Meine Brighton-Trilogie Teil 1: Max „The Cheeky Chappie“ Miller (1894-1963) – Ein Comedian aus der guten alten Zeit

Max Millers Statue in den Pavilion Gardens.
Photo © Mike Pennington (cc-by-sa/2.0)

Max Miller, dessen richtiger Name Thomas Henry Sargent  lautet, wurde 1894 im südenglischen Brighton geboren, wo er auch 67 Jahre später starb. Er war ein fester Bestandteil der englischen Varieté- und Unterhaltungsszene von den 1920er bis in die 1950er Jahre. Er tourte viel durch die Lande, trat auch in Übersee auf, doch Brighton war sein zuhause, und sofern es seine Engagements zuließen, hielt er sich bevorzugt in seiner Geburtsstadt auf. Bekannt war er durch seine schrillen Anzüge und durch seine manchmal etwas gewagten, mehr oder weniger doppeldeutigen „saucy jokes„, die ihn hin und wieder mit der Zensurbehörde in Konflikt brachten. Sein Publikum liebte aber gerade diese Art von Unterhaltung wie zum Beispiel diesem Spruch:

„Have you heard about the girl of eighteen who swallowed a pin, but didn’t feel the prick until she was twenty-one?“

Nun, man muss diese Art von Humor mögen.

Die Stadt Brighton liebt ihren Comedian wie er Brighton liebte. Am 1. Mai 2005 errichtete man zu seinem Gedenken ein Denkmal in den Pavilion Gardens an der New Road.  An der Burlington Street Nummer 25, dem Haus, in dem Max Miller starb, ist eine blaue Plakette angebracht, ebenso an der Marine Parade Nummer 160, dort, wo er viele Jahre lang lebte. Am Walk of Fame an der Marina, wo man ähnlich wie in Hollywood, den Personen einen Gedenkstein ins Pflaster gesetzt hat, die in irgendeiner Form mit Brighton verbunden waren, ist auch einer, der dem Comedian gewidmet ist. Eine Straße trägt den Namen des Varietékünstlers, der Max Miller Walk am Strand von Brighton.

Einer der Linienbusse der Brighton and Hove Bus Company (ich berichtete in meinem Blog darüber) ist nach Max Miller benannt.

Die Max Miller Appreciation Society, die über 1000 Mitglieder zählt,  sorgt dafür, dass der Name des Comedians nicht in Vergessenheit gerät. Sie hat in Bardsley’s Fish and Chips Restaurant in der 22-23a Baker Street eine Dauerausstellung mit Erinnerungsstücken von Max Miller eingerichtet; dazu gehört auch einer seiner schrillen Anzüge.

Hier ist ein Film über den Cheeky Chappie.

Das Buch zum Artikel:
John M. East: Max Miller: The Cheeky Chappie. Robson Books 1998. 224 Seiten. ISBN 978-0860518556.

160 Marine Parade, wo Max Miller wohnte, mit blauer Plakette links neben der Haustür.
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)

Der Max Miller Walk am Strand von Brighton.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

…und Blackpool in Lancashire zum zweiten: Der Comedy Carpet

Schräg gegenüber vom Pub The Albert and the Lion an der Promenade in Blackpool, den ich gestern in meinem Blog erwähnte, findet der Besucher des Seebades etwas Außergewöhnliches: The Comedy Carpet. Der Blackpool Council gab das £2.6 Millionen teuere Kunstwerk in Auftrag, das 2011 von dem mittlerweile verstorbenen Comedian Ken Dodd der Öffentlichkeit übergeben wurde (in diesem Film zu sehen). Der 2,200m² große „Teppich der Komiker“ erinnert an über 1000 Comedians, Männer und Frauen, die über Jahrzehnte die Besucher von Blackpool zum Lachen gebracht haben. Kreiert wurde das Kunstwerk von Gordon Young, der dafür im Jahr 2012 mit dem  Marsh Award for Excellence in Public Sculpture ausgezeichnet wurde. Es steckt wirklich eine Unmenge an Arbeit in diesem Werk (ca 5 Jahre), bei dem 160 000 Buchstaben auf Betonplatten angebracht wurden. Auch die Recherchearbeit hat viel Zeit in Anspruch genommen, denn zu den Comedians mussten „jokes, songs and catchphrases“ herausgesucht werden, durch die sie bekannt geworden sind. Die Typografie ist sehr speziell, es gibt kleine Buchstaben, große Buchstaben, mal kann man den Text von der einen Seite, mal von der anderen Seite lesen.

Das begehbare Kunstwerk bietet sich auch an, um zu raten, von wem die Sprüche wohl stammen könnten. Hier sind einige Beispiele:

„Doctor, I have broken my arms in several places“, Doctor: „Well, don’t go to those places“ (Tommy Cooper)

„It was a perfect marriage. She didn’t want to and he couldn’t“ (Spike Milligan)

„He’s not the Messiah, he’s a very naughty boy“ (Monty Python)

„She was so cross-eyed, when she cried the tears ran down her back“ (Les Dawson)

„I thought coq au vin was love in a lorry“ (Victoria Wood)

Dieser Film zeigt wie der Comedy Carpet hergestellt wurde.

Clara Butt (1872-1936) – Eine Sängerin, deren Stimme bis über den Ärmelkanal zu hören gewesen sein soll

According to the Library of Congress, there are no known restrictions on the use of this photo.

Meine erste Begegnung mit der Altistin Clara Butt (1872 – 1936) war im The Springs Hotel bei North Stoke in Oxfordshire, das ich in meinem Blog schon vorgestellt habe und das leider 2014 geschlossen wurde. Dort war ein Zimmer nach ihr benannt, und ihr Geist sollte hin und wieder im Hotel gesehen worden sein.

Im The Springs las ich auch, dass man von Clara Butt sagte, ihre Stimme sei so gewaltig, dass man sie an einem klaren Tag bis über den Ärmelkanal hinweg hören konnte.
Geboren wurde Clara 1872 in Southwick in West Sussex und nachdem sie mit ihren Eltern nach Bristol gezogen war, erkannte man dort in ihrer Schule, dass sie eine großartige Stimme hatte und förderte sie dementsprechend. Ihre musikalische Ausbildung genoss sie u.a in Berlin und Paris.

Am 7. Dezember 1892 gab sie schließlich ihr Debut an der Londoner Royal Albert Hall mit Arthur Sullivans „The Golden Legend“. Der damalige Musikkritiker George Bernard Shaw äußerte sich von ihrem Auftritt begeistert: “ She far surpassed the utmost expectations that could reasonably be entertained„.

Clara Butt trat nur äußerst selten in Opern auf; sie bevorzugte Konzerthallen, die sie mit ihrer gewaltigen Stimme zum Erbeben bringen konnte. Ihr wurde nach dem 1. Weltkrieg der Titel DBE verliehen, Dame Commander of the Order of the British Empire, für ihre Verdienste, die sie sich während des Krieges erworben hatte.
Ihre letzten Lebensjahre standen unter keinem guten Stern: Ihre beiden Söhne starben sehr jung und sie selbst erkrankte an Krebs, wodurch sie an den Rollstuhl gefesselt war. Clara Butt starb am 23. Januar 1936 in ihrem Haus in North Stoke; ihre letzte Ruhestätte fand sie dort auf dem Kirchhof von St Mary’s.

Hier ist sie mit Elgars „Land of Hope and Glory“ zu hören.

Das Buch zum Artikel:
Winifred Ponder: Clara Butt – Her Life Story. Da Capo Press 1978. 261 Seiten. ISBN 978-0306775291. (Reprint der Ausgabe von 1928).
Meines Wissens ist das die einzige Biografie, die über sie geschrieben wurde.

St Mary’s in North Stoke (Oxfordshire).
Photo © Bill Nicholls (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 12. April 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Maggi Hamblings „A Conversation With Oscar Wilde“ – Eine Skulptur in der London Adelaide Street

Hinter der Londoner Kirche St. Martin-in-the-Fields und gegenüber dem Charing Cross Bahnhof befindet sich seit 1998 in der Adelaide Street eine Skulptur, die an den großen Schriftsteller Oscar Wilde erinnert. Maggi Hambling hat „A Conversation With Oscar Wilde„, wie das Kunstwerk heißt, geschaffen; eine 1945 in Sudbury (Suffolk) geborene Künstlerin, deren Werke nicht ganz unumstritten sind. So sorgte die Skulptur „Scallop„, die sie am Strand von Aldeburgh in Suffolk aufstellte, bei einigen der Bewohner des Ortes für Aufregung, die das Kunstwerk als Beleidigung für die Augen bezeichneten.

Doch zurück zu dem aus Bronze und Granit gefertigten Oscar Wilde. Kopf und Arme scheinen aus einem Sarg herauszuragen, in der einen Hand hält er eine Zigarette und das Monument soll einladen, sich zu ihm zu setzen und inmitten der hektischen Umgebung, nicht weit vom Trafalgar Square, einige Minuten lang eine stille Konversation mit dem Schriftsteller zu halten.

In den 1980er und frühen 1990er Jahren waren die Anhänger Oscar Wildes der Meinung, dass es höchste Zeit wäre, ihm in der Stadt, in der er so lange Zeit verbracht hat, ein Denkmal zu setzen. Ein Kommitee wurde eingesetzt, das 12 Künstler aufforderte, Vorschläge für solch ein Monument einzureichen;  der überzeugendste Entwurf kam von Maggi Hambling. Viele Londoner und mehrere Organisationen spendeten kleinere und größere Summen, bis schließlich das Geld zusammenkam, um die Skulptur zu finanzieren.

