The Battle of Britain Memorial in Capel-le-Ferne in Kent

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Hat man den Eurotunnel von Frankreich nach England durchquert, so sind es nur wenige Autominuten bis man in Capel-le-Ferne, in Richtung Dover, das Battle of Britain Memorial erreicht, das an die Flugzeugbesatzungen erinnert, die an der Luftschlacht von England im Jahr 1940 teilgenommen haben. Am 9. Juli 1993 wurde es von der Königinmutter der Öffentlichkeit übergeben. Es kursierte die Geschichte, dass der Hubschrauberpilot, der die Dame nach Capel-le-Ferne flog, auf Grund des schlechten Wetters an der Küste eigentlich wieder umdrehen wollte, doch die Queen Mum soll ihm gesagt haben „My boys never turned back, we will carry on“.

Den Mittelpunkt des Memorials bildet ein Pilot, der auf einer Propellernabe sitzt und gedankenverloren auf den rund 500 Meter entfernten Ärmelkanal blickt. Geschaffen hat die Figur der Bildhauer Harry Gray aus Cambridge. Neben dem Piloten sind zwei britische Jagdflugzeuge zu sehen, eine Hawker Hurricane und eine Supermarine Spitfire; diese beiden Flugzeugtypen waren maßgeblich an der Abwehrschlacht beteiligt. Vor drei Jahren kam noch die Skulptur einer abgeschossenen deutschen Junkers JU 87 Stuka hinzu, die ein Münchener Bildhauer angefertigt hatte und den Namen „Down-two-Earth“ trägt.

Weiterhin ist auf dem Gelände des Battle of Britain Memorials die Christopher Foxley-Norris Memorial Wall zu sehen, benannt nach dem Air Chief Marshall der Royal Air Force, der selbst an der Luftschlacht mit einer Hawker Hurricane teilgenommen hatte. Die Mauer enthält in alphabetischer Reihenfolge ohne Angabe des Ranges die Namen aller, die mindestens einen Einsatz in der Schlacht geflogen sind. Eingeweiht wurde die Wall im Juli 2005 von HRH Prince Michael of Kent.

Schließlich kam im Jahr 2015 noch ein Besucherzentrum namens The Wing dazu, eingeweiht von der Queen persönlich, das in Form von Spitfire-Tragflächen gebaut worden ist. Es enthält die Scramble Experience, die über die Luftschlacht informiert, Schulungsräume, ein Café und einen Souvenirshop.

In diesem Film kann man sich einen Eindruck von dem Battle of Britain Memorial verschaffen.
Bitte nicht verwechseln mit dem Battle of Britain Monument am Londoner Victoria Embankment.

The Wall.
Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

Der Pilot und The Wing.
Photo © G Laird (cc-by-sa/2.0)

„Down-two-Earth“.
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. Januar 2023 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Grand Shaft – Eine einzigartige Treppenanlage in den Klippen von Dover in Kent

Photo © Helmut Zozmann (cc-by-sa/2.0)

Die Western Heights sind umfangreiche Befestigungsanlagen in Dover (Kent), die dazu dienten, eine mögliche Invasion von See her zu bekämpfen und den wichtigen Hafen zu schützen. Die Kasernen befanden sich oberhalb der Stadt und damit in einem Ernstfall die dort stationierten Soldaten so schnell wie möglich nach unten kommen konnten, erbaute man zwischen 1806 und 1809 The Grand Shaft, eine in die Klippen geschlagene Treppenanlage mit einem Durchmesser von acht Metern und einer Tiefe von 43 Metern. Um einen Lichtschacht herum wurden drei Treppen installiert; konzipiert wurde der Grand Shaft von Brigade-General William Twiss, einem Experten für den Bau militärischer Anlagen, der auch für die Martello Towers entlang der Küste und für die Anlage des Royal Military Canals verantwortlich war. Durch die Treppen ersparte man den Soldaten den Weg von den Western Heights hinab in die Stadt auf den unbefestigten und bei Regen sehr rutschigen Wegen.

Der Eingang zu Großbritanniens einziger Dreifach-Wendeltreppe ist neben dem Exerzierplatz, und sie mündet unten auf die Snargate Street, die sich im 19. Jahrhundert auf die Bedürfnisse der Soldaten eingestellt hatte und in der jede Menge Gasthäuser und Bordelle zu finden waren. Betrunkene Soldaten auf dem Weg zurück in ihre Kasernen über die steilen Treppen waren nicht erwünscht, so gab es unten am Eingang Ausnüchterungszellen, in den sie ihren Rausch ausschlafen konnten.

Nachdem eine mögliche Invasion von Seiten Napoleons nicht erfolgte, verlorenen die Western Heights an Bedeutung und dienten lediglich noch zur Unterbringung von Soldaten. Zur Zeit Königin Victorias sollen die drei Treppen für unterschiedliche Rangordnungen aufgeteilt worden sein. Eine durfte nur von Offizieren, eine nur von Unteroffizieren und eine von „gewöhnlichen“ Soldaten benutzt werden.

Die Kasernen sind mittlerweile abgerissen, der allmählich verfallende Grand Shaft restauriert und seit 1986 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Die Western Heights Preservation Society kümmert sich um den Erhalt der sehenswerten Treppen.

In diesem Film ist The Grand Shaft zu sehen.

Photo © Robert Eva (cc-by-sa/2.0)

Die Snargate Street in Dover.
Photo © Chris Whippet (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Januar 2023 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Broomway – Großbritanniens gefährlichster Weg in Essex

Photo © Roger Jones (cc-by-sa/2.0)

Der Weg, der bei Ebbe durch die Morecambe Bay in Lancashire führt, gilt als sehr gefährlich und sollte nur mit einem ortskundigen Führer unternommen werden (sie dazu meinen Blogeintrag). The Broomway gilt sogar als noch gefährlicher; es ist ein öffentlicher Weg, der die dem Verteidigungsministerium gehörende Insel Foulness mit dem Festland von Essex verbindet. Er führt durch die Maplin Sands, ein Wattenmeer am nördlichen Ufer der Themsemündung, und war früher einmal durch in den Sand gesteckte Besen zwecks besserer Orientierung markiert, daher der Name. Es wird dringend davon abgeraten, den Broomway zu betreten, wenn man sich nicht sehr gut mit den Gezeiten auskennt. Ein Schild mit der Aufschrift „Warning – The Broomway is unmarked and very hazardous to vehicles and pedestrians“ warnt vor den Gefahren, die da draußen in Form von Treibsand und schnell auflaufender Flut lauern. Sehr schnell kann man hier die Orientierung verlieren und dann ist eine Rettung nur äußerst schwierig.

Über hundert Menschen sollen dem Broomway, den man früher auch „Doomway“ nannte, schon zum Opfer gefallen sein, viele davon sind auf dem Friedhof von Foulness Island begraben worden, einige von ihnen sind nie wieder aufgetaucht. Da das britische Militär die Insel auch für Artillerieübungen nutzt, kann es durchaus sein, dass man auf dem Broomway auf Munitionsreste trifft/tritt, die im schlimmsten Fall explodieren können.

Bis zum Jahr 1922 war dieser Weg die einzige Möglichkeit, ausgenommen per Boot, die Insel zu erreichen; in dem Jahre wurde eine Brücke in Betrieb genommen. Heute führt die einzige Zufahrt zu Foulness Island über die Havengore Bridge, eine Zugbrücke, die 1988 eröffnet wurde und die nur dann benutzt werden kann, wenn die Shoeburyness Range des Verteidigungsministerium nicht aktiv ist.

Hier ist ein sehr interessanter Film über den Broomway.

Photo © Julieanne Savage (cc-by-sa/2.0)

Photo © Julieanne Savage (cc-by-sa/2.0)

Havengore Bridge.
Photo © terry joyce (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. Januar 2023 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Kursaal – Ein prächtiges, leider leer stehendes Gebäude mit einer glorreichen Vergangenheit in Southend-on-Sea (Essex)

Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

1973 hatte eine englische Band einen kleinen Charterfolg mit dem Song „Little Does She Know„, der Name der Band: The Kursaal Flyers aus dem Badeort Southend-on-Sea in der Grafschaft Essex. Ein merkwürdiger Name für eine Band? Er bezieht sich auf eines der herausragendsten Gebäude der Stadt, dem Kursaal, der viele Jahre lang ein Anziehungspunkt für Touristen aus ganz Großbritannien war, neben der längsten Pier der Welt, die Southend auch zu bieten hatte und noch hat (siehe dazu meinen Blogeintrag).

Kursaal ist eines der Wörter aus der deutschen Sprache, die in die englische Einzug gehalten hat, und man findet den Begriff hin und wieder in englischen Kurorten. Der Kursaal in Southend war Teil eines der weltweit ersten, speziell für diesen Zweck errichteten Vergnügungsparks zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Was gab es hier nicht alles zu sehen: Weibliche Löwendompteure, Windhundrennen, ein Zoo mit Bären und Tigern, eine Schlittschuhbahn, eine Miniatureisenbahn, eine Wall of Death, eine Steilwand für Motorrad- und Autokunststücke, Wasserrutschen, eine Geisterbahn und eine besonders bei Männern beliebte Attraktion „Knock the Lady out of bed“ (über einem Bett befand sich eine Zielscheibe, und wenn man dort ins Schwarze traf, kippte das Bett mitsamt der darin liegenden, bikinigekleideten Dame um, die anschließend ein Tänzchen aufführte).

