Halton House in Buckinghamshire

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Halton House ist eine der vielen Landsitze, die sich die superreiche Rothschild-Familie in Buckinghamshire geleistet haben, neben dem Waddesdon Manor, den Mentmore Towers und dem Aston Clinton House. Gebaut wurde Halton House von 1880 bis 1883 für Alfred von Rothschild, einem Banker, der u.a. die Bank von England leitete. Wenn man den Landsitz sieht, fühlt man sich an die Loire versetzt, denn das Haus wurde im Stil eines französischen Schlosses erbaut. Solange Alfred von Rothschild hier wohnte, wurden gern Feste gefeiert und es herrschte ein ausgelassenes Leben auf Halton House. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, ging leider alles den Bach hinunter: Der Hausherr erkrankte und starb 1918, das Haus erbte sein Neffe, der es absolut nicht mochte und es versteigern ließ. Es ging in den Besitz der Royal Air Force über, die es für einen Schnäppchenpreis übernahm. Noch heute dient Halton House als Offizierskasino für einen der größten britischen Luftwaffenstützpunkte, RAF Halton bei Wendover in Buckinghamshire.

Das architektonisch sehr ansprechende Gebäude geriet schnell ins Visier der Location Scouts der Film- und Fernsehindustrie und so wurden hier zahlreiche Filme gedreht. Hier einige Beispiele:

In „The King’s Speech“ (dt. The King’s Speech“) diente der Gold Room im Jahr 2010 als der Ort, in dem Colin Firth alias Georg VI. seine Rede an die Nation einstudierte.

Teile des James Bond-Films „The World Is Not Enough“ (dt. James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug“) mit Pierce Brosnan wurden hier 1999 gedreht.

What a Girls Wants“ (dt. „Was Mädchen wollen“), eine Teenagerkomödie, wieder mit Colin Firth, dieses Mal als Lord Henry Dashwood, nutzte 2003 das eindrucksvolle Chateau.

In der Erfolgsserie „Downton Abbey“ dient Halton House in der 6. Episode der 2. Staffel als Haxby Park, wo Lady Marys Verehrer, Sir Richard Carlisle, wohnt.

Dieser Film zeigt die Schönheit vom Halton House.

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Mein Buchtipp – Matthew Sweet: Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Gerade habe ich eine sehr interessante Lektüre beendet, die sich mit der Geschichte des britischen Films beschäftigt: „Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema“ von Matthew Sweet. Angelehnt ist der Buchtitel an Kenneth Angers „Hollywood Babylon“ (1965 erschienen, nach wenigen Tagen der Zensur zum Opfer gefallen, und dann 1975 erneut auf den Markt gekommen. Die deutsche Übersetzung lautet ebenfalls „Hollywood Babylon“), der sich in seinem Buch mit den Schattenseiten der Filmstadt in Kalifornien auseinandersetzt.

Matthew Sweet (1969 geboren) ist Filmspezialist und arbeitet für die BBC. Shepperton ist der Name eines Filmstudios in der gleichnamigen Stadt in der Grafschaft Surrey, in dem zahllose Produktionen stattgefunden haben. Anfang der 1930er Jahre gegründet, werden hier noch heute Filme gedreht. Sweets Buch ist aber keine Geschichte dieses einzelnen Studios, sondern ein Überblick über die gesamte Filmgeschichte Großbritanniens, bei der, wie bei Kenneth Anger, auch Informationen über die „dark side“ des Geschäfts gegeben werden (Skandale, Selbstmorde, Sexgeschichten).

Viele Filme aus der Anfangszeit existieren nicht mehr; etwa 2000 sind schon sehr früh vernichtet worden wie Matthew Sweet im Vorwort des Buches schreibt. Die Namen von Schauspielern, Regisseuren und Produzenten aus den ersten Jahrzehnten der britischen Filmindustrie sind heute nur noch Spezialisten bekannt. Interessant, dass man auf Youtube doch noch manchmal Filmschnipsel bzw. komplette Filme aus dieser Zeit findet. Mir machte es sehr viel Spaß, parallel zur Lektüre den einen oder anderen Filmausschnitt der genannten Produktionen anzusehen. Das Buch endet mit zwei Kapiteln, die sich mit den „exploitation films“ und den „sexploitation films“ beschäftigen, das sind Filme, in denen Gewalt bzw. Sex im Mittelpunkt stehen. Hier treffen wir auf Filmtitel wie „Confessions of a Window Cleaner“, „Let’s Get Laid“ und „Naked as Nature Intended“; letzterer mit Pamela Green, ein harmloser „nudie flick“ aus dem Jahr 1961, über den ich in meinem Blogeintrag über den „Spielplatz“ bei St Albans (Hertfordshire) berichtete.

Das Buch hat im Anhang eine umfangreiche Filmografie und Bibliografie, so dass man sich mit einzelnen Aspekten oder Personen der britischen Filmgeschichte detaillierter beschäftigen kann. Eine lohnende Lektüre!

2005 zeigte BBC Four eine gleichnamige 60minütige Dokumentation, zu der Matthew Sweet das Drehbuch schrieb.

Matthew Sweet: Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema. Faber and Faber 2005. 388 Seiten.
Ich besitze die Originalausgabe; erhältlich im Buchhandel ist noch die Paperbackausgabe.

 

 

Published in: on 20. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

„Till Death Us Do Part“ – Vorbild für die deutsche TV-Serie „Ein Herz und eines Seele“

Kein Silvesterabend an dem in den ARD-Sendern nicht „Der Silvesterpunsch“ gezeigt wird; das gleiche gilt für den Rosenmontag, an dem „Der Rosenmontagsumzug“ fest eingeplant ist. Beide Sendungen sind Teile der TV-Serie „Ein Herz und eine Seele„, die in den 1970er Jahren in 25 Episoden gezeigt wurde. Auch heute noch, nach über 40 Jahren, kann man über Ekel Alfred und seine Familie herzlich lachen.
Im Abspann jeder Folge steht zu lesen „Nach einer Idee von Johnny Speight„; das heißt im Klartext, „Ein Herz und eine Seele“ hatte eine englische Vorlage. Wer war nun dieser Johnny Speight und wie hieß die Vorlage?

Johnny Speight wurde am 2. Juni 1920 in der Chester Road Nummer 57 im Osten Londons geboren, einem schmalen Reihenhaus gegenüber der Hilda Road School. Mitte der 1950er Jahre begann er für den Rundfunk, später für das Fernsehen, Drehbücher für Comedy-Sendungen zu schreiben, u.a. für Eric Sykes und Spike Milligan.
1965 hatte Mr. Speight die Idee, eine TV-Serie ins Leben zu rufen, in der ein ständig nörgelnder Mann, seine etwas beschränkte Frau, eine kesse Tochter und der politisch links orientierte Schwiegersohn im Mittelpunkt standen. „Till Death Us Do Part“ hieß dann das fertige Produkt, das erstmals am 22. Juli 1965 als Pilotsendung gestartet wurde und ein Jahr später als Serie lief.

Die Hauptpersonen:
Alfred „Alf“ Garnett ist der „Herr des Hauses“ (Alfred Tetzlaff in „Ein Herz und eine Seele“). Er wohnt mit den seinen in einem Haus in Wapping im Osten Londons. Porträtiert wird er von Warren Mitchell (1926-2015), einem Schauspieler, der zweimal den Laurence Olivier Award erhielt.

Seine Frau Elsie ‚Else‘ Garnett wird von Dandy Nichols (1907-1986) gespielt (Else Tetzlaff in der deutschen Version), oftmals als „silly moo“ betitelt, in der deutschen Fassung drastischer als „dusselige Kuh“.

Una Stubbs (geboren 1937) war Rita Rawlins, die Tochter der Garnetts (Rita Graf, geborene Tetzlaff in „Ein Herz und eine Seele“). Die Schauspielerin war im deutschen Fernsehen zuletzt in der „Inspector Barnaby“-Episode  101 „The Dagger Club“ (dt. „Britisches Roulette“) als Audrey Braylesford zu sehen.

Die Rolle des Mike Rawlins, Alfreds Schwiegersohn, übernahm Antony Booth (geboren 1931), der 2006 seine Schauspielerkarriere aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Sein deutscher Gegenpart ist Michael Graf, Alfred Tetzlaffs Schwiegersohn.

Im Gegensatz zu der deutschen TV-Serie, von der sämtliche Folgen erhalten und auf Youtube anzusehen sind, fehlen von der englischen Originalfassung viele Episoden der Anfangszeit, die die BBC aus ihren Archiven gelöscht hat.

Hier ist eine Folge in der Originalfassung zu sehen und hier eine in deutscher Synchronisation (die ARD zeigte einige Episoden ab 1969).

Published in: on 9. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The King’s Cross Theatre – Ein Theater in London mit besonders spektakulären Aufführungen

Am 16. Dezember 2014 eröffnete in London das King’s Cross Theatre seine Pforten. Wie der Name schon sagt, steht es direkt neben dem Bahnhof King’s Cross im Stadtteil Camden. Noch ein Theater? Gibt es nicht schon genug Theater in London? Nun, dieses ist ein besonderes und unterscheidet sich von den anderen Häusern in der Stadt.

Das King’s Cross Theatre besteht aus einem großen, vollklimatisierten Zelt; also kein Schwitzen im Sommer, kein Frieren im Winter. 994 Zuschauer passen maximal hinein, Bühne und Zuschauerplätze können aber variabel an die jeweiligen Bühnenstücke angepasst werden.

Die bisher gezeigten Bühnenstücke erwiesen sich als sehr erfolgreich, vor allem „The Railway Children„, nach dem Roman von Edith Nesbit, der ja auch schon zweimal verfilmt worden ist. Besonders spektakulär bei dieser Aufführung, die am 8. Januar zum letzten Mal gezeigt wird, ist, dass hier eine richtige, 60 Tonnen schwere Lokomotive quer durch den Zuschauersaal fährt. Die Londoner Zeitungen überschlugen sich in ihren Lobpreisungen dieses Stückes, das bereits 2008 vom York Theatre Royal aufgeführt wurde. 2010 ging es dann nach London, wo es im früheren Eurostar-Terminal in der Waterloo Station zu sehen war. 2001 bekam „The Railway Children“ den Olivier Award for Best Entertainment. Hier ist der Trailer zu sehen.

Den Olivier Award für Outstanding Achievement in Music erhielt im Jahr 2016 das Musical „In the Heights„. Geschrieben wurde es von dem US-Amerikaner Lin-Manuel Miranda und es erlebte seine Uraufführung 2005 in Waterford (Connecticut). Drei Jahre später kam es an den New Yorker Broadway, dann wird es seit dem 3. Oktober 2015 im King’s Cross Theatre gezeigt. Auch dieses Musical erlebt am 8. Januar diesen Jahres seine letzte Aufführung. Hier ist ein kurzer Film darüber.

Am 25. Oktober 2016 startete im King’s Cross Theatre das Musical „Lazarus„, das noch bis zum 22. Januar diesen Jahres zu sehen sein wird. Das Bühnenstück ist ein Spätwerk von David Bowie, das er zusammen mit Enda Walsh schrieb und das auf dem Roman „The Man Who Fell to the Earth“ von Walter Tevis basiert; der gleichnamige Song Bowies wurde wenige Tage vor seinem Tod veröffentlicht. Hier ist der Trailer zum Musical.

