Bucks Fizz – Ein in England beliebtes Getränk, das 1921 erstmals kreiert wurde

Bucks Fizz ist wie Pimm’s ein vor allem in England sehr beliebtes Getränk, das einfach herzustellen ist. Man braucht dazu Champagner und Orangensaft und mixe beides im Verhältnis 2:1. Manchmal wird noch ein Spritzer Grenadine dazu gegeben. Bei Hochzeitsfeiern serviert man gern Bucks Fizz und auch zu Weihnachten wird der Cocktail gern gereicht.

Der Erfinder dieses Mixgetränks war Malachy McGarry, der von 1919 bis 1941 in der American Bar des Londoner Buck’s Club arbeitete und der möglicherweise auch den Cocktail „Sidecar“ kreierte. Dieser 1919 gegründete Gentleman’s Club in der Clifford Street, die die New Bond Street mit Savile Row verbindet, hatte prominente Mitglieder wie den Schauspieler Robert Hardy, den Geschäftsmann und Politiker John Wakeham und den früheren Premierminister Sir John Major. In den Büchern des humoristischen Schriftstellers P.G. Wodehouse spielt der Londoner Drone’s Club hin und wieder eine Rolle, der dem Buck’s Club nachempfunden wurde. Hier gehen die Wodehouseschen Charaktere Bingo Little, Tuppy Glossop, Catsmeat Potter-Pirbright und Bertie Wooster ein und aus. Ich habe viele der Bücher des 1975 verstorbenen Schriftstellers mit Vergnügen gelesen, kann mich aber nicht erinnern, ob die erwähnten Clubmitglieder auch Bucks Fizz getrunken haben.

1981 gründete man für den Eurovision Song Contest eine Band, die den Namen Bucks Fizz trug und die, im Kielwasser der schwedischen Gruppe ABBA, den Wettbewerb mit dem Titel „Making Your Mind Up“ gewann. Sie hatten noch zwei weitere Erfolgsnummern, die Platz 1 der britischen Charts eroberten, „The Land of Make Believe“ und „My Camera Never Lies„, Ende der 1980er Jahre war dann von der Band kaum noch etwas zu hören.

Dieser Film zeigt wie man den Cocktail Bucks Fizz herstellt.

Der Londoner Buck’s Club in der Clifford Street.
Author: CPrideaux.
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Published in: on 17. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Anna Maria Russell, Woburn Abbey und der Afternoon Tea

Anna Maria Russell, die Erfinderin des Afternoon Tea. This work is in the public domain.

Anna Maria Russell, die Erfinderin des Afternoon Teas.
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Anna Maria Russell (1783-1857), Duchess of Bedford, Ehefrau des siebten Dukes of Bedford und enge Vertraute von Königin Victoria, hatte ein kleines Problem: Sie aß gern, und die Zeit zwischen dem Mittagessen und dem abendlichen Dinner, das damals in den höheren Kreisen relativ spät serviert wurde, war ihr einfach zu lang. Der Hunger meldete sich bei ihr am Nachmittag, und so orderte sie bei ihrem Personal eine Zwischenmahlzeit, die in der Regel aus einer Kanne Tee, einigen Keksen und Sandwiches bestand. Die Duchess of Bedford und ihr Mann wohnten in der Woburn Abbey, einem pompösen Palast bei dem Dorf Woburn in Bedfordshire. Die Dame gewöhnte sich schnell an diesen Afternoon Tea und gern lud sie Gäste dazu ein, die sich im Blue Drawing Room versammelten und die letzten Neuigkeiten aus ihren Kreisen austauschten. Auch Queen Victoria ließ sich schnell von ihrer Lady of the Bedchamber, das war Anna Maria Russell, von den Vorteilen des Afternoon Teas überzeugen, und so verbreitete sich dieser Brauch im ganzen Land. Die Auswahl der kleinen Köstlichkeiten, die zum Tee serviert wurden, nahm zu; man aß Scones mit Clotted Cream, Törtchen und Gurkensandwiches, der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Auch heute noch wird in vielen englischen Hotels Afternoon Tea serviert, in der luxuriösen Variante mit einem Glas Champagner dazu. Im Londoner Claridge’s zum Beispiel werden sehr verlockende kleine Sandwiches mit Lachs, Hühnchen und Entenbrust angeboten, ergänzt durch Passionsfruchtmakronen, Amarenakirschtörtchen usw. £60 kostet dieses Vergnügen, mit einem Glas Champagner dazu £70.

Deutsche Hotels der höheren Kategorie bieten ihren Gästen hin und wieder auch einen Afternoon Tea an. Mein persönlicher Tipp: Das Ritz Carlton Hotel in Wolfsburg, für mich eines der besten Hotels in Deutschland in der 5 Sterne Plus-Kategorie. An jedem Tag der Woche zwischen 14 Uhr und 17 Uhr wird in der Lobby Lounge diese typisch britische Spezialität serviert. Man kann aus einer umfangreichen Teekarte seinen Lieblingstee wählen, dazu kommt eine Etagere auf den Tisch mit Sanwiches, Scones und Köstlichkeiten aus der hauseigenen Patisserie. Dazu kann man ein Glas Champagner, Winzersekt oder Pimm’s Cup No.1 bestellen (Die Preise liegen zwischen 34 und 45 Euro). Ich habe das mehrfach ausprobiert und war jedesmal sehr angetan davon.

Anna Maria Russel, der wir den Afternoon Tea zu verdanken haben, starb im Jahr 1857, sie wurde in der Bedford Chapel der Church of St Michael in Chenies (Buckinghamshire) beigesetzt.

Siehe auch einen früheren Blogeintrag von mir zum Thema Afternoon Tea.

Die Woburn Abbey.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Woburn Abbey.
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St Michael in Chenies (Buckinghamshire), Hier liegt Anna Maria Russell begraben.   © Copyright Jonathan Dew and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Afternoon Tea im Ritz Carlton Hotel in Wolfsburg. Eigenes Foto.

Afternoon Tea im Ritz Carlton Hotel in Wolfsburg.
Eigenes Foto.

Published in: on 7. März 2017 at 02:00  Comments (2)  
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The Fry up Inspector – Ein anonymer Blogger, der das englische Frühstück testet

This work is released into the public domain.

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Wenn ich in England bin, esse ich in den ersten zwei bis drei Tagen in meinem Hotel gern das Full English Breakfast, das sehr kalorienreich ist und gewöhnlich aus Würstchen (meist Cumberland Sausages), Eiern, Blutwurst, Speck, gebackenen Bohnen, Champignons, Hash Browns und Toast besteht. Oft reicht dieses üppige Frühstück, auch Fry-up genannt, bis weit in den Tag hinein.

Natürlich gibt es in der Zubereitungsart große Unterschiede, manche Full English sind zu fettig, manche sehr anspruchsvoll zelebriert. Seit einigen Jahren existiert ein Blog des Fry up Inspectors, der anonym Lokale aufsucht, die Frühstück anbieten. Wer hinter dem Blog steckt, ist nicht bekannt, aber der Mann hat sich mittlerweile einen Ruf erworben, der schon mit dem eines Michelin-Inspektors zu vergleichen ist. Die von ihm inspizierten Lokale werden in eine Skala von 1 bis 10 eingeordnet und wer die Punktzahl von 8.5 und höher erreicht, darf sich einen vom Fry up Inspector autorisierten Sticker zuschicken lassen, auf dem steht, dass diese Lokalität von ihm empfohlen wird.

Der Frühstücks-Tester arbeitet von Norwich (Norfolk) aus, wo er mit seiner Arbeit auch begann, später dann nahm er weitere Städte unter die Lupe wie London, Brighton, Bristol und Cambridge. Die Vorgehensweise des Inspektors sieht so aus, er prüft jedes Frühstücks-Etablissement unter sechs Gesichtspunkten:
Erster Eindruck beim Betreten des Lokals, Service, Qualität der Zutaten, Präsentation des Frühstücks auf dem Teller, Geschmack und Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit seinem Smartphone fotografiert er alles Wesentliche. Aus diesen Eindrücken vergibt er dann die Punktzahl. Das ausführliche Ergebnis des Tests veröffentlicht der Fry up Inspector dann in seinem Blog. Hier sind einige Lokale, die mit 9 bzw. 9.5 Punkten am besten abgeschnitten haben und sehr zu empfehlen sind:

E. Pellicci, 332 Bethnal Green Road, Bethnal Green London
Jamie’s Italian, North Terminal, Gatwick Airport
Kingfisher Café & Ice Cream Parlour, Coast Road, Norwich
Regency Café, 17-19 Regency Street, Pimlico, London
St Werburghs City Farm Café, Watercress Road, Bristol

Eines der empfehlenswerten Früstück-Cafés in Norwich.   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eines der empfehlenswerten Frühstücks-Cafés in Norwich.
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Published in: on 6. März 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Salvatore Calabrese, der Mayfair Playboy Club und der teuerste Cocktail aller Zeiten

Hier, im Old Park Lane, im Londoner Stadtteil Mayfair wurde der teuerste Cocktail gemixt. Der Playboy Club ist das schwarze, flache Gebäude auf der linken Seite des Fotos.    © Copyright Basher Eyre and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier, im Old Park Lane, im Londoner Stadtteil Mayfair, wurde der teuerste Cocktail gemixt. Der Playboy Club ist das schwarze, flache Gebäude auf der linken Seite des Fotos.
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Salvatore Calabrese, ein echter italienischer Gentleman, ist unbestritten einer der besten Barkeeper der Welt. „The Maestro“, wie er gern genannt wird, hat in den besten Bars gearbeitet und dort immer wieder neue Kreationen hervorgebracht, die oft aus sehr erlesenen Spirituosen bestanden. Calabrese ist mit vielen Auszeichnungen bedacht worden, und er war u.a. International Cognac Personality of the Year, Spirits Personality of the Year und Campari Bartender of the Year. Als er 1980 nach England kam, arbeitete er im Duke’s Hotel, im Lanesborough Hotel und im exklusiven Mayfair Playboy Club, den er im vorigen Jahr verließ.

In jenem Playboy Club, 14 Old Park Lane, kreierte der Italiener, der schon für unzählige Prominente aus der ganzen Welt Drinks zelebriert hat, im Jahr 2012 den teuersten Cocktail aller Zeiten und zog damit in das Guinness Buch der Rekorde ein. Der bisherige Rekord stand bei £3766, und dieser Cocktail wurde in der Skyview Bar im Burj al Arab Hotel in Dubai gemixt. Calabrese übertrumpfte das spielend und suchte sich für seinen „Salvatore’s Legacy“ ganz besonders rare und entsprechend teure Zutaten für seinen Cocktail zusammen, der stattliche £5500 kostete.

