Das weltweit größte Fish and Chips-Restaurant auf der Cleethorpes Pier in Lincolnshire

Photo © Steve Fareham (cc-by-sa/2.0)

Die gut hundert Meter lange Pier von Cleethorpes an der Küste von Lincolnshire wurde 1873 eröffnet und brannte schon dreißig Jahre später wieder ab, ein Schicksal, das mehrere Seebrücken Englands ereilte. Zwei Jahre später stand die Pier wieder und erfreute sich großer Beliebtheit bei den Einheimischen und den Gästen des Seebads. Im Laufe der nächsten hundert Jahre wurde die Pier mehrfach umgebaut und die Besitzer wechselten häufig, zuletzt im September 2016, da übernahm die Papa’s Fish and Chips Company die Seebrücke. Die griechisch-stämmige Familie mit Firmensitz in Kingston-upon-Hull (East Yorkshire) gründete die Firma bereits 1966 und arbeitet heute in der dritten Generation. Sie betreibt zu Zeit sechs Fish and Chips-Läden in Yorkshire und einen auf der Pier von Cleethorpes.

Im Jahr 2015 eröffnete sie in einem Vorort von Kingston-upon-Hull, in Willerby, das weltweit größte Fish and Chips-Restaurant mit 320 Sitzplätzen. Zwei Jahre später übertrumpfte Papa’s sich mit seiner Filiale in Cleethorpes selbst, wo er 500 Plätze anbietet. Am Eröffnungstag im Jahr 2017 bot die Firma ihre frittierten Fische zu einem Sonderpreis von einem Penny an, kein Wunder, dass die Menschen Schlange standen wie dieser Film zeigt.

Ob hier auch die besten Fish and Chips Großbritanniens angeboten werden, wie es auf der Webseite der Firma zu lesen ist, ist eine andere Frage. Bei der Vergabe der Seafish National Fish & Chip Awards 2019 landete das Pier-Restaurant unter den ersten zehn. In diesem Jahr werden auf Grund der Corona-Pandemie keine Preise vergeben.

Im vorigen Jahr in der Weihnachtszeit stellte Papa’s in Cleethorpes einen weiteren Weltrekord auf: Sie verkauften auf der Pier das längste Pig in the Blanket, oder Würstchen im Schlafrock wie man in Deutschland dazu sagt. Sagenhafte 60 cm lang war dieses Teil, das £3.99 kostete und The hog in a duvet genannt wurde.

Photo © Oliver Mills (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 5. Mai 2021 at 02:00  Comments (1)  

Faszinierendes York Teil 4: Der Chocolate Trail

Author: SteHLiverpool
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Die Schokoladenproduktion hat in der Geschichte von York eine große Rolle gespielt. Rowntree war einer der größten Arbeitgeber der Stadt, dann übernahm der Nestlé-Konzern die Firma und circa 2000 Menschen arbeiten noch immer in diesem Industriezweig. Der Schokoriegel KitKat wird seit 1935 in York hergestellt, die Tagesproduktion beläuft sich auf etwa vier Millionen Stück. Weiterhin unterhält Nestlé in der Stadt ihr größtes Research and Development Centre.

Süßigkeiten spielen also weiterhin eine große Rolle in York und so gibt es für alle Interessierten einen Chocolate Trail, der an wichtigen Punkten vorbeiführt, die mit Schokolade zu tun haben. Da sind unter anderem am King’s Square York’s Chocolate Story, wo man sich sehr gut über Yorks Schokoladengeschichte informieren kann (hier ist ein Film). Geführte Touren werden angeboten, es gibt eine spezielle KitKat-Ausstellung und im Shop kann sich jeder mit Schokolade eindecken und diese auf dem Trail aufessen.

In dem Haus mit der Adresse 28 Pavement begann alles, denn hier richtete Joseph Rowntree im Jahr 1822 seinen ersten Laden ein, „Grocer and tea-dealer“, nannte er sich damals. Heute ist unter der Adresse York’s Yummy Chicken zu finden. Eine Plakette neben der Tür mit der Nummer 28 erinnert an J.R.

Sollte der vorher eingekaufte Schokoladenvorrat etwa schon verzehrt worden sein, kann man im York Cocoa House Nachschub kaufen. Hier wird die Schokolade von Hand selbst hergestellt. Die Adresse: 10 Castlegate.

Das Indigo Boutique Hotel, 88-96 Walmgate, hat Themenzimmer, in denen man sich zum Beispiel mit einem Milk Chocolate Package oder einem White Chocolate Package einbuchen kann.

Im Rowntree Park schließlich kann man seine restlichen Schokoladenvorräte verzehren, wenn sie nicht in der Zwischenzeit geschmolzen sind. Die Firma Rowntree hat diesen Park nach dem Ersten Weltkrieg angelegt, in Erinnerung an die Fabrikarbeiter, die im Krieg gefallen sind.

Wer möchte, kann sich die Broschüre mit dem Chocolate Trail in York’s Besucherzentrum abholen oder sie sich hier herunterladen.

28 Pavement (links)
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)
York Cocoa House.
Author: DGH Chocolatier
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Ein Zimmer im Indigo Hotel.
Author: David Jones
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Im Rowntree Park.
Photo © DS Pugh (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 29. April 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Great Yarmouth in Norfolk – Heimat der Fischstäbchen

Author: isriya
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Es gab einmal eine Zeit, da war die Küstenstadt Great Yarmouth in der Grafschaft Norfolk der größte Anladeort für Heringe weltweit; das war Anfang des 20. Jahrhunderts. Was ist davon übriggeblieben? Außer dem dampfbetriebenen Fischerboot Lydia Eva (klingt wie einer der Trucks der Speditionsfirma Eddie Stobart) im Hafen so gut wie nichts mehr.

In Zusammenhang mit Fisch steht Great Yarmouth als Heimat der Lieblingsspeise vieler Kinder, des Fischstäbchens. Es war am 26. September im Jahr 1955 als hier das erste Fischstäbchen (fish finger im Englischen) produziert wurde, und der Siegeszug um die ganze Welt begann. Es war die Idee des amerikanischen Unternehmers und Biologen Clarence Birdseye (1886-1956), der auch als Erfinder der Tiefkühlkost gilt. Birdseye hatte schon im Jahr 1927 diese spezielle Art der Fischverarbeitung in Großbritannien zum Patent angemeldet und damit experimentiert. Bevor es in Great Yarmouth in der Birds Eye Fischfabrik richtig losging, hatte der Amerikaner erst in zwei Regionen getestet wie diese tiefgefrorenen Fischstäbchen beim Kunden ankamen, in Südwales und in Southampton. Sie kamen gut an, nur brauchte man noch einen Namen für sie. Ursprünglich sollten sie „Battered Cod Pieces“ heißen, doch der Name war nicht griffig genug. Also wurden die Frauen befragt, die in der Fischfabrik arbeiteten, und die entschieden sich für „fish finger“, eine gute Wahl, denn den Namen kennt noch heute jeder.

Die Werbefigur für die Fischstäbchen wurde Captain Birds Eye, verkörpert von John Hewer (1922-2008), der die Rolle von 1967 bis 1998 spielte (in Deutschland kennt man den Kapitän als Käpt’n Iglo). Ihm folgten bis heute noch mehrere andere Darsteller. Hier ist der erste Werbespot zu sehen. Meist war der „Fischstäbchenmann“ von einer Horde Kinder umgeben, die sich gierig auf die Teile stürzten; die Firma Birds Eye wusste, wer ihre wichtigste Klientel war. Als die Werbekampagne 1971 eingestellt wurde, erschien in der Times sogar ein Nachruf mit den Worten „Birds Eye, Captain. On June 7, 1971, after long exposure, life just slipped through his fingers„. Die Kundschaft der Fischstäbchen fand das gar nicht lustig, der Absatz ließ nach, der Käpt’n wurde vermisst, also holte ihn die Firma Birds Eye wieder aus der Versenkung und hauchte ihm neues Leben ein. Die Times vermeldete:  „Birds Eye, Captain. Now returned to these shores, a revitalised man. Wishes to deny premature reports of his demise previously recorded in these columns. Will shortly address the nation…„.

1986 wurde die Fischfabrik in Great Yarmouth geschlossen und die Produktion der Fischstäbchen nach Lowestoft verlegt. Heute werden die beliebten „fish finger“ nicht mehr in Großbritannien hergestellt.

Zum Thema siehe auch meinen Blogeintrag über die „herring lassies„.

Sie erinnert am Kai von Great Yarmouth an die große Zeit der Heringsfischerei: Die Lydia Eva.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 21. April 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Malton in North Yorkshire – Yorkshire’s Food Capital

Beim Food Lovers Festival auf dem Market Place.
Photo © Pauline E (cc-by-sa/2.0)

Die Marktstadt Malton in North Yorkshire liegt an der vielbefahrenen A64, die von Leeds zur Küste führt. Ich erinnere mich noch an einen gewaltigen Stau in der Innenstadt auf der B2157, einer Art „Business Loop“, während dem ich Zeit hatte, mir den Ort vom mehr oder weniger stehenden Auto anzusehen.
Der italienische, in London lebende Starkoch Antonio Carluccio (1937-2017) war bei einem Besuch in Malton im Jahr 2011 von dem kulinarischen Angebot der Stadt dermaßen angetan, dass er Malton als „Yorkshire’s food capital“ bezeichnete, worauf man hier natürlich sehr stolz war. Nicht die großen Metropolen Yorkshires wie Leeds, Sheffield oder York, sondern das kleine Malton wurde von Carluccio so ausgezeichnet.