Vom 23. September bis zum 17. Dezember 2016 zeigte das King’s Cross Theatre die „Shakespeare Trilogy“ der Film- und Theaterregisseurin Phyllida Lloyd („Mamma Mia“, „Die eiserne Lady“), eigenwillige Adaptionen der Shakespeare-Dramen „The Tempest“, „Henry IV“ und „Julius Caesar“, in der nur Frauen auftreten; dieser Film zeigt Details.

The Kinema in the Woods – Ein legendäres Kino in Woodhall Spa (Lincolnshire)

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Woodhall Spa mit seinen 5000 Einwohnern liegt mitten auf dem platten Land in Lincolnshire, ziemlich weit entfernt von größeren Städten. Die Mineralquellen sind es, die den Ort in Großbritannien bekannt machten, aber noch etwas anderes gibt es hier zu bestaunen: Ein Kino, das am 11. September 1922  eröffnet wurde und noch heute mit der sogenannten Rückprojektionstechnik arbeitet und wo auch noch eine Kinoorgel im Einsatz ist, das Kinema in the Woods.

Als Eröffnungsfilm sollte „The Lion Eaters“ gezeigt werden, doch da die Filmrollen nicht rechtzeitig in Woodhall Spa eintrafen, zeigte man eben einen Charlie Chaplin-Film.
Major C. C. Allport war es zu verdanken, dass das Kino über Jahrzehnte in Betrieb war, denn bis zum Jahr 1973 leitete er es, bis es von dem heutigen Besitzer James Green übernommen wurde. 1987 wurde eine Compton Kinestra Orgel in das Kino eingebaut, die noch heute von Alan Underwood gespielt wird.

1994 wurde ein zweiter Kinosaal eröffnet (der andere hat 265 Sitzplätze), der über 92 Plätze verfügt; ein Zeichen, dass The Kinema in the Woods nicht über mangelnde Besucher klagen muss. Das Haus hat jeden Tag abendliche Filmvorführungen und am Wochenende gibt es zusätzlich noch Matineen.

Sehr schön finde ich wie man dort mit der Frage „Darf ich mein Baby mit in die Vorstellung nehmen?“ umgeht:
„We do allow babes-in-arms to be brought in to afternoon screenings free of charge on the condition that if they start to cry they must be taken out of the auditorium immediately so as not to cause a disturbance to other customers.“

Das Kinema in the Woods ist kein Nostalgiekino, das nur alte Filme zeigt. Hier kann man auch die akuellen Blockbuster sehen.
Einen kleinen Eindruck über das Kino bietet dieser BBC-Film.

The Kinema In The Woods
Coronation Road
Woodhall Spa
Lincs
LN10 6QD

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„The Remains of the Day“ (dt. „Was vom Tage übrigblieb“) – Ein Film und seine Drehorte

Darlington Hall = Dyrham Park.   © Copyright Brian Robert Marshall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Darlington Hall = Dyrham Park.
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In den 1990er Jahren verfilmte James Ivory den Roman „The Remains of the Day“ von Kazuo Ishiguro, der unter dem Titel „Was vom Tage übrigblieb“ in deutschen Kinos gezeigt wurde. Acht Oscar-Nominierungen erhielt Ivorys Werk, darunter für den besten Film und die beste männliche und weibliche Hauptrolle, das waren Anthony Hopkins und Emma Thompson. Vor wenigen Tagen wurde dieser großartige Film noch einmal auf Arte gezeigt. Für jeden, der England und seine Landhäuser mag, ist es sicher interessant zu wissen, wo die Dreharbeiten stattgefunden haben.
James Ivory und sein Produktionsstab brauchten damals keine langen Wege zurückzulegen, um zu den einzelnen Drehorten zu gelangen, denn sie alle lagen im Großraum Bath und Bristol.

Darlington Hall, dort wo Lord Darlington (James Fox) residiert und Butler James Stevens (Anthony Hopkins) arbeitet, ist Dyrham Park in South Gloucestershire, ein sehr schönes Country House in einer grandiosen Landschaft gelegen. Dyrham Park gehört dem National Trust, verfügt über ein berühmtes Wildgehege und kann besichtigt werden. Für den Film wurden hier nur die Außenaufnahmen für Darlington Hall gemacht. Dieser Film zeigt das Haus und die Gärten.

Die Innenaufnahmen für „The Remains of the Day“ wurden in mehreren anderen Häusern gedreht. Nur wenige Kilometer von Dyrham Park entfernt, liegt das Badminton House, in dem die Szenen für die Dienstbotenunterkünfte gefilmt wurden. Das Haus, nahe des Ortes Badminton in South Gloucestershire, gehört dem Duke of Beaufort und ist zurzeit nicht zu besichtigen; es steht aber für Hochzeiten zur Verfügung.  Hier wurden im Jahr 2002 auch Teile des Horrorthrillers „28 Days Later“ (dt. „28 Tage später“) gedreht.

Das Powderham Castle an der Südküste stand ebenfalls für die Innenaufnahmen als Darlington Hall zur Verfügung; hier besonders das wunderschöne Treppenhaus und das Musikzimmer. Die Burg gehört dem Earl of Devon in der 28. Generation und ist zu besichtigen. 2004 drehte man hier Szenen für den Film „Churchill – The Hollywood Years„. Hier ist ein kurzer Film über das Powderham Castle.

Corsham Court liegt westlich von Chippenham in Wiltshire. In der Bibliothek und im Dining Room drehte James Ivory Szenen für seinen Film. Das Haus und die von Capability Brown gestalteten Gärten sind zu besichtigen. Ich schrieb in meinem Blog schon einmal über die berühmte Platane dort. Stanley Kubrick verwendete Corsham Court 1975 für seinen Film „Barry Lyndon“ (dt. „Barry Lyndon“).

Zwei Pubs sind in „The Remains of the Day“ zu sehen, die von Butler James Stevens aufgesucht werden: The George Inn in Norton St Phillip (Somerset), auch in „The Fortunes and Misfortunes of Moll Flanders“ (dt. „Die skandalösen Abenteuer der Moll Flanders“) aus dem Jahr 1996 zu sehen, und The Hop Pole Inn in Limpley Stoke (Somerset), der zurzeit auf dem Markt ist.

Das Ende des Films wurde in Clevedon und vor allem in Weston-super-Mare südlich von Bristol an der Küste gedreht, im Winter Gardens Pavilion (dort wo Stevens mit Miss Kenton Tee trinkt) und im Highbury Hotel (Miss Kentons Gästehaus).

Hier ist der Trailer zu „The Remains of the Day“ zu sehen, ein Film, der ein wenig an „Downton Abbey“ erinnert.

Badminton House.   © Copyright Vieve Forward and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Das Treppenhaus im Powderham Castle. Author: Manfred Heyde. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Treppenhaus im Powderham Castle.
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Corsham Court.   © Copyright Hugh McKechnie and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The george Inn in Norton St Phillip.   © Copyright David Gearing and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Hop Pole Inn in Limpley Stoke.   © Copyright Nick Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Winter Gardens Pavilion in Weston-super-Mare.   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 29. November 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Hovis Commercial – Der beliebteste englische Werbespot aller Zeiten

Der Gold Hill in Shaftesbury.   © Copyright Chris Downer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Gold Hill in Shaftesbury.
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Eigentlich hasse ich ja Werbespots und schalte sofort den Ton aus, wenn sie auf dem Bildschirm erscheinen, aber ich muss zugeben, dass es hin und wieder einige Juwelen darunter gibt, die wirklich gelungen sind.

Der beliebteste Werbespot aller Zeiten in England stammt von der Brotfirma Hovis und wurde 1973 von Ridley Scott hergestellt, dem heute berühmten Regisseur, der zuletzt den Film „The Martian“ (dt. „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“) drehte.

Scott war damals natürlich noch nicht so bekannt und verdiente sich mit Werbespots sein Geld, von denen er etwa 2000 drehte.
In der Hovis-Werbung schiebt ein Junge sein mit Broten beladenes Fahrrad eine steile Dorfstraße hinauf, begleitet von Dvoraks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“. Der Brotjunge war der damals 13jährige Carl Barlow, der später Feuerwehrmann wurde. Den Bäcker spielte Bill Maynard, den man aus der später gedrehten ITV-Serie „Heartbeat“ kennt.
Wo der Werbespot gedreht wurde, ist unschwer zu erkennen, es war der Gold Hill in Shaftesbury (Dorset), eine der am häufigsten fotografierten Straßen Englands.
Hier ist der Spot „Bike Ride“ zu sehen. Zur Erinnerung hat man das Hovis Bread Monument neben dem Rathaus von Shaftesbury aufgestellt.

2008 brachte die Firma einen neuen, ähnlichen Werbefilm für ihr Brot heraus: „Go on lad„, ein aufwändig in Liverpool produziertes Commercial.

So kann selbst Werbung Spaß machen!

Das Hovis Bread Monument in Shaftesbury. Author: Sandister Tei. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Hovis Bread Monument in Shaftesbury.
Author: Sandister Tei.
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Published in: on 26. November 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Rover – Der erste vierbeinige Star in der Geschichte des Films

Walton-on-Thames in Surrey, wo Rover seine Heldentaten begang.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Walton-on-Thames in Surrey, wo Rover seine Heldentaten beging.
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Eigentlich hieß Rover Blair, er war ein sehr hübscher, intelligenter Collie und gehörte dem englischen Filmpionier Cecil Hepworth. Rovers Karriere als weltweit erster Filmhund begann Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Bilder noch laufen lernten. Damals dauerten die schwarz-weißen Stummfilme nicht lange, zwischen fünf und zehn Minuten in den meisten Fällen. Rovers erster Auftritt war 1903 in dem Film „Alice in Wonderland„, in dem er zusammen mit Herrchen Cecil und Frauchen Margaret spielte. Sein größter Erfolg kam zwei Jahre später in dem knapp siebenminütigen Film „Rescued by Rover„, in dem neben den beiden Hepworths auch noch ihr Baby Barbara auftrat. Rover ist in diesem kurzen Streifen der Held, denn ihm gelingt es, das von einer Zigeunerin gekidnappte Baby wieder aufzufinden. Der Kurzfilm war so erfolgreich, dass insgesamt 395 Kopien davon weltweit verkauft wurden, und er musste noch zweimal neu aufgenommen werden, da die Originalnegative zu schlecht geworden waren, um davon noch Kopien ziehen zu können. „Rescued by Rover“ ist laut Guinness Book of Records der kostengünstigste Film, der je hergestellt wurde; hier ist er in voller Länge zu sehen.

Nach „Rover Takes a Call“ (1905) kann man den Collie noch ein letztes Mal 1908 in dem Film „The Dog Outwits the Kidnapper“ sehen. Die Geschichte ist sehr ähnlich wie die in „Rescued by Rover“: Baby Barbara wird wieder entführt, von einem unbekannten Mann in einem Auto. Rover wetzt hinterher und als der Entführer sein Auto samt Baby vor einem Haus abstellt und darin verschwindet, springt Rover auf den Fahrersitz und steuert das Auto mit seinen Vorderpfoten sicher zurück in das Haus, in dem er und Baby Barbara wohnen. Hier ist die Heldentat Rovers zu bewundern.

Als der Collie im Februar 1914 starb, schrieb das Filmmagazin Pictures and Picturegoers: „No other animal in the picture world has ever attained the same amount of celebrity“.

