Smallhythe Place bei Tenterden (Kent) – Der letzte Wohnsitz der Schauspielerin Ellen Terry (1847-1928)

Im vorigen Jahr kam ich wieder einmal am Smallhythe Place vorbei, an der B2082 südlich von Tenterden gelegen. Das dem National Trust gehörende schöne alte Fachwerkhaus war der letzte Wohnsitz der Schauspielerin Dame Ellen Terry (1847-1928), die schon als Kind Shakespeare-Rollen spielte und zu ihrer Zeit als die führende Shakespeare-Darstellerin galt. Hier ist ihre Stimme zu hören.

1899 kaufte Dame Ellen Terry Smallhythe Place, das wohl zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut worden war, und lebte hier bis zu ihrem Tod im Jahr 1928. Ihre Tochter, Edith Craig, die auch im Schauspielbereich tätig war und zu den aktiven Frauenrechtlerinnen gehörte, öffnete 1929 Smallhythe Place für interessierte Besucher, die sich dort Terrys Sammlung von Theaterkostümen ansehen konnten. Der National Trust übernahm nach Edith Craigs Tod 1947 das Haus, das auch heute noch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Zu sehen sind hier neben der Kostümsammlung unendlich viele Memorabilia aus der Welt des Theaters, so zum Beispiel ein Brief, den Oscar Wilde an Ellen Terry schrieb und das Monokel des berühmten Komponisten Sir Arthur Sullivan. Auf den knarzenden Fußböden des jahrhundertealten Hauses begibt man sich von Zimmer zu Zimmer und stellt sich vor wie es wohl gewesen sein muss, in so einem Gebäude zu leben.

Edith Craig installierte nach dem Tod ihrer Mutter 1929 das Barn Theatre auf dem Gelände des Smallhythe Place, in dem im Sommer Stücke aufgeführt werden, natürlich auch von William Shakespeare. Gartenliebhaber kommen hier auch auf ihre Kosten und können sich in dem wunderschönen Cottage Garden ergehen.

Es gibt weiterhin einen Tea Room und einen kleinen Laden, in dem regionale Produkte, Bücher und Haushaltsgegenstände angeboten werden. In Smallhythe Place kann man also gut ein paar angenehme Stunden verbringen.
Der Eintrittspreis beträgt £8.40. Das Haus ist von Mittwoch bis Sonntag von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet; ab dem 29. Oktober ist Smallhythe Place für das Winterhalbjahr geschlossen.
Hier ist das Haus im Film zu sehen.

Smallhythe Place
Smallhythe
Tenterden, Kent, TN30 7NG

The Barn Theatre.
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

The Explosion Museum of Naval Firepower in Gosport (Hampshire)

In diesen alten Gebäuden ist das Museum untergebracht.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Die Stadt Gosport in Hampshire steht in diesen Tagen weltweit in den Schlagzeilen, weil in dem dortigen War Memorial Hospital Hunderte von Patienten durch die Verabreichung unnötiger Opioide vorzeitig verstorben sind. Die Aufarbeitung dieses Skandals wird wohl noch lange Zeit dauern.

Priddy’s Hard ist ein Teil der Stadt Gosport, gegenüber von Portsmouth gelegen, das lange Zeit ein Waffendepot der Royal Navy war, bis es 1988 aufgelöst wurde.

In den ehemaligen Gebäuden des Depots wurde im Jahr 2001 ein Museum eingerichtet, das sich mit der Kriegsführung der Marine, mit Waffen und der Geschichte von Priddy’s Hard beschäftigt und sich passenderweise Explosion Museum of Naval Firepower nennt.

Was gibt es in dem Museum nun alles zu sehen? Torpedos, Geschütze, Seeminen, Sprengstoffe, Raketen und alles, was ein Kriegsschiff so mit sich führt. Sogar eine Atombombe ist im Eingangsbereich aufgestellt. Eine Multimediashow und interaktive Apparaturen sollen das Thema deutlicher und verständlicher machen.
Das Museum hat vor einigen Jahren den Besitzer gewechselt und gehört jetzt dem Portsmouth Naval Base Property Trust. Vorher gehörte es dem Gosport Borough Council.

Das Explosion Museum of Naval Firepower ist von März bis Ende Oktober täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet; im Winterhalbjahr nur am Wochenende von 10 Uhr bis 16 Uhr.

Hier ist ein kurzer Werbespot für das Museum.

Explosion Museum of Naval Firepower
Heritage Way
Priddy’s Hard
Gosport PO12 4LE

Published in: on 25. Juni 2018 at 02:00  Comments (3)  
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The Musical Stones of Skiddaw – Eine Rarität im Museum der Stadt Keswick (Cumbria)

Peter Crosthwaite war schon ein verrückter Kerl, ein Exzentriker par excellence. Er erfand allerhand kuriose Dinge wie eine transportable Bademaschine oder ein Rettungsboot mit einem Korkboden, um nur zwei Beispiele zu nennen, aber er hatte es nicht so mit Patentanmeldungen und so verdiente nicht er, sondern andere an seinem Erfindungsreichtum. Was der im Jahr 1735 geborene Crosthwaite noch entdeckte, war, dass sich mit ganz bestimmten Steinen aus der Region von Skiddaw, ein Berg im Lake District, Musik erzeugen lässt. Diese Hornfels genannten Steine sammelte er, nahm sie mit nach Hause nach Keswick in der heutigen Grafschaft Cumbria und bearbeitete sie in seiner Werkstatt, das heißt, er feilte bis zu zwölf Stunden am Tag an ihnen herum, bis sie den gewünschten Ton von sich gaben. Das xylophonartige fertige Instrument installierte er in dem von ihm 1780 gegründeten Museum in Keswick und klimperte auf ihm herum, um damit Besucher hineinzulocken. Im Jahr 1808 starb der Erfinder der Musical Stones of Skiddaw.

Geraume Zeit später fand auch der Steinmetz Joseph Richardson (1790-1855), der ebenfalls in Keswick lebte, heraus, dass man mit den  Hornsteinen von Skiddaw Musik machen kann. Er war davon so fasziniert, dass die Suche nach entsprechenden Steinen und deren Bearbeitung zu seinem Lebensinhalt wurde. Ja, er benötigte sage und schreibe an die dreizehn Jahre, bis er alle zusammen hatte und damit eine Musikinstrument anfertigen konnte. Er vergaß so ziemlich alles wegen seines ehrgeizigen Projekts, so dass seine Familie am Hungertuch nagte, was ihn aber nicht weiter störte. Im Jahr 1840 war sein Instrument endlich fertig. Richardson wollte es aber nicht nur wie sein Vorgänger ins Museum stellen und ab und zu darauf spielen. Er ging zusammen mit seine drei Söhnen und den Musical Stones of Skiddaw auf Tournee. Die „Richardson & Sons Rock, Bell and Steel Band“ zog erfolgreich durch Großbritannien und spielte sogar vor Queen Victoria, die begeistert gewesen sein soll. Vater und Söhne begaben sich anschließend sogar auf den Kontinent und traten mit ihrem sonderbaren Instrument u.a. auch in Deutschland auf. Eine geplante USA-Tournee musste leider abgesagt werden, weil einer der Söhne starb. Das war auch gleichzeitig das Ende der Band. Im Jahre 1917 fanden die Musical Stones ihre letzte Heimat im Museum von Keswick, wo sie heute noch zu bewundern sind. Hin und wieder wird das Instrument aber weiterhin benutzt wie zum Beispiel beim Coniston Water Festival 2005, als der Amerikaner Brian Dewar eine Kostprobe seines Könnens darauf gab.

Das idyllisch gelegene Keswick Museum & Art Gallery findet man an der Station Road auf der anderen Seite des River Greta, gegenüber vom Fitz Park Bowling Club.

In diesem Film ist das Musikinstrument zu sehen.

In Keswick ist auch das Cumberland Pencil Museum beheimatet, über das ich in meinem Blog schon einmal schrieb.

Keswick Museum & Art Gallery.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

Der Skiddaw bei Keswick.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. April 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The River & Rowing Museum in Henley-on-Thames (Oxfordshire)

Eigenes Foto.

Wie der Ortsname schon sagt, liegt Henley direkt an der Themse und bei meinen Besuchen in der Stadt hatte ich immer ein Problem, einen Parkplatz zu finden; so voll ist es dort eigentlich immer. Bei Henley denkt jeder sofort an die berühmte Regatta, die dort alljährlich auf der Themse ausgetragen wird. Die „Henley Royal Regatta“ dauert 5 Tage und wird immer über das erste Wochenende im Monat Juli ausgetragen.

In der Stadt gibt es seit 1998 ein Museum, das sich dem Sport des Ruderns, der Themse und Henley selbst widmet, das „River & Rowing Museum„, damals von Queen Elizabeth II eröffnet. Das Museumsgebäude wurde von dem Architekten David Chipperfield entworfen und erhielt 1999 den Building of the Year Award und war im gleichen Jahr das National Heritage Museum of the Year.

Die Schwarzenbach International Rowing Gallery beschäftigt sich mit der Geschichte des Rudersports von den Anfängen im alten Griechenland bis heute.

In der Thames Gallery erfährt man alles über den Fluss, über seine wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Bedeutung.

Die Invesco Perpetual Henley Gallery gibt einen Überblick über die Geschichte der Stadt Henley-on-Thames. Natürlich gibt es im ganzen Museum jede Menge interaktive Betätigungsmöglichkeiten.

Die Wind in the Willows Gallery schließlich ist dem berühmten Buch von Kenneth Grahame und den Illustrationen von Ernest Howard Shepard gewidmet.