Was hat Malton denn nun in kulinarischer Hinsicht zu bieten? Es gibt einen monatlich stattfindenden „Food Market“ auf dem Marktplatz vor der St Michael’s Church, wo Händler aus der Region ihre Waren anbieten. Hier findet man alles, was das Herz eines Gourmets höher schlagen lässt. Einmal im Jahr findet das dreitägige Malton Food Lovers Festival statt, in diesem Jahr geplant für den 28. bis 30. August, auch  „Yorkshire Foodie Glastonbury“ genannt. Dann gibt es den Marathon du Malton, eine zehn Kilometer lange Strecke auf der die Teilnehmer alle möglichen Köstlichkeiten probieren können wie Hummer, Roastbeef, Bier und Gin aus der Region usw.
Die gastronomische Malton Food Tour (£45) führt durch Geschäfte und Läden der Stadt, auf der man hinter die Kulissen der Erzeuger blicken und natürlich auch alles probieren kann.

Und dann gibt es noch zahlreiche Restaurants in der Stadt wie das The New Malton, das Chapter One Bistro und das Stew & Oyster am Market Place, um nur einige zu nennen. Die Brass Castle Brewery stellt veganes und glutenfreies Bier her, die Rare Bird Distillery produziert Gin (darunter auch einen Rhabarber-Gin). Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem großen kulinarischen Angebot der Stadt.

Einer, der maßgeblich an dem guten Ruf von Malton beteiligt ist, ist Tom Naylor-Leyland, der im Hintergrund die Strippen zieht. Er hat im Jahr 2018 das „Malton in Mayfair“ initialisiert, ein Abendessen im Londoner Luxushotel Claridge’s, bei dem Spezialitäten aus Malton und Umgebung zelebriert und kräftig die Werbetrommel für die Stadt gerührt wurden.

Ganz in der Nähe von Malton liegen die nördlichsten Weingüter Englands, der Malton Vineyard, der erst im vorigen Jahr gegründet wurde, und die Ryedale Vineyards (2006 gegründet). Die Weinanbaugrenze verschiebt sich allmählich immer mehr gen Norden.

Hier ist ein Film über Yorkshire’s Food Capital.

Rare Bird Gin.
Author: alh1
Creative Commons 2.0

Auch in Yorkshire wird Cider produziert und in Malton angeboten.
Author: alh1
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Published in: on 28. März 2021 at 03:00  Comments (1)  
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Babycham – Ein Kultgetränk der 1950er und 1960er Jahre aus Shepton Mallet (Somerset)

Ich kann mich noch dunkel an Werbespots im Radio erinnern (Radio Luxembourg!), in denen für ein Getränk namens Babycham geworben wurde mit dem Spruch „I’d love a Babycham„. Ich hatte damals keine Ahnung was das war, denn Babycham konnte man meines Wissens in Deutschland nicht kaufen.

Die Geburtsstunde für das alkoholhaltige Getränk (6%) aus Birnen schlug in der Stadt Shepton Mallet in Somerset, wo der kreative Bierbrauer Frances Showering sich das ausdachte. Äpfel und Birnen gab es in Somerset in Hülle und Fülle, und so brachte er 1953 dieses Getränk auf den Markt, das sich in erster Linie an die Damenwelt richtete. Babycham war das erste alkoholische Produkt für das im britischen Fernsehen geworben wurde; hier ist ein Werbespot aus den frühen 1960er Jahren.

Frances Showering lag mit seiner Kreation genau richtig, denn Babycham entwickelte sich schnell zu einem Kultgetränk in den 1950er und 1960er Jahren. Zu kaufen gab es den Birnensekt in kleinen Flaschen, meist im Viererpack, getrunken wurde er in Sektschalen oder in Sektflöten. Vintage Babychamgläser kann man noch heute kaufen, sie sind auch oft in englischen Charity Shops zu finden. Die Originalgläser tragen das Bild des Maskottchens, einer kleinen Gämse, die oft in Werbespots auftrat. Ein lebensgroßes Exemplar steht noch heute auf einer kleinen Wiese vor dem Fabrikgelände in Shepton Mallet, Ecke Garston Street/Kilver Street.

Ärger gab es mit der französischen Champagnerindustrie, die es nicht mochte, dass sich Babycham als „champagne perry“ (perry ist das Gegenstück zu cider, aber eben auf Birnenbasis) bezeichnete, und so zog die Champagnerfirma Bollinger vor Gericht, die dort allerdings mit ihrer Klage scheiterte. Das Gericht war der Meinung, dass keine Verwechslungsgefahr vorlag.

In den 1980er und 1990er Jahren nahm die Beliebtheit des Getränks rapide ab; es galt als altmodisch Babycham zu trinken. Doch in der jetzigen Zeit, in der viele Dinge von anno dazumal im Zuge der Nostalgiewelle wieder an Beliebtheit gewinnen, könnte Babycham erneut eine Liebhabergemeinde gewinnen.

 

Das Babycham-Makottchen in Shepton Mallet.
Photo © Neil Owen (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 20. März 2021 at 02:00  Comments (9)  
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Afterburn – Ein Chilikäse aus Wincanton in Somerset, der seinem Namen alle Ehre macht

Windyridge Cheese Tasting.
Author: orangebrompton
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Man ist in England sehr fantasiereich, wenn es um die Namensgebung von Produkten geht. Ich denke da in erster Linie an Biersorten, die manchmal die witzigsten und verrücktesten Namen tragen. Auch im „Käse-Business“ gibt es so etwas wie den berühmt-berüchtigten Stinking Bishop aus Gloucestershire oder den Black Bomber aus Wales. Der Afterburn ist auch so ein Käsename, der schon im Vorfeld den Esser darauf hinweist, wohin die Reise geht.

Die Windyridge Cheese Limited in der Terry Pratchett-Stadt Wincanton in der Grafschaft Somerset stellt diesen sehr scharfen Käse her, die sich darauf spezialisiert hat, Cheddar mit allen möglichen Zutaten zu versehen, um dann neue Geschmackserlebnisse zu kreieren. Dem Afterburn hat man in der Käserei Jalapeño-Paprika, rote Chilischoten, Knoblauch, sowie grüne und rote Paprikaschoten hinzugesetzt, was einen ganz schön scharfen Mix ergibt. Als „fiercely hot“ wird der Käse beschrieben, und „reaching a crescendo of fire when you swallow it“ steht auf den Webseiten des Pangbourne Cheese Shops zu lesen. Am besten soll der Afterburn mit einem Glas Sauvignon Blanc schmecken, wobei ich aber fürchte, dass der scharfe Käse den zarten Geschmack des Weißweins übertönt.

Die Windy Ridge Cheese Limited hat noch weitere Pfeile im Köcher: Sie versetzt den regional produzierten Cheddar unter anderem noch mit Cidre und Äpfeln, mit Salbei, Frühlingszwiebeln und getrockneten Tomaten. In Deutschland habe ich den Afterburn bisher noch nicht gesehen; bei uns werden an englischen Käsesorten überwiegend Stilton, Cheddar und Chester angeboten.

In diesem Film wird der  Afterburn getestet, nicht von einem Affineur, sondern von „normalen“ Käseverbrauchern.

Published in: on 30. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Cornish Pasties Teil 2: The World Pasty Championships

Pasties stehen zur Beurteilung bereit.
Author: gingerbeardman
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Am 3. März 2012 fanden erstmals die World Pasty Championships  statt, gesponsert von der Cornish Pasty Association, die ich gestern in meinem Blog vorstellte. Bei diesen Weltmeisterschaften geht es nicht darum, wer diese kornische Spezialität am weitesten werfen oder innerhalb eines bestimmten Zeitraums am meisten davon essen kann, sondern es geht um die Qualität der Pastyherstellung.

Schauplatz des Wettbewerbs ist das Eden Project bei St Austell in Cornwall, einer der touristischen Anziehungspunkte im Südwesten Englands, ein riesiger botanischer Garten mit Pflanzen aus aller Welt,  dominiert von geodätischen Kuppeln. Die Teilnehmer an den Weltmeisterschaften kommen in diesem Fall wirklich aus aller Welt (es gibt auch andere Weltmeisterschaften in England, bei denen die Teilnehmer meist nur aus der näheren Umgebung des Austragungsortes kommen). Bevor die Coronaepidemie so gut wie alles platt machte, konnten die diesjährigen Meisterschaften gerade noch am 29. Februar ausgetragen werden.

In acht Kategorien werden Preise vergeben: Viermal im Bereich „Cornish Pasty“ und viermal im Bereich „Open Savoury„. Bei letzterer kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen und alles mögliche in die Pasty packen. In den acht Kategorien gibt weitere Unterkategorien: Professionelle, Amateure, Junioren und Firmen.

Weltmeister bei den Firmen sind in diesem Jahr The Phat Company aus Milton Keynes in Buckinghamshire („Cornish Pasty“) und Rowe’s Cornish Bakers („Open Savoury“)aus Falmouth in Cornwall.

