Swandown – 160 Meilen mit dem Tretboot von Hastings nach Hackney

Hier in Hastings begann die Tretbootfahrt.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Ich habe in meinem Blog schon mehrfach von kuriosen Durchquerungen Englands bzw. Großbritanniens berichtet, zum Beispiel von der „Rennstrecke“ Land’s End – John O’Groats, die einige nackt, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Linienbussen zurückgelegt haben. Der Schauspieler David Walliams hat vom 5. bis zum 12. September 2011 die Themse auf 140 Meilen durchschwommen. Eine recht exzentrische Reise haben Iain Sinclair und Andrew Kötting 2012 unternommen: Sie sind mit einm Tretboot in Form eines Schwans von Hastings bis nach Hackney gefahren und haben darüber einen Film gedreht, der den Titel „Swandown“ trägt.

Iain Sinclair ist Schriftsteller, und ich habe sein Buch „London Orbital„, das 2002 erschienen ist, in meinem Blog vorgestellt. Es handelt von einer Umrundung Londons entlang der Autobahn M25 und ist hochinteressant. Andrew Kötting ist Filmemacher.

Die Fahrt mit dem Tretboot, das sie Edith genannt haben, führt Sinclair und Kötting von Hastings an der englischen Südküste auf Wasserwegen bis nach Hackney im Osten Londons (wo Sinclair wohnt) und wo in jenem Jahr die Olympischen Spiele durchgeführt wurden. Der Schriftsteller war entschiedener Gegner dieses sportlichen Großereignisses, weil es seiner Meinung nach die gesamte soziale Struktur dieser Region negativ verändert hatte („War by other means“); das Thema ist Inhalt seines Buches „Ghost Milk„, das 2011 erschien. So soll die Tretbootfahrt, die von den Medien aufgegriffen wurde, unter anderem auch auf die Problematik der Olympischen Spiele in London aufmerksam machen. Doch die Film-Reise ist nicht nur als Protest anzusehen, sie zeigt auch die Menschen, die an den „English Waterways“ leben und die bezaubernde Landschaft, die an den Tretbootfahrern vorüberzieht. Besucht werden Sinclair und Kötting auf ihrer Fahrt von dem Satiriker Stewart Lee, dem Schriftsteller und Comicautor Alan Moore und dem Schauspieler Dudley Sutton.

„Swandown“ kam am 20. Juni 2012 in die Kinos und wurde außerhalb Großbritanniens nur noch in Dänemark und in Frankreich gezeigt (dort beim Cannes Film Festival 2013). Hier sind einige Impressionen von der Tretbootreise zu sehen.

…und hier am River Lea in Hackney endete die Reise.
Photo © David Anstiss (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. Juni 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Steve Clark and Shoba Vazirani: The British Television Location Guide

Foto meines Exemplares.

Hier ist ein Buch für alle Freunde britischer Fernsehserien, die sich dafür interessieren, wo diese Serien gedreht wurden. „Location spotting“ ist für viele zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung geworden (ich selbst bin ein „Midsomer Murder Location Spotter“) und so profitieren viele Dörfer, die als Drehort fungierten und die früher kaum jemand kannte, von dem Besucherstrom. Das recht einsam gelegene Goathland in North Yorkshire beispielsweise wird im Sommer immer noch von Touristenscharen aufgesucht, die hier auf den Spuren der Dorfkrimi-Serie „Heartbeatwandeln.
Die Pubs und Cafés in Holmfirth (West Yorkshire) freuen sich über die vielen Fans der Sitcom „Last of the Summer Wine„, die in der Kleinstadt für Umsatz sorgen.

Steve Clark und Shoba Vazirani stellen in ihrem „The British Television Location Guide„, nach Regionen unterteilt, Dutzende von diesen Drehorten vor und informieren auch über die Serien selbst. Viele dieser Serien sind in Deutschland kaum bekannt, weil sie im Fernsehen hier nicht ausgestrahlt wurden. Als Beispiele seien nur die Dauerbrenner „Coronation Street“, „EastEnders“ oder auch „The Vicar of Dibley“ genannt. Doch dank Youtube kann man sich von den meisten der in diesem TV-Guide genannten Serien auch in Deutschland zumindest einen Eindruck verschaffen.

Steve Clarks „Location Guide“ eignet sich sehr gut für einen Englandurlaub, denn irgendwo ist immer ein Drehort in der Nähe zu finden. Die Neuauflage von 2013 ist noch einmal aktualisiert und erweitert worden und enthält jetzt auch u.a. „Downton Abbey“, „Broadchurch“ und „Call the Midwife“.

Steve Clark and Shoba Vazirani: The British Television Location Guide. Splendid Books 2013. 144 Seiten. ISBN 978-1909109025.

Die vorige Auflage.
Foto meines Exemplares.

Das Postamt von Aidensfield aus der Serie „Heartbeat“ in Goathland (North Yorkshire).
Photo © Bill Henderson (cc-by-sa/2.0)

Eine Tour auf den Spuren der Serie „The Last of the Summerwine“ in Holmfirth (West Yorkshire).
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

St Mary the Virgin in Turville (Buckinghamshire), wo „The Vicar of Dibley“ gedreht wurde.
Eigenes Foto.

Published in: on 20. Juni 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Tube Tales – Geschichten aus der Londoner U-Bahn

Die U-Bahnstation Bethnal Green.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

In der Regel ist eine Fahrt in der Londoner U-Bahn eher langweilig. Die Fahrgäste sitzen oder stehen in den Waggons und hoffen, bald an ihrem Ziel anzukommen. Man liest in der Zeitung oder in einem Buch, hört Musik über sein Smartphone und vermeidet möglichst Blickkontakte. Aber manchmal passiert doch etwas; etwas das im Gedächtnis haften bleibt. In den 1990er Jahren sammelte das Londoner Magazin „Time Out“ Geschichten von Menschen, die in der „Tube“, wie die U-Bahn in der Metropole genannt wird, ungewöhnliche Erlebnisse hatten und diese wurden als „Tube Tales“ verfilmt. Neun Kurzfilme entstanden, bei denen namhafte Leute die Regie führten, unter anderem die als Schauspieler bekannten Jude Law, Ewan McGregor und Bob Hoskins. Gedreht wurde 1999 in der Londoner U-Bahn, zum Beispiel in den Stationen Bethnal Green, Holborn und Marylebone.

Ich habe zwei von diesen neun Kurzfilmen herausgesucht; da ist einmal „Horny„, das unter der Regie von Stephen Hopkins entstand. In den beiden Hauptrollen sind Denise van Outen (vor allem als TV-Moderatorin und auch als Sängerin bekannt) und Tom Bell (1933-2006) zu sehen. In dieser erotischen Geschichte wird ein älterer Geschäftsmann von einer attraktiven jungen Frau so erregt, dass das deutlich zu erkennen ist. Sehr schön ist das Mienenspiel der alten Dame, gespielt von Liz Smith (1921-2016).

Sehr viel unappetitlicher geht es in „Mouth“ zu, bei dem Armando Giovanni Iannucci Regie führte. Hier mischt zuerst eine nervige Gruppe junger Mädchen den U-Bahnwaggon auf, bis eine junge Frau den Zug betritt und die Fantasien der anwesenden Männer wach werden lässt. Doch plötzlich wird alles ganz anders… Die Hauptrolle in diesem Film spielt die schottische Schauspielerin Daniela Nardini.

Holborn Tube Station.
Photo © Thomas Nugent (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 14. Juni 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Thetford in Norfolk – Der Wallfahrtsort für alle „Dad’s Army“-Fans

Die Bronzestatue des Captain Mainwaring in Thetford.
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Von 1968 bis 1977 strahlte die BBC in 80 Episoden eine Sitcom-Serie mit dem Titel „Dad’s Army“ aus, die noch immer zu den legendärsten ihrer Art in Großbritannien gehört. In Deutschland wurde „Dad’s Army“ nie gesendet.

„Schauplatz der Serie ist das fiktive Städtchen Walmington-on-Sea an der Südküste Englands. Dort ist zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ein Zug der British Home Guard stationiert, der sich aus örtlichen Freiwilligen zusammensetzt. Das erbärmliche Häuflein aus nur bedingt diensttauglichen Rentnern und unerfahrenen Grünschnäbeln unter der Leitung des diensteifrigen Bankfilialleiters George Mainwaring, möchte seinen Teil dazu beitragen, dass die Nationalsozialisten nicht England erobern. Den Hintergrund der Handlung bildet demnach die immer währende Bedrohung einer deutschen Invasion über den Ärmelkanal. Tatsächlich bekommt die Dad’s Army aber nur selten Feindkontakt. Viel mehr haben die Männer mit lokalen Problemen zu kämpfen“. So beschreibt die Wikipedia zutreffend den Inhalt der Serie.

Gedreht wurde damals fast ausschließlich in der Kleinstadt Thetford in Norfolk (das Walmington-on-Sea) , die auch heute noch ein Wallfahrtsort für die vielen Anhänger der Serie ist.
Da gibt es einmal das 2007 eröffnete Dad’s Army Museum, in dem man alles zusammengetragen hat, was mit der TV-Serie zu tun hat.

Gegenüber vom The Bell Hotel wurde eine Bronzestatue von Arthur Lowe als Captain Mainwaring  aufgestellt, die ständig an die Abenteuer der Heimatfrontsoldaten erinnern soll.

Die Dad’s Army Appreciation Society hat ebenfalls die Erinnerung an die Serie auf ihre Fahnen geschrieben und hat weltweit über 1700 Mitglieder.

Weiterhin werden geführte Touren durch Thetford auf den Spuren von Captain Mainwaring, Sergeant Wilson und Lance-Corporal Jones angeboten, die etwa 90 Minuten dauern.

Hier ist die Titelmelodie Who do you think you are kidding, Mr Hitler?von Bud Flanagan zu hören und hier eine Folge der Serie zu sehen.
2016 kam auf der Basis der Serie ein Spielfilm mit dem Titel „Dad’s Army“ in die Kinos, der allerdings nicht in Thetford, sondern in und um Bridlington in East Yorkshire gedreht wurde. Hier ist der Trailer.

Das Buch zum Thema:
Graham McCann: Dad’s Army – The story of a classic television show. Fourth Estate 2001. 304 Seiten. ISBN 1-84115-308-7.

Das Dad’s Army Museum.
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Published in: on 1. Mai 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Jim Carter, der Butler Carson aus „Downton Abbey“, und seine Beziehung zu Harrogate in West Yorkshire

The Stray.
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Der Kurort Harrogate in West Yorkshire ist vielen Deutschen vor allem dadurch bekannt, dass hier die Sängerin Nicole beim 27. Eurovision Song Contest am 24. April 1982 im Conference Centre mit „Ein bisschen Frieden“ den Sieg für Deutschland holte.

