High Wycombe in Buckinghamshire – Die Stadt der Möbel und ihr Stuhlmuseum

Anlässlich der Jahrtausendwende wurde in High Wycombe dieser Millennium Chair Arch aufgestellt.
Photo © David Hillas (cc-by-sa/2.0)

Es gab einmal eine Zeit, da war die Stadt High Wycombe in Buckinghamshire die „chairmaking capital of the world„. Nirgendwo auf der Welt wurden so viele Stühle produziert wie in der heute ca 95 000 Einwohner zählenden Stadt. Besonders bekannt war der hier hergestellte Windsor Chair, schon im 18. Jahrhundert entwickelt und bis heute als Massenware produziert. Doch nicht nur Stühle, auch andere Möbel kamen nach und nach zu der Produktpalette hinzu. Die Bedeutung der Möbelindustrie für High Wycombe heute ist nicht mehr die gleiche wie früher; einige Fabriken wurden geschlossen, andere zogen um, weil der Grund und Boden immer teurer geworden ist (London ist nur 50 Kilometer weit entfernt). Der örtliche Fußballverein Wycombe Wanderers, der in der Football League One spielt, trägt den Spitznamen The Chairboys.

Es liegt auf der Hand, dass es in der Stadt ein Museum gibt, das sich ganz der Stuhlherstellung gewidmet hat: Das High Wycombe Chair Making Museum, zu finden in der Grafton Street in einem Gebäude namens Kraftinwood, in dem auch eine Kunstgalerie und eine Drechselwerkstatt untergebracht sind. Das Museum zeigt u.a. wie die Windsorstühle hergestellt werden, wie aus den Baumstämmen aus dem Umland durch die Arbeit der bodger, benchmen und framer, wie diese Handwerksberufe hießen, Stühle entstanden. Hier ist ein Besuch in einer Werkstatt, die Windsorstühle herstellt.

Das Museum ist, außer donnerstags, täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr geöffnet (sonntags von 12 Uhr bis 17 Uhr). Der Eintritt kostet £4.

Bitte nicht verwechseln mit dem Wycombe Museum in der Priory Avenue!

High Wycombe Chair Making Museum
Kraftinwood
Grafton Street
High Wycombe
Buckinghamshire
HP12 3AJ

Die Evans Furniture Factory in der Lincoln Road.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 13. Oktober 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Dennis Severs‘ House in der Londoner Folgate Street

Das Haus mit den roten Fensterläden ist das Museum.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Heute begeben wir uns in den Londoner Stadtteil Shoreditch und zwar in die Folgate Street, das ist eine schmale Gasse zwischen der Commercial Street und der von Glaspalästen gesäumten Straße Norton Folgate (A10). Hier, in der Nummer 18, befindet sich ein Museum der besonderen Art, das sich Dennis Severs‘ House nennt.

Dennis Severs (1948-1999) war ein Kalifornier, der 1979 in das damals ziemlich verwahrloste Hause in der Folgate Street zog. Er verwendete viel Zeit und Geld, um die zehn Räume wieder in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen, was ihm außerordentlich gut gelang. Der Amerikaner gestaltete jeden Raum anders, jeder präsentiert einen jeweils anderen Zeitabschnitt im Rahmen von 1724 bis 1914. Dennis Severs erfand die Jarvis-Familie, Seidenweber hugenottischer Abstammung, die er hier in der Folgate Street unterbrachte, eine Familie, die der Besucher überall wahrzunehmen meint, sie aber nie zu Gesicht bekommt. Jeder Raum sieht aus, als hätten ihn die Bewohner vor einer Minute kurz verlassen. Die Sinne der Besucher werden angesprochen, Gerüche und Geräusche sind da, hier ein ungemachtes Bett, da prasselnde Kaminfeuer in den Räumen, Kerzen überall, Essen steht auf dem Tisch (echtes, kein künstliches!), Uhren schlagen. Dennis Severs‘ Haus ist weniger ein Museum als eine Art Zeitkapsel, in der eine fiktive Familie über mehrere Generationen gefangen gehalten wird.

