Das Westonbirt Arboretum in Gloucestershire – Eine der größten Baumsammlungen weltweit

Das Westonbirt Arboretum an der A 433 bei Tetbury in Gloucestershire hat einen berühmten Nachbarn: Es grenzt an Prince Charles‘ Highgrove Estate, dessen Garten ebenfalls sehr sehenswert, aber für Besucher nur sehr schwer zugänglich ist.

Das Arboretum ist dagegen täglich geöffnet und stellt eine der weltgrößten Sammlungen von Bäumen und Sträuchern dar, die besonders im Herbst bei der Laubfärbung ein besonderes Schauspiel bietet.

Robert Holford legte das Arboretum 1829 an und heute wachsen etwa 18 000 Baum- und Gehölzexemplare auf dem riesigen Areal, auf dem man stundenlang spazierengehen kann.
Ein besonderes Highlight im Herbst ist der Colour Circle; das ist eine Lichtung mit Bäumen, die speziell nach ihrer Herbstfärbung ausgesucht wurden.

Die meisten Besucher gehen in den alten Teil, das „Old Arboretum„, das spektakulärer ist; den anderen Teil dagegen, den „Silk Wood„, suchen nur wenige auf. Hier finden sich aber auch sehr schöne Exemplare von Eichen, Kiefern, Pappeln und Ahornen, um nur einige Baumarten zu nennen.

Ebenfalls in Gloucestershire liegt das Batsford Arboretum, das ich in meinem Blog auch schon vorstellte.

Hier sind Impressionen aus dem Arboretum zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Sarah Howard: A Year in the Life of Westonbirt. Frances Lincoln 2009. 112 Seiten. ISBN: 978-0711230255

Westonbirt Arboretum
Tetbury
Gloucestershire,  GL8 8QS

Published in: on 27. März 2021 at 02:00  Comments (2)  
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Die riesigen Gummistiefel in den Breezy Knees Gardens bei Warthill in North Yorkshire

Wenn man in England auf dem Land wohnt, gehören Wellington boots, also Gummistiefel,  in jeden Haushalt, vor allem wenn man mit dem Hund mehrmals täglich unterwegs ist. Ein besonders auffälliges Paar ist in den Breezy Knees Gardens, was für ein schöner Name, in North Yorkshire zu finden. Die Wellington Boot Sculpture ist etwa 3,50 Meter hoch und wurde von dem Bildhauer Pete Doney erschaffen, der seine Werkstatt am Ostrand der Stadt York hat. Die Riesenstiefel sind eine Auftragsarbeit für die Gärten, bestehen aus Glasfiber und sind mit Bronzepulver imprägniert.

Wesentlich größer sind die Stiefel, die es in das Guinness Book of Records geschafft haben. Sie stehen vor dem Eingang der North Star Mall in San Antonio in Texas. Die Cowboystiefel sind 10,74 Meter hoch und wurden von dem Künstler Bob Wade hergestellt.

Wer sich die Yorkshire-Stiefel und die Breezy Knees Gardens einmal ansehen möchte: Man findet sie etwa acht Kilometer östlich von York, nördlich des Dörfchens Warthill am Common Lane. Die Gartenanlage ist eine der größten im Norden Englands; sie umfasst Tausende von Pflanzen, einen See und ein Arboretum. Geöffnet sind die Gärten in der Regel von Mai bis Anfang Oktober.

Hier ist ein sehr schöner Film über die Breezy Knees Gardens zu sehen, der auch die Wellington Boots zeigt.

Die Breezy Knees Gardens.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

Die größten Stiefel der Welt in San Antonio, Texas.
Author: BrianMoranHDR
Creative Commons 2.0

Published in: on 6. Dezember 2020 at 02:00  Comments (3)  
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Bledlow in Buckinghamshire, ein ehemaliger NATO-Generalsekretär und der versunkene Lyde Garden

Holy Trinity in Bledlow.
Eigenes Foto.

Mir hat es das kleine Dorf Bledlow in Buckinghamshire sehr angetan. Zuerst stieß ich auf den Ort in der Inspektor Barnaby-Episode Nummer 6 „Death’s Shadow“ (dt. „Der Schatten des Todes“), in der der Pfarrer der Dorfkirche (gespielt von Richard Briers) im Mittelpunkt steht und von der er sich am Ende herunterstürzt. Also fuhr ich nach Bledlow und sah mir die Kirche Holy Trinity einmal näher an. 200 Meter weiter an der Straße Church End steht der Pub „The Lions of Bledlow„, auch viele Male von Inspector Barnaby aufgesucht. Einige Jahre später nahm ich hier einen Lunch zu mir, ein sehr hübscher Pub!! Siehe meinen Blogeintrag über meinen ersten Besuch in Bledlow.

Schräg gegenüber von Holy Trinity steht das Manor House, von einer Mauer umgeben und nur teilweise sichtbar. Hier wohnte viele Jahre lang ein hochrangiger Politiker namens Peter Alexander Rupert Carington, 6th Baron Carrington (1919-2018). Er war unter anderem Verteidigungsminister der Regierung Edward Heaths, Außenminister unter Margaret Thatcher, von 1984 bis 1988 NATO-Generalsekretär und später das dienstälteste Mitglied der britischen Oberhauses. Baron Carington starb am 9. Juli 2018 im Alter von 99 Jahren. Nach der anstrengenden Arbeit in der Politik zog es ihn immer wieder in dass ruhige Bledlow zurück, wo er sich einem seiner Hobbies widmen konnte, der Anlage eines versunkenen Gartens, Lyde Garden genannt. Der Garten liegt gegenüber vom Manor House, auf der anderen Seite von Church End, nur wenige Schritte von Holy Trinity entfernt. Benannt ist der Garten nach dem Flüsschen Lyde, das hier entspringt und später in den River Thame mündet, der sich wiederum in die Themse ergießt. Früher waren hier Wasserkressebetten angelegt, umstanden von Bergulmen; doch als das Ulmensterben einsetzte, verwilderte dieser Teil von Bledlow. Baron Carrington gestaltete  die Anlage in einen versunkenen Garten um, der auch der Öffentlichkeit zu bestimmten Zeiten zur Verfügung steht, momentan wegen der Coronakrise allerdings nicht. Hier ist ein Film über den Lyde Garden.

Zur Orientierung: Bledlow liegt nahe der B4009, zwischen Chinnor und Princes Risborough, also mitten im mörderischen „Midsomer County“.

The Lyde Garden.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

Peter Carington, 6th Baron Carrington
Author: Dutch National Archives.
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Der (einstmals singende) Hubert Fountain im Victoria Park in Ashford (Kent)

George Harper (1841-1912) liebte seine Heimatstadt Ashford in Kent. Er wohnte und arbeitete dort in der Castle Street, wo er eine Möbeltischlerei und Polsterei betrieb. Später war er als Immobilienmakler und Auktionator tätig, seine große Liebe aber gehörte den Antiquitäten, die er sammelte. Ein Jahr vor seinem Tod wollte er Ashford etwas Gutes tun und der Stadt einen Brunnen für den Victoria Park schenken. Dieser sogenannte Hubert Fountain stand zum Verkauf, denn das Herrenhaus, wo der Brunnen bisher sein Domizil hatte, Olantigh Towers im nahegelegenen Wye (Kent), war 1903 abgebrannt. George Harper kaufte den Brunnen, übernahm auch die Transportkosten, und so konnte der Hubert Fountain am 24. Juli 1912 im Victoria Park eingeweiht werden. Eine Bedingung stellte Mr Harper damals: An seinem Geburtstag, dem 23. Juli, sollte der Brunnen jedes Jahr angestellt und „gespielt“ werden, denn der Hubert Fountain verfügte über 64 installierte Pfeifen, die durch einen Mechanismus zum Singen gebracht werden konnten, sobald Wasser hindurch floss. Leider funktioniert das heute nicht mehr, da die Pfeifen alle verrottet sind. Der Brunnen wurde mehrere Male restauriert, die Musikanlage aber nicht. Drei Wochen nach der Einweihung starb George Harper auf tragische Weise: Er wurde von einem Zug überrollt.

Gebaut wurde der Hubert Fountain 1862 von der Fonderie d’art du Val d’Osne im Département Haute-Marne in Frankreich, einer renommierte Gießerei, die bis 1986 in Betrieb war. Der Brunnen wurde in den Londoner Royal Horticultural Society’s Gardens anlässlich der Second International Exhibition 1862 aufgestellt und gelangte anschließend in die Gärten des oben genannten Olantigh Towers.

Der rund zwölf Meter hohe und 45 Tonnen schwere Brunnen war früher noch mit lebensgroßen gusseisernen Hirschen verziert, die aber abgebaut worden sind. Er ist Grade II listed, steht also unter Denkmalschutz.

Dieser Film zeigt die Geburtstagsfeierlichkeiten für George Harper am Brunnen aus dem Jahr 2015.

