The Roman Temple im Windsor Great Park bei Virginia Water

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1816 brachte das Schiff HMS Weymouth eine ganze Ladung Ruinen von Libyen nach England, Ruinen, die in der alten von den Römern erbauten Stadt Leptis Magna standen und dort einmal eine Tempelanlage bildeten. Es war ein Geschenk des Paschas von Tripolis an den Prinzregenten und späteren König George IV. Man lagerte die alten Steine erst einmal im Britischen Museum in London; die Idee, den antiken Tempel in irgendeiner Weise als Vorhalle in den Eingangsbereich des Museums zu integrieren, wurde wieder verworfen.

Der Gartenarchitekt Sir Jeffry Wyattville hatte eine bessere Idee, als er 1826 die Leptis Magna-Ruinen sah. Er war mit umfangreichen Umgestaltungsarbeiten am Windsor Castle und dem Windsor Great Park beauftragt, und so platzierte er den römischen Tempel in einen Teil des Parks, der ganz in der Nähe des Virginia Water liegt, das ist ein See auf dem riesigen Parkgelände. Der gleichnamige Ort liegt gleich daneben, auf der anderen Seite der A30. Der Temple of the Gods war nun statt des libyschen trockenen Wüstenklimas dem feuchten englischen Wetter ausgesetzt, das dann auch erwartungsgemäß seine Spuren auf den Säulen hinterließ, d.h. man muss ständig Restaurierungsarbeiten durchführen, um die Anlage zu erhalten.

Man kann die Ruinen im Windsor Great Park von der Blacknest Road aus sehen, das ist die A329, die in Virginia Water von der A30 in westlicher Richtung abzweigt. Die Blacknest Road ist eine sehr schöne, auf beiden Seiten von Bäumen gesäumte Straße, die streckenweise einen richtigen Tunnel bilden. Hier findet man u.a. das luxuriöse Coworth Park Hotel und The Belvedere Arms, ein „Country Pub & Eating House“.

Hier ist ein Film über die Ruinen.

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Published in: on 28. Mai 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Sissinghurst Castle Gardens in Kent – Fest eingeplante Station bei allen Busrundreisen durch Südengland

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Die Sissinghurst Castle Gardens in Kent gehören zu den beliebtesten Attraktionen, die der Süden Englands zu bieten hat. Keine Busrundreise, die diese auch wirklich sehenswerten Gärten auslässt. Wir waren an einem Sonntagmittag vor drei Wochen dort und der Parkplatz war voll, auch einige Reisebusse aus Deutschland hatten sich eingefunden. Das Granary Restaurant und das Old Dairy Café waren komplett besetzt, so dass unser Lunch ausfallen musste (kurz vorher mussten wir auch das nahegelegene The Three Chimneys mit leerem Magen verlassen, da deren Tische alle vorgebucht worden waren).

Aber egal: Die Gartenanlagen entschädigten uns dafür. Was Vita Sackville-West und ihr Ehemann Harold Nicolson in den 1930er Jahren da gartenplanerisch auf die Beine gestellt haben, ist schon beeindruckend. Jeder Teil der Castle Gardens ist anders in der Gestaltung, der Bepflanzung, der Farben und der Düfte. Um die Pflege der Anlage kümmern sich acht fest eingestellte Gärtner, die von freiwilligen Helfern unterstützt werden.

Der Turm von Sissinghurst ist zu besichtigen, aber manchmal so voll, dass es auf der Wendeltreppe eng werden kann, wenn sich die auf- und absteigenden Besuchermassen aneinander vorbeizwängen (und nicht ganz ungefährlich!). Dafür hat man, oben angekommen, eine sehr schöne Aussicht auf das Umland.

Mein Favorit in den Sissinghurst Castle Gardens ist das South Cottage, von dem ich einige Fotos gemacht habe, eines davon ist unten zu sehen. Das Erdgeschoss hatte sich seinerzeit Harold Nicolson als Werkstatt eingerichtet, während Vita Sackville-West ihr Schlafzimmer im ersten Stock hatte.

Wer sich näher mit den Gärten, die dem National Trust gehören, beschäftigen möchte, der kann auf einige Bücher zurückgreifen, die darüber geschrieben worden sind; in deutscher Übersetzung z.B. „Sissinghurst. Der schönste Garten Englands“ von Tony Lord (vergriffen, aber problemlos über Online-Händler zu bekommen) oder „Sissinghurst: Portrait eines Gartens“ von Vita und Harold selbst geschrieben (ebenfalls im Buchhandel vergriffen; zahlreiche Angebote z.B. bei Amazon Marketplace).

Ich belasse es hier bei diesen wenigen Informationen, denn es ist schon viel an anderer Stelle über die Gärten gesagt worden. Ein Besuch lohnt sich immer, egal zu welcher Jahreszeit!

Hier ist ein Film über die Gärten.

Das South Cottage. Eigenes Foto.

Das South Cottage.
Eigenes Foto.

Der Turm. Eigenes Foto.