Im Ballroom des Kursaals traten berühmte Bands auf wie AC/DC, Queen und Deep Purple. Es war also jahrzehntelang mächtig was los im und am Kursaal. Doch dann ging es bergab: 1973 wurde der Vergnügungspark geschlossen und auf dem Gelände Wohnhäuser gebaut, der Ballroom machte dicht. Ende der 1990er Jahre versuchte man, dem Kursaal neues Leben einzuhauchen, indem nach Renovierungsarbeiten dort ein Casino, eine Bowlingbahn und ein McDonald’s eingerichtet wurden, doch letztendlich brachte das alles nichts, die glorreichen Zeiten des Kursaals und seiner Attraktionen waren ein für allemal vorüber. Das McDonald’s schloss seine Pforten, ebenso vor drei Jahren die Bowlingbahn und vor zwei Jahren das Casino. Was ist jetzt noch in dem Gebäude zu finden? Eine Filiale der Supermarktkette Tesco, ein Tesco Express. Wie traurig!

Es war einmal…Der Kursaal und seine Attraktionen im Jahr 1964.
Photo © Clint Mann (cc-by-sa/2.0)

Der Grimsby Dock Tower – Wahrzeichen der Stadt Grimsby in Lincolnshire

Photo © Chris (cc-by-sa/2.0)

Schon von weitem ist er zu sehen, der Grimsby Dock Tower, Wahrzeichen der Stadt an der Küste von Lincolnshire, dort wo der River Humber in die Nordsee fließt. Am 27. März 1852 wurde er fertiggestellt, sein Zweck: Der 94 Meter hohe Turm diente als Hydraulikspeicher und wurde von William George Armstrong, 1st Baron Armstrong (1810-1900) konzipiert, dem wir schon einmal in meinem Blogeintrag über das Cragside House in Northumberland begegnet sind. Der Speicher versorgte die Maschinen, die im Hafen im Einsatz waren, mit hydraulischer Energie. Auch Schiffe und Häuser auf dem Hafengelände erhielten ihre Frischwasservorräte durch den Grimsby Dock Tower.

Beim Betrachten des Turms fällt eine gewisse Ähnlichkeit mit Bauwerken aus Italien auf, und so ist es auch: Vorbild für den Turm in Lincolnshire war der Torre del Mangia auf dem Palazzo Pubblico in Siena in der Toskana. Gebaut hatte ihn der Architekt James William Wild (1814-1892), der auch die Christ Church im Londoner Stadtteil Streatham entworfen und sie mit einem ähnlichen Campanile versehen hatte.

Vierzig Jahre lang war der Hydraulikspeicher in Betrieb, dann übernahm ein anderer Speicher, nicht weit entfernt, dessen Aufgabe. Im Zweiten Weltkrieg überlegte man, den Turm abzureißen, denn er diente als Orientierungspunkt für die Bomber der deutschen Luftwaffe, doch man entschied sich dann doch dagegen.

Hin und wieder wird der Turm freigegeben für Kletterer, die ihn besteigen und sich anschließend wieder von ihm abseilen. Im Inneren führen 445 Stufen bis zur Spitze, doch er ist für die Öffentlichkeit geschlossen.
Hier ist ein Film über den Turm.

Es gibt noch einen weiteren Turm, der nach dem Vorbild des Torre del Mangia erbaut worden ist, der Joseph Chamberlain Memorial Clock Tower auf dem Gelände der Universität von Birmingham in Edgbaston, benannt nach dem ersten Kanzler der Universität.

Photo © Steve Fareham (cc-by-sa/2.0)

James William Wilds Campanile der Christ Church in Streatham.
Photo © John Salmon (cc-by-sa/2.0)

Der Joseph Chamberlain Memorial Clock Tower der Universität von Birmingham.
Photo © Andrew Abbott (cc-by-sa/2.0)

Und hier das Original: Der Torre del Mangia in Siena.
Photo: David McSpadden.
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Published in: on 26. Dezember 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Royal Harbour of Ramsgate in Kent – Der einzige königliche Hafen Großbritanniens

Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Ich besuchte Ramsgate in Kent und seinen Hafen einmal an einem sonnigen Sonntagvormittag, und der Royal Harbour hatte bei dieser Beleuchtung schon etwas Mediterranes an sich. Es gibt nur einen Hafen im Königreich, der sich mit dem Zusatz „Royal“ schmücken darf, und das ist der von Ramsgate. George IV. hatte das zu verantworten, der König, der 1821 den Thron bestiegen hatte. Im September des Jahres plante der König einen Abstecher nach Hannover zu machen und wollte diese Reise von Ramsgate aus antreten. Die Bürger der Stadt waren stolz darauf und bereiteten George IV. einen grandiosen Empfang. Die Hauptstraßen waren geschmückt, Fahnen hingen überall und viele Fenster waren mit Lorbeerzweigen dekoriert. Abends gab es ein großes Bankett, und am nächsten Morgen fuhr der König in einer offenen Kutsche zum Hafen. Bevor er in seiner königlichen Yacht „The Royal Sovereign“ davonfuhr, bedankte er sich ausdrücklich für den Empfang, den er in Ramsgate erhalten hatte und versprach, bald wiederzukommen.

Ein Jahr später, 1822, bedankte sich der König noch einmal, indem er den Hafen zum Royal Harbour of Ramsgate ernannte, eine Ehre, den nie zuvor ein anderer Hafen erfahren hatte und was auch später nie wieder geschehen sollte. Die Stadtoberen von Ramsgate stellten in Erinnerung an den königlichen Besuch einen Obelisken auf. Am 19. Juli 1823 wurde der hundert Tonnen schwere und 18 Meter hohe Obelisk von Lord Liverpool, dem damaligen Lord Warden of the Cinque Ports, eingeweiht. Etwas despektierlich nannte man das Kunstwerk „Der königliche Zahnstocher“. Zu finden ist er vor dem Royal Victoria Pavilion am Beginn der East Pier.

Hier ist ein Film über die Feierlichkeiten anlässlich des 200. Jahrestages der Ernennung des Hafens von Ramsgate zum Royal Harbour.

Der Obelisk am Hafen von Ramsgate.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

George Vancouver (1757-1798) – Ein britischer Entdecker aus King’s Lynn (Norfolk) und seine Statuen in Kanada und England

Die Kuppel des Parlamantsgebäudes in Vancouver in Kanada.
Photo: Ryan Bushby.
Creative Commons 2.5

Vancouver ist ist eine kanadische Stadt an der Pazifikküste, Hauptstadt der Provinz British Columbia, mit einer einzigartigen Lage. Benannt wurde sie, wie auch Vancouver im US-Bundesstaat Washington und die vorgelagerte Vancouver Island, nach einem Mann aus East Anglia, George Vancouver, der von 1757 bis 1798 lebte. Geehrt wird er in der kanadischen Stadt mit einer lebensgroßen, goldenen Statue auf der Kuppel der British Columbia Parliament Buildings und mit einer weiteren Statue vor der Vancouver City Hall; letztere zeigt ihn mit einer Schriftrolle in der einen Hand, während die andere in Richtung Hafen weist. Bildhauer war der aus Italien stammende Charles Marega (1871-1939). Die goldene Statue auf der Kuppel des Parlamentsgebäudes schuf der Wiener Albert Franz Cizek.

Natürlich gedenkt auch George Vancouvers Geburtsort King’s Lynn in Norfolk mit einer Bronzestatue an seinen großen Sohn, geschaffen von der Bildhauerin Penelope Reeve, enthüllt im Jahr 2000. Der Standort ist der Purfleet Quay. George Vancouver steht auf einer Plinthe, die aus Stein von der kanadischen Westküste angefertigt worden ist; in der einen Hand hält er, wie auch sein Gegenstück in Kanada, eine Schriftrolle in der Hand, während die andere Hand ein Teleskop hält. Die in die Plinthe eingelassene Tafel weist unter anderem darauf hin, dass Vancouver zwischen 1791 und 1795 Tausende von Meilen der pazifischen Küste zwischen San Diego in Kalifornien und Anchorage in Alaska vermessen hat.

Gestorben ist George Vancouver am 10. Mai 1798 in Petersham (Greater London), wo auch sein Grab auf dem Kirchhof der St Peter’s Church zu finden ist, um dessen Pflege sich auch die City of Vancouver kümmert.

Statue vor der Vancouver City Hall.
Photo: Zhatt.
This photo is in the public domain.

Am Purfleet Quay in King’s Lynn (Norfolk).
Photo © Neil Theasby (cc-by-sa/2.0)

George Vancouvers Grab in Petersham (Greater London).
Photo © Mark Percy (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. November 2022 at 02:00  Comments (1)  

The De La Warr Pavilion in Bexhill-on-Sea in East Sussex

Photo © David M Clark (cc-by-sa/2.0)

Nur wenige Kilometer von Hastings entfernt, wo wir uns gestern in meinem Blog aufgehalten haben, liegt der Badeort Bexhill-on-Sea (East Sussex), dessen berühmtestes Bauwerk, der De La Warr Pavilion direkt am Strand liegt. Es ist ein weit über die Grenzen der Grafschaft hinaus bekanntestes Kulturzentrum, in dem ständig wechselnde Kunstausstellungen stattfinden; auch Musik und Comedy ist hier zuhause.