Am 19. August 1948 wurde in diesem hübschen, angenehmen Kurort Jim Carter geboren, dessen spätere Schauspielerkarriere durch seine Rolle als Butler Carson in der Erfolgs-TV-Serie „Downton Abbey“ einen steilen Knick nach oben machte. Der Mann mit der sonoren Stimme verbrachte seine Kindheit und Jugend in Harrogate, wo er mit seinen Eltern in einem viktorianischen Haus am The Stray wohnte, einem Parkgebiet am südöstlichen Stadtrand, das sicher jeder kennt, der schon einmal in Harrogate weilte. Carter besuchte das Ashville College am Green Lane, rund zwei Kilometer vom Wohnhaus seiner Eltern entfernt. Hier wurde er in seinem letzten Schuljahr zum „head boy“, also zum Schulsprecher gewählt. Einer seiner Vorgänger als „head boy“ im Ashville College war übrigens Tony Richardson (1928-1991), ein weiterer Mann aus der Filmbranche, der als Regisseur und Produzent erfolgreich war und für seinen Film „Tom Jones“ 1964 einen Oscar als bester Regisseur erhielt.

Jim Carter ist seiner Heimatstadt in West Yorkshire treu geblieben und kommt immer mal wieder hierher zu Besuch. Auch weil seine 98jährige Mutter Molly im Pflegeheim The Granby an der Granby Road untergebracht ist. Erst im Februar eröffnete er einen neuen Fernsehraum in dem Heim, das gerade umgebaut wird. The Granby war einmal eines der besten Hotels in Harrogate.

Auch ins Ashville College zog es Jim Carter zurück, wo er im März 2014 das renovierte Soothill Auditorium eröffnete. Das College hat das Studio für seine Schauspielschüler nach ihm benannt. Eine Tafel an der Außenwand weist darauf hin: „The CARTER STUDIO Dedicated by Jim Carter (OA) on 16th March 2014“. Hier an der Schule hat Jim Carter auch seine ersten zaghaften Versuche auf der Bühne unternommen.

Ein weiterer Besuch Carters in seiner Geburtsstadt galt im Dezember 2013 dem Royal Pump Room Museum, wo eine Ausstellung mit dem Titel „Age of Elegance: Costumes from Downton Abbey“ stattfand. Im Mittelpunkt dieser Ausstellung standen die Original-Kostüme, die die Damen in der TV-Serie in der ersten Staffel getragen hatten. Das Royal Pump Room Museum ist an der Royal Parade in Harrogate zu finden.

Vielleicht sehen wir Jim Carter als Butler Carson ja bald wieder, denn möglicherweise wird nach dem Ende der TV-Serie ein Spielfilm „Downton Abbey“ gedreht.

Das Ashville College.
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The Granby.
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The Royal Pump Room Museum.
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Halton House in Buckinghamshire

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Halton House ist eine der vielen Landsitze, die sich die superreiche Rothschild-Familie in Buckinghamshire geleistet haben, neben dem Waddesdon Manor, den Mentmore Towers und dem Aston Clinton House. Gebaut wurde Halton House von 1880 bis 1883 für Alfred von Rothschild, einem Banker, der u.a. die Bank von England leitete. Wenn man den Landsitz sieht, fühlt man sich an die Loire versetzt, denn das Haus wurde im Stil eines französischen Schlosses erbaut. Solange Alfred von Rothschild hier wohnte, wurden gern Feste gefeiert und es herrschte ein ausgelassenes Leben auf Halton House. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, ging leider alles den Bach hinunter: Der Hausherr erkrankte und starb 1918, das Haus erbte sein Neffe, der es absolut nicht mochte und es versteigern ließ. Es ging in den Besitz der Royal Air Force über, die es für einen Schnäppchenpreis übernahm. Noch heute dient Halton House als Offizierskasino für einen der größten britischen Luftwaffenstützpunkte, RAF Halton bei Wendover in Buckinghamshire.

Das architektonisch sehr ansprechende Gebäude geriet schnell ins Visier der Location Scouts der Film- und Fernsehindustrie und so wurden hier zahlreiche Filme gedreht. Hier einige Beispiele:

In „The King’s Speech“ (dt. The King’s Speech“) diente der Gold Room im Jahr 2010 als der Ort, in dem Colin Firth alias Georg VI. seine Rede an die Nation einstudierte.

Teile des James Bond-Films „The World Is Not Enough“ (dt. James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug“) mit Pierce Brosnan wurden hier 1999 gedreht.

What a Girls Wants“ (dt. „Was Mädchen wollen“), eine Teenagerkomödie, wieder mit Colin Firth, dieses Mal als Lord Henry Dashwood, nutzte 2003 das eindrucksvolle Chateau.

In der Erfolgsserie „Downton Abbey“ dient Halton House in der 6. Episode der 2. Staffel als Haxby Park, wo Lady Marys Verehrer, Sir Richard Carlisle, wohnt.

Dieser Film zeigt die Schönheit vom Halton House.

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Mein Buchtipp – Matthew Sweet: Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Gerade habe ich eine sehr interessante Lektüre beendet, die sich mit der Geschichte des britischen Films beschäftigt: „Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema“ von Matthew Sweet. Angelehnt ist der Buchtitel an Kenneth Angers „Hollywood Babylon“ (1965 erschienen, nach wenigen Tagen der Zensur zum Opfer gefallen, und dann 1975 erneut auf den Markt gekommen. Die deutsche Übersetzung lautet ebenfalls „Hollywood Babylon“), der sich in seinem Buch mit den Schattenseiten der Filmstadt in Kalifornien auseinandersetzt.

Matthew Sweet (1969 geboren) ist Filmspezialist und arbeitet für die BBC. Shepperton ist der Name eines Filmstudios in der gleichnamigen Stadt in der Grafschaft Surrey, in dem zahllose Produktionen stattgefunden haben. Anfang der 1930er Jahre gegründet, werden hier noch heute Filme gedreht. Sweets Buch ist aber keine Geschichte dieses einzelnen Studios, sondern ein Überblick über die gesamte Filmgeschichte Großbritanniens, bei der, wie bei Kenneth Anger, auch Informationen über die „dark side“ des Geschäfts gegeben werden (Skandale, Selbstmorde, Sexgeschichten).

Viele Filme aus der Anfangszeit existieren nicht mehr; etwa 2000 sind schon sehr früh vernichtet worden wie Matthew Sweet im Vorwort des Buches schreibt. Die Namen von Schauspielern, Regisseuren und Produzenten aus den ersten Jahrzehnten der britischen Filmindustrie sind heute nur noch Spezialisten bekannt. Interessant, dass man auf Youtube doch noch manchmal Filmschnipsel bzw. komplette Filme aus dieser Zeit findet. Mir machte es sehr viel Spaß, parallel zur Lektüre den einen oder anderen Filmausschnitt der genannten Produktionen anzusehen. Das Buch endet mit zwei Kapiteln, die sich mit den „exploitation films“ und den „sexploitation films“ beschäftigen, das sind Filme, in denen Gewalt bzw. Sex im Mittelpunkt stehen. Hier treffen wir auf Filmtitel wie „Confessions of a Window Cleaner“, „Let’s Get Laid“ und „Naked as Nature Intended“; letzterer mit Pamela Green, ein harmloser „nudie flick“ aus dem Jahr 1961, über den ich in meinem Blogeintrag über den „Spielplatz“ bei St Albans (Hertfordshire) berichtete.

Das Buch hat im Anhang eine umfangreiche Filmografie und Bibliografie, so dass man sich mit einzelnen Aspekten oder Personen der britischen Filmgeschichte detaillierter beschäftigen kann. Eine lohnende Lektüre!

2005 zeigte BBC Four eine gleichnamige 60minütige Dokumentation, zu der Matthew Sweet das Drehbuch schrieb.

Matthew Sweet: Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema. Faber and Faber 2005. 388 Seiten.
Ich besitze die Originalausgabe; erhältlich im Buchhandel ist noch die Paperbackausgabe.

 

 

Published in: on 20. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

„Till Death Us Do Part“ – Vorbild für die deutsche TV-Serie „Ein Herz und eines Seele“

Kein Silvesterabend an dem in den ARD-Sendern nicht „Der Silvesterpunsch“ gezeigt wird; das gleiche gilt für den Rosenmontag, an dem „Der Rosenmontagsumzug“ fest eingeplant ist. Beide Sendungen sind Teile der TV-Serie „Ein Herz und eine Seele„, die in den 1970er Jahren in 25 Episoden gezeigt wurde. Auch heute noch, nach über 40 Jahren, kann man über Ekel Alfred und seine Familie herzlich lachen.
Im Abspann jeder Folge steht zu lesen „Nach einer Idee von Johnny Speight„; das heißt im Klartext, „Ein Herz und eine Seele“ hatte eine englische Vorlage. Wer war nun dieser Johnny Speight und wie hieß die Vorlage?

Johnny Speight wurde am 2. Juni 1920 in der Chester Road Nummer 57 im Osten Londons geboren, einem schmalen Reihenhaus gegenüber der Hilda Road School. Mitte der 1950er Jahre begann er für den Rundfunk, später für das Fernsehen, Drehbücher für Comedy-Sendungen zu schreiben, u.a. für Eric Sykes und Spike Milligan.
1965 hatte Mr. Speight die Idee, eine TV-Serie ins Leben zu rufen, in der ein ständig nörgelnder Mann, seine etwas beschränkte Frau, eine kesse Tochter und der politisch links orientierte Schwiegersohn im Mittelpunkt standen. „Till Death Us Do Part“ hieß dann das fertige Produkt, das erstmals am 22. Juli 1965 als Pilotsendung gestartet wurde und ein Jahr später als Serie lief.

Die Hauptpersonen:
Alfred „Alf“ Garnett ist der „Herr des Hauses“ (Alfred Tetzlaff in „Ein Herz und eine Seele“). Er wohnt mit den seinen in einem Haus in Wapping im Osten Londons. Porträtiert wird er von Warren Mitchell (1926-2015), einem Schauspieler, der zweimal den Laurence Olivier Award erhielt.

Seine Frau Elsie ‚Else‘ Garnett wird von Dandy Nichols (1907-1986) gespielt (Else Tetzlaff in der deutschen Version), oftmals als „silly moo“ betitelt, in der deutschen Fassung drastischer als „dusselige Kuh“.

Una Stubbs (geboren 1937) war Rita Rawlins, die Tochter der Garnetts (Rita Graf, geborene Tetzlaff in „Ein Herz und eine Seele“). Die Schauspielerin war im deutschen Fernsehen zuletzt in der „Inspector Barnaby“-Episode  101 „The Dagger Club“ (dt. „Britisches Roulette“) als Audrey Braylesford zu sehen.

Die Rolle des Mike Rawlins, Alfreds Schwiegersohn, übernahm Antony Booth (geboren 1931), der 2006 seine Schauspielerkarriere aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Sein deutscher Gegenpart ist Michael Graf, Alfred Tetzlaffs Schwiegersohn.

Im Gegensatz zu der deutschen TV-Serie, von der sämtliche Folgen erhalten und auf Youtube anzusehen sind, fehlen von der englischen Originalfassung viele Episoden der Anfangszeit, die die BBC aus ihren Archiven gelöscht hat.

Hier ist eine Folge in der Originalfassung zu sehen und hier eine in deutscher Synchronisation (die ARD zeigte einige Episoden ab 1969).