Der Turm.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Published in: on 11. Juni 2013 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Gilbert Randoll Coate und die Irrgärten

Der Irrgarten im Park von Blenheim Palace.    © Copyright Paul Shreeve

Der Irrgarten im Park von Blenheim Palace.
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Gilbert Randoll Coate (1909-2005) war schon ein erstaunlicher Mann. Im Zweiten Weltkrieg nahm er an einer umfangreichen militärischen Operation in Norwegen teil, der Operation Archery, die den deutschen Truppen große Verluste bereitete. Dann half er der griechischen Widerstandsbewegung, die Stadt Kalamata zu befreien. Nach dem Krieg ging er in den diplomatischen Dienst Großbritanniens und arbeitete in vielen Ländern der Welt. Doch nicht durch sein abenteuerliches Leben ist Coates bis heute in Erinnerung geblieben, sondern durch sein Arbeit als „Maze Designer„, als Designer von Irrgärten.

Irrgärten sind speziell in England sehr beliebt und so manches Stately Home bietet so eine Anlage für seine Besucher an, die sich dann mehr oder weniger anstrengen müssen, den Weg wieder hinauszufinden. Coate liebte es, diese „mazes“ zu entwerfen und seine Spezialität war, Irrgärten in symbolischer Form anzulegen. Er begann damit 1975 in Lechlade (Gloucestershire), wo er einen Hecken-Irrgarten in Form eines menschlichen Fußes entwarf, 57 m lang und 29 m breit und aus 3000 Eiben bestehend.

1979 tat sich Coate mit einem anderen „Maze-Fan“ zusammen, Adrian Fisher, und beide gründeten die Firma Minotaur Designs, die in den folgenden Jahren 15 weitere Irrgärten anlegte, darunter:

– das Marlborough Maze auf dem Gelände des Blenheim-Palastes, 90 x 56 m groß.
– das Leeds Castle Maze in Kent, das 48 x 48 m misst
– das Archbishop’s Maze in Greys Court in Oxfordshire, 1981 vom Erzbischof von Canterbury, Dr. Robert Runcie, eröffnet.
– das Alice in Wonderland Maze im Adventure Wonderland in Dorset.
– das Lunar Labyrinth und das Sun Maze im Park von Longleat, dessen exzentrischer Besitzer, der Marquess of Bath, Irrgärten geradezu sammelt, denn dort stehen noch vier weitere.

Das ist nur eine kleine Auswahl aus dem Schaffen von Randoll Coate. Insgesamt über 50 Irrgärten soll er gestaltet haben, darunter auch einige für Privatgärten und einige in anderen Ländern.

1986 stellte Coate die „Seven Golden Rules for Making a Maze“ auf, von denen die siebte lautet:
„Do not allow the cost of the maze to cloud your enjoyment of a creation which will bring pleasure to young and old for generations to come. You will have given our world of harsh reality and mindless speed a timeless oasis, a leisurely paradise, the substance of a dream.“

Das Buch zum Artikel:
John Southcliffe Martineau: Mazes and Labyrinths – In Great Britain. Wooden Books 2005. 64 Seiten. ISBN 978-1904263333.

Archbishop's Maze in Grey's Court.    © Copyright Paul Gillett

Archbishop’s Maze in Grey’s Court.
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Leeds Castle Maze.    © Copyright Nick Smith

Leeds Castle Maze.
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Published in: on 11. Mai 2013 at 02:00  Comments (4)  
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Libanon-Zedern – Schmuckstücke in den Parks englischer Stately Homes

Audley End und seine wunderschöne Zeder.   © Copyright Keith Evans

Audley End und seine wunderschöne Zeder.
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Für mich sind es die schönsten Bäume überhaupt – die Libanon-Zedern, die man in den Parkanlagen vieler englischer Stately Homes antrifft. Die Cedrus libani, so ihr lateinischer Name, kommt aus dem Mittelmeerraum und ziert die Nationalflagge des Staates Libanon. Der Baum kann bis zu 50 Metern hoch und über 1000 Jahre alt werden. Manchmal werden die Äste der Zedern so schwer, dass sie abbrechen, und ich habe schon Bäume gesehen, deren Äste gestützt werden mussten wie die eines besonders schönen Exemplars, das 1762 von Capability Brown in Audley End bei Saffron Walden in Essex gepflanzt wurde.

Brown und andere Landschaftsgärtner verwendeten die Libanon-Zedern gern für die Gestaltung der weitläufigen Garten- und Parkanlagen in englischen Herrenhäusern.

Wer die TV-Serie „Downton Abbey“ verfolgt hat, kann in den Szenen, die vor dem Highclere Castle in Hampshire gedreht worden sind, das ja als Downton Abbey fungiert, sehr schöne Zedern sehen, die damals der zweite Earl of Carnarvon pflanzte, aus Samen, die der Pflanzensammler Stephen Pococke aus dem Libanon mitgebracht hatte. 56 Exemplare sollen auf dem Gelände von Highclere Castle stehen.

Besonders schöne Libanon-Zedern (es wird behauptet, sie seien die schönsten in ganz England)  finden sich in den Parkanlagen von Wilton House bei Salisbury in Wiltshire. Der vierte Earl of Pembroke pflanzte sie in den 1630er Jahren.

Richard Boyle, der dritte Earl of Burlington, und der Gartengestalter William Kent waren von Libanon-Zedern so begeistert, dass sie sie 1726-29 in den Park von Chiswick House im Londoner Stadtteil Chiswick integrierten.

