Möbelschreiner in North Yorkshire Teil 2: Der Thirsk Furniture Trail

Coxwold Cabinet Makers in Coxwold (North Yorkshire)
Photo © Gordon Hatton (cc-by-sa/2.0)

Woran denkt man zuerst, wenn man den Ortsnamen Thirsk in North Yorkshire hört? Genau, an den Tierarzt James Herriot, der hier seine Praxis hatte und der weltweite Berühmtheit durch seine Bücher erlangte, die in der beliebten TV-Serie „All Creatures Great and Small“ (dt. „Der Doktor und das liebe Vieh“) verfilmt wurden. Siehe dazu meinen Blogeintrag.

Was vielleicht bei den Yorkshire-Touristen nicht so  bekannt ist: Es gibt in Thirsk und Umgebung zahlreiche Möbelschreiner, die Auftragsarbeiten aus dem ganzen Land annehmen. Wer also individuelle Möbel angefertigt haben möchte, der ist in diesem Teil von North Yorkshire richtig.

Um auf sich aufmerksam zu machen, haben sich zur Zeit sieben dieser kleinen, spezialisierten Handwerksbetriebe zusammengeschlossen und den Thirsk Furniture Trail entwickelt, auf dem man den Schreinern bei der Arbeit zusehen und sich die dort hergestellten Möbel in Ausstellungsräumen ansehen kann. Einige der teilnehmenden Betriebe möchte ich kurz vorstellen.

In dem wunderschönen Dorf Coxwold, literarisch Interessierten sicher durch den Schriftsteller Laurence Sterne bekannt (siehe mehr hier) gibt es die kleine Firma Coxwold Cabinet Makers, die 1987 gegründet wurde und Möbel jeder Art herstellt, besonders aber Küchenmöbel. Das Markenzeichen der Firma ist das Einhorn, das man häufig auf ihren Möbeln findet.

Was dem einen das Einhorn ist dem anderen das Eichhörnchen. Dieses Tier findet man an Möbeln, die die 1957 gegründete Firma Squirrel Woodcarvers in Husthwaite herstellt, die sich auf die Verwendung von Eichenholz spezialisiert hat.

Einen großen Ausstellungsraum unterhält die Firma Treske Furniture in Thirsk, in dem man deren Schreinerkunstwerke bestaunen kann. Hier baut man Möbel für jeden Zweck, unter anderem hat man Pubs eingerichtet wie das Restaurant des Black Swans in Oldstead (North Yorkshire).

Wer sich für Möbel interessiert, der ist auf dem Thirsk Furniture Trail gut aufgehoben; wie es in so einer Möbelschreinerei zugeht, zeigt dieser Film.

Published in: on 30. Dezember 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Möbelschreiner in North Yorkshire Teil 1: Robert „The Mouseman“ Thompson in Kilburn

Die Firma Robert Thompson in Kilburn.
Photo © Andrew Abbott (cc-by-sa/2.0)

Nicht weit von der A19 gelegen, in der Nähe der Stadt Thirsk in North Yorkshire, findet sich der kleine Ort Kilburn, Sitz der Firma Robert Thompson’s Craftsmen Ltd, die sich auf die Herstellung von Möbeln aus Eiche spezialisiert hat.
Robert Thompson, der von 1876 bis 1955 hier in Kilburn lebte, war ein Möbelschreiner, dessen Markenzeichen eine geschnitzte Maus war, die sich auf fast allen seinen Möbeln fand. Auch auf Kirchenbänken und anderen Einrichtungsgegenständen für Kirchen war diese Maus zu finden, daher sein Namenszusatz „The Mouseman„.
1919 soll sich Thompson einmal mit einem seiner Arbeitskollegen über den Spruch „Arm wie eine Kirchenmaus“ unterhalten haben, woraus dann die Idee mit der Maus entstanden ist.

Noch heute gibt es hier in Kilburn die Firma  Robert Thompson’s Craftsmen Ltd, die von Nachfahren des „Mouseman“ betrieben wird und die klassische Möbel aus Eiche herstellt, natürlich mit der geschnitzten Maus, die zum Beispiel an einem Tischbein oder seitlich an einem Schrank angebracht ist.

Die Firma betreibt auch ein Besucherzentrum, in dem man sich über den „Mouseman of Kilburn“ informieren kann, das T Café für die Erfrischung zwischendurch und einen Gift Shop, in dem man kleinere Holzarbeiten erwerben kann.

Auf Arbeiten des „Mouseman“ stieß ich unter anderem in der Mouse Bar des Green Dragon Inns in Cowley in Gloucestershire.

Hier ist ein Film über die Firma.

Siehe auch meinen Blogeintrag über The White Horse of Kilburn.

Robert Thompson’s Craftsmen Ltd.
Kilburn
York, North Yorkshire.

YO61 4AH   

Das Buch zum Artikel:
Patricia Lennon: Mouseman – The Legacy of Robert Thompson of Kilburn. Great Northern Books 2012. 160 Seiten. ISBN 978-1905080076.

Eine Thompson-Maus in der St Andrew’s Church in Newcastle-upon-Tyne.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Eine weitere, schon etwas in die Jahre gekommene Maus in der Church of St Michael and All Angels in Mottram in Longdendale (Greater Manchester).
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

…und eine verwitterte Thompson-Freiluftmaus vor St. Michael and St. George in Castleton (North Yorkshire).
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Wie eine Margaret Thatcher-Statue einmal in der Londoner Guildhall enthauptet wurde

Baroness Margaret Thatcher in der Londoner Guildhall Art Gallery.
Author: The wub
Creative Commons 4.0

£150 000 kostete die Statue der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher, die in der Londoner Guildhall Art Gallery aufgestellt ist. Das Speaker’s Advisory Committee hatte das Kunstwerk 1998 in Auftrag gegeben, das der renommierte Londoner Bildhauer Neil Simmons entwarf und fertig stellte (er kreierte auch das Princess Diana Memorial in Althrop House). 2,40 Meter hoch ist Baroness Thatcher geworden, und jeder, der ihr ins Gesicht sehen möchte, muss zu ihr aufsehen, was der Lady durchaus recht gewesen sein mag. Im Jahr 2002 enthüllte die Politikerin ihre Statue selbst in der Guildhall Art Gallery, und sie war sicher sehr stolz darauf. Ihre Heimatstadt Grantham in Lincolnshire hatte sich immer wieder dagegen gesträubt, ihrer berühmten Tochter ein Denkmal zu setzen, was sich voraussichtlich im nächsten Jahr ändern wird, denn der Bildhauer Douglas Jennings hat eine riesige Bronzestatue von ihr geschaffen. “She was never very fond of Grantham, and so Grantham was never very fond of her,” schrieb Thatchers Biograf John Campbell. Nun hat man sich in Grantham also doch umentschlossen,  befürchtet aber gleichzeitig, dass das Denkmal Ziel von Vandalen werden könnte, da die Baroness in weiten Teilen der Bevölkerung sehr unbeliebt war (siehe dazu meinen Blogeintrag) …was Neil Simmons‘ Statue in London einige Monate nach ihrer Einweihung zu spüren bekam.

Eines Tages wanderte ein Mann in die Guildhall Art Gallery, der in einem Hosenbein einen Cricketschläger versteckt hatte. Mit dem Schläger hieb er auf die Statue ein und schlug ihr den Kopf ab. Er machte sich danach nicht aus dem Staub, sondern wartete bis die Polizei kam. „Ich glaube, jetzt sieht sie besser aus“, meinte der Mann und war mit seinem Werk zufrieden. Als er sich später vor Gericht für seine Tat verantworten musste, sagte er zu seiner Verteidigung, dass es sich bei der Aktion um eine künstlerische Ausdrucksform gehandelt habe und dass es sein Recht sei, „to interact with this broken world.” Nun, der Richter ließ  sich von diesen Worten nicht überzeugen und verurteilte den Vandalen zu drei Monaten Gefängnis.
Margaret Thatcher steht natürlich inzwischen wieder mit Kopf in der Art Gallery, allerdings hat man sie  aus der Schusslinie genommen und sie etwas versteckt in einer Ecke aufgestellt.

Published in: on 2. Dezember 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Mary Wollstonecrafts umstrittene Statue im Londoner Park Newington Green

Newington Green im Norden Londons spielte eine große Rolle im Leben der Mary Wollstonecraft (1759-1797), einer der größten Frauenrechtlerinnen in der Geschichte Englands (und Mutter Mary Shelleys, Schöpferin des Romans „Frankenstein“). Hier begann sie ihre schriftstellerische Karriere mit Kinderbüchern, Übersetzungen und Rezensionen, bevor sie 1792 mit „A Vindication of the Rights of Woman“ international auf sich aufmerksam machte. Hier etablierte Mary Wollstonecraft, zusammen mit ihrer Schwester Eliza, im Jahr 1784 auch eine Schule nur für Mädchen.

Was hätte Mary wohl damals Ende des 18. Jahrhunderts dazu gesagt, wenn sie gewusst hätte, dass sie einmal im Park von Newington Green mit einer nackten Statue verehrt werden würde? Ich glaube nicht, dass sie das positiv aufgenommen hätte.

