Das Arbor Tree Festival von Aston on Clun in Shropshire

Inmitten des kleinen Dorfes Aston on Clun im südlichen Shropshire, das an der B4368 liegt, steht eine Schwarzpappel, an der man wohl ohne sie eines Blickes zu würdigen vorbeiführe, wenn sie nicht dadurch Aufmerksamkeit errgen würde, dass viele Fahnen aus ihr herausragen. Dieser sogenannte Arbor Tree (manchmal auch Bride’s Tree) steht einmal im Jahr im Mittelpunkt der dörflichen Festivitäten, wenn er am letzten Sonntag im Mai mit neuen Fahnen dekoriert und die alten vom Vorjahr abgenommen werden.

Die Schwarzpappel, die wir heute hier an dieser Stelle sehen, ist ein Ableger des Vorgängers, der dreihundert Jahre lang in Aston on Clun gewachsen ist und am 2. September 1995 bei einem Sturm in sich zusammenbrach. Die Bewohner des Ortes wollten ihren Brauch des „tree dressing“ auf keinen Fall aufgeben, daher pflanzte man eine neue Pappel an.

Alles begann am 29. Mai 1786, als der örtliche Gutsherr John Marston seine Braut Mary Carter heiratete. Es war gleichzeitig auch Arbor Day, an dem man Bäume pflanzte bzw sie dekorierte, und es heißt, dass die Braut von der mit Fahnen verzierten Schwarzpappel so begeistert war, dass die Familie Geld spendete, damit der Baum jedes Jahr erneut auf diese Weise geschmückt werden konnte.

Aston on Clun feiert also am letzten Maisonntag immer noch den Arbor Day, und dazu gehört neben dem Fahnenwechsel auch stets eine Hochzeitsgesellschaft, die vorwiegend von Kindern dargestellt wird und an die Marston/Carter-Hochzeit erinnert. Gesungen wird ein speziell für den Anlass geschriebenes Lied, der „Arbor Tree Song„, der in diesem Film über das Arbor Tree Festival auch zu hören ist.

Published in: on 11. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das erste Cliveden Literary Festival am 14. und 15. Oktober 2017

Cliveden und der Clock Tower.
Eigenes Foto.

Über das phantastische Cliveden Hotel bei Taplow in Berkshire habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben, auch über Natalie Livingstones Buch „The Mistresses of Cliveden„, in dem sie über die Frauen schreibt, die eng mit dem historischen Haus verbunden waren. Natalie Livingstone, Ehefrau des gegenwärtigen Hotelbesitzers Ian Livingstone, hat jetzt ein erstes Literaturfestival organisiert, das in Cliveden am 14. und 15. Oktober stattfinden wird. Geschichte und Politik sind das hauptsächliche Thema des Cliveden Literary Festivals und viele wichtige historische und politische Ereignisse haben sich hier auch abgespielt. Winston Churchill, Neville Chamberlain, Lord Halifax und viele andere Politiker gingen in dem Landsitz der Astors ein und aus, aber auch viele Literaten wie George Bernard Shaw, Rudyard Kipling und vorher Jonathan Swift und Alfred Tennyson waren hier häufig zu Besuch; also der ideale Platz für dieses geplante Festival.

Zu den geladenen Gästen zählen u.a.:
Antonia Fraser, die viele historische Bücher geschrieben hat, zum Beispiel über Mary Queen of Scots, Oliver Cromwell und Charles II.

Sebastian Faulks, dessen Romane regelmäßig auf den britischen Bestsellerlisten zu finden sind und von denen auch einige ins Deutsche übersetzt wurden.

Robert Harris, bekanntgeworden durch seine Romane „Fatherland“ (dt. „Vaterland“) und „Enigma“ (dt. „Enigma“).

Ian McEwan, ein weiterer mit vielen Preisen ausgezeichneter Bestsellerautor. Sein letzter Roman hieß „Nutshell“ (dt. „Nussschale“).

An zwei Schauplätzen werden an den beiden Oktobertagen die Veranstaltungen stattfinden, in der Great Hall, einem wunderschönen Raum (s. dazu meinen Blogeintrag) und einem Festzelt, das neben dem Clock Tower errichtet wird.

Die Themen, die auf der Tagesordnung stehen, heißen beispielsweise „Russia 1917-2017: From Tsars and Lenin to Putin and Trump“, „Topsy –turvy politics and the new world order: A look at Brexit and what’s nexitund „A very Cliveden topic: politics, sex and scandal“.

Die Bücher der anwesenden Autoren können auf einem Stand erworben werden, der von der Londoner Buchhandlung John Sandoe betrieben wird.

Der Erfolg dieses ersten Literaturfestivals in Cliveden wird zeigen, ob weitere folgen werden.

Neben dem Clock Tower wird ein „Marquee“ aufgestellt werden.
Eigenes Foto.

Published in: on 12. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Skipton Sheep Day – Ein Festival der Schafe in North Yorkshire

Skipton ist eine hübsche Kleinstadt in North Yorkshire an der A59 am Südrand des Yorkshire Dales National Parks, gern auch „Sheep Town“ genannt. Die meisten Besucher kommen wegen des Skipton Castles in die Stadt, dessen Zugang über die High Street erfolgt. Ich habe Skipton als einen sehr lebhaften Ort erlebt, doch einmal im Jahr wird es hier richtig voll, nämlich am ersten Julisonntag, wenn der Sheep Day zelebriert wird; bei der letzten Veranstaltung in diesem Jahr kamen über 18 000 Besucher hierher. Wie der Name des Festes schon sagt, stehen an diesem Tag Schafe im Mittelpunkt des Geschehens.

Da werden zum Beispiel verschiedene Schafzüchtungen vorgestellt, es gibt Schafschervorführungen und ein Rennen der Vierbeiner über die High Street findet statt, das dann so aussieht. Sehr schön finde ich das „duck herding“, bei dem Enten mehr oder weniger freiwillig einen Parcours bewältigen müssen, mit freundlicher Unterstützung eines Hütehundes (hier ist ein Film darüber).

Es gab in diesem Jahr bei schönstem Wetter wieder ein umfangreiches Beiprogramm mit einem Streichelzoo, einer Lama-Show, Greifvögeln, Verkaufsbuden…und natürlich mit den unvermeidlichen Morris Dancers. Einen musikalischen Beitrag zu dem Sheep Day leistete die 14jährige vielversprechende Sängerin Niamh Mirfield, die aus Skipton kommt und im letzten Jahr mit ihrem „Can’t stand this anymore“ für Aufsehen sorgte.

Der nächste Sheep Day findet am 1. Juli 2018 statt.

Siehe auch meinen Blogeintrag über die „haunted Sheep Street“.

Natürlich gibt es in der „Sheep Town“ auch eine Sheep Street.
Photo © Dr Neil Clifton (cc-by-sa/2.0)

…und einen Pub namens The Woolly Sheep Inn in der Sheep Street.
Photo © Kenneth Allen (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Flying Man Festival in Pocklington (East Yorkshire)

All Saints‘ Church in Pocklington.
Photo © Gordon Hatton (cc-by-sa/2.0)

Im Osten von Yorkshire liegt die kleine Marktstadt Pocklington, für deren Bürger das jährlich stattfindende Flying Man Festival einen Höhepunkt darstellt.

Am 10. April 1733 versuchte ein gewisser Thomas Pelling auf einem zwischen dem Kirchturm der All Saints’ Church, „The Cathedral of the Wolds“, und dem Star Inn Pub gespannten Seil zu laufen. Mit einer Art Flügel versehen, die ihn wie eine Fledermaus aussehen ließen, begab sich der aus Lincolnshire stammende Pelling auf das Seil, geriet ins Straucheln und stürzte zu Boden; ein Sturz, den er nicht überlebte. Er wurde auf dem Kirchhof auf den er fiel auch gleich begraben. Eine Plakette an der Kirchmauer erinnert an den wagemutigen Mann.

In Gedenken an Thomas Pelling feiert man seit einigen Jahren das Flying Man Festival in der Stadt, zu dem auch das sogenannte „abseiling“ gehört, das Herabklettern vom Kirchturm mit Hilfe von Seilen. Teddybären vollziehen Pellings tödlichen Seilakt nach und historische Flugzeuge kreisen über dem Himmel von Pocklington.

Das diesjährige Festival fand vom 5. bis zum 7. Mai statt, und der Erlös aus den Einnahmen kam auch in diesem Jahr der All Saints‘ Church zugute. Auf dem Programm standen u.a. wieder Flüge mit Heißluftballons, ein Konzert in der All Saints‘ Church, mehrere Ausstellungen zum Thema Modellflugzeuge und Turmbesteigungen.
Dieser Film zeigt eine „Seilfahrt“ vom Turm der Cathedral of the Wolds.

Das Buch zum Artikel:
Paul Chrystal: In & Around Pocklington Through Time. Amberley Publishing 2012. 96 Seiten. ISBN 978-1445607450.

Pocklington Market Place.
Photo © Steve Fareham (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Big Beach Boutique II oder Die Invasion von Brighton am 13. Juli 2002

Am Strand von Brighton, im Hintergrund die Palace Pier.
Eigenes Foto.

Das Seebad Brighton an der englischen Südküste kann sich generell über Besuchermangel nicht beklagen, was aber am 13. Juli 2002 hier passierte, überstieg aber die Vorstellungskraft der Einwohner und auch der Polizei. Im Jahr zuvor hatte der Sänger und DJ Fatboy Slim die Big Beach Boutique I ins Leben gerufen, eine Strandparty, bei der er Platten auflegte und die von rund 60 000 Menschen besucht worden war. Gut, damit konnte Brighton problemlos umgehen. Statt der 60 000 Besucher kamen ein Jahr später zur Big Beach Boutique II aber nicht weniger als 250 000 Musikbegeisterte, das heißt, die Einwohnerzahl von Brighton hatte sich da schnell einmal verdoppelt.

