Sawmills Studio bei Fowey in Cornwall – Hier nahmen unzählige englische Rockstars ihre Songs auf

Der River Fowey und links das Sawmills Studio.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Am Ufer des River Fowey, nördlich der gleichnamigen Stadt in Cornwall, liegt eine ehemalige Wassermühle, die im 17. Jahrhundert erbaut worden ist und ihren Betrieb schon seit langer Zeit eingestellt hat. Erreichbar ist sie nur per Boot oder zu Fuß, eine Straße ist nicht hierhin gebaut worden.

Der Schriftsteller Kenneth Grahame soll hier bei einem Ausflug auf dem River Fowey zu seinem weltberühmtem Roman aus dem Jahr 1908 „The Wind in the Willows“ (dt. „Der Wind in den Weiden“) inspiriert worden sein und beschreibt Old Sawmills im ersten Kapitel seines Buches, ohne die Mühle beim Namen zu nennen („… a restless dripping mill-wheel, that held up in its turn a grey-gabled mill-house, filled the air with a soothing murmur of sound…“). Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus von der amerikanischen Armee requiriert.

Seit 1974 ist in der Mühle ein Tonstudio eingerichtet worden, Sawmills Studio, das schon so manchen Rockstar zu Gesicht bekommen hat. Da das Gebäude so ziemlich einsam liegt, hat man hier auch gleich Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen, so dass die Musiker vor Ort bleiben können, um ihre Aufnahmen zu erstellen.
Wer hat hier nicht alles im Studio gearbeitet und Musikaufnahmen produziert. Oasis haben hier ihr Album „Definitely Maybe“ aufgenommen, The Stone Roses ihre Single „Fools Gold„, Supergrass ihre Alben „I Should Coco“ und „In It For The Money“, Robert Plant Teile seines Albums „The Fate of Nations“, The Farm die Single „Love See No Colour„. Die Bands Duran Duran, Wet Wet Wet, Muse und XTC waren hier und zahllose andere auch. Der gegenwärtige Eigentümer des Sawmill Studios ist Dennis Smith, der auch das Plattenlabel Dangerous Records gegründet hat.

Die Zukunft des Sawmill Studios ist zur Zeit unklar, denn das Haus steht zum Verkauf. £2 250 000 soll es kosten; soviel ich weiß, hat sich bisher noch kein Käufer gefunden.

Hier ist ein Film über das legendäre Studio in Cornwall.

The Belle Tout Lighthouse – Das Schicksal eines Leuchtturms an der bröckelnden Südküste von Kent

Photo © Andrew Diack (cc-by-sa/2.0)

Der ehemalige Leuchtturm Belle Tout Lighthouse steht gefährlich nahe an den Klippen der Südküste von Kent. Dabei ist er schon einmal umgezogen, im Jahr 1999, als er kurz davor war, ins Meer zu stürzen. Damals wurde der 850 Tonnen schwere Leuchtturm mit erheblichem technischen Aufwand siebzehn Meter weiter ins Inland gezogen. Ob das wohl auf Dauer reicht? Hier ist ein Film über die damalige Aktion.

Am 11. Oktober 1834 wurde The Belle Tout Lighthouse in Betrieb genommen, nach den Plänen von Thomas Stevenson, einem schottischen Experten, der im Laufe seines Lebens über dreißig Leuchttürme entworfen hat. Es stellte sich aber bald heraus, dass die Lage des Turmes oben am Beachy Head nicht optimal war. Häufig verminderten die aufsteigenden Seenebel die Sichtweite der Lampen, außerdem schritt die Küstenerosion immer schneller voran. Also baute man einen zweiten Leuchtturm zu Füßen der Klippen, das Beachy Head Lighthouse, und nahm Belle Tout 1902 außer Betrieb. Der Turm wurde verkauft und wechselte viele Male die Besitzer, die an ihm Veränderungen und Verbesserungen vornahmen.

1986 kaufte die BBC den Leuchtturm, weil sie ihn für die Dreharbeiten der TV-Serie „Life and Loves of a She-Devil” (nach dem gleichnamigen Roman von Fay Weldon, deutsch „Die Teufelin“) benötigte. Auch Szenen des James Bond-Film „The Living Daylights“ (dt.“Der Hauch des Todes“) mit Timothy Dalton in der Hauptrolle wurden hier oben am Beachy Head gedreht.

Seit März 2010 ist Belle Tout in ein B&B umgewandelt worden, sicher eines der ungewöhnlichsten im ganzen Land. Es stehen hier mehrere Themenzimmer zur Verfügung wie New England und Old England, die Captains Cabin und die Keepers Loft. Allen Zimmern gemein ist der außergewöhnliche Ausblick auf den Ärmelkanal und die Landschaft Kents.
Dieser Film zeigt Belle Tout und die steil abfallenden Klippen von Beachy Head, von denen sich schon viele Menschen herabgestürzt haben (siehe dazu meine Blogeinträge).

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
Das Beachy Head Lighthouse.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 28. September 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Glynde Forge – Die alte Schmiede in Glynde (East Sussex) und der Künstler Thomas Gontar

The Old Forge (bevor Thomas Gontar einzog).
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Schmiede, die in früheren Zeiten in den meisten Dörfern zu finden waren, gehören heute zu der Zunft der aussterbenden Berufe. Kunstschmiede dagegen, die keine landwirtschaftlichen Geräte reparieren oder Hufbeschläge anfertigen, haben ihre feste Klientel und ihre Produkte sind gefragt. Einer von ihnen ist Thomas Gontar, der im Mai 2016 die Old Forge in Glynde in East Sussex übernommen hat. Glynde ist „just down the road“ von Glyndebourne, Englands berühmtem Opernhaus, für dessen Aufführungen es so schwer ist Karten zu bekommen.

Im Jahr 1907 wurde die alte Schmiede erbaut, so wie wir sie heute sehen; davor standen noch weitere Schmieden an dieser Stelle, die aber alle abgerissen worden sind. Vorbild für den Bau war eine Schmiede in Penshurst in Kent. Bevor Thomas Gontar die Schmiede übernahm, werkte hier Terry Tyhurst, der sich auf die Anfertigung von Wetterfahnen und eisernen Bänken spezialisiert hatte, auch restaurierte er alte Traktoren.

Im Portfolio von Thomas Gontar stehen beispielsweise kunstvoll verzierte Treppengeländer, Haustore, Kamingitter, Möbelstücke und Skulpturen. Er gibt auch eintägige Kurse im Schmieden, die in seinem alten Haus in den South Downs stattfinden. In diesem Film ist der Kunstschmied bei der Arbeit zu sehen.

Glynde Forge 
Glynde
The Street
Lewes
BN8 6SU

Im Inneren der Schmiede.
Photo © Peter Whitcomb (cc-by-sa/2.0)

The Fountaine Hospital – Eines der schönsten Armenhäuser Englands in Linton-in-Craven (North Yorkshire)

Photo © Alexander P Kapp (cc-by-sa/2.0)

Heute begeben wir uns in eines der Yorkshire Dales, und zwar in das Wharfedale in den Ort Linton-in-Craven, ein kleines, sehr idyllisch gelegenes Dorf. Am Village Green steht der Pub The Fountaine Inn, ein rotes Telefonhäuschen ist noch erhalten geblieben, eine steinerne Brücke überquert das Flüsschen Linton Beck und ein großes, edel aussehendes Gebäude beherrscht den Platz: The Fountaine Hospital. Dabei handelt es sich um ein „almshouse„, ein Armenhaus. Um die Wikipedia zu zitieren: „In Armenhäusern lebten vor allem ältere Menschen, die nicht mehr selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten. Sie erhielten dort einen Wohnplatz und tägliche Verpflegung„.

Normalerweise waren Armenhäuser eher bescheiden wirkende Gebäude, dieses hier in Linton dagegen ist recht pompös und erinnert auf den ersten Blick wie eine Miniversion des Castle Howard, und tatsächlich wurde dessen Erbauer Sir John Vanbrugh auch als Architekt des Fountaine Hospitals genannt, was sich jedoch als Irrtum herausstellte. William Wakefield und William Etty gelten als wahrscheinlichste „Designer“ dieses Armenhauses.

Auftraggeber für den Bau des Hauses war Richard Fountaine, 1639 in Linton geboren, der nach London zog und dort zu einem reichen Mann wurde. Er war Holzhändler und machte sein Vermögen durch den Verkauf von Särgen, die in London zur Zeit der Großen Pest händeringend gebraucht wurden, auch nach dem Großen Brand von London 1666 benötigte man für den Wiederaufbau große Mengen an Holz. Als Richard Fountaine 1722 starb, hinterließ er in seinem Testament den Auftrag, in seinem Heimatdorf ein sehr schönes Armenhaus zu bauen. Er äußerte keine detaillierten Wünsche wie das Haus aussehen sollte, machte aber konkrete Angaben zu den zukünftigen Bewohnern. Sechs bedürftige Menschen aus Linton sollten in das nach ihm benannte Armenhaus einziehen; Fountaine machte Angaben wie die Kleidung der Bewohner aussehen sollte und über die Gottesdienste, die sie besuchen sollten. Noch heute leben einige ältere Menschen aus Linton in dem Almshouse, das zu den schönsten in ganz England zählt.