Cecil Hepworth (1874-1953), der seinem Hund zu Weltruf verhalf, drehte diese Filme in seinen Hepworth Studios in Walton-on-Thames (Surrey). Diese später auch Nettlefold und Walton Studios genannte Filmproduktionsstätte existierte noch bis 1961, dann wurden die Gebäude abgerissen. Das Cecil Hepworth Playhouse in der Straße Hurst Grove, dort, wo die Studios einst standen, erinnert mit seinem Namen noch an diesen großen Filmpionier.

 

 

 

 

Published in: on 24. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Krimiautorin Gladys Mitchell und die Verfilmung ihrer Bücher

Corfe Mullen in Dorset, wo Gladys Mitchell von 1961 bis 1982 lebte.   © Copyright John Palmer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Corfe Mullen in Dorset, wo Gladys Mitchell von 1961 bis 1983 lebte.
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Gladys Mitchell (1901-1983) war eine Krimiautorin, deren Werke in Deutschland kaum bekannt sind. Gerade einmal drei Romane aus ihrem umfangreichen Werk wurden ins Deutsche übersetzt: „Das Geheimnis der Zwillinge“ (Originaltitel: „The Echoing Strangers“) und „Des Teufels Ellenbogen“ (Originaltitel: „The Devil’s Elbow“), beide 1953 erschienen, und „Mord auf Skeleton Island“ (Originaltitel: „Skeleton Island“) aus dem Jahr 1969.

Gladys Mitchell wurde 1901 in Cowley in Oxfordshire geboren, dort, wo sich einige Jahre später die Autofabrik Morris niederließ. Ein Krimi aus dem Jahr 1936 heißt denn auch „Dead Men’s Morris„. Die Dame war Lehrerin von Beruf und unterrichtete in mehreren Schulen im Großraum London. Nach ihrer Pensionierung siedelte sie nach Corfe Mullen in Dorset über, wo sie weitere Krimis schrieb; in der Regel einen pro Jahr. 1976 erhielt sie den Silver Dagger der Crime Writers Association und eine Zeitlang wurde sie auf die gleiche Stufe wie Agatha Christie und Dorothy Sayers gestellt. Doch dann verblasste ihr Ruhm allmählich. Auf dem britischen Buchmarkt sind einige von Mitchells Werken noch heute erhältlich, die meisten in E-Book-Form.

Die Protagonistin der Werke Gladys Mitchells heißt Beatrice Adela Lestrange Bradley und nach ihr wurde auch eine TV-Serie benannt, die die BBC von 1998 bis 2000 ausstrahlte. „The Mrs Bradley Mysteries“ umfassten nur fünf Episoden, Stoff genug für weitere 61 Folgen hätte es noch gegeben, doch die Fernsehserie schlug nicht so ein wie man es erhofft hatte, obwohl Mrs Bradley von einer sehr bekannten Schauspielerin verkörpert wurde, nämlich von Diana Rigg, unvergesslich als Emma Peel in „The Avengers“ (dt. „Mit Schirm, Charme und Melone“). An ihrer Seite spielt Neil Dudgeon, den wir als DCI John Barnaby in „Midsomer Murders“ kennen. Dudgeon ist der Chauffeur George, der Mrs Bradley in einem Rolls Royce durch das Land fährt.

Ich habe mir einmal die Episode 2 „The Rising of the Moon“ angesehen, die auf dem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1945 basiert. Diana Rigg schafft es immer noch, auf dem Bildschirm sehr präsent zu sein und spielt ihre Rolle gut. Gedreht wurde diese Folge zu weiten Teilen auf dem Village Green von The Lee und in Little Missenden, beide in Buckinghamshire gelegen. In Deutschland wurde die TV-Serie nie gezeigt.

Wer sich näher mit Gladys Mitchell beschäftigen möchte: Es gibt eine umfangreiche „Tribute“-Website über die Autorin.

Mein DVD-Tipp – David Dimbleby: A Picture of Britain

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Im Jahr 2005 strahlte die BBC eine sechsteilige Serie aus, die den Titel trug „A picture of Britain: an inspirational journey through art, landscape and identity“ und die als DVD erhältlich ist. Geschrieben und moderiert wurde die Serie von David Dimbleby, der Großbritannien von Nord nach Süd bereiste und auf die landschaftlichen Schönheiten einging. Diese stellte er in Relation zu Kunstwerken von z. B. Joseph Mallord William Turner, John Constable und Thomas Gainsborough.

Fantastische Landschaftsaufnahmen, in mitreißender Art von David Dimbleby präsentiert, machen die 6 Filme zu einer reinen Augenweide.
Die Episoden:
1. The Romantic North
2. The Flatlands
3. Highlands &  Glens
4. The Heart of England
5. The Home Front
6. The Mystical West

Der 1938 geborene David Dimbleby ist langjähriger BBC-Kommentator und hat unzählige, überwiegend politische Sendungen moderiert.

Die beiden DVDs (Spielzeit 6 Stunden) sind nach wie vor im Handel und können jedem empfohlen werden, der an Großbritannien und Landschaftsmalerei interessiert ist.
Hier ein kleiner Ausschnitt zum „Appetitanregen“.

Published in: on 19. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

„Doctor Thorne“ – Die neue TV-Serie des „Downton Abbey“-Erfinders Julian Fellowes

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Man war gespannt, was der „Vater“ der weltweit erfolgreichen TV-Serie „Downton Abbey“, Julian Fellowes, wohl als nächstes Projekt in Angriff nehmen würde. Die Antwort heißt „Doctor Thorne„, nach dem gleichnamigen Roman des viktorianischen Schriftstellers Anthony Trollope (1815-1882). Das Buch ist Teil der sogenannten „Barchester Chronicles“ und erschien 1858. Die deutsche Übersetzung hatte den gleichen Titel und wurde erstmals vom Manesse-Verlag 1954 veröffentlicht, ein umfangreiches Werk von 774 Seiten.

Julian Fellowes adaptierte Trollopes Werk für das Fernsehen und es wurde vom 6. bis zum 20. März von ITV als Dreiteiler gesendet; die Serie ist bereits auf DVD erhältlich. Ob Julian Fellowes sich mit dieser einen Staffel begnügt, ist noch offen; Stoff genug bieten die anderen Romane der „Barchester Chronicles“.

Die Hauptrolle, Doctor Thorne, spielt Tom Hollander, den man aus zahlreichen TV-Serien und Spielfilmen kennt, darunter Julian Fellowes‘ „Gosford Park“.
Seine Nichte Mary Thorne spielt Stefanie Martini, eine Neuentdeckung, die vorher ein Gastspiel in einer Folge der Serie „Endeavour“ gegeben hatte und als nächstes in einer weiteren Serie, „Emerald City“, zu sehen sein wird.
Zwei aus Inspector Barnabys „Midsomer Murders“ bekannte Schauspielerinnen sind in „Doctor Thorne“ auch zu sehen: Phoebe Nicholls, die die Countess de Courcy verkörpert. Sie war in „Midsomer Murders“-Episode 27 „A Tale of Two Hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) die Laura Smythe-Webster.
Rebecca Front ist in Julian Fellowes‘ Serie die Lady Arabella Gresham und spielte in Midsomer Murders“-Episode 97 „Let Us Prey“ (dt. „Da hilft nur beten“) Reverend Martha Hillcott.

Gedreht wurde an mehreren Orten, darunter West Wycombe Park in Buckinghamshire, dort wo im 18. Jahrhundert der ominöse Gründer des Hellfire Clubs, Sir Francis Dashwood, wohnte und das heute dem National Trust gehört. In „Doctor Thorne“ fungiert das Haus als Greshamsbury Park.

Ein weiteres Herrenhaus des National Trusts wurde ebenfalls für die Innenaufnahmen des Greshamsbury Parks genutzt: Osterley Park, in Isleworth im Westen Londons gelegen. Dieses Haus wurde für den Bankier Sir Thomas Gresham im 16. Jahrhundert gebaut (die Familie Gresham spielt eines wesentliche Rolle in der Serie „Doctor Thorne“; ist die Namensgleichheit wohl Zufall?).

Seit 2002 gehört Tyntesfield House ebenfalls zum National Trust. Es liegt bei der Ortschaft Wraxall im Norden der Grafschaft Somerset. Das im neugotischen Stil für den Geschäftsmann William Gibbs Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Haus dient in der Serie für die Außenaufnahmen von Boxall Hill, in dem Roger Scatcherd wohnt.

Hier ist der Trailer zu Julian Fellowes‘ TV-Serie zu sehen.

West Wycombe House in Buckinghamshire.    © Copyright Jurek and Trish  Sienkiewicz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

West Wycombe House in Buckinghamshire.
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Osterley Park House im Westen Londons.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Osterley Park House im Westen Londons.
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Tyntesfield House in Somerset.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tyntesfield House in Somerset.
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Das Sommervergnügen in England: Freiluftkinovorführungen auf dem Gelände von berühmten Landhäusern

Waddesdon Manor in Buckinghamshire. Eigenes Foto.

Waddesdon Manor in Buckinghamshire.
Eigenes Foto.

Wenn das Wetter mitspielt, kann es schon Spaß machen, sich vor der Kulisse eines berühmten Landhauses einen klassischen oder modernen Spielfilm anzusehen. Die Engländer lieben es in zunehmendem Maße, dieses etwas andere Sommervergnügen zu genießen. Liegend, sitzend, stehend, champagner- oder biertrinkend, kann man sich auf diese Weise einen Film auf eine ganz neue Art zu Gemüte führen.

Die Firma The Luna Cinema hat sich auf Freiluftkinovorführungen spezialisiert und organisiert diese Events in englischen Landhäusern. Dieser Film vermittelt schon einmal einen Eindruck davon. Hier sind einige Beispiele für den Sommer 2016:

Am 26. und 27. August finden vor dem Waddesdon Manor in Buckinghamshire zwei Vorführungen statt: „Romeo + Juliet“ (1996) mit Leonardo DiCaprio und Claire Danes und „Breakfast at Tiffany’s“ (1961) mit Audrey Hepburn.

Am 8. und 9. September zeigt The Luna Cinema vor dem Warwick Castle in Warwickshire „Star Wars – The Force Awakens“ (2015) mit Mark Hamill und Harrison Ford und „Notting Hill“ (1999) mit Hugh Grant und Julia Roberts.

Am 31. August und am 1. September kann man sich im hohen Norden, vor dem Alnwick Castle in Northumberland „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ (2001) mit Daniel Radcliffe und Emma Watson und „Robin Hood: Prince of Thieves“ (1991) mit Kevin Costner und Morgan Freeman ansehen.

Auf dem Gelände des Stonor Parks in Oxfordshire werden am 15. und 16. Juli die beiden Filme „Top Gun“ (1986) mit Tom Cruise und Kelly McGillis und „Grease“ (1978) mit John Travolta und Olivia Newton-John vorgeführt.

Das Harewood House in North Yorkshire ist Schauplatz von drei Vorführungen vom 7. bis zum 9. Juli: „Labyrinth“ (1986) mit David Bowie und Jennifer Connelly, „Star Wars – The Force Awakens“ (2015) mit Mark Hamill und Harrison Ford und „Dirty Dancing“ (1987) mit Patrick Swayze und Jennifer Grey.

Das ist nur eine kleine Auswahl an Veranstaltungsorten; es gibt noch viele weitere Freiluftkinovorführungen im ganzen Land.

