Die Lodore Falls in Cumbria und der Lake Poet Robert Southey (1774-1843)

Photo © David Purchase (cc-by-sa/2.0)

Am Südufer des Sees Derwent Water im Lake District in Cumbria steht das schön gelegene Lodore Falls Hotel. Von hier aus gelangt man zu den Lodore Falls, wo sich der kleine Fluss Watendlath Beck 30 Meter tief als Wasserfall eine Schlucht hinunterstürzt, bevor er im Derwent Water mündet. Wenn es hier oben im Nordwesten Englands stark geregnet hat, was ziemlich oft vorkommt, kann aus dem Flüsschen schon einmal ein reißender Fluss werden, und die Lodore Falls entwickeln sich zu einem beeindruckenden Naturschauspiel.

Robert Southey (1774-1843), neben William Wordsworth und Samuel Taylor Coleridge einer der sogenannten Lake Poets, hat sich dieses Wasserfalls 1820 in einem Gedicht angenommen, das er „The Cataract of Lodore“ nannte, ein Musterbeispiel für die Onomatopoesie, so lautet die Bezeichnung für ein lautmalendes Gedicht oder wie es die Wikipedia exakt beschreibt: „die Nachahmung eines Naturlautes oder eines sonstigen außersprachlichen akustischen Phänomens durch die klanglich als ähnlich empfundene Lautgestalt eines sprachlichen Ausdrucks“.

„How does the Water
Come down at Lodore?‘
My little boy ask’d me
Thus, once on a time;
And moreover he task’d me
To tell him in rhyme.“

So beginnt Southeys Gedicht, das immer mehr Fahrt aufnimmt, um sich dann wie ein herabstürzender Wasserfall zu gebärden:

„Sinking and creeping,
Swelling and sweeping,
Showering and springing,
Flying and flinging,
Writhing and ringing,
Eddying and whisking,
Spouting and frisking,
Turning and twisting,
Around and around
With endless rebound!“

So geht es noch lange weiter bis das Gedicht mit den Worten endet:

„All at once and all o’er, with a mighty uproar,
And this way the Water comes down at Lodore.“

Das ist sicher eines von Robert Southeys Meisterwerken, und er muss sich lange an den Lodore Falls aufgehalten haben, um diesen Klangteppich eines Wasserfalls in ein Gedicht zu verweben

Hier wird das Gedicht in voller Länge vorgetragen. Dieser Film zeigt den Wasserfall.

The Lodore Falls Hotel.
Photo © Tony Beattie (cc-by-sa/2.0)

John Opie: Robert Southey (1774-1843), Aged 31; Keswick Museum and Art Gallery. This work is in the public domain.
Published in: on 5. Februar 2023 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Folkestone Triennial – Eine Kunstausstellung in Kent

„Folkestone Lightbulb“ von Michael Craig-Martin.
Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

Wer den Kanaltunnel in Richtung England durchquert und bei Folkestone in Kent wieder das Tageslicht erblickt hat, fährt meistens gleich weiter und macht in der Stadt an der Küste keine Station. Dabei hat Folkestone ein reiches Kunstleben wie die alle drei Jahre stattfindende Triennale. Diese Kunstaustellung findet nicht in geschlossenen Räume statt, sondern die Exponate sind im ganzen Stadtgebiet verteilt.

The Folkestone Triennial zieht jedes Mal mehr Besucher an und bringt Geld in die Stadt, £65 Millionen sollen es schon im Jahr 2014 gewesen sein. Durch Corona gab es zuletzt eine Verschiebung, die Ausstellung , die für das Jahr 2020 geplant war, wurde ein Jahr verschoben. 2024 wird die nächste Triennale stattfinden. Ein Teil der Exponate bleibt in der Regel nach dem Ende der Kunstausstellung stehen und verschönert auf diese Weise das Stadtbild von Folkestone immer mehr.

Jede Ausstellung steht unter einem bestimmten Motto; die erste im Jahr 2008 nannte sich „Tales of Time and Space„, die letzte im Jahr 2021 „The Plot„, mit dem etwas sperrigen Zusatz „Urban myths and their relation to verifiable realities: the gap between the story and the materiality“. Vertreten sind namhafte nationale und internationale Künstler wie zuletzt die mit dem Turner Prize ausgezeichneten Richard Deacon und das Künstlerkollektiv Assemble aus London. Es gab auch einen deutschen Beitrag von den Künstlern Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt.

Auch der mysteriöse Banksy tauchte bei der Folkestone Triennial 2014, wie immer unangekündigt, auf, und steuerte sein Graffiti „Art Buff“ bei.

Hier ist ein kurzer Film über die letzte Triennale, und hier sind einige Exponate der letzten Jahre zu sehen:

„Holiday Home“ von Richard Woods.
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

„Siren“ von Marc Schmitz und Dolgor Ser-Od.
Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

„Five Headed Sculpture“ von Paloma Varga Weisz.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

„Lamp Post (as remembered)“ von David Shrigley.
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. Februar 2023 at 02:00  Kommentar verfassen  

Grantchester Meadows – Ein Naherholungsgebiet bei Cambridge und ein Song von Pink Floyd

Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)

Seit der Ausstrahlung der TV-Serie „Grantchester„, die 2014 begann, dürfte das kleine, hübsche Dorf mit diesem Namen an der Peripherie der Universitätsstadt Cambridge im ganzen Königreich bekannt geworden sein. Ich schrieb in meinem Blog mehrere Male über die TV-Serie und meinen Besuch in Grantchester. Dabei spazierte ich mit meinem Freund David Bradshaw auch über die Grantchester Meadows, die sich vom Dorf entlang des River Cam bis nach Cambridge ziehen.

Die Park- und Wiesenlandschaft wurde von der Dichterin Sylvia Plath in ihrem Gedicht „Watercolor of Grantchester Meadows“ besungen, darin erwähnt sie auch den Byron’s Pool, in dem Lord Byron gebadet haben soll (Näheres über den Teich in meinem Blogeintrag). Sie schreibt darin hauptsächlich über die Tier- und Pflanzenwelt der Meadows, ein sehr stimmungsvolles Gedicht.

Genauso stimmungsvoll ist ein Song der englischen Gruppe Pink Floyd mit dem Titel „Grantchester Meadows„, das Bandmitglied Roger Waters 1969 schrieb und das auf ihrem Album „Ummagumma“ veröffentlicht worden ist. Es beginnt mit dem Gesang einer Lerche, die den Song auch in seiner ganzen Länge im Hintergrund begleitet. Ein wunderschönes Lied, hier zu hören, ergänzt durch sehr schöne Videosequenzen über die Meadows.

Pink Floyds David Gilmour wurde am 6. März 1946 in Cambridge geboren, in der Straße Grantchester Meadows, in der Hausnummer 109, und er verbrachte auch seine Kindheit hier. Die Nähe zu der Parklandschaft veranlasste ihn, den Song „Fat Old Sun“ zu schreiben, der 1970 auf dem Album „Atom Heart Mother“ erschien.

Ein weiteres Bandmitglied war Syd Barrett, der aber schon nach kurzer Zeit Pink Floyd auf Grund psychischer Probleme verließ. Syd Barrett wurde am 6. Januar 1946 in der Glisson Road Nummer 60 in Cambridge geboren und lebte zuletzt zurückgezogen in einem kleinen Haus in einer Sackgasse mit der Adresse 6 St Margaret’s Square im Südosten von Cambridge. Er starb am 7. Juli 2006.

Photo © Hugh Venables (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 1. Februar 2023 at 02:00  Kommentar verfassen  

Dame Vera Lynn (1917-2020) – Einige Anmerkungen zu einer äußerst populären Sängerin

Vera Lynn auf der Promenade von Dover; links ist Jamie Clark, rechts Ian Fleming zu sehen.
Photo © John Baker (cc-by-sa/2.0)

Ich habe die Sängerin Vera Lynn zwar in meinem Blog einige Male erwähnt, ihr aber noch keinen eigenen Eintrag gewidmet, was ich heute nachholen möchte. Sie wurde am 20. März 1917 in London geboren und starb im Alter von 103 Jahren in dem Dörfchen Ditchling in East Sussex. Jeder kennt ihr berühmtes Lied „The White Cliffs of Dover„, das 1941 von Walter Kent und Nat Burton geschrieben und das ein Jahr später von Vera Lynn interpretiert wurde. Es war das Lied im Zweiten Weltkrieg in Großbritannien, das die britischen Truppen aufmuntern sollte, was der Sängerin auch gelang. Aufgenommen wurde der Song in den Decca Studios in West Hampstead in London.

The Forces‘ Sweetheart„, wie man Dame Vera Lynn auch gern titulierte, machte die weißen Klippen international bekannt, und so ist es verständlich, dass man ihr in Dover einige kleine Gedenkstätten widmete. In Lebensgröße ist sie auf der Promenade als Stahlfigur zu sehen, eingerahmt vom James Bond-Schöpfer Ian Fleming, der ganz in der Nähe in St Margaret’s Bay wohnte, und von Jamie Clark, der am 18.Juli 2012 bei den Olympischen Spielen in London als erster die olympische Fackel hier in Dover an Land brachte.