Am 10. November 2020 war es soweit: Die Enthüllung der Statue wurde vollzogen, nach einer neun Jahre dauernden Kampagne der Mary on the Green-Gruppe, die sich dafür einsetzte, der Frauenrechtlerin endlich ein Denkmal zu setzen. „Over 90% of London’s statues commemorate men leaving many incredible women uncelebrated and ignored like Mary Wollstonecraft“ heißt es auf der Webseite der Gruppe; das hat nun ein Ende, denn nach der Sammlung von Spenden in Höhe von £143,300 konnte die Statue in Auftrag gegeben und jetzt vor wenigen Tagen enthüllt werden.

Doch kaum war sie für die Öffentlichkeit sichtbar, entstand ein Streit darüber. Warum musste Mary denn unbedingt nackt dargestellt werden, fragten sich die einen, während andere damit kein Problem hatten. Die Bildhauerin Maggi Hambling (die ich in meinem Blog schon einmal mit der Skulptur „A Conversation With Oscar Wilde“ in der Londoner Adelaide Street vorstellte) ist die Schöpferin des Kunstwerks, und sie begründet die nackte Darstellung so: Hätte sie Mary in zeitgenössischer Kleidung gezeigt, so wäre sie ein Teil der Vergangenheit gewesen, durch die Nacktheit ist sie aber ein Stück Gegenwart, und das auszudrücken, war für sie sehr wichtig. Das Denkmal trägt die Inschrift “I do not wish women to have power over men, but over themselves”, ein Satz aus der Feder Mary Wollstonecrafts. Hier ist ein Film über das Denkmal.

Die Parkanlage befindet sich an der A105, der Newington Green Road.

Plakette an der Newington Green Primary School.
Author: OpenPlaques
Creative Commons 2.0

Die Saunton Sands und Pink Floyds Albumcover von „A Momentary Lapse of Reason“

Saunton Sands ist einer der schönsten Strände Englands. Er erstreckt sich über mehrere Kilometer westlich der Stadt Braunton an der Nordküste der Grafschaft Devon. Surfer lieben den Strand, Sonnenbadende ebenfalls, aber auch Produktionsfirmen von Filmen und Musikvideos kommen immer wieder hierher, um den Strand in ihre Filme einzubauen. So sind die Saunton Sands beispielsweise in Robbie Williams‘ Video „Angels“ zu sehen und auch in dem sehr ähnlichen Musikvideo „Hand on Heart“ von Olly Murs. In dem Spielfilm „Edge of Tomorrow“ aus dem Jahr 1914 wurden hier einige Szenen gedreht.

Als die britische Band Pink Floyd ihr Album „A Momentary Lapse of Reason veröffentlichte (das zum großen Teil auf dem an der Themse liegenden Hausboot „Astoria“ aufgenommen worden waren, siehe dazu meinen Blogeintrag) zierte das Albumcover ein merkwürdiges Foto: Auf einem Strand sind Hunderte von metallenen Krankenhausbetten zu sehen, auf einem der Betten sitzt ein Mann, ein Zimmermädchen hält Bettlaken in der Hand, ein paar Hunde haben sich etwas weiter entfernt am Strand niedergelassen und über der ganzen Szenerie schwebt ein Ultraleichtflugzeug. Das Foto hatte der für die Albumcovergestaltung zuständige Grafikdesigner Storm Thorgerson aufgenommen, basierend auf einer Zeichnung von Pink Floyds David Gilmour. Die eigenartige Szene spielt auf einige Textzeilen der auf dem Album enthaltenen Songs an.

Inszeniert werden sollte das Foto eigentlich an einem kalifornischen Strand, da das Wetter dort deutlich zuverlässiger ist als hier in Devon, aber man bekam in Kalifornien keine 700 Betten zusammen. Also wählte Thorgerson  Saunton Sands für sein Fotoshooting aus, denn Devon konnte die gewünschte Bettenzahl liefern. Mit Lastwagen wurden die Betten hierher gekarrt, mit Hilfe von vielen Freiwilligen an den Strand getragen und nach einem vorgegebenen Muster aufgestellt…und dann fing es an zu regnen. Der Fotograf benötigte für sein Foto aber einen blauen Himmel und so schleppten die armen Mitarbeiter alle Betten wieder zurück zu den Lastwagen. Zwei Wochen später wurde die Aktion wiederholt, dieses Mal mit Erfolg. Das Wetter war schön, alles wurde wieder genauso wie beim ersten Mal aufgestellt, und das Foto war im Kasten. Nun zierte es das Albumcover und ließ viele rätseln, was es wohl bedeuten sollte. Hier ist ein kurzer Film über das Fotoshooting.

Der Klingenschmied von der East Wickham Farm in Welling (Kent)

Auf der East Wickham Farm in Welling, dort, wo die Grafschaft Kent an Greater London grenzt, gibt es einen Klingenschmied namens Owen Bush, der sich darauf spezialisiert hat, Schwerter, Äxte und Messer aus der Zeit der Wikinger und Angelsachsen herzustellen. Dabei richtet er sich strikt nach den Originalen, die er in Museen in der ganzen Welt aufgesucht und vermessen hat. Seit 25 Jahren betreibt Owen Bush seine  Bushfire Forge, und da sich seine Expertise herumgesprochen hat, klopften schon mehrfach Film- und TV-Produktionsfirmen an seine Tür, um seinen Rat einzuholen. In der Netflix-Serie „Outlaw King“ beispielsweise fanden seine Äxte und Speere in den Kampfszenen Verwendung. In dem Werbespot für Kettle Chips ist Bush schmiedend zu sehen.

Für Interessierte bietet Owen Bush Schnupperkurse in seiner Bushfire Forge an, bei denen man einen Tag lang die Grundfertigkeiten des Klingenschmiedens erlernen kann.

Seine Produkte kann man bei ihm selbst oder über seinen Onlineshop erwerben. So ein Schwert  kostet dann schon einmal über £6000. Doch Bush stellt auch normale Messer für den Hausgebrauch her, die sehr kunstvoll gestaltet und im obersten Preisbereich angesiedelt sind.

Owen Bush ist übrigens der Neffe der berühmten Sängerin Kate Bush, die auf der East Wickham Farm ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Im Alter von 13 Jahren komponierte sie hier schon ihr „The man with a child in his eyes„. Später, als sie schon erfolgreich war, ließ sie auf der Farm ein Aufnahmestudio installieren, in dem viele ihrer großen Erfolge entstanden.

Bushfire Forge
East Wickham Farm

Wickham St
Welling
Kent
DA16 3DA

Published in: on 24. September 2020 at 02:00  Comments (6)  
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Ansdell in Lancashire – Der einzige Ort in England, der nach einem Künstler benannt ist

Lytham St Annes ist eine Stadt an der Küste von Lancashire, nur durch den Blackpool Airport von der Stadt des Vergnügens getrennt. Sie besteht aus mehreren Ortsteilen, von denen einer Ansdell heißt, der nach dem Maler Richard Ansdell (1815-1885) benannt ist. Und das ist einmalig in England, dass ein Ort den Namen eines Künstlers trägt.

Richard Ansdell ist vor allem durch seine Tierbilder bekannt geworden, die mich an die Gemälde von Sir Edwin Landseer erinnern. Der Künstler besaß ein Sommerhaus in Lytham St Annes namens Starr Hills und hatte eine enge Beziehung zu diesem Landstrich, oder besser Küstenstrich, von Lancashire. Dieses Haus an der heutigen Ansdell Road South beherbergt jetzt ein Seniorenheim, das Starr Hills Care Home (hier ist ein Film darüber). Aus Verbundenheit zu Richard Ansdell wurde dieser Teil von Lytham St Annes später nach ihm benannt.

Richard Ansdell stammt aus Lancashire, er wurde in Liverpool geboren, wo er auch seine erste Ausstellung hatte. Im Alter von 37 Jahren verließ er mit seiner Familie seine Heimatstadt und ließ sich in London nieder. Elf Kinder zeugte er mit seiner Frau Maria Romer. In seinen Gemälden ging es oft beschaulich zu („A Spanish Shepherd„), manchmal waren aber auch dramatische Szenen zu sehen („The Hunted Slaves„). Ansdell starb 1885, beerdigt wurde er auf dem riesigen Brookwood Cemetery in Surrey.

Der Ortsteil Ansdell ist vor allem durch die Lytham St Annes High School bekannt geworden, die einen sehr guten Ruf in der Grafschaft besitzt.

Die Woodlands Road in Ansdell.
Photo © P L Chadwick (cc-by-sa/2.0)

The Spanish Shepherd (1863).
This work is in the public domain.

The Hunted Slaves (1861).
This work is in the public domain.

Richard Ansdells Grab auf dem Brookwood Cemetery in Surrey.
Author: Jack1956
This work is in the public domain.

