6TH

Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)
The Maze.
Photo © andrew auger (cc-by-sa/2.0)
Painswick House.
Photo © Mike Baldwin (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 20. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Westonbirt Arboretum in Gloucestershire – Eine der größten Baumsammlungen weltweit

Das Westonbirt Arboretum an der A 433 bei Tetbury in Gloucestershire hat einen berühmten Nachbarn: Es grenzt an Prince Charles‘ Highgrove Estate, dessen Garten ebenfalls sehr sehenswert, aber für Besucher nur sehr schwer zugänglich ist.

Das Arboretum ist dagegen täglich geöffnet und stellt eine der weltgrößten Sammlungen von Bäumen und Sträuchern dar, die besonders im Herbst bei der Laubfärbung ein besonderes Schauspiel bietet.

Robert Holford legte das Arboretum 1829 an und heute wachsen etwa 18 000 Baum- und Gehölzexemplare auf dem riesigen Areal, auf dem man stundenlang spazierengehen kann.
Ein besonderes Highlight im Herbst ist der Colour Circle; das ist eine Lichtung mit Bäumen, die speziell nach ihrer Herbstfärbung ausgesucht wurden.

Die meisten Besucher gehen in den alten Teil, das „Old Arboretum„, das spektakulärer ist; den anderen Teil dagegen, den „Silk Wood„, suchen nur wenige auf. Hier finden sich aber auch sehr schöne Exemplare von Eichen, Kiefern, Pappeln und Ahornen, um nur einige Baumarten zu nennen.

Ebenfalls in Gloucestershire liegt das Batsford Arboretum, das ich in meinem Blog auch schon vorstellte.

Hier sind Impressionen aus dem Arboretum zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Sarah Howard: A Year in the Life of Westonbirt. Frances Lincoln 2009. 112 Seiten. ISBN: 978-0711230255

Westonbirt Arboretum
Tetbury
Gloucestershire,  GL8 8QS

Published in: on 27. März 2021 at 02:00  Comments (2)  
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Die riesigen Gummistiefel in den Breezy Knees Gardens bei Warthill in North Yorkshire

Wenn man in England auf dem Land wohnt, gehören Wellington boots, also Gummistiefel,  in jeden Haushalt, vor allem wenn man mit dem Hund mehrmals täglich unterwegs ist. Ein besonders auffälliges Paar ist in den Breezy Knees Gardens, was für ein schöner Name, in North Yorkshire zu finden. Die Wellington Boot Sculpture ist etwa 3,50 Meter hoch und wurde von dem Bildhauer Pete Doney erschaffen, der seine Werkstatt am Ostrand der Stadt York hat. Die Riesenstiefel sind eine Auftragsarbeit für die Gärten, bestehen aus Glasfiber und sind mit Bronzepulver imprägniert.

Wesentlich größer sind die Stiefel, die es in das Guinness Book of Records geschafft haben. Sie stehen vor dem Eingang der North Star Mall in San Antonio in Texas. Die Cowboystiefel sind 10,74 Meter hoch und wurden von dem Künstler Bob Wade hergestellt.

Wer sich die Yorkshire-Stiefel und die Breezy Knees Gardens einmal ansehen möchte: Man findet sie etwa acht Kilometer östlich von York, nördlich des Dörfchens Warthill am Common Lane. Die Gartenanlage ist eine der größten im Norden Englands; sie umfasst Tausende von Pflanzen, einen See und ein Arboretum. Geöffnet sind die Gärten in der Regel von Mai bis Anfang Oktober.

Hier ist ein sehr schöner Film über die Breezy Knees Gardens zu sehen, der auch die Wellington Boots zeigt.

Die Breezy Knees Gardens.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

Die größten Stiefel der Welt in San Antonio, Texas.
Author: BrianMoranHDR
Creative Commons 2.0

Published in: on 6. Dezember 2020 at 02:00  Comments (3)  
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Bledlow in Buckinghamshire, ein ehemaliger NATO-Generalsekretär und der versunkene Lyde Garden

Holy Trinity in Bledlow.
Eigenes Foto.

Mir hat es das kleine Dorf Bledlow in Buckinghamshire sehr angetan. Zuerst stieß ich auf den Ort in der Inspektor Barnaby-Episode Nummer 6 „Death’s Shadow“ (dt. „Der Schatten des Todes“), in der der Pfarrer der Dorfkirche (gespielt von Richard Briers) im Mittelpunkt steht und von der er sich am Ende herunterstürzt. Also fuhr ich nach Bledlow und sah mir die Kirche Holy Trinity einmal näher an. 200 Meter weiter an der Straße Church End steht der Pub „The Lions of Bledlow„, auch viele Male von Inspector Barnaby aufgesucht. Einige Jahre später nahm ich hier einen Lunch zu mir, ein sehr hübscher Pub!! Siehe meinen Blogeintrag über meinen ersten Besuch in Bledlow.