Bei den professionellen Cornish Pasty „Köchen“ kommen beide aus Cornwall (so wie es sich auch eigentlich gehört!): David Timmins aus dem Dorf St Columb Road („Cornish Pasty“) und Nick Brown aus Liskeard („Open Savoury“), der in seine Pasty Schweinshaxe, Cheddarkäse und Apfelchutney gepackt hatte.

Die Weltmeister bei den Amateuren kommen nicht aus dem Heimatland der Pastete. Es sind Vanessa Farr aus Bristol („Cornish Pasty“) und Jan Micallef aus Sheffield („Open Savoury), dessen Pasty Ziegenkäse, Birnen, Schalotten und Walnüsse enthielt.

Die Junioren-Weltmeister 2020 sind in der Kategorie „Cornish Pasty“ die achtjährige Daisy Lovejoy aus Plymouth (also fast aus Cornwall) und in der Kategorie „Open Savoury“ die 14jährige Jodie Heath aus Bodmin (ja, aus Cornwall), deren mit süßsaurem Hühnerfleisch gefüllte Pasty die Juroren am meisten überzeugte.

Dieser Film zeigt Bilder von den ersten World Pasty Championships im Jahr 2012.

Die Jury bei der Arbeit.
Author: andrewp303
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Published in: on 7. Januar 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Cornish Pasties Teil 1: Die Cornish Pasty Association

Wer schon einmal die Grafschaft Cornwall im Südwesten Englands besucht hat, der hat vielleicht die „Nationalspeise“ dort probiert, die Cornish Pasty. Ich zitiere hier die Wikipedia:
Es handelt sich dabei um eine gefüllte Teigware, deren Füllung typischerweise aus Rindfleisch, Kartoffeln, Steckrüben, Zwiebeln, Salz und Pfeffer besteht. Die Teigtasche ist geformt wie ein „D“, wobei die Kruste, an welcher die Tasche nach dem Befüllen geschlossen wird, an der runden Außenseite verläuft„.

120 Millionen Cornish Pasties werden jedes Jahr hergestellt, die für die Wirtschaft Cornwalls circa £300 Millionen generieren. Etwa 2000 Menschen arbeiten in der Pasty-Produktion, und es gibt wohl keine Bäckerei in der Grafschaft, die diese Teigtaschen nicht verkauft. Diese Angaben stammen von der Cornish Pasty Association (CPA), die gegründet wurde, um die Interessen der Produzenten wahrzunehmen. Teigwaren mit dem Namen Cornish Pasty wurden im ganzen Land hergestellt, hatten aber oft mit „the real thing“ nicht allzuviel zu tun. 2011 erhielt das Produkt den PGI-Status (protected geographical indication) von der Europäischen Union, der Herkunftsbezeichnungen schützt. Die CPA hatte sich dafür stark gemacht.

Es gibt übrigens zwei verschiedene Formen der Pastete, die „cock pasty“ und die „hen pasty„. Der Unterschied? Die „cock pasty“ wurde von einem Linkshänder gekräuselt, die „hen pasty“ von einem Rechtshänder, alles zu erfahren auf den Webseiten der Cornish Pasty Association.

Dieser Film zeigt die Herstellung einer Cornish Pasty.

Ein Postamt , in dem man auch Cornish Pasties bekommt: In Boscastle (Cornwall).
Photo © Humphrey Bolton (cc-by-sa/2.0)

Wie traurig: Alles ausverkauft. In St Ives (Cornwall)…
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

…hier gibt es noch welche: Allerdings in Tempe in Arizona.
Author: lynn.gardner
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Published in: on 6. Januar 2021 at 02:00  Comments (1)  
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The Countess of Evesham – Ein Restaurantschiff in Stratford-upon-Avon (Warwickshire)

Ich mag Dinner Cruises an Bord eines Ausflugsschiffes. Im vorigen Jahr habe ich meinen Geburtstag auf einem solchen Schiff auf der Seine in Paris gefeiert. Zweieinhalb Stunden langsamer Fahrt mit einem mehrgängigen Menu, zwei Flaschen Wein (für zwei Personen), Sonnenuntergang und dann das beleuchtete Paris links und rechts von dem verglasten Schiff: Wunderbar!

In Stratford-upon-Avon in der Grafschaft Warwickshire kann man ebenfalls Lunch beziehungsweise Dinner Cruises unternehmen, obwohl es dabei nicht so viel zu sehen gibt wie in der französischen Hauptstadt. Die Countess of Evesham steht dafür bereit und erwartet ihre Gäste an der Anlegestelle Bancroft Gardens, direkt gegenüber vom Royal Shakespeare Theatre. 44 Personen passen an Bord, zur Zeit werden aber nur jeweils 18 Gäste aufgenommen, wofür die Coronakrise sorgt. Die Cruises dauern je nach Wochentag zwischen 90 Minuten und zweieinhalb Stunden und kosten von £23.50 (Lunch von Montag bis Freitag) bis £39.50 (Samstagabend). Inbegriffen ist die Fahrt und ein Menu; die Getränke sind extra zu bezahlen. Von den Bancroft Gardens geht es den River Avon entlang, wobei Schleusen passiert werden, bis nach Luddington, einem Dorf ohne Pub und Läden, wo ich einmal mit meinem Narrowboat gestrandet bin, weil die dortige Brückendurchfahrt wegen Hochwasser gesperrt war. Hier wendet die Countess of Evesham und bringt ihre mittlerweile nicht mehr ganz so hungrigen, dafür aber angeheiterten Gäste wieder zurück nach Stratford-upon-Avon, wo sie von einer Statue William Shakespeares, zwischen Anlegestelle und Theater, begrüßt werden.

Hier ist ein kurzer Film, der anlässlich der Burns Night aufgenommen wurde.

 

 

Published in: on 31. Dezember 2020 at 02:00  Comments (16)  
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Squidbeak – Yorkshire’s Independent Restaurant Guide

Eines meiner Lieblingsrestaurants in York: The Blue Bicycle.  Seit 2019 heißt es The Blue Barbakan.
Eigenes Foto

Was fällt einem spontan zu Yorkshires Kulinarik ein? Äh…Yorkshire pudding? Käse aus dem Wensleydale? Ersteres genießt in Gourmetkreisen kein allzu hohes Ansehen, der Käse, na ja schon eher. Dabei gibt es in den vier Teilen Yorkshires durchaus einiges Erwähnenswerte, vor allem im Bereich der Restaurants und Pubs. Einige davon, die ich selbst ausprobiert habe, sind in meinem Blog zu finden. Ich nenne einige Beispiele: The General Tarleton in Ferrensby (dem Corona leider kürzlich den Garaus gemacht hat), The Angel in Hetton und The Crab & Lobster in Asenby.

Ein hervorragender Leitfaden für alles Kulinarische in ganz Yorkshire ist die Webseite „www.squidbeak.co.uk„, die Jill Turton (Mitglied der Guild of Food Writers) und Mandy Wragg ins Leben gerufen haben. Beide sind erfahrene Restaurantkritikerinnen, die schon für namhafte Zeitungen und Zeitschriften tätig waren; sie stammen aus dem Norden Englands und kennen sich in der Restaurantszene dort besonders gut aus.

Die Suchmöglichkeiten auf den Webseiten sind sehr gut; allerdings sind manche Rezensionen schon recht alt und entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand.

Zu den Favoriten der beiden kenntnisreichen Kritikerinnen gehören zum Beispiel der Black Swan in Oldstead, The Pipe and Glass in South Dalton und natürlich The Star Inn in Harome, eines der besten Restaurants im Norden Englands.

Wer sich für die kulinarische Seite Yorkshires interessiert, ist mit Squidbeak gut bedient!

 

Published in: on 16. Dezember 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Jacka Bakery in Plymouth (Devon) – Die älteste Bäckerei in Großbritannien

6. September 1620. Im Hafen der Stadt Plymouth lag das Segelschiff Mayflower, das 102 Passagiere und 31 Mann Besatzung von Devon nach Amerika bringen sollte. Wie mag es wohl den Pilgervätern zumute gewesen sein, als sie sich auf diese lange Reise begaben, über einen riesigen Ozean voller Gefahren? Vielleicht haben sie die Snacks ein wenig aufgemuntert, die sie sich von einer nahe gelegenen Bäckerei mit an Bord genommen hatten, der Jacka Bakery in der Southside Street, mitten in der heutigen Touristenhochburg The Barbican. Southside ist auch die Straße, in der sich die berühmte Plymouth Gin Distillery befindet, die allerdings erst 1793 in Betrieb genommen wurde. Eigentlich schade, denn die Pilgerväter hätten einige Flaschen Gin auf der Reise gut gebrauchen können (oder durften die keinen Alkohol trinken?).

Die Jacka Bakery existiert noch heute in der Southside Street Nummer 38 und ist damit die älteste Bäckerei im Königreich. Die Besitzer erfreuen sich eines hervorragenden Rufes, denn sie bieten eine breite Palette an Brotsorten an (sie beliefern auch eine ganze Reihe von Restaurants in der Stadt), legen Wert auf erstklassigen Kaffee, den man vor Ort verkosten kann und haben kleine Speisen im Angebot.

Die Familie Laughton hat die historische Bäckerei im Jahr 2015 übernommen und ist schon nach kurzer Zeit beim Tripadvisor zur besten „bakery“ in der Grafschaft Devon ernannt worden.

