The Museum of Witchcraft and Magic in Boscastle (Cornwall)

Photo © Darren Haddock (cc-by-sa/2.0)

Am 16. August 2004 ging eine Meldung auch in Deutschland durch die Medien, in der der Ortsname Boscastle genannt wurde: An diesem Tag wurde das schläfrige Küstenstädtchen an der Nordküste Cornwalls nach einem heftigen Unwetter von einer vier Meter hohen Flutwelle überspült, die glücklicherweise keine Todesopfer verursachte, aber einen immensen Sachschaden von ca 60 Millionen Euro zur Folge hatte. Hier ein Film über die Katastrophe.

Auch das „Museum of Witchcraft and Magic„, die Touristenattraktion von Boscastle, wurde von der Flutwelle schwer betroffen. Das Erdgeschoss wurde ganz vernichtet und etwa 10% der Ausstellungsstücke gingen verloren. Tagelang waren die Räume des Museums mit dem, was die Wassermassen zurückgelassen hatten, bedeckt; doch dann krempelten die Museumsmitarbeiter und Freiwillige aus dem Ort die Ärmel hoch und räumten auf, so dass am 25. März 2005 das Museum wieder geöffnet werden konnte.

Seit 1960 gibt es das Museum in Boscastle, und hier ist so alles zusammengetragen worden, was in irgendeiner Form mit Hexerei und Magie zu tun hat. Eltern, die ihre Kinder mitnehmen, werden gewarnt: „People with children of a sensitive disposition are warned that some of the exhibits are controversial„.

Die „Friends of the Museum of Witchcraft & Magic“ unterstützen das Museum nach besten Kräften.
Der Eintritt beträgt £7 für Erwachsene, £5 für Kinder, aber (wie ich einmal las): £10 für „Naughty Children and little monsters“. Man sollte sich also schon genau überlegen, wenn man Kinder in das Museum mitnimmt, ob sie in die Kategorie „well behaved“ oder in die Kategorie „naughty“ fallen.

Hier ist ein Film über das Museum.

The Museum of Witchcraft and Magic
The Harbour
Boscastle
Cornwall
PL35 0HD

Photo: Ennor.
Creative Commons 2.0


Photo: Midnightblueowl.
Creative Commons 3.0
Published in: on 30. August 2022 at 02:00  Comments (2)  

Die Geevor Tin Mine – Ein Touristenziel bei Pendeen in Cornwall

Photo © Jonathan Wilkins (cc-by-sa/2.0)

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts deckte Cornwall mehr als die Hälfte des Weltbedarfs an Zinn. Der Bergbau war ein wichtiger Wirtschaftszweig im äußersten Südwesten Englands, doch am Ende des 20. Jahrhunderts waren die Minen weitgehend erschöpft. 1998 wurde die letzte Zinnmine geschlossen. Die Bergbaulandschaft von Cornwall nahm man 2006 in die Liste des UNESCO-Welterbes auf und in vielen Teilen des Landes sind die Ruinen und Überreste der einst florierenden Bergwerke noch zu sehen.

Die Geevor Tin Mine, nördlich von St Just bei Pendeen gelegen, wurde 1990 geschlossen und, nachdem die Pumpen abgestellt waren, wurden die Stollen geflutet. Heute erfreut sich die alte Zinnmine vieler Besucher, denn man hat sie als Touristenattraktion umgebaut, die allen Interessierten einen Einblick in die Arbeitsweise des früheren Bergwerks gibt. Neben dem Minenmuseum ist sicher der Höhepunkt eines Besuches eine geführte Tour durch den noch übriggebliebenen, zugänglichen Stollen Wheal Mexico.

Die Geevor Tin Mine ist ganzjährig von Sonntag bis Freitag von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet und kostet £17.70 Eintritt für einen Erwachsenen.

Hier ist ein Film über die Geevor Tin Mine zu sehen.

Geevor Tin Mine
Pendeen
Penzance
Cornwall
TR19 7EW

Das Buch zum Artikel:
Denys Bradford Barton: A History of Tin Mining and Smelting in Cornwall . D.B.Barton 1967. 302 Seiten. ISBN 978-0851530369 (nur noch antiquarisch erhältlich).

Photo: CharNewcomb.
Creative Commons 2.0
Photo: Ian A Gratton.
Creative Commons 2.0
Published in: on 23. August 2022 at 02:00  Comments (4)  

Das Petworth Cottage Museum in Petworth (West Sussex)

Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Die meisten Besucher der Kleinstadt Petworth an der A272 in West Sussex kommen hierher, um das großartige Petworth House des National Trusts zu besichtigen, dabei ist der Ort selbst auch recht interessant (siehe dazu meinen Blogeintrag).
In der High Street Nummer 346 steht zum Beispiel das Petworth Cottage Museum, das die Wohn- und Lebensverhältnisse einfacher Leute im Jahr 1910 veranschaulicht. In diesem Haus wohnte von 1901 bis 1930 eine Mrs Mary Cummings, die als Näherin für das Petworth House arbeitete. Im Erdgeschoss betreten wir das Wohnzimmer und sehen nebenan die Küche, im ersten Stock war Marys Nähzimmer und ihr Schlafzimmer und ganz oben diente der kleine Boden als Kinderschlafzimmer. Einen Mr Cummings hat es auch einmal gegeben, einen ehemaligen Feldwebel, den die Dame des Hauses wohl aber eines Tages vor die Tür gesetzt hat, weil die beiden nicht mehr miteinander klar kamen, und er sich als unzuverlässiger Arbeiter im Petworth House erwiesen hatte.

Den Anstoß, das Haus in der High Street in ein Museum umzuwandeln, kam von Lord und Lady Egremont, den früheren Eigentümern des Petworth House, die dort noch immer das Wohnrecht haben. Im Mai 1996 eröffneten sie selbst das kleine Museum und übergaben es der Öffentlichkeit.

Seit dem 19. Juli diesen Jahres hat es nach mehr als zweijähriger Corona-Schließungszeit wieder geöffnet, und zwar dienstags bis samstags jeweils von 14 Uhr bis 16.30 Uhr und das bis Ende Oktober.

Wer nach der Besichtigung des Museums Mrs Mary Cummings noch einen Besuch abstatten möchte, der muss sich auf der A285 ein paar Kilometer südlich von Petworth nach Duncton begeben, wo das Grab der Näherin auf dem Kirchhof von St Anthony and St George zu finden ist.

Petworth Cottage Museum
346 High Street
Petworth
West Sussex GU28 0AU

St Anthony and St George in Duncton.
Photo © Dave Spicer (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 4. August 2022 at 02:00  Comments (1)  

Topsham in Devon Teil 1: Das Stadtmuseum und die Schauspielerin Vivien Leigh

Das Museum an der Straße The Strand.
Photo © David Smith (cc-by-sa/2.0)

Meine Mutter liebte den Spielfilm „Vom Winde verweht“ über alles; viele Male hatte sie sich ihn im Kino, später auf Video zu Hause angesehen. „Gone with the wind“ aus dem Jahr 1939 ist so etwas wie ein Kultfilm, und die Hauptdarstellerin Vivien Leigh, an der Seite von Clark Gable, als Scarlett O’Hara ist in die Filmgeschichte eingegangen. Ich hatte Vivien Leigh immer für eine amerikanische Schauspielerin gehalten, aber sie war eine waschechte Engländerin, zwar 1913 in Indien geboren, wo sie auch ihre ersten sechs Lebensjahre verbrachte, doch dann zog sie mit ihren Eltern nach England.

Vivien Leigh hieß mit richtigem Namen Vivian Mary Hartley, legte sich aber diesen Künstlernamen zu, nach (Herbert) Leigh Holman, ihrem Ehemann, den sie erstmals im Two Bridges Hotel im Dartmoor traf (und wo es auch heute noch eine Vivien Leigh Suite gibt).

Unerwarteterweise stößt der Besucher des Topsham Museums in Devon auf ein Zimmer, das ganz der Schauspielerin gewidmet ist. Topsham ist eine Stadt südlich von Exeter, dort, wo der lange Mündungstrichter des Rive Exe beginnt. Das Museum widmet sich in erster Linie der Stadt selbst und ihrer maritimen Geschichte, hat aber eben diese Besonderheit. Wie kam es dazu?