Alnwick Castle in Northumberland.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Alnwick Castle in Northumberland.
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The D-Day Darlings – Interpretinnen von Hits aus dem Zweiten Weltkrieg

The White Cliffs of Dover, besungen von den D-Day Darlings.   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The White Cliffs of Dover, besungen von den D-Day Darlings.
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Als sich 2014 der D-Day, also die Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg, zum siebzigsten Mal jährte, hatten Stacey Wood, Katie Ashby und Emily Jane Brooks besonders viel zu tun, denn sie wurden als D-Day Darlings gut gebucht. Die drei Damen haben sich ganz der Musik verschrieben, die damals während des Krieges in Großbritannien sehr populär war, also Melodien von Vera Lynn, Judy Garland oder den Andrew Sisters. „Proudly keeping the wartime spirit alive“ ist das Motto der drei Sängerinnen und so ziehen sie denn von Stadt zu Stadt und präsentieren die alten Hits, die man in Deutschland wohl schon längst eingemottet hätte. Uniformiert oder in zeitgenössischer Kleidung trällern sie demnächst im Evesham Arts Centre, beim Afternoon Tea Dance im Hilton Hotel in Bracknell und beim Forties Weekend im Elgin Hotel in Blackpool.

2006 hatte sich das Trio formiert, ihre Musik fand Anklang und 2010 zogen die Damen mit dem Musical „The Songs That Won The War“ durch die Lande, das zu Beginn des Zweiten Weltkriegs spielt. Die D-Day Darlings arbeiten eng mit der British Legion zusammen, der sie Anteile ihrer Einnahmen durch Auftritte und Plattenverkäufe spenden.

Besonders beliebt sind zum Beispiel ihre Versionen des Vera Lynn-Songs „The White Cliffs of Dover„, „Boogie Woogie Bugle Boy“ der Andrew Sisters und Vera Lynns „There’ll Always Be An England„.

 

Balls Park in Hertford (Hertfordshire) – Luxusapartments in einer „Gated Community“

   © Copyright Melvyn Cousins and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Am Stadtrand von Hertford in der Grafschaft Hertfordshire findet sich ein Parkgelände, in dem als Mittelpunkt Balls Park steht, ein ansehnliches, denkmalgeschütztes Haus aus dem 17. Jahrhundert, das in den letzten Jahren als Apartmentkomplex umgebaut worden ist.
Sir John Harrison war der Erbauer von Balls Park; er war langjähriges Parlamentsmitglied, erst für Scarborough, dann für Lancaster. Auf Balls Park ist Harrison 1669 gestorben. Das Haus blieb noch eine ganze Weile in der Familie Harrison, bis es als Zweitwohnsitz der Marquesses of Townshend genutzt wurde, die ihren Hauptsitz auf Raynham Hall in Norfolk hatten. Die nächsten Besitzer waren die Faudel-Phillips‘, die dreimal den High Sheriff of Hertfordshire stellten. Jede Familie nahm Veränderungen und Erweiterungen an dem Gebäude vor.

Nachdem Balls Park 1946 verkauft worden war, nutzte man das Haus mehr als 50 Jahre als Lehrerfortbildungsstätte, dann übernahm die Universität von Hertfordshire für ein paar Jahre, bevor die Firma City&Country, die sich auf Umbauten historischer Gebäude spezialisiert hat, das Gelände kaufte, um aus Balls Park luxuriöse Apartments zu schaffen, die sich über das Mansion House, The Stables und The Coach House erstrecken. Die Konvertierung der Anlage war so gelungen, dass Balls Park mehrere Auszeichnungen des Evening Standards und der Sunday Times gewinnen konnte. In diesem Film ist ein Rundgang durch Balls Park zu sehen, eine „Gated Community“, in der viel Wert auf Sicherheit gelegt wird.

Da das Haus nahe an den Londoner Filmstudios liegt, wurden hier auch mehrere Filme gedreht; dazu gehören:
Amazing Grace“ aus dem Jahr 2006 mit Benedict Cumberbatch und Albert Finney, der in Deutschland unter dem Titel „Der Mann, der die Welt veränderte“ lief.
The Young Victoria“ (dt. „Viktoria, die junge Königin“) mit Emily Blunt und Rupert Friend aus dem Jahr 2009.
Die Teenie-Komödie „Wild Child“ (dt. „Wild Child“) mit Emma Roberts (2008).
Die Episode „Enemy Fire“ aus der TV-Serie „Foyle’s War“ (2004), hier in voller Länge zu sehen.

Stanley Kubricks Film „The Shining“ – Einige Anmerkungen

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Im allgemeinen bringt man den im Jahr 1980 gedrehten Horrorfilm „The Shining“ mit den USA in Verbindung, spielt er doch in den Bergen von Colorado im Overlook Hotel. Die meisten Szenen dieses Films wurden aber in Hertfordshire in England gedreht, in den Elstree Studios an der Shenley Road in Borehamwood. Die Außenaufnahmen zeigen die Timberline Lodge am Mount Hood in Oregon, aber alle Innenaufnahmen, die Schneeszenen hinter dem Hotel und im Labyrinth wurden alle in den Elstree Studios gedreht. Da es in dieser Region Englands selten schneit, verwendete man hier künstlichen Schnee. Die Elstree Studios nördlich von London zählen zu den bedeutendsten Filmproduktionsstätten im ganzen Land. Welche Filme hier alle gedreht wurden, zeigt diese Zusammenstellung.

Der Regisseur des großartigen Films „The Shining“, Stanley Kubrick, wohnte gar nicht weit entfernt von den Elstree Studios, im Childwickbury Manor, am Ortsrand von St Albans, ebenfalls in Hertfordshire. Hier lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1999 und hier ist er auch begraben worden. Im Childwickbury Manor, einem riesigen, 18 Schlafzimmer umfassenden Anwesen ging Stanley Kubrick die Szenen des Films immer wieder durch und hier erhielt der auch seinen letzten Feinschliff. Kubricks deutsche, in Braunschweig geborene Ehefrau Christiane lebte nach dem Tod ihres Mannes weiterhin in dem Haus in Hertfordshire.

Ein Schauspieler, der zwar nur eine kleine Rolle in „The Shining“ hatte, gefiel mir besonders gut: Philip Stone, der den ehemaligen Hausmeister des Hotels Delbert Grady spielte bzw. den Ober in der Bar des Cold Rooms, mit dem Jack Torrance (Jack Nicholson) zusammenstieß. Er spielt die Rolle großartig! (Hier ist die „bathroom Scene“ zu sehen und hier die „pantry Scene“, in der Delbert Grady/Philip Stone nur zu hören ist). Stone wurde 1924 in einem Vorort von Leeds geboren und starb 2003 im Alter von 79 Jahren in London. Seinen letzten Filmauftritt hatte er 1993 in Peter Greenaways „The Baby of Mâcon“ (dt. „Das Wunder von Mâcon“), wo er die Rolle des Bischofs spielte (hier ist ein Filmausschnitt).

Delbert Gradys Töchter, die er in einem Anfall von Wahnsinn erschlug, und die Jacks Torrances Sohn Danny in einer gruseligen Szene zum Spielen auffordern („Come and Play with us, Danny, forever, and ever, and ever“), wurden von den beiden zehnjährigen Londoner Zwillingen Lisa und Louise Burns gespielt (hier ist die Szene zu sehen). Lisa ist heute Rechtsanwältin, Louise ist Wissenschaftlerin. Die beiden Mädchen hatten sich damals nach Fertigstellung von „The Shining“ den Film nicht angesehen, das taten sie erst zwölf Jahre später. Beim Treffen einiger Mitglieder des Produktionsstabs in den Elstree Studios aus Anlass des 35. Jahrestages des Bestehens des Films waren auch die Grady-Töchter anwesend.

Hier in Borehamwood in Hertfordshire wurden die meisten Szenen von "The Shining" gedreht.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in Borehamwood in Hertfordshire wurden die meisten Szenen von „The Shining“ gedreht.
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Childwickbury Manor, wo Stanley Kubrick bis zu seinem Tod lebte. Author: AnemonePrjectors. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license

Childwickbury Manor, wo Stanley Kubrick bis zu seinem Tod lebte.
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Published in: on 28. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Hedsor House in Buckinghamshire – Hochzeitspaare und Filmcrews sind hier sehr willkommen

Nur ein Katzensprung vom Cliveden House entfernt, liegt das Hedsor House. Beiden gemeinsam ist der Blick auf die Themse, die unterhalb der Häuser ruhig vorbeizieht, und die vielen prominenten Besucher, die sich im Laufe der Zeit hier eingefunden haben. Die Nähe zum Windsor Castle brachte es mit sich, das gekrönte Häupter in den beiden Häusern zu Besuch waren. Über Cliveden habe ich in meinem Blog bereits berichtet, so möchte ich heute ein paar Worte über Hedsor House sagen.

Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg, Mutter Georgs III., wohnte hier im 18. Jahrhundert. Wie sein Nachbar Cliveden brannte auch dieses Haus nieder und wurde später im Jahr 1868 wieder aufgebaut. Frederick Irby, 2nd Baron Boston war der neue Besitzer.
In den 1960er Jahre diente Hedsor House als Konferenz- und Trainingszentrum der britischen Firma International Computers Limited. Nachdem das in georgianischem Stil erbaute Haus komplett renoviert worden war, öffnete es seine Pforten für Veranstaltungen, Hochzeitsfeiern und andere festlichen Ereignisse. Seit 1932 ist Hedsor im Besitz der Familie Shephard, die sicher darauf stolz ist, dass in ihren Räumen zahlreiche Filme gedreht worden sind, in denen renommierte Schauspieler mitgewirkt haben. Hier sind einige Beispiele:

The Golden Compass“ (dt. „Der goldene Kompass“) mit Nicole Kidman und Daniel Craig, ein Fantasy-Film nach dem gleichnamigen Roman von Philip Pullman 2007.

The Girls of Hedsor Hall„, eine achtteilige Reality-Fernsehserie der MTV (2009).

Brighton Rock“ (dt. „Brighton Rock“) mit Sam Riley und Helen Mirren (2010).

Quartet“ (dt. „Quartett“), ein Spielfilm mit Maggie Smith und Tom Courtenay, bei dem Dustin Hoffman Regie geführt hat (2012).

Mortdecai“ (dt. „Mortdecai, der Teilzeitgauner“) mit Johnny Depp und Gwyneth Paltrow (2015).

Legend“ (dt. „Legend“) mit Colin Morgan und Tom Hardy, die verfilmte Geschichte der Kray Twins (2015).

Downton Abbey„. In der 5. Staffel, Teil 4, besuchen Lady Mary und ihre Tante Rosamund eine Modenschau, bei der Lady Mary auf  Charles Blake trifft. Für diese Aufnahmen wurden die Centre Hall und der Ball Room verwendet.

Dieser Film zeigt einige Außen- und Innenaufnahmen vom Hedsor House in Buckinghamshire.

Die Zufahrt zum Haus erfolgt über die Heathfield Road, das ist die Verlängerung der Cliveden Road, wenn man vom Süden aus Richtung Taplow kommt.

 

DVD- und Buchtipp – Robbie Coltrane: B-Road Britain

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Auf dem Umschlag dieses 2008 erschienenen Buches steht der Zusatz „Off the beaten track and into the heart and soul of Britain“. Diese Reise in das Herz und die Seele Großbritanniens macht Robbie Coltrane in seinem roten Jaguar XK 150 S, ein legendärer Sportwagen, der 1958 in Serie ging.