Der Birkenhead Park in Birkenhead (Merseyside) – Vorbild für einen der berühmtesten Parks der Welt

The Grand Entrance.
Author: Rodhullandemu
Creative Commons 4.0

Als der renommierte US-amerikanische Landschaftsarchitekt Frederick Law Olmsted in den 1850er Jahren Großbritannien bereiste, kam er auch in die Region Liverpool und schaute sich gegenüber der Hafenstadt den Park in Birkenhead an, der 1847 eröffnet worden war und weltweit als erster mit öffentlichen Mitteln finanzierter Park gilt. Der Zweck des Birkenhead Parks war, den Industriearbeitern der Stadt die Möglichkeit zu bieten, dort einmal kräftig durchzuatmen und für einige Zeit der schlechten Luft ihrer Arbeitsstätten zu entgehen. Olmsted war von dem Park so begeistert, dass er einige Jahre später in New York den Central Park nach dem Vorbild in Birkenhead gestaltete.

Verantwortlich für das Original in Birkenhead auf der Wirral Peninsula war Sir Joseph Paxton (1803-1865), bekannt geworden durch seine gärtnerischen Arbeiten in Chatsworth bei Bakewell in Derbyshire, wo er auch den Emperor Fountain entwarf, der noch heute die Besucher dieses großartigen Landsitzes erfreut.

Fünf Jahre dauerte es bis der Park mitten in Birkenhead fertiggestellt war, und am 5. April 1847 öffnete er für die Bevölkerung seine Pforten, die von nun an die Wiesen, Wäldchen und Seen genießen konnten. Der Hauptzugang erfolgt über den 19 Meter hohen Grand Entrance, den der Liverpooler Architekt Lewis Hornblower entwarf. Weitere Besonderheiten im Park sind die Swiss Bridge, die einzige hölzerne überdachte Brücke in Großbritannien (ähnliche überdachte Brücken sah ich in New Hampshire und Maine in den USA), der Roman Pavilion und die Lodges. Man kann im Park Sport treiben wie zum Beispiel Cricket, es gibt einen Kinderspielplatz, sogenannte Health Walks und man darf in den Seen seine Angel auswerfen.

Auch die Erbauer des Sefton Parks auf der anderen Seite des Mersey Rivers in Liverpool, der 1872 eröffnet wurde, orientierten sich am Birkenhead Park.
Dieser Film gibt einen ersten Eindruck vom Park.

 

Der Roman Pavilion.
Author: rodhullandemu
Creative Commons 4.0

Die Swiss Bridge.
Author: rodhullandemu
Creative Commons 4.0 

Der Birkenhead Park im Winter.
Author: jimwelsh
Creative Commons 2.0

 

 

Published in: on 1. Oktober 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Der heilige Rasen der Colleges in Cambridge…und wie einer von ihnen kürzlich misshandelt wurde

Eine makellose Rasenfläche wie sie sein soll; hier im Christ’s College.
Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Wenn man einmal ein College in Cambridge besichtigen will, kann es dem Besucher unterlaufen, einen großen Fehler zu machen: Never ever walk on the lawn!! Das Betreten des gepflegten heiligen Rasens innerhalb der Colleges ist nämlich strengstens untersagt…es sei denn, man ist ein Fellow, also ein Mitglied des Lehrerkollegiums. Wird man beim Rasenbetreten erwischt, so ist sicher immer jemand zur Stelle, der den Bösewicht sofort zurückpfeift. Manche Colleges geben bestimmte Rasenflächen frei, so dass sich die Studenten im Sommer dort hinlegen können.

Ab und zu kommt es vor, dass diese Regel durchbrochen wird, so geschehen beispielsweise vor einiger Zeit im Selwyn College, als es sich dort ein Mann auf dem Old Court Lawn bequem machte und ein Nickerchen hielt. Nur der Master, die Fellows und der Collegehund dürfen diesen Rasen betreten, und so wurde die Polizei herbeigerufen, um den Mann zu entfernen, was dieser aber nach einer Stunde von selbst tat.

Sehr viel Schlimmeres widerfuhr dem Trinity College in diesem Jahr im Februar. Da zog eine Abordnung der Organisation Extinction Rebellion, eine radikale Umweltschutzbewegung, mit Schaufeln bewaffnet in die Lehranstalt und begann den Rasen umzugraben (hier ist eine Film über die Aktion). Warum gerade traf es das Trinity College? Die Klimaaktivisten warfen dem altehrwürdigen College vor, über eine Rekordsumme von mehr als £9 Millionen in Öl- und Gasfirmen investiert zu haben. Ein weiterer Grund für die Protestaktion war der geplante Verkauf der collegeeigenen Innocence Farm bei Felixstowe in Suffolk, damit auf dem Gelände ein riesiger LKW-Parkplatz angelegt werden soll, als Teil eines großen Business Parks des Port of Felixstowe (aus diesem Plan wurde übrigens nichts, auch ein Verdienst der Umweltaktivisten).

Trinity College was not amused nach diesem Zwischenfall und schloss daraufhin für eine Zeit seine Pforten für sämtliche Besucher. Der Collegegärtner hatte sicher alle Hände voll zu tun, um den misshandelten Rasen wiederherzustellen.

Der Rasen des Trinity Colleges, nachdem er von Extinction Rebellion umgegraben wurde.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 12. April 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Derek Jarmans Prospect Cottage in der Romney Marsh (Kent)

Am südlichen Zipfel der Romney Marsh, einer flachen Marschlandschaft in der Grafschaft Kent, liegt Dungeness, beherrscht von den Türmen des Kernkraftwerks gleichen Namens; eine ziemlich einsame Gegend, die mich immer wieder fasziniert. Vor einigen Jahren habe ich mich mit meinem Auto in den Kieseln festgefahren, die diese Region beherrschen (freundliche Helfer haben mich da wieder herausgezogen; siehe dazu meinen Blogeintrag).

Den Filmregisseur Derek Jarman (1942-1994) zog es in den letzten Jahren seines Lebens hierher. Er kaufte sich 1986 das kleine Prospect Cottage, eine ehemalige Fischerhütte, in der Nähe des Strandes und versuchte, dort einen kleinen Garten anzulegen. Eigentlich hatte er davon keine Ahnung und auch wenig Hoffnung, dass auf dem Boden etwas gedeihen würde. Einige Freunde halfen ihm bei der Anlage; man sammelte Steine, angeschwemmtes Holz, alte Gartengeräte und bastelte damit einen ganz besonderen Garten, der von keinem Zaun umgrenzt wurde und der allmählich zu einem Gesamtkunstwerk heranwuchs. Derek Jarman lebte in Prospect Cottage bis zu seinem Tod. Danach kümmerte sich sein Freund Keith Collins um das Haus, der 2018 verstarb. Danach war das Schicksal des Hauses und des Gartens ungewiss.
Mit einer großen Kraftanstrengung in Form von Spendenaufrufen und Crowdfunding, initiiert von der Schauspielerin Tilda Swinton und anderen Künstlern, kamen Anfang April diesen Jahres in kurzer Zeit etwa £3.6 Millionen zusammen, so dass die Zukunft von Prospect Cottage gesichert ist. Die Organisation Creative Folkestone wird sich um das Haus und den Garten kümmern. Nach vorheriger Absprach wird man Prospect Cottage auch besichtigen können. Es soll aber auch als vorübergehende Residenz für Künstler, Filmschaffende und Gärtner dienen, die sich hier in der Einsamkeit der Romney Marsh für neue Werke inspirieren lassen können.

Derek Jarman veröffentlichte  zusammen mit seinem Freund, dem Fotografen Howard Sooley, ein Buch über seinen Garten mit dem Titel „Derek Jarman’s Garden„, das 1995 bei Thames & Hudson veröffentlicht wurde, eine der letzten Arbeiten des Mannes, der am 19. Februar 1994 an AIDS starb und auf dem Friedhof der St. Clements Church in Old Romney, einige Kilometer nördlich seines geliebten Gartens, beigesetzt wurde.

1990 drehte Jarman einen Film mit dem Titel „The Garden (hier ist der Trailer)“, in dem sein Garten und die Gegend um Dungeness den Hintergrund bildeten für eine Geschichte, in der die Themen Homosexualität und Christentum im Mittelpunkt stehen. Ein Film, der fast ohne Dialoge auskommt.

Ein Gedicht an der Hauswand.
Photo © Gordon Griffiths (cc-by-sa/2.0)

Derek Jarmans Grab in Old Romney (Kent).
Photo © Chris Whippet (cc-by-sa/2.0)

 

 

Der Altab Ali Park im Londoner East End

Der von David Petersen gestaltete Eingangsbogen.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

An der Whitechapel Road im East End Londons liegt ein kleiner Park, der Altab Ali Park heißt; ein etwas ungewöhnlicher Name, dessen Herkunft in den asiatischen Raum deutet. Wer war Altab Ali und warum wurde eine Parkanlage nach ihm benannt? Es handelt sich dabei um eine traurige Geschichte, die sich am 4. Mai 1978 hier ganz in der Nähe, in der Adler Street zutrug. Altab Ali war ein junger Mann aus Bangladesh, der die britische Staatsbürgerschaft hatte. An diesem Abend ging er wie immer von der Arbeit nach Hause, und als er auf der Adler Street unterwegs war, geriet er in den Fokus von drei Jugendlichen, die den 25-jährigen attackierten und mit einem Messer töteten. Im East End gab es zu jener Zeit viele rassistisch motivierte Übergriffe auf Menschen, die aus dem asiatischen Raum in die britische Hauptstadt gekommen waren.