Published in: on 9. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The King’s Cross Theatre – Ein Theater in London mit besonders spektakulären Aufführungen

Am 16. Dezember 2014 eröffnete in London das King’s Cross Theatre seine Pforten. Wie der Name schon sagt, steht es direkt neben dem Bahnhof King’s Cross im Stadtteil Camden. Noch ein Theater? Gibt es nicht schon genug Theater in London? Nun, dieses ist ein besonderes und unterscheidet sich von den anderen Häusern in der Stadt.

Das King’s Cross Theatre besteht aus einem großen, vollklimatisierten Zelt; also kein Schwitzen im Sommer, kein Frieren im Winter. 994 Zuschauer passen maximal hinein, Bühne und Zuschauerplätze können aber variabel an die jeweiligen Bühnenstücke angepasst werden.

Die bisher gezeigten Bühnenstücke erwiesen sich als sehr erfolgreich, vor allem „The Railway Children„, nach dem Roman von Edith Nesbit, der ja auch schon zweimal verfilmt worden ist. Besonders spektakulär bei dieser Aufführung, die am 8. Januar zum letzten Mal gezeigt wird, ist, dass hier eine richtige, 60 Tonnen schwere Lokomotive quer durch den Zuschauersaal fährt. Die Londoner Zeitungen überschlugen sich in ihren Lobpreisungen dieses Stückes, das bereits 2008 vom York Theatre Royal aufgeführt wurde. 2010 ging es dann nach London, wo es im früheren Eurostar-Terminal in der Waterloo Station zu sehen war. 2001 bekam „The Railway Children“ den Olivier Award for Best Entertainment. Hier ist der Trailer zu sehen.

Den Olivier Award für Outstanding Achievement in Music erhielt im Jahr 2016 das Musical „In the Heights„. Geschrieben wurde es von dem US-Amerikaner Lin-Manuel Miranda und es erlebte seine Uraufführung 2005 in Waterford (Connecticut). Drei Jahre später kam es an den New Yorker Broadway, dann wird es seit dem 3. Oktober 2015 im King’s Cross Theatre gezeigt. Auch dieses Musical erlebt am 8. Januar diesen Jahres seine letzte Aufführung. Hier ist ein kurzer Film darüber.

Am 25. Oktober 2016 startete im King’s Cross Theatre das Musical „Lazarus„, das noch bis zum 22. Januar diesen Jahres zu sehen sein wird. Das Bühnenstück ist ein Spätwerk von David Bowie, das er zusammen mit Enda Walsh schrieb und das auf dem Roman „The Man Who Fell to the Earth“ von Walter Tevis basiert; der gleichnamige Song Bowies wurde wenige Tage vor seinem Tod veröffentlicht. Hier ist der Trailer zum Musical.

Vom 23. September bis zum 17. Dezember 2016 zeigte das King’s Cross Theatre die „Shakespeare Trilogy“ der Film- und Theaterregisseurin Phyllida Lloyd („Mamma Mia“, „Die eiserne Lady“), eigenwillige Adaptionen der Shakespeare-Dramen „The Tempest“, „Henry IV“ und „Julius Caesar“, in der nur Frauen auftreten; dieser Film zeigt Details.

The Kinema in the Woods – Ein legendäres Kino in Woodhall Spa (Lincolnshire)

   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Woodhall Spa mit seinen 5000 Einwohnern liegt mitten auf dem platten Land in Lincolnshire, ziemlich weit entfernt von größeren Städten. Die Mineralquellen sind es, die den Ort in Großbritannien bekannt machten, aber noch etwas anderes gibt es hier zu bestaunen: Ein Kino, das am 11. September 1922  eröffnet wurde und noch heute mit der sogenannten Rückprojektionstechnik arbeitet und wo auch noch eine Kinoorgel im Einsatz ist, das Kinema in the Woods.

Als Eröffnungsfilm sollte „The Lion Eaters“ gezeigt werden, doch da die Filmrollen nicht rechtzeitig in Woodhall Spa eintrafen, zeigte man eben einen Charlie Chaplin-Film.
Major C. C. Allport war es zu verdanken, dass das Kino über Jahrzehnte in Betrieb war, denn bis zum Jahr 1973 leitete er es, bis es von dem heutigen Besitzer James Green übernommen wurde. 1987 wurde eine Compton Kinestra Orgel in das Kino eingebaut, die noch heute von Alan Underwood gespielt wird.

1994 wurde ein zweiter Kinosaal eröffnet (der andere hat 265 Sitzplätze), der über 92 Plätze verfügt; ein Zeichen, dass The Kinema in the Woods nicht über mangelnde Besucher klagen muss. Das Haus hat jeden Tag abendliche Filmvorführungen und am Wochenende gibt es zusätzlich noch Matineen.

Sehr schön finde ich wie man dort mit der Frage „Darf ich mein Baby mit in die Vorstellung nehmen?“ umgeht:
„We do allow babes-in-arms to be brought in to afternoon screenings free of charge on the condition that if they start to cry they must be taken out of the auditorium immediately so as not to cause a disturbance to other customers.“

Das Kinema in the Woods ist kein Nostalgiekino, das nur alte Filme zeigt. Hier kann man auch die akuellen Blockbuster sehen.
Einen kleinen Eindruck über das Kino bietet dieser BBC-Film.

The Kinema In The Woods
Coronation Road
Woodhall Spa
Lincs
LN10 6QD

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„The Remains of the Day“ (dt. „Was vom Tage übrigblieb“) – Ein Film und seine Drehorte

Darlington Hall = Dyrham Park.   © Copyright Brian Robert Marshall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Darlington Hall = Dyrham Park.
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In den 1990er Jahren verfilmte James Ivory den Roman „The Remains of the Day“ von Kazuo Ishiguro, der unter dem Titel „Was vom Tage übrigblieb“ in deutschen Kinos gezeigt wurde. Acht Oscar-Nominierungen erhielt Ivorys Werk, darunter für den besten Film und die beste männliche und weibliche Hauptrolle, das waren Anthony Hopkins und Emma Thompson. Vor wenigen Tagen wurde dieser großartige Film noch einmal auf Arte gezeigt. Für jeden, der England und seine Landhäuser mag, ist es sicher interessant zu wissen, wo die Dreharbeiten stattgefunden haben.
James Ivory und sein Produktionsstab brauchten damals keine langen Wege zurückzulegen, um zu den einzelnen Drehorten zu gelangen, denn sie alle lagen im Großraum Bath und Bristol.

Darlington Hall, dort wo Lord Darlington (James Fox) residiert und Butler James Stevens (Anthony Hopkins) arbeitet, ist Dyrham Park in South Gloucestershire, ein sehr schönes Country House in einer grandiosen Landschaft gelegen. Dyrham Park gehört dem National Trust, verfügt über ein berühmtes Wildgehege und kann besichtigt werden. Für den Film wurden hier nur die Außenaufnahmen für Darlington Hall gemacht. Dieser Film zeigt das Haus und die Gärten.

Die Innenaufnahmen für „The Remains of the Day“ wurden in mehreren anderen Häusern gedreht. Nur wenige Kilometer von Dyrham Park entfernt, liegt das Badminton House, in dem die Szenen für die Dienstbotenunterkünfte gefilmt wurden. Das Haus, nahe des Ortes Badminton in South Gloucestershire, gehört dem Duke of Beaufort und ist zurzeit nicht zu besichtigen; es steht aber für Hochzeiten zur Verfügung.  Hier wurden im Jahr 2002 auch Teile des Horrorthrillers „28 Days Later“ (dt. „28 Tage später“) gedreht.

Das Powderham Castle an der Südküste stand ebenfalls für die Innenaufnahmen als Darlington Hall zur Verfügung; hier besonders das wunderschöne Treppenhaus und das Musikzimmer. Die Burg gehört dem Earl of Devon in der 28. Generation und ist zu besichtigen. 2004 drehte man hier Szenen für den Film „Churchill – The Hollywood Years„. Hier ist ein kurzer Film über das Powderham Castle.

Corsham Court liegt westlich von Chippenham in Wiltshire. In der Bibliothek und im Dining Room drehte James Ivory Szenen für seinen Film. Das Haus und die von Capability Brown gestalteten Gärten sind zu besichtigen. Ich schrieb in meinem Blog schon einmal über die berühmte Platane dort. Stanley Kubrick verwendete Corsham Court 1975 für seinen Film „Barry Lyndon“ (dt. „Barry Lyndon“).

Zwei Pubs sind in „The Remains of the Day“ zu sehen, die von Butler James Stevens aufgesucht werden: The George Inn in Norton St Phillip (Somerset), auch in „The Fortunes and Misfortunes of Moll Flanders“ (dt. „Die skandalösen Abenteuer der Moll Flanders“) aus dem Jahr 1996 zu sehen, und The Hop Pole Inn in Limpley Stoke (Somerset), der zurzeit auf dem Markt ist.

Das Ende des Films wurde in Clevedon und vor allem in Weston-super-Mare südlich von Bristol an der Küste gedreht, im Winter Gardens Pavilion (dort wo Stevens mit Miss Kenton Tee trinkt) und im Highbury Hotel (Miss Kentons Gästehaus).

Hier ist der Trailer zu „The Remains of the Day“ zu sehen, ein Film, der ein wenig an „Downton Abbey“ erinnert.

Badminton House.   © Copyright Vieve Forward and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Badminton House.
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Das Treppenhaus im Powderham Castle. Author: Manfred Heyde. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Treppenhaus im Powderham Castle.
Author: Manfred Heyde.
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Corsham Court.   © Copyright Hugh McKechnie and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Corsham Court.
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The george Inn in Norton St Phillip.   © Copyright David Gearing and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The George Inn in Norton St Phillip.
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The Hop Pole Inn in Limpley Stoke.   © Copyright Nick Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Hop Pole Inn in Limpley Stoke.
   © Copyright Nick Smith and
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Winter Gardens Pavilion in Weston-super-Mare.   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Winter Gardens Pavilion in Weston-super-Mare.
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Published in: on 29. November 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Hovis Commercial – Der beliebteste englische Werbespot aller Zeiten

Der Gold Hill in Shaftesbury.   © Copyright Chris Downer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Gold Hill in Shaftesbury.
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Eigentlich hasse ich ja Werbespots und schalte sofort den Ton aus, wenn sie auf dem Bildschirm erscheinen, aber ich muss zugeben, dass es hin und wieder einige Juwelen darunter gibt, die wirklich gelungen sind.

Der beliebteste Werbespot aller Zeiten in England stammt von der Brotfirma Hovis und wurde 1973 von Ridley Scott hergestellt, dem heute berühmten Regisseur, der zuletzt den Film „The Martian“ (dt. „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“) drehte.