Hoffen wir, dass die Einladung zu einer Unterhaltung mit O.W. auch weiterhin angenommen wird, und dass die Vandalen der Hauptstadt einen großen Bogen um das Monument machen.
Übrigens steht auch am Gefängnis von Reading eine Oscar Wilde-Skulptur (s. hierzu meinen Blogeintrag)

Hier ist ein Film über Maggi Hambling zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Maggi Hambling: The Works. Unicorn Press 2014. 240 Seiten. ISBN  978-1906509699.

Published in: on 4. April 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Forest of Dean Sculpture Trail – Kunstwerke in einem Waldgebiet in Gloucestershire

„Sculpture Trails“ gibt es mehrere in England; in meinem Blog stellte ich bereits den den Grizedale Sculpture Park in Cumbria vor und den am Broomhill Art Hotel in Devon. Im Forest of Dean in der Grafschaft Gloucestershire gibt es einen weiteren namens Forest of Dean Sculpture Trail, der ab 1986 angelegt wurde und von einem Trust permanent finanziell unterstützt wird. Einige der älteren Kunstwerke sind mittlerweile verrottet, einige neue sind dazugekommen. Auf dem „Waldkunstlehrpfad“ finden sich Werke von einigen renommierten Künstlern Großbritanniens, von denen ich hier einige im Bild vorstellen möchte:

Iron Road heißt dieses Werk von Keir Smith (1950-2007) und wurde aus 20 alten Gleisschwellen hergestellt, denn hier verlief einmal eine Bahnlinie. Smith hat in jede Schwelle ein Bild geschnitzt, das in einem Bezug zu dem Waldgebiet steht.

Kevin Athertons fünf Meter hohe Glasskulptur „Cathedral„. Atherton stammt von der Isle of Man.

Place“ oder „Giant’s Chair“ von Magdalena Jetelova, eine der Skulpturen, die dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen sind. Das Kunstwerk wurde abgebaut und zu Holzkohle umgewandelt. Im Laufe diesen Jahres soll an dieser Stelle ein Werk von Elpida Hadzi Vasileva aufgestellt werden, das den Namen „Cusp“ tragen wird.

Searcher“ von Sophie Ryder, einer Londoner Bildhauerin, die sich auf die Erschaffung mystischer Figuren spezialisiert hat.

Heart of Stone“ von Timothy Lees, einem Master Carver, der viel für den National Trust gearbeitet hat.

Hier kann man sich den Forest of Dean Sculpture Trail  noch einmal im Film ansehen.

Forest of Dean Sculpture Trail
Speech House Road (B4226)
Coleford GL16 7EL
Gloucestershire

Published in: on 14. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Londoner U-Bahnstation Finsbury Park und der tragische Tod eines Jazz- und Bluesmusikers

Die Londoner U-Bahnlinie Piccadilly Line führt auf rund 71 Kilometern quer durch London. Finsbury Park (hier im Film zu sehen) ist eine der Stationen, zwischen Arsenal und Manor House gelegen, eine stark frequentierte Umsteiger-Haltestelle mit über 30 Millionen Fahrgästen jährlich. Am 8. Mai 1974 starb auf diesem Bahnhof der Jazz- und Bluesmusiker Graham Bond einen tragischen Tod. Der 36-jährige wurde von einem einfahrenden Zug erfasst und war sofort tot. Es dauerte einige Zeit bis seine Identität von den Behörden festgestellt werden konnte. Wie es zu dem tragischen Ereignis kam, wurde nie eindeutig geklärt. Vieles spricht für Selbstmord, Bond hatte immer wieder Drogenprobleme gehabt, soll aber in der Zeit vor seinem Tod clean gewesen sein. Trotzdem gibt es eine Theorie, die besagt, dass ihn Drogendealer, denen Bond Geld schuldete, in die U-Bahnstation verfolgten und es dann zu dem Sturz vor die Bahn kam.

Nach einer anderen, sehr merkwürdigen Theorie soll während eines Exorzismus ein Dämon in ihn gefahren sein, der den Musiker in den Bahnhof trieb und ihn zwang, sich vor den Zug zu stürzen. Graham Bond beschäftigte sich in den letzten Jahren seines Lebens intensiv mit dem Okkultismus und war der Meinung, der Sohn des berühmten Okkultisten Aleister Crowley (1875-1947) zu sein. Zwei von Bonds letzten Alben trugen die Titel „Holy Magick“ (1970) und „We Put Our Magick On You“ (1971).

Graham Bond spielte in den 1960er und 1970er Jahren mit den Größen der damaligen Musikszene zusammen wie Jack Bruce, Ginger Baker, John McLaughlin und Alexis Korner, um nur einige zu nennen.
Seine Beerdigungsfeier fand im South London Crematorium in Streatham Park statt, bei der Jack Bruce die Orgel spielte. Bonds Asche wurde in das Rocky Valley bei Tintagel nach Cornwall gebracht und dort in einem Wasserfall verstreut, den er sehr liebte und der Jack Bruce und Pete Brown inspirierte, den Song „Tickets to Waterfalls“ zu schreiben.

Hier ist Graham Bond am Keyboard zu sehen und zu hören.

Das South London Crematorium.
Photo © Bilbo (cc-by-sa/2.0)

Das Rocky Valley bei Tintagel in Cornwall.
Photo © David P Howard (cc-by-sa/2.0)

Earthly Messenger – Die David Bowie-Statue auf dem Marktplatz von Aylesbury in Buckinghamshire

In meinem Blogeintrag vom 18. Oktober 2016 schrieb ich über die geplante Statue von David Bowie, die auf dem Marktplatz von Aylesbury in Buckinghamshire aufgestellt werden sollte, für die sich der Musikmanager David Stopps sehr engagiert hatte. Der Bildhauer Andrew Sinclair, dessen Studio früher in Wendover war, einem Nachbarort von Aylesbury, bekam den Auftrag, die Bronzestatue zu erstellen und im März diesen Jahres war es soweit, das Kunstwerk mit dem Titel „Earthly Messenger“ wurde von dem Musiker Howard Jones enthüllt (sein größter Erfolg war „What is love“ aus dem Jahr 1983). Nicht nur David Bowie selbst zeigt das Werk, sondern auch seine Alter Egos wie die Kunstfigur Ziggy Stardust. Über der Gruppe sind Lautsprecher angebracht, über die zu jeder vollen Stunde ein David Bowie-Song zu hören ist (von 9 Uhr bis 21 Uhr). Hier sind Bilder von der Enthüllungsfeier.
David Stopps ging sogar soweit, dass sich die besondere Beziehung Bowies zu Aylesbury darin ausdrücken sollte, dass die Stadt von Aylesbury in Aylesbowie umbenannt werden sollte, und er bei der Stadtverwaltung einen entsprechenden Antrag stellte.

Kurz nach Enthüllung der Gedenkstätte unter den Arkaden des Marktplatzes wurde sie schon Opfer von Vandalismus. Irgendein Graffiti-„Künstler“ beschmierte sie mit den Worten „Feed the homeless first” und „RIP DB“. Mit sehr viel Aufwand reinigte man den „Earthly Messenger“ und jetzt am 11. Oktober, nach Beendigung der Reinigungsarbeiten, passierte dasselbe noch einmal. Wieder kam ein Sprayer in der Nacht vorbei und verunstaltete die Statue, indem er sie mit Farbe besprühte. Überwachungskameras nahmen beide Vorfälle auf und anhand der Bilder jetzt vom Oktober konnte ein Verdächtiger festgenommen werden.

David Bowie-Fans aus aller Welt kommen nach Aylesbury, um dort dem Sänger ihre Ehre zu erweisen.

„Aylesbowies“ Market Square.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. November 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die acht Bronzestatuen an der Londoner Vauxhall Bridge

Die Londoner Vauxhall Bridge.
Photo © Thomas Nugent (cc-by-sa/2.0)

Am  26. Mai 1906 wurde die neue Vauxhall Bridge in London eröffnet, mit fünf Jahren Verspätung. Im Vorfeld hatte es eine Reihe von Probleme gegeben, die erst behoben werden mussten, auch was das Erscheinungsbild der Brücke anbelangte. Die Vauxhall Bridge war sehr funktionell geraten und daher wollte man noch einige künstlerische Verschönerungen an ihr vornehmen. Der erste Vorschlag war, an jedem Ende der Brücke einen 18 Meter hohen Turm zu errichten, auf dem dann jeweils eine Skulptur stehen sollte; doch diese Idee wurde schnell aus Kostengründen verworfen. Bei Konsultationen mit dem schottischen Architekten Richard Norman Shaw entwickelte sich der Gedanke, stattdessen auf jeder Seite der Brücke vier Bronzefiguren anzubringen, die jeweils einen Aspekt britischen Lebens repräsentieren sollte. Beauftragt mit der Umsetzung wurden die Bildhauer Alfred Briscoe Drury und Frederick William Pomeroy. Drurys Figuren wurden an der flussabwärts gelegenen Seite der Themsebrücke angebracht, Pomeroys an der flussaufwärts gelegenen Seite.

