Die „lauschenden Ohren“ bei Greatstone-on-Sea (Kent)

Nur gut zwanzig Autominuten vom Channel Tunnel entfernt, gelangt man erst über die A259 und dann bei New Romney über die B2071 in eine andere Welt, wenn man in die Romney Marsh und nach Dungeness fährt. Für mich hat diese Region von Kent eine ganz eigenartige Atmosphäre. Mehrfach habe ich darüber in meinem Blog berichtet, und ich kann einen Abstecher bis hinunter zum Britannia Inn sehr empfehlen.
Bei Greatstone-on Sea, auf der dem Meer abgewandten Seite, sieht man merkwürdige Betongebilde, deren Zweck sich auf den ersten Blick nicht erschließt. Es handelt sich hierbei um sogenannte „Sound Mirrors„, oder auch „Acoustic Mirrors„, das sind militärische Konstruktionen, die zwischen den beiden Weltkriegen installiert wurden, um feindliche Luftschiffe und Flugzeuge bereits hören zu können, bevor sie in Sichtweite waren, also eine Art Radar-Vorgänger.

Die bei Greatstone aufgestellten drei „lauschenden Ohren“ haben unterschiedliche Formen. Eines der Gebilde besteht aus einer 70 Meter  langen und 5 Meter hohen leicht gewölbten Mauer, die beiden anderen ähneln schon mehr  Ohren. Im Brennpunkt der drei Reflektoren hatte man Mikrofone installiert.

Der Erfolg dieser Sound Mirrors hielt sich in Grenzen; oft störten auf dem Ärmelkanal vorbeifahrende Schiffe den Empfang, und als die Flugzeuge immer höhere Geschwindigkeiten erreichten, wurde die Vorwarnzeit immer kürzer. Als man kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges das Radar erfand und einsetzen konnte, erwiesen sich die Acoustic Mirrors als überflüssig.

Vor Jahren wurden diese mittlerweile historischen militärischen Anlagen mit einem Zuschuss von £500,000 des English Heritage renoviert und vor dem Zerfall bewahrt. An einigen wenigen Tagen im Jahr werden Touren zu den drei Listening Ears durchgeführt, die am Dungeness-Besucherzentrum der Royal Society for the Protection of Birds beginnen und £60 pro Person kosten.

Hier ist ein Film über die von Major William Sansome Tucker (1877-1955) entwickelten Sound Mirrors bei Greatstone-on-Sea.

Einige Szenen von Nicki Minajs Musikvideo „Freedom“ wurden vor den Sound Mirrors aufgenommen.

 

Published in: on 26. Mai 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Mauerwerksinspizierer vom New College in Oxford

Die Stadtmauer, die die Gärten des New College umgibt.
Photo © Ron Hann (cc-by-sa/2.0)

In England ist nicht alles „neu“, nur weil es so heißt. Ich denke da an mehrere Pubs, die New Inn heißen, aber in Wirklichkeit uralt sind wie der New Inn in Gloucester, der über 500 Jahre alt ist. Das gleiche gilt für das New College in Oxford, das zu den ältesten Colleges der Stadt gehört und 1379 gegründet wurde. William of Wykeham, der Bischof von Winchester, war der Gründer dieser Lehranstalt, wo unter vielen anderen die Schauspieler Hugh Grant und Kate Beckinsale, die Schriftstellerin Sophie Kinsella, der Wissenschaftler Richard Dawkins und der deutsche Filmregisseur Florian Henckel von Donnersmarck studiert haben.

Als William of Wykeham das Gelände für sein neues College von der Stadt Oxford kaufte, musste er sich verpflichten. stets für den guten Zustand der Stadtmauern zu sorgen, die die Gebäude umschlossen. Außerdem mussten Seiteneingänge geschaffen werden, durch die der Bürgermeister und seine Abgeordneten Zutritt erhielten, um regelmäßig alle drei Jahre nach dem Zustand der Stadtmauer zu sehen.

Noch immer umgrenzt die Stadtmauer die Gärten des New College, und sie ist in einem tadellosen Zustand, dank der ständigen Bemühungen der Lehranstalt, das Verspechen, das William of Wykeham der City of Oxford einmal gab, einzuhalten.

Nach wie vor kommt der Lord Mayor mit einigen seiner Ratsherren und Ratsfrauen alle drei Jahr zum New College, um die Mauern zu inspizieren, in vollem Ornat natürlich, und sie betreten das College durch einen Nebeneingang in der New College Lane. Das war zuletzt im Jahr 2017 der Fall, das heißt also, dass es in diesem Jahr erneut zu einer Inspektion kommen wird. Bisher gab es keine Beanstandungen, doch nehmen die Herren und Damen der Stadt Oxford das Mauerwerk natürlich nur „in Augenschein“ und bringen keine technischen Messgeräte mit.

Hier sind Bilder vom letzten Inspektionsgang zu sehen.

Das imposante, alte New College.
Photo © David Purchase (cc-by-sa/2.0)

Von Kirchen-, College- und anderen bemerkenswerten Katzen

Die Kirchenkatze von St Winifred’s in Branscombe (Devon).
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Im vorigen Jahr schrieb ich in meinem Blog über meinen Besuch der Kirche von St Mary’s in Painswick in Gloucestershire, bei dem ich auch das kleine Grab von Tilly, der Kirchenkatze aufsuchte. Es kommt gar nicht so selten vor, dass sich Katzen eine Kirche oder eine Kathedrale als ständiges Domizil auswählen, wo sie dann von der Gemeinde und den Kirchenbediensteten wohlgelitten sind. Ich berichtete bereits über Tom, der sich St Mary Redcliffe in Bristol ausgesucht hatte und über Tiddles, der Kirchenkatze von St Mary’s in Fairford in Gloucestershire.

St Edmundsbury, die Kathedrale von Bury St Edmunds, hatte gleich ein Katzenpärchen namens Daisy und Lazarus, das viel Platz zum Strolchen hatte, denn neben der Kathedrale liegen die Wiesen mit den Ruinen der ehemaligen Benediktinerabtei. Kim lebte in der Lichfield Cathedral in Staffordshire, Olsen und Hansen in der Chester Cathedral in Cheshire und Pushkin hieß die Katze, die sich St Peter and St Paul in Pickering in North Yorkshire ausgesucht hatte.

Richard Surman hat sich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt und die Bücher „Church Cats„, „Cathedral Cats“ und „Cloister Cats“ veröffentlicht. Aus seiner Feder stammt auch das Buch „College Cats of Oxford & Cambridge„, denn nicht nur Kirchen, auch die alten Gebäude, in denen die Colleges der beiden Städte untergebracht sind, haben für Katzen eine gewisse Anziehungskraft. Das Hertford College in Oxford beherbergt zum Beispiel seit vielen Jahren Katzen, die alle den Namen Simpkin tragen, aber nicht voneinander abstammen. Seit Januar 2018 ist Simpkin Nummer 4, die gehegte und gepflegte Katze des Colleges, die keine schöne Kindheit hatte, aber nun einen idealen Platz gefunden hat und das Hertford College mäusefrei hält.

Caiaphas war die Katze im St John’s College in Cambridge, benannt nach dem Hohepriester im Johannes-Evangelium (= Gospel of John im Englischen).

Sir Winston Churchill war ein großer Katzenliebhaber, und so bewohnte stets eine Katze seinen Privatwohnsitz Chartwell in Kent. Als das Haus zum National Trust überging, bat Churchills Familie darum, dass in Chartwell immer eine Katze sein sollte, was der N.T. auch berücksichtigte. Jock Nummer 6 ist der aktuelle Mäusejäger auf dem Landsitz.

Auch über „Country House Cats“ hat Richard Surman ein Buch geschrieben. Er ist die Autorität in Sachen „Katzen in historischen Gebäuden“.

Tillys Grab in St Mary’s in Painswick (Gloucestershire).
Eigenes Foto.

Eine Tür der Kathedrale von Exeter, die extra einen eigenen Eingang für die Kirchenkatze hat.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

 

 

The Broad Stone of Retford (Nottinghamshire) – Hilfreich in der Coronakrise?

Der Broad Stone vor dem Rathaus von Retford.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Retford ist eine hübsche Kleinstadt in Nottinghamshire mit einem sehenswerten Rathaus am Marktplatz, das 1866 von den Architekten Pearson Bellamy und John Spence Hardy aus Lincoln entworfen wurde. Leider ist die Geschäftswelt um den Marktplatz herum und in den angrenzenden Straßen so öde wie in vielen andern englischen High Streets auch: Wettbüros, Charity Shops, Telefonläden usw.

Die Grafschaft Nottinghamshire ist von der Coronakrise schwer mitgenommen worden; allein in der Hauptstadt Nottingham zählte man vor wenigen Tagen bereits 126 Todesfälle.
Schon im Jahr 1665 hatte Nottinghamshire, und so auch die Stadt Retford, mit einer Epidemie zu kämpfen, die Teile des Landes überzogen hatte. Die Beulenpest forderte unzählige Opfer, und so suchten die Menschen, nach Möglichkeiten, sich vor einer Ansteckung zu schützen. In Retford verwendete man einen Grenzstein, The Broad Stone, auf dem Marktplatz, der mit einer Vertiefung versehen war, zur Desinfizierung von Münzen. Das funktionierte so, dass die Vertiefung mit Essig gefüllt war, der angeblich desinfizierende Wirkung gehabt haben soll, die Marktkäufer ihre Münzen dort hineinlegten, die dann von den Verkäufern wieder entnommen wurden. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung war, dass sich die Menschen bei der Verkaufsabwicklung nicht zu nahe kamen, was heute als social distancing bezeichnet wird. Es lief also damals gar nicht so viel anders ab als bei der jetzigen Coronakrise (bis auf den Essig).