Schräg gegenüber von Holy Trinity steht das Manor House, von einer Mauer umgeben und nur teilweise sichtbar. Hier wohnte viele Jahre lang ein hochrangiger Politiker namens Peter Alexander Rupert Carington, 6th Baron Carrington (1919-2018). Er war unter anderem Verteidigungsminister der Regierung Edward Heaths, Außenminister unter Margaret Thatcher, von 1984 bis 1988 NATO-Generalsekretär und später das dienstälteste Mitglied der britischen Oberhauses. Baron Carington starb am 9. Juli 2018 im Alter von 99 Jahren. Nach der anstrengenden Arbeit in der Politik zog es ihn immer wieder in dass ruhige Bledlow zurück, wo er sich einem seiner Hobbies widmen konnte, der Anlage eines versunkenen Gartens, Lyde Garden genannt. Der Garten liegt gegenüber vom Manor House, auf der anderen Seite von Church End, nur wenige Schritte von Holy Trinity entfernt. Benannt ist der Garten nach dem Flüsschen Lyde, das hier entspringt und später in den River Thame mündet, der sich wiederum in die Themse ergießt. Früher waren hier Wasserkressebetten angelegt, umstanden von Bergulmen; doch als das Ulmensterben einsetzte, verwilderte dieser Teil von Bledlow. Baron Carrington gestaltete  die Anlage in einen versunkenen Garten um, der auch der Öffentlichkeit zu bestimmten Zeiten zur Verfügung steht, momentan wegen der Coronakrise allerdings nicht. Hier ist ein Film über den Lyde Garden.

Zur Orientierung: Bledlow liegt nahe der B4009, zwischen Chinnor und Princes Risborough, also mitten im mörderischen „Midsomer County“.

The Lyde Garden.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

Peter Carington, 6th Baron Carrington
Author: Dutch National Archives.
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Der (einstmals singende) Hubert Fountain im Victoria Park in Ashford (Kent)

George Harper (1841-1912) liebte seine Heimatstadt Ashford in Kent. Er wohnte und arbeitete dort in der Castle Street, wo er eine Möbeltischlerei und Polsterei betrieb. Später war er als Immobilienmakler und Auktionator tätig, seine große Liebe aber gehörte den Antiquitäten, die er sammelte. Ein Jahr vor seinem Tod wollte er Ashford etwas Gutes tun und der Stadt einen Brunnen für den Victoria Park schenken. Dieser sogenannte Hubert Fountain stand zum Verkauf, denn das Herrenhaus, wo der Brunnen bisher sein Domizil hatte, Olantigh Towers im nahegelegenen Wye (Kent), war 1903 abgebrannt. George Harper kaufte den Brunnen, übernahm auch die Transportkosten, und so konnte der Hubert Fountain am 24. Juli 1912 im Victoria Park eingeweiht werden. Eine Bedingung stellte Mr Harper damals: An seinem Geburtstag, dem 23. Juli, sollte der Brunnen jedes Jahr angestellt und „gespielt“ werden, denn der Hubert Fountain verfügte über 64 installierte Pfeifen, die durch einen Mechanismus zum Singen gebracht werden konnten, sobald Wasser hindurch floss. Leider funktioniert das heute nicht mehr, da die Pfeifen alle verrottet sind. Der Brunnen wurde mehrere Male restauriert, die Musikanlage aber nicht. Drei Wochen nach der Einweihung starb George Harper auf tragische Weise: Er wurde von einem Zug überrollt.

Gebaut wurde der Hubert Fountain 1862 von der Fonderie d’art du Val d’Osne im Département Haute-Marne in Frankreich, einer renommierte Gießerei, die bis 1986 in Betrieb war. Der Brunnen wurde in den Londoner Royal Horticultural Society’s Gardens anlässlich der Second International Exhibition 1862 aufgestellt und gelangte anschließend in die Gärten des oben genannten Olantigh Towers.

Der rund zwölf Meter hohe und 45 Tonnen schwere Brunnen war früher noch mit lebensgroßen gusseisernen Hirschen verziert, die aber abgebaut worden sind. Er ist Grade II listed, steht also unter Denkmalschutz.

Dieser Film zeigt die Geburtstagsfeierlichkeiten für George Harper am Brunnen aus dem Jahr 2015.

Der Birkenhead Park in Birkenhead (Merseyside) – Vorbild für einen der berühmtesten Parks der Welt

The Grand Entrance.
Author: Rodhullandemu
Creative Commons 4.0

Als der renommierte US-amerikanische Landschaftsarchitekt Frederick Law Olmsted in den 1850er Jahren Großbritannien bereiste, kam er auch in die Region Liverpool und schaute sich gegenüber der Hafenstadt den Park in Birkenhead an, der 1847 eröffnet worden war und weltweit als erster mit öffentlichen Mitteln finanzierter Park gilt. Der Zweck des Birkenhead Parks war, den Industriearbeitern der Stadt die Möglichkeit zu bieten, dort einmal kräftig durchzuatmen und für einige Zeit der schlechten Luft ihrer Arbeitsstätten zu entgehen. Olmsted war von dem Park so begeistert, dass er einige Jahre später in New York den Central Park nach dem Vorbild in Birkenhead gestaltete.

Verantwortlich für das Original in Birkenhead auf der Wirral Peninsula war Sir Joseph Paxton (1803-1865), bekannt geworden durch seine gärtnerischen Arbeiten in Chatsworth bei Bakewell in Derbyshire, wo er auch den Emperor Fountain entwarf, der noch heute die Besucher dieses großartigen Landsitzes erfreut.