Im Jahr 2021 wurde ein Weg, der zu den Klippen von Dover führt, Dame Vera Lynn Way benannt; auf dem Straßenschild sind auch die Textzeilen zu lesen: „There’ll be bluebirds over, The White Cliffs of Dover, Tomorrow, Just you wait and see„. Anwesend bei der Schilderaufstellung war Virginia Lewis-Jones, die Tochter Vera Lynns.
Gleichermaßen benannte der National Trust, der 2017 einen Küstenabschnitt der Klippen gekauft hatte, eine Wiese darauf nach der Sängerin: „Dame Vera Lynn Down„. Anlässlich ihres ersten Todestages wurde ihr zu Ehren der Leuchtturm South Foreland Lighthouse eine Nacht lang in Betrieb genommen, was äußerst selten vorkommt, denn er ist schon lange nicht mehr in Betrieb. Vera Lynn hätte sich über diese Ehrungen sicher sehr gefreut.

Noch eine Bemerkung am Rande: Zufällig entdeckte ich ein Foto von einem Truck der Speditionsfirma Eddie Stobart (siehe dazu meinen Blogeintrag), der den Namen Vera Lynn trägt. Die Firma ist dafür bekannt, dass alle ihre LKWs Mädchennamen tragen.

South Foreland Lighthouse.
Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

Eddie Stobarts „Vera Lynn“ Truck.
Photo: eastleighbusman.
Creative Commons 2.0

Auch in London gibt es eine Straße, die nach der Sängerin benannt worden ist.
Photo: Matt From London.
Creative Commons 2.0

Published in: on 6. Januar 2023 at 02:00  Comments (1)  

Famous Graves – Oscar Wildes Grabmal auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise

Von einer wenig schönen, vollgeschmierten Glaswand geschützt, das Grab Oscar Wildes.
Photo: Agateller.
Creative Commons 1.0

Der Pariser Friedhof Père Lachaise ist für mich der romantischste, den ich kenne. Ich habe ihn bei glühender Hitze durchwandert und im Januar bei leichtem Schneefall und tiefen Temperaturen, kaum ein Mensch war unterwegs. Überall trifft man auf dem Friedhof auf prominente Namen, unter anderem auch auf das Grabmal des englischen Schriftstellers Oscar Wilde. Es fällt in der Division 89 sofort ins Auge.

Der englische Bildhauer Jacob Epstein (1880-1959) hat das Monument geschaffen, ein nicht unumstrittener Künstler, der in seinem Heimatland mit seinen Werken hin und wieder angeeckt ist; ich denke da zum Beispiel an die Skulpturen am Londoner Zimbabwe House (siehe dazu meinen Blogeintrag). Als Epstein das Werk 1914 schuf, stand er gerade unter dem Einfluss ägyptischer Kunst und so zeigt das Grabmal eine Sphinx, möglicherweise trug Oscar Wildes Gedicht „The Sphinx“ auch dazu bei. Im August 1914 fand die Einweihung des Grabmals statt, die von dem Okkultisten Aleister Crowley (1875-1947) vorgenommen wurde.

Das aus Stein aus den Steinbrüchen von Hopton Wood bei Middleton-by-Wirksworth in Derbyshire geschaffene Grabmal war nicht jedermanns Sache, so nahmen viele Anstoß an den übergroßen Hoden der Figur, die immer wieder von der Friedhofsverwaltung abgedeckt und 1961 von Vandalen sogar abgeschlagen wurden. Bei der Einweihung des Monumentes blieb Epstein fern, da er wütend war, dass man die Hoden mit einer Bronzeplakette in Form eines Schmetterlings verdeckt hatte. Heute ist Oscar Wildes Grabstelle von einer gläsernen Schutzwand umgeben, da sie immer wieder von Graffiti verunstaltet worden ist und durch zahllose Lippenstiftabdrücke, die das Kunstwerk auf Dauer beschädigen.

Die Prüderie mit dem Umgang des Grabmals des englischen Schriftstellers fand ihren Niederschlag nicht auf dem Grabstein des französischen Journalisten Victor Noir (1848-1870) in der 92. Division auf dem Père Lachaise, der von einem Neffen Napoleons erschossen worden ist. Der Bildhauer Aimé-Jules Dalou zeigt den auf dem Grab niedergestreckten jungen Mann mit einer deutlichen Schwellung in seiner Hose, die ziemlich blank gerieben ist, da das Berühren dieser Stelle, per Hand oder anderweitig, die Fruchtbarkeit der Frauen erhöhen soll.

Zum Thema Oscar Wilde siehe auch diese Blogeinträge.

Die Steinbrüche von Hopton Wood in Derbyshire, die den Stein für Oscar Wildes Grabmal lieferten.
Photo © Richard Bird (cc-by-sa/2.0)

Oscar Wildes Friedhofsnachbar Victor Noir.
Photo: Gael Chardon.
Creative Commons 2.0

Published in: on 21. Dezember 2022 at 02:00  Comments (1)  

The Napery im Walpole Bay Hotel in Cliftonville (Kent) – Kunst auf Stoffservietten

Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

Cliftonville ist ein östlicher Stadtteil von Margate in Kent (wo im Jahr 1913 der berühmte Schauspieler Trevor Howard geboren wurde). Hier liegt nur wenige Schritte vom Strand entfernt das Walpole Bay Hotel, ein 3-Sterne-Haus, das im Jahr 1914 erbaut worden ist. Hier erinnert noch so manches an vergangene Zeiten, so gibt es im Hotel einen Ballroom und einen fast hundert Jahre alten Lift mit Scherengittern. So wundert es nicht, dass das Hotel gern von Filmproduktionsgesellschaften gebucht wird. Im Walpole Bay Hotel findet man im Living History Museum, das über alle Stockwerke verteilt ist, unzählige alte Gegenstände, die dem Haus ein ganz besonderes Flair verleihen.

The Napery ist ein weiteres Highlight im Hotel, eine Sammlung von Stoffservietten, die alle von ehemaligen Gästen bemalt worden sind. Zurückzuführen ist das auf den Aufenthalt von Curtis Tappenden, einem Schriftsteller und Illustrator, der sich darüber beklagte, dass beim Abendessen keine Stoffservietten auf dem Tisch lagen. Nachdem ihm eine gebracht wurde, gab er sie nach dem Essen wieder zurück, versehen mit einer Skizze der Bar. Diese ganz besondere Serviette wurde gerahmt und im Restaurant aufgehängt. Gäste fragten nach, was es denn mit dem Bild auf sich hätte, baten darum, auch eine mitnehmen und mit einer Zeichnung versehen zu dürfen, um sie dann ins Walpole Bay Hotel zurückzuschicken. So nahm die Sammlung ihren Lauf, die mittlerweile über 200 dieser kleinen Kunstwerke umfasst. Sogar die weltberühmte Künstlerin Tracey Emin, die in Margate lebt, hat zwei Servietten beigesteuert. Alle wurden sie gerahmt und im Restaurant sowie den Gängen und Fluren des Hotels aufgehängt.

Hier ist ein Film mit der Hotelbesitzerin Jane Bishop, die ihre Napery vorstellt.

Mrs Booth – Eine Skulptur von Ann Carrington in Margate (Kent)

Photo © Keith Edkins (cc-by-sa/2.0)

Dort, wo heute das im April 2011 eröffnete Kunstmuseum Turner Contemporary in Margate (Kent) steht, befand sich einmal die Pension einer Mrs Sophie Booth, die im 19. Jahrhundert einen prominenten Gast beherbergte, den Maler Joseph Mallord William Turner (1775-1851). Sophie und Joseph kamen sich näher, wurden ein Liebespaar und lebten, zwar nicht verheiratet, als Mr und Mrs Booth zwanzig Jahre lang zusammen, wobei Sophie den Maler finanziell unterstützte. Das Leben Turners wurde im Jahr 2014 verfilmt unter dem Titel „Mr. Turner“ (dt. „Mr Turner – Meister des Lichts“) mit Timothy Spall in der Titelrolle, die Person der Mrs Booth verkörperte Marion Bailey; hier ist der Trailer.

Die englische, in Margate ansässige Künstlerin Ann Carrington hat Sophie Booth ein Denkmal gesetzt, indem sie eine vier Meter hohe Bronzeskulptur von ihr angefertigt hat, die in Margates Old Town am Harbour Arm aufgestellt worden ist. Der Harbour Arm ist eine von 1812 bis 1815 erbaute steinerne Mole. Die Skulptur ist den „shell ladies“ nachempfunden, die man in den Souvenirshops von Margate kaufen kann, also kleinen, aus Muscheln angefertigten Frauengestalten. Das hätte sich Sophie damals nie träumen lassen, dass sie später einmal mit einem Denkmal geehrt werden würde, und was für einen grandiosen Ort sie erhalten hat, am Hafen, nicht weit von dem weißen Gebäude entfernt, der nach ihrem Lebensgefährten benannten Turner Contemporary Gallery.

Joseph Mallord William Turner hat in Margate einige seiner bekanntesten Werke gemalt, er fand das Licht in dem Küstenort als eines der schönsten in ganz Europa.

Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Turner Contemporary Gallery.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 12. Dezember 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

David Bowie (1947-2016) und seine 100 Lieblingsbücher

Wandbild in der Ada Street im Londoner Stadtteil Hackney.
Photo © Jim Osley (cc-by-sa/2.0)

David Bowie gehört zu den erfolgreichsten und größten Sängern der internationalen Rockszene. Er wurde 1947 im Londoner Stadtteil Brixton geboren, und er starb 2016 in New York. Neben seiner Liebe zur Musik hatte er eine mindestens ebenso starke Verbindung zur Literatur. Wann immer es seine Zeit erlaubte, steckte er seine Nase in ein Buch; ob auf Tour oder zuhause Bücher gehörten zu seinem Leben. Manchmal las er drei bis vier in einer Woche, seine Privatbibliothek soll riesig gewesen sein. Als er einmal zu Dreharbeiten zu dem Film „The Man Who Fell To Earth“ (dt. „Der Mann, der vom Himmel fiel“) nach Mexiko flog, nahm er dazu 400 seiner Bücher mit.

Es gibt eine Liste mit David Bowies hundert Lieblingsbüchern und von dieser Liste möchte ich einige vorstellen. Die Top 100-Liste enthält einige Werke der Weltliteratur wie Gustave Flauberts „Madame Bovary„, Albert Camus‘ „Der Fremde„, Vladimir Nabokovs „Lolita„, Homers „Ilias“ und F. Scott Fitzgeralds „Der große Gatsby„.

Einige deutsche Autorinnen und Autoren gehörten zu Bowies Favoriten wie Christa Wolfs „Nachdenken über Christa T.“ und Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ (David Bowie lebte von 1976 bis 1978 in Berlin).

Der Sänger interessierte sich natürlich auch für die Lebenswege einiger seiner Kollegen, und so stand Charles Whites Buch „The Life And Times Of Little Richard“ auf der Top 100-Liste. Zum Thema Musik finden wir dort „The Sound Of The City: Die Geschichte der Rockmusik“ von Charlie Gillette, Nik Cohns „AWopBopaLooBop ALopBamBoom – Nik Cohn’s Pop History“ und John Cages „Silence„.

David Bowie liebte das Buch „Das Ende der Kopflosigkeit: Einfach sehen, wer ich wirklich bin“ des englischen Philosophen und spirituellen Lehrers Douglas Harding und war begeistert von „Der Ursprung des Bewusstseins durch den Zusammenbruch der bikameralen Psyche“ des US-Psychologen Julian Jaynes.

Auf Platz 1 von David Bowies Lieblingsbüchern stand „Gespräche mit Francis Bacon“ von David Sylvester, womit nicht der englische Philosoph aus dem 16./17. Jahrhundert gemeint ist, sondern der gleichnamige in Irland geborene Maler, der von 1909 bis 1992 lebte und der David Bowies eigene Malerei beeinflusste.

Wer sich für die komplette Liste interessiert, der findet sie hier.

Zu David Bowie siehe auch diese Blogeinträge.

Published in: on 10. Dezember 2022 at 02:00  Comments (1)  

The StarDisc bei Wirksworth (Derbyshire) – Stonehenge 2.0

Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Wirksworth ist eine Kleinstadt im Peak District in der Grafschaft Derbyshire, früher einmal reich geworden durch ihre Bleiminen, Steinbrüche und Textilindustrie. Der Schriftsteller D.H. Lawrence lebte und arbeitete eine Zeit lang hier und die Schriftstellerin George Eliot soll die Textilfabrik Haarlem Mill (heute Veranstaltungsort für Hochzeitfeiern) als Vorbild für ihre Dorlcote Mill im Roman „The Mill on the Floss“ (dt. „Die Mühle am Floss“) genommen haben.

Oberhalb des Ortes gibt es eine kleine Attraktion, The StarDisc, die ein wenig an ein Stonehenge des 21. Jahrhunderts erinnert. Es handelt sich dabei um eine runde, schwarze Granitplatte mit 12 Metern Durchmesser, in die die Sternenkarte der nördlichen Hemisphäre eingeritzt ist. Wer hier oben nachts steht, kann anhand dieser steinernen Karte erkennen, um welche Sterne und Sternbilder es sich am Nachthimmel handelt. Die StarDisc ist nachts illuminiert. Am 10. September 2011 wurde dieses Kunstwerk „in Betrieb genommen“. Es stammt aus der Hand des Künstlers und Schriftstellers Aidan Shingler, der sich selbst als Realitätstester beschreibt. Seine Erfahrungen mit Schizophrenie und psychiatrischen Kliniken flossen immer wieder in sein künstlerisches Schaffen ein, das zum Beispiel in der Glasgow Gallery of Modern Art zu sehen ist.

Die Eröffnung der StarDisc an jenem Abend im September 2011 wurde von zwei prominenten Astronomen vorgenommen, die man aus der BBC-Sendung „The Sky at Night“ (siehe hierzu meinen Blogeintrag) kennt: Sir Patrick Moore und Peter Lawrence. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Freiluft-Aufführung von Steven Spielbergs Film „Close Encounters of the Third Kind“ (dt. „Unheimliche Begegnung der dritten Art“).

The StarDisc liegt im nordwestlichen Teil von Wirksworth im Stoney Wood, einem neu angepflanzten Waldgebiet, das früher einmal Teil eines Steinbruchs war.
Hier ist ein Film über die StarDisc.

Photo: Community Spaces Fund.
Creative Commons 2.0

Published in: on 26. November 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Savoy Steps in London und ein Musikvideo von Bob Dylan

Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Das Savoy am Strand in London gehört zu den großen Luxushotels der Stadt (hier sind meine Blogeinträge über das Hotel). Die internationalen Gäste genießen den Komfort, den das berühmte Hotel zu bieten hat, kommen wohl aber eher nicht in die Bereiche hinter dem Haus, die nicht ganz so ansehnlich sind. Die „anrüchige“ Straßenlaterne in der Carting Lane, über die ich in meinem Blog geschrieben habe, steht sicher nicht auf dem Besuchsprogramm, und auch bestimmt nicht die Savoy Steps, eine Sackgasse, in der Mülltonnen abgestellt sind und die nachts unheimlich wirken muss.

1965 gastierte Bob Dylan im Savoy Hotel im Zuge seiner Großbritannien-Tour. Er hatte im März sein neues Album „Bringing It All Back Home“ veröffentlicht und wollte die neuen Songs dem Publikum im Königreich vorstellen. Der amerikanische Regisseur Donn Alan Pennebaker drehte damals einen Film über die Tournee, „Don’t Look Back„, auf dem unter anderem eines der ersten Musikvideos überhaupt zu sehen ist, Bob Dylans „Subterranean Homesick Blues“ aus dem oben erwähnten Album. Eigentlich sollte das Video am nahegelegenen Victoria Embankment gedreht werden, dazu kam es aber nicht, und so wurde kurzerhand die Gasse Savoy Steps gewählt, die sich genau so gut irgendwo in New York befinden könnte, was viele auch annahmen. Das Video war eigentlich ganz einfach gestrickt: Dylan hat einen Packen von Papptafeln in der Hand, auf der Wörter aus den Textzeilen seines Songs geschrieben sind, und diese Tafeln hält er in die Kamera, während der „Subterranean Homesick Blues“ gespielt wird. Ich habe immer die Befürchtung, dass er Schwierigkeiten hat, mit dem Hochhalten der Tafeln nicht in Verzug zu geraten, da der Song ziemlich schnell ist, oder sie fallen zu lassen, doch er schafft es. Beschrieben wurden die Tafeln von ihm selbst, dem britischen Sänger Donovan, dem Dichter der Beat-Generation Allen Ginsberg (1927-1997) und dem Singer-Songwriter Bob Neuwirth (1939-2022), Freunde Dylans; die beiden letztgenannten sind im Hintergrund des Videos zu sehen. Hier ist der „Subterranean Homesick Blues“ am Originalschauplatz Savoy Steps zu sehen und hier eine Alternativversion, die zum Teil auf dem Dach des Savoy Hotels gedreht wurde.

Die Zufahrt zum Savoy Hotel.
Photo © Len Williams (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 11. Oktober 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Künstler Sam Cox und sein „Doodle House“ in Tenterden (Kent)

Kaum eine Zeitung Großbritanniens, die in der vergangenen Woche nicht über den Doodle-Künstler Sam Cox berichtete, der Anfang Oktober sein verrücktes Haus in Tenterden in der Grafschaft Kent fertig gestellt hat. „To doodle“ heißt soviel wie kritzeln oder Männchen malen; das englische Wort hat auch schon in der deutschen Sprache Fuß gefasst.