Vor dem Rowton Castle Hotel in der Nähe von Shrewsbury in Shropshire steht eine besonders bemerkenswerte Libanon-Zeder, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann, als ich dort einmal wohnte. Sie gilt als eine der größten Europas. Das Cedar’s Restaurant im Hause wurde nach dem Baum benannt und es gibt hier auch einen Cedar Room (mit Himmelbett!).

Diese nur sehr kleine Liste von Häusern mit sehenswerten Libanon-Zedern ließe sich natürlich noch endlos weiterführen; ich hoffe, ich habe damit ein wenig den Appetit geweckt, beim nächsten Besuch einer englischen Parkanlage, sich diese wunderschönen Bäume einmal näher anzusehen.

Highclere Castle.   © Copyright pam fray

Highclere Castle.
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Wilton House.   © Copyright Mike Searle

Wilton House.
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Chiswick House.   © Copyright Alexander P Kapp

Chiswick House.
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Rowton Castle Hotel.   © Copyright Matthew Hatton

Rowton Castle Hotel.
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Published in: on 14. Februar 2013 at 02:00  Comments (1)  
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The National Gardens Scheme – Gärten öffnen für einen guten Zweck

1927 kam man auf die Idee, Gärten, die eigentlich nicht öffentlich zugänglich sind, an bestimmten Tagen des Jahres zu öffnen und die Einnahmen einem guten Zweck zuzuführen. Das Projekt wurde National Gardens Scheme genannt.

Noch heute erfreut sich diese Idee im gartenverrückten England großer Beliebtheit und man konnte 1980, nachdem der National Gardens Scheme Charitable Trust gegründet worden war, die Queen Mother als Schirmherrin gewinnen. Nach ihrem Tod hat Prince Charles dieses Amt übernommen.

Bis heute sind auf diese Weise rund £40 Millionen zusammengekommen, die Wohlfahrtsorganisationen wie z.B. Macmillan Cancer Support oder Help the Hospices zugute gekommen sind.

Um in das National Gardens Scheme aufgenommen zu werden, muss der jeweilige Garten bestimmte Kriterien erfüllen. Nicht die Größe ist maßgebend, sondern die Art der Bepflanzung, das Design oder die Originalität.

Ein absolutes „Muss“ für alle, die diese Gärten besuchen möchten, ist das „Yellow Book„, das jährlich erscheint und alle Gärten auflistet, die am National Gardens Scheme teilnehmen. Hier findet man sämtliche  Informationen über Öffnungstage, Anfahrt und Eintrittspreise. Diese Bibel für englische Gartenfreunde kostet z.B. bei Amazon.uk £6.99, bei Amazon.de £12.99.

Nehmen wir einfach einmal ein Beispiel heraus für das Jahr 2012:
Das Gipsy House in der Whitefield Lane in Great Missenden (Buckinghamshire) hat in diesem Jahr am 10. und 30. Mai, am 14. Juni und am 4. Juli geöffnet.
£4 kostet der Eintritt und es wird Tee gereicht.
Gipsy House war das langjährige Domizil des Schriftstellers Roald Dahl und hier kommen gern Kinder her (die übrigens keinen Eintritt bezahlen müssen), denn Dahl schrieb eine Reihe von sehr populären Kinderbüchern.

Hier ist ein Film über einen Garten in Ashford (Kent), der auch im „Yellow Book“ zu finden ist.

The National Gardens Scheme
Hatchlands Park
East Clandon, Guildford
Surrey, GU4 7RT
Tel. 01483 211535

Nimmt auch am National Gardens Scheme teil: Freezeland Farm bei Lunsford's Cross (East Sussex). - © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 18. April 2012 at 02:00  Comments (1)  
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East Lambrook Manor Gardens in Somerset – Die Wiege des englischen Cottage Gardens

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Eigentlich hatte die Journalistin Margery Fish (1888?-1969) mit Gärten gar nichts am Hute; auch ihr Ehemann Walter, Nachrichtenredakteur bei der Daily Mail als sie ihn kennenlernte, war alles andere als ein Gartenfachmann; und doch sollten die Fishs, besonders Margery, in die Geschichte des englischen Gartenbaus eingehen.

1938 verließ das Journalistenehepaar am Vorabend des 2. Weltkriegs die  Großstadt London und zog in das ländliche Somerset, wo sie das heruntergekommene East Lambrook Manor kauften, ein nicht allzu großes Herrenhaus aus der Tudor-Zeit. Margery und Walter krempelten die Ärmel hoch, um aus ihrem neuen Anwesen wieder etwas zu machen; auch der total verwilderte Garten wurde neu gestaltet, was Margery so gut gelang, dass East Lambrook Manor heute als „Home of English Cottage Gardening“ gilt.

So begeistert war Margery Fish von der Arbeit in ihrem Garten, dass sie mehrere Bücher darüber schrieb, von denen auch einige ins Deutsche übersetzt wurden. In „We Made a Garden„, das 1956 erschien, schildert sie wie sie und ihr Mann aus der Wildnis einen blühenden Garten erschufen. Es folgten Bücher mit den Titeln „Cottage Garden Flowers“, „Gardening in the Shade“ oder „Carefree Gardening“.

Nach Margery Fishs Tod im Jahr 1969 wechselte East Lambrook Manor mehrfach die Besitzer, aber alle legten Wert darauf, den so liebevoll gestalteten Garten so gut wie möglich zu erhalten.