Fünf Jahre dauerte es bis der Park mitten in Birkenhead fertiggestellt war, und am 5. April 1847 öffnete er für die Bevölkerung seine Pforten, die von nun an die Wiesen, Wäldchen und Seen genießen konnten. Der Hauptzugang erfolgt über den 19 Meter hohen Grand Entrance, den der Liverpooler Architekt Lewis Hornblower entwarf. Weitere Besonderheiten im Park sind die Swiss Bridge, die einzige hölzerne überdachte Brücke in Großbritannien (ähnliche überdachte Brücken sah ich in New Hampshire und Maine in den USA), der Roman Pavilion und die Lodges. Man kann im Park Sport treiben wie zum Beispiel Cricket, es gibt einen Kinderspielplatz, sogenannte Health Walks und man darf in den Seen seine Angel auswerfen.

Auch die Erbauer des Sefton Parks auf der anderen Seite des Mersey Rivers in Liverpool, der 1872 eröffnet wurde, orientierten sich am Birkenhead Park.
Dieser Film gibt einen ersten Eindruck vom Park.

 

Der Roman Pavilion.
Author: rodhullandemu
Creative Commons 4.0

Die Swiss Bridge.
Author: rodhullandemu
Creative Commons 4.0 

Der Birkenhead Park im Winter.
Author: jimwelsh
Creative Commons 2.0

 

 

Published in: on 1. Oktober 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Der heilige Rasen der Colleges in Cambridge…und wie einer von ihnen kürzlich misshandelt wurde

Eine makellose Rasenfläche wie sie sein soll; hier im Christ’s College.
Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Wenn man einmal ein College in Cambridge besichtigen will, kann es dem Besucher unterlaufen, einen großen Fehler zu machen: Never ever walk on the lawn!! Das Betreten des gepflegten heiligen Rasens innerhalb der Colleges ist nämlich strengstens untersagt…es sei denn, man ist ein Fellow, also ein Mitglied des Lehrerkollegiums. Wird man beim Rasenbetreten erwischt, so ist sicher immer jemand zur Stelle, der den Bösewicht sofort zurückpfeift. Manche Colleges geben bestimmte Rasenflächen frei, so dass sich die Studenten im Sommer dort hinlegen können.

Ab und zu kommt es vor, dass diese Regel durchbrochen wird, so geschehen beispielsweise vor einiger Zeit im Selwyn College, als es sich dort ein Mann auf dem Old Court Lawn bequem machte und ein Nickerchen hielt. Nur der Master, die Fellows und der Collegehund dürfen diesen Rasen betreten, und so wurde die Polizei herbeigerufen, um den Mann zu entfernen, was dieser aber nach einer Stunde von selbst tat.

Sehr viel Schlimmeres widerfuhr dem Trinity College in diesem Jahr im Februar. Da zog eine Abordnung der Organisation Extinction Rebellion, eine radikale Umweltschutzbewegung, mit Schaufeln bewaffnet in die Lehranstalt und begann den Rasen umzugraben (hier ist eine Film über die Aktion). Warum gerade traf es das Trinity College? Die Klimaaktivisten warfen dem altehrwürdigen College vor, über eine Rekordsumme von mehr als £9 Millionen in Öl- und Gasfirmen investiert zu haben. Ein weiterer Grund für die Protestaktion war der geplante Verkauf der collegeeigenen Innocence Farm bei Felixstowe in Suffolk, damit auf dem Gelände ein riesiger LKW-Parkplatz angelegt werden soll, als Teil eines großen Business Parks des Port of Felixstowe (aus diesem Plan wurde übrigens nichts, auch ein Verdienst der Umweltaktivisten).

Trinity College was not amused nach diesem Zwischenfall und schloss daraufhin für eine Zeit seine Pforten für sämtliche Besucher. Der Collegegärtner hatte sicher alle Hände voll zu tun, um den misshandelten Rasen wiederherzustellen.

Der Rasen des Trinity Colleges, nachdem er von Extinction Rebellion umgegraben wurde.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 12. April 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Derek Jarmans Prospect Cottage in der Romney Marsh (Kent)

Am südlichen Zipfel der Romney Marsh, einer flachen Marschlandschaft in der Grafschaft Kent, liegt Dungeness, beherrscht von den Türmen des Kernkraftwerks gleichen Namens; eine ziemlich einsame Gegend, die mich immer wieder fasziniert. Vor einigen Jahren habe ich mich mit meinem Auto in den Kieseln festgefahren, die diese Region beherrschen (freundliche Helfer haben mich da wieder herausgezogen; siehe dazu meinen Blogeintrag).