So verwundert es nicht, dass die Räumlichkeiten in der Folgate Street Nummer 18 schon mehrfach für historische Fernsehdokumentationen herhalten mussten wie zum Beispiel Lucy Worleys „If walls could talk: the history of the home“ (hier ist die erste Episode).

Um sich Dennis Severs‘ Haus anzusehen, sollte man vorher buchen, zum Beispiel eine Silent Night (£15), die dreimal pro Woche zwischen 17 Uhr und 21 Uhr stattfindet oder die Exclusive Silent Night an ausgewählten Abenden mit einem Glas Champagner (£60). Ganz besonders romantisch wirken die Räume in der Weihnachtszeit, wenn sie entsprechend hergerichtet werden.

In diesem Film führt der 1999 verstorbene Dennis Severs selbst durch sein Haus und hier ist ein Besuch im Jahr 2019 zu sehen.

Dennis Severs‘ House
18 Folgate Street
Spitalfields, London E1 6BX

Das Buch zum Artikel:
Dennis Severs: 18 Folgate Street – The Tale of a House in Spitalfields. Chatto & Windus 2001. 288 Seiten. ISBN 978-0701172794.

Published in: on 6. Oktober 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The British Commercial Vehicle Museum in Leyland (Cumbria)

Eine Bedford Green Goddess aus dem Jahr 1956.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Leyland? Richtig, es gab einmal eine britische Firma namens Leyland Motors, später British Leyland, die ihre Fahrzeuge in dem Ort Leyland in Cumbria baute. Gibt es heute nicht mehr, dafür gibt es auf dem ehemaligen Gelände der Firma heute das British Commercial Vehicle Museum, das sich mit der Geschichte und der Entwicklung kommerziell genutzter britischer Straßenfahrzeuge beschäftigt.

Die Bedeutung des Transportgewerbes wird dadurch deutlich, dass rund 98% des Güterverkehrs in Großbritannien durch Lkws vorgenommen wird und täglich ca 5 Millionen Menschen durch Busse befördert werden.

Im British Commercial Vehicle Museum werden zahlreiche Lastwagen und Busse ausgestellt, die sich alle in einem hervorragenden Zustand befinden.
Von einem früher von Pferden gezogenen Bus aus dem 19. Jahrhundert bis zu dem Konzept-Lkw Leyland TX450 ist hier so ziemlich alles zu finden, was in der britischen Transportwelt eine Rolle spielte. Von der Firma Foden, die unter anderem schwere Lastwagen herstellte, gibt es hier einen Steam Wagon zu sehen als auch einen Doppeldeckerbus aus dem Jahr 1956.
Auch eine Kuriosität steht in dem Museum: das 24 Tonnen schwere, sechsrädrige, gepanzerte Papamobil, das von der Firma British Leyland einst für den Besuch Papst Johannes Paul II 1982 in Großbritannien gebaut wurde und sicher nur wenige Kilometer auf dem Tacho haben dürfte.

Das Museum ist ideal (nicht nur) für einen verregneten Urlaubstag und wird sicher auch Kinder interessieren, die hier vieles an den Fahrzeugen ausprobieren dürfen.

Hier ist ein filmischer Rundgang durch das Museum, das, außer montags, täglich von 10 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet ist. Der Eintrittspreis beträgt £8.

The British Commercial Vehicle Museum
King Street
Leyland
Cumbria PR25 2LE

Ein Lastwagen der Marke Foden.
Author: bilbobagweed
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Das für den Papst gebaute Papamobil.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

Published in: on 4. Oktober 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Rolling Stones Fan Museum in Lüchow in Niedersachsen – Ein Stück englischer Rockgeschichte auf deutschem Boden

Eigenes Foto.