Wie so häufig, geriet auch dieser Mord schon bald wieder aus den Schlagzeilen, doch in diesem Fall erinnerte man sich zwanzig Jahre später an den jungen Mann, dessen Leben auf so tragische Weise in der Adler Street ein Ende gefunden hatte. Der St Mary’s Park, zwischen Whitechapel Road und Adler Street gelegen, wurde nach Altab Ali umbenannt. Hier stand einmal die Kirche St Mary Matfelon, die am 29. Dezember 1940 schwer von Bomben der deutschen Luftwaffe getroffen und zerstört wurde. Man baute die Kirche nicht wieder auf, räumte die Trümmer weg und errichtete 1966 auf dem Platz eine kleine Parkanlage, den heutigen Altab Ali Park. Dort wurde auch eine Replika des Shaheed Minar-Denkmals errichtet. Das Original steht in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh; es erinnert an die 1952 bei Demonstrationen getöteten Studenten, die sich für eine Anerkennung der bengalischen Sprache als offizielle Staatssprache stark gemacht hatten (damals gehörte das Gebiet noch zu Ost-Pakistan). Den Park betritt man durch einen Bogen, den der Künstler David Petersen gestaltet hat. Das Kunstwerk verbindet Stilelemente aus England und aus Bangladesh und soll an den ermordeten Altab Ali und die anderen Opfer rassistischer Attacken erinnern.
Hier ist ein Rundgang durch den Park im Film zu sehen.

Das Shaheed Minar-Denkmal.
Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0)

Die Adler Street, in der sich der Mord ereignete.
Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Januar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Im Namen der Rose – Die wunderschönen Rosengärten in der Mottisfont Abbey in Hampshire

Für viele Englandreisende gehören Besuche in den vielen schönen Gärten, die das Land zu bieten hat, zu den Höhepunkten des Aufenthaltes. Die Rosengärten der Mottisfont Abbey, die dem National Trust (N.T.) gehören, sind einer dieser Garten-Highlights. Der Landsitz wurde 1957 dem National Trust übergeben, nachdem die Vorbesitzer, Maud und Gilbert Russell, das Haus zu einem Treffpunkt von Künstlern entwickelt hatten.

Der namhafte Gartengestalter Graham Stuart Thomas (1909-2003), der viele Jahre für den N.T. gearbeitet hatte und u.a. für die Gärten des Hidcote Manor verantwortlich war, bekam in der Mottisfont Abbey die Gelegenheit, sein Meisterstück zu präsentieren, indem er hier seine Sammlung alter Rosen unterbringen konnte, die National Collection of pre-1900 old-fashioned roses. Rund 500 verschiedene Sorten sind angepflanzt worden, darunter die Strauchrose Zigeunerknabe, die weißblühende Ramblerrose Sanders‘ White und die eigens für Graham Stuart Thomas von seinem Freund David Austin gezüchtete gelbe, zur Weltrose gekürte „Graham Thomas“. Der Gartengestalter hat seine Rosen mit mehrfach blühenden anderen Pflanzen gemischt, so dass es das ganze Jahr über hier etwas zu sehen und zu riechen gibt.

Seit 1974 können sich die Besucher dieser Farben-und Blütenpracht erfreuen. Die Mottisfont-Gärten sind ganzjährig ab 10 Uhr geöffnet. Hier ist ein sehr schöner Film über die Rosengärten.

Mottisfont Abbey
Mottisfont, nr Romsey
Hampshire SO51 0LP 01794

Fingerhüte inmitten der Rosenbeete.
Photo © Bill Nicholls (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 14. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Godalming (Surrey) und der Funker der „Titanic“ John George Phillips (1887-1912)

The Phillips Memorial Cloister in Godalming (Surrey).
Photo © David960 (cc-by-sa/2.0)

Das Wort „Held“ wird meiner Ansicht nach heute viel zu oft verwendet. Wenn ein Bundesligaspieler ein entscheidendes Tor schießt, wird er von den Medien gleich als Held bezeichnet.

Ein wahrer Held war der gerade erst 25 Jahre alt gewordene John George Phillips, der 1912 beim Untergang der Titanic ums Leben kam. Er war damals auf dem Schiff der Chief Wireless Telegraphist, also der hauptverantwortliche Funker, der in jener verhängnisvollen Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 auf dem Nordatlantik, als die Titanic mit einem Eisberg kollidierte, Dienst hatte. Unermüdlich sandte Phillips per Funk Hilferufe in die Nacht, um Schiffe aus der näheren Umgebung zur Unfallstelle zu holen. Durch seinen Einsatz, den er mit seinem Leben bezahlen musste, konnten viele Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden, da die von ihm herbeigerufene Carpathia Schiffbrüchige aufnehmen konnte.

John George Phillips wurde am 11. April 1887 in der Farncombe Street Nummer 11 in Godalming (Surrey) geboren. Godalming ist eine Stadt mit rund 20 000 Einwohnern, die sechs Kilometer südwestlich von Guildford liegt. An dem Haus in der Farncombe Street erinnert eine blaue Plakette an den Funker, angebracht zwischen einer Pizzeria und einem Beerdigungsinstitut. Aber nicht nur diese Plakette ruft noch heute Erinnerungen an den jungen Mann wach. Ihm zu Ehren wurde The Phillips Memorial Cloister angelegt und zwar von niemand geringerem als von der berühmten Gartendesignerin Gertrude Jekyll, in Zusammenarbeit mit dem Architekten Hugh Thackeray Turner. Auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Untergang der Titanic wurde diese Gartenanlage in Godalming eröffnet. Den Mittelpunkt bildet ein steinernes Denkmal

Die Stadt Godalming hat ihren im Meer ertrunkenen Sohn noch heute im Herzen. Am 90. Jahrestag des Titanic-Untergangs im Jahr 2002 hat der Town Council das Grab der Familie Phillips auf dem Nightingale Cemetery wieder neu hergerichtet. Dort liegen Johns Eltern und seine Zwillingsschwestern begraben. Auf der rechteckigen weißen Grabanlage steht in der Mitte ein kleiner Obelisk in der Form eines Eisbergs, der dem Sohn bzw. dem Bruder einen so frühen Tod gebracht hat.

Im Godalming Museum findet man weitere Erinnerungsstücke an John George Phillips. Ich finde es großartig, dass man die Erinnerung an die Heldentat eines jungen Mannes noch nach mehr als hundert Jahren aufrecht erhält!

Dieser Film zeigt das Leben des jungen Mannes, der auch Jack statt John genannt wurde.

Siehe auch zum Thema meinen Blogeintrag über die Anker der Titanic.

Das Denkmal für John George Phillips im Phillips Memorial Cloister.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Das Museum in der High Street.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 13. September 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Die Londoner Cremorne Gardens an der Themse in Chelsea

Im Londoner Stadtteil Chelsea liegt direkt an der Themse, eingerahmt von Wohnblocks, ein kleiner Park namens Cremorne Gardens. Ein sehr schönes schmiedeeisernes Tor führt in den Park, der auch über eine eigene Schiffsanlegestelle verfügt. Es handelt sich hier um ein winziges Überbleibsel eines einst riesigen Geländes, das auf eine bewegte Vergangenheit zurückschauen kann. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Sportstätte eingerichtet, in der geboxt, gefechtet und geschwommen wurde (und nach einem Viscount Cremorne benannt ist), entwickelte sich das Gelände weiter zu einem großen Vergnügungspark. Das Publikum wurde durch alle möglichen Amüsements unterhalten wie Feuerwerke, Tanzveranstaltungen, Theateraufführungen usw. usw.

Eine Madame Geneviève begeisterte 1861 die Parkbesucher durch eine waghalsige Überquerung der Themse auf einem Seil, ganz im Stil eines Charles Blondin. Sehr beliebt war das Zuschauen bei Ballonaufstiegen, die immer wieder in den Cremorne Gardens stattfanden. Der berühmte Ballonfahrer Charles Green sorgte einmal für Aufsehen, indem er, begleitet von einer Dame und einem Leoparden, vom Park aus abhob. 1864 startete ein weiterer berühmter Aeronautiker gleich zweimal von hier aus: Der Franzose Eugène Godard, der einmal in Greenwich und das zweite Mal in Walthamstow landete.

Einige Zeit später ging es mit den Cremorne Garden bergab. Eine ganz andere Klientel, die einen schlechten Ruf hatte, traf sich im Park („a nursery of every kind of vice“ wie es in einem Pamphlet hieß), und so wurde er 1877 geschlossen. Das Gelände bebaute man nach und nach, bis nur noch der kleine Park übrig blieb, der 1982 neu eröffnet wurde.

Das wunderschöne Eingangstor stand viele Jahre lang auf dem Gelände der Bowden’s Brewery in der Kings Road, wurde 1981 restauriert und 1997 wieder an alter Stelle aufgebaut.

Hier ist ein kleiner Spaziergang durch die Anlage im Film.

