Die Queen Elizabeth II Bridge – Eine Autobahnbrücke über die Themse, deren Befahren für Unkundige teuer werden kann

Wenn man aus dem Osten Englands zu einem der Fährhäfen wie Dover oder Folkestone fahren will, muss man notgedrungen die Themse überqueren und das geht in Südrichtung nur über die Queen Elizabeth II-Bridge.

Die Brücke ist Teil des sogenannten Dartford Crossing, ein mautpflichtiger Streckenabschnitt der Ringautobahn M 25 und der A282 und eine der meist befahrenen Straßen Europas. Sie wurde am 31. Oktober 1991 von der Queen feierlich eröffnet und war damals die längste Schrägseilbrücke Europas.

Hier einige Daten:
Länge – 812 Meter
Höhe – 137 Meter
Gesamtlänge der Konstruktion mit den Auffahrten – 2872 Meter
Kosten – 120 Millionen Britische Pfund
Stahlverbrauch – 19 000 Tonnen
Anstrichfarbe – 220 000 Liter

Konstruiert wurde die Brücke von dem deutschen Bauingenieur Hellmut Homberg; sein letztes Werk, er starb 1990.

Die Brücke muss hin und wieder bei extrem schlechten Wetterverhältnissen gesperrt werden; dann wird der Verkehr durch einen der beiden Tunnels umgeleitet, durch die normalerweise der Verkehr auf der M 25 in Richtung Norden gelenkt wird.

Eine Besonderheit der Brücke ist das Mautsystem (zwischen 6 Uhr und 22 Uhr), das für unkundige Reisende vom Kontinent schnell teuer werden kann, denn hier gibt es keine Mauthäuschen am Anfang oder am Ende der Brücke, man muss die Maut bereits vorab entrichten ( £2.50 für einen PKW) oder sie bis spätestens um 24 Uhr des Folgetages bezahlen, das geht online, telefonisch, auf dem Postweg oder bei einer Payzone-Verkaufsstelle. Ich mache das immer online, das finde ich am unproblematischsten. Fährt man über die Brücke, werden die Kennzeichen der Fahrzeuge von Kameras gescannt und mit der Datenbank abgeglichen, in der die Vorabbezahlungen gespeichert sind. Gibt es eine Übereinstimmung, ist alles in Ordnung, ist das nicht der Fall und geht die Bezahlung auch im nachhinein nicht ein, erhält man einen Verwarnungsgeldbescheid über £70. Bezahlt man den innerhalb von 14 Tagen sind nur £35 fällig (plus natürlich die eigentlichen Mautgebühren). Lässt man die Zahlungsfrist von 28 Tagen verstreichen, erhöhen sich die Strafgebühren auf £105.

Ich habe die Themse sowohl über die Brücke als auch durch die Tunnel über- bzw. unterquert, und ich muss sagen, der Verkehr auf diesem Straßenabschnitt kann manchmal mörderisch sein, vor allem der LKW-Verkehr.

Dieser Film zeigt eine Brückenüberquerung.

Published in: on 3. November 2019 at 02:00  Comments (4)  
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8 Wildwood Road, Hampstead Garden Suburb in London – Hier wurde eine berühmte Schauspielerin geboren

Elizabeth Taylors Geburtshaus.
Photo: Alan Patient of http://www.plaquesoflondon.co.uk and London remembers.

Am 27. Februar 1932 wurde im Londoner Stadtteil Hampstead Garden Suburb in der Wildwood Road Nummer 8 ein Mädchen geboren, dessen amerikanische Eltern der Kunsthändler Francis Taylor und die ehemalige Schauspielerin Sara Taylor waren. Sie nannten ihre Tochter Elizabeth, und das kleine Mädchen wuchs in dem großen Haus auf, das man Heathwood genannt hatte, und genoss seine Kindheit hier, wo es in der Umgebung in Wald und Feld spielen konnte.

Das kleine Mädchen wurde zu einer berühmten Schauspielerin, meist nur kurz Liz Taylor genannt. Auch noch viele Jahrzehnte später erinnerte sie sich sehr gern an das Haus in der Wildwood Road und wünschte sich kurz vor ihrem Tod nichts mehr, als dass man in Heathwood eine blaue Plakette anbringen würde, die darauf hinweist, dass sie hier geboren wurde. Diesen Wunsch vertraute sie dem Journalisten Matthew Wright an, der sich nach Elizabeth Taylors Tod am 23. März 2011 daran machte, den Wunsch der Schauspielerin zu erfüllen. Doch da gab es Probleme, denn English Heritage, die über die Vergabe der Plaketten entscheidet, hat gewisse Richtlinien, die unter anderem besagen, dass Plaketten erst zwanzig Jahre nach dem Tod der betreffenden Person installiert werden. Matthew Wright versuchte eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, doch English Heritage blieb hart. Wenn man einmal Ausnahmen macht, wo führt das hin?

Bis zum Jahr 2031 wollte man nicht warten, und so prangt nun am Haus Nummer 8 in der ruhigen, baumbestandenen Wildwood Road im ersten Stock eine blaue Plakette, aber keine vom English Heritage, sondern eine von der Hampstead Garden Suburb Residents Association, im Jahr 2015 angebracht. Die Aufschrift lautet: „Dame Elizabeth Taylor Actress was born here in 1932 and lived here until 1939„. Also: Wunsch erfüllt (es muss ja nicht immer eine Plakette von English Heritage sein).

Das imposante 1926 gebaute Haus wurde im Jahr 2009 für über £5 Millionen verkauft, der heutige Wert dürfte weit höher liegen. Bevor die Taylors einzogen, wohnte hier der Maler Augustus John (1878-1961), der seinen späteren Erfolg in den USA dem Kunsthändler Francis Taylor zu verdanken hatte. Entworfen wurde das Haus von dem Architekten Matthew Dawson, der sich einen Namen machte, als er das später in ein Hotel umfunktionierte Haus auf Burgh Island baute (s, dazu meinen Blogeintrag).

 

Published in: on 7. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Clyde Cosper, ein Texaner, der Princes Risborough in Buckinghamshire vor einer Katastrophe bewahrte

Das Denkmal vor der Bibliothek von Princes Risborough.
Copyright: Iain McLauchlan.
With friendly permission.

Es war der 13. November 1943 als der kleine Ort Princes Risborough in der Grafschaft Buckinghamshire um ein Haar ausgelöscht worden wäre, wenn es da nicht einen jungen Leutnant aus Texas gegeben hätte, der sein Leben für das vieler anderer gab. Lieutenant Clyde „Sparky“ Cosper aus Dodd City, einer Kleinstadt im texanischen Fannin County, hob an diesem trüben Novembertag mit seiner mit Bomben vollgepackten B-17 von einem Flugplatz ab, um U-Boote anzugreifen, die im Hafen von Bremen stationiert waren. Außer „Sparky“ waren noch weitere acht Besatzungsmitglieder an Bord. Das Wetter wurde so schlecht, dass eine starke Böe das schwere Flugzeug, gerade als es über Princes Risborough war, nach unten riss. Der Pilot befahl seinen Männern, sofort mit dem Fallschirm abzuspringen, was diese dann auch sofort taten (und mit mehr oder weniger großen Blessuren lebend auf dem Boden landeten). Cosper selbst blieb allein am Steuerknüppel der Maschine zurück und ihm gelang es gerade so, nur wenige Meter über den Dächern des Ortes, die B-17 abzufangen und sie erst eine Strecke entfernt auf einer Wiese aufzusetzen, wobei sie sofort Feuer fing und die Bomben alle explodierten; der Pilot selbst hatte keine Überlebenschance.

Die Bewohner waren verständlicherweise außerordentlich dankbar für diese Heldentat des jungen Texaners, und man hat ihn bis heute in Princes Risborough nicht vergessen. Im Jahr 1990 machte sich ein Reporter der Zeitung Bucks Herald auf Spurensuche und flog nach Texas, wo noch immer Familienmitglieder des Piloten in Dodd City lebten. Eine Kampagne wurde in Princes Risborough ins Leben gerufen, dem Leutnant und seiner Crew ein Denkmal zu setzen, das dann auch auf dem Gelände der örtlichen Bibliothek errichtet wurde. Der Hauptteil des Denkmals ist wie das Höhenleitwerk eines Flugzeugs gestaltet, die Sitze darum herum sind den Besatzungsmitgliedern gewidmet, acht auf der linken Seite und der für Lt. Cosper auf der rechten Seite. Die Tafeln in der Mitte erinnern an andere Flugzeugabstürze im Zweiten Weltkrieg, bei denen ebenfalls Menschen ums Leben kamen.

Die High Street von Princes Risborough.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

The Russian Memorial auf dem Kirchhof von St John-sub-Castro in Lewes (East Sussex)

This work is released into the public domain.