Den Filmregisseur Derek Jarman (1942-1994) zog es in den letzten Jahren seines Lebens hierher. Er kaufte sich 1986 das kleine Prospect Cottage, eine ehemalige Fischerhütte, in der Nähe des Strandes und versuchte, dort einen kleinen Garten anzulegen. Eigentlich hatte er davon keine Ahnung und auch wenig Hoffnung, dass auf dem Boden etwas gedeihen würde. Einige Freunde halfen ihm bei der Anlage; man sammelte Steine, angeschwemmtes Holz, alte Gartengeräte und bastelte damit einen ganz besonderen Garten, der von keinem Zaun umgrenzt wurde und der allmählich zu einem Gesamtkunstwerk heranwuchs. Derek Jarman lebte in Prospect Cottage bis zu seinem Tod. Danach kümmerte sich sein Freund Keith Collins um das Haus, der 2018 verstarb. Danach war das Schicksal des Hauses und des Gartens ungewiss.
Mit einer großen Kraftanstrengung in Form von Spendenaufrufen und Crowdfunding, initiiert von der Schauspielerin Tilda Swinton und anderen Künstlern, kamen Anfang April diesen Jahres in kurzer Zeit etwa £3.6 Millionen zusammen, so dass die Zukunft von Prospect Cottage gesichert ist. Die Organisation Creative Folkestone wird sich um das Haus und den Garten kümmern. Nach vorheriger Absprach wird man Prospect Cottage auch besichtigen können. Es soll aber auch als vorübergehende Residenz für Künstler, Filmschaffende und Gärtner dienen, die sich hier in der Einsamkeit der Romney Marsh für neue Werke inspirieren lassen können.

Derek Jarman veröffentlichte  zusammen mit seinem Freund, dem Fotografen Howard Sooley, ein Buch über seinen Garten mit dem Titel „Derek Jarman’s Garden„, das 1995 bei Thames & Hudson veröffentlicht wurde, eine der letzten Arbeiten des Mannes, der am 19. Februar 1994 an AIDS starb und auf dem Friedhof der St. Clements Church in Old Romney, einige Kilometer nördlich seines geliebten Gartens, beigesetzt wurde.

1990 drehte Jarman einen Film mit dem Titel „The Garden (hier ist der Trailer)“, in dem sein Garten und die Gegend um Dungeness den Hintergrund bildeten für eine Geschichte, in der die Themen Homosexualität und Christentum im Mittelpunkt stehen. Ein Film, der fast ohne Dialoge auskommt.

Ein Gedicht an der Hauswand.
Photo © Gordon Griffiths (cc-by-sa/2.0)

Derek Jarmans Grab in Old Romney (Kent).
Photo © Chris Whippet (cc-by-sa/2.0)

 

 

Der Altab Ali Park im Londoner East End

Der von David Petersen gestaltete Eingangsbogen.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

An der Whitechapel Road im East End Londons liegt ein kleiner Park, der Altab Ali Park heißt; ein etwas ungewöhnlicher Name, dessen Herkunft in den asiatischen Raum deutet. Wer war Altab Ali und warum wurde eine Parkanlage nach ihm benannt? Es handelt sich dabei um eine traurige Geschichte, die sich am 4. Mai 1978 hier ganz in der Nähe, in der Adler Street zutrug. Altab Ali war ein junger Mann aus Bangladesh, der die britische Staatsbürgerschaft hatte. An diesem Abend ging er wie immer von der Arbeit nach Hause, und als er auf der Adler Street unterwegs war, geriet er in den Fokus von drei Jugendlichen, die den 25-jährigen attackierten und mit einem Messer töteten. Im East End gab es zu jener Zeit viele rassistisch motivierte Übergriffe auf Menschen, die aus dem asiatischen Raum in die britische Hauptstadt gekommen waren.

Wie so häufig, geriet auch dieser Mord schon bald wieder aus den Schlagzeilen, doch in diesem Fall erinnerte man sich zwanzig Jahre später an den jungen Mann, dessen Leben auf so tragische Weise in der Adler Street ein Ende gefunden hatte. Der St Mary’s Park, zwischen Whitechapel Road und Adler Street gelegen, wurde nach Altab Ali umbenannt. Hier stand einmal die Kirche St Mary Matfelon, die am 29. Dezember 1940 schwer von Bomben der deutschen Luftwaffe getroffen und zerstört wurde. Man baute die Kirche nicht wieder auf, räumte die Trümmer weg und errichtete 1966 auf dem Platz eine kleine Parkanlage, den heutigen Altab Ali Park. Dort wurde auch eine Replika des Shaheed Minar-Denkmals errichtet. Das Original steht in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh; es erinnert an die 1952 bei Demonstrationen getöteten Studenten, die sich für eine Anerkennung der bengalischen Sprache als offizielle Staatssprache stark gemacht hatten (damals gehörte das Gebiet noch zu Ost-Pakistan). Den Park betritt man durch einen Bogen, den der Künstler David Petersen gestaltet hat. Das Kunstwerk verbindet Stilelemente aus England und aus Bangladesh und soll an den ermordeten Altab Ali und die anderen Opfer rassistischer Attacken erinnern.
Hier ist ein Rundgang durch den Park im Film zu sehen.

Das Shaheed Minar-Denkmal.
Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0)

Die Adler Street, in der sich der Mord ereignete.
Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Januar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Im Namen der Rose – Die wunderschönen Rosengärten in der Mottisfont Abbey in Hampshire

Für viele Englandreisende gehören Besuche in den vielen schönen Gärten, die das Land zu bieten hat, zu den Höhepunkten des Aufenthaltes. Die Rosengärten der Mottisfont Abbey, die dem National Trust (N.T.) gehören, sind einer dieser Garten-Highlights. Der Landsitz wurde 1957 dem National Trust übergeben, nachdem die Vorbesitzer, Maud und Gilbert Russell, das Haus zu einem Treffpunkt von Künstlern entwickelt hatten.