Photo © Carroll Pierce (cc-by-sa/2.0)
The Fountaine Inn.
Photo © Dr Neil Clifton (cc-by-sa/2.0)
Die steinerne Brücke über den Linton Beck am Village Green.
Photo © Dr Neil Clifton (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 15. September 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Bourn Hall Clinic in Bourn (Cambridgeshire) – Ein sehr wichtiger Ort in der Geschichte der Medizin

Photo © Bikeboy (cc-by-sa/2.0)

Wie so viele andere Herrenhäuser in England auch, hatte Bourn Hall im Süden der Grafschaft Cambridgeshire eine wechselvolle Geschichte mit vielen Besitzern, doch keiner von ihnen wird geahnt haben, dass dieses Haus einmal in der Geschichte der Medizin eine bedeutende Rolle spielen sollte. Die Familie Hagar war Besitzerin Nummer 1 im 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts, es folgten die De La Warrs, auf deren Namen man in England immer wieder trifft, die hier von 1733 bis 1883 wohnten. Im Jahr 1980 schließlich kauften die beiden Mediziner Patrick Steptoe (1913-1988) und Robert Edwards (1925-2013) Bourn Hall und gründeten darin eine Klinik, die sich darauf spezialisierte, unfruchtbare Menschen zu behandeln.
Der Durchbruch gelang Steptoe und Edwards 1978, als sie, gemeinsam mit Jean Purdy (1945-1985) bei Lesley Brown eine künstliche Befruchtung durchführten, die darin mündete, dass sie am 25. Juli 1978 in Oldham (Greater Manchester) Louise Brown gebar, das erste „test-tube baby“ der Welt, der erste in vitro gezeugte Mensch, damals eine Sensation in der Medizin. Bis heute arbeiten Spezialisten in Bourn Hall, die bis Ende 2021 24 339 Babies „erschaffen“ und damit zahlreiche Ehepaare glücklich gemacht haben.

Im Jahr 2010 erhielt Robert Edwards den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „für seine Entwicklung der  In-vitro-Fertilisation“, so die Begründung für die Preisvergabe.
Der jetzige „Science Director“ in der Bourn Hall Clinic ist Martyn Blayney, ein Schüler des Nobelpreisträgers.

Auch die Bourn Hall Fertility Clinic hat sich sozusagen mehrfach neu erzeugt, denn in East Anglia gibt es mittlerweile sechs weitere Fruchtbarkeitskliniken, die zum „Mutterhaus“ gehören, in Cambridge, in Colchester, in Norwich, in Wickford, in King’s Lynn und in Peterborough.

Bourn Hall Clinic
High Street
Bourn
Cambridge CB23 2TN

The Grange Opera in West Horsley (Surrey) und die weltweit erste Fußballoper

Das neue Opernhaus in Surrey.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Vor elf Jahren stellte ich in meinem Blog schon einmal The Grange Opera vor; damals war sie noch in Northington in der Grafschaft Hampshire angesiedelt. Mittlerweile, seit 2017, ist sie nach Surrey umgezogen und zwar auf das Gelände des West Horsley Place, einem Manor House, das 1425 erbaut wurde und das heute sehr gern für Film- und Fernsehproduktionen genutzt wird. Es liegt südwestlich von London zwischen Guildford und Leatherhead (siehe auch meine Blogeinträge über das benachbarte East Horsley).

Gegründet wurde die Grange Opera 1998 von der in London geborenen Musikerin Wasfi Kani, die auch die Londoner Pimlico Opera ins Leben gerufen hat, die dadurch bekannt geworden ist, dass sie häufig in britischen Gefängnissen Aufführungen veranstaltet. Im West Horsley Place wurde extra ein fünfstöckiges neues Opernhaus gebaut, das sich Theatre in the Woods nennt. Wasfi Kani hat sich für den Neubau die Mailänder Scala als Vorbild genommen. 700 Besucher passen in das Gebäude.

Gewisse Parallelen zu Glyndebourne sind hier zu finden. Man zieht sich dem festlichen Anlass entsprechend an, in der Pause kann man im Manor House dinieren und in den Gärten von West Horsley Place spazieren gehen. Dieser Film zeigt den Start in die Saison 2022.

In diesem Oktober findet in der Grange Opera eine Weltpremiere statt, die erste Fußballoper, die jemals komponiert worden ist: „Gods of the Game„. Die Musik stammt von dem in Wales geborenen Komponisten Julian Philips und einem Team, das Libretto von Phil Porter, Jahrgang 1973, der schon über ein Dutzend Theaterstücke geschrieben hat. In der Oper geht es um Korruption im englischen Fußball. Ebenfalls eine Weltneuheit ist, dass ein Teil des Chores aus Fußballfans von englischen Spitzenclubs besteht. In den Hauptrollen werden zu sehen sein, der brasilianische Bariton Michel de Souza, die Sopranistin Milly Forrest und der Tenor David Webb, alles Künstler, die schon auf namhaften Bühnen aufgetreten sind. Dirigent ist George Jackson, der gerade ein Engagement als musikalischer Leiter der Amarillo Symphony in Texas begonnen hat. Die Premiere der Oper in zwei Akten findet am 6. Oktober statt, es folgen sechs weitere Aufführungen bis zum 16. Oktober.

Hier ist schon einmal ein Blick in die Proben zu der Fußballoper.

Opera House
The Theatre in the Woods
West Horsley Place
KT24 6AN

West Horsley Place.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 13. September 2022 at 02:00  Comments (1)  

The Round Houses in Veryan (Cornwall)

Chyrond und Round House East.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Veryan ist ein hübsches Dorf auf der Roseland Peninsula in Cornwall, das hauptsächlich durch seine fünf runden Häuser bekannt geworden ist, von denen jeweils zwei an Ortseinfahrten liegen; das fünfte findet man im Dorf hinter der Schule. Die weißen Cottages mit ihren reetgedeckten Dächern und Kreuzen obendrauf wurden im 19. Jahrhundert aus „Sicherheitsgründen“ an den Dorfzufahrten in runder Form erbaut, damit sich der Teufel nicht an irgendwelchen Ecken dieser Gebäude verstecken konnte. Ob sich der Teufel wohl dadurch hat abschrecken lassen, das Dorf zu betreten?

Die fünf Round Houses waren die Idee des Dorfpfarrers Reverend Jeremiah Trist, der sie 1815 (in anderen Quellen ist von 1830 zu lesen) von dem Bauunternehmer Hugh Rowe aus Lostwithiel hat errichten lassen, möglicherweise für seine fünf Töchter. Inspiriert wurde der Reverend durch ein rundes Haus in St Winnow in Cornwall, das ein Freund von ihm dort gebaut hatte.

Ende letzten Jahres kam eines der fünf runden Häuser namens Chyrond auf den Markt und wurde für £675,000 angeboten. Die Häuser stehen als Ferienhäuser zur Verfügung und kosten etwa zwischen £840 und £1240 pro Woche.

The Right Roundhouse.
Photo © Jo and Steve Turner (cc-by-sa/2.0)
The Left Roundhouse.
Photo © Jo and Steve Turner (cc-by-sa/2.0)
Das fünfte Roundhouse in der Ortsmitte (dieses hat als einziges kein Reetdach und kein Kreuz).
Photo © Jo and Steve Turner (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 6. September 2022 at 02:00  Comments (1)  

Snooks – Die Statue eines kleinen Hundes in Aldeburgh (Suffolk)

Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Dr Robin Acheson praktizierte viele Jahre lang, von 1931 bis 1959, als Hausarzt in der Küstenstadt Aldeburgh in Suffolk. Nach seinem Tod übernahm seine Frau Dr Nora Acheson die Praxis. Jeder in der Stadt kannte den Arzt, wenn er seine Runden machte und Patienten zuhause aufsuchte. Dabei wurde er häufig von seinem Hund Snooks begleitet, der seinen Namen von der Fischart Snook erhielt, den die Achesons während des Zweiten Weltkriegs aßen, der in Dosen importiert wurde. Jeder in Aldeburgh mochte den kleinen Hund, der eine Eigenheit hatte, die ihm nicht gut bekam, er fraß liebend gern die Kieselsteine, die es am Strand in Mengen gab, und so musste er einige Male unter das Messer des örtlichen Tierarztes, damit diese wieder ans Tageslicht befördert werden konnten.

Zwei Jahre nach dem Tod von Dr Robin Acheson, im Jahr 1961, errichtete man ihm zu Ehren eine Statue in der Nähe des Museums und des Schiffsmodellteichs, auf der ein Abbild seines geliebten Hundes sitzt, sie trägt die Inschrift:

THIS MEMORIAL WAS ERECTED BY THE PEOPLE OF THE BOROUGH TO Dr ROBIN P M ACHESON WHO CARED FOR THEM FROM 1931 TO 1959 AND TO Dr NORA HIS WIFE WHO DIED 1981 WHILST STILL CARING.