Wer Calabreses Kreation einmal nachmixen möchte, der benötigt dafür folgende Getränke:
Clos de Griffier Vieux Cognac aus dem Jahr 1788; ein Jahr vor Beginn der französischen Revolution kam dieser Cognac in die Flasche. Als Calabrese einmal im Playboy Club für einen wohlhabenden Gast zwei seiner Spezialcocktails mixte, stieß letzterer aus Versehen die Flasche mit dem raren Cognac vom Tisch, deren Inhalt sich über den Fußboden ergoss… Der Schaden belief sich auf rund £50 000.

Noch 18 Jahre älter als der Cognac ist die zweite Zutat, ein Kümmel-Likör aus dem Jahr 1770.

Verhältnismäßig jung dagegen ist Zutat Nummer 3, ein Dubb Orange Curacao  aus dem Jahr 1860.

Zwei Spritzer Angostura Bitter aus dem Jahr 1900 verleihen Calabreses Cocktail dann noch den letzten Schliff.

„Salvatore’s Legacy“ ist nicht nur der teuerste Cocktail, sondern auch, wenn man das Alter der Flaschen zusammenzählt, der älteste (ca 730 Jahre).

Salvatore Calabrese hat sein gesammeltes Wissen über Getränke in mehreren Bücher festgehalten, zum Beispiel in „Classic Cocktails“, „Sexy Cocktails“ und „Virgin Cocktails“.

Dieser Film zeigt wie Calabrese seinen „Salvatore’s Legacy“ mixt, ein Stück „flüssige Geschichte“ wie er es nennt.

 

 

Published in: on 20. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The National Fish and Chip Awards 2017

Fish and Chips ist für viele Kontinentaleuropäer immer noch das Standardessen in Großbritannien: In Zeitungspapier eingewickeltes, fettiges, paniertes Fischfilet, das mit Essig „verfeinert“ wird. Natürlich gibt es das auch noch, aber die Zeit ist auf der Insel nicht stehengeblieben, und die Chippies, also die Läden, die Fish and Chips verkaufen, bemühen sich, gute Qualität zu liefern und mit gutem Fett zu arbeiten. Um diese Bemühungen zu unterstützen und zu belohnen, gibt es seit 29 Jahren die National Fish & Chip Awards, die in mehreren Kategorien verliehen werden. Der begehrteste Preis ist dabei der landesweit vergebene Independent Takeaway Fish and Chip Shop of the Year Award. In diesem Jahr wurden die folgenden drei Chippies ausgezeichnet:

Platz 1 – Kingfisher Fish & Chips in Chaddlewood bei Plymouth (Devon). Im letzten Jahr die Nummer 2, jetzt die Nummer 1. Angeboten werden in dem Imbissladen verschiedene Sorten von Fischen wie Kabeljau, Schellfisch, Seehecht, aber auch ein ganzer Hummer kann geordert werden. 2012 haben die aktuellen Kingfisher-Besitzer den Laden übernommen und gleich von Anfang an Erfolg gehabt. Das unscheinbare Geschäft liegt am östlichen Rand von Plymouth (Devon) im Ortsteil Chaddlewood neben einem chinesischen Imbiss und einer Filiale von Domino’s Pizza.

Platz 2 – Burton Road Chippy in Lincoln (Lincolnshire). Hier gibt es einmal das mit dem Award 2017 ausgezeichnete Takeaway und ein Restaurant mit 60 Plätzen. Da Lincolnshire für seine Kartoffeln berühmt ist, kann man sicher sein, hier nur die beste Qualität zu bekommen, und auch das Meer ist nicht weit, so dass Restaurant und Imbiss täglich mit frischem Fisch beliefert werden. Die Burton Road liegt im Nordwestteil der Stadt Lincoln, rund einen Kilometer von der Kathedrale entfernt.

Platz 3 – Millers Fish & Chips in Haxby (North Yorkshire). Dieses Chippy befindet sich schon seit vier Generationen in der Hand der Familie Miller. Fish and Chips gibt es hier in den Varianten „Haddock“, „Cod“ und „Plaice“, wer möchte, kann das Angebot auch glutenfrei bekommen. Haxby liegt nördlich der Stadt York, das kleine Restaurant mit Takeaway an der Hauptstraße des Ortes, The Village.

Organisiert wird die Vergabe der National Fish and Chip Awards von der Firma Seafish. Dieser Film singt ein Loblied auf eine der beliebtesten Speisen des Landes.

Übrigens, nicht vergessen: Am 2. Juli 2017 ist der National Fish and Chip Day!

Published in: on 17. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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John James Royle (1850-1919) – Der Erfinder des „Self-Pouring Tea Pot“

Die Ladenfront in der Londoner Cock Lane.   © Copyright Julian Osley and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Ladenfront in der Londoner Cock Lane.
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Cock Lane ist eine schmale Gasse in der City of London, die die Straßen Snow Hill und Giltspur Street verbindet. Gleich am Anfang der Gasse, von Snow Hill kommend, befinden sich auf der linken Seite die Saracen’s Head Buildings. In diesem Gebäudekomplex liegt im Erdgeschoss ein hübsch gestalteter Terracotta-Ladeneingang, über dem geschrieben steht: „John J. Royle of Manchester„. Hier waren einmal vor langer Zeit die Ausstellungsräume dieser Firma, die ihren Sitz in Manchester hatte und die alle möglichen Produkte für den gewerblichen und den privaten Gebrauch herstellte wie Wassererhitzer, Kondensatableiter, Eierkocher mit Zeitschaltuhr oder rauchfreie Bügeleisen. Der Firmeninhaber John James Royle war ein sehr erfinderischer Mann, der vor allem durch ein Produkt in Erinnerung geblieben ist, den sogenannten „Self-Pouring Tea Pot„. Er ließ sich diese spezielle Teekanne 1886 patentieren (Patentnummer 6327), die offensichtlich in der viktorianischen Zeit genau das war, was die Leute haben wollten, denn das Gerät wurde zu einem großen Verkaufserfolg. Ursprünglich hatte Royle die Teekanne als Werbegag für seine Großkunden gedacht, aber dann entwickelte sich das etwas anders, die Nachfrage wurde immer größer, und so ließ er Tausende davon von den Firmen Doulton & Co. in Burslem (Shropshire) und Joseph Dixon & Sons in Sheffield herstellen. Erstere stellte Keramik-, letztere silberne Versionen her.

Der Self-Pouring Tea Pot bestand aus einem eigentlich recht einfachen System, mit dem man Teetassen befüllen konnte, ohne die Kanne hochheben zu müssen. Zusätzlich zu dieser Bequemlichkeit kam noch hinzu, dass der Tee besser schmecken sollte. Wie das funktioniert, zeigt dieser kurze Film.

Königin Viktoria besaß so eine Teekanne, ebenso der russische Großfürst Sergei Alexandrowitsch Romanow und Alexandra von Dänemark. Heute taucht John James Royles Erfindung noch häufiger bei Auktionen auf.

Freunde und Sammler von Teekannen freuen sich sicherlich über den „Collectible Teapot & Tea Wall Calendar 2017„, in dem auch ein Foto der Royleschen Erfindung zu sehen ist.

Published in: on 1. Januar 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Meine Gin-Trilogie Teil 2: The Bombay Sapphire Distillery in Laverstoke (Hampshire)

Es gibt wohl keine Bar in England, die etwas auf sich hält, die keinen Gin der Marke Bombay Sapphire vorrätig hät. Das Markenzeichen dieses Gins ist die auffällige blaue Flasche, deren Etikett ein Bild Königin Victorias zeigt und den Schriftzug „From A 1761 Recipe“ trägt.
Der Hersteller, die Bombay Spirits Co., die zu dem Bacardi-Konzern gehört, ist seit 2014 in Laverstoke in Hampshire ansässig (hier ist ein Film von der Eröffnung). Dort ist man in eine uralte, mehr als 1000 Jahre alte Mühle am River Test gezogen, in der einmal handgeschöpftes, edles Papier hergestellt wurde. Diese alten Fabrikgebäude hat man sorgfältig restauriert und in eine Gin-Destillerie umgewandelt. Besonders auffällig sind die neu entstandenen gläsernen Gewächshäuser, in denen die Pflanzen wachsen, die zur Produktion des Gins benötigt werden und das sind:
Zitrone, Mandel, Süßholz, Wacholder, Schwertlilie, Angelica, Koriander, Zimtkassie, Kubeben-Pfeffer und Paradieskörner. Das erforderliche Wasser, um den Alkoholgehalt zu reduzieren, stammt aus den Waliser Bergen, aus dem Lake Vyrnwy, einer landschaftlich sehr schönen Gegend.

Das Design für die Gewächshäuser stammt übrigens aus den renommierten Heatherwick Studios in London, die auch den neuen Routemaster Bus konzipiert haben.

Der berühmte Saphir „Star of Bombay„, der im Smithsonian Institute in Washington D.C. aufbewahrt wird, gab dem Gin seinen Namen.

Wer sich für die Herstellung des Bombay Sapphires interessiert, der kann die Destillerie besichtigen; sie ist täglich von 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet (im Winterhalbjahr von 11 Uhr bis 18 Uhr). Angeboten werden geführte Touren (£25) und „self-guided tours“ (£15), darüberhinaus noch einige mehrstündige Spezialtouren.
Dieser Film gibt einen sehr guten Überblick, was den Besucher in der Destillerie erwartet.

Zu finden ist die Laverstoke Mill an der B3400, der London Road, zwischen Overton und Whitchurch, in dem kleinen Ort Laverstoke; Basingstoke und das Highclere Castle („Downton Abbey“) sind nur wenige Autominuten entfernt.

Der Star of Bombay. This work is in the public domain.

Der Star of Bombay.
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Die Laverstoke Mill am River Trent.    © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Laverstoke Mill am River Trent.
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Die Gewächshäuser in der Laverstoke Mill.   © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 31. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Tim Hampson: CAMRA’s 101 Beer Days Out

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Tim Hampson kennt sich in Sachen Bier hervorragend aus. Er führt einen Bierblog und hat bereits mehrere Bücher verfasst wie „London’s Best Pubs“, „London Riverside Pubs“ und „The Beer Book“. Mit „101 Beer Days Out: Exciting and Unusual Experiences for Beer Lovers Around Britain“ hat Hampson einen Reiseführer für Bierfreunde vorgelegt, der quer durch Großbritannien führt und 101 Tipps für „beer lovers“ gibt. Erschienen ist das Buch bei Campaign For Real Ale, kurz CAMRA, ein 1971 gegründeter Interessenverband für alle, die mit Bier und Pubs zu tun haben.