 

Die Montgomery Mermaid in Sheerness auf der Isle of Sheppey

Photo © Richard Vince (cc-by-sa/2.0)

Welcome to SHEERNESS – You’ll have a blast„, so steht es auf einem Wandgemälde zu lesen, das die Besucher der Stadt Sheerness auf der Isle of Sheppey in Kent willkommen heißt. Als es noch die Fährverbindung für PKWs von Vlissingen in den Niederlanden nach Sheerness gab, bin ich häufig morgens gegen 6 Uhr hier angekommen und fand die Isle of Sheppey immer ein bisschen langweilig. Besonders attraktiv für Touristen ist die Insel nicht, denn hier hat sich viel Industrie angesiedelt, und die Tatsache, dass gleich drei Gefängnisse auf der Isle of Shepey liege (siehe hierzu meinen Blogeintrag), erhöht die Attraktivität sicher nicht.

Im Jahr 2015 kam man auf die Idee, die Besucher von Sheerness mit einem großen Wandgemälde willkommen zu heißen und beauftragte den Künstler Dean Tweedy, sich etwas Entsprechendes einfallen zu lassen, was dieser auch tat, damit aber nicht bei allen Inselbewohnern auf Begeisterung stieß.

Das Bild zeigt eine Meerjungfrau („The Montgomery Mermaid„), die am Strand liegt, eine finstere Miene aufgesetzt hat und dabei ist eine Sprengung vorzubereiten („You’ll have a blast“ ist doppeldeutig; es kann zum einen „Du wirst einen Riesenspaß haben“ bedeuten, zum anderen auch „Du wirst eine Explosion erleben“). Was will uns das Wandgemälde sagen?

Vor der Küste der Isle of Sheppey liegt das Wrack des amerikanischen Munitionsschiffes SS Richard Montgomery, das im August 1944 auf eine Sandbank bei Sheerness auflief, mit ca 1500 Tonnen Munition an Bord. Das Schiff brach auseinander, eine Bergung der gefährlichen Ladung erwies sich als nicht machbar. Die Experten sind sich heute nicht einig darüber wie groß die Gefahr einer Explosion ist. Sollte es dazu kommen, könnte es das Ende von Sheerness und der Isle Sheppey sein. Die Masten der SS Montgomery ragen aus den Fluten noch heute hervor.

Modell für die „Montgomery Mermaid“ stand eine junge IT-Technikerin von der Insel. Dean Tweedy hat das Wandgemälde kostenlos erstellt.

Die Masten der SS Richard Montgomery.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 10. September 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der nackte Mann auf dem Dach eines Hauses in der Broad Street in Oxford

In der Polizeizentrale von Oxford ging einmal an einem regnerischen Tag der Ruf einer Frau ein, die sich darüber beklagte, dass auf dem Dach eines Hauses an der Broad Street Ecke Turl Street ein nackter Mann stünde, der auf die Passanten urinieren würde. Ob dieser Ruf einen sofortigen Einsatz eines Streifenwagens veranlasste oder ob der Beamte an der Telefonleitung in lautes Gelächter ausbrach, weiß ich nicht. Die Anruferin hatte insofern recht, als da tatsächlich ein nackter Mann auf dem Gebäude stand, in dem unten Blackwell’s Art and Poster Shop untergebracht ist, doch dieser Mann besteht aus Eisen, und da der Körper mit allen männlichen Attributen ausgestattet ist und wenn der Regen auf ihn herabfällt, nun, da sieht es wirklich so aus, als ob…

Es handelt sich hier um ein Kunstwerk des berühmten Bildhauers Antony Gormley, der immer wieder damit überrascht, wo man seine Skulpturen finden kann. Seine Serie „Another place“ am Crosby Beach in Lancashire (ich berichtete in meinem Blog darüber) besteht aus 100 identischen Männerfiguren, die am Strand alle zum Meer ausgerichtet sind; die andere Figurenserie namens „Another time“ besteht aus den gleichen 100 identischen Skulpturen, die aber alle in der Welt verstreut sind; eine davon eben auch in Oxford. Antony Gormley hat sie nach seinem eigenen Körper geformt.

Der eiserne Mann auf dem Dach des Blackwell’s Shop gehört dem Exeter College, das für die Anschaffung des Kunstwerks eine anonyme Spende von über £250 000 erhielt, worüber man sich in dem College natürlich sehr freute. Im Februar 2009 wurde Gormleys Kreation auf das Dach gehievt und in Anwesenheit der Rektorin des Exeter College, der Bürgermeisterin von Oxford und des Künstlers selbst eingeweiht. Die Figur ist über zwei Meter groß und wiegt zehn Zentner. Viele Passanten werden sie gar nicht wahrnehmen wenn sie an dem Gebäude vorbeigehen. Da wir in Oxford sind, ist die Skulptur schon mehrfach von Studenten für „pranks“ benutzt und in witzige Kleidungsstücke gehüllt worden.

Hier ist ein Film von der Eröffnungszeremonie.

Published in: on 4. September 2020 at 02:00  Comments (2)  
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The Ukulele Orchestra of Great Britain

 

Das Zupfinstrument Ukulele verbindet man eigentlich eher mit Hawaii als mit Großbritannien, aber genau dort hat die Ukulele eine Art Neugeburt erfahren mit der Gründung des Ukulele Orchestra of Great Britain.

Vor 25 Jahren fand man sich, mehr aus Spaß, zusammen und inzwischen ist das „Orchester“ zu einer Weltberühmtheit geworden, dass pausenlos auf Tournee durch die ganze Welt unterwegs ist.

Das achtköpfige Orchester besteht zurzeit aus:
Jonty Bankes
Peter Brooke-Turner
Hester Goodman
Will Grove-White
George Hinchliffe
Leisa Rea
Ewan Wardrop
David Suich
Richie Williams

Das UOGB besteht aus Briten, also spielt der Humor bei den Auftritten auch eine Rolle, die dadurch nie langweilig werden. Die perfekte Selbstdarstellung findet sich auf ihrer Webseite, der eigentlich nichts hinzuzufügen ist:

A concert by the Ukulele Orchestra is a funny, virtuosic, twanging, awesome, foot-stomping obituary of rock-n-roll and melodious light entertainment featuring only the “bonsai guitar” and a menagerie of voices in a collision of post-punk performance and toe-tapping oldies. There are no drums, pianos, backing tracks or banjos, no pitch shifters or electronic trickery.

Sie sind häufig Gast in Deutschland und traten auch mehrmals in Fernsehsendungen auf. Zuletzt waren sie im Februar 2020 auf Deutschland-Tournee. Weitere Aktivitäten sind zur Zeit wegen Corona nicht möglich. Aber man kann sich ihre Musik natürlich auf youtube ansehen wie beispielsweise ihre Version von „The Good, the Bad and the Ugly„.

Siehe auch meinen Blogeintrag über den wohl bekanntesten Ukulelespieler Großbritanniens: George Formby.

Published in: on 29. August 2020 at 02:00  Comments (3)  
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Der Headington Shark – Ein skurriles Kunstwerk in einem Vorort von Oxford

Wenn man an der Adresse 2 New High Street in Headington, einem Vorort von Oxford, vorbei kommt, glaubt man seinen Augen nicht zu trauen. Im Dach des Hauses steckt ein riesiger Hai, der aussieht, als hätte man ihn vom Meer aus mit einem gewaltigen Katapult in Richtung Oxford abgeschossen und zufällig ist er hier in Headington eingeschlagen.

Natürlich war das ganz anders. Bill Heine, der Hausbesitzer, und Moderator bei BBC Radio Oxford, beauftragte den Bildhauer John Buckley, dieses Monstrum zu schaffen, und seit dem 9. August 1986, also heute vor 34 Jahren, ziert nun der Hai das Hausdach. Der Grund? Das Datum war der 41. Jahrestag des Abwurfs der Atombombe auf Nagasaki. Bill Heine (er starb im vergangenen Jahr) war entschiedener Gegner von Atomwaffen und Atomkraft und so begründete er die Anwesenheit des Hais: „The shark was to express someone feeling totally impotent and ripping a hole in their roof out of a sense of impotence and anger and desperation… It is saying something about CND, nuclear power, Chernobyl and Nagasaki“ (Quelle: Wikipedia).

Untitled 1986“ nannte John Buckley sein Werk, das natürlich auch auf Widerstand stieß. Der Stadtrat von Oxford wollte das Meerestier entfernen lassen, da für die Errichtung auch keine Baugenehmigung vorlag, aber die Öffentlichkeit fand die Skulptur gut und so wurde schließlich von höchster Stelle beschlossen, dass der Hai bleiben konnte.
2007 wurde der Headington Shark, an dem der Zahn der Zeit genagt hatte, gründlich gesäubert und restauriert und seitdem sieht er wieder aus wie neu.
Ehe ich es vergesse: Die Skulptur ist 7,60 Meter lang, wiegt vier Zentner und besteht aus Fiberglas.

Hier ist ein Film über den Hai.

Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 9. August 2020 at 02:00  Comments (4)  
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Augustus Welby Northmore Pugin – Der berühmte Architekt und Ramsgate in Kent

Pugins Wohnhaus The Grange an der St Augustine’s Road in Ramsgate.
Photo © David Kemp (cc-by-sa/2.0)

Wenn nach dem Tode eines Menschen sich eine Gesellschaft formiert, um diesem zu gedenken, dann muss man schon etwas in seinem Leben zustande gebracht haben. Die Pugin Society, 1995 gegründet, hat den Architekten Augustus Welby Northmore Pugin (1812-1852) in den Mittelpunkt ihres Handelns gestellt, der schon sehr früh gestorben ist, aber eine unglaubliche Menge an Gebäuden gestaltet bzw. umgebaut hat; das waren zum Beispiel Kirchen, Landsitze, Colleges und Privathäuser. In einem dieser Pugin-Häuser, dem Horsted Place Country House Hotel, im Gothic Revival-Stil erbaut, habe ich einmal gewohnt. Berühmt geworden ist er am Ende seines Lebens durch die Mitarbeit an der Gestaltung der Londoner Parlamentsgebäude und dem Design des Elizabeth Towers, besser bekannt als Big Ben.

Pugin hatte eine sehr enge Verbindung zu der Stadt Ramsgate in Kent, in der lange wohnte und auch (in geistiger Umnachtung) starb. 1843/44 baute er für sich ein Haus in Ramsgate, wieder im Gothic Revival-Stil, das er The Grange nannte. 1997 stand es kurz vor dem Abriss, aber glücklicherweise sprang der Landmark Trust ein, übernahm das Haus und gestaltete es so wie es zu Pugins Zeiten ausgesehen hatte (hier ist ein Film darüber). Seit 2006 kann man sich hier einmieten und die Atmosphäre genießen. Direkt neben The Grange steht die römisch-katholische St Augustine’s Church, die ebenfalls von Pugin erbaut und in der er beigesetzt wurde. Sein imposantes Grabmal zeigt den Architekten auf seinem Sarg liegend.

Erstaunlicherweise hat die Stadt Ramsgate dem Architekten keine Statue gewidmet, das widerfuhr erst seinem Sohn Edward Welby Pugin (1834-1875), der in die Fußstapfen seines Vaters trat und ebenfalls Architekt war.

Hier ist der letzte Teil einer vierteiligen BBC-Dokumentation über den Architekten, in dem Ramsgate im Mittelpunkt steht.

Das Buch zum Artikel:
Rosemary Hill: God’s Architect – Pugin and the Building of Romantic Britain. Penguin 2008. 624 Seiten. ISBN 978-0140280999.

Die St Augustine’s Church und der Kirchhof, links The Grange.
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Pugins Grabmal in der von ihm erbauten St Augustine’s Church.
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Die Statue von Augustus Pugins Sohn Edward Welby in Ramsgate.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. August 2020 at 02:00  Comments (1)  
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„Attachment“ – Ein Gemälde von Sir Edwin Landseer und seine Hintergrundgeschichte

This work is in the public domain.

In meinem Blogeintrag vom 14. September 2016 berichtete ich über Tip, den treuen Schäferhund, der im Winter 1953/54 im Peak District mehrere Wochen nicht von der Seite seines toten Herrchens wich, der dort in einer unwirtlichen Gegend gestorben war.
Ein ähnlicher Fall ereignete sich im Frühjahr 1805 im Lake District: John Gough aus Manchester wollte oben in den Bergen mit seinem Hund von Patterdale nach Wythburn laufen, als er plötzlich von starkem Schneefall überrascht wurde. Er konnte den Weg nicht mehr erkennen und stürzte einen Hang hinunter. Er prallte auf Felsen auf und starb. John Goughs Hund, ein Foxterrier, lief sofort zu seinem toten Herrchen und legte sich neben ihn. Dort blieb er, bis ein Schäfer die beiden drei Monate später fand. Wie der Hund in den Bergen des Lake Districts überleben konnte, blieb ein Rätsel. Wahrscheinlich ernährte er sich die ganze Zeit von Gras. Der Foxterrier war übrigens eine „Sie“, denn sie gebar bei der dreimonatigen Totenwache zwei Welpen, die allerdings nicht überlebten.

1899 wurde auf dem Gipfel des Helvellyn ein Gedenkstein errichtet, der an diese rührende Geschichte erinnert. Sir Walter Scott hat in seinem Gedicht „Helvellyn“ davon erzählt, ebenso William Wordsworth in „Fidelity„.

Der Maler und Bildhauer Sir Edwin Landseer (1802-1873), berühmt geworden durch seine Trafalgar Square-Löwen, hat die Geschichte in einem Gemälde (101.3 x 83.5 cm) festgehalten, das er „Attachment“ nannte und das 1829 entstand. Es hängt heute im Saint Louis Art Museum in den USA.

Siehe auch meinen Blogeintrag über ein anderes Gemälde mit einem Hund von Sir Edwin.

Hier am Helvellyn ereignete sich die Geschichte von John Gough und seinem treuen Hund.
Photo © Simon Ledingham (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. August 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Rush of Green – Eine Skulptur des Bildhauers Jacob Epstein neben One Hyde Park in Kensington

Nachdem ich gestern in meinem Blog über One Hyde Park geschrieben habe, bleibe ich heute noch einmal in Kensington und stelle die Skulptur The Rush of Green des amerikanisch-britischen Bildhauers Jacob Epstein (1880-1959) vor. Wir begegneten Jacob Epstein schon einmal in meinem Blogeintrag vom 25. April 2018, als ich seine umstrittenen Skulpturen am Londoner Zimbabwe House vorstellte.

The Rush of Green, die auch Pan Statue genannt wird, war Epsteins letztes Werk, bevor er, ganz in der Nähe in Kensington, 1959 starb. Posthum wurde es in Bronze gegossen und 1961 am Bowater House aufgestellt. Hier blieb die Skulptur bis zum Abriss des Bürogebäudes im Jahr 2006 stehen, wo anschließend One Hyde Park errichtet wurde. Nachdem sie vier Jahre lang während der Bauarbeiten entfernt worden war, fand die Pan Statue ihr neues Zuhause neben dem Luxus-Wohnkomplex wieder.

The Rush of Green zeigt eine Familie, bestehend aus Vater, Mutter, Kind und Hund, die in Richtung Hyde Park flüchtet (vielleicht verabscheuen sie das neue Gebäude), verfolgt vom flötespielenden Gott Pan. Epstein soll sogar an seinem Todestag noch letzte Hand an das Ensemble gelegt haben.

Die Meinung der Kunstkritiker über die Familiengruppe Epsteins ging weit auseinander. Von „An embarrassing decline from his works of a few years before“ (Buildings of England) bis zu „“the almost reckless sense of energy that Epstein may have guessed would be his last“ (Richard Cork).

Published in: on 16. Juli 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Die GoGo Hares von Norwich (Norfolk) – Bunte Hasen, die die Stadt im Sommer 2018 bevölkerten

George the Watchmaker.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Es ist jetzt zwei Jahre her, dass eine Invasion von bunten Hasen die Stadt Norwich in der Grafschaft Norfolk heimsuchte. Elf Wochen lang, im Sommer 2018, standen an strategischen Punkten der Stadt fünfzig große Hasenskulpturen, die der Stadt einen freundlichen Anstrich verliehen. Leider wurden sie nach der Aktion wieder entfernt und bei einer Auktion versteigert. Neben diesen Stadthasen gab es auch noch „county hares“ und 164 „leverets“, also Häschen, die alle für einen guten Zweck eingesetzt wurden, nämlich zur finanziellen Unterstützung von Norfolks Break, einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich um benachteiligte Kinder kümmert und sieben Kinderheime in Norfolk und Cambridgeshire unterhält.

Die GoGo Hares, wie die Hasen genannt wurden, brachten eine Menge Geld ein; £409.600 waren es, die bei der Auktion zusammen kamen. Die Hasen wurden überwiegend von lokalen und regionalen Firmen und Organisationen gesponsert und von Künstlern bemalt.

Hier ist der offizielle „Hoppy-Film“. Einige der schönsten Exemplare habe ich im Folgenden zusammengestellt.

Etwas Ähnliches fand in Stockport (Greater Manchester) statt, dort waren es allerdings Frösche (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Professor Hare and his Magic Library.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Lewis the Timely Hare.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Hare LeQuin.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Wonderland Hare.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 9. Juli 2020 at 02:00  Comments (7)  
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Ford Madox Brown (1821-1893) – Ein präraffaelitischer Künstler und sein Bild „Work“

This work is in the public domain.

Ich mag die Bilder der Präraffaeliten sehr gern, die Mitte des 19. Jahrhunderts in England gearbeitet hatten. Über einen ihrer berühmtesten Vertreter, Dante Gabriel Rossetti, habe ich in meinem Blog zweimal geschrieben. Heute möchte ich ein Werk eines seiner Kollegen vorstellen, Ford Madox Brown (1821-1893), das einfach nur „Work“ heißt. Es ist eine Art „Wimmelbild“, das viele Menschen bei der Verrichtung unterschiedlicher Tätigkeiten zeigt. Von 1852 bis 1863 arbeitete Brown an diesem Bild, das den Übergang der viktorianischen Gesellschaft von einer ländlich dominierten zu einer städtisch dominierten zeigt.