Was haben die Orte Dartford in Kent, Hillingdon (Greater London), Lewisham (London), Kingsbury (Greater London), Cheltenham (Gloucestershire) und Lüchow in Niedersachsen gemeinsam? Sie stehen alle mit der legendärsten Rockband aller Zeiten, den Rolling Stones, in Verbindung. In Dartford wurden Mick Jagger und Keith Richards geboren, Ron Wood erblickte in Hillingdon das Licht der Welt, Bill Wyman in Lewisham, Charlie Watts in Kingsbury, Brian Jones (1942-1969) in Cheltenham und in der niedersächsischen Kleinstadt Lüchow steht das weltweit einzige Museum, das der Kultband huldigt.

Ulli Schröder ist der Mann, der jahrelang Memorabilia der Stones zusammengetragen hat und diese in einem ehemaligen Supermarktgebäude ausstellt. Der sympathische Stones-Fan, der seine Museumsbesucher herzlich begrüßt und sich gleich mit Ulli vorstellt, lebt für sein Projekt und beantwortet gern sämtliche Fragen, die sich bei der Besichtigung ergeben.

Ich habe das Museum vor einigen Tagen besucht und war/bin begeistert. Man kann sich hier lange aufhalten und entdeckt ständig etwas Neues. Da Ulli Schröder Galerist des Gitarristen und Malers Ron Wood ist, hängen hier an den Wänden Drucke der großartigen Bilder, die Wood angefertigt hat, das sind überwiegend Porträts von Größen der Rockmusikgeschichte, aber auch von Tieren, deren Originale sehr hoch gehandelt werden.

Zu bestaunen gibt es zwei Mercedes-Autos der S-Klasse, mit Original englischen Nummernschildern, die einmal Billy Wyman gehörten. Eine schwarze BMW-Isetta mit dem „Zungen-Logo“ der Stones steht für €20 000 zum Verkauf. In Vitrinen findet man Gitarren mit Unterschriften berühmter Musiker, der ehemalige HSV-Fußballspieler Charly Dörfel spendete seine Sammlung von über 3000 LPs und überall sind Miniaturen ausgestellt, die in irgendeiner Weise mit der englischen Band in Verbindung stehen.

Der Museumsbesitzer schenkt den Besuchern gern einen Kaffee, ein Guinness-Bier oder andere Getränke aus, denn in dem Haus ist auch ein irischer Pub integriert. Weiterhin gibt es eine Bühne auf der hin und wieder Live-Musik geboten wird. Der schottische Gitarrist Ray Wilson, der  eine Zeit lang bei Genesis arbeitete, wird am 12. Oktober auf dieser Bühne auftreten. Natürlich ist das Konzert schon lange ausverkauft.

In diesem Jahr ist das Museum noch bis zum 31. Oktober geöffnet, dann wird es (leider) den Winter über geschlossen. Die Öffnungszeiten sind großzügig bemessen, dienstags bis sonntags ist das Haus von 12 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Hier ist ein Film über das Fan-Museum.

Ich kann einen Besuch in Ulli Schröders Museum sehr empfehlen. Satisfaction (!) guaranteed.

Rolling Stones Fan Museum
Dr.-Lindemann-Str. 14
29439 Lüchow (Wendland)

Bill Wymans S-Klasse Mercedes.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Published in: on 24. September 2019 at 02:00  Comments (2)  
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Die Rum Story in Whitehaven (Cumbria) – Ein Ziel für alle Rumfreunde

Im rechten Gebäude ist das Rum-Museum untergebracht.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Wer sich für Rum interessiert, sollte bei einem Aufenthalt in Nordengland unbedingt den Küstenort Whitehaven in Cumbria besuchen, denn dort ist in der Lowther Street die „Rum Story – The Dark Spirit of Whitehaven“ zu finden. Seit 1785 hatten hier die Jeffersons einen Laden, einen Vorratskeller und ein Lagerhaus für Rum, der aus der Karibik importiert wurde. Viele Teile des Hauses sind noch im Original erhalten und vermitteln einen Eindruck wie es im Rumgeschäft damals zuging.