Wie kommt ein Denkmal, das an russische und finnische Soldaten erinnert, in die englische Provinz, auf einen Friedhof, der zu einer Kirche mit dem Namen St John-sub-Castro gehört (sub castro = unterhalb der Burg, gemeint ist Lewes Castle)? Die Kleinstadt Lewes liegt in der Grafschaft East Sussex und die Kirche am Abinger Place. Das Russian Memorial, das wie eine abgesägte Kirchturmspitze aussieht, wurde 1877 im Auftrag des russischen Zaren Alexander II. in Lewes errichtet, in Gedenken an 28 russisch/finnische Kriegsgefangene, die zwischen 1854 und 1856 in der Stadt starben.

Der Hintergrund: Während des Krimkrieges (1853-1856) gab es einen Nebenschauplatz, der weit weg von der Krim war. In der Ostsee, vor den Aland-Inseln, attackierten die britische und die französische Marine das Fort Bomarsund. Erst beim zweiten Versuch konnten die vereinten Streitkräfte das Fort einnehmen und zerstören. Die zwischen Finnland und Russland gelegene Inselgruppe gehörte damals zeitweise zum Russischen Reich, und die Kriegsgefangenen waren überwiegend russische Offiziere und finnische Mannschaften. Etwa 340 der Gefangenen wurden in das Naval Prison nach Lewes gebracht, wobei die Offiziere bei örtlichen Familien ihre Unterkunft fanden.

Den Gefangenen schlug in Lewes keine Feindschaft entgegen, im Gegenteil. Die russischen Offiziere genossen weitgehende Freiheiten und die Mannschaftsgrade im Gefängnis stellten Holzspielzeug her, dass sie an Besucher verkauften, wodurch sie sich einiges an Taschengeld verdienen konnten. Doch nicht alles war gut im Naval Prison, denn einige der Soldaten starben dort an Tuberkulose. Insgesamt 28 der Kriegsgefangenen überlebten ihren Aufenthalt in Lewes nicht und wurden auf dem Kirchhof von St John-sub-Castro begraben, daher das fünf Meter hohe Denkmal, das ein örtlicher Steinmetz anfertigte.

Im Jahr 2013 wurde das Russian Memorial restauriert, wobei die Kosten von Russland und Finnland übernommen wurden.

Das Naval Prison in der Lancaster Street existiert nicht mehr, es wurde 1963 abgerissen und heute ist dort der Rettungsdienst von Lewes untergebracht. Eine Plakette erinnert an das einstige Gefängnis.

Der britische Komponist Orlando Gough hat in Zusammenearbeit mit Stephen Plaice über die Gefangenen in Lewes eine Oper geschrieben, „The Finnish Opera„, die 2008 auch in Lewes ihre Uraufführung in Anwesenheit des finnischen Botschafters erlebte. Inspiriert wurde die Oper durch das finnische Lied „Oolannin sota„, das auch in das Werk intergriert worden ist.

St John-sub-Castro.
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)

Die Lancaster Street , an der früher das Naval Prison stand.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. August 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Alte Stadttore…im Bild

Micklegate Bar in York,
Eigenes Foto.

„Ein Stadttor war bis zur frühen Neuzeit der meist besonders verstärkte Durchlass durch die Ringmauer einer Stadt. Türme und Tore dienten neben der Stadtmauer dazu, den Stadtkern gegenüber Feinden zu schützen“, so die Definition der Wikipedia zu dem Begriff „Stadttor“. In alten englischen Städten finden wir besonders schöne Exemplare von „city gates“ bzw. „town gates“; ich hoffe noch möglichst lange. Auf meinen Englandreisen sind mir besonders die Stadttore von York in Erinnerung geblieben, die dort „Bar“ heißen. Die großen Vier sind in der Stadt Bootham Bar, Monk Bar, Walmgate Bar and Micklegate Bar, plus zwei kleinere Exemplare, Victoria Bar und Fishergate Bar.
In Canterbury ist es das imposante West Gate, in dem ein Museum untergebracht ist, Southampton kann sich mit seinem Bar Gate brüsten und in London steht das schön anzusehende Temple Bar.

Hier sind einige besonders schöne Stadttore im Bild festgehalten.

Canterburys West Gate.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Das Bar Gate in Southampton.
Photo © Rudi Winter (cc-by-sa/2.0)

Temple Bar in London.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Strand Gate in Winchelsea (East Sussex).
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Southgate in King’s Lynn (Norfolk).
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 19. Juli 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Twinwood Airfield in Bedfordshire und der berühmte US-amerikanische Bandleader Glenn Miller

4 Kilometer nördlich von Bedford liegt das Twinwood Airfield, ein früherer Flugplatz der Royal Air Force, die diesen Platz im 2. Weltkrieg benutzte, der aber auch schon zum Ende des Krieges wieder aufgelöst wurde.
Am 15. Dezember 1944 startete von hier aus der berühmte amerikanische Bandleader Glenn Miller, um nach Paris zu fliegen und dort ein Konzert vor amerikanischen Soldaten zu geben. Das Wetter an diesem Tag soll sehr schlecht gewesen sein, aber trotzdem hob das Flugzeug, ein Norseman Transporter ab. Es existieren keine Aufzeichnungen von diesem Start, so dass Gerüchte im Umlauf waren, Glenn Miller wäre in geheimer Mission unterwegs gewesen. Andere wiederum meinen, das Flugzeug wäre durch von RAF-Flugzeugen abgeworfene Bomben zum Absturz gebracht worden. Wie auch immer: Glenn Millers Flugzeug wurde nie gefunden und der Bandleader selbst blieb verschollen.

Heute hat man in dem Kontrollturm des Twinwood Airfields ein Glenn Miller-Museum eingerichtet, in dem man sich über das Leben des Amerikaners informieren kann. Eröffnet wurde das Museum im Jahr 2002 von Beryl Davis, die als Sängerin gemeinsam mit Glenn Miller und seinem Orchester aufgetreten war (hier sind Bilder von der Eröffnungszeremonie). Das Museum hat im Sommerhalbjahr sonntags und an den Bank Holiday-Feiertagen geöffnet.

Jedes Jahr wird auf dem Gelände das Twinwood Festival veranstaltet (in diesem Jahr vom 23. bis zum 26. August), bei dem auch an Glenn Miller gedacht wird, indem das Glenn Miller Orchestra UK auftritt, das Musik aus den 1940er Jahren spielt.

Der ehemalige Kontrollturm, in dem jetzt das Glenn Miller-Museum untergebracht ist.
Author: MilborneOne
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Published in: on 1. Juli 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Englische Wassertürme im Bild

Sieht aus wie ein Burgturm, ist aber keiner: Der Croydon Water Tower (Greater London).
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Um wieder einmal eine Definition der Wikipedia zu zitieren: „Wasserturm ist die Bezeichnung für ein Betriebsbauwerk der Wasserversorgung, das einen Hochbehälter zur Speicherung von Trinkwasser oder Brauchwasser besitzt“.
Es gibt in England einige dieser Türme zu sehen, von denen ich bereits zwei in meinem Blog vorgestellt habe, den Jumbo Water Tower in Colchester (Essex) und den als House in the Clouds umgebauten Turm in Thorpeness (Suffolk). Wie so ein Wasserturm funktioniert, zeigt dieser Film.

In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich einmal Bilder von den unterschiedlichen Bauweisen dieser Türme vorstellen.

1914 erbaut: Der Water Tower in East Grinstead (West Sussex).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Auch das ist ein Wasserturm: In Rye (East Sussex).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Dort wird heute kein Wasser mehr gespeichert, sondern darin gewohnt: Der Water Tower von Kilverstone Hall am Ortsrand von Thetford (Norfolk).
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Keine Kirche: Der Carshalton Water Tower bei Sutton (Surrey).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

1962 errichtet: Ein Wasserturm bei Droitwich (Worcestershire), der auch gleichzeitig als Mobilfunk-Sendeanlage genutzt wird.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 26. Juni 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Die beiden Chinatown Löwen in Londons Gerrard Street

Löwenliebhaber kommen in London voll auf ihre Kosten. Man muss nicht lange suchen, um einen der vielen steinernen Löwen zu finden, die über die ganze Stadt verstreut sind. Auf der Webseite von All For London wird behauptet, dass es über 10 000 Exemplare gibt. Wer mag die wohl alle gezählt haben?