Das schöne Original-Eingangstor.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Die Schiffsanlegestelle.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Cross Bones Graveyard – Ein ehemaliger Friedhof für Prostituierte im Londoner Stadtteil Southwark

Im Schatten des riesigen Londoner Hochhauses The Shard, im Stadtteil Southwark, findet der Wanderer durch die Straßen des Viertels einen ehemaligen Friedhof, der zu einem Schrein umgebaut worden ist, und der Cross Bones Graveyard heißt. Hier sind einmal über 15 000 Menschen beigesetzt worden, vor allem Prostituierte, Kleinkinder und arme Leute. Die Damen des ältesten Gewerbes der Welt nannte man seinerzeit „Winchester Geese„, da sie die Lizenz zur Ausübung ihres Berufes vom Bischof von Winchester erhielten, der die Hoheit in diesem Teil Londons hatte. Die Behörden der City of London besaßen für diese Region keinen Zugriff, daher siedelten sich hier Bordelle, Spielhöllen und andere Betriebe an, die in anderen Teilen Londons nicht zugelassen waren; der Bischof von Winchester nahm es mit der Moral nicht so genau, dafür spülten diese Gewerbe viel Geld in seine Kasse.

Im Jahr 1853 wurde der Friedhof wegen Überfüllung geschlossen, man hatte die Leichen aus Platzmangel in mehreren Schichten übereinander zur letzten Ruhe gebettet. Viele von ihnen brachte man später auf den Riesenfriedhof von Brookwood in Surrey (siehe dazu meinen Blogeintrag).
Da Cross Bones sehr zentral in London lag, warfen Bauherren begehrliche Blicke auf das Grundstück, doch die Bewohner des Stadtteils wehrten Bebauungspläne immer wieder ab. Es bildete sich eine Interessengemeinschaft, die Friends of Cross Bones, die diesen kleinen Streifen Land am Red Cross Way in einen Garden of Remembrance umgestalteten, in Erinnerung an die Außenseiter der Gesellschaft, die hier einmal ihre letzte Ruhe fanden. An dem Geländer, das Cross Bones umzäunt, ist eine Plakette angebracht, dessen Inschrift mit den Worten „The Outcast Dead – R.I.P.“ endet. Dieses Geländer ist geschmückt mit unzähligen bunten Schleifen, Blumen, Ketten und kleinen Botschaften. Einmal im Monat, immer am 23., findet eine Art Mahnwache an dieser Stelle statt, die letzte war am 23. Mai, die 180. seit Beginn im Juni des Jahres 2004.
Ganz besonders hat sich der Schriftsteller John Constable für Cross Bones eingesetzt, der in Southwark wohnt und schon seit Jahren Vorträge hält und Führungen zu unterschiedlichen Themen durch den Stadtteil veranstaltet (Ghost Walks, Auf den Spuren von Charles Dickens usw.).

Hier ist ein sehr stimmungsvoller Film über Cross Bones Graveyard.

Published in: on 25. Mai 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The National Perry Pear Centre in Hartpury (Gloucestershire)

Der Eingang zum Orchard Centre.
Photo © Jonathan Billinger (cc-by-sa/2.0)

Die kleine Gemeinde Hartpury in Gloucestershire an der A417 findet man rund 8 Kilometer nördlich von der Grafschaftshauptstadt Gloucester entfernt. Hier gibt es einen Pub, The Royal Exchange, eine Kirche, St Mary the Virgin, eine renommierte Universität und ein College mit über 3000 Studenten…und das National Perry Pear Centre im Orchard Centre.

Perry Pears sind Mostbirnen, und im National Perry Pear Centre hat man sich das Ziel gesetzt, mindestens zwei Bäume von jeder bekannten Art hier anzubauen. Rund 100 verschiedene Birnensorten sind im Centre zu finden, die man aus den Grafschaften Gloucestershire, Herefordshire und Worcestershire zusammengetragen hat; die meisten Namen hat man noch nie gehört.

Es beginnt mit der Arlington Squash, einer Birne, die in dem Ort Arlingham bei Stroud in Gloucestershire entdeckt wurde, und endet mit der Yellow Huffcap, die aus Westbury-on-Severn (ebenfalls Gloucestershire) stammt und aus der sich ein sehr guter Perry herstellen lässt. Perry wird ähnlich wie Cider produziert, nur nicht aus Äpfeln, sondern aus Birnen. Die Cider and Perry Academy führt hier im Orchard Centre in Hartpury regelmäßig Kurse in der Herstellung dieser beiden Getränke durch.

Charles Martell, auf dessen Idee das National Perry Pear Centre beruht, hat ein Standardwerk zum Thema geschrieben: „Pears of Gloucestershire and Perry Pears of the Three Counties„, in dem alle bekannten (und verschollenen) Mostbirnen aufgelistet und exakt beschrieben sind.

Besucher im Centre, das etwa zwei Kilometer westlich von Hartpury liegt, sind willkommen. Dieser Film informiert über Birnen und das National Perry Pear Centre.

The Orchard Centre
Blackwell’s End
Hartpury
Gloucestershire
GL19 3DB

Das Batsford Arboretum bei Moreton-in-Marsh (Gloucestershire)

Mitten in den Cotswolds liegt das sehenswerte Batsford Arboretum, ein botanischer Garten, in dem hauptsächlich Bäume und Sträucher angepflanzt wurden. 2900 Bäume sollen hier in dieser asiatisch geprägten Anlage stehen, in der man stundenlang spazieren gehen kann.

Algernon Freeman-Mitford, 1st Baron Redesdale, der Asien intensiv bereiste, begann 1886 mit der Anlage des Parks, die im Laufe der Jahrzehnte von den späteren Besitzern des Batsford Estate weitergeführt wurde. Heute gehört das Arboretum der Batsford Foundation.

Man findet hier spezielle Sammlungen, die einzigartig sind, z.B. Magnolien, Bambus und Ahorn. In einem Garden Centre kann man Pflanzen für den eigenen Garten kaufen und das Garden Terrace Café hält Erfrischungen bereit.

Das Batsford Arboretum ist ganzjährig geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £7.95. Wer Interesse an besonders schönen Bäumen hat, kommt hier in dieser wunderschönen Anlage voll auf seine Kosten. Dieser Film macht Appetit auf einen Besuch.

Vergleiche auch meine Blogeinträge über das Westonbirt Arboretum bei Tetbury (Gloucestershire) und das etwas andere National Memorial Arboretum bei Alrewas (Staffordshire).

Batsford Arboretum and Garden Centre
Batsford, Moreton-in-Marsh
Gloucestershire GL56 9QB

Das Garden Centre.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. Juni 2018 at 02:00  Comments (3)  
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The Battle of George Green in Wanstead (Greater London) – Der Kampf für den Erhalt einer 250 Jahre alten Kastanie

Die Kastanie auf dem George Green, kurz bevor sie beseitigt wurde.
This work is released into the public domain.

Bis zum Jahr 1965 gehörte Wanstead zu der Grafschaft Essex, danach wurde die Stadt in die Region Greater London eingemeindet. Der rund 12 000 Einwohner große Ort liegt im Nordosten der Metropole. Die A12 zieht eine Schneise durch Wanstead und verschwindet kurzzeitig unterirdisch am George Green im George Green Tunnel. Der Bau dieser Straße, A12 Hackney to M11 link road genannt, führte in den 1990er Jahren zu großen Bürgerprotesten in Wanstead, in deren Mittelpunkt ein 250 Jahre alter Kastanienbaum stand, denn der sollte nach den Planungen der Straßenbaubehörde weg, weil er den Bauarbeiten im Weg stand. Der Tunnel für die Straße wurde nicht, wie man es für die Anlage der U-Bahn kennt, komplett unterirdisch durchgeführt, sondern mit der Cut and Cover-Methode, das heißt, die Trasse wurde erst aufgegraben und anschließend wieder abgedeckt.

Wansteads Bürger gingen 1993 auf die Barrikaden und kämpften für ihre Kastanie, angeführt von einer Lollipop Lady, einer Schülerlotsin, die Kinder aus der Umgebung animierte, sich für den Erhalt des Baumes einzusetzen und die wiederum ihre Eltern mit ins Boot holten. Die Baumschützer, die mittlerweile auch aus anderen Regionen Englands hierhergekommen waren, zogen alle Register, bauten ein Baumhaus im Gipfel der Kastanie, das kurzzeitig sogar eine eigene Postleitzahl bekam (E11 1AA), zogen vor Gericht, rissen die von der Baufirma rund um den Baum aufgestellten Zäune nieder und bildeten eine Menschenmenge um das zu schützende Objekt. Doch es half alles nichts, am 7. Dezember griff die Polizei ein, die vier Stunden brauchte, um alle Demonstranten zu entfernen, so dass schließlich eine Baumaschine freie Bahn hatte, den Kastanienbaum, der mittlerweile nur noch The Tree genannt wurde, umzureißen. So war alles umsonst, die Lollipop Lady war auch entlassen worden, weil sie die Protestaktionen in ihrer Dienstuniform durchgeführt hatte. Ein Debakel auf der ganzen Linie, die Behörden hatten gewonnen. Der Verkehr braust unterirdisch am George Green vorbei, doch dort stehen glücklicherweise noch weitere Bäume, darunter auch Kastanien.

Hier ist ein Film, der den Battle of George Green dokumentiert.