42 Jahre lang saß Snooks dort auf der Plinthe, bis er im Februar 2003 gestohlen wurde. Ganz Aldeburgh war empört, alle hatten die kleine Statue lieb gewonnen, und als sie nicht mehr auftauchte, wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um eine neue herstellen zu lassen.
Fast zehn Jahre später tauchte der Original-Snooks wieder auf; ein Antiquitätenhändler fand ihn auf einem Markt in Lincoln, stellte einige Recherchen über die Herkunft der Statue an, fand heraus, dass sie gestohlen worden war und gab sie den Bürgern von Aldeburgh wieder zurück. Jetzt sitzt Snooks im Garten des Aldeburgh Hospitals, während sein Replika-Zwilling nach wie vor an dem ursprünglichen Standort zu finden ist.

An einem kalten Wintertag in Aldeburgh.
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 31. August 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Thomas Gilbart-Smith Memorial an der A3052 bei Branscombe in Devon

Photo © Guy Wareham (cc-by-sa/2.0)

An der A3052, nördlich von Branscombe in Devon, steht eine kleine Gedenkstätte in Form einer Bank, an der die meisten Autofahrer wohl vorbeifahren, ohne sie wahrzunehmen. Das steinerne Memorial erinnert an Dr Thomas Gilbart-Smith (1848-1904), heute sicher kaum noch jemandem bekannt, der am London Hospital und am Royal Hospital for Diseases of the Chest in London gearbeitet hatte, und einen Ruf als sehr guter Arzt besaß.
Wie kam es nun zu der Gedenkstätte für einen Londoner an der A3052?
Dr Gilbart-Smith war am 3. August 1904 mit seinem Sohn auf einer Fahrradtour durch Devon als er an dieser Stelle einen Herzinfarkt erlitt und starb. Seine Familie und seine Freunde ließen noch im selben Jahr das Memorial errichten, an dem drei Inschriften angebracht sind. Auf der einen sind Tag und Uhrzeit (9.30 Uhr) seines Ablebens festgehalten, sowie der Hinweis, dass direkt nach seinem Tod ein Gewitter herniederging. Auf der zweiten Tafel steht zu lesen:
„This plaque
replaces one depicting
Dr. Gilbert-Smith in profile.
The replacement of all the plaques
was necessary in 1981 due to
the theft of the
originals.“

Hier wurde der Nachname des Arztes falsch geschrieben: Gilbert statt Gilbart.

Die dritte Inschrift weist auf Dr Gilbart-Smiths ständiges Bestreben hin, seinen Mitmenschen medizinisch zu helfen, und auf sein Lebensmotto „Dare and do„, an dem er bis zu seinem Lebensende festgehalten hatte.

Published in: on 18. August 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Brighton & Hove Albion Football Club und The Amex

Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Nördlich des Seebades Brighton in der Grafschaft East Sussex zieht sich die vielbefahrene A27 hin. Direkt an ihr liegt der Campus der University of Brighton und daneben das Stadion des Brighton & Hove Albion Football Clubs, das Falmer Stadium (nach dem Dorf an der A27 benannt) oder auch das American Express Community Stadium, kurz The Amex, genannt. Das Stadion kann maximal knapp 32 000 Zuschauer fassen und wurde im Juli 2011 eröffnet. Kosten: £93 Millionen.

Sponsor des Vereins, der in der englischen Premier League spielt, und dort zum Zeitpunkt des Verfassens meines Blogartikels auf Platz 5 steht, ist die US-amerikanische Firma American Express, die ihren europäischen Hauptsitz in Brighton hat und der größte private Arbeitgeber der Stadt ist. Ihr Gebäude steht in der John Street, direkt gegenüber vom Polizeipräsidium.

Das Eröffnungsspiel, ein Freundschaftsspiel, am 30. Juli 2011 fand gegen den Londoner Verein Tottenham Hotspur statt (Brighton verlor 2:3), das erste Punktspiel eine Woche später war dann ein 2:1 Sieg gegen die Doncaster Rovers. Die Spieler des Clubs werden The Seagulls genannt, also die Seemöwen, wegen der Nähe der Stadt zum Meer. Eigentlich müssten die Tiere ja von den Fußballfans des Vereins geliebt werden, doch Seemöwen und Tauben sind im Stadion nicht wohlgelitten, daher werden Falken eingesetzt, um sie zu vertreiben.

The Amex war Gastgeber für einige Spiele der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2022. Hier fanden die Matchs zwischen England und Norwegen beziehungsweise Österreich und Norwegen statt, ebenso das erste Viertelfinal-Spiel England gegen Spanien.

Die Londoner Architektengruppe KSS, die sich unter anderem auf Sportbauten spezialisiert hat, entwarf das beeindruckende Stadion.

Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)
Das neue Gebäude des American Express Headquarters in der John Street in Brighton.
Photo: Hassocks5489.
Public Domain.
Published in: on 29. Juli 2022 at 02:00  Comments (2)  

Die Victorian Society und die Top 5 Liste der „Most Endangered Buildings“

Die Victorian Society hat es sich auf ihre Fahnen geschrieben, sich für den Erhalt viktorianischer und edwardianischer Gebäude einzusetzen, von denen viele gefährdet sind. Ihre Experten helfen lokalen Planern bei der Arbeit, diese Gebäude zu erhalten statt sie abzureißen. Die bisher größten Erfolge der Victorian Society war der Erhalt des Londoner Bahnhofs St Pancras und des Albert Docks in Liverpool.

Trotzdem gibt es immer wieder vom Verfall bedrohte Gebäude aus jener Zeit, auf die die Society durch ihre jährliche Liste der „Most Endangered Buildings“ hinweisen will. Ich stelle hier die Top 5 des Jahres 2021 vor:

1. Halifax Coal Drops in West Yorkshire. Diese 15 Bunker wurden dafür genutzt, Kohle zu lagern. Die Güterzüge entluden oberhalb der Bunker die Kohle, die dann von den örtlichen Händlern abgeholt und ausgeliefert wurde.

Photo: sgwarnog2010.
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2. Horncliffe House bei Rawtenstall in Lancashire. 1869 für einen ortsansässigen Fabrikanten erbaut, durchlief das Haus mehrere Phasen als Altenheim und als Hotel bevor es 2007 geschlossen wurde. Seitdem dämmert das einstmals stolze Haus vor sich hin. Vor drei Jahren gab der Ausbruch eines Feuers ihm noch den Rest. Es lohnt sich wirklich, sich für den Erhalt des Hauses einzusetzen.

Photo: mrrobertwade.
Creative Commons 2.0

3. Healing Flour Mill and Warehouses in Tewkesbury (Gloucestershire). 1865 erbaut, war das einmal die größte Getreidemühle des ganzen Landes, die 25 Säcke Mehl pro Stunde pro Stunde abfüllen konnte. Im Jahr 2006 war Schluss; jetzt verfallen die Gebäude allmählich. Wird die Victorian Society es schaffen, die Flour Mill zu erhalten?

Photo © John M (cc-by-sa/2.0)

4. Icknield Street School in Birmingham. Dieses wunderschöne Schulgebäude stammt aus dem Jahr 1883 und ist es Wert, erhalten zu bleiben. Im Erdgeschoss ist zwar noch ein Hindutempel untergebracht, aber überall regnet es ein und so wird allmählich die Bausubstanz zerstört.

Photo: ellbrown.
Creative Commons 2.0

5. Indoor Market in Burslem bei Stoke-on-Trent (Staffordshire). Im Jahr 2003 musste diese Markthalle aus dem Jahr 1897 geschlossen werden, weil Mauerwerk von oben herunterfiel. Jetzt besteht die Gefahr, dass das Stahl-Glasdach einstürzt. Hier herrschte reges Leben, als es der Stadt Burslem noch gut ging.

Photo: quimby.
Creative Commons 2.0
Published in: on 28. Juli 2022 at 02:00  Comments (1)  

The Semaphore Chain – Optische Nachrichtenübertragung von London nach Portsmouth im 19. Jahrhundert

Admiralty House in London.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

An der englischen Küste, speziell im Süden und im Osten, herrschte immer die Furcht vor einer Invasion fremder Mächte, ob das nun Spanien, Frankreich oder später in den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts Deutschland war. Ende des 18. Jahrhunderts bestand eine Bedrohung von französischer Seite. Wie sollte man da bei der Sichtung französischer Kriegsschiffe an der Küste Kontakt zur weit entfernten Admiralität in London aufnehmen, damit diese über entsprechende Maßnahmen entscheidet?

1795 begann die englische Marine mit dem Bau eines optischen Nachrichtenübertragungssystems zwischen London und Portsmouth, bei dem auf Gebäuden bewegliche Arme aufgestellt wurden, mit deren Hilfe man Nachrichten weiterleiten konnte. Dieses nach einem französischen Vorbild von Sir George Murray entwickelte System wurde 1822 durch das Semaphorensystem ersetzt, das der Marineoffizier Home Riggs Popham erfunden hatte.