Fatboy Slim, der eigentlich, der eigentlich Norman Cook heißt und seine Karriere als Bassist bei der Formation The Housemartins begann (deren „Caravan of Love“ ist einer meiner Lieblingssongs; siehe dazu meinen Blogeintrag), wohnte ganz in der Nähe von Brighton, in Hove, und hatte mit seiner Beachparty wettermäßig am 13. Juli sehr viel Glück, denn die Stadt litt unter einer Hitzewelle. Die Besuchermassen strömten aus dem ganzen Süden Englands hierher an die Küste und die A23, die Brighton mit London verbindet, war total überlastet. Es bildeten sich kilometerlange Staus, und die Polizei riet den Anreisenden über Radio, die Stadt nicht mehr zu betreten. Die Verantwortlichen bei der Polizei hatten sich vollkommen verschätzt, indem sie lediglich 50 Beamte zur Überwachung der Beach Party eingeteilt hatten, und so wurden schnell noch über 200 Polizisten aus ganz Sussex zur Unterstützung herbeigeordert.

Um 18.30 sollte Big Beach Boutique II beginnen, doch schon Stunden vorher fanden sich zig Tausende Partybesucher ein, die bei Temperaturen um die 28° frühzeitig mit Feiern begannen und die Vorräte der strandnahen Bars austranken. So starteten Fatboy Slim und seine DJ-Kollege Damian Harris, die Party am frühen Abend mit einer Viertel Million feucht-fröhlicher Gäste. Eigentlich wollte die Polizei das ganze Spektakel aus Sicherheitsgründen absagen, aber man befürchtete, dass dann die Besucher auf die Barrikaden gegangen wären.

Um 22.30 Uhr war die Party beendet, und dann begann das Chaos der Abreise… Viele blieben gleich über Nacht in Brighton, und viele, die kein Zimmer mehr bekommen konnten, schliefen am Strand. Als der nächste Tag heraufdämmerte, sah man eine total verdreckte Stadt. 160 Tonnen Abfall mussten abtransportiert werden. Da die konsumierten Getränke der Partygäste ja auch irgendwie wieder hinausgelassen werden mussten, und die Toiletten natürlich überhaupt nicht ausgereicht hatten, wurde die Notdurft eben an allen möglichen Häuserwänden verrichtet und diese Hinterlassenschaften musste die Stadtreinigung beseitigen. Drei Tage dauerte es, bis Stadt und Strand wieder vorzeigbar waren; die enstandenen Reinigungskosten beliefen sich auf £300 000. DJ Fatboy Slim, der von den Menschenmassen wohl selbst überrascht worden war, erklärte sich bereit, die Kosten zu übernehmen.

Hier sind einige Filmausschnitte von der Party zu sehen.

The Kettlewell Scarecrow Festival – Der Vogelscheuchenort in North Yorkshire

Vom 12. bis zum 20. August findet in diesem Jahr in Kettlewell in North Yorkshire das Scarecrow Festival statt, das Tausende von Besuchern in den kleinen Ort im Upper Wharfedale ziehen wird. 1994 fand das Festival der Vogelscheuchen erstmals statt; man wollte die Einnahmen der örtlichen Schule zukommen lassen, die als Mittelpunktschule für die ganze Region fungiert.

Die Bewohner von Kettlewell waren von der Idee dieses Festivals begeistert und nahmen aktiv daran teil, in dem sie Vogelscheuchen bauten, die im ganzen Ort verstreut aufgestellt wurden: In Vorgärten, auf Dächern, am Straßenrand.
Wer keine Vogelscheuchen baute, der bot Selbstgebackenes oder lokale Produkte an, die von den Besuchern gern gekauft wurden.

Auf Grund des großen Erfolges wurde das Scarecrow Festival von nun an jährlich wiederholt und es findet immer neun Tage lang im Monat August statt.

Der „Scarecrow Trail“ führt durch den Ort an den aufgestellten Vogelscheuchen vorbei und es gibt dabei auch Rätsel zu lösen und Preise zu gewinnen. Die schönste Vogelscheuche des Jahres wird von einer Jury ausgesucht und prämiert.
Also: Das Kettlewell Scarecrow Festival ist etwas für die ganze Familie.

P.S. Wer den Spielfilm „Calendar Girls“ (dt. „Kalender Girls“) aus dem Jahr 2003 mit Helen Mirren und Julie Walters gesehen hat, der hat auch schon Kettlewell gesehen, denn große Teile des Films wurden hier gedreht.

Published in: on 21. Juni 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Richard III Festival in Middleham (North Yorkshire)

Die Ruinen des Middleham Castles.
Photo © Peter Wood (cc-by-sa/2.0)

König Richard III (1452-1485) hat seine Spuren in der kleinen Stadt Middleham im Wensleydale in North Yorkshire hinterlassen, von denen man noch heute (tourismusmäßig) profitiert. Er wohnte eine Zeit lang in der Burg, deren Ruinen Wallfahrtsstätte für die zahlreichen Anhänger des Königs in der ganzen Welt sind. Die Richard III Society, die die Fahne des oftmals zu negativ dargestellten Herrschers hochhält, hat nach der Entdeckung seiner Gebeine unter einem Parkplatz in Leicester einen ungeahnten Zulauf an neuen Mitgliedern erfahren. Vom 30. Juni bis zum 2. Juli werden sich viele Fans des Königs beim Richard III-Festival in Middleham treffen, bei dem drei Tage lang ein mittelalterliches Treiben in der Stadt stattfinden wird. Der Programmablauf sieht folgendermaßen aus:

Freitag, der 30. Juni – Tagsüber finden sich viele Schulklassen auf dem Burggelände ein, die, in mittelalterliche Gewänder gehüllt, auf die „Re-enactors“ treffen, die ihr Zeltlager hinter den Burgruinen aufgeschlagen haben. Am Abend wird in der Kirche St Mary and St Alkelda in der Church Street ein mittelalterliches Konzert zu hören sein, bei dem die Trouvere Minstrels auftreten werden, das sind Paul Leigh und Gill Page, die sich auf diese Art Musik spezialisiert haben.

Samstag, der 1. Juli – Den ganzen Tag über ist rund um die Burg wieder Leben wie im Mittelalter angesagt mit vielen Buden und Ständen. Am Abend gibt es für Interessierte im Middleham Key Centre am Park Lane, einem Veranstaltungs- und Konferenzzentrum, Vorträge von Historikern über Richard III bezogene Themen.

Sonntag, der 2. Juli – Am Nachmittag werden die Vorträge vom Vorabend im Key Centre fortgesetzt, bei denen u.a. Philippa Langley und John Ashdown-Hill anwesend sind, die beide eine wesentliche Rolle bei der Suche nach dem Skelett Richards III und der späteren Auffindung gespielt haben.

Über Richard III und Middleham habe ich in meinem Blog schon mehrfach berichtet, u.a. weil meine Frau eine begeisterte Ricardianerin ist, die seit vielen Jahren Mitglied in der Richard III Society ist. Bei unseren Reisen durch England haben wir daher auch schon mehrmals in Middleham Station gemacht.

Hier ist ein Film über die hübsche Kleinstadt Middleham.

St Mary and St Alkelda.
Photo © Philip Platt (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. Juni 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Crimefest 2017 in Bristol

Das Kongresshotel, das Bristol Marriott Royal.
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Vom 18. bis zum 21. Mai ist es wieder soweit, in diesen Tagen findet das Crimefest 2017 in Bristol statt, einer der wichtigsten internationalen Kongresse der Kriminalliteratur (ich berichtete in meinem Blog schon einmal über das Crimefest 2012). „Where The Pen Is Bloodier Than The Sword“ lautet das Motto des Crimefests, an dem auch in diesem Jahr namhafte Krimiautoren teilnehmen werden. Zentrum des Geschehens ist das Bristol Marriott Royal Hotel am College Green.

Im Jahr 2008 fand das erste Crimefest in Bristol statt und mittlerweile hat es sich etabliert und zieht die Crème de la Crème der Krimiautoren aus der ganzen Welt an. In diesem Jahr nehmen u.a. teil:

Ann Cleeves – Autorin der Vera Stanhope- und der Shetland-Serien, die ins Deutsche übersetzt wurden. Bekannt wurde sie in Deutschland auch durch die Verfilmung der Vera Stanhope-Romane („Vera“).

Anthony Horowitz – Ein produktiver Autor von Krimis und Kinderbüchern; er schrieb auch die Drehbücher von mehreren Episoden der „Inspector Barnaby“-TV-Serie.

C.J. Box – Ein US-amerikanischer Krimiautor aus Wyoming, der durch seine Joe Pickett-Romane bekannt wurde, Preisträger des Edgar Allan Poe-Awards 2009 (mehrere Übersetzungen seiner Werke liegen vor).

Peter Lovesey – Ein englischer Autor, der schon fast 50 Jahre im Geschäft ist und bereits den Gold Dagger, den Silver Dagger und sogar den Cartier Diamond Dagger für sein Lebenswerk erhalten hat. Viele seiner Romae wurden ins Deutsche übersetzt.

Eine Delegation isländischer Krimiautoren ist in diesem Jahr zu Gast beim Crimefest.

Das Angebot an Vorträgen und Diskussionen ist äußerst umfangreich. Auch hier einige Beispiele:

„Wunderbar! The Hidden Wonders Of The German Krimi“ ist das Thema einer Diskussionsrunde, an der deutsche Autoren teilnehmen.

Capital Crimes: London As Location

The Ice Queens Cometh – Iceland’s Queens Of Crime

A Little Bit Creepy: Scaring Your Readers With Death

Auch Preise werden in diesem Jahr vergeben wie der Last Laugh Award für den humorvollsten Krimi und der Flashbang Award für den besten Mini-Krimi, der nur aus 150 Wörtern bestehen darf.

Dass es bei dem Krimifest auch lustig zugehen kann, zeigt dieser Film aus dem vorigen Jahr.

Published in: on 23. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Whittlesea Straw Bear Festival in Cambridgeshire

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10 km östlich von Peterborough in Cambridgeshire liegt die Kleinstadt Whittlesea (manchmal auch Whittlesey geschrieben). Hier findet im Januar eines der frühesten Festivals im Jahr statt, das Straw Bear Festival.

Wann man damit begann, einen Menschen in Stroh zu wickeln und ihn Strohbär zu nennen, weiß niemand mehr. 1909 wurde der Brauch von der Polizei verboten, da dies (nach Ansicht der Polizei) eine Form des Bettelns darstellte. Der Bär ging nämlich von Haus zu Haus und von Pub zu Pub und bat dort um Bier, Tabak und andere netten Dinge.