Gegründet wurde das Topsham Museum von Dorothy Holman und das war Vivien Leighs Schwägerin, die in einem Haus mit der Adresse 25 The Strand in Topsham wohnte. Dort richtete sie das Museum in Vivien Leighs Sterbejahr 1967 ein. Die Tochter der Schauspielerin, Suzanna, spendete eine ganze Menge Erinnerungsstücke ihrer Mutter, darunter das Nachthemd, das sie in „Vom Winde verweht“ trug und ein Kleid, das sie 1955 anlässlich der Premiere des Theaterstücks „Richard III“ anhatte, in dem ihr Ehemann Laurence Olivier die Titelrolle spielte. Weiterhin sind dort Hüte und weitere Kleidungsstücke der Schauspielerin zu sehen (wie übrigens auch im nicht weit entfernten Royal Albert Memorial Museum in Exeter), sowie viele Fotos und Briefe.

Direkt gegenüber vom Museum liegen die Riverside Gardens, die zum Fluss Exe führen und die für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Topsham Museum
25 Strand
Topsham
Exeter EX3 0AX

Die Riverside Gardens.
Photo © Robin Drayton (cc-by-sa/2.0)
The Two Bridges Hotel im Dartmoor.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)
Ein Erinnerungsstein in den Swan Gardens der Royal Shakespeare Company in Stratford-upon-Avon. Vivien Leigh trat dort in mehreren Shakespeare-Rollen auftrat.
Photo © David M Jones (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 3. Juni 2022 at 02:02  Kommentar verfassen  

The Fakenham Museum of Gas in Norfolk

Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)

Ein Gasmuseum? Klingt irgendwie langweilig, und was soll man da schon zu sehen bekommen? In Fakenham in der Grafschaft Norfolk gibt es so ein Museum of Gas und zwar im letzten noch erhaltenen Gaswerk Englands, das 1965 geschlossen wurde und das Gas aus Kohle produzierte. 1846 wurde das Gaswerk erbaut; nachdem in der Nordsee Erdöl gefunden wurde, benötigte man es nicht mehr. Anstatt es abzureißen, wie im Rest des Landes, wollte man das historische Industrieerbe lieber erhalten und daraus ein Museum gestalten. Jetzt kann man sich in Fakenham unter anderem einen Gasbehälter, einen Brennofen, einen Gasmeter und weitere industrielle Geräte ansehen, sowie Haushaltsgeräte, die mit Gas befeuert wurden wie Wasserhitzer, Backherde und Gaslampen.

Mittlerweile ist das Gaswerk zum Scheduled Ancient Monument erklärt worden, und es gibt in Fakenham eine klare Schar Ehrenamtlicher, die sich um das Museum kümmert. Es entstand auf Initiative der Norfolk Industrial Archeological Society und des Norfolk Historic Buildings Trust, so dass es 1987 durch Prince Richard, Duke of Gloucester, eröffnet werden konnte.

Das Museum ist nur im Sommerhalbjahr geöffnet, donnerstags und freitags von 10 Uhr bis 13 Uhr.

The Fakenham Town Gas Works Museum
Hempton Road
Fakenham, Norfolk NR21 7LA

Der Gasbehälter.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)
Ein Brennofen.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)
Die ehemalige Werkstatt, in der jetzt Heizgeräte und Gaszähler ausgestellt werden.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 24. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

„Downton Abbey“ und die Cogges Manor Farm bei Witney in Oxfordshire

Photo © Rabbi WP Thinrod (cc-by-sa/2.0)

Sicher werden sich alle „Downton Abbey„-Fans noch an die Yew Tree Farm erinnern, die in den Staffeln 4 bis 6 eine Rolle spielte. Dort wohnte die Familie Drew, zu der Lady Edith ihr unehelich geborenes Kind Marigold brachte und es dort immer wieder besuchte. Später lebte Albert Mason auf der Farm, der Schwiegervater des Küchenmädchens Daisy.

Die Yew Tree Farm gibt es wirklich, nur heißt sie in Wirklichkeit Cogges Manor Farm und liegt in der Nähe der Stadt Witney in Oxfordshire, rund eine halbe Stunde Autofahrt von Oxford entfernt. Zum Highclere Castle, dem Hauptschauplatz der Serie, sind es etwa 50 Minuten. Im Film liegt die Farm auf dem Gelände des Familiensitzes des Grafen und der Gräfin von Grantham.

Natürlich profitierten die Besitzer der Cogges Farm von dem Welterfolge der Fernsehserie, und so findet man hier Fotos von den Dreharbeiten und Erinnerungsstücke wie Marigolds Geburtsurkunde. Dieser Film zeigt wie ein Raum der Farm für die Dreharbeiten umgestaltet wurde.

Die Cogges Manor Farm wird heute nicht mehr als solche benutzt, sondern ist ein „heritage centre„, ein lebendes Museum, das das Landleben in Oxfordshire während der viktorianischen Zeit widerspiegelt. Außerdem kann man auf der Farm heiraten, es werden Kurse sowohl für Schulkinder als auch für Erwachsene angeboten, und zu guter Letzt steht die Cogges Kitchen für die Erfrischung zwischendurch zur Verfügung. Es gibt auf dem Farmgelände auch noch ein Freilufttheater, in dem in diesem Sommer „Peter Pan“, „A Midsummer Night’s Dream“ und „The Pirates of Penzance“ aufgeführt werden.

Auf der Cogges Manor Farm wurde nicht nur für „Downton Abbey“ gedreht, auch für die Filme „Colette“ und „Arthur&George“ stand sie zur Verfügung.

Cogges Manor Farm
Church Lane
Witney OX28 3LA

Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 12. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Rye Heritage Centre und das Rye Town Model

Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Die Stadt Rye an der englischen Südküste in der Grafschaft East Sussex ist eines meiner absoluten Lieblingsreiseziele. Die Mermaid Street mit dem Mermaid Inn, das Lamb House, die Kirche St Mary’s, Ye Old Bell Inn, das Straßenbild, es ist einfach wunderschön hier.

Am Strand Quay, das ist die A259, die sich durch Rye schlängelt, steht das Rye Heritage Centre, in dem man sich über die Geschichte der Stadt informieren kann, die zu den Cinque Ports gehört. Hier ist auch das Rye Town Model zu finden, eine Miniaturstadt im Maßstab 1:100. In einer etwa zwanzigminütigen Show wird ein Überblick über die Geschichte der Stadt geboten, unterfüttert mit Licht- und Toneffekten, kleinen Geschichten, einer akustisch zu hörenden Taufe und vielen anderen liebevoll zusammengestellten „Events“. Die Modellstadt soll etwa den Status von Rye in den 1870er Jahren wiedergeben, so haben es sich die Schöpfer jedenfalls gedacht, Joy und Ted Harland, die dafür viel recherchiert haben. Entstanden ist Rye Town Model von 1973 bis 1976, es steckt eine enorme Menge Arbeit darin, aber ich kann mir vorstellen, dass es dem Ehepaar viel Spaß gemacht hat. Die kleine Show „The Story of Rye“ ist auch auf Deutsch, Französisch und Spanisch verfügbar. Hier ist ein kurzer Film.

Im Heritage Centre ist auch die Old Pier Penny Arcade untergebracht, eine Sammlung von „Unterhaltungsmaschinen“ wie sie oft auf englischen Piers zu sehen waren wie „What the Butler saw“ und „The Laughing Sailor“.

Rye en miniature.
Photo: Betsian.
Creative Commons 2.0
Published in: on 27. April 2022 at 02:00  Comments (3)  

The Dog Collar Museum im Leeds Castle in Kent

Das Leeds Castle bei Maidstone in Kent (siehe dazu meinen Bericht über meinen Besuch in der Burg) sagt von sich selbst, es sei das schönste Schloss der Welt. Man kann es neben der Autobahn, der M20, liegen sehen, wenn man vom Kanaltunnel Richtung London fährt.
Im Gatehouse des Schlosses findet sich ein Museum, das einzigartig in ganz England ist: Das Dog Collar Museum beschäftigt sich mit dem Thema Hundehalsbänder.
Mrs Gertrude Hunt schenkte diese Sammlung dem Leeds Castle, in dem die Besitzer schon immer Hunde gehalten haben. Über 100 Halsbänder werden in Glasvitrinen zur Schau gestellt, die bis zu 500 Jahre alt sind (die Halsbänder, nicht die Vitrinen!); aber auch die aktuellste Mode ist vertreten.
Es finden sich hier u.a. furchterregende Stachelhalsbänder, deren Stacheln nach außen gehen; dadurch sollten die Hälse der Hunde früher vor Angriffen von Wölfen und Bären geschützt werden. Auch deutsche und österreichische Lederhalsbänder werden ausgestellt, die reich verziert sind.