Eine junge und eine alte Kastanie auf dem George Green in Wanstead.
Photo © Roger Jones (cc-by-sa/2.0)

Topiary Gardens in England und die Fantasie der Gartengestalter

In vielen Gärten und Parkanlagen von englischen Herrenhäusern findet man in Form geschnittene Bäume und Hecken, die sogenannten „topiary gardens„; in Deutschland spricht man von Formschnitt, manchmal auch von Topiari. Zu den berühmtesten „topiary gardens“ auf der Insel zählen zum Beispiel die von Levens Hall bei Kendal in Cumbria, die von Chatsworth House in Derbyshire oder die Abbey House Gardens in Malmesbury (Wiltshire). Die Bäume und Hecken werden jedoch nicht nur in geometrischen Formen zugeschnitten, die Gärtner lassen auch häufig ihrer Fantasie freien Lauf und da kommen wirklich außergewöhnliche Figuren zum Vorschein. Ich habe hier einmal einige, wie ich finde, besonders gelungene Kunstwerke zusammengestellt.

Diese Szene stammt aus den Gärten des Knighthayes Courts (National Trust) in Devon: Ein Fuchs wird von zwei Jagdhunden verfolgt.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Drei Schweinchen von Queen Victorias Osborne House auf der Isle of Wight.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Skurrile Figuren im Billesley Manor (Warwickshire).
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Ein Gesicht im Dyrham Park (Gloucestershire).
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

The Pied Piper of Kentwell Hall (Suffolk).
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Ein sehr schön gestalteter Vogel im Waddesdon Manor (Buckinghamshire).
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Kunstvoller geht es nicht mehr: Ein Segelschiff bei Hooe Common in East Sussex.
Photo © nick macneill (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 19. April 2018 at 02:00  Comments (3)  

The World Garden of Plants im Lullingstone Castle (Kent)

Das Torhaus des Lullingstone Castles.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Freunde exotischer Pflanzen kommen im World Garden of Plants auf dem Gelände des Lullingstone Castles in Kent voll auf ihre Kosten, denn hier hat Tom Hart Dyke auf seinem Familiensitz eine sehenswerte Gartenanlage kreiert. Dyke ist ein leidenschaftlicher Pflanzenjäger, der in allen Teilen der Welt nach seltenen Pflanzen gesucht und sie nach England gebracht hat. Einmal wäre eine dieser Expeditionen beinahe tödlich verlaufen, als er im Jahr 2000 in Kolumbien in die Fänge der FARC-Guerilleros geriet und neun Monate von ihnen festgehalten wurde. Während der Gefangenschaft entstand sein Plan, im heimischen Lullingstone Castle einen Garten anzulegen, der die Form der fünf Kontinente haben sollte und in dem er die jeweils typischen Pflanzen unterbringen wollte. Tom Hart Dyke schrieb ein Buch über seine Erlebnisse in Kolumbien, das den Titel „The Cloud Garden“ trägt. Hier ist ein Interview mit ihm.

In seinem World Garden of Plants, den er 2005 eröffnete, findet der Besucher u.a. die südafrikanische Dog Pooh Plant, die so riecht wie sie heißt, die rare Mexican weeping pine, die Australische Brennnessel, um die man lieber einen großen Bogen machen sollte, da ihre Brennhaare sehr schmerzhaft ein können, und viele andere Exoten mehr. Zwischen diesen unzähligen Pflanzen hat Tom Hart Dyke noch Skulpturen, Totempfähle und andere Kuriositäten aufgestellt wie einen afrikanischen Baobab-Baum, der aus 51 Kilometer Bindedraht hergestellt wurde.

Der World Garden of Plants ist in diesem Jahr vom 31. März bis zum 28. Oktober jeweils von Freitag bis Sonntag von 12 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £9, darin enthalten ist auch eine Führung durch das Manor House, die an den genannten Tagen immer um 14 Uhr beginnt.

Das Lullingstone Castle liegt in unmittelbarer Nähe der Londoner Ringautobahn M25 bei Eynsford. Dieser Film zeigt einen Drohnenflug über das Gelände

Ein kleiner Gag am Rande: Im Lullingstone Castle wurde einer der legendären Werbespots für comparethemeerkat.com aufgenommen, der „Tough Decision“ heißt und hier zu sehen ist. Siehe dazu auch meinen Blogeintrag.

Der Eingang zum World Garden.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

 

Der Drahtbaum.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 18. Februar 2018 at 02:00  Comments (1)  
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2017 Historic Houses Association (HHA) Garden of the Year Award – And the winner is: Helmingham Hall Gardens in Suffolk

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Timothy John Edward Tollemache, 5th Baron Tollemache, ist der Besitzer von Helmingham Hall in Suffolk, einem Familiensitz, der schon über 500 Jahre ununterbrochen den Tollemaches gehört. Das von einem Wassergraben umgebene Haus liegt in dem kleinen Dorf Helmingham, rund zwanzig Kilometer nördlich von Ipswich entfernt. Die Gärten von Hemingham Hall sind in diesem Jahr mit dem Garden of the Year Award der Historic Houses Association ausgezeichnet worden, einem vom Auktionshaus Christie’s gesponsorten Preis. Preisträger 2016 waren die Gärten des Caerhays Castles in Cornwall, im Jahr davor Renishaw Hall and Gardens in Derbyshire.

Seit 1984 wird der Garden of the Year Award vergeben, und dass er in diesem Jahr an Helmingham Hall fiel, ist der Dame des Hauses, Lady Alexandra Tollemache, zu verdanken, die von Beruf Landschaftsarchitektin ist. Sie hat u.a. den Millennium Garden in Castle Hill in Devon und den Cloister Garden vom Wilton House bei Salisbury gestaltet. Xa Tollemache, wie sie sich nennt, hat in Helmingham rund um ihr Haus, das über zwei Zugbrücken zugänglich ist, die auch jeden Abend hochgezogen werden, eine Fülle unterschiedlichster Gärten angelegt. Neben dem Küchengarten findet der Besucher zum Beispiel den Rosengarten, in dem Rosen von David Austin zu bewundern sind, den Wildblumengarten und den Parterre and Hybrid Musk Garden. Schon Patrick Taylor schwärmt in seinem 2003 erschienenen wunderschönen Buch „The Gardens of Britain & Ireland“ (dt. „Englische Gärten“) von Helmingham Hall und schreibt „Bei kaum einem anderen Anwesen Englands ist die Anfahrt so schön wie hier“ und meint, dass man im ganzen Land keinen attraktiveren ornamentalen Küchengarten findet.

Die Helmingham Hall Gardens (das Haus ist nicht zu besichtigen) werden jedes Jahr von ca 20 000 Besuchern bewundert. In diesem Jahr sind die Gärten bis zum 17. September geöffnet, Dienstag bis Donnerstag und Sonntag, jeweils von 12 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt £7.

Dieser Film zeigt einige Highlights der Gärten.

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Published in: on 18. Mai 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Topiari-Gärten von Levens Hall in Cumbria

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Im Nordwesten Englands, in der Grafschaft Cumbria, liegt ein sehr schönes Manor House namens Levens Hall, das ich einmal besuchte und das mir noch sehr gut in Erinnerung geblieben ist. Besonders berühmt geworden ist Levens Hall durch seine sehenswerten Topiari-Gärten.

1694 wurden die Gärten von Colonel James Grahme und seinem Gärtner Guillaume Beaumont angelegt und gehören so zu den ältesten dieser Art überhaupt und sollen, so die Meinung vieler Fachleute, die schönsten Topiari-Gärten der Welt sein.

„Unter Topiari versteht man die Kunst, Pflanzen durch besondere Schnitttechniken in eine meist geometrische Form zu bringen und ihnen ein architektonisches, ornamentales oder figürliches Aussehen zu verleihen“, so definiert die Wikipedia diesen gartenbaulichen Begriff.

Einen sehr guten Überblick über die faszinierende Gartenlandschaft von Levens Hall bietet dieser Film.

Ein so schöner Ort wie Levens Hall drängt sich natürlich geradezu auf, um hier Filme zu drehen. Die BBC tat das z.B. 1999 und verfilmte hier den Roman „Wives and Daughters“ von Catherine Gaskell als vierteilige Fernsehserie. Hier ist die erste Episode.

Da Levens Hall auch von Geistern heimgesucht sein soll, stattete das Team von „Most Haunted“ dem Haus im Jahr 2002 einen Besuch ab, hier zu sehen.

Am 09. April öffnet Levens Hall wieder seine Pforten und dann kann man Haus und Gärten wieder bis zum 05. Oktober besichtigen. Die Eintrittspreise betragen in diesem Jahr £13.50 für einen Erwachsenen (Haus und Gärten).

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Published in: on 23. März 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Appleby Rose Garden in Bury St Edmunds (Suffolk)

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Während des Zweiten Weltkriegs waren unzählige US-amerikanische Soldaten in East Anglia stationiert; von den Flugplätzen aus wurden die Angriffe auf Ziele in Deutschland geflogen. Einer dieser Flugplätze war RAF Lavenham, etwa zehn Kilometer nördlich von Sudbury in der Grafschaft Suffolk.