Heute sind die East Lambrook Manor Gardens ein beliebtes Ausflugsziel. In diesem Jahr sind die Gärten seit Februar geöffnet; die Schneeglöckchen „läuteteten“ wie immer die neue Saison ein. Hier ist ein Februar-Spaziergang durch die Gärten zu sehen, in denen die „Snowdrops“ die Hauptrolle spielen.

East Lambrook Manor Gardens
South Petherton
Somerset, TA13 5HH
Tel: 01460 240 328

Das Buch zum Artikel:
Timothy Clark: Margery Fish’s Country Gardening. Garden Art Press 1999. 192 Seiten. ISBN 978-1870673310

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Published in: on 13. März 2012 at 02:00  Comments (2)  
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„English Country Garden“ – Hymne auf die Vielfalt der Blumen in einem typisch englischen Garten

Die Snowshill Manor Gardens in Gloucestershire.
Photo © Stuart Wilding (cc-by-sa/2.0)

Der US-amerikanische Sänger Jimmie Rodgers (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Countrysänger) hatte im Juni 1962 einen großen Hit in England mit seinem Song „English Country Garden„, der es bis auf Platz 5 der Charts schaffte. Darin besingt er mit einer sehr eingängigen Melodie die Blumen, die man in einem typischen englischen Garten findet. Die 1. Strophe lautet so:

How many kinds of sweet flowers grow
In an English country garden?
We’ll tell you now of some that we know
Those we miss you’ll surely pardon
Daffodils, heart’s ease and flox
Meadowsweet and lady smocks
Gentian, lupine and tall hollihocks
Roses, foxgloves, snowdrops,
Blue forget-me-nots
In an English country garden.

Woher stammt nun dieser hübsche Song? Zu finden ist die Melodie in der 1728 uraufgeführten „The Quaker’s Opera„, ein Werk in drei Akten, in dem es um das Leben des berühmten Räubers Jack Sheppard geht und das auf der Londoner Bartholomew Fair gespielt wurde. Das Lied „The Vicar of Bray“ verwendet ebenfalls diese Melodie.

Ein gewisser Percy Grainger beschäftigte sich Anfang des 20. Jahrhunderts mit englischer Volksmusik, fand die Melodie wieder, arrangierte sie neu und widmete sie seinem Freund Edvard Grieg.
Das Lied wurde seitdem in verschiedenen Interpretationen mit leicht veränderten Titeln wie „Country Gardens“ oder „In an English Country Garden“ aufgenommen und veröffentlicht.
Hier ist die Version von Jimmie Rodgers zu hören und hier die Version mit Rolf Harris.


Published in: on 8. Januar 2012 at 02:00  Comments (2)  

Woolsthorpe Manor, Isaac Newton und der Apfelbaum

Newtons Apfelbaum, noch ohne Zaun. - © Copyright Kokai and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Woolsthorpe Manor in der Nähe von Grantham in Lincolnshire gehört heute dem National Trust und war das Geburtshaus des berühmten englischen Naturforschers Isaac Newton (1643 – 1727), das von Anfang März bis Ende Oktober für Besucher geöffnet ist.

Newton kam immer wieder nach Woolsthorpe Manor zurück, so auch 1660, als in Cambridge, wo er studierte, die Pest ausgebrochen war. Im Garten des Hauses soll er eines Tages unter einem der Apfelbäume gesessen und beobachtet haben wie ein Apfel herunterfiel. Warum, so fragte sich Newton, fällt der Apfel nicht waagerecht oder seitwärts herunter, sondern genau senkrecht in Richtung des Erdmittelpunktes? Der junge Student folgerte daraus, dass die Erde den Apfel anziehen muss.
In seinem Werk „Philosophiae Naturalis Principia Mathematica“,  formulierte Newton später das sogenannte Gravitationsgesetz.

Jener berühmte Apfelbaum im Garten von Woolsthorpe Manor wurde 1820 von einem Sturm umgeworfen, doch der Baum ließ sich so leicht nicht unterkriegen und entwickelte neue Wurzeln aus denen dann ein neuer etwas merkwürdig geformter Apfelbaum entstand. Diese Attraktion zieht Jahr für Jahr zahlreiche Besucher nach Lincolnshire, vielleicht sogar zuviele, denn jeder will  gern einmal unter dem Isaac-Newton-Baum stehen, was wiederum die Wurzeln in Mitleidenschaft zieht. So sah man sich in diesem Jahr gezwungen, einen 60 cm hohen Weidenzaun um den Baum herum zu ziehen, um das Wurzelwerk zu schonen.
Die Äpfel gehören übrigens zur Sort „Flower of Kent„, ein Kochapfel, und man darf sie sich vom Baum pflücken, sofern man jetzt noch herankommt.
Ein kleines Stück des Baumes wurde 2010 mit dem Space Shuttle Atlantis ins Weltall genommen. Wenn das Isaac Newton damals gewusst hätte…

Hier sind einige stimmungsvolle Aufnahmen von Woolsthorpe Manor im Film und hier vom berühmten Apfelbaum.