1980 meinten die Bürger von Whittlesea, es sei Zeit, diesen netten Brauch wiederzubeleben, und da die Polizei dieses Mal offensichtlich keine Einwände hatte, startete  man das Straw Bear Festival erneut, aber erheblich aufwändiger. Heute nehmen mehr als 250 Musiker und Tänzer aus ganz Großbritannien teil.
Das diesjährige Festival fand vom 13. bis zum 15. Januar statt. Es begann wieder mit einem Konzert im Ivy Leaf Club und endete mit dem traditionellen Bear Burning, dann wird der arme Strohbär nämlich verbrannt. Dazwischen gab es viel Musik und Tanz, und im Mittelpunkt stand die Straw Bear Procession, in der der Strohbär und die Baby Bears durch die Straßen von Whittlesea zogen.

Den alten Brauch des Strohbären gibt es zur Fastnachtszeit auch in Deutschland in Schwaben und Franken, zum Beispiel in Walldürn im Odenwald; der dortige Bär hat schon einmal ein Gastspiel bei seinem Verwandten in Whittlesea gegeben.

Hier sind Bilder vom Festival des Jahres 2016.

Der Baby Bear.
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Published in: on 13. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Barnaby Festival in Macclesfield

Der für das Barnaby-Festival geschmückte Marktplatz von Macclesfield.   © Copyright Peter Barr and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der für das Barnaby-Festival geschmückte Marktplatz von Macclesfield.
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Macclesfield ist eine rund 50 000 Einwohner zählende Stadt, 25 Kilometer südlich von Manchester in der Grafschaft Cheshire gelegen, also im Speckgürtel der Großstadt. Im Jahr 2005 erregte der jährlich erscheinende State of the Nation Report Aufsehen und Ärger in der Stadt; darin wurde Macclesfield nämlich als „the least-cultured place in Britain“ bezeichnet, also als Stadt, in der Kultur so gut wie gar nicht vorkommt. Eigentlich sind die Bürger Macclesfields relativ wohlhabend, so erstaunen die Ergebnisse des Reports, der u.a. feststellte, dass es im Bereich Theater, Bibliotheken und Kinos erhebliche Mängel gab.

Mit diesem Makel wollte man in Macclesfield nicht leben, und so kam man auf die Idee, ein uraltes Fest wieder zu beleben, das schon im 13. Jahrhundert gefeiert wurde und das man jetzt Macclesfield Barnaby Festival nennt. Bis in die 1980er Jahre war „Barnaby“ ein Feiertag, der nur in Macclesfield stattfand und der dann allmählich in Vergessenheit geriet, bis man ihn 2005 in weit größerem Stil neu erfand. In diesem Jahr fand das Event vom 17. bis zum 26. Juni statt.

Kommen wir kurz auf den Namen des Festivals zurück: Mit Inspector Barnaby aus dem Midsomer County hat das natürlich nichts zu tun, sondern er geht auf den Apostel Barnabas zurück, einen der frühchristlichen Missionare.

Das Barnaby Festival bietet eine Fülle von kulturellen Veranstaltungen, Künstler zeigen, was sie können und für Amüsement für Groß und Klein ist auch gesorgt. Einer der Höhepunkte ist immer die Barnaby Parade, ein Umzug, der durch die ganze Stadt führt. In diesem Jahr stand das Festival unter dem Motto „Weltall“, anlässlich des siebzigjährigen Bestehens des Jodrell-Bank-Radioobservatoriums, das ganz in der Nähe liegt. Schauplätze für diese „Space Events“ waren u.a. die Christ Church, die St Michael’s Church, der Market Place und der Sparrow Park.
Den Ruf als „the least-cultured place in Britain“ dürfte Macclesfield mittlerweile los sein.

Dieser Film
zeigt Höhepunkte vom diesjährigen Festival.

St Michael's Church am Marktplatz von Macclesfield.   © Copyright Tricia Neal and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Michael’s Church am Marktplatz von Macclesfield.
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Published in: on 10. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Illuminationen Teil 2: Die Blackpool Illuminations und das Switch On

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Blackpool an der englischen Nordwestküste ist ein Mekka für Vergnügungssüchtige, die sich auf die „englische Art“ amüsieren möchten, also in Spielhallen, auf Achterbahnen und so weiter. Es ist ein Lieblingsziel für Hen- und Stag Parties, es gibt unzählige kleine Pensionen, B&Bs und Hotels…und es gibt die Blackpool Illuminations, die jedes Jahr im Herbst Menschenmassen anziehen. Auf einer Strecke von zehn Kilometern sind diese Lichtanlagen an der Strandpromenade installiert, die man sich zu Fuß ansehen kann (was wohl die wenigsten tun), vom Auto, vom Bus oder von einer der Straßenbahnen aus, die die Promenade entlangfahren.

Es ist schon ein gewaltiges Spektakel, das mittlerweile fast £2 Millionen kostet, aber die Menschen, die extra deswegen herkommen, geben eben auch viel Geld in der Stadt aus. In diesem Jahr werden die Lichter heute am 6. November abgeschaltet, dann wird es wieder etwas dunkler in Blackpool.

Ein großes Ereignis ist jedes Jahr das sogenannte Switch On, wenn ein Prominenter die Illuminations startet. 1934 ereignete sich das zum ersten Mal und der Auserwählte war damals Edward George Villiers Stanley, 17th Earl of Derby, Kriegsminister in der Zeit von Georg V.

Es folgte eine bunte Kette von V.I.P.s, von denen ich hier einige erwähnen möchte:

1951 startete die Fußballlegende Sir Stanley Matthews das Switch On.
1959 war es die berühmte amerikanische Film-Blondine Jayne Mansfield.
1969 flog ein Bomber des Typs English Electric Canberra tief über dem Strand und der Promenade und eröffnete die Illuminationen.
1977 war es das berühmte Pferd Redrum, das den Grand National dreimal gewann.
1979 kam Kermit der Frosch mit seinen Muppets-Kollegen nach Blackpool und hatte die Ehre des Switch Ons.
1984 war es Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Johannes Rau, der den Hebel umlegte, um die Lichterschau zu starten. Er kam damals als Vertreter von Blackpools Partnerstadt Bottrop.

In den 1990er Jahren waren es hauptsächlich Musiker wie Lisa Stansfield (1992), Status Quo (1993), Shirley Bassey (1994), die Bee Gees (1995), die Girl Group Eternal (1996), Michael Ball (1997), Chris de Burgh (1998) und Gary Barlow (1999).

Im Jahr 2008 holte man für den Akt die Top Gear-Moderatoren Jeremy Clarkson und Richard Hammond und The Stig, der natürlich nicht fehlen durfte.

In diesem Jahr engagierte man die Schauspielerin Barbara Windsor, um die Illuminationen eröffnen, die man aus vielen Carry-On-Filmen der 1960er und 1970er Jahren kennt und als Peggy Mitchell aus der Seifenoper EastEnders. Hier ist ein Film über die „Hebel-Umlegung“.

Dieser Film zeigt eine Fahrt durch die diesjährigen Illuminationen.

   © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Illuminationen Teil 1: Der Karnevalsumzug von Bridgwater in Somerset – Einer der längsten und spektakulärsten der Welt

Ein besonders gelungener Umzugswagen.   © Copyright Roger Cornfoot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein besonders gelungener Umzugswagen.
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Heute am 5. November, am Guy Fawkes Day, findet einer der längsten und spektakulärsten Karnevalsumzüge statt, und zwar in Bridgwater, einer Stadt an der Autobahn M5 in Somerset. Gleich zweimal ist der Bridgwater Guy Fawkes Carnival in diesem Jahr mit Auszeichnungen von Touristenbüros im Südwesten des Landes geehrt worden.

Der Umzug beginnt um 19 Uhr, wenn es schon dunkel ist, und dann beginnen die kunstvoll gestalteten Wagen, die alle illuminiert sind, ihren vier Kilometer langen Zug durch die Stadt. Rund fünfzig dieser „cart“ genannten Wagen nehmen an der Parade teil, einige sind bis zu dreißig Meter lang. Über 600 000 an den Fahrzeugen angebrachte Lämpchen verbreiten dabei eine magische Atmosphäre. Eine Jury wählt die schönsten „carts“ aus, die dann ein Preisgeld von bis zu £400 gewinnen können.

Spielmannszüge sorgen für die musikalische Begleitung und dazwischen tummeln sich überall maskierte Zugteilnehmer. Zwei Stunden dauert das Spektakel, an dem jedes Jahr mehr als 150 000 Besucher teilnehmen. Gekrönt wird der Bridgwater Guy Fawkes Carnival mit dem anschließenden sogenannten „Squibbing“ in der High Street. Dabei verwandeln die „Squibber“ die Innenstadt in ein Feuermeer, indem jeder sein an einer langen Stange angebrachtes Feuerwerk zündet. Wie das aussieht, zeigt dieser Film.

Da die Kosten für die Gestaltung des Umzuges sehr hoch sind, helfen Sponsoren bei der Finanzierung der Wagen; auf der anderen Seite wird aber auch Geld gesammelt, das örtlichen Wohlfahrtsverbänden zugute kommt.

Hier ist ein Film vom letztjährigen Bridgwater Guy Fawkes Carnival, der einige der wirklich sehenswerten „carts“ zeigt.

   © Copyright Rod Allday and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Bridgwater Squibbing.   © Copyright Rod Allday and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Bridgwater Squibbing.
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Published in: on 5. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die kleinste Konzerthalle der Welt in Snape (Suffolk)

Die rote Telefonzelle vor dem Besucherzentrum.   © Copyright Roger Cornfoot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die rote Telefonzelle vor dem Besucherzentrum.
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Über die Verwendung ausgedienter Telefonzellen zu anderen Zwecken habe ich in meinem Blog gelegentlich geschrieben. Da gibt es eine Mini-Bibliothek, eine Mini-Kneipe oder eine Defibrillator-Station, die in ehemaligen roten Telefonzellen untergebracht worden sind. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

In Snape in Suffolk, dort wo der berühmte Kunstkomplex Snape Maltings steht, gibt es eine in die kleinste Konzerthalle der Welt umfunktionierte Telefonzelle. Snape Maltings ist dafür bekannt, dass der Komponist Benjamin Britten sein 1948 ins Leben gerufenes Aldeburgh Festival seit 1968 hier in den Gebäuden einer ehemaligen Mälzerei abhält. Die Konzerthalle wurde im Jahr davor von der Queen höchstpersönlich eröffnet. Seitdem treten regelmäßig namhafte Künstler aus der ganzen Welt am Ufer des River Alde auf.