John Tate Appleby (1907-1974) aus Arkansas verbrachte die letzten Kriegsmonate auf dieser Luftwaffenbasis der 8th United States Army Air Force. Vor dem Krieg arbeitete Appleby als Journalist für mehrere Zeitungen und im Sommer 1945, als der Krieg zu Ende war, erkundete er per Fahrrad die Region im Osten Englands. Er verliebte sich regelrecht in Suffolk und aus seinen Aufzeichnungen über die Fahrradtouren wurde schließlich ein Buch, das er 1948 unter dem Titel „Suffolk Summer“ veröffentlichte. Dieses Buch wurde zu einem Verkaufserfolg und es erlebte immer wieder Reprints und war viele Jahre lieferbar. Der Amerikaner schreibt darin u.a. über die Kirchen, die er aufsuchte und über sein Hobby, das Brass-Rubbing.  „Suffolk Summer“ ist ein Dokument des Landlebens in East Anglia Mitte des 20. Jahrhunderts.

John Tate Appleby ging wieder nach Arkansas zurück, wo er sich intensiv mit der englischen Geschichte beschäftigte und mehrere Biografien englischer Könige verfasste. Er sollte nie wieder in sein geliebtes Suffolk zurückkehren, aber er machte der Stadt Bury St Edmunds ein Geschenk in Form eines Rosengartens, wofür er die Einnahmen aus seinem Buch „Suffolk Summer“ verwendete. Auf sechzehn Rosenbeeten sind über 400 Rosenbüsche versammelt, die einen Teil des Abbey Gardens bilden, die wiederum zu den Ruinen der Bury St Edmunds Abbey gehören. Der großzügige Stifter des Rosengartens ist im Namen „Appleby Rose Garden“ verewigt worden.

An die in Suffolk stationierten und im Einsatz gefallenen US-Soldaten erinnert ein Gedenkstein im Rosengarten. Eine recht ungewöhnliche Sitzbank ist hier auch zu finden, die aus Teilen einer Tragfläche eines B17 Flying Fortress Bombers gefertigt wurde.

Die Abbey Gardens sind täglich geöffnet und liegen mitten im Zentrum von Bury St Edmunds am Angel Hill. Dieser Film zeigt einen Rundgang.

Das War Memorial im Appleby Rose Garden.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das  an die gefallenen US-Soldaten erinnernde War Memorial im Appleby Rose Garden.
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Der Grizedale Sculpture Park in Cumbria

Das Grizedale Visitor Centre.    © Copyright Nigel Mykura and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Grizedale Visitor Centre.
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Zwischen dem Lake Windermere und dem Coniston Water im Lake District liegt der Grizedale Forest, in den ein „Sculpture Park“ integriert ist. Seit 1977 haben Künstler aus aller Welt hier ihre Skulpturen aufgestellt; zurzeit sind es 40, von denen einige nur vorübergehend, einige aber auch auf Dauer hier im Wald zu sehen sind.
Im Besucherzentrum kann man sich vorab schon einmal informieren, wo die einzelnen Kunstwerke zu finden sind, die man dann zu Fuß oder per Fahrrad aufsuchen kann. Ich habe hier einmal einige Beispiele aufgeführt:

Sehr schön finde ich den Red Sandstone Fox von Gordon Young, der 1991 aufgestellt wurde. Young wurde zuletzt durch seinen „Comedy Carpet“ auf der Promenade von Blackpool bekannt, das wohl größte Kunstwerk in Großbritannien.

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Seit 1994 ist die Skulptur „Stag Herd Roof“ von Andy Frost im Grizedale Forest zu finden, eine kleine Herde von Hirschen und Rehen, die auf einem Dach stehen. Der Künstler hat noch fünf weitere Skulpturen erschaffen, die im Wald verteilt sind.

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Between Elephants“ heißt ein Kunstwerk von Iraida Cano, ein zu einem Elefanten umgestalteter Felsen, seit 1995 hier vorzufinden. Cano ist eine Künstlerin aus Toledo in Spanien.

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Die „Lady of the Water“ wurde von der irischen Künstlerin Alannah Robins geschaffen und 1995 aufgestellt. Das Werk gehört zu den besten Frauenskulpturen Großbritanniens, so die Zeitung „The Guardian.

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Großartig ist David KempsAncient Forester “ aus dem Jahr 1988, der noch einen Bruder, „Ancient Forester 2“ hat, der sieben Jahre später in die Skulpturensammlung hier im Lake District aufgenommen wurde.

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The George Harrison Memorial Garden in Aldenham (Hertfordshire)

Das Manor House.   © Copyright Darrin Antrobus and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Bhaktivedanta Manor.
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Im Februar 1973 wurde aus dem Piggott’s Manor in Aldenham bei Watford in der Grafschaft Hertfordshire das Bhaktivedanta Manor, das seitdem der International Society for Krishna Consciousness (ISKCON) gehört, besser bekannt als Hare Krishna Bewegung. Der Beatle George Harrison war ein großer Anhänger und Förderer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein, und sein „My Sweet Lord“ stellte ein Loblied auf den Hindu-Gott Krishna dar.

Als die ISKCON Anfang der 1970er Jahre ein neues Hauptquartier suchte, da ihre Zentrale in London zu klein geworden war, sprang George Harrison ein, kaufte Piggott’s Manor und schenkte es 1973 der Organisation, die bis heute hier in Hertfordshire Besucher aus aller Welt empfängt.

Als George Harrison am 29. November 2001 starb, gelobte man, dem großzügigen Förderer eines Tages im Bhaktivedanta Manor ein Denkmal in Form eines Gartens zu setzen. Am 25. Mai 2013, vierzig Jahre nach der Eröffnung des Manors, wurde der George Harrison Memorial Garden feierlich eröffnet, in Anwesenheit von Georges Witwe Olivia. Ihr Mann liebte diesen bewaldeten Teil hinter dem Manor House ganz besonders und hier wurden denn auch seine Lieblingspflanzen angebaut wie Ahorn, Birke, Farne und Japanische Anemonen. Der ehemalige Beatle hatte sich in seinem Haus Friar Park (ich berichtete in meinem Blog über das Anwesen) auch intensiv um die Anlage der Gärten dort gekümmert.

Der George Harrison Memorial Garden ist achteckig angelegt und als Meditationspark konzipiert; die einzelnen Teile tragen die Namen: Faith, Spiritual Company, Resolve, Delight, Attachment, Love, Longing und Union. Dieser Film zeigt einen Rundgang durch den Garten.

Die Bewohner von Aldenham waren nicht immer von dem Hare Krishna-Hauptquartier begeistert, denn es zog sehr viele Menschen an, die alle durch ihr Dorf fuhren; bei manchen besonderen Anlässen waren das schon einmal bis zu 15 000 am Tag. Die zuständigen Behörden versuchten durch bestimmte Maßnahmen den Besucherstrom zu reduzieren, das Bhaktivedanta Manor stand sogar einmal kurz vor dem Aus, doch dann einigte man sich darauf, dass eine neue Zufahrt gebaut wurde, die Aldenham umging und dort wieder für mehr Ruhe sorgte.

Im Manor werden geführte Touren angeboten, bei denen man sowohl das Innere des Hauses als auch den George Harrison Memorial Garden zu sehen bekommt.

Bhaktivedanta Manor
Hilfield Lane,
Aldenham

Near Watford, Hertfordshire

Der George Harrison geweihte Garten.   © Copyright Darrin Antrobus and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der George Harrison geweihte Garten.
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Ein anderer Teil des Gartens.    © Copyright Darrin Antrobus and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein anderer Teil des Gartens.
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Die Schwarzkiefer in den Kew Gardens oder Der Blitz schlägt nicht zweimal am gleichen Ort ein – widerlegt

Die von Schicksalsschlägen heimgesuchte Kiefer in den Kew Gardens.   © Copyright Keith Edkins and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die von Schicksalsschlägen heimgesuchte Kiefer in den Kew Gardens.
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Corsican Pines, auf Deutsch Schwarzkiefer, auf Latein Pinus nigra, ist eine Kiefernart, die bevorzugt im Mittelmeerraum wächst. Ein Baum dieser Spezies wächst auch in den Royal Botanic Gardens in Kew im Südwesten von London. Der Botaniker Richard Anthony Salisbury brachte den 10 cm hohen Setzling im Jahr 1814 aus dem Süden Frankreichs nach England und pflanzte ihn hier im Park ein. Im Laufe seines etwas mehr als 200jährigen Lebens musste der arme Baum mehr Schicksalsschläge einstecken, als die meisten seiner Artgenossen. Anfang des 20. Jahrhunderts krachte ein Flugzeug in die Krone der Schwarzkiefer und säbelte den oberen Teil ab, so dass sie eine Zeit lang verunstaltet ihr Leben fristen musste. Damit nicht genug: Zweimal schlug auch noch ein Blitz in den Baum ein (zuletzt 1992), was den Spruch widerlegt, dass der Blitz nicht zweimal am gleichen Ort einschlägt.  Damit das nicht ein weiteres Mal passiert, hat man an der Corsican Pine einen Blitzableiter angebracht. Einige Narben als Hinterlassenschaft dieser Naturereignisse kann man heute noch am Stamm des Baumes sehen.

Wer sich die schwer geprüfte Schwarzkiefer einmal ansehen möchte, sie steht ganz in der Nähe der Orangerie, die heute als Restaurant genutzt wird, und ist am besten über das Elizabeth Gate zu erreichen.