Woolsthorpe Manor
Water Lane
Woolsthorpe by Colsterworth, near Grantham, Lincolnshire NG33 5PD
Telephone: 01476 860338

Das Buch zum Artikel:
Susan Haimes: Woolsthorpe Manor. National Trust 2006. 24 Seiten. ISBN 978-1843592242.

Woolsthorpe Manor. - © Copyright Paul Shreeve and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 1. Dezember 2011 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Kensington Roof Gardens – Eine luxuriöse Gartenidylle hoch über den Dächern von London

„The Spanish Garden“ mitten in Kensington. -© Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Kensington Roof Gardens an der Kensington High Street gelegen, ist die größte Dachgartenanlage Europas, die 1981 von Sir Richard Branson erworben wurde und seiner Firma Virgin Limited Edition gehört. Auf 6000 m² Fläche sind hier drei Gärten, ein Restaurant und ein Club untergebracht.

Da gibt es einmal den „Spanish Garden„, der nach dem Vorbild der Alhambra gestaltet ist; dann den „Tudor Garden„, ein typisch englischer Garten mit vielen Rosen, Glyzinien und Lilien und den „English Woodland Garden“ mit vielen unterschiedlichen Bäumen, einem Gartenteich und Enten und Flamingos.

Die Gärten sind öffentlich zugänglich, wenn sie nicht gerade von einer privaten Gesellschaft gebucht worden sind.

Das „Babylon“ ist ein luxuriöses Restaurant, von dessen Terrasse aus man einen Blick auf den „English Woodland Garden“ hat. Es wurde 2008 zum besten Restaurant Londons gekürt.

The Club“ ist ein Private Members Club, der nur freitags und samstags von 22 Uhr bis 3 Uhr geöffnet ist. „The Roof Gardens is a glamorous place so dress to impress“ heißt es; Eintritt ist nur für Mitglieder und deren Gäste und kostet freitags £20, samstags £ 25.
Hier ist ein Film über die Kensington Roof Garden zu sehen.

Kensington Roof Gardens
99 Kensington High Street
London, W8 5SA

Nachtrag: Im Jahr 2018 wurden die Kensington Roof Gardens für immer geschlossen.
 

Das Restaurant der Kensington Roof Gardens. – © Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

„The English Woodland Garden“. – © Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Das Rasenlabyrinth von Saffron Walden (Essex), das größte seiner Art in England

Das Labyrinth mit Ohren in Saffron Walden. - This work was released into the public domain.

Turf mazes„, also Rasenlabyrinthe haben den Vorteil gegenüber den Heckenlabyrinthen, dass man sich darin nicht verlaufen kann und wenn man keine Lust mehr hat, steigt man einfach aus, anstatt sich genervt stundenlang den richtigen Weg nach draußen zu suchen. Die Wikipedia beschreibt sie so: „Ein Rasenlabyrinth… ist ein großflächiges, begehbares Labyrinthmuster, das in eine ebene Rasenfläche eingeschnitten wurde, meist auf kargem Boden“.

Acht dieser „turf mazes“ gibt es noch in England, von denen das in Saffron Walden in Essex das größte darstellt. Ca 30 m im Durchmesser misst das Labyrinth, das 1699 erstmals erwähnt wurde. Seitdem wurde es immer mal wieder restauriert, zuletzt 1979. Wenn man alle mit Ziegeln ausgelegten Wege vom Rand bis ins Zentrum geht, dann hat man etwa 1500 m zurückgelegt.

Hie sind die anderen, noch verbliebenen Rasenlabyrinthe in England (Infos entnommen aus der Wikipedia):

  • Alkborough (North Lincolnshire): „Julian’s Bower“, christliches Muster, 11 Umgänge
  • Breamore (Hampshire): „Mizmaze“, christliches Muster, 11 Umgänge
  • Dalby (North Yorkshire): „City of Troy“, klassisches Muster, 7 Umgänge
  • Hilton (Cambridgeshire´): „Hilton Maze“, christliches Muster, 9 Umgänge
  • Somerton (Oxfordshire): „Troy Town“, klassisches Muster, 15 Umgänge
  • Winchester (Hampshire): „St. Catherine’s Hill“, christliches Muster, 9 Umgänge, quadratisch
  • Wing (Rutland): „Wing Maze“, christliches Muster, 11 Umgänge

    Das "turf maze" von Saffron Waldon. - © Copyright Jeff Tomlinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 13. Juli 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Der „Perseus and Andromeda Fountain“ in Witley Court (Worcestershire) – Einer der größten Springbrunnen Europas

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Bing Crosby und Stewart Granger wollten ihn in den 1950er Jahren für ihre Rennbahn in Chicago kaufen, den „Perseus and Andromeda Fountain„, einen der größten Springbrunnen Europas, der auf dem Gelände des Witley Court steht.  Dieses großartige Haus in Worcestershire fiel 1937 leider Flammen zum Opfer und wird heute vom English Heritage betreut. Aber auch die verbliebenen Ruinen des Gebäudes sind noch bemerkenswert.

Im Jahr 2003 wurde der gewaltige Brunnen wieder in Betrieb genommen, nachdem die Restaurierungsarbeiten £1 Million verschlungen hatten. Wenn der Perseus and Andromeda Fountain in vollem Betrieb ist, klingt das wie „the noise of an on-coming steam train“.
Der in den 1860er Jahren gebaute Brunnen besitzt 120 Düsen, die zwischen Muscheln, Nymphen und Delfinen versteckt sind und die zentrale Fontäne schießt das Wasser 30 m in die Höhe.