Drurys Statuen verkörpern die Künste (eine Malerpalette und eine Statuette), die Wissenschaft (ein Himmelsglobus), Bildung (eine Mutter mit ihren zwei Kindern) und Kommunalverwaltung (ein Gesetzbuch), Pomeroy war auf der anderen Brückenseite zuständig für Architektur (ein Modell der St Pauls Kathedrale), Landwirtschaft (eine Sense und eine Getreidegarbe), Technik (eine Dampfmaschine) und das Töpferhandwerk (eine Vase). Die ca zwei Tonnen schweren weiblichen Figuren  sind von der Brücke aus kaum auszumachen, es sei denn man lehnt sich weit über das Geländer. Am besten kann man sie direkt von einem Themseboot aus sehen.

Die Architektur.
Photo © Thomas Nugent (cc-by-sa/2.0)

Die Landwirtschaft.
Photo © Thomas Nugent (cc-by-sa/2.0)

Die Technik.
Photo © Thomas Nugent (cc-by-sa/2.0)

Das Töpferhandwerk.
Photo © Thomas Nugent (cc-by-sa/2.0)

Die schöne Nackte von Rokeby Park im County Durham

This work is in the public domain.

£500 bezahlte John Bacon Sawrey Morritt (1772? – 1843) dem Kunsthändler William James Buchanan im Jahr 1813 für ein Gemälde des spanischen Malers Diego Velazquez und hängte es in seinem Wohnsitz Rokeby Park in der Nähe von Barnard Castle im heutigen County Durham auf. Die vorigen Eigentümer des Bildes waren der spanische Kunstsammler Gaspar de Haro y Guzmán und der Politiker mit dem schönen Namen Manuel de Godoy y Álvarez de Faria Rios Sanchez Zarzosa.

Venus del espejo“ hatte Velazquez sein Gemälde genannt, „Venus vor dem Spiegel“. Es zeigt die nackte Göttin Venus mit dem Rücken zum Betrachter; Amor, ihr Sohn, hält ihr einen Spiegel vor, der ihr Gesicht zeigt.

Auf Grund des Standortes des Bildes spricht man in England auch von der Rokeby Venus. Rokeby Park wurde 1735 von dem Architekten Sir Thomas Robinson, 1st Baronet (1703–1777) im palladianischen Stil erbaut; ein großer Teil der Innenarchitektur stammt von John Carr, der zahreiche englische Herrenhäuser gestaltete. Die „Venus vor dem Spiegel“ hing fast ein Jahrhundert in dem Landhaus, bis sie 1905 für die Londoner National Gallery erworben wurde, wo sie bis heute zur Schau gestellt wird. Im Salon von Rokeby Park finden wir eine Kopie des Gemäldes, das der Maler W.A. Menzies angefertigt hat. Wer sich mit dieser Kopie zufrieden gibt, kann sie sich direkt in Rokeby Park ansehen; der Landsitz ist an bestimmten Tagen für Besucher geöffnet, hier sind die Zeiten. Dieser Film zeigt die frühere Wohnstatt der Göttin.

Die Ruhe der nackten Göttin in der National Gallery wurde am 10. März 1914 empfindlich gestört, da an diesem Tag die Frauenrechtlerin Mary Richardson einen Angriff auf die Venus unternahm und ihr einige Schnitte zufügte. Grund des Attentats war die Verhaftung einer anderen Frauenrechtlerin, Emmeline Pankhurst.
I have tried to destroy the picture of the most beautiful woman in mythological history as a protest against the Government for destroying Mrs Pankhurst, who is the most beautiful character in modern history“, war die Erklärung von Mary Richardson für ihre Tat. Außerdem mochte sie nicht, dass die Nackte von Männern angestarrt wurde. Glücklicherweise waren die Beschädigungen am Gemälde nicht so dramatisch und es konnte wieder restauriert werden.

Rokeby Park.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Das Londoner Kaufhaus Selfridges und die Queen of Time Clock

Den Eingang des Londoner Kaufhauses Fortnum & Mason in Piccadilly ziert eine Uhr, neben der zwei Türen angebracht sind, aus der zu jeder vollen Stunde die Herren William Fortnum und Hugh Mason erscheinen, begleitet von Glockenspiel und Musik (ich berichtete in meinem Blog darüber). Über 30 Jahre vorher wurde über dem Haupteingang des Konkurrenz-Kaufhauses Selfridges in der Oxford Street etwas Ähnliches installiert: Die Queen of Time Clock, aus Anlass des 21. Geburtstages des Kaufhauses. Die Uhr hat zwei Zifferblätter und schlägt zu jeder Viertelstunde. Sie ist über einer aufwendig gestalteten geflügelten Bronzefigur, der Queen, angebracht, die auf dem Bug eines Schiffes steht, umgeben von weiteren Art Deco-Figuren wie Meerjungfrauen und anderen geflügelten Gestalten. In ihrer rechten Hand hält die Queen of Time eine Kugel, auf der eine weitere Figur mit Flügeln angebracht ist, die linke Hand umfasst Olivenzweige. Oberhalb der beiden Zifferblätter sieht man ein Segelschiff.

Der Bildhauer, der die Queen of Time angefertigt hat, heißt Gilbert Bayes (1872-1953). Der renommierte Künstler war u.a. für seine vielen Kriegerdenkmäler bekannt geworden. Gordon Selfridge war ein großer Bewunderer von Bayes, und so findet man an anderen Stellen des Kaufhauses weitere Kunstwerke des Bildhauers. Ursprünglich wollte Gilbert Bayes die rund vier Meter hohe Queen of Time aus Terracotta anfertigen, entschied sich dann aber doch für Bronze. Die Figur ist teils vergoldet und mit Fayencen und Steingut aus dem Hause Doulton verziert. Dieser Film zeigt den Künstler und einige seiner Werke, auch die Queen of Time.

Panopticons – Vier Kunstwerke im Osten der Grafschaft Lancashire

The Singing Ringing Tree bei Burnley.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Gestern schrieb ich in meinem Blog über das „After Life“ von Jeremy Bentham. In seinem richtigen Leben hatte der Philosoph u.a. auch das sogenannte Panopticon entwickelt, das ist ein Überwachungssystem, das vor allem in Gefängnissen eingesetzt wurde. Von einem zentralen Beobachtungsturm aus, hat ein einzelner Gefängniswärter alle Zellen und Gänge im Blick und sieht genau, was da so getrieben wird, während er selbst nicht gesehen werden kann. Dieses System wurde auch in einigen Fabrikgebäuden angewendet.

In den Jahren 2006/07 hat das East Lancashire Environmental Arts Network ein Kunstprojekt ins Leben gerufen, dem man ebenfalls den Namen Panopticon gegeben hat. Mit Hilfe von vier Kunstwerken, die auf Hügeln in Lancashire aufgestellt wurden, und die eine Rundumsicht wie das Benthamsche Panopticon bieten, soll der Besucher auf die außergewöhnliche Landschaft in dieser Region aufmerksam gemacht werden.

Da ist einmal der Singing Ringing Tree über der Stadt Burnley auf dem Crown Point, über den ich in meinem Blog früher schon einmal geschrieben habe und auf den ich deshalb nicht näher einzugehen brauche.

Oberhalb des Ortes Wycoller wurde The Atom platziert, eine Idee von  Peter Meacock. Das Kunstwerk bietet einen tollen Ausblick auf die sagenumwobenen Pendle Hills und ist gleichzeitig Unterschlupf bei schlechtem Wetter. In diesem Film erfährt man alles über die Installation The Atom.

Oberhalb von Blackburns Corporation Park steht Colourfields, wobei die ehemalige Kanonenbatterie genutzt wurde, 1857 bei der Eröffnung des Parks installiert, auf der zwei russische, im Krimkrieg erbeutete Kanonen standen. Diese schon fast verfallene Anlage integrierte die Künstlerin Sophie Smallhorn in ihr Projekt. Von hier oben hat man einen Panoramablick auf Blackburn und kann in der Ferne die Küstenstädte Southport und Fleetwood sehen.

The Halo ist die vierte Installation des Panopticon-Projekts. Sie steht auf einer ehemaligen aufgeschütteten Deponie bei Haslingden und bietet einen Blick auf das Tal von Rossendale und die Region Greater Manchester. Es handelt sich dabei um eine Stahlgitterkonstruktion von 18 Metern im Durchmesser, die 5 Meter über dem Boden steht. Im Dunkeln verbreitet The Halo eine besondere Atmosphäre, da die Installation beleuchtet ist. Entworfen hat sie John Kennedy von der schottischen Firma LandLab, die sich auf Landschaftsarchitektur spezialisiert hat.

The Atom bei Wycoller.
Photo © michael ely (cc-by-sa/2.0)

Colourfields bei Blackburn.
Photo © Tony Mercer (cc-by-sa/2.0)

The Halo bei Haslingden.
Photo © Paul Anderson (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 24. Juli 2018 at 07:00  Schreibe einen Kommentar  

Paul Kidby – Der Illustrator, der die Schutzumschläge von Terry Pratchetts „Discworld“-Büchern gestaltete

Porträt Terry Pratchett.
Copyright: Paul Kidby.

Ich war schon immer von den Schutzumschlägen der „Discworld“-Romane von Terry Pratchett fasziniert, obwohl ich Fantasybücher eigentlich nicht mag. Darauf wimmelt es von kuriosen und fantastischen Gestalten, als Beispiele möchte ich hier nennen „Guards Guards“ und „Wyrd Sisters„. Besser kann man die weltweit beliebten Romane des 2015 verstorbenen Fantasy-Autors nicht illustrieren.

