Parmo – Ein Gericht für sehr hungrige Menschen im Nordosten Englands

Die Linthorpe Road in Middlesbrough (Teesside).
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Die Linthorpe Road in Middlesbrough (Teesside) im Nordosten Englands ist eine der Haupteinkaufsstraßen der Stadt, mit all den Problemen, die wir auch aus vielen anderen Städten kennen: Leerstände, Unmengen von Imbissläden, Tattoo Studios usw. usw. In den 1950er Jahren fand man in der Straße The American Grill, ein Lokal, das ein Koch der US Army, Nicos Harris, hier aufgemacht hatte. Harris kreierte hier 1958 ein Gericht, das es wohl schon vorher in den USA gegeben haben soll, dass man hier aber bis dato überhaupt nicht kannte: Parmo. Der Koch machte sich damit in Middlesbrough und in der Grafschaft Teesside einen Namen, obwohl es im restlichen Land nicht so richtig zündete.
Wer nur wenig Appetit hat, sollte einen großen Bogen um Parmo machen, denn das Gericht kommt in gewaltigen Portionen auf den Tisch bzw wird auch gern als Take Away genommen. Die Grundlage von Parmo bildet ein paniertes Hähnchen- bzw. Schweineschnitzel, darüber kommt viel geschmolzener Käse und eine Béchamelsauce, gekrönt mit einer großen Portion Pommes Frites. Natürlich gibt es auch mehrere Parmo-Varianten, man kann noch Zwiebelringe darauf tun, Knoblauchbutter, Chili, Champignons oder Mozzarella. Auf jeden Fall ist dieses Gericht, auf das die Menschen in der Region Teesside stolz sind und es sehr gern essen, absolut nichts für Wenigesser, Veganer oder Menschen, die auf ihr Gewicht achten müssen, denn ein Parmo soll bis zu 2000 Kalorien haben.

Hier ist ein Film über Parmo und in diesem Film kämpft ein junger Mann gegen das XXL-Gericht an.

Published in: on 18. September 2019 at 02:00  Comments (1)  
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„He is back!“ – Die glorreiche Rückkehr des englischen Milchmanns

Die beiden Konkurrenten.
Photo © Albert Bridge (cc-by-sa/2.0)

No Milk Today“ hieß es 1967 in einem Song der Band Herman’s Hermits, „The bottle stands forlorn a symbol of the dawn“. Ja, damals gehörte der Milchmann einfach zum täglichen Leben dazu. Mit seinem (häufig schon elektrisch betriebenen) „milk float“ fuhr er scheppernd über die frühmorgendlichen Straßen und tauschte leere Milchflaschen gegen volle aus, verlässlich wie ein Uhrwerk. In Spitzenzeiten wurden etwa 90% der in Haushalten konsumierten Milch von „Mr Milkman“ gebracht. Doch dann ging nach und nach seine Ära zu Ende, zuletzt wurden nur noch 3% an die Haustür geliefert. Milch in Kunststoffverpackungen war in den den Supermärkten billiger, die umweltfreundliche, wiederverwendbare Glasflasche blieb auf der Strecke.

Doch plötzlich ist alles wieder anders. Nicht zuletzt durch die aufrüttelnden Worte des Naturfilmers Sir David Attenborough in der TV-Doku-Serie „Blue Planet„, in der er vor dem Plastikwahnsinn warnte, stieg das Interesse an Milch in Glasflaschen sprungartig wieder an. Was gibt es denn Bequemeres als sich alles wieder an die Haustür liefern zu lassen? Neue Firmen entstanden, die den Faden wieder aufnahmen, beispielsweise Milk & More, die mittlerweile weite Teile Englands beliefert. Diese Firma geht sogar noch zwei Schritte weiter: Die Auslieferung erfolgt ausschließlich durch neue Elektrotransporter, also „milk floats 2.0“, außerdem sind im Portfolio der Firma, neben Milch, noch über 200 weitere Produkte enthalten (zum Beispiel auch Bio-Putzmittel in 100% recylebaren Behältern), die bis vor die Haustür geliefert werden. Wenn man, zum Beispiel mit einer App, bis 21 Uhr seine Bestellung aufgegeben hat, wird diese bis spätestens 7 Uhr am nächsten Morgen ausgeliefert, und das auch noch kostenlos. Ideal für Berufstätige und für ältere, nicht mehr so mobile Menschen, und das  auf eine sehr umweltfreundliche Art und Weise!
In diesem Film ist ein Milchmann der Firma Milk & More bei der Arbeit zu sehen.

Über das Sammeln von Milchflaschen habe ich in meinem Blog schon in den Jahren 2011 und 2016 geschrieben. Siehe auch meine Blogeinträge über den mörderischen Milchmann George Arthur Bailey und Benny Hills Lied von „Ernie, the Fastest Milkman in the West„.

Sehr zu empfehlen ist auch Dan Kierans Buch „Three Men in a Float„, eine Reise mit einem elektrischen Milchkarren quer durch England.

Der Milchmann kommt. Hier in East Oakley (Hampshire).
Photo © Given Up (cc-by-sa/2.0)

Eine Erinnerungstafel für einen Milchmann in Cricklade (Wiltshire), der bei der Ausübung seiner Tätigkeit starb.
Photo © Rick Hall (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. August 2019 at 02:00  Comments (2)  
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CAMRAs Kampf gegen sexistische Biernamen

Die australische Black Hops Brewery in der Nähe von Brisbane brachte im vorigen Jahr ein Bier mit dem Namen Pussy Juice auf den Markt, kreiert von drei Männern, die sich für die Namensgebung entschuldigten und sagten, dass das ganz anders gemeint war.
Leg Spreader hieß ein Bier der Firma Route 2 Brews in Lowell (Indiana) in den USA, auf dessen Flaschenetikett eine junge Dame mit gespreizten Beinen zu sehen war.

Auch in Großbritannien gibt es einige Brauereien, die ihren Bieren sexistische Namen gegeben haben, meist begleitet von anzüglichen Bildern auf den Etiketten der Flaschen bzw. auf den Handpumpen in Pubs. Die Hornbeam Brewery aus Manchester wagte sich tatsächlich, eines ihrer Biere Knicker Mocha Muffdive (hier ist die Erklärung im Urban Dictionnary) zu nennen. Die Grainstore Brewery in Oakham in der Grafschaft Rutland benannte ein Bier Erica Roe, nach jener Dame, die als Twickenham Streaker in die Rugbygeschichte eingegangen ist, weil sie einmal barbusig in das Londoner Twickenham Stadion gelaufen ist. Das Flaschenetikett zeigt Erica Roe wie sie von einem Polizisten abgeführt wird.

Der Campaign for Real Ale (CAMRA) geht das jetzt alles zu weit und so hat sie beim diesjährigen Great British Beer Festival, das vom 6. bis zum 10. August im Londoner Olympia  stattfand, „rude beer names“ den Kampf angesagt und sämtliche Biere überprüft, bevor sie zum Festival zugelassen wurden. Auch die Labels wurden in Augenschein genommen, ob sie sexistische Abbildungen enthalten.
So suchte man in diesem Jahre beim Londoner Bierfest Biere mit dem Namen Village Bike (eine Frau, die viele Sexpartner hat) oder Dizzy Blonde vergeblich.

Published in: on 14. August 2019 at 02:00  Comments (5)  

Die Cotswolds Distillery bei Stourton (Warwickshire) – Malt Whisky einmal nicht aus Schottland

Mein Whisky wurde aus Gerste von der Akeman Street Farm in Combe (Oxfordshire) hergestellt.

Vor fast sechs Jahren schrieb ich in meinem Blog über Englands einzige Whiskydistillerie in Roudham in Norfolk, St George’s Distillery. Das ist jetzt nicht mehr korrekt, da es mittlerweile eine weitere Firma gibt, die Whisky made in England herstellt. Die Cotswolds Distillery liegt am südlichen Ortsrand des kleinen Dorfes Stourton in Warwickshire. Gegründet wurde sie im Jahr 2014 von Daniel Szor, einem New Yorker, der im Londoner Finanzdistrikt gearbeitet hatte und Whisky liebte. Als ihm die Londoner Hektik zuviel wurde, zog er sich mit seiner Familie in die ruhigeren Cotswolds zurück und etablierte hier eine Distillerie, zusammen mit einem anderen Mann, einem Australier namens Paul Beckwith, der vorher an der New Yorker Wall Street tätig war. Verantwortlich für die Produktion ist der italienischstämmige Nickolas Franchino, dessen ursprüngliche Interessen auf der Anthropologie und Philosophie lagen. Ein bunt gemischtes Team also, das sich im ländlichen Warwickshire der Produktion von Whisky, Gin und anderen Spirituosen widmet.

Drei Whiskysorten werden hergestellt: Der Standard Cotswolds Single Malt mit 46% Alkoholgehalt, der Founder’s Choice Single Malt mit 60,9% und der Lord Mayor’s Reserve Single Malt mit 46%. Die ersten beiden sind in den Online Shops von deutschen Whiskyimporteuren zu bekommen, der letzte ist rar, denn er wurde für den Londoner Lord Mayor Peter Estlin in einer limitierten Version hergestellt, die dieser für gemeinnützige Zwecke verkauft.

Wie schon erwähnt, produziert die Cotswolds Distillery auch mehrere Ginsorten wie den Baharat Gin und den Cotswolds Dry Gin, ferner einen Absinth, einen Limoncello und einen Espresso Martini.
Man darf gespannt sein, was dem engagierten Team von der Whichford Road bei Stourton noch so alles einfällt.