Ursprünglich kam das Buch im Jahre 2012 auf den Markt, liegt aber mittlerweile in einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung vor.
Die Reise beginnt im Südosten Englands mit einem Besuch der Shepherd Neame Brauerei (Tipp 1) in Faversham (Kent), dort wo auch das jährliche Hop Festival (Tipp 2) stattfindet. Ein besonderes Augenmerk legt der Autor auf die Verbindung Bier und Eisenbahn und so erfahren wir u.a. von dem Real Ale Train (Tipp 13) in Hampshire, der zweimal im Monat die Watercress Line befährt und mehrere Biersorten an Bord anbietet. Auf dem Bahnsteig 1 des Bahnhofs von Hartlepool (County Durham) findet man das Rat Race Ale House (Tipp 88), das nur zu den Zeiten geöffnet hat, zu denen Züge verkehren.

Am Anfang des Buches stellt Tim Hampson die einzelnen Biersorten vor, die es in Großbritannien gibt und listet die Bierfestivals auf, die im Laufe eines Jahres veranstaltet werden.
Ein wirklich interessantes Buch für alle, die an englischen Bieren und an ungewöhnlichen Pubs interessiert sind.

Tim Hampson: 101 Beer Days Out: Exciting and Unusual Experiences for Beer Lovers Around Britain. Campaign for Real Ale 2015. 221 Seiten. ISBN 978-1-85249-328-8.

Die Shepherd Neame Brewery in Faversham (Kent).   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Shepherd Neame Brewery in Faversham (Kent).
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Die Watercress Line in Hampshire.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Watercress Line in Hampshire.
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Syllabub – Ein Dessert aus dem 17. Jahrhundert

„Syllabub ist ein traditionelles englisches Dessert, das im 17. Jahrhundert populär wurde und bis heute zubereitet wird“, so sagt es die Wikipedia. Ich habe die Nachspeise einige Male in Hotelrestaurants gegessen und sie hat mir immer gut geschmeckt. Natürlich wird Syllabub auch in verschiedenene Varianten serviert; die Hauptbestandteile des Klassikers aber sind Weißwein, Zitronensaft, Zucker, Orangenschale und Schlagsahne, manchmal wird noch Sherry hinzugefügt. Für Kinder kann man statt der Alkoholika Fruchtsäfte verwenden. Serviert wird das Dessert immer gekühlt. meist in Glasbechern.

Einer der ersten Gasthöfe in England, der im 18. Jahrhundert Syllabub auf seiner Speisekarte hatte, war The Druid’s Head in Kingston-upon-Thames (Greater London), der noch heute in der Fußgängerzone am Market Place steht. Offenbar ist man sich dort der Vorreiterrolle in Sachen Dessert nicht mehr bewusst, denn auf der Karte des Pubs sucht man Syllabub vergebens. Dafür wird ein anderes traditionelles Dessert angeboten: Eton Mess Cheesecake.

Die Ursprünge des Syllabubs lassen sich mehrere Jahrhunderte zurückverfolgen und begannen wohl damit, dass damals Farmarbeiter eine Schale mit Cider oder Wein unter eine Kuh hielten, die sie dann melkten. Das erfrischende Gemisch aus Milch und Alkohol sagte ihnen zu und so wurde es langsam weiterentwickelt. Auch heute noch haben bekannte Köche das Dessert in ihrem Repertoire; so zum Beispiel Gordon Ramsay, der die Nachspeise mit Zitronen und Limetten verfeinert, oder Nigella Lawson, die Amaretto verwendet wie dieser Film zeigt.

The Druid's Head in Kingston-upon-Thames (Greater London). Author: Jim Linwood. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

The Druid’s Head in Kingston-upon-Thames (Greater London).
Author: Jim Linwood.
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Published in: on 11. Juli 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Bulmers in Hereford – Der weltweit größte Hersteller von Cider

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

In Deutschland nennt man das Getränk Apfelwein, in Frankreich Cidre und in England Cider, und der weltweit größte Hersteller (3 Millionen Hektoliter jährlich) heißt Bulmers mit Sitz in der westenglischen Stadt Hereford. „Releasing the British summer since 1887“ war der stolze Wahlspruch der Firma, die also auf eine fast 130jährige Erfahrung in der Cider-Herstellung zurückblicken kann. Hier ist ein Werbespot.

Bis zum Jahr 2003 war die Firma in Familienbesitz, gehört heute aber dem niederländischen Konzern Heineken. Der Marktanteil der Firma Bulmers am Cider-Verkauf im United Kingdom  beträgt 65%; die bekanntesten Sorten sind Strongbow (der beliebteste Cider überhaupt, trocken), Scrumpy Jack (ebenfalls ein trockener Cider) und Woodpecker (eine süßere Variante).

Gegründet wurde die Firma 1887 in Hereford von dem Pfarrerssohn Henry Percival Bulmer, der für die Herstellung seines Getränkes Äpfel aus der Region verwendete. Noch heute fließt ein großter Teil der Apfelernte in Herefordshire in die Produktion des Apfelweins.
Bulmers stellt aber nicht nur Cider her, sondern auch weitere Getränke wie Pear, den Birnenwein, Crushed Red Berries and Lime, Zesty Blood Orange und Wild Blueberry and Lime.

Seit 1911 ist Bulmers Hoflieferant und darf sich „Cider Maker to Her Majesty the Queen“ nennen, besitzt also einen Royal Warrant.

Hier ist ein kurzer Film über die Firma Bulmers und hier ein Vergleichstest zwischen den Apfelweinen von Bulmers und Magners.

Die riesigen Fabrikanlagen liegen in Hereford am Plough Lane.

Blick auf die Fabrikanlagen der Firma Bulmers in Hereford.    © Copyright Keith Edkins and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf die Fabrikanlagen der Firma Bulmers in Hereford.
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Eine Apfelplantage in Herefordshire, deren Äpfel für den Cider der Firma Bulmers verwendet werden.    © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine Apfelplantage in Herefordshire, deren Äpfel für den Cider der Firma Bulmers verwendet werden.
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Published in: on 3. Juli 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Frank Cooper’s Oxford Marmalade – Geliebt von der Queen und James Bond

Mein in The British Shop in Geesthacht gekauftes Glas. Eigenes Foto.

Mein bei British Shopping in Geesthacht gekauftes Glas.
Eigenes Foto.

Eigentlich müsste Frank Cooper’s Oxford Marmalade Sarah Jane Cooper’s Marmalade heißen, denn Franks Frau war es, die sich 1874 das Rezept dafür ausdachte. In der High Street 83/84 der Universitätsstadt Oxford  wurde der Frühstücksbrotaufstrich hergestellt, und da man in England gern an alles Mögliche mit blauen Plaketten erinnert, erhielt auch die Nummer 83 eine solche mit der Aufschrift:
Sarah Cooper
1848-1932
First made Oxford Marmalade
here in 1874

Auf dem Etikett des Marmeladenglases, das ich bei British Shopping  in Geesthacht gekauft habe, steht zu lesen: „The Oxford Marmalade is inspired by the original Sarah Jane Coopers 1874 recipe, made using a dark seriously intense coarse cut Seville orange marmalade. Sure to appeal to the mature palate of the true marmalade connoisseur„.

Die Marmelade erfreute sich in den Colleges der Universitätsstadt großer Beliebtheit und die Professoren und Studenten, die in die weite Welt hinauszogen, verbreiteten den Ruhm des Cooperschen Brotaufstrichs, woraufhin die Nachfrage immer mehr anstieg und die Produzenten eine größere Fabrik benötigten. Diese bauten sie in Oxford in der Park End Street, gleich beim Bahnhof, so dass die Transportwege kurz waren.
Bis 1967 kam die Oxford Marmalade wirklich aus Oxford, dann wurde die Produktion verlagert, erst nach Wantage (Oxfordshire), dann nach Redditch (Worcestershire). Heute wird sie in Histon in Cambridgeshire hergestellt.
In dem ehemaligen Gebäude in der Park End Street ist heute The Jam Factory untergebracht (hier ist ein Film über das Gebäude), ein cooles „stylishes“ Restaurant. Dort, wo die Marmelade ursprünglich entstand, in der High Street Nummer 84, findet sich ebenfalls ein Restaurant, The Grand Café.

Der Polarforscher Robert Falcon Scott liebte die Marmelade aus Oxford ebenfalls und nahm sie 1910 mit auf seine Antarktisexpedition, die niemand der Teilnehmer überlebte. Nach vielen Jahren fand man eine der  Marmeladendosen im ewigen Eis wieder, die heute im Museum of Oxford zu sehen ist (hier ist ein kleiner Film darüber).
Ein weiterer Fan von Frank Cooper’s Vintage Oxford Marmalade war James Bond, so ist es jedenfalls in Ian Flemings Roman „From Russia With Love“ (dt. „Liebesgrüße aus Moskau“) auf Seite 134 nachzulesen.

Beinahe hätte ich es vergessen: Auch die Queen weiß den Brotaufstrich zu schätzen, und so ist die Firma offizieller königlicher Hoflieferant.

Die Geburtsstätte der Marmelade: Oxford High Street 83/84. Links ist die blaue Plakette zu erkennen.   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Geburtsstätte der Marmelade: Oxford High Street 83/84. Links ist die blaue Plakette zu erkennen.
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Hier an der Park End Street in Oxford wurde Frank Coopers Marmelade hergestellt.   © Copyright David Hallam-Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier an der Park End Street in Oxford wurde Frank Coopers Marmelade hergestellt.
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Wer war eigentlich… James Pimm, der Erfinder des nach ihm benannten Likörs?

James Pimm. This work is in the public Domain.

James Pimm.
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Was wäre ein Tennisturnier in Wimbledon, die Ruderregatta in Henley-on-Thames oder die Opernfestspiele in Glyndebourne ohne Pimm’s No.1, jenem vor allem in England legendären Kräuterlikör, der gern als Cocktail Pimm’s No. 1 Cup getrunken wird? Den Besuchern würde ein wesentliches Element dieser gesellschaftlichen Ereignisse fehlen. Allein in Wimbledon werden pro Turnier rund 230 000 Gläser verkauft. In Deutschland dagegen hat dieses auf Gin basierende Getränk mit 25 % Alkohol nie so richtig Fuß fassen können.