Die Jacka Bakery findet man in der schmalen Southside Street zwischen einem kleinen Schmuckladen und dem Restaurant Le Monde. Von hier aus ist es nur einen Katzensprung bis zum Hafen und dem Mayflower Steps Memorial, von wo aus die Pilgerväter mit Keksen aus der Jacka Bakery gen Amerika zogen.

Das Mayflower Steps Memorial im Hafen von Plymouth
Author: barryskeates
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Published in: on 12. Dezember 2020 at 02:00  Comments (3)  
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Kedgeree – Ein Reisgericht mit Fisch, das man auch zum Frühstück essen kann

In jedem Hotel in England, in dem ich bisher gewohnt habe, gibt es auf der Menükarte am Frühstückstisch mindestens zwei Fischgerichte, den Kipper und oft auch den „smoked haddock„. Räucherlachs kann man sich meist zum Rührei bestellen, und dann gibt es noch hin und wieder das Kedgeree, was aber nach meiner Erfahrung nicht so oft vorkommt. Meine erste Begegnung mit Kedgeree fand im Madeley Court Hotel in Telford in der Grafschaft Shropshire statt. Dort sah ich auf der Frühstückskarte das mir bis dahin unbekannte Gericht und orderte es. Ich fand es so wohlschmeckend, dass Kedgeree seitdem auch bei uns zuhause auf den Tisch kommt, allerdings nicht zum Frühstück, sondern mittags oder abends als Hauptgericht.

In der Regel besteht Kedgeree aus Reis, gekochten Eiern, indischen Gewürzen und Fisch; wir nehmen immer in Milch erwärmten, geräucherten Heilbutt, der sich meiner Meinung nach am besten dafür eignet. Der Fisch wird nach dem Erwärmen in kleine Stücke gezupft, fertig!

Wie der Name schon vermuten lässt, ist Kedgeree ein Gericht der britisch-indischen Küche, das Arthur-Robert Kenney-Herbert (1805–1884), ein hochrangiger Kolonialoffizier, in seinem Heimatland populär machte. Er diente nicht nur in der Armee, sondern schrieb auch Kochbücher. Während seiner Zeit in Indien veröffentlichte er seine Rezepte in Tageszeitungen des Subkontinents, meist unter dem Pseudonym Wyvern. Vielleicht war es ihm ein wenig unangenehm, seinen richtigen Namen mit dem Thema „Kochen“ in Zusammenhang zu bringen, denn Soldatentum und Kochen passte in der damaligen Zeit nicht so recht zusammen. Als Kenney-Herbert wieder zuhause in England war, erschienen einige seiner Kochbücher, darunter auch „Fifty breakfasts„, in dem er das Kedgeree propagierte.

Wer gern Fisch ist, dem kann ich dieses Gericht empfehlen, das in diesem Film von Nigella Lawson zubereitet wird, die dafür Lachs verwendet; es gibt also viele alternative Zubereitungsmöglichkeiten.

Published in: on 11. Dezember 2020 at 02:00  Comments (8)  
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Little Chef – Das Ende einer Restaurantkette

Es war einmal…Friedlich (?) vereint mit der Konkurrenz. Hier an der A64 bei Bilbrough in North Yorkshire.
Photo © Margaret Clough (cc-by-sa/2.0)

Vielleicht kennt noch jemand die Restaurantkette Little Chef, deren Filialen an britischen Autobahnen und Schnellstraßen zu finden waren. Hier konnte man sich für relativ wenig Geld satt essen. Die Qualität der Speisen war nicht gerade berauschend; ich habe nur ein einziges Mal in einem dieser Schnellrestaurants Rast gemacht, und ich meine mich zu erinnern, dass ich dieses Little Chef in die Abteilung „greasy spoon“ verfrachtet hatte. Es gab einmal einen Versuch, eines dieser Lokale aufzupeppen, mit Hilfe des Starkochs Heston Blumenthal. Ich berichtete darüber vor über zehn Jahren in meinem Blog. Es war das Little Chef in Popham (Hampshire) an der A303. Blumenthal verpasste dem Restaurant eine total andere Speisekarte, die Medien im ganzen Land berichteten darüber und eine Zeit lang war es hier richtig voll. Doch dann verflüchtigte sich das Interesse der Reisenden; die meisten wollten statt Ochsenbäckchen und Lammkeulen lieber ihre gewohnten fettigen Sattmacher essen, so wurden nach einiger Zeit die Blumenthal-Kreationen von der Karte genommen. Im Jahr 2017 wurde Pophams Little Chef geschlossen und von Starbucks übernommen.

Den anderen Little Chefs im Land ging es nicht anders. Im Lauf des Jahres 2018 war keines mehr übrig geblieben. Immer wieder neue Übernahmen durch insgesamt sechs Unternehmen zeitigten seit Mitte der 1980er Jahre keine nennenswerten Erfolge. Die Konkurrenz durch die großen US-Ketten wie McDonald’s, Burger King und KFC war übermächtig.

Ähnlich wie der Little Chef-Kette ging es den Happy Eater-Restaurants, die von 1973 bis 1997 existierten. Sie wurden teils in Little Chefs umgewandelt oder gleich geschlossen. An Autobahnen und Durchgangsstraßen finden sich heute überwiegend, neben McD, BK und KFC, Filialen von Starbucks, Greggs, Subway, Costa und Leon.

Wie traurig…ein geschlossenes Little Chef an der A21 bei Kilndown in Kent.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

…und ein noch trostloserer Anblick: Ein Little Chef nach der Schließung an der A1 bei Wansford in Cambridgeshire.
Photo © Trevor Alder (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. Oktober 2020 at 02:00  Comments (5)  
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Meine Erfahrungen mit indischen Restaurants in England

The Sultan of Lancaster in Lancaster (Lancashire), in einer ehemaligen Kirche untergebracht.
Photo © Karl and Ali (cc-by-sa/2.0)

Wenn meine Frau und ich früher im Wohnmobil unterwegs waren oder Cottages gemietet hatten, suchten wir uns zum Abendessen immer ein Restaurant in der Nähe aus, darunter auch hin und wieder ein indisches.

Unsere allererste Begegnung mit der indischen Küche war in Warwick, wo wir unser Wohnmobil an der Rennbahn abgestellt hatten. Nicht weit entfernt entlang der High Street gab es ein kleines indisches Restaurant, das wir betraten und dort keine weiteren Gäste vorfanden. Ein total verschniefter Kellner brachte uns die Karte und nachdem wir gewählt hatten, fragte er, ob wir unser Essen „hot“ haben wollten. Wir guckten uns an und nickten, natürlich sollte unser heiß sein, was für eine Frage. Offensichtlich durchschaute der Kellner unsere Unwissenheit und klärte uns auf, dass „hot“ auf Englisch auch „scharf“ bedeutet. Okay, wieder etwas gelernt, aber, wie gesagt, das ist schon sehr lange her.

Unsere zweite Begegnung mit der indischen Küche war in Thatcham in Berkshire, wo wir gern ein Tandoori-Gericht gehabt hätten, aber leider warf man in diesem Etablissement den Tandoori-Ofen erst abends an, so dass wir mit etwas anderem Vorlieb nehmen mussten.

Ich esse sehr gern scharf, aber die Variante „Vindaloo“ liegt so am Rande des Erträglichen, was ich in einem indischen Restaurant in Margate (Kent) zu spüren bekam. Mein Lamm-Vindaloo war wirklich extrem scharf, und meine Frau wunderte sich wie man so etwas überhaupt essen kann.

In York gab  es direkt an der Ouse ein nettes kleines Restaurant mit indischer Küche, das Taj Mahal, das wir mehrere Male aufsuchten, das aber das Problem hatte, bei Hochwasser der Ouse nicht mehr zugänglich zu sein. Inzwischen gibt es das Restaurant nicht mehr. Einen „Edel-Inder“ findet man in York in der Straße Fossgate, die sehr empfehlenswerte Mumbai Lodge, die auch Gerichte aus Bangladesh anbietet. Dieses Restaurant war bei unserem Besuch gut gefüllt, während in fast allen indischen Restaurants, die wir im Lauf der Jahre besuchten, kaum jemand außer uns saß. Das kann natürlich Zufall sein.
Chicken Tikka Masala ist eines der populärsten Gerichte in Großbritannien und macht sogar den Fish and Chips Konkurrenz.

Die Indian Lounge in Newbury (West Berkshire).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

The Cherry Tree Indian Restaurant in Wheathampstead (Hertfordshire).
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

Das Nawab in Tiverton (Devon).
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. August 2020 at 02:00  Comments (3)  
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Borough Market – Einer der berühmtesten Straßenmärkte Londons

Als die London Lifestyle Awards erstmals im Jahr 2010 vergeben wurden, war der Sieger in der Kategorie London Food Market of the Year  der Borough Market, der im Stadtteil Southwark in den Hallen unterhalb der verlängerten London Bridge angesiedelt ist.

Der Borough Market ist „posh“, das heißt, hier kaufen auch die Londoner Feinschmecker ein, die Köche der großen Restaurants und die vermögenden Bewohner der Metropole, für die die gehobenen Preise des Marktes keine Rolle spielen.

Der täglich außer sonntags geöffnete Markt bietet eine riesige Auswahl an einheimischen und internationalen Produkten an. Ursprünglich war der Borough Market ein reiner Obst- und Gemüsemarkt; mittlerweile gibt es aber auch viele andere Dinge hier zu kaufen.