Der  Broad Stone of Retford ist noch heute vor dem Rathaus zu finden. Er trägt die Inschriften „The Broad Stone of the
Borough of East Retford“ und „Restored to the Borough of East Retford by J A Gylby Esq AD 1877„.

Wer der Stadt Retford einmal einen Besuch abstatten möchte: Sie liegt an der A638, circa 43 Kilometer nördlich von Nottingham.

Retford Town Hall am Marktplatz.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

 

Der Ärger mit den englischen Hausnummern

Solange man diese „Hausnummer“ regelmäßig beschneidet, ist sie gut zu erkennen; gesehen in Ayston (Rutland).
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Bei meinen Reisen in den USA war die Orientierung in den Städten leicht; oft werden die Straßen durchgezählt in Form von 1st, 2nd, 3rd Street usw. und meistens waren die Hausnummern deutlich zu erkennen; da kann man sich schnell zurechtfinden. In England ist das nicht ganz so einfach; manchmal sucht man die Schilder mit den Straßennamen vergeblich und an den Häusern sind nicht immer Nummern angebracht. In Dörfern haben manche Häuser keine Nummer, sondern Namen. Eine gute Freundin wohnte in einem Haus in einem Dorf in Somerset, das lediglich Honoria hieß, nichts weiter.

Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter haben immer wieder Probleme damit, bestimmte Adressen zu finden, von denen Notrufe abgesetzt worden sind, und wertvolle Zeit geht bei der Suche nach dieser Adresse verloren, weil keine deutliche Hausnummer zu finden ist.

Woran liegt nun dieser Widerwille, gut sichtbare Hausnummern anzubringen? Die Anthropologin Kate Fox hat in ihrem wunderbaren Buch „Watching the English„, das ich demnächst in meinem Blog vorstellen werde, eine Erklärung. „Our house numbers are at best highly discreet, and at worst completely obscured by creepers or porches, or even left off altogether, presumably on the assumption that our number may be deduced from those of our immediate neighbours„, schreibt sie und ist der Meinung, dass nicht Faulheit dahinter steckt, sondern die Tatsache, dass viele Landsleute immer noch nach dem Slogan „My home is my castle“ leben und meinen, meine Freunde und Verwandte wissen, wo ich wohne, und alle anderen geht das nichts an. Eine Art Verschleierungstaktik der „Burgbewohner“.

Wer möchte, kann hier einen kleinen virtuellen Spaziergang durch die Straße Coopers Gate in Banbury (Oxfordshire) machen, wo das mit der Hausnummerierung teilweise gut klappt, zum Teil aber auch nicht.

Dieses Haus in Denton (Lincolnshire) heißt The Little Cottage und hat die Nummer 147, die aber nirgends zu finden ist.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Dieses Doppelhaus in Stapleton bei Bristol hat zwei Adressen. Das linke, mit einer Nummer gekennzeichnete Haus: 27 Holton Road, das rechte: 111 Wordsworth Road.
Photo © Roger Templeman (cc-by-sa/2.0)

Es geht auch anders. Vorbildlich diese Hausnummer in Great Wilbraham (Cambridgeshire).
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. April 2020 at 02:00  Comments (4)  

Derek Jarmans Prospect Cottage in der Romney Marsh (Kent)

Am südlichen Zipfel der Romney Marsh, einer flachen Marschlandschaft in der Grafschaft Kent, liegt Dungeness, beherrscht von den Türmen des Kernkraftwerks gleichen Namens; eine ziemlich einsame Gegend, die mich immer wieder fasziniert. Vor einigen Jahren habe ich mich mit meinem Auto in den Kieseln festgefahren, die diese Region beherrschen (freundliche Helfer haben mich da wieder herausgezogen; siehe dazu meinen Blogeintrag).

Den Filmregisseur Derek Jarman (1942-1994) zog es in den letzten Jahren seines Lebens hierher. Er kaufte sich 1986 das kleine Prospect Cottage, eine ehemalige Fischerhütte, in der Nähe des Strandes und versuchte, dort einen kleinen Garten anzulegen. Eigentlich hatte er davon keine Ahnung und auch wenig Hoffnung, dass auf dem Boden etwas gedeihen würde. Einige Freunde halfen ihm bei der Anlage; man sammelte Steine, angeschwemmtes Holz, alte Gartengeräte und bastelte damit einen ganz besonderen Garten, der von keinem Zaun umgrenzt wurde und der allmählich zu einem Gesamtkunstwerk heranwuchs. Derek Jarman lebte in Prospect Cottage bis zu seinem Tod. Danach kümmerte sich sein Freund Keith Collins um das Haus, der 2018 verstarb. Danach war das Schicksal des Hauses und des Gartens ungewiss.
Mit einer großen Kraftanstrengung in Form von Spendenaufrufen und Crowdfunding, initiiert von der Schauspielerin Tilda Swinton und anderen Künstlern, kamen Anfang April diesen Jahres in kurzer Zeit etwa £3.6 Millionen zusammen, so dass die Zukunft von Prospect Cottage gesichert ist. Die Organisation Creative Folkestone wird sich um das Haus und den Garten kümmern. Nach vorheriger Absprach wird man Prospect Cottage auch besichtigen können. Es soll aber auch als vorübergehende Residenz für Künstler, Filmschaffende und Gärtner dienen, die sich hier in der Einsamkeit der Romney Marsh für neue Werke inspirieren lassen können.

Derek Jarman veröffentlichte  zusammen mit seinem Freund, dem Fotografen Howard Sooley, ein Buch über seinen Garten mit dem Titel „Derek Jarman’s Garden„, das 1995 bei Thames & Hudson veröffentlicht wurde, eine der letzten Arbeiten des Mannes, der am 19. Februar 1994 an AIDS starb und auf dem Friedhof der St. Clements Church in Old Romney, einige Kilometer nördlich seines geliebten Gartens, beigesetzt wurde.

1990 drehte Jarman einen Film mit dem Titel „The Garden (hier ist der Trailer)“, in dem sein Garten und die Gegend um Dungeness den Hintergrund bildeten für eine Geschichte, in der die Themen Homosexualität und Christentum im Mittelpunkt stehen. Ein Film, der fast ohne Dialoge auskommt.

Ein Gedicht an der Hauswand.
Photo © Gordon Griffiths (cc-by-sa/2.0)

Derek Jarmans Grab in Old Romney (Kent).
Photo © Chris Whippet (cc-by-sa/2.0)

 

 

Die Pitstone Windmill bei Ivinghoe in Buckinghamshire

Windmühlen haben für mich etwas Gemütliches und Entschleunigendes an sich. Es ist schön, dass doch noch einige Exemplare existieren, die oft liebevoll restauriert worden sind. In meinem Blog habe ich schon mehrere englische Windmühlen vorgestellt wie die in Shipley (West Sussex), Reigate Heath (Surrey), die Chesterton Windmill (Warwickshire) und die Holgate Windmill (North Yorkshire). Auch die Windmühle in Brill in Buckinghamshire hat mir sehr gut gefallen.

Ein weiteres schönes Exemplar ist ebenfalls in Buckinghamshire zu finden, die Pitstone Windmill, die auf einem offenen Feld in der Nähe von Ivinghoe anzutreffen ist. Sie gilt als eine der ältesten überhaupt in England. Ein dendrologisches Institut in Oxford hat herausgefunden, dass einige der Holzbalken etwa aus den Jahren 1595 bis 1597 stammen. Viele Jahrhunderte lang brachten die Bauern aus den umliegenden Dörfern Ivinghoe und Pitstone ihr Getreide zu der Mühle, um daraus Mehl herstellen zu lassen.

Bis zum Jahr 1902 war die Pitstone Windmill unermüdlich im Einsatz, bis ein schwerer Sturm ihr den Garaus machte. Ein Wiederaufbau wäre zu teuer gewesen, und so stand die Ruine armselig und traurig in den Feldern von Ivinghoe. Ein Bauer, dessen Felder angrenzten, erbarmte sich ihrer, kaufte sie und übergab die Mühle 1937 dem National Trust, der sich aber erst einmal nicht um sie kümmerte. Erst in den 1960er Jahren machten sich einige Windmühlen-Fans an die Restaurierung, die tatsächlich sehr gut gelang, so dass die Pitstone Mill 1970 wieder in der Lage war, Mehl herzustellen.

Von April bis Oktober öffnet der National Trust seine Mühle für Interessierte an jedem ersten Mittwoch eines Monats, und man kann dann an einer geführten Tour (£3) teilnehmen. Leider hat sich das Coronavirus in die Planungen des National Trusts eingemischt, so dass die Touren für April und Mai in diesem Jahr abgesagt worden sind.

Dieser von einer Drohne aus aufgenommene Film zeigt die Pitstone Mill in ihrer ganzen Schönheit.