Die Rundreise beginnt im karibischen Regenwald von Antigua, zeigt die Arbeit der Sklaven in den Zuckerrohrplantagen; dann geht es in die Gewölbe, wo die noch unverzollten Rumfässer gelagert wurden. Im ersten Stock ist ein afrikanisches Dorf aufgebaut worden, von wo die Sklaven damals auf Schiffe verfrachtet wurden. Dann ist ein Londoner Punch House zu sehen, wo der Rum getrunken wurde, ein Raum ist der Jefferson-Familie gewidmet und im zweiten Stock gibt ein Raum Auskunft über die Bedeutung des Rums in der Royal Navy. Weiter geht es über eine Ausstellung über die Herstellung von Rumfässern und über die illegale Tätigkeit von Rumschmugglern an der Küste von Cumbria. Am Ende des Rundgangs zeigt ein Fernsehkoch in einem Video, was man mit Rum alles machen kann.

Da seit der Eröffnung der „Rum Story“, wie sollte es in einem so alten Haus auch anders sein, mehrere paranormale Erscheinungen aufgetreten sind, kann man hier auch die Nacht verbringen und mit Geisterexperten Untersuchungen anstellen. Hier ist ein Film.

Im Rum Shop kann man nach Herzenslust Rum einkaufen und sich anschließend im Café erfrischen.

Teile des Films „Miss Potter“  (2007) mit Renée Zellweger in der Rolle der Beatrix Potter wurden übrigens in der „Rum Story“ in Whitehaven gedreht.

Dieser Film stellt das Rum-Museum vor.

 

Published in: on 22. Mai 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Woodbridge Tide Mill (Suffolk) und Eling Tide Mill (Hampshire) – Die letzten verbliebenen, aktiven Gezeitenmühlen Englands

Die Woodbridge Tide Mill.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)

Das Innere der Mühle.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)

Tide Mills, auf Deutsch Gezeitenmühlen, gab es früher häufiger an den englischen Küsten, heute sind nur noch zwei aktiv, die Woodbridge Tide Mill an der Mündung des Flusses Deben in der Grafschaft Suffolk und die Eling Tide Mill am Eling Creek in der Grafschaft Hampshire. Das Prinzip dieser Mühlen ist einfach, man nutzt den Tidenhub aus, das heißt, wenn die Flut kommt, öffnen sich automatisch Tore, die zu dem hinter der Mühle gelegenen Teich führen, so dass das Wasser dort aufgestaut wird. Wenn die Flut zurückgeht, wird das Wasser vom Teich genutzt, um die Mühlräder anzutreiben. Aus den beiden Tide Mills in England hat man Touristenattraktionen gemacht.

An der Stelle, an der die Woodbridge Tide Mill steht, gab es schon vor über 800 Jahren Gezeitenmühlen, die jetzige wurde 1793 erbaut. 1957 wurde sie stillgelegt, doch glücklicherweise nach einer Komplettrestaurierung im Jahr 1973 wieder in Betrieb genommen und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besucher des Tide Mill Living Museums können zu bestimmten Tageszeiten bei Milling Demonstrations und dem Wheel Turning zuschauen. Das hier hergestellte Mehl kann man in Bäckereien und Bauernläden der Umgebung kaufen.
Hier ist ein Film über die Mühle.

Die Mühle ist von Ende März bis Anfang Oktober täglich von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £5.