Sam Cox, oder auch Mr Doodle, Absolvent der University of West England in Bristol, ist ein junger Künstler, dessen Karriere vor zwei Jahren so richtig durchstartete, als seine Werke, hauptsächlich auf dem asiatischen Markt, hohe Preise erzielten. Die sozialen Medien verhalfen ihm dazu, international bekannt zu werden. Sam Cox liebte es schon als Kind, zu doodeln, und so kam ihm vor einiger Zeit die Idee, sein ganzes Haus auf diese Weise zu verzieren, innen wie außen. Also machte er sich ans Werk, zusammen mit 900 Litern weißer Farbe, 400 Spraydosen mit schwarzer Farbe, 286 Flaschen schwarzer Malfarbe und 2,296 Malstiften, mit denen Sam seine Doodles auf die Wände applizierte. Zwölf Zimmer sind in seinem Haus und alle sind sie komplett mit Doodeln versehen. Da die Kleidung des Künstlers auch oft „bedoodelt“ ist, ist er vor seinen Wänden kaum zu erkennen. Sam Cox hat vor den Wänden nicht halt gemacht, auch die Badewanne, die Bettwäsche im Schlafzimmer, das Toilettenbecken, die Kochtöpfe…und sein Tesla. Sam kann sich glücklich schätzen, dass seine Frau Alena dieses skurrile Spiel mitspielt, auch sie ist auf Filmen meist in Doodle-Kleidung zu sehen.

Nach der weltweiten Berichterstattung über Sam Cox’s Mansion in Tenterden ist sein internationaler Ruf noch größer geworden, und seine zukünftigen künstlerischen Projekte dürften preislich noch mehr durch die Decke gehen. Eines seiner Werke wurde schon für knapp unter einer Million US-Dollar verkauft.

Published in: on 9. Oktober 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

„Transport“ – Ein Kunstwerk Antony Gormleys in der Kathedrale von Canterbury

Photo © Gary Rogers (cc-by-sa/2.0)

Antony Gormley, 1950 in London geboren. ist einer der bedeutendsten Bildhauer Großbritanniens, und ich schätze seine Werke wegen ihrer Originalität sehr. In meinem Blog habe ich bisher den Angel of the North, Another Place am Strand von Crosby Beach, Another Time in Oxford und The Room im Londoner Beaumont Hotel vorgestellt. Heute folgt ein weiteres: Transport in der Kathedrale von Canterbury in Kent.

Im Januar 2011 wurde das Kunstwerk enthüllt, dort in der Kathedrale, wo sich früher das erste Grab Thomas Beckets in der Eastern Crypt befand, der im Jahr 1170 ermordet wurde. Das Besondere an Gormleys zwei Meter langem Kunstwerk, das frei schwebend in der Luft hängt, ist, dass der Meister es aus alten Nägeln hergestellt hat, die bei der Erneuerung eines Teils des Daches des Querschiffs angefallen sind. Anstatt die uralten, handgeschmiedeten Nägel wegzuwerfen, entwarf Gormley diesen menschlichen Körper, von dem er sagte: „Mind and body, church and state are polarities evoked by the life and death of Thomas Becket. We are all the temporary inhabitants of a body. It is our house, instrument and medium. Through it, all impressions of the world come and from it all our acts, thoughts and feelings are communicated“.

Hier ist ein Film über Transport.

Es ist nicht das erste Werk des Bildhauers, das in einer Kathedrale beherbergt ist. In der Winchester Cathedral ist Sound II in der Krypta anzutreffen, eine mysteriöse Figur, die, wie schon bei anderen Kunstwerken Gormleys, nach seinem eigenem Körper geformt ist.

Sound II in der Winchester Cathedral.
Photo © Graham Horn (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 7. Oktober 2022 at 02:00  Comments (1)  

Sawmills Studio bei Fowey in Cornwall – Hier nahmen unzählige englische Rockstars ihre Songs auf

Der River Fowey und links das Sawmills Studio.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Am Ufer des River Fowey, nördlich der gleichnamigen Stadt in Cornwall, liegt eine ehemalige Wassermühle, die im 17. Jahrhundert erbaut worden ist und ihren Betrieb schon seit langer Zeit eingestellt hat. Erreichbar ist sie nur per Boot oder zu Fuß, eine Straße ist nicht hierhin gebaut worden.

Der Schriftsteller Kenneth Grahame soll hier bei einem Ausflug auf dem River Fowey zu seinem weltberühmtem Roman aus dem Jahr 1908 „The Wind in the Willows“ (dt. „Der Wind in den Weiden“) inspiriert worden sein und beschreibt Old Sawmills im ersten Kapitel seines Buches, ohne die Mühle beim Namen zu nennen („… a restless dripping mill-wheel, that held up in its turn a grey-gabled mill-house, filled the air with a soothing murmur of sound…“). Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus von der amerikanischen Armee requiriert.

Seit 1974 ist in der Mühle ein Tonstudio eingerichtet worden, Sawmills Studio, das schon so manchen Rockstar zu Gesicht bekommen hat. Da das Gebäude so ziemlich einsam liegt, hat man hier auch gleich Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen, so dass die Musiker vor Ort bleiben können, um ihre Aufnahmen zu erstellen.
Wer hat hier nicht alles im Studio gearbeitet und Musikaufnahmen produziert. Oasis haben hier ihr Album „Definitely Maybe“ aufgenommen, The Stone Roses ihre Single „Fools Gold„, Supergrass ihre Alben „I Should Coco“ und „In It For The Money“, Robert Plant Teile seines Albums „The Fate of Nations“, The Farm die Single „Love See No Colour„. Die Bands Duran Duran, Wet Wet Wet, Muse und XTC waren hier und zahllose andere auch. Der gegenwärtige Eigentümer des Sawmill Studios ist Dennis Smith, der auch das Plattenlabel Dangerous Records gegründet hat.

Die Zukunft des Sawmill Studios ist zur Zeit unklar, denn das Haus steht zum Verkauf. £2 250 000 soll es kosten; soviel ich weiß, hat sich bisher noch kein Käufer gefunden.

Hier ist ein Film über das legendäre Studio in Cornwall.

Glynde Forge – Die alte Schmiede in Glynde (East Sussex) und der Künstler Thomas Gontar

The Old Forge (bevor Thomas Gontar einzog).
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Schmiede, die in früheren Zeiten in den meisten Dörfern zu finden waren, gehören heute zu der Zunft der aussterbenden Berufe. Kunstschmiede dagegen, die keine landwirtschaftlichen Geräte reparieren oder Hufbeschläge anfertigen, haben ihre feste Klientel und ihre Produkte sind gefragt. Einer von ihnen ist Thomas Gontar, der im Mai 2016 die Old Forge in Glynde in East Sussex übernommen hat. Glynde ist „just down the road“ von Glyndebourne, Englands berühmtem Opernhaus, für dessen Aufführungen es so schwer ist Karten zu bekommen.

Im Jahr 1907 wurde die alte Schmiede erbaut, so wie wir sie heute sehen; davor standen noch weitere Schmieden an dieser Stelle, die aber alle abgerissen worden sind. Vorbild für den Bau war eine Schmiede in Penshurst in Kent. Bevor Thomas Gontar die Schmiede übernahm, werkte hier Terry Tyhurst, der sich auf die Anfertigung von Wetterfahnen und eisernen Bänken spezialisiert hatte, auch restaurierte er alte Traktoren.

Im Portfolio von Thomas Gontar stehen beispielsweise kunstvoll verzierte Treppengeländer, Haustore, Kamingitter, Möbelstücke und Skulpturen. Er gibt auch eintägige Kurse im Schmieden, die in seinem alten Haus in den South Downs stattfinden. In diesem Film ist der Kunstschmied bei der Arbeit zu sehen.

Glynde Forge 
Glynde
The Street
Lewes
BN8 6SU

Im Inneren der Schmiede.
Photo © Peter Whitcomb (cc-by-sa/2.0)

The Coldstones Cut im Nidderdale – Yorkshires größtes Kunstwerk

Photo: colgregg.
Creative Commons 2.0

Westlich des Ortes Pateley Bridge im Nidderdale von North Yorkshire liegt an der B6265 ein riesiger Steinbruch, der Coldstones Quarry, in dem die Firma Hanson, die zu der deutschen HeidelbergCement AG gehört, Gestein abbaut. 700 000 Tonnen Steine pro Jahr werden aus dem bis zu 300 Meter tiefen Erdloch herausgeholt und als Baumaterial in Yorkshire verwendet. Geschätzt 15 bis 20 Jahre soll der Quarry in Betrieb sein und dann wieder Mutter Natur übergeben werden, die den Auftrag erhalten wird, das hässliche Loch erneut zu begrünen.

Am 16. September 2010 wurde oben am Rand des Steinbruchs auf dem Greenhow Hill ein Kunstwerk eingeweiht, das größte in ganz Yorkshire, das sich The Coldstones Cut nennt, und von dem aus man einen großartigen Blick auf das Nidderdale und in den Quarry hat. Die Zeremonie nahm die Direktorin von Tate Britain, Dr Penelope Curtis, vor. Den Auftrag für die Konstruktion der außergewöhnlichen Skulptur hatte Andrew Sabin erhalten, ein 1958 in London geborener und dort auch ansässiger Bildhauer, der 2011 für den Coldstones Cut den Marsh Award for Excellence in Public Sculpture in Empfang nehmen durfte. Von 2006 bis 2010 arbeitete Andrew Sabin an dem Kunstwerk, das The Guardian als „The giant of the Dales and the best public artwork of the year“ bezeichnete.