Scott war damals natürlich noch nicht so bekannt und verdiente sich mit Werbespots sein Geld, von denen er etwa 2000 drehte.
In der Hovis-Werbung schiebt ein Junge sein mit Broten beladenes Fahrrad eine steile Dorfstraße hinauf, begleitet von Dvoraks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“. Der Brotjunge war der damals 13jährige Carl Barlow, der später Feuerwehrmann wurde. Den Bäcker spielte Bill Maynard, den man aus der später gedrehten ITV-Serie „Heartbeat“ kennt.
Wo der Werbespot gedreht wurde, ist unschwer zu erkennen, es war der Gold Hill in Shaftesbury (Dorset), eine der am häufigsten fotografierten Straßen Englands.
Hier ist der Spot „Bike Ride“ zu sehen. Zur Erinnerung hat man das Hovis Bread Monument neben dem Rathaus von Shaftesbury aufgestellt.

2008 brachte die Firma einen neuen, ähnlichen Werbefilm für ihr Brot heraus: „Go on lad„, ein aufwändig in Liverpool produziertes Commercial.

So kann selbst Werbung Spaß machen!

Das Hovis Bread Monument in Shaftesbury. Author: Sandister Tei. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Hovis Bread Monument in Shaftesbury.
Author: Sandister Tei.
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Published in: on 26. November 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Rover – Der erste vierbeinige Star in der Geschichte des Films

Walton-on-Thames in Surrey, wo Rover seine Heldentaten begang.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Walton-on-Thames in Surrey, wo Rover seine Heldentaten beging.
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Eigentlich hieß Rover Blair, er war ein sehr hübscher, intelligenter Collie und gehörte dem englischen Filmpionier Cecil Hepworth. Rovers Karriere als weltweit erster Filmhund begann Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Bilder noch laufen lernten. Damals dauerten die schwarz-weißen Stummfilme nicht lange, zwischen fünf und zehn Minuten in den meisten Fällen. Rovers erster Auftritt war 1903 in dem Film „Alice in Wonderland„, in dem er zusammen mit Herrchen Cecil und Frauchen Margaret spielte. Sein größter Erfolg kam zwei Jahre später in dem knapp siebenminütigen Film „Rescued by Rover„, in dem neben den beiden Hepworths auch noch ihr Baby Barbara auftrat. Rover ist in diesem kurzen Streifen der Held, denn ihm gelingt es, das von einer Zigeunerin gekidnappte Baby wieder aufzufinden. Der Kurzfilm war so erfolgreich, dass insgesamt 395 Kopien davon weltweit verkauft wurden, und er musste noch zweimal neu aufgenommen werden, da die Originalnegative zu schlecht geworden waren, um davon noch Kopien ziehen zu können. „Rescued by Rover“ ist laut Guinness Book of Records der kostengünstigste Film, der je hergestellt wurde; hier ist er in voller Länge zu sehen.

Nach „Rover Takes a Call“ (1905) kann man den Collie noch ein letztes Mal 1908 in dem Film „The Dog Outwits the Kidnapper“ sehen. Die Geschichte ist sehr ähnlich wie die in „Rescued by Rover“: Baby Barbara wird wieder entführt, von einem unbekannten Mann in einem Auto. Rover wetzt hinterher und als der Entführer sein Auto samt Baby vor einem Haus abstellt und darin verschwindet, springt Rover auf den Fahrersitz und steuert das Auto mit seinen Vorderpfoten sicher zurück in das Haus, in dem er und Baby Barbara wohnen. Hier ist die Heldentat Rovers zu bewundern.

Als der Collie im Februar 1914 starb, schrieb das Filmmagazin Pictures and Picturegoers: „No other animal in the picture world has ever attained the same amount of celebrity“.

Cecil Hepworth (1874-1953), der seinem Hund zu Weltruf verhalf, drehte diese Filme in seinen Hepworth Studios in Walton-on-Thames (Surrey). Diese später auch Nettlefold und Walton Studios genannte Filmproduktionsstätte existierte noch bis 1961, dann wurden die Gebäude abgerissen. Das Cecil Hepworth Playhouse in der Straße Hurst Grove, dort, wo die Studios einst standen, erinnert mit seinem Namen noch an diesen großen Filmpionier.

 

 

 

 

Published in: on 24. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Krimiautorin Gladys Mitchell und die Verfilmung ihrer Bücher

Corfe Mullen in Dorset, wo Gladys Mitchell von 1961 bis 1982 lebte.   © Copyright John Palmer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Corfe Mullen in Dorset, wo Gladys Mitchell von 1961 bis 1983 lebte.
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Gladys Mitchell (1901-1983) war eine Krimiautorin, deren Werke in Deutschland kaum bekannt sind. Gerade einmal drei Romane aus ihrem umfangreichen Werk wurden ins Deutsche übersetzt: „Das Geheimnis der Zwillinge“ (Originaltitel: „The Echoing Strangers“) und „Des Teufels Ellenbogen“ (Originaltitel: „The Devil’s Elbow“), beide 1953 erschienen, und „Mord auf Skeleton Island“ (Originaltitel: „Skeleton Island“) aus dem Jahr 1969.

Gladys Mitchell wurde 1901 in Cowley in Oxfordshire geboren, dort, wo sich einige Jahre später die Autofabrik Morris niederließ. Ein Krimi aus dem Jahr 1936 heißt denn auch „Dead Men’s Morris„. Die Dame war Lehrerin von Beruf und unterrichtete in mehreren Schulen im Großraum London. Nach ihrer Pensionierung siedelte sie nach Corfe Mullen in Dorset über, wo sie weitere Krimis schrieb; in der Regel einen pro Jahr. 1976 erhielt sie den Silver Dagger der Crime Writers Association und eine Zeitlang wurde sie auf die gleiche Stufe wie Agatha Christie und Dorothy Sayers gestellt. Doch dann verblasste ihr Ruhm allmählich. Auf dem britischen Buchmarkt sind einige von Mitchells Werken noch heute erhältlich, die meisten in E-Book-Form.

Die Protagonistin der Werke Gladys Mitchells heißt Beatrice Adela Lestrange Bradley und nach ihr wurde auch eine TV-Serie benannt, die die BBC von 1998 bis 2000 ausstrahlte. „The Mrs Bradley Mysteries“ umfassten nur fünf Episoden, Stoff genug für weitere 61 Folgen hätte es noch gegeben, doch die Fernsehserie schlug nicht so ein wie man es erhofft hatte, obwohl Mrs Bradley von einer sehr bekannten Schauspielerin verkörpert wurde, nämlich von Diana Rigg, unvergesslich als Emma Peel in „The Avengers“ (dt. „Mit Schirm, Charme und Melone“). An ihrer Seite spielt Neil Dudgeon, den wir als DCI John Barnaby in „Midsomer Murders“ kennen. Dudgeon ist der Chauffeur George, der Mrs Bradley in einem Rolls Royce durch das Land fährt.

Ich habe mir einmal die Episode 2 „The Rising of the Moon“ angesehen, die auf dem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1945 basiert. Diana Rigg schafft es immer noch, auf dem Bildschirm sehr präsent zu sein und spielt ihre Rolle gut. Gedreht wurde diese Folge zu weiten Teilen auf dem Village Green von The Lee und in Little Missenden, beide in Buckinghamshire gelegen. In Deutschland wurde die TV-Serie nie gezeigt.

Wer sich näher mit Gladys Mitchell beschäftigen möchte: Es gibt eine umfangreiche „Tribute“-Website über die Autorin.

Mein DVD-Tipp – David Dimbleby: A Picture of Britain

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Im Jahr 2005 strahlte die BBC eine sechsteilige Serie aus, die den Titel trug „A picture of Britain: an inspirational journey through art, landscape and identity“ und die als DVD erhältlich ist. Geschrieben und moderiert wurde die Serie von David Dimbleby, der Großbritannien von Nord nach Süd bereiste und auf die landschaftlichen Schönheiten einging. Diese stellte er in Relation zu Kunstwerken von z. B. Joseph Mallord William Turner, John Constable und Thomas Gainsborough.

Fantastische Landschaftsaufnahmen, in mitreißender Art von David Dimbleby präsentiert, machen die 6 Filme zu einer reinen Augenweide.
Die Episoden:
1. The Romantic North
2. The Flatlands
3. Highlands &  Glens
4. The Heart of England
5. The Home Front
6. The Mystical West

Der 1938 geborene David Dimbleby ist langjähriger BBC-Kommentator und hat unzählige, überwiegend politische Sendungen moderiert.

Die beiden DVDs (Spielzeit 6 Stunden) sind nach wie vor im Handel und können jedem empfohlen werden, der an Großbritannien und Landschaftsmalerei interessiert ist.
Hier ein kleiner Ausschnitt zum „Appetitanregen“.

Published in: on 19. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

„Doctor Thorne“ – Die neue TV-Serie des „Downton Abbey“-Erfinders Julian Fellowes

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Man war gespannt, was der „Vater“ der weltweit erfolgreichen TV-Serie „Downton Abbey“, Julian Fellowes, wohl als nächstes Projekt in Angriff nehmen würde. Die Antwort heißt „Doctor Thorne„, nach dem gleichnamigen Roman des viktorianischen Schriftstellers Anthony Trollope (1815-1882). Das Buch ist Teil der sogenannten „Barchester Chronicles“ und erschien 1858. Die deutsche Übersetzung hatte den gleichen Titel und wurde erstmals vom Manesse-Verlag 1954 veröffentlicht, ein umfangreiches Werk von 774 Seiten.

Julian Fellowes adaptierte Trollopes Werk für das Fernsehen und es wurde vom 6. bis zum 20. März von ITV als Dreiteiler gesendet; die Serie ist bereits auf DVD erhältlich. Ob Julian Fellowes sich mit dieser einen Staffel begnügt, ist noch offen; Stoff genug bieten die anderen Romane der „Barchester Chronicles“.

Die Hauptrolle, Doctor Thorne, spielt Tom Hollander, den man aus zahlreichen TV-Serien und Spielfilmen kennt, darunter Julian Fellowes‘ „Gosford Park“.
Seine Nichte Mary Thorne spielt Stefanie Martini, eine Neuentdeckung, die vorher ein Gastspiel in einer Folge der Serie „Endeavour“ gegeben hatte und als nächstes in einer weiteren Serie, „Emerald City“, zu sehen sein wird.
Zwei aus Inspector Barnabys „Midsomer Murders“ bekannte Schauspielerinnen sind in „Doctor Thorne“ auch zu sehen: Phoebe Nicholls, die die Countess de Courcy verkörpert. Sie war in „Midsomer Murders“-Episode 27 „A Tale of Two Hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) die Laura Smythe-Webster.
Rebecca Front ist in Julian Fellowes‘ Serie die Lady Arabella Gresham und spielte in Midsomer Murders“-Episode 97 „Let Us Prey“ (dt. „Da hilft nur beten“) Reverend Martha Hillcott.

Gedreht wurde an mehreren Orten, darunter West Wycombe Park in Buckinghamshire, dort wo im 18. Jahrhundert der ominöse Gründer des Hellfire Clubs, Sir Francis Dashwood, wohnte und das heute dem National Trust gehört. In „Doctor Thorne“ fungiert das Haus als Greshamsbury Park.