Die vor dem Eingang des Besucherzentrums stehende Telefonzelle diente ursprünglich dazu, von hier aus Eintrittskarten in dem einige Kilometer entfernten Ticketbüro zu bestellen, doch im Zeitalter des Mobiltelefons benötigte man sie nicht mehr. So kam man im vorigen Jahr auf die Idee, dort einen Mini-Konzertsaal zu installieren, der aus einem Headset besteht, über das man eine Aufführung des Orchesterwerks „The Sea“ hören kann, das der englische Komponist Frank Bridge 1910 geschrieben hat. Doch man kann das Werk, das vom BBC Symphony Orchestra gespielt wird, nicht nur hören, sondern über das Headset auch sehen und sogar über Kopfbewegungen die Perspektive verändern, und das in einem Winkel von 360°. Wer will, kann so dem Dirigenten Martyn Brabbins genau auf die Finger schauen oder einen Blick in den Zuschauerraum werfen; jeder ist sein eigener Kameramann. Zweck dieser Einrichtung, ist, dass auf diese Weise das Interesse an den musikalischen Aufführungen geweckt wird, also Werbung in eigener Sache.

Hier ist Frank Bridges „The Sea“ so zu hören und zu sehen wie in der Telefonzelle und steuern kann man die Kamera auch.

Die "richtige" Konzerthalle von Snape Maltings.   © Copyright Chris Allen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die „richtige“ Konzerthalle von Snape Maltings.
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Published in: on 13. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Little Missenden Festival 2016 in der Kirche St John the Baptist

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Über Little Missenden als Schauplatz mehrerer Episoden der „Inspector Barnaby“-Serie habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Ich mag dieses kleine Dorf in Buckinghamshire und habe es erst vor ein paar Tagen erneut besucht. Überall hingen Plakate über das anstehende Musikfestival, das vom 7. bis zum 16. Oktober in der Gemeindekirche St John the Baptist abgehalten wird. Nur zwei Veranstaltungen finden in der Village Hall statt. Ich stattete der hübschen Kirche einen Besuch ab (die Türen waren glücklicherweise geöffnet), die schon ganz herbstlich geschmückt war.

Zum 57. Mal freut sich die Gemeinde auf das Festival, das aus einer bunten Mischung von Klassik, Jazz, Folk und Vorträgen besteht. Hier ist ein Blick auf das Programm für das Jahr 2016:

Der russische Pianist und Kammermusiker Pavel Kolesnikov wird das Festival am 7. Oktober mit Robert Schumanns Nachtstücken opus 23 eröffnen. Am folgenden Tag steht Jazz auf dem Programm; es tritt auf das Mark Armstrong Quintett. Gleichzeitig hält die Schriftstellerin Rose Tremain in der Village Hall einen Vortrag über ihre Werke.
Im Laufe des Festivals sind u.a. noch italienische Madrigale der Formation Gesualdo Six und Bach-Werke der beiden Violonistinnen Aisha Orazbayeva und Eloisa-Fleur Thom zu hören. Einen zweiten Vortrag in der Village Hall gibt es am 15. Oktober, dann spricht der Historiker John Gash von der Universität Aberdeen über den Maler Caravaggio und seinen Einfluss auf andere Künstler.

St John the Baptist bietet nicht allzu viele Plätze und so dürften die Veranstaltungen schnell ausgebucht sein. Ich kann mir vorstellen, dass es an den Veranstaltungsabenden Schwierigkeiten mit den Parkplätzen geben wird, denn bei meinem Besuch an einem Dienstagvormittag war der Straßenrand im Dorf schon sehr gut mit Fahrzeugen belegt. Hier ist ein Film über ein früheres Festival.

Nur ein paar Schritte von der Kirche entfernt, liegt das sehr ansprechende Manor House von Little Missenden (mehrfach bei „Inspector Barnaby“ zu sehen), über das ich morgen in meinem Blog schreiben werde.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Ein herbstliches Gesteck am Kircheneingang. Eigenes Foto.

Ein herbstliches Gesteck am Kircheneingang.
Eigenes Foto.

  

Published in: on 7. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Guiting Power Music Festival in den Cotswolds

Die Guiting Power Village Hall-   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Guiting Power Village Hall.
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Hier in dem kleinen Dorf Guiting Power, mitten in den Cotswolds in der Grafschaft Gloucestershire gelegen, scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Alles, was man sich von einem englischen Dorf wünscht, ist hier zu finden: Ein Village Green, zwei Dorfkirchen (St Michael’s and All Angels und die Baptist Church), zwei Pubs, ein Dorfgemeinschaftshaus, ein Postamt, eine Bäckerei und auch die Fahrbibliothek hält hier alle vier Wochen einmal an.
An der Church Road liegt die Village Hall, in der einmal im Jahr ein Musikfestival veranstaltet wird, das Guiting Music Festival, in diesem Jahr vom 22. bis zum 30. Juli. 1970 fand dieses Ereignis zum ersten Male statt und in diesem Jahr haben wir Festival Nummer 46. „The Festival’s objective is to provide high quality music to as wide an audience as possible at an affordable cost„, heißt es auf den Webseiten der Veranstalter und wer hierher kommt, ist nicht der normale „Easy Listening“-Hörer, sondern der legt schon Wert auf musikalische Qualität.

Klassik, Jazz und Folk stehen im Mittelpunkt der Konzertreihe, die bereits am Samstag, dem 11. Juni, mit dem Aurora Trio eingeläutet wurden. Richtig los geht es aber erst am Freitag, dem 22. Juli, mit einem Klavierkonzert von Joanna MacGregor, die auch Ehrenpräsidentin des Festivals ist. Am folgenden Wochenende liegt der Fokus auf Jazzdarbietungen mit dem Pianisten Jason Rebello, dem AKA Trio, Djangolie und Aby Flynn’s Jazz Sextet.

Es folgen noch viele weitere Abendkonzerte, eine Sonntags-Matinée mit dem Cotswold Male Voice Choir und das Abschlusskonzert mit dem London Bridge Trio. Ein Open-Air Folk auf den Playing Fields von Guiting Power schließt sich am Sonntag, dem 31. Juli an.

Wenn die Besucher des Music Festivals alle wieder abgezogen sind, kehrt erneut Ruhe und Beschaulichkeit in das Cotswolds-Dörfchen ein. Wer sich Guiting Power einmal ansehen möchte: Es liegt etwa auf halbem Wege zwischen Cheltenham und Stow-on-the-Wold und ist nur über schmale Landstraßen zu erreichen.

Guiting Power mit dem Hollow Bottom Pub.   © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Guiting Power mit dem Hollow Bottom Pub.
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Published in: on 14. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Wilderness Festival 2016 in Cornbury Park (Oxfordshire)

Die Eingangstore zu Cornbury Park.   © Copyright john shortland and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Eingangstore zu Cornbury Park.
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Es ist allerhand los beim Wilderness Festival, das in diesem Jahr vom 4. bis zum 7. August wieder in Cornbury Park in Oxfordshire veranstaltet wird. Ausgelassen und wild wird hier vier Tage lang gefeiert und das ganze Spektakel erinnert sehr stark an die Hippie-Zeit Ende der 1960er Jahre in Kalifornien. Höhepunkt des Festivals dürfte am 5. August der Auftritt von Robert Plant auf der Hauptbühne sein. Zusammen mit den Sensational Spaceshifters wird das ehemalige Led Zeppelin-Mitglied mit Sicherheit die Fans in Ekstase versetzen, vielleicht u.a. auch mit „Whole Lotta Love“ wie hier zu sehen. Weiterhin kann man während des Festivals Auftritte von den Flaming Lips und den Crystal Fighters sehen.
Außer den musikalischen Höhepunkten gibt es noch jede Menge anderes zu sehen und zu hören wie 300 Stunden „Talks and Debates“ im Forum, dem Literary Tent und The Odditorium. Anthony Beevor wird einen Vortrag halten zu dem Thema „From Stalingrad to Syria: How Warfare Has Changed“ und der Astronom Martin Rees über „Surviving The Century — and the Post-human Future Beyond“.

Die Naturfreunde wird sicher das Wild Swimming im See interessieren oder das Bogenschießen oder die Spaziergänge in den Wäldern von Cornbury Park. In Workshops kann man die Kunst der Parfümherstellung lernen oder wie man mit bloßen Füßen über offenes Feuer geht. Es gibt ein Lakeside Spa mit Aromatherapie, Heiße Stein-Massagen und Gesichtsbehandlungen.
In der Abteilung „Essen und Trinken“ werden auch in diesem Jahr wieder Long Table Banquets angeboten, bei denen die Gäste gemeinsam an langen Tischen essen. Die Organisatoren des Festivals konnten sehr namhafte Köche gewinnen, die sich um das leibliche Wohl der Besucher kümmern: Raymond Blanc, der 3-Sterne-Koch vom Le Manoir aux Quat’Saisons in Great Milton (ich berichtete in meinem Blog über das Haus), Skye Gyngell, die 1*-Köchin vom Petersham Nurseries Cafe in Richmond bei London und Virgilio Martinez, ein Peruaner, der in Lima eines der 50 besten Restaurants der Welt leitet.

Einen kleine Vorgeschmack wie es beim Wilderness Festival zugeht, zeigt dieser Film. Das komplette Veranstaltungsprogramm für dieses Jahr ist der Homepage des Festivals zu entnehmen.

Cornbury Park liegt nordwestlich von Oxford bei Charlbury. Das Haus und das Gelände gehören Robin Cayzer, 3rd Baron Rotherwick. Im Juni findet hier noch ein weiteres Event statt, die Field & Country Fair 2016.