The Tide Mill Living Museum
Tide Mill Way
Woodbridge
Suffolk
IP12 1BY

 

Die Eling Tide Mill.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Die Eling Tide Mill Experience in Hampshire lockt ebenfalls Besucher an. Seit rund 900 Jahren wird an dieser Stelle schon Mehl gemahlen, die heutige Mühle existiert seit 1785. Dank einer Finanzspritze des Lottery Heritage Funds konnten umfangreiche Restaurierungsarbeiten vorgenommen werden; ein Besucherzentrum, ein Café und ein Lernzentrum wurden angeschlossen. Der Gezeitenmühle ging es ähnlich wie ihrer Schwester in Suffolk: Nachdem sie in den 1940er Jahren den Betrieb eingestellt hatte, konnte sie vor dem Verfall gerettet und zwischen 1975 und 1980 restauriert und der Öffentlichkeit übergeben werden. Das hier gemahlene Mehl bzw. die daraus hergestellten Kekse sind im Visitor Centre käuflich zu erwerben.
Dieser Film zeigt die Mühle.
De Mühle ist ganzjährig geöffnet, im Sommerhalbjahr täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr, im Winterhalbjahr donnerstags bis sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt £6.

Eling Tide Mill Experience
24 Lexby Road
Totton
Hampshire 
SO40 9HD

 

Tudor World – Ein Museum in Stratford-upon-Avon (Warwickshire)

Was für ein besonderer Touristenmagnet die Stadt Stratford-upon-Avon in Warwickshire ist, merkte ich jetzt wieder, als ich an einem eiskalten Sonntagvormittag im März in die Stadt fuhr. Bereits um 9.30 Uhr war der große Parkplatz gegenüber vom Leisure Centre sehr gut gefüllt und in der Stadt waren viele Menschen unterwegs. Auf Grund der niedrigen Temperaturen war man froh, irgendwo im warmen Unterschlupf zu finden, und so besuchte ich das Tudor Museum in der Sheep Street, das ich noch nicht kannte. Als ich davor stand, merkte ich aber, dass es sich hierbei um das frühere The Falstaff Experience handelte, worüber ich in meinem Blog vor etlichen Jahren geschrieben habe.

Besonders viel hat sich nicht verändert. Hinter dem Tor ist nach wie vor die kopfsteingepflasterte Gasse zu sehen, die schon zu Shakespeares Zeiten existiert haben soll und die direkt zum Museumseingang führt, wo die Besucher von einem freundlichen, kostümierten Mann an der Kasse empfangen werden. Nach dem Bezahlen der Eintrittsgebühr in Höhe von £5.50 betritt man die Gänge des nach wie vor etwas unheimlichen, uralten Gebäudes. Die Besucher werden ausgiebig über die Tudors informiert, dann wird in einzelnen Abteilungen das Leben zu der damaligen Zeit in allen seinen Facetten gezeigt, alles im Halbdunkel, mit „sights, smells, sounds, and interactive displays„. Damit es Kindern nicht zu langweilig wird, gibt es jede Menge Betätigungen für sie (wie dieser Film zeigt) und bei meinem Besuch waren einige mit Begeisterung dabei.

Bereits am Eingang zur Tudor World wird der Besucher darauf aufmerksam gemacht, dass abends Ghost Tours durchgeführt werden, wobei verkleidete Guides die Gäste mit Laternen durch „England’s most haunted building“ führen (£7.50). Geisterjäger sind ebenfalls willkommen, die die ganze Nacht in dem unheimlichen Gebäude verbringen können, auf Wunsch zusammen mit einem Medium.

Tudor World
40 Sheep Street
Stratford-upon-Avon
Warwickshire, England, CV37 6EE

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Published in: on 30. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das kleinste Museum der Welt in Warley (West Yorkshire)

Die Telefonzelle, allerdings noch bevor sie in ein Museum umgewandelt wurde.
Photo © Philip Crossley (cc-by-sa/2.0)

Über die Verwendung von ausgemusterten Telefonzellen habe ich in meinem Blog schon verschiedentlich geschrieben. In Snape in Suffolk wurde darin die kleinste Konzerthalle der Welt installiert, in Kersall in Nottinghamshire steht die „The best kept telephone box in the world“ und in Bromsgrove in Worcestershire findet man The National Telephone Kiosk Collection.