Den besten Eindruck von Steinbruch und Kunstwerk bekommt man aus der Luft wie dieser Film zeigt. Direkt neben dem Coldstones Cut trifft man auf ein überdimensionales Fahrrad mit gewaltigen Reifen, gebaut von Arbeitern des Steinbruchs, um die Tour de France zu feiern, die 2014 in Yorkshire begann.

Der Eingang zum Coldstones Cut.
Photo © Tim Heaton (cc-by-sa/2.0)
Photo © David Smith (cc-by-sa/2.0)
Der Coldstones Quarry.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 20. September 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Sudbury in Suffolk und der Maler Thomas Gainsborough (1727-1788)

Gainsboroughs Geburtshaus, das heute ein Museum beherbergt.
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)

Er wurde in der Stadt Sudbury in der Grafschaft Suffolk geboren, und auch heute noch hat er seine Spuren hier hinterlassen, der weltberühmte Porträt- und Landschaftsmaler Thomas Gainsborough (1727-1788). In seinem Geburtshaus, in der nach ihm benannten Gainsborough Street Nummer 46, ist ein Museum untergebracht, das Gainsborough House, in dem zahlreiche Werke des Malers ausgestellt sind, sowie Briefe, Manuskripte und Dinge aus seinem persönlichen Besitz.

Natürlich wurde für den großen Sohn der Stadt auch ein Denkmal errichtet, am Market Hill, schräg gegenüber vom Black Boy Inn, den es zu seiner Zeit schon gab, und der heute in The Lady Elizabeth umbenannt worden ist. Die Bronzestatue zeigt Thomas Gainsborough mit einer Palette und einem Pinsel in der Hand, als wolle er den Gasthof gerade malen.

Selbstverständlich gibt es in Sudbury auch einen Pub, der nach dem Meister benannt ist, The Gainsborough in der King Street Nummer 7.

Weiterhin finden wir außerhalb von Sudbury auf dem Gelände der Houghton Hall in der Cavendish Road The Gainsborough Health Club & Day Spa. In der Gainsborough Street in Sudbury ist in der Nummer 12 etwas Ähnliches untergebracht, die Gainsborough Thai Massage & Bodywork, und auch ein Bauunternehmen hat sich nach dem Maler benannt, Gainsborough Building Contracts Ltd.

In dem kleinen Dorf Great Cornard, das zu Sudbury gehört, gibt es die Thomas Gainsborough School, die 1973 gegründet wurde. An der Northern Road steht eine Tankstelle mit dem Namen Esso MFG Gainsborough.

Eigentlich müsste das Grab des Males ja auch in Sudbury sein, doch Fehlanzeige, das findet man in London auf dem St Anne Churchyard in Kew, dort, wo die Royal Botanic Gardens jedes Jahr Besucher in Scharen anlocken.

Übrigens: Über Thomas Gainsboroughs exzentrischen Bruder John habe ich in meinem Blog schon einmal berichtet.

Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)
Die Statue des Meisters.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)
Vormals The Black Boy, heute The Lady Elizabeth.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)
Thomas Gainsboroughs Grab auf dem St Anne Churchyard in Kew.
Photo: Granpic.
Creative Commons 2.0

Silvanus Trevail (1851-1903) – Ein Architekt aus Cornwall

Trevails Meisterwerk: Das Headland Hotel in Newquay.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Der Name Silvanus Trevail, obwohl sehr markant und ungewöhnlich, ist heute selbst in seiner Heimat Cornwall kaum noch bekannt, obwohl er ein Architekt im 19. Jahrhundert war, der zahllose Bauwerke in der Grafschaft geschaffen hat. Er wurde 1851 in dem Dorf Trethurgy in Cornwall geboren und starb 1903 auf tragische Weise, in dem er sich in der Toilette eines Zuges erschoss, mitten im Brownqueen Tunnel auf der Strecke von Truro nach Bodmin. Trevail litt an Depressionen. Sein Grab liegt auf dem Kirchhof von
in Luxulyan, ganz in der Nähe seines Geburtsortes.

Silvanus Trevails Spezialitäten als Architekt waren Schulen und Hotels. Etwa 50 Schulen hatte er in Cornwall konzipiert und viele weitere Gebäude, die vorwiegend in den Orten St Austell und Truro zu finden sind. In letzterer Stadt war er auch eine Zeit lang Bürgermeister.

1890 gründete er die Cornish Hotels Company, mit dem Ziel, eine Reihe von Luxushotels zu erbauen. Doch finanzielle Probleme hinderten ihn daran, den Plan in großem Stil umzusetzen. Schon in den 1870er Jahren hatte Trevail die Pläne für das Great Western Hotel in Newquay an der kornischen Nordküste erstellt, das 1879 eröffnet wurde. 1892 folgte ein weiteres Hotel in Newquay nach Trevails Plänen, das Atlantic Hotel (in dem die Beatles 1967 für die Dreharbeiten an dem Film „Magical Mystery Tour“ wohnten). Das Highlight von Trevails Hotelbauten war aber das Headland Hotel, ebenfalls in Newquay, das im Juni des Jahres 1900 fertig gestellt und eröffnet wurde. Die Bewohner Newquays wussten das nicht zu schätzen und es kam zu gewalttätigen Protesten, denn das Hotel stand ihrer Meinung nach auf Gemeindeland, das bis dato für andere Zwecke genutzt wurde. Trotz allem, das Headland Hotel prosperierte und sogar Royals quartierten sich dort ein. Szenen des Films „The Witches“ (dt. „Hexen hexen“) aus dem Jahr 1990, nach dem gleichnamigen Buch von Roald Dahl, wurden hier im Hotel gedreht.

Die meisten Gebäude des kornischen Architekten stehen noch heute, und er hätte es verdient, auch noch nach weit über hundert Jahren, bekannter zu sein.

Das Buch zum Artikel:
Ronald Perry and Hazel Harradence: Silvanus Trevail – Cornish Architect and Entrepreneur. Francis Boutle Publishers 2008. 245 Seiten. ISBN 978-1903427439.

The Great Western Hotel in Newquay.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)
The Atlantic Hotel in Newquay.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)
Die Einfahrt zum Brownqueen Tunnel, in dem sich Silvanus Trevail das Leben nahm.
Photo © roger geach (cc-by-sa/2.0)
St Cyriacus and St Julitta in Luxulyan, die letzte Ruhestätte des Architekten.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

The Knutsford Millennium Tapestry – Ein Mammutwerk der Stickerei in Cheshire

Photo: Kollage Kid.
Creative Commons 2.0

Das Heritage Centre der Stadt Knutsford in der Grafschaft Cheshire liegt in einem alten Haus aus dem 17. Jahrhundert in der King Street, betrieben ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern, die Spaß daran haben, sich mit der Geschichte ihrer Stadt zu beschäftigen (zu Knutsford siehe auch meinen anderen Blogeintrag).

Das Prunkstück des Heritage Centres ist The Knutsford Millennium Tapestry, ein riesiges Stickerei-Gemälde, das zur Jahrtausendwende entstand und an dem 3000 Ehrenamtliche mitgewirkt haben. Es ist über zwölf Meter lang, besteht aus drei Teilen und zeigt das Leben in der Stadt im Jahr 2000. Die Stickerei benötigte 6 500 000 Stiche bis sie fertiggestellt war, ein wahres Mammutwerk. Die damalige Bürgermeisterin Jennifer Holbrook hatte die Idee, und die erfahrene Näherin Sue Newhouse übernahm die Aufsicht über die Herstellung des Kunstwerks, was alles in allem vier Jahre dauerte.

Auf dem Wandteppich sind unendlich viele Szenen aus dem Alltagsleben der Stadt Knutsford zu sehen, in der rund 13 000 Menschen leben. So gut wie jede Straße und jedes Haus ist abgebildet. Wenn man genau hinschaut, erkennt man den ehemaligen MP Martin Bell vor dem Longview Hotel in der Manchester Road, sieht Booths Supermarkt in der Stanley Road oder kann zusehen wie Feuerwehrleute eine Katze vom Dach eines Pubs retten. Man würde Stunden dafür brauchen, um auch nur einen Teil der Tapestry würdigen zu können.

Als der Wandteppich zehn Jahre lang im Heritage Centre hing, hatten sich nicht nur Tausende von Besuchern an ihm erfreut, sondern leider auch ganze Heerscharen von Teppichkäfern, die ihn zum Fressen gern hatten. Also musste eine groß angelegte Reinigung und Konservierung in die Wege geleitet werden, die £20 000 kostete, eine Summe, die durch Spenden aus der Bevölkerung und der Geschäftswelt aufgebracht wurde. Auch während des Corona-Lockdowns erhielt der Wandteppich noch einmal eine Reinigung, so dass er jetzt wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Dieser sehr interessante Film zeigt Details des Wandteppichs und stellt sie den echten Gebäuden gegenüber.