Im Hintergrund Cornbury Park.   © Copyright Michael Westley and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Hintergrund Cornbury Park.
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Published in: on 24. Mai 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The British Asparagus Festival im Vale of Evesham (Worcestershire)

Ein Spargelfeld bei Defford in Worcestershire.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Spargelfeld bei Defford in Worcestershire.
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Nicht nur in Deutschland ist Spargel sehr beliebt, auch die Engländer haben ihn „zum Fressen gern“, obwohl sie den grünen Spargel dem weißen vorziehen.
Am 23. April, dem St. George’s Day, war es wieder soweit und im Vale of Evesham in der Grafschaft Worcestershire startete das British Asparagus Festival, das 2006 ins Leben gerufen wurde. Bis zum 21. Juni gibt es jede Menge Aktivitäten rund um den Spargel wie Kochvorführungen, Ausstellungen, Führungen usw. Mit einem sogenannten „Asparabus“ werden Fahrten durch die Spargelregion angeboten, auf denen man u.a. auf Revill’s Farm bei Defford auch ein Feld ansehen kann, auf dem das Gemüse angebaut wird.

Im Mittelpunkt vieler Aktivitäten steht der „Fleece Inn“ in Bretforton, über den ich in meinem Blog schon einmal berichtete. Da wird zum Beispiel vom 29. Mai bis zum 5. Juni Spargel versteigert, wobei der Erlös der örtlichen Blaskapelle, der Bretforton Silver Band zukommt. Am 30. Mai führt der dem National Trust gehörende Pub einen Asparagus Family Fun Day durch mit Morris Dancers usw. Der Fleece Inn hat in der Spargelzeit sogar spezielle Cocktails kreiert wie Aspara-Martini und Bloody Aspara-Mary. Natürlich gibt es auch spezielle Spargelmenüs, die von Chefkoch Derek Cooke zubereitet werden, der im Londoner Ivy unter Marco Pierre White gearbeitet hat.

Am 4. und 5. Juni findet das Asparafest statt, „Worcestershire’s Aspara-tastic Music and Food Festival“  auf dem Gelände der Ashdown Farm in Badsey bei Evesham. Dort gibt es u.a. ein Spargelwettessen, Spargelweitwurf und in zahlreichen Verkaufsständen kann man sich an Spargelwurst und Spargeleis erfreuen. Hier ist ein Film über das Fest.

Eine kleine Attraktion während des Asparagus Festivals ist „The World’s only fortune-telling asparamancer„. Anhand einiger hingeworfener Spargelstangen kann Jemima Packington jedem, der es möchte, die Zukunft voraussagen. Dieser Film zeigt die Wahrsagerin bei der Arbeit.

Also, es ist jede Menge los in der Spargelzeit rund um die Stadt Evesham und mein Übernachtungstipp ist das wunderbare kuriose The Evesham Hotel, das ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt habe (allein schon die Toiletten dort sind eine Reise wert!).

The Fleece Inn in Bretforton (Worcestershire), wo viele Veranstaltungen rund um den Spargel stattfinden.   © Copyright Chris Allen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Fleece Inn in Bretforton (Worcestershire), wo viele Veranstaltungen rund um den Spargel stattfinden.
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Revill's Farm Shop in Defford (Worcestershire), eine der Anlaufstationen des A   © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Revill’s Farm Shop in Defford (Worcestershire), eine der Anlaufstationen des Asparabus.
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Ein "Spargel-Poller" an der Bridge Street in Evesham (Worcestershire).   © Copyright Roy Hughes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Spargel-Poller“ an der Bridge Street in Evesham (Worcestershire).
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Published in: on 15. Mai 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die World Dock Pudding Championships in Mytholmroyd (West Yorkshire)

Mytholmroyd (West Yorkshire) und der River Calder, an dessen Ufer das Wildgemüse wächst.    © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mytholmroyd (West Yorkshire) und der River Calder, an dessen Ufer das Wildgemüse wächst.
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Am 17. April in diesem Jahr fanden wieder die World Dock Pudding Championships in Mytholmroyd in West Yorkshire statt. Im Community Centre der kleinen Stadt, in der 1930 der Dichter Ted Hughes geboren wurde, fanden sich Männer und Frauen zusammen, die darum wetteiferten, wer den besten Dock Pudding zubereiten kann. Seit 1971 wird dieser in der Welt einmalige Wettbewerb ausgetragen, so dass der vielleicht etwas hochtrabende Titel „World Championships“ zutrifft, obwohl die Teilnehmer alle aus der Region stammen.

Was ist nun „Dock Pudding“? Es ist ein spezielles Frühstück, das gern hier in West Yorkshire zubereitet und gegessen wird. Hauptbestandteil ist besagter „dock“, ein Wildgemüse, das den lateinischen Namen Polygonum Bistorta hat und bei uns als Wiesenknöterich oder Schlangenknöterich bekannt ist. Diese Pflanze wächst im Tal des River Calder, der durch Mytholmroyd fließt. Außer  diesem Wildgemüse gehören in den Dock Pudding noch weitere Zutaten wie Zwiebeln und Haferflocken, aber jeder der Wettbewerbsteilnehmer hat da so sein spezielles Rezept, mit dem er/sie die Jury überzeugen will, dass sein/ihr Dock Pudding der leckerste ist. Ergänzt wird das Frühstück natürlich noch durch Eier, Schinken und/oder Würstchen.

Die Köchinnen und Köche bereiten ihre Dock Puddings auf offener Bühne zu, begleitet von der Blasmusik einer regionalen Kapelle. Der Jury werden die einzelnen Varianten hinter verschlossenen Türen vorgesetzt und sie probieren alle vom gleichen Teller, machen sich ihre Notizen und kommen dann am Ende (wenn sie alle pappsatt sind) zu einem gemeinsamen Ergebnis. Dieses wird dann verkündet und der Sieger bzw. die Siegerin erhält einen Pokal und wird zum World Champion ausgerufen. Wie das bei den Weltmeisterschaften in Mytholmroyd zugeht, zeigt dieser Film.

Robbie Coltrane schreibt in seinem Buch „B-Road Britain“ über seine Teilnahme an dem Wettbewerb.

Opernfestspiele in Buckinghamshire Teil 2: The Fingest Great Barn Opera

Fingest Manor Farm Barn. With friendly permission of Sylvia Crowthers.

The Great Barn at Manor Farm.
With friendly permission of Sylvia Crowthers.

Nur wenige Kilometer von Wormsley Park entfernt, wo das Garsington Opera Festival stattfindet, in dem kleinen Dorf Fingest (ich berichtete in meinem Blog schon einmal darüber), gibt es ein weiteres Opernfestival: The Fingest Great Barn Opera. Es wurde so benannt, weil es in einer Scheune der Manor Farm durchgeführt wird. Das Ensemble kommt natürlich nicht aus Fingest und Umgebung; die Darsteller und Musiker haben ihren Stützpunkt in London und nennen sich Diva Opera. Seit dem Gründungsjahr 1996 hat die Truppe schon mehr als 2000 Aufführungen absolviert und 50 verschiedene Opern und Konzerte einstudiert. Neben nationalen Auftritten, zum Beispiel in der Royal Albert Hall, gastierte Diva Opera auch in anderen Ländern, u.a. in so berühmten Stätten wie dem Teatro La Fenice in Venedig. Oft arbeitete man José Carreras zusammen. Hier ist eine Dokumentation über Diva Opera und hier ein kleiner Appetithappen.

Im Frühherbst kommt Diva Opera also nach Fingest und spielt dort am 3. und 11. September Donizettis „Don Pasquale“ bzw. Mozarts „Cosi Fan Tutte„, jeweils unter der Leitung von Bryan Evans. Die Opernaufführungen finden übrigens in traditionellen Kostümen statt und nicht in Straßenkleidung oder ähnlichem wie man es heute in den meisten Opernhäusern sieht.

Natürlich spielt auch hier die ausgedehnte Pause zwischen den Akten eine große Rolle; unter einem Zelt auf dem Hof der Manor Farm sind Tische und Stühle aufgebaut, damit man dort in Ruhe sein Picknick zu sich nehmen kann.

Der Ticketpreis beträgt £75, von dem ein gewisser Anteil wohltätigen Einrichtungen zugute kommt. In diesem Jahr sind es:
Child Bereavement UK – eine Organisation, die sich um Familien kümmert, in denen ein Kind im Sterben liegt bzw. gestorben ist
The SMA Trust, der sich mit dem Thema „Spinale Muskelatrophie“ auseinandersetzt
Best Beginnings – eine Organisation, die Familien hilft, ihren Kindern den besten Start ins Leben zu geben

Wer Interesse an den beiden Aufführungen hat, sollte sich mit der Veranstalterin der Fingest Great Barn Opera Sylvia Crowther in Verbindung setzen unter der Telefonnummer 01491 638474 oder per E-Mail fingestopera@btconnect.com.
Hier ist die Broschüre mit weiteren Informationen und hier die Ticket Request Form.

Manor Farm.   © Copyright Phil Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Manor Farm.
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Bkick auf das idyllisch gelegene Fingest.   © Copyright Michael Trolove and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf das idyllisch gelegene Fingest.
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Published in: on 19. April 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Opernfestspiele in Buckinghamshire Teil 1: Das Garsington Opera Festival in Wormsley Park

Der Pavillon der Garsington Opera. Author: Mike Hoban. This file is made available under the Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

Der Pavillon der Garsington Opera.
Author: Mike Hoban.
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Die berühmtesten englischen Opernfestspiele „auf dem platten Land“ finden sicher in Glyndebourne in East Sussex statt. Karten dafür zu bekommen, erweist sich immer wieder als sehr schwierig. Es gibt aber auch noch andere jährliche Festspiele, die in der freien Natur ausgetragen werden und die nicht minder interessant sind. Über das Grange Opera House in Northington (Hampshire) berichtete ich in meinem Blog schon einmal. In der Grafschaft Buckinghamshire finden gleich zwei Opernfestivals nur wenige Kilometer voneinander entfernt statt: In Fingest ist die Great Barn Opera zu finden (über die ich demnächst berichten werde) und im Wormsley Park die Garsington Opera.