In meinem Blog habe ich im Laufe der Jahre den einen oder anderen der Mähnenträger vorgestellt, heute möchte ich mit einem Pärchen bekannt machen, das sich in Londons Chinatown bequem gemacht hat und zwar an der Hauptachse in diesem Viertel, der Gerrard Street. Ich finde, die beiden gucken ziemlich grimmig und scheinen keine besonders angenehmen Zeitgenossen zu sein.
Die Steinlöwen stehen hier offiziell seit dem 29. Oktober 1985, und die Inschrift auf der Plakette auf der rechten Seite, die in Englisch verfasst ist, lautet:

This plaque is presented with much pleasure by China Travel Services (H.K.) Ltd to commemorate the unveiling of two Chinese Lions by HRH the Duke of Gloucester on the 29 October 1985 (during the quatercentenary year of the City of Westminster) at the formal opening of Gerrard Street China Town. The unveiling ceremony was attended by His Excellency Hu Ding Yi the Ambassador of The People’s Republic of China, the Right Worshipful the Lord Mayor of Westminster Councillor Roger Bramble, Mr Colvyn Haye, CBE, the Hong Kong Commissioner and Mr Harry Chi-Cheung Lee President of the China Town Chinese Association (London)„.

Zwischen den beiden Löwen findet sich eine weitere Plakette, teils in Chinesisch, teils in Englisch, mit den Worten:

This plaque was unveiled on 7th February 2000 by HRH the Prince of Wales on the occasion of the Royal Visit to London Chinatown to celebrate the Chinese Lunar New Year of the Dragon Millennium 2000„.

Die beiden steinernen Gesellen, ein Geschenk der Volksrepublik China, haben sich also schon mehrfach in illustrer Gesellschaft befunden.

Published in: on 22. Juni 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Portcullis House in London – Eine luxuriöse Herberge für Parlamentsmitglieder in London und ein Millionengrab

Was haben die Hamburger Elbphilharmonie und der irgendwann einmal in Betrieb gehende Berliner Flughafen mit dem Londoner Portcullis House gemein? Sie sind alle weit teurer geworden als ursprünglich vorgesehen. Als das Londoner Gebäude 1992 geplant war, veranschlagte man die Kosten auf £165 Millionen, ein ganz schöner Batzen Geld, doch als es 2001 fertiggestellt war, kam man auf eine Endsumme von £235 Millionen. Wer hat sich denn da wohl so grob verschätzt?

Das Portcullis House, gegenüber vom Elizabeth Tower mit Big Ben, wurde gebaut, weil es den Abgeordneten des britischen Parlaments in ihren damaligen Büros zu eng geworden war. Also riss man 1994 die Häuser ab, die dem Neubau im Wege standen, und beauftragte das Architektenbüro Michael Hopkins and Partners mit der Erstellung des Portcullis House. Kosten spielten keine Rolle, man schöpfte aus dem Vollen. Allein die Fassadenverkleidung aus Bronze kostete £30 Millionen; nebenbei wurden noch fast £10 Millionen für Entschädigungen und Gerichtskosten ausgegeben, weil die Firma, die ein günstigeres Angebot abgegeben hatte, nicht berücksichtigt worden war.

Aufsehen erregte auch die Anschaffung von einem Dutzend Feigenbäumen, die aus Florida importiert wurden und die stolze £150,000 kosteten. Damit sich die Abgeordneten in ihrem Restaurant auch wirklich wohlfühlen, wurden £500 000 für die Einrichtung und £200 000 für Pflanzen ausgegeben.

So ganz sauber wurde beim Bau wohl nicht gearbeitet, denn es gab immer wieder Probleme. Schon ein Jahr nach Fertigstellung hatte das National Audit Office, eine Prüf- und Aufsichtsbehörde, sage und schreibe 7500 Beanstandungen am Portcullis House gefunden. Allein das Dach musste 2004 und 2009 wegen Undichtigkeiten repariert werden.

Die Members of Parliament, die in das Haus einzogen, schienen auch nicht zu 100% glücklich gewesen zu sein, denn auch sie bemängelten so einiges an ihrem neuen Zuhause. Eine von ihnen, die Abgeordnete Edwina Currie, verglich Portcullis House mit einer auf dem Rücken liegenden Kakerlake, die ihre Füße in die Luft streckt.

Das Café im Portcullis House.
Author: User:Colin
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Published in: on 14. Juni 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Bennerley Viaduct – Ein imposantes Bauwerk, das Nottinghamshire mit Derbyshire verbindet

Gut, wenn man Freunde hat! Das gilt auch für den Bennerley Viaduct, eine ehemalige Eisenbahnbrücke, die das Tal des River Erewash überquert zwischen den Ortschaften Ilkeston in Derbyshire und Awsworth in Nottinghamshire.
Nachdem der Zugverkehr 1968 über den Viadukt eingestellt worden ist, sollte das 443 Meter lange imposante Bauwerk eigentlich abgerissen werden, aber das erwies sich als komplizierter und vor allem viel teurer als gedacht, denn die aus schmiedeeisernen Gitterträgern gebaute Brücke hätte man Niete für Niete auseinander nehmen müssen. Und dann kommen die Freunde ins Spiel: The Friends of Bennerley Viaduct, die sich vehement gegen einen Abriss der 1877 von der Great Northern Railway gebauten Brücke aussprachen. Jetzt steht der Bennerley Viaduct unter Denkmalschutz und so kann ihm jetzt eigentlich nichts mehr passieren. Doch der Viadukt soll nicht nutzlos vor sich hinstehen, er soll zu einem Radfahr- und Fußweg umgestaltet werden, was natürlich eine ganze Menge Geld kostet, aber bisher sind schon £485,000 zusammengekommen und man plant, gegen Ende des Jahres 2020 mit den Arbeiten fertig zu sein. Radfahrer und Spaziergänger werden sich freuen.

Dieser Film, von einer Drohne aus aufgenommen, vermittelt einen sehr schönen Eindruck von der Brücke.

Hier wird in einiger Zeit ein Rad- und Fußweg verlaufen.
Photo © Mat Fascione (cc-by-sa/2.0)

Der River Erewash mit dem Viadukt im Hintergrund.
Photo © Tim Glover (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. Juni 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Der Police Memorial Trust, der sich für im Dienst ums Leben gekommene Polizisten einsetzt

Das Yvonne Fletcher Memorial am Londoner St James’s Square.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Im Januar 2013 stellte ich in meinem Blog die Autobiografie des englischen Filmregisseurs Michael Winner (1935-2013) vor, dessen provokante Restaurantkritiken in der Sunday Times ich immer besonders gern las. Michael Winner ist aber nicht nur durch seine zahlreichen Filme in Erinnerung geblieben, sondern und vor allem dadurch, dass er den Police Memorial Trust ins Leben rief, „einer Organisation, die sich dafür einsetzt, für im Dienst ums Leben gekommenen Polizeibeamten ein Denkmal zu setzen. Er war sehr engagiert und setzte sich immer wieder für die Polizei ein. Für dieses Engagement sollte er den Order of the British Empire verliehen bekommen, doch Michael Winner lehnte ab und sagte der Sunday Times „An OBE is what you get if you clean the toilets well at King’s Cross Station“. Typisch M.W.“ So schrieb ich damals in meinem Blog, und heute möchte ich auf diese Organisation näher eingehen.

Die Aufgabe des 1984 gegründeten Trusts ist es, für die Polizistinnen und Polizisten eine Erinnerungsstätte zu schaffen, möglichst ganz in der Nähe der Stelle, wo sie ums Leben gekommen sind. Die Idee dafür kam Michael Winner, als die 25-jährige Polizeibeamtin Yvonne Fletcher am 17. April 1984 vor der libyschen Botschaft am Londoner St James’s Square von einer Kugel tödlich getroffen wurde, die aus der Botschaft abgefeuert worden war. Winner machte sich dafür stark, der jungen Frau dort am St James’s Square ein Denkmal zu setzen, was auch geschah. Am 1. Februar 1985 weihte Margaret Thatcher den Gedenkstein ein, der die Inschrift trägt „Here fell WPC Yvonne Fletcher 17th April 1984“.

Es sollten noch weitere Memorials für Polizistinnen und Polizisten folgen, „killed in the line of duty“. Der 40-jährige PC Keith Blakelock wurde am 6. Oktober 1985 im Londoner Stadtteil Tottenham während der Unruhen in einem Problem-Wohngebiet namens Broadwater Farm ermordet. Der Police Memorial Trust errichtete für ihn einen Gedenkstein an einem Kreisverkehr in Muswell Hill, dort, wo er regelmäßig auf Streife gegangen war.

Am 9. Januar 2003 starb der 42-jährige PC Ged Walker, der zwei Tage zuvor bei einem Einsatz schwer verletzt worden war. Sein Einsatzort: Die Kleinstadt Bulwell in Nottinghamshire und dort, an der Ecke St. Albans Road und Cantrell Road wurde im September 2005 sein Gedenkstein aufgestellt, in Anwesenheit von Michael Winner.

Vor dem Gebäude der Old Admiralty am St James’s Park hat der Police Memorial Trust ein Denkmal errichtet, das für alle im Dienst getöteten Polizisten des Landes steht, das National Police Memorial. Die UK Police Roll of Honour dort verzeichnet die Namen von mehr als 4000 Männern und Frauen, die dieses Schicksal erlitten.