Der namhafte Gartengestalter Graham Stuart Thomas (1909-2003), der viele Jahre für den N.T. gearbeitet hatte und u.a. für die Gärten des Hidcote Manor verantwortlich war, bekam in der Mottisfont Abbey die Gelegenheit, sein Meisterstück zu präsentieren, indem er hier seine Sammlung alter Rosen unterbringen konnte, die National Collection of pre-1900 old-fashioned roses. Rund 500 verschiedene Sorten sind angepflanzt worden, darunter die Strauchrose Zigeunerknabe, die weißblühende Ramblerrose Sanders‘ White und die eigens für Graham Stuart Thomas von seinem Freund David Austin gezüchtete gelbe, zur Weltrose gekürte „Graham Thomas“. Der Gartengestalter hat seine Rosen mit mehrfach blühenden anderen Pflanzen gemischt, so dass es das ganze Jahr über hier etwas zu sehen und zu riechen gibt.

Seit 1974 können sich die Besucher dieser Farben-und Blütenpracht erfreuen. Die Mottisfont-Gärten sind ganzjährig ab 10 Uhr geöffnet. Hier ist ein sehr schöner Film über die Rosengärten.

Mottisfont Abbey
Mottisfont, nr Romsey
Hampshire SO51 0LP 01794

Fingerhüte inmitten der Rosenbeete.
Photo © Bill Nicholls (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 14. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Godalming (Surrey) und der Funker der „Titanic“ John George Phillips (1887-1912)

The Phillips Memorial Cloister in Godalming (Surrey).
Photo © David960 (cc-by-sa/2.0)

Das Wort „Held“ wird meiner Ansicht nach heute viel zu oft verwendet. Wenn ein Bundesligaspieler ein entscheidendes Tor schießt, wird er von den Medien gleich als Held bezeichnet.

Ein wahrer Held war der gerade erst 25 Jahre alt gewordene John George Phillips, der 1912 beim Untergang der Titanic ums Leben kam. Er war damals auf dem Schiff der Chief Wireless Telegraphist, also der hauptverantwortliche Funker, der in jener verhängnisvollen Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 auf dem Nordatlantik, als die Titanic mit einem Eisberg kollidierte, Dienst hatte. Unermüdlich sandte Phillips per Funk Hilferufe in die Nacht, um Schiffe aus der näheren Umgebung zur Unfallstelle zu holen. Durch seinen Einsatz, den er mit seinem Leben bezahlen musste, konnten viele Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden, da die von ihm herbeigerufene Carpathia Schiffbrüchige aufnehmen konnte.

John George Phillips wurde am 11. April 1887 in der Farncombe Street Nummer 11 in Godalming (Surrey) geboren. Godalming ist eine Stadt mit rund 20 000 Einwohnern, die sechs Kilometer südwestlich von Guildford liegt. An dem Haus in der Farncombe Street erinnert eine blaue Plakette an den Funker, angebracht zwischen einer Pizzeria und einem Beerdigungsinstitut. Aber nicht nur diese Plakette ruft noch heute Erinnerungen an den jungen Mann wach. Ihm zu Ehren wurde The Phillips Memorial Cloister angelegt und zwar von niemand geringerem als von der berühmten Gartendesignerin Gertrude Jekyll, in Zusammenarbeit mit dem Architekten Hugh Thackeray Turner. Auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Untergang der Titanic wurde diese Gartenanlage in Godalming eröffnet. Den Mittelpunkt bildet ein steinernes Denkmal

Die Stadt Godalming hat ihren im Meer ertrunkenen Sohn noch heute im Herzen. Am 90. Jahrestag des Titanic-Untergangs im Jahr 2002 hat der Town Council das Grab der Familie Phillips auf dem Nightingale Cemetery wieder neu hergerichtet. Dort liegen Johns Eltern und seine Zwillingsschwestern begraben. Auf der rechteckigen weißen Grabanlage steht in der Mitte ein kleiner Obelisk in der Form eines Eisbergs, der dem Sohn bzw. dem Bruder einen so frühen Tod gebracht hat.

Im Godalming Museum findet man weitere Erinnerungsstücke an John George Phillips. Ich finde es großartig, dass man die Erinnerung an die Heldentat eines jungen Mannes noch nach mehr als hundert Jahren aufrecht erhält!

Dieser Film zeigt das Leben des jungen Mannes, der auch Jack statt John genannt wurde.

Siehe auch zum Thema meinen Blogeintrag über die Anker der Titanic.

Das Denkmal für John George Phillips im Phillips Memorial Cloister.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Das Museum in der High Street.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 13. September 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Die Londoner Cremorne Gardens an der Themse in Chelsea

Im Londoner Stadtteil Chelsea liegt direkt an der Themse, eingerahmt von Wohnblocks, ein kleiner Park namens Cremorne Gardens. Ein sehr schönes schmiedeeisernes Tor führt in den Park, der auch über eine eigene Schiffsanlegestelle verfügt. Es handelt sich hier um ein winziges Überbleibsel eines einst riesigen Geländes, das auf eine bewegte Vergangenheit zurückschauen kann. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Sportstätte eingerichtet, in der geboxt, gefechtet und geschwommen wurde (und nach einem Viscount Cremorne benannt ist), entwickelte sich das Gelände weiter zu einem großen Vergnügungspark. Das Publikum wurde durch alle möglichen Amüsements unterhalten wie Feuerwerke, Tanzveranstaltungen, Theateraufführungen usw. usw.