Am besten wäre, man nimmt seinen Vierbeiner mit ins Museum und lässt ihn aussuchen, welches er am liebsten tragen würde (wahrscheinlich gar keins), aber: Nur Blindenhunde dürfen das Leeds Castle betreten, alle anderen Artgenossen dürfen nicht hinein und müssen vor den Toren warten.
Das Leeds Castle ist ganzjährig geöffnet.
Hier ist ein Film über das Museum.

The Dog Collar Museum
Leeds Castle
Maidstone
Kent
ME17 1PL

Published in: on 19. März 2022 at 02:00  Comments (1)  

Das Rampion Visitor Centre am Strand von Brighton

With friendly permission of the Rampion Visitor Centre.

Am 4. September 2020 wurde am Strand von Brighton in den Kings Road Arches das Rampion Visitor Centre eröffnet, östlich des British Airways i360-Aussichtsturmes und nahe der West Pier-Überreste. Die Aufgabe des Besucherzentrums? Über die Rampion Offshore Wind Farm zu informieren, eine riesige Anlage zur Energiegewinnung aus Wind, 13 Kilometer vor der Küste von Sussex. Diese Anlage ist so groß, dass sie in etwa 350 000 Häuser mit sauberem Strom versorgen kann. Im April 2018 konnte die Wind Farm in Betrieb genommen werden. Um die Bürger von Brighton und die Touristen mit Informationen zu versorgen, wurde das Visitor Centre errichtet, das dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet hat.

Den Mittelpunkt des Besucherzentrums bildet ein interaktiver Globus, an dem man die Auswirkungen des Treibhauseffekts und der Bevölkerungsexplosion auf unserem Planeten erkennen kann. Mit 3D-Brillen können sich die Besucher einen Eindruck von dem Offshore Windpark verschaffen und virtuell eine der riesigen 116 Turbinen besteigen. Brightons neue Besucherattraktion eignet sich auch sehr gut für Schulklassen, die hier einiges über alternative Stromgewinnung lernen können.

Wer sich die Turbinen vom Land aus ansehen möchte, dem stehen an der Küste verteilt sechs kostenlos nutzbare Teleskope zur Verfügung, in Shoreham, Lancing, Rottingdean, Newhaven, Worthing und Seaford.

Mehrere Anbieter führen Bootstouren zum Windpark durch, die in den meisten Fällen von der Brighton Marina aus starten.

Hier ist ein Film über den Windpark.

Noch kurz zum Namen des Windparks: „Round-headed rampion„, auch „Pride of Sussex“ genannt, ist die Grafschaftsblume (siehe zu diesem Thema meinen Blogeintrag) von Sussex, auf Deutsch Kugelige Teufelskralle“.

Rampion Visitor Centre
76-81 Kings Road Arches
Brighton & Hove
East Sussex, BN1 2FN

Photo: hehaden.
Creative Commons 2.0
Pride of Sussex oder auch „round-headed rampion“.
Photo: Hectonichus.
Creative Commons 3.0
Published in: on 28. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Surrealistische Picknicks im Farleys House in Muddles Green (East Sussex)

Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Farleys House, Muddles Green, Chiddingly, East Sussex, BN8 6HW„, so oder ähnlich hätten seinerzeit die Künstler Pablo Picasso, Max Ernst, Joan Miro und Man Ray die Adresse in ihre Navigationsgeräte eingeben müssen, um zu dem Dörfchen Muddles Green zu gelangen…wenn es diese Geräte damals schon gegeben hätte. Sie alle kamen hierher nach East Sussex, um ihre Freunde Lee Miller und Roland Penrose zu besuchen. Lee Miller (1907-1977) war zuerst Fotomodell, später stand sie selbst hinter der Kamera und wurde berühmt als Kriegsfotografin. Verheiratet war sie mit dem surrealistischen Künstler Roland Penrose (1900-1984) und beide zogen 1948 in das Farleys House in Muddles Green, wo sie auch starben.

Roland Penrose hatte sich in dem Haus eine umfangreiche Sammlung von surrealistischen Bildern zugelegt, aber auch von Plastiken und Skulpturen. In der Farleys Gallery kann man sich die Sammlung ansehen, die 2020 eröffnete Lee Miller Gallery steht für Ausstellungen zur Verfügung. Beide Galerien sind für die Öffentlichkeit zugänglich, von April bis Oktober jeweils donnerstags und sonntags von 10 Uhr bis 16.30 Uhr.

Seit 2017 wird im Garten des Farley House jeweils im August ein „Surrealist Picnic“ veranstaltet, bei dem sich die Gäste entsprechend kleiden sollen, wobei der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Auch das Essen ist surrealistisch gestaltet, so gab es bei der ersten Gartenparty unter anderem beleuchtete Kakerlaken in blauem Gelee zu essen. Farben spielen bei der Zusammenstellung des Picknicks eine große Rolle, da gab es bisher Muddles Green green chicken, Pink cauliflower breasts, blue pasta salad und marshmallow Coca Cola ice cream.
Das nächste Picknick findet am 28. August 2022 statt, hoffen wir, dass das Wetter besser sein wird als im Jahr 2018; damals goss es wie aus Kannen, und die Gäste mussten sich in das Haus zurückziehen.

Hier ist ein Film über Man Ray und Lee Miller, mit Antony Penrose als Führer durch Farleys House.

The Fallen Giant von Michael Werner im Garten vom Farleys House.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)
Sea Creature von Antony Penrose (Lees und Rolands Sohn).
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 20. Januar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Shepton Mallet Prison in Shepton Mallet (Somerset)

Photo © Neil Owen (cc-by-sa/2.0)

Als Her Majesty’s Prison Shepton Mallet im Jahr 2013 für immer geschlossen wurde, weinten die Gefangenen ihrem ehemaligen Gefängnis wohl keine Träne nach. Es war das älteste Gefängnis im Land (um 1625 herum wurde es in Betrieb genommen) und es sah auch sehr abweisend und düster aus. Es „beherbergte“ nur Männer, die zur Kategorie C zählten („Those who cannot be trusted in open conditions but who are unlikely to try to escape“) und Lebenslängliche.

Was macht man nun mit so einem finsteren, unheimlichen Gebäude? In England öffnet man so etwas gern für die Allgemeinheit und macht ein Spektakel daraus. Es gibt immer genug Menschen, die sich gern gruseln, und da das Gefängnis auch noch von Geistern heimgesucht sein soll, passte alles perfekt zusammen. Die Betreiber ließen das „Her Majesty’s“ weg und benannten es Shepton Mallet Prison.

Im Angebot sind:
The Cell Escape Room Experience, wobei die Teilnehmer in einer früheren Gefängniszelle eingeschlossen werden und die Aufgabe haben, daraus zu fliehen.
Touren durch das Gefängnis und die Zellen auf eigene Faust, mit der Möglichkeit „Cellfies“ zu machen (so steht es auf den Webseiten des Shepton Mallet Prisons); es gibt auch geführte Touren.
Geisterjagden.
Night behind bars. Für £54 hat man das Vergnügen, eine ganze Nacht in einer Zelle zu verbringen, vielleicht in der, in der die berühmt-berüchtigten Kray Twins in den 1950er Jahren einmal eingeschlossen wurden, weil sie vom Militär desertiert waren.

Wem der Sinn danach steht, der kann in dem Ex-Gefängnis auch heiraten: „Our dedicated team are waiting to help turn your wedding dreams into reality„. Ist schon verwunderlich, dass es Heiratswillige gibt, deren Herzenswunsch es ist, sich das Ja-Wort in einem düsteren Gefängnisgebäude zu geben…

Die Betreiber der Anlage sind schon recht erfinderisch, das Shepton Mallet Prison zu vermarkten; Weihnachtsparties stehen jetzt auch auf dem Programm („Christmas behind bars“).

„The World’s first ever prison marathon“ wurde hier auch schon ausgetragen; dieser Film legt davon Zeugnis ab.

Im vorigen Jahr wurden hier Szenen für die TV-Miniserie „Des“ gedreht, in der es um den Serienmörder Dennis Nilsen geht.