Nach Michael Winners Tod wurde auf seinen Wunsch hin am National Police Memorial für ihn eine Gedankfeier veranstaltet, besucht von mehr als 300 Gästen.

Noch eine kleine Kuriosität am Rande: In Carlisle in Cumbria ehrte man PC George Russell mit einem steinernen Konterfei an der Kathedrale der Stadt, der im Februar 1965 in Oxenholme (Cumbria) einen Verbrecher dingfest machen wollte und dabei erschossen wurde.

Keith Blakelocks Denkmal in Muswell Hill.
Author: Philafrenzy.
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Das National Police Memorial am Rand des St James’s Park in London.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

PC George Russells Konterfei an der Kathedrale von Carlisle (Cumbria).
Photo © Rose and Trev Clough (cc-by-sa/2.0)

Woodbridge Tide Mill (Suffolk) und Eling Tide Mill (Hampshire) – Die letzten verbliebenen, aktiven Gezeitenmühlen Englands

Die Woodbridge Tide Mill.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)

Das Innere der Mühle.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)

Tide Mills, auf Deutsch Gezeitenmühlen, gab es früher häufiger an den englischen Küsten, heute sind nur noch zwei aktiv, die Woodbridge Tide Mill an der Mündung des Flusses Deben in der Grafschaft Suffolk und die Eling Tide Mill am Eling Creek in der Grafschaft Hampshire. Das Prinzip dieser Mühlen ist einfach, man nutzt den Tidenhub aus, das heißt, wenn die Flut kommt, öffnen sich automatisch Tore, die zu dem hinter der Mühle gelegenen Teich führen, so dass das Wasser dort aufgestaut wird. Wenn die Flut zurückgeht, wird das Wasser vom Teich genutzt, um die Mühlräder anzutreiben. Aus den beiden Tide Mills in England hat man Touristenattraktionen gemacht.

An der Stelle, an der die Woodbridge Tide Mill steht, gab es schon vor über 800 Jahren Gezeitenmühlen, die jetzige wurde 1793 erbaut. 1957 wurde sie stillgelegt, doch glücklicherweise nach einer Komplettrestaurierung im Jahr 1973 wieder in Betrieb genommen und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besucher des Tide Mill Living Museums können zu bestimmten Tageszeiten bei Milling Demonstrations und dem Wheel Turning zuschauen. Das hier hergestellte Mehl kann man in Bäckereien und Bauernläden der Umgebung kaufen.
Hier ist ein Film über die Mühle.

Die Mühle ist von Ende März bis Anfang Oktober täglich von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £5.

The Tide Mill Living Museum
Tide Mill Way
Woodbridge
Suffolk
IP12 1BY

 

Die Eling Tide Mill.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Die Eling Tide Mill Experience in Hampshire lockt ebenfalls Besucher an. Seit rund 900 Jahren wird an dieser Stelle schon Mehl gemahlen, die heutige Mühle existiert seit 1785. Dank einer Finanzspritze des Lottery Heritage Funds konnten umfangreiche Restaurierungsarbeiten vorgenommen werden; ein Besucherzentrum, ein Café und ein Lernzentrum wurden angeschlossen. Der Gezeitenmühle ging es ähnlich wie ihrer Schwester in Suffolk: Nachdem sie in den 1940er Jahren den Betrieb eingestellt hatte, konnte sie vor dem Verfall gerettet und zwischen 1975 und 1980 restauriert und der Öffentlichkeit übergeben werden. Das hier gemahlene Mehl bzw. die daraus hergestellten Kekse sind im Visitor Centre käuflich zu erwerben.
Dieser Film zeigt die Mühle.
De Mühle ist ganzjährig geöffnet, im Sommerhalbjahr täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr, im Winterhalbjahr donnerstags bis sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt £6.

Eling Tide Mill Experience
24 Lexby Road
Totton
Hampshire 
SO40 9HD

 

Die Great Coxwell Barn in Oxfordshire – Eine der schönsten und ältesten Zehntscheunen Englands

Man nennt sie „tithe barns“ im Englischen, im Deutschen Zehntscheunen, jene Lagerhäuser, in denen die Zehnt aufbewahrt wurden, also der zehnte Teil der Ernte, die ein Bauer als Steuer im Mittelalter an die Kirche abtreten musste. Es sind noch eine ganze Menge dieser Scheunen übrig geblieben, eine der schönsten steht in Oxfordshire, in dem Dörfchen Great Coxwell, nordöstlich von Swindon (Wiltshire), an der A420 gelegen. Die Great Coxwell Barn liegt etwas außerhalb des Ortes und sieht ein bisschen wie eine Kirche ohne Fenster und Turm aus. Die Scheune wurde Ende des 13. Jahrhunderts erbaut und zwar für den Zisterzienserorden, dessen Abtei sich in Beaulieu in Hampshire befand. Schon im Jahre 1205 hatte King John (1166-1216) dem Orden einige Manors zugesprochen, zu denen auch Great Coxwell gehörte.

Die Scheune hat eine Länge von 46 Metern, ist 13 Meter breit und 15 Meter hoch; hier passte also eine Menge an Getreide und anderen Gütern hinein, die die Bauern abgeben mussten. Nachdem die Abtei 1538 aufgelöst wurde, kam die Scheune immer wieder die Hände wechselnder Besitzer bis sie schließlich 1956 der National Trust übernahm.

Die Great Coxwell Barn hatte einige berühmte Bewunderer, darunter den Dichter und Textildesigner William Morris, der sie mit einer Kathedrale verglich, den Kunsthistoriker Sir Nikolaus Pevsner, der besonders für die Innenarchitektur schwärmte, und den Architekten Ludwig Mies van der Rohe.

Man kann sich die Scheune täglich ansehen, sie ist von morgens bis abends zugänglich, und der Eintritt ist kostenlos.

Dieser Film zeigt die Scheune von innen und von außen.

Seven Dials, „Covent Garden’s Hidden Shopping Village“ – Vom Slum zum Einkaufsviertel

The Sundial Pillar.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Wer Agatha Christies Roman „Der letzte Joker“ gelesen hat, ist schon einmal mit dem Begriff „Seven Dials“ konfrontiert worden; der Originaltitel lautet „The Seven Dials Mystery“ und ist 1929 erschienen. In dem Krimi spielen, wie der englische Titel schon zum Ausdruck bringt, Uhren eine Rolle und da ist der Bezug zu dem Londoner Viertel, das noch heute Seven Dials genannt wird. Verfilmt wurde der Roman 1981 unter dem Titel „The Seven Dials Mystery“ (dt. „Das Geheimnis der sieben Zifferblätter“); hier sind einige Ausschnitte.

Die Geschichte beginnt um 1690 herum, als Thomas Neale, ein Unternehmer und Parlamentsabgeordneter, diesen Teil von London durch entsprechende Baumaßnahmen attraktiv gestalten und finanzkräftige Bewohner anlocken wollte. Sieben Straßen kamen hier zusammen und in der Mitte stand eine Säule, die oben an der Spitze von sechs Sonnenuhren verziert war; die Säule selbst diente ebenfalls als Sonnenuhr.
Konzipiert wurde der „Sundial Pillar“ von Edward Pierce, einem der damals bekanntesten Steinmetze.
Leider verlief alles nicht so wie sich Thomas Neale das vorgestellt hatte, denn die reichen Leute siedelten sich hier nicht an blieben aus. Im Laufe der Jahre verkam diese Gegend total. Die Säule wurde zum Treffpunkt zwielichtiger Gestalten, Taschendiebe übten ihre Geschäfte aus und Prostituierte lasen hier ihre Freier auf. 1773 riss man die Säule ab, um vielleicht auf diesem Wege die unerwünschten Personen los zu werden. Die Gegend versank in Armut und das blieb auch viele Jahre so, auch noch als Agatha Christie ihren Roman konzipierte. Erst in den 1970er Jahren ging es mit Seven Dials aufwärts. Viele Gebäude wurden wieder hergerichtet und es siedelten sich Geschäfte an. Man besann sich wieder auf die damals abgerissene Säule und konstruierte nach den alten Plänen eine neue, die dem Seven Dials Trust gehört, der sich auch um das Wohlergehen des Distrikts kümmert. Die Straßenschilder der auf den Platz führenden Straßen führen alle, neben dem Schriftzug „London Borough of Camden“, den Zusatz „Seven Dials“.

Zwei blaue Plaketten sind in dem Viertel zu finden. In der Monmouth Street Nummer 13 erinnert eine von ihnen daran, dass hier das Büro des Beatles-Managers Brian Epstein war, die andere, im Neal’s Yard, trägt die Inschrift „Monty Python, Filmmaker, lived here, 1976-1987”.