Das außergewöhnlich gestaltete Bauwerk wurde nach dem 9. Earl de la Warr (1900-1976) benannt, der mit vollem Namen Herbrand Edward Dundonald Brassey Sackville hieß. Man entschloss sich, die kürzere Namensform für das Gebäude zu wählen…

Der Earl war von 1932 bis 1934 Bürgermeister von Bexhill-on-Sea und die treibende Kraft für die Errichtung des Kulturzentrums, das erstmals 1935 sein Pforten öffnete. £80 000 hatten die beiden Architekten zur Verfügung, es waren ein Deutscher, Erich Mendelsohn, und ein russisch-stämmiger Brite, Serge Ivan Chermayeff.

In den Jahren 2004/2005 erfuhr der De La Warr Pavilion eine komplette Runderneuerung und konnte am 15. Oktober 2005 wieder neu eröffnet werden.

Das zweifellos imposante Gebäude, das sicher nicht jeder schön findet, bietet Platz für rund 1500 Personen. Der eine Zeit lang in Bexhill-on-Sea ansässige Schauspieler und Comedian Spike Milligan machte sich einmal über den Pavilion lustig, indem er schrieb, das Gebäude hätte nicht den geringsten architektonischen Wert. Und als es im Zweiten Weltkrieg durch einen Bombenabwurf Schaden erlitt, meinte der Comedian, das Flugzeug sei vom Royal Institute of Architects gechartert worden, am Steuer hätte der berühmte Architekt Sir Hugh Casson gesessen und für den Abwurf der Bombe hätte der nicht minder berühmte Sir John Betjeman gesorgt.

Noch einige Worte zu dem Namensgeber. Der 9. Earl De La Warr war nicht nur Bürgermeister von Bexhill-on-Sea, sondern auch ein hochrangiger Politiker, der in den folgenden Jahrzehnten mehrere Ministerposten inne hatte.

Noch eine Anmerkung am Rande: Während der Olympischen Spiele 2012 in London erregte eine Kunstinstallation auf dem Dach des Pavilions Aufsehen; dort wurde ein Bus platziert, der weit über das Dach hinausragte. Die Installation nannte sich „Hang On A Minute Lads, I’ve Got A Great Idea“ und bezog sich auf den letzten Satz, den Michael Caine in dem FilmThe Italian Job“ (dt. „Charlie staubt Millionen ab“) sprach, und in dem ein Bus in genau so einer Position über dem Abgrund stand.

Die Rückseite des Gebäudes.
Photo © John P Reeves (cc-by-sa/2.0)

Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

Die Kunstinstallaton „Hang On A Minute Lads, I’ve Got A Great Idea“ auf dem Dach des Pavilions.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. November 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Brambletye Manor – Wunderschöne Ruinen in East Sussex

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Mal nennt man es Brambletye Manor, mal Brambletye Castle oder Brambletye House, bleiben wir bei der ersten Version. Es handelt sich hier um die Überreste eines einstmals beeindruckenden Bauwerks, im Ashdown Forest in der Grafschaft East Sussex. Der nächstgelegene Ort ist Forest Row, die nächste Stadt East Grinstead. Das Manor House liegt am Brambletye Lane auf dem Gelände der Brambletye Manor Farm. So, jetzt haben wir die Ruinen ziemlich genau eingenordet.

1634 erbaute Sir Henry Compton in der Regierungszeit von James I. das Haus; er war Parlamentsmitglied für den Bezirk East Grinstead. Der letzte Bewohner des Manor soll ein gewisser Sir James Richards gewesen, dem Verrat vorgeworfen wurde und der 1683/84 fluchtartig das Land, und damit auch Brambletye Manor, verließ. Das schöne Gebäude fand keinen neuen Besitzer, mit dem Resultat, dass es allmählich verfiel. Die Menschen aus dem Umland bedienten sich an den heruntergefallenen Steinen, es blieben die „romantischen Ruinen“ zurück, die wir heute noch sehen können.

Im Jahr 1826 erschien ein Roman des Schriftstellers Horace Smith (1779-1849), der den Titel „Brambletye House or, Cavaliers and Roundheads“ trug und der als Reprint 2018 von dem Londoner Verlag Forgotten Books neu aufgelegt worden ist. Darin beschreibt Smith die mehr oder weniger fiktive Geschichte der Compton-Familie und damit auch die des Brambletye Manors.

Mit Unterstützung von English Heritage wurden die Ruinen kürzlich stabilisiert, denn sie drohten zusammenzustürzen. Da sie auf privatem Land stehen, ist der Zugang untersagt und man kann nicht ganz dicht an sie herangehen.

Der Bald Explorer nimmt uns in diesem Film mit auf einen Spaziergang zum Brambletye Manor.

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Londons OXO Tower – Vom Lagerhaus zur exklusiven Wohn- und Shoppinganlage

Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0

OXO-Brühwürfel habe ich in deutschen Supermärkten noch nicht gesehen, Maggi und Knorr sind in diesem Sektor bei uns vorherrschend. Die Marke OXO gehört heute zu dem großen Lebensmittelkonzern Premier Foods mit Sitz in St Albans (Hertfordshire), der unter anderem auch die Mr Kipling und die Lyons Cakes herstellt. 1899 entstand der Markenname OXO, die Brühwürfel basierten auf dem von Justus von Liebig entwickelten Fleischextrakt.

In den 1920er Jahren suchte die Firma The Liebig Extract of Meat Company, die die OXO-Produkte herstellte und vertrieb in London eine Möglichkeit ihre Produkte zu lagern und fand am Südufer der Themse, zwischen Blackfriars Bridge und Waterloo Bridge, ein stillgelegtes Kraftwerk, das sie erwarb. Es wurde abgerissen und durch ein neues Gebäude ersetzt, das der Architekt Albert Moore im Art Déco-Stil erbaute. Besonders auffällig war der hoch aufragende Turm der das Gebäude überragte. Nun wollte die Firma ihr schönes neues, turmgekröntes Lagerhaus auch gern als Werbefläche für ihre OXO-Produkte nutzen, doch war es verboten, entlang des Themseufers zu werben. So kam man beim Bau des Turms auf die geniale Idee, in ihn drei große Mosaikfenster untereinander einzubauen, die aus einem Kreis, einem X und wieder einem Kreis bestanden, was dann „zufällig“ den Namen OXO ergab…und das auf allen vier Seiten. Es gab keine Einwände von den zuständigen Behörden…

In den 1970er Jahren verließ die Firma das Gebäude, das lange Jahre leer stand. Doch dann erwachte es in den 1990er Jahren zu neuem Leben, als das Londoner Architektenbüro Lifschutz Davison es in ein Zentrum umwandelte, in dem luxuriöse Apartments, Geschäfte, Ausstellungsflächen und ein Restaurant untergebracht wurden.

Das OXO Tower-Restaurant ist ein Fine Dining-Etablissement mit entsprechenden Preisen, in der OXO Tower-Brasserie (hier ein Film) geht es deutlich legerer zu, aber auch hier muss man etwas tiefer in die Tasche greifen, dafür hat man einen fantastischen Blick auf die Themse und die gegenüber liegende Seite von London.

Hier ist ein Film über eine Begehung des Turmes.

Der Turm, die Apartments und darüber die beiden Restaurants.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 18. Oktober 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Old Canterbury (Kent) Teil 2: The Butchery Lane

Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Was die Shambles für die Stadt York in North Yorkshire sind, ist der Butchery Lane für Canterbury in der Grafschaft Kent. In beiden Straßen, die heute Fußgängerzonen sind, hatten sich Schlachter mit ihren Läden angesiedelt, daher auch der Name der Straße in Canterbury (butcher =Schlachter). Wie schon das Crooked House, über das ich gestern berichtete, ist auch der katzenkopfbepflasterte Butchery Lane ein sehr beliebtes Fotomotiv, vor allem von der Perspektive aus, von der im Hintergrund die Kathedrale zu sehen ist. Hier hängen überall vor den Geschäften und Lokalen Schilder, die auf die Etablissements hinweisen. Ursprünglich hieß die Straße Golden Angel Lane, doch dann wurde sie im 18. Jahrhundert umbenannt, weil die Statue des goldenen Engels gestohlen worden war.

In der Nummer 5 befindet sich The Shakespeare, ein Pub mit Weinbar, der zu der Shepherd Neame Brauereigruppe gehört, ein denkmalgeschütztes Haus aus dem Mittelalter. Gleich daneben, in der Nummer 7, ist der City Arms Inn ansässig, der sich auf thailändische Küche spezialisiert hat. Dieses Haus gibt es schon seit dem 15. Jahrhundert.