Der Shop ist jeden Tag geöffnet, darüber hinaus kann man die Produkte auch in den High Streets von Broadway und von Bourton-on-the-Water kaufen.

Hier ist ein Film über die Firma und hier eine Verkostung des Cotswolds Single Malt zu sehen.

The Cotswolds Distillery
Phillip’s Field,
Whichford Road,
Stourton,
Shipston-on-Stour,
CV36 5HG

Die Akeman Street Farm in Oxfordshire.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 31. Juli 2019 at 02:00  Comments (3)  
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The English Wine Week vom 25. Mai bis zum 2. Juni 2019

Albury Organic Vineyard in Surrey.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Der Weinanbau in England boomt! Im vorigen Jahr wurden so viele Flaschen abgefüllt wie niemals zuvor: 15.6 Millionen. Über 500 Weinanbauer gibt es zur Zeit und es werden immer mehr. Die meisten Weinanbaugebiete sind im Süden Englands zu finden, doch im Zuge der Klimaerwärmung werden in Zukunft auch im Norden des Landes immer mehr Gebiete für den Weinanbau erschlossen. In Nordengland existieren bereits 19, in Schottland 4 und in Wales 23.
Vielleicht wird der Konsum eigener Weine nach dem Brexit (wenn er denn kommt) noch mehr angekurbelt, falls dann Einfuhrzölle auf europäische Gewächse kommen sollten.

Um den englischen Wein zu fördern, gibt es auch in diesem Jahr wieder eine English Wine Week, die vom 25. Mai bis zum 2. Juni stattfindet. Viele Winzer öffnen in diesen Tagen ihre Pforten und lassen Besucher einen Blick auf die Weinberge werfen, und selbstverständlich kann man dann auch ihre Weine probieren. Hier nur einige wenige Beispiele:

Das Hanwell Wine Estate, zwischen Nottingham und Melton Mowbray in Nottinghamshire gelegen, veranstaltet am 1. Juni einen Open Day, bei dem man bei freiem Eintritt alle Weine und Sekte kostenlos probieren kann.

Ebenfalls am 1. Juni bietet der Albury Organic Vineyard, östlich von Guildford in Surrey, geführte Touren mit Weinprobe an, die allerdings £20 kosten. Die Firma produziert Wein und Sekt im oberen Preissegment.

Hattingley Valley Winery bei Alresford in Hampshire, eine Firma, die vor allem durch ihre Sekte bekannt geworden ist (und die ich in meinem Blog demnächst näher vorstellen möchte) bietet am 31. Mai um 18 Uhr eine Spezialführung mit Firmengründer Simon Robinson an.

Bei über 15 Millionen Flaschen pro Jahr frage ich mich immer wieder, wo denn die alle geblieben sind. Nach wie vor findet man englischen Wein nur selten in Supermärkten, Weinhandlungen und Restaurants des Landes, ganz zu schweigen von Deutschland, wo ich in Großstädten wie Hamburg vergeblich danach gesucht habe. Vielleicht ist der Ruf englischer Weine und Sekte in Europa noch immer negativ besetzt, obwohl viele von ihnen schon mit Auszeichnungen überhäuft worden sind. Bei einigen Blindverkostungen konnten sich englische Sekte sogar gegen französische Champagner durchsetzen.

Published in: on 31. Mai 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Ploughman’s Lunch – Eine typische englische Pub-Mahlzeit

Ich kann mich an keinen Englandaufenthalt erinnern, an dem ich nicht mindestens einmal in einem Pub einen Ploughman’s Lunch gegessen habe. Eigentlich kann man bei der Zubereitung dieses Essens kaum etwas falsch machen und es ist schnell angerichtet. Der typische Ploughman’s Lunch besteht aus einem großen Stück Käse, meist Cheddar oder Stilton, Pickles, einer eingelegten Zwiebel, Salatblättern, Butter und Brot. Natürlich gibt es auch noch andere Variationen, z.B. statt des Käse kann man eine Scheibe Pastete oder Schinken haben. Es ist in der Regel genug auf dem Teller, um locker damit bis zum Abendessen auszukommen. Ein Pint Bitter gehört zu diesem Mittagessen eigentlich dazu.
Hier ist Gordon Ramsays Version eines Ploughman’s Lunch.

Entstanden ist der Ploughman’s Lunch 1960 aus einer Werbekampagne des Milk Marketing Board, die damit den Verkauf von englischem Käse in Pubs vorantreiben wollten.

1983 kam ein Film in die Kinos, der „The Ploughman’s Lunch“ hieß, mit Tim Curry und Jonathan Pryce in den Hauptrollen, nach dem gleichnamigen Roman von Ian McEwan, der den Zustand Englands in der Thatcher-Ära zeigt.

Published in: on 11. März 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Eccles Cake – Eine Süßspeise aus dem Raum Manchester

 

Eccles ist eine Stadt im Bereich Greater Manchester und der Name wird wohl für immer mit dem Eccles Cake verbunden bleiben.
Im Jahr 1793 verkaufte hier James Birch in seinem Laden kleine flache, mit Rosinen gefüllte Kuchen und die fanden reißenden Absatz. Woher genau das Rezept dafür stammt, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Eine davon ist, dass eine gewisse Elizabeth Raffald ein sehr ähnliches Rezept in ihr Kochbuch „The Experienced English Housekeeper“ aufgenommen hatte.

Wie auch immer, der Name Eccles Cake hat sich durchgesetzt und war sogar einmal  Thema einer Parlamentsdebatte, in der es darum ging, ob ein Eccles Cake, der nicht in Eccles hergestellt wird, sich auch Eccles Cake nennen darf.

Der Volksmund hat dem Eccles Cake noch andere Namen gegeben, die allerdings wenig appetitlich klingen wie Fly’s Graveyard oder Squashed Fly Cake. Warum? Die Rosinen oder Korinthen in dem Kuchen haben eine gewisse Ähnlichkeit mit toten Fliegen.

Eine neue Art den Kuchen zuzubereiten, wurde einmal mit Erfolg in Eccles propagiert. Whittaker’s Fish and Grill Bar in der Church Street bot ihn fritiert an. Wenn man Mars-Schokoriegel fritiert, warum nicht auch den Eccles Cake?

Die Firma Lancashire Eccles Cake mit Sitz in Ardwick bei Manchester stellt pro Woche ca 600 000 Kuchen her, die in alle Welt, auch nach Deutschland, exportiert werden. Ich habe hier in Deutschland allerdings noch keine gesehen.

Dieser Film zeigt wie man die Süßspeise herstellt.

Freunde des Eccles Cakes: Bitte hier links abbiegen.
Photo © Andy Farrington (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. Februar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Seaside Rock – Der Alptraum aller Zahnärzte

Es gibt wohl kein englisches Seebad, an dessen Promenade oder Pier kein Seaside Rock verkauft wird, jene extrem süßen quietschbunten Zuckerstangen, in deren Ende oft der Name des Seebades zu lesen ist wie „Brighton Rock“ oder „Blackpool Rock„. Zur viktorianischen Zeit wurde auch gern „Kiss me quick“ in die Stangen „eingraviert“. Heute findet man auch exotische Geschmacksrichtungen wie Chili in den Rocks. Die Süßigkeiten sind beliebte Mitbringsel aus dem Urlaub an der See für die Daheimgebliebenen.

Ben Bullock aus Lancashire gilt als der Erfinder der Seaside Rocks, der 1887 in Dewsbury (West Yorkshire) eine eigene Süßwarenfabrik gründete. Der ehemalige Bergmann produzierte rosafarbene Zuckerstangen, schickte sie nach Blackpool, wo sie schnell zu einem großen Verkaufserfolg in den Läden wurden. Es dauerte nicht lange, bis sich die Seaside Rocks auch in den anderen englischen Seebädern etablierten.

Whoa Emma“ stand auf den ersten Stangen zu lesen, der Titel eines beliebten Music Hall Songs, der von George Leybourne komponiert worden war. Das Anbringen der Buchstaben an bzw. in den Stangen ist gar nicht so einfach und wird noch heute von Hand vorgenommen.

Weltberühmt wurde Graham Greenes 1938 veröffentlichter Roman „Brighton Rock“, dessen Titel sich auf die Zuckerstangen bezieht. Zweimal wurde das Buch bereits verfilmt.

George Formby (1904-1961) hatte 1938 einen Hit mit seinem Song  „With My Little Stick of Blackpool Rock„, der die zweideutigen Textzeilen hatte (die die BBC gar nicht mochte und das Lied nicht spielte):

„With my little stick of Blackpool Rock, along the promenade I stroll
In the ballroom I went dancing each night
No wonder every girl that danced with me, stuck to me tight“.

Dieser Film zeigt wie man in Blackpool Seaside Rock herstellt.