The Semaphore Chain bestand aus 15 Stationen, die Endpunkte waren das Admiralitätsgebäude in Londons Whitehall und das Semaphore Building in Portsmouth. Nachrichten konnten auf der 108 Kilometer langen Strecke binnen 15 Minuten übertragen werden, eine für damalige Verhältnisse erstaunliche Leistung.

Das Admirality House in London wird heute noch von der britischen Regierung benutzt, dient aber anderen Zwecken. Das ursprüngliche Semaphore Building in Portsmouth fiel einem Brand zum Opfer, wurde aber 1913 neu errichtet. Es liegt auf dem Gelände der Marinebasis und ist nicht zugänglich. Die verbliebenen Gebäude zwischen den Endpunkten, die für die Semaphoren verwendet wurden, befinden sich heute in Privatbesitz; der Chatley Heath Semaphore Tower an der M25 in Surrey, gehört dem Landmark Trust und wird an Urlauber vermietet.

The Semaphore Building in Portsmouth.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)
Chatley Heath Semaphore Tower in Surrey.
Photo © Alan Hunt (cc-by-sa/2.0)

Littleport in Cambridgeshire und eine weltberühmte Motorradmarke

Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)

Littleport in Cambridgeshire, rund zehn Kilometer nordöstlich von Ely gelegen, ist ein großes Dorf beziehungsweise eine kleine Stadt mit knapp 9000 Einwohnern. Fährt man dort die Church Lane entlang, zwischen dem Village Green und der St George’s Church, nimmt man vielleicht aus den Augenwinkeln ein dort abgestelltes Motorrad wahr und kümmert sich nicht weiter darum. Sollte man aber, denn es handelt sich hierbei um kein echtes Motorrad, sondern um das Harley Davidson Monument. Wer keinen Nerv für motorisierte Zweiräder hat, kann weiterfahren, aber jeder echte Biker wird hier anhalten und sich einmal daraufsetzen, denn das ist nicht verboten.

Wie kam nun diese Verbindung zwischen Littleport und Harley Davidson zustande? Im Jahr 1903 gründeten William Sylvester Harley und Arthur Davidson ihre gemeinsame Motorradfabrik in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin. Williams Vater, der ebenfalls William hieß, war gebürtiger Engländer und stammte aus Littleport, wo er in der Victoria Street geboren wurde (das Haus steht heute nicht mehr). Mit 24 Jahren verließ er England, ging in die Vereinigten Staaten und schloss sich dort der Armee an. Noch heute gibt es in Littleport Nachfahren der Harley-Familie.

Aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Firma Harley Davidson wurde im Jahr 2003 dieses Monument errichtet, das eine Knucklehead Modell 1937 zeigt. Der amerikanische Talkshow-Moderator Jay Leno hat ein Motorrad diesen Typs und Jahrgangs in seiner Garage stehen, die er in diesem Film zeigt.

Littleport ist häufig das Ziel von Bikern, speziell von Harley-Davidson-Fans, aus dem ganzen Land. In diesem Film werden die Feierlichkeiten anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Motorradfirma gezeigt, deren Höhepunkt die Enthüllung des Monuments war.

Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)
Die Victoria Street in Littleport, wo William Harleys Geburtshaus stand.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 23. Juli 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Buckden Pike Memorial Cross – In Erinnerung an ein tragisches Unglück am 30. Januar 1942 in den Yorkshire Dales

Photo © Alex Cameron (cc-by-sa/2.0)

Ein Schneesturm über den Yorkshire Dales wurde sechs polnischen Soldaten am 30. Januar 1942 zum Verhängnis. Sie waren mit ihrem Wellington-Bomber von dem Militärflugplatz RAF Bramcote in Warwickshire zu einem Übungsflug Richtung Norden aufgestiegen. Bei Skipton in den Dales war die Sicht für den Piloten gleich Null. Vergeblich versuchte er irgendetwas auszumachen, an dem er sich orientieren konnte, kam immer tiefer und prallte schließlich am Buckden Pike mit über 300 km/h erst gegen eine Steinmauer und dann gegen den Berg. Das Flugzeug wurde in zwei Teile gerissen; der Heckschütze Joe Fusniak konnte sich schwer verletzt aus dem hinteren Teil befreien und sich zum vorderen Teil schleppen, in dem vier seiner toten Kameraden lagen, ein Überlebender war noch schwerer als Joe verletzt, atmete aber noch.
Was tun? Joe musste unbedingt Hilfe holen, was aber in diesem menschenleeren, ihm völlig unbekannten Gebiet mitten in einem Schneesturm fast unmöglich war. Trotzdem zog er mit einem gebrochenen Knöchel mühsam los. Plötzlich sah er die Fährte eines Fuchses, und in der Annahme, dass es Füchse oft in die Nähe menschlicher Behausungen zog, folgte er der Fährte. Und tatsächlich kam er auf diese Weise, am Ende seiner Kräfte, zu dem Pub The White Lion in dem Dorf Cray, wo man seine Hilferufe hörte und ihn rettete. Die Familie Parker, die den Pub betrieb, nahm sich seiner an, und da Joe Fusniak des Englischen nicht mächtig war, dauerte es seine Zeit bis er ihr klar machen konnte, dass sein Kamerad oben in den Bergen dringend Hilfe brauchte. Wegen der hohen Schneewehen konnte sich erst am Tag darauf ein Suchtrupp auf den Weg zum Flugzeug machen, wo der mittlerweile verstorbene Kamerad gefunden wurde.

Seitdem war es für Joe Fusniak ein Herzensanliegen, an der Unfallstelle auf dem Buckden Pike ein Denkmal für die Todesopfer zu errichten, was schließlich im Jahr 1973 verwirklicht werden konnte. An der Absturzstelle stellte Joe das Buckden Pike Memorial Cross auf, ein steinernes Kreuz und eine Erinnerungstafel aus schwarzem Marmor, die die Inschrift trägt:

THANKSGIVING TO GOD
THE PARKER FAMILY AND LOCAL PEOPLE
AND IN MEMORY OF
FIVE POLISH R.A.F MEN WHO DIED
HERE ON 31/1/42 – BURIED IN NEWARK
THE SURVIVOR

Mit dem „Survivor“ ist natürlich Joe Fusniak gemeint. Das Datum der Inschrift ist nicht korrekt, es müsste richtig 30/1/42 heißen. Unterhalb der Tafel schaut ein Fuchskopf aus dem Stein, den Joe aus Dankbarkeit angebracht hat; ohne die Fuchsfährte hätte er an jenem eiskalten Januartag in den Yorkshire Dales nicht überlebt.

Joe Fusniak starb im Juli 2017 im Alter von 95 Jahren in Cambridge.

In diesem Film ist die tragische Geschichte noch einmal zu sehen und diese Webseite enthält noch viele weitere Informationen.

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)
In Dankbarkeit für den unbekannten Fuchs.
Photo © Steve Partridge (cc-by-sa/2.0)
The White Lion in Cray (North Yorkshire).
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 17. Juli 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Keighley Public Library in West Yorkshire – Englands erste Carnegie-Bibliothek

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Auf dem Weg in das Brontë-Dorf Haworth in West Yorkshire bin ich einige Male durch die Stadt Keighley gefahren und habe sie als ziemlich grau in Erinnerung, was einmal an den Häusern liegt, aber auch an dem trüben Wetter, das dort immer herrschte. Über die dort ansässige Timothy Taylor Brewery habe ich in meinem Blog einmal geschrieben.

In Keighley wurde im Jahr 1904 die erste öffentliche Bibliothek Englands eröffnet, die von dem schottisch-amerikanischen Stahlmagnaten und Philanthropen Andrew Carnegie (1835-1919) aus der Taufe gehoben worden war. 659 weitere Bibliotheken allein in Großbritannien und Irland sollten folgen, weltweit waren es über 2500. Die erste Carnegie Library errichtete er in seiner Geburtsstadt Dunfermline in Schottland.

Wenn Andrew Carnegie eine Kommune mit einer Spende unterstützte, erwartete er von ihr aber auch unter anderem, dass sie für entsprechendes Personal sorgte und es bezahlte, ein Baugrundstück zur Verfügung stellte und den Bibliotheksservice kostenlos für jedermann anbot. Waren diese und einige andere Bedingungen erfüllt, dann floss auch Geld aus Carnegies prall gefüllter Börse.

Am 9. August 1902, der Tag an dem Edward VII. gekrönt wurde, wurde auch der Grundstein für die Bibliothek in Keighley gelegt. Den Zuschlag für den Bau bekamen die beiden Architekten Arthur McKewan und James Arthur Swan aus Birmingham, die nach Meinung der Stadt Keighley “ one of the most remarkable public buildings in the North of England“ schufen. Andrew Carnegie steuerte £10,000 bei.
Am 20. August 1904 wurde die Keighley Public Library durch den Duke of Devonshire der Öffentlichkeit übergeben. Warum gerade der Duke of Devonshire fragt man sich. Die Antwort: Der Duke hatte gleichzeitig auch den Titel Baron Cavendish of Keighley.