Eine Madame Geneviève begeisterte 1861 die Parkbesucher durch eine waghalsige Überquerung der Themse auf einem Seil, ganz im Stil eines Charles Blondin. Sehr beliebt war das Zuschauen bei Ballonaufstiegen, die immer wieder in den Cremorne Gardens stattfanden. Der berühmte Ballonfahrer Charles Green sorgte einmal für Aufsehen, indem er, begleitet von einer Dame und einem Leoparden, vom Park aus abhob. 1864 startete ein weiterer berühmter Aeronautiker gleich zweimal von hier aus: Der Franzose Eugène Godard, der einmal in Greenwich und das zweite Mal in Walthamstow landete.

Einige Zeit später ging es mit den Cremorne Garden bergab. Eine ganz andere Klientel, die einen schlechten Ruf hatte, traf sich im Park („a nursery of every kind of vice“ wie es in einem Pamphlet hieß), und so wurde er 1877 geschlossen. Das Gelände bebaute man nach und nach, bis nur noch der kleine Park übrig blieb, der 1982 neu eröffnet wurde.

Das wunderschöne Eingangstor stand viele Jahre lang auf dem Gelände der Bowden’s Brewery in der Kings Road, wurde 1981 restauriert und 1997 wieder an alter Stelle aufgebaut.

Hier ist ein kleiner Spaziergang durch die Anlage im Film.

Das schöne Original-Eingangstor.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Die Schiffsanlegestelle.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Cross Bones Graveyard – Ein ehemaliger Friedhof für Prostituierte im Londoner Stadtteil Southwark

Im Schatten des riesigen Londoner Hochhauses The Shard, im Stadtteil Southwark, findet der Wanderer durch die Straßen des Viertels einen ehemaligen Friedhof, der zu einem Schrein umgebaut worden ist, und der Cross Bones Graveyard heißt. Hier sind einmal über 15 000 Menschen beigesetzt worden, vor allem Prostituierte, Kleinkinder und arme Leute. Die Damen des ältesten Gewerbes der Welt nannte man seinerzeit „Winchester Geese„, da sie die Lizenz zur Ausübung ihres Berufes vom Bischof von Winchester erhielten, der die Hoheit in diesem Teil Londons hatte. Die Behörden der City of London besaßen für diese Region keinen Zugriff, daher siedelten sich hier Bordelle, Spielhöllen und andere Betriebe an, die in anderen Teilen Londons nicht zugelassen waren; der Bischof von Winchester nahm es mit der Moral nicht so genau, dafür spülten diese Gewerbe viel Geld in seine Kasse.

Im Jahr 1853 wurde der Friedhof wegen Überfüllung geschlossen, man hatte die Leichen aus Platzmangel in mehreren Schichten übereinander zur letzten Ruhe gebettet. Viele von ihnen brachte man später auf den Riesenfriedhof von Brookwood in Surrey (siehe dazu meinen Blogeintrag).
Da Cross Bones sehr zentral in London lag, warfen Bauherren begehrliche Blicke auf das Grundstück, doch die Bewohner des Stadtteils wehrten Bebauungspläne immer wieder ab. Es bildete sich eine Interessengemeinschaft, die Friends of Cross Bones, die diesen kleinen Streifen Land am Red Cross Way in einen Garden of Remembrance umgestalteten, in Erinnerung an die Außenseiter der Gesellschaft, die hier einmal ihre letzte Ruhe fanden. An dem Geländer, das Cross Bones umzäunt, ist eine Plakette angebracht, dessen Inschrift mit den Worten „The Outcast Dead – R.I.P.“ endet. Dieses Geländer ist geschmückt mit unzähligen bunten Schleifen, Blumen, Ketten und kleinen Botschaften. Einmal im Monat, immer am 23., findet eine Art Mahnwache an dieser Stelle statt, die letzte war am 23. Mai, die 180. seit Beginn im Juni des Jahres 2004.
Ganz besonders hat sich der Schriftsteller John Constable für Cross Bones eingesetzt, der in Southwark wohnt und schon seit Jahren Vorträge hält und Führungen zu unterschiedlichen Themen durch den Stadtteil veranstaltet (Ghost Walks, Auf den Spuren von Charles Dickens usw.).

Hier ist ein sehr stimmungsvoller Film über Cross Bones Graveyard.

Published in: on 25. Mai 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The National Perry Pear Centre in Hartpury (Gloucestershire)

Der Eingang zum Orchard Centre.
Photo © Jonathan Billinger (cc-by-sa/2.0)

Die kleine Gemeinde Hartpury in Gloucestershire an der A417 findet man rund 8 Kilometer nördlich von der Grafschaftshauptstadt Gloucester entfernt. Hier gibt es einen Pub, The Royal Exchange, eine Kirche, St Mary the Virgin, eine renommierte Universität und ein College mit über 3000 Studenten…und das National Perry Pear Centre im Orchard Centre.