Hier  ist ein Film über Witley Court und seinen Brunnen zu sehen.

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Published in: on 11. Juli 2011 at 04:00  Comments (1)  

Das Tulpenfestival in den Pashley Manor Gardens (East Sussex)

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Am 27. April ist es wieder soweit, dann beginnt in den Pashley Manor Gardens bei Ticehurst in East Sussex das Tulpenfestival 2011.
Rund um das 1550 erbaute Pashley Manor sind sehr schöne Gärten angelegt worden, die seit 1992 auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Eine der Höhepunkte des Gartenjahres ist eben jenes Tulip Festival, das in diesem Jahr schon zum siebzehnten Mal veranstaltet wird. Über 100 verschiedene Tulpenarten blühen in den Gärten und über 20 000 Exemplare gibt es hier zu bewundern. Dazu sind im Manorhaus noch 2000 Tulpen in Vasen aufgestellt. Das Interesse an diesem Frühlings-Blumenmeer ist so groß, dass man das Festival jetzt auf zwölf Tage erweitert hat.
Die Gärten wurden von den jetzigen Besitzern zusammen mit dem schottischen  Gartenarchitekten Anthony du Gard Pasley angelegt.
Die Pashley Manor Gardens bieten im Laufe des Jahres noch weitere Höhepunkte, so gibt es hier im Juni noch ein spezielles Wochenende, das den Rosen gewidmet ist und im Juli und August ist „Lily Time„, da stehen die Lilien im Mittelpunkt des Geschehens.
Etwas Besonderes ist auch das alljährliche „Sculpture in Particular„, da werden zusätzlich zu der Blumenpracht Werke britischer Bildhauer in die Gärten integriert. In diesem Jahr findet diese „Kunst im Garten“-Schau vom 21. bis zum 30. Mai statt.
Hier sind eine Diashow und ein kurzer Film über die Gärten zu sehen.

PASHLEY MANOR GARDENS
Ticehurst
Near Wadhurst
East Sussex
TN5 7HE
Telephone: 0044 (0) 1580 20088

Pashley Manor - © Copyright David Anstiss and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Published in: on 21. April 2011 at 04:00  Kommentar verfassen  
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Abbey House Gardens in Malmesbury (Wiltshire) – Hier wohnen die „Nackten Gärtner“

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Nacktgärtner sind in dem als prüde verschrieenen England sicher nicht oft zu finden. Aber Ian und Barbara Pollard, the Naked Gardeners, tun das mit viel Vergnügen und warum auch nicht? Sie sind die Hausherren der Abbey House Gardens in Malmesbury in der Grafschaft Wiltshire, nicht weit von Prince Charles‘ Highgrove entfernt.

1994 kaufte das Paar Abbey House und die dazugehörenden Gärten, gestaltete die ganze Anlage um und öffnete die Gärten für die Allgemeinheit. Nachdem im Jahr 2002 Englands Fernsehgärtner Nummer Eins Alan Titchmarsh eine ganze Folge seiner Sendung „Gardeners‘ World“ den Abbey House Gardens gewidmet hatte, ging es richtig los mit dem Besucheransturm.
Ian und Barbara Pollard kümmern sich um ihre Pflanzen, sofern es die Temperaturen zulassen, im Adams- bzw. im Evaskostüm und sie wollten den Gartenbesuchern ebenfalls die Möglichkeit bieten, die Gärten textilfrei zu erleben, so führten sie die „Clothes Optional Days“ ein. An diesen Tagen können die Besucher sowohl bekleidet als auch unbekleidet die Gärten besichtigen. In diesem Jahr ist es von Mai bis September immer ein Sonntag pro Monat, beginnend am 22. Mai, jeweils von 11 Uhr bis 17.30 Uhr.

Die Abbey House Gardens beherbergen auf einer Fläche von 20 000m² etwa 10 000 verschiedene Pflanzen. Eigentlich die optimale Atmosphäre für eine romantische Hochzeit. Kann man haben, denn im Abbey House, das aus dem 16. Jahrhundert stammt, besteht die Möglichkeit sich trauen zu lassen. Außerdem kann das Brautpaar in der Bridal Chamber, die natürlich auch über ein Himmelbett verfügt, übernachten.

Hier ist ein Film über die Abbey House Gardens.

Abbey House Gardens
The Abbey House
Malmesbury
Wiltshire
 SN16 9AS

Published in: on 10. April 2011 at 04:00  Comments (4)  
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Hampton Court Maze – Hier hat sich schon Harris aus „Drei Mann in einem Boot“ verlaufen

Blick auf Hampton Court vom Labyrinth aus.    © Copyright David Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf Hampton Court vom Labyrinth aus.
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Hampton Court Palace ist ein großartiges Anwesen an der Londoner Peripherie, in dem man problemlos einen ganzen Tag verbringen kann. Hier sollen die Geister von Jane Seymour und Catherine Howard spuken. Die Tudorfassade und der Uhrenturm sind sehenswert und einen Rundgang durch den Palast sollte man auf jeden Fall machen, trotz des recht hohen Eintrittspreises von £15.40, in dem allerdings ein Audio Guide inbegriffen ist.