1989 gründete der Bankier und Liebhaber der klassischen Musik Leonard Ingrams die Garsington Opera, benannt nach seinem Wohnsitz Garsington Manor bei Oxford. Ingrams versuchte jedes Jahr eine Mischung aus bekannten und weniger bekannten Werken der Opernwelt zusammenzustellen, interpretiert von international renommierten Künstlern. Ingrams starb im Jahr 2005 im Alter von 63 Jahren, sechs Jahre später verlegte die Garsington Opera ihren „Austragungsort“ nach Wormsley Park, dem Familiensitz der Getty Family, die sich hier 1986 angesiedelt hatte. Die künstlerische Leitung der Opernfestspiele liegt heute in den Händen von Douglas Boyd, der schon in vielen namhaften Häusern der Welt gearbeitet hat.

Die Aufführungen finden vor der Kulisse der Chiltern Hills in einem speziellen Pavillon statt, der jedes Jahr für das Festival aufgebaut wird und von dem Londoner Architekten Robin Snell entworfen wurde. Werfen wir einen Blick auf das Programm des Jahres 2016. Vom 3. Juni bis zum 17. Juli werden vier verschiedene Aufführungen angeboten:
Tchaikovskys „Eugen Onegin“ (Dirigent: Douglas Boyd), Mozarts „Idomeneo“ (Dirigent: Tobias Ringborg), Rossinis „Die Italienerin in Algier“ (Dirigent: David Parry) und Joseph Haydns „Die Schöpfung“ (Dirigent: Douglas Boyd). Einführungen in die drei Opern finden im April und Mai in Oxford und London statt.

So wie in Glyndebourne gehört auch hier in Wormsley Park eine lange Pause bei den Aufführungen dazu, in der genüsslich Champagner geschlürft bzw. ein Dinner zu sich genommen wird. Festliche Kleidung sollte man bei diesen Opernfestspielen auf jeden Fall anziehen.
Hier ist ein Film über die Festspiele des Jahres 2015.

Man kann Wormsley Park, sowohl von London als auch von Oxford aus, leicht über die Autobahn M40 erreichen und dort die Ausfahrt Nummer 5 nehmen. Bis zum Park sind es dann nur noch 2-3 Kilometer.

Eine der Kulissen der Garsington Opera.   © Copyright Hugh Chevallier and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine der Kulissen der Garsington Opera.
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Während der Pause...   © Copyright Hugh Chevallier and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Während der Pause…
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Published in: on 17. April 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Suffragette Season im britischen Parlament

Hier, im britischen Parlament, findet die Suffragette Season statt.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier, im britischen Parlament, findet die Suffragette Season statt.
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Am 4. Februar diesen Jahres kam der Spielfilm „Suffragette: Taten statt Worte“ in die deutschen Kinos (hier ist der Trailer dazu), der bereits am 7. Oktober 2015 beim Londoner Film Festival in Großbritannien seine Premiere feierte. Mit Meryl Streep, Carey Mulligan und Helena Bonham Carter ist er hochkarätig besetzt. Der Film schildert die wahren Ereignisse Anfang des 20. Jahrhunderts um die Feministin Emmeline Pankhurst, die das Ziel verfolgte, das Wahlrecht für Frauen in Großbritannien zu erkämpfen. Die Aktivistinnen, Suffragetten genannt, griffen auch zu radikaleren Methoden, um ihr Ziel zu erreichen, was ihnen allerdings erst 1928 gelang, als Frauen das volle Wahlrecht erhielten.

Einige der Filmsequenzen wurden auch im und am britischen Parlament in London gedreht, Grund genug, dort vom 6. Februar bis zum 6. April eine Suffragette Season einzurichten, während der geführte Touren durch das Ober- und das Unterhaus unter dem Thema „Frauenwahlrecht“ angeboten werden. „Votes For Women!“ heißen diese Führungen.
Des weiteren gibt es 90-minütige Touren durch das Parlamentsgebäude an der Themse mit dem Titel „From Petitions To Prime Minister: A Short History Of Women In Parliament„; dabei steht der Kampf der Frauen um das Wahlrecht und die Rolle der Frauen im heutigen Parlament im Mittelpunkt.

Mehrere Vorträge finden im Portcullis House statt, dort, wo die Abgeordneten des Unterhauses ihre Büros haben, zum Beispiel: „Alice Hawkins: A Suffragette„, darin geht es um die Aktivistin der Women’s Social and Political Union, die wegen ihres Einsatzes für die Frauenrechte fünfmal eingesperrt wurde.

Ebenfalls im Portcullis House wird der Film „Muriel Matters!“ (hier ein kurzer Ausschnitt) gezeigt, die Geschichte der Australierin Muriel Matters, die nach London kommt und sich den Suffragetten anschließt.

Das Portcullis House.    © Copyright Chris Downer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Portcullis House.
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Published in: on 24. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Katherine of Aragon Festival in Peterborough (Cambridgeshire)

Das Grabmal Katharine of Aragons in der Kathedrale von Peterborough.   © Copyright Derek Voller and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Grabmal Katharine of Aragons in der Kathedrale von Peterborough.
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Katherine of Aragon war die erste Frau des englischen Königs Henry VIII, die im Jahr 1533 durch Anne Boleyn „abgelöst“ wurde. Im Gegensatz zu ihrer Nachfolgerin, die 1536 hingerichtet wurde, überlebte Katherine ihre Ehe mit Henry und verbrachte ihre letzten Lebensjahre auf Kimbolton Castle in Cambridgeshire, wo sie am 7. Januar 1536 starb. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Kathedrale von Peterborough (Cambridgeshire). Ihre Beisetzungsfeierlichkeiten fanden am 29. Januar 1536 in großem Stil statt, in Anwesenheit von vier Bischöfen und sechs Äbten. Leider wurde ihr Grabmal in der Kathedrale, das aus einem schwarzen Marmorblock mit goldenen Verzierungen bestand, durch die Soldaten Oliver Cromwells über hundert Jahre später geschändet, indem sie das Gold entfernten; ein Dekan der Kathedrale entnahm den Marmorblock und setzte ihn in sein Sommerhaus ein. Die arme Katherine! Im späten 19. Jahrhundert erbarmte sich die Gattin eines Domherren, die ebenfalls Katherine hieß, des Grabes und rief alle Frauen Englands auf, die den Namen Katherine trugen, für eine Erneuerung der Grabstätte zu spenden, was dann auch viele taten. Aus dem Erlös der Spenden wurde der Marmorstein, den wir heute in der Kathedrale sehen, eingesetzt.

Immer am Ende des Monats Januar wird die ehemalige Königin in Peterborough durch ein Festival geehrt, in diesem Jahr findet das Katherine of Aragon Festival vom 28. bis zum 31. Januar statt. Es beginnt am Donnerstagnachmittag mit einem „sung Eucharist“, das ist ein Gottesdienst, der nicht auf eine bestimmte Glaubensrichtung beschränkt ist. Begleitet wird die Andacht in Erinnerung an Katherine of Aragon durch Tudor-Musik, gesungen vom Chor der Kathedrale. Am Tag darauf gibt es weitere Feierlichkeiten in der Kirche, an denen auch viele Schulkinder teilnehmen werden. Abgesandte der spanischen Botschaft legen einen Kranz an Katherines Grab nieder. Bevor am Abend der Architekturhistoriker Dr Jonathan Foyle einen Vortrag mit dem Thema „The Forgotten Origins of the Tudor Rose“ halten wird, gibt es ein Abendessen mit Speisen aus der Tudorzeit.
Das Peterborough Museum beteiligt sich an dem Festival mit dem Event „At Home With the Tudors„.

Am Sonntagnachmittag geht das Katherine of Aragon Festival mit einem „Evensong“ zu Ende, einer Abendandacht, bei der wieder der Peterborough Cathedral Choir anwesend sein wird.
Ich glaube, die ehemalige Königin wäre sehr zufrieden damit wie man ihr auch nach so vielen Jahrhunderten noch in Peterborough regelmäßig gedenkt.

Hier sind Aufnahmen von einem früheren Festival in der Kathedrale.

Die Kathedrale von Peterborough.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Kathedrale von Peterborough.
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Published in: on 20. Januar 2016 at 02:00  Comments (1)  
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The Ring of Red auf den Autobahnen M25 und M60 am Remembrance Day

Eine Mohnblume ("poppy"); Symbol des gedenkens an gefallene Soldaten.   © Copyright Richard Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine Mohnblume („poppy“); Symbol des Gedenkens an gefallene Soldaten.
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Am Remembrance Day, dem zweiten Sonntag im November, gedenkt man in ganz Großbritannien den in den beiden Weltkriegen und danach gefallenen Soldaten. An zahllosen Kriegerdenkmälern im Land kommen Menschen zusammen, legen Kränze aus Mohnblumen nieder und halten zwei Schweigeminuten um 11 Uhr ab. Die Mohnblume (poppy) ist das Symbol schlechthin für die Erinnerung an die Männer und Frauen, die für ihr Land gestorben sind. Man trägt sie am Revers als künstliche Ansteckblume und im vorigen Jahr wurden bei der Installation Blood Swept Lands and Seas of Red fast 900 000 Mohnblumen am Tower of London angebracht, für jeden gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs eine.

Eine ganz besondere Aktion haben sich britische Biker für den Remembrance Sunday ausgedacht. Wie schon im Vorjahr wollen sie auch jetzt am 8. November die weltgrößte „poppy“ bilden und zwar an zwei Stellen im Land. Einmal auf der M25, der London Orbital, der Ringautobahn, die 188 Kilometer um die Hauptstadt herumführt und einmal auf der M60, dem 58 Kilometer langen Autobahnring um Manchester. Die Idee für diese „The Ring of Red“ genannte Aktion hatte eine Motorradfahrerin namens Julia Stevenson aus Dartford in Kent. Die Biker werden in mohnblumenroter Kleidung auf den beiden Autobahnen einen Kreis bilden „the biggest poppy in the world„. Auf der London Orbital wird man im Uhrzeigersinn fahren, auf dem Manchester Ring Motorway gegen den Uhrzeigersinn.