Die „Wine Pantry“ zum Beispiel hat sich auf den Verkauf englischer Weine und Sekte spezialisiert und soll die größte Weinhandlung dieser Art in ganz Großbritannien sein.
The Sausage Man“ bietet Wurst und Schinken aus dem Schwarzwald an.
Une Normande à Londres“ hat eine riesengroße Auswahl an französischem Käse.
Der Stand von „Utobeer“ an der Middle Row hat sich auf Biere aus der ganzen Welt spezialisiert.
The Rabot Estate“ an der Stoney Street importiert edle Kakao-Produkte von der Karibikinsel St. Lucia.

Das ist nur eine kleine Auswahl aus dem riesigen Angebot, das man auf dem Borough Market findet. Hier kann man wirklich einen ganzen Tag zubringen, ohne dass es langweilig wird.

In einigen britischen Filmen wurden Szenen auf dem Borough Market gedreht, so zum Beispiel in „Lock, Stock and Two Smoking Barrels“ (dt. „Bube, Dame, König, grAS“) und „Bridget Jones’s Diary“ (dt. „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“).

Hier ist ein Film über den Borough Market zu sehen.

 

 
 

 

Published in: on 25. Juli 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Shropshire Blue – Einer meiner Lieblingskäse aus England

Eigenes Foto.

Der Shropshire Blue ist ein Blauschimmelkäse aus England, der zu meinen Lieblingskäsesorten zählt. Man bekommt ihn bei gut sortierten Käsehändlern auch in Deutschland (zum Beispiel bei diesem großartigen, sehr empfehlenswerten Händler in Wolfenbüttel); er ist aber bei uns nicht so bekannt wie der Stilton oder der Cheddar.

Über die Herkunft und über den „Erfinder“ des Shropshire Blue gibt es unterschiedliche Darstellungen. In der Wikipedia steht zu lesen, dass der Käse erstmals in den 1970er Jahren von Andy Williamson im schottischen Inverness hergestellt wurde und den Namen Invernessshire Blue trug, aus marketingtechnischen Gründen aber in Shropshire Blue umbenannt wurde.

Nachdem die Produktion in Schottland eingestellt worden war, nahmen Käsereien aus Leicestershire und Nottinghamshire den Shropshire Blue in ihr Programm auf.

Anlässlich eines Nachrufes für Dennis Biggins im Shropshire Star aus dem Jahr 2016 wird dieser als Schöpfer des Blauschimmelkäses genannt. Mitte der 1970er Jahre soll er in seiner Firma in Whitchurch (Shropshire) den ersten Shropshire Blue hergestellt haben. Mr Biggins übernahm später den Käsehersteller Westry Roberts & Co in Chester und den Käsehändler J. H. Warham aus Nantwich und siedelte beide Firmen in Whitchurch an.

Ein weiterer Hersteller dieses speziellen Käse ist die Shropshire Cheese Company auf der Abertanat Farm im englisch-walisischen Grenzgebiet. Hier wird die Milch für den Käse von glücklichen Kühen gewonnen, die auf den weitläufigen Weiden freien Auslauf haben. Die Firma unterhält auch einen Dorfladen in Longden, südwestlich von Shrewsbury, in dem man die Produkte der Abertanat Farm, aber auch anderes aus der Region kaufen kann.

Dieser Film zeigt einen Geschmackstest des Shropshire Blue.

Die Kühe der Abertanat Farm haben eine eigene Verkehrsampel, wenn sie sich einmal auf der anderen Straßenseite am Gras gütlich tun wollen.
Photo © Colin Pyle (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. Juli 2020 at 02:00  Comments (3)  
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The Tiptree Strawberry Race – Auf der Suche nach dem schnellsten Erdbeerpflücker in Essex

Goldhanger in Essex und sein Dorfschild.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Bounds Farm in Goldhanger (Essex) ist der Austragungsort des jährlich stattfindenden Tiptree Strawberry Race, in dem es darum geht, in einer Stunde so viele Erdbeeren wie möglich auf den Feldern einzusammeln…und das (wir sind ja in England) in „fancy dress“, also in Verkleidung. Goldhanger ist ein kleines Dorf dicht an dem Mündungstrichter des River Blackwater. Bei den Erdbeeren handelt es sich um die Sorte Little Scarlet, die Scharlacherdbeere, das sind kleine, besonders süß und intensiv schmeckende Früchte, die die Firma Wilkin & Sons in Tiptree (Essex) zu einer wohlschmeckenden Marmelade verarbeitet. Die Firma ist die einzige weltweit, die diese Erdbeersorte kommerziell anbaut. In Ian Flemings James Bond-Roman „From Russia With Love“ (dt. „Liebesgrüße aus Moskau“) erfahren die Leser, dass dies die Lieblings-Marmeladensorte des Agenten ist.

Da das Erdbeerpflücken eine anstrengende Knochenarbeit ist, die in der Beliebtheitsskala der Engländer nicht ganz weit oben angesiedelt ist, arbeiten vorwiegend Männer und Frauen aus Osteuropa auf den Feldern der Firma Wilkin & Sons. Beim Strawberry Race werfen auch sie sich in Kostüme. Das Motto wechselt von Jahr zu Jahr; so war es 2017 „Hollywoodstars“, und da konnte man zum Beispiel Grace Kelly und Bing Crosby und den Blues Brothers beim Pflücken zusehen. Die „strawberry pickers“ schaffen an die vier bis fünf Kilogramm in der Stunde, wenn sie sich so richtig zusammenreißen. Nicht nur die schnellsten Pflückerinnen und Pflücker werden ausgezeichnet, auch die schönsten Kostüme werden prämiert.

In jedem Jahr werden beim Tiptree Strawberry Race Spenden gesammelt, die von der Firma und ihren Mitarbeitern aufgebracht und einem guten Zweck zugeführt werden. Hier sind einige Bilder von den Feldern der Bounds Farm zu sehen.

Siehe auch meinen Blogartikel über die Firma Wilkin & Sons in Tiptree.

Bounds Farm in Goldhanger.
Photo © Trevor Harris (cc-by-sa/2.0)

Tiptrees Village Sign.
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

Rund um den Pudding

This work has been released into the public domain .

In Norddeutschland gibt es den Schnack, „um den Pudding gehen„, was soviel heißt wie einen kleinen Spaziergang in der Nähe des Wohnhauses machen. Das Thema „Pudding“ soll heute im Mittelpunkt meines Blogeintrages stehen. In Deutschland ist das „der umgangssprachliche Ausdruck für eine Süßspeise, die mit Speisestärke angedickt wird“ (so die Wikipedia); gern essen wir einen Vanillepudding oder einen Schokoladenpudding.
In England wird der Begriff sehr viel weiter gefasst und kann auch andere Süßspeisen umfassen wie ein Stück Apfelkuchen oder den traditionellen Christmas Pudding. Dann gibt es noch andere nicht-süße Speisen, die Pudding genannt werden. Beispiele: Der Black Pudding, den wir mehr oder weniger gern beim Full English Breakfast verzehren, der Yorkshire Pudding, der zu einem Sunday Roast gehört und der Rag Pudding, der aus Hackfleisch, Zwiebeln und Rindernierenfett besteht.

Wie in Kate Fox‘ Buch „Watching the English“ zu lesen ist, wird der Begriff „pudding“ im klassenbewussten England überwiegend von der Oberschicht und der oberen Mittelschicht verwendet. Alternative Bezeichnungen für den Nachtisch wie „dessert“ oder „sweet“ sind in diesen Gesellschaftsschichten verpönt. Fragt jemand am Ende eines Essens, ob noch ein „sweet“ gewünscht wird, deklassiert sich der/diejenige und wird automatisch zur mittleren Mittelschicht oder sogar noch darunter eingestuft.

In meinem Blog habe ich mich mit dem Thema „pudding“ schon einige Male befasst, so mit den World Black Pudding Throwing Championships in Ramsbottom (Greater Manchester), den World Dock Pudding Championships in Mytholmroyd in West Yorkshire, der Stadt der Puddings Bakewell in Derbyshire und dem Pudding Club in Mickleton (Gloucestershire).

Im Pudding Lane in London begann im Jahr 1666 der Große Brand, der weite Teile der Stadt in Schutt und Asche legte und hin und wieder sieht man in England Straßen, die ebenfalls den Namen Pudding Lane tragen.

Manchmal findet man auf dem Gelände von Herrenhäusern sogenannte „pudding houses„; dahin zogen sich die Hausgäste zurück, um nach einer Mahlzeit ihren Pudding zu essen. In der Zwischenzeit räumten die Bediensteten den Speisesaal auf und bereiteten ihn für die anschließende Abendunterhaltung vor.

Es gibt eine Gesteinsart namens „puddingstone„, die eine entfernte Ähnlichkeit mit einem Pudding hat und beispielsweise in Hertfordshire und Yorkshire gefunden wird und sich nicht zum Verzehr eignet.

Das soll für heute genügen und den Spaziergang „rund um den Pudding“ beenden.