Seven Dials ist heute eine lebhafte Zone mit vielen Geschäften und Restaurants und nennt sich „Covent Garden’s Hidden Shopping Village„, in dessen Mittelpunkt der Sundial Pillar steht.

Foto meines Exemplares.

The Memorial to Heroic Self Sacrifice im Londoner Postman’s Park

In der Londoner City, unweit der St Paul’s Kathedrale, liegt der Postman’s Park, der nach dem Hauptpostamt benannt wurde, das hier einmal untergebracht war.
Auf dem Gelände des Parks, der früher einmal ein Friedhof war, steht seit dem Jahr 1900 das Memorial to Heroic Self Sacrifice, eine Idee des viktorianischen Malers und Bildhauers George Frederic Watts (1817-1904).

Geschützt von einem 15m langen Dach besteht das Memorial aus einer Wand mit 120 Kacheln von denen jede einem Helden gewidmet ist, der bei dem Versuch andere Menschen zu retten, dabei selbst ums Leben gekommen ist. Neben dem Namen des Helden ist auch kurz beschrieben, wofür er geehrt worden ist.
Bei der Einweihung waren lediglich vier dieser Kacheln „besetzt“, bis zum Jahr 1908 kamen noch etliche dazu, in den 1930er Jahren wurden weitere vier Helden geehrt und dann war Schluss; lediglich am 11. Juni 2009 widmete man eine weitere Gedenktafel einem gewissen Leigh Pitt, der einem ertrinkenden Jungen das Leben rettete, dabei aber selbst ertrank.
54 Kacheln sind bis heute besetzt, Platz genug für weitere Helden wäre also da.

Dieser Film zeigt das Memorial to Heroic Self Sacrifice und die Namen der aufopferungsvollen Menschen.

Reetdachhäuser in Devon

Osmond Cottage in Coffinswell bei Newton Abbott.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

„Thatching is the craft of building a roof with dry vegetation such as straw, water reed, sedges, rushes, heather, or palm branches, layering the vegetation so as to shed water away from the inner roof“, so lautet die Definition der Reetdachdeckerei in der englischen Wikipedia. Häuser, deren Dächer auf diese Art gedeckt sind, gehören zum wesentlichen Bestandteil eines englischen Bilderbuchdorfes; am häufigsten findet man sie in der Grafschaft Devon und dort haben sich seit 1947 die Spezialisten für diese Art der Dachdeckerei, gemeinsam mit ihren Kollegen in Cornwall, in der Devon & Cornwall Master Thatchers Association zusammengefunden. Diese Organisation sorgt dafür, dass die Ausführung der Arbeiten durch ihre Mitgliedsfirmen auf höchstem Standard sind.

Jo Cox und John Thorpe haben ein Buch über das Thema verfasst, das „Devon Thatch“ heißt und 2001 im Verlag Devon Books erschienen ist.

Hier sind einige typische Beispiele für reetgedeckte Häuser in der Grafschaft Devon.

In Yeoford bei Crediton.
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

King William Cottage in Yalberton bei Paignton.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Wrayland Manor bei Lustleigh.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

In Cockington bei Paignton.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Church Cottage in Buckland-in-the-Moor im Dartmoor.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Reetdachdecker bei der Arbeit, in Newton  Poppleford.
Photo © Richard Webb (cc-by-sa/2.0)

Ein Reetdachhaus brennt ab… in Sowton bei Exeter.
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Die Londoner Caxton Hall, in der zahlreiche Prominente heirateten

Sir Winston Churchill spoke here at the former Caxton Hall 1937-1942“ kann man auf einer Plakette lesen, die rechts neben der Eingangstür eines imposanten Hauses in der Londoner Caxton Street angebracht ist, die sich im Stadtteil Westminster befindet. Sir Winston Churchill hielt zu dieser Zeit hier Pressekonferenzen ab.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trafen sich die Frauenrechtlerinnen der Women’s Social and Political Union regelmäßig in der Caxton Hall zu Beginn der Parlamentssitzungen, um hier ein Frauenparlament zu veranstalten.
1967 wurde in dem Haus in der Caxton Street die rechtsradikale National Front-Partei gegründet.
In den Blickpunkt der Öffentlichkeit geriet die Caxton Hall aber vor allem, weil in der Zeit von 1933 bis 1978 hier das Standesamt untergebracht war, das sich viele Prominente für ihre Eheschließungen aussuchten. Einige Beispiele:

1937 schloss der berühmte Geiger und Dirigent Yehudi Menuhin mit der 19jährigen Nola Nicholas den Bund fürs Leben, ein Bund, der aber nur 10 Jahre hielt.

Sir Winston Churchills Sohn Randolph heiratete in zweiter Ehe 1948 June Osborne in der Caxton Hall.

Anthony Eden, der zukünftige Premierminister, und Clarissa Spencer-Churchill, Tochter des jüngeren Bruders von Sir Winston Churchill,  traten 1952 vor den Standesbeamten der Caxton Hall und schlossen eine Ehe, die bis zu seinem Tode 1977 hielt.

Am 11. Februar 1965 schlossen der 24jährige Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr und die 18jährige Maureen Cox die Ehe, die zehn Jahre später wieder aufgelöst wurde.

Der Popsänger Adam Faith heiratete Jackie Irving im Jahr 1967, und die beiden blieben bis zu Adams Tod im Jahr 2003 zusammen.

Barry Gibb von den Bee Gees und Linda Gray heirateten am 3. September 1970 und die Ehe hält nach fast 50 Jahren noch immer

Am 27. August 1970 betraten der Schauspieler Peter Sellers und Miranda Quarry das Standesamt, um es miteinander zu versuchen. Die Ehe dauerte nur bis 1974.

In der TV-Serie „Downton Abbey“ heiratet in der 8. Episode der 5. Staffel Rose MacClare ihren Atticus Aldridge in der Caxton Hall. Freunde der Serie erinnern sich vielleicht noch.

Heute sind in dem Gebäude Wohnungen und Büros untergebracht.

Published in: on 20. April 2019 at 00:00  Comments (2)  
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Das Greater London House im Londoner Stadtteil Camden, das von zwei schwarzen Katzen bewacht wird

Im Londoner Stadtteil Camden steht ein großes Gebäude im Art Déco-Stil, dessen Eingang von zwei großen schwarzen Katzen bewacht wird. Die Egyptian Revival Architecture war Anfang des 20. Jahrhunderts sehr beliebt (nachdem Howard Carter das Grab des Tutanchamun entdeckt hatte) und so wurde das Greater London House, wie es heute heißt, 1928 von den Architekten M.E und O.H Collins in dieser Form erbaut. Die Carreras Cigarette Factory war hier als erstes untergebracht und man eröffnete das Gebäude mit einem ägyptischen „Happening“, d.h. viel Sand wurde extra aufgeschüttet, Schauspieler in ägyptischen Kostümen traten auf und ein Wagenrennen wurde durchgeführt.

Die beiden großen Katzen standen bis 1959 vor dem Eingang des Hauses, als die Zigarettenfabrik ihre Tore schloss und nach Essex zog. Eine der beiden ging mit nach Basildon in Essex, die andere wurde nach Jamaica geschafft und vor eine andere Fabrik der Firma Carreras gestellt.

Da man in den 1960er Jahren den ägyptischen Stil des Hauses nicht mehr mochte, entfernte man alle Ornamente, so dass sich das Gebäude kaum noch gegenüber den anderen in der Nachbarschaft hervorhob.

Erst als das Greater London House 1996 verkauft wurde, besannen sich die neuen Besitzer auf den ursprünglichen Stil und ließen es nach den alten Plänen wieder herrichten. Auch die beiden Katzen fanden wieder ihren Platz am Eingang, so dass das Gebäude erneut ein Blickfang geworden ist.

Greater London House beherbergt eine Vielzahl von Büros und ist nicht zu besichtigen.
Hier ist ein etwas ungewöhnlicher, aber ganz witziger Film über das Haus, der auch erklärt, was es mit den schwarzen Katzen auf sich hat.

Greater London House
180, Hampstead Road
London NW1 7AW

Der Londoner Belgrave Square – Ein Ort der Superreichen und der Botschaften

Die Deutsche Botschaft.
This work has been released into the public domain.

Es gibt nur noch wenige andere Orte in London, wo sich so viele reiche Menschen aus aller Welt eine Wohnung bzw. ein Haus gekauft haben wie am Belgrave Square. Und es verwundert nicht, dass es sich bei diesen reichen Leuten kaum um Briten handelt. Sie kommen aus Russland, aus China, aus den arabischen Emiraten und ihnen macht es nichts aus viele Millionen Pfund auszugeben. Unter £7 Millionen für eine Wohnung läuft hier nichts und das x-fache muss man auf den Tisch legen, um ein ganzes Haus zu kaufen. Da diese Superreichen auch noch in anderen Teilen der Welt ihre Besitztümer haben, bleiben die Wohnungen am Belgrave Square des Abends oft dunkel, weil niemand zu Hause ist. Keine schöne Entwicklung, die auch in anderen Teilen Londons zu spüren ist, wo extrem teure Wohnungen überwiegend als Geldanlage gekauft werden.