Eine Besonderheit von Hampton Court ist „The Maze„, ein jahrhundertealter Irrgarten, der Ende des 17. Jahrhunderts von George London und Henry Wise im Auftrag von William III. angelegt wurde. Etwa 800 m lang sind die Wege in diesem Heckenlabyrinth; manche meinen, es sei ganz einfach, sich darin zurechtzufinden, indem man sich immer nur nach rechts bewegt; andere wiederum haben schon Stunden in dem Irrgarten zugebracht und waren mehr als erleichtert, endlich den Ausgang gefunden zu haben.

Jerome K. Jerome beschreibt in seinem Buch „Three Men in a Boat“  eine wunderschöne Szene wie sich Harris, einer der Protagonisten, im Hampton Court Maze verläuft (Kapitel 6):

„We’ll just go in here, so that you can say you’ve been, but it’s very simple. It’s absurd to call it a maze. You keep on taking the first turning to the right. We’ll just walk round for ten minutes, and then go and get some lunch.“

…Harris kept on turning to the right, but it seemed a long way, and his cousin said he supposed it was a very big maze.

„Oh, one of the largest in Europe“, said Rachael.

„Yes, it must be“, replied the cousin, „because we’ve walked a good two miles already!“

Harris began to think it rather strange himself, but he held on until, at last, they passed the half of a penny bun on the ground that Harris’s cousin swore he had noticed there seven minutes ago.“

Hier die  BBC-Verfilmung „Three men in a boat“ mit Michael Palin, Tim Curry und Stephen Moore aus dem Jahr 1975.

 

Ha-Ha – Ein genialer Kunstgriff in der Gestaltung des englischen Landschaftsgartens

Der Ha-Ha von Berrington Hall (Herefordshire).    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Ha-Ha von Berrington Hall (Herefordshire).
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Mit Gelächter hat der Begriff „Ha-Ha“ eigentlich wenig zu tun. Es ist ein Fachausdruck  in der Anlage von Landschaftsgärten; ein Ha-Ha verhindert, dass Tiere und ungebetene Besucher in den Garten gelangen, ohne den Blick nach außen zu verstellen. Die angrenzende Landschaft wird somit visueller Teil des Gartens, ein illusionistischer Kunstgriff, der den Garten scheinbar vergrößert (so die Erklärung der Wikipedia).
Der Ha-Ha ersetzt also eine Mauer oder einen Zaun durch einen unter dem Geländeniveau liegenden tiefen Graben mit steilen Böschungen. Auch eine versenkte, uneinsehbare Mauer ist eine Möglichkeit, diesen Effekt zu erreichen.

Wenn man also von der Terrasse eines Country Houses in die Landschaft blickt, sieht man da Wild oder Kühe weiden, die aber alle keine Chance haben, sich an den Gartenpflanzen gütlich zu tun, weil sie es nicht schaffen, die Böschung zu erklimmen.

Wer sich das ausgedacht hat, lässt sich nicht mehr eindeutig sagen. Als möglicher Erfinder des Ha-Has gilt z.B. Willliam Kent (1685-1748), einer der großen englischen Landschaftsgärtner.

Woher kommt nun der witzige Name? Der Ausdruck Ha-Ha erklärt sich aus dem lautmalerischen Ausruf des Erstaunens. Der Ha-Ha, aus der Ferne nicht erkennbar, wird erst beim Herantreten sichtbar, verblüfft den Besucher, der die Konstruktion mit „Aha!“ kommentiert (so noch einmal die Wikipedia).

Einige Beispiele, wo Ha-Has zu sehen sind: Petworth House, Castle Ashby oder Burghley House. Aber auch in anderen Ländern wie  in Deutschland, Frankreich und den USA sind Ha-Has „im Einsatz“.

Published in: on 20. Oktober 2010 at 04:13  Kommentar verfassen  
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Ground Force – Garten-TV der etwas anderen Art

Die Briten lieben ihre Gärten und sie lieben die zahllosen Gartensendungen im Radio und Fernsehen. „Gardener’s Question Time“ zum Beispiel läuft ununterbrochen seit dem 9. April 1947 bei BBC Radio 4.

Die BBC-TV-Serie „Ground Force“ erfreute sich von 1997 bis 2005 großer Beliebtheit, deren Gastgeber der „Garten-Papst“ Alan Titchmarsh, Tommy Walsh und Charlie Dimmock waren. Vor allem letztere sorgte für hohe Einschaltquoten, da sie die Sendung, auch bei niedrigen Temperaturen, immer nur „braless“, also ohne BH unter ihrem T-Shirt, moderierte. Da schalteten häufig auch gartendesinteressierte Männer ein.

Das Schema von „Ground Force“ : Ein Team von Experten machte sich über den Garten irgendeines abwesenden Menschen her, gestaltete ihn von Grund auf neu und wartete bei der Rückkehr des Gartenbesitzers auf dessen überraschtes Gesicht. Die ganze Aktion war vorher von einem Familienmitglied oder einem Freund initiiert worden.