Die Bibliothek ist noch heute in Betrieb, sie wurde 1961 mit einem Anbau versehen und 2007 von Grund auf restauriert.

Photo © Alexander P Kapp (cc-by-sa/2.0)
Photo: Elijah The Yorkshireman.
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Published in: on 2. Juli 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

RAF Lakenheath in Suffolk und die Atombomben

Hier darf keiner rein! Im Hintergrund sind die ehemaligen Lagerhallen für Atombomben zu sehen.
Photo © Bob Jones (cc-by-sa/2.0)

Im Mai diesen Jahres kam es vor den Toren des Flugplatzes RAF Lakenheath in der Grafschaft Suffolk zu Protesten. Das riesige Areal wird, zusammen mit dem benachbarten Flugplatz RAF Mildenhall, von der US-amerikanischen Luftwaffe genutzt und soll möglicherweise erneut zur Lagerung von Atomwaffen verwendet werden. Die Befürchtungen der Protestler, organisiert von der Campaign for Nuclear Disarmament, gehen dahin, dass im Ernstfall die Region als erstes als Angriffsziel in Frage käme.

Im Jahr 2008 wurden alle Atomsprengköpfe aus ihren Lagern aus Lakenheath abgezogen, worüber die Bevölkerung mehr als glücklich war, denn es gab in der Vergangenheit zwei Zwischenfälle, die katastrophal hätten ausgehen können.
Am  27. Juli 1956 geriet ein B-47-Bomber beim Landeanflug von der Runway ab und kollidierte mit einer der Lagerhallen, in denen Atombomben aufbewahrt wurden. Wie durch ein Wunder kam es zu keiner nuklearen Katastrophe, obwohl das Flugzeug explodierte und der brennende Treibstoff sich über die Bomben ergoss.

Im Januar 1961 entging Suffolk einer weiteren möglichen Katastrophe als eine unter einer F-100 Super Sabre angebrachte Wasserstoffbombe Feuer fing, weil sich auch bei diesem Zwischenfall brennender Treibstoff über sie ergossen hatte. Beide Vorfälle wurden sowohl von britischer als auch von US-amerikanischer Seite vor der Öffentlichkeit verschwiegen und kamen erst sehr viel später ans Tageslicht.

Ich bin einmal auf der A1065 an RAF Lakenheath vorbeigefahren; man fährt scheinbar endlos an dem umzäunten Militärgelände entlang. Es gibt hier auch, etwas abseits der Straße, eine Viewing Area, aber außer Start-und Landebahnen gibt es nicht viel zu sehen.

Der kleine Ort Lakenheath, im Schatten des Flughafengeländes, sieht etwas trostlos aus. Entlang der High Street ziehen sich Tätowierstudios, Kebap- und Fish and Chipsläden, ein Beerdigungsinstitut und weitere nicht besonders attraktive Geschäfte entlang. So richtig wohl fühlt man sich in diesem Teil von Suffolk nicht.

Hier sind Bilder von startenden und landenden Jets auf RAF Lakenheath zu sehen.

Photo © Chris (cc-by-sa/2.0)
Die Viewing Area.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)
Das Dorfschild von Lakenheath.
Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 26. Juni 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Knochenmühle von Narborough in Norfolk…und ihre Beziehung zu Hamburger Friedhöfen

Die Bone Mill vor der Restaurierung.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Das hätten sich Fiete, Jan und Erna damals im 19. Jahrhundert in Hamburg niemals träumen lassen, dass nach ihrem Ableben ihre Knochen einmal dazu dienen sollten, als Düngemittel in der englischen Grafschaft Norfolk eingesetzt zu werden. Es war tatsächlich so, dass Knochen aus Gräbern Hamburger Friedhöfe ausgebuddelt und diese per Schiff nach King’s Lynn in Norfolk gebracht wurden. Von dort ging es zur Narborough Bone Mill am River Nar, südlich der Hafenstadt gelegen, ja, und da wurden die Knochen klein gemahlen und konnten anschließend zur Düngung auf die Felder aufgebracht werden. Das Thema „Pietät“ spielte in dieser Zeit weder auf deutscher noch auf englischer Seite eine Rolle. Man sah das ganz pragmatisch: „One ton of German bone-dust saves the importation of ten tons of German corn“. Nun ja!

Die Knochenmühle am River Nar zerkleinerte natürlich nicht nur menschliche Knochen, das war so ein Art Beiwerk, in großem Stil nahm man sich hier Walknochen an. King’s Lynn war ein wichtiger Hafen für die Anlandung harpunierter Wale, die für alle möglichen Zwecke verwendet wurden, und was von ihnen dann übrig blieb, also die Knochen, schiffte man auf dem Fluss bis zu dem Dorf Narborough, wo die Wassermühle sich an die Arbeit machte.

Die Narborough Bone Mill wurde bewusst etwas entfernt von dem Dorf errichtet, denn der Gestank, den sie verbreitete, muss ziemlich fürchterlich gewesen sein. Nachdem im Jahr 1884 die Schifffahrt auf dem Fluss eingestellt worden war, ging es auch mit der Bone Mill zu Ende. Der größte Teil der Anlage wie die Lagerhallen wurde abgerissen, nur das fünf Meter hohe Mühlrad steht noch heute an derselben Stelle.

Der Heritage Lottery Fund förderte vor einigen Jahren die Restaurierung der Knochenmühle, die nur an wenigen Tagen zur Besichtigung freigegeben wird. Hier ist ein Film über die Mühle.

Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 23. Juni 2022 at 02:00  Comments (2)  

The White Nancy in Bollington in Cheshire

Photo © Wayland Smith (cc-by-sa/2.0)

Nach der Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815, bei der Napoleon vernichtend geschlagen wurde, war man in der kleinen Stadt Bollington (Cheshire) im Peak District der Meinung, diesem historischen Ereignis ein Denkmal setzen zu müssen. Die Idee wurde 1817 auch verwirklicht, aber nicht in Form einer Statue für den Duke of Wellington, sondern durch ein zuckerhutartiges weißes Gebäude, oberhalb von Bollington auf dem Kerridge Hill. Erbaut wurde das White Nancy genannte Bauwerk von der ortsansässigen Familie Gaskell, die es auch gleichzeitig als eine Art Sommerhaus verwendeten, denn im Inneren steht ein Tisch und an den Wänden sind Sitzbänke angebracht, ideal für nächtliche Sommerparties mit Blick auf den Peak District. Heute ist der Innenraum der White Nancy nicht mehr zugänglich.

Wie kam es zu der Namensbildung? Da gibt es in Bollington mehrere Theorien; eine davon ist, dass sie nach einer Tochter der Gaskells, die Nancy hieß, benannt worden ist. Eine andere ist, dass das Pferd, das das Baumaterial auf den Kerridge Hill schleppen musste, Nancy genannt wurde.

Wie das nun mal mit größeren weißen Flächen ist, fiel das Gebäude auch hin und wieder Schmierfinken und Vandalen in die Hände. Einmal wandelte jemand die White Nancy in eine Pink Nancy um, indem sie rosa angestrichen wurde. Aber es gab im Lauf der Zeit auch „offizielle“ Bemalungen. Anlässlich des 200. Jahrestages der Schlacht von Waterloo wurde das Gebäude mit Schattenrissen von Soldaten der damalige Zeit versehen und der Schriftzug „Battle of Waterloo“ angebracht.

Als die Queen im Jahr 2012 ihr Diamond Jubilee feierte, ließ der Bollington Town Council die White Nancy entsprechend verzieren. Am 22. Mai 2017 ereignete sich in der Manchester Arena bei einem Konzert der amerikanischen Sängerin Ariana Grande ein verheerender islamistischer Terroranschlag bei dem 23 Besucher getötet und über 1000 verletzt wurden. Um das Mitgefühl der Bewohner Bollingtons mit den Opfern zu zeigen, wurde eine Biene auf die White Nancy gemalt; die Biene ist ein Symbol der Stadt Manchester (siehe dazu meinen Blogeintrag). Auch mit der Remembrance Poppy ist die White Nancy schon verziert worden.

Der Platz hier oben auf dem Kerridge Hill ist dank Wellingtons Sieg bei Waterloo beziehungsweise Napoleons Niederlage ein beliebtes Ziel für Ausflüge geworden. Hier ist ein Film über die White Nancy.