Ein weiteres Herrenhaus des National Trusts wurde ebenfalls für die Innenaufnahmen des Greshamsbury Parks genutzt: Osterley Park, in Isleworth im Westen Londons gelegen. Dieses Haus wurde für den Bankier Sir Thomas Gresham im 16. Jahrhundert gebaut (die Familie Gresham spielt eines wesentliche Rolle in der Serie „Doctor Thorne“; ist die Namensgleichheit wohl Zufall?).

Seit 2002 gehört Tyntesfield House ebenfalls zum National Trust. Es liegt bei der Ortschaft Wraxall im Norden der Grafschaft Somerset. Das im neugotischen Stil für den Geschäftsmann William Gibbs Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Haus dient in der Serie für die Außenaufnahmen von Boxall Hill, in dem Roger Scatcherd wohnt.

Hier ist der Trailer zu Julian Fellowes‘ TV-Serie zu sehen.

West Wycombe House in Buckinghamshire.   © Copyright Jurek and Trish Sienkiewicz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

West Wycombe House in Buckinghamshire.
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Osterley Park House im Westen Londons.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Osterley Park House im Westen Londons.
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Tyntesfield House in Somerset.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tyntesfield House in Somerset.
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Das Sommervergnügen in England: Freiluftkinovorführungen auf dem Gelände von berühmten Landhäusern

Waddesdon Manor in Buckinghamshire. Eigenes Foto.

Waddesdon Manor in Buckinghamshire.
Eigenes Foto.

Wenn das Wetter mitspielt, kann es schon Spaß machen, sich vor der Kulisse eines berühmten Landhauses einen klassischen oder modernen Spielfilm anzusehen. Die Engländer lieben es in zunehmendem Maße, dieses etwas andere Sommervergnügen zu genießen. Liegend, sitzend, stehend, champagner- oder biertrinkend, kann man sich auf diese Weise einen Film auf eine ganz neue Art zu Gemüte führen.

Die Firma The Luna Cinema hat sich auf Freiluftkinovorführungen spezialisiert und organisiert diese Events in englischen Landhäusern. Dieser Film vermittelt schon einmal einen Eindruck davon. Hier sind einige Beispiele für den Sommer 2016:

Am 26. und 27. August finden vor dem Waddesdon Manor in Buckinghamshire zwei Vorführungen statt: „Romeo + Juliet“ (1996) mit Leonardo DiCaprio und Claire Danes und „Breakfast at Tiffany’s“ (1961) mit Audrey Hepburn.

Am 8. und 9. September zeigt The Luna Cinema vor dem Warwick Castle in Warwickshire „Star Wars – The Force Awakens“ (2015) mit Mark Hamill und Harrison Ford und „Notting Hill“ (1999) mit Hugh Grant und Julia Roberts.

Am 31. August und am 1. September kann man sich im hohen Norden, vor dem Alnwick Castle in Northumberland „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ (2001) mit Daniel Radcliffe und Emma Watson und „Robin Hood: Prince of Thieves“ (1991) mit Kevin Costner und Morgan Freeman ansehen.

Auf dem Gelände des Stonor Parks in Oxfordshire werden am 15. und 16. Juli die beiden Filme „Top Gun“ (1986) mit Tom Cruise und Kelly McGillis und „Grease“ (1978) mit John Travolta und Olivia Newton-John vorgeführt.

Das Harewood House in North Yorkshire ist Schauplatz von drei Vorführungen vom 7. bis zum 9. Juli: „Labyrinth“ (1986) mit David Bowie und Jennifer Connelly, „Star Wars – The Force Awakens“ (2015) mit Mark Hamill und Harrison Ford und „Dirty Dancing“ (1987) mit Patrick Swayze und Jennifer Grey.

Das ist nur eine kleine Auswahl an Veranstaltungsorten; es gibt noch viele weitere Freiluftkinovorführungen im ganzen Land.

Alnwick Castle in Northumberland.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Alnwick Castle in Northumberland.
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The D-Day Darlings – Interpretinnen von Hits aus dem Zweiten Weltkrieg

The White Cliffs of Dover, besungen von den D-Day Darlings.   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The White Cliffs of Dover, besungen von den D-Day Darlings.
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Als sich 2014 der D-Day, also die Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg, zum siebzigsten Mal jährte, hatten Stacey Wood, Katie Ashby und Emily Jane Brooks besonders viel zu tun, denn sie wurden als D-Day Darlings gut gebucht. Die drei Damen haben sich ganz der Musik verschrieben, die damals während des Krieges in Großbritannien sehr populär war, also Melodien von Vera Lynn, Judy Garland oder den Andrew Sisters. „Proudly keeping the wartime spirit alive“ ist das Motto der drei Sängerinnen und so ziehen sie denn von Stadt zu Stadt und präsentieren die alten Hits, die man in Deutschland wohl schon längst eingemottet hätte. Uniformiert oder in zeitgenössischer Kleidung trällern sie demnächst im Evesham Arts Centre, beim Afternoon Tea Dance im Hilton Hotel in Bracknell und beim Forties Weekend im Elgin Hotel in Blackpool.

2006 hatte sich das Trio formiert, ihre Musik fand Anklang und 2010 zogen die Damen mit dem Musical „The Songs That Won The War“ durch die Lande, das zu Beginn des Zweiten Weltkriegs spielt. Die D-Day Darlings arbeiten eng mit der British Legion zusammen, der sie Anteile ihrer Einnahmen durch Auftritte und Plattenverkäufe spenden.

Besonders beliebt sind zum Beispiel ihre Versionen des Vera Lynn-Songs „The White Cliffs of Dover„, „Boogie Woogie Bugle Boy“ der Andrew Sisters und Vera Lynns „There’ll Always Be An England„.

 

Balls Park in Hertford (Hertfordshire) – Luxusapartments in einer „Gated Community“

   © Copyright Melvyn Cousins and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Am Stadtrand von Hertford in der Grafschaft Hertfordshire findet sich ein Parkgelände, in dem als Mittelpunkt Balls Park steht, ein ansehnliches, denkmalgeschütztes Haus aus dem 17. Jahrhundert, das in den letzten Jahren als Apartmentkomplex umgebaut worden ist.
Sir John Harrison war der Erbauer von Balls Park; er war langjähriges Parlamentsmitglied, erst für Scarborough, dann für Lancaster. Auf Balls Park ist Harrison 1669 gestorben. Das Haus blieb noch eine ganze Weile in der Familie Harrison, bis es als Zweitwohnsitz der Marquesses of Townshend genutzt wurde, die ihren Hauptsitz auf Raynham Hall in Norfolk hatten. Die nächsten Besitzer waren die Faudel-Phillips‘, die dreimal den High Sheriff of Hertfordshire stellten. Jede Familie nahm Veränderungen und Erweiterungen an dem Gebäude vor.

Nachdem Balls Park 1946 verkauft worden war, nutzte man das Haus mehr als 50 Jahre als Lehrerfortbildungsstätte, dann übernahm die Universität von Hertfordshire für ein paar Jahre, bevor die Firma City&Country, die sich auf Umbauten historischer Gebäude spezialisiert hat, das Gelände kaufte, um aus Balls Park luxuriöse Apartments zu schaffen, die sich über das Mansion House, The Stables und The Coach House erstrecken. Die Konvertierung der Anlage war so gelungen, dass Balls Park mehrere Auszeichnungen des Evening Standards und der Sunday Times gewinnen konnte. In diesem Film ist ein Rundgang durch Balls Park zu sehen, eine „Gated Community“, in der viel Wert auf Sicherheit gelegt wird.

Da das Haus nahe an den Londoner Filmstudios liegt, wurden hier auch mehrere Filme gedreht; dazu gehören:
Amazing Grace“ aus dem Jahr 2006 mit Benedict Cumberbatch und Albert Finney, der in Deutschland unter dem Titel „Der Mann, der die Welt veränderte“ lief.
The Young Victoria“ (dt. „Viktoria, die junge Königin“) mit Emily Blunt und Rupert Friend aus dem Jahr 2009.
Die Teenie-Komödie „Wild Child“ (dt. „Wild Child“) mit Emma Roberts (2008).
Die Episode „Enemy Fire“ aus der TV-Serie „Foyle’s War“ (2004), hier in voller Länge zu sehen.

Stanley Kubricks Film „The Shining“ – Einige Anmerkungen

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Im allgemeinen bringt man den im Jahr 1980 gedrehten Horrorfilm „The Shining“ mit den USA in Verbindung, spielt er doch in den Bergen von Colorado im Overlook Hotel. Die meisten Szenen dieses Films wurden aber in Hertfordshire in England gedreht, in den Elstree Studios an der Shenley Road in Borehamwood. Die Außenaufnahmen zeigen die Timberline Lodge am Mount Hood in Oregon, aber alle Innenaufnahmen, die Schneeszenen hinter dem Hotel und im Labyrinth wurden alle in den Elstree Studios gedreht. Da es in dieser Region Englands selten schneit, verwendete man hier künstlichen Schnee. Die Elstree Studios nördlich von London zählen zu den bedeutendsten Filmproduktionsstätten im ganzen Land. Welche Filme hier alle gedreht wurden, zeigt diese Zusammenstellung.

Der Regisseur des großartigen Films „The Shining“, Stanley Kubrick, wohnte gar nicht weit entfernt von den Elstree Studios, im Childwickbury Manor, am Ortsrand von St Albans, ebenfalls in Hertfordshire. Hier lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1999 und hier ist er auch begraben worden. Im Childwickbury Manor, einem riesigen, 18 Schlafzimmer umfassenden Anwesen ging Stanley Kubrick die Szenen des Films immer wieder durch und hier erhielt der auch seinen letzten Feinschliff. Kubricks deutsche, in Braunschweig geborene Ehefrau Christiane lebte nach dem Tod ihres Mannes weiterhin in dem Haus in Hertfordshire.

Ein Schauspieler, der zwar nur eine kleine Rolle in „The Shining“ hatte, gefiel mir besonders gut: Philip Stone, der den ehemaligen Hausmeister des Hotels Delbert Grady spielte bzw. den Ober in der Bar des Cold Rooms, mit dem Jack Torrance (Jack Nicholson) zusammenstieß. Er spielt die Rolle großartig! (Hier ist die „bathroom Scene“ zu sehen und hier die „pantry Scene“, in der Delbert Grady/Philip Stone nur zu hören ist). Stone wurde 1924 in einem Vorort von Leeds geboren und starb 2003 im Alter von 79 Jahren in London. Seinen letzten Filmauftritt hatte er 1993 in Peter Greenaways „The Baby of Mâcon“ (dt. „Das Wunder von Mâcon“), wo er die Rolle des Bischofs spielte (hier ist ein Filmausschnitt).

Delbert Gradys Töchter, die er in einem Anfall von Wahnsinn erschlug, und die Jacks Torrances Sohn Danny in einer gruseligen Szene zum Spielen auffordern („Come and Play with us, Danny, forever, and ever, and ever“), wurden von den beiden zehnjährigen Londoner Zwillingen Lisa und Louise Burns gespielt (hier ist die Szene zu sehen). Lisa ist heute Rechtsanwältin, Louise ist Wissenschaftlerin. Die beiden Mädchen hatten sich damals nach Fertigstellung von „The Shining“ den Film nicht angesehen, das taten sie erst zwölf Jahre später. Beim Treffen einiger Mitglieder des Produktionsstabs in den Elstree Studios aus Anlass des 35. Jahrestages des Bestehens des Films waren auch die Grady-Töchter anwesend.