Shepton Mallet Prison
Frithfield Lane
Shepton Mallet
Somerset
BA4 5LU

Photo © Nigel Freeman (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 1. Dezember 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Coffin Works in Birmingham – Ein Museum für Sargzubehör

Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

In der Fleet Street in Birmingham, im Jewellery Quarter, befand sich einmal Englands renommiertester Hersteller von „coffin furniture„, 1894 von den Newman Brothers, Alfred und Edwin, gegründet. In dem großen Backsteinhaus wurde Sargzubehör produziert, also nicht Särge selbst, sondern beispielsweise die Messinggriffe, die Kruzifixe, Verzierungen, aber auch Leichenhemden und Sarginnenausstattungen. Zu den prominentesten „Kunden“ der Firma in Birmingham zählten unter anderem Joseph Chamberlain, Winston Churchill und die Queen Mother.

Bis zum Jahr 1999 machte die Firma Newman Brothers in der Fleet Street Geschäfte, doch dann schloss sie ihre Pforten. Ein Grund dafür war, dass sich immer mehr Menschen verbrennen ließen und Särge mit Metallverzierungen nicht in Krematorien zugelassen wurden, die Nachfrage also sank.

Der Wunsch der letzten Firmeninhaberin, Joyce Green, war es, aus dem Gebäude ein Museum zu machen. Mit Hilfe des Birmingham Conservation Trusts gelang es nach mehreren Jahren, diesen Wunsch in die Realtität umzusetzen und das mittlerweile arg in Mitleidenschaft gezogene Gebäude wieder herzustellen. Am 24. Oktober 2014 war es dann soweit: The Coffin Works konnte eröffnet werden (hier ist ein Film darüber).

Das Museum ist von Freitag bis Sonntag geöffnet, jeweils von 10.45 Uhr bis 16 Uhr. Wer möchte, kann um 11 Uhr an einer geführten Tour teilnehmen, sonst kann sich jeder auf eigene Faust umsehen. Der Eintrittspreis beträgt £10.

Dieser Film zeigt einen Besuch in diesem makaber-skurrilen Museum.

The Coffin Works
13-15 Fleet Street
Jewellery Quarter
Birmingham B3 1JP

The Shroud Room.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)
Eine Metallprägepresse in Betrieb.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)
Sargverzierungen der Newman Brothers.
Author: scrappy annie.
Creative Commons 2.0
Published in: on 30. November 2021 at 02:00  Comments (5)  

Blists Hill Victorian Town in Telford (Shropshire)

Der Chemist Shop.
Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Im Sommer des Jahres 2020 strahlte die BBC eine vierteilige Dokumentation namens „Victorian Pharmacy“ aus, die sich mit dem Thema beschäftigte, welche Rolle Medikamente in der viktorianischen Ära spielten und welche mehr oder weniger fragwürdigen pharmazeutischen Produkte damals angewendet wurden (hier ist die erste Folge zu sehen). Gedreht hat man die Doku im Chemist Shop der Blists Hill Victorian Town in Telford in der Grafschaft Shropshire. Blists Hill ist eine Art Freilichtmuseum auf einem ehemaligen Industriegelände, in dem die Besucher das Leben im 19. Jahrhundert in dieser Region nachvollziehen können. Die Museumsdichte hier in der Geburtsstätte der Industriellen Revolution ist sehr hoch, der Ironbridge Gorge Museum Trust unterhält zehn davon, auch die Victorian Town gehört dazu.

Es handelt sich hierbei um eine Familienattraktion, bei der auch Kinder auf ihre Kosten kommen; so gibt es auf dem weitläufigen Gelände einen Victorian Fairground, einen Süßigkeitenladen und eine Bergwerksbahn. Das New Inn Public House sorgt für die erforderlichen Erfrischungen zwischendurch, bevor man sich dann vielleicht die Candle Factory oder die Druckerei ansieht. Wer möchte kann in der Bank gleich am Anfang des Rundgangs sein Geld in alte Münzen aus der viktorianischen Zeit umtauschen und damit auf dem Gelände auch bezahlen.

Die Gebäude der Victorian Town sind zum Teil von auswärts hierher gebracht und neu errichtet worden, manche wiederum sind Replikas von anderen Gebäuden. Schon seit 1973 existiert das Open Air Museum, das ständig erweitert und verbessert worden ist.

Dieser Film zeigt einen Rundgang über das Gelände von Blists Hill.

Blists Hill Victorian Town
Legges Way
Telford TF7 5UD

Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)
Der Fairground.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)
Author: Andrew-M-Whitman.
Creative Commons 2.0
Relikte einer ehemaligen Ziegelbrennerei.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 6. November 2021 at 02:00  Comments (1)  

Die Murmelbahnen im House of Marbles in Bovey Tracey (Devon)

Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Sollte das Wetter bei einem Besuch des Dartmoors mal wieder zu unwirtlich sein, und man einfach keine Lust haben, durch die nebelverhangenen Moore zu fahren, dann bietet sich als Alternative ein Abstecher ins House of Marbles in Bovey Tracey (Devon) an, einer Kleinstadt am Ostrand des Dartmoors. An der Pottery Road liegen große Backsteingebäude, in denen alle möglichen Spielwaren („From the ridiculous to the sublime“) und Geschenke produziert und angeboten werden. Puzzles und Spiele, Kerzen und Seifen, Porzellan und Beautyprodukte, hier geht wohl kein Besucher mit leeren Händen hinaus.

Eine Besonderheit möchte ich aber herausheben: Die Glasmurmeln. Neben dem Spielemuseum und dem Keramikmuseum gibt es hier auch ein Glas- und Murmelmuseum. Teign Valley Glass produziert in den Gebäuden edle Glaswaren und eben auch Murmeln in den unterschiedlichsten Formen. Im Laden kann man dafür Murmelbahnen („marble runs“) kaufen und die größten Murmelbahnen, die es überhaupt weltweit gibt, kann man im House of Marbles bestaunen. Vier Exemplare gibt es davon, die Alex Schmid entworfen hat. Die größte Bahn heißt Snooki 2000, und sie ist faszinierend anzuschauen. Hier ist sie im Film zu sehen und hier ist ein Rundgang durch das House of Marbles.

Diese Besucherattraktion ist täglich geöffnet, montags bis samstags von 9 Uhr bis 17 Uhr, sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr.

Noch eine Ergänzung für Besucher des Dartmoors: Das Dartmoor Magazine informiert über diese einzigartige Landschaft und gibt Tipps in Hülle und Fülle. Siehe hierzu meinen Blogeintrag.

The House of Marbles
The Old Pottery
Pottery Road
Bovey Tracy
Devon
TQ19 3DS

Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)
Author: ant.photos.
Creative Commons 2.0
Published in: on 25. August 2021 at 02:00  Comments (3)  

Weymouth in Dorset Teil 2 – „Fantasies and Fairytales“ in der Sandworld

Author: andreboeni.
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Und noch einmal komme ich auf die Stadt Weymouth an der Küste von Dorset zu sprechen. Nachdem ich gestern über den inzwischen wieder abgebauten Jurassic Tower geschrieben habe, möchte ich heute die Sandworld vorstellen, eine weitere Besucherattraktion. Hier sind wahre Künstler am Werke, die aus Sand und Wasser großartige Skulpturen herstellen, deren „Lebenszeit“ allerdings, wie schon die des Turmes, begrenzt sind.

Mark Anderson, World Class Sand Sculptor Master, und David Hicks sind die Gründer von Sandworld, die es jedes Jahr wieder schaffen, mit ihren Kreationen die Besucher in Staunen zu versetzen. Das Motto der diesjährigen Ausstellung lautet „Fantasies and Fairytales„, geöffnet vom 22. Mai bis zum 31. Oktober, täglich von 10.30 Uhr bis 16 Uhr, am Wochenende bis 16.30 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt £7.50. Sehr schön finde ich die Formulierung, dass „well behaved and emptied dogs“ willkommen sind. Sandworld liegt auf dem Gelände des Lodmoor Country Parks.

Für die Skulpturen werden 2000 Tonnen Sand benötigt und für die Anfertigung der Kunstwerke brauchen die Künstler je nach Größe zwischen fünf Tagen und drei Wochen.
In diesem Film kann man den Sandbildhauern bei der Arbeit zusehen.

Zum Thema siehe auch diesen früheren Blogeintrag von mir.

Author: neonbubble.
Creative Commons 2.0
Author: neonbubble.
Creative Commons 2.0
Published in: on 7. August 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Haynes International Motor Museum in Sparkford (Somerset)

Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Direkt an der A359 in Sparkford in der Grafschaft Somerset liegt ein Museum, das jedem Autobegeisterten das Herz höher schlagen lässt. Neben dem sich etwas bescheidener nennenden National Motor Museum in Beaulieu (Hampshire) ist das Haynes International Motor Museum die Adresse in England für alle, die sich für Autos (und Motorräder) interessieren.