Photo: ARG_Flickr.
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Photo © Peter Royle (cc-by-sa/2.0)
Photo © steven ruffles (cc-by-sa/2.0)
Photo: sheiladeeisme.
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Published in: on 14. Juni 2022 at 02:00  Comments (2)  

The Torrs Millennium Walkway in New Mills (Derbyshire)

Photo © Peter Turner (cc-by-sa/2.0)

Falls jemand den 4850 Kilometer langen Europa Fernwanderweg E2, der von Galway in Irland über Stranraer in Schottland nach Nizza in Südfrankreich führt, entlanggehen möchte, der kommt in der Grafschaft Derbyshire auch über den The Torrs Millennium Walkway, der ein Teil des Ganzen bildet. Wie der Name Millennium Walkway schon sagt, wurde dieser Laufsteg kurz nach der Jahrhundertwende, am 18. April 2000, in der Torrs Gorge, am Rande des Städtchens New Mills, eröffnet. Er zieht sich teils auf Stelzen, teils in eine Steinmauer verankert am Goyt River entlang, der sich später in den River Mersey ergießt, den jeder von Gerry and the Pacemakers Lied „Ferry cross the Mersey“ kennt. Etwa 180 Meter lang ist der Walkway und verantwortlich für den Bau war Stan Brewster (1953-2005) vom Derbyshire County Council, der tragischerweise bei den Terroranschlägen am 7. Juli 2005 in London ums Leben kam, wo er sich zu einer Konferenz aufhielt. Stan Brewster stammte aus Swanwick, einem kleinen Ort in Derbyshire. Sein Walkway wurde im Jahr 2000 mit dem Small Project Award innerhalb der British Construction Industry Awards ausgezeichnet.

Auf der anderen Seit des River Goyt steht eine große ehemalige Fabrikanlage, die allmählich zu verfallen droht, die Torr Vale Mill, die in den 1780er Jahren erbaut wurde und in der bis Ende 2000 Textilien hergestellt wurden. Der Torr Vale Mill Preservation Trust versucht, das Gebäude am Leben zu erhalten, dem Feuer und Vandalismus arg zugesetzt haben.

Dieser Film zeigt den Walkway und die Torr Vale Mill.
Zur Orientierung: New Mills liegt südöstlich von Stockport an der A6 am westlichen Rand des Peak Districts.

Photo © Trevor Harris (cc-by-sa/2.0)
Torr Vale Mill.
Photo © David Robinson (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 7. Juni 2022 at 02:02  Comments (1)  

The Grandma Statue in Ipswich (Suffolk)

Photo: zoer.
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Über die Stadt Ipswich, die Grafschaftshauptstadt von Suffolk, habe ich in meinem Blog erst einmal geschrieben, und zwar über das Window Museum am Albion Quay. Heute soll nun ein weiterer Beitrag über Ipswich folgen.

An der Queen Street, im Zentrum der Stadt, finden wir eine merkwürdig aussehende Statue, die eine alte, kleine Frau zeigt, die in der einen Hand eine Handtasche, in der anderen einen Regenschirm trägt, zu ihren Füßen sind ein Hund und zwei kleine Jungen zu sehen. Es handelt sich hierbei um die Grandma Statue oder auch Giles Statue genannt. Der Blick der Großmutter geht auf ein ihr gegenüber liegendes Haus, das Clydesdale House, in dem einmal der Schöpfer dieser Figurengruppe sein Büro hatte: Ronald „Carl“ Giles (1916-1995), vielleicht der berühmteste englische Cartoonist des 20. Jahrhunderts. Giles wurde zwar in London geboren, verbrachte aber den größten Teil seines Lebens in Ipswich und Umgebung. Seine Cartoons erschienen von 1945 bis 1991 im Daily Express und im Sunday Express. Seine von ihm erfundene Giles Family erfreute sich im ganzen Land außerordentlicher Beliebtheit.

Im Mittelpunkt der Giles Family steht Grandma, die das Sagen hat, dann Vater und Mutter mit ihren Kindern und Enkeln, die Hunde Butch und Rush, die Katze Natalie und Grandmas Papagei, Attila the Hun. Die Familie hatte jahrzehntelang in England Kultstatus, darum wurde mitten in Ipswich jene Statue errichtet, die Grandma mit den Zwillingen Lawrence and Ralph und dem Hund Rush zeigt; errichtet wurde sie 1993.
Es gibt sogar ein Musical mit dem Titel „Grandma Saves the Day!„, das der renommierte Londoner Theaterregisseur Phil Willmott für das New Wolsey Theatre in Ipswich schrieb und das 2019 uraufgeführt wurde.

Giles arbeitete zwar in Ipswich, wohnte aber außerhalb, in Tuddenham und in Witnesham. Seine Grabstelle, und die seiner Frau Joan, findet sich auf dem Kirchhof von St Martin in Tuddenham.

Hier ist ein Film über die Cartoons des Ronald „Carl“ Giles.

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 28. April 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Buxton in Derbyshire Teil 1: Das Buxton Opera House – Ein architektonisch ansprechendes Gebäude am Rand des Peak Districts

Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Anfang des 20. Jahrhunderts machte sich der Architekt Frank Matcham (1854-1920) von London aus auf den Weg in die Provinz, wo er in der Kurstadt Buxton am Rand des Peak Districts in der Grafschaft Derbyshire den Auftrag erhalten hatte, dort ein Opernhaus zu erbauen. Matcham hatte sich auf Theaterbauten spezialisiert und sich bereits mit dem Richmond Theatre in Richmond-upon-Thames, dem London Hippodrome und dem Londoner Hackney Empire einen Namen gemacht. Etwas später sollten noch die beiden berühmten Londoner Vergnügungsstätten Palladium und Coliseum folgen.

Buxton war als Alternative zu Bath in Somerset als Kurort in Mode gekommen, und man ging hier hin „to take the waters“, also um sich an den Heilquellen gütlich zu tun. Also musste die Stadt ihren Kurgästen etwas bieten und darum wurde das Opera House errichtet. In den ersten Jahrzehnten seines Bestehens wurde das Theater gut angenommen, und es zeigte erfolgreiche Produktionen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es mit den Live-Veranstaltungen vorbei, stattdessen wurde das Gebäude als Kino benutzt. Aber auch das Interesse an Filmvorführungen ließ allmählich nach, so dass das an und für sich stolze und schöne Gebäude verfiel und Mitte der 1970er Jahre geschlossen wurde. Glücklicherweise sah man von einem Abriss ab, sondern steckte im Gegenteil eine Menge Geld in das Opera House, um es zu renovieren. Nach dem Abschluss der jahrelangen Renovierungsarbeiten steht den Bürgern der Stadt und den Kurgästen jetzt wieder ein schönes Theater zur Verfügung, in dem 900 Menschen Platz finden.

Während des jährlichen Buxton Festivals werden im Opera House auch wieder Opern aufgeführt, leichtere Kost wird beim Buxton Festival Fringe aufgetischt (Comedy, Tanz, Filme etc.), das in diesem Jahr vom 6. bis zum 24. Juli stattfinden wird.

Zusammen mit dem Pavilion Arts Centre, das in den Komplex mit einbezogen ist, verfügt Buxton also über ein gutes kulturelles Angebot, und das mitten in der Provinz. Leider wird das Niveau aber auch zeitweise wieder gesenkt durch Auftritte beispielsweise der Dream Boys. Wo Oper draufsteht, ist also nicht immer Oper drin.

Dieser Film zeigt einen Drohnenflug über das Opernhaus.

Photo © Jim Osley (cc-by-sa/2.0)
Photo © Anthony O’Neil (cc-by-sa/2.0)

The Abbey Mills Pumping Station – Die Abwasser-Kathedrale Londons

Photo © Jim Osley (cc-by-sa/2.0)

Im Osten Londons, im Stadtteil Stratford, dort wo im Jahr 2012 die Olympischen Spiele stattfanden, befindet sich die Abbey Mills Pumping Station, eine Abwasserpumpstation. An und für sich sind solche Gebäude vom Architektonischen her belanglos, doch nicht dieses. Abbey Mills erinnert an einen orientalischen Palast; wurde die Pumpstation doch im byzantinischen Stil 1865-68 erbaut. Die „Schöpfer“ dieses auch „Cathedral of Sewage“ oder „Temple of Sewage“ genannten Gebäudes waren  Joseph Bazalgette, Edmund Cooper und der Architekt Charles Driver.
Bazalgette, der unter anderem auch die Hammersmith Bridge baute, schuf damals in der viktorianischen Zeit das Kanalisierungssystem Londons und besiegte damit „The Great Stink„, denn bis dahin wurden die Abwässer der Stadt ungereinigt in die Themse geleitet, was zu einem bestialischen Gestank führte.
Die Pumpstation, als Teil des Kanalisierungssystems, ist heute nicht mehr in Betrieb; eine neue Anlage wurde neben die alte gebaut, die allerdings vom architektonischen Gesichtspunkt her nur als funktionell zu bezeichnen ist.

Im Jahr 2006 wurde die Abbey Mills Pumping Station für ein Musikvideo benutzt: Die norwegische Band A-Ha nahm hier das Video zu ihrem „Cosy Prisons auf.
Auch Teile des Films „Batman begins“ (2005) wurden hier gedreht, wobei das Gebäude das „Arkham Asylum“ darstellte.

Die Abbey Mills Pumping Station ist zu besichtigen, aber nur nach Voranmeldung. Hier ist ein Film über sie.

Im Inneren der Pumpstation.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 20. April 2022 at 02:00  Comments (5)  

Die St Ives Bridge Chapel in Cambridgeshire – Kapelle, Pub, Bordell, eine wechselvolle Geschichte

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Vorsicht Verwechslungsgefahr: Es gibt zwei Städte mit dem Namen St Ives in England. Die eine liegt in Cornwall und ist ein Touristen- und Künstlerort, die andere in der Grafschaft Cambridgeshire am River Great Ouse, und um die soll es in meinem heutigen Blogeintrag gehen.