Knutsford Heritage Centre
90a King Street
Knutsford, WA16 6ED

Hier im Knutsford Heritage Centre ist der Wandteppich untergebracht.
Photo © Mary Gracie (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 20. Juli 2022 at 02:00  Comments (1)  

Der vierte Sockel auf dem Trafalgar Square in London – Ausstellungsort für zeitgenössische Künstler

„Alison Lapper Pregnant“ von Marc Quinn.
Photo © Brian Robert Marshall (cc-by-sa/2.0)

Der Trafalgar Square in London ist sicher einer der bekanntesten Plätze Großbritanniens; die Nelson-Säule und die Löwen, die Horatio Nelson zu Füßen liegen, gehören zum Programm jedes London-Touristen. Der Platz wird von vier Sockeln eingerahmt, von denen drei besetzt sind, mit den beiden Generälen Charles James Napier und Henry Havelock und dem Reiterstandbild Georgs IV.
Der vierte Sockel ist leer, das heißt, er war viele Jahre verwaist. William IV sollte dort ursprünglich mit einem Standbild geehrt werden, aber man hatte schlichtweg kein Geld dafür und so blieb der Sockel leer. Bis man auf die Idee kam, ihn für künstlerische Zwecke zu verwenden, und diese Idee war von Erfolg gekrönt. 1999 wurde das „Fourth Plinth Project“ ins Leben gerufen und der vierte Sockel stand von nun an als Ausstellungsort für zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler zur Verfügung.

Hier sind einige Beispiele:
2005 sorgte Marc Quinn mit seiner Skulptur „Alison Lapper Pregnant“ für Diskussionen, die die hochschwangere nackte Künstlerin Alison Lapper zeigte, die ohne Arme und mit verkürzten Beinen auf die Welt kam.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt Anthony Gormleys Projekt „One and Other“ im Jahr 2009. 100 Tage lang konnten sich Menschen nonstop für jeweils eine Stunde auf den Sockel stellen und dort tun, was immer sie wollten.

Der nigerianisch-britische Künstler Yinka Shonibare war als nächster dran, und er hatte die Idee ein großes Buddelschiff auf den Sockel zu stellen. Der Titel: „Nelson’s Ship in a Bottle„.

Die Düsseldorferin Katharina Fritsch durfte 2013 ihren ultramarin-blauen Riesenhahn auf dem vierten Sockel zur Schau stellen.

Von 2016 bis 2018 zierte ein nach oben gereckter Daumen den Sockel. „Really Good“ nannte David Shrigley sein Kunstwerk.

Aktuell, noch bis September diesen Jahres, kann man „The End“ von Heather Phillipson betrachten, das einen Klacks Sahne mit einer Kirsche obendrauf zeigt, an der eine Drohne angebracht ist, die Bilder von den Passanten auf einen Bildschirm projiziert. Eine Fliege ist auch noch an der Sahne befestigt.

Anthony Gormley: One and Other.
Photo © Steve Fareham (cc-by-sa/2.0)
„Nelson’s Ship in a Bottle“ von Yinka Shonibare.
Photo © Robin Sones (cc-by-sa/2.0)
„Hahn/Cock“ von Katharina Fritsch.
Photo © Jim Osley (cc-by-sa/2.0)
„Really Good“ von David Shrigley.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)
„The End“ von Heather Phillipson.
Photo © Bartolo Creations (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 3. Juli 2022 at 02:00  Comments (1)  

Der Sänger Nick Drake (1948-1974) und Bury St Edmunds in Suffolk

The Angel Hotel.
Photo: Martin Pettitt.
Creative Commons 2.0

Einen richtigen Durchbruch im Musikgeschäft hatte der englische Sänger und Songwriter Nick Drake (1948-1974) nie geschafft und ist in der breiten Öffentlichkeit auch nicht besonders bekannt gewesen. Er wurde nur 26 Jahre alt und starb an einer Überdosis Anti-Depressiva. Dass er kein sehr glücklicher Mensch gewesen war, ist seinen Songs anzuhören. Ich habe in einem früheren Blogeintrag über ihn in Zusammenhang mit dem Kirchhof von St Mary Magdalene und seinem Grab in Tamworth-in-Arden in Warwickshire geschrieben.

Nick Drake hielt sich einmal eine Zeit lang in der Stadt Bury St Edmunds auf und wohnte im Angel Hotel am Angel Hill, direkt gegenüber vom Abbey Gate, durch das man in die Abbey Gardens gelangt. Der Blick vom Hotelfenster inspirierte ihn zu seinem Song „Gates to the Garden„, der im Jahr 2001, also viele Jahre nach seinem Tod, als Remastered Version auf dem Album „No More Shall We Part“ veröffentlicht wurde.

In Bury St Edmunds hatte man sich sicher darüber gefreut, dass die Stadt in diesem Lied besungen wurde. Nick Drake schildert darin einen Spaziergang, der am Angel Hotel mit seiner efeuumrankten Fassade beginnt und ihn über den Athenaeum Lane zur St Edmundsbury Kathedrale führt. Dort lässt er sich auf dem Kirchhof auf einer Bank nieder und denkt über die Schicksale der Menschen nach, die hier beerdigt worden sind. Die Glocke der Kathedrale erinnert ihn an eine Verabredung mit einer Freundin (?), die auch auf ihn wartet („Alive and leaning on the gates of the garden“). Das Lied endet mit den Zeilen:

„Leave these ancient places to the angels
Let the saints attend to their keeping of the cathedrals
And leave the dead beneath the ground so cold
For God is in this hand that I hold
As we open up the gates of the garden“

Wunderschön ausgedrückt! Hier ist der Song zu hören.

Einen Besuch in Bury St Edmunds kann ich sehr empfehlen, im besonderen der Kathedrale und den sehr schönen Abbey Gardens, vor allem dem Appleby Rose Garden.

Abbey Gate.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)
Athenaeum Lane.
Photo © John Sutton (cc-by-sa/2.0)
St Edmundsbury Cathedral.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 29. Juni 2022 at 02:00  Comments (1)  

Cookham in Berkshire – Heimatort des Malers Stanley Spencer (1891-1959)

Die Stanley Spencer Gallery.
Eigenes Foto.

Auf dem Weg zum Cliveden Hotel, wo ich übernachten wollte (s. dazu auch meinen Blogeintrag), kam ich durch das hübsche Dorf Cookham in Berkshire (das zu den wohlhabendsten Englands zählt), das vor allem durch zwei Männer bekannt geworden ist. Kenneth Grahame schrieb hier den Kinderbuch-Klassiker „The Wind in the Willows“ (dt. „Der Wind in den Weiden“) und der Maler Sir Stanley Spencer verbrachte in Cookham einen großen Teil seines Lebens.

Spencer wurde 1891 in diesem Ort in Berkshire geboren, und er starb 1959 ganz in der Nähe im Canadian War Memorial Hospital, das auf dem Gelände des heutigen Cliveden Hotels lag und 2006 abgerissen wurde.

Für Sir Stanley spielten sowohl Cookham als auch die hier vorbeifließende Themse eine große Rolle in seinem künstlerischen Schaffen; so tauchen immer wieder Szenen aus dem Dorfleben in seinen Bildern auf. Auch in seinen religiös geprägten Werken verwendet er Motive aus Cookham, so zum Beispiel in „The Resurrection, Cookham„, das in der Londoner Tate Gallery hängt. Hier wird der Kirchhof zum Ort der Auferstehung der dort Begrabenen. Spencer selbst ist auf dem Bild zusehen, er lehnt sich nackt gegen einen Grabstein. Auch seine Verlobte Hilda ist auf dem Bild verewigt: Sie liegt schlafend auf einem Bett aus Efeu.

Wer sich für das Werk der Malers interessiert, der sollte sich die Stanley Spencer Gallery in Cookham ansehen, die über hundert Bilder und Zeichnungen des Künstlers ausstellt. Hier ist ein Film über die Galerie.

Das Grab Spencers ist auf dem Holy Trinity Churchyard in Cookham zu finden.

Die Holy Trinity Church.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)
Spencers Grabstein.
Photo: Jayembee69.
Creative Commons 2.0
Die Themse in Cookham.
Eigenes Foto.
Published in: on 14. April 2022 at 02:01  Comments (3)  

John Barry (1933-2011) – Einer der größten Filmmusik-Komponisten aller Zeiten und die Stadt York

John Barry in der Londoner Royal Albert Hall.
Photo: Geoff Leonard.
Creative Commons 1.0

Unter meinen persönlichen Top 10-Filmmusikthemen steht auf Platz 1 die Titelmusik zu der TV-Serie „The Persuaders„, die, unter dem Titel „Die Zwei„, mit Roger Moore und Tony Curtis in den Hauptrollen, im deutschen Fernsehen gezeigt wurde. Hier ist sie zu hören.
Komponiert hat das Musikstück John Barry, einer der besten in seinem Fach, der vor allem durch die vielen James Bond-Filme berühmt wurde, für die er die Titelmusik schrieb. Barry verwendete für „The Persuaders“ Moog Synthesizer, die in den 1970er Jahren verstärkt eingesetzt wurden. Die Titelmusik erreichte in einigen europäischen Ländern sogar die Charts.