Im Zentrum des Bildes sind zwei Arbeiter zu sehen, die mit ihren Schaufeln Erdarbeiten verrichten; dann erkennen wir einen Blumenverkäufer und einen Bierhändler, Arbeitslose, die am Straßenrand schlafen, eine junge Frau mit zwei Kindern im Vordergrund und ganz rechts betrachten zwei prominente Männer das ganze Geschehen, der Historiker und Schriftsteller Thomas Carlyle (1795-1881) und der Theologe John Frederick Denison Maurice (1805–1872). Neben den unterschiedlichen, hier abgebildeten Gesellschaftsklassen hat Ford Madox Brown auch noch einige Hunde in das Bild eingebaut, die den entsprechenden Klassen zugeordnet werden können.

Das recht große Ölgemälde, 137 cm × 198 cm, hängt in der Manchester Art Gallery, eine zweite, kleinere und fast identische Variante findet man in der Birmingham Art Gallery.

Inspiriert wurde der Künstler durch eine Straßenszene, auf die er zufällig im Londoner Stadtteil Hampstead stieß. Von der Heath Street zweigt dort eine kleine Nebenstraße ab mit dem Namen The Mount. Dort sah Brown wie Bauarbeiter einen Abwasserkanal aushoben, und um diese Arbeiter herum gruppierte er in seinem Bild die anderen viktorianischen Figuren.

In diesem Film kann man sich das Gemälde im Detail ansehen.

Ford Madox Brown.
This work is in the public domain.

The Mount in Hampstead.
Photo © Christopher Hilton (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. Juni 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Der Diebstahl eines wertvollen Vermeer-Gemäldes aus dem Kenwood House in London

Kenwood House auf der Hampstead Heath.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Bei einem Spaziergang über die Londoner Hampstead Heath kam ich am Kenwood House vorbei, einem ehemaligen Herrenhaus, das im 18. Jahrhundert von dem Architekten Robert Adam im klassizistischen Stil umgebaut worden war. Es beherbergt eine große Gemäldesammlung, die der irische Geschäftsmann und Philanthrop Edward Cecil Guinness, 1. Earl of Iveagh, von der Bierbrauerfamilie, zusammengetragen hatte und alles, Haus, Grund, Gemäldesammlung, nach seinem Tod im Jahr 1927 der englischen Nation vermachte. Das Haus liegt jetzt in den Händen des English Heritage.

Eines der berühmten Gemälde im Kenwood House ist Jan VermeersDie Gitarrenspielerin„, das der niederländische Maler 1672 angefertigt hatte. In der Nacht des 23. Februars 1974 wurde dieses Bild aus dem Kenwood House gestohlen. Der Dieb verschaffte sich mit Hilfe eines Vorschlaghammers Zutritt zu dem Museum, nahm den Vermeer von der Wand und war schnell wieder verschwunden. Das Sicherheitspersonal konnte nichts mehr ausrichten, rief die Polizei, die mit Spürhunden versuchte, dem Dieb auf die Spur zu kommen, aber vergebens. Dieb und Bild blieben verschwunden. Auf dem Kunstmarkt ließ sich so ein berühmtes Gemälde nicht absetzen, also vermutete die Polizei anfangs eine Auftragsarbeit eines Kunstsammlers. Der Rahmen des Bildes wurde schnell gefunden, durch den Hinweis einer Hellseherin namens Nella Jones. Diese hatte plötzlich eine Eingebung, notierte den Standort (ein paar hundert Meter vom Kenwood House entfernt), ging damit zur Polizei, die äußerst skeptisch dem Hinweis nachging und tatsächlich an der angegebenen Stelle den beschädigten Rahmen vorfand.

Mehrere Anrufer nahmen Kontakt zu Scotland Yard auf, die jeweils ein Lösegeld forderten; man vermutete die IRA dahinter, aber auch andere Terrororganisationen gerieten ins Blickfeld der Polizei, die ein Lösegeld kategorisch ablehnte. Es gingen auch einige anonyme Anrufe zum Aufenthaltsort des Gemäldes ein, darunter einer, der sagte, das Bild befände sich auf dem Kirchhof von Saint Bartholomew-the-Great in der Londoner City. Und siehe da, als die Polizei dort eintraf, fand sie die Gitarrenspielerin gegen einen Grabstein gelehnt vor, glücklicherweise nur gering beschädigt (hier ist ein Film). Der Täter wurde nie ermittelt, obwohl Scotland Yard einen starken Verdacht hatte, dass die IRA Terroristin Rose Dugdale ihre Hände im Spiel gehabt hatte. Dugdale und einige andere raubten zwei Monate später aus einem Herrenhaus in Irland neunzehn Meisterwerke, darunter wieder einen Vermeer,  dieses Mal „Briefschreiberin und Dienstmagd„, ein Ölgemälde aus dem Jahr 1670.

„Die Gitarrenspielerin“ hängt nach wie vor im Kenwood House, das besucht werden kann, leider zur Zeit nicht, da das Coronavirus etwas dagegegen hat.

Kenwood House
Hampstead Lane
Hampstead
Greater London NW3 7JR

Hier auf dem Kirchhof von St Bartholomew-the-Great in der Londoner City wurde das Gemälde wiedergefunden.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Der englische Künstler Jamie McCartney aus Brighton und seine Genital Art

Früher lag Jamie McCartneys Studio in Ship Street Gardens, einer winzigen Gasse in dem englischen Badeort Brighton, nicht weit von der Strandpromenade entfernt. Jetzt hat der Künstler sein Studio Brighton Body Casting im Hove Enterprise Centre in der Basin Road North, und ich könnte mir denken, dass er gezielt Brighton als Wohn- und Arbeitsort aussuchte, denn diese Stadt gilt als eine der liberalsten und tolerantesten im ganzen Land. Ob andere Städte sich dabei wohl gefühlt hätten, Aktionen wie „Free the Nipple“ durchzuführen wie im letzten Jahr im Juli geschehen, bei der Jamie McCartney Hunderte Gipsabdrücke von weiblichen Brustwarzen als Kühlschrankmagneten verteilt hatte?

Jamie McCartney, geboren im Jahr 1975 mit künstlerischer Ausbildung in den USA, ist schon ein ungewöhnlicher und bemerkenswerter Mann, der sich nicht scheut, mit Tabus zu brechen. International bekannt wurde er durch seine Genital Art und speziell durch seine „Great Wall of Vagina„, das sind Abgüsse von 400 weiblichen Genitalien, die er im Laufe von fünf Jahren von Frauen im Alter von 18 bis 76 Jahren nahm. Auf zehn Paneelen mit jeweils 40 Gipsabdrücken hat Jamie McCartney sein Kunstwerk untergebracht, das die unterschiedlichen Formen der Vulva darstellen soll. Es wurde schon international auf mehreren Ausstellungen gezeigt und erzeugte verständlicherweise große Aufmerksamkeit.

Weitere Werke seiner Genital Art sind seine Penis Works, ein Gegenstück zu der Wall of Vagina, einmal 16 Penisse in erregtem Zustand („4×4„) und 15 Penisse im entspannten Zustand („15 Minutes„). „The Spice of Life“ schuf McCartney 2006 für die Ausstellung Amora London, und dieses Werk zeigt sowohl männliche als auch weibliche Genitalien und Brüste auf einem einzigen Tableau. „Old Glory“ schließlich zeigt die Flagge der USA, zusammengestellt aus 335 Abdrücken seines eigenen Peniskopfes.

Jamie McCartneys Schaffen umfasst darüber hinaus noch Skulpturen nackter weiblicher und männlicher Körper in Lebensgröße, Flaggen mehrerer Länder, die aus Scanografien von Frauen in roten, schwarzen und gelben BHs bestehen, und vielen anderen Dingen mehr.
In seinem Shop bietet der Künstler viele seiner Werke zum Kauf an. Wer möchte, kann auch Abgüsse seiner eigenen Körperteile im Studio Jamie McCartneys nehmen lassen und diese dann beispielsweise in Kristallglas oder Bronze anfertigen lassen.

In diesem Film ist der Meister bei der Arbeit zu sehen.

 

Published in: on 20. Mai 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Sir John Tavener (1944-2013) und sein Monumentalwerk „The Veil of the Temple“

Die Londoner Temple Church.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

Es war an einem Juniabend im Jahr 2003 als einige Hundert Menschen zu einer ungewohnten Zeit die Temple Church in der Londoner City aufsuchten. Die alte Kirche überstand den Großen Brand von London im Jahr 1666 nahezu unversehrt, wurde dafür aber im Zweiten Weltkrieg durch Bomben stark zerstört. Die sowohl von außen als auch von innen eindrucksvolle Kirche diente in jener Nacht als Ort der Uraufführung eines wahrhaft monumentalen Musikwerkes, das von Sir John Tavener (1944-2013) komponiert worden war und den Titel „The Veil of the Temple“ trug. Die Zuhörer, die für die Eintrittskarten  £125 bezahlen mussten, hatten sich auf eine lange Nacht eingerichtet; die Aufführung begann um 22 Uhr und endete um 5 Uhr morgens.

„The Veil of the Temple“ war ein Auftragswerk, das Tavener für Stephen Layton komponiert hatte, dem Organisten und Musikdirektor der Temple Church. Tavener, der erstmals 1968 durch sein Werk „The Whale“ für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, entschied sich „The Veil“ als „Nachtstück“ zu schreiben, während dessen die Menschen zusammen kommen sollten, um gemeinsam Gott zu huldigen. Beteiligt an der Uraufführung waren die Holst Singers, das English Chamber Orchestra und der Knabenchor der Temple Church.