Also: Auch, wer am Rudersport kein besonderes Interesse hat, kommt in diesem Museum voll auf seine Kosten.

Mein Tipp für einen Henley-Besuch: Ein Pint Brakspears-Bitter im Pub „Angel on the Bridge“ trinken, der direkt an der Themse liegt.
Übrigens gibt es hier jede Menge Parkplätze und man ist zu Fuß in gut zehn Minuten in der Stadt.

The River & Rowing Museum
Mill Meadows
Henley on Thames
Oxfordshire RG9 1BF

Nur ein paar Schritte von der Themse entfernt, findet man das Museum in Henley.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. April 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Ken Hawley, Simon Barley und das Museum für Handsägen in Sheffield (South Yorkshire)

Meiner Sammlung kurioser Museen möchte ich heute ein neues hinzufügen, dessen Inhalt vielleicht nicht auf allzu großes Interesse stoßen wird. Es handelt sich um die weltweit größte Sammlung von Handsägen, die in das Museum of Kelham Island in Sheffield (South Yorkshire) integriert ist. Verantwortlich für diese außergewöhnliche Sammlung sind zwei Männer: Simon Barley und Ken Hawley (1927-2014). Letzerer interessierte sich sehr für Werkzeuge, die er in der Hawley Tool Collection zusammengetragen hatte. Barley, ein Arzt im Ruhestand, war fasziniert von Handsägen, die er sammelte und die schließlich alle in Hawleys Tool Collection landeten. Rund 2000 „handsaws“ kann der interessierte Heimwerker bzw. Besucher im Saw Shop betrachten, in dem die Werkzeuge untergebracht sind.

In seiner Dissertation beschäftigte sich Simon Barley mit dem Thema „Hand Tool Manufacture in the Industrial Revolution„. Er gilt als einer der weltweit führenden Experten für Handsägen und hat das Standardwerk geschrieben „British Saws and Sawmakers from 1660„, das 2014 in der Choir Press erschien; ein Mammutwerk von 748 Seiten, an dem Barley sechs Jahre arbeitete. Wer es nicht ganz so ausführlich mag, kann auch auf sein nur 96 Seiten umfassendes Buch „British Saws: A History and Collector’s Guide“ (Amberley Publishing) zurückgreifen, das er 2016 veröffentlichte.

Die Handsägensammlung im Museum umfasst sowohl Werkzeuge aus dem 18. Jahrhundert als auch nagelneue Fabrikate. Sheffield war das britische Zentrum für die Herstellung von Werkzeugen, und das 1982 ins Leben gerufene Industriemuseum Kelham Island im Zentrum der Stadt, an der Alma Street gelegen, zeigt die industrielle Geschichte Sheffields. Das Museum liegt auf der künstlich angelegten Insel Kelham Island im River Don.

Hier ist eine Führung von Ken Hawley durch seine Tool Collection im Film zu sehen.

Published in: on 14. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Museum of Comedy in der Krypta der St George’s Church in Bloomsbury (London)

Die St George’s Church in Bloomsbury.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Der berühmte Architekt Nicholas Hawksmoor erbaute von 1716 bis 1731 am Londoner Bloomsbury Way eine Kirche, die dem Heiligen Georg gewidmet war. Der Schriftsteller Anthony Trollope wurde 1824 in der Kirche getauft, und die Beerdigungsfeier der Frauenrechtlerin Emily Davison, die 1913 bei einem Pferderennen mit einem Pferd des Königs kollidierte und starb (ich berichtete in meinem Blog darüber), fand ebenfalls in St George’s statt.

Die Krypta der Kirche wird seit 2014 von einem der jüngsten Londoner Museen verwendet, dem Museum of Comedy, das der Direktor des  Leicester Square Theatres Martin Witts gegründet hat. Während man oben andächtig betet, wird hier unten gelacht. Da gibt es  ständige Ausstellungen von allem, was mit britischer Comedy zu tun hat wie:

Der Cooper Room ist der zentrale Ort, an dem Comedians auftreten und in dem Filme gezeigt werden. An fast jedem Tag ist hier was los; da gibt es zum Beispiel eine Tommy Cooper Tribute Show, da treten  Joanna Carolan and Pascale Wilson auf, die man besser unter dem Namen Shirley & Shirley kennt und die Stand Up Comedienne Bridget Christie gibt sich die Ehre.

Sogar ein kleiner Pub ist in der Krypta untergebracht, The Comedians‘ Arms, dessen Bartresen eine ehemalige Tür der Wilton’s Music Hall bildet.

Das Museum ist montags bis freitags von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei.

Museum Of Comedy
The Undercroft
St George’s Church
Bloomsbury Way
London
WC1A 2SR

Published in: on 3. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das MusEYEum – Ein Londoner Museum, in dem sich alles um Brillen dreht

Hier in der Londoner Craven Street liegt das MusEYEum. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger Cornfoot

Das College of Optometrists, also die Fachhochschule der britischen Augenoptiker, betreibt in London das British Optical Association Museum (das MusEYEum) und ist überzeugt davon, dass die Besucher die ausgestellten Gegenstände “eye-catching” finden. In der Craven Street, ein paar Schritte vom Charing Cross Bahnhof entfernt, findet sich u.a. eine Sammlung von 3000 Brillen, von den Anfängen im 17. Jahrhundert bis zu Designerbrillen des 21. Jahrhunderts; darunter Prominentenbrillen wie die von Dr. Samuel Johnson, Ronnie Corbett (ein englischer Komiker) oder Charles Percy Snow (ein Wissenschaftler und Schriftsteller).

Wer sich speziell für Kontaktlinsen interessieren sollte (sehen die nicht alle ziemlich gleich aus?), wird in dem Museum ebenfalls fündig. Auch eine Vielzahl historischer optometrischer Instrumente wird hier zur Schau gestellt.

Weiterhin besitzt das MusEYEum eine Sammlung wertvoller historischer Bücher zum Thema Augenoptik, darunter Georg Bartischs „Ophthalmodouleia“, ein Werk aus dem Jahr 1583.

Der Eintritt in das Museum ist frei, allerdings nur nach vorheriger Anmeldung.
Hier ist ein kleiner Film über das MusEYEum.

British Optical Association Museum
41-42 Craven Street
 London  WC2N 5NG
 

Published in: on 26. November 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural History in London – Schräger geht es wirklich nicht

The Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural HistoryThe Last Tuesday Society„, so steht es über der Tür des schmalen zweistöckigen Hauses in der Mare Street im Londoner Stadtteil Hackney, im Nordosten der Stadt, und was sich hinter dieser Tür verbirgt, mag man kaum glauben. Doch zuerst, wer ist Viktor Wynd und was ist die Last Tuesday Society?

Viktor Wynd ist ein exzentrischer Künstler und Buchautor, zu dessen Werken zum Beispiel „Structures of The Sublime; Towards a Greater Understanding of Chaos“ gehört, das er 2005 veröffentlichte. Er ist Mitglied des Londoner Institute of Pataphysics, ein Begriff, den ich auch noch nicht kannte und ziehe zur Erklärung die Wikipedia zur Hilfe: „Pataphysik (frz. ’Pataphysique, ein Wortspiel mit den homophonen Formulierungen patte à physique, pas ta physique und pâte à physique) ist ein absurdistisches Philosophie- und Wissenschaftskonzept des französischen Schriftstellers Alfred Jarry (1873–1907), das sich oftmals als nonsensische Parodie der Theoriebildungen und Methoden moderner Wissenschaft gibt“. Jetzt dürften alle Unklarheiten beseitigt sein.

The Last Tuesday Society ist eine Gesellschaft in London, die von Viktor Wynd geleitet wird, und die künstlerische und literarische Events durchführt, meist der schrägen Art.

Kommen wir zum Museum zurück und was man dort alles bestaunen kann. Wer schon immer einmal „the darkness that Moses brought upon the Egyptians“ sehen wollte, wird hier fündig; diese Dunkelheit, die über die Ägypter kam, ist in einer Box enthalten. Es gibt banale Dinge zu sehen wie eine Sammlung von Happy Meal Toys von McDonalds, aber überwiegend sind es extrem ausgefallene Dinge, die im Museum ausgestellt werden wie:

Ein Kothäufchen der verstorbenen Sängerin Amy Winehouse in einem Glas (wie mag das wohl von der Produzentin hierher nach Hackney gekommen sein?), benutzte Kondome der Rolling Stones, masturbierende afrikanische Figuren, tote Babies in Flaschen, Vaginas von Prostituierten aus der viktorianischen Zeit, ein Lamm mit acht Beinen, das Skelett einer Meerjungfrau, ein Schrumpfkopf aus Südamerika, der mumifizierte Finger des mexikanischen Rebellen Pancho Villa und und und.

Die Bibliothek des Museums enthält Bücher mit Titeln wie Shopping Centre Sex, The Aesthetics of the Japanese Lunch Box, Who Cares About Elderly People, A Sex Guide For Irish Farmers, Let’s Play Nurse & Doctor und, mein Favorit, das unfreiwillig komisch formulierte How To Help Your Husband Get Ahead.

Dieses Kuriosenkabinett ist faszinierend für alle diejenigen, die einen Nerv für alles Schräge, Skurrile und Exzentrische haben. Diese beiden Filme geben einen tieferen Einblick in Viktor Wynds Reich (Film 1, Film 2).

Das Museum ist mittwochs bis sonntags von 12 Uhr bis 23 Uhr geöffnet.

The Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural History
11 Mare Street
London
E8 4RP

 

The London Sewing Machine Museum

„Wimbledon Sewing Machine Co. Ltd New & Used Industrial Machines – Retail , Trade & Export Domestic & Industrial Spares & Repairs“, so steht es an dem unscheinbaren Firmengebäude an der Balham High Road im Londoner Stadtteil Tooting Bec. Dort im ersten Stock ist eines der größten Nähmaschinenmuseen weltweit untergebracht: The London Sewing Machine Museum. Rund 600 Exemplare hat Firmenchef Ray Rushton in einem Zeitraum von fünfzig Jahren zusammengetragen und da befinden sich einige außergewöhnliche Raritäten darunter wie:

Barthelemy Thimonnier (1793-1857) war der erste Fabrikant von Nähmaschinen, und eine der ersten je hergestellten Exemplare kann man in dem Museum bestaunen. Wert der Maschine: Rund £50 000.

Einen Wert von £25 000 hat die Nähmaschine, die die älteste Tochter Queen Victorias, Victoria Adelaide Mary Louisa, zur Hochzeit geschenkt bekam, als sie 1858 Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen heiratete. Ob die Dame die Maschine auch wirklich nutzte, ist mir nicht bekannt, aber eine ihrer ergebendsten Angestellten, eine Mrs Wakelin, tat das, und sie erhielt die Nähmaschine als Geschenk, als sie sich in den Ruhestand zurückzog. Jetzt ist dieses Exemplar an der Balham Road zu besichtigen.

Die erste Nähmaschine aus dem Hause Singer ist ebenfalls im Museum ausgestellt (siehe dazu meinen Blogeintrag über die Familie Singer in Zusammenhang mit dem Oldway Mansion in Devon).

The London Sewing Machine Museum ist nur einmal im Monat für drei Stunden geöffnet und zwar jeden ersten Samstag von 14 Uhr bis 17 Uhr.

The London Sewing Machine Museum
308 Balham High Road
London SW17 7AA

 

 

Published in: on 8. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Teddybear Museum in Newby Hall bei Ripon in North Yorkshire

Newby Hall, Heimstatt von tausend Teddybären.
Photo © Andrew Abbott (cc-by-sa/2.0)

Es war einmal eine riesige Familie von rund tausend Teddybären, die mehrfach umziehen mussten, bis sie ihren (hoffentlich) letzten Wohnort in North Yorkshire gefunden haben und zwar in Newby Hall, ganz in der Nähe der Stadt Ripon. Ihr Besitzer war der aus Funk und Fernsehen bekannte Gyles Brandreth, ein sehr vielseitig interessierter Mann, der zum Beispiel Präsident der Oscar Wilde Society, Schirmherr der National Piers Society und Kanzler der Universität von Chester ist. Seine große Sammlung von Teddybären aus aller Welt war achtzehn Jahre lang in Stratford-upon-Avon untergebracht, dann siedelte er sie in das Polka Theatre in Wimbledon um, und schließlich mussten alle Teddies noch einmal ihre Koffer packen, um ins weit enfernte North Yorkshire zu ziehen. Jetzt hoffen sie alle, dass sie hier im Bear House von Newby Hall für eine Weile ihre Ruhe haben.

Ja , das Bear House wurde extra für die Felltiere erbaut und befindet sich in Nachbarschaft einer weiteren Sammlung, Newby Hall hat auch 65 Puppenhäusern Unterschlupf geboten.

Durch seine Arbeit beim Rundfunk und Fernsehen hat Gyles Brandreth viele Prominente getroffen und einige haben ihm ihre Lieblingsteddies hinterlassen, die in der Ausstellung zu sehen sind. Da finden wir u.a. Mr. Beans Teddybär, Fozzie Bear aus der Muppet Show, den originalen Paddington Bear, Tony Blairs Lynton, Francois Mitterrands Francois und Ragged, der einmal dem Schauspieler Richard Briers gehörte. Auch einige der Teddybären, die nach Prinzessin Dianas Tod vor dem Buckingham Palace niedergelegt wurden, sind in Gyles Brandreths Sammlung vorhanden. In diesem Film werden wir mit einigen der genannten Bären bekanntgemacht.

Michele Brown, Gyles Brandreths Frau, die ebenfalls am Aufbau der Sammlung beteiligt war, hat 1996 ein Buch veöffentlicht, in dem sie sich mit der Geschichte der Teddybären auseinandersetzt und auch über einzelne Bären ihrer Sammlung erzählt: „The Teddy Bear Hall of Fame: A Century of Historic Bears„, das zwar vergriffen, aber leicht antiquarisch zu bekommen ist.

Newby Hall & Gardens
Ripon
North Yorkshire HG4 5AE

Published in: on 14. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Littledean Jail in Gloucestershire – Ein Museum, um das Zartbesaitete einen großen Bogen machen sollten

If easily offended, disturbed or of a sensitive nature…then please, do avoid visiting us here in Littledean Jail„, so steht es auf der Homepage eines Museums namens Littledean Jail im Forest of Dean in Gloucestershire zu lesen, das früher einmal ein Gefängnis war. Hinter den dicken Mauern, wo einst Verbrecher ihre Strafe absitzen mussten, hat man eine außergewöhnliche Sammlung zusammengetragen. „Freaks of nature, oddities, curiosities, the macabre and more„, so benennt das Museum den Inhalt der Sammlung und es ist so randvoll, dass kaum noch etwas hineinpasst. Man begegnet dort Serienmördern wie Fred und Rose West, die nicht weit entfernt in Gloucester mindestens zwölf junge Frauen ermordeten, trifft den Polizistenmörder Harry Roberts und den Faschistenführer Oswald Mosley. In einem Raum sind Ku Klux Klan-Roben zu sehen, in einem anderen ist die Schlinge ausgestellt, mit der John „Babbacombe“ Lee nicht gehängt werden konnte (ich berichtete in meinem Blog über ihn). Nachdem er fast über ein ausgestopftes Krokodil gestolpert ist, kann sich der Besucher über Uniformen aus der Nazizeit informieren und sieht schreckliche Bilder aus den Konzentrationslagern des Dritten Reichs.

Kaum hat man diese Schreckenskammern verlassen, wird man mit einer Sammlung von Spielzeugen konfrontiert, die wegen ihrer Grausamkeit nicht verkauft werden durften. In den nächsten Räumen trifft man auf zweiköpfige Kälber, ausgestopfte kopulierende Affen, Folterwerkzeuge, einen Hinrichtungsblock inklusive Axt, eine Badewanne aus dem KZ von Auschwitz, in dem Menschen gefoltert wurden, den abgeschlagenen Kopf eines Mordopfers, Polizeihelme und -abzeichen usw. usw.

Und dann gibt es hier noch eine Sonderausstellung über den Kultfilm „Quadrophenia“ zu sehen, der 1979 in die Kinos kam.

Was ich hier aufgezählt habe, ist nur ein winziger Bruchteil von dem, was im Littledean Jail gezeigt wird. Es ist sicher eines der ungewöhnlichsten und makabersten Museen, die in England zu finden sind. Verwundert es, dass hier auch regelmäßig nächtliche Ghost Hunts durchgeführt werden? Littledean Jail ist nämlich „terribly haunted“.
1974 wurde hier der Horrofilm „House of Whipcord“ gedreht.

Das Museum ist vom 1. April bis Ende Oktober von Donnerstag bis Sonntag geöffnet, jeweils von 10 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt £10 für Erwachsene, £9 für Kinder. Es wird aber darauf hingewiesen, dass Kinder möglichst nicht mitgenommen werden sollen, was ich absolut nachvollziehen kann.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch das Museum.

Littledean Jail
Littledean, Nr. Cinderford
Royal Forest of Dean
Glos. GL14 3N

Published in: on 5. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Museum of British Surfing in Braunton (Devon)

Wenn man das Wort „Surfen“ hört, denkt man unwillkürlich an die Strände und Wellen von Hawaii oder Kalifornien, aber auch England verfügt über Surfgebiete, die hauptsächlich in Devon und Cornwall zu finden sind. Newquay in Cornwall gilt als „Surfing Capital of Britain“ und Braunton in Nord-Devon ist ein weiterer Treffpunkt von Surfern aus dem ganzen Land, das sich mit dem „Museum of British Surfing“ brüsten kann.

Am 6. April 2012 hier in einem ehemaligen Bahnhofsgebäude Großbritanniens erstes Museum eröffnet, das sich ausschließlich dem Surfsport widmet. Was gibt es hier alles zu sehen?

Natürlich jede Menge Surfbretter (zurzeit mehr als 200) von denen das älteste wohl das sogenannte „Coffin Lid“, der Sargdeckel, aus dem Jahr 1920 sein dürfte. Dann gibt es hier eine Sammlung von Wetsuits zu sehen, die bei den niedrigen Wassertemperaturen unvermeidliche Surferkleidung.
Weiterhin kann man im Museum eine Galerie von alten Fotos betrachten, darunter eines von Agatha Christie, die Anfang der 1920er Jahre zu den ersten britischen Surfern gehörte.

Dier erste Ausstellung, die das Museum zeigte, hieß „The Art of Surf: 200 Years of Art in Surfing“.  Seitdem werden immer wieder neue Ausstellungen zu bestimmten Themen zusammengestellt.

Das Museum of British Surfing ist dienstags bis samstags von 11 Uhr bis 15 Uhr geöffnet und kostet £2 Eintritt.

Hier ist ein Film über die Eröffnungsparty am 5. April.