Gegenüber von den beiden Pubs bilden zwei große Säulen den Eingang zum Canterbury Roman Museum, das sich mit der römischen Vergangenheit der Stadt beschäftigt. Es wurde an der Stelle errichtet, an der bei Bauarbeiten im 19. Jahrhundert ein sehr gut erhaltener römischer Mosaikfußboden ans Tageslicht kam. Weitere römische Artefakte kamen in der Butchery Lane zum Vorschein als bei Aufräumarbeiten nach Bombenabwürfen im Zweiten Weltkrieg weitere Mosaike und ein Heizungssystem gefunden wurden. Es handelt sich hier offenbar um die Überreste eines römischen Stadthauses.

Ganz in der Nähe des Butchery Lane liegt übrigens der Mercery Lane, den ich in meinem Blog schon einmal vorstellte.

Photo © Michael Dibb (cc-by-sa/2.0)
Eingang zum Roman Museum.
Photo: Linda Spashett.
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Published in: on 15. Oktober 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Old Canterbury (Kent) Teil 1: The Crooked House in der Palace Street

Photo: Mihai Olaru
Creative Commons 4.0

An der Ecke Palace Street/King Street in Canterbury (Kent) steht ein Haus, das dem Besucher der Stadt sofort ins Auge springt und ein beliebtes Fotomotiv darstellt: The Crooked House. Die einzelnen Stockwerke überragen einander, und die Eingangstür ist das kurioseste Merkmal des krummen und schiefen Hauses. 1617 ist das Geburtsjahr des Crooked House und in diesen mehr als vierhundert Jahren hat es so einiges erlebt und diente den verschiedensten Zwecken. Aktuell ist dort im Erdgeschoss der Catching Lives Bookshop untergebracht, ein Buchladen der Wohlfahrtsorganisation, der gebrauchte Bücher zum Verkauf anbietet. Catching Lives kümmert sich in erster Linie um obdachlose Menschen.

Wie kam es dazu, dass das Haus an der Palace Street so schief geworden ist? Grund dafür waren nicht ordnungsgemäß ausgeführte Umbauarbeiten an einem internen Rauchfang. Erst ein eingebauter Stahlträger sorgte dafür, dass das Haus an Stabilität gewann und nicht in sich zusammenfiel. The Crooked House wird auch als Sir John Boys House bezeichnet, nach einem früheren Parlamentsabgeordneten, der aber nicht darin gewohnt haben kann, da er schon 1612 gestorben ist.

Das kuriose Haus wird immer wieder mit Charles Dickens in Verbindung gebracht, das in seinem Roman „David Copperfield“ als Wohnort der Agnes Wickfield diente (ohne dass er es beim Namen nannte). Über der schiefen Eingangstür steht die Passage aus dem Buch zu lesen: ”a very old house bulging over the road…leaning forward, trying to see who was passing on the narrow pavement below….” Charles Dickens 1849.

Hier ist ein Film über das Haus.

The Crooked House
28 Palace Street
Canterbury
Kent CT1 2DZ

Published in: on 14. Oktober 2022 at 02:00  Comments (2)  

Das Londoner Wembley Stadion und seine Toiletten

Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Das Wembley Stadion in London ist ein gigantisches Bauwerk, das in den Jahren von 2003 bis 2007 nach den Plänen der berühmten Architektenbüros Foster & Partners und HOK Sport (das heute Populous heißt) erbaut wurde. £789 Millionen war das Preisschild, das an dem Stadion hing, das größte im Königreich und das zweitgrößte in Europa, nach dem Camp Nou in Barcelona. 90 000 Menschen sollen maximal hineinpassen, beim Ed Sheeran-Konzert im Juni diesen Jahres sollen es sogar 100 000 gewesen sein.

Solche Menschenmengen haben nach gewisser Zeit, und nach dem Genuss des einen oder anderen Getränks, auch das Bedürfnis, die Flüssigkeit wieder loszuwerden. Die Architekten haben sich mit dem Thema Toiletten ausgiebig beschäftigt und dafür Sorge getragen, dass sich nicht allzu lange Schlangen davor bilden. Sage und schreibe 2618 Toiletten gibt es im Wembley Stadium, so viele wie in keinem anderen Gebäude der Welt. Da bei Fußballspielen die Zahl der männlichen Besucher in der Regel höher ist als die der weiblichen, gibt es im Stadion auch mehr WCs für Männer. Für körperlich behinderte Menschen sind 147 Toiletten installiert worden. 34 Bars und 688 „drink and food service points“ sorgen dafür, dass die WCs ständig in Betrieb sind, 8 Restaurants gibt es zusätzlich. In 98 Küchen wird zubereitet, was die Herzen der Fußballfans beziehungsweise der Konzertbesucher begehren.

Noch ein paar beeindruckende Zahlen: Der Umfang des Stadions beträgt einen Kilometer; würde man alle Stadionsitze nebeneinander stellen, käme man auf eine Länge von 54 Kilometern. Rund 40 000 Menschen kommen im Durchschnitt bei einem Sport- oder Konzertereignis in der U-Bahnstation Wembley Park an.

Sie alle müssen früher oder später eine der 2618 Toiletten aufsuchen.
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 10. Oktober 2022 at 02:00  Comments (1)  

Fountains Abbey in North Yorkshire – Romantische Ruinen

Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich hauptsächlich Bilder zu meinem Thema sprechen lassen: Die romantischen Ruinen der Fountains Abbey in North Yorkshire. Die Abtei bestand bis 1539, dann ließ Heinrich VIII. die Klöster in seinem Land auflösen und allmählich verfiel Fountains Abbey. Heute gehört sie dem National Trust und ist UNESCO-Weltkulturerbe. Wenn man die Abtei nicht gerade zur Haupturlaubszeit aufsucht und nur wenige Menschen auf dem Gelände unterwegs sind, kommt die Atmosphäre der verfallenen Gebäude so richtig über. Viele Filme sind hier schon gedreht worden, unter anderem auch zweimal „The Secret Garden“ (dt. „Der geheime Garten“) in den Versionen von 1993 und 2020. Auch OMDs Musikvideo „Maid of Orleans“ entstand zum Teil auf dem Abteigelände.

Wer einen Nerv für romantische Ruinen hat, dem kann ich das Buch „„Wild Ruins: The explorer’s guide to Britain’s lost castles, follies, relics and remains„ von Dave Hamilton empfehlen, das ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt habe.

Hier sind einige besonders ansprechende Bilder von der Fountains Abbey:

Photo © DS Pugh (cc-by-sa/2.0)
Photo © DS Pugh (cc-by-sa/2.0)
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)
Photo © Gordon Hatton (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 1. Oktober 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Sawmills Studio bei Fowey in Cornwall – Hier nahmen unzählige englische Rockstars ihre Songs auf

Der River Fowey und links das Sawmills Studio.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Am Ufer des River Fowey, nördlich der gleichnamigen Stadt in Cornwall, liegt eine ehemalige Wassermühle, die im 17. Jahrhundert erbaut worden ist und ihren Betrieb schon seit langer Zeit eingestellt hat. Erreichbar ist sie nur per Boot oder zu Fuß, eine Straße ist nicht hierhin gebaut worden.

Der Schriftsteller Kenneth Grahame soll hier bei einem Ausflug auf dem River Fowey zu seinem weltberühmtem Roman aus dem Jahr 1908 „The Wind in the Willows“ (dt. „Der Wind in den Weiden“) inspiriert worden sein und beschreibt Old Sawmills im ersten Kapitel seines Buches, ohne die Mühle beim Namen zu nennen („… a restless dripping mill-wheel, that held up in its turn a grey-gabled mill-house, filled the air with a soothing murmur of sound…“). Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus von der amerikanischen Armee requiriert.

Seit 1974 ist in der Mühle ein Tonstudio eingerichtet worden, Sawmills Studio, das schon so manchen Rockstar zu Gesicht bekommen hat. Da das Gebäude so ziemlich einsam liegt, hat man hier auch gleich Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen, so dass die Musiker vor Ort bleiben können, um ihre Aufnahmen zu erstellen.
Wer hat hier nicht alles im Studio gearbeitet und Musikaufnahmen produziert. Oasis haben hier ihr Album „Definitely Maybe“ aufgenommen, The Stone Roses ihre Single „Fools Gold„, Supergrass ihre Alben „I Should Coco“ und „In It For The Money“, Robert Plant Teile seines Albums „The Fate of Nations“, The Farm die Single „Love See No Colour„. Die Bands Duran Duran, Wet Wet Wet, Muse und XTC waren hier und zahllose andere auch. Der gegenwärtige Eigentümer des Sawmill Studios ist Dennis Smith, der auch das Plattenlabel Dangerous Records gegründet hat.

Die Zukunft des Sawmill Studios ist zur Zeit unklar, denn das Haus steht zum Verkauf. £2 250 000 soll es kosten; soviel ich weiß, hat sich bisher noch kein Käufer gefunden.

Hier ist ein Film über das legendäre Studio in Cornwall.