Jedermann konnte während der sieben Stunden kommen und gehen wie er wollte, vor der Kirche stand ein Imbisswagen, an dem sich die nächtliche Gemeinde eine Erfrischung holen konnte.

Der Komponist war während der gesamten Aufführung anwesend. Es muss für die Ausführenden ein harter Job gewesen sein, sieben Stunden lang wach und konzentriert zu bleiben (was sicher auch für die Zuhörer gegolten hat).

Wer sich für die Hintergründe des Werkes interessiert, kann dies hier nachlesen und hier ist ein kleiner Ausschnitt aus „The Veil of the Temple“ zu hören, „Mother of God, here I stand„.

Das Innere der Temple Church.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

 

Der französische Komponist Claude Debussy (1862-1918) und das Grand Hotel in Eastbourne (Kent)

Claude Debussy.
This work is in the public domain.

Am 14. Oktober 1904 versuchte eine Frau mitten auf dem Place de la Concorde in Paris, sich das Leben zu nehmen. Mit einem Revolver schoss sie sich mehrfach in die Brust, aber es gelang ihr nicht, sich zu töten. Schwer verletzt wurde sie in ein Krankenhaus gebracht. Ihr Name: Rosalie Lilly Debussy. Der Grund: Ihr Mann, der berühmte Komponist Claude Debussy (1862-1918) hatte sie wegen einer anderen Frau verlassen.
Der Selbstmordversuch geschah auf dem berühmten Platz in Paris, in Sichtweite eines der besten und renommiertesten Grand Hotels der Stadt, dem Crillon (in dem ich einmal einige Tage lang wohnte und es sehr genoss).

Etwa 450 Kilometer nördlich von Paris liegt an der Südküste von Kent, in Eastbourne, ein weiteres Grand Hotel, das mit dem französischen Komponisten in Zusammenhang steht. Hierhin flüchtete Debussy mit seiner Geliebten, der Bankierstochter Emma Bardac, die er bald darauf heiratete, um dem Skandal in Paris zu entgehen, denn der Selbstmordversuch seiner Ex und die anstehende Scheidung hatten dort hohe Wellen geschlagen.
Zwei Monate lang wohnten Claude Debussy und die schwangere Emma Bardac in einem Zimmer im Eastbourne Grand Hotel; während dieser Zeit vollendete der Komponist sein Werk La mer, trois esquisses symphoniques pour orchestre (hier ist ein Ausschnitt), an dem er schon seit 1903 gearbeitet hatte. Wer heute noch einmal auf den Spuren des Paares aus Paris wandeln möchte, braucht sich im Hotel nur das Zimmer 200 reservieren lassen, das auch die Debussy Suite genannt wird. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Meer.

Das Grand Hotel gehört zu der kleinen Gruppe der Elite Hotels, zu der auch Tylney Hall bei Hook (Hampshire) und Ashdown Park bei Forest Row (East Sussex) gehören, über die ich in meinem Blog geschrieben habe. Es verfügt über 152 Zimmer, von denen 23 Suiten sind.
Die Übernachtungspreise beginnen etwa bei 220 Euro für ein Standardzimmer. Hier ist ein Film über das Haus.

Eastbourne hat den Ruf, dass die Einwohner einen sehr hohen Altersdurchschnitt haben; tatsächlich liegt das Durchschnittsalter in einigen Teilen der Stadt bei über 70 Jahren.
Ich mag die Promenade am Meer, die Pier und die unzähligen Strandhütten; man kann hier endlos lange spazieren gehen.

The Grand Hotel
King Edward’s Parade
Eastbourne BN21 4EQ

 

The National K9 Police Dog Memorial in Chelmsford (Essex)

Die Medical Detection Dogs, über die ich kürzlich berichtete, haben noch keines, ihre Kollegen von der Polizei aber schon: Ein Denkmal, das an ihre Verdienste erinnert. Auf dem Gelände des Chelmsford and Essex Regiment Museums in Chelmsford (Essex), im Oaklands Park, wurde am 12. April 2019 das National K9 Police Dog Memorial eingeweiht (K9=canine), eine Statue, die einen Polizeibeamten, einen Schäferhund und einen Cockerspaniel zeigt. Bei den Hunden handelt es sich um Karly von der Metropolitan Police und Ludo von der Essex Police.
Der Schäferhund Karly hatte sich auf „Victim Recovery and Blood Detection“ spezialisiert und sich bei der Metropolitan Police seine Verdienste erworben. Sie war zuletzt in Wales im Einsatz und ist dort leider gestorben.
Cockerspaniel Ludo war äußerst beliebt bei den Beamten der Polizei von Essex, hatte er doch dazu beigetragen, viele Kriminalfälle zu lösen. Heute ist er im Ruhestand.

John Doubleday hat das Denkmal in Chelmsford geschaffen. Der Künstler hat sein Atelier in Great Totham (Essex), rund 20 Kilometer von Chelmsford entfernt. Bekannt geworden ist er unter anderem durch seine beiden Sherlock Holmes-Skulpturen, die eine in London (Marylebone Road/Baker Street), die andere in Meiringen in der Schweiz.

Das Denkmal entstand durch eine Initiative des Polizeibeamten Paul Nicholls aus Essex, dessen Hund Sabre im Jahr 2006 an Krebs starb. Die Einweihung des National K9 Police Dog Memorials erfolgte durch Cressida Dick, Commissioner der Metropolitan Police, nachdem der Bischof von Chelmsford es gesegnet hatte. Anwesend waren viele Polizeibeamtinnen und -beamte, natürlich mit ihren Hunden, die an diesem Tag die Hauptpersonen waren. Dieser Film zeigt die Zeremonie.

Jason deCaires Taylors „Alluvia“ im River Stour in Canterbury (Kent)

Ich bin sicher, dass viele Besucher der Stadt Canterbury in Kent sich fürchterlich erschrocken haben, wenn sie einmal von der Westgate Bridge in den River Stour hinuntergeschaut und dort auf dem Grund des Flusses zwei leblose Körper gesehen haben. Beim näheren Hinblicken erkennt man dann erst, dass es sich glücklicherweise nicht um zwei Wasserleichen handelt, sondern um die Skulpturen zweier Frauenkörper, geschaffen von dem Künstler Jason deCaires Taylor, der sich auf Unterwasserskulpturen spezialisiert hat. In meinem Blog stellte ich ihn schon einmal mit seinem Themse-Kunstwerk „The Rising Tide“ vor.

Aus Glasharz, Zement und recyceltem Glas bestehen die beiden Skulpturen im River Stour, die sich „Alluvia“ (alluvial=durch einen Fluss abgelagert) nennen und 2008 installiert wurden. Noch eindrucksvoller wirken die beiden nackten Damen im Dunkeln, denn sie sind beleuchtet. Die Menge der auf den Figuren abgelagerten Algen dienen als Hinweis darauf wie sauber bzw. wie verschmutzt der River Stour ist.

Vorbild für das Kunstwerk war für Jason deCaires Taylor das Bild „Ophelia„, das Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Maler Sir John Everett Millais (1829-1896) geschaffen wurde und das im Museum Tate Britain in London hängt.

Taylor wuchs in Canterbury auf und wohnte in der St Augustine’s Road. Er besuchte die Chaucer Technology School und wollte gern auf das Kent Institute of Art and Design, das ihn jedoch nicht annahm. Jetzt ist er weltweit einer der angesehensten Unterwasserkünstler.

Der River Stour in Canterbury an der Westgate Bridge.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

 

Published in: on 14. April 2020 at 02:00  Comments (1)  
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J.M.W Turners großartiges Gemälde „Stonehenge“

Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Im letzten Oktober fuhr ich wieder einmal auf der A303 an Stonehenge (siehe dazu auch meinen Blogeintrag) in Wiltshire vorbei. Von der Straße aus hat man einen guten Blick auf die prähistorischen Steine, die zum festen Besuchsprogramm jeder Südengland-Busreise gehören. Und auch an diesem Oktobertag war der Parkplatz voll belegt, und die Menschenmassen bewegten sich um die abgesperrten Steine herum. Ich war nur ein einziges Mal vor vielen Jahren dort, als die Besucher noch zwischen den monumentalen Felsbrocken umherlaufen konnten. Mir ist Stonehenge einfach zu überlaufen.

Der Maler J(oseph) M(allord) W(illiam) Turner (1775-1851) besuchte Stonehenge mehrere Male im Zeitraum von 1799 bis 1825 und war davon so beeindruckt, dass er 1827 ein Aquarell anfertigte, das die Steinformationen in einer außergewöhnlichen Situation zeigt. Ein gewaltiges Unwetter entlädt sich über Stonehenge, wobei Blitze aus einer großen Wolke heraus in das Monument einschlagen. In der Mitte scheint einer der Steine getroffen worden zu sein, denn er neigt sich schon zur Seite. Ein weiteres Drama spielt sich direkt davor ab: Eine Gruppe von Schafen, die sich hier zum Grasen zusammengefunden haben, ist vom Blitz erschlagen worden; einige liegen tot auf dem Boden, während einige überlebende Schafe nicht so recht wissen, was da mit ihnen passiert ist. Auch den Schäfer hat es erwischt, er liegt am rechten unteren Bildrand ausgestreckt, sein letztes Stündlein hat geschlagen. Sein getreuer Hund steht neben ihm und es sieht so aus, als ob das Tier das Ableben seines Herren laut beklagt.