Ein Rock Shop in Bournemouth.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

In Margate (Kent).
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 20. Februar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Herring Lassies – Wanderarbeiterinnen aus dem hohen Norden, die sich auf das Ausnehmen von Heringen spezialisiert hatten

Am Kai von Great Yarmouth, wo die Heringstrawler anlandeten.
Photo © Glen Denny (cc-by-sa/2.0)

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die Meere um die britischen Inseln noch voller Fische (statt Plastikmüll), und die Trawler brachten ihre Fänge täglich in die Häfen an der englischen Ostküste wie Great Yarmouth und Lowestoft. Nach der Anlandung mussten die Fische, in den meisten Fällen Heringe, möglichst schnell ausgenommen und weiterverarbeitet werden. Eine Arbeit, die sicher nicht jedermanns Sache ist. In den Häfen in East Anglia fanden sich nicht genügend Leute, die willens waren, diese Arbeit zu verrichten. Aber im Nordosten Englands und in Schottland suchten Frauen Arbeit, und so machten sich jedes Jahr zur Fischfangsaison zahllose Frauen (manche von ihnen waren erst 14 Jahre alt) auf den Weg nach Süden, um sich dort als Wanderarbeiterinnen ihr Geld zu verdienen. „Herring Lassies“ wurden sie genannt, nach der schottischen Bezeichnung für Mädchen. Es war ein hartes Leben für die „lassies“; früh morgens wurden sie geweckt und ein Arbeitstag konnte sich schon einmal bis in den späten Abend hinziehen. Der Fisch musste im Freien ausgenommen werden, egal, was für ein Wetter herrschte, die Gefahr sich an den scharfen Messern zu verletzen war groß. Die Unterkünfte der Frauen waren spartanisch eingerichtet, doch die „herring lassies“ konnten das alles ertragen und standen die Strapazen durch.
Hier sind einige Bilder von der Arbeit der Frauen am Hafen.

Viel verdienten die Frauen nicht, daher kam es im Jahr 1938 zu einem Streik. Die Frauen wollten mehr Lohn und bessere Lebensbedingungen. Sie konnten sich mit ihren Forderungen auch durchsetzen, doch die Situation der Fischindustrie am Vorabend des Zweiten Weltkrieges hatte sich verschlechtert, da einige Absatzmärkte wegfielen.

Die „Herring Lassies“ gab es schon im 19. Jahrhundert, in den 1960er Jahren war dann Schluss. Weniger Fisch, keine Mädchen mehr aus dem hohen Norden in East Anglia.

In diesem Song werden die Heringsfrauen besungen.

Das Buch zum Artikel:
Rosemary Sanderson: The Herring Lassies – Following the Herring. Bard Books 2008. 56 Seiten. ISBN 978-0954796068. Leider zur Zeit vergriffen.

Published in: on 12. Februar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber… und ein Festival in Wakefield (West Yorkshire)

Forced rhubarb – liebevoll bei Kerzenlicht gezogen.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Ich nehme heute noch einmal die Fäden zu einem Thema auf, das ich bereits am 2. Mai 2010 in meinem Blog behandelt habe: Rhabarber im sogenannten „rhubarb triangle“ in West Yorkshire, dessen Eckpunkte die Orte Wakefield, Rothwell und Morley bilden. Hier wird der „forced rhubarb“ angebaut und zwar in dunklen Räumen, bei Kerzenlicht. Die Besucher dieser Räumlichkeiten werden angehalten, sehr leise zu sein und es heißt, wenn man genau hinhört, kann man die sorgsam gehegten und gepflegten Pflanzen sogar wachsen hören. Dieser Spezialrhabarber ist früher essbar als seine im Freien wachsenden Artgenossen.

Da man in England gern Festivals veranstaltet, feiert Wakefield jedes Jahr im Februar das Festival of Food, Drink and Rhubarb, in diesem Jahr vom 22. bis zum 24. Februar. Der Rheum rhabarbarum, wie er im Lateinischen heißt, steht im Mittelpunkt der Feierlichkeiten, die sich im Zentrum der Stadt abspielen. Viele Speisen und Getränke mit Rhabarber werden hier angeboten wie zum Beispiel der Rhuby Crumble der Firma Cryer & Stott aus Wakefield, ein Wensleydalekäse, dem Rhabarber und Vanille zugefügt wird. Dann gibt es natürlich auch Marmeladen und Süßspeisen aus Rhabarber, ja sogar Rhabarber-Gin wird hergestellt.

Jedes Jahr finden sich auch Prominente beim Festival in Wakefield ein. In diesem Jahr sind es Katie Rushworth, die durch ihre Gartensendungen im Fernsehen im ganzen Land bekannt geworden ist, an der Seite vom „Garten-Guru“ Alan Titchmarsh in „Love Your Garden“. Sie wird zeigen wie man eine Marmelade aus Yorkshire-Rhabarber herstellt. Katie Rushworth hat keinen langen Anfahrtweg, denn sie wohnt ganz in der Nähe von Wakefield.
Der zweite Prominente ist Chris Bavin, ebenfalls aus dem Fernsehen bekannt durch seine Sendungen „Eat Well For Less?“ und „Food: Truth or Scare“. Getreu dem Titel der erstgenannten TV-Show wird Bevan zeigen wie man mit wenig Geld tolle Gerichte herstellen kann.

Hier sind Impressionen von einem früheren Festival.

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 21. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Tebay Services – Zwei Autobahnraststätten an der M6 in Cumbria

Tebay West Services.
Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

Wenn man den Motorway M6 in Cumbria in Nord- oder in Südrichtung befährt, sollte man unbedingt einmal eine Rast bei den Tebay Services einlegen, die zwischen den Ausfahrten 38 und 39 liegen.

Diese beiden Autobahnraststätten gehören nicht zu den großen Ketten wie Moto, Welcome Break oder Roadchef, sondern sie sind die einzigen in England in Familienbesitz und gehören der Westmorland Family.
1972 bereits wurde die Raststätte in Nordrichtung eröffnet, 1993 folgte ein paar hundert Meter gegenüber eine Motorway Service Area in Südrichtung.

Die Tebay Services liegen in freier Landschaft inmitten von Bäumen und kleinen Seen; die Gebäude wurden aus Holz und Stein aus der unmittelbaren Umgebung gebaut. Man legt Wert auf umweltbewusstes Verhalten, so bietet das Restaurant überwiegend lokale Produkte an, z.B. Rind- und Lammfleisch von der eigenen Farm, die neben der Raststätte in Südrichtung liegt. Die Farm Shops wurden 2004 sogar von Prince Charles feierlich eröffnet.
Für Trucker gibt es eine eigene Raststätte an der M6, die sich J.38 Services nennt und an der Autobahnausfahrt 38 liegt. Eine weitere Raststätte, die von der Westmorland Motorway Services Limited betrieben wird, liegt an der A5 bei Gloucester zwischen Junction 11a und 12.
Das Familienunternehmen, das die Tebay Services betreibt, wurde vielfach ausgezeichnet, so beispielsweise mit dem Cumbria Family Business Award 2017 und dem Cumbria Life Food and Drink Award 2013.

Hier ist ein Film über die Tebay Services.

Tebay East Services.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 28. November 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The National Perry Pear Centre in Hartpury (Gloucestershire)

Der Eingang zum Orchard Centre.
Photo © Jonathan Billinger (cc-by-sa/2.0)

Die kleine Gemeinde Hartpury in Gloucestershire an der A417 findet man rund 8 Kilometer nördlich von der Grafschaftshauptstadt Gloucester entfernt. Hier gibt es einen Pub, The Royal Exchange, eine Kirche, St Mary the Virgin, eine renommierte Universität und ein College mit über 3000 Studenten…und das National Perry Pear Centre im Orchard Centre.

Perry Pears sind Mostbirnen, und im National Perry Pear Centre hat man sich das Ziel gesetzt, mindestens zwei Bäume von jeder bekannten Art hier anzubauen. Rund 100 verschiedene Birnensorten sind im Centre zu finden, die man aus den Grafschaften Gloucestershire, Herefordshire und Worcestershire zusammengetragen hat; die meisten Namen hat man noch nie gehört.

Es beginnt mit der Arlington Squash, einer Birne, die in dem Ort Arlingham bei Stroud in Gloucestershire entdeckt wurde, und endet mit der Yellow Huffcap, die aus Westbury-on-Severn (ebenfalls Gloucestershire) stammt und aus der sich ein sehr guter Perry herstellen lässt. Perry wird ähnlich wie Cider produziert, nur nicht aus Äpfeln, sondern aus Birnen. Die Cider and Perry Academy führt hier im Orchard Centre in Hartpury regelmäßig Kurse in der Herstellung dieser beiden Getränke durch.

Charles Martell, auf dessen Idee das National Perry Pear Centre beruht, hat ein Standardwerk zum Thema geschrieben: „Pears of Gloucestershire and Perry Pears of the Three Counties„, in dem alle bekannten (und verschollenen) Mostbirnen aufgelistet und exakt beschrieben sind.

Besucher im Centre, das etwa zwei Kilometer westlich von Hartpury liegt, sind willkommen. Dieser Film informiert über Birnen und das National Perry Pear Centre.

The Orchard Centre
Blackwell’s End
Hartpury
Gloucestershire
GL19 3DB

The Onion Johnnies – Die fliegenden Zwiebelhändler aus der Bretagne

Einer der wenigen verbliebenen bretonischen Zwiebelhändler, hier in Wales.
Photo © Eric Jones (cc-by-sa/2.0)

Seit etwa Mitte des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts sah man sie in ganz Großbritannien, die fliegenden Händler aus der Bretagne, die erst zu Fuß, später mit ihren Fahrrädern England mit Zwiebeln belieferten. Onion Johnnies wurden sie genannt, die Männer aus der Umgebung von Roscoff, wo spezielle rosafarbene Zwiebeln angebaut wurden. Es war für sie profitabler, die Ernte jenseits des Kanals zu verkaufen als auf den heimischen Märkten. So wurden die Zwiebeln tonnenweise über den Ärmelkanal gebracht, wo sie in gemieteten Scheunen und Schuppen gelagert wurden und von wo aus die Onion Johnnies immer wieder Nachschub holten. Von Juli bis Dezember waren sie unterwegs, ihre Fahrräder schwer mit Zwiebelnetzen behangen. Sie klingelten an den Haustüren und verkauften ihre Ware direkt an die Hausfrauen in England, Wales und Schottland, die die rosa Zwiebeln liebten.

