The Upper Thames Patrol – Eine Abwehrkette gegen eine mögliche deutsche Invasion im Zweiten Weltkrieg entlang der Themse

Teddington Lock. Ab hier war die Upper Thames Patrol zuständig.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Teddington Lock in Greater London. Ab hier war die Upper Thames Patrol zuständig…
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Schon bevor der Zweite Weltkrieg ausbrach, hatte man in England große Angst vor einer Invasion deutscher Truppen. Natürlich lag der Schwerpunkt der Abwehrmaßnahmen an den Küsten des Landes, aber auch im Inland traf man Vorkehrungen für den Fall, dass Hitlers Soldaten es schaffen sollten, in England einzudringen.

Im März 1939 wurde die Upper Thames Patrol (UTP) ins Leben gerufen, deren Aufgabe es war, speziell die Brücken und die Schleusen vor feindlichen Sabotageakten zu schützen. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Teddington Lock und Lechlade, ca 200 Kilometer, lagen 35 Brücken und 42 Schleusen, für deren Schutz sich viele Freiwillige zur Verfügung stellten, die rund um die Uhr entlang der Themse patrouillierten. Sie achteten auch darauf, als der Krieg begonnen hatte, dass alle Schiffe die am Fluss lagen, nachts ihre Fenster verdunkelten, damit sie den feindlichen Flugzeugen keine Anhaltspunkte zum Abwurf ihrer Bomben bieten konnten.

Die Patrouillen tagsüber auf der Themse selbst wurden mit Hilfe von Booten aller Art durchgeführt, die entweder die Eigner freiwillig zur Verfügung stellten oder die man einfach beschlagnahmte.

Die Idee, einen Themseschutztrupp auf die Beine zu stellen, stammte von dem Parlamentsabgeordneten Sir Ralph Glyn (MP für Abingdon), dem das Londoner Kriegsministerium die Erlaubnis dafür erteilte. Die UTP wurde zuerst in die Local Defence Volunteers und dann 1940 in die Home Guard integriert. Als die Gefahr einer Invasion gebannt war, löste man sie schließlich auf und gab die Boote wieder an ihre ursprünglichen Besitzer zurück, die sich bestimmt freuten, jetzt wieder ihre „pleasure cruises“ vornehmen zu können.

...bis hier nach Lechlade in Gloucestershire. Das Foto zeigt St John's Lock. Eigenes Foto.

…bis hier nach Lechlade in Gloucestershire. Das Foto zeigt St John’s Lock.
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Published in: on 20. Juni 2015 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Theberton in Suffolk – Hier wurde der letzte deutsche Zeppelin im Ersten Weltkrieg abgeschossen

Die Erinnerungsplakette an die 16 gefallenen deutschen Soldaten in Theberton.     © Copyright Adrian S Pye and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Erinnerungsplakette an die 16 gefallenen deutschen Soldaten in Theberton.
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Ob es wirklich so eine gute Idee war, im Ersten Weltkrieg von deutscher Seite aus Zeppeline einzusetzen, um damit Städte und Dörfer in England zu bombardieren? Die trägen, langsamen Luftfahrzeuge wurden schnell zum Opfer englischer Jagdflugzeuge oder wurden vom Boden aus abgeschossen. Der letzte Zeppelin, den das Schicksal ereilte, war der L48 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Franz Georg Eichler. Drei Orte hatte er in Suffolk bombardiert: Falkenham, Kirton und Martlesham, ohne dass dabei großer Schaden entstand, denn die Bomben fielen fast alle auf Felder. Dann ging es Schlag auf Schlag, der L48 verlor über Harwich an Höhe, technische Problem traten auf und drei Jagdflugzeuge griffen den angeschlagenen Zeppelin an. Große Mühe hatten die Piloten nicht, das riesige Luftschiff zu treffen, das in den frühen Morgenstunden des 17. Juni 1917 brennend auf dem Gelände der Holly Tree Farm bei Theberton zu Boden stürzte.

16 Crewmitglieder kamen ums Leben, drei konnten sich schwer verletzt aus dem Zeppelin retten, von dem nur noch das Skelett übrigblieb. Die deutschen Soldaten wurden auf dem Friedhof von St Peter in Theberton beigesetzt, später wurden sie nach Cannock Chase in Staffordshire überführt, wo schon zahlreiche andere gefallene Kameraden lagen. Eine Plakette in Theberton erinnert noch an die Zeppelincrew, auf der die Bibelworte „Who art thou who judgest another man’s servant“ („Wer bist du, daß du einen fremden Knecht richtest?“) eingraviert sind. Die Fairness der Engländer zeigte sich auch darin, dass auf dem Sarg des Luftschiff-Kommandeurs ein Kranz lag, auf dessen Schleife geschrieben stand: „To a very brave enemy from RFC officers.” RFC war das Royal Flying Corps .

Nach dem Absturz von L48 strömte eine Menschenmenge zu dem Wrack und viele versorgten sich mit einem Erinnerungsstück. Auch in St Peter in Theberton hat man ein Stück des abgeschossenen Zeppelins aufbewahrt, das in einem Glaskasten untergebracht ist.

Hier ist ein Augenzeugenbericht über den Absturz von L48.

Auf dem Village Sign von Theberton kann man das ausgebrannte Wrack des Zeppelins neben der Kirche St Peter sehen.

Das Buch zum Artikel:
Mark Mower: Zeppelin over Suffolk – The final raid of L48. Pen & Sword Aviation 2008. 160 Seiten. ISBN 978-1844157372.

St Peter in Theberton. Hier wird noch immer ein Wrackteil des deutschen Zeppelins aufbewahrt.    © Copyright Ashley Dace and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter in Theberton. Hier wird noch immer ein Wrackteil des deutschen Zeppelins aufbewahrt.
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Published in: on 17. Juni 2015 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Admiral Edward „Old Grog“ Vernon (1684-1757) – Vater des alkoholischen Heißgetränks?

Es gibt mehrere Versionen wie das aus Rum und heißem Wasser bestehende Getränk Grog zu seinem Namen kam; eine davon geht auf den britischen Admiral Edward Vernon zurück, der von 1684 bis 1757 lebte und dadurch berühmt wurde, dass er im November 1739 die Schlacht von Portobello in Panama gewann. Vernon wurde von den Soldaten der Marine „Old Grog“ genannt, da er auf seinen Schiffen stets einen Mantel aus Grogram-Gewebe trug. Da der Admiral auch dafür bekannt (berüchtigt?) war, dass er die Rumvorräte an Bord, damit sie länger hielten, mit Wasser streckte, soll sich sein Spitzname auf dieses „Getränk“ übertragen haben. Weitere Vorteile: Die Matrosen wurden nicht mehr so schnell betrunken, als wenn sie den Rum pur zu sich genommen hätten und das kostbare, leicht verderbliche Trinkwasser wurde durch den Rumzusatz eher wieder genießbar. Der Zusatz von Zitronen- oder Limettensaft ergab dann noch eine Vitamin C-Dosis, die die Seeleute auf ihren langen Fahrten gut gebrauchen konnten. Also eine rundherum geniale Idee des Admirals.

Nach seiner Laufbahn auf hoher See wurde Vernon Parlamentsmitglied für Ipswich in Suffolk. In dieser Grafschaft hatte er sich niedergelassen und wohnte im Orwell Park, ein Anwesen am Ortsrand von Nacton, südöstlich von Ipswich. Heute ist hier die Orwell Park School untergebracht. In einem Anbau findet man das Observatorium, das ein späterer Besitzer, Colonel George Tomline, ein begeisterter Astronom, errichten ließ. Die markante Kuppel verleiht dem imposanten Schulgebäude noch einen besonderen Reiz.

„Old Grog“ starb am 30. Oktober 1757 in Orwell Park und wurde nur wenige Meter entfernt in der Dorfkirche von Nacton, in St Martin’s, beigesetzt. Ein Marmordenkmal erinnert an den Sieger von Portobello in der Westminster Abbey in London.

Orwell Park School. Hier residierte einst Edward Vernon.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Orwell Park School. Hier residierte einst Edward Vernon.
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Das Observatorium von Orwell Park.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Observatorium von Orwell Park.
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St Martin's in Nacton (Suffolk).    © Copyright Keith Evans and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die Schlacht von Maiwand (Afghanistan) am 27. Juli 1880 – Einige Anmerkungen

Die Schlacht von Maiwand. This image  is in the public domain because its copyright has expired.

Die Schlacht von Maiwand.
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Was haben/hatten eigentlich britische, US-amerikanische, russische oder deutsche Truppen in Afghanistan zu suchen? Sind jemals in den genannten Ländern afghanische Truppen eingefallen und haben dort Krieg geführt?

Am 27. Juli 1880 kam es im Zweiten Anglo-Afghanischen Krieg zu der Schlacht bei Maiwand, einem Ort in der Provinz Kandahar, bei der rund 2600 britische Soldaten auf 8500 afghanische Krieger stießen. Die Schlacht endete mit einer Niederlage der Briten, die 1757 Tote zu beklagen hatten, während auf der gegnerischen Seite 1250 reguläre Soldaten fielen, sowie über 1000 irreguläre Kämpfer. Wofür??

Beteiligt an der Schlacht von Maiwand war auch das 66th (Berkshire) Regiment of Foot, das um 286 Soldaten dezimiert wurde (die Zahlen variieren je nach Quelle). An diese fern von der Heimat gefallenen Männer erinnert ein Denkmal in den Forbury Gardens von Reading, der Hauptstadt Berkshires, das von der größten Löwenstatue weltweit gekrönt wird. 16 Tonnen schwer ist das Tier und 9,5 Meter lang. Ich berichtete in meinem Blog schon einmal über den Maiwand Lion.

Das Berkshire Regiment hatte auch einen Hund aus Reading mit nach Afghanistan genommen, einen Mischling namens Bobbie, der als Maskottchen diente und der bei der Schlacht von Maiwand die afghanischen Truppen wütend anbellte. Er wurde bei den Kampfhandlungen verletzt und humpelte mit den verwundeten Soldaten vom Schlachtfeld zurück. Er hatte die besondere Ehre, zusammen mit anderen Regimentsmitgliedern, später der Königin Victoria in London vorgestellt zu werden. Bobbie hatte die Schlacht überlebt, starb aber ein Jahr später, als ihn eine Kutsche in Gosport in Hampshire überfuhr. Die Nachricht über seinen Tod soll die Königin zu Tränen gerührt haben. Den ausgestopften und ordensgeschmückten Bobbie kann man im The Rifles Berkshire and Wiltshire Museum in Salisbury bewundern.

Surgeon-Major Alexander Francis Preston war Truppenarzt bei der Schlacht von Maiwand und wurde dort auch verletzt. Vielleicht würde sich heute kaum noch jemand an den Mann erinnern, wenn nicht Sir Arthur Conan Doyle gewesen wäre, der seine Figur des Dr. John Watson nach dem Regimentsarzt geformt hätte. In der ersten Sherlock Holmes-Geschichte „A Study in Scarlet“ (dt. „Eine Studie in Scharlachrot“) errät der Meisterdetektiv bei der ersten Begegnung mit Watson, dass dieser gerade aus Afghanistan zurückgekommen ist.

Der Autor des „Dschungelbuches“, Rudyard Kipling, lernte einen Soldaten kennen, der in der Schlacht von Maiwand mitgekämpft hatte, und schrieb daraufhin das Gedicht „That Day„.

Über die Schlacht von Maiwand sind mehrere Bücher geschrieben worden, u.a. „Maiwand: The Last Stand of the 66th (Berkshire) Regiment in Afghanistan, 1880“ von Richard J. Stacpoole-Ryding (The History Press 2008, 224 Seiten, ISBN 978-0752445373) und der Roman „Red Runs the Helmand“ von Patrick Mercer (HarperCollins 2012, 400 Seiten, ISBN 978-0007302772).

Der Maiwand Lion in den Forbury Gardens in Reading (Berkshire).    © Copyright Kevin Young and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Maiwand Lion in den Forbury Gardens in Reading (Berkshire).
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Published in: on 7. Juni 2015 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Anthony Willliam Hall (1898-1947) – Der Mann, der George V. vom Thron stoßen wollte

König George V., der nach Meinung Halls unrechtmäßig auf dem Thron saß. This work is in the public domain.