Der Londoner Pudding Lane.
Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0)

Eine Straße in der Nähe von Birch in Essex.
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

Ein Pudding House auf dem Gelände des Montacute House in Somerset.
Photo © Les Mildon (cc-by-sa/2.0)

Puddingstones an der Küste von Yorkshire.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Mai 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Carlisle in der Grafschaft Cumbria – Home of Biscuits

Carr’s bzw. McVitie’s Biscuit Factory.
Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)

Das Krümelmonster aus der Sesamstraße würde sich in Carlisle in der Grafschaft Cumbria pudelwohl fühlen…werden hier doch massenweise Kekse hergestellt, in der größten Keksfabrik Englands, die schon 1831 von Jonathan Dodgson Carr gegründet wurde. Was wäre eine Tasse Tee in England ohne ein „biscuit“? Ich finde die Namen mancher dieser Kekssorten eher abschreckend wie „digestive biscuits„, der Verdauungskeks, oder „table water biscuits„, die überwiegend aus Mehl und Wasser bestehen. Carr’s Table Water Biscuits und all die anderen Sorten bekommt man so ziemlich in jedem Supermarkt des Landes, und wenn die einmal ausgehen sollten, gehen die Kunden auf die Barrikaden. Im Dezember 2015 kam es zu einem solchen „Keks-Engpass“, als die Fabrik in Carlisle von den Fluten des River Eden  überschwemmt wurde und erst im April des folgenden Jahres wieder hochgefahren werden konnte. Da gab es eine Zeit lang weder ginger nuts, custard creams oder water biscuits, und das war schon beinahe eine nationale Katastrophe. Von der Great British Biscuit Crisis wurde gesprochen; vielen schmeckte der Tee ohne eingetunkten Keks nicht mehr so richtig.

Etwa 80 000 Tonnen Kekse werden in der Fabrik in Carlisle hergestellt, die damit eine der größten der Welt ist. Würde man alle in einem Jahr hier produzierten Kekse nebeneinander legen, so würden diese zweimal die Erde umspannen. Die Briten verzehren mehr biscuits als jedes andere Land der Welt.

Wem die Fabrik in Carlisle, die offiziell McVitie’s heißt, aber immer noch Carr’s genannt wird, nun eigentlich gehört, ist im Laufe der Jahre immer undurchschaubarer geworden. United Biscuits? Pladis? Yildiz Holding? Diese Firmen sind alle irgendwie ineinander verwoben, aber egal, die Hauptsache ist, die Kekse schmecken den Briten nach wie vor.

Das Buch zum Artikel:
Hunter Davies: The Biscuit Girls – Love, life and hardship in a northern factory. Ebury Press 2014. 352 Seiten. ISBN 978-0091957643.  (Arbeiterinnen aus Carr’s Factory erzählen aus ihrem Leben).

Überflutungen in Carlisle im Dezember 2015. Die Keksfabrik ist rechts im Hintergrund zu sehen.
Photo © Rose and Trev Clough (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. Mai 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Black Pudding aus Bury in Lancashire

 

Black Pudding (links) auf einem Frühstücksteller. Author: Grinner This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license. Subject to disclaimers.

Black Pudding (links) auf einem Frühstücksteller.
Author: Grinner
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Wer einmal in einem englischen Hotel das „Full English Breakfast“ bestellt, findet auf seinem Teller häufig Black Pudding vor, eine Art Blutwurst, meistens in warmem Zustand.

Black Pudding ist eng mit der Stadt Bury verbunden, die nur einige Meilen nordwestlich von Manchester liegt. Europäische Mönche sollen das Rezept für diese Blutwurst nach England mitgebracht haben, wo es besonders in Lancashire großen Anklang fand und wo auch heute noch immer das Zentrum für die Herstellung liegt.

The Bury Black Pudding Company, 1929 gegründet,  gehört zu den bekanntesten Herstellern, deren Produkte sowohl auf dem Wochenmarkt in Bury zu finden sind, als auch online bestellt werden können und die schon eine Reihe von Preisen gewonnen haben.

Eine weitere Firma, die für sich in Anspruch nimmt, den besten Black Pudding herzustellen, ist The Real Lancashire Black Pudding Company, die in Rossendale liegt und auch viele Preise gewonnen hat.

Dass man mit Black Pudding auch hervorragend werfen kann und damit sogar Weltmeisterschaften ausgetragen werden, zeigt dieser Blogeintrag.

Hier ist ein Video über die Herstellung der Blutwurst, das ich Veganern, Vegetariern und empfindlichen Gemütern nicht empfehlen kann. Zum Trost: Es gibt auch vegetarischen und veganen Black Pudding.

In Rossendale
Photo © liz dawson (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Februar 2020 at 00:00  Comments (4)  
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TOAD oder The Oxford Artisan Distillery

Am Cheney Lane im äußersten Osten von Oxford findet man eine ganz besondere Brennerei, The Oxford Artisan Distillery, oder auch kurz TOAD genannt. Sie hebt sich von anderen Destillerien dadurch ab, dass sie ausschließlich sehr alte Getreidesorten verwendet, und TOAD ist damit die einzige Brennerei auf der Welt, die diese speziellen Sorten für die Produktion ihrer Getränke nutzt. Das Getreide wird auf organisch arbeitenden Farmen in einem Umkreis von 80 Kilometern angebaut, zum Beispiel auf der nahe gelegenen Sandy Lane Farm bei Thame in Oxfordshire. Dieses Getreide benötigt keinerlei Pestizide, wächst auf durch biologische Vielfalt geprägten Flächen und schafft neue Ökosysteme. Da müssen doch TOADs Produkte besonders gut schmecken, wenn man diese Informationen im Hinterkopf hat.

Was wird hier nun am Cheney Lane gebrannt? Da gibt es mehrere Ginsorten mit Namen, die gut zum Herstellungsort passen wie der Oxford Dry Gin, der Oxford Botanic Gardens Physic Gin und der Ashmolean Dry Gin (benannt nach Oxfords berühmtem Museum). Der Ver Viola ist ein Gin „infused with butterfly pea flower and rose“. TOAD stellt auch einen Wodka her, den Oxford Rye Vodka. Zur Weihnachtszeit kamen zuletzt noch zwei spezielle Getränke hinzu, der Spirit of Christmas Gin Liqueur, für den man unter anderem Myrrhe, Gold und einen echten Weihnachtsbaum destilliert hat, und der Christmas Pudding Rye, zu dessen Herstellung wirklich Christmas Puddings verwendet wurden.

Man kann die Brennerei besichtigen, dafür werden zwei verschiedene Touren angeboten; bei der großen 90-minütigen Founders Tour, die £50 kostet, kann man alle Produkte des Hauses probieren (was für Autofahrer ein echtes Problem darstellt).

Hier ist ein Film über die Destillerie.

Published in: on 21. Januar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Burnley Miners Social Club und ein französischer Kräuterlikör

Der Burnley Miners Social Club in der Plumbe Street.
Photo © Robert Wade (cc-by-sa/2.0)

Ich hatte einmal eine Zeit, in der ich gern Cocktails mixte und zu den vielen Zutaten, die man dazu benötigt, gehörte auch eine Flasche Bénédictine, ein französischer Kräuterlikör, der in Fécamp in der Normandie hergestellt wird. Bei einem Normandie-Urlaub kam ich in Fécamp auch an der Produktionsstätte dieses Getränkes vorbei, einem riesigen Palais mitten in der Stadt.

Wer mag wohl einer der Hauptabnehmer dieses 40% starken Likörs sein? Der Burnley Miners Social Club in Burnley in der Grafschaft Lancashire. Über 1000 Flaschen Bénédictine werden hier pro Jahr getrunken und das ist ein Rekord; nirgendwo auf der Welt wird an einem Ort soviel von diesem Getränk konsumiert wie in diesem Club, der früher einmal von Bergleuten frequentiert wurde, von denen es heute keine mehr in der Region gibt. Auch im Stadion des örtlichen Fußballvereins, dem Burnley F.C., wo die Clarets spielen, wird reichlich Bénédictine ausgeschenkt, pro Spiel sollen es rund 30 Flaschen sein. So wundert es nicht, dass die französische Firma einer der Sponsoren des zur Zeit in der Premier League spielenden Clubs ist.

Gern wird in Burnley „Bene ’n‘ ‚ot“ bestellt, auch „Bene & Hot“ genannt, dass ist ein Mix aus einem Teil Bénédictine und einem Teil heißem Wasser; wer es etwas „zahmer“ haben möchte, kann den Anteil des heißen Wassers erhöhen. An kalten Wintertagen kann das die Zuschauer im Stadion Turf Moor bzw. im Miners Social Club ordentlich aufwärmen.

Wie kam es nun zu dieser recht ungewöhnlichen Allianz zwischen einem französischen Likör und einer Stadt im Norden Englands? Ende des Ersten Weltkriegs war das 11. Bataillon des East Lancashire Regiments, die Accrington Pals,  in der Nähe von Fécamp stationiert. Dort entdeckten die Soldaten den Kräuterlikör und mixten ihn mit heißem Wasser, was ihnen nach den schrecklichen Kriegserlebnissen gut tat. Als sie wieder in die Heimat zurückgekehrt waren, behielten sie ihre Vorliebe für den Bénédictine und das wärmende Mixgetränk bei, und das blieb in Burnley so bis heute.