Museum of British Surfing
The Yard
Caen Street
Braunton
North Devon EX33 1AA

Das Buch zum Artikel:
Roger Mansfield: The Surfing Tribe – A History of Surfing in Britain. Orca Publications 2011. 240 Seiten. ISBN 978-0952364603.

Published in: on 26. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The National Justice Museum in Nottingham – Nach Umbau unter neuem Namen wieder eröffnet

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In meinem Blogeintrag über Oubliettes erwähnte ich einmal die Galleries Of Justice in Nottingham, die in einem ehemaligen Gerichtsgebäude mit angeschlossenem Gefängnis untergebracht sind. Nach einem kompletten Umbau eröffnete das Justizmuseum am 1. April wieder seine Pforten, jetzt unter dem Namen The National Justice Museum. Es ist das größte Museum seiner Art in Großbritannien und beherbergt eine Sammlung von über 40 000 Ausstellungsstücken. Der Heritage Lottery Fund unterstützte den Umbau mit £1 Million, weitere Organisationen halfen ebenfalls mit Finanzspritzen.

Das Gerichtsgebäude datiert aus dem 14. und das Gefängnis aus dem 15. Jahrhundert. Seit 1991 wird es nicht mehr als Gericht verwendet. In der Zeit von 1905 bis 1985 war es auch eine Polizeistation. Was lag also näher, als in diesem Haus ein Museum zu installieren, das sich ausschließlich mit den Themen Justiz, Verbrechen und Strafverfolgung beschäftigt.

Was gibt es hier nun als besondere Sehenswürdigkeit zu bestaunen?

Da ist zum Beispiel die Tür der Zelle zu sehen, hinter der der Schriftsteller Oscar Wilde seine Zeit im Gefängnis von Reading verbrachte.

Dann steht hier die berüchtigte Badewanne, in der der Serienmörder George Joseph Smith drei Frauen ermordete. Der Fall ging in die britische Kriminalgeschichte als The Brides in the Bath Murders ein.

Aus London holte man die Anklagebank des Bow Street Magistrates Court nach Nottingham. Hier saßen zum Beispiel die Angeklagten Oscar Wilde, Roger Casement (1916 wegen Hochverrats zum Tode verurteilt) und die Kray-Zwillinge Reggie und Ronnie, die in den 1950er und 1960er Jahren die organisierte Kriminalität in London aufbauten und die Stadt durch ihre Gewaltverbrechen in Atem hielten.

Weiterhin sind im National Justice Museum einige Artefakte des Postzugraubs vom 8. August 1963 ausgestellt wie Teile des Monopoly-Spiels, mit dem sich die Verbrecher die Zeit auf der Leatherslade-Farm vertrieben, die Uhr, die Ronnie Biggs während des Raubs trug, und der Zündschlüssel eines der Fluchtautos.

Dass es in diesem Gebäude auch spuken soll, ist eigentlich selbstverständlich, und so werden denn auch in Großbritanniens Most Haunted Building (nach Aussage der populären Fernsehserie „Most Haunted“) jeden Freitag und Samstag Ghost Tours durchgeführt. Paranormale Zirkel treffen sich im Museum, um nachts den armen Seelen nachzuspüren, die hier verurteilt und gehängt worden sind. Die Terror Tours („not for the faint hearted“) am Samstagabend führen in die Tiefen des alten Gebäudes, die nicht immer für die Allgemeinheit zugänglich und besonders furchterregend sind.

Das National Justice Museum ist täglich von 10 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £10.95.

National Justice Museum
High Pavement
Nottingham
NG1 1HN

Ein Gerichtssaal im Museum.
Author: Fayerollinson.
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Published in: on 11. Mai 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Birmingham Back to Backs des National Trusts

Ein Back to Back in der Inge Street in Birmingham.
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Als in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Bevölkerung in den urbanen Gebieten Großbritanniens zunahm und die vielen Menschen eine Unterkunft benötigten, entstanden die sogenannten Back to Backs, durch die Platz gespart und Menschen auf engstem Raum untergebracht werden konnten. Dabei handelt es sich um Reihenhäuser, die Rücken an Rücken gebaut wurden, das heißt, dass jedes Haus nur über eine Fensterfront bzw. ein Fenster verfügte und man sich drei Wände mit den Nachbarn teilte. Es gab keinen Hof und keinen Garten. Durch die mangelhafte Lüftung und schlechte Beleuchtung war das Wohnen in diesen Häusern alles andere als ein Vergnügen. Der Vorteil für die Bauherren: Die Back to Backs konnte man schnell und relativ billig hochziehen.
In diesen Massenquartieren siedelten sich vor allem schlecht bezahlte Arbeiter an, die in den neu entstandenen Industrien beschäftigt waren. Nach und nach verkamen diese Häuser zu Slums, die erst nach dem Ersten Weltkrieg nach und nach abgerissen und durch moderne und hygienischere Wohnungen ersetzt wurden.

Auch in der Industriestadt Birmingham gab es zahllose Back to Backs, zum Beispiel in der Inge Street und der Hurst Street und hier finden sich heute noch die letzten dieser Häuser, die der Birmingham Conservation Trust wieder restauriert hat und die der National Trust seit dem 21. Juli 2004 als Museum betreut.
In den Hausnummern 50 bis 54 Inge Street und 55 bis 63 Hurst Street kann man sich ein Bild davon machen wie die Arbeiterfamilien damals lebten. Die Häuser sind ausschließlich durch geführte Touren zu besichtigen, die etwa eine Stunde und fünfzehn Minuten dauern. In den Häusern 52 und 54 der Inge Street hat der National Trust zwei Ferienwohnungen eingerichtet, die sehr zentrumsnah liegen und sich für einen etwas längeren Aufenthalt in Birmingham anbieten (drei Übernachtungen kosten zum Beispiel £231). Die Besichtigung der Birmingham Back to Backs kostet £8.

Die BBC Fernsehserie „Peaky Blinders„, die in den 1920er Jahren in Birmingham spielt, wurde von den Back to Backs inspiriert. Die ersten beiden Staffeln waren auch im deutschen Fernsehen im Sender ARTE zu sehen. Hier ist der Trailer zu Staffel 1.

Hier sind einige Bilder aus den Back to Backs in Birmingham zu sehen.

…und in der Hurst Street.
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Published in: on 29. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Soldiers in Silloth – Ein Museum für Spielzeugsoldaten in Cumbria

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Silloth ist ein kleiner Badeort im äußersten Nordwesten Englands, in der Grafschaft Cumbria. Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen der Kleinstadt, es gibt einen Hafen, eine Brauerei, Golfplätze und…“Soldiers in Silloth„, ein Museum für Spielzeugsoldaten an der Ecke Marine Terrace und Criffel Street.
Tim Barker hat das Museum gegründet, in dem er seine Sammlung untergebracht hat, die seit über fünfzig Jahren besteht. Mehr als 10 000 Figuren sind hier zu bestaunen: Soldaten, Kanonen, Fahrzeuge, Katapulte, Burgen usw. Tim Barker hat sie bei seinen Reisen durch die Welt gekauft und mitgebracht. Angefangen mit Soldaten aus dem Reich der Ägypter bis hin zu Panzern des Zweiten Weltkriegs, hier in Silloth findet man alles, was das Herz eines Militaria-Sammlers höher schlagen lässt. Nachgestellt sind zum Beispiel die Schlachten  von Agincourt, Waterloo, Saratoga und Rorke’s Drift.

Tim Barker ist eigentlich Schauspieler, der in Dutzenden von TV-Serien aufgetreten ist wie „Inspector Morse“, „Der Doktor und das liebe Vieh“, „Polizeiarzt Dangerfield“ oder „Dalziel and Pascoe“. Auch in dem Spielfilm „Calendar Girls“ (dt. „Kalender Girls“) hatte er eine kleine Rolle.

Die Initialzündung für das Interesse an dem Thema erhielt Tim Barker als Kind, als ihm sein Vater das Buch „Little Wars“ von Herbert George Wells schenkte, das in voller Länge „Little Wars: a game for boys from twelve years of age to one hundred and fifty and for that more intelligent sort of girl who likes boys‘ games and books“ heißt und 1913 erstmals erschienen ist (es wurde nicht ins Deutsche übersetzt). Darin erstellt der Schriftsteller ein Regelwerk für das Spielen mit Spielzeugsoldaten, das Tim Barker so verinnerlicht hat, dass es die Grundlage für die Aufstellung seiner Sammlung in Silloth bildet.

„Soldiers in Silloth“ ist ganzjährig am Wochenende geöffnet, vom 1. Juni bis zum 30. September auch dienstags bis freitags von 13 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt bescheidene £2.

Hier ist ein kleiner Film über das Museum zu sehen.

Die Criffel Street in Silloth.
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Published in: on 3. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Richard III Experience im Monk Bar von York (North Yorkshire)

König Richard III auf der Anklagebank. Eigenes Foto.

Als wir das Richard III-Museum in York besuchten, das sich seit einigen Jahren The Richard III Experience nennt, gingen sintflutartige Regenfälle über der Stadt nieder, und wir waren froh, uns in trockenen Räumen aufhalten zu können. Einige wenige Touristen suchten im Vorraum des Museums  Zuflucht, sonst waren wir ganz allein in der Ausstellung.

Seit 1992 gibt es das Museum schon, das im Monk Bar untergebracht ist, einem jener Tore in den Stadtmauern, die York noch heute in Teilen umschließen. Von den drei Räumen des Museums soll der oberste 1484 von Richard III selbst in Auftrag gegeben worden sein. Der König hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass diese Räumlichkeiten nach mehr als 500 Jahren noch immer seinem Andenken gewidmet sind.