Der Mann, der den Likör erfunden hat, James Pimm, stammt aus Kent und wurde 1792 in Newnham geboren, ein Dorf, das südwestlich von Faversham an der M2 liegt. Nach dem Besuch der Universität von Edinburgh kehrte Mr. Pimm nach Kent zurück, heiratete dort Mary Southernden Mallery und hatte die Idee, seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Austern in London zu verdienen. Er eröffnete in der Nähe der Bank of England eine Austernbar, die von den Geschäftsleuten in der Umgebung aufgesucht wurde und bot zu den Schalentieren einen Likör an, dessen Zutaten er sich ausgedacht hatte und der in einem Krug serviert wurde; das Ganze nannte sich dann No. 1 Cup. Schnell entwickelte sich das Getränk zu einem Favoriten, andere Londoner Bars und Restaurants orderten Mr Pimms Likör und im Jahr 1851 wurde das ginhaltige Getränk in großem Stil produziert.

1865 verkaufte James Pimm seine Firma und die Rechte an dem Namen „Pimm’s“ und zog sich in sein geliebtes Kent zurück. Er wohnte in Pimm’s Place in East Peckham, östlich von Tonbridge an der A228. Dort in der Bush Road, nur ein paar Schritte vom Pub „Bush, Blackbird & Thrush“ entfernt, den es noch heute gibt, verbrachte er seine letzten Lebensjahre. Am 16. August 1866 starb James Pimm, zwei Jahre nach seiner Frau in East Peckham. Beerdigt wurden beide in der Kirche Holy Trinity, die am Ende der Bush Road liegt, dort, wo sie auf den Church Lane trifft.

Man kennt James Pimms Likör fast immer nur in der Version Pimm’s No.1, dabei gibt es noch weitere:
Pimm’s No.2 basiert auf Scotch Whiskey
Pimm’s No.3 basiert auf Brandy
Pimm’s No.4 basiert auf Rum
Pimm’s No.5 basiert auf Rye Whisky
Pimm’s No.6 basiert auf Wodka

Die meisten von diesen Sorten werden zurzeit nicht hergestellt. Besitzer der Pimm’s Liköre ist heute die Firma Diageo, der weltweit größte Hersteller von Spirituosen mit Sitz in London.

Wie ein richtiger Pimm’s No.1 Cup hergestellt wird, zeigt dieser Film.

Holy Trinity in East Peckham (Kent). Letzte Ruhestätte von James Pimm.   © Copyright Marathon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Holy Trinity in East Peckham (Kent). Letzte Ruhestätte von James Pimm.
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Published in: on 27. Februar 2016 at 02:00  Comments (1)  
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John Wheeley Lea, William Henry Perrins und die Worcestershire Sauce

 

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Wenn das Essen einmal wieder fade schmeckt, greift man in England gern zur Flasche mit der Worcestershire Sauce, um es für den Gaumen interessanter zu machen. „Brings Food alive!“ steht es denn auch auf dem Flaschenetikett. Für deutsche Zungen ist das Wort „Worcestershire Sauce“ nicht ganz leicht auszusprechen und auch meine Frage im Supermarkt, in welchem Regal denn diese Würzsauce zu finden sei, musste ich mehrmals wiederholen, bis jemand verstand, was ich kaufen wollte.

Das Etikett der Flasche verrät eine ganze Menge Informationen über die Worcestershire Sauce, z.B. dass sie 18 Monate gereift ist, dass es sie schon seit 1837 gibt und dass sie in Worcester hergestellt wird. Selbst die Ingredienzien werden genannt: Malzessig, Branntweinessig, Melasse, Zucker, Salz, Sardellen, Tamarindenextrakt, Zwiebeln, Knoblauch, Gewürze, Aromen. Also so richtig appetitanregend klingt das eigentlich nicht.

Der Name LEA & PERRINS prangt in Großbuchstaben auf dem Etikett, und das sind die beiden Herren, die für die Sauce verantwortlich waren. John Wheeley Lea und William Henry Perrins besaßen in den 1830er Jahren eine Drogerie in der Broad Street Nummer 68 in Worcester (da, wo heute die Patisserie Valerie untergebracht ist). Dort soll sie einmal ein reicher Mann aufgesucht haben, der viele Jahre in Indien gelebt und von dort ein Rezept für eine Sauce mitgebracht hatte. Der Herr bat die beiden Drogisten, diese Sauce für ihn herzustellen, worauf sich Mr. Lea und Mr. Perrins auch einließen. Doch als sie das Resultat ihrer Mixtur kosteten, schmeckte es so übel, dass sie die Sauce am liebsten gleich weggeschüttet hätten, aber sie lagerten das Gebräu stattdessen im Keller ihres Hauses und vergaßen es…bis sie nach einiger Zeit den Keller aufräumten, die Tinktur noch einmal probierten und erstaunlicherweise als wohlschmeckend empfanden. Die Geburtsstunde der Worcestershire Sauce hatte geschlagen, und die beiden Drogisten beschlossen, die Sauce kommerziell herzustellen. 1842 verkauften sie 636 Flaschen, 1855 waren es schon 30 000 Flaschen; der Siegeszug der Würzsauce hatte begonnen. Die Produktionsstätte in der Bank Street wurde nach einigen Jahrzehnten zu klein, und so baute man eine neue Fabrik an der Midland Road, in der noch heute produziert wird.

Die Firma Lea & Perrins wurde 1935 von HP Foods übernommen, die eine ähnliche Sauce namens HP Sauce im Programm hatten. Seit 2005 gehört Lea & Perrins dem US-amerikanischen Konzern Heinz, der sich im vorigen Jahr mit dem Konzern Kraft unter dem Namen Kraft Heinz zusammengeschlossen hat.

Das Buch zum Artikel:
Paul Hartley: The Lea & Perrins Worcestershire Sauce Cookbook. Absolute Press 2005. 80 Seiten. ISBN  978-1904573296.

Das Lea & Perrins Building in der Midland Road in Worcester.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 12. Februar 2016 at 02:00  Comments (4)  
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„British Shopping“ – Jetzt in Geesthacht zu finden

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Über die Firma British Shopping, ansässig in Hamburg-Bergedorf, habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Jetzt ist das Geschäft von Hamburg in die Peripherie der Stadt umgezogen und zwar in das Gewerbegebiet an der Vierlander Strasse in Geesthacht. Es ist nicht ganz leicht zu finden, da es an der Hauptstraße, an der das Gewerbegebiet liegt, (noch) nicht ausgeschildert ist. Aber es scheint sich schon herumgesprochen zu haben, dass British Shopping jetzt hier anzutreffen ist, denn bei meinem Besuch dort waren vormittags einige Käufer im Laden.
Anders als in Bergedorf, wo es recht kuschelig und beengt zuging, herrscht in Geesthacht eine eher kühle Atmosphäre vor, die die Besitzer aber durch hübsche Dekorationen aufgelockert haben. Da steht zum Beispiel die lebensgroße Figur eines englischen Polizeibeamten in einer Ecke und kleine Tische mit besonderen Angeboten fallen ins Auge. Vor dem Lagerhaus gibt es keine Parkplatzprobleme; da sah es in dieser Beziehung in Bergedorf ganz anders aus.

Das Sortiment ist sehr groß; Konfitüren und Marmeladen gibt es in Hülle und Fülle, z.B. Frank Cooper’s Oxford Marmalade und Produkte aus dem Hause Stokes in Woodbridge (Suffolk). Schokolade und Süßigkeiten der Firmen Cadbury, Summerdown und Bassett’s sind im Sortiment zu finden wie auch viele Teesorten von Twinings und Taylors of Harrogate. Mulled Winter Punch der Belvoir Fruit Farms, über die ich in meinem Blog berichtete, gibt es hier in Geesthacht zu kaufen und viele alkoholfreie Getränke wie Fentimans Wild English Elderflower und Firefly Bramble Apple & Ginger. Alkoholika werden von British Shopping nicht angeboten.

Neben den Nahrungsmitteln kann man hier auch britische Souvenirs erstehen, so fand ich einen Keramikbecher, der aus Anlass der Geburt des Royal Babys, George of Cambridge, hergestellt wurde, Autoaufkleber „I Love Cornwall“ und eine Jutetasche mit dem Spruch „Keep Calm in London“.

Mehr als 2000 Artikel bietet British Shopping an, die natürlich auch über das Internet bestellt werden können. Der Empfang im Shop war sehr freundlich und es macht einfach Spaß, an den Regalen entlangzugehen und Produkte vorzufinden, die in Deutschland sonst kaum zu haben sind.

Das Gewerbegebiet an der Vierlander Straße geht direkt von der Straße Am Schleusenkanal ab, die an der Elbe in Richtung Hamburg-Bergedorf entlangführt.

Die Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 9 – 17 Uhr
Samstag 10 – 14 Uhr

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Published in: on 30. Dezember 2015 at 02:00  Comments (5)  
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Prestat – Feinste Schokolade aus London, die vor allem Roald Dahl sehr zu schätzen wusste

Die Queen liebt, wie schon ihre Mutter zuvor, Schokolade aus dem Hause Prestat , und daher besitzt die Firma auch einen Royal Warrant als Hoflieferant des Buckingham-Palastes. Der Schriftsteller Roald Dahl (1916-1990) hatte ebenfalls einen „sweet tooth“ und schätzte vor allem die Schokoladen-Trüffel der Firma. In seinem Roman „My Uncle Oswald“ ( dt. „Onkel Oswald und der Sudan-Käfer“) aus dem Jahr 1979 spielen die Prestat-Trüffel eine Rolle: Besagter Onkel Oswald „impft“ die Schokoladenspezialität mit einem Aphrodisiakum und hat damit einen durchschlagenden Erfolg. Dahls Vorliebe für Schokolade zeigte sich auch in seinem weltberühmten Kinderbuch „Charlie and the Chocolate Factory“ (dt. „Charlie und die Schokoladenfabrik“), das 1964 veröffentlicht wurde.

Die Anfänge der Firma Prestat gehen bis in das Jahr 1902 zurück, als der Franzose Antoine Dufour in der Londoner South Molton Street 24 sein erstes Schokoladengeschäft eröffnete. Bald zog er in einen attraktiveren Laden in die Oxford Street 405 um. Antoine und Amelia Dufours Sohn Tony Dufour übernahm später den Familienbetrieb, den er bis in die 1950er Jahre führte. Zwei Theaterleute, Neville und Maxwell Croft, übernahmen Prestat von Tony Dufour. Der nächste Besitzer war der Geschäftsmann Stanley Cohen und ihm kauften schließlich die beiden Brüder Nick Crean und William Keeling das Schokoladengeschäft ab, das man heute in der Princes Arcade findet, einer edlen Einkaufspassage an der Straße Piccadilly, nur ein paar Meter vom Kaufhaus Fortnum & Mason entfernt.