Die Corsican Pine im Winter. Author: Kew on Flickr. Creative Commons 2.0

Die Corsican Pine im Winter.
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Published in: on 10. März 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Snowdrop Festivals in England

Snowdrops im Welford Park in Berkshire.   © Copyright Len Williams and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Snowdrops im Welford Park in Berkshire.
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Der Winter ist noch nicht vorbei und vom Frühling ist noch nichts zu spüren, doch die „snowdrops“, die Schneeglöckchen, können es nicht erwarten und stehen schon im Februar in vielen Parks und Vorgärten in voller Blüte. Am Snowdrop Festival des National Gardens Scheme  („opening gardens of quality, character and interest to the public for charity“) nehmen in diesem Jahr über 100 Gärten teil, die ihre Pforten interessierten Besuchern öffnen. Ich habe hier einmal einige der Festivalteilnehmer aufgelistet.

Welford Park bei Newbury in  Berkshire. Vom 3. Februar bis zum 6. März steht hier alles unter dem Thema „Schneeglöckchen“. Im Snowdrop Shop kann man Tassen, Handtücher, Küchenhandschuhe und vieles mehr mit Schneeglöckchenmotiven kaufen und sich anschließend in den Snowdrop Tearooms erfrischen. Aber vorher sieht man sich natürlich die Schneeglöckchenfelder an, die sich entlang des River Lambourn ziehen. Welford Park ist in den letzten beiden Jahren noch bekannter geworden, weil hier die Folgen der immens populären BBC-Serie The Great British Bake Off gedreht wurden.

East Lambrook Manor Gardens in Somerset. Die legendäre Gärtnerin Margery Fish hat hier einen ganz besonders sehenswerten Garten angelegt (ich berichtete in meinem Blog darüber), darunter eine Kollektion von Schneeglöckchenarten.

Colesbourne Gardens in Gloucestershire. Hier finden in der Nähe von Cheltenham im Februar die Snowdrop Weekends statt, an denen man sich die unterschiedlichsten Schneeglöckchenarten ansehen kann. Auf den Webseiten kann man an einem Schneeglöckchen-Kreuzworträtsel teilnehmen.

Hodsock Priory in Nottinghamshire. In den Gärten findet sich eine umfangreiche Sammlung von „snowdrops“, die Namen tragen wie Galanthus Robin Hood, Galanthus Desdemona und Galanthus Lady Beatrix Stanley.

Hier ist eine Liste der am Snowdrop Festival des National Gardens Scheme teilnehmenden Gärten.

Schneeglöckchen in den East Lambrook Manor Gardens in Somerset.   © Copyright Eugene Birchall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Schneeglöckchen in den East Lambrook Manor Gardens in Somerset.
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Colesbourne Park snowdrops.   © Copyright Ruth Sharville and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Colesbourne Park snowdrops.
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Schneeglöckchen in den Gärten der Hodsock Priory in Nottinghamshire.   © Copyright Martin Dawes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 21. Februar 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Patrick Taylor: Englische Gärten

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

2130 Gramm bringt Patrick Taylors Buch „Englische Gärten: Landschaftsparks und Cottage Gardens in Grossbritannien und Irland“ auf die Waage, ein richtig schönes Coffee Table-Buch. Die deutsche Übersetzung erschien 2005 im Dorling Kindersley-Verlag und ist leider vergriffen, aber natürlich gebraucht problemlos im Internet zu bekommen. Auch die Originalausgabe „The Gardens of Britain and Ireland: The Definitive Reference and Guide To 2000 Beautiful Gardens“ ist in Großbritannien aus den Regalen der Buchhandlungen verschwunden. Schade eigentlich, dass es nicht wieder aufgelegt worden ist. Allein schon das Blättern in dem schwergewichtigen Werk macht Spaß und man liest sich schnell fest.

Patrick Taylor ist ein Spezialist für Gärten im Allgemeinen und für britische Gärten im Besonderen. So ist er u.a. auch Herausgeber des 584-Seiten-Werks „The Oxford Companion To The Garden„, das 2006 erschien. Regelmäßig schreibt er für Gartenzeitschriften wie „The Garden“ und „Garden Illustrated“.

In keinem Land der Welt findet man auf so engem Raum so viele alte Gärten mit einer so großen Vielfalt an Stilrichtungen wie in Großbritannien und Irland“ bringt es der Autor im ersten Satz der Einführung auf den Punkt. Welcher Tourist auf der Insel besucht nicht irgendwann einmal einen dieser wunderschönen Gärten und Parks, in denen man so herrlich entspannen und spazieren gehen kann?
Das Buch ist nach Regionen gegliedert und beginnt im Südwesten mit den Abbotsbury Subtropical Gardens bei Weymouth in Dorset. Am Ende jeden Artikels, der mit qualitativ hochwertigen Fotos illustriert ist, findet man eine Informationsbox, in der die Anschrift, die exakte Zufahrtsbeschreibung, der Eigentümer und die Öffnungszeiten des jeweiligen Gartens genannt sind.

Am Ende des 440 Seiten-Buches ist ein sehr detailliertes Register, ein Glossar und ein äußerst bescheidenes Literaturverzeichnis mit nur 5 Titeln; das hätte man auch weglassen können. Ein so schönes Buch hätte ein großzügigeres Verzeichnis von weiterführender Literatur verdient.

Patrick Taylor: Englische Gärten: Landschaftsparks und Cottage Gardens in Grossbritannien und Irland. Dorling Kindersley 2005. 440 Seiten. ISBN 978-3-8310-0781-3

Published in: on 11. Dezember 2015 at 02:00  Comments (1)  

The Great Vine – Der größte Weinstock der Welt in Hampton Court (Surrey)

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Wenn man sich etwas näher mit englischen Parks und Gärten beschäftigt, stößt man allenthalben auf einen Namen: Lancelot „Capability“ Brown. Dieser viel beschäftigte Landschaftsarchitekt lebte von 1716 bis 1783 und hatte u.a. im Chatsworth House, Blenheim Palace, Harewood Hous und im Belvoir Castle gearbeitet und das ist nur eine ganz kleine Auswahl seiner Wirkungsstätten. Auch bei der Gestaltung der Gärten im Hampton Court Palace in Surrey hatte er seine Hände im Spiel und im nächsten Jahr wird es vom 6. bis zum 8. Juni anlässlich seines 300. Geburtstages hier eine Tagung geben mit dem Thema „Capability Brown Royal Gardener – The Man and His Business – Past, Present and Future“.

Vielleicht ist es vielen Besuchern von Hampton Court nicht bekannt, dass in einem der Glashäuser in den Gärten der größte und wohl auch älteste Weinstock der Welt, The Great Vine, wächst, den Mr. Brown im Jahre 1769 gepflanzt hat. Die kleine Pflanze stammte aus dem Valentines Mansion bei Ilford in Essex, das die Witwe des Erzbischofs von Canterbury, Lady Tillotson, 1696 erbauen ließ. Capability Brown hätte sich damals nicht träumen lassen, dass sein Weinstock auch nach 246 Jahren existiert und Jahr für Jahr eine reiche Ernte bringt. Rund 5 bis 6 Zentner Trauben werden durchschnittlich jedes Jahr geerntet, Trauben, die die Besucher im September in Hampton Court auch kaufen können (in fester, nicht in flüssiger Form!). Queen Victoria hatte die Traubenernte noch für sich in Beschlag genommen, ihr Nachfolger, Edward VII, mochte wohl Weintrauben nicht besonders, denn er gab die Order, die Früchte vor Ort an die Besucher zu verkaufen.

The Great Vine beansprucht ein Glashaus ganz für sich allein, das schon erweitert werden musste, da die Pflanze wucherte und wucherte. Manche Ranken sind über 30 Meter lang. Wer möchte, kann sich diese Seltenheit ansehen; es gibt eine spezielle „viewing area“ für Besucher. Hier ist ein Schwenk über The Great Vine.

Der Eintrittspreis für Hampton Court beträgt zurzeit £19.30.
Wie man zum Palast kommt, zeigt diese Animation.

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Valentines Mansion in Essex. Von hier stammt der Setzling des Great Vines.   © Copyright Ian Cranston and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die Morgenländische Platane in Corsham Court (Wiltshire) – Großbritanniens größter Baum

Corsham Court. Author: Rodhullandemu. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Corsham Court.
Author: Rodhullandemu.
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Er ist nicht der höchste, nicht der älteste, aber der größte Baum in ganz Großbritannien, was seinen Gesamtumfang anbelangt, der umfasst nämlich etwa die Fläche eines ganzen Fußballfeldes: Die Morgenländische Platane (Oriental Plane) auf dem Geländes des Corsham Courts in Corsham (Wiltshire). Hier ist ein Foto zu sehen. Der Baum ist so riesig, dass viele seiner unteren Äste bis zum Boden reichen und dort selbst wieder Wurzeln geschlagen haben. Gepflanzt wurde der Baum um das Jahr 1760 herum von einem der berühmtesten Landschaftsgärtnern Englands, von Lancelot „Capability“ Brown. Brown erhielt damals den Auftrag, den Park des herrschaftlichen Hauses zu erweitern und komplett umzugestalten, was er dann auch tat und dazu gehörte auch die Neubepflanzung von Bäumen wie zahlreichen Zedern und eben dieser speziellen Platane, die ihren Ursprung im Mittleren Osten hat. Rund 40 Jahre später ergänzte ein anderer Landschaftsgärtner, der in der Nachfolge Capability Browns stand, Humphry Repton, die Bepflanzung des Parks von Corsham Court durch Rosskastanien, Schwarznussbäume, Rotbuchen und Trompetenbäume.