Die Ausstellung ist sehr interessant aufbereitet. Das Kernstück bildet ein Gerichtsverfahren, in dem Richard III des Mordes an seinen beiden Neffen angeklagt wird. Per Knopfdruck kann man den Ton dazuschalten und anschließend werden die Besucher aufgefordert, in ein ausliegendes Buch ihre Meinung zu schreiben, ob der König schuldig oder unschuldig ist.

Im obersten Raum, der durch eine kleine enge Steintreppe zugänglich ist, kann man die von Richard III angeordneten Hinrichtungen nacherleben. Bei unserem Besuch war der Raum geschlossen und ein Hinweisschild stand vor der Tür „Apologies: The executioner is on holiday. Your appointment with death has been postponed„. Noch einmal Glück gehabt!

Anlässlich der Entdeckung des Skeletts des Königs in Leicester und seiner erneuten Beerdigung hat man im Museum einige diesbezügliche Installationen untergebracht. Ein auf dem Schlachtfeld von Towton gefundenes Skelett eines Soldaten wird hier im Museum seit zwei Jahren zur Schau gestellt (hier ist ein Film in Zeitraffer über die Aufstellung).

Im Museumsshop kann man sich mit Literatur über Richard III und allerlei Devotionalien eindecken. Ein Besuch lohnt sich (auch bei schönem Wetter!).

Der Inhaber und die „Seele“ des Museums, Mike Bennett, ist leider im Jahr 2004 im Alter von nur 55 Jahren gestorben. Übernommen wurde das Museum unter der neuen Bezeichnung von der Jorvik Group, die im Micklegate Bar Richards Widersacher Henry VII ebenfalls ein Museum gewidmet hat, The Henry VII Experience.

Siehe zum Thema auch meinen Blogeintrag über die Richard III Society.

 

The Richard III Experience
Monk Bar
York
YO1 7LQ

In uraltem Gemäuer ist das Museum untergebracht. Eigenes Foto.

Der Henker war glücklicherweise im Urlaub. Eigenes Foto.

The Monk Bar in York.
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Published in: on 1. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Tipus Tiger im Londoner Victoria & Albert Museum

Author: Victoria and Albert Museum.
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Ich habe das berühmte Londoner Victoria & Albert Museum bisher nur einmal vor längerer Zeit besucht, als damals eine Ausstellung der Fabergé-Eier stattfand. Man kann sich in dem riesigen Museum an der Cromwell Road in Kensington endlos lange aufhalten und man wird immer wieder etwas Neues entdecken.

Einer der Schätze des V&A ist ein merkwürdiges Figurenensemble: Tipus Tiger. Ende des 18. Jahrhunderts wurde es für Tipu Sultan hergestellt, einem Herrscher aus dem südindischen Staat Mysore, und es zeigt einen Tiger, der auf einem britischen Soldaten sitzt und ihm an die Gurgel geht. Der Inder war seinerzeit in einen erbitterten Krieg gegen die britischen Eindringlinge verwickelt und die Figur Tipus Tiger soll wohl einen Zwischenfall darstellen, bei dem der Sohn eines britischen Generals von einem Tiger angefallen und getötet wurde.

Es handelt sich bei Tipus Tiger um einen Musikautomaten, der Geräusche erzeugen kann und zwar die Klagelaute des von dem Tiger bedrohten Mannes und die Brummlaute des Raubtieres. Im Inneren des mit Hilfe einer Kurbel angetriebenen Automaten befindet sich sich orgelartiges Instrument mit Pfeifen und Blasebälgen. Durch Betätigen der Kurbel wird auch ein Arm des um sein Leben bangenden Mannes bewegt.

Tipus Tiger wurde nach der Tötung von Tipu Sultan und der Plünderung seines Palastes nach England gebracht, wo er ursprünglich im Tower of London ausgestellt werden sollte, dann aber doch im East India Company Museum untergebracht wurde. Nach dessen Auflösung ging der Automat im Jahr 1880 in den Besitz des Victoria & Albert Museums über, wo er noch heute zu bestaunen ist.

In diesem Film sind Tiger und Soldat zu sehen und zu hören.

Hier, im Victoria & Albert Museum, wohnt Tipus Tiger.
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Published in: on 30. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Christmas in England 2016: Weihnachten im Charles Dickens Museum in London

Das Museum in der Doughty Street.   © Copyright Stephen Craven and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Museum in der Doughty Street.
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Denkt man an Weihnachten, denkt man oft auch an Charles Dickens‚ „A Christmas Carol“ (dt. „Eine Weihnachtsgeschichte“), eine der berühmtesten und beliebtesten Geschichten der Weihnachtszeit überhaupt. 1843 erschien sie erstmals und wurde seitdem immer wieder aufgelegt und verfilmt (zum Beispiel 1984 mit George C. Scott als Ebenezer Scrooge; gedreht in Shrewsbury in Shropshire. Hier ist der Film zu sehen).

Charles Dickens‘ Haus in London in der Doughty Street Nummer 48, in dem er u.a. seinen Roman „Oliver Twist“ schrieb, wurde 1925 in ein Museum umgewandelt und ist ein Mekka für die Freunde des Schriftstellers in aller Welt.

Jedes Jahr im Dezember werden die Räume des Hauses weihnachtlich geschmückt und es verbreitet sich eine ganz besondere Atmosphäre in den „heiligen Hallen“. Die Museumsbetreiber haben sich auch in diesem Jahr wieder einiges ausgedacht, womit sie die Besucher erfreuen können. Hier sind einige Beispiele:

Die „Costumed Christmas Walks“ führen in die alten Gassen und Straßen der City of London, in denen „Die Weihnachtsgeschichte“ spielt, und in der ultramodernen Stadt haben sich davon tatsächlich noch einige erhalten.

Eine weitere Tour auf den Spuren des großen Meisters nennt sich „Twists and Turns“ und führt zu den Schauplätzen des Romans „Oliver Twist“. Der 90minütige Spaziergang beginnt am Museum und wird am 10. Dezember um 11 Uhr durchgeführt.

Die „Christmas Housemaid’s Tour“ (11. und 18. Dezember) zeigt den Besuchern das Haus in der Doughty Street von oben bis unten und man erfährt dabei einiges über das Privatleben des Schriftstellers.

An mehreren Nachmittagen und Abenden im Dezember liest Professor Michael Slater aus dem Buch “ A Christmas Carol“. Er ist einer der führenden Dickens-Experten weltweit und war Präsident der International Dickens Fellowship. Am 12.,13. und 23. Dezember kann man Professor Slater jeweils um 15.30 Uhr und 18.30 Uhr zuhören.

Ein besonderes Highlight dürfte wieder die Aufführung von “ A Christmas Carol“ durch den Schauspieler Dominic Gerrard sein. Das ist eine One-Man-Show, von der ein winziger Appetithappen hier zu sehen ist.

Am 14. und 21. Dezember steht das Charles Dickens Museum unter dem Motto „Christmas by Candlight„; dann sind die Räume abends durch viele Kerzen erleuchtet, was ihnen eine ganz besondere Atmosphäre verleiht.

Das Museum ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, an einigen Tagen auch länger. Dieser Film zeigt das Innere des Museums und dieser einen weihnachtlich geschmückten Raum.

Die Doughty Street ist eine schöne baumbestandene Straße im Stadtteil Camden. Hier befinden sich auch in der Nummer 54, nur ein paar Meter vom Dickens-Museum entfernt, die Doughty Street Chambers, die größte Anwaltsgemeinschaft der Welt, die sich für Menschenrechte einsetzt und bei der u.a. auch George Clooneys Frau Amal arbeitet.

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Published in: on 6. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das einzige Staubsaugermuseum Großbritanniens in Heanor (Derbyshire)

Ein Staubsauger der Firma Dyson. This work is released into the public domain.

Ein Staubsauger der Firma Dyson.
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Wer in Heanor (Derbyshire) und Umgebung Probleme mit seinem Staubsauger hat, der kann sich vertrauensvoll an James „Mr. Vacuum Cleaner“ Brown wenden, denn es gibt sicher nicht viele Menschen in Derbyshire, die sich ähnlich gut mit diesem Haushaltsgerät auskennen. In der Market Street 23 in Heanor ist sein Laden zu finden, in dem er Staubsauger verkauft, repariert und seine riesige Sammlung ausstellt, die einzigartig in Großbritannien ist.

James Brown begann sich schon als Kind für Staubsauger zu interessieren und bekam seinen ersten im Alter von acht Jahren; ja, er ging sogar so weit, dass er sein Taschengeld dafür ausgab. Bis heute hat er zwischen £30 000 und £50 000 für den Kauf von „vacuum cleaners“ ausgegeben. Im Jahr 2010 eröffnete Mr Brown einen Laden und ein Museum in Eastwood, einem Nachbarort, bevor er in die Market Street von Heanor zog. Mit seiner Sammlung von über 300 Geräten hat er es sogar ins Guinness Book of Records geschafft. Sein ältester Staubsauger, ein Hoover 700, stammt aus dem Jahr 1926. Das Wort „to hoover“ für staubsaugen, nach dem amerikanischen Patentinhaber William Henry Hoover (1849-1932), hat sogar Einzug in den englischen Sprachgebrauch gefunden.

Es gibt nicht mehr allzuviele Staubsauger, die James Brown in seiner Sammlung fehlen. Man kann sie sich während der Ladenöffnungszeiten in seinem Museum in Heanor ansehen. Eintritt dafür verlangt er nicht, nur ein überdurchschnittliches Interesse sollte man schon mitbringen, sonst wird es schnell langweilig. Dieser Film stellt Mr Vacuum Cleaner vor.