Meine (indirekte) Begegnung mit Terry Pratchett war in Wincanton in Somerset, wo es den Fanladen „Discworld Emporium“ gibt und wo der Name Ank-Morporkh aus der Romanserie sogar auf dem Ortsschild zu finden ist; ich berichtete in meinem Blog darüber.

Wer war nun dieser Illustrator? Er heißt Paul Kidby und wurde 1964 in London geboren. Seit 1986 arbeitet er als Illustrator. Er war von den Fantasyromanen Pratchetts so fasziniert, dass er, nachdem er sie alle gelesen hatte, sich daran machte, die in den „Discworld“-Büchern vorkommenden Figuren zu malen und Beispiele davon an den Verleger Pratchetts zu schicken; die Kunst Kidbys fand erst einmal keine Beachtung. Doch der Mann blieb hartnäckig und suchte den Schriftsteller persönlich während einer Signierstunde auf und überreichte ihm noch einmal einen Umschlag mit seinen Entwürfen. Nach einigen Wochen erhielt Paul Kidby einen Anruf von Terry Pratchett, der sich begeistert über die Illustrationen äußerte und von da an arbeiteten beide für viele Jahre eng zusammen. Paul Kidby konnte sich in die Gedankenwelt Pratchetts hineinversetzen und daher die adäquaten Illustrationen.

Immer wieder gab es Ausstellungen über Pratchett, die Discworld und die Werke Kidbys, zuletzt im Salisbury Museum in Wiltshire. Einen Ausstellungskatalog dazu wird es im Oktober diesen Jahres geben mit dem Titel „Terry Pratchett HisWorld – Official Exhibition Companion„.

Paul Kidby ist nicht nur Illustrator, sondern auch ein großartiger Bildhauer, der wunderschöne Bronzen geschaffen hat, darunter auch eine von Terry Pratchett. Im Shop auf Kidbys Webseiten kann man einige seiner Werke kaufen.

„Dree Your Weird“
Copyright: Paul Kidby.

Published in: on 6. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Themselöwen am Londoner Victoria Embankment und ihre verantwortungsvolle Aufgabe

Bronzene oder steinerne Löwen finden sich in London auf Brückenköpfen und Plätzen, daher ist es schon sonderbar, sie auch an der Kaimauer der Themse am Victoria Embankment zu sehen, das heißt, man sieht sie von der Straße aus nicht, man muss sich schon über die Mauer beugen, und es sind auch keine kompletten Löwen, sondern nur deren Köpfe, jeweils mit einem Ring im Maul. Gedacht waren diese Ringe einmal dafür, Boote daran zu vertauen, doch das ist wohl bisher eher selten passiert.

Die Löwen haben eine wichtige Aufgabe für ihre Heimatstadt London übernommen, als sie Ende der 1860er Jahre an der Mauer installiert worden, sie müssen nämlich den Wasserstand der Themse überwachen und signalisieren, wenn dieser für die Londoner City gefährlich werden könnte. Folgendes Gedicht umreißt die Funktion der Löwenköpfe:

“When the lions drink, London will sink”
“When it’s up to their manes, we’ll go down the drains”
“When the water is sucked, you can be sure we’re all … in trouble”

Es kann schon einmal sein, dass die Themse bei Hochwasser bis an die Köpfe heranreicht, es kommt aber eher selten vor.

Sir Joseph Bazalgette hat die Tiere an der Themsemauer anbringen lassen und zwar im Zuge des Baus seines Abwasseranlagensystems in den Jahren 1868 bis 1870. Gestaltet hat sie der Londoner Bildhauer Timothy Butler (1806-1885), der auch die Straßenleuchten an der Uferstraße entworfen hat. Bekannt war er allerdings vorwiegend für die Anfertigung von Büsten.

Published in: on 2. Mai 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Jacob Epsteins umstrittene Skulpturen am Zimbabwe House am Londoner Strand

Das Londoner Zimbabwe House. Die Skulpturen Epsteins sind auf halber Höhe des Gebäudes zu sehen.
This work has been released into the public domain.

Im Jahr 1908 bekam der damals 28jährige Architekt Jacob Epstein den Auftrag, das Gebäude der  British Medical Association (BMA) an der Londoner Straße Strand mit Skulpturen zu verzieren, sein erster großer Auftrag. Mit Begeisterung machte er sich an die Aufgabe und schuf achtzehn etwa 2,50 Meter hohe Figuren, die er „Ages of Man“ nannte. Kaum war die Figurengruppe oben am Haus angebracht, brach ein Sturm der Entrüstung los, denn die Skulpturen zeigten die nackten Körper von Männern und Frauen, und das fanden viele Londoner obszön. Je mehr über die Epsteinschen Kunstwerke diskutiert wurde, umso mehr Menschen kamen extra nach London, um sie sich anzusehen. Bestrebungen, die Skulpturen wieder zu entfernen, widerstand die BMA und nach und nach beruhigten sich die Menschen wieder… bis 30 Jahre später, die nackten Damen und Herren erneut ins Rampenlicht rückten. Das Gebäude an der Ecke Strand/Agar Street wurde von der Rhodesian High Commission übernommen und nannte sich von da an Rhodesia House. Die Londoner Abgase hatten in den vergangenen 30 Jahren erbebliche Schäden an den Figuren angerichtet, es bröckelte und bröselte an allen Ecken und Enden. Eines Tages fiel ein Körperteil einer der Skulpturen herunter und traf dabei einen Passanten, und da gibt es unterschiedliche Aussagen, um was es sich da handelte. Da ist einmal die Rede von einem Penis und ein anderes Mal von einem Kopf.  Simon Leyland spricht sich in seinem Buch „A Curious Guide to London“ für die Penisvariante aus und meint sogar, dass der Passant gestorben ist. Was nun auch immer stimmt, die Eigentümer des Gebäudes, die die bröckelnden Nackten sowieso nicht mochten, ließen sämtliche hervorstehenden Körperteile entfernen, damit sich so ein Unfall nicht mehr wiederholen konnte.

Heute sieht man die achtzehn unglücklichen, entmannten und entstellten Skulpturen noch immer in luftiger Höhe in ihren Nischen stehen, und der Zahn der Zeit nagt weiter an ihnen wie dieser Film zeigt. Ihr Schöpfer, Jacob Epstein, der von 1880 bis 1959 lebte, gehört zu den wichtigsten englischen Bildhauern des 20. Jahrhunderts.

In dem jetzt Zimbabwe House genannten Gebäude befindet sich die Botschaft des Staates Zimbabwe.

Copyright: „LondonRemembers.com

Published in: on 25. April 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Komponist und Dichter Ivor Gurney (1890-1937) und seine Liebe zu der Grafschaft Gloucestershire

Das Ivor Gurney gewidmete Glasfenster in der Kathedrale von Gloucester.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

Der englische Dichter und Komponist Ivor Gurney, der von 1890 bis 1937 lebte, dürfte in Deutschland kaum bekannt sein. Seine Gedichte sind nie ins Deutsche übertragen worden und auch seine Kompositionen werden wohl eher selten, wenn überhaupt, hierzulande gespielt.

Ivor Gurney wurde 1890 in der Queen Street in Gloucester geboren und zog bald darauf mit seinen Eltern in die Barton Street, beide Häuser existieren nicht mehr. Der junge Mann entwickelte schon früh eine sehr enge Beziehung zu Gloucestershire; so unternahm er häufig nächtliche Spaziergänge durch die Landschaft. Seine beiden Lieblingsorte waren der Cooper’s Hill (der Berg der rollenden Käse; s. dazu meinen Blogeintrag) und der kleine Ort Framilode, direkt am River Severn, wo er häufig zu Gast bei seinen Freunden, den Harrises, im Lock House war.

Im Alter von 21 Jahren ging er an das Royal College of Music nach London, aber er plagte sich dort ständig mit seinem Heimweh nach Gloucestershire herum. Im Laufe seines Lebens arbeitete Ivor Gurney als Organist in mehreren Kirchen in Gloucestershire; 1912 zog er nach Twigworth, einem Dorf nördlich von Gloucester an der A38, auf dessen Friedhof er später auch beigesetzt werden sollte.

Im Februar 1915 ging Gurney im Ersten Weltkrieg als Soldat an die Front nach Frankreich, wo er Schreckliches erlebte, verwundet und Opfer eine Gasangriffs wurde, der starke Auswirkungen auf seine Gesundheit hatte. Sein Geisteszustand verschlimmerte sich ständig, so dass er die letzten 15 Jahre seines Lebens in psychiatrischen Kliniken verbrachte.

In Ivor Gurneys musikalischem Werk ist immer wieder die Liebe zu seiner Heimat-Grafschaft Gloucestershire zu spüren: sie gipfelte in „A Gloucestershire Rhapsody„, die der englische Komponist Philip Lancaster  “a great sweeping landscape that portrays the nobility of Gurney’s Gloucestershire” bezeichnete. Hier ist die selten gespielte Rhapsodie zu hören.

In der Kathedrale von Gloucester, in der der junge Ivor im Chor sang, hat man ihm im Jahr 2014 ein von Thomas Denny entworfenes Glasfenster gewidmet. Sein Grabstein auf dem Kirchhof der St. Matthew’s Church, zwischen Twigworth und Longford an der A38 gelegen,  trägt die Inschrift „Composer – Poet of the Severn and Somme“.

Die BBC zeigte im Jahr 2014 eine Dokumentation über Gurney mit dem Titel „The poet who loved the war„, hier zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Eleanor Rawling: Ivor Gurney’s Gloucestershire. The History Press 2011. 176 Seiten. ISBN 978-0752453538.

Einer der Lieblingsorte Gurneys in Gloucestershire: Cooper’s Hill (im Hintergrund).
Photo © Brian Robert Marshall (cc-by-sa/2.0)

…und ein weiterer Lieblingsort des Komponisten: Framilode am River Severn, hier die Kirche St Peter’s.
Photo © John Winder (cc-by-sa/2.0)

Ivor Gurneys Grabstein auf dem Friedhof von St Matthew’s bei Twigworth.
Photo © Roger Davies (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 9. März 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ernest Arthur Lough (1911-2000) und Felix Mendelssohn Bartholdys „O for the Wings of a Dove“ – Ein Verkaufshit aus dem Jahr 1927

Die Londoner Temple Church.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Im Jahr 1927 hörte man in England kein Musikstück lieber als Felix Mendelssohn BartholdysO for the Wings of a Dove„, das aus dem Anthem „Hear my prayer“ (dt. „Hör‘ mein Bitten“) stammt, das der deutsche Komponist 1844 geschrieben hatte und welches in der Londoner Crosby Hall am 8. Januar 1845 uraufgeführt wurde. Gesungen wurde es von dem 16jährigen Ernest Arthur Lough, der über eine herausragende Sopranstimme verfügte. Bis 1962 wurden von der Schallplatte eine Million Stück verkauft, die erste klassische Schallplatte der Firma EMI, die diese „Schallgrenze“ überschritten hatte.

Ernest Arthur Lough wurde 1911 in dem Ost-Londoner Stadtteil Forest Gate geboren. Er sang im Chor seiner Heimatkirche St Peter’s, bis er sich 1924 dem Chor der Temple Church in der Londoner City anschloss. Schnell erkannte man hier die stimmlichen Fähigkeiten des jungen Arthur, und seine Stunde schlug am 15. März 1927, als die 1898 gegründete Gramophone Company mit einem der ersten mobilen Aufnahmestudios zur Temple Church kam, um hier Mendelssohn Bartholdys „Hear my prayer“ mit dem Kirchenchor aufzunehmen. Dabei durfte Ernest das Solo „O for the Wings of a Dove“ singen. Der Rest ist Geschichte. Der junge Mann sorgte mit seiner Stimme dafür, dass die Temple Church an Sonntagen gut gefüllt war, viele wollten ihn einmal live erleben.

Die Aufnahme von „Hear my prayer“ ist bis heute als CD erhältlich und von ihr wurden mittlerweile sechs Millionen Exemplare verkauft.

Mit 18 Jahren bekam Ernest einen Stimmbruch und aus dem Sopran wurde ein Bariton; er blieb dem Chor der Temple Church noch eine Weile erhalten. Ernest Arthur Lough arbeitete später bei der Plattenfirma HMV im Marketing und nach dem Krieg bei einer großen internationalen Werbeagentur. Er starb am 22. Februar 2000; an ihn erinnert ein Plakette in der Temple Church.

Hier ist eine kurze Dokumentation über den Chorknaben zu sehen, in der auch Ausschnitte aus „O for the Wings of a Dove“ zu hören sind.

Die Erinnerungsplakette in der Temple Church.
Author: Carol.
Creative Commons 2.0

Die Crosby Hall, in der „Hear my prayer“ 1845 erstmals aufgeführt wurde.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

 

Londoner Kuriositäten Teil 2: Die Einladung zum Tanz auf dem Grab des Clowns Joseph Grimaldi

Joseph Grimaldis Grabmal.
Photo © Phillip Perry (cc-by-sa/2.0)

Joseph Grimaldi (1778-1837), dem Vater aller Clowns, sind wir in meinem Blog schon einmal in meinem Artikel über die Holy Trinity Church, die „Clown’s Church“, im Londoner Stadtteil Dalston begegnet. Am 5. Juni 1837 wurde Grimaldi auf dem St. James’s Churchyard in Pentonville beigesetzt. Die Kirche existiert nicht mehr, sie wurde abgerissen und die Gegend wurde in einen kleinen Park umgewandelt, den man nach dem Clown benannte: Joseph Grimaldi Park. Dort stehen noch ein paar übrig gebliebene Grabsteine und eben das Grabmal des Clowns, dem man im Jahr 2010 bei der Umgestaltung des Parks eine originelle Besonderheit hinzufügte, die Grimaldi sicher gefallen hätte. Die im oberbayerischen Kranzberg ansässige deutsche Landschaftsbaufirma Latz + Partner, die mit den Arbeiten beauftragt war, engagierte den Londoner Künstler Henry Krokatsis, damit er neben Grimaldis Grab ein Kunstwerk anfertigen sollte; daraus wurde eine Installation, die Krokatsis „An Invitation to Dance on the Grave“ nannte. Zwei sargförmige aus einzelnen Bronzeplatten bestehende Gebilde wurden in den Boden eingelassen, eine in Erinnerung an den Clown, eine in Erinnerung an Charles Dibdin (1768-1833), der Grimaldi förderte, und der ebenfalls auf dem St James’s Churchyard neben Grimaldi beerdigt worden war. Krokatsis hat die Bronzeplatten so angefertigt, dass sie beim Betreten einen jeweils anderen Ton von sich geben und man beim „Tanz auf dem Grab“, mit etwas Geschick eine Melodie spielen kann, wie zum Beispiel Grimaldis Lieblingslied „Hot Cudlins„, was sich dann so anhört.

I wanted to create something that is constantly changing, a joyous interlude from the silence of death”, so definierte Henry Krokatsis sein Kunstwerk „An Invitation to Dance on the Grave“.

Den Joseph Grimaldi Park findet man an der Pentonville Road, der A501, im Nord-Londoner Stadtteil Pentonville, nur ein paar Gehminuten vom Sadler’s Wells Theater entfernt, wo der Clown seine größten Erfolge feierte und wo sein letzter Bühnenauftritt stattfand.

 

Wolfgang Amadeus Mozart und die Ebury Street im Stadtteil Belgravia in London

180 Ebury Street.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Die Ebury Street zieht sich durch den Londoner Stadtteil Belgravia und ist nicht weit vom Buckingham Palace entfernt. In der Nummer 180 wohnte einmal die Familie Mozart, die im August 1764 im Zuge ihres England-Aufenthaltes hier Station machte und bis zum 24. September blieb. Zuerst zog der achtjährige Wolfgang Amadeus mit seinen Eltern in das Haus 9 Cecil Court an der Charing Cross Road. Dann erfolgte der Umzug nach Belgravia in die Straße, die seinerzeit Five Fields Row hieß und ganz anders aussah als heute. Damals war es hier idyllisch und ländlich, optimal für Vater Leopold, denn er brauchte die Ruhe und die frische Luft, da er nicht ganz gesund war.

Das Haus 180 Ebury Street spielte im Leben Wolfgang Amadeus Mozarts eine wichtige Rolle, denn hier schrieb er seine erste Sinfonie, die am 21. Februar 1765 in London uraufgeführt wurde. Eine Plakette an der Wand des Hauses erinnert daran. Mozart Terrace nennt man die Gebäudereihe an der Ebury Street. Ein kleines Stückchen weiter die Straße hinunter, am Orange Square, findet man eine Statue des kleinen Wolfgang, die 1994 von royaler Hand eingeweiht wurde; Prinzessin Margaret nahm die Zeremonie vor. Der angesehene Londoner Bildhauer Philip Jackson hatte die Statue geschaffen, der u.a. auch die Skulpturen von Bobby Moore am Wembley Stadion und von Mahatma Gandhi am Parliament Square entworfen hat.
In der Hausnummer 182 an der Ebury Street, also gleich im Nachbarhaus, wohnten Vita Sackville-West und ihr Ehemann Harold Nicolson, die ebenfalls mit einer Plakette gewürdigt werden, die hier 1993 angebracht wurde.

Bevor die Mozarts England wieder verließen, zogen sie noch einmal innerhalb Londons um und zwar in die Frith Street Nummer 20 in Soho, die damals Thrift Street hieß und wo Wolfgang Amadeus seine sechs Violinsonaten komponierte (Köchelverzeichnis 10-15), auch „Wunderkind-Sonaten“ genannt. Auch dieses Haus ist mit einer Plakette versehen.

Plakette an 180 Ebury Street.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Die Mozartstatue am Orange Square.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Kunst mit Wasser Teil 3: Tim Hunkin, Andy Plant und ihre Neal’s Yard Waterclock im Londoner Covent Garden Bezirk

Author: Ann Biddle
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Heute begeben wir uns einmal in den Londoner Bezirk Covent Garden und zwar in die Straße Shorts Gardens, eine kopfsteingepflasterte Straße, die vom Seven Dials Roundabout zum Drury Lane führt. Dort finden wir an der Fassade der Nummer 21, über dem Health Foods-Laden Holland & Barrett, ein merkwürdiges Gebilde, in dessen Mittelpunkt eine Uhr hängt. An einer Leiter, die bis zum Dach führt, sind Trichter und Glocken befestigt und am Fuß der Leiter stehen fünf grün gekleidete Figuren mit Eimern und Gießkannen in der Hand.

Wir haben es hier mit einer (leider nicht mehr funktionierenden) Wasseruhr zu tun. Die Neal’s Yard Water Clock wurde 1982 von den beiden Künstlern und Tüftlern Tim Hunkin und Andy Plant entworfen und über dem damaligen Michael Loftus’s Neal’s Yard Wholefood Warehouse angebracht. Dieses geniale Kunstwerk funktionierte allein durch Wasserfluss, ausgelöst von einem Vorratsbehälter auf dem Dach. Das Wasser wurde durch die Trichter geleitet, wobei die Glöckchen zu klingen begannen, und durch ein ausgeklügeltes System wurden die Zeiger der Uhr bewegt, die dann auch tatsächlich die richtige Zeit anzeigte. Ein zusätzlicher Gag sind die erwähnten fünf Gestalten, deren Eimer und Gießkannen langsam gefüllt wurden; das Wasser ergoss  sich in einen verborgenen Tank und auf wundersame Weise sprossen plötzlich Plastikblumen daraus hervor. Besonders aufpassen musste man auf die ganz links stehende Gärtnerin, die mit dem frechen Gesichtsausdruck, denn sie hatte die Angewohnheit die unten stehenden Zuschauer mit Wasser zu bespritzen, was stets allgemeine Heiterkeit auslöste. Es wäre doch schön, wenn die Wasseruhr wieder richtig in Betrieb genommen werden könnte, so wie in diesem Film zu sehen.

Tim Hunkin ist in Großbritannien vor allem durch die Fernsehsendung „The Secret Life of Machines“ bekanntgeworden, in der technische Gegenstände des täglichen Lebens anschaulich erklärt werden (hier ist ein Beispiel).
Auch Andy Plant ist ein Tüftler, der noch andere Uhren konzipiert hat wie die Lightning Clock in North Shields und The Woolf in Wolverhampton. In diesem Film ist er bei der Arbeit zu sehen.

Published in: on 31. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  

Kunst mit Wasser Teil 2: Jason deCaires Taylor und The Rising Tide

Jason deCaires Taylor ist einer der führenden Unterwasserkünstler und machte sich 2006 einen Namen, als er vor der Küste der Insel Grenada in der Karibik den weltweit ersten Unterwasser-Skulpturenpark anlegte. Drei Jahre später installierte er auf dem Meeresboden vor Cancun in Mexiko seine Silent Evolution, eine Gruppe aus über 400 menschlichen Figuren. Auch Taylor möchte mit seinen Werken an das Umweltbewusstsein der Menschheit appellieren und auf die Schönheit der Unterwasserwelt hinweisen.

Im September 2015 ließ er sich für das Totally Thames Arts Festival in London wieder etwas Besonderes einfallen: The Rising Tide. Vier Reiterfiguren, jede etwa vier Meter hoch, stellte er im Distrikt Nine Elms am Südufer der Themse ins Wasser. Bei niedrigem Wasserstand sind die Figuren komplett zu sehen, wenn die Flut kommt, ragen nur noch die Köpfe aus dem Wasser der Themse. Zwei der Reiter stellen Geschäftsleute dar, zwei sind Kinder und die Botschaft Taylors lautet: Die beiden Erwachsenen sind verantwortlich für den verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde, die Kinder wiederum werden in der Zukunft mit den Folgen des jetzigen Überkonsums der Menschheit leben müssen. Weiterhin will Jason deCaires Taylor auf die historische Bedeutung des Flusses hinweisen, der für Wirtschaft und Handel eine wichtige Lebensader darstellte.

Hier ist das eindrucksvolle Kunstwerk im Film zu sehen.

Published in: on 30. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Kunst mit Wasser Teil 1: Marcus Vergette und seine Time and Tide Bells

Eine der Gezeiten-Glocken in Anglesey (Wales).
Photo © Richard Hoare (cc-by-sa/2.0)

Marcus Vergette ist ein in den USA geborener und in England lebender Künstler (Mitglied der Royal British Society of Sculptors), der sich speziell für Glocken interessiert. Eines einer Projekte nennt sich „Time and Tide Bells“ von denen bereits fünf Exemplare existieren, geplant sind insgesamt zwölf. Dabei handelt es sich um kleine Glocken, die rund um die britische Küste installiert worden sind bzw. noch werden.
Der Klöppel der Glocken wird durch die Natur, sprich durch die Gezeiten, bewegt, das heißt, wenn die Flut steigt, erreicht sie die Glocken und es wird für eine gewisse Zeit ein stets variierendes Klanggemälde erreicht. Eine sehr interessante Idee, wie ich finde. Marcus Vergette will mit diesen Installationen auf die Bedeutung der Gezeiten und des ansteigenden Wasserspiegels in Zeiten des Klimawandels hinweisen.

Die erste wurde 2009 im Hafen von Appledore in North Devon errichtet (hier zu hören und zu sehen). Die Inschrift auf der Glocke lautet:
In thrall to the moon
rocked by her ebb and flow
I sing of swells beneath the stars
black waves at the storms height
new ships’ rhythmic passage west
seabirds in the dancing wake
all who set sail in sorrow or joy
and all who sleep below

Die zweite folgte ein Jahr später am Bosta Beach in Great  Bernera, Äußere Hebriden, in diesem Film am Anfang zu sehen. Die dritte Installation war ebenfalls im Jahr 2010 an der Trinity Buoy Wharf an der Themse in London, deren Glockenschlag hier zu hören ist. Weiter ging es mit Glocke Nummer 4 vor dem Dovey Yacht Club in Aberdyfi, Wales, im Juli 2011 (hier eine Kostprobe) und schließlich installierte Marcus Vergette seine fünfte Time and Tide Bell in Cemeas  an der Nordküste von Anglesey in Wales wie dieser Film zeigt.

Vor wenigen Tagen berichtete „Devon Life“, dass Glocke Nummer 6 im Jahr 2018 in Brixham (Devon) errichtet werden soll. Ich mag diese Hafenstadt sehr und sie ist einer Time and Tide Bell würdig. Marcus Vergette hat sich den neuen Standort schon einmal angesehen und war davon sehr angetan. Der Künstler wohnt in Devon, daher wohl auch seine Vorliebe für den zweiten Glocken-Standort in seiner Grafschaft.

…und eine Marcus Vergette-Glocke auf den Äußeren Hebriden.
Photo © Alan Bowring (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 29. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das War Horse Memorial in Ascot (Berkshire) – Zur Erinnerung an eine Million gefallene Pferde im Ersten Weltkrieg

Der Heatherwood Roundabout in Ascot, wo im Juni 2018 das War Horse Memorial aufgestellt werden soll.
Photo © Stuart Logan (cc-by-sa/2.0)

Über das Animals at War Memorial im Londoner Hyde Park habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Es erinnert an die Millionen Pferde und Maultiere, die in den beiden Weltkriegen auf Seiten der Alliierten gefallen sind. Ein weiteres Denkmal zu diesem Thema entsteht zur Zeit, das im Juni 2018 aufgestellt werden soll und zwar auf dem Heatherwood Roundabout in Ascot in Berkshire. Das sogenannte War Horse Memorial wird ebenfalls an die Pferde, Esel und Maultiere erinnern, die bei den Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg getötet worden sind. Wie auf der Homepage des War Horse Memorials zu lesen ist:
It will pay tribute to the nobility, courage, unyielding loyalty and immeasurable contribution these animals played in giving us the freedom of democracy we all enjoy today, and will signify the last time the horse would be used on a mass scale in modern warfare„.

Das Bronzedenkmal wird ein fast drei Meter hohes Pferd zeigen, dessen Körper Spuren von Verletzungen trägt und das eine Träne im Auge hat. Susan Leyland ist die Bildhauerin, die zur Zeit an dem Denkmal arbeitet. Sie hat sich als Künstlerin auf die Gestaltung von Pferden spezialisiert und hat 2016 auch schon einmal in der Kunstgalerie Stuttgart ausgestellt. £300 000 kostet das Bronzepferd, eine Summe, die durch Spenden aufgebracht wird. Kürzlich fand in der Guildhall von Windsor ein Abendessen mit geladenen Gästen statt, bei dem eine größere Summe an Spenden zusammenkam.

Wer möchte, kann sich schon ein Modell des War Horse Memorials kaufen. Einhundert Exemplare zum Stückpreis von  £20 000 wurden davon hergestellt, von denen die Queen das erste Exemplar erhält. Einer der ersten Käufer war übrigens der Trainer des Londoner Fußballclubs Arsenal, Arsène Wenger, der es seiner Frau schenkte.

Der Heatherwood Roundabout findet sich direkt neben dem Heatherwood Hospital und der Rennstrecke von Ascot.

Published in: on 22. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Wer war eigentlich … Celia Sheen, die die Titelmelodie zu „Inspector Barnaby“ schrieb?

Die „Midsomer Murders„- bzw. „Inspector Barnaby„-Titelmelodie gehört für mich zu den Musikstücken, die man so leicht nicht aus den Gehörgängen bekommt. Verantwortlich dafür ist auch der Einsatz des eher selten zu hörenden Musikinstruments ThereminCelia Sheen hat sich auf dieses Instrument spezialisiert, und ich schrieb in einem früheren Blogeintrag schon einmal darüber. Nicht nur in der Titelmelodie von „Midsomer Murders“ ist die Theremin zu hören, sondern auch in vielen Episoden, besonders dann, wenn die Handlung etwas unheimlich wird.

Celia Sheen wurde 1940 in Heanor in Derbyshire geboren (dort, wo das einzige Staubsaugermuseum Großbritanniens seinen Sitz hat. Ich berichtete in meinem Blog darüber; das aber nur am Rande) und sie starb am 18. Oktober 2011 in Leatherhead in Surrey. Celia Sheens Hauptinstrument war die Geige, bevor sie sich die Kunst des Thereminspielens aneignete. Sie spielte mit zahllosen Größen der Unterhaltungsmusik zusammen, zu denen u.a. auch Frank Sinatra und Cliff Richard gehörten.