Neben diesen Bewohnern des Belgrave Squares finden sich hier auch viele Ausländer, die in den zahlreichen Botschaften arbeiten, die sich an diesem Platz niedergelassen haben. Die deutsche Botschaft, über die ich in meinem Blog schon einmal geschrieben habe, ist in der Nummer 23 zu finden, in der Nummer 34 war bis zum Fall der Mauer die DDR-Vertretung untergebracht, jetzt Sitz der British-German Association.

Nachbarn der deutschen Botschaft sind in der Nummer 19/20 die Brunei Darussalam High Commission und die Botschaft Österreichs in der Nummer 18. Auf der anderen Straßenseite, gegenüber der Deutschen Botschaft, liegt die spanische Vertretung, zwar mit der Adresse Chesham Place 39, aber mit direktem Blick auf den Belgrave Square.

Die Türkei hat sich das Haus mit der Nummer 43  für ihre offizielle Vertretung in Großbritannien ausgesucht, in der 42 ist die High Commission von Trinidad & Tobago (ein Hochkommissar ist der höchste diplomatische Vertreter eines Commonwealth Landes). In der Nummer 45 findet man den High Commissioner von Malaysia. Es gibt noch weit mehr diplomatische Vetretungen an diesem Platz, aber das würde zu weit führen, sie alle aufzuzählen.

Andere Einrichtungen sind noch: In der Nummer 37, dem Seaford House, ist das Royal College of Defence Studies untergebracht, in der 39  das italienische Kulturinstitut, die Society of Chemical Industry hat ihr Hauptquartier in der Nummer 15 und direkt daneben ist der Sitz der CLA, der Country Land & Business Association, ein Verband der Landbesitzer in England und Wales.

Die Türkische Botschaft in der Nummer 43.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Hier in der Nummer 45 hat sich der High Commissioner von Malaysia niedergelassen.
Photo © Robin Sones (cc-by-sa/2.0)

Das italienische Kulturinstitut in der Nummer 39.
Photo © Stuart Taylor (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Rowton Houses – Ehemalige Unterkünfte in London für die arme Bevölkerung

Das erste Rowton House in Vauxhall am Bondway.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Montagu William Lowry-Corry, 1st Baron Rowton, war der Privatsekretär Benjamin Disraelis, Premierminister von 1874 bis 1880, und ein Mann, der sich sehr um das Wohlergehen seiner Mitmenschen kümmerte. Er lebte von 1838 bis 1903 und nach ihm wurden die Rowton Houses benannt, eine Gruppe von sechs Häusern in London, in denen gering bezahlte Arbeiter in relativem Luxus wohnen und schlafen konnten, anstatt in heruntergekommenen Pensionen. Es gab auch Arbeiter, die sich nicht einmal diese „boarding houses“ leisten konnten und auf der Straße leben mussten.

Rowton hatte sich die Lebenssituation dieser Männer im Londoner East End einmal angesehen und war davon so entsetzt, dass er beschloss, einzugreifen und neue Wohnräume zu schaffen, in denen man menschenwürdig leben konnte. Das erste dieser Rowton Houses mit 470 „Wohn- und Schlafkabinen“ öffnete am 31. Dezember 1892 im Stadtteil Vauxhall. Da Rowton nicht an die erforderlichen Geldmittel kam, um diese Unterkünfte zu schaffen, steckte er £30 000 aus seiner eigenen Tasche in das Projekt, in der damaligen Zeit eine riesige Summe.

In den Rowton Houses gab es fließendes, heißes Wasser, große saubere Waschräume, bequeme Betten und saubere Bettwäsche und sogar eine Bibliothek, was vielen wie das Paradies vorgekommen sein mag.

Weitere Rowton Houses wurden eröffnet: 1894 in King’s Cross, 1897 in Hammersmith und Newington Butts, 1902 in Whitechapel und 1905 in Camden Town. Drei der Häuser stehen noch (die anderen wurden abgerissen), das in Whitechapel wurde in ein Wohnhaus umgewandelt, das Arlington House in Camden Town dient noch heute zum Teil als Unterkunft für Obdachlose und Menschen mit geringem Einkommen, das Haus in Vauxhall, 1-9 Bondway, wird ebenfalls noch als Hostel verwendet.

Das Arlington House in Camden Town.
Author: Grim23
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Published in: on 2. März 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Scott’s Grotto in Ware (Hertfordshire)

Die Kleinstadt Ware liegt an der A10 in der Grafschaft Hertfordshire nördlich von London. Zu den Attraktionen der Stadt zählt neben dem Great Bed of Ware (ich berichtete in meinem Blog darüber) auch noch Scott’s Grotto, angeblich die größte ihrer Art in Großbritannien. Über eine andere Grotte habe ich schon einmal geschrieben, die Shell Grotto in Margate (Kent).

Benannt ist die Grotte nach dem kaum noch bekannten Dichter John Scott, der im 18. Jahrhundert lebte. 1768 erbte er das Amwell House in Ware, das er umgestaltete, einen Garten anlegte und dabei auf die Idee kam, eine Grotte zu bauen, was in der damaligen Zeit en vogue war. Nach Scotts Tod im Jahr 1783 übernahm seine Tochter das Anwesen, das nach deren Tod den Besitzer wechselte. 1974 übernahm der East Hertfordshire District Council die Grotte, nachdem Pläne bestanden, sie einfach abzureißen. 1983 wurde Scotts Grotto für die Öffentlichkeit freigegeben. Die Ware Society kümmerte sich sehr um den Erhalt der Grotte, sammelte Spenden, so dass sie für £124 000 komplett restauriert werden konnte und 1991 wieder die Pforten für Besucher öffnete.

Die in einen Hügel hineingebaute Grotte besteht aus sechs Kammern, die durch Tunnel miteinander verbunden sind. Die Wände sind mit Muscheln, Feuersteinen und Buntglas verkleidet. Es gibt dort keine elektrische Beleuchtung, daher sollte man auf jeden Fall eine Taschenlampe mitbringen. Menschen mit Gehproblemen sollten die Grotte besser nicht besuchen, da der Untergrund darin sehr uneben ist.

Die Öffnungszeiten sind sehr beschränkt; nur samstags von 14 Uhr bis 16.30 kann man John Scotts Meisterwerk besuchen und das auch nur von April bis September.
Dieser Film vermittelt einen Eindruck von Scott’s Grotto. Man findet sie in Ware mitten in einem Wohngebiet an der Scotts Road, die von der A119 abzweigt. Den halb zugewachsenen Eingang kann man leicht übersehen.

The Albany – Einer der begehrtesten Apartmentkomplexe in London

Zentraler kann man in London wohl kaum wohnen als im The Albany, einem Apartmentkomplex etwas zurückgesetzt von der lebhaften Straße Piccadilly. Das Edelkaufhaus Fortnum&Mason und die Buchhandlung Hatchards liegen gleich gegenüber, wer auf Autos der Marke MG steht, kann diese ein paar Meter von der Haustür entfernt kaufen, und das Juweliergeschäft Vashi ist ebenfalls in der kleinen Stichstraße zu finden. So verwundert es nicht, dass The Albany als Wohnsitz ungemeint begehrt ist und das schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts, als Prince Frederick, Duke of York and Albany sein Haus verkaufte und es in Junggesellenwohnungen umgebaut wurde. Es dauerte nicht lange bis The Albany von wohlhabenden Junggesellen bezogen wurde, die die Lage des Hauses zu schätzen wussten.

Der Dichter Lord Byron wohnte hier von 1814 bis 1815, der Schriftsteller Edward Bulwer-Lytton („Die letzten Tage von Pompeji“) bezog 1835 eine Wohnung und noch weitere Autoren wie Aldous Huxley, Georgette Heyer, J.B. Priestley, Graham Greene und Bruce Chatwin gehörten zu den Bewohnern.

Auch Politiker zog es in The Albany wie George Canning, der im Jahr 1827 einige Monate lang Premierminister war, ein weiter Premierminister Edward Heath, der Tory MP Alan Clark und der konservative Brexit-Befürworter Jacob Rees-Mogg.

Der berühmte Dirigent Sir Thomas Beecham war Bewohner des Albany so wie der Philosoph Sir Isaiah Berlin, der Architekt Norman Foster, der Verleger John Lane, der Schauspieler Terence Stamp und der Designer Ashley Hicks, der uns in diesem Film sein Apartment vorstellt.

Kürzlich wurde ein Duplex-Apartment zum Preis von £6 950 000 zum Kauf angeboten und natürlich auch verkauft.