Heanor liegt nordwestlich von Nottingham, dort wo die A608 und die A6007 zusammentreffen.

In den USA gibt es ebenfalls Vacuum Cleaner Museums wie eines an der Route 66 in St James, Missouri und eines in Portland, Oregon.

Mr Vacuum Cleaner
23 Market Street
Heanor
Derbyshire DE75 7NR

...und ein Modell der Firma Kirby. Author: Don Dearing. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

…und ein Modell der Firma Kirby.
Author: Don Dearing.
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Published in: on 3. Dezember 2016 at 02:00  Comments (1)  
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The Museum of English Rural Life der Universität von Reading (Berkshire) – Seit dem 19. Oktober wieder geöffnet

Der Museumseingang.   © Copyright Rose and Trev Clough and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Museumseingang.
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Ein Museum, das sich mit dem englischen Landleben beschäftigt, vermutet man eigentlich irgendwo draußen auf dem Lande, das Museum of English Rural Life liegt aber mitten in der Stadt Reading in Berkshire, auf dem Gelände der University of Reading an der Redlands Road. Nach einem Komplettumbau. der rund £3 Millionen kostete, öffnete das Museum seine Pforten wieder am 19. Oktober diesen Jahres.

Das Museum of English Rural Life wurde bereits wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg 1951 gegründet. Damals war das Interesse an der Landwirtschaft besonders groß, denn in den Kriegszeiten wurden alle verfügbaren Flächen für den Anbau landwirtschaftlicher Produkte genutzt, neuentwickelte Maschinen kamen zum Einsatz und Frauen arbeiteten verstärkt in diesem Bereich und ersetzten die männlichen Arbeitskräfte, die im Krieg waren. So kam man in der Universität von Reading auf die Idee, dem Thema „Landleben“ ein eigenes Museum zu widmen und es ist bis heute das größte seiner Art in ganz Großbritannien.

Im Jahr 2005 fand ein Umbau und eine Vergrößerung des Museums statt, der £11 Millionen kostete, und seit der Neueröffnung in diesem Herbst kann man in neun zusätzlichen Ausstellungsräumen noch wesentlich mehr Artefakte besichtigen als zuvor. Um das Museum auch für Kinder attraktiv zu machen, hat man jetzt viel Wert auf interaktive Ausstellungsstücke gelegt wie zum Beispiel einer Kuh, der man per Knopfdruck „cow sounds“ entlocken kann. Das Museum umfasst über 25 000 Gegenstände, die angeschlossene Bibliothek hat rund 100 000 Bücher, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema Landleben beschäftigen. In der Sammlung befinden sich weiterhin mehr als eine Million Fotografien und Hunderte von Stunden historischer Filme.

Der Eintritt in das Museum ist frei. Es ist von Dienstag bis Freitag von 9 Uhr bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Museum of English Rural Life
University of Reading
Redlands Road
Reading RG1 5EX

Der Museumsgarten.   © Copyright don cload and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Museumsgarten.
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Published in: on 25. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ungewöhnliche Museen in Hastings (East Sussex) Teil 2: The Shipwreck Museum

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Ein Stück weit entfernt vom True Crime Museum, das ich gestern in meinem Blog vorstellte, liegt, ebenfalls direkt am Strand von Hastings, ein anderes ungewöhnliches Museum, das sich mit dem Thema „Schiffswracks“ beschäftigt: The Shipwreck Museum. Zwischen dem Bluereef Aquarium und dem Fishermen’s Museum steht dieses liebevoll eingerichtete Haus an der Rock-A-Nore Road, das man kostenfrei besuchen kann. „Treasures From The Deep“ und „140 Million Years To The Present“ steht auf einem Schild vor dem Eingang. Die „Schätze aus der Tiefe“ sind Gegenstände, die man aus Schiffen geholt hat, die vor diesem Küstenstrich gesunken sind wie die „Amsterdam„, ein Handelsschiff, das auf seiner Jungfernfahrt am 26. Januar 1749 in einen schweren Sturm vor der englischen Südküste geriet und sank. 1969 wurde es bei Hastings wieder aufgefunden. Bei Niedrigwasser sind noch heute einige Holzteile des Wracks zu sehen. Auch Artefakten aus dem Schiff HMS Anne sind im Museum ausgestellt, das 1690 nach der Schlacht von Beachy Head ausbrannte.

Neben diesen Fundstücken aus gesunkenen Schiffen werden auch noch Fossilien ausgestellt, die in der Nähe von Hastings gesammelt worden sind.

Das Shipwreck Museum erhält keine finanzielle Unterstützung aus der öffentlichen Hand und lebt überwiegend vom Verkauf seiner Waren im Souvenirladen. Dort ist ein breites Angebot von Dingen zu finden, die alle einen maritimen Bezug haben; viele wurden von einheimischen Künstlern angefertigt.
Hier ist ein Film über das Museum zu sehen.

Im Sommerhalbjahr ist das Museum täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr, im Winterhalbjahr nur am Samstag und Sonntag von 11 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Zwischen Museum und Meer ist ein großer Parkplatz, so gibt es diesbezüglich hier keine Probleme.

The Shipwreck Museum
Rock-a-Nore Road
Hastings, East Sussex TN34 3DW

Aus einem Wrack geborgene Flaschen.   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Aus einem Wrack geborgene Flaschen.
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Wrackreste der "Amsterdam". Author: Detecting. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Wrackreste der „Amsterdam“.
Author: Detecting.
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Published in: on 12. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ungewöhnliche Museen in Hastings (East Sussex) Teil 1: The True Crime Museum

In diesem imposanten Gebäude ist das True Crime Museum untergebracht.   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In diesem imposanten Gebäude ist das True Crime Museum untergebracht.
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An der Strandstraße in Hastings (East Sussex), die an dieser Stelle White Rock heißt (die A259), steht ein großes imposantes Gebäude namens Palace Court, dessen hinterer Teil in die Klippen hineingebaut ist. Hier finden wir seit dem Jahr 2014 ein außergewöhnliches Museum, das alle interessieren wird, die sich mir der britischen und internationalen Verbrechensgeschichte auseinandersetzen möchten: The True Crime Museum, „the largest collection of crime memorabilia in the UK“. Der Kurator Joel Griggs hat hier eine Fülle von Ausstellungsgegenständen zusammengetragen, deren Anblick manchem kalte Schauer den Rücken herunterlaufen lassen wird. Da sind beispielsweise die Original-Fässer, in denen der sogenannte Säurebadmörder John George Haigh (ich berichtete in meinem Blog über ihn) seine Opfer bis (fast) in Nichts auflöste. In einem anderen Raum steht eine Badewanne, in der der Auftragskiller John Childs in den 1970er Jahren in London seine Opfer zerstückelte. Dann gibt es eine Vorrichtung zu sehen, auf der zum Tode verurteilte Mörder ihre tödlichen Injektionen erhielten.

In einer anderen Ecke steht ein von Kugeln durchsiebter Jeep Cherokee, in Vitrinen findet man unzählige Erinnerungsstücke von Verbrechern wie von den berüchtigten Kray-Zwillingen, die in den 1960er Jahren London unsicher machten.

Das True Crime Museum ist ziemlich gruselig gestaltet und in Höhlengängen untergebracht. Hin und wieder werden hier auch Vorträge gehalten wie über den Yorkshire Ripper Peter Sutcliffe oder über Jack the Ripper. Im Museumsshop kann man aus einer Fülle von True Crime-Büchern und -DVDs das passende auswählen. Wer in den Gewölben eine Party veranstalten möchte, kann auch das haben, eine „Criminal Record“ Disco und eine Bar stehen zur Verfügung. Dieser Film gibt einen ersten Überblick über das True Crime Museum.

Der Eintrittspreis beträgt £7.50. Das Museum ist ganzjährig täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

True Crime Museum
Palace Avenue Arcade
White Rock
Hastings, East Sussex, TN34 1JP

Published in: on 11. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Bowes Museum in Barnard Castle (County Durham)

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Ein solch beeindruckendes Gebäude, in dem das Bowes Museum untergebracht ist, erwartet man nicht unbedingt in der Kleinstadt Barnard Castle im Teesdale in County Durham. Man fühlt sich eher in die Region der Loireschlösser versetzt.
Der Architekt war allerdings auch Franzose, Jules Pellechet, und die Grundsteinlegung erfolgte 1869. Bauherr waren der erfolgreiche Geschäftsmann John Bowes und seine französische Frau Joséphine, eine Pariser Schauspielerin. Beide zeigten sich sehr an Kunst interessiert und das in französischem Stil erbaute Haus konzipierten sie auch von Anfang an als Kunstgalerie.
Joséphine starb bereits 1874, ein herber Schlag für ihren Mann, der die Lust verlor, weiterhin Kunstgegenstände zu sammeln. Nach dem Tode von John Bowes übernahmen Treuhänder die Sammlung und am 10. Juni 1892 wurde das Bowes Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Zu finden sind auf den 3 Etagen des Museums u.a. Werke von El Greco, Canaletto und Goya, Sèvres-Porzellan, wertvolle Uhren und unzählige andere Kostbarkeiten.
Eine Besonderheit ist der Silberne Schwan, ein mechanischer Automat aus dem 18. Jahrhundert, der in einem Glaskasten sitzt und in einem Fluss zu schwimmen scheint, aus dem er Fische fängt und diese verspeist.
Um den empfindlichen Mechanismus zu schonen, wird der Schwan nur noch einmal am Tag, um 14 Uhr, in Bewegung gesetzt. Das ganze Schauspiel dauert 40 Sekunden. Dieser Film zeigt den eindrucksvollen Schwan im Detail.