1905 ereignete sich eine Katastrophe, als die „Hilda“ kurz vor St Malo sank, wobei etwa 70 Onion Johnnies, die auf der Rückfahrt in ihre Heimat waren, ertranken. Doch die Zwiebelhändler ließen sich von den manchmal recht gefährlichen Überfahrten nicht abschrecken. In den Monaten, in denen sie in Großbritannien unterwegs waren, führten sie ein sehr einfaches Leben; viele schliefen auf Stroh in den Zwiebeldepots. In Spitzenzeiten, wie in den 1920er Jahren, waren bis zu 1400 Johnnies unterwegs, doch dann ging es ständig bergab. Schon in den 1930er Jahren nahm die Zahl der Zwiebelhändler deutlich ab, woran hauptsächlich die schwere Wirtschaftskrise, The Great Depression, schuld war. Immer weniger Johnnies machten sich auf den Weg über den Kanal und Ende des 20. Jahrhunderts existierte nur noch eine Handvoll von ihnen.

In der Heimat der rosa Zwiebeln errichtete man den Onion Johnnies ein eigenes Museum. In Roscoff in der rue Brizeux steht das Maison des Johnnies et de l’oignon de Roscoff, wo die Geschichte der Händler dokumentiert wird.

Hier ist ein Film über die Johnnies.

Published in: on 3. November 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Incredible Edible – Eine Organisation, deren Ursprung in Todmorden in West Yorkshire liegt

Der Markt von Todmorden.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

Mit der Kleinstadt Todmorden in West Yorkshire habe ich mich vor einiger Zeit in meinem Blog beschäftigt. Hier entstand im Jahr 2008 eine Bewegung, die sich Incredible Edible nennt, die sich zu 100% aus freiwilligen und unbezahlten Bewohnern der Stadt zusammensetzt, die sich alle das Ziel gesetzt haben, Todmorden zur ersten Stadt in Großbritannien zu machen, die soweit wie möglich unabhängig ist von der Versorgung mit Lebensmitteln, vor allem mit Obst und Gemüse…und das auch noch kostenlos.

Wie das funktioniert? Man hat dort alle unbebauten und hässlichen Flecken in der Stadt umfunktioniert; da, wo sich neben Parkplätzen, Supermärkten und verwahrlosten Grundstücken Müll und Dreck angesammelt hatte und wo Hunde ihre Geschäfte verrichteten, hat man Essbares angepflanzt wie Obst, Gemüse, Kräuter, Salate und vieles andere mehr. Das sieht zum einen schon sehr viel schöner aus und zum anderen kann sich dort jedermann bedienen, ohne etwas bezahlen zu müssen. Eine wirklich tolle Idee! Auf dem Parkplatz des Todmorden Health Centres kann man sich den neu angelegten Apothecary Garden ansehen, auf dem Heilkräuter angepflanzt worden sind.

Incredible Edible unterstützt auch die Bewegung Shop Local, deren Motto „Put your money where your house is“ lautet. Man versucht in Todmorden weitgehend lokale und regionale Produkte zu verwenden, sei es in den Geschäften oder auf den Marktständen.

Ein weiteres Ziel von Incredible Edible ist es, durch diese Pflanzaktionen und auch durch Veranstaltungen das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Stadt zu fördern. Dieser CNN-Film zeigt die Aktivitäten in Todmorden.

Die hier in West Yorkshire entstandene Bewegung hat Schule gemacht: Über 100 Gruppen sind in Großbritannien gegründet worden, die zum Incredible Edible Netzwerk gehören, weltweit sind es sogar schon über 1000. In England machen, um nur einige wenige Beispiele zu nennen, folgende Ort mit: Hook Norton in Oxfordshire, Ludlow in Shropshire, Swindon in Wiltshire, Totnes in Devon, aber auch einzelne Stadtteile in  London wie Barnet und Lambeth.

In Deutschland nennt sich das Projekt Essbare Stadt; Kassel und Andernach waren die ersten Städte, die auf den in Todmorden gestarteten Wagen aufgesprungen sind.

Die Burnley Road in Todmorden; links, angebautes Gemüse.
Photo © Richard Dorrell (cc-by-sa/2.0)

Spalding in Lincolnshire – Die Kürbis-Hauptstadt Großbritanniens

Spalding ist eine Kleinstadt in der Grafschaft Lincolnshire, liegt am River Welland in dem fruchtbaren Gemüseanbaugebiet der Fens, war lange Zeit für den Anbau von Tulpen bekannt, der nachgelassen hat, und ist Großbritanniens Kürbis-Hauptstadt. Nirgendwo in Europa werden so viele Kürbisse angebaut wie hier, und der ungekönte König der Kürbisse ist David Bowman, dessen Firma pro Jahr rund zwei Millionen dieser merkwürdig geformten „pumpkins“ erntet. Seit über 30 Jahren gibt es die David Bowman Pumpkins Ltd, die die Supermärkte des Landes beliefert und auch in andere Länder exportiert. Der Höhepunkt der Saison ist natürlich die Zeit vor Halloween, wenn die Nachfrage nach Kürbissen stark ansteigt, nicht unbedingt um sie zu essen, sondern um an ihnen Schnitzereien durchzuführen.
Ein Spezialist für künstlerisches Kürbisschnitzen ist Gareth Glover von Pukka Pumpkins, der Porträts anfertigt wie hier zum Beispiel von Jeremy Corbin, dem derzeitigen Chef der Labour Party.

Im Oktober findet seit dem Jahr 2002 in Spalding das jährliche Pumpkin Festival statt, für das David Bowman selbstverständlich auch die Kürbisse liefert. In diesem Jahr findet das Festival am 12. Oktober statt, und dann wird die vorherrschende Farbe in den Straßen Spaldings wieder Kürbisorange sein. Den Höhepunkt des Festivals bildet immer die Pumpkin Parade und das abschließende Feuerwerk. Hier ist ein Film über die Festivitäten des Jahres 2017.

David Bowman hat vor einigen Jahren für Disneyland Paris spezielle Mickey Mouse-Kürbisse gezüchtet, die so in etwa auch die Konturen der Disney-Maus wiedergeben wie diese Bilder in Mail Online zeigen.

Im Zentrum von Spalding.
Photo © Mat Fascione (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. August 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Cartmel – Ein Gourmet-Dorf im Süden der Grafschaft Cumbria

The Square in Cartmel.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Cartmel ist ein Dorf im äußersten Süden der Grafschaft Cumbria, vielleicht denjenigen bekannt, die die nicht weit entfernte Holker Hall besucht haben. Der Ort rühmt sich einiger kulinarischer Besonderheiten, von denen eine der sehr süße Sticky Toffee Pudding ist, eine Art Biskuitkuchen mit Datteln und Toffee, der auch gern mit Vanillesauce serviert wird. Ursprünglich soll das Rezept aus Kanada stammen, im luxuriösen Sharrow Bay Hotel am Ullswater Lake in Cumbria weiterentwickelt und verfeinert worden sein.

Im Cartmel Village Shop am Hauptplatz des Ortes, The Square, wird der Sticky Toffee Pudding seit über 20 Jahren hergestellt. In dem Laden war auch einmal das Postamt untergebracht, von dem sich die Besitzer aber trennten, als sich das Geschäft mit der Süßigkeit immer weiter entwickelte und mehr Zeit in Anspruch nahm. Heute gibt es noch weitere Varianten wie den Sticky Banana Pudding und den Sticky Toffee Apple Crumble, die auch alle online geordert werden können. Aber einige der großen Supermarktketten haben die Süßspeise aus Cartmel auch im Angebot. In diesem Film zeigt Nigella Lawson wie man den Sticky Toffee Pudding herstellt, der besonders gern zu Weihnachten verspeist wird.

Die zweite kulinarische Besonderheit von Cartmel ist, dass es hier eines der besten Restaurants im ganzen Land gibt, in das Gourmets von weit her angereist kommen, um die Kochkunst von Simon Rogan zu probieren. Sein L’Enclume, in einem schlichten Steinbau am Ufer des River Eea untergebracht, wurde 2014 zum Restaurant of the Year ausgerufen, vom Good Food Guide schon viermal zum besten Restaurant Großbritanniens ernannt und es hat bereits zwei Michelin-Sterne bekommen. Simon Rogans Schwester-Restaurant Rogan & Co befindet sich ebenfalls in Cartmel, ein paar Schritte vom Village Store entfernt, wo man auch ein Geschäft findet, das Produkte aus der Region von der Farm des Chefkochs kaufen kann.

Cartmel ist wirklich schon ein richtiges Gourmet-Dorf geworden, im Unsworth’s Yard findet man Spezialitätenläden, zum Beispiel für Käse und Wein, und die Unsworth’s Yard Brewery stellt Biere her wie das Cartmel Peninsula und das Land of Cartmel. Wer also Interese an diesen schönen Dingen hat, sollte auf jeden Fall in dem Dorf vorbeischauen.