Nachdem man den Eintrittspreis von £16 bezahlt hat, kann man sich in dem täglich geöffneten Museum umsehen, das in 15 Einzelausstellungen gegliedert ist. Am 10. Juli 1985 ist es eröffnet worden, mit einem Bestand von gerade einmal 29 Fahrzeugen; heute sind es fast 400, zusammengetragen aus aller Welt. Auf einem ehemaligen US-amerikanischen Munitionsdepot ließ John Haynes (1938–2019) sein Museum entstehen. Der Name ist in Großbritannien jedem bekannt, denn John Haynes war der Herausgeber der Haynes Manuals, Werkstatthandbücher für unzählige Auto- und Motorradmarken, gedacht für den fortgeschrittenen Hobbyschrauber. Da der Firmensitz des Verlages in Sparkford ist, bot sich das Gelände geradezu für einen Museumsbau an.

Es gibt hier so viel zu sehen, dass man für einen Besuch mehrere Stunden einplanen beziehungsweise sich für einen speziellen Aspekt entscheiden sollte wie den Red Room, die größte britische Sammlung von roten Autos. Da mein persönliches Interesse bei US-amerikanischen Autos liegt, ist die Abteilung The American Dream ganz besonders reizvoll. Hier stehen sie alle, die Cadillacs, Chevrolets, Mustangs und Thunderbirds. Großartig! Doch mein persönlicher Favorit ist der weiße Pontiac Firebird TransAm, ein Auto, das ich viele Jahre lang gefahren habe und das mich niemals im Stich gelassen hat. So werden hier im Haynes International Motor Museum Erinnerungen wieder wach gerufen.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch das Museum.

Haynes International Motor Museum
Sparkford
Yeovil BA22 7LH

The Red Room.
Photo © Peter Langsdale (cc-by-sa/2.0)
Pontiac Firebird TransAm.
Author: Adam Woodford.
Creative Commons 2.0
Mein Firebird.

Published in: on 29. Juni 2021 at 02:00  Comments (1)  

The National Glass Centre in Sunderland (Tyne and Wear)

Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)

Über die Stadt Sunderland (Tyne and Wear) im Nordosten Englands habe ich bisher noch nichts geschrieben, sie nur hier und da kurz erwähnt. Dieser Zustand soll sich heute ändern. Die etwa 175 000 Einwohner zählende Stadt ist nicht gerade ein Touristenschwerpunkt, ein Besuch ist aber lohnend für alle, die sich für das Thema Glas interessieren, denn hier steht Englands National Glass Centre (NGC).

Direkt am River Wear steht dieses imposante Gebäude, für das, wie sollte es anders sein, eine Menge Glas verbaut wurde. Warum steht das NGC nun ausgerechnet in Sunderland? Schuld daran ist ein Mönch namens Benedict Biscop, der im 7. Jahrhundert hier die Kunst der Glasherstellung eingeführt hat. Im 18. Jahrhundert war Sunderland ein Zentrum der Glasherstellung, und das blieb auch noch sehr lange. Erst im Jahr 2007 schlossen die letzten Glasfabriken ihre Pforten für immer. Vielleicht es noch erwähnenswert, dass feuerfestes Glas der Marke Pyrex hier in Sunderland hergestellt wurde.

Bevor sich die Glasindustrie aus Sunderland verabschiedete, wurde 1998 für  £17 Millionen das National Glass Centre am River Wear errichtet. Eine Attraktion des Gebäudes ist sicher das begehbare große Glasdach, von dem aus man in die darunterliegenden Räumlichkeiten blicken kann. Weiterhin finden die Besucher die Glasbläser interessant, denen man bei der Arbeit zusehen kann. Im Museum wird über die Geschichte der Glasherstellung informiert.
Das NGC beherbergt auch eine Forschungseinrichtung der University of Sunderland, das Institute for International Research in Glass.

Der Eintritt in das NGC ist übrigens kostenlos. Hier ist ein Werbefilm für das Centre.

National Glass Centre
Liberty Way
Sunderland
SR6 0GL

Das begehbare Glasdach.
Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)
Glasbläser bei der Arbeit.
Photo © Jeremy Bolwell (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 17. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Otto Overbeck, ein Museum in Devon und ein elektrisches Verjüngungsgerät

Das Museum bei Salcombe in Devon.
Photo © Brian (cc-by-sa/2.0)

Man mag es auf Grund des Namens kaum glauben, aber Otto Christoph Joseph Gerhardt Ludwig Overbeck (1860-1937) war kein Deutscher, sondern ein waschechter Londoner. Er studierte Chemie am University College in London und an der Universität Bonn und wandte sein im Studium erlerntes Wissen in der Brauerei der Hewitt-Brüder in Grimsby an der Küste Lincolnshires an und das 37 Jahre lang. Overbeck war ein begeisterter Sammler von allen möglichen Gegenständen, und als er 1928 in den Ruhestand ging, brauchte er ein Haus, in dem er seine Sammlung unterbringen konnte. Zu dieser Zeit war ein Haus ganz am anderen Ende Englands, in Salcombe in Devon, an der Südküste Englands, auf dem Markt, das seinen Vorstellungen entsprach. Also kaufte es Overbeck und zog von Grimsby nach Salcombe, wo er bis zu seinem Tod neun Jahre später wohnen sollte.

Die Sammlung umfasste zum Beispiel Stofftiere, Puppen, Spielzeug, Schiffsmodelle, aufgespießte Insekten und Erfindungen, die Overbeck im Laufe seines Lebens gemacht hatte, darunter seine berühmteste, den Rejuvenator. Overbeck hatte sich intensiv mit dem Thema Elektrotherapie beschäftigt und dieses Gerät entwickelt, das mit Hilfe kleiner Stromstöße Krankheiten beseitigen konnte und durch das die Anwender jünger aussehen würden und länger leben konnten. Overbeck meldete seine Erfindung zum Patent an, und der Rejuvenator war ein großartiger Verkaufserfolg, durch den der Mann sehr reich wurde und sich das große Anwesen bei Salcombe leisten konnte. Wie der Rejuvenator funktioniert, wird in diesem Film demonstriert.

Overbeck hinterließ sein Haus samt den umlegenden Gärten dem National Trust, mit der Bitte, es zu einem Museum umzugestalten. Der National Trust kam dem Wunsch nach und so kann man sich noch heute das Lebenswerk Overbecks im Overbeck’s Museum and Garden ansehen.

Overbeck’s
Sharpitor
Salcombe
Devon TQ8 8LW

Overbecks Rejuvenator.
Author: EchHeritage
Creative Commons 2.0
Published in: on 4. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Sundial Trail im Londoner Horniman Museum

Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

Frederick John Horniman (1835-1906) war ein wohlhabender Teehändler, der Ende des 19. Jahrhunderts die weltweit größte Teehandlung besaß. Sein Name ist noch heute ein Begriff, weil er 1901 das nach ihm benannte Horniman Museum in Londons Borough of Lewisham im Südosten der Stadt gründete. Das Museum umfasst das Gebäude selbst und eine großflächige Gartenanlage. Es wurde im Laufe der Jahrzehnte immer wieder erweitert und enthält heute an die 350 000 Objekte aus den Bereichen Naturgeschichte, Anthropologie und Musikinstrumente.

Ich möchte heute aber nur auf den Sundial Trail eingehen, die wohl umfangreichste Sammlung von Sonnenuhren im Königreich, zusammengestellt von der  British Sundial Society, die ich in meinem Blog schon einmal vorstellte. Natürlich ist es am schönsten, diese Sammlung bei Sonnenschein zu besichtigen, um festzustellen, ob die Uhren auch wirklich genau gehen. Hier ist eine Auswahl der Sonnenuhren, die mir am besten gefallen:


Diese Sonnenuhr ist am Gewächshaus angebracht
Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)
Die Schmetterlings-Sonnenuhr
Author: gnomonic
Creative Commons 2.0
The Double Polar Sundial
Author: gnomonic
Creative Commons 2.0
The Analemmatic Sundial.
Author: gnomonic
Creative Commons 2.0
The Roman Sundial.
Author: gnomonic
Creative Commons 2.0

Horniman Museum & Gardens
100 London Road
Forest Hill
London SE23 3PQ

Published in: on 14. April 2021 at 02:00  Comments (6)  

Das Museum of Eton Life in einem der renommiertesten Colleges der Welt

Das Eton College.
Author: woupa02
Creative Commons 2.0

Wer das Eton College in der Stadt Eton in Berkshire erfolgreich abgeschlossen hat, ist so gut wie britischer Premierminister (das  ist natürlich etwas übertrieben!), denn zahlreiche Premiers haben diese Kaderschmiede durchlaufen. Einige Beispiele: Boris Johnson, David Cameron, Harold McMillan, Sir Anthony Eden usw. usw. Die Liste bekannter Persönlichkeiten ist schier endlos.