Witanhurst – Das, nach dem Buckingham Palace, größte privat genutzte Wohnhaus Londons

Author: AnemoneProjectors
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Mit der Herstellung von Seife und Kerzen konnte man im 19. Jahrhundert eine Menge Geld verdienen wie das die Firma Joseph Crosfield and Sons gezeigt hat, die ihre Produktionsstätten in Warrington (früher Lancashire, heute Cheshire) hatte. Sir Arthur Henry Crosfield (1865-1938) erbte die Firma von seinen Eltern und verkaufte sie 1911. Von dem Erlös erwarb er ein großes Grundstück im Londoner Stadtteil Highgate und beauftragte den Architekten George Hubbard, ein Haus zu entwerfen, wobei der aus dem Vollen schöpfen konnte. Es dauerte einige Jahre, von 1913 bis 1920, bis das riesige Haus fertig war, das Sir Arthur Witanhurst nannte.

65 Zimmer gibt es in dem Anwesen, davon allein 25 Schlafzimmer, plus einen riesigen Ballsaal. Die Bewohner haben einen wunderschönen Blick auf Hampstead Heath und die Londoner Skyline. Schon bald zog Witanhurst die Reichen und die Schönen der Londoner Gesellschaft an. Auch Princess Elizabeth, die spätere Queen, war hier 1951 schon zu Gast.

Bis 1970 blieb Witanhurst in Hand der Familie Crosfield, doch der Unterhalt des Hauses, das größte privat genutzte Wohnhaus nach dem Buckingham Palace in London, wurde mehr und mehr zur Last, so dass es 1970 verkauft wurde. Von da ab ging es auf und ab mit dem Anwesen. Es fand keinen Käufer, der es wirklich liebte, es ging von Hand zu Hand, von einem Geldanleger an den nächsten. Mal gehörte es einem Kuwaiti, dann einer in den British Virgin Islands ansässigen Investment-Firma, dann der syrischen Familie Assad usw. usw.

Eine Londoner Immobilienfirma übernahm dann Witanhurst und steckte sehr viel Geld in das Haus, das im Laufe der Zeit ziemlich heruntergekommen war. Der heutige Besitzer ist ein russischer Milliardär, einer von vielen, die sich in diesem Teil Londons angesiedelt haben.

39 Highgate West Hill ist die Adresse von Witanhurst, nur einen Katzensprung vom Highgate Cemetery entfernt.

Das Torhaus von Witanhurst.
Author: No Swan So Fine.
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Published in: on 21. März 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Bignell Wood bei Wittensford in Hampshire – Das ehemalige Haus von Sir Arthur Conan Doyle

Der geistige Vater des Sherlock Holmes, Sir Arthur Conan Doyle, ist in dem winzigen Dorf Minstead auf der Kirchhof der All Saints‘ Church begraben. Er wohnte teils im Windlesham Manor bei Crowborough in East Sussex, wo er anfangs seine letzte Ruhestätte fand, wurde aber später nach Minstead gebracht, wo er ganz in der Nähe ebenfalls ein Haus besaß, Bignell Wood genannt.

Bignell Wood liegt westlich des Dorfes Wittensford, nahe der B3079, am Rand des New Forests. Sir Arthur kaufte das große Haus mit sieben Schlafzimmern 1925 als Geburtstagsgeschenk für seine zweite Frau Jean, und schnell sprach sich in der Nachbarschaft herum, dass es dort spukt, Postboten sollen sich geweigert haben, die Post dort hinzubringen. Der Schriftsteller hatte einen ausgeprägten Hang zum Spiritismus (obwohl er den logisch und rational denkenden Detektiv Sherlock Holmes schuf), dem er auch in Bignell Wood nachging. Séancen wurden in dem Haus abgehalten (was Doyles Tochter später in Abrede stellte), und als Bignell Wood 1929 in Flammen aufging, schrieb Doyle das übernatürlichen Kräften zu.  Die tatsächliche Brandursache soll aber Funkenflug aus der Küche gewesen sein, wodurch das Reetdach Feuer fing. Sir Arthur beauftragte eine Baufirma, sein Haus wieder bewohnbar zu machen, erlebte das aber nicht mehr, da er am 7. Juli 1930 in Crowborough starb. Siehe hierzu auch meinen Blogeintrag über Doyles bemerkenswerten Memorial Service in der Londoner Royal Albert Hall.

Das Haus im New Forest wurde 1961 von einem schottischen Ärztepaar übernommen, das Bignell Wood erst einmal exorzieren ließ, denn irgendetwas Unheimliches schien dort zu existieren. Danach kehrte Ruhe in das einsam gelegene Haus ein.

Stoke Mandeville in Buckinghamshire – Teil 2: Das Krankenhaus und das National Spinal Injuries Centre

Der Haupteingang zum Krankenhaus.
Photo © sijon (cc-by-sa/2.0)

Der deutsch-britische Neurologe Sir Ludwig Guttmann (1899-1980) war eine ganz wichtige Persönlichkeit in der Geschichte des Stoke Mandeville Hospitals, das schon in den 1830er Jahren gegründet wurde, denn er etablierte hier 1944 das National Spinal Injuries Centre, das zu den renommiertesten seiner Art weltweit gehört. In dem Krankenhaus vor den Toren von Aylesbury werden Menschen mit Wirbelsäulenverletzungen aus dem ganzen Land behandelt. 1979 wurde der Zustand der Gebäude allmählich kritisch, als es an allen Ecken und Enden bröckelte. Da kam der berühmte DJ  und Fernsehmoderator der BBC Jimmy Savile (1926-2011) zu Hilfe und startete eine Kampagne, bei der £10 Millionen zusammenkamen. 1983 konnte das Zentrum mit großem Aufwand renoviert werden und wurde von Diana, der Princess of Wales, und ihrem Mann, Prince Charles, neu eröffnet (hier ist ein Film). Jimmy Savile besaß, weil er sich derart für das Krankenhaus eingesetzt hatte, praktisch Narrenfreiheit in dem Hospital und ging nach Belieben ein und aus. Er hatte hier sogar ein eigenes Apartment. Nach Saviles Tod im Jahr 2011 stellte sich nach und nach heraus, dass er im Stoke Mandeville Hospital über viele Jahre junge Mädchen, die sich in Behandlung befanden, sexuell belästigt hatte. Die Beschwerden der Mädchen gegenüber dem Personal wurden unterdrückt, niemand wollte sich gegen den Wohltäter und die Berühmtheit Savile stellen, dem das Krankenhaus so viel zu verdanken hatte (mehr über Jimmy Savile demnächst in meinem Blog). Hier ist ein kurzer Report der ITV.

Das Stoke Mandeville Hospital gilt auch als Geburtstätte der Paralympics, denn Sir Ludwig Guttmann hatte 1948 die Stoke Mandeville Games eingeführt, an denen Menschen mit Wirbelsäulenverletzungen teilnehmen konnten. Bis 1995 wurden diese Sportwettkämpfe für Körperbehinderte unter dem Titel International Stoke Mandeville Games durchgeführt. Daraus entwickelten sich dann die Paralympics, die alle vier Jahre stattfinden, und deren Logo seit 2014 aus drei Bögen in den Farben Rot, Blau und Grün besteht. Dieses Logo ist auch mitten auf dem Kreisverkehr vor dem Krankenhaus zu finden, kurz vor der Zufahrt zum Haupteingang.

Das Logo der Paralympics auf dem Kreisverkehr vor dem Krankenhaus.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Dieses Wandbild in Erinnerung an Sir Ludwig Guttmann ist im Friars Square Shopping Centre in Aylesbury (Buckinghamshire) zu sehen.
Photo © Christopher Hilton (cc-by-sa/2.0)

The Chapel of Our Lady auf der Rotherham Bridge in Rotherham (South Yorkshire)

Die Bridge Street in Rotherham (South Yorkshire) führt über den River Don; auf der einen Seite der Rotherham Bridge steht der Bridge Inn und auf der anderen Seite The Chapel of Our Lady, eine von nur noch sechs erhaltenen Brückenkapellen in England. Um das Jahr 1483 herum wurde die Brücke gebaut, die auf der damals viel benutzten Route von London nach Richmond in North Yorkshire lag. Die Kapelle wurde kurz darauf hinzugefügt, wohl um Reisenden die Gelegenheit für eine kurze Andacht zu geben. Schon im nächsten Jahrhundert diente die Kapelle nicht mehr religiösen Zwecken, sondern wurde als Gefängnis genutzt. Es gibt eine Geschichte, dass für kurze Zeit Maria Stuart hier eingesperrt war, doch diese Story beruht auf tönernen Füßen, Beweise dafür gibt es nicht.

Am 4. Mai 1643, während des Bürgerkriegs, fand auf der Rotherham Bridge eine Schlacht statt, und wenn man genau hinsieht, kann man an den Außenwänden der Kapelle noch kleine Kerben und Dellen sehen, die von den Kampfhandlungen zeugen.