Published in: on 10. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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A la Ronde – Das Haus mit den 16 Ecken bei Exmouth in Devon

Eines der merkwürdigsten Häuser, die dem National Trust gehören, steht am nördlichen Ortsrand von Exmouth in Devon und hat den französisch klingenden Namen A la Ronde. Es wurde im späten 18. Jahrhundert für die beiden Cousinen Jane und Mary Parminter gebaut, die gern ruhig und abgelegen wohnen und dort ihr etwas exzentrisches Leben verbringen wollten.

Das Besondere an diesem Haus ist einmal die äußere Form: es ist sechzehneckig und das findet man nicht so oft. Der Grund dafür soll gewesen sein, dass die beiden Damen den ganzen Tag lang die Sonne (wenn sie denn scheint) in einem der Zimmer haben wollten; sie mussten dabei natürlich  ständig ihren Aufenthalt in ein anderes Zimmer verlegen.

Aber auch das Innere von A la Ronde ist sehr ungewöhnlich. Die beiden Parminter-Cousinen waren sehr reisefreudig und brachten immer einiges von ihren Touren mit, was sie dann auch in ihrem geräumigen Haus großzügig verteilten. Eine besondere Schwäche hatten sie für Muscheln und in einer Gallerie des Hauses finden sich 25 000 Exemplare (ich weiß nicht, wer die alle gezählt hat).

A la Ronde, das nach dem Vorbild der Kirche San Vitale in Ravenna gebaut worden sein soll, durfte nach dem letzten Willen der beiden Damen immer nur an unverheiratete weibliche Blutsverwandte vererbt werden, was auch bis 1886 geklappt hat; dann ging das Haus an den Pfarrer Oswald Reichel über, einen Bruder der letzten Besitzerin. Reichel nahm eine ganze Menge Veränderungen und Modernisierungen vor, die aber zum großen Teil vom National Trust wieder rückgängig gemacht worden sind.

A la Ronde wird in diesem Jahr am 2. Februar mit einem Grand Opening für diese Saison eröffnet. Der Eintrittspreis liegt jetzt bei £10.

Hier ein kleiner Film, der einen Eindruck von diesem merkwürdigen Haus vermittelt.

A la Ronde
Summer Lane
Exmouth EX8 5BD

Die achteckige Halle von A la Ronde.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Die Heizung in einem der Räume.
Photo © David Hawgood (cc-by-sa/2.0)

Das Vorbild für A la Ronde: Die Basilika von San Vitale in Ravenna.
Author: Username.Ruge
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Published in: on 9. Januar 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Pinfolds in englischen Dörfern

In Norwell (Nottinghamshire)
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Es gab vor langer Zeit einen Beruf, der sich „pinder“ nannte und von der Wikipedia so beschrieben wird: „One who impounds cattle, or takes care of the cattle impounded.“ Der pinder war eine Art Viehhüter, aber mit besonderen Aufgaben. Wenn sich Vieh von nicht umzäunten  Weiden entfernte und herrenlos durch die Gegend irrte, war es die Aufgabe des pinders, die Tiere einzufangen und im örtlichen „pinfold„, oder auch „animal pound„, genannt, einzusperren, bis der Eigentümer auftauchte und sie wieder abholte. Dafür musste der natürlich eine Art Strafgebühr oder Aufbewahrungsgebühr bezahlen, was er dann auch, mehr oder weniger widerwillig, tat. Wahrscheinlich bekamen die ausgebüchsten Tiere ihrerseits eine Strafe auferlegt, vielleicht zwei Tage lang kein Heu oder so etwas ähnliches.

Die pinfolds waren meistens von Steinmauern umgeben, abschließbar und „ausbruchssicher“, sehr zum Ärger der dort inhaftierten Tiere. Es gab runde, viereckige, große und kleine pinfolds, von denen noch so manche in den Dörfern Englands erhalten geblieben sind. Ich stelle hier einmal einige im Bild vor:

In diesem ehemaligen pinfold in Screveton (Nottinghamshire) hat man jetzt einen Kräutergarten angelegt.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Ein pinfold in Askham (Nottinghamshire).
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Der Swainby Pinfold in North Yorkshire.
Photo © Mick Garratt (cc-by-sa/2.0)

Huttons Ambo in North Yorkshire. Die Telefonzelle war nicht dafür gedacht, dass die eingesperrten Tiere ihre Besitzer zur Hilfe holten.
Photo © John Illingworth (cc-by-sa/2.0)

Dieser pinfold in Chellaston (Derbyshire) diente für Tiere im offenen Vollzug…
Photo © Ian Calderwood (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 28. Dezember 2018 at 02:00  Comments (5)  
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Die Burlington Arcade in London – Luxuriöses Einkaufen unter einem Glasdach

Nicht nur in Paris und in Mailand gibt es Einkaufspassagen, die unter einem verglasten Dach einen Einkausbummel in luxuriösen Geschäften bieten, auch London kann mit so etwas aufwarten und zwar im vornehmen Stadtteil Mayfair mit der Burlington Arcade, die die Bond Street mit Piccadilly verbindet.

Am 20. März 1819 wurde die Einkaufspassage eröffnet, deren Geschäfte überwiegend Waren für Leute mit einem größeren Geldbeutel anboten, was auch heute noch zutrifft. So finden sich hier z.B. mehrere Juweliere und Uhrengeschäfte. Die Firma The Vintage Watch Company bietet mit mehr als 800 restaurierten Rolex-Uhren das weltweit größte Angebot in diesem Segment. Wer sich eine Luxusuhr der Marke Rolex aus dem Jahr 1915 zulegen möchte, kann das hier tun, vorausgesetzt man ist in der Lage  £ 7000 bis  £10 000 dafür auszugeben.
Bei den alt eingesessenen Firmen Church’s und Crockett & Jones kann man edle Schuhe erwerben und die St. Petersburg Collection offeriert Kreationen von Theo Fabergé.

Eine Besonderheit der Burlington Arcade sind die Beadles, das sind elegant gekleidete Herren, deren Aufgabe es ist, für Ruhe und Ordnung in der Passage zu sorgen. So sehen es diese Herren gar nicht gern, wenn dort gepfiffen oder gerannt wird; auch aufgespannte Regenschirme sind in der Arcade unerwünscht. So erzählt Mark Lord, der oberste Beadle auf den Webseiten der Burlington Arcade, das einmal einer seiner Vorgänger einem vor sich hin pfeifenden Mann auf die Schulter tippte und ihn darauf aufmerksam machte, dass Pfeifen in den heiligen Hallen der Arcade nicht gestattet ist. Es stellte sich heraus, dass der Pfeifer niemand anderes als Paul McCartney war, der sich sofort dafür entschuldigte. Der Beadle aber sagte: „As it’s you, Paul, it’s all right“ und von da ab pfiff Paul McCartney jedesmal wenn er die Einkaufspassage betrat, vergnügt vor sich hin.

Hier ist ein filmischer Rundgang durch die Passage.

Auch wenn man keine Vintage Rolex-Uhr kaufen möchte, ist ein Besuch in der Burlington Arcade schon ein besonderes Erlebnis.

Mews – Ehemalige Stallungen, die zu Wohnungen umgebaut worden sind

Die Buckingham Mews, ganz in der Nähe des Buckingham Palace.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0).

In London, aber auch in anderen Städten, findet man hin und wieder das Wort Mews in einem Straßennamen wie beispielsweise Buckingham Mews oder Royal Crescent Mews in der Hauptstadt. Mews waren vornehmlich im 17. und 18. Jahrhundert Stallungen, in denen Pferde und Kutschen untergebracht waren, d.h. im vornehmen Vorderhaus wohnten die Herrschaften und im Hinterhaus über den Stallungen die Kutscher. Das war bequem für die wohlhabenden Hausbesitzer, auf Wunsch konnten ihre Kutschen in Minutenschnelle vorgefahren werden und standen zu ihrer Verfügung.

Heute kann man den „Mews-Straßen“ noch immer ansehen, wozu sie früher dienten, nur dass hinter den Toren an Stelle von Pferden und Kutschen häufig Autos untergebracht sind; eine Garage in London zu haben, ist ein hohes Gut. Aus den wenig attraktiven Hinterhäusern  früherer Zeiten sind gesuchte, teuere Apartments und Büros geworden wie dieser Film zeigt.

Im folgenden finden sich einige typische Beispiele für Mews in London.