Wer sich einmal einen Überblick über das Eton College früher und heute machen möchte, der kann das im Museum of Eton Life tun. Ausstellungsstücke zeigen den Werdegang des Colleges von seinen Anfängen im Jahr 1440 bis in die heutige Zeit und das Leben der Studenten und Lehrkräfte hinter diesen heiligen Mauern. Man erfährt einiges über das berüchtigte Eton Wall Game (siehe hierzu meinen Blogeintrag), über die Strafen, die die Schüler früher über sich ergehen lassen mussten und über das harte Leben in der damaligen Zeit, als überall im Schulgebäude Ratten herumliefen. Außerdem werden die Besucher mit den Namen der Old Etonians konfrontiert, was natürlich besonders interessant ist.

Das Museum of Eton Life ist in einem Gewölbe untergebracht, das einmal als Bierlager diente. Es gibt noch ein weiteres Museum in den Gebäuden der Schule, das Eton Natural History Museum, das mehr als 15 000 Ausstellungsstücke beherbergt.

 

 

 

Published in: on 22. Januar 2021 at 02:00  Comments (1)  
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The Amersham Fair Organ Museum in Buckinghamshire

Mit der Metropolitan Line ist man in nur 42 Minuten von London aus in Amersham in Buckinghamshire, einem zweigeteilten Ort, der aus dem hübscheren Old Amersham und dem moderneren Amersham-on-the-Hill besteht. Old Amersham ist „posh“ mit schicken Restaurants (Gilbeys’s, The Artichoke), historischen Hotels (The Crown, The King’s Arms) und kleinen Boutiquen.

In Amersham-on-the-Hill gibt es etwas zu sehen, was vor allem Nostalgiker sehr ansprechen dürfte: The Amersham Fair Organ Museum. „Amersham’s best kept secret“ hat sich auf das Sammeln von alten Jahrmarktsorgeln spezialisiert. Etwas abgelegen in einer Seitenstraße der Plantation Road findet man dieses Museum, in dem man so richtig schön in vergangene Zeiten abtauchen und der Kirmesmusik lauschen kann. In über fünfzig Jahren sind hier Instrumente der Hersteller Gavioli, Marenghi und Hooghuys,  zusammengetragen worden. Auch die beiden deutschen Firmen Gebrüder Weber und Wilhelm Bruder Söhne, früher beide in Waldkirch im Schwarzwald ansässig, sind mit Jahrmarktsorgeln vertreten. 

Dieser Film gibt einen ersten Eindruck vom Amersham Fair Ground Museum und wer von dieser nostalgischen Musik nicht genug bekommen kann, der kommt hier auf seine Kosten.

The Amersham Fair Organ Museum
28 Plantation Road
Amersham
Buckinghamshire
HP6 6HJ

Published in: on 10. Dezember 2020 at 02:00  Comments (3)  
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Das Window Museum in Ipswich (Suffolk) – Ein Museum, das niemals schließt

Die Ausstellung „Knots and Ropework“ im Window Museum.
Author: zoer
Creative Commons 2.0

Ein Museum, das niemals schließt, das rund um die Uhr geöffnet hat und das an 365 Tagen im Jahr, gibt es so etwas? Ja, das gibt es und zwar in Ipswich, der Hauptstadt der Grafschaft Suffolk. Es ist das Ipswich Maritime Trust Window Museum, so genannt, weil es nur aus einem Schaufenster besteht und vom Ipswich Maritime Trust betrieben wird. Der 1982 gegründete Trust hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die sich in stetigem Niedergang befindende Waterfront der Stadt wieder herzurichten, was ihm auch gelungen ist. Im Zuge dieser Regeneration wurde auch das Window Museum ins Leben gerufen, das sich mit der maritimen Vergangenheit von Ipswich beschäftigt.

Zweimal im Jahr werden die Exponate gewechselt, und ein neues maritimes Thema findet im Schaufenster Platz. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausstellung, die auf Grund der Corona-Epidemie von April auf den September verschoben worden ist, steht das Ipswich Wet Dock am River Orwell, 1842 gebaut und damals das größte seiner Art in Großbritannien.

Die erste Ausstellung begann am 13. September 2009 mit dem Thema „Barges and Sailmakers„. Es folgten unter anderem „Leisure on the Orwell„, „Historic Vessels Through the Ages“ und „Knots and Ropework„. Jede Ausstellung wird liebevoll von ehrenamtlichen Helfern zusammengestellt; es gibt Überlegungen des Ipswich Maritime Trusts, die Ausstellungsfläche durch weitere Schaufenster zu vergrößern.

Wer sich das niemals schließende Museum einmal ansehen möchte: Es liegt am Albion Quay, zwischen der Stoke Bridge und dem Old Custom House, neben dem La Tour Cycle Café.

Published in: on 5. Oktober 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Hexham Old Gaol in Northumberland – Englands ältestes Gefängnis

Die Kleinstadt Hexham im äußersten Norden Englands in der Grafschaft Northumberland kann sich dreier Dinge rühmen. Erstens ist Hexham Geburtsort von Pete Doherty, dem Sänger der Gruppe Babyshambles und Ex-Freund von Supermodel Kate Moss, der mehrheitlich durch seine Drogenexzesse von sich reden machte. Ob man sich dieses Sohnes der Stadt aber wirklich rühmen kann, sei dahingestellt.

Zweitens findet sich hier eine sehr imposante Kirche, die Hexham Abbey.

Und drittens steht in Hexham Englands ältestes Gefängnis, das heißt, es gibt noch ältere, aber dieses Gebäude wurde von Anfang an als Gefängnis konzipiert. Im Jahr 1330 wurde Hexham Old Gaol gebaut, und es erwies sich im Laufe der Jahrhunderte als nicht besonders sicher, da es immer wieder Gefangenen gelang, aus dem Gemäuer zu flüchten; manchmal auch mit Unterstützung des Aufsichtspersonals, das dafür gern einmal die Hand aufhielt.

Bis in die 20er Jahre des 19. Jahrhunderts war das Gefängnis in Betrieb, dann wurde es für gänzlich andere Dinge benutzt, als Bank, als Anwaltsbüro, als Billardhalle. Dann verfiel das Gebäude immer mehr, bis es von Grund auf renoviert wurde und seit 1980 als Museum und Touristenbüro fungiert.

Im Museum gibt es viel über die Geschichte des Gefängnisses zu sehen: Interaktive Displays stehen zur Verfügung und ein gläserner Fahrstuhl führt durch die Stockwerke des Hauses. Es gibt immer wieder im Laufe des Jahres besondere Events; also dies ist wirklich kein langweiliges, sondern ein sehr aktives Museum.

Hexham Old Gaol
Hall Gate
Hexham
Northumberland NE46 1XD

Published in: on 23. August 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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William Davenant (1606-1668) – War er William Shakespeares unehelicher Sohn?

Sir William Davenant.
This work is in the public domain .

William Shakespeare pendelte in der Blütezeit seines Schaffens zwischen seinem Heimatort Stratford-upon-Avon und London, eine Strecke, die man mit dem Auto heute über die M40 locker in zwei Stunden zurücklegt. Damals benötigte man dafür deutlich mehr Zeit, und so übernachtete der Schriftsteller gern in Oxford, etwa auf der Hälfte der Strecke und da besonders gern in der Crown Tavern, heute die Nummer 3 der Straße Cornmarket. Ob es Shakespeare besonders wegen des Ambiente des Gasthofs dort hinzog oder wegen der hübschen Jane Shepherd Davenant, deren Ehemann der Besitzer der Crown Tavern war? John Davenant fungierte auch noch als Weinhändler und Bürgermeister von Oxford, ein viel beschäftigter Mann, der möglicherweise seine Ehefrau etwas vernachlässigte. Außerdem sagte man ihm nach, dass er zur Melancholie neigte und nur schwer zum Lächeln zu bewegen war. Da würde es nicht wundern, wenn das Verhalten ihres Mannes die liebe Jane in die Arme des Barden aus Stratford getrieben hätte, für die eine oder andere Nacht.