In Warley in West Yorkshire, einer Kleinstadt in der Nähe von Halifax, hat sich die Warley Community Association entschieden, die nicht mehr benötigte rote Telefonzelle neben dem Maypole Inn in ein Museum umzuwandeln, das am 8. Oktober 2016 vom Bürgermeister feierlich eröffnet wurde. Das kleinste Museum der Welt ist so klein/groß, dass gerade einmal ein Besucher hineinpasst, eine Kasse gibt es nicht (wo sollte die auch untergebracht sein), denn der Eintritt ist selbstverständlich kostenlos. Täglich von 8 Uhr bis 16 Uhr steht es jedem Interessierten frei, das Warley Museum zu besichtigen, an dessen Entstehung  viele Menschen aus dem Ort beigetragen haben.

Nachdem die Telefonzelle komplett renoviert worden ist und einen neuen Anstrich erhalten hat, ging es an die Ausstellungsstücke, die gezeigt werden, und da handelt sich in erster Linie um lokale/regionale Exponate. Episoden aus der Geschichte der Stadt wurden in die Glasscheiben geritzt und Kurzbiografien der bekanntesten Bewohner Worleys sind auf einem Poster versammelt. Als Beispiel für eine renommierte Einwohnerin sei die Romanschriftstellerin Phyllis Bentley genannt, die auch mehrere Biografien über die Brontë-Schwestern geschrieben hat, vielleicht weil deren Vater Patrick Brontë eine Zeit lang im Ort gelebt hat.

Damit es nicht langweilig wird, werden in bestimmten zeitlichen Abständen die Exponate gewechselt.
Dieser Film der MSN zeigt einen Besuch im Warley Museum.

Published in: on 30. November 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Das Fan Museum in Greenwich – Fächer, Fächer, Fächer

Author: Visit Greenwich.
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Die meisten Besucher, die es nach Greenwich im Osten von London zieht, kommen hierher, um sich die Cutty Sark, das Royal Observatory oder das National Maritime Museum anzusehen. Es gibt hier aber noch ein Kleinod, das viele nicht kennen und das nicht so spektakulär ist: Das Fan Museum mit der Adresse 12 Crooms Hill ist das einzige Museum weltweit, das sich ausschließlich mit Fächern und deren Herstellung beschäftigt. Die Häuser des Museums liegen im Herzen des historischen Teils von Greenwich und gehören mit zur World Heritage Site.

1991 wurde das Fächer-Museum eröffnet und ist schon mehrfach ausgezeichnet worden für „outstanding contributions to the Arts and to tourism„. Aus dem umfangreichen Fundus an Fächern (mehr als 3500) werden alle vier Monate Sonderausstellungen zu speziellen Themen zusammengestellt. Im Augenblick wird bis zum Ende des Jahres die Ausstellung „The Romantic Age: European Fans 1810-1840“ gezeigt.
Was wäre ein Museum ohne einen Shop? Auch das Fan Museum verfügt über einen und hier kann man alles kaufen, was irgendwie mit dem Thema zusammenhängt: Schmuck, Kalender, Tassen und natürlich Bücher über Fächer.
In der angeschlossenen „Orangery“ kann man Hochzeiten feiern, Empfänge geben oder Konferenzen abhalten. Das Fan Museum ist auf alles eingerichtet und hat hier auch eine weitere Einnahmequelle.
Zu finden ist es ganz in der Nähe des National Maritime Museums und des Greenwich Theatres.

Hier ist ein Film über das Museum, das außer montags täglich geöffnet ist. Der Eintritt kostet £5.