Nicht nur die Queen und Roald Dahl waren prominente Kunden von Prestats, auch Größen aus dem Showbusiness lieben die schokoladigen Köstlichkeiten wie Paul McCartney, Rod Stewart und Tina Turner. Man bekommt die Produkte der Firma nicht nur in der Princes Arcade, auch die großen Einkaufstempel wie Harrod’s und Selfridges’s führen sie. In Deutschland erhält man Prestat-Schokolade z.B. bei Chocolate-de-Luxe.de in Hannover. Dort kosten Onkel Oswalds Vollmilch-Trüffel (allerdings ohne die oben erwähnte Füllung!) 16.80 Euro (175 Gramm). Nicht ganz billig, aber dafür sehr edel und ebenso edel verpackt. Als Designerin für die Verpackung der Prestat-Produkte konnte man nämlich Kitty Arden gewinnen, die schon mit Christian Dior, John Galliano und Christian Lacroix zusammengearbeitet hat.

Prestat gehört, nach Aussage der Zeitschrift The Economist, zu den drei besten Schokoladengeschäften der Welt. In diesem Film porträtieren die beiden Besitzer ihre prestigeträchtige Firma.

Die Londonern Princes Arcade, die von Piccadilly zur Jermyn Street führt.   © Copyright Steve Fareham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 15. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Treacle Tart – Harry Potters Lieblings-Nachspeise

Treacle Tart mit clotted cream. Author: John Bracken. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license

Treacle Tart mit clotted cream.
Author: John Bracken.
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Ich habe die Treacle Tart nur einmal als Dessert als Teil eines Menüs im Restaurant des Thornbury Castle Hotels probiert, und ich muss sagen, ich fand sie sehr süß. Kein Wunder, ist doch Sirup eine der Hauptzutaten dieser Süßspeise. Treacle = Zuckerrübensirup. So in den 1870er/1880er Jahren soll die Treacle Tart entstanden sein, und sie hat sich seitdem zu einer der beliebtesten Süßspeisen Englands entwickelt. Harry Potter liebte sie und konnte gar nicht genug davon bekommen. Der Kinderfänger in dem Film „Chitty Chitty Bang Bang“ lockt die Kleinen mit „Treacle Tart! All free today!“ und in dem Krimi „Aunt Dimity Takes a Holiday“ von Nancy Atherton wird das Rezept von „Winnie’s Treacle Tart“ abgedruckt. Aufmerksame „Downton Abbey„-Fans erinnern sich vielleicht noch an die 3. Staffel, in der die Köchin Mrs. Patmore eine Treacle Tart herstellt.

Die Spitzenköche der Insel haben das Dessert fast alle im Programm; ob Nigel Slater, May Berry oder Jamie Oliver. Auch in Heston Blumenthals sternegekrönter „Fat Duck“ in Bray (Berkshire) stand sie schon auf der Menükarte. In diesem Film kann man dem Meister zusehen wie er eine Treacle Tart zelebriert.

Wenn man den großen Köchen nicht nacheifern will, kann man eine Treacle Tart auch im Supermarkt kaufen; bei Waitrose z.B. für £3.29 zu haben.

Die Süßspeise wird häufig verfeinert, indem man etwas „clotted cream“ oder Eiscreme (wie Heston Blumenthal) dazugibt.

Published in: on 23. November 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Belvoir Fruit Farms in Leicestershire und ihre Limonaden und Sirupe

Holunderblüten aus denen Elderflower-Sirup und -limonaden hergestellt werden. Author: Spitfire. This work is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License.

Holunderblüten aus denen Elderflower-Sirup und -limonaden hergestellt werden.
Author: Spitfire.
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Der kleine Lord, Little Lord Fauntleroy, hätte die Limonaden der Belvoir Fruit Farms in Leicestershire sicher geliebt. Die Burg Belvoir Castle, wo der Film „Der kleine Lord“ einst gedreht wurde, befindet sich ganz in der Nähe des Farmgeländes, das mittlerweile weltweit für seine Produkte bekannt geworden ist.

Es fing alles ganz klein an, als im Jahr 1984 Lord John Manners, ein pensionierter Offizier, und seine Frau Lady Mary ihr Unternehmen im fruchtbaren Vale of Belvoir gründeten. Gerade einmal tausend Flaschen Limonaden und Sirups wurden damals hergestellt, hauptsächlich aus Holunderblüten (die auch Bestandteil des seit einigen Jahren in Deutschland beliebten „Hugo“ sind). Abnehmer waren lokale Geschäfte. Im Laufe der Jahre nahm die Firma neue Geschmacksrichtungen in ihr Programm auf wie Himbeer-, Erdbeer- und Johannisbeersirup. Die Qualität der Produkte von den Belvoir Fruit Farms sprach sich im ganzen Land herum und so stieg die Nachfrage stetig an. Im Jahr 2000 wurden schon über eine Million Flaschen verkauft, fünf Jahre später waren es fünf Millionen, 2012 über sechzehn Millionen. Der Erfolg der Getränke blieb nicht auf nationaler Ebene beschränkt; heute gehen die Limonaden und Sirups in die ganze Welt, bis nach Australien und Neuseeland. Auch in Deutschland kann man sie kaufen, z.B. bei der Firma Torquato in Geesthacht, die einen wunderschönen Laden mit einer tollen Auswahl im Hamburger Hanseviertel in den Großen Bleichen betreibt (auch in Berlin und Düsseldorf gibt es Ladengeschäfte). Hier macht das Stöbern richtig Spaß.
Im Angebot der Firma Torquato sind z.B. Organic Lemonade, Raspberry Lemonade, Organic Ginger Beer und natürlich Elderflower Pressé, die Holunderlimonade mit der alles begann.

Die Produkte aus dem Vale of Belvoir schmecken wahrscheinlich so gut, weil sie ohne Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker hergestellt werden. Die meisten Früchte werden auf der Farm selbst angebaut.
Nach wie vor hat die Manners-Familie die Zügel in der Hand, zurzeit ist Pev Manners der Managing Director.

Man findet die Farm unterhalb des Belvoir Castles an der Woolsthorpe Road. Ob man sich auf dem Farmgelände nun in Leicestershire oder in Lincolnshire befindet, scheinen die Besitzer auch nicht zu wissen, denn auf den Webseiten wird mal die eine, mal die andere Grafschaft genannt. Auch Nottinghamshire habe ich als Anschrift für die Farm schon gefunden. Auf der Firmenwebseite steht als Adresse Barkestone Lane, obwohl das Gelände an der Woolsthorpe Road liegt. Alles sehr verwirrend (aber einfach zu finden).

Dieser von der Firma selbst hergestellte Film gibt einen Einblick in die Produktion der Getränke.

 

 

Published in: on 30. September 2015 at 02:00  Comments (3)  
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Cathedral City, Little Stinky, Miss Muffet und andere fantasievolle Käsenamen aus Cornwall

Die Davidstowe Creamery.    © Copyright Derek Harper and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Davidstowe Creamery bei Trewassa, wo der Cathedral City Cheddar hergestellt wird.
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Zum Abschluss eines Menüs bestelle ich mir in England immer gern eine Käseplatte „made in England“, denn nicht nur die französischen Käse sind hervorragend. Stilton, Cheddar, Gloucester und Leicester sind wohl mit die bekanntesten Käse aus dem Königreich, die man auch in Deutschland bekommt.

In Cornwall werden viele Sorten produziert, denen man manchmal ganz witzige Namen gegeben hat. Hier ist eine kleine Auswahl:

Cathedral City Cheddar wird von der Firma Dairy Crest in Davidstow hergestellt, ein Ort, in dem es keine Kathedrale gibt, dessen Name aber von der Kathedralenstadt Wells (Somerset) herrührt, wo die früheren Markennameninhaber ihren Sitz hatten.

Little Stinky heißt ein Käse von der Whalesborough Farm bei Bude, der, wie der Name schon sagt, das Geruchsempfinden des einen oder anderen schon in Mitleidenschaft zieht.

– Aus dem gleichen Hause kommt Miss Muffet, ein Kuhmilchkäse, der schon mehrere Preise gewonnen hat, und Keltic Green, ein halbfester Käse, der während der Reifezeit immer wieder in Cidre getaucht wird.

– Auf der Menallack Farm in Penryn bei Falmouth wird Mrs. Finn produziert, dessen Variante mit gemahlenem grünem Pfeffer Treverva Green heißt.

– In der Trevarrian Creamery bei Newquay bekommt man den Village Green genannten Ziegenkäse; hier wird auch Cornish Camembert und Cornish Brie hergestellt.

– Auf der Pengreep Farm bei Truro produziert man Cornish Yarg, was nichts anderes als „Gray“ rückwärts gelesen bedeutet. Allan und Jenny Gray hatten das Rezept für den Käse in den 1970er Jahren der Farm übermittelt.

Die Intention dieses Blogeintrags ist: Einfach mal beim nächsten Englandbesuch eine Käseplatte bestellen, um sich ein Bild von der Vielfalt der englischen Käseproduktion zu machen. Ganz wichtig in meinen Augen ist, den Käse pur zu essen und nicht aufs Brot zu legen, was den Geschmack verwässert.

Published in: on 19. Juli 2015 at 02:00  Comments (5)  
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Whitstable in Kent – Die Stadt der Austern

Der Hafen von Whitstable-    © Copyright Chris Whippet and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Hafen von Whitstable.
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Vorgestern aß ich in Hamburg einige Austern (Sylter Royal) und musste dabei unwillkürlich  an Whitstable in Kent denken, die kleine Stadt, die für ihre Austern in ganz Großbritannien bekannt ist. An der Nordküste von Kent, westlich von Herne Bay, liegt das Zentrum des Austernanbaus, in dem es zahlreiche Restaurants gibt, die diese Meeresfrüchte anbieten.

Allen voran The Whitstable Oyster Company an der Horsebridge Road, sozusagen der Platzhirsch hier in Whitstable. Hier schlägt das Herz all jener höher, die sich an frisch gefangenem Meeresgetier gütlich tun wollen. Ein halbes Dutzend Whitstable Native Oysters zu £18 vielleicht als Vorspeise und ein Wolfsbarsch als Hauptgang (für £24). Die Ursprünge der Oyster Company gehen viele Jahrhunderte weit zurück.