Die Chapel of Our Lady wechselte noch einige Male ihren Verwendungszweck. Im 18. Jahrhundert wurde die Kapelle in ein Armenhaus umfunktioniert und 1888 zog ein Tabakwarenhändler ein, der auf der Brücke seine Waren feilbot. Anfang des 20. Jahrhunderts musste die Kapelle dringend restauriert werden, denn der Zahn der Zeit hatte deutlich an ihr genagt. 1924 waren die Arbeiten fertig und Our Lady sah wieder richtig gut aus. 1975 bekam sie sogar noch ein Fenster mit einer sehr schönen Glasmalerei.

Heute kümmern sich die Friends of Rotherham Chapel on the Bridge um die Erhaltung der Kapelle, die nur dienstags für  besondere Anlässe wie Taufen und Hochzeiten geöffnet wird.

Dieser Film zeigt Our Lady auch von innen.

Pillboxes – Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg in Vorbereitung auf eine deutsche Invasion

Bei Sandgate in Kent.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Pillboxes sind ja eigentlich Pillendosen – aber man bezeichnet mit dem Namen auch Bunkeranlagen, die man im 2. Weltkrieg in England gebaut hat, um einer drohenden Invasion Nazi-Deutschlands begegnen zu können. Ob diese pillendosenartigen Verteidigungsanlagen wirklich etwas gebracht hätten, sei dahingestellt. Glücklicherweise bestand keine Notwendigkeit, dies unter Beweis zu stellen.

Noch heute gibt es vor allem im Süden Englands entlang der Küste, aber auch im Binnenland, Tausende von diesen Bunkern, die noch weitgehend intakt sind. Man spricht von 6 500 übriggebliebenen Pillboxes von ca 28 000.

Einige der Bunker sind verfallen und es besteht beim Betreten Lebensgefahr; andere wiederum sind von Farmern als Viehunterstände und Lagerräume benutzt worden. Ein weiterer Verwendungszweck: Man hat einige als Fledermaus-Brutplätze ausgebaut. Die dickwandigen und oft feuchten Anlagen sind ideal für Fledermäuse.

Die Pillbox Study Group hat sich mit sehr viel Engagement um die Erforschung dieser Verteidigungsanlagen gekümmert und betreibt eine Webseite, auf der man sehr viel über die Pillboxes erfährt.

Das Buch zum Artikel:
Ian J. Sanders: Pillboxes – Images of an Unfought Battle. Lulu.com 2005. 128 Seiten. ISBN 978-1411626515.

Bei Studland an der Küste von Dorset.
Photo © Phil Champion (cc-by-sa/2.0)

Das gemütliche Innere einer Pillbox; am Royal Military Canal in Kent.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Hier hat jemand  bei Colchester in Essex versucht, eine Pillbox aufzuhübschen. Ob das wohl gelungen ist?
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. Februar 2020 at 02:00  Comments (3)  
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The Emperors Heads am Sheldonian Theatre in Oxford

The Sheldonian Theatre mit einer der Büsten.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

In Oxford herrscht wirklich kein Mangel an imposanten Gebäuden; eines davon ist das Sheldonian Theatre in der Broad Street, direkt gegenüber einer der berühmtesten Buchhandlungen des Landes, Blackwell’s. Das Sheldonian Theatre gehört der Universität von Oxford, die hier Veranstaltungen und universitäre Feiern durchführt. Erbaut wurde es von niemand Geringerem als Sir Christopher Wren in den Jahren 1664 bis1669, benannt nach dem damaligen Erzbischof von Canterbury Gilbert Sheldon.

Der Bildhauer William Byrd wurde beauftragt, um den Eingang des Theaters herum halbkreisförmig dreizehn Köpfe zu schaffen, die als Emperors Heads bezeichnet wurden. Ob die auf Säulen ruhenden Büsten tatsächlich Kaiser darstellen sollen, ist bis heute unklar geblieben. Manche sprechen auch von Philosophen, andere wiederum von den zwölf Aposteln, wobei sich die Frage stellt, wer denn dann die dreizehnte Person ist.

Bis zum Jahr 1868 standen die Köpfe da vor dem Theater und beobachteten, was um sie herum so alles geschah; doch der Zahn der Zeit nagte an ihnen (obwohl es noch keine Autoabgase in der Broad Street gab) und so wurden sie durch neue ersetzt. Diese hielten nur noch hundert Jahre, und so kam die dritte Kopf-Generation zum Zuge, die der Bildhauer Michael Black erschuf (sie wurden 1972 aufgestellt) und sich dabei eng an die ursprünglichen Vorlagen hielt. Wie lange mögen diese dreizehn Herren wohl der Luftverschmutzung in der Broad Street standhalten?

Vor einigen Jahren machte sich ein Team der School of Geography and the Environment auf die Suche nach den alten Köpfen und fand diese auch überall in Oxford verstreut (hier ist ein Film über das Projekt). Sie wurden im vorigen Jahr in einer speziellen Ausstellung in der Weston Library, gegenüber vom Sheldonian Theatre, der Öffentlichkeit gezeigt.

Hin und wieder findet man einige der „Emperors“ durch Studentenstreiche verunziert, so setzt man ihnen gern rot-weiß gestreifte Absperrhütchen auf den Kopf, die überall an Baustellen zu finden sind. Die Figuren tragen das alles mit sehr viel Geduld, vielleicht freuen sie sich auch über die Abwechslung in ihrem ziemlich gleichförmigen Leben.

Published in: on 6. Februar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Minarette in England im Bild

Das 35 Meter hohe Minarett der Morden Mosque in London.
Photo © Robin Sones (cc-by-sa/2.0)

Schätzungsweise 1300 bis 1600 Moscheen gibt es zur Zeit in Großbritannien, von kleinen unscheinbaren Häusern bis hin zu prächtigen Gebäuden; die größte von ihnen ist die Morden Mosque im Londoner Stadtteil Morden, die im Jahr 2003 für £15 Millionen fertiggestellt wurde und in die rund 13 000 Menschen passen. Die Moscheen dienen den Anhängern der islamischen Religion in Großbritannien, die etwa 4,4% der Bevölkerung darstellen.

Diskutiert wird im Land immer wieder über die Frage, ob die Moscheen auch mit Minaretten versehen werden sollen. Nach einer Umfrage, die allerdings schon einige Jahre alt ist, sollen sich 37% aller Briten für ein Bauverbot von Minaretten ausgesprochen haben.

Die erste Moschee auf britischem Boden wurde 1889 in Liverpool von Abdullah William Quilliam in Betrieb genommen; sie befand sich in einem Reihenhaus. In Woking in Surrey entstand 1889 die erste Moschee, die eigens für den Zweck der Religionsausübung gebaut wurde, die Shah Jahan Mosque.

Mit dem Thema hat sich Shahed Saleem in seinem 2018 erschienen Buch „The British Mosque: An architectural and social history“ auseinandergesetzt; hier ist ein ergänzender kurzer Film.

Ich habe einmal einige Foto-Beispiele für Minarette auf englischem Boden herausgesucht:

Die Jama Al-Karim Mosque in Gloucester (Gloucestershire).
Photo © Neil Owen (cc-by-sa/2.0)

Das Minarett der Maidenhead Mosque in Berkshire.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Die Süleymaniye Mosque in Haggerston (East London).
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 14. Januar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Reddam House – Eine Schule in einem beeindruckenden viktorianischen Haus in Berkshire

John Walter III (1818-1894) war ein wohlhabender Mann, als er 1865 auf dem Bearwood Estate-Gelände ein riesiges Haus bauen ließ, das von dem schottischen Architekten Robert Kerr entworfen wurde. Als Inhaber der Tageszeitung The Times besaß er genügend Geld, denn das Gebäude verschlang in den Baujahren 1865 bis 1874 nach heutigen Maßstäben rund £17 Millionen und gehört zu den größten viktorianischen Gebäuden des Landes.
Während des Ersten Weltkriegs diente Bearwood House, wie so viele andere Herrenhäuser damals auch, als Genesungsheim für verwundete Soldaten, in diesem Fall waren es Kanadier. Als nächstes zog die Royal Merchant Navy School, ein Waisenhaus, ein, aus der in den 1960er Jahren das Bearwood College entstand, das als reine Schule für Jungen, bis 2014 existierte. Hohe Unterhaltskosten für das riesige Haus und sinkende Schülerzahlen führten zum Ende des Colleges. Glücklicherweise kam es nicht zu einem länger andauerndem Leerstand, denn Bearwood House wurde 2015 von der international tätigen Gruppe unabhängiger Schulen namens Reddam House übernommen, die unter anderem Schulen in Australien und Südafrika betreibt.

In dem jetzt Reddam House Berkshire genannten Gebäude (hier ist ein kurzer Film) werden Kinder im Alter von drei Monaten (!) bis 18 Jahren unterrichtet; man versucht hier, im Gegensatz zu dem traditionellen britischen Schulsystem, alternative Methoden anzubieten und das offensichtlich mit großem Erfolg, denn schon nach kurzer Zeit erhielt die Schule ein großartiges Rating im Independent Schools Inspectorate Report. In fünf Kategorien erhielt das Reddam House die Note „Excellent“, und dreimal die Note „Good“ in den restlichen drei anderen Kategorien.

Rund 600 Schülerinnen und Schüler besuchen das Reddam House, darunter knapp 50 Boarders, die auch in dem Gebäude wohnen.