Hier in Borehamwood in Hertfordshire wurden die meisten Szenen von "The Shining" gedreht.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in Borehamwood in Hertfordshire wurden die meisten Szenen von „The Shining“ gedreht.
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Childwickbury Manor, wo Stanley Kubrick bis zu seinem Tod lebte. Author: AnemonePrjectors. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license

Childwickbury Manor, wo Stanley Kubrick bis zu seinem Tod lebte.
Author: AnemoneProjectors.
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Published in: on 28. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Hedsor House in Buckinghamshire – Hochzeitspaare und Filmcrews sind hier sehr willkommen

Nur ein Katzensprung vom Cliveden House entfernt, liegt das Hedsor House. Beiden gemeinsam ist der Blick auf die Themse, die unterhalb der Häuser ruhig vorbeizieht, und die vielen prominenten Besucher, die sich im Laufe der Zeit hier eingefunden haben. Die Nähe zum Windsor Castle brachte es mit sich, das gekrönte Häupter in den beiden Häusern zu Besuch waren. Über Cliveden habe ich in meinem Blog bereits berichtet, so möchte ich heute ein paar Worte über Hedsor House sagen.

Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg, Mutter Georgs III., wohnte hier im 18. Jahrhundert. Wie sein Nachbar Cliveden brannte auch dieses Haus nieder und wurde später im Jahr 1868 wieder aufgebaut. Frederick Irby, 2nd Baron Boston war der neue Besitzer.
In den 1960er Jahre diente Hedsor House als Konferenz- und Trainingszentrum der britischen Firma International Computers Limited. Nachdem das in georgianischem Stil erbaute Haus komplett renoviert worden war, öffnete es seine Pforten für Veranstaltungen, Hochzeitsfeiern und andere festlichen Ereignisse. Seit 1932 ist Hedsor im Besitz der Familie Shephard, die sicher darauf stolz ist, dass in ihren Räumen zahlreiche Filme gedreht worden sind, in denen renommierte Schauspieler mitgewirkt haben. Hier sind einige Beispiele:

The Golden Compass“ (dt. „Der goldene Kompass“) mit Nicole Kidman und Daniel Craig, ein Fantasy-Film nach dem gleichnamigen Roman von Philip Pullman 2007.

The Girls of Hedsor Hall„, eine achtteilige Reality-Fernsehserie der MTV (2009).

Brighton Rock“ (dt. „Brighton Rock“) mit Sam Riley und Helen Mirren (2010).

Quartet“ (dt. „Quartett“), ein Spielfilm mit Maggie Smith und Tom Courtenay, bei dem Dustin Hoffman Regie geführt hat (2012).

Mortdecai“ (dt. „Mortdecai, der Teilzeitgauner“) mit Johnny Depp und Gwyneth Paltrow (2015).

Legend“ (dt. „Legend“) mit Colin Morgan und Tom Hardy, die verfilmte Geschichte der Kray Twins (2015).

Downton Abbey„. In der 5. Staffel, Teil 4, besuchen Lady Mary und ihre Tante Rosamund eine Modenschau, bei der Lady Mary auf  Charles Blake trifft. Für diese Aufnahmen wurden die Centre Hall und der Ball Room verwendet.

Dieser Film zeigt einige Außen- und Innenaufnahmen vom Hedsor House in Buckinghamshire.

Die Zufahrt zum Haus erfolgt über die Heathfield Road, das ist die Verlängerung der Cliveden Road, wenn man vom Süden aus Richtung Taplow kommt.

 

DVD- und Buchtipp – Robbie Coltrane: B-Road Britain

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Auf dem Umschlag dieses 2008 erschienenen Buches steht der Zusatz „Off the beaten track and into the heart and soul of Britain“. Diese Reise in das Herz und die Seele Großbritanniens macht Robbie Coltrane in seinem roten Jaguar XK 150 S, ein legendärer Sportwagen, der 1958 in Serie ging.

Coltrane reist von London nach Glasgow ausschließlich auf B-Roads, also Landstraßen und kommt auf diese Weise mit vielen interessanten Leuten in Kontakt. Er trifft Wing Walker in Gloucestershire, das sind mutige Menschen, die auf den Tragflächen von fliegenden Doppeldeckern ihre Kunststücke vorführen, und Brieftauben-Fans in Sunderland, die ihre Lieblinge 800 – 900 km wegtransportieren, um sie dann nach Hause fliegen zu lassen.

Das Buch ist erstens sehr interessant und zweitens sehr humorvoll geschrieben. Wer Robbie Coltrane nicht kennt: Er ist ein sehr beliebter schottischer  Filmschauspieler, der in zahlreichen Kinofilmen und im Fernsehen seine Auftritte hatte, z.B. in „Ocean’s Twelve“ und „GoldenEye“. Im Fernsehen spielte er in einigen „Blackadder“-Folgen an der Seite von Rowan Atkinson und in Deutschland kennen wir ihn durch die Krimiserie „Für alle Fälle Fitz“, in der er einen Profiler in Manchester spielte. Besonders bekannt wurde er durch die Verkörperung des Rubeus Hagrid in den Harry Potter-Filmen.

Zu dem Buch gibt es auch die passende DVD, die die komplette ITV-Serie beinhaltet (hier ein Ausschnitt).

Robbie Coltrane: B-Road Britain – Off the beaten track and into the heart and soul of Britain. Bantam Press 2008. 288 Seiten. ISBN  978-0593059968.

Downton Abbey – The Finale

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Ja, gestern Abend war es soweit, da musste ich schweren Herzens Abschied nehmen von all den liebgewordenen Figuren aus der TV-Serie „Downton Abbey“, denn gestern erhielt ich aus England die DVD „Downton Abbey – The Finale„. Zu Weihnachten sendete ITV die letzte Folge und schon kurz darauf war die DVD erhältlich.
Natürlich werde ich nicht verraten wie alles zu Ende geht (wer weiß, wann und ob das ZDF die Serie weiter synchronisieren und ausstrahlen wird, da sie ja wohl in Deutschland ein Flop geworden ist bzw. durch die schlechten Sendezeiten dazu gemacht wurde), nur soviel, dass es zu einem Happy End für alle Beteiligten kommt. Ein Baby wird in Downton Abbey geboren und ein weiteres angekündigt, es stirbt niemand und selbst für Lady Edith stehen die Sterne endlich einmal günstig.

Wie immer in den Weihnachtsspecials zieht die Familie Grantham auch in dieser Folge für einige Tage zu Besuch in ein anderes „Stately Home“, dieses Mal in die stattliche Burg der zukünftigen Schwiegermutter von Lady Edith. Gedreht wurde, wie unschwer zu erkennen ist, im Alnwick Castle in Northumberland, dem Familiensitz der Percys, die hier schon seit Jahrhunderten ansässig sind.

Von 2010 bis 2015 lief die TV-Serie, eine der beliebtesten weltweit. Ob es wohl noch einmal irgendwann einen Spielfilm „Downton Abbey“ geben wird, von dem immer einmal wieder gemunkelt wird?

Die Darsteller von Downton Abbey, die mittlerweile in der ganzen Welt bekannt geworden sind (wenn sie es nicht schon wie Maggie Smith waren), sahen/sehen sich mit neuen Aufgaben konfrontiert. Hier sind einige Beispiele:

Maggie Smith (Violet Crawley, Dowager Countess of Grantham) hat im Jahr 2015 den Film „The Lady in the Van“ gedreht, nach dem gleichnamigen Buch von Alan Bennett. Darin spielt sie die Rolle der Miss Shepherd, einer exzentrischen, obdachlosen Frau, die in einem heruntergekommenen Lieferwagen in der Einfahrt zum Haus des Schriftstellers Bennett wohnt.

Hugh Bonneville (Robert Crawley, Earl of Grantham) wird in diesem Jahr als Lord Louis Mountbatten in dem Film „Viceroy’s House“ zu sehen sein, an der Seite von Gillian Anderson und Simon Callow.

Elizabeth McGovern (Cora Crawley, Countess of Grantham) hat im Jahr 2015 in Louisiana den Film „Showing Roots“ gedreht, in dem es um zwei Angestellte eines Schönheitssalons in den Südstaaten geht, die erleben wie die Fernsehausstrahlung der Serie „Roots“ das Leben in ihrer Kleinstadt verändert.

Michelle Dockery (Lady Mary) hat letztes Jahr an der Seite von Charlotte Rampling und Jim Broadbent in dem Film „The Sense of an Ending“ mitgespielt, der nach dem gleichnamigen Roman von Julian Barnes gedreht wurde. Darauf werden wir sie in dem Musicalfilm „Consider Yourself: The Lionel Bart Story“ sehen, zusammen mit Geoffrey Rush und Stephen Fry.

Laura Carmichael (Lady Edith) hat die Rolle der Muriel Williams in dem Film „A United Kingdom“ übernommen, der u.a. in Botswana gedreht wurde und in diesem Jahr in die Kinos kommen soll.

Auch Joanne Froggatt (Anna Bates) hat sich nach anderen Rollen umgesehen und spielt in den Filmen „Starfish“ und „A Street Cat Named Bob“ (nach dem Bestseller von James Bowen) mit. Beide Filme sollen in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Sophie McShera (Daisy) war im letzten Jahr in der TV-Serie „The Job Lot“ zu sehen und spielt jetzt als Gwynne in der US-Serie „Galavant“ mit.

Penelope Wilton (Isobel Crawley) spielt die Rolle der Königin in dem für Mitte 2016 angekündigten Steven Spielberg-Film „The BFG„, nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Roald Dahl, das auf Deutsch „Sophiechen und der Riese“ heißt.

P.S. Wer sich für die Schauplätze interessiert, die für die Dreharbeiten genutzt wurden, findet hier eine sehr gut gemachte übersichtliche Karte.

Published in: on 1. Januar 2016 at 02:00  Comments (6)  
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Downton Abbey im deutschen Fernsehen – Einige kritische Anmerkungen

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Am 16. November erschien die sechste und letzte Staffel der Erfolgsserie „Downton Abbey“ auf DVD; jetzt wird es nur noch, wie jedes Jahr, ein Weihnachtsspezial geben, dann ist die TV-Serie beendet. Leider, muss ich sagen, denn sie ist in meinen Augen eine der besten, die in den letzten Jahren produziert wurde. Ich habe mir alle DVDs, inklusive der letzten, zugelegt und kann sie mir jederzeit wieder ansehen.