John Barry wurde 1933 in der Stadt York in North Yorkshire geboren und starb 2011 auf der anderen Seite des Atlantiks in New York. Eigentlich hieß er mit richtigem Namen John Barry Prendergast, doch trennte er sich später von dem etwas sperrigen Nachnamen und entschied sich für das griffigere John Barry.

Er erblickte das Licht der Welt am 3. November in Yorks Holgate Nursing Home als drittes Kind von Jack Xavier und Doris Prendergast. Seine Mutter war Konzertpianistin, sein Vater betrieb acht Kinos im Norden Englands, daher wurde seinem Sohn wohl die Liebe zu Musik und zu Kinos schon in die Wiege gelegt. Die Familie lebte in York erst in der Hull Road Nummer 167, im Südosten der Stadt, zog dann später in das schöne Fulford House in der Main Street Nummer 45 im Stadtteil Fulford. Hier verbrachte John Barry seine Kindheit und Jugend; heute befindet sich in dem Haus das York Pavilion Hotel. Er besuchte zuerst die Bar Convent Roman Catholic Primary School in der Mill Mount Lane, dann die St Peter’s School, eine der ältesten Schulen der Welt, im Stadtteil Clifton an der A19 gelegen. Im Alter von 14 Jahren arbeitete der junge John Barry bereits als Filmvorführer im seinem Vater gehörenden Rialto Cinema in der Straße Fishergate, einem Kino mit 1800 Plätzen, das bis zum Oktober 1961 die Bewohner der Stadt mit aktuellen Filme erfreute, dann in eine Bingohalle umgewandelt und schließlich im Jahr 2003 abgerissen wurde, um Platz für den neuen riesigen Mecca Bingo Club und seinen Parkplatz zu schaffen.

John Barry spielte in einer Jazzband bevor er seine eigene John Barry Seven-Band gründete (hier ein Live-Auftritt), die zeitweise zusammen mit dem damals äußerst populären Sänger Adam Faith spielte, der ihm den Weg in das Filmbusiness öffnete, bei dem Barry seine Lebenserfüllung fand.

Es gibt in York auch eine blaue Plakette, die an den Filmkomponisten erinnert, und zwar am York Pavilion Hotel, initiiert vom York Civic Trust. Am 20. Juni 2017 wurde sie in Anwesenheit der Prendergast-Familie enthüllt.

The Pavilion Hotel alias Fulford House.
Photo © Gordon Hatton (cc-by-sa/2.0)
The St Peter’s School.
Photo © DS Pugh (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 13. April 2022 at 02:00  Comments (4)  

Cambridges zeitfressende Uhr des Corpus Christi Colleges

Eigenes Foto

Ein Chronophage ist ein Zeitfresser, und so frisst die Corpus Clock, die an der Taylor Library des Corpus Christi Colleges in der Trumpington Street in Cambridge angebracht ist, die Zeit, wie von ihrem Schöpfer John C. Taylor auch gewünscht.
Am, 19. September 2008 enthüllte niemand Geringeres als Stephen Hawking dieses fantastische Meisterwerk, an dem Taylor und weitere 200 Menschen 5 Jahre lang gearbeitet haben und das etwa £1 Million gekostet haben soll.
Es handelt sich hier um eine mechanische Uhr auf der sich blaue Lichtdioden in unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen und die Zeit anzeigen. Zeiger gibt es hier nicht. Angetrieben wird die Corpus Clock von den Beinen eines Grashüpfers, der die Sekunden frisst. Das Prinzip geht auf den britischen Uhrmacher John Harrison zurück, der den speziellen Aufzugsmechanismus um 1772 erfand.

John C. Taylor hatte in den 50er Jahren am Corpus Christi College studiert und die Uhr der Universität geschenkt. „The strangest clock in the world“ wurde von dem US-Magazin TIME zu den besten 50 Erfindungen des Jahres 2008 gezählt.

Hier ist ein Film über die Uhr.

Photo © Dave Hitchborne (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 30. März 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Ashley Jackson: „Framing the Landscape“

Das Wessenden Moor.
Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

Many people look but only a few see“ meint der Künstler Ashley Jackson aus West Yorkshire. Jackson, geboren 1940, lebt in Holmfirth bei Huddersfield, dort, wo die Erfolgs-TV-Serie „Last of the Summer Wine“ gedreht worden ist. Und hier hat er auch seine Galerie.

Ashley Jackson ist ein international anerkannter Landschaftsmaler, der mit seiner nordenglischen Heimat eng verbunden ist. Auf der Grundlage der obigen Aussage von ihm hat er das Projekt „Framing the Landscape“ geschaffen, das einfach, aber auch genial ist. In Zusammenarbeit mit dem National Trust hat er an fünf Stellen in den Mooren von Yorkshire Staffeleien mit einem leeren Rahmen aufgestellt. Stellt man sich jetzt vor diesen Rahmen sieht man durch ihn hindurch einen Ausschnitt der Landschaft, ein Gemälde, das die Natur geschaffen hat und das ganz anders wirkt als wenn dieser Rahmen nicht da wäre. Einen dieser Rahmen finden wir bei den Brimham Rocks in North Yorkshire wie dieser Film zeigt. Die anderen Orte sind die Hardcastle Crags bei Hebden Bridge, das Wessenden Moor, Holme Moss und Roseberry Topping, ein Hügel bei Great Ayton in North Yorkshire.

Lassen wir den Künstler noch einmal zu Wort kommen: „The Landscape is more than just a view, and with Framing the Landscape I hope that others will see it as I do using all your senses to engage, to feel the rain on your face, to smell the bracken, to hear the skylark and to value all these simple pleasures„. Wunderschön ausgedrückt!

Hier ist ein Film über das Projekt.

Holme Moss.
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)
Noch einmal Holme Moss, aus einer etwas anderen Perspektive.
Photo © Chris Morgan (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 27. März 2022 at 03:00  Kommentar verfassen  

Der englische Komponist Malcolm Arnold (1921-2006) und ein höchst absonderliches Musikstück

Photo: Nynexman4464.
Creative Commons 2.5

Am 21. Oktober 1921 wurde  er in Northampton geboren, und er starb am 23. September 2006 in Norfolk: Malcolm Arnold, Komponist und Träger des Verdienstordens CBE. Seine Kompositionen sind breit gefächert; er schrieb Orchesterwerke, darunter Irish, Scottish, Cornish und Welsh Dances, und 132 Filmmusiken, von denen am bekanntesten wohl die Musik zu „Die Brücke am Kwai“ (1958) war.

1956 schrieb er ein Werk mit dem merkwürdigen Titel „A Grand Grand Overture opus 57, für 3 Staubsauger, 1 Bodenpolierer, 4 Gewehre und Sinfonieorchester„. Das war Arnolds Beitrag zu den sogenannten „Hoffnungs Concerts„, die am 13. November 1956 in der Londoner Royal Festival Hall stattfanden. Bei den Proben zu dem Werk soll es hoch her gegangen sein: Die Musiker sollen in schallendes Gelächter ausgebrochen sein, als sie die Geburt eine der witzigsten Sinfonien miterlebten beziehungsweise daran beteiligt waren.

Wo passt so ein Musikstück besser hin, als in die berühmten „Last Night of the Proms„?

Hier ist die „Grand Grand Overture“ zu sehen und zu hören.

Published in: on 21. März 2022 at 02:00  Comments (2)  

Surrealistische Picknicks im Farleys House in Muddles Green (East Sussex)

Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Farleys House, Muddles Green, Chiddingly, East Sussex, BN8 6HW„, so oder ähnlich hätten seinerzeit die Künstler Pablo Picasso, Max Ernst, Joan Miro und Man Ray die Adresse in ihre Navigationsgeräte eingeben müssen, um zu dem Dörfchen Muddles Green zu gelangen…wenn es diese Geräte damals schon gegeben hätte. Sie alle kamen hierher nach East Sussex, um ihre Freunde Lee Miller und Roland Penrose zu besuchen. Lee Miller (1907-1977) war zuerst Fotomodell, später stand sie selbst hinter der Kamera und wurde berühmt als Kriegsfotografin. Verheiratet war sie mit dem surrealistischen Künstler Roland Penrose (1900-1984) und beide zogen 1948 in das Farleys House in Muddles Green, wo sie auch starben.

Roland Penrose hatte sich in dem Haus eine umfangreiche Sammlung von surrealistischen Bildern zugelegt, aber auch von Plastiken und Skulpturen. In der Farleys Gallery kann man sich die Sammlung ansehen, die 2020 eröffnete Lee Miller Gallery steht für Ausstellungen zur Verfügung. Beide Galerien sind für die Öffentlichkeit zugänglich, von April bis Oktober jeweils donnerstags und sonntags von 10 Uhr bis 16.30 Uhr.

Seit 2017 wird im Garten des Farley House jeweils im August ein „Surrealist Picnic“ veranstaltet, bei dem sich die Gäste entsprechend kleiden sollen, wobei der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Auch das Essen ist surrealistisch gestaltet, so gab es bei der ersten Gartenparty unter anderem beleuchtete Kakerlaken in blauem Gelee zu essen. Farben spielen bei der Zusammenstellung des Picknicks eine große Rolle, da gab es bisher Muddles Green green chicken, Pink cauliflower breasts, blue pasta salad und marshmallow Coca Cola ice cream.
Das nächste Picknick findet am 28. August 2022 statt, hoffen wir, dass das Wetter besser sein wird als im Jahr 2018; damals goss es wie aus Kannen, und die Gäste mussten sich in das Haus zurückziehen.