Coltrane reist von London nach Glasgow ausschließlich auf B-Roads, also Landstraßen und kommt auf diese Weise mit vielen interessanten Leuten in Kontakt. Er trifft Wing Walker in Gloucestershire, das sind mutige Menschen, die auf den Tragflächen von fliegenden Doppeldeckern ihre Kunststücke vorführen, und Brieftauben-Fans in Sunderland, die ihre Lieblinge 800 – 900 km wegtransportieren, um sie dann nach Hause fliegen zu lassen.

Das Buch ist erstens sehr interessant und zweitens sehr humorvoll geschrieben. Wer Robbie Coltrane nicht kennt: Er ist ein sehr beliebter schottischer  Filmschauspieler, der in zahlreichen Kinofilmen und im Fernsehen seine Auftritte hatte, z.B. in „Ocean’s Twelve“ und „GoldenEye“. Im Fernsehen spielte er in einigen „Blackadder“-Folgen an der Seite von Rowan Atkinson und in Deutschland kennen wir ihn durch die Krimiserie „Für alle Fälle Fitz“, in der er einen Profiler in Manchester spielte. Besonders bekannt wurde er durch die Verkörperung des Rubeus Hagrid in den Harry Potter-Filmen.

Zu dem Buch gibt es auch die passende DVD, die die komplette ITV-Serie beinhaltet (hier ein Ausschnitt).

Robbie Coltrane: B-Road Britain – Off the beaten track and into the heart and soul of Britain. Bantam Press 2008. 288 Seiten. ISBN  978-0593059968.

Downton Abbey – The Finale

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Ja, gestern Abend war es soweit, da musste ich schweren Herzens Abschied nehmen von all den liebgewordenen Figuren aus der TV-Serie „Downton Abbey“, denn gestern erhielt ich aus England die DVD „Downton Abbey – The Finale„. Zu Weihnachten sendete ITV die letzte Folge und schon kurz darauf war die DVD erhältlich.
Natürlich werde ich nicht verraten wie alles zu Ende geht (wer weiß, wann und ob das ZDF die Serie weiter synchronisieren und ausstrahlen wird, da sie ja wohl in Deutschland ein Flop geworden ist bzw. durch die schlechten Sendezeiten dazu gemacht wurde), nur soviel, dass es zu einem Happy End für alle Beteiligten kommt. Ein Baby wird in Downton Abbey geboren und ein weiteres angekündigt, es stirbt niemand und selbst für Lady Edith stehen die Sterne endlich einmal günstig.

Wie immer in den Weihnachtsspecials zieht die Familie Grantham auch in dieser Folge für einige Tage zu Besuch in ein anderes „Stately Home“, dieses Mal in die stattliche Burg der zukünftigen Schwiegermutter von Lady Edith. Gedreht wurde, wie unschwer zu erkennen ist, im Alnwick Castle in Northumberland, dem Familiensitz der Percys, die hier schon seit Jahrhunderten ansässig sind.

Von 2010 bis 2015 lief die TV-Serie, eine der beliebtesten weltweit. Ob es wohl noch einmal irgendwann einen Spielfilm „Downton Abbey“ geben wird, von dem immer einmal wieder gemunkelt wird?

Die Darsteller von Downton Abbey, die mittlerweile in der ganzen Welt bekannt geworden sind (wenn sie es nicht schon wie Maggie Smith waren), sahen/sehen sich mit neuen Aufgaben konfrontiert. Hier sind einige Beispiele:

Maggie Smith (Violet Crawley, Dowager Countess of Grantham) hat im Jahr 2015 den Film „The Lady in the Van“ gedreht, nach dem gleichnamigen Buch von Alan Bennett. Darin spielt sie die Rolle der Miss Shepherd, einer exzentrischen, obdachlosen Frau, die in einem heruntergekommenen Lieferwagen in der Einfahrt zum Haus des Schriftstellers Bennett wohnt.

Hugh Bonneville (Robert Crawley, Earl of Grantham) wird in diesem Jahr als Lord Louis Mountbatten in dem Film „Viceroy’s House“ zu sehen sein, an der Seite von Gillian Anderson und Simon Callow.

Elizabeth McGovern (Cora Crawley, Countess of Grantham) hat im Jahr 2015 in Louisiana den Film „Showing Roots“ gedreht, in dem es um zwei Angestellte eines Schönheitssalons in den Südstaaten geht, die erleben wie die Fernsehausstrahlung der Serie „Roots“ das Leben in ihrer Kleinstadt verändert.

Michelle Dockery (Lady Mary) hat letztes Jahr an der Seite von Charlotte Rampling und Jim Broadbent in dem Film „The Sense of an Ending“ mitgespielt, der nach dem gleichnamigen Roman von Julian Barnes gedreht wurde. Darauf werden wir sie in dem Musicalfilm „Consider Yourself: The Lionel Bart Story“ sehen, zusammen mit Geoffrey Rush und Stephen Fry.

Laura Carmichael (Lady Edith) hat die Rolle der Muriel Williams in dem Film „A United Kingdom“ übernommen, der u.a. in Botswana gedreht wurde und in diesem Jahr in die Kinos kommen soll.

Auch Joanne Froggatt (Anna Bates) hat sich nach anderen Rollen umgesehen und spielt in den Filmen „Starfish“ und „A Street Cat Named Bob“ (nach dem Bestseller von James Bowen) mit. Beide Filme sollen in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Sophie McShera (Daisy) war im letzten Jahr in der TV-Serie „The Job Lot“ zu sehen und spielt jetzt als Gwynne in der US-Serie „Galavant“ mit.

Penelope Wilton (Isobel Crawley) spielt die Rolle der Königin in dem für Mitte 2016 angekündigten Steven Spielberg-Film „The BFG„, nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Roald Dahl, das auf Deutsch „Sophiechen und der Riese“ heißt.

P.S. Wer sich für die Schauplätze interessiert, die für die Dreharbeiten genutzt wurden, findet hier eine sehr gut gemachte übersichtliche Karte.

Published in: on 1. Januar 2016 at 02:00  Comments (6)  
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Downton Abbey im deutschen Fernsehen – Einige kritische Anmerkungen

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Am 16. November erschien die sechste und letzte Staffel der Erfolgsserie „Downton Abbey“ auf DVD; jetzt wird es nur noch, wie jedes Jahr, ein Weihnachtsspezial geben, dann ist die TV-Serie beendet. Leider, muss ich sagen, denn sie ist in meinen Augen eine der besten, die in den letzten Jahren produziert wurde. Ich habe mir alle DVDs, inklusive der letzten, zugelegt und kann sie mir jederzeit wieder ansehen.

Die Rechte für „Downton Abbey“ im Free-TV hatte sich das ZDF gesichert, aber man ging lieblos damit um. Statt die von Kritikern hochbewertete Fernsehserie zur besten Sendezeit samstags oder sonntags um 20.15 Uhr auszustrahlen, brachte man die einzelnen Staffeln zu merkwürdigen Zeiten. Staffel 1 und Staffel 2 wurden zur Weihnachtszeit am späten Nachmittag gesendet, wogegen nichts zu sagen ist. Staffel 3 zeigte das ZDF von September bis November 2014 am Samstagnachmittag ab 13.50 Uhr, eine sehr ungünstige Zeit, was auch zu Protesten der DA-Fans führte. Staffel 4 in diesem Herbst war ursprünglich für den Sonntagnachmittag geplant. Die ersten beiden Doppelfolgen liefen auch am 1. und 8. November kurz nach 15 Uhr, die nächsten beiden für den 15. November anberaumten Episoden wurden aber kurzerhand gestrichen und durch einen albernen US-Spielfilm ersetzt. Der neue Sendeplatz stattdessen für die Folgen 5 und 6: 1.50 Uhr und 2.35 Uhr. Toll!! Da werden sicher ganz viele Menschen zugesehen haben. Die DA-Quoten sanken in den tiefsten Keller. Das ZDF kickte dann die Serie komplett aus ihrem Programm und verbannte sie auf ZDFneo, wo sie nun am Sonntagvormittag gezeigt wird. Wer möchte kann sich die vierte Staffel auch noch einmal am 23. und 24. Dezember bei ZDFneo ansehen. Beginn am 23. 12. um 00.15 Uhr und am 23./24.12. um 23.45 Uhr. Viel Spaß!!! Vielleicht verzichtet man ja auf die Staffeln 5 und 6 ganz, weil die Einschaltquoten bei diesen Sendezeiten so gering sind.

In Österreich lief „Downton Abbey“ übrigens bei ATV von der ersten bis zur vierten Staffel immer am Sonntagabend um 20.15 Uhr. In den USA beginnt PBS mit der Ausstrahlung der sechsten Staffel am Sonntag, dem 3. Januar 2016 um 21 Uhr Ostküstenzeit. ITV in Großbritannien hatte alle Folgen am Sonntagabend um 21 Uhr im Programm. Es geht eben auch anders!

Published in: on 27. November 2015 at 02:00  Comments (8)  
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Eric Sykes: „It’s Your Move“ – Eine wunderschöne Komödie für Freunde des englischen Humors

Foto meiner Videocassette.

Foto meiner Videocassette.

Vor einigen Jahren stellte ich in meinem Blog schon einmal die Kurzfilme „The Plank“ und „Mr. H is Late“ von Eric Sykes (1923-2012) vor. Ich mag diesen Comedian, ich mag seine Filme und ich mag die skurrilen Schauspieler, die er in seinen Komödien um sich schart.

In „It’s Your Move„, eine Slapstick-Comedy aus dem Jahr 1982 , in der es um einen chaotischen Umzug geht, sehen wir auch einige Akteure aus den beiden o.a. Filmen wieder. Neben Eric Sykes als „Head Removal Man“ agieren:

Tommy Cooper (1921-1984) als tollpatschiger Möbelpacker. Sein Markenzeichen bei seinen Auftritten war ein roter Fez.
Jimmy Edwards (1920-1988) als Polizist, der wieder ständig mit seinem widerspenstigen Fahrrad zu kämpfen hat.
Johnny Vyvyan (1929-1984) als kleiner Möbelpacker.
Bob Todd (1921-1992) als alter Möbelpacker.
Andrew Sachs (geb. 1930) als Straßenfeger. Wer genau hinsieht, erkennt ihn als Kellner Manuel aus „Fawlty Towers“ wieder.
Richard Briers (1934-2013) spielt den Unglücksraben, der in das neue Haus einzieht. Ich erinnere mich sehr gern an ihn als mordenden Vikar in der Inspector Barnaby-Episode 6 „Death’s Shadow“ (dt. „Der Schatten des Todes“). Ein großartiger Schauspieler!!
Sylvia Sims (geb. 1934) ist die Ehefrau, die so manches über sich ergehen lassen muss. In „Mr. H. is Late“ spielte sie die Frau mit dem Pudel.
Bernard Cribbins (geb. 1928) spielt den rasenmähenden Nachbarn.
Irene Handl (1901-1987) ist die „Grand Old Lady“.

Wer einen Nerv für diese Art von englischem Humor hat, wird sich über „It’s Your Move“ köstlich amüsieren. Hier ist der Film zu sehen.
Gedreht wurde übrigens in Hampton Hill, im Südwesten von London.

Ich besitze noch eine Videocassette mit den Eric Sykes-Filmen, die aber auch auf DVD vorliegen.

Die Park Road in Hampton Hill. Hier könnte "It's Your Move" gedreht worden sein, wobei ich mir aber nicht sicher bin.   © Copyright David Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Park Road in Hampton Hill. Hier könnte „It’s Your Move“ gedreht worden sein.
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Published in: on 16. November 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Downton Mile Appeal in Bampton (Oxfordshire) – Eine Initiative zur Erhaltung der Old Grammar School

Bampton Library aka Downton Cottage Hospital. With friendly permission of the Bampton Community Archive.

Bampton Library aka Downton Cottage Hospital.
With friendly permission of the Bampton Community Archive.

Seit dem letzten Sonntag zeigt das ZDF wieder weitere Folgen der Erfolgsserie „Downton Abbey„, allerdings erst die Staffel 4, während zeitgleich in England die sechste und letzte Staffel vom Sender ITV ausgestrahlt wird.
Neben dem Highclere Castle und den Ealing Studios wurden viele Szenen in der Kleinstadt Bampton in Oxfordshire gedreht (ich berichtete in meinem Blog darüber). Dort liegen die St Mary’s Church, Churchgate House, das Haus, das als Isabel Crawleys Refugium dient, und die Bibliothek des Ortes, umfunktioniert als Downton Cottage Hospital in der TV-Serie, direkt nebeneinander.
Die Bampton Library aka das Downton Cottage Hospital  sind im Gebäude der Old Grammar School untergebracht, die im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Das Obergeschoss des Hauses ist leider schon seit Jahrzehnten in einem sehr schlechten Zustand, so dass der Zutritt gesperrt werden musste. Es fehlte der Gemeinde an Geld, um es wieder herrichten zu können.
Jetzt ist ein neuer Vorstoß unternommen worden, um Geld zu sammeln, das man für die Restaurierung ausgeben möchte. Da kommt die Popularität der TV-Serie und ihrer Darsteller gerade recht. Mit dem Downton Mile Appeal will man in Bampton £71,527 zusammenbekommen, und zwar hat man einen Rundgang eingerichtet, der an allen Drehorten vorbeiführt und der eine Meile lang ist. Wenn man jetzt diese Meile mit Ein-Pfund-Münzen „pflastert“, käme man auf die genannte Summe. Eine Viertel Millionen Pfund wird in etwa benötigt, um das Dach und den Fußboden wiederherzustellen und eine Treppe einzubauen. In dem Obergeschoss soll nach Fertigstellung eine permanente Downton Abbey-Ausstellung eingerichtet werden. Viele der DA-Schauspieler haben schon gespendet, inklusive Hugh Bonneville, der den Earl of Grantham spielt, und der sich sehr für den Downton Mile Appeal einsetzt, wie dieses Video zeigt.

Vielleicht finden sich auch in Deutschland Downton Abbey-Fans, die dieses Projekt mit £1 unterstützen möchten, das unter der Federführung des Bampton Community Archives läuft. Man kann mit Kreditkarte oder über Paypal bezahlen. Ich habe das gerade getan.

Hier geht es zum Überweisungsformular

Drei Spielfilme, die in der Londoner U-Bahn gedreht wurden

Charing Cross Station.   © Copyright Oxyman and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Zahlreiche Spielfilme wurden schon in der Londoner U-Bahn gedreht, wobei sich die Gänge, Stationen und Gleisanlagen besonders für gruselige Filme eignen. Speziell die aufgegebenen Stationen wie die Aldwych Tube Station sind bei den Produktionsgesellschaften beliebt, weil man hier in aller Ruhe drehen kann, ohne von den U-Bahnpassagieren gestört zu werden. Ich habe einmal drei Filme ausgesucht, in deren Mittelpunkt die Londoner „Tube“ steht.

Wie mag es wohl in den endlosen Gängen der U-Bahn aussehen, wenn nachts keine Züge mehr fahren? Diese Erfahrung muss Kate, deutsche Agentin bei einer Modeagentur, in dem Film „Creep“ (2004) machen, als sie spätabends auf dem Bahnsteig der Station Charing Cross einschläft und erst wieder aufwacht, als alle Ausgänge verschlossen sind. Was sie jetzt alles erlebt, möchte man seinem ärgsten Feind nicht wünschen. Kate wird gespielt von Franka Potente, Regie führte Christopher Smith. In diesem Film jagt ein Schockeffekt den nächsten und er ist nichts für Menschen mit schwachen Nerven. Eine DVD in deutscher Synchronisation mit dem Titel „Creep“ ist erhältlich; einen Vorgeschmack gibt der Trailer.

Nicht weniger aufregend und schockierend ist der Film „Death Line“ (1972), der in den USA als „Raw Meat“ und in Deutschland unter dem vielversprechenden Titel „Tunnel der lebenden Leichen“ in den Kinos lief. Der Regisseur Gary Sherman hat den Film 1972 gedreht, basierend auf einer von ihm geschriebenen  Geschichte, in der es um Kannibalismus geht. Auf einer U-Bahnbaustelle unterhalb des Britischen Museums wird eine Gruppe von Arbeitern verschüttet, die sich nur durch Kannibalismus am Leben halten können. Als nur noch einer zurückbleibt, macht der sich auf Suche nach Nahrung zwischen den U-Bahnstationen Russell Square und Holborn
Donald Pleasance und Wo-ein-Horrorfilm-gedreht-wird-darf-ich-nicht-fehlen Christopher Lee sind in dem Streifen zu sehen, den es auch einmal als DVD in deutscher Synchronisation gab und der im regulären Handel meines Wissens nicht mehr erhältlich ist. Hier ist der Trailer.

Das schlimmste, was einem Fahrer der Londoner U-Bahn passieren kann, ist, wenn sich ein Selbstmörder vor seinen Zug wirft, was gar nicht so selten passiert (die Northern Line verzeichnet die meisten Selbstmorde). Um dieses Thema geht es in dem Film „Three and Out“ aus dem Jahr 2008, der in Deutschland unter dem Titel „3 und Raus“ lief und als DVD erhältlich ist. Hierbei handelt es sich nicht um einen Horrorfilm, sondern um eine Komödie mit schwarzem Humor. Paul Callow ist U-Bahnfahrer, dem binnen weniger Tage zwei Männer vor seinen Zug fallen und getötet werden. Pauls Kollegen berichten ihm von einer wenig bekannten Regel der U-Bahnverwaltung, dass Fahrer, denen in einem Monat drei Menschen vor den Zug fallen, entlassen werden und als Entschädigung zehn Jahresgehälter ausgezahlt bekommen. Dieses Angebot ist für Paul sehr verlockend und so macht er sich auf die Suche nach einem dritten Opfer… In den Hauptrollen sind Mackenzie Crook und Gemma Arterton zu sehen. Regie führte Jonathan Gershfield. Hier ist der Trailer.

U-Bahnstation Russell Square. Author: Sunil060902. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

U-Bahnstation Russell Square.
Author: Sunil060902.
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Holborn Underground Station.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Holborn Underground Station.
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Der verbarrikadierte Eingang zur früheren Aldwych Tube Station, die früher Strand Station hieß, und die gern für Filmaufnahmen verwendet wird.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der verbarrikadierte Eingang zur früheren Aldwych Tube Station, die früher Strand Station hieß, und die gern für Filmaufnahmen verwendet wird.
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Published in: on 21. Oktober 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Joan „Miss Marple“ Hickson und ihr früherer Wohnort Wivenhoe in Essex

Blick von der Kirche St Mary's auf Joan Hicksons Haus an der Rose Lane in Wivenhoe. Author: Keith Beckett. Creative Commons 3.0 Unported.

Blick von der Kirche St Mary’s auf Joan Hicksons Haus an der Rose Lane in Wivenhoe.
Author: Keith Beckett.
Creative Commons 3.0 Unported.

In meinen Augen hatte es nie eine bessere Verkörperung von Agatha Christies Miss Marple gegeben als Joan Hickson in ihrer TV-Serie „Miss Marple“, die von 1984 bis 1992 in England produziert wurde. Es gibt eine schöne DVD-Box mit allen Folgen auch in deutscher Synchronisation. Hier ein kurzer Ausschnitt.

Joan Hickson wurde am 5. August 1906 in Kingsthorpe, einem Vorort von Northampton geboren. 1927 hatte sie ihren ersten Bühnenauftritt. 1946 trat sie in Agatha Christies „Appointment With Death“ (dt. „Der Tod wartet“) in London auf, und die große Dame des Kriminalromans war von Joan Hickson so angetan, dass sie ihr schrieb, sie wünschte sich, dass sie eines Tages einmal ihre Miss Marple spielen würde. Vierzig Jahre später war es dann tatsächlich so weit, dass sich Agatha Christies Wunsch erfüllte.

1958 hatte sich die Schauspielerin in ein beschauliches Dorf in Essex zurückgezogen, in dem sie sich bis ans Ende ihres Lebens außerordentlich wohlfühlte, nach Wivenhoe am River Colne, im Dunstkreis der Universitätsstadt Colchester. Der Campus der  University of Essex grenzt im Norden an das hübsche Dorf, und so wohnen etliche Studenten und Lehrkräfte hier in Wivenhoe.

Joan Hickson hatte sich ein Haus in einer kleinen Straße namens Rose Lane ausgesucht. Was für ein netter Name für eine Straße, die man sich auch in Miss Marples St Mary Mead vorstellen könnte. Ihr Haus am oberen Ende von Rose Lane blickte direkt auf die Kirche St Mary’s, am unteren Ende liegt ein Pub mit dem Namen Rose & Crown direkt am Flussufer. Miss Marple selbst hätte sich hier bestimmt auch wohlgefühlt. Mrs Hickson war Kundin in den Läden von Wivenhoe, sehr beliebt und sicher war man im Ort auch stolz, dass sie sich hier niedergelassen hatte.
Wenn sie in London auf der Bühne stand, versuchte sie so schnell wie möglich anschließend wieder nach Hause zurückzukommen („I love getting back to Wivenhoe. I get out of my wig, bustle and costume in three minutes flat at the end of the play before jumping into a taxi outside the theatre and catching the train home“).

Joan Hickson war mit dem Arzt Eric Norman Butler verheiratet, der 1967 starb. Sie hatten eine Tochter und einen Sohn. Letzerer, Nicholas Butler, interessierte sich sehr für seinen Heimatort und schrieb das 400 Seiten starke Buch „The Story of Wivenhoe„, das 1989 bei der Quentin Press erschien und auf dessen Umschlagfoto die Rose Lane zu sehen ist.

Joan Hickson starb am 17. Oktober 1998 im Colchester General Hospital an den Folgen eines Schlaganfalls (hier die BBC-Meldung über ihren Tod). An ihrem ehemaligen Haus am Rose Lane ist eine blaue Plakette angebracht. Interessanterweise findet man am letzten Haus am unteren Ende der Straße, am Quay House, eine weitere blaue Plakette, die an einen anderen Schauspieler erinnert. Hier verbrachte John Martin-Harvey (1863-1944), Sohn eines lokalen Werftbesitzers, einen Teil seiner Kindheit. Er wollte nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten, sondern lieber eine Karriere auf der Bühne suchen. William Schwenck Gilbert half ihm dabei, der zusammen mit Arthur Sullivan als Gilbert and Sullivan weltberühmt wurde. Die blaue Plakette enthüllte übrigens Joan Hickson, und ihr Sohn Nicholas Butler verfasste eine Biografie des Schauspielers „John Martin-Harvey: Biography of an Actor-Manager„, die im Jahr 2002 erschien.

Beerdigt wurde Joan Hickson nicht in Wivenhoe, sondern in dem weit entfernt gelegenen Friedhof von Sidbury in Devon. Der Grabstein trägt die Inschrift „Joan Bogle Butler“ (Ihre Mutter hatte den Mädchennamen Edith Mary Bogle).

Hier ist ein kurzer Film über Wivenhoe heute.

The Rose & Crown am River Colne am Beginn der Straße Rose Lane.   © Copyright Dr Neil Clifton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Rose & Crown am River Colne am Beginn der Straße Rose Lane.
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„Tales of the Unexpected“ – Eine Fernsehserie, die ursprünglich auf den Kurzgeschichten von Roald Dahl basierte

Auf diesem Buch basieren ein Teil der Geschichten der TV-Serie. Foto meines Exemplares.

Auf diesem Buch basiert ein Teil der Geschichten der TV-Serie.
Foto meines Exemplares.

Viele werden sich wohl nicht mehr an die Fernsehserie „Die unglaublichen Geschichten von Roald Dahl“ erinnern, die das ZDF Anfang der 1980er Jahre sendete. Übernommen wurde die Serie von der ITV; in Großbritannien lief sie unter dem Titel „Tales of the Unexpected“ von 1979 bis 1988. Produziert wurden die makaberen Geschichten von der in Norwich ansässigen Firma Anglia Telivision.

Roald Dahl schrieb seine großartigen Mini-Horrorgeschichten „Someone Like You“ im Jahr 1953 und „Kiss Kiss“ 1960; darauf basierten die jeweils 25 Minuten langen Filme der ersten Staffel der TV-Serie. In der zweiten Staffel stammten schon vier Epiosoden aus der Feder anderer Autoren, in der dritten Staffel war nur noch eine Dahl-Erzählung dabei. Insgesamt wurden 112 Filme gedreht.

Das Besondere an der Serie war, dass Roald Dahl alle auf seinen Büchern basierenden Filmepisoden selbst, am flackernden Kamin sitzend, vorstellte und einleitete. Das Budget für die Produktion war gering, was aber namhafte Schauspieler nicht davon abhielt, in den Filmen mitzuspielen. Es traten u.a. auf: Joan Collins, John Gielgud, Joseph Cotton und Timothy West.

The Man from the South“ wurde als erste Folge der ersten Staffel gesendet, mit José Ferrer in der Hauptrolle; gedreht wurde auf Jamaika in der Karibik. Es folgten „Mrs Bixby and the Colonel’s Coat“, „William and Mary“ und „Lamb to the Slaughter“ (mit Susan George und Brian Blessed).

Die Titelmusik wurde von dem Australier Ron Grainer (Dr Who, The Prisoner, Paul Temple) komponiert, der dafür 1981 den Bafta Best Television Music Award erhielt. Die Melodie geht einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf, wenn man sie einmal gehört hat. Hier ist die Titelmusik.
Die junge Dame, die als Silhouette im Vorspann zu sehen ist, war keine professionelle Tänzerin, sondern eine Sekretärin aus Berkshire namens Karen Standley, die mehr oder weniger zufällig diesen Job angeboten bekam, da ihr damaliger Freund für die Produktionsfirma arbeitete.

Da Anglia TV die Serie produzierte, wurden eine ganze Reihe von Episoden auch in Norfolk gedreht wie „Royal Jelly“ in Thurning, „The Moles“ in North Walsham und „The Absence of Family“ in Holt.

Am 13. Mai 1988 wurde die letzte Folge „Mr Know-All“ gesendet, dann war Schluss.

Hier ist die erste Folge der ersten Staffel „The man From the South“ zu sehen.

Über meinen Besuch im Roald Dahl Museum in Great Missenden (Buckinghamshire) schrieb ich in meinem Blog bereits, ebenso über sein Grab auf dem Friedhof von St Peter und St Paul in Great Missenden.

 

Published in: on 8. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Theatre of Small Convenience in Great Malvern (Worcestershire) oder Wie aus einer öffentlichen Toilette das kleinste Theater der Welt wurde

Früher WC, jetzt Theater.    © Copyright David Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Früher WC, jetzt Theater.
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Ein Public Convenience ist die diskrete englische Umschreibung für eine öffentliche Toilette, und solch ein Gebäude stand jahrelang am Edith Walk in der Stadt Great Malvern in Worcestershire. Es war ein den Herren vorbehaltenes, viktorianisches WC, das in den 1980er Jahren außer Betrieb genommen wurde, anschließend den einen oder anderen kleinen Laden beherbergte und nun verlassen dastand. Was sollte man mit diesem knapp fünf Meter langen und bis zu drei Meter breiten Häuschen anfangen? Abreißen? Nein, meinte Dennis Neale, ein Puppenspieler aus Great Malvern, daraus mache ich ein Theater. Eine verrückte Idee, aber tatsächlich baute der Mann das Gebäude in ein Mini-Theater um, in dem nicht mehr als 12 Besucher Platz nehmen können.

Im November 1999 eröffnete Dennis Neale sein passenderweise Theatre of Small Convenience genanntes Theater (das die URL www.wctheatre.co.uk hat), dessen „Bühne“ aus einem schrankähnlichen Gebilde besteht, umrahmt von Wand- und Deckenbildern. Einen ersten Eindruck kann man sich von diesem Panorama verschaffen und in diesem kleinen Film stellt Dennis Neale sein Theater vor.

Dennis Neales kleine Theaterstücke dauern meist nur fünf bis zehn Minuten, sind aber nicht nur für Kinder gedacht, auch Erwachsene können sich in dem winzigen Raum vergnügen. Die Stücke haben Namen wie „Quackery Codswallop“ oder „The Tale of the Snowcake Man“; aber nicht nur der Eigentümer des Theaters ist hier aktiv, manchmal kommen auch Gäste aus anderen Ländern, die ihre kleinen Kunstwerke in dem Ex-WC aufführen. So geschehen im Jahr 2005 bei einem internationalen Puppenspieler-Festival, bei dem „puppeteers“ aus Ungarn, Kanada, Portugal und Hongkong teilnahmen.

Hin und wieder finden hier auch andere Veranstaltungen statt wie Lesungen und Musikdarbietungen wie hier zu sehen.

The Theatre of Small Covenience
Edith Walk
Great Malvern, Worcs. WR14 4QH

Die Bühne. Author: Hannah Donovan. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Die Bühne.
Author: Hannah Donovan.
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„Partners in Crime“ – Eine neue Mini-Serie der BBC nach Motiven von Agatha Christie

Turville (Buckinghamshire); Drehort der Serie "Partners in Crime". Hier wohnen Tommy & Tuppence. Eigenes Foto.

Turville (Buckinghamshire), Drehort der Serie „Partners in Crime“. Hier wohnen Tommy & Tuppence.
Eigenes Foto.

Das Ermittlerduo Tommy & Tuppence stand eigentlich immer im Schatten von Miss Marple und Hercule Poirot. Die „geistige Mutter“ der vier war Agatha Christe, deren 125. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Aus diesem Anlass hat die BBC die Mini-Serie „Partners in Crime“ produziert, die zur Zeit in England ausgestrahlt wird. Im Mittelpunkt der sechsteiligen Serie stehen Tommy & Tuppence und als Vorlage dienten die beiden Romane „The Secret Adversary“ (dt. „Ein gefährlicher Gegner“) und „N or M?“ (dt. „Rotkäppchen und der böse Wolf“).

Tommy ist Thomas Beresford, gespielt von David Walliams, und Tuppence ist Prudence Beresford, dargestellt von Jessica Raine. Die Serie spielt in England in den 1950er Jahren zur Zeit des Kalten Krieges, und das Ehepaar hat es mit Mord und Spionage zu tun. Gedreht wurde u.a. in Turville (Buckinghamshire), einem wunderschönen Dorf in den Chilterns, über das ich in meiner Reihe „Auf den Spuren von Inspector Barnaby“ bereits berichtete und das von Filmteams geradezu heimgesucht wird (die IMDB weist 26 hier gedrehte Filme nach). Weitere Drehorte waren Englefield House in Berkshire (ein weiterer Barnaby-Drehort über den ich in meinem Blog berichtete) und das Didcot Railway Centre in Oxfordshire. Die erste Folge von „The Secret Adversary“ lief am 26. Juli bei BBC One; die nächsten werden jeweils am Sonntagabend um 21 Uhr gesendet. Die DVD dazu kommt schon am 31. August auf den Markt. Hier ist der Trailer.

1983/84 gab es schon einmal eine TV-Serie über das Detektivpärchen Tommy & Tuppence, die von London Weekend Television produziert wurde und „Agatha Christie’s Partners in Crime“ hieß. In den titelgebenden Hauptrollen waren James Warwick und Francesca Annis zu sehen (seit 2013 auf DVD erhältlich). In Deutschland trug die Serie den Titel „Detektei Blunt“ und wurde 1986 vom Regionalsender SWR ausgestrahlt.

Zu dem diesjährigen Agatha Christie-Geburtstagsjubiläum wird es noch weitere Highlights für die Fans der Krimiautorin geben. „And Then There Were None“ ist neu verfilmt worden und wird ab dem 27. Dezember als Miniserie im Fernsehen gesendet. Das Buch hieß in deutscher Übersetzung erst „10 kleine Negerlein“, später „Und dann gabs keines mehr“. Ebenfalls neu verfilmt werden soll der Hercule Poirot-Fall „Murder on the Orient Express„; darüber wird zurzeit noch viel spekuliert.

Ganz besonders gefeiert wird die Lady of Crime anlässlich des International Agatha Christie Festivals, das im September wie immer in Torquay (Devon) stattfinden wird.

Das Buch zum Artikel:
James Cresswell: Tommy & Tuppence and All Their Characters. Privatdruck des Autors 2009. 150 Seiten. Das Buch wurde in einer Auflage von 300 Exemplaren hergestellt (ich habe die Nummer 140).

Englefield House in Berkshire, ein weiterer Drehort der Serie.    © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Englefield House in Berkshire, ein weiterer Drehort der Serie.
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Das Didcot Railway Centre in Oxfordshire.    © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Didcot Railway Centre in Oxfordshire.
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Foto meines Exemplares.

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Published in: on 30. Juli 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Joyce Grove – Ein sehr schönes Haus in Nettlebed (Oxfordshire), das schon in mehreren TV- und Spielfilmen als Kulisse diente

Joyce Grove. With freindly permission of the South Oxfordshire Districht Council.

Joyce Grove.
With friendly permission of the South Oxfordshire Districht Council.

Als ich zum ersten Mal aus der Inspector Barnaby-Serie die Folge 61 „Blood Wedding“ (dt. „Ganz in Rot“) sah, interessierte ich mich sehr für das Haus der Fitzroy-Familie und musste es unbedingt aufsuchen. Ich recherchierte und fand heraus, dass die Dreharbeiten dafür in Nettlebed im Süden Oxfordshires vorgenommen wurden, in einem Haus namens Joyce Grove, das zurzeit noch als Sue Ryder-Hospiz genutzt wird. Noch, weil voraussichtlich im nächsten Jahr die Patienten nach Henley-on-Thames verlegt werden.