Den idyllischen, von Schwänen und Enten bevölkerten Fluss überquert die schmale London Road auf der St Ives Bridge. Die steinerne Brücke geht auf das Jahr 1425 zurück, und sie hat eine Besonderheit: Mitten auf ihr hat man ein Jahr später eine Kapelle gebaut, die einem französischem Heiligen gewidmet ist, St Leger, der im 7. Jahrhundert gelebt hat.

Diese Art von Brückenkapellen gab es früher häufiger, in England sind noch drei weitere erhalten, von denen ich in meinem Blog eine schon einmal vorgestellt habe: The Chapel of Our Lady auf der Rotherham Bridge in Rotherham (South Yorkshire). Die beiden anderen liegen in Wiltshire, auf der Avon Bridge in Bradford-on-Avon, und in South Yorkshire auf der Chantry Bridge in Wakefield, die Chantry Chapel of St Mary the Virgin.

Zurück zu unserer St Ives Bridge Chapel. Ich bin mir nicht sicher, ob der Brückenheilige St Leger damit einverstanden gewesen wäre, was man alles aus der ihm geweihten Kapelle gemacht hat. Nachdem sich eine lange Zeit niemand mehr so recht um sie gekümmert hatte und sie allmählich bröckelte, zog im 18. Jahrhundert ein Bordell dort ein. Die Freier hatten von der Kapelle aus einen schönen Ausblick auf den River Ouse, aber das war nicht der Grund, warum es sie hierher gezogen hatte. Sie genossen lieber andere schöne Ausblicke.
Weitere Verwendungen für die Kapelle waren: Brückenzolleinnahmestation, ein übel beleumundeter Pub mit dem eher abschreckenden Namen Little Hell, eine Arztpraxis und ein Wohnhaus.

Brücke und Kapelle stehen unter Denkmalschutz und sind Scheduled Ancient Monuments. Die Befahrung der Brücke ist für den Autoverkehr nicht erlaubt, nur Fahrzeuge mit Sondergenehmigung dürfen sie benutzen. Eine sehr ungewöhnliche Regelung sieht vor, dass nur Fahrzeuge über drei Tonnen maximalem zulässigem Gesamtgewicht sie nutzen dürfen.

Hier ist ein Schwenk über Brücke und Kapelle und hier ein filmisches Porträt der hübschen Stadt St Ives.

Photo © Adrian Perkins (cc-by-sa/2.0)
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 9. April 2022 at 02:02  Comments (2)  

The National Firefighters Memorial vor der Londoner St Paul’s Cathedral

Photo: Ronnie Macdonald.
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Am 4. Mai 1991 begab sich Elizabeth Bowes-Lyon, die Queen Mother, zur Londoner St Paul’s Cathedral, um dort ein Denkmal einzuweihen, das den Feuerwehrleuten gewidmet ist, die im Zeiten Weltkrieg während des sogenannten „Blitz“ gegen die Brände angekämpft hatten, die durch die deutschen Bombenangriffe auf die Stadt ausgelöst worden waren. Das kam zwar recht spät, aber die mutigen Männer und Frauen hatten es sich verdient. Das Denkmal zeigt einen „sub-officer“, das ist ein Rang in der Londoner Feuerwehr, ein Truppführer, und zwei „branch-men“, deren Aufgabe es ist, die Flammen zu löschen.

Cyril Demarne (1905-2007), einer der leitenden Feuerwehrmänner in London während des Zweiten Weltkriegs, der mehrere Bücher über diese Zeit geschrieben hat (zum Beispiel „The London Blitz – A Fireman’s Tale„), war der Initiator des National Firefighters Memorial, und der „sub-officer“ soll nach ihm gestaltet worden sein. Auf dem Sockel sind zwei Feuerwehrfrauen zu sehen und die Namen von 1027 Männern und Frauen, die damals im Einsatz ums Leben gekommen sind.

Zwölf Jahre später wurde das Denkmal verändert, indem der Sockel erhöht und die Namen von weiteren 1192 Feuerwehrleuten hinzugefügt wurden, die in Friedenszeiten bei Einsätzen gestorben sind. In Auftrag gegeben wurde das Denkmal an den renommierten Bildhauer John Mills, der sowohl in Großbritannien als auch in den USA eine Fülle von Skulpturen geschaffen hat. Ich denke da vor allem an das Monument to the Women of World War II im Londoner Regierungsviertel (siehe dazu meinen Blogeintrag).

Einmal im Jahr, immer im September, findet an dem Denkmal ein Gedenkgottesdienst und eine Kranzniederlegung statt, initiiert vom Firefighters‘ Memorial Charitable Trust.

Jeweils am 4. Mai ist der Firefighters Memorial Day (wie auch der International Firefighters Day’); hier ist ein Tribut an die britischen Feuerwehrleute, die „in the line of duty“ ums Leben gekommen sind.

Photo: Snapshooter46.
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Published in: on 4. April 2022 at 02:01  Kommentar verfassen  

The Maiwand Lion – Der größte Denkmallöwe der Welt

Photo © Robin Sones (cc-by-sa/2.0)

Im Laufe der Jahre habe ich in meinem Blog schon mehrere „Löweneinträge“ erstellt. Beispiele sind die Trafalgar Square Löwen, der Londoner South Bank Lion, die China Town Löwen in Londons Gerrard Street. Hier ist nun ein weiterer Löwe, der einige Dutzend Kilometer westlich von London seinen Wohnsitz hat und zwar in der Stadt Reading. Ich habe Reading eher in unangenehmer Erinnerung, weil ich mich jedesmal, wenn ich durch die Stadt fuhr, in der unübersichtlichen Straßenführung verirrte.

Dafür kann besagter Löwe natürlich nichts, der in den Forbury Gardens auf einem Podest steht, 1886 geboren wurde, sich Maiwand Lion oder auch Forbury Lion nennt und der größte „Denkmallöwe“ der Welt ist. Der örtliche Bildhauer George Blackall Simonds schuf ihn in zweijähriger Arbeit. Old Maiwand besteht aus Gusseisen, ist 16 Tonnen schwer und 9,5 m lang, also ein ganz schöner Koloss.
Die Statue erinnert an den „Battle of Maiwand„, eine Schlacht im englisch-afghanischen Krieg, die 1880 stattfand und in der 329 Soldaten des 66. Berkshire-Regiments fielen. Die Schlacht wurde von den afghanischen Truppen gewonnen und insgesamt starben dort fast tausend englische und indische Soldaten, während auf afghanischer Seite schätzungsweise 2500 Tote zu beklagen waren. Auch damals zeigte sich schon, dass man in Afghanistan keinen Krieg gewinnen kann.

Auf dem Denkmal findet man auch die Namen der gefallenen Soldaten aus Berkshire. Es gab zeitweise Diskussionen über die korrekte Wiedergabe der Haltung des Löwen. Manche meinten, ein Löwe würde niemals so laufen, aber der letzte Stand der Dinge ist wohl, dass George Blackall Simonds alles richtig gemacht hat.
Wer sich also nach Reading hineintraut, sollte dem gewaltigen Löwen ruhig einmal einen Besuch abstatten. Hier ist er im Film zu sehen.

Photo © Robin Sones (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 28. März 2022 at 02:00  Comments (3)  

Hastings in East Sussex Teil 1: The Bottle Alley – Eine wettergeschützte Promenade am Strand mit einer einzigartigen Lightshow

Photo: Nick_Rowland.
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Die Stadt Hastings an der englischen Südküste hat so einiges zu bieten. Im November 2016 hatte ich in einem Zweiteiler schon einmal das Shipwreck Museum und das True Crime Museum vorgestellt. Jetzt möchte ich in einem Dreiteiler auf weitere Besonderheiten der Stadt aufmerksam machen.

Bei schönem Wetter kann man in Hastings in der Grafschaft East Sussex entweder direkt am Strand spazieren gehen oder auf der Strandpromenade, bei Regen oder Sturm gibt es eine Alternative unterhalb der Promenade, die Bottle Alley, und das schon seit 1934. In diesem Jahr wurde dieser geschützte 480 Meter lange Gang eröffnet, der Bottle Alley genannt wird, weil in den Beton unzählige kleine Glassplitter von Flaschen eingelassen worden sind. Ausgedacht hat sich das der Bauingenieur Sidney Little (1885-1961), der 24 Jahre in den Diensten der Stadt Hastings stand und der „The Concrete King“ genannt wurde, weil er bevorzugt mit Beton baute. Eine blaue Plakette wurde ihm zu Ehren an der Bottle Alley installiert.

Die Doppeldeckerpromenade beginnt beziehungsweise endet am Pier von Hastings und zieht sich bis zum Warrior Square.