Published in: on 27. November 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Das Thames Valley Police Museum in Sulhamstead (Berkshire)

Das Thames Valley Police Training Centre in Sulhamstead (Berkshire), in dem auch das Museum untergebracht ist.
Author: Cam5179.
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In meinem gestrigen Blogeintrag zum Thema „Inspector Morse“ erwähnte ich, dass der TV-Polizist für die Thames Valley Police (TVP) arbeitete. Das ist eine Polizeiorganisation, die für die Grafschaften Buckinghamshire, Oxfordshire und Berkshire zuständig ist und die ihren Hauptsitz in Kidlington (Oxfordshire) hat, vor den Toren Oxfords gelegen. Das Ausbildungszentrum der TVP liegt in Sulhamstead in Berkshire und darin befindet sich das kleine Thames Valley Police Museum. Momentan ist das Museum auf Grund von Renovierungsarbeiten im Sulhamsted House ausgelagert in das alte Polizeigebäude in Theale, wenige Kilometer nordöstlich; dort findet man es hinter der Öffentlichen Bibliothek an der Church Street. Das Museum ist nach vorheriger Anmeldung für Gruppen bis zu 10 Personen zugänglich, allerdings ist es auch mittwochs von 10 Uhr bis 12 Uhr für jedermann geöffnet.

Was gibt es hier zu sehen? Unter anderem werden drei besonders schwere Verbrechen dokumentiert, die einst für internationales Aufsehen sorgten und die im Zuständigkeitsbereich der TVP lagen.
Da ist einmal der Fall Amelia Dyer (1837-1896), „The Ogress of Reading“, eine der berüchtigsten Serienmörderinnen der englischen Geschichte, die über 20 Jahre lang bis zu 400 kleine Kinder ermordet haben soll und dafür 1896 im Londoner Newgate Prison erhängt worden ist.

Interessante Objekte, die mit dem großen Postzugraub vom 8. August 1963 bei Mentmore in Buckinghamshire zusammenhängen, werden ausgestellt (s. dazu meine Blogeinträge über die Bridego Bridge, den Schauplatz des Verbrechens, und die Reunion der damaligen Akteure in Oakley in Buckinghamshire).

Am 19. August 1987 ereignete sich in Hungerford (Berkshire) der Amoklauf des Michael Ryan, der hier 16 Menschen erschoss, viele verwundete und sich schließlich selbst mit seiner Waffe tötete (s. dazu meinen Blogeintrag). Auch dieser Fall wird im Thames Valley Police Museum dargestellt, dessen Exponate dieser Film zeigt.

Published in: on 22. Oktober 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Jack the Ripper Museum in der Londoner Cable Street

Author: Mike Prior.
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Seit August 2015 gibt es im Londoner East End in der Cable Street ein Museum, das dem wohl berühmtesten Verbrecher der Stadt, Jack the Ripper, gewidmet ist, der im Jahr 1888 fünf Frauen ermordete und möglicherweise noch weitere Morde auf dem Gewissen hat. Es war in London höchst umstritten, ob man diesem brutalen Menschen, der nie gefasst wurde, mit diesem Museum ein Denkmal setzten sollte. Ursprünglich ging man davon aus, dass hier in der Cable Street Nummer 12 ein Museum entstand, dessen Thema die Geschichte der Frauenbewegung war, umso entsetzter reagierten die Feministinnen der Stadt, als sie erfuhren, dass dort ein Mann im Mittelpunkt steht, der Frauen abgeschlachtet hatte. Es hagelte Proteste, aber das Jack the Ripper Museum blieb erhalten.