Hier ist ein Film über Man Ray und Lee Miller, mit Antony Penrose als Führer durch Farleys House.

The Fallen Giant von Michael Werner im Garten vom Farleys House.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)
Sea Creature von Antony Penrose (Lees und Rolands Sohn).
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 20. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Lower Peover in Cheshire Teil 2: The Tree of Imagination

Photo: Wildlife Terry.
Creative Commons 2.0

Wo in Lower Peover der Free Green Lane und der Broom Lane zusammentreffen, stand einmal ein Baum, der schon bessere Tage gesehen hatte und abgestorben war. Man wollte ihn aber nicht einfach fällen, und so entstand die Idee, ihn in einer Höhe von etwa drei Metern abzuschneiden und den verbleibenden Stamm nett zu verzieren. Es entstand 2015 der Tree of Imagination. Um das Stamminnere vor Feuchtigkeit zu schützen, wurde ein Dach installiert und, damit sich auch Tiere in dem Baum wohlfühlen können, je eine „Wohnung“ für Eulen und für Fledermäuse.

Weiterhin sind in den Baumstamm kleine Öffnungen für Fenster und Türen hineingeschnitten worden; zu den Türen führen Treppenstufen und aus dem obersten Fenster ragt eine Kanone, die die potentiellen Feinde des Tree of Imagination wohl abschrecken soll.

Der Baum ist ein gemeinschaftliches Projekt der Dorfbewohner, die fachmännische Hilfe durch Holzspezialisten aus der Region bekommen haben wie einen Kettensägenbildhauer, Schreiner, Holzhändler und so weiter.

Ich finde, der Tree of Imagination ist eine tolle Idee. In diesem Film kann man ihn sich aus der Nähe ansehen.

Photo: Wildlife Terry.
Creative Commons 2.0
Published in: on 7. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Lucy Shapland – Eine junge Künstlerin aus Dorset und ihre Wildlife Art

Foto meines tea towels.

Vor einigen Jahren stellte ich in meinem Blog die Künstlerin Nicola Metcalfe aus Marlow in Buckinghamshire vor, die ich mittlerweile auch schon zweimal persönlich treffen und kennenlernen konnte und deren künstlerische Tätigkeit ich sehr schätze.

Lucy Shapland aus Dorset erinnert mich an Nicola, obwohl ihr künstlerisches Schaffen unterschiedlich ist. Beide entwerfen zum Beispiel Grußkarten und „tea towels“. Lucy Shapland hat sich auf Tiermotive spezialisiert, denn ihr Leben lang lagen ihr Tiere am Herzen. Sie hat Zoologie studiert, und sie arbeitete als Tierpflegerin im Longleat Safari Park in Wiltshire. Dann entdeckte sie ihre künstlerische Ader und widmet dieser immer mehr Zeit.

Ich bekam diese Weihnachten von Lucys Tante Lynda Pattison aus Cardiff ein tea towel geschenkt, das ein wunderschön gemaltes Alpaka zeigt mit der Aufschrift „Did Somebody Say Cake?“. Als Geschirrabtrockentuch ist mir das eigentlich zu schade, und ich werde es einrahmen.

Ich bin schon seit vielen Jahren mit Lucys Tante befreundet und davor mit Lucys Großmutter Janet Shapland, die ich in Moorlinch in Somerset kennenlernte, wo sie im Shop eines Weingutes arbeitete. Leider ist Janet vor einigen Jahren verstorben.

Ich wünsche Lucy Shapland viel Erfolg mit ihren künstlerischen Tätigkeiten; ausgestellt hat sie ihre Werke schon, wie in der Mall Gallery in London und im Salisbury Art Centre.

Published in: on 28. Dezember 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Zwei Bänke in Liverpool mit Beatles bezogenen Themen Teil 2: Die Eleanor Rigby-Bank in der Stanley Street

Photo © john driscoll (cc-by-sa/2.0)

Am 5. August 1966 erschien eine Single der Beatles mit gleich zwei A-Seiten: „Yellow Submarine“ und „Eleanor Rigby„. Beides sind Welthits geworden; ich möchte mich heute aber nur mit dem zweiten Song beschäftigen.
All the lonely people where do they all come from“ heißt es dort, und eine Frau namens Eleanor Rigby steht im Mittelpunkt des Songs, eine einsame Frau, ohne Freunde, die auch einsam stirbt („Died in the church and was buried along with her name Nobody came„) und vom Pfarrer McKenzie beerdigt wird. John Lennon und Paul McCartney müssen wohl an dem Tag, an dem sie diesen Song schrieben, ziemlich depressiv gewesen sein.

In der Stanley Street in Liverpool, ganz in der Nähe des Cavern Clubs, ist für Eleanor Rigby eine Gedenkbank errichtet worden, auf der sie auf der einen Seite sitzt und noch Platz lässt für andere. Niemand Geringeres als der Rocksänger Tommy Steele hat diese Figur entworfen und auch hergestellt. Steele feierte in den 1950er und 1960er Jahre seine größten Erfolge als Sänger und Schauspieler. Nur wenige wussten, dass er auch in späteren Jahren ein guter Bildhauer war. Tommy Steele bot der Stadt Liverpool an, die Statue von Eleanor Rigby für „Half a sixpence“ anzufertigen, so lautete der Titel eines seiner Filme aus dem Jahr 1967. Liverpool akzeptierte gern und am 3. Dezember 1982 wurde die Bank in der Stanley Street mit der Bronzefigur namens Eleanor Rigby vom Künstler persönlich eingeweiht. Auf einer Plakette hinter der Bank steht geschrieben:
„ELEANOR RIGBY
DEDICATED TO
„ALL THE LONELY PEOPLE…“
This statue was sculpted and donated to the City of Liverpool
by Tommy Steele as a tribute to the Beatles.
The casting was sponsored by the Liverpool Echo.
DECEMBER 1982″

Eine Bemerkung am Rande: Auf dem Friedhof der St Peter’s Parish Church in Woolton, einem Stadtteil im Südosten Liverpools, gibt es einen Grabstein, auf dem tatsächlich der Name Eleanor Rigby eingemeißelt ist, die am 10. Oktober 1939 im Alter von 44 Jahren starb. Die Beatles haben immer abgestritten, dass sie den Namen als Anregung für ihren Song genommen haben und von dem Grabstein gar nichts wussten. War das wirklich Zufall? Hier ist ein Film über die Grabstelle.

Photo © Peter Tarleton (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 27. Dezember 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Stadt Manchester und die Arbeitsbienen

„22 Bees“ von Russell Meeham.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Auf dem Logo der Brauerei Boddingtons, in Manchester ansässig, ist eine Biene zu sehen und schon seit den Zeiten der Industriellen Revolution gilt die „worker bee„, die Arbeitsbiene, als Symbol der Stadt Manchester. Die fleißigen Arbeiter in den Fabriken der Stadt wurden immer wieder mit Arbeitsbienen verglichen. Man findet Bilder von Bienen auf den städtischen Abfallkörben, auf dem Zifferblatt der großen Uhr am Palace Hotel und auf dem Mosaikfußboden der Town Hall.

Nach dem verheerenden Selbstmordattentat vom 22. Mai 2017, als sich nach einem Konzert der US-amerikanischen Sängerin Ariana Grande ein Islamist in der Manchester Arena in die Luft sprengte und dabei 22 Besucher mit in den Tod riss (es gab über 800 Verletzte) fanden sich die traumatisierten Bewohner der Stadt unter dem Symbol der Arbeitsbiene wieder zusammen. Es gab eine Welle der Hilfsbereitschaft für die flüchtenden Konzertbesucher; Taxifahrer boten kostenlose Heimfahrten an und Hotels in der Nähe des Tatortes öffneten ihre Häuser für kostenfreie Übernachtungen.

In einigen Tattoostudios in Manchester konnte man sich umsonst ein Bienen-Tattoo stechen lassen, wenn man dafür eine Spende für die Opfer des Attentats gab. Der Straßenkünstler Russell Meeham schuf im Auftrag der Manchester Evening News ein riesiges Wandbild, „22 Bees„, das an die 22 Opfer erinnern sollte.

Bee in the City“ hieß ein Event in der Stadt, bei dem vom 23. Juli bis zum 23. September 2018 über 100 Bienenskulpturen aus Fiberglas aufgestellt worden waren.

Beespotting“ lohnt sich in den Straßen von Manchester, man wird die fleißigen Insekten an vielen Stellen finden.

Das Ziffernblatt auf der Uhr des Palace Hotels.
Photo: Gene Hunt.
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Eine Biene auf dem Mosaikfußboden der Town Hall.
Photo © David Hawgood (cc-by-sa/2.0)

Eine Christmas Bee auf dem Exchange Square.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Eine der „Bee in the City“-Bienen.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 8. Dezember 2021 at 02:00  Comments (3)