Im Jahr 2017 kam man in Hastings auf die Idee, in der Bottle Alley eine Light Show zu installieren, die aus den abends recht düsterem Gang eine Besucherattraktion zu machen. Jeden Abend, jeweils um 19.30 Uhr und um 21.30 Uhr, verwandeln die unzähligen bunten LED-Lämpchen die Bottle Alley in eine Art Disco, was vor allem vom Meer aus besonders eindrucksvoll aussieht. Am besten betrachtet man sich das einmal in einem Film.

Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 24. März 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Hodge the Cat – Eine Bronzekatze in Londons Gough Square

Photo © kim traynor (cc-by-sa/2.0)

Wer sich mit der englischen Literaturgeschichte beschäftigt, wird immer wieder auf einen Namen stoßen: Dr Samuel Johnson (1709-1784). Der in Lichfield in Staffordshire geborene Literat lebte überwiegend in London, und er prägte das literarische Leben seines Landes im 18. Jahrhundert. Sein berühmtestes Werk war sein „Dictionary of the English Language„, das 1755 erschien und an dem er acht Jahre lang arbeitete. Doch Dr Johnsons literarisches Schaffen soll nicht im Mittelpunkt meines heutigen Blogeintrages stehen, sondern seine Liebe für Katzen. Eine Katze namens Hodge war sein absoluter Liebling, und Dr Johnsons Biograf James Boswell schrieb einmal: „I shall never forget the indulgence with which he treated Hodge, his cat; for whom he himself used to go out and buy oysters, lest the servants, having that trouble, should take a dislike to the poor creature.“ Ja, Hodge liebte Austern; damals waren sie nicht teuer, sogar die armen Bevölkerungsschichten konnten sie sich leisten, und so gab es im Hause Johnson am Londoner Gough Square im Stadtteil Holborn immer genug davon (heute ist dort ein Museum eingerichtet, Dr Johnson’s House).

Hodge tauchte immer mal wieder in Büchern englischer Autoren auf, unter anderem bei Samuel Beckett in dessen dramatischen Fragment „Human Wishes„. Die Kirchenkatze der Southwark Cathedral in London wurde nach Dr Johnsons Katze benannt; Hodge trat dort vor zwei Jahren die Nachfolge von Doorkins an, einer von der Gemeinde sehr geschätzten und geliebten Katze, die in der Kathedrale wohnte und gestorben war. In diesem Film stellt der Dean of Southwark die „Neue“ vor.

Im Jahr 1997 ließ es sich der Bürgermeister von London, Sir Roger Cook, nicht nehmen, am Gough Square vor dem Wohnhaus Dr Johnsons eine Bronzestatue von Hodge einzuweihen, die der für seine Tierfiguren bekannte Bildhauer Jon Bickley angefertigt hatte. Sie zeigt die Katze, die auf einem Exemplar von Johnsons Dictionary sitzt und Austernschalen neben sich hat. Modell stand Bickleys eigene Katze namens Thomas Henry.

Anlässlich eines interaktiven Kunstprojekts in London und Manchester, das Statuen der beiden Städte Stimmen verlieh (mittels eines Codes und dem Smartphone), wurde auch Hodge mit einbezogen. Hier ist ein Film darüber zu sehen.

Sollte sich jemand für englische Kirchenkatzen interessieren, so verweise ich auf meine bisherigen Blogposts zu dem Thema.

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Follies – Der Saxonbury Tower bei Rotherfield in East Sussex

Photo © Alan Terrill (cc-by-sa/2.0)

Im Jahr 1828 ließ der Marquess of Abergavenny auf seinem Landsitz, dem Eridge Park Estate, nahe Rotherfield in East Sussex mitten im Wald einen 43 Meter hohen Turm erbauen, dem eigentlich kein besonderer Zweck innewohnte, ein Folly also. Da der Turm auf dem Saxonbury Hill angelegt wurde, nannte der Marquess ihn auch Saxonbury Tower. Vielleicht wollte er das Bauwerk als Aussichtsturm benutzen, denn von der Spitze aus muss man einen wunderschönen Blick auf die umliegende Landschaft haben. Eine Wendeltreppe führte im Inneren des Turmes hinauf, der nicht zugänglich ist, die Tür ist immer verschlossen.

Gwyn Headley und Wim Meulenkamp schreiben in ihrem Buch „Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales„, dass der untere Teil der Wendeltreppe weggeschlagen worden sein soll, damit Unbefugte dort nicht hinaufsteigen können, doch das Buch ist schon recht alt und ob das noch immer so ist, konnte ich nicht feststellen. Auf jeden Fall scheint der Zugang zur Turmspitze, wenn überhaupt möglich, sehr gefährlich zu sein. Wenn ich so eine verschlossene Tür in einem alten Gebäude sehe, frage ich mich immer, wer mag wohl den Schlüssel zu dieser Tür besitzen, oder gibt es den vielleicht gar nicht mehr? Vielleicht besitzt die Telekommunikationsfirma Vodafone einen Schlüssel, die einen Teil des Turms auf ihre Kosten restaurieren ließ und ihn im Gegenzug dafür für ihre Zwecke benutzen konnte?

Dieser Film zeigt einen Spaziergang durch den Wald des Eridge Park Estates zum Saxonbury Tower. Dort stehen noch einige weitere Follies in Form von Türmen und einer Höhle wie dieser Film zeigt.

Ein weiterer Folly-Tower auf dem Eridge Park Estate.
Photo © Sally (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 16. März 2022 at 02:00  Comments (2)  

The Vicar’s Pele Tower in Corbridge (Northumberland) – Erst Pfarrhaus, heute Mikro-Pub

Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Heute begeben wir uns noch einmal nach Northumberland an den River Tyne, wo ich erst kürzlich über den Hexham Salmon Run berichtete. Nur ein kleines Stück weit flussabwärts von Hexham liegt Corbridge, eine kleine Stadt mit rund 4000 Einwohnern. Dort am Marktplatz steht die St Andrew’s Church, eine wunderschöne Kirche, deren älteste Teile bis ins achte Jahrhundert zurückreichen. Doch die Kirche steht nicht im Mittelpunkt meines heutigen Blogeintrags, sondern The Vicar’s Pele Tower, der auf dem Kirchhof von St Andrew’s zu finden ist und an den sich einige Grabsteine anschmiegen. Pele Towers sind Wachtürme, die im englisch-schottischen Grenzbereich dafür vorgesehen waren, vor marodierenden und mordenden Banden, den sogenannten „border reivers„, zu warnen (Näheres über diese Türme sind in einem gesonderten Blogeintrag zu finden).

Dieser Turm hier in Corbridge wurde im Jahr 1318 erbaut und diente dem Pfarrer von St Andrew’s als Pfarrhaus und das bis in das frühe 17. Jahrhundert. Dann stand der Pele Tower leer bis ihn der Duke of Northumberland 1910 wieder aufhübschen ließ. Natürlich diente der Turm nicht mehr als Pfarrhaus, dafür war die Fläche zu klein, in jedem der Stockwerke befindet sich nur ein Raum. Vor sechs Jahren wurde The Vicar’s Pele Tower im Inneren komplett umgestaltet und für Veranstaltungen und Hochzeitsfeiern genutzt. Jetzt ist im Turm ein Mikro-Pub untergebracht, man kann sein Getränk auf einem der Stockwerke genießen oder draußen vor der Tür, wo es nicht so beengt zugeht. Ein sehr stylish eingerichteter Pub mit sehr viel Atmosphäre.

Dieser Film zeigt einen Spaziergang durch Corbridge in Northumberland.

Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

The Anti-Slavery Arch in Stroud (Gloucestershire) – Großbritanniens ältestes Denkmal, das an die Abschaffung der Sklaverei erinnert.

Photo © James Purkiss (cc-by-sa/2.0)

Während in den letzten beiden Jahre die Rufe immer lauter wurden, Denkmäler abzureißen, die Männern gewidmet worden waren, die mit dem Sklavenhandel reich wurden (Beispiel die Statue von Edward Colston in Bristol), kann sich die Stadt Stroud in der Grafschaft Gloucestershire damit brüsten, den Anti-Slavery Arch zu besitzen, und das schon seit 1834. Das Bauwerk trägt die Inschrift „Erected to commemorate the abolition of slavery in the British colonies the first of August AD MDCCCXXXIV„. Also, es geht auch andersherum! Es ist das älteste Denkmal dieser Art in Großbritannien, das an die Abschaffung der Sklaverei in Großbritannien erinnert.

Henry Wyatt (1793-1847), ein wohlhabender Geschäftsmann und Mitglied der Stroud Anti-Slavery Society, hat den Torbogen als Zugang zu seinem Landsitz Farmhill Park errichten lassen. Zweimal schon musste das Denkmal restauriert werden, weil viele Steine im Laufe der Zeit in Mitleidenschaft gezogen worden waren, 1960/61 und zuletzt 2000/01, initiiert von der Anti-slavery Arch Group.

Wer sich den Torbogen ansehen möchte, er steht an der Ecke der Straßen Paganhill Estate und Farmhill Lane im Nordwesten von Stroud; die Archway School und das Archway Sports Centre sind nach ihm benannt.

Die Straße Paganhill Estate.
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 20. Februar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen