Let’s talk about cattlegrids

Cattle grid in Lancashire.
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Ein „cattlegrid“ ist, um die deutschsprachige Wikipedia zu zitieren, „eine bodengleich angeordnete Viehsperre, die von Fahrzeugen ohne Halt passiert werden kann, für Weidetiere wie Rinder oder Schafe, aber auch Großwild, jedoch ein schwer zu überwindendes Hindernis darstellt, da die Tiere darauf keinen festen Tritt finden„.

Diese sogenannten Viehsperren findet man in vielen Ländern der Welt, in England vor allem in den Landesteilen, wo Schafe auf den Wiesen und Feldern grasen, beispielsweise in Devon und Yorkshire. Jeder, der mit seinem Auto schon einmal darüber gefahren ist, kennt das ratternde Geräusch, das diese Gitter verursachen.

Paarhufer scheuen vor den cattlegrids zurück und bleiben dort, wo sie sein sollen. Allerdings gibt es auch besonders schlaue Tiere, die Anlauf nehmen und darüber hinweg springen oder sich einfach selbst einen Weg daran entlang suchen wie dieser Elch.

Cattlegrids können aber auch für Menschen gefährlich werden, die mit Geräten darüber hinweg fahren, die dafür nicht unbedingt gedacht sind, wie Mountain Bikes und Skateboards.

Achtung Reifenschlitzer! Da würde ich lieber nicht drüber fahren wollen.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)
Hier, in Devon, wird es den Schafen leicht gemacht, auszubüxen.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)
Selbst an dieser Autobahnausfahrt der M62 in Greater Manchester findet sich ein cattlegrid.
Photo © Paul Hogg (cc-by-sa/2.0)
Ohne Worte.
Author: minipixel.
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Published in: on 15. Oktober 2021 at 02:00  Comments (5)  

Der Snake Pass – Eine nicht ganz ungefährliche Straße in Derbyshire

Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

Der Snake Pass ist ein etwas höher gelegener Teil der A 57 im Peak District, die von Sheffield nach Manchester führt. Genau genommen ist es die Straße zwischen Glossop und dem Ladybower Reservoir.  Dieses Teilstück windet sich zwar in einigen Teilen wie eine Schlange, doch der Name kommt von dem Snake Pass Inn, der an der Straße liegt. Der Pub hieß früher nur Snake Inn und trug das Wappen der Herzöge von Devonshire. Teil des Wappens ist eine sich auf einem Helm windende Schlange. Leider wurde auch dieser Pub vor einigen Jahren geschlossen

Bereits 1820 wurde die Straße als direkte Verbindung zwischen den beiden Großstädten gebaut, verlor aber im 20. Jahrhundert an Bedeutung, weil eine weiter nördlich gelegene Straße gebaut wurde, die nicht so hoch gelegen ist und im Winter nicht so leicht durch Schneeverwehungen gesperrt werden muss. Der Snake Pass ist manchmal bis zu 70 Tagen im Jahr auf Grund schlechter Wetterverhältnisse gesperrt.

Der Snake Pass ist nicht so ganz einfach zu befahren, und er hat eine hohe Unfallquote. Zwischen 2017 und 2019 ereigneten sich auf der Straße 28 schwere beziehungsweise tödliche Unfälle. Trotzdem ist sie in Autofahrer- und Motorradfahrerkreisen sehr beliebt wie dieser Film zeigt.

Photo © Stephen Burton (cc-by-sa/2.0)
Der Snake Pass Inn, leider geschlossen.
Photo © Alex McGregor (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 26. September 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Lindisfarne in Northumberland Teil 1: Die Gefahren des Holy Island Causeways

Photo © James T M Towill (cc-by-sa/2.0)

Das Lindisfarne Castle vor der Küste Northumberlands gehört zu den Attraktion dieser nordöstlichen Grafschaft Englands. Die Burg liegt auf der Holy Island, einer Insel, die durch einen Damm mit dem Festland verbunden ist. Mit dem Auto benötigt man etwa zehn Minuten, um die Insel zu erreichen. Es gibt mehrere Übernachtungsmöglichkeiten auf der Insel wie zum Beispiel das Lindisfarne Hotel oder The Crown and Anchor. Doch die meisten Besucher verbringen nur eine gewisse Zeit auf der Holy Island und fahren dann wieder auf das Festland zurück.

Und da kann es Probleme geben, denn der Holy Island Causeway wird zweimal am Tag von den Fluten der Nordsee überspült und dann ist es nicht mehr möglich, die befestigte Straße zu befahren. Auf beiden Seiten des Causeways weisen große Schilder auf die Gefahren hin, zusätzlich sind dort Gezeitentabellen angebracht, so dass sich die Autofahrer genau informieren können, ob es sicher ist, die Straße zur Insel oder von der Insel zu befahren.

Und dennoch gibt es immer wieder leichtsinnige Menschen, die die Warnungen in den Wind schlagen und bei steigender Flut beziehungsweise unsicherer Wetterlage losfahren. Starke Seitenwinde können die Gefahrenlage noch erhöhen und Fahrzeuge ins Meer ziehen. Manchmal fahren sich Autos auch fest, wenn sie zu sehr von der asphaltierten Straße abkommen. Wer es nicht mehr schafft und von den Fluten gefangen wird, für den steht eine auf Stelzen stehende „refuge box“ zur Verfügung, von der aus man über die 999 die Küstenwache alarmieren kann. Wer Pech hat, kann sein Auto abschreiben, wenn es vom Wasser überspült wird. Die Rettungsaktionen sind ganz schön teuer; wenn ein Hubschrauber eingesetzt wird, liegen die Bergungskosten bei mehreren tausend Pfund.

Dieser Film zeigt einige riskante Überquerungsversuche und hier ist die haarsträubende Fahrt eines Taxis zu sehen, das es gerade noch zur „refuge box“ schafft.

Die „refuge box“.
Photo © Nick Mutton (cc-by-sa/2.0)
Die Gezeitentabelle.
Author: malivsey.
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NO!!!
Author: ahisgett.
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Und da wollen sie alle hin, zum Lindsifarne Castle.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 8. September 2021 at 02:00  Comments (1)  

Die Spaghetti Junction in Birmingham

Author: Highways Agency.
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Am 24. Mai 1972, also vor fast 50 Jahren, wurde der Gravelly Hill Interchange in Birmingham eröffnet. Dieser Autobahnverteiler mit riesigen Ausmaßen erinnert mich an den Four Level Interchange in Los Angeles, den ich einige Male befahren habe.
Aus dem Gravelly Hill Interchange wurde bald Spaghetti Junction, ein passender Begriff für dieses Straßenknäuel. Hier treffen mehrere Autobahnen und A-Straßen zusammen: Die M6, der Aston Expressway (A38M), die A38 und die A5127. Einige andere Straßen tummeln sich hier auch noch, dazu kommen zwei Eisenbahnlinien und drei Kanäle, die sich an an der sogenannten Salford Junction ein Stelldichein geben. In diesem Bereich von Birmingham ist also ganz schön was los.

Nach der Eröffnung der Spaghetti Junction befuhren ca 40 000 Fahrzeuge pro Tag diesen Verteiler; heute hat sich diese Zahl vervielfacht. Die Bauzeit dieses etwa 25 m hohen, auf über 550 Betonsäulen ruhenden Straßenmonsters betrug vier Jahre.

Reparaturarbeiten sind hier immer wieder fällig, was zum einen auf die hohe Belastung durch den Verkehr zurückzuführen ist, zum anderen durch die Tonnen von Salz und Streumaterial, die im Winter auf die Straßen gekippt werden.

Die Baukosten betrugen damals £10.8 Millionen und um den Verteiler zu bauen, mussten 160 Häuser, eine Fabrik, ein Pub und ein Bankgebäude abgerissen werden. Kurz vor der Eröffnung lagen den Zeitungen herausnehmbare Straßenpläne bei, denn man befürchtete, dass sich einige Autofahrer bei diesen vielen Auf- und Abfahrten verirren könnten. Trotzdem war die Neugier an dem Gravelly Hill Interchange damals so groß, dass sich die Autos schon Stunden vor der Eröffnungsfeier an den Zufahrten stauten. Jeder wollte einmal ausprobieren, ob er die Spaghetti Junction bewältigen konnte, ohne sich zu verfahren.

Hier ist ein Film über die Spaghetti Junction, aus der Luft gesehen.

Author: ell brown.
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Published in: on 22. August 2021 at 02:02  Comments (9)  
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London TravelWatch – Im Einsatz für die Kunden des Londoner Nahverkehrs

Author: wirewiper.
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Jeden Tag sind unzählige Menschen in London im öffentlichen Nahverkehr unterwegs; in Bussen und U-Bahnen fahren sie zur Arbeit oder zum Einkaufen. Dass das nicht immer reibungslos passiert, liegt auf der Hand, und so kommt es immer wieder zu Beschwerden und Beanstandungen, beispielsweise zur Pünktlichkeit der eingesetzten Fahrzeuge. Eine Anlaufstelle für alle Unzufriedenen ist die Verbraucherorganisation London TravelWatch, die eingehende Beschwerden nachverfolgt und versucht, diese zusammen mit Transport for London (TfL) zu klären.

Seit Juli 2000 gibt es die Überwachungsorganisation schon, deren Ziel es ist, den öffentlichen Nahverkehr in London und Umgebung ständig zu verbessern, und die unabhängig von den Betreibern ist. London TravelWatch ist auch zuständig für die London River Services, Taxis und Mietwagen. Wer Beanstandungen hat, sollte sich zuerst direkt an den Betreiber wenden; wenn dessen Antwort unbefriedigend ist oder wenn der gar nicht antwortet, kann man London TravelWatch einschalten.

Das Thema Pünktlichkeit der Züge in der U-Bahn erinnert mich an einen Fall, der sich zwischen 2004 und 2007 ereignete: Bei Transport for London gingen in dieser Zeit 1140 Beschwerden über Unpünktlichkeit auf der Jubilee Line ein, alle von derselben Person, einer Rechtsanwältin. TfL erstattete ihr über £3800 als Entschädigung. Irgendwann fiel es jemandem bei TfL auf, dass es bei der Jubilee Line ja drunter und drüber gehen müsste, bei derart vielen Beschwerden. So ging man der Angelegenheit nach, um festzustellen, ob da eine Betrügerin zu Werke war und merkte bald, dass da jemand die TfL gehörig über den Tisch gezogen hatte, denn die Beschwerden erwiesen sich alle als falsch. Eigentlich hätte man das ja schon früher feststellen müssen. Die beschuldigte Anwältin wurde des Betrugs angeklagt und erhielt eine Strafe von £8000, außerdem musste sie 200 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten.

Züge der Jubilee Line in Wembley Park.
Author: harry_nl.
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Published in: on 10. August 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Haytor Hoppa – Ein Linienbus, der das östliche Dartmoor bedient

Autofahrten durch das Dartmoor in Devon verlangen vom Fahrer hohe Aufmerksamkeit, denn viele Straßen sind sehr eng und werden von hohen Hecken gesäumt, so dass man nie weiß, was einen hinter der nächsten Kurve erwartet. Wenn dann auch noch dicker Nebel dazu kommt, kann es schon etwas „tricky“ werden.
Wem das alles zuviel ist und wer lieber seine Nerven schonen möchte, für den gibt es eine Alternative, um das landschaftlich schöne Dartmoor zu betrachten: Der Haytor Hoppa der Buslinie 271, der in diesem Jahr wieder in der Zeit vom 29. Mai bis 30. Oktober eingesetzt wird und zwar immer am Samstag (vom 26. Juli bis zum 3. September auch montags bis freitags). Sechsmal am Tag startet der kleine Hop on/Hop off-Linienbus seine Reise von Newton Abbot aus ins Dartmoor.

Die erste Teilstrecke führt von Newton Abbot bis nach Widecombe, wofür der Bus 45 Minuten benötigt; unterwegs kann man noch an mehreren Haltepunkten zusteigen. Nach einer kurzen Pause in dem hübschen Dartmoor-Dorf (das leider in der Saison häufig überlaufen ist) geht es weiter, unter anderem über Manaton, Becky Falls und Bovey Tracey zurück zum Ausgangspunkt. Da der Bus Haytor Hopper heißt, führt sein Weg auch an der beeindruckenden Felsformation Haytor Rocks vorbei.

Knappe zwei Stunden dauert die Fahrt, die man jederzeit unterbrechen und dann mit dem nächsten Haytor Hoppa fortsetzen kann. Morgens um Uhr 9.20 startet der erste Bus, der letzte verlässt Newton Abbot um Uhr 15.20.

Die Haytor Rocks.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 1. August 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Sandringham in Norfolk Teil 2 – The Wolferton Railway Station

Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Als 1862 der Landsitz Sandringham vom englischen Königshaus übernommen wurde und der Prince of Wales dort einzog, musste man sich Gedanken darüber machen, wie denn die Royals und ihre Gäste dort hinkamen. Im selben Jahr, am 3. Oktober nahm die King’s Lynn to Hunstanton-Eisenbahnlinie ihren Betrieb auf, und einer der Bahnhöfe bediente die Einwohner des Dorfes Wolferton. Da kam es den Betreibern der Linie sehr gut zu Pass, dass Sandringham ebenfalls dringend einen Bahnhof in der Nähe des knapp vier Kilometer entfernten Landsitzes benötigte. Es herrschte zeitweise ein reges Treiben auf der Royal Station Wolferton, denn es wurden auf Sandringham häufig Feste gefeiert, und die Gäste reisten aus London und anderen Teilen Englands an.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Bahnhof luxuriöser gestaltet, so enstanden holzvertäfelte Warteräume für die Royals und ihre distinguierten Gäste. Es verkehrten so viele Züge von Hunstanton nach Wolferton dass die Linie, die bisher nur einspurig befahrbar war, doppelspurig ausgebaut wurde.

Ein besonderes Ereignis spielte sich am 3. Juni 1886 ab, als zum 21. Geburtstag des Prinzen, des späteren Georg V., ein Zirkus nach Sandringham eingeladen wurde. Nach der Vorführung kam es auf dem Bahnhof von Wolferton zu einem Problem beim Verladen eines Elefanten. Die Zirkusleute banden den Dickhäuter an einen Laternenmasten, was der gar nicht mochte und den Pfahl einfach ausriss und weitere Schäden verursachte, bis es dann doch gelang, ihn auf einen Eisenbahnwaggon zu lotsen.

Bis 1966 tat der Bahnhof seine Dienste für die Royals, dann war Schluss. Autofahrten von London nach Sandringham erwiesen sich dann doch als schneller und bequemer. Royal Station Wolferton wurde verkauft und kam in Privatbesitz, im königlichen Warteraum entstand ein Museum mit Erinnerungsstücken aus der Vergangenheit.

Queen Elizabeth II. stattete Wolferton am 29. Januar 2013 einen Besuch ab, als das neue Dorfschild samt einer Bank eingeweiht wurde.

Der derzeitige Besitzer des Bahnhofs, Richard Brown, wurde mehrfach dafür ausgezeichnet, dass er die historischen Gebäude so sorgfältig erhalten und restauriert hat.

Hier ist ein Film übr die Royal Station for Sandringham.

Das Stellwerk.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)
Ein gekrönter Laternenpfahl auf dem ehemaligen Bahnsteig.
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)
Das von der Queen eingeweihte Dorfschild von Wolferton.
Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 31. Juli 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Walter Arnold – Der Raser von Paddock Wood (Kent)

Die High Street von Paddock Wood.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Paddock Wood ist eine Kleinstadt in der Nähe von Tunbridge Wells in Kent und das Zentrum des Hopfenanbaus der Grafschaft. Hier ereignete sich am 28. Januar 1896 ein Ereignis, das in die Annalen der Verkehrsgeschichte eingegangen ist und Paddock Wood unauslöschlich mit dem Begriff „Raserei“ in Verbindung gebracht hat.
Ein gewisser Walter Arnold fuhr an diesem Tag mit seinem Auto zur Mittagszeit durch die Kleinstadt – mit weit überhöhter Geschwindigkeit! Vorgeschrieben war eine Maximalgeschwindigkeit von 2 Meilen/Stunde. Mr. Arnold besaß doch die Kaltschnäuzigkeit, mit 8 Meilen pro Stunde durch den Ort zu rasen, also dem vierfachen der erlaubten Geschwindigkeit! Ein Ortspolizist saß gerade bei seinem Mittagessen und bemerkte diesen Verkehrsrowdy. Er schwang sich sofort auf sein Fahrrad, verfolgte das Auto von Walter Arnold, überholte ihn und stellte ihn zur Rede. Die Folge: Walter Arnold war der erste Mensch der Welt, der ein „speeding ticket“ wegen zu schnellen Fahrens verpasst bekam. Außerdem war er des Vergehens schuldig, dass niemand mit einer roten Fahne vor ihm herging und die Menschen auf die herannahende Gefahr aufmerksam machte, was damals vorgeschrieben war (Red Flag Act). Er musste später dafür eine Strafe in Höhe von £4 7 Shilling zahlen. Übrigens: Zum Zeitpunkt der „Straftat“ gab es in ganz Großbritannien 20 Autos!
Walter Arnold war nicht irgendjemand; er gehörte zu den britischen Pionieren der benzinbetriebenen Kraftfahrzeuge.

Da der Zwischenfall damals nicht gefilmt wurde, zeigt dieser Film leider nur einen Blick auf die High Street von Paddock Wood.

Published in: on 20. Juli 2021 at 02:00  Comments (1)  

Der Cliff Lift in Saltburn-by-the-Sea in North Yorkshire

Photo © Trevor Littlewood (cc-by-sa/2.0)

Nachdem 1861 eine Eisenbahnlinie den kleinen Ort Saltburn-by-the Sea an der Küste von North Yorkshire erreicht hatte, sollte der Tourismus richtig angekurbelt werden. Das imposante Zetland Hotel oben im Ort verfügte sogar über eine eigene Eisenbahnhaltestelle, so dass die ankommenden Gäste ruckzuck ihre Zimmer beziehen konnten. Da der Strand nur über einen steilen Weg erreichbar war, errichtete man zuerst einen einfachen Aufzug, der dann am 28. August 1884 durch eine für damalige Verhältnisse „state-of-the-art“ Seilbahn ersetzt wurde, von dem Saltburn Cliff Lift. Man hatte sich wohl mehr Badegäste erhofft, die dann aber doch nicht in so großen Mengen über Saltburn-on-the-Sea hereinfielen. Das Zetland Hotel ist inzwischen in einen Apartmentkomplex umgewandelt worden.

Zurück zur Seilbahn. Die beiden Kabinen, die die 63 Meter vom Ort zum Strand zurücklegen, arbeiten mit einem einfachen System. Unter den Kabinen befinden sich Tanks, in die jeweils etwas über tausend Liter Wasser passen. In der „Bergstation“ wird der Tank befüllt und in der „Talstation“ entleert, das heißt die bergab fahrende schwerere Kabine zieht die bergauf fahrende leichtere Kabine nach oben. Unten befindet sich ein Reservoir mit Wasser, deren Inhalt nach gewisser Zeit nach oben in ein zweites Reservoir gepumpt wird. Genial, oder? Die Kabinen bewegen sich auf Schienen, gesteuert wird das ganze von oben aus von einem „brakeman“. In diesem Film kann man sich das einmal ansehen.

Es gibt in Saltburn-by-the Sea am Ende des Cliff Lifts auch eine Pier, die damals bei der Eröffnung im Jahr 1869 460 Meter lang war; heute ist sie nur noch 208 Meter lang. Schuld waren, wie so häufig, schwere Stürme, die auch dieser Pier zusetzten.

Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)
Das ehemalige Zetland Hotel.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. Juni 2021 at 02:00  Comments (4)  

Der Ribblehead Viaduct – Eine grandiose Eisenbahnbrücke in North Yorkshire

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

In meinem Blog habe ich bereits vier Eisenbahnviadukte in England vorgestellt, ein weiterer, sehr imposanter ist heute an der Reihe: Der Ribblehead Viaduct im Ribble Valley von North Yorkshire. Die Settle–Carlisle line führt über diese 400 Meter lange und 32 Meter hohe Brücke mit deren Bau im Oktober 1870 begonnen wurde. Knapp fünf Jahre später war sie fertig. In Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 2300 Menschen auf der Baustelle, von denen viele in sogenannten Shanty Towns wohnten, das sind auf Zeit gebaute Siedlungen direkt an der Arbeitsstelle. Belgravia, Sebastopol und Batty Wife Hole hießen die drei Siedlungen im Ribble Valley, die damals ein wenig an den Wilden Westen in Amerika erinnerten, ähnlich rau ging es dort zu. Die Arbeit war hart, das meiste musste per Hand erledigt werden, denn der Einsatz von Baumaschinen begann damals erst langsam zu greifen. Die „navvies„, die Bauarbeiter tranken gern einen über den Durst, was zu wilden Raufereien führte. Etwa 200 Tote soll der Bau des Ribblehead Viaducts gekostet haben, was überwiegend auf Krankheiten und Arbeitsunfälle zurückzuführen war. Die Eisenbahngesellschaft musste sogar dafür sorgen, dass auf den umliegenden Friedhöfen zusätzlicher Platz geschaffen wurde, um die Menschen alle zu beerdigen.
Die ITV Miniserie „Jericho“ aus dem Jahr 2016 zeigt den Bau des Viadukts, der in der Serie Culverdale Viaduct heißt. Hier sind einige Ausschnitte.

Vom Station Inn aus an der B6255 hat man einen schönen Blick auf die Eisenbahnbrücke, zu der auch ein holperiger Fahrweg führt. Ein Stückchen weiter diese Straße entlang kommt man nach Chapel-le-Dale, wo etwas abseits von der Hauptstraße die Kirche St Leonard’s zu finden ist, wo viele der Toten von der Baustelle begraben worden sind. In der Kirche erinnert eine Tafel an sie, in Auftrag gegeben von den ehemaligen Arbeitskollegen und der Eisenbahngesellschaft Midland Railway Company.

Dieser Film zeigt die Schönheiten des Viadukts.

Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)
St Leonard’s in Chapel-le-Dale.
Photo © Chris Eccleston (cc-by-sa/2.0)
Die Erinnerungstafel in St Leonard’s.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Die Bristol Britannia XM496 auf dem Cotswold Airport in Gloucestershire

This work has been released into the public domain by its author, Arpingstone

Es ist schon einige Jahre her, da schrieb ich in meinem Blog über meinen Besuch auf dem Cotswold Airport bei Kemble in Gloucestershire, dem „Friedhof der Jumbojets„. Irgendwie sahen die riesigen Flugzeuge traurig aus, die hier darauf warteten auseinandergenommen zu werden. Ich bin einige Male mit einer Boeing 747 von Frankfurt nach Los Angeles geflogen und habe daher eine gewisse Beziehung zu diesen Flugzeugen aufgebaut.

Auf dem Cotswold Airport steht auch ein Flugzeug, das nicht abgewrackt werden soll, im Gegenteil, es wurde liebevoll restauriert; dabei handelt es sich um eine Bristol Britannia, ein Turboprop-Flugzeug, das nach dem Zweiten Weltkrieg für die Langstrecke über den Atlantik in die USA und nach Kanada eingesetzt wurde. Dieses spezielle Exemplar auf dem Cotswold Airport ist das weltweit letzte erhaltene dieser Baureihe. Britannia Series 253 C.Mk1 XM496 ‘Regulus’ ist die exakte Bezeichnung dieser Maschine, die eigentlich verschrottet werden sollte, aber durch den engagierten Einsatz der Bristol Britannia XM496 Preservation Society gerettet werden konnte. “The Whispering Giant”, wie das Flugzeug auch genannt wurde, sieht im Vergleich zu den Jumbojets ziemlich klein aus, war damals in den 1950er Jahren aber eines der größten Langstreckenflugzeuge.
85 Exemplare dieses Typs wurden gebaut, das letzte 1997 außer Betrieb genommen. Die auf dem Cotswold Airport geparkte, in Belfast gebaute Bristol Britannia, die nicht mehr geflogen wird, wurde am 24 August 1960 in Betrieb genommen und stand 15 Jahre lang im Dienst der Royal Air Force. Anschließend war sie im Besitz mehrerer Fluggesellschaften, bis sie schließlich hier im ländlichen Gloucestershire ihre letzte Ruhestätte fand. Besucher können sie sich in der Regel jeden zweiten Sonntag ansehen; die genauen Termine sind der Webseite der Preservation Society zu entnehmen.

Published in: on 19. April 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Axbridge in Somerset und ein Flugzeugabsturz am 10. April 1973

Das Denkmal für die Opfer des Flugzeugabsturzes bei Hochwald in der Schweiz.
Author: Хрюша
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Es sollte ein schöner Tag werden dieser 10. April des Jahres 1973, ein Einkaufstrip nach Basel auf den sich viele Frauen aus Axbridge in Somerset schon seit langem gefreut hatten. Die Damen der Axbridge Ladies Guild hatten sich mit Damen der Cheddar Mums‘ Night Out Group und Kegelvereinen aus den umliegenden Dörfern Congresbury und Wrington zusammengetan, um diesen Tag gemeinsam in der Schweiz zu verleben. Am Flughafen von Bristol stiegen sie in eine Vickers Vanguard 952 der Invicta International Airlines (Flugnummer 435) und starteten um 7.19 Uhr. An Bord waren 139 Passagiere, überwiegend Frauen, und sechs Besatzungsmitglieder. Als sich das Flugzeug dem Flughafen von Basel näherte, geriet es in einen Schneesturm. Die Sicht war sehr schlecht, der erste Landeversuch missglückte, beim zweiten Versuch verloren die beiden Piloten die Orientierung, und das Flugzeug stürzte in ein Waldgebiet nahe des Ortes Herrenmatt. 108 Menschen starben, 37 konnten sich retten beziehungsweise wurden aus dem Wrack gerettet.

Als die Nachricht des Flugzeugabsturzes in Axbridge und den anderen Orten in Somerset eintraf, schien die Zeit stehen zu bleiben. Noch vor wenigen Stunden hatte man die Ehefrauen, Mütter und Töchter weggewinkt und jetzt waren die meisten von ihnen tot. Die Dörfer standen unter Schock. Nach und nach gab man die Namen derjenigen bekannt, die den Absturz überlebt hatten, die Angehörigen derjenigen, die nicht auf dieser Liste standen, versanken in Hoffnungslosigkeit. Auf einen Schlag hatten 55 Kinder ihre Mütter verloren, eine junge Frau verlor elf Familienmitglieder. Zur Identifizierung der Toten machten sich Angehörige auf den Weg in die Schweiz, eine extrem belastende Aufgabe.
Die 108 Opfer wurden wieder nach England zurückgebracht und auf den Friedhöfen ihrer Heimatorte beigesetzt. 13 der 16 Opfer aus Axbridge kamen in ein gemeinsames Grab auf dem Kirchhof von St John the Baptist.

In der Nähe der Absturzstelle in der Schweiz steht ein Denkmal, das an diesen schwarzen Tag im April 1973 erinnert. Dieser Film arbeitet die Geschehnisse von 1973 und der Zeit danach noch einmal auf.

St John the Baptist in Axbridge (Somerset).
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. April 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Royal Albert Bridge, die Cornwall mit Devon verbindet

Am 2. Mai 1859 wurde eine Brücke feierlich eröffnet, die von Saltash in Cornwall nach Plymouth in Devon führt und die nach Prinz Albert, dem Ehemann Königin Victorias benannt wurde, die Royal Albert Bridge. Leider war der Konstrukteur der Brücke, das Technikgenie Isambard Kingdom Brunel (1806-1859) nicht anwesend, da er erkrankt war und noch im selben Jahr, am 15. September, starb. Mit den Worten „I.K. BRUNEL ENGINEER 1859„, die an den Brückenenden angebracht wurden, ehrte man den Schöpfer der Albert Bridge. Anwesend bei der Brückeneröffnung war aber Prinz Albert selbst.

Die Royal Albert Bridge ist eine Eisenbahnbrücke über den River Tamar mit einer Länge von 670 Metern und einer Höhe von 52 Metern. Da ich noch nie in England mit der Eisenbahn unterwegs gewesen bin, kann ich nicht schildern wie es sich anfühlt, über die Brücke den Tamar zu überqueren, aber dieser Film macht das deutlich.

1952 wurde die Brücke unter Denkmalschutz gestellt und zu ihrem 150. Geburtstag  veranstaltete man auf ihr ein großartiges Feuerwerk  (hier zu sehen). Im Laufe der Lebenszeit der Royal Albert Bridge wurden immer wieder Verbesserungen und Veränderungen vorgenommen, zuletzt von 2011 bis 2014 eine Komplettrenovierung für £10 Millionen bei der 50 000 Nuten und viele Stahlteile ersetzt wurden. Dieser Film informiert über die Entstehung der Brücke.

Damit sich die Royal Albert Bridge nicht so allein fühlte, hat man direkt neben sie eine Straßenbrücke gestellt, die Tamar Bridge, über die die A38 geleitet wird. Eröffnung dieser neuen Brücke: 26. April 1962. Es handelt sich hier um eine „halbe“ Toll Bridge, das heißt die Befahrung für PKWs von Cornwall nach Devon kostet £2, in die Gegenrichtung braucht man nichts bezahlen.

Die Schwesterbrücke, die Tamar Bridge.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

In trauter Gemeinsamkeit.
Photo © Tom Jolliffe (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 23. März 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Hythe Pier Railway – Die älteste Pier-Eisenbahn der Welt

Es gibt schon ganz schön lange Piers in England. Der Southend Pier in der Grafschaft Essex ist mit 2,16 Kilometern der längste im ganzen Land, und da der Weg bis zum Kopf des Piers vielen Besuchern zu lang ist, hat man dort Schienen verlegt und eine Eisenbahn darauf gesetzt, so dass man bequem hin und her fahren kann, ohne seine Beine benutzen zu müssen. Siehe dazu auch meinen Blogeintrag.

Den ältesten Pier Train der Welt findet man in der Kleinstadt Hythe in der Grafschaft Hampshire (nicht zu verwechseln mit Hythe in Kent)  und der hat es ins Guinness Buch der Rekorde geschafft (ein Rekord, den ihm niemand streitig machen kann!). Der Hythe Pier wurde 1881 eröffnet und ist mit 640 Metern der siebtlängste im Königreich. Eigentlich könnte man die ganze Strecke auch problemlos zu Fuß zurücklegen, doch trotzdem wurden 1909 Gleise verlegt, auf der eine per Hand betriebene Bahn verkehrte. 1922 schließlich nahmen Elektrolokomotiven ihren Betrieb auf, die davor im Ersten Weltkrieg in einer Senfgasfabrik in Avonmouth eingesetzt waren.

Die ziemlich hässlichen Loks und Waggons verkehren ständig zwischen der Landstation und der Kopfstation der Pier, was für die Lokführer eine extrem langweilige Arbeit sein muss, den ganzen Tag 640 Meter hin und wieder zurück zu gondeln.

Der Pier Train ist aber nicht nur für lauffaule Touristen gedacht, sondern er wird auch von Pendlern genutzt, die mit der Hythe Ferry vom Pierkopf aus zum Town Quay nach Southampton fahren, um in der Stadt ihrer Arbeit nachzugehen. Jede halbe Stunde fährt die Hythe Pier Railway zum Ende der Pier, immer dann wenn die Fähre anlegt.

Im vorigen Jahr erhielt die Hythe Pier Heritage Association eine Spende über £10,000 von der Beaulieu Beaufort Foundation, um die Waggons wieder in einen vernünftigen Zustand zu versetzen, denn sie haben in diesen fast hundert Jahren ganz schön gelitten.

Mit diesem Film kann man sich einen guten Eindruck von Pier, Zug und Fähre verschaffen.

Published in: on 18. März 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Combe Down Tunnel bei Bath in Somerset und seine Klang-Licht-Installation

Als der Chef der britischen Staatsbahnen, Richard Beeching (1913-1985), in den 1960er Jahren seine berühmt-berüchtigte „Beeching axe“ anlegte, um das Streckennetz drastisch zu reduzieren (siehe dazu auch meinen Blogeintrag), traf es auch die Somerset & Dorset Joint Railway, die die Städte Bath und Bournemouth miteinander verband. 1966 wurde die Bahnlinie geschlossen, weil sie angeblich zu unrentabel war. Die Leute, die die Bahn regelmäßig nutzten, waren „not amused“.

Die Linie führte südlich von Bath durch zwei Tunnel, den Devonshire Tunnel und den Combe Down Tunnel; letzterer war mit 1672 Metern einer der längsten Eisenbahntunnel Großbritanniens. Der Combe Down Tunnel war für das Personal auf der Lok nicht ungefährlich, denn es gab im Tunnel keine Ventilationsschächte, so kann man sich gut vorstellen, was da für eine schlechte Luft geherrscht haben musste. Seit 1966 gammelte der unbenutzte Tunnel vor sich hin, bis man auf die Idee kam, ihn für Radfahrer und Fußgänger frei zu geben, was natürlich nicht ohne umfangreiche Renovierungsarbeiten möglich war. Sustrans, eine Organisation, die sich um das über 20 000 Kilometer lange britische National Cycle Network kümmert, nahm den Combe Down Tunnel, und auch den ebenfalls wiederhergestellten Devonshire Tunnel, unter ihre Fittiche und gliederte sie beide als Two Tunnels Greenway in ihre National Cycle Route 244 ein. Am 6. April 2013 war die Eröffnung und damit ist der Combe Down Tunnel der längste Fahrradtunnel auf der Insel.

Damit es den Radfahrern und Fußgängern darin nicht langweilig wird, hat Sustrans eine Klang-Licht-Installation namens „Passage“ darin anbringen lassen. United Visual Artists aus London bekam den Auftrag dafür. In den Nischen des Combe Down Tunnels, die damals für die Arbeiter vorgesehen waren, die während des Zugbetriebs Arbeiten im Tunnel vornahmen, sind jetzt Lichtinstallationen zu sehen, verbunden mit Lautsprecheranlagen über die Musik eingespielt wird, die extra für diesen Zweck von der Komponistin Mira Calix geschaffen wurde. Die Kunstinstallation reagiert auf Bewegungen und wird dadurch in Gang gesetzt. Hier ist ein Film über den Tunnel, den übrigens Fußgänger in etwa 25 Minuten, Radfahrer in 10 Minuten durchqueren.

Nachts muss es ein wenig unheimlich sein, durch diesen langen Tunnel zu laufen oder mit dem Rad zu befahren wie dieser „Ghost Train“-Film zeigt.

 

Die Rosedale Chimney Bank in North Yorkshire – Eine der steilsten Straßen Großbritanniens

Chimney Bank – Dangerous hill – Engage low gear now – Cyclists please dismount„, so lautet die beunruhigende Aufschrift auf einem der Hinweisschilder im North York Moors National Park in North Yorkshire. Ob es sich dabei wirklich um die steilste Straße im ganzen Land handelt, sei dahingestellt, auf jeden Fall hat die Rosedale Chimney Bank eine Steigung bzw. Gefälle von 1:3. Allenfalls der Hardknott Pass in Cumbria und vielleicht auch noch Sutton Bank, ebenfalls in North Yorkshire gelegen, bieten ähnliche Steigungen wie die Rosedale Chimney Bank.

Die enge Straße verläuft in zahlreichen steilen, unübersichtlichen Kurven, die die ganze Aufmerksamkeit der Autofahrer verlangen; Radfahrer sollen bergabwärts absteigen, aber was so ein richtiger „biker“ ist, der denkt gar nicht daran (in Radfahrerkreisen wird die Straße auch The Chain Breaker genannt). 1 470 Meter ist der Straßenabschnitt nur lang, dafür hat er aber einiges zu bieten. Im Winter bei Eis und Schnee wird es richtig problematisch, sie zu befahren, darum warnt ein zusätzliches Schild „Avoid route in wintry conditions„. Die Fahrzeugbremsen sollten schon in Ordnung sein, wenn man die Rosedale Chimney Bank hinunterfährt, denn „runaway lanes“ gibt es nicht. Für LKWs und Wohnwagengespanne ist die Straße nicht geeignet. Es gab hier auch schon einmal Oldtimerrennen und da ging dem einen oder anderen der betagten Vehikel schon einmal die Puste aus.

Am Beginn der Rosedale Chimney Bank steht ein Pub aus dem 16. Jahrhundert, der White Horse Farm Inn, in dem sich die Radfahrer, die die Straße bezwingen wollen, sich ein wenig Mut antrinken können.

Dieser Film zeigt die Straße, von einer Drohne aus gefilmt, und dieser einen Radfahrer beim Bezwingen der Strecke.

The White Horse Farm Inn.
Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 11. Februar 2021 at 02:00  Comments (4)  
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Der Solent Flyer und der Island Flyer – Die Letzten ihrer Art

Christopher Cockerell (1910-1999) war ein Ingenieur, dessen bekannteste Erfindung das Hovercraft war, ein Vehikel, das sich sowohl über Land als auch über Wasser fortbewegen konnte, und das auf einem Luftkissen. Eigentlich eine geniale Erfindung, heute trifft man diese Luftkissenfahrzeuge nur noch selten an. Eine Zeit lang bedienten große Exemplare dieser Fahrzeuge die Strecke über den Ärmelkanal  von Dover nach Calais. Ich bin einmal damit die umgekehrte Strecke gefahren; ein ungewöhnliches Erlebnis.

In ganz Großbritannien gibt es heute nur noch eine Mini-Strecke, die von zwei Hovercrafts befahren wird: Von Southsea an der Küste von Hampshire nach Ryde auf der Isle of Wight. Gerade einmal zehn Minuten brauchen die beiden Luftkissenfahrzeuge Solent Flyer und Island Flyer dafür, die tagaus, tagein hin und her pendeln. Im Jahr 2016 wurden beide in Dienst gestellt, sie tragen die Typenbezeichnung Griffin 12 000TD, gebaut von der Firma Griffon Hoverwork, die die Fabrikation der Fahrzeuge im benachbarten Southampton tätigt. In Lee-on-the-Solent befindet sich auch das einzige Hovercraft Museum der Welt (siehe dazu meinen Blogeintrag).

Die Fährverbindung Southsea – Ryde, von der Firma Hovertravel betrieben, dient nur zur Personenbeförderung, im Gegensatz zur damaligen Ärmelkanalfähre, die auch Fahrzeuge mitnehmen konnte. Die Hin- und Rückfahrt kostet £24.60.

Die Luftkissenfahrzeuge gelten als sehr sicher; nur einmal gab es auf der Strecke Southsea-Ryde ein Unglück, am 4. März 1972, als nur wenige hundert Meter von der Landestelle in Southsea entfernt, die Fähre von einer ungewöhnlich großen Welle erfasst wurde und kenterte. Fünf Menschen kamen bei dem Unfall ums Leben.

Dieser Film zeigt den Solenty Flyer bei der Anlandung und bei der Abfahrt.

Published in: on 7. Februar 2021 at 02:00  Comments (6)  
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Der Londoner Westway – Ein früher sehr umstrittenes Teilstück der A40

Die Autofahrer hat es damals gefreut, als am 28. Juli 1970 in Anwesenheit des Verkehrsministers John Peyton und des parlamentarischen Staatsekretärs Michael Heseltine der vier Kilometer lange  Londoner Westway eröffnet wurde, ermöglichte er es ihnen doch, schneller in die Innenstadt zu kommen beziehungsweise die Stadt schneller in Richtung Westen zu verlassen. Der Westway ist ein Teilstück der A40, die zur Autobahn M40 führt.

Was des Autofahrers Freud war des Anwohners Leid, denn zuerst einmal musste eine gewaltige Schneise in den westlichen Teil Londons geschlagen werden, Häuser wurden in großem Stil abgerissen, damit der auf Stelzen gebaute Westway entstehen konnte. Unterhalb der Hochstraße entstand eine Ödnis, die Betonpfeiler wurden mit Graffiti besprüht, niemand mochte sich dort aufhalten. Bei der Eröffnung der Straße kam es zu Protesten der Anlieger, deren Wohnungen in den oberen Stockwerken der Häuser plötzlich auf der gleichen Höhe wie die Fahrbahn lagen. Sie mussten den Lärm und die Abgase ertragen, eine Entschädigung erhielten sie nicht; ihre Lebensqualität hatte sich drastisch verschlechtert. Aber es ging in den nächsten Jahren noch weiter, als in der näheren Umgebung weitere Häuserzeilen abgerissen wurden und Zwangsenteignungen stattfanden. Dieser sehr interessante Film zeigt noch einmal die Problematik des Westways auf.

In dem 1974 erschienenen Roman „Concrete Island“ (dt. „Die Betoninsel“) des großartigen Schriftstellers James Graham Ballard (1930-2009) spielt der Westway eine Rolle, als ein Autofahrer dort einen Unfall erleidet, und er im Niemandsland der Hochstraßen landet, wo ihn niemand sehen und ihm helfen kann.

In dem Film „Radio On“ (dt. „Radio On“) aus dem Jahr 1979 zeigt Regisseur Christopher Petit einige Sequenzen von der Hochstraße. Britische Rockgruppen erwähnten die Straße in einigen ihrer Songs wie „Under the Westway“ von Blur und „London’s Burning“ von The Clash.

£30 Millionen kostete damals der Bau der Straße, was heute etwa einer halben Milliarde Pfund entspricht. Ob wohl heute, 50 Jahre nach der Eröffnung, ein Brachialakt wie damals noch einmal möglich wäre?

 

Published in: on 20. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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„Mind the Gap“ – Ein Warnhinweis in der Londoner U-Bahn, der Einzug in die Umgangssprache gefunden hat

Auf vielen Bahnsteigen in der Londoner U-Bahn besteht eine Gefahrenquelle darin, dass zwischen dem stehenden Zug und dem Bahnsteig eine Lücke klafft. Darauf wird auf mehrfache Weise hingewiesen: An der Bahnsteigkante steht in großen Buchstaben „Mind the Gap“ geschrieben, in den Zügen selbst weist eine Laufschrift auf die Gefahr hin und per Lautsprecherdurchsage werden die Reisenden immer wieder mit „Mind the Gap“ gewarnt. Mittlerweile hat sich der kurze Satz in der Alltagssprache etabliert und wird auch für andere Situationen angewendet.

Seit 1968 gibt es das Lautsprecherwarnsystem, das von dem Tontechniker Peter Lodge eingeführt wurde. Er engagierte einen Schauspieler, der die Sätze „Mind the gap“ und „Stand clear of the doors please“ auf Band sprach, doch da dieser darauf bestand, jedes Mal wenn seine Sätze in der U-Bahn abgespielt wurden, dafür Tantiemen zu bekommen, wurde nichts daraus, so dass Lodge letztendlich die Sätze selber sprach, und diese wurden dann auch für lange Zeit verwendet (hier zu hören). Auf manchen U-Bahnlinien wurden andere Sprecher bzw. Sprecherinnen verwendet wie Tim Bentinck, Julie Berry und Emma Clarke (hier zu hören), die bei ihrem Arbeitgeber aber in Ungnade fiel, weil sie sich angeblich despektierlich über die Londoner U-Bahn geäußert haben soll. Auch Oswald Laurence war einer der Sprecher des berühmten Satzes, dessen Band aber kaum mehr abgespielt wurde. Nachdem er 2007 gestorben war, ging seine Witwe  häufig zur U-Bahnstation Embankment, um dort noch die Stimme ihres Mannes zu hören. Transport for London überspielte die Ansage auf eine CD und schenkte sie der Witwe (hier zu hören).

„Mind the Gap“ findet man auf vielen Souvenirs aus der britischen Hauptstadt, auf T-Shirts, Socken, Slips, Kaffeebechern, Schlüsselanhängern usw. usw.

 

Ein Mitbringsel aus London für den Daheimgebliebenen
Author: Annie Mole
Creative Commons 2.0

…und für die Daheimgebliebene.
Author: Annie Mole
Creative Commons 2.0

 

Published in: on 21. Dezember 2020 at 02:00  Comments (7)  
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Hannah Dadds (1941-2011), die erste weibliche Fahrzeugführerin der Londoner U-Bahn

Am 10. Januar 1863 fuhr der erste Zug der neugebauten Londoner U-Bahn; damals war das Streckennetz überschaubar und man benötigte nicht allzu viele Fahrzeugführer. „Traindriver“ war ein reiner Männerberuf und es sollte bis zum Jahr 1978 dauern, bis es eine Frau schaffte, in diese Männerwelt einzudringen. Hannah Dadds (1941-2011) war ihr Name, und sie wurde damals von ihren männlichen Kollegen misstrauisch beobachtet, ob sie wohl in der Lage war, einen Zug durch die unterirdische Welt Londons zu lenken. Sie konnte!

Hannah Dadds war eine waschechte Londonerin, 1941 im Borough of Newham im Osten der Stadt geboren. Im Alter von 28 Jahren, nachdem sie in einer Streichholz- und einer Zigarettenfabrik gearbeitet hatte, schaute sie sich nach etwas anderem um und fand eine Anstellung bei der Londoner U-Bahn. Ihr erster Arbeitsplatz war ein „Heimspiel“, sie arbeitete in der U-Bahnstation Upton Park im Newham-Bezirk. Von 1969 bis 1978 versah Hannah Dadds mehrere Jobs für die „tube“ und kam dann auf die Idee, Fahrzeugführerin zu werden. 1975 war der Sex Discrimination Act in Kraft getreten, der Frauen half, bisher nur von Männern ausgeübte Tätigkeiten zu übernehmen. Hannah machte einen siebenwöchigen Lehrgang mit und war anschließend berechtigt und in der Lage, einen U-Bahnzug zu lenken. Eingesetzt wurde sie zuerst auf der District Line, die von Upminster im Osten nach Earl’s Court im Westen der Stadt führte. Später bearbeitete sie die Bakerloo und Jubilee Lines. Hannah holte auch ihre Schwester Edna mit an Bord, die zeitweise als Kontrolleurin im Einsatz war.

14 Jahre lang fuhr Hannah Dadds unfallfrei kreuz und quer durch London, dann nahm sie ihren vorzeitigen Abschied. Sie hatte sich bei ihren männlichen Kollegen einen guten Ruf erworben und war sozusagen die Eisbrecherin für viele künftige weibliche „traindriver“ gewesen.

2011 starb Hannah Dadds; acht Jahre später wurde sie mit einer Plakette in der U-Bahnstation Upton Park geehrt, dort, wo ihre Karriere begann. Auf der Plakette ist Hannah zu sehen wie sie gerade einen Zug besteigt; der Text daneben beschreibt kurz das Leben der Frau.

Upton Park tube station.
Photo © Oxyman (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. Dezember 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die M20 und die möglichen Probleme nach dem endgültigen Brexit

Die Autobahn M20 ist nur etwas über 80 Kilometer lang, ist aber die wichtige Verbindung von Londons Ringautobahn M25 in Richtung Kanalfähren und Eurotunnel. Ich habe vor einigen Jahren einmal einen gewaltigen Stau von PKWs und LKWs miterlebt, da der Tunnel wegen eines technischen Defekts für einige Stunden gesperrt war. Ein Vorgeschmack für das, was uns da möglicherweise ab dem 1. Januar 2021 bevor steht, wenn es zu einem harten Brexit kommt? Hier ist ein Film.

Schon seit Monaten ist die britische Regierung dabei, Vorkehrungen zu treffen, um riesige LKW-Rückstaus zu managen, die sich nach Meinung von Experten bis in den Londoner Großraum bilden könnten. So ist man dabei, LKW-Großparkplätze in Kent zu schaffen, unter anderem im Raum Ashford, wo bei Sevington ein Areal für 2000 Trucks entsteht („Farage’s Folly“ oder auch „Farage’s Garage“ genannt, nach Nigel Farage, der den Brexit maßgeblich mit vorangetrieben hat), auf dem auch Inlands-Zollkontrollen vorgenommen werden können. Dass die Anlieger dort nicht sehr glücklich sind, liegt auf der Hand. Lärm und Umweltverschmutzung sind vorprogrammiert, und es ist die Frage, ob die hygienischen Einrichtungen wie Toiletten für so viele LKW-Fahrer ausreichen. Schon jetzt ist die M20 vermüllt, denn was machen Trucker, wenn sie stundenlang im Stau stehen und sie ein menschliches Bedürfnis rührt? Sie schlagen sich seitwärts in die Büsche, und wenn so etwas tausendfach passiert, kann man sich vorstellen (oder besser nicht) wie es dann dort aussieht. Auch mobile Toilettenhäuschen dürften da kaum Besserung bringen. Da ist schon die Rede davon, dass sich Kent, der Garten Englands, langsam in die Toilette Englands verwandelt.

Ein ähnliches Bild könnte sich auf der anderen Kanalseite eröffnen, wenn Lastwagen nach Großbritannien übersetzen wollen. Es existieren Horrorszenarien, dass ab Januar Versorgungsengpässe auf der Insel auftreten werden, wenn Lebensmittel, medizinische Artikel und Ersatzteile nicht rechtzeitig eintreffen. Haben das die Brexitanhänger alles überdacht, als sie sich an der Wahlurne gegen den Verbleib in der EU entschieden haben?

Published in: on 19. November 2020 at 02:00  Comments (3)  
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„From Amersham to Missenden, to Wendover to the Vale of Aylesbury“ – Die A413 in einem Song von John Otway

From Amersham to Missenden, to Wendover to the Vale of Aylesbury“ so lautet der Refrain des Songs „A413 revisited“ von John Otway. Die Straße führt von Gerard’s Cross in Buckinghamshire nach Towcester in Northamptonshire. Ich bin sie viele Male gefahren, habe aber aber nicht nur gute Erinnerungen an sie, da ich an ihr in Höhe von Little Missenden mit meinem Auto einmal liegen geblieben bin (siehe dazu meinen Blogeintrag) und mich mit viel Mühe noch nach Aylesbury schleppen konnte. Die A413 führt mitten durch Aylesbury hindurch, und in John Otways Songtext stoßen wir auf einige Orte in der Stadt, die er besingt:

There’s a reunion at the Grange County Secondary School„, das ist eine Schule in Aylesbury am Wendover Way, wo der Sänger zur Schule gegangen ist und die einmal ganz kurz landesweit für Schlagzeilen sorgte, als sich dort 1964 beim Great Train Robbery-Prozess die Geschworenen zur Beratung zurückgezogen hatten. Eine der ehemaligen Schülerinnen der Grange School, Samantha Lewthwaite, gehört zu den „most wanted women in the world“; sie war mit dem London Bomber Germain Lindsay verheiratet und wird wegen terroristischer Anschläge in Kenia gesucht.

Die nächste Station in „A413 Revisited“ ist ein Pub in Aylesbury The Bell Hotelat the bottom of the market square„. Dies ist ein J.D. Wetherspoon-Pub, über den ich in meinem Blog vor einigen Jahren geschrieben habe und der direkt neben der Old County Hall steht, wo 1964 die Eisenbahnräuber (siehe oben) vom Aylesbury Crown Court verurteilt worden sind.

The Bucks Herald is the local paper“ heißt es zum Schluss von John Otways Song. The Bucks Herald ist eine wöchentlich erscheinende Zeitung, die schon seit 1832 existiert und die über Alles in Aylesbury und Umgebung berichtet. Die Redaktion befindet sich in einem Gewerbegebiet an der Edison Road am westlichen Stadtrand.

Die A413, hier die Amersham Road, bei Chalfont St Peter in Buckinghamshire.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

Aylesburys The Grange School.
Author: Roleplayer
This work is in the public domain.

The Bell am Market Square in Aylesbury.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 25. Oktober 2020 at 02:00  Comments (1)  
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The Redcliffe Flyover in Bristol – Ein Provisorium, das über 30 Jahre lang seinen Dienst tat

In der Innenstadt von Bristol herrschte schon in den 1960er Jahren starker Verkehr. Gerade im Bereich der Region Temple Way /St Mary Redcliffe kam es immer wieder zu Staus. Da kamen die Stadtplaner von Bristol auf die Idee, eine behelfsmäßige Entlastung in Form des Redcliffe Flyovers zu installieren, der 1967 in Betrieb genommen wurde. Diese Hochstraße war 300 Meter lang, stand 5,5 Meter über dem Boden und war 3,40 Meter breit, ruhte auf 16 Stahlsäulen und kostete £120 000. Bristols Bürger mochten das Monstrum anfangs gar nicht und bezeichneten es als Schandfleck in der Stadtlandschaft…aber der Flyover zeigte Wirkung, denn die ständig verstopfte Kreuzung, die er entlastete, war nicht mehr ganz so problematisch. Wer gar nicht über den Redcliffe Flyover erfreut war, das waren die Gäste des Grosvenor Hotels, an dessen Fenster der Verkehr ziemlich dicht vorbeiflutete. Nachdem sich die Bristolians allmählich an die Hochstraße gewöhnt hatten, machte es vielen sogar Spaß, die enge kurvige Behelfsstraße zu befahren, die ein wenig Achterbahngefühl vermittelte.

Den Stadtplanern von Bristol fiel im Laufe der Jahrzehnte (!) einfach nichts Besseres ein wie man das Verkehrsproblem auf andere Weise lösen konnte, und so blieb das Provisorium über 30 Jahre lang stehen. In dem Film „Radio On“ des Regisseurs Chris Petit aus dem Jahr 1979 taucht der Flyover immer wieder auf wie diese Szene daraus zeigt, als ein Auto am Grosvenor Hotel vorbeifährt.

Schließlich ging es dem Redcliffe Flyover doch an den Kragen, er sollte 1998 abgerissen und durch einen großen Kreisverkehr, das Temple Meads gyratory system, ersetzt werden, Viele waren darüber sehr traurig und kamen kurz vor Abriss noch einmal zu einer letzten Abschiedsfahrt hierher. Am 13. Juni 1998 wurde die Hochstraße geschlossen, und die Abbrucharbeiten begannen. Eine Ikone Bristols hatte ihr Ende gefunden.
Wer heute hier mit dem Auto unterwegs ist und sich nicht auskennt, braucht starke Nerven, denn der Verkehr ist zu Spitzenzeiten mörderisch und die Orientierung ist nicht leicht. Temple Gate heißt jetzt die nagelneue Verkehrsführung, die das Temple Meads gyratory system ersetzt hat.