Turf Moor: Das Fußballstadion des Burnley F.C.
Photo © Alexander P Kapp (cc-by-sa/2.0)

Das Palais Bénédictine in Fécamp in der Normandie.
Attribution: I, Pierrenoel.
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Published in: on 11. Januar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Burgers of Marlow – Eine Institution in der Stadt an der Themse seit 1942

Als ich kürzlich über den Kirchhof von All Saints in Marlow (Buckinghamshire) spazierte, sah ich eine Grabstelle, auf der der Name Burger eingemeißelt war, zusammen mit einem französischen Vornamen, an den ich mich leider nicht mehr erinnern kann. Schätzungsweise 250 Meter von der Kirche entfernt an der High Street gegenüber vom Higginson Park an einem Kreisverkehr liegt eine Bäckerei mit angeschlossenem Tea Room, die Burgers heißt. Existiert da ein Zusammenhang? Ja, denn Eric und Marie Burger zogen 1942 von Neuchâtel in der Schweiz nach England und ließen sich in Marlow an der Themse nieder, wo sie eine Bäckerei eröffneten, die sie Burgers nannten, wobei der Name französisch ausgesprochen werden sollte. Ich könnte mir vorstellen, dass es immer wieder Besucher der Stadt geben wird, die Appetit auf einen Ham(burger) haben und dort einkehren, um festzustellen, dass dort keine im Angebot zu finden sind.

Die Bäckerei ist noch immer in Familienhand und wird von Bernard und seiner Tochter Rachel geleitet. Ich habe den Tea Room zur Mittagszeit immer voll erlebt. Neben Frühstück und Lunch werden auch Afternoon Teas angeboten. Burgers ist täglich von 8 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr.

Die Bäckerei bietet ein breites Spektrum an unterschiedlichen Brotsorten an, sowie Kuchen, Torten und selbst hergestellte Pralinen. Burgers hat sich zu einer Institution in Marlow entwickelt, die ein Stückchen Schweiz mit englischen Traditionen verschmelzt.

Im August 2015 erhielt Burgers prominenten Besuch in der Person des legendären Sir Terry Wogan, der für seine BBC-TV-Serie „Terry and Mason’s Great Food Trip“ (Episode 20 von Staffel 1) in Marlow unterwegs war. Nach der Ausstrahlung der Episode nahm die Zahl der Gäste im Burgers deutlich zu.
Einen Besuch der Bäckerei und des Tea Rooms kann ich sehr empfehlen.

Burgers of Marlow
The Causeway
Marlow Bucks, Sl7 1NF

Published in: on 8. Januar 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Pork Scratchings – Ein populärer Pub-Snack

„These deep-fried pig carcass salted snacks are popular in pubs, where the greasy, hairy morsels can be washed down with beer in an attempt to stop them  simply coming straight back up again“, so beschreibt Iain Aitch in seinem wunderschönen Buch „We’re British, Innit?“ den besonders von Pubbesuchern heiß geliebten Snack.

Was ist das nun genau? Pork Scratchings sind in Tüten abgefüllte fritierte und gewürzte Schweineschwarten. Diese knusprigen Teilchen isst man am besten zu einem Pint Bitter oder Lager. Das eine oder andere zurückgebliebene Schweinehaar sollte einen allerdings nicht stören, auch sollte man vor dem Verzehr überlegen, ob die Zähne das aushalten.

Pork Scratchings kommen ursprünglich aus dem Black Country, das ist die Region nördlich und westlich von Birmingham.
Der größte Hersteller dieses Snacks ist Mr Porky, eine zur Tayto-Gruppe gehörende Firma, die jährlich 20 Millionen Tüten davon verkauft und die auf ihrer Webseite extra darauf hinweist: „Only recommended for people with strong, healthy teeth“. Hier ein Werbspot der Firma.

Wer sich intensiver mit Pork Scratchings beschäftigen möchte, dem kann ich nur die Webseite Hairy Bar Snacks empfehlen; hier findet man wirklich alles, was man zum Thema wissen möchte.

Wer jetzt Appetit auf die Schweineschwärtchen bekommen haben sollte, der kann sich die auch in Deutschland online kaufen, zum Beispiel  bei Great British Food .

Das Buch zum Artikel:
Greg Gutfeld: Lessons From the Land of Pork Scratchings – A Miserable Yank Finds Happiness in the UK. Simon & Schuster 2009. 239 Seiten. ISBN 978-1-84739-075-2.

Verkauf von Pork Scratchings auf der Harrogate Flower Show.
Photo © The Carlisle Kid (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. Januar 2020 at 02:00  Comments (5)  
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Porlock Bay Oysters – Austern aus Somerset

Die pazifische Auster.
Attribution: David.Monniaux
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Austern verbindet man in England in der Regel mit Orten wie Colchester und Whitstable; seit kurzem werden auch wieder Austern vor der Küste von Somerset, in der Porlock Bay geerntet. Schon im 18. und im 19. Jahrhundert wurden in der Bucht Austern gezüchtet, dann war für lange Zeit Schluss, bis man im Jahr 2013 erneut hier Austern „anbaute“, und zwar die pazifische Variante. Diese gedeihen in dem sauberen Wasser der Bucht besonders gut und sind das ganze Jahr über erhältlich und können nicht nur in den Monaten in denen ein „R“ vorkommt gegessen werden.
Die Pazifik-Austern der Porlock Bay werden erst im Süden Devons, in der Mündung des River Avon herangezogen und dann nach Somerset verfrachtet, wo man sie bis zur Ernte hegt und pflegt. Die Food Standards Agency hat die pazifischen Austern der Porlock Bay mit dem höchsten Gütesiegel versehen: Ich weiß, dass sich viele Menschen (vor allem in Deutschland) vor Austern ekeln, dabei sind die Meerestiere sehr gesund, weil sie über einen hohen Anteil an Protein, Vitamin C, Omega-3-Fettsäuren, Kalzium, Zink und Eisen verfügen und nur geringe Fettwerte haben.

Wer Austern mag, kann sie gleich in Porlock Weir, zum Beispiel im Restaurant des Porlock Weir Hotels essen, über das ich morgen in meinem Blog schreiben werde.
Hier ist ein Film über die Porlock Bay Oysters.

Die Porlock Bay bei Porlock Weir.
Photo © Catherine Edwards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 31. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Parmo – Ein Gericht für sehr hungrige Menschen im Nordosten Englands

Die Linthorpe Road in Middlesbrough (Teesside).
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Die Linthorpe Road in Middlesbrough (Teesside) im Nordosten Englands ist eine der Haupteinkaufsstraßen der Stadt, mit all den Problemen, die wir auch aus vielen anderen Städten kennen: Leerstände, Unmengen von Imbissläden, Tattoo Studios usw. usw. In den 1950er Jahren fand man in der Straße The American Grill, ein Lokal, das ein Koch der US Army, Nicos Harris, hier aufgemacht hatte. Harris kreierte hier 1958 ein Gericht, das es wohl schon vorher in den USA gegeben haben soll, dass man hier aber bis dato überhaupt nicht kannte: Parmo. Der Koch machte sich damit in Middlesbrough und in der Grafschaft Teesside einen Namen, obwohl es im restlichen Land nicht so richtig zündete.
Wer nur wenig Appetit hat, sollte einen großen Bogen um Parmo machen, denn das Gericht kommt in gewaltigen Portionen auf den Tisch bzw wird auch gern als Take Away genommen. Die Grundlage von Parmo bildet ein paniertes Hähnchen- bzw. Schweineschnitzel, darüber kommt viel geschmolzener Käse und eine Béchamelsauce, gekrönt mit einer großen Portion Pommes Frites. Natürlich gibt es auch mehrere Parmo-Varianten, man kann noch Zwiebelringe darauf tun, Knoblauchbutter, Chili, Champignons oder Mozzarella. Auf jeden Fall ist dieses Gericht, auf das die Menschen in der Region Teesside stolz sind und es sehr gern essen, absolut nichts für Wenigesser, Veganer oder Menschen, die auf ihr Gewicht achten müssen, denn ein Parmo soll bis zu 2000 Kalorien haben.

Hier ist ein Film über Parmo und in diesem Film kämpft ein junger Mann gegen das XXL-Gericht an.

Published in: on 18. September 2019 at 02:00  Comments (1)  
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„He is back!“ – Die glorreiche Rückkehr des englischen Milchmanns

Die beiden Konkurrenten.
Photo © Albert Bridge (cc-by-sa/2.0)

No Milk Today“ hieß es 1967 in einem Song der Band Herman’s Hermits, „The bottle stands forlorn a symbol of the dawn“. Ja, damals gehörte der Milchmann einfach zum täglichen Leben dazu. Mit seinem (häufig schon elektrisch betriebenen) „milk float“ fuhr er scheppernd über die frühmorgendlichen Straßen und tauschte leere Milchflaschen gegen volle aus, verlässlich wie ein Uhrwerk. In Spitzenzeiten wurden etwa 90% der in Haushalten konsumierten Milch von „Mr Milkman“ gebracht. Doch dann ging nach und nach seine Ära zu Ende, zuletzt wurden nur noch 3% an die Haustür geliefert. Milch in Kunststoffverpackungen war in den den Supermärkten billiger, die umweltfreundliche, wiederverwendbare Glasflasche blieb auf der Strecke.