The Village Store – Von hier kommt der Sticky Toffee Pudding.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

Das Sharrow Bay Country House Hotel am Ullswater Lake, wo der Sticky Toffee Pudding weiterentwickelt wurde.
Photo © Anthony Parkes (cc-by-sa/2.0)

Simon Rogans L’Enclume.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)

Unsworth’s Yard.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 12. Juli 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Metropolitan Drinking Fountain and Cattle Trough Association

Der erste öffentliche Londoner Trinkbrunnen an der Kirche St Sepulchre-without-Newgate.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

1859 gründeten in London das Parlamentsmitglied Samuel Gurney und der Rechtsanwalt Edward Thomas Wakefield die Metropolitan Drinking Fountain and Cattle Trough Association (MDFCTA), eine Organisation mit einem etwas sperrigen Namen, deren Ziel es war, jedermann mit sauberem Trinkwasser zu versorgen, denn das war damals Mitte des 19.Jahrhunderts in der Hauptstadt nicht selbstverständlich. Immer mehr Menschen zogen nach London und die bis dahin bestehende Infrastruktur der Wasserversorgung kam da an ihre Grenzen. Häufig war das Trinkwasser kontaminiert und es kam zu Choleraepidemien; kein Wunder, wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit die Themse als riesige Abwasserleitung diente.

Der erste öffentliche Brunnen der MDFCTA wurde am 21. April 1859 an der Kirche St Sepulchre-without-Newgate im Stadtteil Holborn errichtet und der Bevölkerung zur Verfügung gestellt; er ist noch heute an den Gittern der Kirche zu sehen, dort, wo die Giltspur Street in die A40 (Holborn Viaduct) mündet. An die 7000 Menschen sollen damals den Brunnen jeden Tag benutzt haben. Weitere 85 Brunnen wurden in den nächsten Jahren im Londoner Stadtgebiet errichtet.

Doch man dachte nicht nur an Menschen, die dringend sauberes Wasser brauchten, sondern auch an Tiere, und so wurden Tröge mit Trinkwasser aufgestellt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es noch viele Pferde in der Stadt, die für Transporte eingesetzt wurden, und es existierte auch noch ein Viehtrieb bis in das Stadtzentrum hinein, wo die Rinder geschlachtet und das Fleisch auf den Märkten verkauft wurde. Von diesen Wassertrögen sind noch einige erhalten geblieben.

Gurney und Wakefield haben mit ihrer MDFCTA eine große Leistung für die Londoner erbracht und viele Menschen vor schlimmen Krankheiten bewahrt. Die Organisation existiert noch heute unter dem Namen The Drinking Fountain Association. Natürlich haben die Londoner nicht mehr das Problem mit der Wasserqualität wie ihre Vorfahren, daher hat sich die Zielrichtung der Association etwas verändert:

“ designed to assist in making grant applications for schools drinking fountains, restoration work, overseas projects to supply clean water and to provide a deeper understanding of the work and history of the association„.

Trinkbrunnen am Sloane Square.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Ein Wassertrog für Tiere am Hyde Park.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

The National Fish and Chips Awards 2018

Vor wenigen Tagen wurden die National Fish and Chips Awards 2018 vergeben. Werfen wir doch einmal einen kurzen Blick auf die besten drei „Chippies“.

Auf Platz 1 steht in diesem Jahr die Nummer 3 des Vorjahres: Miller’s Fish and Chips in der Straße The Village in Haxby (North Yorkshire). Haxby ist eine kleine Vorstadt von York, nur ein paar Kilometer nördlich gelegen. Die Millers betreiben ihren kleinen Fish and Chips-Laden schon in der vierten Generation und das mit viel Erfolg, denn auf dem Siegertreppchen zu stehen ist schon eine tolle Sache. Die Preise sind recht niedrig, alle Fish and Chips-Varianten liegen unter 5 Pfund. Dass die Millers nicht nur das Leib und Magen-Gericht vieler Engländer produzieren können, sondern Fisch auch auf andere Art zubereiten, zeigt dieser Blick hinter die Kulissen.

Auf Platz 2 finden wir den Burton Road Chippy in Lincoln (Lincolnshire); keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Die Burton Road ist eine lebhafte Geschäftsstraße im Nordwesten der Stadt Lincoln, an der auch das Museum of Lincolnshire Life zu finden ist. Das Chippy besteht aus zwei Abteilungen, dem Restaurant und dem Takeaway. Im Restaurant gibt es eine Vielzahl von Variationen rund um Fisch, im Takeaway fünf verschiedene Fish and Chips-Gerichte.

Platz 3 nimmt das Harbourside Fish & Chips in Plymouth (Devon) ein. Es liegt an der Southside Street, also nur nur wenige Schritte vom Hafen entfernt. Die Straße mündet auf den Barbican, der sich den Hafen entlangzieht.  Das Chippy existiert hier schon seit den 1970er Jahren und erfreut sich großer Beliebtheit bei den Einheimischen und den vielen Besuchern der Stadt Plymouth. Kabeljau und Schellfisch werden hier überwiegend als Fish and Chips angeboten.

Published in: on 4. Februar 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Growing Underground – Frische Kräuter und Sprossen aus einem Luftschutzbunker im Londoner Stadtteil Clapham

Carpenter’s Place in Clapham. Hier ist die Firma Growing Underground zuhause.
Photo © Richard Rogerson (cc-by-sa/2.0)

Der BBC Future Food Award wurde im vergangenen Jahr an die Firma Growing Underground vergeben, die ihren Sitz im Londoner Stadtteil Clapham hat. Der Preis geht an Firmen, die sich hervorgetan haben mit „cutting-edge innovation and pioneering work that could influence how the UK’s food will be grown, distributed and sold in future„.

Einige kleine Schilder an einem unscheinbaren Gebäude in der Gasse Carpenter’s Place, die von der Clapham High Street abgeht, weisen auf Growing Underground hin, deren Name aber schon sagt, dass sich das Geschehen hier unter der Erde abspielt. 33 Meter unter den Straßen Claphams in ehemaligen Luftschutzbunkern aus dem Zweiten Weltkrieg werden Kräuter und Sprossen, sogenanntes Mikrogemüse, gezogen, die gegenüber ihren Brüdern und Schwestern, die oberirdisch wachsen, den Vorteil haben, dass sie absolut pestizidfrei und wetter- und jahreszeitenunabhängig sind. Das ganze Jahr über entstehen hier zum Beispiel Basilikum, Wasserkresse, Rauke, Koriander und andere Kräutlein, die von LED-Lampen beschienen werden und die dank der Hydrokultur 70% weniger Wasser verbrauchen als im Freien wachsende Kräuter. Innerhalb weniger Stunden sind die geernteten Pflänzchen bereits auf dem Tisch der Endverbraucher, also keine langen Transportwege, was der Umwelt auch wieder zugute kommt. Eine Win-Win-Situation.

Kaufen kann man die“Growing Underground“-Produkte zum Beispiel auf Londons Borough Market, auf dem New Covent Garden Market oder man kann sie sich innerhalb der Hauptstadt auch ins Haus liefern lassen. Begeistert von der Qualität äußert sich der berühmte Koch Michel Roux jr auf der Homepage der Firma, der das Mikrogemüse in seiner Küche des 2-Sterne-Restaurants Le Gavroche in der Upper Brook Street im Stadtteil Mayfair verwendet.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck wie es in dem Urban Farming-Bunker unterhalb Claphams aussieht.

Der Eingang zum Clapham Deep Shelter North, in dem sich die Kräuter-Produktionsstätte befindet.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. Januar 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Blue Vinney – Ein Blauschimmelkäse aus Dorset

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Ich finde es immer wieder interessant, in englischen Restaurants Käseplatten auszuprobieren, mit denen man Produkte aus dem Lande verkosten kann. In Deutschland kennt man vor allem Chester-, Cheddar- und Stiltonkäse, andere englische Sorten sind eher selten anzutreffen. Kürzlich fand ich bei meinem Käsehändler auf dem Markt Shropshire Blue, einen Blauschimmelkäse aus dem Norden Englands, der mir sehr gut schmeckte.

Der Dorset Blue Vinney ist ein weiterer Blauschimmelkäse, der eigentlich schon so gut wie ganz vom Markt verschwunden war, bis die Produktion 1980 wieder aufgenommen wurde und zwar von der Woodbridge Farm bei Bishop’s Caundle in Dorset, wo der echte Blue Vinney alleinig hergestellt wird. Auf der Farm an der A3030 bemühen sich 270  Holstein-Friesian Rinder Tag und Nacht, genügend Milch abzugeben, damit diese besondere Käseart produziert werden kann. Der Dorset Blue Vinney ist europaweit geschützt durch das PGI-Label, was Protected Geographical Indication bedeutet (wie auch der Exmoor Blue Cheeese und der Yorkshire Wensleydale Cheese). Nur Käse, der aus Dorset stammt, darf auch so genannt werden.

In früheren Zeiten  wurde der Schimmel in sehr sonderbaren Methoden in den Käse gebracht; so steht auf den Webseiten von www.kaesewelten.info zu lesen, dass dazu zum Beispiel verschmutzte Pferdehalfter durch die Milch gezogen wurden oder dass man den Käse neben feuchten und schimmeligen Stiefeln lagerte. Kein schöner Gedanke, solch einen Käse zu essen. Heute werden Blauschimmelkulturen verwendet.

Auf der Woodbridge Farm wird auch die Dorset Blue Soup hergestellt, die auf der Basis des Blauschimmelkäses beruht. Man arbeitet mit dem renommierten Fernsehkoch und Buchautor Hugh Fearnley-Whittingstall zusammen, dessen River Cottage auch in Dorset zu finden ist.