Als sie 1606 einen Sohn gebar, dessen Pate William Shakespeare wurde, kamen schnell Gerüchte in Oxford in Umlauf, dass Shakespeare da seine Hände (pardon, ich hätte es auch deutlicher ausdrücken können) im Spiel gehabt haben könnte. William Davenant, so hieß der Kleine, sollte später ebenfalls zu einem Schriftsteller und Theaterstückeschreiber werden (waren daran die Gene Schuld?), dessen Texte Ähnlichkeiten mit denen Shakespeares haben sollen wie einige weise Leute meinen. William Davenant wurde 62 Jahre alt und starb 1668 in London.

In der Hausnummer 3 am Cornmarket in Oxford ist heute ein Telefonladen der Firma Vodafone untergebracht. Dahinter gibt es etwas Besonderes zu sehen, was viele Oxfordbesucher nicht wissen, da verbirgt sich der sogenannte Painted Room des Oxford Preservation Trusts, in dem elisabethanische Wandmalereien zu sehen sind, die vom Ende des 16. Jahrhunderts stammen. Etwa zu der Zeit als Shakespeare hier zu Gast war, vertäfelte man die Wände und deckte die Malereien zu, die erst bei Renovierungsarbeiten im Jahr 1927 wieder ans Tageslicht kamen und restauriert wurden. Ob Shakespeare diese Malereien damals noch gesehen hat, wird man wohl nie herausfinden.

Zu besichtigen ist der Painted Room, der hier im Film vorgestellt wird, immer im September bei den Heritage Open Days oder nach Absprache mit dem Oxford Preservation Trust.

Oxfords Cornmarket Street.
Photo © Alan Hughes (cc-by-sa/2.0)

Der Painted Room.
Copyright: Howard Stanbury.
Creative Commons 2.0

Das Freud Museum im Londoner Stadtteil Hampstead

Die Straße Maresfield Gardens ist eine ruhige Wohnstraße im Londoner Stadtteil Hampstead, nur ein par Schritte von der lebhaften Finchley Road entfernt. In der Nummer 20 hatte sich im Jahr 1938 der weltberühmte Psychoanalytiker Sigmund Freud niedergelassen, nachdem er aus seiner Heimatstadt Wien geflohen war. Lange sollte der 82-jährige aber nicht in dem hübschen Haus wohnen, denn schon ein Jahr später, am 23. September 1939 starb er hier. Bei der Flucht vor den Nationalsozialisten konnte Sigmund Freud seine Möbel mitnehmen, darunter auch die legendäre Couch, die er für seine Beratungsgespräche verwendet hatte. Seine Tochter Anna Freud, die ebenfalls Psychoanalytikerin war, kam damals mit nach London, und sie wohnte bis zu ihrem Tod 1982 in dem Haus an den Maresfield Gardens. Annas Freundin und Patientin Mary Burlingham, Nachfahrin der New Yorker Tiffany-Familie, nahm sich hier 1974 durch eine Überdosis Schlaftabletten das Leben.

Anna Freud verfügte, dass nach ihrem Ableben das Haus als Museum genutzt werden sollte, und so kann sich heute jeder, der sich für den berühmten Psychoanalytiker interessiert, dessen Wohnsitz besuchen. Zu sehen sind natürlich die „Freud Couch“, weitere Möbel aus Österreich, die Bibliothek mit mehr als 1600 Büchern, Freuds Sammlung von Antiquitäten und sein Arbeitszimmer, das nach seinem Tod kaum verändert worden ist. In diesem Raum hat der englische Künstler Mark Wallinger an der Decke einen Spiegel angebracht, „Self Reflection„, eine Metapher für den psychoanalytischen Vorgang. Im Garten hat Wallinger ein Kunstwerk installiert, den Buchstaben „I“ für „Ich“, das er „Self“ genannt hat, in Beziehung zu Freuds Beschäftigung mit dem Ich.

Das Museum bietet regelmäßig Seminare und Vorträge zu psychoanalytischen Themen an, ebenso geführte Touren durch das Haus. Der Eintritt beträgt £10. Zur Zeit ist das Museum auf Grund der Coronakrise geschlossen.

Hier ist ein Film über das Museum.

Freud Museum
20 Maresfield Gardens 
Hampstead 
London
NW3 5SX

Freuds Arbeitszimmer mit der Couch.
Author: Zde
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Published in: on 8. Juni 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Diebstahl eines wertvollen Vermeer-Gemäldes aus dem Kenwood House in London

Kenwood House auf der Hampstead Heath.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Bei einem Spaziergang über die Londoner Hampstead Heath kam ich am Kenwood House vorbei, einem ehemaligen Herrenhaus, das im 18. Jahrhundert von dem Architekten Robert Adam im klassizistischen Stil umgebaut worden war. Es beherbergt eine große Gemäldesammlung, die der irische Geschäftsmann und Philanthrop Edward Cecil Guinness, 1. Earl of Iveagh, von der Bierbrauerfamilie, zusammengetragen hatte und alles, Haus, Grund, Gemäldesammlung, nach seinem Tod im Jahr 1927 der englischen Nation vermachte. Das Haus liegt jetzt in den Händen des English Heritage.

Eines der berühmten Gemälde im Kenwood House ist Jan VermeersDie Gitarrenspielerin„, das der niederländische Maler 1672 angefertigt hatte. In der Nacht des 23. Februars 1974 wurde dieses Bild aus dem Kenwood House gestohlen. Der Dieb verschaffte sich mit Hilfe eines Vorschlaghammers Zutritt zu dem Museum, nahm den Vermeer von der Wand und war schnell wieder verschwunden. Das Sicherheitspersonal konnte nichts mehr ausrichten, rief die Polizei, die mit Spürhunden versuchte, dem Dieb auf die Spur zu kommen, aber vergebens. Dieb und Bild blieben verschwunden. Auf dem Kunstmarkt ließ sich so ein berühmtes Gemälde nicht absetzen, also vermutete die Polizei anfangs eine Auftragsarbeit eines Kunstsammlers. Der Rahmen des Bildes wurde schnell gefunden, durch den Hinweis einer Hellseherin namens Nella Jones. Diese hatte plötzlich eine Eingebung, notierte den Standort (ein paar hundert Meter vom Kenwood House entfernt), ging damit zur Polizei, die äußerst skeptisch dem Hinweis nachging und tatsächlich an der angegebenen Stelle den beschädigten Rahmen vorfand.

Mehrere Anrufer nahmen Kontakt zu Scotland Yard auf, die jeweils ein Lösegeld forderten; man vermutete die IRA dahinter, aber auch andere Terrororganisationen gerieten ins Blickfeld der Polizei, die ein Lösegeld kategorisch ablehnte. Es gingen auch einige anonyme Anrufe zum Aufenthaltsort des Gemäldes ein, darunter einer, der sagte, das Bild befände sich auf dem Kirchhof von Saint Bartholomew-the-Great in der Londoner City. Und siehe da, als die Polizei dort eintraf, fand sie die Gitarrenspielerin gegen einen Grabstein gelehnt vor, glücklicherweise nur gering beschädigt (hier ist ein Film). Der Täter wurde nie ermittelt, obwohl Scotland Yard einen starken Verdacht hatte, dass die IRA Terroristin Rose Dugdale ihre Hände im Spiel gehabt hatte. Dugdale und einige andere raubten zwei Monate später aus einem Herrenhaus in Irland neunzehn Meisterwerke, darunter wieder einen Vermeer,  dieses Mal „Briefschreiberin und Dienstmagd„, ein Ölgemälde aus dem Jahr 1670.

„Die Gitarrenspielerin“ hängt nach wie vor im Kenwood House, das besucht werden kann, leider zur Zeit nicht, da das Coronavirus etwas dagegegen hat.

Kenwood House
Hampstead Lane
Hampstead
Greater London NW3 7JR

Hier auf dem Kirchhof von St Bartholomew-the-Great in der Londoner City wurde das Gemälde wiedergefunden.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

The Cursed Head im Warrington Museum in Cheshire

Das Warrington Museum.
Photo © Eirian Evans (cc-by-sa/2.0)

Schon seit 1857 steht in der Bold Street in Warrington (Cheshire) das Museum der Stadt, das zu den ältesten des ganzen Landes zählt. Knapp 200 000 Ausstellungsstücke sind hier zusammengetragen worden, aus den Bereichen Archäologie, Kunst, Natur- und Sozialgeschichte, Fotografie usw. In den Glaskästen sind beispielsweise Schrumpfköpfe ausgestellt, Artefakte von den Südseeinseln, Kunstgegenstände aus Rhinozeroshörnern usw. usw.