König George V., der nach Meinung Halls unrechtmäßig auf dem Thron saß.
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Anthony William Hall (1898-1947) war ein ehemaliger Polizeibeamter in Shropshire, der in den 1930er Jahren felsenfest davon überzeugt war, dass nicht George V, der seinerzeit auf dem Thron saß, der rechtmäßige König war, sondern er selbst, King Anthony I. Und diese Überzeugung verkündete er gern und oft bei zahllosen Ansprachen, die er im ganzen Land hielt. Über mangelnde Zuhörerschaft brauchte er sich nicht zu beklagen, die ihm Beifall klatschte, wenn er behauptete, dass der gegenwärtige König als Deutscher (George V entstammte dem Fürstenhaus Sachsen-Coburg und Gotha) kein Recht darauf habe, Großbritannien zu regieren. Er solle seine Koffer packen und das Land verlassen. Bei einer seiner Ansprachen in Birmingham geriet er in Rage und behauptete, er hätte keine Probleme damit, den König wie einen tollwütigen Hund über den Haufen zu schießen. An anderer Stelle verstieg er sich zu der Äußerung, er wäre gern der erste Polizist, der einem König den Kopf abschlagen würde.

Seine Thronanwartschaft erklärte Hall damit, dass er ein direkter Nachfahre Heinrichs VIII sei und zwar durch einen unehelichen Sohn des Königs namens Thomas Hall. Weiterhin behauptete er, dass König James I (1566-1625) als Kind bereits ermordet und durch ein anderes Kind, ein Wechselbalg, ausgetauscht wurde, das James Erskine hieß. Fazit: Alle Abkömmlinge dieses falschen Königs, sind nicht legitimiert, auf dem Thron zu sitzen.

Natürlich blieben diese Anschuldigungen dem Königshaus nicht verborgen und man machte Druck, diesen merkwürdigen Mann als unzurechnungsfähig zu erklären. Doch die beiden mit der Untersuchung des Geisteszustandes Halls beauftragten Ärzte waren der Meinung, dass er nicht verrückt war. Buckingham Palace wollte den Exzentriker unbedingt aus dem Weg haben, ohne dass der König in diesen Fall zu sehr involviert wurde. Hall wurde festgenommen, mit der Begründung, dass er sich einer ungebührlichen skandalösen Sprache bediente und zu einer Geldstrafe verurteilt. Nach einer letzten Rede in Birmingham hörte der Mann auf, seine Thronansprüche geltend zu machen und verschwand von der Bildfläche. Später tauchte der Name Anthony William Hall noch einige Male in den Medien auf, als er sich mit seiner Ehefrau vor Gericht wegen einer Scheidungsklage und mit seiner Schwester wegen des elterlichen Hauses stritt.

1947 starb Anthony I. in Little Dewchurch in Herefordshire, wo er auf dem Kirchhof von St David’s begraben ist.

Der Schriftsteller John Harrison nahm diese Geschichte als Grundlage für seinen Roman „Heir Unapparent“ (Windstorm Creative 2005. 266 Seiten. ISBN 978-1590921876).

St David's in Little Dewchurch (Herefordshire).    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St David’s in Little Dewchurch (Herefordshire).
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Published in: on 3. Juni 2015 at 02:00  Comments (1)  
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The Burford Levellers Day 2015

Heute findet in Burford in Oxfordshire der Levellers Day 2015 statt. Was hat es mit diesem Tag auf sich?

Am 17. Mai 1649 wurden in Burford drei Soldaten erschossen, die zu einer Bewegung gehörten, die sich Levellers nannte. Religionsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz waren zwei der wesentlichen Grundsätze, für die sich die Levellers stark machten. Im Bürgerkrieg kämpften sie erst auf der Seite Oliver Cromwells, den sie als den großen Befreier ansahen, was sich aber im Laufe der Zeit änderte. Die Ansichten der Levellers deckten sich nicht mit denen der meisten Parlamentarians, es kam zu großen Spannungen, die 1649 in der Schlacht von Burford ihren Höhepunkt fanden. Die Levellers wurden geschlagen und ihre Anführer hingerichtet oder eingekerkert. Über dreihundert Soldaten wurden in die Kirche St John the Baptist in Burford gesperrt und drei von ihnen im Kirchhof exekutiert: Cornet Thompson, Corporal Perkins und Private Church. Das war das Ende der Levellers.

Seit 1975 wird jedes Jahr auf Initiative der Workers’ Educational Association in Burford der drei Soldaten gedacht, immer an einem Samstag, der dem 17. Mai am nächsten liegt.
Heute findet der 41. Levellers Day statt, der um 10.30 Uhr vor St John the Baptist mit den Sea Green Singers aus Oxford  eingeläutet wird. Von dort aus setzt sich die Menge in Bewegung und zieht zum Recreation Ground, wo die Debatten abgehalten werden, die jedes Jahr ein anderes Thema haben. In diesem Jahr hat man das Thema „Education – The Key to Democracy“ ausgewählt. Teilnehmer sind die Journalistin Melissa Benn (Tochter von Tony Benn), Kevin Courtney von der National Union of Teachers, Danny Dorling von der Universität von Oxford und der ehemalige Gewerkschaftsfunktionär Paul Mackney.

Um 15 Uhr wird der Levellers Day mit dem Singen der Internationale beendet.

An einer Wand der Kirche St John the Baptist erinnert eine Plakette an die drei Soldaten, die hier  am 17. Mai 1649 ihr Leben ließen.

Hier ist ein Film über den Levellers Day 2012.

St John the Baptist in Burford.    © Copyright wfmillar and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St John the Baptist in Burford.
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Die High Street von Burford. Eigenes Foto.

Die High Street von Burford.
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Published in: on 16. Mai 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Melcombe Regis (Dorset) – Von hier aus verbreitete sich 1348 die Pest über ganz England

Erinnerungsplakette am Hafen von Weymouth. Author: Elliott Brown. Creative Commons 2.0

Erinnerungsplakette am Hafen von Weymouth.
Author: Elliott Brown.
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Es geschah an einem Julitag des Jahres 1348, als der Passagier eines Segelschiffes, das im Hafen von Melcombe Regis an der Küste von Dorset festmachte, die Pest ins Land brachte. Vielleicht war es auch ein Matrose oder ein Soldat, auf jeden Fall wurde die hochansteckende Krankheit vom europäischen Kontinent eingeschleppt. Die Bevölkerung des Hafenstädtchens wurde als erstes von der Pest befallen, die sich schnell über das ganze Land verbreitete und schließlich 30% bis 50%  der Einwohner  Englands dahinraffte.

Melcombe Regis war im 14. Jahrhundert ein betriebsamer Hafen mit einem regen Schiffsverkehr nach Frankreich. Seit 1974 ist der Ort ein Teil von Weymouth geworden. Damals waren sich Weymouth und Melcombe Regis, die sich gegenüber lagen, spinnefeind. 1322 wurde ein Schiff, das den Hafen von Melcombe Regis vollbeladen verlassen hatte, von Männern aus Weymouth sogar gekapert und ausgeraubt. Der Ausbruch der Pest verbesserte die Beziehungen zwischen den beiden Hafenstädten auch nicht gerade, aber als dann die Menschen scharenweise starben, spielte der Zwist bald keine Rolle mehr. Die Bewohner flohen vor der Krankheit ins Inland und verbreiteten dadurch die Pest noch weiter. Die vorgelagerte Isle of Portland war besonders schwer betroffen und mit ihr die Steinbrüche, weil dort niemand mehr den begehrten Portland Stone abbaute.

Heute erinnert nur noch eine Plakette an jenen folgenschweren Tag im Jahr 1348, als die Pest die Insel erreichte. Sie ist am Custom House Quay in Weymouth zu finden, an der Außenwand von Vaughn’s Restaurant.

Hier ist ein Film über The Black Death.

Der Hafen von Weymouth. Die rechte Seite gehörte früher zu Melcombe Regis.    © Copyright Nigel Mykura and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Hafen von Weymouth. Die rechte Seite gehörte früher zu Melcombe Regis.
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Published in: on 27. April 2015 at 02:00  Kommentar verfassen  
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200 Jahre Schlacht von Waterloo und wie England das historische Ereignis feiert

Die Schlacht von Waterllo. Gemälde von William Sadler II. This work is in the public domain.

Die Schlacht von Waterloo. Gemälde von William Sadler II.
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Am 18. Juni ist der 200. Jahrestag der Schlacht von Waterloo, als Napoleon Bonapartes Truppen gegen die geballte Macht der Preußen und Briten unter Feldmarschall Blücher respektive Feldmarschall Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington unterlagen. Der Herzog von Wellington hatte außer seiner militärischen auch eine politische Karriere, die darin gipfelte, dass er von 1828 bis 1830 Premierminister wurde.

Aus Anlass des Jahrestages der Schlacht von Waterloo finden in diesem Jahr überall im Vereinigten Königreich zahllose Veranstaltungen statt, bei denen die Person des siegreichen Herzogs natürlich immer wieder im Mittelpunkt steht.
Ich habe hier einmal einige dieser Veranstaltungen willkürlich herausgegriffen:

– Im Windsor Castle ist unter dem Titel „Waterloo at Windsor: 1815-2015“ ein „trail“ zusammengestellt worden, der durch die State Appartments der Burg führt, wobei Gemälde, Drucke, Archivmaterial und Gegenstände zur Schau gestellt werden, die seinerzeit auf dem Schlachtfeld gefunden worden sind wie Waffen und der rote Mantel, den Napoleon damals getragen hatte. Bis zum Ende des Jahres kann man sich diese Schau ansehen. Eintritt: £18.50.

– Die Londoner City of Westminster Guides Association bietet bis zum 20. Juni einen „Waterloo Commemorative Walk“ an, der an Gebäuden und Monumenten entlangführt, die mit dem Herzog von Wellington in Verbindung stehen. Jeden Samstagmorgen um 11 Uhr startet die Tour am Trafalgar Square. Kosten: £10.

– In der Special Collections Gallery der Universität von Southampton findet derzeit eine Ausstellung statt, die den Titel trägt „Wellington and Waterloo: The tale is in every Englishman’s mouth„. Hier werden Gegenstände des Wellington Archivs der Universität präsentiert. Die Ausstellung ist bis zum 19. Juni und danach wieder vom 13. bis zum 24. Juli geöffnet. Der Eintritt ist frei.

– Vom 26. bis zum 29. Mai findet im Walmer Castle in Kent ein „Wellington Boot Camp“ statt, in dem u.a. ein Kids Battle of Waterloo ausgetragen wird. Eintritt: £9.50.

– Am 5. Juni wird in der Londoner Royal Albert Hall musikalisch an die Schlacht von Waterloo gedacht. Sir Tony Robinson präsentiert Musikstücke wie Beethovens „Wellington’s Victory with live Musket Fire“, Schuberts „March Militaire“ und Suppés „Light Cavalry Overture“, gespielt vom Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Gareth Hancock.

– Auch im Shrewsbury Castle in Shropshire gibt es eine musikalische Veranstaltung zu Ehren der Schlacht von Waterloo: „Concert in the Castle„. Militärbands spielen am 13. Juni auf, darunter die Waterloo Band of 7th Battalion und The Band of Shropshire Air Training Corps. Der Eintritt kostet £15.

– In North Yorkshire begeht man den Jahrestag kulinarisch. Das „Yorkshire Waterloo 200 Dinner“ findet am 6. Juni in Leyburn statt. Erst gibt es einen Champagnerempfang, dann ein dreigängiges Menü, bei dem natürlich Beef Wellington gereicht wird. Eintritt: £75.

Ich könnte die Liste dieser „Waterloo Events“ noch lange weiterführen, aber das sollte eigentlich genügen. Ich wollte damit nur aufzeigen, welchen Stellenwert der Jahrestag im Vereinigten Königreich hat.

Published in: on 24. April 2015 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Royal Military Canal – Eine Verteidigungsanlage gegen die Truppen Napoleons

Hätte dieses Gewässer Napoleons Truppen Einhalt geboten?    © Copyright Rob Farrow and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hätte dieses Gewässer Napoleons Truppen Einhalt geboten?
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Für die Briten war es immer schon eine Horrorvorstellung, dass ihr Land einmal von einer Invasion fremder Truppen heimgesucht werden könnte. Besonders groß war diese Furcht Anfang des 19. Jahrhunderts, als man sah wie die Truppen Napoleons große Teile Europas eingenommen hatten und begehrliche Blicke auf die Insel warfen. Also was tun, um einer Invasion vorzubeugen? Man baute mehrere Verteidigungslinien auf. Da ein potentieller Angriff wohl an der Südküste bei Kent stattfinden würde, patrollierte die Marine vor diesem Küstenabschnitt. Als zweite Verteidungslinie errichtete man die sogenannten Martello Towers, kleine runde Befestigungsanlagen, die mit 15 bis 25 Soldaten bestückt waren. Um nun ganz auf Nummer Sicher zu gehen, kam jemand auf die Idee, hinter diesen Türmen noch eine weitere Linie einzuziehen, nämlich einen zehn Meter breiten Kanal, der es feindlichen Soldaten unmöglich machen sollte, ins Inland vorzustoßen. Eine Schnapsidee, meinten damals schon viele. Eine Armee, die schon mit ganz anderen Hindernissen in Europa fertig geworden ist, sollte sich von diesem schmalen Gewässer stoppen lassen? Trotzdem, der Royal Military Canal wurde von 1804 bis 1809 mit einem großen personellen und finanziellen Aufwand gebaut. Er beginnt in dem kleinen Küstenort Seabrook in Kent (zwischen Folkestone and Hythe gelegen) an der Seabrook Road/Princes Parade und führt über 45 Kilometer bis nach Pett Level an der Küste von East Sussex, wo der Kanal klein und mickrig an der Pett Level Road endet.

Der Royal Military Canal musste also weder gegen Napoleons Streitmacht noch gegen die Hitlerschen Truppen im Zweiten Weltkrieg seine abschreckende Wirkung beweisen und so dämmerte das Gewässer lange vor sich hin, bis es schließlich friedlicheren Zwecken zugeführt wurde und als Naherholungsgebiet dient. Heute kann man am Kanal spazierengehen, Vögel beobachten, sich an der Flora erfreuen oder sich körperlich betätigen, indem man auf Ruderbooten oder anderen per Muskelkraft betätigten Wasserfahrzeugen das Gewässer befährt. Laute, stinkende, mit Benzin oder Diesel betriebene Boote sind nicht erlaubt; Elektroboote dagegen schon. „Electric Boat Trips“ werden im Sommerhalbjahr auf dem Kanal angeboten (£8 pro Stunde), Ruderboote stehen ebenfalls zur Miete bereit (£10 pro Stunde).

Der heutige friedliche Verwendungszweck des Kanals als Freizeiteinrichtung passt sehr gut zu der ebenso friedlichen Landschaft, und ich bin froh, dass der Royal Military Canal seine ursprünglich geplante Funktion nie ausüben musste.

In diesem Film ist eine Fahrt mit dem Elektroboot auf dem Kanal festgehalten.

Schwäne und ein Elektroboot teilen sich friedlich den Kanal.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Eine Mietstation für Ruderboote am Kanal.    © Copyright Rob Farrow and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die Hawkhurst Gang und ihre Versammlungsorte in Kent und Sussex

The Oak and Ivy in Hawkhurst (Kent).    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Sie trieb ihr Unwesen in der Zeit zwischen 1735 und 1749 in Kent und East Sussex: Die Hawkhurst Gang, eine üble Truppe von Schmugglern und Halsabschneidern, die ihren „Heimathafen“ in der Ortschaft Hawkhurst in Kent hatte und aus etwa 500 Mitgliedern bestand. Stellte sich ihnen jemand entgegen, so wurde er entweder umgebracht oder nach Frankreich „exportiert“ und dort dem damaligen Kriegsgegner zum Fraß vorgeworfen.

Die Hawkhurst Gang hatte einige Versammlungsorte, meist in Gasthöfen, in denen die Schmuggler ihre finsteren Pläne ausheckten. Einer davon war der Oak and Ivy Inn, ihre Basisstation in Hawkhurst (Kent), der noch heute an der A268, der Rye Road, liegt. Ein uriger, gemütlicher Pub aus dem 15. Jahrhundert, hier im Film zu sehen.

Im nahegelegenen Goudhurst terrorisierte die Gang die Dorfbevölkerung; im Dorfteich versteckte sie ihre geschmuggelten Rumfässer (der Teich existiert immer noch, direkt an der Hauptdurchfahrtsstraße der West Road) und ihr Lieblingsaufenthaltsort war The Star & Eagle Inn neben der Kirche, heute ein sehr schönes Hotel. Die Bewohner von Goudhurst hatten die Nase voll von den Halunken, und sie organisierten eine Art Bürgerwehr, die Goudhurst Militia, um der Gang Einhalt zu gebieten. Ein gewisser George Sturt übernahm das Kommando, und er ließ aus Teilen des Kirchendaches Bleikugeln gießen und Verteidigungsgräben anlegen. Tatsächlich gelang es ihnen, die Schmuggler in die Flucht zu schlagen und läuteten damit das Ende der Hawkhurst Gang ein. Die Anführer Thomas Kingsmill und Arthur Gray wurden vor Gericht gestellt und zum Tode durch den Strick verurteilt.
Einen Besuch in Goudhurst in Kent kann ich sehr empfehlen, auch wenn es manchmal schwierig ist, hier einen Parkplatz zu finden. Eine Übernachtung im Star & Eagle Inn steht bei meinem nächsten Englandbesuch ganz oben auf meiner Prioritätenliste.

Über einen anderen Versammlungsort der Hawkhurst Gang, dem Mermaid Inn in Rye (East Sussex), habe ich in meinem Blog schon einmal berichtet. Ich übernachtete dreimal in diesem romantischen Hotel, auch in einigen der „Spukzimmer“. Die Schmuggler pflegten in dem alten Gasthaus zu trinken und wenn sie einmal plötzlich fliehen mussten, nutzten sie einen Tunnel, der zu einem anderen Gasthof führte, Ye Olde Bell Inn, den es heute auch noch gibt. Zimmer 19 im Mermaid Inn heißt The Hawkhurst Suite und möglicherweise nutzten die Schmuggler auch den Geheimgang in unserem Zimmer, Dr. Syn’s Room, der verborgen hinter einem Bücherschrank lag und zur Bar führte. Was dieses alte Fachwerkhaus alles erlebt haben mag? Die Hawkhurst Gang und ich können einen Aufenthalt hier sehr empfehlen!

The Star and Eagle in Goudhurst (Kent). Eigenes Foto.

The Star and Eagle in Goudhurst (Kent).
Eigenes Foto.

The Mermaid in Rye (East Sussex). Eigenes Foto.

The Mermaid in Rye (East Sussex).
Eigenes Foto.

The Old Bell in Rye (East Sussex). Eigenes Foto.

Ye  Olde Bell Inn in Rye (East Sussex).
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Lucy Worsley und ihre interessanten TV-Dokumentationen

Ich schätze Dr. Lucy Worsleys Fernsehdokumentationen sehr; durch ihre lockere Präsentationsweise bringt sie die behandelten Themen so interessant auf den Zuschauer über, dass man sich auch nach längerer Zeit noch gut an die Details erinnern kann.

Lucy Worsley wurde 1973 in Reading in Berkshire geboren, studierte Geschichte am New College in Oxford und schrieb ihre Doktorarbeit an der University of Sussex über das Thema „The Architectural Patronage of William Cavendish, first Duke of Newcastle, 1593–1676“. Nach ihrem Studium arbeitete Lucy Worsley als Inspektorin für historische Gebäude im Auftrag des English Heritage und wurde anschließend leitende Kuratorin der gemeinnützigen Organisation Historic Royal Palaces, die die unbewohnten Paläste des Königshauses verwaltet.

Im Jahr 2009 erschien Lucy Worsley erstmals im Fernsehen und zwar mit dem Film „Inside the Body of Henry VIII„, der sich mit dem Körper des englischen Königs beschäftigt.

Im Jahr 2011 schrieb und moderierte sie die vierteilige BBC4-Reihe „If Walls Could Talk: The History of the Home„. Darin befasst sie sich mit den einzelnen Zimmern eines Hauses und geht den Dingen des täglichen Lebens nach, die sich in einem Haus finden wie Bestecke, Reinigungsmittel, Tapeten und stellt all das in einen historischen Kontext. Hier ist der erste Teil der TV-Serie zu sehen. Das Begleitbuch erschien unter dem gleichen Titel bei Faber&Faber.

Der Dreiteiler „Harlots, Housewives and Heroines: A 17th Century History for Girls“ wurde 2012 von BBC4 gesendet. Darin beschäftigt sich Lucy Worsley mit der Rolle der Frau im 17. Jahrhundert.

Einen weiteren Dreiteiler sendete BBC4 ein Jahr später: „A Very British Murder„, in dem es um historische Mordfälle und berühmte Krimiautoren geht. Besonders schätze ich an dieser Serie, dass Lucy Worsley bei ihren Recherchen, z.B. über den legendären Fall Dr. Crippen, immer an die Originalschauplätze geht und zeigt wie es dort heute aussieht. Hier ist die dritte Episode zu sehen. Ein Begleitbuch zu der Miniserie erschien 2014 bei BBC Books unter dem gleichen Titel.

Lucy Worsley war danach noch mehrfach im britischen Fernsehen zu sehen, u.a. mit dem Dreiteiler „The First Georgians: The German Kings Who Made Britain„, und mit Dokumentationen wie „Dancing Cheek To Cheek: An Intimate History Of Dance“ und gerade eben erst im Februar mit „Britain’s Tudor Treasure: A Night at Hampton Court“.

 

Published in: on 17. März 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Die Eleanor Crosses – Liebesbeweise eines englischen Königs

Das Eleanor Cross in Geddington.    © Copyright Mike Faherty and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Schon im Alter von 15 Jahren wurde Edward I im Jahr 1254 mit der zehnjährigen Spanierin Eleanor of Castile verheiratet. Aus der angeordneten Ehe wurde tatsächlich im Laufe der Jahre eine sehr enge Beziehung, so dass die beiden als unzertrennlich galten. Eleanor gebar ihrem Mann 15 Kinder, von denen es nur sechs bis ins Erwachsenenalter schafften.

Am 28. November 1290 starb Eleanor im Alter von 46 Jahren in Harby in Nottinghamshire. Der König war von dem Tod seiner Frau sehr erschüttert. Er ließ ihren Leichnam nach Lincoln bringen, wo er einbalsamiert wurde; von hier aus sollte er in einem Trauerzug nach London gebracht werden, wo Eleanor ihre letzte Ruhestätte in der Westminster Abbey finden würde.

Edward I hatte schon kurz nach dem Tod seiner Frau angeordnet, dass an allen Orten, an denen der Trauerzug übernachtete, Kreuze zum Andenken an Eleanor errichtet werden sollten, die Eleanor Crosses.

Das erste Kreuz entstand in Lincoln nahe der St Catherine’s Priory, das im Bürgerkrieg zerstört wurde und von dem nur noch ein Bruchstück erhalten geblieben ist. Man ist gerade dabei, mit dem New Eleanor Cross for Lincoln Projekt ein neues Denkmal zu schaffen.

Kreuz Nummer zwei entstand in Grantham (Lincolnshire), dem das gleiche Schicksal wie Kreuz eins beschieden war. Cromwells Truppen rissen es nieder.

Kreuz Nummer drei wurde im nächsten Übernachtungsort in Stamford (Lincolnshire) errichtet, auch hier machten es die Gefolgsleute Cromwells platt.

Das vierte Kreuz baute man in Geddington, einem Ort in der Nähe von Northampton in der gleichnamigen Grafschaft. Der Leichnam wurde hier über Nacht in der Kirche St Mary Magdalene „geparkt“. Das hier erbaute Kreuz überstand die Wirren des Bürgerkriegs und steht noch heute mitten im Ort schräg gegenüber der Kirche. Die Queen Eleanor Road in Geddington erinnert ebenfalls an die Königsgattin.

Das fünfte Kreuz ist heute auch noch zu sehen; es steht in Hardingstone in Northamptonshire, am Rande der Delapré Abbey. Es wurde mehrfach restauriert, befindet sich aber nicht in dem gleichen guten Zustand wie das Kreuz in Geddington.

Vom sechsten Kreuz in Stony Stratford in Buckinghamshire ist überhaupt nichts mehr übrig geblieben, was auch für das Eleanor Cross Nummer sieben in Woburn gilt.

Den nächsten Stop legte der Trauerzug in Dunstable (Bedfordshire) ein. An Kreuz Nummer acht erinnert noch eine Sackgasse, der man den Namen Eleanor’s Cross gab.

Am Marktplatz von St Albans in Hertfordshire stand viele Jahre Kreuz Nummer neun, bis man es Anfang des 18. Jahrhunderts abriss.

Waltham, das heute Waltham Cross heißt und in Hertfordshire liegt, war der nächste Halt. Das im Stadtzentrum zu sehende Kreuz Nummer zehn ist nicht mehr das Original, sondern besteht aus Repliken. Die noch erhaltenen Originalteile befinden sich im Londoner Victoria & Albert Museum.

Kreuz Nummer elf stand an der Cheapside, einer Straße in der City of London. Dieses Kreuz wurde 1643 zerstört.

Das letzte Denkmal für Eleanor, Kreuz Nummer zwölf, wurde schließlich am Londoner Charing Cross erbaut, das wohl aufwändigste und teuerste aller Eleanor Crosses. Auch hier steht das Original nicht mehr. Die 21 Meter hohe Replika wurde 1863 vor dem Bahnhof Charing Cross aufgestellt.

Die lange Reise des Trauerzugs endete in der Westminster Abbey, wo Eleanor of Castile ihre letzte Ruhestätte fand.

Das Eleanor Cross in Hardingstone.    © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Eleanor Cross in Hardingstone Northamptonshire).
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Das Eleanor Cross in Waltham Cross (Hertfordshire).    © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Eleanor Cross in Waltham Cross (Hertfordshire).
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Das letzte Denkmal am Bahnhof von Charing Cross.    © Copyright Steve Daniels and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das letzte Denkmal am Bahnhof von Charing Cross.
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Barnes Wallis, Effingham in Surrey und die Rollbomben

Denkmal für Barnes Wallis in Herne Bay (Kent).   © Copyright David Anstiss and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Denkmal für Barnes Wallis in Herne Bay (Kent).
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Barnes Wallis (1887-1979) war ein Tüftler, der 49 Jahre seines Lebens in Effingham in Surrey verbrachte und dort auch auf die Idee der sogenannten „bouncing bombs“ oder Rollbomben kam. Im Garten seines Hauses, White Hill House, und im Dorfteich führte er die ersten Experimente mit dieser neuen Art von Bomben durch, die von einem niedrig fliegenden Flugzeug über Wasser abgeworfen werden und die dann wie hüpfende Steine auf der Wasseroberfläche springen bis sie auf ein Hindernis stoßen und dann explodieren. Richtige Tests wurden bei Abbotsbury am Chesil Beach und an der Nordküste von Kent ausgeführt. Genau solche Bomben benötigte die Royal Air Force, um Angriffe auf deutsche Talsperren zu fliegen. Im Mai 1943 machte sich die 617. Staffel der RAF auf den Weg nach Deutschland, mit den Wallisschen Rollbomben an Bord, um die Staumauern der Möhne-, Eder- und Sorpetalsperren in die Luft zu jagen, was den „Dambusters„, wie die Staffel genannt wurde, auch gelang. Die Bomben überwanden durch ihre Hüpftechnik die vor den Mauern aufgespannten Torpedofangnetze, knallten gegen die Staumauern, sanken ins Wasser und explodierten, mit verheerender Wirkung.

Funktionsweise der "bouncing bomb". Author: Dake. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Funktionsweise der „bouncing bomb“.
Author: Dake.
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Barnes Wallis war aber nicht nur der Vater der „bouncing bombs“, er war schon in jungen Jahren bei der britischen Rüstungsfirma Vickers tätig und konstruierte dort Luftschiffe. Nachdem der Luftschiffbau durch mehrere schwere Unfälle zum Stillstand gekommen war, wandte sich Wallis der Konstruktion von Bombenflugzeugen zu und entwarf u.a. die Vickers Wellington-, Vickers Windsor- und Vickers Wellesley-Bomber.

1955 drehte der Regisseur Michael Anderson einen Film über die Angriffe auf die Talsperren, der den Titel „The Dam Busters“ trug und in Deutschland als „Mai 1943 – Die Zerstörung der Talsperren“ gezeigt wurde (hier ein Ausschnitt).

Barnes Wallis wurde nach seinem Tod im Jahr 1979 auch in seinem Lieblingsort Effingham beerdigt, auf dem Kirchhof von St Lawrence. Hier sind einige Bilder von seinem Wohnhaus White Hill House und von seiner letzten Ruhestätte.

Heute beschäftigt sich der Barnes Wallis Memorial Trust mit dem findigen Konstrukteur, mit dem Ziel „to inspire, to inform, and to educate a wide audience across fields that Sir Barnes Wallis had embodied through his work, or were otherwise dear to him“.

Das Buch zum Artikel:
Peter Pugh: Barnes Wallis – Dambuster. Icon Books 2005. 304 Seiten. ISBN 978-1840466850.

Eine "bouncing bomb". This work is released into the public domain.

Eine „bouncing bomb“.
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Das Grab von Barnes Wallis auf dem Friedhof von St James in Effingham (Surrey). Author: Deeday-UK. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Grab von Barnes Wallis auf dem Friedhof von St Lawrence in Effingham (Surrey).
Author: Deeday-UK.
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Published in: on 28. Dezember 2014 at 02:00  Comments (3)  
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Grace Darling und ihr Museum in Bamburgh (Northumberland)

Das Museum in Bamburgh (Northumberland).    © Copyright Andrew Curtis and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Museum in Bamburgh (Northumberland).
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Das Bamburgh Castle gehört zu den sehenswertesten Orten im rauen Northumberland hoch oben im Norden Englands. Vielleicht nicht ganz so bekannt wie die Burg ist ein Museum in Bamburgh, das einer jungen Frau gewidmet ist, die im Jahr 1838 zu einer Heldin geworden ist. Die Rede ist von Grace Darling (1815-1842), Tochter des Leuchtturmwärters von Longstone. Vater William, Mutter Thomasina und Grace lebten auf den der Küste Northumberlands vorgelagerten Farne Islands; die Leuchttürme auf der Inselgruppe wiesen dem Schiffsverkehr den Weg.

Am 7. September 1838 geriet bei einem schweren Sturm das Schiff SS Forfarshire, das eine Ladung Fracht von Dundee in Schottland nach Hull bringen sollte, in Seenot und krachte gegen Felsen, die etwa eine Meile vom Leuchtturm entfernt aus dem Meer ragten. Die junge Frau bekam die Tragödie mit, weckte ihren Vater und beide entschieden, den Seeleuten in ihrem Ruderboot zu Hilfe zu kommen. Die Seenotrettung auf dem Festland war viel zu weit entfernt und so setzten die beiden ihr Leben aufs Spiel, indem sie durch die aufgewühlte See zu dem gestrandeten Schiff fuhren. Vater und Tochter retteten fünf Personen, die sich auf die Felsen geflüchtet hatten, fuhren zum Leuchtturm zurück und holten dann auch noch die restlichen vier Überlebenden der Forfarshire an Land. Eine sehr mutige Tat, bei der die beiden auch hätten ums Leben kommen können. Die Presse des Landes würdigte die beiden Helden, die aber gar nicht gern im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit stehen wollten.

Grace Darling war damals gerade einmal 22 Jahre alt, vier Jahre später starb sie an Tuberkulose. Die britische Öffentlichkeit hatte sie nicht vergessen, denn zu ihrer Beerdigung Ende 1842 kamen zahlreiche Menschen nach Bamburgh, wo sie auf dem Friedhof der Kirche St Aidan’s beigesetzt wurde. Selbst Königin Victoria schickte einen Beileidsbrief nach Northumberland.

Man errichtete ihr zu Ehren ein Monument auf dem Kirchhof, sie liegt aber gemeinsam mit ihren Eltern in einem schmucklosen Grab. In der Kirche St Aidan’s findet man eine liegende Steinskulptur von Grace Darling. Hundert Jahre nach ihrer Heldentat, im Jahr 1938, eröffnete man in Bamburgh ein kleines Museum, in dem Erinnerungsstücke wie Kleidung und Briefe von ihr zur Schau gestellt werden; auch das Originalruderboot von damals ist hier zu sehen. 2013 erhielt das Grace Darling Museum die Certificate of Excellence der Touristikwebsite TripAdvisor.

Der Sänger und Songwriter Dave Cousins hat 1974 in seinem Lied „Grace Darling“ der jungen Frau noch einmal Tribut gezollt. Es gibt eine eigene Grace Darling gewidmete Website und viele Bücher sind über sie geschrieben worden, z.B. Hugh Cunninghams „Grace Darling: Victorian Heroine“ (Bloomsbury 2007. 203 Seiten. ISBN 978-1852855482).

In diesem Film sind einige Bilder aus dem Museum zu sehen und dieser Film zeigt einige Aufnahmen aus der Kirche St Aidan’s.

Die St Aidan's Church in Bamburgh un das Grace Darling Memorial.    © Copyright Karl and Ali and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die St Aidan’s Church in Bamburgh und das Grace Darling Memorial.
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Die Grace Darling-Skulptur in St Aidan's.    © Copyright Karl and Ali and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Grace Darling-Skulptur in St Aidan’s.
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Das Langstone Lighthouse auf den Farne Islands.    © Copyright Jim Barton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Longstone Lighthouse auf den Farne Islands.
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Published in: on 2. November 2014 at 02:00  Comments (1)  
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St John the Baptist in Tunstall (Lancashire), eine Internatsschule in Cowan Bridge (Lancashire) und die Brontë-Schwestern

Die School heute.    © Copyright Karl and Ali and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Clergy Daughters‘ School in Cowan Bridge heute.
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Wie müssen es die kleinen Brontë-Schwestern damals in den  Jahren 1824 und 1825 gehasst haben, ihr Leben nicht zuhause im Pfarrhaus in Haworth (West Yorkshire) verbringen zu können, sondern in dem Internat The Clergy Daughters‘ School in Cowan Bridge (Lancashire). Maria und Elizabeth, Charlotte und Emily, die älteste war zehn Jahre, die jüngste sechs Jahre, mussten sich in der Schule einer strengen Diszipin unterwerfen, sie wurden schlecht behandelt und bekamen wenig zu essen. Das graue Schulgebäude steht noch heute dort, wo die A65, die Brücke über den kleinen Fluss Leck Beck überquert. Eine in die Außenwand eingelassene Plakette erinnert an die Leidenszeit der kleinen Mädchen. Bald nachdem Maria und Elizabeth wieder nach Haworth zurückgekehrt waren, starben sie, vermutlich an den Auswirkungen der Internatszeit. In Charlotte Brontës Roman „Jane Eyre“ soll sie die Lowood-Schule nach ihren Erfahrungen in der Clergy Daughters‘ School in Cowan Bridge gezeichnet haben.

Jeden Sonntag mussten die Schwestern sich auf den Weg in das drei Kilometer entfernte Tunstall begeben, denn dort wurden sie in der Sonntagsschule in St John the Baptist unterrichtet. Ohne entsprechende warme Kleidung, ohne Stiefel oder Handschuhe, stapften sie im Winter durch den Schnee. In einem schmucklosen, kleinen Raum fand der Unterricht statt, und ich kann mir vorstellen wie die Mädchen hier gefroren haben mögen, denn die Winter hier oben im Norden Englands waren sehr kalt. Das Mittagessen nahmen sie in einem Zimmer über dem Kirchenportal ein, das nur über eine  Leiter erreichbar war.

Im Roman „Jane Eyre“ wurde aus der Kirche in Tunstall Brocklebridge Church. Sir Thomas Tunstall ließ die Kirche im Jahr 1415 bauen, und er wurde hier auch in der Chapel of the Holy Trinity beigesetzt, zu seinen Füßen wacht ein Löwe.

Die Plakette an der Wand der ehemaligen Schule in Cowan Bridge.    © Copyright Karl and Ali and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Plakette an der Wand der ehemaligen Schule in Cowan Bridge.
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St John the Baptist in Tunstall (Lancashire).    © Copyright Peter Wood and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St John the Baptist in Tunstall (Lancashire).
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Nicholas Breakspear alias Hadrian IV – Der einzige Papst, der aus England stammte

Bedmond in Hertfordshire. Hier wurde Hadrian IV geboren.    © Copyright Nigel Cox and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bedmond in Hertfordshire. Hier wurde Hadrian IV geboren.
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Als Anastasius IV 1154 starb, folgte ihm der erste und einzige englischstämmige Papst, Hadrian IV (im Englischen Adrian IV). Bis heute hat es kein katholisches Kirchenoberhaupt aus England mehr gegeben. Ich möchte hier in meinem Blog nichts über Hadrians Wirken damals im 12. Jahrhundert erzählen, das kann man auch an anderer Stelle nachlesen, sondern mich damit beschäftigen, was in seiner Heimat noch an ihn erinnert.