 

Published in: on 8. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Tring Brewery in Hertfordshire und das De Havilland Aircraft Museum

Die Brauerei an der London Road.   © Copyright Michael Trolove and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Brauerei an der London Road.
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Ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Namen englische Brauereien ihren Bieren geben; da müssen sehr fantasievolle Menschen am Werke sein. Auch die Tring Brewery in Hertfordshire, in dem gleichnamigen Ort ansässig, macht da keine Ausnahme. Da heißt ein Bier „Side Pocket For A Toad“, ein anderes „Death Or Glory“ und wieder ein anderes „Aldbury Alchemist“.

Zwei erfahrene Braumeister lenken die Geschicke der Brauerei, der Gründer Richard Shardlow und Andrew Jackson, die beide vorher in anderen großeren Brauereien des Landes gearbeitet haben.

Seit Anfang des Jahres 2016 hat man in der Tring Brewery eine neue Serie aufgelegt, monatlich wechselnde saisonale Biere, die alle nach Flugzeugen der Firma De Havilland benannt sind. Die Flugzeugbaufirma hatte ihren Stammsitz in Hatfield, ebenfalls in Hertfordshire, und ein großes Museum bei London Colney, dicht an der Autobahn M25, sammelt alle Flugobjekte dieser Firma, das De Havilland Aircraft Museum. Dort ist man gerade dabei einen neuen Hangar zu bauen, in den alle Flugzeuge untergebracht werden sollen, die bisher noch draußen stehen und Wind und Wetter ausgesetzt sind. Mehr als £2 Millionen wird das neue Gebäude kosten und trotz Unterstützung durch den Heritage Lottery Fund fehlen noch immer rund £500 000. So hat sich die Tring Brewery mit dem Museum zusammengetan, um einen Teil der benötigten Gelder zusammenzubringen.

Im Monat Januar begann die neue Bierserie mit „Albatross„, benannt nach einem Verkehrsflugzeug, das De Havilland Ende der 1930er Jahre baute. Es folgten „Hornet“ im Februar und „Hummingbird“ im März. Das Bier des Monats Oktober ist zurzeit „Vampire„, in den letzten beiden Monaten des Jahres werden noch „Wooden Wonder“ und „Comet“ gebraut.

Man kann alle Biersorten der Brauerei in deren Shop in der London Road, gegenüber von Tesco, kaufen. Die Tring Brewery bietet donnerstags und samstags auch Besichtigungstouren mit Verkostung an.

Mein Übernachtungstipp für diese Region: Das Pendley Manor Hotel im Cow Lane, östlich von Tring.

Tring Brewery
Dunsley Farm
London Road
Tring
Hertfordshire
HP23 6HA

Das De Havilland Aircraft Museum bei London Colney (Hertfordshire).   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das De Havilland Aircraft Museum bei London Colney (Hertfordshire).
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Eine De Havilland Vampire, nach der das Bier des Monats Oktober benannt wurde. This work has been released into the public domain.

Eine De Havilland Vampire, nach der das Bier des Monats Oktober benannt wurde.
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Published in: on 15. Oktober 2016 at 02:00  Comments (2)  
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The Time Machine Museum of Science Fiction in Bromyard in Herefordshire

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An der A44 zwischen Worcester und Leominster in der Grafschaft Herefordshire liegt die kleine Marktstadt Bromyard, in der man ein außergewöhnliches Museum findet, das zu einer Pilgerstätte für Dr Who-Fans geworden ist. „Dr Who“ ist eine Science Fiction-Fernsehserie in Großbritannien, die schon seit Jahrzehnten Kultstatus erreicht hat. 1963 lief die erste Folge „vom Band“ und wird noch heute ausgestrahlt, zurzeit mit Peter Capaldi in der Titelrolle. In Deutschland hat die SF-Serie nie Fuß gefasst; ein halbes Dutzend Sender versuchten sich daran, aber ohne großen Erfolg. Seit einiger Zeit kann man frühere Folgen auf Einsfestival sehen.

Diesem Dr Who und anderen Fantasy-Gestalten ist das Time Machine Museum of Science Fiction in Bromyard gewidmet. Red Dwarf, Star Trek und Star Wars sind weitere SF-Serien und -Filme, die in dem Museum eine Rolle spielen. Die Museumsbetreiber haben eine Fülle von Kostümen und Requisiten zusammengetragen, die bei der Produktion der Filme verwendet wurden. Wie heute in vielen Museen üblich, kann man auch hier auf zahlreiche Knöpfe drücken und dadurch Licht- und Geräuscheffekte hervorrufen. Das Time Machine Museum of Science Fiction sieht von außen recht klein aus, im Inneren wird man aber durch viele Räume geleitet und es erweist sich als wesentlich größer als vermutet. Jeder Raum ist voll mit Erinnerungsstücken und man hat sich hier sehr viel Mühe gemacht, damit alle Science Fiction-Fans voll auf ihre Kosten kommen. Das Museum steht mitten in der Innenstadt von Bromyard und ist im Juli und August täglich geöffnet, sonst in den anderen Monaten immer samstags und sonntags von 10.30 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintritt beträgt £8 für Erwachsene und £6 für Kinder.
Wem der Weg nach Bromyard zu weit ist, der kann sich mit diesem ausführlichen Film einen Eindruck von dem Museum verschaffen.

Time Machine Museum of Science Fiction
12 The Square
Bromyard
Herefordshire, HR7 4BP

Published in: on 30. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Milchflaschensammlung des Steve Wheeler aus Malvern in Worcestershire

Hier an der Leigh Sinton Road in Malvern steht das Milk Bottle Museum.   © Copyright Mat Fascione and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier an der Leigh Sinton Road in Malvern steht das Milk Bottle Museum.
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Am 02.02.2011 schrieb ich in meinem Blog schon einmal über das Thema „Milchflaschensammeln„, das ich heute noch einmal aufnehmen möchte, indem ich die riesige Sammlung von „milk bottles“ des Steve Wheeler aus Malvern in Worcestershire vorstelle.
Über 35 Jahre schon sammelt der Mann diese Objekte, die für die meisten von uns allen gleich aussehen; aber weit gefehlt. Es gibt da eine große Bandbreite an Formen , an Etiketten usw. Steve Wheeler hat Milchflaschen aus der ganzen Welt zusammengetragen und es bisher auf rund 20 000 Stück geschafft, wobei der Löwenanteil, nämlich über 17 000 Flaschen, aus Großbritannien kommt. Die Sammlung hat er in Regalen in einem Gebäude hinter seinem Haus in der Leigh Sinton Road Nummer 16 untergebracht, das er als „Milk Bottle Museum“ bezeichnet. Dort finden sich Schätze aus Molkereien, die schon lange nicht mehr existieren, von der königlichen Royal Dairy Farm in Windsor usw. usw.
Es begann damit, dass Steve Wheeler auf einer Wanderung durch die Brecon Beacons in Wales eine schmutzige alte Milchflasche fand, die, wie er recherchierte, aus einer lange geschlossenen Molkerei aus Shropshire stammte. Da war das Jagdfieber geweckt, das bis heute angehalten hat und auch jetzt ist ihm kein Weg zu lang, um eine Flasche in seine Sammlung aufzunehmen, die ihm noch fehlt und das sind noch mehrere Tausende.
Etwa £100,000 ist seine Kollektion wert und am liebsten würde er daraus ein richtiges Museum machen mit festen Öffnungszeiten, denn bisher können Interessenten die Flaschen nur nach vorheriger Anmeldung sehen.

Steve Wheeler verabscheut übrigens Milch und hat seit seiner Kindheit keine mehr getrunken. In diesem Film kommt er selbst zu Wort und zeigt uns seine Sammlung.

 

Published in: on 25. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Cuckooland – Ein Museum für Kuckucksuhren in Tabley (Cheshire)

Einige der Uhren im Cuckooland Museum. Author: Kirsty Davies. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Einige der Uhren im Cuckooland Museum.
Author: Kirsty Davies.
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Die Brüder Roman und Maz Piekarski haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, sich mit dem Thema Kuckucksuhren zu beschäftigen; dabei sind sie weltweit zu den anerkanntesten Spezialisten geworden. Bei Tabley, westlich von Knutsford an der A556, im Speckgürtel der Großstadt Manchester, haben sie vor 26 Jahren das Cuckooland Museum eröffnet, das umfangreichste Kuckucksuhren-Museum der Welt, untergebracht in einer ehemaligen Schule. In dieser Zeit haben sie mehr als 700 dieser beliebten Uhren aus dem Schwarzwald zusammengetragen. Die beiden Brüder bieten darüber hinaus auch noch einen Reparaturdienst für Kuckucksuhren und andere mechanische Uhren an. Selbst aus der Heimat der Uhren, dem Schwarzwald. kommen hin und wieder Restaurierungsaufträge in Tabley an.

Die Piekarski-Brüder aus dem ländlichen Cheshire haben sogar schon Vorträge in der Heimat dieser Uhren, im Schwarzwald, gehalten und stehen in ihrem Fachwissen den dortigen Technikern in nichts nach. Des Weiteren haben die beiden die International Cuckoo Clock Keepers‘ Society gegründet. die über 450 Mitglieder hat, darunter die Auktionshäuser Sotheby’s und Christie’s.