Dieses, wie ich finde, großartige Gemälde ist Teil der Wessex Collection des Salisbury Museums. Das Museum liegt direkt gegenüber der Kathedrale.
Stonehenge ist vorübergehend wegen der Coronakrise bis zum 1. Mai geschlossen. Auch das Salisbury Museum ist seit dem 17. März bis auf weiteres nicht mehr zugänglich.

Grasende Schafe bei Stonehenge.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Na? Zieht hier ein Unwetter über Stonehenge herauf?
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. April 2020 at 02:00  Comments (3)  
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The London Oriana Choir

St Giles Cripplegate im Barbican: Hier tritt der London Oriana Choir am 13. März 2020 mit dem Konzert „Beethoven 250“ auf.
Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0)

1973 gründete Leon Lovett den London Oriana Choir und leitete ihn 23 Jahre lang. In dieser Zeit erwarb sich der Chor einen Namen und trat regelmäßig in der Royal Albert Hall auf. 1996 übernahm David Drummond für die nächsten 17 Jahre den Dirigierstab und experimentierte, indem er seinen Chor mit Größen aus dem Rock- und Popgeschäft auftreten ließ, zum Beispiel mit Ex-Led Zeppelin Robert Plant, Barbara Streisand  und der amerikanischen Sängerin und Komponistin Beth Nielsen Chapman, die unzählige Songs besonders für Countrysänger geschrieben hat. Seit 2013 ist Dominic Ellis-Peckham der Chef des Oriana Choirs, und auch er ließ seinen Chor schon mit Popstars wie Madonna beim letztjährigen Eurovision Song Contest auftreten (hier zu sehen).

Der Chor tritt häufig in Londoner Kirchen auf, unternimmt aber auch Ausflüge in andere Länder wie im letzten Jahr nach Rom und im Jahr davor nach Krakau in Polen. In 2020 ist im Mai eine Tour nach New York geplant. Der nächste Auftritt ist am 13. März in St Giles Cripplegate in London, wo der Chor anlässlich des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven ein Konzert gibt, „Beethoven 250„.

Ein besonderes Projekt des Oriana Choirs nennt sich five15, durch das britische Komponistinnen gefördert werden. Weibliche Komponisten spielen in der klassischen Musik eher ein Schattendasein und sind in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt wie dieser Film zeigt. Fünf Frauen schreiben in diesem Projekt in einem Zeitrahmen von fünf Jahren fünfzehn Chorwerke. Zur Zeit ist Nummer 4, Anna Disley-Simpson, an der Reihe, deren neue Komposition „Picture Frame“ während des oben genannten Beethoven-Konzerts am 13. März uraufgeführt wird.

Hier sind zwei Kostproben des über 100-köpfigen Chors: Charlotte BraysAgnus Dei“ und „If I Should Go“ von Rebecca Dale (eine der five15s).

 

Published in: on 2. März 2020 at 02:00  Comments (1)  
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„We are UK“ – Eine wunderschöne Collage von Nicola Metcalfe

Copyright Nicola Metcalfe. With friendly permission.

In meinem Blogeintrag vom 5. Juni 2017 schrieb ich über die Künstlerin Nicola Metcalfe, die ich mittlerweile auch persönlich kennengelernt habe und mit der ich befreundet bin. Sie wohnt und arbeitet in Marlow an der Themse und so stehen auch Motive aus ihrer Heimatstadt oft im Mittelpunkt ihres Schaffens (ich habe ein ganz tolles Kissen mit Marlow-Motiven, siehe Foto unten).

In meinem Blog erwähnte ich damals ihren DIN-A1-Druck „We are UK„, auf 100 Exemplare beschränkt, den ich gerahmt in meinem Wohnzimmer hängen habe. Er gehört zu den Bildern, die man sich immer wieder ansehen kann und auf dem man ständig Neues entdeckt. In den Umriss Großbritanniens hat Nicola Metcalfe kleine Zeichnungen eingefügt, die typisch für die jeweilige Region oder Stadt sind und dabei hat sie sehr viel Fantasie walten lassen und viel recherchiert. Leider kann man auf dem Bild oben nicht sehr viele Details erkennen, darum nenne ich hier einige Beispiele:

Für Kendal in Cumbria steht da ein Bild der für die Stadt typischen Kendal Mint Cakes, gleich daneben die Abbildung eines Lastwagens mit der Aufschrift „Teddie Metcalfe“, eine Anspielung auf das Transportunternehmen Eddie Stobart, das 1970 in Carlisle (Cumbria) gegründet wurde. Gehen wir auf der Karte weiter in den Süden, wo man in der Grafschaft Buckinghamshire, dort, wo die Stadt High Wycombe zu finden ist, einen Stuhl sehen kann, der für die dortige Stuhlindustrie steht; gleich darunter ist die Abbildung der Kettenbrücke in Marlow, die über die Themse führt, und ein Konterfei des Monsters Frankenstein, das hier in Marlow das Licht der Welt erblickte und von Mary Shelley, die in der West Street wohnte, aus der Taufe gehoben wurde. Im Südosten auf der Karte steht ein Exemplar des Buches „Canterbury Tales“ für die Kathedralenstadt, die Abbildung einer Teekanne macht auf Teapot Island bei Yalding in Kent aufmerksam, wo ein Teekannen-Museum auf Besucher wartet. Brighton an der Südküste wird durch den Brighton Pavilion symbolisiert und die Isle of Wight durch eine Knoblauchknolle als Knoblauchzentrum Großbritanniens.

Diese wenigen Beispiele sind nur ein kleiner Ausschnitt aus der Vielfalt der Darstellungen auf der „We Are UK“-Karte. Der Druck kostet £52, plus Porto und Verpackung, und ist jeden Penny wert. Ideal als Geschenk für Freunde Großbritanniens oder Zum-Sich-Selber-Schenken. Hier ist der Link zu Nicolas Shop, dort kann man sich die Details der Karte auch genauer ansehen und vergrößern.

Dieses Kissen führe ich immer in meinem Auto mit.

Published in: on 8. Februar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Genie und Wahnsinn – Der viktorianische Maler Richard Dadd (1817-1886)

Richard Dadd.
This work is in the public domain.

1974 erschien das Album „Queen II“ der englischen Rockgruppe Queen. Track 7 darauf trägt den Titel „The Fairy Fellers Master-Stroke„, den Freddie Mercury geschrieben hatte und der Bezug nimmt auf das gleichnamige Gemälde des viktorianischen Malers Richard Dadd, der von 1817 bis 1886 lebte. Das 54 × 39,5 cm große Bild hängt heute in der Londoner Tate Gallery, hier zu sehen.

Dadd war ein Mann, der schon in jungen Jahren Reisen nach Europa und Vorderasien unternahm und genauso früh zeigten sich bei ihm die ersten Symptome einer Geisteskrankheit. So meinte Dadd unter dem Einfluss des ägyptischen Gottes Osiris zu stehen. Seine Familie brachte ihn in das Dorf Cobham in der Grafschaft Kent, in der Hoffnung, dass er dort im ruhigen, ländlichen Raum wieder zu sich kommen würde. Doch es wurde noch schlimmer; 1843 tötete er seinen Vater, weil er ihn für den Teufel hielt. Auf der Flucht nach Paris versucht er einen weiteren Menschen zu ermorden, was ihm nicht gelang; er wurde von  Polizisten überwältigt, nach England zurückgeschickt, wo er in die Londoner Nervenheilanstalt Bethlem Royal Hospital eingewiesen wurde. Hier und im Broadmoor Hospital in Berkshire, der nächsten Station seines Aufenthaltes in geschlossenen Anstalten, malte Richard Dadd weiter und in Bedlam, wie das Bethlem Royal Hospital auch genannt wurde, entstand sein „The Fairy Fellers Master-Stroke“, an dem der wahnsinnige Künstler neun Jahre lang, von 1855 bis 1864, arbeitete; es war eine Auftragsarbeit für George Henry Hayden, Bedlams Anstaltsleiter. Man muss sich das Gemälde genau anschauen, es wimmelt von Figuren aus der Feenwelt, wobei der titelgebende Holzfäller im Vordergrund steht und mit einer Axt seinen „master-stroke“ vollzieht und eine Haselnuss spaltet, aus dieser Nuss soll für eine der Feen eine Kutsche gebaut werden. In diesem Film werden die einzelnen Figuren vorgestellt. Freddie Mercury hat das Gemälde genau studiert und beschreibt es in seinem Song exakt, so dass man ihn beim Betrachten des Bildes dazuschalten sollte (hier ist der Text).

Richard Dadd starb am 7. Januar 1886 im Broadmoor Hospital, wo noch heute einige Bilder von ihm hängen.