In diesem kurzen Film wird der Dorset Blue Vinney noch einmal vorgestellt.

Die Woodbridge Farm bei Bishop’s Caundle in Dorset.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. November 2017 at 02:00  Comments (4)  
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Die Engländer und ihr Problem mit dem Übergewicht – Wo wohnen die dicksten Menschen?

Blick auf Rotherham in South Yorkshire, die Stadt mit den meisten dicken Menschen.
Photo © Dave Bevis (cc-by-sa/2.0)

Bei meinen Besuchen in den USA fiel mir immer wieder auf, wie viele übergewichtige Menschen es dort gibt. In England sieht es diesbezüglich aber auch nicht viel besser aus. Nach Angaben von Public Health England, einer Behörde des Gesundheitsministeriums, haben zurzeit 64.8% aller Erwachsenen Gewichtsprobleme, 40,4% sind übergewichtig, 24,4% sogar fettleibig. Die Prognosen gehen dahin, dass noch vor dem Jahr 2050 die Hälfte aller Bewohner zu den Fettleibigen gehören. Die Verteilung der Dicken und der Dünnen über das Land ist recht unterschiedlich. Hier ist eine Übersicht:

Im Nordosten, im Nordwesten, in Yorkshire und in den Midlands wohnen die dicksten Menschen und in London und im Südosten diejenigen, die am wenigsten mit ihrem Gewicht zu kämpfen haben. Die Stadt mit den meisten schwergewichtigen Menschen ist Rotherham in South Yorkshire; dort sind 76,2% der Bewohner entweder übergewichtig oder fettleibig. Südöstlich von Rotherham liegt Boston in der Grafschaft Lincolnshire, eine Stadt, die den traurigen Rekord hat, die meisten fettleibigen Menschen zu beherbergen: 34% aller Erwachsenen dort gehören in diese Kategorie. Weitere Ort mit besonders vielen dicken Menschen sind das Borough of Copeland in Cumbria, Doncaster in South Yorkshire, East Lindsey in Lincolnshire und der Distrikt von Ryedale in North Yorkshire.

Ganz anders sieht es in London aus. Dort scheinen sich die Menschen gesünder zu ernähren. 38.5 aller Londoner gelten als übergewichtig und 20% als fettleibig. Spitzenreiter unter den Londoner Bezirken ist Camden mit „nur“ 46,5% Dicken und Fettleibigen. Auch Kensington und Chelsea, die Tower Hamlets und Richmond-upon-Thames schneiden im nationalen Vergleich verhältnismäßig gut ab.

Ein Blick auf das benachbarte Schottland: Dort sieht es auch ziemlich finster aus, denn 27% aller Schotten gelten als fettleibig. Etwas besser ist es in Wales, wo 22% der Menschen in diese Kategorie gehören.

Ein Supermarkt in Boston (Lincolnshire) – Einkaufsziel der vielen fettleibigen Menschen, die hier leben.
Photo © James Emmans (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 30. Juli 2017 at 02:00  Comments (2)  

The British Sandwich & Food To Go Association – Die Gralshüter des Snacks par excellence

Author: Memm.
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1990 wurde die British Sandwich Association (BSA) als Interessenvertretung der Sandwich-Industrie Großbritanniens gegründet, mit dem Ziel, technische Standards für die Herstellung von Sandwichs zu erstellen und den Verkauf zu fördern. Im Jahr 2015 erhielt sie ihren neuen Namen: The British Sandwich & Food To Go Association.

John Montagu der 4. Earl of Sandwich, ein notorischer Spieler, „erfand“ 1762 diesen Imbiss, der es ihm ermöglichte, gleichzeitig Karten zu spielen und zu essen.

Hier einige interessante Fakten rund um das Sandwich:
– 11,5 Milliarden wurden im vergangenen Jahr in Großbritannien gegessen (gekaufte und selbstgemachte)

– Das teuerste Sandwich der Welt serviert das New Yorker Restaurant Serendipity 3 in der 60th Street für $214 und steht damit im Guinness Buch der Rekorde. Es beinhaltet u.a. Trüffelbutter, essbare Goldblätter und Dom Pérignon Champagner.

– 19% aller Sandwichs werden in London gekauft; die geringsten Umsätze werden im Nordosten und im Südwesten des Landes erzielt.

– Über 300 000 Menschen sind in der Sandwich-Industrie beschäftigt.

Alljährlich werden von der BSA die „Sammies“ verliehen, Preise, die in mehrere Kategorien unterteilt sind wie z.B. „The British Sandwich Industry Award“, „New Sandwich of the Year Award“ oder „Independent Sandwich Bar of the Year Award“. Der Independent Sandwich Retailer Award Winner 2017 war das Mimosa Café & Delicatessen im 16 Half Moon Lane im Stadtteil Herne Hill.

Das offizielle Organ der BSA ist das „International Sandwich & Food To Go News Magazine„, das 1990 gegründet wurde und sechs Mal jährlich ercheint.
Einmal im Jahr findet die British Sandwich Week statt, zuletzt vom 14. bis zum 20. Mai.
Fazit: Die BSA ist eine sehr kreative und engagierte Organisation.

Eine etwas unorthodoxe Art, ein Sandwich herzustellen, ist in diesem Mr. Bean-Film zu sehen.

John Montagu, der 4. Earl of Sandwich.
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Bucks Fizz – Ein in England beliebtes Getränk, das 1921 erstmals kreiert wurde

Bucks Fizz ist wie Pimm’s ein vor allem in England sehr beliebtes Getränk, das einfach herzustellen ist. Man braucht dazu Champagner und Orangensaft und mixe beides im Verhältnis 2:1. Manchmal wird noch ein Spritzer Grenadine dazu gegeben. Bei Hochzeitsfeiern serviert man gern Bucks Fizz und auch zu Weihnachten wird der Cocktail gern gereicht.

Der Erfinder dieses Mixgetränks war Malachy McGarry, der von 1919 bis 1941 in der American Bar des Londoner Buck’s Club arbeitete und der möglicherweise auch den Cocktail „Sidecar“ kreierte. Dieser 1919 gegründete Gentleman’s Club in der Clifford Street, die die New Bond Street mit Savile Row verbindet, hatte prominente Mitglieder wie den Schauspieler Robert Hardy, den Geschäftsmann und Politiker John Wakeham und den früheren Premierminister Sir John Major. In den Büchern des humoristischen Schriftstellers P.G. Wodehouse spielt der Londoner Drone’s Club hin und wieder eine Rolle, der dem Buck’s Club nachempfunden wurde. Hier gehen die Wodehouseschen Charaktere Bingo Little, Tuppy Glossop, Catsmeat Potter-Pirbright und Bertie Wooster ein und aus. Ich habe viele der Bücher des 1975 verstorbenen Schriftstellers mit Vergnügen gelesen, kann mich aber nicht erinnern, ob die erwähnten Clubmitglieder auch Bucks Fizz getrunken haben.

1981 gründete man für den Eurovision Song Contest eine Band, die den Namen Bucks Fizz trug und die, im Kielwasser der schwedischen Gruppe ABBA, den Wettbewerb mit dem Titel „Making Your Mind Up“ gewann. Sie hatten noch zwei weitere Erfolgsnummern, die Platz 1 der britischen Charts eroberten, „The Land of Make Believe“ und „My Camera Never Lies„, Ende der 1980er Jahre war dann von der Band kaum noch etwas zu hören.

Dieser Film zeigt wie man den Cocktail Bucks Fizz herstellt.

Der Londoner Buck’s Club in der Clifford Street.
Author: CPrideaux.
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Published in: on 17. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Anna Maria Russell, Woburn Abbey und der Afternoon Tea

Anna Maria Russell, die Erfinderin des Afternoon Tea. This work is in the public domain.

Anna Maria Russell, die Erfinderin des Afternoon Teas.
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Anna Maria Russell (1783-1857), Duchess of Bedford, Ehefrau des siebten Dukes of Bedford und enge Vertraute von Königin Victoria, hatte ein kleines Problem: Sie aß gern, und die Zeit zwischen dem Mittagessen und dem abendlichen Dinner, das damals in den höheren Kreisen relativ spät serviert wurde, war ihr einfach zu lang. Der Hunger meldete sich bei ihr am Nachmittag, und so orderte sie bei ihrem Personal eine Zwischenmahlzeit, die in der Regel aus einer Kanne Tee, einigen Keksen und Sandwiches bestand. Die Duchess of Bedford und ihr Mann wohnten in der Woburn Abbey, einem pompösen Palast bei dem Dorf Woburn in Bedfordshire. Die Dame gewöhnte sich schnell an diesen Afternoon Tea und gern lud sie Gäste dazu ein, die sich im Blue Drawing Room versammelten und die letzten Neuigkeiten aus ihren Kreisen austauschten. Auch Queen Victoria ließ sich schnell von ihrer Lady of the Bedchamber, das war Anna Maria Russell, von den Vorteilen des Afternoon Teas überzeugen, und so verbreitete sich dieser Brauch im ganzen Land. Die Auswahl der kleinen Köstlichkeiten, die zum Tee serviert wurden, nahm zu; man aß Scones mit Clotted Cream, Törtchen und Gurkensandwiches, der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Auch heute noch wird in vielen englischen Hotels Afternoon Tea serviert, in der luxuriösen Variante mit einem Glas Champagner dazu. Im Londoner Claridge’s zum Beispiel werden sehr verlockende kleine Sandwiches mit Lachs, Hühnchen und Entenbrust angeboten, ergänzt durch Passionsfruchtmakronen, Amarenakirschtörtchen usw. £60 kostet dieses Vergnügen, mit einem Glas Champagner dazu £70.