Wer sich eine Kuckucksuhr zulegen möchte, kann das in dem  angeschlossenen Shop tun, der auch andere Dinge aus dem Schwarzwald zum Kaufen anbietet wie Bierkrüge und Wetterhäuschen.

Wer sich nicht so besonders für Uhren interessiert, hat die Möglichkeit hier auch anderes besichtigen wie z.B. Original Schwarzwald-Orgeln oder alte klassische Motorräder.

Das Museum ist ganzjährig von 10 – 18 Uhr geöffnet. Die Adresse:
Cuckoo Land
The Old School
Chester Road
Tabley
Cheshire
WA16 0HL

Hier ist ein kleiner Ausschnitt aus einer DVD, die es im Museum zu kaufen gibt.

In dieser ehemaligen Schule ist das Kuckucksuhrenmuseum untergebracht.   © Copyright Roman Piekarski and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In dieser ehemaligen Schule ist das Kuckucksuhrenmuseum untergebracht.
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Published in: on 14. August 2016 at 02:00  Comments (2)  
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The Canal Museum in Stoke Bruerne (Northamptonshire)

Das Kanalmuseum.   © Copyright Mat Fascione and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Kanalmuseum.
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Das kleine Dorf Stoke Bruerne liegt im südlichen Teil von Northamptonshire, nur wenige Kilometer von Northampton entfernt. Bekannt ist der Ort vorwiegend bei Hausbootfahrern, die den Grand Union Canal entschlangschippern.
Hier gibt es das Canal Museum, das über die Geschichte des englischen Kanalbaus informiert.

Das Interesse mit einem „narrow boat“ auf Kanälen entlangzufahren, ist in den letzten Jahren stark gestiegen, zumal immer wieder, lange Jahre brachliegende Kanäle neu eröffnet und freigegeben worden sind.

Das liebevoll gestaltete Museum in Stoke Bruerne gibt Auskunft über die  einstige wirtschaftliche Bedeutung der Kanäle als Transportsystem, zeigt die Arbeit der Schleusenwärter und bietet eine Übersicht über die verschiedenen Bootsformen anhand von zahlreichen Modellen. Das Museum ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Neben diesem Museum unterhält der Canal & River Trust noch zwei weitere: Das National Waterways Museum in Ellesmere Port (Cheshire) und das Gloucester Waterways Museum in Gloucester (Gloucestershire).

Wer einmal auf einem Narrow Boat mitfahren möchte, kann dies hier tun, denn „Charlie“ steht für Ausflüge zur Verfügung. Zwei Pubs, die direkt neben dem Grand Union Canal liegen, sorgen für das leibliche Wohl der Museumsbesucher: The Boat Inn und The Navigation.

Fährt man mit dem Boot von Stoke Bruerne in Richtung Blisworth ist ein Hindernis zu überwinden, nämlich der Blisworth Tunnel, mit 2813m Länge, der drittlängste schiffbare Kanaltunnel Englands.

Dieser Film zeigt ein Stück Idylle am Kanal bei Stoke Bruerne.

The Canal Museum
3 Bridge Road
Stoke Bruerne
Towcester NN12 7SB

Eine Schleuse in Stoke Bruerne.   © Copyright Anne Burgess and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine Schleuse in Stoke Bruerne.
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Die südliche Einfahrt des Blisworth Tunnels.   © Copyright Mat Fascione and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die südliche Einfahrt des Blisworth Tunnels.
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Published in: on 30. Juli 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Der Türkisring Jane Austens, der beinahe den Finger einer US-amerikanischen Popsängerin geziert hätte

   © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die englische Erfolgsschriftstellerin Jane Austen (1775-1817) besaß einmal einen hübschen goldeingefassten Türkisring (hier ist ein Foto davon), den man heute im Jane Austen’s House Museum in Chawton (Hampshire) besichtigen kann. Nach ihrem Tod ging der Ring in den Besitz ihrer Schwester Cassandra über, die ihn wiederum ihrer Schwägerin Eleanor Austen schenkte. Der Ring blieb im Besitz der Familie bis er im Jahr 2012 auf einer Londoner Auktion angeboten wurde. Der festgesetzte Mindestpreis betrug £30 000, eine ziemlich hohe Summe, aber angesichts der Tatsache, dass aus dem Nachlass der Autorin nur drei Schmuckstücke existieren, ein durchaus realistisches Angebot. Doch was dann tatsächlich als Gebot auf den Tisch kam, überraschte alle Interessenten, nämlich £152 450, also mehr als das fünffache des Mindestpreises. Wer war denn bereit, so viel Geld für das Schmuckstück auszugeben? Die US-amerikanische Popsängerin Kelly Clarkson, ein Fan Jane Austens und Sammlerin von Memorabilien der Autorin. Die Texanerin wurde durch die Castingshow American Idol entdeckt und hat seitdem Karriere gemacht. Mehrere ihrer Alben erreichten Platz 1 der amerikanischen Charts. Hier ist sie mit ihrem Song „Because of you“ zu hören.
Doch Kelly Clarkson hatte sich zu früh gefreut, der amtierende Minister für kulturelle Angelegenheiten Ed Vaizey erließ ein Exportverbot für den Ring, denn der sollte im Lande bleiben. Eine Spendenkampagne „Bring the ring home“ wurde ins Leben gerufen, um den Ring der Sängerin wieder abzukaufen und tatsächlich kam genügend Geld zusammen, darunter eine anonyme Spende über £100 000.

Kelly Clarkson war fair, das muss man schon sagen, denn sie stimmte dem Rückkauf zu, ohne Anwälte damit zu beauftragen, Vaizeys Entscheidung anzufechten. Vielleicht kommt sie ja eines Tages in Chawton vorbei und sieht sich den Ring und andere Erinnerungsstücke von Jane Austen in dem ihr gewidmeten Museum an; es liegt an der A31 Winchester-Guildford.

Kelly Clarkson. Author: vagueonthehow. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Kelly Clarkson.
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Published in: on 21. Juli 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„Grandma Flew Spitfires“ – Eine Dauerausstellung im Maidenhead Heritage Centre

Ein Spitfire Girl. his artistic work created by the United Kingdom Government is in the public domain.

Ein Spitfire Girl.
This artistic work created by the United Kingdom Government is in the public domain.

Das erste Mal wurde ich durch die Krimiserie „Inspector Barnaby“ auf die Air Transport Auxiliary (ATA) aufmerksam. In der Episode 99 „The Flying Club“ (dt. „Flieg, Mörder flieg“), über die ich in meinem Blog berichtete, steht die ATA im Mittelpunkt des Geschehens, eine Gruppe von Amateurpiloten (darunter über 160 Frauen) im Zweiten Weltkrieg, die Militärflugzeuge, meist im Inland, hin und her transportierten. Sie brachten zum Beispiel neue Flugzeuge von den Fabriken zu ihren Einsatzorten, reparierte Maschinen zurück zu den Flugplätzen oder Crews dorthin, wo sie gerade dringend benötigt wurden. Sie flogen u.a. Hawker Hurricanes, Lancasters und Spitfires, eigentlich alles, was die Royal Air Force im Einsatz hatte. Das White Waltham Airfield bei Maidenhead in Berkshire war das Hauptquartier der ATA (dort wurde auch die Inspector Barnaby-Folge gedreht) und in Maidenhead selbst, im Maidenhead Heritage Centre in der Park Street, kann man sich eine Dauerausstellung ansehen, die unter dem Titel „Grandma Flew Spitfires“ läuft und die sich mit dem Thema Air Transport Auxiliary beschäftigt. Hier hat man alles zusammengetragen, was man im ganzen Land finden konnte, als da sind Uniformen, Logbücher, Kartenmaterial, persönliche Erinnerungen, Zeitungsausschnitte und jede Menge Fotos.

Besonders der Einsatz der Pilotinnen war damals spektakulär und sie galten als die Glamour Girls der Lüfte; hübsche junge Frauen, die ihr Leben aufs Spiel setzten, um die ungewohnten Flugzeuge von A nach B zu transportieren. Es waren nicht nur britische Frauen; unter den fliegenden Damen waren auch einige aus den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika. Zahlreiche Bücher sind über sie geschrieben wurden wie „The Female Few: Spitfire Heroines of the Air Transport Auxiliary“ (The History Press 2012) von Jacky Hyams, einige Pilotinnen haben ihre Erlebnisse selbst niedergeschrieben wie Rosemary Du Cros in „ATA Girl: Memoirs of a Wartime Ferry Pilot“ (Muller 1983). Hier ist ein Film über die Spitfire Women.

Um noch einmal auf das Maidenhead Heritage Centre und die Ausstellung „Grandma Flew Spitfires“ zurückzukommen. Das Museum ist dienstags bis samstags von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei, die ATA-Ausstellung aber kostenpflichtig (£3.50).
Eine Besonderheit sei noch erwähnt: Im Haus gibt es einen Spitfire Simulator, in dem jedermann seine Flugkünste in diesem Jagdflugzeug des Zweiten Weltkriegs erproben kann. Ein 15minütiger Flug kostet £7.50. Wie das abläuft, zeigt dieser Film.

Maidenhead Heritage Centre
18 Park Street
Maidenhead SL6 1SL

Hier ist die Ausstellung zu sehen.   © Copyright John Raine and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier ist die Ausstellung zu sehen.
    © Copyright John Raine and
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Das White Waltham Airfield bei Maidenhead, früheres Hauptquartier der ATA.   © Copyright Stuart Logan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das White Waltham Airfield bei Maidenhead, früheres Hauptquartier der ATA.
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