Und dann gibt es hier noch den Cursed Head, einen unheimlich aussehenden, grinsenden Kopf, der einen Fluch in sich bergen soll, der in einer unbekannten Sprache auf ihm eingeritzt ist. Ein Schiffskapitän hatte den Kopf von einer seiner Reisen über die Weltmeere mitgebracht und dem Museum geschenkt, weil er ihm Unglück gebracht haben soll. Als der Kapitän mit dem Kopf auf dem Weg ins Museum war, stürzte er und brach sich beide Beine. Die Person, die den Kopf daraufhin ins Museum bringen sollte, erlitt das gleiche Schicksal. Kurz nachdem der Cursed Head seine neue Bleibe gefunden hatte, erlitt der Direktor des Museums einen schweren Unfall. Zwei Museumsangestellte brachten den Kopf in einen anderen Raum…und wurden beide bei einem Verkehrsunfall verletzt. Ein Museumsmitarbeiter, der nicht an den angeblichen Fluch glaubte, verbrachte den Kopf an eine andere Stelle…und hatte kurz darauf ebenfalls einen Autounfall.

Als im Jahre 2010 Umbauarbeiten im Warrington Museum stattfanden, musste auch der Kopf eine Zeit lang woanders untergebracht werden, aber niemand vom Personal traute sich an diese Aufgabe heran. Man zog einen buddhistischen Geistlichen hinzu, der einige Gebete aufsagte und den Kopf in den neuen Raum brachte. Seitdem hat sich kein Unglück mehr ereignet…aber wird das auch so bleiben?

Published in: on 11. Mai 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Elgar Birthplace Museum in Lower Broadheath (Worcestershire)

Edward Elgar ist sicher einer der größten englischen Komponisten, dessen Werke auch heute noch gespielt werden. Was wäre die Last Night of the Proms ohne sein „Land of Hope and Glory„? Am 2. Juni 1857 wurde Elgar in Lower Broadheath in Worcestershire geboren (etwa 5 km von der Stadt Worcester entfernt) und dieses Haus, The Firs, beherbergt heute das Elgar Birthplace Museum, das seit 2017 vom National Trust übernommen worden ist. Hier wurden im Lauf der Jahrzehnte zahllose Dokumente über Elgars Leben zusammengetragen und wer über das Leben des Komponisten forschen will, wird hier sicher fündig. Elgar äußerte kurz vor seinem Tod am 23. Februar 1934 den Wunsch, falls man irgendetwas zu seiner Erinnerung unternehmen sollte, sein Geburtshaus in Lower Broadheath ihm am meisten zusagen würde.

Neben dem Geburtshaus wurde im August 2000 ein Besucherzentrum eröffnet, in dem man sich über Elgars Leben und Wirken informieren kann. Auch der Cottagegarten ist sehenswert; er wurde nach einem zeitgenössischen Bild neu angelegt.

Im Museum finden zahlreiche Veranstaltungen statt wie Ausstellungen und Konzerte; zum Beispiel das jährliche Birthday Concert, anlässlich Elgars Geburtstag am 2. Juni.

Der Elgar Shop hält ein sehr großes Angebot für den Besucher bereit: Bücher, CDs, DVDs, Noten und jede Menge Souvenirs wie Kaffeetassen mit dem Konterfei des Meisters. Kaufen kann man hier beispielsweise auch einen Krimi, in dessen Mittelpunkt Edward Elgar steht: Simon Boswells „The Elgar Enigmas – A Musical Mystery„.

Das Museum ist von März bis Oktober täglich von 10.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Von November bis Februar sind die Öffnungszeiten eingeschränkt. Der Eintritt beträgt £8. Wer etwas zu sich nehmen möchte, kann dies im Tearoom tun.

Hier ist Elgars wohl berühmtestes Werk „Land of Hope and Glory„, gespielt auf der Last Night of the Proms.

The Elgar Birthplace Museum
Crown East Lane,
Lower Broadheath,
Worcester WR2 6RH

Das Buch zum Artikel:
Nicholas Kenyon: Elgar – An Anniversary Portrait. Continuum 2008. 210 Seiten. ISBN 978-1847065339.

Das Visitor Centre.
Photo © Fabian Musto (cc-by-sa/2.0)

Der Meister selbst, auf einer Bank in seinem Garten sitzend.
Photo © Fabian Musto (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. Februar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Roald Dahl Museum und Story Centre in Great Missenden (Buckinghamshire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Great Missenden ist eine Kleinstadt in Buckinghamshire (erheblich größer als Little Missenden, ein paar Kilometer südlich gelegen) und vielleicht Fans der TV-Serie „Inspector Barnaby„, bewusst oder unbewusst, bekannt durch die Episoden 26 „Painted in Blood“ (dt. „Der Tod malt mit“) und 81 „Fit for Murder„(dt. „Gesund aber tot“).

Mehr als 30 Jahre war Great Missenden der Wohnort des bekannten englischen Kinderbuchautors Roald Dahl. Dahl wurde 1916 in Wales geboren und starb 1990 in Great Missenden. Hier setzte man ihm auch mit dem 2005 eingeweihten Roald Dahl Museum und Story Centre ein Denkmal.
Charlie und die Schokoladenfabrik„, „James und der Riesenpfirsich“ und „Hexen hexen“ gehören mit zu seinen größten Erfolgen, die auch verfilmt wurden. Ich habe die Kinderbücher nie gelesen, fand aber sein Kurzgeschichtenbände „Küsschen, Küsschen“ und „…und noch ein Küsschen“ sehr lesenswert. Dahl schrieb übrigens auch das Drehbuch zu dem James Bond-Film „Man lebt nur zweimal„.

Im Museum kann man sich nicht nur über den Schriftsteller informieren, hier sollen Kinder kreativ und aktiv werden und ihre Fantasie spielen lassen.  Für diese vielen Initiativen erhielt das Museum bisher über ein Dutzend Auszeichnungen, zum Beispiel 2018 den VisitEngland Gold Accolade und den Sandford Award.
Ich habe das Museum einmal besucht, muss aber sagen, dass es doch mehr Kinder mit ihren Eltern anspricht, als kinderlose Erwachsene.

Das Museum ist, außer montags, täglich geöffnet und kostet £7 Eintritt für Erwachsene, £4.70 für Kinder ab 5 Jahren.

Hier ist ein Film über das Roald Dahl Museum.

Siehe auch meinen Blogeintrag über Roald Dahls Grab in Great Missenden.

Im Innenhof. Eigenes Foto.

Im Innenhof.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

The Deep – Eines der spektakulärsten Aquarien der Welt in Hull (East Riding of Yorkshire)

Hull ist eine Stadt in East Yorkshire, die weitab von den anderen Metropolen des Landes liegt und deren Ruf immer noch nicht der beste ist, obwohl man einiges getan hat, um dem entgegenzuwirken. 2002 wurde ein eigenartiges Gebäude an der Mündung des Humber eingeweiht, in dem sich „The Deep“ befindet, eines der spektakulärsten Aquarien und Meeresmuseen der Welt. Dieser Film gibt einen ersten Eindruck.

Der vielfach ausgezeichnete Architekt Sir Terry Farrell hat das Gebäude entworfen über das er sagt: I genuinely consider that this project has the potential to be regarded as one of the most characterful and unique new public buildings in Britain

Im Zentrum von „The Deep“ steht das 10m tiefe Aquarium in einem 2,5 Millionen Liter Tank, in dem zahllose Fische zu sehen sind, u.a. sieben verschiedene Arten von Haien. Ein Höhepunkt bei der Besichtigung des Aquariums ist die Handfütterung der Haie durch Taucher.
Weiterhin gibt es hier jede Menge audiovisuelle und interaktive Ausstellungen zu sehen, so dass auch Kinder in dem Museum voll auf ihre Kosten kommen.

„The Deep“ ist aber nicht nur eine Touristenattraktion, sondern hier führen Meeresbiologen auch Forschungsarbeiten durch.

„The Deep“ ist täglich von 10 – 18 Uhr geöffnet (£14 Eintrittspreis, bei Onlinebuchung £12.60), hat einen Shop, zwei Cafés und das „Two Rivers Restaurant„, das allerdings nur donnerstags, freitags und samstags am Abend geöffnet ist und einen Blick auf das riesige Aquarium bietet.

 

Published in: on 12. Februar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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