Die Rechte für „Downton Abbey“ im Free-TV hatte sich das ZDF gesichert, aber man ging lieblos damit um. Statt die von Kritikern hochbewertete Fernsehserie zur besten Sendezeit samstags oder sonntags um 20.15 Uhr auszustrahlen, brachte man die einzelnen Staffeln zu merkwürdigen Zeiten. Staffel 1 und Staffel 2 wurden zur Weihnachtszeit am späten Nachmittag gesendet, wogegen nichts zu sagen ist. Staffel 3 zeigte das ZDF von September bis November 2014 am Samstagnachmittag ab 13.50 Uhr, eine sehr ungünstige Zeit, was auch zu Protesten der DA-Fans führte. Staffel 4 in diesem Herbst war ursprünglich für den Sonntagnachmittag geplant. Die ersten beiden Doppelfolgen liefen auch am 1. und 8. November kurz nach 15 Uhr, die nächsten beiden für den 15. November anberaumten Episoden wurden aber kurzerhand gestrichen und durch einen albernen US-Spielfilm ersetzt. Der neue Sendeplatz stattdessen für die Folgen 5 und 6: 1.50 Uhr und 2.35 Uhr. Toll!! Da werden sicher ganz viele Menschen zugesehen haben. Die DA-Quoten sanken in den tiefsten Keller. Das ZDF kickte dann die Serie komplett aus ihrem Programm und verbannte sie auf ZDFneo, wo sie nun am Sonntagvormittag gezeigt wird. Wer möchte kann sich die vierte Staffel auch noch einmal am 23. und 24. Dezember bei ZDFneo ansehen. Beginn am 23. 12. um 00.15 Uhr und am 23./24.12. um 23.45 Uhr. Viel Spaß!!! Vielleicht verzichtet man ja auf die Staffeln 5 und 6 ganz, weil die Einschaltquoten bei diesen Sendezeiten so gering sind.

In Österreich lief „Downton Abbey“ übrigens bei ATV von der ersten bis zur vierten Staffel immer am Sonntagabend um 20.15 Uhr. In den USA beginnt PBS mit der Ausstrahlung der sechsten Staffel am Sonntag, dem 3. Januar 2016 um 21 Uhr Ostküstenzeit. ITV in Großbritannien hatte alle Folgen am Sonntagabend um 21 Uhr im Programm. Es geht eben auch anders!

Published in: on 27. November 2015 at 02:00  Comments (8)  
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Eric Sykes: „It’s Your Move“ – Eine wunderschöne Komödie für Freunde des englischen Humors

Foto meiner Videocassette.

Foto meiner Videocassette.

Vor einigen Jahren stellte ich in meinem Blog schon einmal die Kurzfilme „The Plank“ und „Mr. H is Late“ von Eric Sykes (1923-2012) vor. Ich mag diesen Comedian, ich mag seine Filme und ich mag die skurrilen Schauspieler, die er in seinen Komödien um sich schart.

In „It’s Your Move„, eine Slapstick-Comedy aus dem Jahr 1982 , in der es um einen chaotischen Umzug geht, sehen wir auch einige Akteure aus den beiden o.a. Filmen wieder. Neben Eric Sykes als „Head Removal Man“ agieren:

Tommy Cooper (1921-1984) als tollpatschiger Möbelpacker. Sein Markenzeichen bei seinen Auftritten war ein roter Fez.
Jimmy Edwards (1920-1988) als Polizist, der wieder ständig mit seinem widerspenstigen Fahrrad zu kämpfen hat.
Johnny Vyvyan (1929-1984) als kleiner Möbelpacker.
Bob Todd (1921-1992) als alter Möbelpacker.
Andrew Sachs (geb. 1930) als Straßenfeger. Wer genau hinsieht, erkennt ihn als Kellner Manuel aus „Fawlty Towers“ wieder.
Richard Briers (1934-2013) spielt den Unglücksraben, der in das neue Haus einzieht. Ich erinnere mich sehr gern an ihn als mordenden Vikar in der Inspector Barnaby-Episode 6 „Death’s Shadow“ (dt. „Der Schatten des Todes“). Ein großartiger Schauspieler!!
Sylvia Sims (geb. 1934) ist die Ehefrau, die so manches über sich ergehen lassen muss. In „Mr. H. is Late“ spielte sie die Frau mit dem Pudel.
Bernard Cribbins (geb. 1928) spielt den rasenmähenden Nachbarn.
Irene Handl (1901-1987) ist die „Grand Old Lady“.

Wer einen Nerv für diese Art von englischem Humor hat, wird sich über „It’s Your Move“ köstlich amüsieren. Hier ist der Film zu sehen.
Gedreht wurde übrigens in Hampton Hill, im Südwesten von London.

Ich besitze noch eine Videocassette mit den Eric Sykes-Filmen, die aber auch auf DVD vorliegen.

Die Park Road in Hampton Hill. Hier könnte "It's Your Move" gedreht worden sein, wobei ich mir aber nicht sicher bin.   © Copyright David Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Park Road in Hampton Hill. Hier könnte „It’s Your Move“ gedreht worden sein.
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Published in: on 16. November 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Downton Mile Appeal in Bampton (Oxfordshire) – Eine Initiative zur Erhaltung der Old Grammar School

Bampton Library aka Downton Cottage Hospital. With friendly permission of the Bampton Community Archive.

Bampton Library aka Downton Cottage Hospital.
With friendly permission of the Bampton Community Archive.

Seit dem letzten Sonntag zeigt das ZDF wieder weitere Folgen der Erfolgsserie „Downton Abbey„, allerdings erst die Staffel 4, während zeitgleich in England die sechste und letzte Staffel vom Sender ITV ausgestrahlt wird.
Neben dem Highclere Castle und den Ealing Studios wurden viele Szenen in der Kleinstadt Bampton in Oxfordshire gedreht (ich berichtete in meinem Blog darüber). Dort liegen die St Mary’s Church, Churchgate House, das Haus, das als Isabel Crawleys Refugium dient, und die Bibliothek des Ortes, umfunktioniert als Downton Cottage Hospital in der TV-Serie, direkt nebeneinander.
Die Bampton Library aka das Downton Cottage Hospital  sind im Gebäude der Old Grammar School untergebracht, die im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Das Obergeschoss des Hauses ist leider schon seit Jahrzehnten in einem sehr schlechten Zustand, so dass der Zutritt gesperrt werden musste. Es fehlte der Gemeinde an Geld, um es wieder herrichten zu können.
Jetzt ist ein neuer Vorstoß unternommen worden, um Geld zu sammeln, das man für die Restaurierung ausgeben möchte. Da kommt die Popularität der TV-Serie und ihrer Darsteller gerade recht. Mit dem Downton Mile Appeal will man in Bampton £71,527 zusammenbekommen, und zwar hat man einen Rundgang eingerichtet, der an allen Drehorten vorbeiführt und der eine Meile lang ist. Wenn man jetzt diese Meile mit Ein-Pfund-Münzen „pflastert“, käme man auf die genannte Summe. Eine Viertel Millionen Pfund wird in etwa benötigt, um das Dach und den Fußboden wiederherzustellen und eine Treppe einzubauen. In dem Obergeschoss soll nach Fertigstellung eine permanente Downton Abbey-Ausstellung eingerichtet werden. Viele der DA-Schauspieler haben schon gespendet, inklusive Hugh Bonneville, der den Earl of Grantham spielt, und der sich sehr für den Downton Mile Appeal einsetzt, wie dieses Video zeigt.

Vielleicht finden sich auch in Deutschland Downton Abbey-Fans, die dieses Projekt mit £1 unterstützen möchten, das unter der Federführung des Bampton Community Archives läuft. Man kann mit Kreditkarte oder über Paypal bezahlen. Ich habe das gerade getan.

Hier geht es zum Überweisungsformular

Drei Spielfilme, die in der Londoner U-Bahn gedreht wurden

Charing Cross Station.   © Copyright Oxyman and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Zahlreiche Spielfilme wurden schon in der Londoner U-Bahn gedreht, wobei sich die Gänge, Stationen und Gleisanlagen besonders für gruselige Filme eignen. Speziell die aufgegebenen Stationen wie die Aldwych Tube Station sind bei den Produktionsgesellschaften beliebt, weil man hier in aller Ruhe drehen kann, ohne von den U-Bahnpassagieren gestört zu werden. Ich habe einmal drei Filme ausgesucht, in deren Mittelpunkt die Londoner „Tube“ steht.

Wie mag es wohl in den endlosen Gängen der U-Bahn aussehen, wenn nachts keine Züge mehr fahren? Diese Erfahrung muss Kate, deutsche Agentin bei einer Modeagentur, in dem Film „Creep“ (2004) machen, als sie spätabends auf dem Bahnsteig der Station Charing Cross einschläft und erst wieder aufwacht, als alle Ausgänge verschlossen sind. Was sie jetzt alles erlebt, möchte man seinem ärgsten Feind nicht wünschen. Kate wird gespielt von Franka Potente, Regie führte Christopher Smith. In diesem Film jagt ein Schockeffekt den nächsten und er ist nichts für Menschen mit schwachen Nerven. Eine DVD in deutscher Synchronisation mit dem Titel „Creep“ ist erhältlich; einen Vorgeschmack gibt der Trailer.

Nicht weniger aufregend und schockierend ist der Film „Death Line“ (1972), der in den USA als „Raw Meat“ und in Deutschland unter dem vielversprechenden Titel „Tunnel der lebenden Leichen“ in den Kinos lief. Der Regisseur Gary Sherman hat den Film 1972 gedreht, basierend auf einer von ihm geschriebenen  Geschichte, in der es um Kannibalismus geht. Auf einer U-Bahnbaustelle unterhalb des Britischen Museums wird eine Gruppe von Arbeitern verschüttet, die sich nur durch Kannibalismus am Leben halten können. Als nur noch einer zurückbleibt, macht der sich auf Suche nach Nahrung zwischen den U-Bahnstationen Russell Square und Holborn
Donald Pleasance und Wo-ein-Horrorfilm-gedreht-wird-darf-ich-nicht-fehlen Christopher Lee sind in dem Streifen zu sehen, den es auch einmal als DVD in deutscher Synchronisation gab und der im regulären Handel meines Wissens nicht mehr erhältlich ist. Hier ist der Trailer.

Das schlimmste, was einem Fahrer der Londoner U-Bahn passieren kann, ist, wenn sich ein Selbstmörder vor seinen Zug wirft, was gar nicht so selten passiert (die Northern Line verzeichnet die meisten Selbstmorde). Um dieses Thema geht es in dem Film „Three and Out“ aus dem Jahr 2008, der in Deutschland unter dem Titel „3 und Raus“ lief und als DVD erhältlich ist. Hierbei handelt es sich nicht um einen Horrorfilm, sondern um eine Komödie mit schwarzem Humor. Paul Callow ist U-Bahnfahrer, dem binnen weniger Tage zwei Männer vor seinen Zug fallen und getötet werden. Pauls Kollegen berichten ihm von einer wenig bekannten Regel der U-Bahnverwaltung, dass Fahrer, denen in einem Monat drei Menschen vor den Zug fallen, entlassen werden und als Entschädigung zehn Jahresgehälter ausgezahlt bekommen. Dieses Angebot ist für Paul sehr verlockend und so macht er sich auf die Suche nach einem dritten Opfer… In den Hauptrollen sind Mackenzie Crook und Gemma Arterton zu sehen. Regie führte Jonathan Gershfield. Hier ist der Trailer.