Perry Pears sind Mostbirnen, und im National Perry Pear Centre hat man sich das Ziel gesetzt, mindestens zwei Bäume von jeder bekannten Art hier anzubauen. Rund 100 verschiedene Birnensorten sind im Centre zu finden, die man aus den Grafschaften Gloucestershire, Herefordshire und Worcestershire zusammengetragen hat; die meisten Namen hat man noch nie gehört.

Es beginnt mit der Arlington Squash, einer Birne, die in dem Ort Arlingham bei Stroud in Gloucestershire entdeckt wurde, und endet mit der Yellow Huffcap, die aus Westbury-on-Severn (ebenfalls Gloucestershire) stammt und aus der sich ein sehr guter Perry herstellen lässt. Perry wird ähnlich wie Cider produziert, nur nicht aus Äpfeln, sondern aus Birnen. Die Cider and Perry Academy führt hier im Orchard Centre in Hartpury regelmäßig Kurse in der Herstellung dieser beiden Getränke durch.

Charles Martell, auf dessen Idee das National Perry Pear Centre beruht, hat ein Standardwerk zum Thema geschrieben: „Pears of Gloucestershire and Perry Pears of the Three Counties„, in dem alle bekannten (und verschollenen) Mostbirnen aufgelistet und exakt beschrieben sind.

Besucher im Centre, das etwa zwei Kilometer westlich von Hartpury liegt, sind willkommen. Dieser Film informiert über Birnen und das National Perry Pear Centre.

The Orchard Centre
Blackwell’s End
Hartpury
Gloucestershire
GL19 3DB

Das Batsford Arboretum bei Moreton-in-Marsh (Gloucestershire)

Mitten in den Cotswolds liegt das sehenswerte Batsford Arboretum, ein botanischer Garten, in dem hauptsächlich Bäume und Sträucher angepflanzt wurden. 2900 Bäume sollen hier in dieser asiatisch geprägten Anlage stehen, in der man stundenlang spazieren gehen kann.

Algernon Freeman-Mitford, 1st Baron Redesdale, der Asien intensiv bereiste, begann 1886 mit der Anlage des Parks, die im Laufe der Jahrzehnte von den späteren Besitzern des Batsford Estate weitergeführt wurde. Heute gehört das Arboretum der Batsford Foundation.

Man findet hier spezielle Sammlungen, die einzigartig sind, z.B. Magnolien, Bambus und Ahorn. In einem Garden Centre kann man Pflanzen für den eigenen Garten kaufen und das Garden Terrace Café hält Erfrischungen bereit.

Das Batsford Arboretum ist ganzjährig geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £7.95. Wer Interesse an besonders schönen Bäumen hat, kommt hier in dieser wunderschönen Anlage voll auf seine Kosten. Dieser Film macht Appetit auf einen Besuch.

Vergleiche auch meine Blogeinträge über das Westonbirt Arboretum bei Tetbury (Gloucestershire) und das etwas andere National Memorial Arboretum bei Alrewas (Staffordshire).

Batsford Arboretum and Garden Centre
Batsford, Moreton-in-Marsh
Gloucestershire GL56 9QB

Das Garden Centre.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. Juni 2018 at 02:00  Comments (3)  
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The Battle of George Green in Wanstead (Greater London) – Der Kampf für den Erhalt einer 250 Jahre alten Kastanie

Die Kastanie auf dem George Green, kurz bevor sie beseitigt wurde.
This work is released into the public domain.

Bis zum Jahr 1965 gehörte Wanstead zu der Grafschaft Essex, danach wurde die Stadt in die Region Greater London eingemeindet. Der rund 12 000 Einwohner große Ort liegt im Nordosten der Metropole. Die A12 zieht eine Schneise durch Wanstead und verschwindet kurzzeitig unterirdisch am George Green im George Green Tunnel. Der Bau dieser Straße, A12 Hackney to M11 link road genannt, führte in den 1990er Jahren zu großen Bürgerprotesten in Wanstead, in deren Mittelpunkt ein 250 Jahre alter Kastanienbaum stand, denn der sollte nach den Planungen der Straßenbaubehörde weg, weil er den Bauarbeiten im Weg stand. Der Tunnel für die Straße wurde nicht, wie man es für die Anlage der U-Bahn kennt, komplett unterirdisch durchgeführt, sondern mit der Cut and Cover-Methode, das heißt, die Trasse wurde erst aufgegraben und anschließend wieder abgedeckt.

Wansteads Bürger gingen 1993 auf die Barrikaden und kämpften für ihre Kastanie, angeführt von einer Lollipop Lady, einer Schülerlotsin, die Kinder aus der Umgebung animierte, sich für den Erhalt des Baumes einzusetzen und die wiederum ihre Eltern mit ins Boot holten. Die Baumschützer, die mittlerweile auch aus anderen Regionen Englands hierhergekommen waren, zogen alle Register, bauten ein Baumhaus im Gipfel der Kastanie, das kurzzeitig sogar eine eigene Postleitzahl bekam (E11 1AA), zogen vor Gericht, rissen die von der Baufirma rund um den Baum aufgestellten Zäune nieder und bildeten eine Menschenmenge um das zu schützende Objekt. Doch es half alles nichts, am 7. Dezember griff die Polizei ein, die vier Stunden brauchte, um alle Demonstranten zu entfernen, so dass schließlich eine Baumaschine freie Bahn hatte, den Kastanienbaum, der mittlerweile nur noch The Tree genannt wurde, umzureißen. So war alles umsonst, die Lollipop Lady war auch entlassen worden, weil sie die Protestaktionen in ihrer Dienstuniform durchgeführt hatte. Ein Debakel auf der ganzen Linie, die Behörden hatten gewonnen. Der Verkehr braust unterirdisch am George Green vorbei, doch dort stehen glücklicherweise noch weitere Bäume, darunter auch Kastanien.