Wenn man aus Nettlebed in Richtung Henley fährt und am ersten Kreisverkehr rechts abbiegt, liegt auf der rechten Seite   Joyce Grove, das einst der Familie des James Bond „Erfinders“ Ian Fleming gehörte. Sein Großvater Robert Fleming kaufte das Anwesen 1904, um seinen Besitz in Nettlebed zu vergrößern. Ian Fleming verbrachte einen Teil seiner Kindheit in diesem Haus. Bis 1938 blieb es im Besitz der Familie Fleming, dann wurde es dem Londoner St Mary’s Hospital übergeben (in dem Prince George of Cambridge 2013 und Princess Charlotte of Cambridge 2015 das Licht der Welt erblickten), das es als Reha-Klinik benutzte. 1979 übernahm die Sue Ryder-Stiftung das idyllisch gelegene Haus.

Die Film- und Fernsehindustrie interessierte sich auch für Joyce Grove und so drehte man hier 2008 nicht nur die Barnaby-Episode (wo das Haus als Bledlow Manor fungierte), sondern noch weitere Fernseh- und Kinofilme.

Hugh Laurie und Stephen Fry waren in Joyce Grove für die Episode 4 der dritten Staffel der Serie „Jeeves and Wooster“ zu Gast, die „Right Ho, Jeeves“ hieß (Ausschnitte sind hier zu sehen).

Eine Folge der populären Poirot-Serie nach Agatha Christie „Cat Among the Pigeons“ mit David Suchet als Hercule Poirot wurde hier ebenfalls im Jahr 2008 gedreht (hier zu sehen).

Die dreiteilige TV-Serie „Arthur and George„, die ITV anfangs diesen Jahres ausstrahlte, spielt zum Teil in Joyce Grove. Martin Clunes, den wir als „Doc Martin“ kennen“, tritt darin als Sir Arthur Conan Doyle auf. Ein kleines Kuriosum am Rande: Charles Edwards, der in der o.a. Barnaby-Episode den Ned Fitzroy (und in Downton Abbey den Michael Gregson) spielte, ist in dieser ITV-Miniserie als Alfred Wood zu sehen. Hier ist Episode 1.

Schließlich agierte auch Benedict Cumberbatch in der Filmbiografie des Mathematikers Alan Turing „The Imitation Game“ (dt. „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“), in dem es um die Entschlüsselung des Enigma-Codes geht. Sowohl er als auch Keira Knightley, Matthew Goode und Allen Leech (Downton Abbeys Tom Branson) wirkten hier vor der Kulisse von Joyce Grove in Nettlebed mit. Hier ist der deutsche Trailer zu sehen.

 

Swindon (Wiltshire) Teil 1: „Swindon: The Opera“

Das Museum of the Great Western Railway STEAM.    © Copyright Des Blenkinsopp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Museum of the Great Western Railway STEAM. Hier wurde die Swindon-Oper uraufgeführt.
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Swindon als Thema einer Oper? Klingt sehr ungewöhnlich, gibt es aber tatsächlich. Am 7. Juli 2012 wurde „Swindon: The Opera“ uraufgeführt, anlässlich des „Diamond Jubilees“ der Königin von England. Die Musik komponierte die 1930 in London geborene Betty Roe, der Text stammt aus der Feder von Matt Fox. Ausgestattet mit £60,000 aus Lotterieeinnahmen produzierte Swindons Janice Thompsons Performance Trust, der Kindern im Alter von 4 bis 18 Jahren Gesangsunterricht erteilt, die Oper, in der es um 60 Jahre Geschichte der ehemaligen Eisenbahnstadt geht.

Erzählt wird die Geschichte auf der Bühne von Diana Dors, einer der Berühmtheiten Swindons; natürlich nicht von ihr selbst (die Schauspielerin, Großbritanniens Antwort auf Marilyn Monroe, starb bereits 1984), sondern von Polly Leach, die sie verkörpert. Im Mittelpunkt steht die Familie Eveley, die man in der Oper auf ihrem Weg von 1952 bis 2012 begleitet, dabei alle Höhen und Tiefen ihres Lebens miterlebt und dabei einiges über die neuere Geschichte der Stadt in Wiltshire erfährt. Das Ende des Eisenbahnbaus 1986, der Magic Roundabout und der örtliche Fußballverein Swindon Town, um nur einige Themen zu nennen, stehen dabei im Mittelpunkt.

Die Uraufführung fand im Museum of the Great Western Railway STEAM statt, dort wo früher die Lokomotiven gebaut wurden (in Spitzenzeiten baute man in den Hallen drei Loks pro Woche). „Swindon: The Opera“ erntete in der Region sehr viel Beifall; man hatte es der Stadt, die im Land keinen allzu guten Ruf besitzt, eher nicht zugetraut, so etwas auf die Beine stellen zu können.

Hier ist ein Ausschnitt aus der Oper zu hören und hier sind Interviews mit Teilnehmern.

Die Hobbydetektivin Agatha Raisin und das Bilderbuchdorf Biddestone in Wiltshire

Foto einige meiner Agatha Raisin-Bücher.

Foto von einigen meiner Agatha Raisin-Bücher.

Agatha Raisin ist eine Hobbydetektivin, die schon in 25 Mordfällen ihre Fähigkeiten beweisen konnte. Die 1936 in Glasgow geborene Schriftstellerin Marion Chesney, die man besser unter ihrem Pseudonym M.C. Beaton kennt, hat sich diese Figur ausgedacht, die 1992 erstmals in der Welt der Kriminalliteratur auftauchte.
Die PR-Beraterin Agatha Raisin hat ihre Londoner Firma verkauft und sich in den idyllischen Cotswolds ein Cottage  gekauft, in dem die 53-Jährige ein ruhiges Leben führen möchte. Doch wie das in England so ist, die Idylle täuscht (wie wir es aus den Inspector Barnaby-Filmen kennen), und so wird die resolute Dame in dem Bilderbuchdorf Carsley schnell mit der Realität konfrontiert. Kaum ist sie in ihr Cottage eingezogen, gerät sie selbst unter Mordverdacht, als bei einem Backwettbewerb in ihrer eingereichten Quiche Gift gefunden wird und einer der Preisrichter stirbt.

Agatha Raisin and the Quiche of Death“ heißt der erste Band der Serie, der 1992 veröffentlicht wurde und 2013 unter dem Titel „Agatha Raisin und der tote Richter“ in deutscher Übersetzung im Bastei-Lübbe-Verlag erschien. Erst im letzten Jahr kam man auf die Idee, den Stoff zu verfilmen und so strahlte Sky 1 zu Weihnachten 2014 den ersten Agatha Raisin-Film aus; vielleicht wird daraus ja eine Serie?

Die Location Scouts der Produktionsfirma schwärmten aus und wurden in dem „chocolate box“-Dorf Biddestone in Wiltshire fündig, das als Carsley dienen sollte. Im September 2014 fanden hier die Dreharbeiten statt, was für die Bewohner zu Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit führte, die sie aber geduldig hinnahmen. Biddestone eignet sich aber auch ideal als Hintergrund für den Film; zu sehen ist viel von dem Dorf wie das Village Green mit seinen hübschen Cottages, der Ententeich und das Dorfgasthaus The White Horse.
Die Rolle der Agatha Raisin wird von Ashley Jensen gespielt, die vielleicht einige aus der TV-Serie „Alles Betty“ kennen, die von ORF, Sat1 und sixx gesendet wurde. Andy Cummings Brown personifiziert der Schauspieler Robert Bathurst, dessen Gesicht man aus „Downton Abbey“ kennt, wo er Sir Anthony Strallan spielte, den Liebhaber von Lady Edith.

Biddestone ist nicht so bekannt wie das nahe gelegene Castle Combe, das zu den meist fotografierten Dörfern Englands gehört. Dorfladen und Schule haben leider schon seit langem ihre Pforten geschlossen, dafür gibt es aber noch zwei Pubs, die hoffentlich am Leben bleiben werden, das bereits erwähnte White Horse und The Biddestone Arms.

Die DVD „Agatha Raisin and the Quiche of Death“ ist übrigens schon erhältlich. Hier ist der Trailer zum Film und hier werden die Hauptdarsteller vorgestellt.

Für die Bewohner von Biddestone waren die Filmarbeiten nichts Neues, denn ein Jahr zuvor wurde hier „The Christmas Candle“ gedreht, in dem der Ort als Gladbury fungierte und in dem u.a. Samantha Barks, Hans Matheson und Susan Boyle mitspielten; letztere, die in der Casting Show „Britain’s Got Talent“ als Sängerin entdeckt wurde, gab hier ihr Filmdebüt.

Das Village Green von Biddestone.    © Copyright Doug Lee and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Village Green von Biddestone.
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Der Ententeich am Village Green.    © Copyright Stuart Logan and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Ententeich am Village Green.
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The White Horse.    © Copyright Miss Steel and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The White Horse am The Green.
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Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Die Schneeprofis aus Ebley in Gloucestershire

The Snow Mill in Ebley (Gloucestershire).    © Copyright Jaggery and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Snow Mill in Ebley (Gloucestershire).
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Was machen Filmproduktionsfirmen, die für ihre Dreharbeiten Schnee benötigen, der aber leider in dem Moment in der Natur nicht verfügbar ist? Ganz einfach, sie rufen in einem kleinen Ort in Gloucestershire an und bestellen ihn, egal in welchen Mengen, egal an welchem Platz in der Welt. In Ebley bei Stroud befindet sich nämlich in der Bridge Road die Firma Snow Business, die sich auf die Herstellung von Schnee spezialisiert hat. In 30 Jahren hat es die Firma weltweit auf Platz 1 in dieser Branche gebracht.

Gegründet wurde Snow Business 1983; man erfand ein Produkt, das alle anderen bis dahin verwendeten künstlichen Schneeformen in den Schatten stellte, weil es biologisch abbaubar war und viel realistischer aussah. Das sprach sich sehr schnell herum, denn gerade in Filmen, im Fernsehen und in der Werbung braucht man häufig künstlichen Schnee. Die Firma expandierte, das Hauptquartier ist in einer alten Wassermühle aus dem 17. Jahrhundert am River Frome.

In welchen Film- und Fernsehproduktionen kann man denn nun Schnee made in Ebley sehen? In unzähligen! Hier sind einige Beispiele:

In Fernsehfilmen und -serien wie Midsomer Murders, Poirot, Top Gear, Heart Beat, EastEnders, Coronation Street, Holby City, Lark Rise to Candleford usw. usw.

In Spielfilmen wie Chronicles of Narnia, Harry Potter & the Chamber of Secrets (und weiteren H.P. Filmen), Notting Hill, Phantom of the Opera, Sleepy Hollow, Tomb Raider 1 und 2 und in einigen James Bond-Filmen.

Über 200 verschiedene Schneearten werden in Ebley produziert, darüber hinaus aber auch alles, was im weitesten Sinne mit Schnee und Eis zu tun hat.

Ich bin häufig in diesem Teil von Gloucestershire unterwegs gewesen und kann einen Besuch dieser Region sehr empfehlen.

Dieser Film zeigt die Snow Business-Spezialisten bei der Arbeit. Auf den Webseiten der Firma kann man sich unter Movie Showreel 2014 Filmszenen ansehen, bei denen Schnee aus Ebley zum Einsatz kam.

Zum Abschluss ist hier noch ein kleiner Film mit dem Titel „Snow Business„, der mit der Firma zwar nichts zu tun hat, der aber die erste Begegnung von Simon’s Cat mit der weißen Pracht zeigt. Viel Vergnügen!

 

 

Published in: on 22. März 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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