Geboren wurde der Papst in spe als Nicholas Breakspear etwa um das Jahr 1100 herum in der Nähe von Abbots Langley in Hertfordshire. Eine Tafel an der Südwand der St Lawrence Church erinnert an ihn und gibt als Geburtsort Bedmond an, ein kleines Dorf nördlich von Abbots Langley in „Hörweite“ der Autobahn M25. Hier soll er auf einer Farm das Licht der Welt erblickt haben, die es aber nicht mehr gibt. Eine Plakette markiert die Stelle, an der einst die Breakspear Farm stand.

Der Name Breakspear erinnert den einen oder anderen vielleicht an die Brauerei gleichen Namens, die früher einmal in Henley-on-Thames lag und die heute in Witney (Oxfordshire) produziert. Die Brauerei-Familie soll tatsächlich mit Papst Hadrian IV entfernt verwandt sein.

Dass man sich in Abbots Langley noch immer seines großen Sohnes bewusst ist, zeigen einige Straßennamen; da gibt es z.B.  die Breakspeare Road (mit „e“ geschrieben), die Popes Road und die Adrian Road. Am Gallows Hill Lane findet man die Breakspeare School.

Eine weitere Schule, die sich nach dem Papst benannt hat, ist die Nicholas Breakspear School in Colney Heath bei St Albans (Hertfordshire).

In Ruislip (Greater London) gibt es auch noch eine Breakspear-Zusammenballung: Da führt die Breakspear Road auf der einen Seite zum Breakspear-Krematorium (wo 1997 der Leadsänger der Rockgruppe Sweet, Brian Francis Connolly, eingeäschert wurde und an den dort eine Plakette erinnert) und auf der anderen Seite zum Breakspear Arms, einem Pub auf dessen Schild Hadrian IV den vorbeifahrenden Autofahrern seinen Segen gibt.

Der Papst starb nach nur wenigen Jahren Amtszeit im Jahr 1159; da gibt es einerseits die Vermutung, dass er sich an einer Fliege verschluckte, andererseits, dass er vergiftet wurde. Die erste Version wäre ein Novum…

Die Breakspeare Road in Abbots Langley (Hertfordshire).    © Copyright David Howard and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Breakspeare Road in Abbots Langley (Hertfordshire).
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The Breakspear Crematorium in Ruislip (Greater London).    © Copyright Russell Trebor and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Breakspear Crematorium in Ruislip (Greater London).
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The Breakspear Arms bei Ruislip (Greater London). Author: Ewan Munro. Creative Commons 2.0

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Published in: on 19. September 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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St Mary the Virgin in Essendon (Hertfordshire) – Der 3. September 1916 war ein schwarzer Tag in der Geschichte der Kirche

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Als im Ersten Weltkrieg die riesigen deutschen Luftschiffe über England ihre Bombenfracht abwarfen, muss das für die Menschen unten auf dem Boden ein furchterregender Anblick gewesen sein. In der Nacht vom 2. auf den 3. September im Jahr 1916 waren 16 Luftschiffe über England unterwegs, die London sowie Städte im Norden und im Osten angreifen sollten. Eines davon, die SL-11 unter dem Kommando von Wilhelm Schramm, wurde bei der Aktion im Norden Londons von einem englischen Flugzeug, das Second Lieutenant William Leefe Robinson steuerte, abgeschossen (ich berichtete in meinem Blog darüber). Der Kommandant des Luftschiffes L-16, Kapitänleutnant Wilhelm Sommerfeld, hielt sich ganz in der Nähe auf und musste mit ansehen, wie die SL-11 in Flammen aufging. Er lenkte daraufhin sein Schiff von London weg und warf, damit er schneller werden konnte, seine restlichen Bomben ab; das geschah über dem Ort Essendon in Hertfordshire. Die meisten Bomben fielen auf die umliegenden Felder und richteten keine besonderen Schäden an; einige trafen aber mitten ins Dorf. Dabei wurde die Kirche St Mary the Virgin schwer beschädigt. Eine Bombe fiel auf das Dach über der Sakristei, wobei das Dach, die Orgel und ein Teil der Außenwand des Altarraumes zerstört wurden. Viele Kirchenfenster konnten der Explosion nicht standhalten und zersprangen; eine wertvolle Bibel verbrannte. Da die Kirche aber versichert war, konnten die Schäden schnell wieder repariert werden und exakt ein Jahr später, am 2. September 1917, wurde St Mary the Virgin wieder in Betrieb genommen.

Doch leider forderte der Bombenabwurf von L-16 auch zwei Todesopfer. Die Schwestern Frances und Eleanor Bamford, eine 26 Jahre alt, die andere 12, kamen dabei ums Leben. Die Töchter des Dorfschmieds William Bamford wurden auf dem Kirchhof von St Mary beigesetzt, nachdem eine Trauerfeier in dem unzerstörten Teil der Kirche unter großer Anteilnahme der Bevölkerung stattgefunden hatte.

Das Luftschiff L-16 fand im Oktober 1917 sein Ende bei einer Notlandung in der Nähe von Brunsbüttel. Dabei wurde es so stark beschädigt, dass es abgewrackt werden musste.

Das Innere von St Mary the Virgin.    © Copyright John Salmon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Innere von St Mary the Virgin.
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Published in: on 17. September 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Westerham (Kent) und der General, der die Franzosen bei Quebec besiegte

General Wolfe auf dem Village Gren von Westerham. Eigenes Foto.

General Wolfe auf dem Village Green von Westerham.
Eigenes Foto.

X-mal bin ich in Westerham (Kent) auf der A25 schon an dem Hinweisschild „Quebec House“ des National Trusts vorbeigefahren und habe es bisher leider noch nicht geschafft, das Haus einmal zu besichtigen. Hier wuchs James Wolfe (1727-1759) auf, der später in Kanada als General beim Battle of the Plains of Abraham vor den Toren der Stadt Quebec eine Wende im Krieg zwischen den Briten und Franzosen herbeiführte. Die Schlacht fand am 13. September 1759 statt, wobei der Oberbefehlshaber der britischen Armee tödlich verletzt wurde. General James Wolfe ging durch die siegreiche Schlacht in die Annalen der britischen Geschichte ein und besonders stolz auf ihn ist man noch immer in seinem Geburtsort Westerham.

Im Quebec House, in dem Wolfe die ersten zwölf Jahre seines Lebens verbrachte, sind Erinnerungsstücke an den General ausgestellt und man kann sich hier über die Schlacht in Kanada informieren. Das National Trust-Haus ist während der Saison in der Regel außer montags und dienstags täglich geöffnet.

1911 errichtete man ihm zu Ehren auf dem Village Green ein Denkmal, das von dem Bildhauer Francis Derwent Wood entworfen wurde. Nur wenige Meter entfernt steht das Monument eines noch berühmteren Mannes auf dem Green: Sir Winston Churchill, der seit 1922 im nahegelegenen Chartwell House wohnte und eine enge Beziehung zu Westerham hatte.
Die Kirche St Mary’s besitzt noch das Taufbecken, in dem James Wolfe 1727 getauft wurde und ein Erinnerungsfenster, das der Präraffaelit Edward Burne-Jones entwarf.
An der High Street erinnert ein Pub namens „General Wolfe“ an den großen Sohn Westerhams.

Vor fünf Jahren stand der ganze Ort im Zeichen des Generals, als man dort den 250. Jahrestag der Schlacht von Quebec feierte und dazu gehört natürlich auch ein „reenactment“ des Battle of The Plains of Abraham.

Eine weitere Statue Wolfes findet man auch noch nahe des Old Greenwich Royal Observatorys in Greenwich, wo der General eine Zeit lang wohnte und wo er in der St Alfege’s Church beigesetzt ist. Hier hängt auch das Gemälde „The Death of Wolfe“ von Edward Peary.

In den Gärten von Stowe in Buckinghamshire erinnert „Wolfe’s Obelisk“ daran, dass der General die letzte Nacht seines Lebens auf englischem Boden hier im Stowe House verbracht hat.

Man sieht, so  schnell vergessen die Briten ihre militärischen Heroen nicht.

Nachtrag: Am 27. September 2014 habe ich nun doch endlich das Québec House besichtigt.

Das Québec House in Westerham. Eigenes Foto.

Das Québec House in Westerham.
Eigenes Foto.

The general Wolfe in Westerham.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The General Wolfe in Westerham.
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Das Taufbecken in der Kirche St Mary's in Westerham. Eigenes Foto.

Das Taufbecken in der Kirche St Mary’s in Westerham.
Eigenes Foto.

General Wolfes Denkmal in Greenwich.    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

General Wolfes Denkmal in Greenwich.
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Wolfe's Obelisk in Stowe (Buckinghamshire).    © Copyright Trevor Rickard and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wolfe’s Obelisk in Stowe (Buckinghamshire).
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Simon Sudbury – Erzbischof von Canterbury, Lordkanzler und einer der meistgehassten Männer des 14. Jahrhunderts

Simon Sudburys Schädel in der Sakristei von St Gregory's in Sudbury (Suffolk).    © Copyright Evelyn Simak and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Simon Sudburys Schädel in der Sakristei von St Gregory’s in Sudbury (Suffolk).
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Aus welcher Stadt Simon Sudbury stammt, ist leicht seinem Namen zu entnehmen, aus Sudbury in Suffolk. Man kennt ihn auch als Simon Theobald of Sudbury oder als Simon Tybald. Der Mann lebte von 1316 bis 1381, und er kletterte im Lauf seines Lebens die Karriereleiter sowohl im religiösen als auch im weltlichen Bereich schnell hinauf.

Nachdem er unter Papst Innozenz VI gedient hatte, ging er nach England zurück, bekam ein Kanzleramt in Salisbury, wurde dann Bischof von London und 1375 schließlich Erzbischof von Canterbury. Unter König Richard II übernahm Simon Sudbury auch noch das Amt des Lordkanzlers. Da hatte er sich eine Menge Arbeit aufgehalst.
Der Anfang von seinem Ende war die Einführung der „poll tax„, der Kopfsteuer, die er sich ausgedacht hatte, um Richards Krieg gegen Frankreich zu finanzieren. Keine gute Idee, denn diese ungerechte Steuer, bei der jeder den gleichen Steuerbetrag zahlen musste, egal wie reich oder arm er war, kam in weiten Teilen der Bevölkerung des Landes gar nicht gut an und führte 1381 zum Bauernaufstand. Simon Sudbury stand im Fokus des auflodernden Hasses und man machte Jagd auf ihn. Zuerst nahmen die Bauern seine Besitztümer in Canterbury und London auseinander, dann machte man sich auf den Weg zum Tower, wo man den Erzbischof/Lordkanzler ergriff und ihn am 14. Juni 1381 einen Kopf kürzer machte.
Während man seinen Körper in der Kathedrale von Canterbury beisetzte (mit eine Kanonenkugel an Stelle des Kopfes), wurde besagter Kopf in Simons Geburtsort Sudbury überführt und dort in der Kirche St Gregory’s zur Schau gestellt. Dort, in der Sakristei, befindet sich der Schädel des gehassten Erzbischofs noch immer. Vor einigen Jahren rekonstruierte eine Spezialistin an der Universität von Dundee mit Hilfe neuer Techniken die Gesichtszüge Simon Sudburys, und man fertigte Abgüsse des Kopfes an, die dann nach über 600 Jahren in der Kirche ausgestellt wurden.

Zurzeit werden in der St Gregory’s Church umfangreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen, bei denen auch das Wohnzimmer Simon Sudburys, die Sakristei, wieder auf Vordermann gebracht werden soll.

St Gregory's in Sudbury (Suffolk).    © Copyright Evelyn Simak and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Gregory’s in Sudbury (Suffolk).
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Lady Godiva – Die nackte Dame auf dem Pferd in Kunst und Musik

Lady Godivas Statue auf dem Broadgate in Coventry.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lady Godivas Statue auf dem Broadgate in Coventry.
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Der Name Lady Godiva ist sicher allgemein bekannt. Zur Erinnerung füge ich noch einmal die Kurzbeschreibung in der Wikipedia ein:

„Godiva ist Gegenstand einer Legende, die seit dem 13. Jahrhundert belegt ist: Das Volk litt unter der Steuerlast, für die ihr Ehemann verantwortlich war. Lady Godiva ertrug es nicht, die Menschen leiden zu sehen. Sie bemühte sich, ihren Mann dazu zu überreden, die Steuerlast zu senken. Er erwiderte, er würde die Steuern erst senken, wenn sie nackt durch die Stadt reitet. Denn Leofric rechnete nicht damit, dass seine Frau tatsächlich den Mut aufbringen würde, ohne Bekleidung durch die Stadt zu reiten, damit es dem Volk besser geht. Leofric, vom Mut seiner Frau beeindruckt, habe daraufhin alle Steuern erlassen, außer jene auf Pferde“.