Gestartet werden die beiden Rings of Red von der Organisation Ride of Respect, in der sich Biker zusammengefunden haben, die bei „Massenausritten“ Geld für wohltätige Zwecke sammeln, das Angehörigen gefallener Soldaten zugute kommt bzw. für in Auslandseinsätzen verwundete Armeeangehörige verwendet wird. Der diesjährige Ride of Respect ging im Mai nach Royal Wootton Bassett, einer Stadt in Wiltshire, die sich einen Namen gemacht hat, indem sie die in die Heimat zurückgebrachten, in Afghanistan und in Irak gefallenen Soldaten auf besondere Weise geehrt hat (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Hier ist ein Film vom letztjährigen Ride of Respect auf der M25.

Die M25.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die M25 bei Denham.
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Die M60, kurz vor der Ausfahrt 5.   © Copyright Andy Farrington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die M60, kurz vor der Ausfahrt 5.
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Published in: on 18. Oktober 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The World Gurning Championships in Egremont (Cumbria)

Egremont in Cumbria.   © Copyright John Lord and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Egremont in Cumbria.
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Seit gestern ist es wieder soweit: In Egremont in der Grafschaft Cumbria, in der Nähe von Whitehaven, findet die Crab Fair statt, zu der Besucher aus aller Welt anreisen, nicht zuletzt um auch Zeugen der jährlich stattfindenden World Gurning Championships zu werden, den Weltmeisterschaften im Grimassenschneiden.

Schon seit 1267 findet in Egremont (Cumbria) diese Crab Fair statt, die übrigens nichts mit crabs wie Krabben, sondern mit crab apples = Holzäpfeln zu tun hat, die seinerzeit der Lord of the Barony of Egremont an die Festbesucher verteilte. Noch heute werden beim Fest auf der Hauptstraße von Egremont Äpfel von einem Wagen in die Menge geworfen, allerdings keine sauren Holzäpfel mehr, sondern eine süße Variante.

Ein wesentlicher Part der Crab Fair sind also die World Gurning Championships. Dazu müssen die Köpfe der Teilnehmer durch ein Pferdehalfter gesteckt werden, um mit dem Fratzenschneiden vor einer Jury zu beginnen. Vorteilhaft ist es, möglichst wenige Zähne sein eigen zu nennen, denn dann ist es einfacher bzw. eindrucksvoller. Ganz eifrige haben sich sogar extra wegen der Meisterschaften Zähne ziehen lassen. Ein nahezu unbezwingbarer Kandidat im Grimassenschneiden ist Tommy Mattinson, der seit 1999, bis auf zwei Ausnahmen, alle Siege davongetragen hat. Peter Jackman war im Jahr 2000 und Gordon Blacklock im Jahr 2009 Weltmeister. Tommy kommt aus einem Ort mit dem schönen Namen Aspatria, der nördlich von Egremont auch in der Grafschaft Cumbria liegt. Er ist im Guinness Book of Records verzeichnet und durfte sogar schon einmal vor der Queen seine Künste zeigen.

Bei den Frauen war die Weltmeisterin im „Gurning“ eine Dame aus Egremont selbst, die einen Rekord aufstellte, der kaum zu überbieten ist: Anne Woods gewann den Titel des weiblichen Champions 28mal. Leider ist sie im März diesen Jahres verstorben, so dass es an diesem Wochenende eine neue „Championesse“ geben wird.

Dieser Film zeigt wie es bei den Championships zugeht, mit dem Star-Grimassenschneider Tommy Mattinson.

 

 

 

 

Published in: on 19. September 2015 at 02:00  Comments (2)  
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The Saddleworth Whit Friday Brass Band Contests

Brass Bands in Delph.   © Copyright Paul Anderson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Brass Bands in Delph (Greater Manchester).
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Jedes Jahr am Freitag nach dem Pfingstfest (Whit Friday) quälen sich Dutzende von Reisebussen durch die Region Saddleworth östlich von Oldham (Greater Manchester), die ihre Passagiere, Männer und Frauen in Uniformen und mit Blasinstrumenten bewaffnet, in den Dörfern Delph, Denshaw, Diggle, Dobcross und wie sie alle heißen, absetzen. Sie alle haben nur ein Ziel: Die Teilnahme an den Saddleworth Whit Friday Brass Band Contests, dem wohl größten Wettbewerb seiner Art in England.

Brass Bands verbindet man mit dem Norden des Landes, mit Bergarbeiterstädten und seit 1996 mit dem großartigen Spielfilm „Brassed Off„, der in Deutschland unter dem Titel „Mit Pauken und Trompeten“ lief. Hier ist der Trailer zu sehen.
Seit 1884 treffen sich die Brass Bands aus dem ganzen Land hier am Saddleworth Moor (berühmt-berüchtigt durch die beiden Serienmörder Myra Hindley und Ian Brady, die ihre Opfer hier verscharrten und die in die Kriminalgeschichte als die Moors Murderers eingingen), einer rauen Moorlandschaft, nicht weit von der Großstadt Manchester entfernt.
In diesem Jahr nahmen 126 Bands teil, die von Dorf zu Dorf zogen und dort jeweils ihr Können zeigten. Die Juroren können die Brass Bands nicht sehen, sie müssen also blind, nur ihrem Gehör folgend, die Qualität jeder einzelnen Band beurteilen und fällen dann ihr Urteil. Den Gesamtpreis 2015 gewann in diesem Jahr die Fairey Band aus Stockport, die sich selbst „One of the world’s finest brass bands“ nennt; gefolgt von der 1855 gegründeten weltberühmten Black Dyke Band aus Queensbury (West Yorkshire). Platz 3 belegte die renommierte Brighouse and Rastrick Brass Band aus Brighouse (West Yorkshire).

Was sich da an diesem Whit Friday in den Dörfern am Rand der Pennines abspielt, kann man daran sehen, wieviele Bands jeweils auftraten: In Delph zum Beispiel waren 77 Brass Bands zu hören, in Lydgate 74 und in Dobcross 69. Ich möchte da kein Preisrichter gewesen sein, denn für ungeschulte Ohren klingen die Bands doch alle sehr ähnlich.

Dieser Film zeigt wie es bei den Saddleworth Whit Friday Brass Band Contests in Delph zugeht und dieser Film zeigt Szenen aus Denshaw.

Brass Bands in Dobcross (Greater Manchester).   © Copyright Paul Anderson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Brass Band in Dobcross (Greater Manchester).
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Published in: on 13. September 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Der Mock Mayor der Ock Street in Abingdon in Oxfordshire

Die Ock Street in Abingdon.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Ock Street in Abingdon.
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Vor einiger Zeit habe ich in meinem Blog schon einmal über die „Mock Mayor“-Zeremonie in Woodstock in Oxfordshire geschrieben, wo eine Art Neben-Bürgermeister  für einen bestimmten Zeitraum gewählt wird. Etwas Ähnliches spielt sich alljährlich in einer anderen Stadt der Grafschaft Oxfordshire ab, in Abingdon, ein paar Kilometer südlich von Oxford.
Immer an dem Samstag, der dem 19. Juni am nächsten liegt, wählen die Bewohner der Ock Street einen eigenen Bürgermeister. Die Ock Street ist ein Teil der Haupttrasse, der A415, die sich in Ost-West-Richtung durch Abingdon zieht.

Dieser „Mock Mayor“ vertritt die Stimme des Volkes und soll dem richtigen Bürgermeister und den Ratsherren und -frauen auf die Finger sehen, damit sie keine unpopulären Entschlüsse fassen. Wie nicht anders zu erwarten, geht es bei der Zeremonie feucht-fröhlich zu und die Abingdon Traditional Morris Dancers, unter deren Federführung der ganze Spaß abläuft, sind von 10 Uhr morgens bis in den Abend tanzenderweise in der Stadt unterwegs. In diesem Jahr begannen die Morris-Tänze vor dem Black Swan; währenddessen wurde die Wahlurne vor einem anderen Pub, The Brewery Tap, aufgestellt, in die man bis 16 Uhr seinen Wahlzettel einwerfen konnte. Nach dem Auszählen der Stimmen wurde der Sieger bekanntgegeben, der in diesem Jahr Duncan Brown hieß und schon einmal das Amt des richtigen Bürgermeisters ausgeübt hatte.
Der neue Mayor der Ock Street wurde dann mit den entsprechenden Accessoires für sein Amt ausgestattet, einer Schärpe, einem Schwert, einem Kelch und einem Hut, und auf einer Sänfte die Straße entlanggetragen.

Die Abingdon Morris Dancers hatten in diesem Jahr zwei befreundete Tanzgruppen eingeladen, die Bampton Traditional Morris Men und die Wychwayz Border Morris, beide aus Oxfordshire. Ein ganz wichtiger Bestandteil der gastgebenden Abingdon Morris Dancers sind die Ock Street Horns, die einmal zu dem Kopf eines Bullen gehörten, der im Jahre 1700 in der Stadt gebraten worden war. Diese Hörner sind auf einer hölzernen, geschnitzten Maske montiert, die wiederum auf einer Stange angebracht ist und bei den Auftritten mitgeführt wird.
Mit einem letzten Tanz auf dem Marktplatz von Abingdon gingen dann am Abend die diesjährigen Feierlichkeiten zu Ende und auf der Ock Street kehrte wieder Ruhe ein, d.h. so richtig Ruhe gibt es hier nicht, da der Durchgangsverkehr auf der A415 das nicht zulässt.

In diesem Film sind die Abingdon Traditional Morris Dancers zu sehen und hier sieht man die Verkündigung des Mayors of Ock Street aus dem Jahr 2011.

Die Abingdon Traditional Morris Dancers bei der Arbeit.   © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Abingdon Traditional Morris Dancers bei der Arbeit.
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Das Wahllokal in der Ock Street, The Brewery Tap.   © Copyright Mike Faherty and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Totally Thames 2015 – Veranstaltungen rund um die Themse im Großraum London

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Im September ist es wieder einmal soweit, dann steht einen Monat lang die Themse im Mittelpunkt von über 100 Vernanstaltungen, die in London und Umgebung stattfinden. „Totally Thames„, so der Name des Fluss-Festivals bietet Musik, Kunst, Vorträge, Bootsfahrten usw. Hier ist eine kleine Auswahl:

An mehreren Tagen finden Archaeological Walks entlang des Themseufers statt. Stationen sind u.a. Putney,  Bermondsey, Battersea und Greenwich.