In der High Street findet man Wheelers Oyster Bar, ein schmales, in Pink und hellblau angemaltes Häuschen mit einer nicht sehr umfangreichen Speisekarte, auf der man die örtlichen Austern in vier verschiedenen Zubereitungsarten ordern kann. Seit 1856 gibt es das Lokal, über das auch schon ein Buch geschrieben worden ist: „The Oyster Seekers“ von Mandy Bruce (Metro Publishing 2006, 242 Seiten, ISBN 978-1843581369).

The Crab & Winkle an der Harbour Street ist kein Restaurant für Fleischfreunde. Hier dominieren die Fischgerichte auf der Speisekarte. Neben Austern, die in einem Whitstable-Restaurant einfach „de rigueur“ sind, werden hier Meeresfrüchteplatten, Bouillabaisse, Hummer und zahlreiche Fische angeboten.

Jedes Jahr wird in der Stadt am Meer ein Austernfestival veranstaltet, in dem sich alles um die Meeresfrüchte dreht; in diesem Jahr zum 31. Mal, vom 25. bis zum 31. Juli. Da gibt es u.a. die Oyster Eating Challenge, bei der die Teilnehmer so schnell wie möglich ein halbes Dutzend Austern und ein halbes Pint Bier zu sich nehmen müssen (am 26.07. ab 16.30 Uhr), eine Strandparty, einen Umzug, eine Harbour Food Fair und viele andere Verlustierungen.

Wer mit Fischen und Meeresfrüchten überhaupt nichts anfangen kann, der sollte Whitstable vielleicht doch besser weiträumig umfahren.

Hier ist ein Film vom Umzug im letzten Jahr.

The Whitby Royal Oyster Company.    © Copyright Richard Hoare and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 13. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Admiral Edward „Old Grog“ Vernon (1684-1757) – Vater des alkoholischen Heißgetränks?

Es gibt mehrere Versionen wie das aus Rum und heißem Wasser bestehende Getränk Grog zu seinem Namen kam; eine davon geht auf den britischen Admiral Edward Vernon zurück, der von 1684 bis 1757 lebte und dadurch berühmt wurde, dass er im November 1739 die Schlacht von Portobello in Panama gewann. Vernon wurde von den Soldaten der Marine „Old Grog“ genannt, da er auf seinen Schiffen stets einen Mantel aus Grogram-Gewebe trug. Da der Admiral auch dafür bekannt (berüchtigt?) war, dass er die Rumvorräte an Bord, damit sie länger hielten, mit Wasser streckte, soll sich sein Spitzname auf dieses „Getränk“ übertragen haben. Weitere Vorteile: Die Matrosen wurden nicht mehr so schnell betrunken, als wenn sie den Rum pur zu sich genommen hätten und das kostbare, leicht verderbliche Trinkwasser wurde durch den Rumzusatz eher wieder genießbar. Der Zusatz von Zitronen- oder Limettensaft ergab dann noch eine Vitamin C-Dosis, die die Seeleute auf ihren langen Fahrten gut gebrauchen konnten. Also eine rundherum geniale Idee des Admirals.

Nach seiner Laufbahn auf hoher See wurde Vernon Parlamentsmitglied für Ipswich in Suffolk. In dieser Grafschaft hatte er sich niedergelassen und wohnte im Orwell Park, ein Anwesen am Ortsrand von Nacton, südöstlich von Ipswich. Heute ist hier die Orwell Park School untergebracht. In einem Anbau findet man das Observatorium, das ein späterer Besitzer, Colonel George Tomline, ein begeisterter Astronom, errichten ließ. Die markante Kuppel verleiht dem imposanten Schulgebäude noch einen besonderen Reiz.

„Old Grog“ starb am 30. Oktober 1757 in Orwell Park und wurde nur wenige Meter entfernt in der Dorfkirche von Nacton, in St Martin’s, beigesetzt. Ein Marmordenkmal erinnert an den Sieger von Portobello in der Westminster Abbey in London.

Orwell Park School. Hier residierte einst Edward Vernon.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Orwell Park School. Hier residierte einst Edward Vernon.
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Das Observatorium von Orwell Park.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Observatorium von Orwell Park.
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St Martin's in Nacton (Suffolk).    © Copyright Keith Evans and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Starkoch Raymond Blanc und eine alte Eiche aus dem Park des Blenheim Palace

 

Raymond Blancs Reich - Le Manoir aux Quat'Saisons. Eigenes Foto.

Raymond Blancs Reich – Le Manoir aux Quat’Saisons.
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Über meinen Besuch im Le Manoir Aux Quat’Saison in Great Milton (Oxfordshire), einem der besten Hotels und Restaurants Englands, berichtete ich in meinem Blog schon einmal. Der dortige Chefkoch Raymond Blanc gehört seit vielen Jahren zur Crème de la Crème der britischen Restaurantszene und kann sich derzeit zweier Michelin-Sterne brüsten.

Im Jahre 2011 kreierte Blanc ein Gericht, das er nur einige Monate auf seiner Karte anbieten konnte und das es in dieser Form nicht wieder geben wird: „Slow-cooked farmed Scottish salmon, cucumber, Wasabi dressing, pickled mouli„. Gut, das klingt jetzt nicht so außergewöhnlich; das Besondere an diesem Gericht war, dass der Lachs auf spezielle Weise geräuchert wurde, nämlich über einem Feuer, das Blanc aus Sägemehl und Sägespänen einer 222 Jahre alten Eiche entfachte, die auf dem Anwesen des Blenheim Palastes gewachsen war und gefällt wurde.

Wie kam es dazu? Die Sylva Foundation („Working to revive Britain’s wood culture“) startete im Januar 2010 das OneOak Project, um zu zeigen, was man alles aus einem einzigen Baum herstellen kann. Dazu wurde diese alte Eiche gefällt, die der Duke of Marlborough zur Verfügung gestellt hatte. In diesem Film ist der Vorgang festgehalten. Den Baum brachte man anschließend in das Sägewerk Deep in Wood in Besselsleigh (Oxfordshire), wo er fachmännisch zerlegt wurde. Über die  rund 5 Kubikmeter Holz machten sich jetzt Handwerker und Künstler her und produzierten daraus 40 verschiedene Gegenstände, darunter:
– Ein Schiffsbalken für das neu erbaute Schiff „The Hereford Bull“
– Eine Gartenbank
– Ein lebensgroßer Hirsch
– Eine Relief-Schnitzerei der Blenheim-Eiche
– Sitzmöbel für eine Grundschule

…und natürlich blieben auch Feuerholz, Sägespäne und Sägemehl übrig, deren Rauch dem Blancschen Lachs sein ganz besonderes Aroma gaben.

Das OneOak Project der Sylva Foundation hatte sein Ziel erreicht, nämlich vor allem Kindern klar zu machen, was ein einzelner Baum alles bewirken kann und was das Holz der Wälder für die lokale und regionale Wirtschaft bedeutet.

Eine Eiche im Park von Blenheim.    © Copyright David Hawgood and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Fish & Chips-Läden und ihre fantasievollen Namen

The Fish Plaice in Swanage.    © Copyright Scriniary and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Mir fällt immer wieder auf, dass das Friseurgewerbe, egal in welchem Land, außerordentlich fantasievoll in der Benennung seiner  Geschäfte ist. Auch die englischen Friseure machen da keine Ausnahme. Meine Lieblingsnamen sind zwei Londoner Haarschneider; der eine heißt „Curl-Up & Dye“ in den Cadogan Gardens, der andere „Ryan Hair“ in der Buckingham Palace Road.

Aber auch die Zunft der Fish & Chips-Brater entwickelt Fantasie, wenn es darum geht, ihren Läden einen einprägsamen Namen zu geben. Ich habe hier einmal einige zusammengestellt, die mir besonders aufgefallen sind.

– Ein Wortspiel mit „plaice“, der Scholle, und „place“ bietet sich eigentlich an und so gibt es im ganzen Land viele Fish & Chips-Shops, die sich das zu eigen gemacht haben wie u.a. The Fish Plaice in Swanage (Dorset), der gleich noch einen drauf gesetzt hat mit dem Zusatz „Making Fish and Chips Batter“ (!). Der Laden liegt nur ein paar Schritte vom Meer und der High Street entfernt.

– Sehr schön finde ich, was sich der Besitzer eines F&C-Shops in Market Bosworth in Leicestershire ausgedacht hat. Da sich die berühmte Schlacht von Bosworth, The Battle of Bosworth, ganz in der Nähe abgespielt hat, nennt er seinen Laden „The Batter of Bosworth“ (zur Erinnerung: „Batter“ ist der Teig, in dem die Fische gewälzt werden, bevor sie in die Friteuse kommen). Hier ist ein kleiner Film über den preisgekrönten Laden in der Station Road.

– Auch nicht schlecht ist „The Village Friar“ in Tetney (Lincolnshire); der Chip Shop liegt passenderweise an der Chapel Road; ob wohl der örtliche Kirchenvertreter da Einwände gehabt hat?

Fryday’s Traditional Fish and Chips heißt ein Laden in Bream in Gloucestershire, zu finden in der Highbeech Road. Hier bekommt man seine Lieblingsspeise natürlich nicht nur am Freitag serviert.

– Astrologiegläubige in Yate (South Gloucestershire) holen sich ihre Portion Fish and Chips sicher gern in dem Pisces genannten Laden in der Station Road (Pisces ist das Sternzeichen „Fische“). Ich bin x-fach an Yate entlanggefahren und fand den Ort immer ziemlich steril und langweilig; vielleicht hat er ja auch seine schönen Seiten.

– In der High Street in Thornbury (South Gloucestershire) fand ich einen Chippy namens The Frying Machine und in Edenfield in der Grafschaft Lancashire deutet der Name des dortigen F&C-Ladens auf starken Andrang hin: The Bizzy Plaice Fish & Chips in der Market Street.

– Zum Abschluss noch mein Lieblingsname, der zu einem Lokal gehört, das zwar nicht in meinem Berichtsbereich liegt, nämlich Wales, den ich aber hier nicht unerwähnt lassen möchte: O‘ My Cod in Pencoed bei Bridgend in der Coychurch Road („Cod“ ist der Dorsch, der gern für Fish and Chips verwendet wird).