Deutsche Hotels der höheren Kategorie bieten ihren Gästen hin und wieder auch einen Afternoon Tea an. Mein persönlicher Tipp: Das Ritz Carlton Hotel in Wolfsburg, für mich eines der besten Hotels in Deutschland in der 5 Sterne Plus-Kategorie. An jedem Tag der Woche zwischen 14 Uhr und 17 Uhr wird in der Lobby Lounge diese typisch britische Spezialität serviert. Man kann aus einer umfangreichen Teekarte seinen Lieblingstee wählen, dazu kommt eine Etagere auf den Tisch mit Sanwiches, Scones und Köstlichkeiten aus der hauseigenen Patisserie. Dazu kann man ein Glas Champagner, Winzersekt oder Pimm’s Cup No.1 bestellen (Die Preise liegen zwischen 34 und 45 Euro). Ich habe das mehrfach ausprobiert und war jedesmal sehr angetan davon.

Anna Maria Russel, der wir den Afternoon Tea zu verdanken haben, starb im Jahr 1857, sie wurde in der Bedford Chapel der Church of St Michael in Chenies (Buckinghamshire) beigesetzt.

Siehe auch einen früheren Blogeintrag von mir zum Thema Afternoon Tea.

Die Woburn Abbey.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Woburn Abbey.
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St Michael in Chenies (Buckinghamshire), Hier liegt Anna Maria Russell begraben.   © Copyright Jonathan Dew and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Michael in Chenies (Buckinghamshire), Hier liegt Anna Maria Russell begraben.
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Afternoon Tea im Ritz Carlton Hotel in Wolfsburg. Eigenes Foto.

Afternoon Tea im Ritz Carlton Hotel in Wolfsburg.
Eigenes Foto.

Published in: on 7. März 2017 at 02:00  Comments (2)  
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The Fry up Inspector – Ein anonymer Blogger, der das englische Frühstück testet

This work is released into the public domain.

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Wenn ich in England bin, esse ich in den ersten zwei bis drei Tagen in meinem Hotel gern das Full English Breakfast, das sehr kalorienreich ist und gewöhnlich aus Würstchen (meist Cumberland Sausages), Eiern, Blutwurst, Speck, gebackenen Bohnen, Champignons, Hash Browns und Toast besteht. Oft reicht dieses üppige Frühstück, auch Fry-up genannt, bis weit in den Tag hinein.

Natürlich gibt es in der Zubereitungsart große Unterschiede, manche Full English sind zu fettig, manche sehr anspruchsvoll zelebriert. Seit einigen Jahren existiert ein Blog des Fry up Inspectors, der anonym Lokale aufsucht, die Frühstück anbieten. Wer hinter dem Blog steckt, ist nicht bekannt, aber der Mann hat sich mittlerweile einen Ruf erworben, der schon mit dem eines Michelin-Inspektors zu vergleichen ist. Die von ihm inspizierten Lokale werden in eine Skala von 1 bis 10 eingeordnet und wer die Punktzahl von 8.5 und höher erreicht, darf sich einen vom Fry up Inspector autorisierten Sticker zuschicken lassen, auf dem steht, dass diese Lokalität von ihm empfohlen wird.

Der Frühstücks-Tester arbeitet von Norwich (Norfolk) aus, wo er mit seiner Arbeit auch begann, später dann nahm er weitere Städte unter die Lupe wie London, Brighton, Bristol und Cambridge. Die Vorgehensweise des Inspektors sieht so aus, er prüft jedes Frühstücks-Etablissement unter sechs Gesichtspunkten:
Erster Eindruck beim Betreten des Lokals, Service, Qualität der Zutaten, Präsentation des Frühstücks auf dem Teller, Geschmack und Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit seinem Smartphone fotografiert er alles Wesentliche. Aus diesen Eindrücken vergibt er dann die Punktzahl. Das ausführliche Ergebnis des Tests veröffentlicht der Fry up Inspector dann in seinem Blog. Hier sind einige Lokale, die mit 9 bzw. 9.5 Punkten am besten abgeschnitten haben und sehr zu empfehlen sind:

E. Pellicci, 332 Bethnal Green Road, Bethnal Green London
Jamie’s Italian, North Terminal, Gatwick Airport
Kingfisher Café & Ice Cream Parlour, Coast Road, Norwich
Regency Café, 17-19 Regency Street, Pimlico, London
St Werburghs City Farm Café, Watercress Road, Bristol

Eines der empfehlenswerten Früstück-Cafés in Norwich.   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eines der empfehlenswerten Frühstücks-Cafés in Norwich.
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Published in: on 6. März 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Salvatore Calabrese, der Mayfair Playboy Club und der teuerste Cocktail aller Zeiten

Hier, im Old Park Lane, im Londoner Stadtteil Mayfair wurde der teuerste Cocktail gemixt. Der Playboy Club ist das schwarze, flache Gebäude auf der linken Seite des Fotos.    © Copyright Basher Eyre and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier, im Old Park Lane, im Londoner Stadtteil Mayfair, wurde der teuerste Cocktail gemixt. Der Playboy Club ist das schwarze, flache Gebäude auf der linken Seite des Fotos.
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Salvatore Calabrese, ein echter italienischer Gentleman, ist unbestritten einer der besten Barkeeper der Welt. „The Maestro“, wie er gern genannt wird, hat in den besten Bars gearbeitet und dort immer wieder neue Kreationen hervorgebracht, die oft aus sehr erlesenen Spirituosen bestanden. Calabrese ist mit vielen Auszeichnungen bedacht worden, und er war u.a. International Cognac Personality of the Year, Spirits Personality of the Year und Campari Bartender of the Year. Als er 1980 nach England kam, arbeitete er im Duke’s Hotel, im Lanesborough Hotel und im exklusiven Mayfair Playboy Club, den er im vorigen Jahr verließ.

In jenem Playboy Club, 14 Old Park Lane, kreierte der Italiener, der schon für unzählige Prominente aus der ganzen Welt Drinks zelebriert hat, im Jahr 2012 den teuersten Cocktail aller Zeiten und zog damit in das Guinness Buch der Rekorde ein. Der bisherige Rekord stand bei £3766, und dieser Cocktail wurde in der Skyview Bar im Burj al Arab Hotel in Dubai gemixt. Calabrese übertrumpfte das spielend und suchte sich für seinen „Salvatore’s Legacy“ ganz besonders rare und entsprechend teure Zutaten für seinen Cocktail zusammen, der stattliche £5500 kostete.

Wer Calabreses Kreation einmal nachmixen möchte, der benötigt dafür folgende Getränke:
Clos de Griffier Vieux Cognac aus dem Jahr 1788; ein Jahr vor Beginn der französischen Revolution kam dieser Cognac in die Flasche. Als Calabrese einmal im Playboy Club für einen wohlhabenden Gast zwei seiner Spezialcocktails mixte, stieß letzterer aus Versehen die Flasche mit dem raren Cognac vom Tisch, deren Inhalt sich über den Fußboden ergoss… Der Schaden belief sich auf rund £50 000.

Noch 18 Jahre älter als der Cognac ist die zweite Zutat, ein Kümmel-Likör aus dem Jahr 1770.

Verhältnismäßig jung dagegen ist Zutat Nummer 3, ein Dubb Orange Curacao  aus dem Jahr 1860.

Zwei Spritzer Angostura Bitter aus dem Jahr 1900 verleihen Calabreses Cocktail dann noch den letzten Schliff.

„Salvatore’s Legacy“ ist nicht nur der teuerste Cocktail, sondern auch, wenn man das Alter der Flaschen zusammenzählt, der älteste (ca 730 Jahre).

Salvatore Calabrese hat sein gesammeltes Wissen über Getränke in mehreren Bücher festgehalten, zum Beispiel in „Classic Cocktails“, „Sexy Cocktails“ und „Virgin Cocktails“.

Dieser Film zeigt wie Calabrese seinen „Salvatore’s Legacy“ mixt, ein Stück „flüssige Geschichte“ wie er es nennt.

 

 

Published in: on 20. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The National Fish and Chip Awards 2017

Fish and Chips ist für viele Kontinentaleuropäer immer noch das Standardessen in Großbritannien: In Zeitungspapier eingewickeltes, fettiges, paniertes Fischfilet, das mit Essig „verfeinert“ wird. Natürlich gibt es das auch noch, aber die Zeit ist auf der Insel nicht stehengeblieben, und die Chippies, also die Läden, die Fish and Chips verkaufen, bemühen sich, gute Qualität zu liefern und mit gutem Fett zu arbeiten. Um diese Bemühungen zu unterstützen und zu belohnen, gibt es seit 29 Jahren die National Fish & Chip Awards, die in mehreren Kategorien verliehen werden. Der begehrteste Preis ist dabei der landesweit vergebene Independent Takeaway Fish and Chip Shop of the Year Award. In diesem Jahr wurden die folgenden drei Chippies ausgezeichnet:

Platz 1 – Kingfisher Fish & Chips in Chaddlewood bei Plymouth (Devon). Im letzten Jahr die Nummer 2, jetzt die Nummer 1. Angeboten werden in dem Imbissladen verschiedene Sorten von Fischen wie Kabeljau, Schellfisch, Seehecht, aber auch ein ganzer Hummer kann geordert werden. 2012 haben die aktuellen Kingfisher-Besitzer den Laden übernommen und gleich von Anfang an Erfolg gehabt. Das unscheinbare Geschäft liegt am östlichen Rand von Plymouth (Devon) im Ortsteil Chaddlewood neben einem chinesischen Imbiss und einer Filiale von Domino’s Pizza.