U-Bahnstation Russell Square. Author: Sunil060902. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

U-Bahnstation Russell Square.
Author: Sunil060902.
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Holborn Underground Station.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Holborn Underground Station.
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Der verbarrikadierte Eingang zur früheren Aldwych Tube Station, die früher Strand Station hieß, und die gern für Filmaufnahmen verwendet wird.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der verbarrikadierte Eingang zur früheren Aldwych Tube Station, die früher Strand Station hieß, und die gern für Filmaufnahmen verwendet wird.
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Published in: on 21. Oktober 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Joan „Miss Marple“ Hickson und ihr früherer Wohnort Wivenhoe in Essex

Blick von der Kirche St Mary's auf Joan Hicksons Haus an der Rose Lane in Wivenhoe. Author: Keith Beckett. Creative Commons 3.0 Unported.

Blick von der Kirche St Mary’s auf Joan Hicksons Haus an der Rose Lane in Wivenhoe.
Author: Keith Beckett.
Creative Commons 3.0 Unported.

In meinen Augen hatte es nie eine bessere Verkörperung von Agatha Christies Miss Marple gegeben als Joan Hickson in ihrer TV-Serie „Miss Marple“, die von 1984 bis 1992 in England produziert wurde. Es gibt eine schöne DVD-Box mit allen Folgen auch in deutscher Synchronisation. Hier ein kurzer Ausschnitt.

Joan Hickson wurde am 5. August 1906 in Kingsthorpe, einem Vorort von Northampton geboren. 1927 hatte sie ihren ersten Bühnenauftritt. 1946 trat sie in Agatha Christies „Appointment With Death“ (dt. „Der Tod wartet“) in London auf, und die große Dame des Kriminalromans war von Joan Hickson so angetan, dass sie ihr schrieb, sie wünschte sich, dass sie eines Tages einmal ihre Miss Marple spielen würde. Vierzig Jahre später war es dann tatsächlich so weit, dass sich Agatha Christies Wunsch erfüllte.

1958 hatte sich die Schauspielerin in ein beschauliches Dorf in Essex zurückgezogen, in dem sie sich bis ans Ende ihres Lebens außerordentlich wohlfühlte, nach Wivenhoe am River Colne, im Dunstkreis der Universitätsstadt Colchester. Der Campus der  University of Essex grenzt im Norden an das hübsche Dorf, und so wohnen etliche Studenten und Lehrkräfte hier in Wivenhoe.

Joan Hickson hatte sich ein Haus in einer kleinen Straße namens Rose Lane ausgesucht. Was für ein netter Name für eine Straße, die man sich auch in Miss Marples St Mary Mead vorstellen könnte. Ihr Haus am oberen Ende von Rose Lane blickte direkt auf die Kirche St Mary’s, am unteren Ende liegt ein Pub mit dem Namen Rose & Crown direkt am Flussufer. Miss Marple selbst hätte sich hier bestimmt auch wohlgefühlt. Mrs Hickson war Kundin in den Läden von Wivenhoe, sehr beliebt und sicher war man im Ort auch stolz, dass sie sich hier niedergelassen hatte.
Wenn sie in London auf der Bühne stand, versuchte sie so schnell wie möglich anschließend wieder nach Hause zurückzukommen („I love getting back to Wivenhoe. I get out of my wig, bustle and costume in three minutes flat at the end of the play before jumping into a taxi outside the theatre and catching the train home“).

Joan Hickson war mit dem Arzt Eric Norman Butler verheiratet, der 1967 starb. Sie hatten eine Tochter und einen Sohn. Letzerer, Nicholas Butler, interessierte sich sehr für seinen Heimatort und schrieb das 400 Seiten starke Buch „The Story of Wivenhoe„, das 1989 bei der Quentin Press erschien und auf dessen Umschlagfoto die Rose Lane zu sehen ist.

Joan Hickson starb am 17. Oktober 1998 im Colchester General Hospital an den Folgen eines Schlaganfalls (hier die BBC-Meldung über ihren Tod). An ihrem ehemaligen Haus am Rose Lane ist eine blaue Plakette angebracht. Interessanterweise findet man am letzten Haus am unteren Ende der Straße, am Quay House, eine weitere blaue Plakette, die an einen anderen Schauspieler erinnert. Hier verbrachte John Martin-Harvey (1863-1944), Sohn eines lokalen Werftbesitzers, einen Teil seiner Kindheit. Er wollte nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten, sondern lieber eine Karriere auf der Bühne suchen. William Schwenck Gilbert half ihm dabei, der zusammen mit Arthur Sullivan als Gilbert and Sullivan weltberühmt wurde. Die blaue Plakette enthüllte übrigens Joan Hickson, und ihr Sohn Nicholas Butler verfasste eine Biografie des Schauspielers „John Martin-Harvey: Biography of an Actor-Manager„, die im Jahr 2002 erschien.

Beerdigt wurde Joan Hickson nicht in Wivenhoe, sondern in dem weit entfernt gelegenen Friedhof von Sidbury in Devon. Der Grabstein trägt die Inschrift „Joan Bogle Butler“ (Ihre Mutter hatte den Mädchennamen Edith Mary Bogle).

Hier ist ein kurzer Film über Wivenhoe heute.

The Rose & Crown am River Colne am Beginn der Straße Rose Lane.   © Copyright Dr Neil Clifton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Rose & Crown am River Colne am Beginn der Straße Rose Lane.
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„Tales of the Unexpected“ – Eine Fernsehserie, die ursprünglich auf den Kurzgeschichten von Roald Dahl basierte

Auf diesem Buch basieren ein Teil der Geschichten der TV-Serie. Foto meines Exemplares.

Auf diesem Buch basiert ein Teil der Geschichten der TV-Serie.
Foto meines Exemplares.

Viele werden sich wohl nicht mehr an die Fernsehserie „Die unglaublichen Geschichten von Roald Dahl“ erinnern, die das ZDF Anfang der 1980er Jahre sendete. Übernommen wurde die Serie von der ITV; in Großbritannien lief sie unter dem Titel „Tales of the Unexpected“ von 1979 bis 1988. Produziert wurden die makaberen Geschichten von der in Norwich ansässigen Firma Anglia Telivision.

Roald Dahl schrieb seine großartigen Mini-Horrorgeschichten „Someone Like You“ im Jahr 1953 und „Kiss Kiss“ 1960; darauf basierten die jeweils 25 Minuten langen Filme der ersten Staffel der TV-Serie. In der zweiten Staffel stammten schon vier Epiosoden aus der Feder anderer Autoren, in der dritten Staffel war nur noch eine Dahl-Erzählung dabei. Insgesamt wurden 112 Filme gedreht.

Das Besondere an der Serie war, dass Roald Dahl alle auf seinen Büchern basierenden Filmepisoden selbst, am flackernden Kamin sitzend, vorstellte und einleitete. Das Budget für die Produktion war gering, was aber namhafte Schauspieler nicht davon abhielt, in den Filmen mitzuspielen. Es traten u.a. auf: Joan Collins, John Gielgud, Joseph Cotton und Timothy West.

The Man from the South“ wurde als erste Folge der ersten Staffel gesendet, mit José Ferrer in der Hauptrolle; gedreht wurde auf Jamaika in der Karibik. Es folgten „Mrs Bixby and the Colonel’s Coat“, „William and Mary“ und „Lamb to the Slaughter“ (mit Susan George und Brian Blessed).

Die Titelmusik wurde von dem Australier Ron Grainer (Dr Who, The Prisoner, Paul Temple) komponiert, der dafür 1981 den Bafta Best Television Music Award erhielt. Die Melodie geht einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf, wenn man sie einmal gehört hat. Hier ist die Titelmusik.
Die junge Dame, die als Silhouette im Vorspann zu sehen ist, war keine professionelle Tänzerin, sondern eine Sekretärin aus Berkshire namens Karen Standley, die mehr oder weniger zufällig diesen Job angeboten bekam, da ihr damaliger Freund für die Produktionsfirma arbeitete.

Da Anglia TV die Serie produzierte, wurden eine ganze Reihe von Episoden auch in Norfolk gedreht wie „Royal Jelly“ in Thurning, „The Moles“ in North Walsham und „The Absence of Family“ in Holt.

Am 13. Mai 1988 wurde die letzte Folge „Mr Know-All“ gesendet, dann war Schluss.

Hier ist die erste Folge der ersten Staffel „The man From the South“ zu sehen.

Über meinen Besuch im Roald Dahl Museum in Great Missenden (Buckinghamshire) schrieb ich in meinem Blog bereits, ebenso über sein Grab auf dem Friedhof von St Peter und St Paul in Great Missenden.

 

Published in: on 8. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Theatre of Small Convenience in Great Malvern (Worcestershire) oder Wie aus einer öffentlichen Toilette das kleinste Theater der Welt wurde

Früher WC, jetzt Theater.    © Copyright David Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Früher WC, jetzt Theater.
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Ein Public Convenience ist die diskrete englische Umschreibung für eine öffentliche Toilette, und solch ein Gebäude stand jahrelang am Edith Walk in der Stadt Great Malvern in Worcestershire. Es war ein den Herren vorbehaltenes, viktorianisches WC, das in den 1980er Jahren außer Betrieb genommen wurde, anschließend den einen oder anderen kleinen Laden beherbergte und nun verlassen dastand. Was sollte man mit diesem knapp fünf Meter langen und bis zu drei Meter breiten Häuschen anfangen? Abreißen? Nein, meinte Dennis Neale, ein Puppenspieler aus Great Malvern, daraus mache ich ein Theater. Eine verrückte Idee, aber tatsächlich baute der Mann das Gebäude in ein Mini-Theater um, in dem nicht mehr als 12 Besucher Platz nehmen können.

Im November 1999 eröffnete Dennis Neale sein passenderweise Theatre of Small Convenience genanntes Theater (das die URL www.wctheatre.co.uk hat), dessen „Bühne“ aus einem schrankähnlichen Gebilde besteht, umrahmt von Wand- und Deckenbildern. Einen ersten Eindruck kann man sich von diesem Panorama verschaffen und in diesem kleinen Film stellt Dennis Neale sein Theater vor.

Dennis Neales kleine Theaterstücke dauern meist nur fünf bis zehn Minuten, sind aber nicht nur für Kinder gedacht, auch Erwachsene können sich in dem winzigen Raum vergnügen. Die Stücke haben Namen wie „Quackery Codswallop“ oder „The Tale of the Snowcake Man“; aber nicht nur der Eigentümer des Theaters ist hier aktiv, manchmal kommen auch Gäste aus anderen Ländern, die ihre kleinen Kunstwerke in dem Ex-WC aufführen. So geschehen im Jahr 2005 bei einem internationalen Puppenspieler-Festival, bei dem „puppeteers“ aus Ungarn, Kanada, Portugal und Hongkong teilnahmen.

Hin und wieder finden hier auch andere Veranstaltungen statt wie Lesungen und Musikdarbietungen wie hier zu sehen.

The Theatre of Small Covenience
Edith Walk
Great Malvern, Worcs. WR14 4QH

Die Bühne. Author: Hannah Donovan. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Die Bühne.
Author: Hannah Donovan.
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