Die Royal Crescent Mews in Hammersmith.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Die Kynance Mews in Kensington.
Photo © Roger Jones (cc-by-sa/2.0)

Die Bryanston Mews West in Marylebone.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Holland Park Mews in Kensington.
Photo © Janusz Lukasiak (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. November 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Sekhmet – Eine mysteriöse ägyptische Göttin über dem Eingang zum Auktionshaus Sotheby’s in der Londoner New Bond Street

Ob wohl die Besucher des Londoner Auktionshauses Sotheby’s in der New Bond Street 34/35 auch einmal nach oben schauen, bevor sie das Haus betreten, um die eigenartige schwarze Figur zu betrachten, die den Eingang zu bewachen scheint? Es handelt sich dabei um eine ägyptische Göttin namens Sachmet bzw. Sekhmet wie es auf dem Sockel steht, auf dem sie befestigt ist. Die aus schwarzem Basalt geschaffene löwenartige Figur war einst die Göttin des Krieges und auch der Heilung. Sie wurde der Legende nach als Tochter des Sonnengottes Ra betrachtet und war die Beschützerin der Pharaonen. Die Büste soll im Jahr 1320 vor Christi Geburt erschaffen worden sein und gilt als älteste Büste in Privatbesitz, die in London außerhalb geschlossener Räume zu finden ist.
In irgendeiner Weise kam sie nach London und wurde, zusammen mit anderen Artefakten, in den 1880er Jahren dem Auktionshaus angeboten; alles zusammen ersteigerte jemand für £40, doch merkwürdigerweise ließ sich dieser Unbekannte nie mehr bei Sotheby’s blicken, um seine Schätze abzuholen. So blieb Sachmet bei den Auktionatoren, die damals noch in der Wellington Street ansässig waren. Als sie 1917 in ihr neues Domizil in die New Bond Street zogen, nahmen sie auch die schwarze Göttin mit und positionierten sie über dem Haupteingang. Da steht sie nun und betrachtet das Kommen und Gehen vor dem wohl berühmtesten Auktionshaus der Welt.

Published in: on 12. November 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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John St John Long (1798-1834), der König der Quacksalber in der Londoner Harley Street

Die Harley Street 84.
Quelle: ResearchGate
Creative Commons 4.0

Weit über 1000 Arztpraxen plus diverse Kliniken gibt es in der Londoner Harley Street und den Nebenstraßen, eine gewaltige Zusammenballung medizinischen Fachwissens. Die Straße liegt im Stadtteil Marylebone im Zentrum der Stadt und macht einen gediegenen Eindruck; viele Häuser sind von Eisengittern umrahmt wie die Nummer 84, wo 1828 ein Mann namens John St John Long (1798-1834) eine Praxis eröffnete. Der Mann hatte keine Ahnung von Medizin; bisher hatte er sich mit künstlerischen Arbeiten durchs Leben geschlagen und dabei durch das Malen einige Anatomiekenntnisse erworben.
In seiner Praxis in der Harley Street spezialisierte er sich auf die Behandlung von Tuberkulose, in dem er seine Patienten geheime Stoffe inhalieren und sie mit Salben einreiben ließ. Fünf bis zehn Tage dauerten diese Anwendungen, häufig bildeten sich auf der Haut nässende Entzündungen, die er mit Kohlblättern abdeckte. Long versuchte seinen Opfern, ich meine natürlich Patienten, klarzumachen, dass diese Entzündungen ein Zeichen dafür sind, dass die Krankheit aus dem Körper heraustritt und sie anschließend geheilt sind. Erstaunlicherweise wirkte die Behandlung bei einigen, bei einigen aber nicht, zum Beispiel behandelte er eine junge Frau, die gar keine Tuberkulose hatte, mit seinen dubiosen Methoden, woraufhin die Patientin starb. John St John Long wurde angeklagt und es kam zu einem Prozess im Old Bailey, wo sowohl richtige Mediziner als auch ehemalige Patienten Longs zu Wort kamen. Die Geschworenen verurteilten den Quacksalber wegen Totschlags, er musste aber nur eine Strafe in Höhe von £250 bezahlen.

Long, der angebliche Tuberkulosespezialist, starb vier Jahre nach dem Prozess im Jahr 1834…angeblich an Tuberkulose, wobei er sich erbittert gesträubt haben soll, sich mit seinen eigenen Wundermitteln behandeln zu lassen. Es gibt aber auch eine andere These für seinen Tod: Er soll an den Folgen eines Reitunfalls gestorben sein.
Was nun auch immer stimmt, Long hatte auch nach seinem Ableben eine ihm gegenüber wohlmeinende Gefolgschaft, die dafür sorgte, dass auf dem Friedhof von Kensal Green, wo er beerdigt worden war, ein aus Portlandstein und Carraramarmor bestehendes Monument errichtet wurde, das der Bildhauer Robert William Sievier gestaltete.

In der Harley Street 84 befinden sich auch heute noch Arztpraxen, die Harley Street Clinic und die Anelca Clinic, die sich auf kosmetische Chirurgie spezialisiert hat.

Das Grabmal von John St John Long.
Photo: Robert Freidus
Quelle: Victorian Web

Die Cockpit Steps in der Londoner City of Westminster

Von der Old Queen Street in der Londoner City of Westminster führen einige Stufen hinunter zu einem Weg, der zum Birdcage Walk führt, das ist eine Straße entlang des St James’s Park. Diese Stufen, die unter Denkmalschutz stehen, und der Weg nennen sich Cockpit Steps und erinnern an eine Hahnenkampfarena, die hier einmal stand, wovon die Treppenstufen als einziges übrig geblieben sind.

Hahnenkämpfe erfreuten einmal sich großer Beliebtheit, und dieser Cockpit hier in Westminster wurde im 17. Jahrhundert eröffnet. Es gab Kampfplätze für das das „niedrige“ Volk und welche für wohlhabendere Leute; der hier, von dem wir sprechen, war ein Royal Cockpit, in dem sich auch Adlige und andere Betuchte zusammenfanden, um dem blutigen „Sport“ beizuwohnen und Wetten abzuschließen, welches der armen Tiere in der Arena überleben würde. Dabei wurden die Kampfhähne nicht nur aufeinander losgelassen, das geschah nach einem detaillierten Regelwerk, das das Verfahren exakt bestimmte.

Durch den Eintritt in Höhe von fünf Schillingen wurde im Royal Cockpit also gleich am Anfang die Spreu vom Weizen getrennt, was die Zahlungsfähigkeit der Zuschauer anbelangte. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Royal Cockpit geschlossen, bis auf die Stufen ist nichts mehr davon zu sehen.

Die Steps sollen von einem Geist heimgesucht werden, einer Frau ohne Kopf, die mehrfach hier gesehen worden sein soll. Ein Soldat der Horse Guards hatte Ende des 18. Jahrhunderts seine Frau ermordet und ihr den Kopf abgeschlagen. Beim Versuch, den Körper im St James’s Park Lake zu verstecken wurde der Mann erwischt. Seitdem wandelt die kopflose Frau hin und wieder die Cockpit Steps hinunter in Richtung Park und erschreckt arglose Menschen…

Dieser Film zeigt einen Gang entlang der Cockpit Steps.

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 1. Oktober 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Gherkin in London und das Grab einer jungen Römerin

The Gherkin in London zählt sicher zu den auffälligsten Gebäuden der Stadt (ich berichtete in meinem Blog darüber). Die offizielle Adresse des 180 Meter hohen Bürohauses lautet 30 St Mary Axe; an der Stelle stand vorher The Baltic Exchange, ein Haus, das 1992 bei einem Bombenanschlag der IRA so stark beschädigt worden war, dass es abgerissen werden musste. Drei Jahre später, als das Grundstück frei gemacht wurde, um The Gherkin zu errichten, entdeckte ein Archäologenteam des Museum of London die sterblichen Überreste eines jungen Mädchens, die man vorsichtig von der Baustelle in das Londoner Museum übernahm und dort genauestens untersuchte. Anhand der Untersuchungsergebnisse kamen die Archäologen zu dem Schluss, dass es sich um die Gebeine eines ca 13- bis 17jährigen Mädchens handelte, die etwa um 350 bis 400 in London gelebt haben musste und wahrscheinlich eine Römerin war. Woran die junge Dame gestorben war, ließ sich nicht mehr feststellen.

Nachdem The Gherkin fertiggestellt worden war und die junge Römerin 12 Jahre lang im Museum of London verbracht hatte, sollten ihre Gebeine wieder an die ursprüngliche Fundstelle zurückgebracht werden, an der jetzt das „Gurken-Hochhaus“ stand. Erst wurde eine Andacht für sie in der St Botolphs Church abgehalten, anschließend brachte man sie mit einem Prozessionszug zu ihrem letzten Ruheplatz zurück, der sich an der Bury Street, direkt neben The Gherkin befindet. Die Bürgermeisterin der City of London verstreute Rosenblätter auf eine in den Boden eingelassene Marmorplakette, die mit einem Lorbeerkranz verziert ist. Dahinter hat man in die Marmorbänke die Worte eingraviert “To the spirits of the dead / the unknown young girl / from Roman London / lies buried here„, daneben steht der Satz noch einmal auf Latein.

The Gherkin und die Bury Street.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)