Das Haus wurde bereits einige Male als Drehort für Filme verwendet; zum Beispiel in der „Inspector Barnaby„-TV-Serie in der Episode „Death in the Slow Lane“ (dt. „Unter Oldtimern“); ich berichtete in meinem Blog darüber.

Reddam House liegt südlich der Autobahn M4 und südlich des Ortes Sindlesham, die Zufahrt erfolgt über die Bearwood Road/New Road.

 

Published in: on 29. Dezember 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Londoner Berkeley Square – Platanen, Geister und ein Nachtclub

 

Der Berkeley Square im Londoner West End ist eine der exklusivsten Wohngegenden der Stadt und hier eine Wohnung zu bekommen, ist sehr schwierig.
Der Architekt William Kent hat den Platz Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt und die hohen Platanen wurden auch in dieser Zeit gepflanzt.

Das Haus mit der Nummer 44 wurde einmal als einer der schönsten von ganz London bezeichnet und beherbergt heute den „Annabel’s Club„, einen der exklusivsten Nachtclubs Londons, der gern auch von den Prinzen William und Harry besucht wurde

Das Haus Nummer 50 ist Londons „most haunted house“, in dem sich das uralte Antiquariat Maggs  Brothers befindet. 1947 drehte man sogar einen Film über die Geschehnisse in diesem Haus: „The Ghosts of Berkeley Square„. Winston Churchill verbrachte hier einen Teil seiner Kindheit.

Wer P.G. Wodehouses heitere Romane gelesen hat, wird sich erinnern, dass Bertie Wooster und sein treuer Super-Butler Jeeves am Berkeley Square wohnten.

BBC 1 dreht 1998 eine Mini-Serie mit 10 Episoden unter dem Titel „Berkeley Square„.

Schließlich gibt es noch das berühmte Lied „A Nightingale Sang in Berkeley Square„, das 1939 erstmals öffentlich aufgeführt und von unzähligen Sängern interpretiert wurde; hier als Beispiel mit Nat King Cole.

Weihnachten 2019 vor dem Annabel’s Club am Berkeley Square.
Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0)

No. 50 Berkeley Square: Maggs Brothers.
Author: Spudgun 1967.
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Published in: on 24. Dezember 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Shelley Memorial in Oxfords University College

Aller guten Dinge sind drei könnte man sagen, denn ich habe in meinem Blog bereits über zwei Denkmäler des englischen Dichters Percy Bysshe Shelley (1792-1822) berichtet, eines in der Priory Church in Christchurch und ein ziemlich ungewöhnliches in Horsham (West Sussex). Heute stelle ich Denkmal Nummer Drei vor, das im University College in Oxford zu finden ist.

Shelley besuchte dieses College als Student in den Jahren 1810/11 und niemand hätte damals gedacht, dass ihm dort einmal ein Denkmal gesetzt werden würde, denn der junge Mann erwies sich als widerborstig und unkonventionell, so dass er 1811 des Colleges verwiesen wurde.  Er dachte sich so manchen Streich aus (einmal setzte er den Türgriff an einer Wohnung eines unbeliebten Lehrers unter Strom); der eigentliche Grund, warum er aus dem College geworfen wurde, war aber, dass er ein Pamphlet mit dem Titel „The Necessity of Atheism“ verfasste, das gar nicht gut ankam. Also, hinaus mit dem jungen Mann.

Elf Jahres später, Percy hatte sich mittlerweile einen Ruf als romantischer Dichter erworben, ertrank er am 8. Juli 1822 in den Fluten des Mittelmeeres bei Viareggio in Italien. Seine Leiche wurde an den Strand gespült und genauso wurde auch die Marmorskulptur in Oxford gestaltet, der nackte, liegende Körper des Dichters auf einem bronzenen Sockel. Eigentlich wollte Shelleys Schwiegertochter Jane dieses Memorial Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Grab in Rom errichten lassen, doch es erwies sich als zu groß für die Grabstelle, so bot sie es Shelleys ehemaligem College an, das akzeptierte. 1893 wurde das Denkmal offiziell eingeweiht.

Geschaffen hat es der Londoner Bildhauer Edward Onslow Ford, Schöpfer zahlloser Skulpturen und Büsten prominenter Menschen. Ursprünglich trug Shelleys Figur einen bronzenen Lorbeerkranz auf der Stirn, doch wurde der bei einem Studentenstreich in den 1930er Jahren entwendet. Die Skulptur wurde noch mehrfach zur Zielscheibe studentischer Streiche, doch Shelley würde das wahrscheinlich gut gefunden haben, war er doch selbst auch ein berüchtigter „prankster“.

Oxfords University College.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. Dezember 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Monument to the Women of World War II im Londoner Regierungsviertel

Nur ein paar Schritte vom Eingang zur Downing Street entfernt, mitten im Londoner Regierungsviertel, steht ein schwarzes Bronzedenkmal, 6,70 Meter hoch und 4,90 Meter lang, das den britischen Frauen im Zweiten Weltkrieg gewidmet ist, die eine oft unterschätzte Rolle gespielt haben. Sie mussten in ihrem Land während des Krieges die Arbeiten übernehmen, die vorher die Männer verrichtet hatten und waren selbst auch in vielen militärischen und zivilen Bereichen eingesetzt. Es dauerte viele Jahrzehnte bis auch ihr Einsatz gewürdigt wurde.

The Monument to the Women of World War II wurde am 9. Juli 2005 von der Queen eingeweiht, in Anwesenheit von Baroness Margaret Thatcher, Dame Vera Lynn, deren Musik im Zweiten Weltkrieg sehr populär war, und Baroness Betty Boothroyd, Speaker of the House of Commons von 1992 bis 2000, die sich besonders für die Schaffung des Denkmals eingesetzt hatte. Während der Zeremonie flogen fünf Militärhubschrauber und zwei Tornado F3 Jets über die Stadt, alle von Frauen geflogen.

Der Schöpfer des Monuments ist der vielfach ausgezeichnete englische Bildhauer John Mills, der unter vielen anderen Skulpturen auch das National Firefighters Memorial geschaffen hat, das in der Nähe der St Paul’s Kathedrale steht. Inspiriert wurde der Künstler von einem Foto aus den 1940er Jahren, das die Garderobe eines Tanzsaals zeigte, denn auf dem Monument to the Women of World War II sind siebzehn Uniformen zu sehen, die von Frauen im Zweiten Weltkrieg getragen wurden wie zum Beispiel die der Royal Air Force, der Air Wardens und der Women’s Land Army. Aber auch zivile Kleidungsstücke sind auf dem Denkmal abgebildet wie die Arbeitskleidung, die in den Munitionsfabriken getragen wurde.

Im Mai 2015 wurde das Denkmal während einer Protestkundgebung gegen Sparmaßnahmen der Regierung mit Graffiti beschmiert.

 

Die Queen Elizabeth II Bridge – Eine Autobahnbrücke über die Themse, deren Befahren für Unkundige teuer werden kann

Wenn man aus dem Osten Englands zu einem der Fährhäfen wie Dover oder Folkestone fahren will, muss man notgedrungen die Themse überqueren und das geht in Südrichtung nur über die Queen Elizabeth II-Bridge.

Die Brücke ist Teil des sogenannten Dartford Crossing, ein mautpflichtiger Streckenabschnitt der Ringautobahn M 25 und der A282 und eine der meist befahrenen Straßen Europas. Sie wurde am 31. Oktober 1991 von der Queen feierlich eröffnet und war damals die längste Schrägseilbrücke Europas.

Hier einige Daten:
Länge – 812 Meter
Höhe – 137 Meter
Gesamtlänge der Konstruktion mit den Auffahrten – 2872 Meter
Kosten – 120 Millionen Britische Pfund
Stahlverbrauch – 19 000 Tonnen
Anstrichfarbe – 220 000 Liter

Konstruiert wurde die Brücke von dem deutschen Bauingenieur Hellmut Homberg; sein letztes Werk, er starb 1990.

Die Brücke muss hin und wieder bei extrem schlechten Wetterverhältnissen gesperrt werden; dann wird der Verkehr durch einen der beiden Tunnels umgeleitet, durch die normalerweise der Verkehr auf der M 25 in Richtung Norden gelenkt wird.

Eine Besonderheit der Brücke ist das Mautsystem (zwischen 6 Uhr und 22 Uhr), das für unkundige Reisende vom Kontinent schnell teuer werden kann, denn hier gibt es keine Mauthäuschen am Anfang oder am Ende der Brücke, man muss die Maut bereits vorab entrichten ( £2.50 für einen PKW) oder sie bis spätestens um 24 Uhr des Folgetages bezahlen, das geht online, telefonisch, auf dem Postweg oder bei einer Payzone-Verkaufsstelle. Ich mache das immer online, das finde ich am unproblematischsten. Fährt man über die Brücke, werden die Kennzeichen der Fahrzeuge von Kameras gescannt und mit der Datenbank abgeglichen, in der die Vorabbezahlungen gespeichert sind. Gibt es eine Übereinstimmung, ist alles in Ordnung, ist das nicht der Fall und geht die Bezahlung auch im nachhinein nicht ein, erhält man einen Verwarnungsgeldbescheid über £70. Bezahlt man den innerhalb von 14 Tagen sind nur £35 fällig (plus natürlich die eigentlichen Mautgebühren). Lässt man die Zahlungsfrist von 28 Tagen verstreichen, erhöhen sich die Strafgebühren auf £105.