Hier ist ein Film, der den Battle of George Green dokumentiert.

Eine junge und eine alte Kastanie auf dem George Green in Wanstead.
Photo © Roger Jones (cc-by-sa/2.0)

Topiary Gardens in England und die Fantasie der Gartengestalter

In vielen Gärten und Parkanlagen von englischen Herrenhäusern findet man in Form geschnittene Bäume und Hecken, die sogenannten „topiary gardens„; in Deutschland spricht man von Formschnitt, manchmal auch von Topiari. Zu den berühmtesten „topiary gardens“ auf der Insel zählen zum Beispiel die von Levens Hall bei Kendal in Cumbria, die von Chatsworth House in Derbyshire oder die Abbey House Gardens in Malmesbury (Wiltshire). Die Bäume und Hecken werden jedoch nicht nur in geometrischen Formen zugeschnitten, die Gärtner lassen auch häufig ihrer Fantasie freien Lauf und da kommen wirklich außergewöhnliche Figuren zum Vorschein. Ich habe hier einmal einige, wie ich finde, besonders gelungene Kunstwerke zusammengestellt.

Diese Szene stammt aus den Gärten des Knighthayes Courts (National Trust) in Devon: Ein Fuchs wird von zwei Jagdhunden verfolgt.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Drei Schweinchen von Queen Victorias Osborne House auf der Isle of Wight.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Skurrile Figuren im Billesley Manor (Warwickshire).
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Ein Gesicht im Dyrham Park (Gloucestershire).
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

The Pied Piper of Kentwell Hall (Suffolk).
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Ein sehr schön gestalteter Vogel im Waddesdon Manor (Buckinghamshire).
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Kunstvoller geht es nicht mehr: Ein Segelschiff bei Hooe Common in East Sussex.
Photo © nick macneill (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 19. April 2018 at 02:00  Comments (3)  

The World Garden of Plants im Lullingstone Castle (Kent)

Das Torhaus des Lullingstone Castles.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Freunde exotischer Pflanzen kommen im World Garden of Plants auf dem Gelände des Lullingstone Castles in Kent voll auf ihre Kosten, denn hier hat Tom Hart Dyke auf seinem Familiensitz eine sehenswerte Gartenanlage kreiert. Dyke ist ein leidenschaftlicher Pflanzenjäger, der in allen Teilen der Welt nach seltenen Pflanzen gesucht und sie nach England gebracht hat. Einmal wäre eine dieser Expeditionen beinahe tödlich verlaufen, als er im Jahr 2000 in Kolumbien in die Fänge der FARC-Guerilleros geriet und neun Monate von ihnen festgehalten wurde. Während der Gefangenschaft entstand sein Plan, im heimischen Lullingstone Castle einen Garten anzulegen, der die Form der fünf Kontinente haben sollte und in dem er die jeweils typischen Pflanzen unterbringen wollte. Tom Hart Dyke schrieb ein Buch über seine Erlebnisse in Kolumbien, das den Titel „The Cloud Garden“ trägt. Hier ist ein Interview mit ihm.

In seinem World Garden of Plants, den er 2005 eröffnete, findet der Besucher u.a. die südafrikanische Dog Pooh Plant, die so riecht wie sie heißt, die rare Mexican weeping pine, die Australische Brennnessel, um die man lieber einen großen Bogen machen sollte, da ihre Brennhaare sehr schmerzhaft ein können, und viele andere Exoten mehr. Zwischen diesen unzähligen Pflanzen hat Tom Hart Dyke noch Skulpturen, Totempfähle und andere Kuriositäten aufgestellt wie einen afrikanischen Baobab-Baum, der aus 51 Kilometer Bindedraht hergestellt wurde.

Der World Garden of Plants ist in diesem Jahr vom 31. März bis zum 28. Oktober jeweils von Freitag bis Sonntag von 12 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £9, darin enthalten ist auch eine Führung durch das Manor House, die an den genannten Tagen immer um 14 Uhr beginnt.

Das Lullingstone Castle liegt in unmittelbarer Nähe der Londoner Ringautobahn M25 bei Eynsford. Dieser Film zeigt einen Drohnenflug über das Gelände

Ein kleiner Gag am Rande: Im Lullingstone Castle wurde einer der legendären Werbespots für comparethemeerkat.com aufgenommen, der „Tough Decision“ heißt und hier zu sehen ist. Siehe dazu auch meinen Blogeintrag.

Der Eingang zum World Garden.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

 

Der Drahtbaum.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 18. Februar 2018 at 02:00  Comments (1)  
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