Titchmarsh stieg 2002 aus, da ihm das alles zu gleichförmig und langweilig wurde und wandte sich neuen Projekten zu (er schrieb zahlreiche Gartenbücher, aber auch Romane).
Zu Spitzenzeiten sahen sich  bis zu 12 Millionen Zuschauer „Ground Force“ an, aber auch diese Sendung lief im Jahr 2005 aus.
Eine sehr schöne Beschreibung der eingestellten Serie liefert Wolfgang Koydl in seinem kürzlich im Ullstein-Verlag erschienen Buch „Bitte ein Brit!“ :
„Gartensendungen wie „Ground Force“, wo sich ein Team von Grünfingern so genussvoll in Torf und Erde wälzt wie ein Trüffelschwein im Morast, bescheren der BBC traumhafte Einschaltquoten und katapultieren die Popularität der erdverbundenen Moderatoren in die Rockstar-Atmosphäre“.

The Lost Gardens of Heligan bei Mevagissey (Cornwall)

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Dem Archäologen und Musikproduzenten (eine seltsame Kombination) Tim Smit ist es zu verdanken, dass die Lost Gardens of Heligan zu einer der Hauptattraktionen für Cornwallbesucher geworden sind. Die riesige Gartenanlage zählt zu den schönsten Englands und sie findet sich in der Nähe des Küstenortes Mevagissey, südlich von St. Austell.

Die Familie Tremayne hatte Heligan mehr als 400 Jahre bewirtschaftet. Im 1. Weltkrieg ging es leider bergab; die Gärtner wurden in den Krieg geschickt, die Anlage verwilderte. Ein Nachkomme der Familie Tremayne, John Willis, erbte Heligan im Jahr 1990 und lernte zufällig den oben erwähnten Tim Smit kennen, der sofort Feuer und Flamme war, diese Gartenanlage wieder zum Leben zu erwecken. Smit und sein Freund John Nelson, sowie einige Gartenbauspezialisten machten sich daran, Heligan wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, was ihnen auch hervorragend gelungen ist.

Die Lost Gardens gliedern sich in mehrere Teile; es gibt da z.B. den „Dschungel„, in dem subtropische Pflanzen gedeihen, das „Verlorene Tal„, das an die ursprünglche Landschaft Cornwalls erinnnern soll, oder die „Pleasure Grounds„, ein Ziergarten mit Brunnen, Grotten und Pavillons.

Man kann problemlos einen ganzen Tag in Heligan verbringen und entdeckt immer wieder etwas Neues und Überraschendes.
Tim Smit hat noch ein weiteres Gartenbauprojekt in Cornwall geschaffen „The Eden Project„, das nicht weit entfernt liegt.

Published in: on 23. Juni 2010 at 08:01  Kommentar verfassen  
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Rousham Gardens bei Rousham (Oxfordshire)

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An der A4260, ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Oxford und Banbury, liegen die Rousham Gardens, ein gartenhistorisch bedeutsamer Park, der im 18. Jahrhundert von William Kent für den damaligen Besitzer General James Dorner angelegt wurde und der noch fast unverändert geblieben ist.

In dem weitläufigen Parkgelände finden sich immer wieder Statuen wie z.B. der „Sterbende Gladiator“ des niederländischen Bildhauers Peter Scheemakers und am River Cherwell, an den das Gelände angrenzt, hat William Kent 1740 den Temple of Echo errichtet, neben dem eine Libanonzeder steht, ein Baum der häufig in englischen Landschaftsgärten anzutreffen ist.

Rousham verfügt auch über einen sehenswerten Kräutergarten aus dem 17. Jahrhundert mit Taubenhaus und Spalierobstbäumen.

Rousham House wurde 1635 von Sir Robert Dormer erbaut und befindet sich noch immer im Besitz der gleichen Familie. Es ist nicht für Besucher zugänglich; lediglich Gruppen können nach vorheriger Anmeldung das Haus besichtigen.

Es gibt hier kein Café und keinen Shop, aber man wird ermutigt,  sein Picknick mitzubringen und es sich damit im Park gemütlich zu machen.

Wie die Webseite von Rousham House and Gardens verrät, wurde hier kürzlich eine Epsode der ITV-Krimiserie „Lewis“ gedreht („The Dead of Winter“), von denen einige schon vom ZDF ausgestrahlt wurden.

Published in: on 13. Juni 2010 at 08:23  Comments (2)  

Sheffield Park Garden bei Uckfield (East Sussex)

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Einer der schönsten englischen Gärten, die ich kennen gelernt habe, ist der Sheffield Park Garden bei Uckfield in East Sussex, der heute dem National Trust gehört. Im 18. Jahrhundert wurde der Garten von Capability Brown  angelegt, einem der größten englischen Gartenbaumeister überhaupt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Arbeiten an dem Garten von dem damaligen Besitzer Arthur G. Soames fortgeführt. Rhododendren waren zweifellos die bevorzugten Pflanzen von Mr. Soames, die auch heute noch das Bild des Parks prägen, der von den sehr schönen Seen beherrscht wird.

Virginia Woolf schwärmte 1937 schon von den Rhododendren: „Wenn der Wind über die Blüten streicht, erzittern ihre Spiegelbilder im Wasser und verschmelzen miteinander“.

Die Park ist in diesem Jahr ab dem 15. Februar bis zum 31. Dezember täglich geöffnet. Hier ein filmischer Rundgang durch den Garten.

Published in: on 25. Februar 2010 at 19:41  Kommentar verfassen  
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