The Batter of Bosworth in Market Bosworth.    © Copyright Betty Longbottom and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Village Friar in Tetney.    © Copyright David Wright and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Village Friar in Tetney.
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Frydays's Traditional Fish and Chips in Bream.    © Copyright Jaggery and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Pisces in Yate.    © Copyright Jaggery and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pisces in Yate.
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The Frying Machine in Thornbury.    © Copyright Jaggery and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Frying Machine in Thornbury.
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The Bizzy Plaice in Edenfield.    © Copyright robert wade and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Bizzy Plaice Fish and Chips in Edenfield.
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O' My Cod in Pencoed.    © Copyright Jaggery and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die British Curry Awards

Restaurants in der Londoner Brick Lane. Author: ahisgett. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.  This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.  This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.  This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Curry-Restaurants in der Londoner Brick Lane.
Author: ahisgett.
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In fast jeder englischen Kleinstadt findet man ein indisches Restaurant. Meine erste Begegnung mit der indischen Küche war vor längerer Zeit in einem Restaurant in Warwick, nicht sehr ansprechend und damals kannte ich noch nicht den Unterschied zwischen „hot“ und „hot“. Als mich der Ober fragte, ob ich mein Essen „hot“ wollte, antwortete ich natürlich mit „Ja“ (blöde Frage, dachte ich, soll ich es denn kalt essen?), woraufhin ich ein außerordentlich scharfes Gericht vorgesetzt bekam. Nun ja, man lernt eben immer dazu.

Ein großer Teil aller indischen Restaurants wird übrigens von Bangladeshi betrieben, die überwiegend in den 1970er Jahren ins Land kamen. In London wird die Region um die die Straße Brick Lane als Bangla Town bezeichnet, weil hier besonders viele Menschen aus Bangladesh leben.

Seit 2005 werden die besten dieser Curry Restaurants mit dem British Curry Award ausgezeichnet, dem „Oscar“ in dieser Branche. Die Preisverleihung, die im Jahr 2014 im Londoner Battersea Evolution vor über 1700 Gästen vorgenommen wurde, ruft alljährlich großes Medieninteresse hervor. Den Stellenwert, den dieses Ereignis innehat, zeigt, dass sich sogar Premierminister David Cameron per Videobotschaft an die Gäste wandte, und dass Innenministerin Theresa May eine Rede hielt.

Die Vergabe der British Curry Awards basiert auf einer Umfrage, an der in diesem Jahr 206 378 Menschen teilnahmen. Eine Jury ermittelt die 100 besten Curry-Restaurants in ganz Großbritannien, die dann noch einmal genauer unter die Lupe genommen werden, bis dann eine Shortlist nach Regionen aufgestellt wird, aus man den Sieger ermittelt.

Der diesjährige Preisträger für die Region London Central und City ist der Cinnamon Club in der Great Smith Street in Westminster., ein Restaurant, das schon lange einen sehr guten Ruf genießt. In der Region Southeast konnte sich Maliks durchsetzen, das man in der High Street in Cookham (Berkshire), nördlich von Maidenhead findet.
Den British Curry Award für Newcomer of the Year erhielt Five Rivers A La Carte in Walsall in den West Midlands, ein Restaurant, das man mit Fug und Recht  als „stylish“ bezeichnen kann, wird doch auf der Homepage für Krug- und Dom Pérignon-Champagner geworben.

Hier ist ein Film von der diesjährigen Preisverleihung.

Published in: on 29. Dezember 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Londoner Savoy Hotel, der Schriftsteller Arnold Bennett und ein Omelett

Das Londoner Savoy Hotel an der Straße The Strand.    © Copyright Len Williams and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Der englische Romancier und Theaterkritiker Arnold Bennett (1867-1931) lebte gern in Großstädten. Mit 21 Jahren ging er nach London, später ließ er sich für zehn Jahre in Paris nieder, wo er von den Werken Maupassants, Flauberts und Zolas beeinflusst wurde. Neben dem Verfassen von Dutzenden von Romanen war Bennett in der Londoner Theaterszene als Kritiker anerkannt. Nach den abendlichen Aufführungen ging er gern noch ins Savoy Hotel am Strand vorbei und dinierte dort im Restaurant. Bennett hatte eine Vorliebe für dieses vornehme Haus, das in seinem zweiten Roman „The Grand Babylon Hotel“ (1902; dt. „Hotel „Grand Babylon“, 2003) eine Rolle spielt. Auch in seinem letzten Roman „Imperial Palace„, der 1930, also ein Jahr vor seinem Tod erschien und nicht ins Deutsche übersetzt wurde, steht ein Hotel im Mittelpunkt der Handlung, für das das Savoy als Modell fungierte. Große Teile des Buches schrieb Bennett in dem Hotel an der Themse, das heute von der Fairmont-Gruppe betrieben wird und einem saudi-arabischen Investor gehört.

Die Köche des Hotelrestaurants hatten ein Gericht kreiert, das Bennett dermaßen gut schmeckte, dass er es immer wieder bei seinen Besuchen dort orderte und dass man dann nach ihm benannte: Das Omelette Arnold Bennett. Noch heute, auch nachdem Gordon Ramsay den Savoy Grill übernommen hat, steht das Gericht auf der Karte. Für £12 kann man das „Glazed Omelette Arnold Bennett with Cornish Smoked Haddock“ als Vorspeise bestellen. Bennett war geradezu süchtig nach dieser Speise, denn auf seinen Reisen beharrte er immer wieder darauf, dass Köche dieses Omelette für ihn zubereiteten. Die Hauptbestandteile dieses Gerichts sind geräucherter Schellfisch, Eier und Parmesankäse.

Wie das Omelette zubereitet wird, zeigt in diesem Film Sophie Dahl, Enkelin von Roald Dahl, in ihrer BBC2-Koch-Serie „The Delicious Miss Dahl“.

Published in: on 25. Dezember 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Toad in the Hole Teil 2: Ein typisch englisches Gericht mit Bratwürsten (aber ohne Kröten)

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In der englischen Küche gibt es einige Gerichte mit witzigen Namen, von denen ich in meinem Blog schon ein paar vorgestellt habe wie Spotted Dick, Bangers and Mash, Bubble and Squeak. Heute ist die Toad in the Hole dran, die „Kröte im Loch“. Seit über 200 Jahren soll es dieses typische englische Essen bereits geben, wobei man nicht so ganz sicher ist, woher der Name kommt. Meistens hört man die Version, dass die Würstchen, wenn sie aus dem Teig hervorlugen, einer Kröte ähneln, die aus einem Loch hervorschaut (nun, mit sehr viel Fantasie mag das zutreffen).

In früheren Zeiten verwendete man für die Toad in the Hole auch häufig Fleischreste, die übrig geblieben waren, oder billiges Fleisch, so dass  das Gericht vor allem bei den ärmeren Bevölkerungsschichten auf dem Speiseplan stand. Aber nach und nach setzten sich die Würstchen als Hauptbestandteil des Essens durch.
Der Teig, in dem die Würstchen angerichtet werden, ähnelt dem, aus dem man den Yorkshirepudding herstellt.

Dass Toad in the Hole keineswegs zu den minderwertigen englischen Gerichten gehört, zeigt die Tatsache, dass sich auch einige Spitzenköche daran versucht haben wie z.B. der ehemalige Großmeister der kulinarischen Szene Großbritanniens Marco Pierre White (hier zu sehen) und Delia Smith (hier ist ihre Version).

Der Music Hall Sänger Ernie Mayne (1871-1937) nahm einmal einen Song auf, der den Titel „There’s no Toad in the Toad in the Hole“ auf, in dem er sich darüber beklagt, dass er in seinem Essen keine „Toad“, sprich kein Fleisch findet. Im Refrain heißt es: „I’ve searched the toad-in-the-‚ole but all I can find is the ‚ole“. Da hat wohl jemand das Rezept nicht genau beachtet.

Und so sieht unsere hausgemachte Toad in the Hole aus. Eigenes Foto.

Und so sieht unsere hausgemachte Toad in the Hole aus.
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Published in: on 26. September 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Wo gibt es die besten Fish and Chips in ganz Großbritannien? Im „Quayside“ in Whitby (North Yorkshire)

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Noch immer gelten Fish and Chips als das Nationalgericht der britischen Inseln, obwohl in der Beliebtheitsskala Burger, Pizza und vor allem Chicken tikka masala stark aufgeholt bzw. den fritierten Fisch überholt haben. Wie „Country Life“ in der vorigen Woche berichtete, soll es tatsächlich einmal 35 000 Fish and Chips-Läden gegeben haben, während es heute nur noch etwas über 10 000 Chippies sind. Abgesehen davon, dass die Fischbestände allmählich zurückgehen und die Preise für die Meeresbewohner gestiegen sind, haben sich die Geschmacksknospen vieler Briten eben auch auf exotischere Speisen eingestellt.

Wo man in Großbritannien die besten Fish and Chips essen kann, das verraten uns die jährlich vergebenen Fish and Chips Awards.  Auf nationaler Ebene steht im Jahr 2014 ein Lokal in Whitby (North Yorkshire) ganz oben, das „Quayside“ an der Pier Road. Frischer kann man seinen Fisch wohl nicht bekommen, denn direkt gegenüber vom Quayside stehen die Gebäude des Whitby Fish Markets. In dem historischen Haus im Hafenviertel, das in den 1820er Jahren erbaut wurde, waren im 19. Jahrhundert einmal ein Museum und eine Bibliothek untergebracht, in der Bram Stoker Recherchen für seinen Roman „Dracula“ vorgenommen haben soll. In diesen Räumen kann man heute in der „Bar 7“ einen Drink zu sich nehmen und den Blick auf die gegenüberliegenden Abteiruinen genießen.

Stuart Fusco ist der Eigentümer des Quayside, das er 1999 übernahm; die Fusco-Familie betreibt darüber hinaus noch zwei weitere Lokale in Whitby, die „Fish Box“ in der Langbone Road und die „Royal Fisheries“ in Baxtergate.

Im Quayside kann man seine Fish and Chips mit Kabeljau, Schellfisch oder Scholle bekommen; dann gibt es hier noch Scampis, Fishcake und die Quayside Fish Pie.  Wer absolut keinen Fisch mag, der hat in dieser Gegend von Whitby schlechte Karten, denn die Restaurants sind hier hauptsächlich auf Fischesser eingestellt.

Quayside
7 Pier Road
Whitby
North Yorkshire
YO21 3PU

 

Published in: on 18. Juli 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Kettle Chips – Die beliebten Kartoffelchips aus Norfolk

Eigenes Foto.

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Kartoffelchips (oder „crisps“ wie sie in England heißen) sind auf der Insel mindestens so beliebt wie in Deutschland. Eine der führenden Firmen, die diese Produkte in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen herstellen, ist Kettle Foods, beheimatet in Bowthorpe, einem westlichen Vorort von Norwich in der Grafschaft Norfolk (hier ein Blick auf das Firmengelände).