Published in: on 14. Oktober 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Black Cat Roundabout an der A1 bei Chawston in Bedfordshire

Die Great North Road, die A1, trifft in der Grafschaft Bedfordshire nahe des Dorfes Chawston auf die A421; die Verteilung des Verkehrs regelt der Black Cat Roundabout. Wer sich von der stark befahrenen A1 ein wenig erholen möchte, kann hier am Kreisverkehr tanken, rasten, in einem Subway oder bei Greggs (früher ein Little Chef-Restaurant) essen und sogar in einem Travelodge-Hotel übernachten. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden diese Service-Einrichtungen aber im nächsten Jahr komplett abgerissen, denn der Black Cat Roundabout soll erheblich vergrößert werden, da der Verkehr kontinuierlich angestiegen ist.

Die schwarze Katze im Inneren des Kreisverkehrs, nach der der Roundabout benannt ist, wird hoffentlich stehen bleiben. In den 1920er Jahren befand sich hier an der Straßenkreuzung eine Autowerkstatt, die sich Black Cat Garage nannte und die als Logo eine schwarze Katze hatte. An der Stelle der Werkstatt steht heute die Shell-Tankstelle.

Die metallene schwarze Katze im Kreisverkehr muss bei einigen Menschen das Bedürfnis ausgelöst haben, sie zu stehlen oder sie zu beschädigen. Drei verschiedene Katzen haben bisher ihr gefährliches Leben auf der Grasfläche führen müssen. Katze Nummer 1, die hier im Jahr 2004 aufgestellt worden war, wurde bei Erweiterungsarbeiten des Kreisverkehrs von der Baufirma entfernt und in deren Büro als Maskottchen aufgestellt. Katze Nummer 2, etwas größer als die erste, fand nach Abschluss der Bauarbeiten ihr Domizil inmitten des Roundabouts, wurde aber im Juni 2007 gestohlen. Zwei Jahre später tauchte sie auf einem anderen Kreisverkehr ein Stückchen weiter nördlich wieder auf, wurde erneut  an ihren Ursprungsort zurückgebracht und verschwand bald wieder. Katze Nummer 3 wurde von Vandalen ein paar Jahre später beschädigt und von ihrer Halterung abgebrochen. Jetzt steht die reparierte Black Cat auf dem Black Cat Roundabout und hofft, in Zukunft in Ruhe gelassen zu werden; das heißt von Ruhe kann man hier eigentlich nicht sprechen, denn der Verkehr braust ununterbrochen an ihr vorbei wie dieser Film zeigt.

 

 

 

Published in: on 10. Oktober 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Englische Lokomotiven und ihre Namen

In Kirkby-in-Ashfield in der Grafschaft Nottinghamshire ist die Firma Newton Replicas beheimatet, die sich darauf spezialisiert hat, Schilder herzustellen, die an Lokomotiven angebracht werden, denn es ist eine Tradition in ganz Großbritannien, dass die schienengebundenen „Zugpferde“ einen Namen erhalten. Schon seit 1983 stellt die Firma diese Schilder her und es sollen mittlerweile schon über 1200 Stück sein. Diese Individualisierung der Loks erinnert mich an die Spedition Eddie Stobart, die ja ebenfalls alle ihre Trucks „benamst“ und zwar mit Frauennamen (ich berichtete in meinem Blog darüber). Auch Busse in Brighton tragen stolz jeweils einen eigenen Namen.

Die bei den britischen Bahngesellschaften für die Namensgebung Verantwortlichen müssen sehr fantasiereich sein. Bereits George Stephensons Lokomotive wurde auf den Namen Rocket getauft und seitdem sind unzählige weitere Namen vergeben worden.
Besonders gern wird die griechische Mythologie herangezogen, und so gab es schon Loks mit den Namen Acheron, Achilles, Castor und Centaur. Bei den Virgin Trains benannte man Loks nach Entdeckern wie Marco Polo, Sir Walter Raleigh und Christopher Columbus. Die Literaturgeschichte wurde bei der Benennung der Lokomotiven Ulysses, Robin Hood und Ivanhoe bemüht. Geografische Namen findet man an Loks; einige Beispiele: Mersey, Gloucester, Newquay und Oxford.

Ein Beispiel aus der jüngsten Zeit. Die Firma Freightliner hat ihre nagelneue Class 90 Lokomotive Nummer 90014 Over the Rainbow genannt (der Regenbogen gilt als Symbol der Hoffnung in der Coronakrise), in Anerkennung und Dankbarkeit für das medizinische Personal des Landes.

 

 

Published in: on 20. September 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Londoner U-Bahnstation Arsenal – Die einzige im ganzen Land, die nach einem Fußballverein benannt ist

Der Londoner Premier League Fußballverein F.C. Arsenal, The Gunners, ist der einzige, der sich rühmen kann, dass eine U-Bahnstation nach ihm benannt worden ist, und das schon seit dem 31. Oktober 1932. Erst hieß sie Arsenal (Highbury Hill), seit 1960 nur noch Arsenal. Die Station an der Piccadilly Line liegt an der Gillespie Road, und so hieß der Bahnhof auch bis zu seiner Umbenennung. Die Gillespie Road befindet sich einer reinen Wohngegend mit nur wenigen Geschäften, ein Katzensprung von dem ehemaligen Highbury-Stadion der Gunners entfernt. Die spielen aber dort seit 2006 nicht mehr, sondern im Emirates Stadium, dem zweitgrößten Stadion der Premier League (das größte ist Old Trafford in Manchester). Das neue Stadion ist nur wenige Gehminuten von dem alten entfernt, und so nutzen viele Arsenal-Fans die U-Bahnstation nach wie vor, um die Spiele ihrer Mannschaft zu sehen.

Dass der Bahnhof der Piccadilly Line so benannt wurde, ist dem ehemaligen Trainer der Gunners, Herbert Chapman zu verdanken, der von 1925 bis 1934 dem Verein angehörte. Er bohrte so lange, bis die zuständige Behörde 1932 ihr OK zu der Namensänderung gab. Der Schriftzug „Gillespie Road“ ist nach wie vor auf den Kacheln der Wände der Station erhalten geblieben. Der Eingang der Arsenal Tube Station ist auf beiden Seiten von Wohnhäusern eingeschlossen, ein etwas merkwürdiger Anblick.

Der F.C. Arsenal war Herbert Chapmans letzter Verein. Er starb kurz vor seinem 56. Geburtstag am 6. Januar 1934 an einer Lungenentzündung. Eine lebensgroße Statue von ihm erinnert an den Trainer vor dem Emirates Stadium.

Die Statue von Herbert Chapman vor dem Emirates Stadium.
Author: Little Savage.
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Published in: on 3. Juni 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Londoner Chiswick Flyover und seine Eröffnung durch einen amerikanischen Filmstar im Jahr 1959

Chiswick Flyover und davor der Kreisverkehr.
Photo © Nigel Mykura (cc-by-sa/2.0)

Wenn heute irgendwo in London eine neue Straße oder Straßenbrücke in Betrieb genommen werden sollte, dann dürfte das im allgemeinen nicht auf allzu große Aufmerksamkeit stoßen. In den 1950er Jahren war das etwas anders. Im Westen Londons wurde im Herbst 1959 eine neue 600 Meter lange Hochbrücke eröffnet, der sogenannte Chiswick Flyover. Sie diente dazu, den sehr starken Verkehr in diesem Teil der Stadt zu entlasten, der bis dahin durch einen chronisch verstopften Kreisverkehr verteilt worden war. Um die 40 000 Fahrzeuge täglich nutzten dieses Nadelöhr, wo sich die North und die South Circular Roads trafen. So waren die £6 Millionen für den Flyover von Chiswick gut angebracht.

Nach Fertigstellung der Brücke wollten die Baufirma Alderton’s Construction und ihr Boss J. E. Dayton eine spektakuläre Eröffnungsfeier und suchten dafür eine prominente Persönlichkeit. Nachdem die beiden Rennfahrer Donald Campbell und Stirling Moss kein Interesse gezeigt hatten, fiel Mr. Dayton etwas viel Besseres ein. Zur Zeit hielt sich gerade der Hollywoodstar Jayne Mansfield in London auf, um in den Studios von Borehamwood den Film „Too Hot To Handle“ (dt. „Zu heiß zum Anfassen“) zu drehen. Jayne Mansfield, „The Blonde Bombshell“, willigte ein, die Eröffnung des Chiswick Flyover vorzunehmen; sie wurde in einem Ford Zephyr Mk2 Convertible nach Chiswick gefahren, wo sie dann am 30. September zur Schere griff, um das Absperrungsband durchzuschneiden. Sie lächelte sexy in die Runde der Anwesenden, warf einen kurzen Blick auf die Brücke, die sie als „sweet“ bezeichnete und war dann bald wieder weg. Mr. Dayton und seine Baufirma hatten die Publicity erhalten, die sie gern haben wollten und waren zufrieden. Es gab auch einige Kritiker der Aktion, die der Meinung waren, dass es auch in Großbritannien attraktive Schauspielerinnen gab, und dass man nicht eine Amerikanerin dafür hätte nehmen müssen. Hier ist ein Film von der Eröffnung der Brücke.