Im Jahr 2002 nahm Celia Sheen Bernard Herrmanns Filmmusik zu „The Day the Earth Stood Still“ (dt. „Der Tag an dem die Erde stillstand“) auf, der damals (1951) schon die Theremin einsetzte wie dieser Original-Soundtrack zeigt. Zusammen mit dem Slovak Symphony Orchestra spielte sie 2007 die Theremin in Miklos Roszas Filmmusik zu Alfred Hitchcocks „Spellbound“ (dt. „Ich kämpfe um dich“) aus dem Jahr 1945 (hier ist ein Beispiel zu hören).

Diese Diskographie zeigt, auf welchen Aufnahmen Celia Sheen zu hören ist.

Kehren wir zum Schluss noch einmal zu „Midsomer Murders“ zurück. Dieser Film informiert über die Titelmelodie und zeigt auch Celia Sheen selbst und hier ist das „Midsomer Murders Main Theme“ in voller Länge zu hören.

 

 

 

Der Dichter Philip Larkin und die Kröten von Hull (East Riding of Yorkshire)

Philip Larkins Statue auf dem Bahnhof von Hull.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

In meinem gestrigen Blogeintrag schrieb ich über Tom Chesshyres Buch „To Hull and Back“, in dem der Autor Städte besucht, die gegen ihren schlechten Ruf ankämpfen. Auch Hull, kurz für Kingston upon Hull, im Nordosten des Landes hat damit ein Problem. Die Stadt tut aber im kulturellen Bereich so einiges, um sich von diesem Ruf zu befreien.

Philip Arthur Larkin ist zum Beispiel eine Person, die sich um Hull verdient gemacht hat und der man in der Stadt auch in unterschiedlicher Weise huldigt. Larkin (1922-1985) war Schriftsteller, Dichter und Bibliothekar in der Bibliothek der Universität von Hull. Auf dem Bahnhofsgelände von Hull hat man eine Statue von ihm errichtet, es gibt einen Larkin Trail, auf dem man sich auf die Spuren des Dichters machen kann und es existiert die 1995 gegründete Philip Larkin Society, die sich die Aufgabe gestellt hat: „To promote awareness of the life and work of Philip Larkin (1922-1985) and his literary contemporaries“.

Unter dem Titel Larkin 25 wurde im Jahr 2010, also 25 Jahre nach dem Tod des Schriftstellers, ein Kunstfestival in Hull ins Leben gerufen, bei dem u.a. oben erwähnte Statue enthüllt wurde. Im Mittelpunkt dieses Festivals standen vierzig bunt angemalte Kröten aus Fiberglas, die im ganzen Stadtgebiet verteilt waren. Der Hintergrund: Larkin hatte einmal zwei Gedichte über Kröten geschrieben: „Toads“ und „Toads Revisited„.

Die witzigen Kröten, die mich an die bunten Bären erinnern, die in Berlin aufgestellt worden sind, heißen zum Beispiel „Tigger the Toad„(eine Kreuzung von Tiger und Kröte), „Global Pop Toad„, an der Universität von Hull platziert, „Kiss Me Quick Toad“ (mit Lippenstiftabdrücken verziert) und „Fish and Chips Toad„, auf deren Körper man im Bild alle Zutaten finden kann, die für dieses britische Nationalgericht verwendet werden.
Die Fiberglaskröten entwickelten eine derartige Popularität, dass Menschenmengen nach Hull strömten, um sich die possierlichen Tiere anzusehen (und dabei auch noch zur Freude der Einzelhändler in der Stadt  £500 000 ausgaben). Leider gab es auch in Hull Vandalen, die einige der Kröten beschädigten und eine sogar stahlen, die „Magenta Toad“.

Nach Ende des Festivals Larkin 25 wurden die meisten Kröten versteigert und der Erlös von insgesamt £60,000 für wohltätige Zwecke verwendet. Die restlichen Skulpturen blieben der Stadt erhalten. Fünf Jahre später tauchten einige der Originalkröten noch einmal für wenige Tage im Stadtbild von Hull auf, während der Veranstaltung „Toads Revisited„, die zu Ehren von Larkins 93. Geburtstag im August 2015 abgehalten wurde.

Wer sich für Philip Larkin und für die Kröten von Hull interessiert, der wird diesen Film sehr informativ finden.

Tigger thr Toad.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

Global Pop Toad.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

Kiis Me Quick Toad.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

Fish and Chips Toad.
Photo © Paul Harrop (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Dante Gabriel Rossetti – Ein Maler und Dichter der Präraffaeliten und seine Vorliebe für Wombats

Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.
This work is in the public domain.

Die Präraffaeliten waren eine Künstlergruppe Mitte des 19. Jahrhunderts in England, die stark von Renaissancemalern wie Botticelli und dem namensgebenden Raffael beeinflusst worden waren. Zu den wichtigsten Persönlichkeiten dieser Künstlergruppe gehörte Dante Gabriel Rossetti (1828-1882), dessen Eltern italienischen Ursprungs waren.

In meinem heutigen Blogartikel geht es mir aber nicht um das künstlerische Werk Rossettis, sondern um dessen Vorliebe für exotische Tiere, die er alle im Garten seines Hauses am Londoner Cheyne Walk Nummer 16 im Stadtteil Chelsea untergebracht hatte. Da hielt er u.a ein indisches Zebu, australische Kängurus und Wallabys, einen nordamerikanischen Waschbär und ein kanadisches Waldmurmeltier. Sein absoluter Liebling war aber sein australischer Wombat, ein knuddeliges Beuteltier, dem er den Namen Top gegeben hatte. Rossetti hatte im Londoner Zoo Wombats gesehen, sich in diese Tiere verliebt und sich Top zugelegt. Er zeichnete seinen tierischen Liebling zusammen mit seinem menschlichen, Jane Morris, Ehefrau des berühmten William Morris, mit der er jahrelang ein Verhältnis hatte. Beide tragen auf dem Bild einen Heiligenschein als Ausdruck seiner Liebe zu ihnen.
Auch William Bell Scott fertigte eine Zeichnung von Top an: „Rossetti’s Wombat Seated in his Master’s Lap„.

Leider hatte der Maler keine allzu lange Freude an Top, denn das Tier starb schon nach wenigen Monaten im November 1869. Es heißt, dass Top bei einem Besuch, zusammen mit seinem Besitzer, im Londoner Red House, in dem William Morris wohnte, dessen Lieblingszigarren aufgefressen hätte und daran gestorben wäre.

Dante Gabriel Rossetti war tieftraurig über den Verlust seines Wombats. Er fertigte eine Zeichnung seiner Trauer an, die ihn zeigt wie er in ein großes Taschentuch weint, zu Füßen sein toter Liebling den er  ausstopfen ließ und in den Eingang seines Hauses am Cheyne Walk stellte.

Der US-amerikanische Lyriker Ogden Nash hat einmal ein Gedicht über Wombats geschrieben:

The wombat lives across the seas,
Among the far Antipodes.
He may exist on nuts and berries,
Or then again, on missionaries;
His distant habitat precludes
Conclusive knowledge of his moods,
But I would not engage the wombat
In any form of mortal combat.

Dieser Film zeigt die possierlichen Tiere in Aktion.

No. 16 Cheyne Walk in Chelsea, wo Rossetti lebte.
Photo © Tiger (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. Dezember 2017 at 02:00  Comments (3)  
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The Legendary Ten Seconds und ihre Songs über King Richard III.

Richard III
Eigenes Foto.

Das ideale Weihnachtsgeschenk für Ricardianer, also die Anhänger des Königs Richard III, von denen es mehr gibt als man vermutet, ist ein Album der Folkrock-Gruppe The Legendary Ten Seconds. Mehrere Alben haben die Legendary Ten Seconds bereits aufgenommen, die aus Sir Ian of Churchward, Earl Robert of the Shroud, The Lord Zarquon und Earl Dave of Clifford bestehen. In ihrer Musik beschäftigt sich die Band mit den Themen Richard III und War of the Roses. „Loyaulte Me Lie“ (2013), „Tant Le Desiree“ (2014), „Richard III“ (2015) und „Sunnes and Roses“ (2016) heißen die Alben; „Murrey and Blue“ ist gerade im November erschienen.

Hören wir uns doch einmal einige Musikbeispiele an:

The King in the Car Park“ bezieht sich auf den Fundort, an dem Richards Skelett gefunden wurde, unter einem Parkplatz in Leicester.

In „The Court of King Richard“ geht es um den Hof des in der Schlacht von Bosworth gefallenen Königs.

In „How Do You Rebury a King?“ besingt die Band die Beerdigungsfeierlichkeiten, als Richard III im Jahr 2015 erneut in Leicester zu Grabe getragen wurde.

Und mein Favorit: Das Weihnachtslied „Middleham Castle on Christmas Eve„.

Der Parkplatz in Leicester, unter dem das Skelett von Richard III. gefunden wurde.
Eigenes Foto

Die letzte Ruhestätte von Richard III. in der Kathedrale von Leicester.
Photo © P L Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Das Middleham Castle in North Yorkshire, wo Richard III. seine Kindheit verbrachte.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

„Nuclear Dawn“ – Ein Wandgemälde in Londons Stadtteil Brixton

Brixton, im Süden Londons gelegen, galt früher als ein Stadtteil, den man lieber meiden sollte. Die Brixton Riots aus dem Jahr 1981 sind in dem überwiegend von Menschen aus der Karibik bewohnten Bezirk lange in Erinnerung geblieben. Heute entwickelt sich Brixton, wie so viele andere Regionen von London auch, in einen Stadtteil mit steigenden Mieten; „London’s trendiest places to live“ sagt The Guardian.

Eine Besonderheit hier sind die sogenannten Brixton Murals, also Wandgemälde, die nach den Aufständen in den 1980er Jahren entstanden. Die London Mural Protection Society (LMPS) kümmert sich um den Erhalt der Londoner „murals“, auch um die in Brixton. Eines davon nennt sich „Nuclear Dawn„, das man (noch) im Coldharbour Lane sehen kann und das an die Hauswand des Carlton Mansions (Hausnummer 372) gemalt wurde; das leerstehende Haus ist schon seit einiger Zeit vom Abriss bedroht. Eine Plakette der LMPS neben dem eindrucksvollen Bild informiert darüber, wer die Künstler waren, die das Wandgemälde geschaffen haben: Brian Barnes und Dale McCrea. Das Entstehungsjahr war 1981.

Das 25 qm große Bild zeigt ein erschreckendes Szenario: Ein riesiges Skelett steht über London, im Hintergrund explodiert eine Atombombe, in einem bombensicheren Bunker unter dem Parlamentsgebäude sieht man Margaret Thatcher, Ronald Reagan und Prince Charles. Der obere Teil des Skeletts ist in Fahnen der Länder gehüllt, die damals über Atomwaffen verfügten. In der oberen von der Atombombe verursachten Wolke sieht man die Umrisse der Kontinente, in der unteren sind schreiende Köpfe zu erkennen. Auf der rechten Seite des Wandgemäldes steigen Friedenstauben in den Himmel.

Leider ist dieses „mural“ im Laufe der Zeit von Vandalen verunstaltet worden, die ihre Graffitis darauf gesprüht haben. Unsinnige Wörter wie „The Mongolz“ und „Koze“ überdecken jetzt den unteren Teil des Bildes. Wie lange noch wird uns „Nuclear Dawn“ erhalten bleiben?

Die erst 2013 gegründete kleine Brixton Brewery in der Brixton Station Road hat vor wenigen Wochen ein Bier auf den Markt gebracht, das sich „Nuclear Dawn Botanical Sour“ nennt und dessen Etikett einen Ausschnitt aus dem Wandgemälde zeigt.

Hier ist ein Film über „Nuclear Dawn“ und weitere Brixton Murals.

 

Published in: on 29. November 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Bob, der Neufundländer, der in einem Gemälde von Sir Edwin Landseer verewigt wurde

This is a faithful photographic reproduction of a two-dimensional, public domain work of art.

Bob war ein Neufundländer und ein ganz erstaunlicher Hund. In den 1830er Jahren geriet das Schiff, in dem Bob an Bord war, vor der englischen Küste in Seenot und kenterte. Der Hund überlebte das Unglück und rettete auch noch zwei Passagiere. Von da ab kann man sagen, dass für Bob das Retten von Menschen zu seinem Lebensinhalt geworden ist, denn in einer Zeitspanne von dreizehn Jahren rettete der Neufundländer sage und schreibe 23 Menschen vor dem Ertrinken. Er hielt sich in dieser Zeit immer im Londoner Raum auf und war geradezu ein Strandwächer auf vier Pfoten. Als Dank für diese Leistung wurde Bob in die Royal Humane Society aufgenommen, das ist eine 1774 gegündete Lebensrettungsgesellschaft. Er erhielt eine Medaille und, was ihn sicher noch mehr gefreut hat, eine tägliche Mahlzeit bis ans Ende seines Lebens.

Der englische Tiermaler und Bildhauer Sir Edwin Landseer (1802-1873), dem wir die Löwen auf dem Londoner Trafalgar Square zu verdanken haben, hörte von dieser anrührenden Geschichte und wollte unbedingt ein Gemälde von Bob anfertigen, doch der Hund war wie vom Erdboden verschwunden; niemand wusste, wo er sich aufhielt und ob er überhaupt noch lebte. So leiht sich Sir Edwin einen anderen Neufundländer namens Paul und bringt ihn in sein Atelier. Dort setzt er ihn auf einen Tisch und beginnt zu malen. Aus dem Tisch wird eine Ufermauer, im Hintergrund ist ein wolkenverhangener Himmel über dem Meer zu sehen, Seemöwen ziehen ihre Kreise. Großartig gelungen ist das Porträt des Hundes, der aussieht, als könnte er jeden Moment aufstehen und aus dem Bilderrahmen steigen. „A Distinguished Member of the Humane Society“ nannte Sir Edwin Landseer sein Bild, das 1838 ausgestellt wurde, und das die Beliebtheit von Neufundländern in England gewaltig steigerte. Das Gemälde ist 111.8 × 143.5 cm groß und hängt heute in dem Londoner Kunstmuseum Tate Britain.

Published in: on 7. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Alfred Hitchcock-Mosaike in der U-Bahnstation von Leytonstone in London

Alfred Hitchcock als Kind vor dem Laden seines Vaters in der Leytonstone High Road.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Leytonstone ist ein östlicher Stadtteil von London, der von der A12 und der High Road durchzogen wird. In der Hausnummer 517 der High Road erblickte am Sonntag, dem 13. August 1899 Alfred Hitchcock das Licht der Welt. Über dem Lebensmittelladen seiner Eltern wurde ein Kind geboren, das später einmal zu einem Inbegriff des Filmthrillers werden sollte. Das Haus existiert heute nicht mehr, es wurde in den 1980er Jahren abgerissen. An der Stelle steht jetzt eine Jet-Tankstelle, an der eine blaue Plakette angebracht ist, die an Hitch erinnert. Hier findet man auch gegenüber der Tankstelle auf der gleichen Straßenseite ein Haus, das von Mateusz Odrobny und Anna Mill mit Motiven aus Hitchcocks Film „Die Vögel“ bemalt wurde.

Man ist auch heute noch stolz in Leytonstone auf seinen großen Sohn und so verewigte man ihn mit einer Serie von Mosaiken in der örtlichen U-Bahnstation. Die Hitchcock Gallery wurde am 3. Mai 2001 eröffnet und besteht aus 17 Mosaiken mit Motiven aus seinen berühmten Filmen. Der London Borough of Waltham Forest organisierte das Projekt, das von Mitgliedern des Greenwich Mural Workshops ausgeführt wurde. Die Künstler benötigten für die Ausführung sieben Monate und verwendeten für die Mosaike 80 000 Kacheln. Neben den Filmmotiven zeigen drei Szenen Bilder von Hitchcock selbst, einmal als Kind auf einem Pferd vor dem Laden seines Vaters, einmal bei der Arbeit als Regisseur und einmal zusammen mit Marlene Dietrich. Die Filmmotive zeigen Szenen aus seinen Filmen (hier nur einige Beispiele) „Rear Window“ (dt. „Das Fenster zum Hof“), „Psycho“ (dt. „Psycho“), „North by Northwest“ (dt. „Der unsichtbare Dritte“) und „To Catch a Thief“ (dt. „Über den Dächern von Nizza“).

Die Leytonstone Tube Station liegt an der Central Line, der Eingang ist am Church Lane.

Hier ist ein Song über Alfred Hitchcock und die Mosaike von Leytonstone.

„Rear Window“ oder „Das Fenster zum Hof“.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

„Psycho“.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

„North by Northwest“ oder „Der unsichtbare Dritte“.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

„To Catch a Thief“ oder „Über den Dächern von Nizza“.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. September 2017 at 02:00  Comments (1)  
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The Dotterel Roundabout – Ein hübsch angelegter Kreisverkehr an der A165 im Osten Yorkshires

Einem besonders schön angelegtem Kreisverkehr begegnet man, wenn man von Bridlington an der Ostküste von Yorkshire auf der A165 in Richtung Scarborough fährt. Dort, wo die B1229 dazustößt, liegt der Dotterel Roundabout, direkt daneben der Dotterel Pub. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob auf der Wiese inmitten des Kreisverkehrs einige Schafe grasen, bewacht von einem hochgewachsenen Schäfer und seinem Hütehund. Beim zweiten Hinsehen merkt man, dass sich das Ensemble nicht bewegt und wir es hier mit Skulpturen zu tun haben. Der regionale Künstler Ronald Falck aus Bridlington (sein Lehrmeister war der berühmte Henry Moore) hat die Figurengruppe The Dotterel Shepherd 2011 geschaffen; sie soll an das ländliche Erbe der Region erinnern. Fünf Schafe stehen hier beisammen und ein Lämmchen hält der Schäfer auf dem Arm. Die Figuren besten aus Fiberglas, das auf einen Metallrahmen aufgetragen worden ist.

£3,000 hat der Künstler an öffentlichen Geldern erhalten, den Rest hat er aus eigener Tasche bezahlt. Ich muss immer wieder sagen, man kann mit den Innenflächen der von mir so geschätzten Kreisverkehren mit etwas Fantasie und Geld so einiges anstellen, und ich freue mich, wenn ich auf kunstvoll gestaltete Roundabouts treffe.

Ronald Falck hat übrigens auch die Figur des Anchorman im Hafen von Bridlington erschaffen.

Published in: on 4. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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