The Belle Tout Lighthouse – Das Schicksal eines Leuchtturms an der bröckelnden Südküste von Kent

Photo © Andrew Diack (cc-by-sa/2.0)

Der ehemalige Leuchtturm Belle Tout Lighthouse steht gefährlich nahe an den Klippen der Südküste von Kent. Dabei ist er schon einmal umgezogen, im Jahr 1999, als er kurz davor war, ins Meer zu stürzen. Damals wurde der 850 Tonnen schwere Leuchtturm mit erheblichem technischen Aufwand siebzehn Meter weiter ins Inland gezogen. Ob das wohl auf Dauer reicht? Hier ist ein Film über die damalige Aktion.

Am 11. Oktober 1834 wurde The Belle Tout Lighthouse in Betrieb genommen, nach den Plänen von Thomas Stevenson, einem schottischen Experten, der im Laufe seines Lebens über dreißig Leuchttürme entworfen hat. Es stellte sich aber bald heraus, dass die Lage des Turmes oben am Beachy Head nicht optimal war. Häufig verminderten die aufsteigenden Seenebel die Sichtweite der Lampen, außerdem schritt die Küstenerosion immer schneller voran. Also baute man einen zweiten Leuchtturm zu Füßen der Klippen, das Beachy Head Lighthouse, und nahm Belle Tout 1902 außer Betrieb. Der Turm wurde verkauft und wechselte viele Male die Besitzer, die an ihm Veränderungen und Verbesserungen vornahmen.

1986 kaufte die BBC den Leuchtturm, weil sie ihn für die Dreharbeiten der TV-Serie „Life and Loves of a She-Devil” (nach dem gleichnamigen Roman von Fay Weldon, deutsch „Die Teufelin“) benötigte. Auch Szenen des James Bond-Film „The Living Daylights“ (dt.“Der Hauch des Todes“) mit Timothy Dalton in der Hauptrolle wurden hier oben am Beachy Head gedreht.

Seit März 2010 ist Belle Tout in ein B&B umgewandelt worden, sicher eines der ungewöhnlichsten im ganzen Land. Es stehen hier mehrere Themenzimmer zur Verfügung wie New England und Old England, die Captains Cabin und die Keepers Loft. Allen Zimmern gemein ist der außergewöhnliche Ausblick auf den Ärmelkanal und die Landschaft Kents.
Dieser Film zeigt Belle Tout und die steil abfallenden Klippen von Beachy Head, von denen sich schon viele Menschen herabgestürzt haben (siehe dazu meine Blogeinträge).

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
Das Beachy Head Lighthouse.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 28. September 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Glynde Forge – Die alte Schmiede in Glynde (East Sussex) und der Künstler Thomas Gontar

The Old Forge (bevor Thomas Gontar einzog).
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Schmiede, die in früheren Zeiten in den meisten Dörfern zu finden waren, gehören heute zu der Zunft der aussterbenden Berufe. Kunstschmiede dagegen, die keine landwirtschaftlichen Geräte reparieren oder Hufbeschläge anfertigen, haben ihre feste Klientel und ihre Produkte sind gefragt. Einer von ihnen ist Thomas Gontar, der im Mai 2016 die Old Forge in Glynde in East Sussex übernommen hat. Glynde ist „just down the road“ von Glyndebourne, Englands berühmtem Opernhaus, für dessen Aufführungen es so schwer ist Karten zu bekommen.

Im Jahr 1907 wurde die alte Schmiede erbaut, so wie wir sie heute sehen; davor standen noch weitere Schmieden an dieser Stelle, die aber alle abgerissen worden sind. Vorbild für den Bau war eine Schmiede in Penshurst in Kent. Bevor Thomas Gontar die Schmiede übernahm, werkte hier Terry Tyhurst, der sich auf die Anfertigung von Wetterfahnen und eisernen Bänken spezialisiert hatte, auch restaurierte er alte Traktoren.

Im Portfolio von Thomas Gontar stehen beispielsweise kunstvoll verzierte Treppengeländer, Haustore, Kamingitter, Möbelstücke und Skulpturen. Er gibt auch eintägige Kurse im Schmieden, die in seinem alten Haus in den South Downs stattfinden. In diesem Film ist der Kunstschmied bei der Arbeit zu sehen.

Glynde Forge 
Glynde
The Street
Lewes
BN8 6SU

Im Inneren der Schmiede.
Photo © Peter Whitcomb (cc-by-sa/2.0)

The Fountaine Hospital – Eines der schönsten Armenhäuser Englands in Linton-in-Craven (North Yorkshire)

Photo © Alexander P Kapp (cc-by-sa/2.0)

Heute begeben wir uns in eines der Yorkshire Dales, und zwar in das Wharfedale in den Ort Linton-in-Craven, ein kleines, sehr idyllisch gelegenes Dorf. Am Village Green steht der Pub The Fountaine Inn, ein rotes Telefonhäuschen ist noch erhalten geblieben, eine steinerne Brücke überquert das Flüsschen Linton Beck und ein großes, edel aussehendes Gebäude beherrscht den Platz: The Fountaine Hospital. Dabei handelt es sich um ein „almshouse„, ein Armenhaus. Um die Wikipedia zu zitieren: „In Armenhäusern lebten vor allem ältere Menschen, die nicht mehr selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten. Sie erhielten dort einen Wohnplatz und tägliche Verpflegung„.

Normalerweise waren Armenhäuser eher bescheiden wirkende Gebäude, dieses hier in Linton dagegen ist recht pompös und erinnert auf den ersten Blick wie eine Miniversion des Castle Howard, und tatsächlich wurde dessen Erbauer Sir John Vanbrugh auch als Architekt des Fountaine Hospitals genannt, was sich jedoch als Irrtum herausstellte. William Wakefield und William Etty gelten als wahrscheinlichste „Designer“ dieses Armenhauses.

Auftraggeber für den Bau des Hauses war Richard Fountaine, 1639 in Linton geboren, der nach London zog und dort zu einem reichen Mann wurde. Er war Holzhändler und machte sein Vermögen durch den Verkauf von Särgen, die in London zur Zeit der Großen Pest händeringend gebraucht wurden, auch nach dem Großen Brand von London 1666 benötigte man für den Wiederaufbau große Mengen an Holz. Als Richard Fountaine 1722 starb, hinterließ er in seinem Testament den Auftrag, in seinem Heimatdorf ein sehr schönes Armenhaus zu bauen. Er äußerte keine detaillierten Wünsche wie das Haus aussehen sollte, machte aber konkrete Angaben zu den zukünftigen Bewohnern. Sechs bedürftige Menschen aus Linton sollten in das nach ihm benannte Armenhaus einziehen; Fountaine machte Angaben wie die Kleidung der Bewohner aussehen sollte und über die Gottesdienste, die sie besuchen sollten. Noch heute leben einige ältere Menschen aus Linton in dem Almshouse, das zu den schönsten in ganz England zählt.

Photo © Carroll Pierce (cc-by-sa/2.0)
The Fountaine Inn.
Photo © Dr Neil Clifton (cc-by-sa/2.0)
Die steinerne Brücke über den Linton Beck am Village Green.
Photo © Dr Neil Clifton (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 15. September 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Bourn Hall Clinic in Bourn (Cambridgeshire) – Ein sehr wichtiger Ort in der Geschichte der Medizin

Photo © Bikeboy (cc-by-sa/2.0)

Wie so viele andere Herrenhäuser in England auch, hatte Bourn Hall im Süden der Grafschaft Cambridgeshire eine wechselvolle Geschichte mit vielen Besitzern, doch keiner von ihnen wird geahnt haben, dass dieses Haus einmal in der Geschichte der Medizin eine bedeutende Rolle spielen sollte. Die Familie Hagar war Besitzerin Nummer 1 im 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts, es folgten die De La Warrs, auf deren Namen man in England immer wieder trifft, die hier von 1733 bis 1883 wohnten. Im Jahr 1980 schließlich kauften die beiden Mediziner Patrick Steptoe (1913-1988) und Robert Edwards (1925-2013) Bourn Hall und gründeten darin eine Klinik, die sich darauf spezialisierte, unfruchtbare Menschen zu behandeln.
Der Durchbruch gelang Steptoe und Edwards 1978, als sie, gemeinsam mit Jean Purdy (1945-1985) bei Lesley Brown eine künstliche Befruchtung durchführten, die darin mündete, dass sie am 25. Juli 1978 in Oldham (Greater Manchester) Louise Brown gebar, das erste „test-tube baby“ der Welt, der erste in vitro gezeugte Mensch, damals eine Sensation in der Medizin. Bis heute arbeiten Spezialisten in Bourn Hall, die bis Ende 2021 24 339 Babies „erschaffen“ und damit zahlreiche Ehepaare glücklich gemacht haben.

Im Jahr 2010 erhielt Robert Edwards den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „für seine Entwicklung der  In-vitro-Fertilisation“, so die Begründung für die Preisvergabe.
Der jetzige „Science Director“ in der Bourn Hall Clinic ist Martyn Blayney, ein Schüler des Nobelpreisträgers.

Auch die Bourn Hall Fertility Clinic hat sich sozusagen mehrfach neu erzeugt, denn in East Anglia gibt es mittlerweile sechs weitere Fruchtbarkeitskliniken, die zum „Mutterhaus“ gehören, in Cambridge, in Colchester, in Norwich, in Wickford, in King’s Lynn und in Peterborough.