Der berühmte Ritt soll im 11. Jahrhundert in Coventry stattgefunden haben, wo man ab dem 17. Jahrhundert zur Erinnerung Godiva-Prozessionen durchführte. Eng verbunden mit Lady Godiva ist die Geschichte vom Peeping Tom, der trotz der Anordnung, dass alle Bürger während des Rittes zu Hause bleiben und nicht aus dem Fenster sehen sollten, einen Blick auf die nackte Dame warf und daraufhin prompt erblindete. Aber wie das bei Legenden so ist, es gibt davon mehrere unterschiedliche Versionen.

Coventry fühlt sich Lady Godiva immer noch eng verbunden. 1949 stellte man ihr zu Ehren eine Statue auf dem Broadgate auf, die von dem schottischen Bildhauer William Reid-Dick gestaltet wurde. Ebenfalls auf dem Broadgate kann man die Lady Godiva Clock sehen. Zur vollen Stunde öffnet sich an einem Gebäude eine Tür und die nackte Schöne samt Pferd erscheint; gleichzeitig öffnet sich ein anderes Türchen darüber und Peeping Tom wirft von dort aus lüsterne Blicke auf Lady Godiva.

Eine weitere Statue der Dame (ohne Pferd) findet man in Coventry in der St Mary’s Guildhall, die wiederum ein Schotte geschaffen hat, William Calder Marshall, etwa um 1850 herum.
Jedes Jahr wird in Coventry im War Memorial Park das Godiva Festival durchgeführt, ein dreitägiges Musikfestival, zuletzt in diesem Jahr vom 4. bis zum 6. Juli.

Der spektakuläre Ritt im 11 Jahrhundert findet sich auch in der Musik wieder. So gibt es einige Songs, die direkt oder indirekt mit Lady Godiva zu tun haben. Mein Favorit: Simply Red mit seinem „Lady Godiva’s Room„, zu dem es ein sehr schönes Musikvideo gibt (inklusive Peeping Tom), hier zu sehen.

1966 hatte das Popduo Peter and Gordon einen Hit mit dem Titel „Lady Godiva“ (hier zu hören). Der Bürgermeister von Coventry soll an dem Lied Anstoß genommen und das Abspielen in seiner Stadt unterdrückt haben. Vielleicht hatte er Probleme mit den (harmlosen) Zeilen:
„Her long blonde hair
Hangin‘ down around her knees
All the cats who dig striptease
Prayin‘ for a little breeze“

Den gleichen Song nahm 2012 Alex Day auf und modernisierte ihn etwas. Hier ist das dazugehörende Musikvideo.
1987 veröffentlichte Cristina Hansen einen Discosong, der ebenfalls „Lady Godiva“ hieß.

Im Jahr 2010 verkörperte eine junge Dame mit langem blonden Haar in Stanton-by-Dale in Derbyshire noch einmal die Lady Godiva, in ähnlicher Mission wie damals im 11. Jahrhundert. Sie und die Bürger des Ortes protestierten auf diese Weise gegen ein Großprojekt, bei dem 4000 neue Häuser auf einer ehemaligen industriell genutzten Fläche gebaut werden sollten. Hier ist ein Film darüber.

...und noch einmal Lady Godiva in der St Mary's Guildhall in Coventry.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

…und noch einmal Lady Godiva in der St Mary’s Guildhall in Coventry.
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Die Godiva Clock inklisive Peeping Tom am Broadate in Coventry.   © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Godiva Clock inklusive Peeping Tom auf dem Broadgate in Coventry.
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Published in: on 4. August 2014 at 02:00  Comments (1)  
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Elizabeth I und ihr Picknick unter einer uralten Eiche in Northiam (East Sussex)

Die königliche Eiche, die allerdings im 16. Jahrhundert deutlich mehr Schatten spenden konnte.    © Copyright Philip Talmage and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die königliche Eiche, die allerdings im 16. Jahrhundert deutlich mehr Schatten spenden konnte.
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Queen Elizabeth I muss eine sehr reisefreudige Dame gewesen sein. Zahllose Pubs und Herrenhäuser brüsten sich damit, dass die Königin bei ihnen schon einmal übernachtet hat, so dass mancher Gastwirt der Meinung  ist, wenn er ein Schild an  seinen Pub anbringt mit der Aufschrift „Queen Elizabeth I did not sleep here“, er mehr Aufmerksamkeit erregen würde.

Am 11. August 1573 war die Königin wieder einmal unterwegs und da sie zur Mittagszeit Appetit bekam und noch keine McDonald’s und Burger Kings an den Straßen Englands zu finden waren, machte sie es sich in einem Dorf namens Northiam in East Sussex unter einer uralten Eiche bequem. Für das Picknick sorgten George Bishop und seine Familie, die in einem der Eiche gegenüberliegenden Haus wohnten und für die es sicher eine Ehre war, die Queen bedienen zu dürfen. Dieses Haus ist das heutige Hayes Hotel. Nachdem sie sich im Schatten der Eiche gestärkt hatte, ließ sie ihre grünen damastseidenen Schuhe (die sechs cm hohe Absätze hatten, also die idealen Reiseschuhe) zurück, als Erinnerung für die Dorfbewohner an den hohen Besuch. Diese royalen Schuhe sollen sich heute im örtlichen Frewen College befinden, dem ehemaligen Brickwall House, und hin und wieder zur Schau gestellt werden.

Zum 400. Jahrestag des königlichen Picknicks ließ das Hayes Hotel 1973 an der Eiche am Village Green eine Plakette anbringen, auf der das für das Dorf Northiam denkwürdige Ereignis noch einmal kurz in Erinnerung gerufen wird. Die Eichen in Sussex, so steht es auf der Plakette, leben tausend Jahre und sterben tausend Jahre und dieses Prachtstück ist schätzungsweise schon über tausend Jahre alt. Wäre es nicht einmal eine gute Idee für Queen Elizabeth II hier in Northiam ein Re-Enactment jenes denkwürdigen Picknicks ihrer Namensvetterin durchzuführen? Ich bin sicher, dass das Hayes Hotel gern für Speis und Trank sorgen würde. Der Stamm der Eiche ist auch groß genug, dass sämtliche königlichen Corgies gleichzeitig ihre Beine daran heben könnten.

Northiam liegt wenige Kilometer nordwestlich von Rye an der A28; die Eiche findet man auf dem Village Green zwischen Main Street und Church Lane.

Das Hayes Hotel am Village Green.    © Copyright Philip Talmage and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Hayes Hotel am Village Green (haunted!!).
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The Halifax Gibbet – Eine Guillotine, die noch immer in der Stadt in West Yorkshire aufgestellt ist

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An der Ecke Gibbet Street und Bedford Street in Halifax (West Yorkshire) befindet sich ein winziger, baumbestandener Park, der eine Besonderheit aufweist, die es in England kein zweites Mal gibt: Hier steht noch immer eine Guillotine, die allerdings nicht mehr benutzt wird. Lange ist es her, da wurde von The Halifax Gibbet reichlich Gebrauch gemacht. Schätzungsweise 52 Menschen (die Zahlen variieren da etwas) verloren auf diesem Platz ihren Kopf, ihre Namen stehen auf einer Tafel, die man hier angebracht hat.

Wer waren die armen Seelen, die man in Halifax enthauptete und warum tat man das überhaupt? Es waren keine Mörder oder Schwerverbrecher, die man mit Hilfe der Guillotine hinrichtete, es waren kleine Diebe, die Stoffe gestohlen hatten. 1650 waren Anthony Mitchell und John Wilkinson die Letzten, die man hier um einen Kopf kürzer machte. Damals gab es ein Gesetz, Gibbet Law genannt, wodurch jeder hingerichtet werden konnte, der Waren im Wert von 13 ½ Pence und mehr gestohlen hatte. Die Stoffherstellung war seinerzeit in der Stadt im Westen Yorkshires extrem wichtig und Grundlage für einen gewissen Wohlstand, der sich hier breit gemacht hatte. Und da wollte man mit drastischen Methoden dem Diebstahl des wertvollen Gutes einen Riegel vorschieben.

Oliver Cromwell verbot den weiteren Einsatz der Enthauptungsmaschine und man baute sie (sehr zur Erleichterung weiterer potentieller Diebe) ab. Die steinere Plattform auf der das Gerät stand, blieb erhalten und im August 1974 stellte man eine Replika des Halifax Gibbets darauf. Ob wohl dadurch die Diebstahlsquote in der Stadt drastisch gesunken ist?

In dem Lied „From Hull, Hell and Halifax“ (hier zu hören) geht es u.a. auch um The Halifax Gibbet.

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Published in: on 15. Mai 2014 at 02:00  Comments (1)  
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Captain James Cook und seine Lebensstationen in Nord-England im Bild

This work of art is in the public domain.

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James Cook (1728 – 1779) war einer der bedeutendsten Seefahrer und Entdecker Großbritanniens. Sein Leben fand am 14. Februar 1779 ein Ende, als er auf Hawaii erstochen und sein Leichnam zerstückelt wurde. In Nord-England, dort wo er das Licht der Welt erblickte, wird er noch heute verehrt, was sich in Denkmälern und Museen manifestiert. Hier ist eine Auswahl an James Cook-Gedenkstätten.

Geboren wurde er am 27. Oktober 1728 in Marton, einem Dorf in North Yorkshire, heute ein Vorort der Stadt Middlesbrough. Dort, wo sein Geburtshaus einmal stand, befindet sich heute die James Cook Birthplace Memorial Urn:

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Gleich daneben findet man das Captain Cook Birthplace Museum, das anlässlich seines 250. Geburtstages 1978 eröffnet wurde. Hier werden u.a. persönliche Gegenstände aus seinem Besitz und Erinnerungsstücke, die er von seinen Weltreisen mitbrachte, ausgestellt:

Author: John Yeadon. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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Auf dem Village Green von Marton steht ein Gedenkstein, der aus Point Hicks in Australien stammt. Diese Landzunge war das erste, was James Cook vom fünften Kontinent auf seiner Entdeckungsreise 1770 sehen konnte:

Der Gedenkstein aus Australien ist ganz rechts im Bild zu sehen.    © Copyright Stephen McCulloch and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Gedenkstein aus Australien ist ganz rechts im Bild zu sehen.
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Von Marton zogen Cooks Eltern nach Great Ayton (North Yorkshire) auf die Aireyholme Farm, etwas weiter südlich von Middlesbrough:

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In Great Ayton besuchte James die örtliche Schule, in der heute das Captain Cook Schoolroom Museum untergebracht ist:

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Auf einem der beiden Village Greens in Great Ayton, dem High Green, wurde 1997 eine Skulptur eingeweiht, die James Cook als Jungen zeigt, geschaffen von Nicholas Dimbleby (Bruder von Jonathon und David Dimbleby):

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Sehr viel früher, nämlich 1827, stellte der Bankier Robert Campion aus Whitby auf dem Easby Moor oberhalb von Great Ayton das Captain Cooks Monument auf:

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Mit 16 Jahren ging James nach Staithes an die Ostküste von Yorkshire, wo er in dem kleinen Fischerort im Dorfladen arbeitete und wo er wohl auch erstmals Gefallen am Meer fand. Der Laden wurde 1812 abgerissen, das Captain Cook & Staithes Heritage Centre zeigt Erinnerungsstücke aus dem Leben des Seefahrers:

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Die nächste Station im Leben des James Cook war die Küstenstadt Whitby, wo er einst von 1746 bis 1749 in der Grape Lane wohnte. Hier hat man jetzt das Captain Cook Memorial Museum eingerichtet:

Das Museum ist das rote Haus links.    © Copyright Gordon Hatton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Museum ist das rote Haus links.
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Schließlich errichtete man 1912 am West Cliff von Whitby noch das Captain Cook Monument, das den Seefahrer zeigt wie er aufs Meer hinausblickt. John Tweed war der Bildhauer, der diese überlebensgroße Statue schuf:

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Published in: on 6. Mai 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Whitby im Osten von Yorkshire – Hier wurde am 3. Februar 1940 das erste deutsche Flugzeug über britischem Boden abgeschossen

Eine Heinkel 111H. Attribution: Bundesarchiv. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license.