Ich habe die Themse sowohl über die Brücke als auch durch die Tunnel über- bzw. unterquert, und ich muss sagen, der Verkehr auf diesem Straßenabschnitt kann manchmal mörderisch sein, vor allem der LKW-Verkehr.

Dieser Film zeigt eine Brückenüberquerung.

Published in: on 3. November 2019 at 02:00  Comments (4)  
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8 Wildwood Road, Hampstead Garden Suburb in London – Hier wurde eine berühmte Schauspielerin geboren

Elizabeth Taylors Geburtshaus.
Photo: Alan Patient of http://www.plaquesoflondon.co.uk and London remembers.

Am 27. Februar 1932 wurde im Londoner Stadtteil Hampstead Garden Suburb in der Wildwood Road Nummer 8 ein Mädchen geboren, dessen amerikanische Eltern der Kunsthändler Francis Taylor und die ehemalige Schauspielerin Sara Taylor waren. Sie nannten ihre Tochter Elizabeth, und das kleine Mädchen wuchs in dem großen Haus auf, das man Heathwood genannt hatte, und genoss seine Kindheit hier, wo es in der Umgebung in Wald und Feld spielen konnte.

Das kleine Mädchen wurde zu einer berühmten Schauspielerin, meist nur kurz Liz Taylor genannt. Auch noch viele Jahrzehnte später erinnerte sie sich sehr gern an das Haus in der Wildwood Road und wünschte sich kurz vor ihrem Tod nichts mehr, als dass man in Heathwood eine blaue Plakette anbringen würde, die darauf hinweist, dass sie hier geboren wurde. Diesen Wunsch vertraute sie dem Journalisten Matthew Wright an, der sich nach Elizabeth Taylors Tod am 23. März 2011 daran machte, den Wunsch der Schauspielerin zu erfüllen. Doch da gab es Probleme, denn English Heritage, die über die Vergabe der Plaketten entscheidet, hat gewisse Richtlinien, die unter anderem besagen, dass Plaketten erst zwanzig Jahre nach dem Tod der betreffenden Person installiert werden. Matthew Wright versuchte eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, doch English Heritage blieb hart. Wenn man einmal Ausnahmen macht, wo führt das hin?

Bis zum Jahr 2031 wollte man nicht warten, und so prangt nun am Haus Nummer 8 in der ruhigen, baumbestandenen Wildwood Road im ersten Stock eine blaue Plakette, aber keine vom English Heritage, sondern eine von der Hampstead Garden Suburb Residents Association, im Jahr 2015 angebracht. Die Aufschrift lautet: „Dame Elizabeth Taylor Actress was born here in 1932 and lived here until 1939„. Also: Wunsch erfüllt (es muss ja nicht immer eine Plakette von English Heritage sein).

Das imposante 1926 gebaute Haus wurde im Jahr 2009 für über £5 Millionen verkauft, der heutige Wert dürfte weit höher liegen. Bevor die Taylors einzogen, wohnte hier der Maler Augustus John (1878-1961), der seinen späteren Erfolg in den USA dem Kunsthändler Francis Taylor zu verdanken hatte. Entworfen wurde das Haus von dem Architekten Matthew Dawson, der sich einen Namen machte, als er das später in ein Hotel umfunktionierte Haus auf Burgh Island baute (s, dazu meinen Blogeintrag).

 

Published in: on 7. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Clyde Cosper, ein Texaner, der Princes Risborough in Buckinghamshire vor einer Katastrophe bewahrte

Das Denkmal vor der Bibliothek von Princes Risborough.
Copyright: Iain McLauchlan.
With friendly permission.

Es war der 13. November 1943 als der kleine Ort Princes Risborough in der Grafschaft Buckinghamshire um ein Haar ausgelöscht worden wäre, wenn es da nicht einen jungen Leutnant aus Texas gegeben hätte, der sein Leben für das vieler anderer gab. Lieutenant Clyde „Sparky“ Cosper aus Dodd City, einer Kleinstadt im texanischen Fannin County, hob an diesem trüben Novembertag mit seiner mit Bomben vollgepackten B-17 von einem Flugplatz ab, um U-Boote anzugreifen, die im Hafen von Bremen stationiert waren. Außer „Sparky“ waren noch weitere acht Besatzungsmitglieder an Bord. Das Wetter wurde so schlecht, dass eine starke Böe das schwere Flugzeug, gerade als es über Princes Risborough war, nach unten riss. Der Pilot befahl seinen Männern, sofort mit dem Fallschirm abzuspringen, was diese dann auch sofort taten (und mit mehr oder weniger großen Blessuren lebend auf dem Boden landeten). Cosper selbst blieb allein am Steuerknüppel der Maschine zurück und ihm gelang es gerade so, nur wenige Meter über den Dächern des Ortes, die B-17 abzufangen und sie erst eine Strecke entfernt auf einer Wiese aufzusetzen, wobei sie sofort Feuer fing und die Bomben alle explodierten; der Pilot selbst hatte keine Überlebenschance.

Die Bewohner waren verständlicherweise außerordentlich dankbar für diese Heldentat des jungen Texaners, und man hat ihn bis heute in Princes Risborough nicht vergessen. Im Jahr 1990 machte sich ein Reporter der Zeitung Bucks Herald auf Spurensuche und flog nach Texas, wo noch immer Familienmitglieder des Piloten in Dodd City lebten. Eine Kampagne wurde in Princes Risborough ins Leben gerufen, dem Leutnant und seiner Crew ein Denkmal zu setzen, das dann auch auf dem Gelände der örtlichen Bibliothek errichtet wurde. Der Hauptteil des Denkmals ist wie das Höhenleitwerk eines Flugzeugs gestaltet, die Sitze darum herum sind den Besatzungsmitgliedern gewidmet, acht auf der linken Seite und der für Lt. Cosper auf der rechten Seite. Die Tafeln in der Mitte erinnern an andere Flugzeugabstürze im Zweiten Weltkrieg, bei denen ebenfalls Menschen ums Leben kamen.

Die High Street von Princes Risborough.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

The Russian Memorial auf dem Kirchhof von St John-sub-Castro in Lewes (East Sussex)

This work is released into the public domain.

Wie kommt ein Denkmal, das an russische und finnische Soldaten erinnert, in die englische Provinz, auf einen Friedhof, der zu einer Kirche mit dem Namen St John-sub-Castro gehört (sub castro = unterhalb der Burg, gemeint ist Lewes Castle)? Die Kleinstadt Lewes liegt in der Grafschaft East Sussex und die Kirche am Abinger Place. Das Russian Memorial, das wie eine abgesägte Kirchturmspitze aussieht, wurde 1877 im Auftrag des russischen Zaren Alexander II. in Lewes errichtet, in Gedenken an 28 russisch/finnische Kriegsgefangene, die zwischen 1854 und 1856 in der Stadt starben.

Der Hintergrund: Während des Krimkrieges (1853-1856) gab es einen Nebenschauplatz, der weit weg von der Krim war. In der Ostsee, vor den Aland-Inseln, attackierten die britische und die französische Marine das Fort Bomarsund. Erst beim zweiten Versuch konnten die vereinten Streitkräfte das Fort einnehmen und zerstören. Die zwischen Finnland und Russland gelegene Inselgruppe gehörte damals zeitweise zum Russischen Reich, und die Kriegsgefangenen waren überwiegend russische Offiziere und finnische Mannschaften. Etwa 340 der Gefangenen wurden in das Naval Prison nach Lewes gebracht, wobei die Offiziere bei örtlichen Familien ihre Unterkunft fanden.

Den Gefangenen schlug in Lewes keine Feindschaft entgegen, im Gegenteil. Die russischen Offiziere genossen weitgehende Freiheiten und die Mannschaftsgrade im Gefängnis stellten Holzspielzeug her, dass sie an Besucher verkauften, wodurch sie sich einiges an Taschengeld verdienen konnten. Doch nicht alles war gut im Naval Prison, denn einige der Soldaten starben dort an Tuberkulose. Insgesamt 28 der Kriegsgefangenen überlebten ihren Aufenthalt in Lewes nicht und wurden auf dem Kirchhof von St John-sub-Castro begraben, daher das fünf Meter hohe Denkmal, das ein örtlicher Steinmetz anfertigte.

Im Jahr 2013 wurde das Russian Memorial restauriert, wobei die Kosten von Russland und Finnland übernommen wurden.

Das Naval Prison in der Lancaster Street existiert nicht mehr, es wurde 1963 abgerissen und heute ist dort der Rettungsdienst von Lewes untergebracht. Eine Plakette erinnert an das einstige Gefängnis.

Der britische Komponist Orlando Gough hat in Zusammenearbeit mit Stephen Plaice über die Gefangenen in Lewes eine Oper geschrieben, „The Finnish Opera„, die 2008 auch in Lewes ihre Uraufführung in Anwesenheit des finnischen Botschafters erlebte. Inspiriert wurde die Oper durch das finnische Lied „Oolannin sota„, das auch in das Werk intergriert worden ist.

St John-sub-Castro.
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)

Die Lancaster Street , an der früher das Naval Prison stand.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. August 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Alte Stadttore…im Bild

Micklegate Bar in York,
Eigenes Foto.