Bourn Hall Clinic
High Street
Bourn
Cambridge CB23 2TN

The Grange Opera in West Horsley (Surrey) und die weltweit erste Fußballoper

Das neue Opernhaus in Surrey.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Vor elf Jahren stellte ich in meinem Blog schon einmal The Grange Opera vor; damals war sie noch in Northington in der Grafschaft Hampshire angesiedelt. Mittlerweile, seit 2017, ist sie nach Surrey umgezogen und zwar auf das Gelände des West Horsley Place, einem Manor House, das 1425 erbaut wurde und das heute sehr gern für Film- und Fernsehproduktionen genutzt wird. Es liegt südwestlich von London zwischen Guildford und Leatherhead (siehe auch meine Blogeinträge über das benachbarte East Horsley).

Gegründet wurde die Grange Opera 1998 von der in London geborenen Musikerin Wasfi Kani, die auch die Londoner Pimlico Opera ins Leben gerufen hat, die dadurch bekannt geworden ist, dass sie häufig in britischen Gefängnissen Aufführungen veranstaltet. Im West Horsley Place wurde extra ein fünfstöckiges neues Opernhaus gebaut, das sich Theatre in the Woods nennt. Wasfi Kani hat sich für den Neubau die Mailänder Scala als Vorbild genommen. 700 Besucher passen in das Gebäude.

Gewisse Parallelen zu Glyndebourne sind hier zu finden. Man zieht sich dem festlichen Anlass entsprechend an, in der Pause kann man im Manor House dinieren und in den Gärten von West Horsley Place spazieren gehen. Dieser Film zeigt den Start in die Saison 2022.

In diesem Oktober findet in der Grange Opera eine Weltpremiere statt, die erste Fußballoper, die jemals komponiert worden ist: „Gods of the Game„. Die Musik stammt von dem in Wales geborenen Komponisten Julian Philips und einem Team, das Libretto von Phil Porter, Jahrgang 1973, der schon über ein Dutzend Theaterstücke geschrieben hat. In der Oper geht es um Korruption im englischen Fußball. Ebenfalls eine Weltneuheit ist, dass ein Teil des Chores aus Fußballfans von englischen Spitzenclubs besteht. In den Hauptrollen werden zu sehen sein, der brasilianische Bariton Michel de Souza, die Sopranistin Milly Forrest und der Tenor David Webb, alles Künstler, die schon auf namhaften Bühnen aufgetreten sind. Dirigent ist George Jackson, der gerade ein Engagement als musikalischer Leiter der Amarillo Symphony in Texas begonnen hat. Die Premiere der Oper in zwei Akten findet am 6. Oktober statt, es folgen sechs weitere Aufführungen bis zum 16. Oktober.

Hier ist schon einmal ein Blick in die Proben zu der Fußballoper.

Opera House
The Theatre in the Woods
West Horsley Place
KT24 6AN

West Horsley Place.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 13. September 2022 at 02:00  Comments (1)  

The Round Houses in Veryan (Cornwall)

Chyrond und Round House East.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Veryan ist ein hübsches Dorf auf der Roseland Peninsula in Cornwall, das hauptsächlich durch seine fünf runden Häuser bekannt geworden ist, von denen jeweils zwei an Ortseinfahrten liegen; das fünfte findet man im Dorf hinter der Schule. Die weißen Cottages mit ihren reetgedeckten Dächern und Kreuzen obendrauf wurden im 19. Jahrhundert aus „Sicherheitsgründen“ an den Dorfzufahrten in runder Form erbaut, damit sich der Teufel nicht an irgendwelchen Ecken dieser Gebäude verstecken konnte. Ob sich der Teufel wohl dadurch hat abschrecken lassen, das Dorf zu betreten?

Die fünf Round Houses waren die Idee des Dorfpfarrers Reverend Jeremiah Trist, der sie 1815 (in anderen Quellen ist von 1830 zu lesen) von dem Bauunternehmer Hugh Rowe aus Lostwithiel hat errichten lassen, möglicherweise für seine fünf Töchter. Inspiriert wurde der Reverend durch ein rundes Haus in St Winnow in Cornwall, das ein Freund von ihm dort gebaut hatte.

Ende letzten Jahres kam eines der fünf runden Häuser namens Chyrond auf den Markt und wurde für £675,000 angeboten. Die Häuser stehen als Ferienhäuser zur Verfügung und kosten etwa zwischen £840 und £1240 pro Woche.

The Right Roundhouse.
Photo © Jo and Steve Turner (cc-by-sa/2.0)
The Left Roundhouse.
Photo © Jo and Steve Turner (cc-by-sa/2.0)
Das fünfte Roundhouse in der Ortsmitte (dieses hat als einziges kein Reetdach und kein Kreuz).
Photo © Jo and Steve Turner (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 6. September 2022 at 02:00  Comments (1)  

Snooks – Die Statue eines kleinen Hundes in Aldeburgh (Suffolk)

Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Dr Robin Acheson praktizierte viele Jahre lang, von 1931 bis 1959, als Hausarzt in der Küstenstadt Aldeburgh in Suffolk. Nach seinem Tod übernahm seine Frau Dr Nora Acheson die Praxis. Jeder in der Stadt kannte den Arzt, wenn er seine Runden machte und Patienten zuhause aufsuchte. Dabei wurde er häufig von seinem Hund Snooks begleitet, der seinen Namen von der Fischart Snook erhielt, den die Achesons während des Zweiten Weltkriegs aßen, der in Dosen importiert wurde. Jeder in Aldeburgh mochte den kleinen Hund, der eine Eigenheit hatte, die ihm nicht gut bekam, er fraß liebend gern die Kieselsteine, die es am Strand in Mengen gab, und so musste er einige Male unter das Messer des örtlichen Tierarztes, damit diese wieder ans Tageslicht befördert werden konnten.

Zwei Jahre nach dem Tod von Dr Robin Acheson, im Jahr 1961, errichtete man ihm zu Ehren eine Statue in der Nähe des Museums und des Schiffsmodellteichs, auf der ein Abbild seines geliebten Hundes sitzt, sie trägt die Inschrift:

THIS MEMORIAL WAS ERECTED BY THE PEOPLE OF THE BOROUGH TO Dr ROBIN P M ACHESON WHO CARED FOR THEM FROM 1931 TO 1959 AND TO Dr NORA HIS WIFE WHO DIED 1981 WHILST STILL CARING.

42 Jahre lang saß Snooks dort auf der Plinthe, bis er im Februar 2003 gestohlen wurde. Ganz Aldeburgh war empört, alle hatten die kleine Statue lieb gewonnen, und als sie nicht mehr auftauchte, wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um eine neue herstellen zu lassen.
Fast zehn Jahre später tauchte der Original-Snooks wieder auf; ein Antiquitätenhändler fand ihn auf einem Markt in Lincoln, stellte einige Recherchen über die Herkunft der Statue an, fand heraus, dass sie gestohlen worden war und gab sie den Bürgern von Aldeburgh wieder zurück. Jetzt sitzt Snooks im Garten des Aldeburgh Hospitals, während sein Replika-Zwilling nach wie vor an dem ursprünglichen Standort zu finden ist.

An einem kalten Wintertag in Aldeburgh.
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 31. August 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Thomas Gilbart-Smith Memorial an der A3052 bei Branscombe in Devon

Photo © Guy Wareham (cc-by-sa/2.0)

An der A3052, nördlich von Branscombe in Devon, steht eine kleine Gedenkstätte in Form einer Bank, an der die meisten Autofahrer wohl vorbeifahren, ohne sie wahrzunehmen. Das steinerne Memorial erinnert an Dr Thomas Gilbart-Smith (1848-1904), heute sicher kaum noch jemandem bekannt, der am London Hospital und am Royal Hospital for Diseases of the Chest in London gearbeitet hatte, und einen Ruf als sehr guter Arzt besaß.
Wie kam es nun zu der Gedenkstätte für einen Londoner an der A3052?
Dr Gilbart-Smith war am 3. August 1904 mit seinem Sohn auf einer Fahrradtour durch Devon als er an dieser Stelle einen Herzinfarkt erlitt und starb. Seine Familie und seine Freunde ließen noch im selben Jahr das Memorial errichten, an dem drei Inschriften angebracht sind. Auf der einen sind Tag und Uhrzeit (9.30 Uhr) seines Ablebens festgehalten, sowie der Hinweis, dass direkt nach seinem Tod ein Gewitter herniederging. Auf der zweiten Tafel steht zu lesen:
„This plaque
replaces one depicting
Dr. Gilbert-Smith in profile.
The replacement of all the plaques
was necessary in 1981 due to
the theft of the
originals.“

Hier wurde der Nachname des Arztes falsch geschrieben: Gilbert statt Gilbart.

Die dritte Inschrift weist auf Dr Gilbart-Smiths ständiges Bestreben hin, seinen Mitmenschen medizinisch zu helfen, und auf sein Lebensmotto „Dare and do„, an dem er bis zu seinem Lebensende festgehalten hatte.