1978 wurde die Firma in Salem im US-Bundesstaat Oregon gegründet. Firmengründer Cameron Healey sah auf einer Motorradrundreise durch Europa, dass die Briten Chips genauso liebten wie die Amerikaner und gründete in England eine Niederlassung. Als Standort wählte er Norfolk, weil es dort und in den umliegenden Grafschaften jede Menge Kartoffelanbau gab, die Lieferwege zu seiner Fabrik also kurz waren. Der Erfolg blieb nicht aus; nach einem kurzen Stillstand auf Grund eines Feuers, der die Produktion eine Zeit lang stilllegte, ging es weiter bergauf. 2008 gelangte Kettle Foods in die Liste der Top 100 Grocery Brands Großbritanniens. Im Jahr 2010 wurde Kettle Foods für £402 Millionen an die US-amerikanische Firma Diamond Foods verkauft.

Rund 400 Menschen arbeiten in Bowthorpe und sie stellen eine breite Palette an Chips-Varianten her. Da gibt es z. B. die Vegetable Chips wie „Golden Parsnip, Sweet Potato & Beetroot“, die Tortilla-Chips wie „Cool Sour Cream“ und die Meersalz-Chips wie „Sea Salt with Crushed Black Peppercorns“. Ich habe gestern eine Tüte mit „Sweet Chilli & Sour Cream“ verspeist und (leider) musste ich auch die Erfahrung machen: Wenn man einmal eine Tüte geöffnet hat, ruht man nicht eher, bis sie aufgegessen ist. Ein gewisser Suchtfaktor steckt in diesen Tüten.

Kaufen kann man die Chips u.a. bei Tesco, Waitrose und Sainsbury’s, aber auch in Deutschland sind sie zu bekommen; so habe ich sie bei REWE und EDEKA gesehen.

Kettle Foods
Barnard Road
Bowthorpe
Norwich, Norfolk NR5 9JP

Eigenes Foto.

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Published in: on 2. Juli 2014 at 02:00  Comments (1)  
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Wer war eigentlich… Egon Ronay?

Ronay

Mit “Egon Ronay’s Guide to British Eateries” begann 1957 die Karriere des gebürtigen Ungarn Egon Ronay als unbestrittener König der Restaurantkritiker in Großbritannien. Diesen noch recht schmalen Restaurantführer schrieb er damals selbst und erzielte damit eine Auflage von immerhin 30 000 Exemplaren. Ronay wollte zeigen, dass es auch auf den britischen Inseln gute und empfehlenswerte Restaurants gab, trotz des schlechten Rufs der britischen Küche. Bald konnte Ronay die Aufgaben nicht mehr allein bewältigen und so engagierte er ein Heer von Sachverständigen, die die Restaurants unter die Lupe nahmen und ihre Bewertungen, ähnlich wie beim  Michelin-System, abgaben. Egon Ronays Kritiken galten in der kulinarischen Szene so viel, dass sie über den Aufstieg oder den Abstieg eines Restaurants entscheiden konnten. Viele der heutigen Spitzenköche haben dem Restaurantführer einiges zu verdanken; Ronay kritisierte aber auch den einen oder anderen unter ihnen und warf ihnen vor, dass sie mehr Geschäftsleute als Köche seien. Damit hatte er sicher recht, denn wenn man sich z.B. einmal die Fernsehpräsenz von Großbritanniens Spitzenköchen ansieht, so fragt man sich, ob die überhaupt noch in den Küchen ihrer Restaurants zu finden sind, denn viele von ihnen besitzen ja nicht nur ein einziges Lokal.

Egon Ronay wurde 1915 in Budapest geboren und emigrierte 1946 nach London, wo er ein Restaurant eröffnete; später schrieb er eine Kolumne im Daily Telegraph, die so etwas wie ein Sprungbrett für seine Tätigkeit als professioneller Restaurantkritiker war. Seine Führer erschienen über viele Jahre, zuletzt tat er sich mit dem Royal Automobile Club zusammen und veröffentlichte 2005 „Egon Ronay’s RAC Guide to the Top 200 Restaurants in the UK.” Doch die Konkurrenz auf dem Markt der Restaurantführer war so groß geworden, dass die „Ronay’s“ bald darauf eingestellt wurden.

Egon Ronay starb am 12. Juni 2010 in seinem Haus in der Nähe von Yattendon in Berkshire. Seine Beerdigung fand am 22. Juni auf dem Friedhof von St Peter and St Paul in Yattendon statt.

Das Buch zum Artikel:
„Egon Ronay: The Man Who Taught Britain How To Eat“. Hrsg. von Peter Bazalgette. Newbaz 2011. 136 Seiten. ISBN 978-0957046009.

Hier auf dem Kirchhof von St Paul and St Peter in Yattendon fand Egon Ronay seine letzte Ruhestätte.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier auf dem Kirchhof von St Peter and St Paul in Yattendon fand Egon Ronay seine letzte Ruhestätte.
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Published in: on 30. März 2014 at 02:00  Comments (1)  
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Sir Winston Churchill Cocktails

This artistic work created by the United Kingdom Government is in the public domain.

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Sir Winston Churchill war ein Genussmensch. Er liebte seine Zigarren, Champagner (speziell der Marke Pol Roger), Cognac (er bevorzugte die Marke Hine) und Whisky (speziell Johnny Walker), auch Cocktails wies er nicht zurück.  „I have taken more out of alcohol than alcohol has taken out of me“ hat er einmal gesagt und damit ist er 90 Jahre alt geworden.

Es gibt einige Cocktails, die man ihm zu Ehren kreiert hat, von denen ich hier einige zusammengetragen habe:

Joe Gilmore war einer der berühmtesten Barmixer in England, der jahrzehntelang hinter dem Tresen der American Bar im Londoner Savoy Hotel stand. Hier traf er auf Berühmtheiten aus der ganzen Welt, für die er spezielle Cocktails mixte, darunter auch für Mitglieder der königlichen Familie und eben Winston Churchill.
Zu seinem 80. Geburtstag erfand er den Four Score, der aus Brandy, gelbem Chartreuse und dem Aperitifwein Lillet besteht.

Zum 90. Geburtstag Churchills mixte Gilmore The Blenheim, nach seinem Geburtsort benannt; da der Cocktail dem Four Score ähnlich war, nannte man ihn auch Four Score and Ten. Zusätzlich zu den dort vorhandenen Zutaten kommt da noch Orangensaft und Dubonnet hinzu.

Gilmore entwickelte auch einen Cocktail, den er einfach Churchill nannte und der aus Scotch Whisky, Wermut, Cointreau und Limettensaft besteht.

Dann gibt es noch einen Cocktail, von dem man vermutet, dass ihn Churchill selbst kreiert hat, den Sensation. Die Bestandteile sind Ruby Portwein, Brandy und etwas frisch gepresster Orangensaft.

Der australische Barkeeper Joel Heffernan vom Club 23 in Melbourne hat sich einen Cocktail namens Winston ausgedacht, den man wohl eher nicht täglich trinkt und der im Guinness Buch der Rekorde als teuerster Cocktail der Welt verzeichnet wird. Kostenpunkt: rund € 8150. Der Grund für diesen astronomischen Preis ist, dass dafür Cognac der Marke Croizet des Jahrgangs 1858 verwendet wird, der extrem selten ist und über € 100 000 pro Flasche kostet. Weitere Zutaten für den Winston sind Grand Marnier Quintessence, Chartreuse Vieillissement Exceptionnellement Prolongé und einige Spritzer Angostura. In diesem Film zeigt Joel Heffernan wie er den Cocktail herstellt, den man im übrigen zwei Tage vorher bestellen muss, da er eine entsprechend lange Vorbereitungszeit benötigt. Winston Churchill und General Eisenhower sollen den Cognac einmal gemeinsam bei der Planung des D-Days getrunken haben.

Published in: on 24. März 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Chicken tikka masala – Großbritanniens Lieblingsspeise

Unser selbst hergestelltes Chicken tikka masala. Eigenes Foto.

Unser selbst hergestelltes Chicken tikka masala.
Eigenes Foto.

Meine erste Begegnung mit der indischen Küche in England liegt viele Jahre zurück. In Warwick betrat ich erstmals ein indisches Restaurant, irgendwo in der Nähe der Rennbahn, dessen Namen ich vergessen habe. Dann folgte der Besuch eines Tandoori-Restaurants in Thatcham in Berkshire, ich erinnere mich an ein extrem scharfes Lamm-Vindaloo in Margate (Kent) und an mehrere indische Restaurants in Plymouth (Devon) und York. Zuletzt war ich in dem „Edel-Inder“ Mumbai Lounge im Fossgate in York, der sich prominenter Besucher rühmt wie Dame Judy Dench, Billy Connolly, Ewan McGregor, Steve Martin und Robin Williams.

Fast alle diese indischen Restaurants haben auf ihren Menukarten ein Gericht stehen, das die Engländer über alles lieben und das als das Nationalgericht Nummer Eins gilt: Chicken tikka masala. Eins von sieben bestellten Curries in englischen Restaurants ist dieses Chicken tikka masala.

Chicken tikka bedeutet, dass das Hühnchenfleisch in kleine mundgerechte Stücke geschnitten ist; masala ist die dazugehörige Spezialsauce, die aus einem Gewürzgemisch besteht. Man kann sie in gut sortierten deutschen Supermärkten und natürlich in Asia-Märkten kaufen. In den Restaurants wird das Gericht in einem Tandurofen gebacken, der in den Haushalten natürlich kaum vorhanden sein dürfte, aber trotzdem kann man CTM auch zuhause herstellen. Ich bat meine Frau vor einigen Tagen, das einmal zu versuchen, und wir waren beide mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Nach einer Umfrage von Food Network UK soll Chicken tikka masala in der Beliebtheitsskala auf den zweiten Platz gefallen und von Chinese stir-fry, also einem Wokgericht, überholt worden sein. Wie auch immer, das einst vom dem ehemaligen  Außenminister Robin Cook zum Nationalgericht ausgerufene Chicken tikka masala erfreut sich nach wie vor sehr großer Beliebtheit.

In diesem Video wird die Zubereitung von CTM gezeigt.

Die benötigte Currypaste ist z.B. in Asialäden erhältlch. Eigenes Foto.

Die benötigte Currypaste ist z.B. in Asialäden erhältlich.
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Published in: on 2. März 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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