Bethlem Royal Hospital.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Broadmoor Hospital in Crowthorne (Berkshire).
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Januar 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Einer der ältesten Künstler, der jemals einen Hit in den Charts hatte…und den fast jeder kennt

Author: sezzles.
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Die Charts dieser Welt werden in erster Linie von jüngeren Künstlerinnen und Künstlern beherrscht; natürlich gibt es da auch eine Reihe von Ausnahmen, wenn ich zum Beispiel an die Rolling Stones denke, deren Bandmitglieder alle schon die 70 überschritten haben. Der US-Sänger Tony Bennett, 1926 geboren, veröffentlichte 2018 im Alter von 92 Jahren noch ein Album, gemeinsam mit Diana Krall, „Love is here to stay„, das die Charts in vielen Ländern eroberte und in Großbritannien Platz 33 erreichte.

Ein berühmter englischer Schauspieler, dessen Namen, Christopher Lee, die meisten mit seinen Rollen in Horrorfilmen verbinden, gelang, ebenfalls mit über 90 Jahren, der Sprung in die britischen Charts. Lee wurde 1922 in London geboren und starb auch in der Stadt im Jahr 2015. Sein Filmdebüt gab er 1948 in „Corridor of Mirrors„, dann folgten über 200 Filme, in denen Lee mitwirkte. Der Londoner wäre übrigens gern Opernsänger geworden; ihm wurde bescheinigt, dass er es mit seiner Stimme durchaus hätte schaffen können, zu den ganz Großen der Opernwelt vorzustoßen.

Zu Weihnachten 2012 veröffentlichte Christopher Lee eine CD, auf der zwei Weihnachtslieder in Heavy Metal-Form zu finden waren („The Little Drummer Boy“ und „Silent Night“) und die den Titel „A Heavy Metal Christmas“ trug. Ein Jahr darauf folgte die Fortsetzung „A Heavy Metal Christmas Too“ mit den beiden Liedern „Jingle Hell“ und „My Way„. „Jingle Hell“ gelangte in den US-amerikanischen Charts unter die Top 20. Noch ein Jahr später, 2014, legte Christopher Lee zu seinem 92. Geburtstag noch einmal nach und veröffentlichte „Metal Knight„, weitere Cover-Versionen in Heavy Metal-Manier.

Christopher Lee war ein Phänomen; man täte ihm unrecht, wenn man ihn nur als „Film-Vampir“ abstempeln würde.

Das Buch zum Artikel:
Christopher Lee: Lord of Misrule – The Autobiography of Christopher Lee. Orion 2003 (Reprint). 354 Seiten. ISBN  978-0752857701.

 

Published in: on 1. Januar 2020 at 02:00  Comments (6)  
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Englische Exzentriker – Mark McGowan alias Chunky Mark alias The Artist Taxi Driver

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Mark McGowan, 1964 in London geboren, ist ein Performance Künstler, und um diese sehr spezielle Kunstform zu betreiben, muss man schon über eine gehörige Portion Exzentrik verfügen. Seine „Kunst-Stücke“ sind witziger und abstruser Natur, machen aber immer wieder nachdenklich. Er ist auch unter den Namen Chunky Mark und The Artist Taxi Driver bekannt (er verdiente sich einige Jahre lang ein Zubrot als Taxifahrer). Durch seine bizarren Acts will der Künstler auf unkonventionelle Weise auf Dinge hinweisen, die ihm wichtig sind. Hier sind einige dieser exzentrischen Kunstwerke:

Chips and Beans. Bei dieser Aktion verbrachte Mark McGowan zwölf Tage in einer Badewanne, die mit gebackenen Bohnen und Tomatensoße gefüllt war, dazu hatte er sich ein sieben Pfund schweres Wurstpaket auf den Kopf geschnallt und sich zwei Pommes Frites in die Nasenlöcher gesteckt. Zweck der ganzen Aktion: Nachdem ein italienischer Freund einmal das britische Frühstück kritisiert hatte, wollte sich McGowan in ein solches verwandeln, um für dieses „kulinarische Kulturgut“ zu demonstrieren. Die Badewanne war im Schaufenster einer Londoner Galerie aufgestellt.

Where’s Daddy’s Pig“ hieß einer der McGowanschen Acts, der darin bestand, dass er ein Spielzeugschweinchen auf Rädern auf allen Vieren durch die Straßen Londons bis zum Parlamentsgebäude schob, um auf die katastrophale Lage des englischen Gesundheitswesens aufmerksam zu machen.

In „Monkey Nuts“ demonstrierte Mark McGowan gegen die hohen Studiengebühren im Land; dazu schob er eine Erdnuss mit der Nase viele Kilometer quer durch London bis vor die Tür von No. 10 Downing Street, wo er die Nuss übergab und dafür eine Tasse Tee angeboten bekam.

Der Künstler steht der königlichen Familie sehr kritisch gegenüber, und dafür ließ er sich zwei Performance Acts einfallen; der eine hieß „Artist Eats Swan, wobei er gegen ein Privileg verstoß, das nur der Königin vorbehalten ist (die meines Wissen aber noch nie einen Schwan gegessen hat), und der andere hieß „Eating The Queen’s Dogs„, da verspeiste er einen der von der Queen so heiß geliebten Corgis (das Tier soll eines natürlichen Todes gestorben sein und natürlich nicht der Königin gehört haben). McGowan protestierte damit  gegen Prince Philip, der bei einer Jagd einen Fuchs erschlagen haben soll.

Published in: on 23. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Skulpturen im Wasser Teil 2 – „The Diver“ von John Kaufman

Die Gegend um Rainham im Osten Londons gehört nicht gerade zu den schönsten der Stadt; sie ist geprägt von Industrieanlagen, die mehr oder weniger dicht an der Themse liegen. In Rainham, in der Themse, findet sich aber auch ein beachtliches Kunstwerk, das manchmal, bei Niedrigwasser, komplett zu sehen ist, sonst nur zum Teil aus dem Wasser ragt, manchmal aber, bei Hochwasser, ganz untergetaucht ist.

The Diver“, also „Der Taucher“, heißt diese Skulptur, die von John Kaufman (1941-2002) geschaffen wurde und die am 23. August 2000 um 3.30 Uhr nachts in der Themse installiert wurde. Die aus den Fluten des Flusses auftauchende Gestalt besteht aus verzinktem Stahl, wiegt drei Tonnen und ist 4,60m hoch.
John Kaufman, der im Osten Londons wohnte, verbrachte fünf Jahre mit der Realisierung seines Projekts, von der Idee bis zur Installation der Skulptur im Schlick des Flusses. Sie soll an seinen Vater Friederich Johann Andreas Kaufmann erinnern, der  selbst Taucher in den London Docks war, und an alle Männer, die gefährliche Jobs auf der Themse ausüben.

Im März 2009 hatte der damalige Bürgermeister von London, Boris Johnson, die Skulptur in seine Liste „100 reasons to visit London“ aufgenommen.

Dieser Film zeigt die einsame Figur im Wasser der Themse.

Published in: on 17. September 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Skulpturen im Wasser Teil 1 – „Couple“ von Sean Henry

Für einige britische Künstler muss es einen besonderen Reiz ausüben, wenn sie ihre Skulpturen ins Meer oder in einen Fluss stellen. Ich denke da an Antony Gormleys gusseiserne Männer am Strand von Crosby Beach in Merseyside oder an Jason deCaires Taylors „The Rising Tide“, vier Reiterfiguren in der Themse.
In zwei Blogeinträgen möchte ich weitere Objekte vorstellen. Hier in Teil 1 Sean HenrysCouple„, eine Skulptur, die der Künstler im Jahr 2007 300 Meter vor der Küste von Northumberland in Newbiggin-by-the-Sea aufgestellt hat. „Couple“ zeigt ein Pärchen aus Stahl und Bronze, das von einem Gerüst auf einem Wellenbrecher aus ins weite Meer blickt. Die Spezialität des 1965 geborenen Künstlers ist die Schaffung von lebensgroßen oder überlebensgroßen menschlichen Figuren, die er bemalt und an mehr oder wenigen ungewöhnlichen Plätzen aufstellt. Sein „Woman“ steht zuum Beispiele in einer Einkaufspassage in Woking (Surrey), Henry Geburtsort, und seine „Seated Figure“ in der Einsamkeit der Moore von North Yorkshire.

Die beiden Figuren in Newbiggin-by-the-Sea, die im Rahmen des Newbiggin Bay Replenishment Projects aufgestellt wurden, sind etwa fünf Meter hoch, und sie haben ein Gegenstück an Land, das sich „Land Couple“ nennt, eine Miniatur-Version des Originals.

Ich finde die Figuren des Künstlers, der sein Atelier in der Nähe von Winchester in Hamsphire hat, sehr ansprechend. Einige seiner Werke wurden auch schon in Deutschland gezeigt wie in Bad Homburg und in Neu-Anspach.

„Land Couple“.
Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)

Sean Henrys „Woman“ im Peacock Centre von Woking (Surrey).
Author: RJCook
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„Seated Man“ in den Mooren von North Yorkshire.
Author: BScar23625
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Published in: on 16. September 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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