A Mile in My Shoes“ ist ein Event des Empathy Museums, bei dem man eine Meile in den Schuhen einer anderen Person am Fluss entlangläuft und dabei deren Geschichte per Kopfhörer eingespielt bekommt.

Am 26. und 27. September wird der Londoner Tonkünstler Iain Chambers in den Gewölben unterhalb der Tower Bridge erstmals seine Komposition Bascule Chambers aufführen, in der die Geräusche der Zugbrücke mit einbezogen werden.

Rivers of the World“ ist ein Projekt, bei dem junge Menschen aus aller Welt unter professioneller Anleitung ihre Flussstädte porträtieren. Die entstandenen Bilder sind an mehreren Stellen an der Southbank ausgestellt.

Jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag startet eine Bootstour auf den Spuren der Ingenieure Marc Isambard und Isambard Kingdom Brunel, die Brücken über und einen Tunnel unter der Themse erbauten.

An der Themse gelegene Restaurants bieten Sonderangebote und spezielle Menus an. Die Brasserie at the Tower Hotel  (ich berichtete einmal in meinem Blog über das Hotel) offeriert einen Afternoon Tea für £19.95 an bzw. £24.95 mit Prosecco soviel man möchte. Kaspar’s Seafood Grill and Bar im Savoy Hotel am Strand hat ein Dreigangmenu inklusive eines Glases Champagner für £49.50 im Angebot. The Swan at the Globe Theatre, das sich über zwei Stockwerke mit Blick auf die Themse erstreckt, bietet ein dreigängiges „Dine-by-the-River-Menu für £29.50 an.

So, das ist nur eine winzige Auswahl an Veranstaltungen, die im Monat September in London stattfinden. Das gesamte Programm findet man hier.

Hier sind zwei Beispiele für Events aus dem Jahr 2014: Hippopo Thames und der Fire Garden.

Published in: on 25. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Dorset Knob Throwing – Ein Kekse-Weitwerfen-Wettbewerb und andere Verlustierungen in Cattistock (Dorset)

Cattistock in Dorset.    © Copyright Eugene Birchall and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die Firma Moores Biscuit Manufacturers in Bridport (Dorset) ist die einzige, die noch die Dorset Knobs herstellt und auch das nur für kurze Zeit jedes Jahr. Dorset Knobs sind harte Kekse, die man entweder trocken hinunterwürgt (vorausgesetzt man hat gesunde kräftige Zähne), sie in Tee eintunkt, um sie aufzuweichen oder sie mit Käse belegt. Der Schriftsteller Thomas Hardy, der in Dorset lebte, soll sie geliebt haben. Die Engländer haben ja eine Vorliebe für „biscuits“, die man überall vorfindet und gereicht bekommt und in jedem National Trust-Shop in vielen Varianten vorfindet, oft in hübschen Blechdosen.

Was kann man nun mit diesen Dorset Knobs noch machen, außer sie essen? Richtig, man wirft sie weg und zwar so weit wie möglich. Das geschieht einmal im Jahr in dem Dörfchen Cattistock, nordwestlich von Dorchester. Zusammen mit dem Frome Valley Food Fest findet diese Veranstaltung jeweils am ersten Sonntag im Mai statt, bei der der beste Keksewerfer ermittelt wird. Der momentane Rekord steht bei 29,4 Metern und stammt aus dem Jahr 2012. Dieser Film zeigt wie es bei dem Dorset Knob Throwing zugeht.

Aber man kann mit den Keksen auch noch andere Dinge machen und so gibt es neben dem Weitwurf z.B. „Pin the Knob on the Cerne Giant„, bei dem Kekse an dem Abbild des berühmten Riesen aus Cerne Abbas festgemacht werden müssen. Allerdings hat man in Cattistock eine „entschärfte“ Version des Mannes gewählt, auf den wesentlichen herausragenden Teil hat man verzichtet.
Weitere Wettbewerbe sind „Putt the Knob“, „Knob Darts“ und „Knob Archery“; da waren also sehr fantasievolle Menschen am Werk, die sich das alles ausgedacht haben.

Published in: on 19. Juni 2015 at 02:00  Comments (3)  

The Burford Levellers Day 2015

Heute findet in Burford in Oxfordshire der Levellers Day 2015 statt. Was hat es mit diesem Tag auf sich?

Am 17. Mai 1649 wurden in Burford drei Soldaten erschossen, die zu einer Bewegung gehörten, die sich Levellers nannte. Religionsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz waren zwei der wesentlichen Grundsätze, für die sich die Levellers stark machten. Im Bürgerkrieg kämpften sie erst auf der Seite Oliver Cromwells, den sie als den großen Befreier ansahen, was sich aber im Laufe der Zeit änderte. Die Ansichten der Levellers deckten sich nicht mit denen der meisten Parlamentarians, es kam zu großen Spannungen, die 1649 in der Schlacht von Burford ihren Höhepunkt fanden. Die Levellers wurden geschlagen und ihre Anführer hingerichtet oder eingekerkert. Über dreihundert Soldaten wurden in die Kirche St John the Baptist in Burford gesperrt und drei von ihnen im Kirchhof exekutiert: Cornet Thompson, Corporal Perkins und Private Church. Das war das Ende der Levellers.

Seit 1975 wird jedes Jahr auf Initiative der Workers’ Educational Association in Burford der drei Soldaten gedacht, immer an einem Samstag, der dem 17. Mai am nächsten liegt.
Heute findet der 41. Levellers Day statt, der um 10.30 Uhr vor St John the Baptist mit den Sea Green Singers aus Oxford  eingeläutet wird. Von dort aus setzt sich die Menge in Bewegung und zieht zum Recreation Ground, wo die Debatten abgehalten werden, die jedes Jahr ein anderes Thema haben. In diesem Jahr hat man das Thema „Education – The Key to Democracy“ ausgewählt. Teilnehmer sind die Journalistin Melissa Benn (Tochter von Tony Benn), Kevin Courtney von der National Union of Teachers, Danny Dorling von der Universität von Oxford und der ehemalige Gewerkschaftsfunktionär Paul Mackney.

Um 15 Uhr wird der Levellers Day mit dem Singen der Internationale beendet.

An einer Wand der Kirche St John the Baptist erinnert eine Plakette an die drei Soldaten, die hier  am 17. Mai 1649 ihr Leben ließen.

Hier ist ein Film über den Levellers Day 2012.

St John the Baptist in Burford.    © Copyright wfmillar and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die High Street von Burford. Eigenes Foto.

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Published in: on 16. Mai 2015 at 02:00  Comments (2)  
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The English Music Festival 2015 in Dorchester-on-Thames (Oxfordshire)

Die Dorchester Abbey in Oxfordshire.    © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Dorchester Abbey in Oxfordshire.
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Über meine Aufenthalte in Dorchester-on-Thames, mitten in Inspector Barnabys Midsomer County, habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben. Direkt gegenüber vom The George Hotel an der High Street, ist der Eingang zur Dorchester Abbey. Sowohl das Hotel als auch die Abbey sind vielfach in der Krimiserie zu sehen gewesen.

Alljährlich im Mai findet in der Abteikirche das English Music Festival statt, bei dem die Aufführung von Werken britischer Komponisten im Mittelpunkt stehen. Im Jahr 2006 wurde das Festival aus der Taufe gehoben, das sich schnell als eines der remommiertesten seiner Art etabliert hat. Hier in Dorchester in Oxfordshire kommen häufig Werke zur Aufführung, die wenig bekannt sind und auch Welturaufführungen sind keine Seltenheit. BBC Radio 3 überträgt die Aufführung aus der Stadt an der Themse.

Das English Music Festival geht in diesem Jahr von Freitag, dem 22. Mai bis Montag, dem 25. Mai. Den Auftakt bildet ein Konzert des BBC Concert Orchestras unter der Leitung von Martin Yates, die mit Hubert Parrys Hymne „Jerusalem“ beginnt; es folgen u.a. die selten gespielte „Bucolic Suite“ aus dem Jahr 1900 von Ralph Vaughan Williams und das „Cello Concerto“ des englischen Komponisten Gerald Finzi, das er 1955 schrieb.

Die Elysian Singers aus London beginnnen den Samstagabend um 19 Uhr auch mit Werken von Vaughn Williams („No longer mourn for me“ und „Echo’s lament for Narcissus“) und Gerald Finzi („Seven poems of Robert Bridges“), ferner kommen noch Stücke von Edward Naylor („Vox dicentis„) und Herbert Howells („The house of the mind“) zur Aufführung.
Der Abend wird fortgesetzt mit Werken des Komponisten Lionel Sainsbury, die er selbst am Klavier vortragen wird. Hier ein Beispiel seiner Musik.

Neben der Dorchester Abbey gibt es noch zwei weitere Schauplätze des diesjährigen English Music Festivals: Die Silk Hall des Radley Colleges und die All Saints‘ Church in Sutton Courtenay, beide nur wenige Autominuten von Dorchester entfernt.
In der Silk Hall spielt beispielsweise am letzten Tag des Festivals das Chamber Ensemble of London Werke von Henry Purcell („Music for a while„), Benjamin Britten („Simple symphony„) und Alan Rawsthorne („Light music for strings„).
In der Kirche All Saints tritt am Sonntag, dem 24. Mai der Chor Albion auf, der unter dem Motto „The Music of These Islands“ bekannte und weniger bekannte Werke zur Aufführung bringt wie „Scarborough Fair“, „Danny Boy“ und „The Skye Boat Song“.

Wer das Festival besuchen möchte, dem kann ich beiden Hotels The George und The White Hart, beide an der High Street gelegen, empfehlen, wenn sie nicht schon ausgebucht sind.

Das Radley College (Oxfordshire).    © Copyright Des Blenkinsopp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Radley College (Oxfordshire).
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Die All Saints' Church in Sutton Courtenay (Oxfordshire).     © Copyright Bill Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die All Saints‘ Church in Sutton Courtenay (Oxfordshire).
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The George Hotel direkt gegenüber der Abbey Church. Eigenes Foto.

The George Hotel direkt gegenüber der Abbey Church.
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Published in: on 27. Februar 2015 at 02:00  Comments (1)  
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