Eine Heinkel 111.
Attribution: Bundesarchiv.
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Feldwebel Hermann Wilms, Unteroffizier Rudolf Leushake, Unteroffizier Karl Missy und Unteroffizier Johann Meyer waren die Besatzungsmitglieder einer Heinkel 111, die am 3. Februar 1940 im Osten der Grafschaft Yorkshire angeschossen und damit zu einer Bruchlandung gezwungen wurde. Es war das erste deutsche Flugzeug, das im Zweiten Weltkrieg über britischem Boden abgeschossen wurde. Leushake und Meyer kamen bei dem Crash ums Leben, Missy und Wilms gerieten in Kriegsgefangenschaft. Der Heinkel-Bomber, der in Schleswig gestartet war, hatte den Auftrag, zusammen mit einigen anderen Bombern, einen britischen Schiffskonvoi ausfindig zu machen, der vor der Nordostküste unterwegs sein sollte, und diesen anzugreifen. Die Radarstationen hatten die Flugzeuge auf ihrem Schirm und meldeten das an den Flugplatz RAF Acklington in Northumberland weiter. Dort stiegen drei Hawker Hurricanes auf, um die deutschen Maschinen abzufangen. Sie trafen auf die Heinkel, die von Feldwebel Wilms gesteuert wurde, und nahmen sie unter Beschuss. Schwer angeschlagen flog diese im Tiefflug über die Dächer der Küstenstadt Whitby, bis sie schließlich drei Kilometer weiter westlich auf dem Gelände der Bannial Flatt Farm herunterkam. Die verhängnisvollen Schüsse auf die deutsche Maschine gab übrigens Flight Lieutenant Peter Townsend ab, der später durch seine Liebesbeziehung zu Prinzessin Margaret, Schwester der Königin, bekannt wurde.

Der genaue Absturzort des Heinkel-Bombers befindet sich dort, wo sich die Straßen A171 und A169 kreuzen; am Kreisverkehr hat man einen Erinnerungsstein aufgestellt mit der Inschrift:

The first enemy aircraft to be shot down in England during the Second World War fell 80 yards opposite this tablet on 3rd February 1940„.

Die beiden getöteten deutschen Soldaten wurden auf dem Militärfriedhof von Catterick in North Yorkshire beigesetzt, später wurden sie zum German War Cemetery nach Cannock Chase in Staffordshire gebracht.


Published in: on 25. April 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Clifford’s Tower – Ein mysteriöser Turm mitten in der Stadt York

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Mitten in York steht wie ein abgebrochener Zahn der Clifford’s Tower, einziger Überrest der Burg, die vor langer Zeit an dieser Stelle die Stadt beherrschte. Warum der Turm so heißt, konnte nie so ganz geklärt werden; anfangs hieß er der King’s Tower, 1596 wurde er erstmals als Clifford’s Tower erwähnt, wahrscheinlich weil ein gewisser Roger de Clifford hier aufgehängt wurde. Dieser beteiligte sich an einer Rebellion gegen Edward II und wurde in der Schlacht von Boroughbridge 1322 schwer verwundet, gefangengenommen und zum Tode verurteilt. Am 23. März knüpfte man ihn in der Burg auf.

Der Clifford’s Tower bzw. King’s Tower hatte schon 1190 ein Schicksalsjahr erlebt. Bei anti-semitischen Unruhen flüchteten die ortsansässigen Juden in den damals noch hölzernen Turm und verbarrikadierten sich hier. Der Mob steckte ihn an und vor lauter Verzweiflung begingen die meisten der Juden Selbstmord; ein düsteres Kapitel in der Geschichte der Stadt York. Erst wurde der Turm wieder aus Holz aufgebaut, später durch einen steinernen mit dicken Mauern ersetzt. In den folgenden Jahrhunderten diente der Clifford’s Tower eine Zeit lang als Gefängnis, sollte abgerissen werden, was aber bei der Bevölkerung auf Widerstand stieß, wurde 1644 bei einer Belagerung beschädigt, dann wieder repariert und 1684 bei einem Feuer schwer verwüstet. Später folgte noch einmal eine Verwendung als Gefängnis und heute dient der Turm nur noch Touristen, die sich daran ergötzen, auf seinen geschichtsträchtigen Mauern herumzuklettern.

Umgeben ist der Clifford’s Tower von einem großen Parkplatz; wohl kaum einer der hier nach einem Platz suchenden Autofahrer wird sich wohl darüber Gedanken machen, was sich an dieser Stelle alles abgespielt hat.

Natürlich ist der Turm auch „haunted„, kein Wunder bei dem vielen Blut, was hier vergosssen wurde. Apropos Blut, es gibt einige Steine in der Mauer, die sich immer wieder rot färben. Das liegt an dem Massaker an den Juden, meinen einige; Quatsch, das ist ein spezieller Pilzbefall sagen die Wissenschaftler. Wie der Historiker und Geisterjäger Richard Felix in dem Film „Ghosts of York“ erzählt, sind im Clifford’s Tower unerklärliche Phänomene beobachtet worden wie „Orbs“ (mysteriöse weiße Flecken)  und Nebelschwaden; Fußstapfen und zuschlagende Türen ließen die nächtlichen Phantomjäger über ihren Ursprung rätseln. Auch Richard Felix erlebte bei seinem Besuch mit der Filmcrew etwas Merkwürdiges: Die Film- und Tonaufnahmen, die sie im Clifford’s Tower machten, waren beim späteren Betrachten im Studio alle misslungen, so dass sie alles noch einmal wiederholen mussten.

Der Clifford’s Tower ist fast an jedem Tag des Jahres geöffnet; der Eintritt kostet £4.30.

Hier ist ein Film aus dem Jahr 2013, als man den Clifford’s Tower illuminierte.

Im Inneren des Clifford Towers. Eigenes Foto.

Im Inneren des Clifford’s Towers.
Eigenes Foto.

Blick vom Clifford Tower. Eigenes Foto.

Blick vom Clifford’s Tower auf die Stadt York.
Eigenes Foto.

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Published in: on 24. April 2014 at 02:00  Comments (5)  
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Burston in Norfolk und der längste Streik in der Geschichte Großbritanniens

Die Burston Strike School.    © Copyright Richard Rice and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Burston Strike School, rechts das Village Sign des Dorfes.
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Auf den Tag genau 100 Jahre ist es heute her, als am 1. April 1914 der längste Streik in der Geschichte Großbritanniens begann…und bis 1939 dauerte. Schauplatz war das kleine Dorf Burston, rund fünf Kilometer nördlich von Diss gelegen.

Es begann damit, dass das Lehrerehepaar Tom und Annie Higdon, die an der Dorfschule unterrichteten, vom Schulvorstand von Burston entlassen worden war. Tom Higdon hatte sich bei den Farmbesitzern und dem Pfarrer Charles Tucker Eland unbeliebt gemacht, weil er sie bei den Kommunalwahlen besiegt hatte und weil er ständig darauf beharrte, dass die hygienischen Verhältnisse in der Schule verbessert werden mussten. Außerdem setzte sich das Lehrerehepaar immer wieder für die Kinder der Farmarbeiter ein, denen es nicht gut ging, weil ihre Eltern so wenig verdienten, während das Einkommen des Pfarrers z.B.  das x-fache betrug. Also versuchte man, die beiden mit allen Mitteln loszuwerden, indem man ihnen Fehlverhalten unterstellte. Obwohl eine Untersuchungskommission sie von allen Vorwürfen freisprach, mussten Tom und Annie Higdon gehen. Die Folge: Von den 72 Schulkindern blieben 66 ab sofort dem Unterricht fern und bestreikten ihre Schule. Stattdessen besuchten sie eine Behelfsschule, die die Higdons auf dem Dorfanger errichteten. Die Schulbehörde wollte das nicht durchgehen lassen, verklagte die Eltern und belegte sie mit einer Geldstrafe. Vor dem Gerichtsgebäude wurde gesammelt, so dass die Eltern die Strafe gleich bezahlen konnten.

Als der Winter nahte, zog die provisorische Schule in leerstehende Werkstätten im Dorf um; da das aber kein Dauerzustand sein konnte, ging man an die Öffentlichkeit und bat um Spenden für ein neues Schulgebäude. Aus ganz Großbritannien trafen Spenden ein, einige Gewerkschaften machten sich stark für die mutigen Lehrer, Eltern und Kinder und so konnte 1917 die neue Schule eröffnet werden.

Die Burston Strike School blieb bis 1939 in Betrieb, musste dann aber nach dem Tode von Tom Higdon schließen, denn seine Frau konnte den Unterricht allein nicht mehr bestreiten, sie war inzwischen auch über 70 Jahre alt. So ging nach 25 Jahren der in die Geschichte eingegangene längste Streik aller Zeiten zu Ende. Die Kinder wechselten wieder in die Dorfschule über, in der aber zwischenzeitlich andere, bessere Verhältnisse herrschten.
Die Dorfhelden Tom und Annie Higdon liegen auf dem Kirchhof von St Mary’s begraben; ihrer und dem von ihnen ausgelösten Streik wird jedes Jahr im September mit einer Feier in Burston gedacht.

Die Burston Strike School, zwischen Village Green und St Mary’s gelegen, ist zu einem kleinen Museum umgebaut worden. Dieses Video zeigt eine der Gedenkfeiern, die an der alten Schule stattfand.

Die BBC verfilmte die Geschichte 1985 unter dem Titel „The Burston Rebellion“ mit Eileen Atkins und Bernard Hill in den Hauptrollen.

Das Buch zum Artikel:
Pamela Scobie: The School That Went On Strike. Oxford University Press 1991. 170 Seiten. ISBN 978-0192716477. Das Buch ist vergriffen, aber antiquarisch leicht zu bekommen.

 

In diesem Cottage am Mill Green in Burston lebten die Higdons.    © Copyright Adrian S Pye and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In diesem Cottage am Mill Green in Burston lebten die Higdons.
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Das Lehrerehepaar bleibt in Burston unvergessen.    © Copyright Adrian S Pye and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Lehrerehepaar bleibt in Burston unvergessen.
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Published in: on 1. April 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Straßenräuber Dick Turpin und die Pubs, die sich noch heute mit seinem Namen brüsten

Dick Turpin (1705-1739) war kein sehr angenehmer Zeitgenosse. Er verbrachte einen großen Teil seines Lebens damit, andere Menschen auszurauben und zu töten. Kein Wunder, dass er bei diesem Lebenswandel  nicht älter als 34 Jahre wurde; man hängte ihn am 7. April 1739 in York auf, etwa dort, wo heute der Pferderennplatz der Stadt untergebracht ist.

Dick Turpin hätte sich damals bestimmt nicht vorstellen können, dass noch 275 Jahre nach seinem Tod zahlreiche Pubs in England sich in der einen oder anderen Weise damit „brüsten“, dass der Räuber irgendwann einmal in ihren Mauern Zuflucht gesucht oder übernachtet hatte. Ich habe gelesen, dass es um die 200 Pubs sein sollen!! Ich habe einmal einige Beispiele zusammengetragen:

The Bluebell Inn in Hempstead (Essex). Hier wurde Dick Turpin 1705 geboren; der Gasthof, der später auch The Rose & Crown hieß, wurde von Dicks Vater John Turpin geführt.

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Ye Olde Swan in Woughton-on-the-Green (Buckinghamshire). Hier soll sich Dick Turpin mehrfach vor seinen Verfolgern versteckt haben, nachdem er Kutschen überfallen hatte, die auf der alten Römerstraße Watling Street unterwegs waren. Vor dem Pub liegt noch immer der Stein von dem aus Turpin auf sein Pferd sprang,wenn er wieder einmal schnell das Weite suchen musste.

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The Cock Inn in Sibson (Leicestershire). Man sagt, dass Dick Turpin sich auch hier auf der Flucht versteckte und zwar im Kamin, und dass er sein Pferd Black Bess im Keller unterbrachte. Damit ihn die Dorfbewohner nicht verrieten, soll er sie mit Freibier versorgt haben.