Baumliebhaber werden hier im Park von Corsham Court voll auf ihre Kosten kommen. Das sehenswerte Haus befindet sich in Privatbesitz und ist zu besichtigen; im Winterhalbjahr nur am Wochenende, sonst täglich außer montags und freitags.

Corsham Court liegt am östlichen Ortsrand von Corsham und ist von der A4 aus ausgeschildert. Zur nächst größeren Stadt, nach Chippenham, sind es rund sieben Kilometer.

Übrigens sind laut Tree Register die ältesten Bäume Großbritanniens (nach Schätzungen 5000 Jahre alt) in Schottland und Wales zu finden; in Fortingall (Perthshire), in Discoed (Powys) und in Llangernyw (Conwy). Der höchste Baum Großbritanniens steht neben dem Loch Fyne (Argyll) in Schottland und misst 64 Meter.

Das Buch zum Artikel:
Owen Johnson: Champion Trees of Britain and Ireland – The Tree Register Handbook. Royal Botanic Gardens 2011. 300 Seiten. ISBN 978-1842464526.

 

Published in: on 12. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  
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West Wycombe Park (Buckinghamshire) Teil 1 – The Temple of Music

The Temple of Music. Author: John Griffiths. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

The Temple of Music.
Author: John Griffiths.
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Francis Dashwood, 15. Baron le Despencer (1708-1781) war eine der schillerndsten Figuren im England des 18. Jahrhunderts. Der Politiker ist heute vor allem noch als Gründer des exzentrischen Hellfire Clubs in Erinnerung geblieben, den er 1740 gründete. In dem Club trafen sich vornehmlich Mitglieder der höheren Gesellschaftsschichten, um dort ihren „Ausschweifungen nachzugehen“.

Dashwood hatte seinen Wohnsitz im West Wycombe Park in Buckinghamshire, einem beeindruckenden Haus, das von palladianischen und neoklassizistischen Baustilen geprägt ist. Seit 1943 befindet sich West Wycombe Park in den Händen des National Trusts. Nicht nur das Haus, auch der Park ist sehenswert mit seinen vielen kleinen Tempeln, die über das Anwesen verstreut sind.
Neben dem Tempel der Venus und dem Tempel des Apollo sticht dabei vor allem The Temple of Music hervor, der auf einer Mini-Insel in einem künstlich angelegten See liegt, der in Form eines Schwans gestaltet ist. Gebaut wurde der Tempel von dem Architekten (und Hellfire-Club-Mitglied) Nicholas Revett zwischen 1778 und 1780, einem Verfechter des Greek Revival-Stils. Den Temple of Music kann man nur mit dem Boot erreichen und so bot sich das Gebäude natürlich für private Feste an, bei denen man unter sich bleiben wollte…

Theater- und Musikaufführungen fanden hier auch einmal statt, die Überreste einer Bühne sind noch zu erkennen. Vorbild für den Temple of Music war der römische Tempel der Vesta auf dem Forum Romanum, in dem die Vestalinnen, zur Jungfräulichkeit verpflichtete Priesterinnen, ein heiliges Feuer bewachten.

Der Film „The Music Lovers“ (1970; dt. „Tschaikowsky – Genie und Wahnsinn“) wurde auf dem Gelände des West Wycombe Parks gedreht und einige Szenen zeigen auch den Temple of Music. Sehr passend zu dem schwanenförmig angelegten See ist, dass Tschaikovskys „Schwanensee“ auf dem Rasen vor West Wycombe House aufgeführt wird. Hier sind einige Ausschnitte aus dem Film.

Es ist noch gar nicht so lange her, da fanden Dreharbeiten für einige Szenen der ITV-Serie „Downton Abbey“ hier in West Wycombe statt. Das Haus dient in den Filmen als Lady Rosamunds Londoner Wohnsitz am Belgrave Square.

Über die nahegelegene Kirche St Lawrence, die für Sir Francis Dashwood auch eine Rolle spielte, habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben.

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Nicholas Revett, der Erbauer des Musiktempels. his image (or other media file) is in the public domain because its copyright has expired.

Nicholas Revett, der Erbauer des Musiktempels.
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Das Festival of Garden Literature 2014 im Petworth House (West Sussex)

Petworth House und er von Capability Brown angelegte See.    © Copyright Stephen Craven and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Petworth House und der von Capability Brown angelegte See.
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An diesem Wochenende (21./22. Juni) findet zum zweiten Mal das Festival of Garden Literature statt, das vom Londoner Garden Museum veranstaltet wird. Schauplatz ist in diesem Jahr das Petworth House in der Grafschaft West Sussex. Unter dem Motto „A Friend, a Book and a Garden“ wendet sich diese Veranstaltung an alle Garten- und Literaturfreunde, die zwei Tage lang in der beeindruckenden Atmosphäre dieses Stately Homes und seiner Gärten und Parks  Vorträge über beide Themen zu hören bekommen. Angelegt wurden die Gärten von dem Landschaftsarchitekten Capability Brown. Petworth House gehört seit 1947 dem National Trust, wird aber noch immer vom Baron Egremont und seiner Frau als Familiensitz bewohnt, die auch die Gastgeber des Festivals sind. Da Baron Egremont selbst Schriftsteller und seine Frau Gartendesignerin ist, hat das Garden Museum den idealen Veranstaltungsort ausgesucht.

Am Samstagmorgen beginnt das Festival mit einem Vortrag von Lady Egremont über die Geschichte der Petworth Gardens, gefolgt von einem Vortrag über Capability Brown, den George Plumptre hält, Autor zahlreicher Bücher über englische Gärten. Der Nachmittag hat das Thema „The artist and the garden“, wo u.a. auch über den Maler J.M.W. Turner gesprochen wird, der eine Zeit lang im Petworth House gewohnt hat und dessen Gemälde im Haus zu finden sind. Der Sonntagvormittag steht unter dem Motto „Gardens influencing history“ mit Vorträgen von Robin Lane Fox (Historiker und Spezialist für Garten- und Landschaftsgestaltung) und Chris Mullin (ehemaliges Parlamentsmitglied und begeisterter Hobbygärtner), während am Nachmittag über das Thema „What we say about gardens, and what they say about us“ gesprochen wird. Zu hören sind Vorträge z.B. von Anna Pavord (Schriftstellerin und Kolumnistin des „Independent“) über Gärten in Romanen und Victoria Glendinning (Schriftstellerin und Biografin) über „What can gardens tell us about a person’s life?“

Bereits das erste Festival of Garden Literature im letzten Jahr war ein Erfolg für die Veranstalter. Es fand auf dem Gelände der Serge Hill Gardens bei Bedmond in Hertfordshire statt.

Übrigens: Das Londoner Garden Museum steht direkt an der Themse auf der Südseite der Lambeth Bridge an der Lambeth Palace Road in der ehemaligen Kirche St Mary-at-Lambeth.

In den Petworth House Gardens.    © Copyright Len Williams and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In den Petworth House Gardens.
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Das Londoner Garden Museum in einer ausgedienten Kirche. Links der Lambeth Palace.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Londoner Garden Museum in einer ausgedienten Kirche. Links der Lambeth Palace.
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The Roman Temple im Windsor Great Park bei Virginia Water

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1816 brachte das Schiff HMS Weymouth eine ganze Ladung Ruinen von Libyen nach England, Ruinen, die in der alten von den Römern erbauten Stadt Leptis Magna standen und dort einmal eine Tempelanlage bildeten. Es war ein Geschenk des Paschas von Tripolis an den Prinzregenten und späteren König George IV. Man lagerte die alten Steine erst einmal im Britischen Museum in London; die Idee, den antiken Tempel in irgendeiner Weise als Vorhalle in den Eingangsbereich des Museums zu integrieren, wurde wieder verworfen.

Der Gartenarchitekt Sir Jeffry Wyattville hatte eine bessere Idee, als er 1826 die Leptis Magna-Ruinen sah. Er war mit umfangreichen Umgestaltungsarbeiten am Windsor Castle und dem Windsor Great Park beauftragt, und so platzierte er den römischen Tempel in einen Teil des Parks, der ganz in der Nähe des Virginia Water liegt, das ist ein See auf dem riesigen Parkgelände. Der gleichnamige Ort liegt gleich daneben, auf der anderen Seite der A30. Der Temple of the Gods war nun statt des libyschen trockenen Wüstenklimas dem feuchten englischen Wetter ausgesetzt, das dann auch erwartungsgemäß seine Spuren auf den Säulen hinterließ, d.h. man muss ständig Restaurierungsarbeiten durchführen, um die Anlage zu erhalten.

Man kann die Ruinen im Windsor Great Park von der Blacknest Road aus sehen, das ist die A329, die in Virginia Water von der A30 in westlicher Richtung abzweigt. Die Blacknest Road ist eine sehr schöne, auf beiden Seiten von Bäumen gesäumte Straße, die streckenweise einen richtigen Tunnel bilden. Hier findet man u.a. das luxuriöse Coworth Park Hotel und The Belvedere Arms, ein „Country Pub & Eating House“.

Hier ist ein Film über die Ruinen.

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Published in: on 28. Mai 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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