Platz 2 – Burton Road Chippy in Lincoln (Lincolnshire). Hier gibt es einmal das mit dem Award 2017 ausgezeichnete Takeaway und ein Restaurant mit 60 Plätzen. Da Lincolnshire für seine Kartoffeln berühmt ist, kann man sicher sein, hier nur die beste Qualität zu bekommen, und auch das Meer ist nicht weit, so dass Restaurant und Imbiss täglich mit frischem Fisch beliefert werden. Die Burton Road liegt im Nordwestteil der Stadt Lincoln, rund einen Kilometer von der Kathedrale entfernt.

Platz 3 – Millers Fish & Chips in Haxby (North Yorkshire). Dieses Chippy befindet sich schon seit vier Generationen in der Hand der Familie Miller. Fish and Chips gibt es hier in den Varianten „Haddock“, „Cod“ und „Plaice“, wer möchte, kann das Angebot auch glutenfrei bekommen. Haxby liegt nördlich der Stadt York, das kleine Restaurant mit Takeaway an der Hauptstraße des Ortes, The Village.

Organisiert wird die Vergabe der National Fish and Chip Awards von der Firma Seafish. Dieser Film singt ein Loblied auf eine der beliebtesten Speisen des Landes.

Übrigens, nicht vergessen: Am 2. Juli 2017 ist der National Fish and Chip Day!

Published in: on 17. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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John James Royle (1850-1919) – Der Erfinder des „Self-Pouring Tea Pot“

Die Ladenfront in der Londoner Cock Lane.   © Copyright Julian Osley and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Ladenfront in der Londoner Cock Lane.
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Cock Lane ist eine schmale Gasse in der City of London, die die Straßen Snow Hill und Giltspur Street verbindet. Gleich am Anfang der Gasse, von Snow Hill kommend, befinden sich auf der linken Seite die Saracen’s Head Buildings. In diesem Gebäudekomplex liegt im Erdgeschoss ein hübsch gestalteter Terracotta-Ladeneingang, über dem geschrieben steht: „John J. Royle of Manchester„. Hier waren einmal vor langer Zeit die Ausstellungsräume dieser Firma, die ihren Sitz in Manchester hatte und die alle möglichen Produkte für den gewerblichen und den privaten Gebrauch herstellte wie Wassererhitzer, Kondensatableiter, Eierkocher mit Zeitschaltuhr oder rauchfreie Bügeleisen. Der Firmeninhaber John James Royle war ein sehr erfinderischer Mann, der vor allem durch ein Produkt in Erinnerung geblieben ist, den sogenannten „Self-Pouring Tea Pot„. Er ließ sich diese spezielle Teekanne 1886 patentieren (Patentnummer 6327), die offensichtlich in der viktorianischen Zeit genau das war, was die Leute haben wollten, denn das Gerät wurde zu einem großen Verkaufserfolg. Ursprünglich hatte Royle die Teekanne als Werbegag für seine Großkunden gedacht, aber dann entwickelte sich das etwas anders, die Nachfrage wurde immer größer, und so ließ er Tausende davon von den Firmen Doulton & Co. in Burslem (Shropshire) und Joseph Dixon & Sons in Sheffield herstellen. Erstere stellte Keramik-, letztere silberne Versionen her.

Der Self-Pouring Tea Pot bestand aus einem eigentlich recht einfachen System, mit dem man Teetassen befüllen konnte, ohne die Kanne hochheben zu müssen. Zusätzlich zu dieser Bequemlichkeit kam noch hinzu, dass der Tee besser schmecken sollte. Wie das funktioniert, zeigt dieser kurze Film.

Königin Viktoria besaß so eine Teekanne, ebenso der russische Großfürst Sergei Alexandrowitsch Romanow und Alexandra von Dänemark. Heute taucht John James Royles Erfindung noch häufiger bei Auktionen auf.

Freunde und Sammler von Teekannen freuen sich sicherlich über den „Collectible Teapot & Tea Wall Calendar 2017„, in dem auch ein Foto der Royleschen Erfindung zu sehen ist.

Published in: on 1. Januar 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Meine Gin-Trilogie Teil 2: The Bombay Sapphire Distillery in Laverstoke (Hampshire)

Es gibt wohl keine Bar in England, die etwas auf sich hält, die keinen Gin der Marke Bombay Sapphire vorrätig hät. Das Markenzeichen dieses Gins ist die auffällige blaue Flasche, deren Etikett ein Bild Königin Victorias zeigt und den Schriftzug „From A 1761 Recipe“ trägt.
Der Hersteller, die Bombay Spirits Co., die zu dem Bacardi-Konzern gehört, ist seit 2014 in Laverstoke in Hampshire ansässig (hier ist ein Film von der Eröffnung). Dort ist man in eine uralte, mehr als 1000 Jahre alte Mühle am River Test gezogen, in der einmal handgeschöpftes, edles Papier hergestellt wurde. Diese alten Fabrikgebäude hat man sorgfältig restauriert und in eine Gin-Destillerie umgewandelt. Besonders auffällig sind die neu entstandenen gläsernen Gewächshäuser, in denen die Pflanzen wachsen, die zur Produktion des Gins benötigt werden und das sind:
Zitrone, Mandel, Süßholz, Wacholder, Schwertlilie, Angelica, Koriander, Zimtkassie, Kubeben-Pfeffer und Paradieskörner. Das erforderliche Wasser, um den Alkoholgehalt zu reduzieren, stammt aus den Waliser Bergen, aus dem Lake Vyrnwy, einer landschaftlich sehr schönen Gegend.

Das Design für die Gewächshäuser stammt übrigens aus den renommierten Heatherwick Studios in London, die auch den neuen Routemaster Bus konzipiert haben.

Der berühmte Saphir „Star of Bombay„, der im Smithsonian Institute in Washington D.C. aufbewahrt wird, gab dem Gin seinen Namen.

Wer sich für die Herstellung des Bombay Sapphires interessiert, der kann die Destillerie besichtigen; sie ist täglich von 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet (im Winterhalbjahr von 11 Uhr bis 18 Uhr). Angeboten werden geführte Touren (£25) und „self-guided tours“ (£15), darüberhinaus noch einige mehrstündige Spezialtouren.
Dieser Film gibt einen sehr guten Überblick, was den Besucher in der Destillerie erwartet.

Zu finden ist die Laverstoke Mill an der B3400, der London Road, zwischen Overton und Whitchurch, in dem kleinen Ort Laverstoke; Basingstoke und das Highclere Castle („Downton Abbey“) sind nur wenige Autominuten entfernt.

Der Star of Bombay. This work is in the public domain.

Der Star of Bombay.
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Die Laverstoke Mill am River Trent.   © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Laverstoke Mill am River Trent.
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Die Gewächshäuser in der Laverstoke Mill.   © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Gewächshäuser in der Laverstoke Mill.
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Published in: on 31. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Tim Hampson: CAMRA’s 101 Beer Days Out

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Tim Hampson kennt sich in Sachen Bier hervorragend aus. Er führt einen Bierblog und hat bereits mehrere Bücher verfasst wie „London’s Best Pubs“, „London Riverside Pubs“ und „The Beer Book“. Mit „101 Beer Days Out: Exciting and Unusual Experiences for Beer Lovers Around Britain“ hat Hampson einen Reiseführer für Bierfreunde vorgelegt, der quer durch Großbritannien führt und 101 Tipps für „beer lovers“ gibt. Erschienen ist das Buch bei Campaign For Real Ale, kurz CAMRA, ein 1971 gegründeter Interessenverband für alle, die mit Bier und Pubs zu tun haben.

Ursprünglich kam das Buch im Jahre 2012 auf den Markt, liegt aber mittlerweile in einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung vor.
Die Reise beginnt im Südosten Englands mit einem Besuch der Shepherd Neame Brauerei (Tipp 1) in Faversham (Kent), dort wo auch das jährliche Hop Festival (Tipp 2) stattfindet. Ein besonderes Augenmerk legt der Autor auf die Verbindung Bier und Eisenbahn und so erfahren wir u.a. von dem Real Ale Train (Tipp 13) in Hampshire, der zweimal im Monat die Watercress Line befährt und mehrere Biersorten an Bord anbietet. Auf dem Bahnsteig 1 des Bahnhofs von Hartlepool (County Durham) findet man das Rat Race Ale House (Tipp 88), das nur zu den Zeiten geöffnet hat, zu denen Züge verkehren.

Am Anfang des Buches stellt Tim Hampson die einzelnen Biersorten vor, die es in Großbritannien gibt und listet die Bierfestivals auf, die im Laufe eines Jahres veranstaltet werden.
Ein wirklich interessantes Buch für alle, die an englischen Bieren und an ungewöhnlichen Pubs interessiert sind.

Tim Hampson: 101 Beer Days Out: Exciting and Unusual Experiences for Beer Lovers Around Britain. Campaign for Real Ale 2015. 221 Seiten. ISBN 978-1-85249-328-8.

Die Shepherd Neame Brewery in Faversham (Kent).   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Shepherd Neame Brewery in Faversham (Kent).
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Die Watercress Line in Hampshire.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Watercress Line in Hampshire.
   © Copyright David Dixon and
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