Kurze Zeit nach der Brückeneröffnung kam das Gerücht auf, dass in den Fundamenten der Chiswick Flyover nicht nur Beton verbaut worden ist, sondern, dass darin auch mehrere Leichen für immer ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten, Opfer der berühmt-berüchtigten Kray Twins, der Londoner Verbrecherkönige Ronnie und Reggie Kray. Zuzutrauen ist es den beiden Gangstern schon, die in den 1950er und 1960er Jahren die Stadt in Atem gehalten hatten.

Heute ist der Chiswick Flyover ein Teil der Autobahn M4, die London mit Bristol und Süd-Wales verbindet. Anlässlich des 50. Brückengeburtstages im Jahr 2009 wurde eine Plakette an ihr angebracht und für diese Zeremonie wählt man dieses Mal eine englische Schauspielerin, Imogen Stubbs, die die Plakette enthüllte.

Ruhen hier die Opfer der Kray Twins?
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 31. Mai 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Narrowboats und ihre mehr oder weniger fantasievollen Namen

So weit ich mich erinnere, trug das Narrowboat, das ich vor Jahren in Evesham (Worcestershire) gemietet hatte, den Namen „Ethos“, warum auch immer. Es gibt eine Hitliste der 200 beliebtesten Namen für diese langen, schmalen Boote, die auf englischen Kanälen und Flüssen anzutreffen sind und da führt mit großem Abstand der Name „Kingfisher“ (Eisvogel), gefolgt von „Dragonfly“ (Libelle) und „Merlin“ (Zwergfalke bzw. Zauberer in der keltischen Mythologie). Booten mit diesen Namen wird man also häufiger begegnen. Hier ist jeweils ein Beispielfoto:

Auf dem Staffordshire und Worcestershire Canal.
Photo © Gordon Griffiths (cc-by-sa/2.0)

Ebenfalls auf dem Staffordshire und Worcestershire Canal.
Photo © Gordon Griffiths (cc-by-sa/2.0)

Und ein „Merlin“ auf dem Trent and Mersey Canal.
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Doch es gibt auch eine ganze Menge fantasievollerer Namen, von denen ich hier eine kleine Auswahl zeigen möchte:

Dieser Name eines in den Gloucester Docks geparkten Bootes gefällt mir besonders gut.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Piston Broke, sprich „Pissed and Broke“. Auf dem Shropshire Union Canal.
Photo © Roger Kidd (cc-by-sa/2.0)

Calamity J’Aime, in Anlehnung an die amerikanische Wild-West-Heldin Calamity Jane. Auf dem Grand Union Canal.
Photo © David Hawgood (cc-by-sa/2.0)

Dieses Boot ist nicht über die Ozeane nach England gekommen, sondern nach dem Vogel Tui benannt, der in Neuseeland heimisch ist. Auf dem Grand Union Canal.
Photo © David Hawgood (cc-by-sa/2.0)

Und zu guter Letzt…ein Boot namens „Corona“; entgegenkommende Narrowboats werden da wahrscheinlich sehr großen Abstand halten. Auf dem Grand Union Canal.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Published in: on 18. April 2020 at 02:00  Comments (6)  
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Smart Motorways – Pro und Kontra

Ein Teil der M3 in Hampshire wird als Smart Motorway ausgebaut.
Photo © Given Up (cc-by-sa/2.0)

Über 600 Kilometer aller britischen Autobahnen sind als Smart Motorways ausgebaut; eine gute Idee? Da gehen die Meinungen auseinander.

Es gibt drei verschiedene Arten dieser „intelligenten Autobahnen“: Da ist einmal die „Dynamic hard shoulder„, das heißt, die Standspur darf bei hohem Verkehrsaufkommen zeitweilig mitbenutzt werden, um den Verkehrsfluss zu beschleunigen (Beispiel: Die M4 zwischen Junction 19 und 20). Dann gibt es das System des „All lane running„, was bedeutet, dass der Standstreifen permanent befahren werden darf (Beispiel: Die M1 zwischen Junction 16 und 19). Schließlich noch der „Controlled motorway„; dabei ist der Standstreifen nicht für den fließenden Verkehr nutzbar (Beispiel: Die M42 zwischen Junction 7 und 9) . Bei allen drei Arten des Smart Motorways werden die Geschwindigkeitsbegrenzungen dem Verkehrsaufkommen angepasst, was durch Überwachungskameras kontrolliert wird.
Hier ist ein Film des RAC wie man die Smart Motorways nutzt.

Das klingt eigentlich alles sehr positiv, doch die Smart Motorways haben auch ihre Gegner, die zu Recht der Meinung sind, dass, wenn Autofahrer auf der Standspur, die als Fahrspur frei gegeben ist, mit einer Panne liegen bleiben, die Unfallgefahr erheblich zunimmt. In den letzten fünf Jahren sind 38 Menschen auf diesen Streckenabschnitten gestorben, und die Zahl der Beinahe-Unfälle hat sich drastisch erhöht. Auf der M25 zum Beispiel, wo auf bestimmten Abschnitten das „All lane running“ eingeführt wurde, ist die Gefahr eines Beinahe-Unfalls um das zwanzigfache gestiegen.

Es gibt zwar im Abstand von 2500 Metern Nothalteplätze, aber manchmal können diese von Autofahrern nicht mehr angesteuert werden, so sind Forderungen laut geworden, diese „emergency areas“ alle 800 Meter anzulegen. Es gibt zwar auf einigen Autobahnen das Stopped Vehicles Detection System, das innerhalb von zwölf Sekunden liegen gebliebene Fahrzeuge entdeckt und diese an die Überwachungszentralen meldet, aber bei dichtem Verkehr können trotzdem gefährliche Situationen entstehen, bis ein Bergungsfahrzeug eintrifft.

Eine Horrorvorstellung für jeden Autofahrer ist, mitten auf einer mehrspurigen Autobahn eine Panne zu haben. Aussteigen geht nicht, sitzen bleiben ist auch gefährlich. Was tun? Wenn das Autobahnkontrollzentrum so einen Fall auf dem Überwachungsbildschirm entdeckt, kann es sofort den betroffenen Fahrstreifen für den Verkehr sperren, indem auf den Anzeigetafeln ein rotes X für die Fahrspur erscheint, die dann nicht mehr befahren werden darf.

Auch Rettungs- und Polizeifahrzeuge haben es schwer, an einen Unfallort zu gelangen, wenn die Standspur, die sie sonst nutzen können, für den Verkehr freigegeben ist wie dieser Film zeigt.
Smart oder Nicht-Smart, es hat alles seine Vor- und Nachteile.

Smart Motorway: Die M6 in Staffordshire.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 9. Februar 2020 at 02:00  Comments (5)  
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The Aylesbury Railway Desaster – Ein Eisenbahnunglück in Buckinghamshire am 23. Dezember 1904

Der Bahnhof von Aylesbury heute.
Photo © Nigel Thompson (cc-by-sa/2.0)

Sie freuten sich schon alle auf das bevorstehende Weihnachtsfest: Joseph Barnshaw, George Masters, David Summers und Josiah Stanton. Sie waren an Bord des sogenannten „newspaper train„, der am 23. Dezember 1904 wie gewöhnlich früh morgens von Londons Marylebone Bahnhof nach Manchester unterwegs war. Als der Zug um 3.38 Uhr in den Bahnhof von Aylesbury in Buckinghamshire einfuhr, war er viel zu schnell. Vielleicht wusste der Zugführer Joseph Barnshaw nicht, dass hier im Bahnhof eine sehr enge Kurve war, die nur mit 15 mph befahren werden durfte, der Zug war aber mit 50 mph unterwegs. Die Folge: Die Lokomotive und die zehn Waggons entgleisten und stürzten um. Die Trümmer verteilten sich auf die Bahnsteige und die Geleise, es herrschte Chaos im Bahnhof von Aylesbury. Für drei der genannten, im Zug mitfahrenden Männer kam jede Hilfe zu spät, Joseph Barnshaw verstarb etwas später im Krankenhaus.

Was waren die Gründe für das Aylesbury Railway Desaster? Nun, auf jeden Fall die zu hohe Geschwindigkeit. Aber warum fuhr Joseph Barnshaw so schnell in den Bahnhof ein? Da gibt es mehrere Vermutungen: Einmal, dass der Zugführer mit der Strecke nicht vertraut war. Es herrschte damals dichter Nebel, so dass es möglich ist, dass Mr Barnshaw die Warnschilder mit der Geschwindigkeitsbegrenzung nicht gesehen hatte. Und dann gab es damals noch eine andere Theorie: Ich erwähnte oben schon, dass der Zug auch „newspaper train“ genannt wurde, weil er die Londoner Zeitungen nach Manchester beförderte. Die Zeitungsmacher in London wollten ihre Gazetten so früh wie möglich in den Verkaufsständen in Manchester haben, damit sie, in Konkurrenz zu den örtlichen Zeitungen, einen Teil des Kuchens, sprich des Umsatzes, für sich in Anspruch nehmen konnten. Es hieß damals, dass die Zugführer angehalten waren, die Strecke London-Manchester so schnell wie möglich zurückzulegen. Möglicherweise kostete dieser Zeitdruck das Leben der vier tödlich verunglückten Männern.

Auf Grund des Unglücks wurde die enge Kurve im Bahnhof von Aylesbury später begradigt.

Published in: on 30. Januar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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