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The Ferry Inn in Brough (East Riding of Yorkshire). Hier soll sich der Straßenräuber 1737 unter dem Namen John Palmer einquartiert haben. Nachdem er den Hahn des Gastwirts erschossen hatte, wurden Ermittlungen gegen „John Palmer“ aufgenommen und man bekam heraus, wer er wirklich war.

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The Dew Drop Inn bei Hurley (Berkshire). In diesem ziemlich abseits gelegenen Pub stieg Dick Turpin mehrfach ab, wie immer begleitet von seinem treuen Pferd Black Bess.

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The Holly Bush Inn in Makeney (Derbyshire). Ein weiteres „watering hole“ für Dick Turpin; in der Umgebung soll er mehrere Raubzüge unternommen haben.

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Das ist also nur eine kleine Auswahl an Dick Turpin-Pubs. Hier ist ein witziger Song über den Räuber, der sein Leben in etwas über zwei Minuten zusammenfasst und hier ein Sketch von Morecambe & Wise.

Das Memorial to the Executed auf dem Tower Green in London – In Erinnerung an zehn Hinrichtungen

Das Memorial auf dem Tower Green. This photo is release this work into the public domain.

Das Memorial auf dem Tower Green.
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Im Londoner Tower, genauer gesagt auf dem Tower Green, steht seit dem 4. September 2006 ein modern gestaltetes Denkmal, das an die zehn Menschen erinnert, die an dieser Stelle hingerichtet wurden. Manche gehen vielleicht achtlos an diesem Kunstwerk vorbei, das von dem Bildhauer Brian Catling entworfen wurde, ohne zu wissen, worum es sich hierbei handelt.

Hinrichtungen waren früher in England in den meisten Fällen öffentlich, viele wurden auf dem Tower Hill durchgeführt, aber es gab auch einige „sensible“ Exekutionen, bei denen es sich z.B.  um Mitglieder des Königshauses oder um Frauen handelte und die vollstreckte man lieber hinter den dicken Mauern des Towers auf dem dortigen Green.

Wer waren diese zehn Menschen, die an dieser Stelle ihren Tod fanden?
– Der erste war William Hastings, 1st Baron Hastings, der am 13. Juni 1483 hier auf Anordnung des späteren Königs Richard III wegen Verrats enthauptet wurde.

– Es folgte Jahre später, am 19. Mai 1536, Anne Boleyn, die zweite Frau Heinrichs VIII; auch sie wurde wegen angeblichen Hochverrats zum Tode verurteilt und auf dem Tower Green enthauptet.

– Fünf Jahre später traf es Margaret Pole, Countess of Salisbury, und zwar am 27. Mai 1541. Sie hatte den Fehler begangen, sich gegen Heinrich VIII zu stellen, worauf er sie des Verrats bezichtigte und ohne Verfahren hinrichten ließ. Diese Exekution verlief besonders blutig und grausam, da der Henker wenig Erfahrung besaß und elf Axthiebe benötigte, um die Gräfin zu töten.

– Am 13. Februar 1542 war die fünfte Frau Heinrichs VIII an der Reihe. Catherine Howard beging in ihrer Ehe einen Seitensprung mit einem jüngeren Mann, Thomas Culpeper. Die Folge: Enthauptung auf dem Tower Green (natürlich wurde auch ihr Liebhaber hingerichtet, aber nicht im Tower, sondern in Tyburn).

– Ebenfalls am 13. Februar 1542, kurz nach der Exekution von Catherine Howard, rollte der Kopf von Jane Boleyn, Viscountess Rochford. Sie war mit Anne Boleyns Bruder verheiratet und war Schwägerin Heinrichs VIII. Grund für ihre Hinrichtung: Als „Lady-in-Waiting“ für Catherine Howard arrangierte sie die Geheimtreffen zwischen der Königin und ihrem Liebhaber Thomas Culpeper, was unausweichlich nach der Entdeckung zu ihrem Tode führte. Dieses Mal traf der Henker besser, er benötigte nur einen Axthieb um Jane Boleyn zu töten.

– Am 12. Februar 1554 wurde die erst siebzehnjährige Lady Jane Grey, die „Nine Days Queen“, hier auf dem Tower Green enthauptet, auf Anordnung von Queen Mary, später „Bloody Mary“ genannt. Am gleichen Tage wurde auch Jane Greys Ehemann, Guildford Dudley, hingerichtet, allerdings auf dem Tower Hill.

Robert Devereux, 2nd Earl of Essex, schließlich war der letzte Adlige, der hier seinen Kopf verlor. Der ehemalige Günstling Elizabeths I fiel in Ungnade, versuchte einen Staatsstreich und wurde wegen Verrats zum Tode verurteilt. Am 25. Februar 1601 brauchte man drei Axthiebe, um den Earl ins Jenseits zu befördern.

Noch einmal verloren drei Menschen ihr Leben auf dem Tower Green. Am 19. Juli 1743 wurden drei Soldaten des Black Watch Regiments wegen Meuterei erschossen. Corporal Malcolm McPherson, Corporal Samuel McPherson und Private Farqhuar Shaw waren die letzten, die hinter den Mauern des Towers exekutiert wurden.

Das Memorial von Brian Catling ersetzt eine einfache Aluminiumtafel, auf der die Namen der Hingerichteten festgehalten waren. Hier ist ein kurzer Schwenk über das Denkmal.

Das Tower Green.   © Copyright Chris Gunns and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Tower Green.
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Zwei bemerkenswerte Brücken Teil 2: Die Bow Bridge in Leicester – Richard III und eine Wahrsagerin

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Vor einigen Monaten schloss ich mich einer geführten Tour an, die auf den Spuren von Richard III durch die Stadt Leicester führte (ich berichtete in meinem Blog darüber). Im letzten Jahr fand man dort ja das Skelett des Königs unter einem Parkplatz, was sogar in den großen nationalen und internationalen Tageszeitungen für Schlagzeilen sorgte. Die Tour machte auch an der Bow Bridge Halt, die über den River Soar führt.

Am Morgen des 21. August 1485, einem Sonntag, zog Richard III „with great triumph and pomp“ über diese Brücke in die Schlacht von Bosworth, die er nicht überleben sollte. Eine alte Frau beobachtete den Auszug aus Leicester und machte eine Prophezeiung: Dort wo der König   mit seinen Sporen gegen einen Stein der Brückenbrüstung stoßen wird, an dieser Stelle wird er bei der Rückkehr aus der Schlacht auch mit seinem Kopf stoßen. Die Wahrsagerin hatte Recht, denn nachdem der König in der Schlacht gefallen war, legte man seinen Körper quer über ein Pferd und brachte ihn nach Leicester zurück. Beim Überqueren der Bow Bridge stieß dann tatsächlich sein Kopf gegen die gleiche Stelle. Diese Legende/Geschichte ist auf einer Tafel festgehalten, die direkt an der Brücke angebracht ist. Natürlich handelt es sich nicht mehr um die gleiche Brücke wie damals im Jahr 1485; die heutige Bow Bridge wurde 1862 an der gleichen Stelle errichtet, wo die alte stand.

Die Stadtväter von Leicester widmeten die Gestaltung der Brücke ganz dem in der Schlacht von Bosworth gefallenen König: Das Geländer ist mit der weißen Rose von York, Richards Emblem, dem weißen Eber, und seinem Wahlspruch „Loyaulte me Lie“ (Loyalty binds me) verziert.

Bis vor kurzer Zeit war man der Meinung, dass Richards Leiche damals in der Nähe der Brücke in den River Soar geworfen wurde,  worüber eine weitere Plakette an der Bow Bridge informiert; eine Falschinformation wie man jetzt weiß.

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden in der ersten Jahreshälfte die Überreste des Königs in der Kathedrale in Leicester beigesetzt (es gibt auch eine Fraktion, die sie nach York holen will). Pläne für ein Grabmal existieren bereits und die Nachfrage nach Plätzen in der Kathedrale für die Trauerfeier scheint sehr groß zu sein wie das „Ricardian Bulletin“ in seiner Ausgabe vom Dezember 2013 berichtet.

Am 3. Oktober letzten Jahres erschien ein Buch von Philippa Langley, der treibenden Kraft für die Suche nach den Gebeinen des Königs unter dem Parkplatz in Leicester, mit dem Titel „The King’s Grave“, das über die Ausgrabungsarbeiten berichtet:

Philippa Langley & Michael Jones: The King’s Grave: The Search for Richard III“. John Murray 2013. 320 Seiten. ISBN 978-1848548909.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Blick von der Bow Bridge auf den River Soar. Eigenes Foto.

Blick von der Bow Bridge auf den River Soar.
Eigenes Foto.

Foto meines Exemplares. Hier handelt es sich um die US-Ausgabe; die englische Ausgabe hat ein anderes Umschlagbild und einen anderen Untertitel.

Foto meines Exemplares. Hier handelt es sich um die US-Ausgabe; die englische Ausgabe hat ein anderes Umschlagbild und einen anderen Untertitel.

RAF Fauld in Staffordshire – Hier ereignete sich die schwerste Explosion während des Zweiten Weltkriegs

Der Gedenkstein für die Opfer des Explosionsunglücks am Rande des Kraters.    © Copyright David Stowell and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Gedenkstein für die Opfer des Explosionsunglücks am Rande des Kraters.
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Unter dem Militärflugplatz Fauld in Staffordshire, in der Nähe des Dorfes Hanbury, ereignete sich die größte Explosion des Zweiten Weltkrieges, wenn man einmal von den Atombombenabwürfen absieht, und das nicht einmal unter Feindeinwirkung.
Seit dem 12. Jahrhundert wurde in dieser Gegend von Staffordshire Gips abgebaut und in den entstandenen Höhlen lagerte das Militär riesige Vorräte an Bomben und Munition. Am 27. November 1944 kam es gegen Mittag zu einer gewaltigen Explosion, die man noch in Leicester und Birmingham hören konnte; sogar in Rom schlugen seismische Überwachungsgeräte aus, wo man das für ein Erdbeben hielt. Rund 4000 Tonnen an explosivem Material detonierten, wodurch Unmengen an Felsen und Erde in die Luft geschleudert wurden und so ein Krater entstand, der 40 Meter tief und einen Durchmesser von einem halben Kilometer hatte. Wäre das gesamte Munitionsdepot explodiert, so wären wohl ganze Teile von Staffordshire verwüstet worden.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, wurde nie eindeutig geklärt, aber man vermutete, dass unsachgemäßer Umgang mit dem hochexplosivem Material die Ursache war.

Etwa 70 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben: Personal des Flugplatzes, Angestellte einer Fabrik, die das gewonnene Gips weiterarbeitete und einige Farmarbeiter, die zu dem Zeitpunkt gerade auf den Feldern waren. Auch zahlreiche Rinder, die in der Nähe weideten, wurden getötet. Hohe Sachschäden entstanden an mehreren Bauernhöfen und im Dorf Hanbury. Das Dorfgasthaus The Cock Inn wurde so schwer beschädigt, dass es neu aufgebaut werden musste. Nicht auszudenken, wenn die Region stärker besiedelt gewesen wäre, dann läge die Zahl der Todesopfer weit höher.

Das Gebiet, in dem sich die Explosion ereignete, ist bis heute weiträumig abgesperrt, denn noch immer lagern Bomben und Munition tief unten; es erwies sich als zu kostspielig, deren Bergung vorzunehmen und wohl auch zu gefährlich.

Am Rande des zugewachsenen Kraters hat man ein Denkmal für die Opfer der Explosion errichtet und deren Namen auf einer Platte festgehalten.

Hier ist eine Sendung von BBC4, die über das Unglück berichtet.

Das Buch zum Artikel:
Valerie Hardy: Voices from the Explosion – RAF Fauld, the World’s Largest Accidental Blast, 1944. Guideline Books 2012. 160 Seiten. ISBN 978-1843065487.

Das Munitionsdepot unterhalb von RAF Fauld.  This artistic work created by the United Kingdom Government is in the public domain.

Das Munitionsdepot unterhalb von RAF Fauld.
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Der zugewachsene Krater, den die Explosion hinterließ.    © Copyright Frank Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der zugewachsene Krater, den die Explosion hinterließ.
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Der damals verwüstete und wieder aufgebaute Cock Inn in Hanbury (Staffordshire).    © Copyright Mick Malpass and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der damals verwüstete und wieder aufgebaute Cock Inn in Hanbury (Staffordshire).
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Published in: on 28. Dezember 2013 at 02:00  Kommentar verfassen  
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