„Ein Stadttor war bis zur frühen Neuzeit der meist besonders verstärkte Durchlass durch die Ringmauer einer Stadt. Türme und Tore dienten neben der Stadtmauer dazu, den Stadtkern gegenüber Feinden zu schützen“, so die Definition der Wikipedia zu dem Begriff „Stadttor“. In alten englischen Städten finden wir besonders schöne Exemplare von „city gates“ bzw. „town gates“; ich hoffe noch möglichst lange. Auf meinen Englandreisen sind mir besonders die Stadttore von York in Erinnerung geblieben, die dort „Bar“ heißen. Die großen Vier sind in der Stadt Bootham Bar, Monk Bar, Walmgate Bar and Micklegate Bar, plus zwei kleinere Exemplare, Victoria Bar und Fishergate Bar.
In Canterbury ist es das imposante West Gate, in dem ein Museum untergebracht ist, Southampton kann sich mit seinem Bar Gate brüsten und in London steht das schön anzusehende Temple Bar.

Hier sind einige besonders schöne Stadttore im Bild festgehalten.

Canterburys West Gate.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Das Bar Gate in Southampton.
Photo © Rudi Winter (cc-by-sa/2.0)

Temple Bar in London.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Strand Gate in Winchelsea (East Sussex).
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Southgate in King’s Lynn (Norfolk).
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 19. Juli 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Twinwood Airfield in Bedfordshire und der berühmte US-amerikanische Bandleader Glenn Miller

4 Kilometer nördlich von Bedford liegt das Twinwood Airfield, ein früherer Flugplatz der Royal Air Force, die diesen Platz im 2. Weltkrieg benutzte, der aber auch schon zum Ende des Krieges wieder aufgelöst wurde.
Am 15. Dezember 1944 startete von hier aus der berühmte amerikanische Bandleader Glenn Miller, um nach Paris zu fliegen und dort ein Konzert vor amerikanischen Soldaten zu geben. Das Wetter an diesem Tag soll sehr schlecht gewesen sein, aber trotzdem hob das Flugzeug, ein Norseman Transporter ab. Es existieren keine Aufzeichnungen von diesem Start, so dass Gerüchte im Umlauf waren, Glenn Miller wäre in geheimer Mission unterwegs gewesen. Andere wiederum meinen, das Flugzeug wäre durch von RAF-Flugzeugen abgeworfene Bomben zum Absturz gebracht worden. Wie auch immer: Glenn Millers Flugzeug wurde nie gefunden und der Bandleader selbst blieb verschollen.

Heute hat man in dem Kontrollturm des Twinwood Airfields ein Glenn Miller-Museum eingerichtet, in dem man sich über das Leben des Amerikaners informieren kann. Eröffnet wurde das Museum im Jahr 2002 von Beryl Davis, die als Sängerin gemeinsam mit Glenn Miller und seinem Orchester aufgetreten war (hier sind Bilder von der Eröffnungszeremonie). Das Museum hat im Sommerhalbjahr sonntags und an den Bank Holiday-Feiertagen geöffnet.

Jedes Jahr wird auf dem Gelände das Twinwood Festival veranstaltet (in diesem Jahr vom 23. bis zum 26. August), bei dem auch an Glenn Miller gedacht wird, indem das Glenn Miller Orchestra UK auftritt, das Musik aus den 1940er Jahren spielt.

Der ehemalige Kontrollturm, in dem jetzt das Glenn Miller-Museum untergebracht ist.
Author: MilborneOne
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Published in: on 1. Juli 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Englische Wassertürme im Bild

Sieht aus wie ein Burgturm, ist aber keiner: Der Croydon Water Tower (Greater London).
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Um wieder einmal eine Definition der Wikipedia zu zitieren: „Wasserturm ist die Bezeichnung für ein Betriebsbauwerk der Wasserversorgung, das einen Hochbehälter zur Speicherung von Trinkwasser oder Brauchwasser besitzt“.
Es gibt in England einige dieser Türme zu sehen, von denen ich bereits zwei in meinem Blog vorgestellt habe, den Jumbo Water Tower in Colchester (Essex) und den als House in the Clouds umgebauten Turm in Thorpeness (Suffolk). Wie so ein Wasserturm funktioniert, zeigt dieser Film.

In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich einmal Bilder von den unterschiedlichen Bauweisen dieser Türme vorstellen.

1914 erbaut: Der Water Tower in East Grinstead (West Sussex).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Auch das ist ein Wasserturm: In Rye (East Sussex).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Dort wird heute kein Wasser mehr gespeichert, sondern darin gewohnt: Der Water Tower von Kilverstone Hall am Ortsrand von Thetford (Norfolk).
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Keine Kirche: Der Carshalton Water Tower bei Sutton (Surrey).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

1962 errichtet: Ein Wasserturm bei Droitwich (Worcestershire), der auch gleichzeitig als Mobilfunk-Sendeanlage genutzt wird.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 26. Juni 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Die beiden Chinatown Löwen in Londons Gerrard Street

Löwenliebhaber kommen in London voll auf ihre Kosten. Man muss nicht lange suchen, um einen der vielen steinernen Löwen zu finden, die über die ganze Stadt verstreut sind. Auf der Webseite von All For London wird behauptet, dass es über 10 000 Exemplare gibt. Wer mag die wohl alle gezählt haben?

In meinem Blog habe ich im Laufe der Jahre den einen oder anderen der Mähnenträger vorgestellt, heute möchte ich mit einem Pärchen bekannt machen, das sich in Londons Chinatown bequem gemacht hat und zwar an der Hauptachse in diesem Viertel, der Gerrard Street. Ich finde, die beiden gucken ziemlich grimmig und scheinen keine besonders angenehmen Zeitgenossen zu sein.
Die Steinlöwen stehen hier offiziell seit dem 29. Oktober 1985, und die Inschrift auf der Plakette auf der rechten Seite, die in Englisch verfasst ist, lautet:

This plaque is presented with much pleasure by China Travel Services (H.K.) Ltd to commemorate the unveiling of two Chinese Lions by HRH the Duke of Gloucester on the 29 October 1985 (during the quatercentenary year of the City of Westminster) at the formal opening of Gerrard Street China Town. The unveiling ceremony was attended by His Excellency Hu Ding Yi the Ambassador of The People’s Republic of China, the Right Worshipful the Lord Mayor of Westminster Councillor Roger Bramble, Mr Colvyn Haye, CBE, the Hong Kong Commissioner and Mr Harry Chi-Cheung Lee President of the China Town Chinese Association (London)„.

Zwischen den beiden Löwen findet sich eine weitere Plakette, teils in Chinesisch, teils in Englisch, mit den Worten:

This plaque was unveiled on 7th February 2000 by HRH the Prince of Wales on the occasion of the Royal Visit to London Chinatown to celebrate the Chinese Lunar New Year of the Dragon Millennium 2000„.

Die beiden steinernen Gesellen, ein Geschenk der Volksrepublik China, haben sich also schon mehrfach in illustrer Gesellschaft befunden.

Published in: on 22. Juni 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Portcullis House in London – Eine luxuriöse Herberge für Parlamentsmitglieder in London und ein Millionengrab

Was haben die Hamburger Elbphilharmonie und der irgendwann einmal in Betrieb gehende Berliner Flughafen mit dem Londoner Portcullis House gemein? Sie sind alle weit teurer geworden als ursprünglich vorgesehen. Als das Londoner Gebäude 1992 geplant war, veranschlagte man die Kosten auf £165 Millionen, ein ganz schöner Batzen Geld, doch als es 2001 fertiggestellt war, kam man auf eine Endsumme von £235 Millionen. Wer hat sich denn da wohl so grob verschätzt?

Das Portcullis House, gegenüber vom Elizabeth Tower mit Big Ben, wurde gebaut, weil es den Abgeordneten des britischen Parlaments in ihren damaligen Büros zu eng geworden war. Also riss man 1994 die Häuser ab, die dem Neubau im Wege standen, und beauftragte das Architektenbüro Michael Hopkins and Partners mit der Erstellung des Portcullis House. Kosten spielten keine Rolle, man schöpfte aus dem Vollen. Allein die Fassadenverkleidung aus Bronze kostete £30 Millionen; nebenbei wurden noch fast £10 Millionen für Entschädigungen und Gerichtskosten ausgegeben, weil die Firma, die ein günstigeres Angebot abgegeben hatte, nicht berücksichtigt worden war.

Aufsehen erregte auch die Anschaffung von einem Dutzend Feigenbäumen, die aus Florida importiert wurden und die stolze £150,000 kosteten. Damit sich die Abgeordneten in ihrem Restaurant auch wirklich wohlfühlen, wurden £500 000 für die Einrichtung und £200 000 für Pflanzen ausgegeben.

So ganz sauber wurde beim Bau wohl nicht gearbeitet, denn es gab immer wieder Probleme. Schon ein Jahr nach Fertigstellung hatte das National Audit Office, eine Prüf- und Aufsichtsbehörde, sage und schreibe 7500 Beanstandungen am Portcullis House gefunden. Allein das Dach musste 2004 und 2009 wegen Undichtigkeiten repariert werden.