Published in: on 18. August 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Brighton & Hove Albion Football Club und The Amex

Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Nördlich des Seebades Brighton in der Grafschaft East Sussex zieht sich die vielbefahrene A27 hin. Direkt an ihr liegt der Campus der University of Brighton und daneben das Stadion des Brighton & Hove Albion Football Clubs, das Falmer Stadium (nach dem Dorf an der A27 benannt) oder auch das American Express Community Stadium, kurz The Amex, genannt. Das Stadion kann maximal knapp 32 000 Zuschauer fassen und wurde im Juli 2011 eröffnet. Kosten: £93 Millionen.

Sponsor des Vereins, der in der englischen Premier League spielt, und dort zum Zeitpunkt des Verfassens meines Blogartikels auf Platz 5 steht, ist die US-amerikanische Firma American Express, die ihren europäischen Hauptsitz in Brighton hat und der größte private Arbeitgeber der Stadt ist. Ihr Gebäude steht in der John Street, direkt gegenüber vom Polizeipräsidium.

Das Eröffnungsspiel, ein Freundschaftsspiel, am 30. Juli 2011 fand gegen den Londoner Verein Tottenham Hotspur statt (Brighton verlor 2:3), das erste Punktspiel eine Woche später war dann ein 2:1 Sieg gegen die Doncaster Rovers. Die Spieler des Clubs werden The Seagulls genannt, also die Seemöwen, wegen der Nähe der Stadt zum Meer. Eigentlich müssten die Tiere ja von den Fußballfans des Vereins geliebt werden, doch Seemöwen und Tauben sind im Stadion nicht wohlgelitten, daher werden Falken eingesetzt, um sie zu vertreiben.

The Amex war Gastgeber für einige Spiele der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2022. Hier fanden die Matchs zwischen England und Norwegen beziehungsweise Österreich und Norwegen statt, ebenso das erste Viertelfinal-Spiel England gegen Spanien.

Die Londoner Architektengruppe KSS, die sich unter anderem auf Sportbauten spezialisiert hat, entwarf das beeindruckende Stadion.

Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)
Das neue Gebäude des American Express Headquarters in der John Street in Brighton.
Photo: Hassocks5489.
Public Domain.
Published in: on 29. Juli 2022 at 02:00  Comments (2)  

Die Victorian Society und die Top 5 Liste der „Most Endangered Buildings“

Die Victorian Society hat es sich auf ihre Fahnen geschrieben, sich für den Erhalt viktorianischer und edwardianischer Gebäude einzusetzen, von denen viele gefährdet sind. Ihre Experten helfen lokalen Planern bei der Arbeit, diese Gebäude zu erhalten statt sie abzureißen. Die bisher größten Erfolge der Victorian Society war der Erhalt des Londoner Bahnhofs St Pancras und des Albert Docks in Liverpool.

Trotzdem gibt es immer wieder vom Verfall bedrohte Gebäude aus jener Zeit, auf die die Society durch ihre jährliche Liste der „Most Endangered Buildings“ hinweisen will. Ich stelle hier die Top 5 des Jahres 2021 vor:

1. Halifax Coal Drops in West Yorkshire. Diese 15 Bunker wurden dafür genutzt, Kohle zu lagern. Die Güterzüge entluden oberhalb der Bunker die Kohle, die dann von den örtlichen Händlern abgeholt und ausgeliefert wurde.

Photo: sgwarnog2010.
Creative Commons 2.0

2. Horncliffe House bei Rawtenstall in Lancashire. 1869 für einen ortsansässigen Fabrikanten erbaut, durchlief das Haus mehrere Phasen als Altenheim und als Hotel bevor es 2007 geschlossen wurde. Seitdem dämmert das einstmals stolze Haus vor sich hin. Vor drei Jahren gab der Ausbruch eines Feuers ihm noch den Rest. Es lohnt sich wirklich, sich für den Erhalt des Hauses einzusetzen.

Photo: mrrobertwade.
Creative Commons 2.0

3. Healing Flour Mill and Warehouses in Tewkesbury (Gloucestershire). 1865 erbaut, war das einmal die größte Getreidemühle des ganzen Landes, die 25 Säcke Mehl pro Stunde pro Stunde abfüllen konnte. Im Jahr 2006 war Schluss; jetzt verfallen die Gebäude allmählich. Wird die Victorian Society es schaffen, die Flour Mill zu erhalten?

Photo © John M (cc-by-sa/2.0)

4. Icknield Street School in Birmingham. Dieses wunderschöne Schulgebäude stammt aus dem Jahr 1883 und ist es Wert, erhalten zu bleiben. Im Erdgeschoss ist zwar noch ein Hindutempel untergebracht, aber überall regnet es ein und so wird allmählich die Bausubstanz zerstört.

Photo: ellbrown.
Creative Commons 2.0

5. Indoor Market in Burslem bei Stoke-on-Trent (Staffordshire). Im Jahr 2003 musste diese Markthalle aus dem Jahr 1897 geschlossen werden, weil Mauerwerk von oben herunterfiel. Jetzt besteht die Gefahr, dass das Stahl-Glasdach einstürzt. Hier herrschte reges Leben, als es der Stadt Burslem noch gut ging.

Photo: quimby.
Creative Commons 2.0
Published in: on 28. Juli 2022 at 02:00  Comments (1)  

The Semaphore Chain – Optische Nachrichtenübertragung von London nach Portsmouth im 19. Jahrhundert

Admiralty House in London.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

An der englischen Küste, speziell im Süden und im Osten, herrschte immer die Furcht vor einer Invasion fremder Mächte, ob das nun Spanien, Frankreich oder später in den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts Deutschland war. Ende des 18. Jahrhunderts bestand eine Bedrohung von französischer Seite. Wie sollte man da bei der Sichtung französischer Kriegsschiffe an der Küste Kontakt zur weit entfernten Admiralität in London aufnehmen, damit diese über entsprechende Maßnahmen entscheidet?

1795 begann die englische Marine mit dem Bau eines optischen Nachrichtenübertragungssystems zwischen London und Portsmouth, bei dem auf Gebäuden bewegliche Arme aufgestellt wurden, mit deren Hilfe man Nachrichten weiterleiten konnte. Dieses nach einem französischen Vorbild von Sir George Murray entwickelte System wurde 1822 durch das Semaphorensystem ersetzt, das der Marineoffizier Home Riggs Popham erfunden hatte.

The Semaphore Chain bestand aus 15 Stationen, die Endpunkte waren das Admiralitätsgebäude in Londons Whitehall und das Semaphore Building in Portsmouth. Nachrichten konnten auf der 108 Kilometer langen Strecke binnen 15 Minuten übertragen werden, eine für damalige Verhältnisse erstaunliche Leistung.

Das Admirality House in London wird heute noch von der britischen Regierung benutzt, dient aber anderen Zwecken. Das ursprüngliche Semaphore Building in Portsmouth fiel einem Brand zum Opfer, wurde aber 1913 neu errichtet. Es liegt auf dem Gelände der Marinebasis und ist nicht zugänglich. Die verbliebenen Gebäude zwischen den Endpunkten, die für die Semaphoren verwendet wurden, befinden sich heute in Privatbesitz; der Chatley Heath Semaphore Tower an der M25 in Surrey, gehört dem Landmark Trust und wird an Urlauber vermietet.

The Semaphore Building in Portsmouth.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)
Chatley Heath Semaphore Tower in Surrey.
Photo © Alan Hunt (cc-by-sa/2.0)

Littleport in Cambridgeshire und eine weltberühmte Motorradmarke

Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)

Littleport in Cambridgeshire, rund zehn Kilometer nordöstlich von Ely gelegen, ist ein großes Dorf beziehungsweise eine kleine Stadt mit knapp 9000 Einwohnern. Fährt man dort die Church Lane entlang, zwischen dem Village Green und der St George’s Church, nimmt man vielleicht aus den Augenwinkeln ein dort abgestelltes Motorrad wahr und kümmert sich nicht weiter darum. Sollte man aber, denn es handelt sich hierbei um kein echtes Motorrad, sondern um das Harley Davidson Monument. Wer keinen Nerv für motorisierte Zweiräder hat, kann weiterfahren, aber jeder echte Biker wird hier anhalten und sich einmal daraufsetzen, denn das ist nicht verboten.

Wie kam nun diese Verbindung zwischen Littleport und Harley Davidson zustande? Im Jahr 1903 gründeten William Sylvester Harley und Arthur Davidson ihre gemeinsame Motorradfabrik in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin. Williams Vater, der ebenfalls William hieß, war gebürtiger Engländer und stammte aus Littleport, wo er in der Victoria Street geboren wurde (das Haus steht heute nicht mehr). Mit 24 Jahren verließ er England, ging in die Vereinigten Staaten und schloss sich dort der Armee an. Noch heute gibt es in Littleport Nachfahren der Harley-Familie.

Aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Firma Harley Davidson wurde im Jahr 2003 dieses Monument errichtet, das eine Knucklehead Modell 1937 zeigt. Der amerikanische Talkshow-Moderator Jay Leno hat ein Motorrad diesen Typs und Jahrgangs in seiner Garage stehen, die er in diesem Film zeigt.

Littleport ist häufig das Ziel von Bikern, speziell von Harley-Davidson-Fans, aus dem ganzen Land. In diesem Film werden die Feierlichkeiten anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Motorradfirma gezeigt, deren Höhepunkt die Enthüllung des Monuments war.

Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)
Die Victoria Street in Littleport, wo William Harleys Geburtshaus stand.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 23. Juli 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Buckden Pike Memorial Cross – In Erinnerung an ein tragisches Unglück am 30. Januar 1942 in den Yorkshire Dales

Photo © Alex Cameron (cc-by-sa/2.0)

Ein Schneesturm über den Yorkshire Dales wurde sechs polnischen Soldaten am 30. Januar 1942 zum Verhängnis. Sie waren mit ihrem Wellington-Bomber von dem Militärflugplatz RAF Bramcote in Warwickshire zu einem Übungsflug Richtung Norden aufgestiegen. Bei Skipton in den Dales war die Sicht für den Piloten gleich Null. Vergeblich versuchte er irgendetwas auszumachen, an dem er sich orientieren konnte, kam immer tiefer und prallte schließlich am Buckden Pike mit über 300 km/h erst gegen eine Steinmauer und dann gegen den Berg. Das Flugzeug wurde in zwei Teile gerissen; der Heckschütze Joe Fusniak konnte sich schwer verletzt aus dem hinteren Teil befreien und sich zum vorderen Teil schleppen, in dem vier seiner toten Kameraden lagen, ein Überlebender war noch schwerer als Joe verletzt, atmete aber noch.
Was tun? Joe musste unbedingt Hilfe holen, was aber in diesem menschenleeren, ihm völlig unbekannten Gebiet mitten in einem Schneesturm fast unmöglich war. Trotzdem zog er mit einem gebrochenen Knöchel mühsam los. Plötzlich sah er die Fährte eines Fuchses, und in der Annahme, dass es Füchse oft in die Nähe menschlicher Behausungen zog, folgte er der Fährte. Und tatsächlich kam er auf diese Weise, am Ende seiner Kräfte, zu dem Pub The White Lion in dem Dorf Cray, wo man seine Hilferufe hörte und ihn rettete. Die Familie Parker, die den Pub betrieb, nahm sich seiner an, und da Joe Fusniak des Englischen nicht mächtig war, dauerte es seine Zeit bis er ihr klar machen konnte, dass sein Kamerad oben in den Bergen dringend Hilfe brauchte. Wegen der hohen Schneewehen konnte sich erst am Tag darauf ein Suchtrupp auf den Weg zum Flugzeug machen, wo der mittlerweile verstorbene Kamerad gefunden wurde.

Seitdem war es für Joe Fusniak ein Herzensanliegen, an der Unfallstelle auf dem Buckden Pike ein Denkmal für die Todesopfer zu errichten, was schließlich im Jahr 1973 verwirklicht werden konnte. An der Absturzstelle stellte Joe das Buckden Pike Memorial Cross auf, ein steinernes Kreuz und eine Erinnerungstafel aus schwarzem Marmor, die die Inschrift trägt:

THANKSGIVING TO GOD
THE PARKER FAMILY AND LOCAL PEOPLE
AND IN MEMORY OF
FIVE POLISH R.A.F MEN WHO DIED
HERE ON 31/1/42 – BURIED IN NEWARK
THE SURVIVOR

Mit dem „Survivor“ ist natürlich Joe Fusniak gemeint. Das Datum der Inschrift ist nicht korrekt, es müsste richtig 30/1/42 heißen. Unterhalb der Tafel schaut ein Fuchskopf aus dem Stein, den Joe aus Dankbarkeit angebracht hat; ohne die Fuchsfährte hätte er an jenem eiskalten Januartag in den Yorkshire Dales nicht überlebt.

Joe Fusniak starb im Juli 2017 im Alter von 95 Jahren in Cambridge.

In diesem Film ist die tragische Geschichte noch einmal zu sehen und diese Webseite enthält noch viele weitere Informationen.

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)
In Dankbarkeit für den unbekannten Fuchs.
Photo © Steve Partridge (cc-by-sa/2.0)
The White Lion in Cray (North Yorkshire).
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 17. Juli 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Keighley Public Library in West Yorkshire – Englands erste Carnegie-Bibliothek

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Auf dem Weg in das Brontë-Dorf Haworth in West Yorkshire bin ich einige Male durch die Stadt Keighley gefahren und habe sie als ziemlich grau in Erinnerung, was einmal an den Häusern liegt, aber auch an dem trüben Wetter, das dort immer herrschte. Über die dort ansässige Timothy Taylor Brewery habe ich in meinem Blog einmal geschrieben.

In Keighley wurde im Jahr 1904 die erste öffentliche Bibliothek Englands eröffnet, die von dem schottisch-amerikanischen Stahlmagnaten und Philanthropen Andrew Carnegie (1835-1919) aus der Taufe gehoben worden war. 659 weitere Bibliotheken allein in Großbritannien und Irland sollten folgen, weltweit waren es über 2500. Die erste Carnegie Library errichtete er in seiner Geburtsstadt Dunfermline in Schottland.

Wenn Andrew Carnegie eine Kommune mit einer Spende unterstützte, erwartete er von ihr aber auch unter anderem, dass sie für entsprechendes Personal sorgte und es bezahlte, ein Baugrundstück zur Verfügung stellte und den Bibliotheksservice kostenlos für jedermann anbot. Waren diese und einige andere Bedingungen erfüllt, dann floss auch Geld aus Carnegies prall gefüllter Börse.

Am 9. August 1902, der Tag an dem Edward VII. gekrönt wurde, wurde auch der Grundstein für die Bibliothek in Keighley gelegt. Den Zuschlag für den Bau bekamen die beiden Architekten Arthur McKewan und James Arthur Swan aus Birmingham, die nach Meinung der Stadt Keighley “ one of the most remarkable public buildings in the North of England“ schufen. Andrew Carnegie steuerte £10,000 bei.
Am 20. August 1904 wurde die Keighley Public Library durch den Duke of Devonshire der Öffentlichkeit übergeben. Warum gerade der Duke of Devonshire fragt man sich. Die Antwort: Der Duke hatte gleichzeitig auch den Titel Baron Cavendish of Keighley.

Die Bibliothek ist noch heute in Betrieb, sie wurde 1961 mit einem Anbau versehen und 2007 von Grund auf restauriert.

Photo © Alexander P Kapp (cc-by-sa/2.0)
Photo: Elijah The Yorkshireman.
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Published in: on 2. Juli 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

RAF Lakenheath in Suffolk und die Atombomben

Hier darf keiner rein! Im Hintergrund sind die ehemaligen Lagerhallen für Atombomben zu sehen.
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Im Mai diesen Jahres kam es vor den Toren des Flugplatzes RAF Lakenheath in der Grafschaft Suffolk zu Protesten. Das riesige Areal wird, zusammen mit dem benachbarten Flugplatz RAF Mildenhall, von der US-amerikanischen Luftwaffe genutzt und soll möglicherweise erneut zur Lagerung von Atomwaffen verwendet werden. Die Befürchtungen der Protestler, organisiert von der Campaign for Nuclear Disarmament, gehen dahin, dass im Ernstfall die Region als erstes als Angriffsziel in Frage käme.

Im Jahr 2008 wurden alle Atomsprengköpfe aus ihren Lagern aus Lakenheath abgezogen, worüber die Bevölkerung mehr als glücklich war, denn es gab in der Vergangenheit zwei Zwischenfälle, die katastrophal hätten ausgehen können.
Am  27. Juli 1956 geriet ein B-47-Bomber beim Landeanflug von der Runway ab und kollidierte mit einer der Lagerhallen, in denen Atombomben aufbewahrt wurden. Wie durch ein Wunder kam es zu keiner nuklearen Katastrophe, obwohl das Flugzeug explodierte und der brennende Treibstoff sich über die Bomben ergoss.

Im Januar 1961 entging Suffolk einer weiteren möglichen Katastrophe als eine unter einer F-100 Super Sabre angebrachte Wasserstoffbombe Feuer fing, weil sich auch bei diesem Zwischenfall brennender Treibstoff über sie ergossen hatte. Beide Vorfälle wurden sowohl von britischer als auch von US-amerikanischer Seite vor der Öffentlichkeit verschwiegen und kamen erst sehr viel später ans Tageslicht.

Ich bin einmal auf der A1065 an RAF Lakenheath vorbeigefahren; man fährt scheinbar endlos an dem umzäunten Militärgelände entlang. Es gibt hier auch, etwas abseits der Straße, eine Viewing Area, aber außer Start-und Landebahnen gibt es nicht viel zu sehen.

Der kleine Ort Lakenheath, im Schatten des Flughafengeländes, sieht etwas trostlos aus. Entlang der High Street ziehen sich Tätowierstudios, Kebap- und Fish and Chipsläden, ein Beerdigungsinstitut und weitere nicht besonders attraktive Geschäfte entlang. So richtig wohl fühlt man sich in diesem Teil von Suffolk nicht.

Hier sind Bilder von startenden und landenden Jets auf RAF Lakenheath zu sehen.

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Die Viewing Area.
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Das Dorfschild von Lakenheath.
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Published in: on 26. Juni 2022 at 02:00  Kommentar verfassen