Doch plötzlich ist alles wieder anders. Nicht zuletzt durch die aufrüttelnden Worte des Naturfilmers Sir David Attenborough in der TV-Doku-Serie „Blue Planet„, in der er vor dem Plastikwahnsinn warnte, stieg das Interesse an Milch in Glasflaschen sprungartig wieder an. Was gibt es denn Bequemeres als sich alles wieder an die Haustür liefern zu lassen? Neue Firmen entstanden, die den Faden wieder aufnahmen, beispielsweise Milk & More, die mittlerweile weite Teile Englands beliefert. Diese Firma geht sogar noch zwei Schritte weiter: Die Auslieferung erfolgt ausschließlich durch neue Elektrotransporter, also „milk floats 2.0“, außerdem sind im Portfolio der Firma, neben Milch, noch über 200 weitere Produkte enthalten (zum Beispiel auch Bio-Putzmittel in 100% recylebaren Behältern), die bis vor die Haustür geliefert werden. Wenn man, zum Beispiel mit einer App, bis 21 Uhr seine Bestellung aufgegeben hat, wird diese bis spätestens 7 Uhr am nächsten Morgen ausgeliefert, und das auch noch kostenlos. Ideal für Berufstätige und für ältere, nicht mehr so mobile Menschen, und das  auf eine sehr umweltfreundliche Art und Weise!
In diesem Film ist ein Milchmann der Firma Milk & More bei der Arbeit zu sehen.

Über das Sammeln von Milchflaschen habe ich in meinem Blog schon in den Jahren 2011 und 2016 geschrieben. Siehe auch meine Blogeinträge über den mörderischen Milchmann George Arthur Bailey und Benny Hills Lied von „Ernie, the Fastest Milkman in the West„.

Sehr zu empfehlen ist auch Dan Kierans Buch „Three Men in a Float„, eine Reise mit einem elektrischen Milchkarren quer durch England.

Der Milchmann kommt. Hier in East Oakley (Hampshire).
Photo © Given Up (cc-by-sa/2.0)

Eine Erinnerungstafel für einen Milchmann in Cricklade (Wiltshire), der bei der Ausübung seiner Tätigkeit starb.
Photo © Rick Hall (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. August 2019 at 02:00  Comments (2)  
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CAMRAs Kampf gegen sexistische Biernamen

Die australische Black Hops Brewery in der Nähe von Brisbane brachte im vorigen Jahr ein Bier mit dem Namen Pussy Juice auf den Markt, kreiert von drei Männern, die sich für die Namensgebung entschuldigten und sagten, dass das ganz anders gemeint war.
Leg Spreader hieß ein Bier der Firma Route 2 Brews in Lowell (Indiana) in den USA, auf dessen Flaschenetikett eine junge Dame mit gespreizten Beinen zu sehen war.

Auch in Großbritannien gibt es einige Brauereien, die ihren Bieren sexistische Namen gegeben haben, meist begleitet von anzüglichen Bildern auf den Etiketten der Flaschen bzw. auf den Handpumpen in Pubs. Die Hornbeam Brewery aus Manchester wagte sich tatsächlich, eines ihrer Biere Knicker Mocha Muffdive (hier ist die Erklärung im Urban Dictionnary) zu nennen. Die Grainstore Brewery in Oakham in der Grafschaft Rutland benannte ein Bier Erica Roe, nach jener Dame, die als Twickenham Streaker in die Rugbygeschichte eingegangen ist, weil sie einmal barbusig in das Londoner Twickenham Stadion gelaufen ist. Das Flaschenetikett zeigt Erica Roe wie sie von einem Polizisten abgeführt wird.

Der Campaign for Real Ale (CAMRA) geht das jetzt alles zu weit und so hat sie beim diesjährigen Great British Beer Festival, das vom 6. bis zum 10. August im Londoner Olympia  stattfand, „rude beer names“ den Kampf angesagt und sämtliche Biere überprüft, bevor sie zum Festival zugelassen wurden. Auch die Labels wurden in Augenschein genommen, ob sie sexistische Abbildungen enthalten.
So suchte man in diesem Jahre beim Londoner Bierfest Biere mit dem Namen Village Bike (eine Frau, die viele Sexpartner hat) oder Dizzy Blonde vergeblich.

Published in: on 14. August 2019 at 02:00  Comments (5)  

Die Cotswolds Distillery bei Stourton (Warwickshire) – Malt Whisky einmal nicht aus Schottland

Mein Whisky wurde aus Gerste von der Akeman Street Farm in Combe (Oxfordshire) hergestellt.

Vor fast sechs Jahren schrieb ich in meinem Blog über Englands einzige Whiskydistillerie in Roudham in Norfolk, St George’s Distillery. Das ist jetzt nicht mehr korrekt, da es mittlerweile eine weitere Firma gibt, die Whisky made in England herstellt. Die Cotswolds Distillery liegt am südlichen Ortsrand des kleinen Dorfes Stourton in Warwickshire. Gegründet wurde sie im Jahr 2014 von Daniel Szor, einem New Yorker, der im Londoner Finanzdistrikt gearbeitet hatte und Whisky liebte. Als ihm die Londoner Hektik zuviel wurde, zog er sich mit seiner Familie in die ruhigeren Cotswolds zurück und etablierte hier eine Distillerie, zusammen mit einem anderen Mann, einem Australier namens Paul Beckwith, der vorher an der New Yorker Wall Street tätig war. Verantwortlich für die Produktion ist der italienischstämmige Nickolas Franchino, dessen ursprüngliche Interessen auf der Anthropologie und Philosophie lagen. Ein bunt gemischtes Team also, das sich im ländlichen Warwickshire der Produktion von Whisky, Gin und anderen Spirituosen widmet.

Drei Whiskysorten werden hergestellt: Der Standard Cotswolds Single Malt mit 46% Alkoholgehalt, der Founder’s Choice Single Malt mit 60,9% und der Lord Mayor’s Reserve Single Malt mit 46%. Die ersten beiden sind in den Online Shops von deutschen Whiskyimporteuren zu bekommen, der letzte ist rar, denn er wurde für den Londoner Lord Mayor Peter Estlin in einer limitierten Version hergestellt, die dieser für gemeinnützige Zwecke verkauft.

Wie schon erwähnt, produziert die Cotswolds Distillery auch mehrere Ginsorten wie den Baharat Gin und den Cotswolds Dry Gin, ferner einen Absinth, einen Limoncello und einen Espresso Martini.
Man darf gespannt sein, was dem engagierten Team von der Whichford Road bei Stourton noch so alles einfällt.

Der Shop ist jeden Tag geöffnet, darüber hinaus kann man die Produkte auch in den High Streets von Broadway und von Bourton-on-the-Water kaufen.

Hier ist ein Film über die Firma und hier eine Verkostung des Cotswolds Single Malt zu sehen.

The Cotswolds Distillery
Phillip’s Field,
Whichford Road,
Stourton,
Shipston-on-Stour,
CV36 5HG

Die Akeman Street Farm in Oxfordshire.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 31. Juli 2019 at 02:00  Comments (3)  
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The English Wine Week vom 25. Mai bis zum 2. Juni 2019

Albury Organic Vineyard in Surrey.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Der Weinanbau in England boomt! Im vorigen Jahr wurden so viele Flaschen abgefüllt wie niemals zuvor: 15.6 Millionen. Über 500 Weinanbauer gibt es zur Zeit und es werden immer mehr. Die meisten Weinanbaugebiete sind im Süden Englands zu finden, doch im Zuge der Klimaerwärmung werden in Zukunft auch im Norden des Landes immer mehr Gebiete für den Weinanbau erschlossen. In Nordengland existieren bereits 19, in Schottland 4 und in Wales 23.
Vielleicht wird der Konsum eigener Weine nach dem Brexit (wenn er denn kommt) noch mehr angekurbelt, falls dann Einfuhrzölle auf europäische Gewächse kommen sollten.

Um den englischen Wein zu fördern, gibt es auch in diesem Jahr wieder eine English Wine Week, die vom 25. Mai bis zum 2. Juni stattfindet. Viele Winzer öffnen in diesen Tagen ihre Pforten und lassen Besucher einen Blick auf die Weinberge werfen, und selbstverständlich kann man dann auch ihre Weine probieren. Hier nur einige wenige Beispiele:

Das Hanwell Wine Estate, zwischen Nottingham und Melton Mowbray in Nottinghamshire gelegen, veranstaltet am 1. Juni einen Open Day, bei dem man bei freiem Eintritt alle Weine und Sekte kostenlos probieren kann.

Ebenfalls am 1. Juni bietet der Albury Organic Vineyard, östlich von Guildford in Surrey, geführte Touren mit Weinprobe an, die allerdings £20 kosten. Die Firma produziert Wein und Sekt im oberen Preissegment.

Hattingley Valley Winery bei Alresford in Hampshire, eine Firma, die vor allem durch ihre Sekte bekannt geworden ist (und die ich in meinem Blog demnächst näher vorstellen möchte) bietet am 31. Mai um 18 Uhr eine Spezialführung mit Firmengründer Simon Robinson an.

Bei über 15 Millionen Flaschen pro Jahr frage ich mich immer wieder, wo denn die alle geblieben sind. Nach wie vor findet man englischen Wein nur selten in Supermärkten, Weinhandlungen und Restaurants des Landes, ganz zu schweigen von Deutschland, wo ich in Großstädten wie Hamburg vergeblich danach gesucht habe. Vielleicht ist der Ruf englischer Weine und Sekte in Europa noch immer negativ besetzt, obwohl viele von ihnen schon mit Auszeichnungen überhäuft worden sind. Bei einigen Blindverkostungen konnten sich englische Sekte sogar gegen französische Champagner durchsetzen.

Published in: on 31. Mai 2019 at 02:00  Comments (2)  
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