Die Members of Parliament, die in das Haus einzogen, schienen auch nicht zu 100% glücklich gewesen zu sein, denn auch sie bemängelten so einiges an ihrem neuen Zuhause. Eine von ihnen, die Abgeordnete Edwina Currie, verglich Portcullis House mit einer auf dem Rücken liegenden Kakerlake, die ihre Füße in die Luft streckt.

Das Café im Portcullis House.
Author: User:Colin
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Published in: on 14. Juni 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Bennerley Viaduct – Ein imposantes Bauwerk, das Nottinghamshire mit Derbyshire verbindet

Gut, wenn man Freunde hat! Das gilt auch für den Bennerley Viaduct, eine ehemalige Eisenbahnbrücke, die das Tal des River Erewash überquert zwischen den Ortschaften Ilkeston in Derbyshire und Awsworth in Nottinghamshire.
Nachdem der Zugverkehr 1968 über den Viadukt eingestellt worden ist, sollte das 443 Meter lange imposante Bauwerk eigentlich abgerissen werden, aber das erwies sich als komplizierter und vor allem viel teurer als gedacht, denn die aus schmiedeeisernen Gitterträgern gebaute Brücke hätte man Niete für Niete auseinander nehmen müssen. Und dann kommen die Freunde ins Spiel: The Friends of Bennerley Viaduct, die sich vehement gegen einen Abriss der 1877 von der Great Northern Railway gebauten Brücke aussprachen. Jetzt steht der Bennerley Viaduct unter Denkmalschutz und so kann ihm jetzt eigentlich nichts mehr passieren. Doch der Viadukt soll nicht nutzlos vor sich hinstehen, er soll zu einem Radfahr- und Fußweg umgestaltet werden, was natürlich eine ganze Menge Geld kostet, aber bisher sind schon £485,000 zusammengekommen und man plant, gegen Ende des Jahres 2020 mit den Arbeiten fertig zu sein. Radfahrer und Spaziergänger werden sich freuen.

Dieser Film, von einer Drohne aus aufgenommen, vermittelt einen sehr schönen Eindruck von der Brücke.

Hier wird in einiger Zeit ein Rad- und Fußweg verlaufen.
Photo © Mat Fascione (cc-by-sa/2.0)

Der River Erewash mit dem Viadukt im Hintergrund.
Photo © Tim Glover (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. Juni 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Der Police Memorial Trust, der sich für im Dienst ums Leben gekommene Polizisten einsetzt

Das Yvonne Fletcher Memorial am Londoner St James’s Square.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Im Januar 2013 stellte ich in meinem Blog die Autobiografie des englischen Filmregisseurs Michael Winner (1935-2013) vor, dessen provokante Restaurantkritiken in der Sunday Times ich immer besonders gern las. Michael Winner ist aber nicht nur durch seine zahlreichen Filme in Erinnerung geblieben, sondern und vor allem dadurch, dass er den Police Memorial Trust ins Leben rief, „einer Organisation, die sich dafür einsetzt, für im Dienst ums Leben gekommenen Polizeibeamten ein Denkmal zu setzen. Er war sehr engagiert und setzte sich immer wieder für die Polizei ein. Für dieses Engagement sollte er den Order of the British Empire verliehen bekommen, doch Michael Winner lehnte ab und sagte der Sunday Times „An OBE is what you get if you clean the toilets well at King’s Cross Station“. Typisch M.W.“ So schrieb ich damals in meinem Blog, und heute möchte ich auf diese Organisation näher eingehen.

Die Aufgabe des 1984 gegründeten Trusts ist es, für die Polizistinnen und Polizisten eine Erinnerungsstätte zu schaffen, möglichst ganz in der Nähe der Stelle, wo sie ums Leben gekommen sind. Die Idee dafür kam Michael Winner, als die 25-jährige Polizeibeamtin Yvonne Fletcher am 17. April 1984 vor der libyschen Botschaft am Londoner St James’s Square von einer Kugel tödlich getroffen wurde, die aus der Botschaft abgefeuert worden war. Winner machte sich dafür stark, der jungen Frau dort am St James’s Square ein Denkmal zu setzen, was auch geschah. Am 1. Februar 1985 weihte Margaret Thatcher den Gedenkstein ein, der die Inschrift trägt „Here fell WPC Yvonne Fletcher 17th April 1984“.

Es sollten noch weitere Memorials für Polizistinnen und Polizisten folgen, „killed in the line of duty“. Der 40-jährige PC Keith Blakelock wurde am 6. Oktober 1985 im Londoner Stadtteil Tottenham während der Unruhen in einem Problem-Wohngebiet namens Broadwater Farm ermordet. Der Police Memorial Trust errichtete für ihn einen Gedenkstein an einem Kreisverkehr in Muswell Hill, dort, wo er regelmäßig auf Streife gegangen war.

Am 9. Januar 2003 starb der 42-jährige PC Ged Walker, der zwei Tage zuvor bei einem Einsatz schwer verletzt worden war. Sein Einsatzort: Die Kleinstadt Bulwell in Nottinghamshire und dort, an der Ecke St. Albans Road und Cantrell Road wurde im September 2005 sein Gedenkstein aufgestellt, in Anwesenheit von Michael Winner.

Vor dem Gebäude der Old Admiralty am St James’s Park hat der Police Memorial Trust ein Denkmal errichtet, das für alle im Dienst getöteten Polizisten des Landes steht, das National Police Memorial. Die UK Police Roll of Honour dort verzeichnet die Namen von mehr als 4000 Männern und Frauen, die dieses Schicksal erlitten.

Nach Michael Winners Tod wurde auf seinen Wunsch hin am National Police Memorial für ihn eine Gedankfeier veranstaltet, besucht von mehr als 300 Gästen.

Noch eine kleine Kuriosität am Rande: In Carlisle in Cumbria ehrte man PC George Russell mit einem steinernen Konterfei an der Kathedrale der Stadt, der im Februar 1965 in Oxenholme (Cumbria) einen Verbrecher dingfest machen wollte und dabei erschossen wurde.

Keith Blakelocks Denkmal in Muswell Hill.
Author: Philafrenzy.
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Das National Police Memorial am Rand des St James’s Park in London.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

PC George Russells Konterfei an der Kathedrale von Carlisle (Cumbria).
Photo © Rose and Trev Clough (cc-by-sa/2.0)

Woodbridge Tide Mill (Suffolk) und Eling Tide Mill (Hampshire) – Die letzten verbliebenen, aktiven Gezeitenmühlen Englands

Die Woodbridge Tide Mill.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)

Das Innere der Mühle.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)

Tide Mills, auf Deutsch Gezeitenmühlen, gab es früher häufiger an den englischen Küsten, heute sind nur noch zwei aktiv, die Woodbridge Tide Mill an der Mündung des Flusses Deben in der Grafschaft Suffolk und die Eling Tide Mill am Eling Creek in der Grafschaft Hampshire. Das Prinzip dieser Mühlen ist einfach, man nutzt den Tidenhub aus, das heißt, wenn die Flut kommt, öffnen sich automatisch Tore, die zu dem hinter der Mühle gelegenen Teich führen, so dass das Wasser dort aufgestaut wird. Wenn die Flut zurückgeht, wird das Wasser vom Teich genutzt, um die Mühlräder anzutreiben. Aus den beiden Tide Mills in England hat man Touristenattraktionen gemacht.

An der Stelle, an der die Woodbridge Tide Mill steht, gab es schon vor über 800 Jahren Gezeitenmühlen, die jetzige wurde 1793 erbaut. 1957 wurde sie stillgelegt, doch glücklicherweise nach einer Komplettrestaurierung im Jahr 1973 wieder in Betrieb genommen und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besucher des Tide Mill Living Museums können zu bestimmten Tageszeiten bei Milling Demonstrations und dem Wheel Turning zuschauen. Das hier hergestellte Mehl kann man in Bäckereien und Bauernläden der Umgebung kaufen.
Hier ist ein Film über die Mühle.

Die Mühle ist von Ende März bis Anfang Oktober täglich von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £5.

The Tide Mill Living Museum
Tide Mill Way
Woodbridge
Suffolk
IP12 1BY

 

Die Eling Tide Mill.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Die Eling Tide Mill Experience in Hampshire lockt ebenfalls Besucher an. Seit rund 900 Jahren wird an dieser Stelle schon Mehl gemahlen, die heutige Mühle existiert seit 1785. Dank einer Finanzspritze des Lottery Heritage Funds konnten umfangreiche Restaurierungsarbeiten vorgenommen werden; ein Besucherzentrum, ein Café und ein Lernzentrum wurden angeschlossen. Der Gezeitenmühle ging es ähnlich wie ihrer Schwester in Suffolk: Nachdem sie in den 1940er Jahren den Betrieb eingestellt hatte, konnte sie vor dem Verfall gerettet und zwischen 1975 und 1980 restauriert und der Öffentlichkeit übergeben werden. Das hier gemahlene Mehl bzw. die daraus hergestellten Kekse sind im Visitor Centre käuflich zu erwerben.
Dieser Film zeigt die Mühle.
De Mühle ist ganzjährig geöffnet, im Sommerhalbjahr täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr, im Winterhalbjahr donnerstags bis sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt £6.

Eling Tide Mill Experience
24 Lexby Road
Totton
Hampshire 
SO40 9HD