Was wird dem Besucher dort geboten? Auf mehreren Stockwerken sind Schauplätze nachgebaut worden wie sie damals zu den Zeiten des Rippers aussahen. Im Keller findet man Leichenhalle, an deren Wänden Autopsiefotos der ermordeten Frauen hängen. Zartbesaitete sollten besser nicht hier herabsteigen. Im ersten Stock erwartet den Besucher ein Nachbau des Mitre Squares, wo Catherine Eddowes vom Ripper ermordet wurde. Heute ist das ein kleiner, von Hochhäusern umgebener Platz. Im zweiten Stock sehen wir das Wohnzimmer von Jack the Ripper…so wie es sich die Museumsbetreiber vorgestellt haben. Der dritte Stock beinhaltet die Polizeistation, wo man einige echte Ausstellungsstücke von damals findet wie die Pfeife mit der Constable Watkins Hilfe herbei rief, nachdem er Catherine Eddowes‘ Leiche gefunden hatte. Heute würde man den Raum Incident Room bzw. Einsatzzentrale nennen. Wer noch eine Treppe weiter nach oben steigen möchte, dem wird im vierten Stock ein Schlafzimmer gezeigt, so wie es sie Ende des 19. Jahrhunderts zuhauf gab, in dem die arme Bevölkerung Londons, also auch die Opfer Jack the Rippers, die Nächte verbrachte.

Zum Abschluss des Besuches werden wohl die meisten noch einen Blick in den Shop werfen, wo es Dinge zu kaufen gibt, die das Herz eines jeden Ripperologen höher schlagen lassen: T-Shirts, Schlüsselanhänger, Trinkbecher, Totenköpfe mit Polizeihelm, Radiergummis usw. usw. Wem der Weg nach London zu weit ist, kann diese Ripper-Andenken auch bequem von zuhause aus im Online-Shop bestellen.

Die Cable Street erstreckt sich über fast zwei Kilometer durch das London Borough of Tower Hamlets; das Museum liegt am westlichen Ende.
Die Öffnungszeiten: Täglich von 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt £12, bei vorheriger Onlinebuchung £10.

Hier ist ein Film über das Museum und die Kontroverse, die es auslöste.

Published in: on 14. Oktober 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Violette Szabo Museum in Wormelow (Herefordshire) – Es erinnert an eine Heldin aus dem Zweiten Weltkrieg

Violette Szabo.
This work created by the United Kingdom Government is in the public domain.

Ich glaube nicht, dass noch viele jüngere Menschen etwas mit dem Namen Violette Szabo anfangen können, und es bilden sich vor dem dieser mutigen Frau gewidmeten Museum im abgelegenen Wormelow in der Grafschaft Herefordshire keine Schlangen, wenn es einmal in der Woche, immer mittwochs, für wenige Stunden geöffnet hat.

Violette Szabo (1921-1945) wurde bei Paris geboren und zog als Kind mit ihren Eltern nach London. Sie war eine Frau mit einem sehr kurzen und sehr tragischen Leben. 1940, mit 19 Jahren, heiratete sie einen französischen Offizier, der schon 1942 bei der Schlacht von El-Alamein fiel. Aus Verzweiflung und auch aus Rachegelüsten schloss sich die junge Frau einer britischen nachrichtendienstlichen Spezialeinheit an, der Special Operations Executive, die sie auf Grund ihrer Französischkenntnisse nach Frankreich schickte, damit sie dort die Résistance unterstützen sollte. Violette Szabo arbeitete unter mehreren Tarnnamen und wurde bei ihrer zweiten Mission in der Nähe des Ortes Salon-la-Tour im Département Corrèze von deutschen Soldaten verhaftet, nachdem sie sich mit ihnen ein Feuergefecht geliefert hatte, bei dem mehrere von ihr erschossen worden sein sollen. Violette wurde verhört und gefoltert (wobei sie keine ihrer Kenntnisse preisgab) und in das KZ Ravensbrück gebracht, wo man sie am 5. Februar 1945 exekutierte. Was für ein kurzes und trauriges Leben!

Violette Szabo verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in dem kleinen Dorf Wormelow, und auch später war sie einige Male in dem Ort, deshalb richtete ihre Tante, Rosemary Rigby, hier das Violette Szabo Museum zu ihrem Andenken ein, das im Juni des Jahres 2000 eröffnet wurde. Ausgestellt werden Erinnerungsstücke und Fotografien aus dem Leben der jungen Frau und anderer Widerstandskämpfer. Auch Informationen über das schreckliche Konzentrationslager Ravensbrück sind zu sehen. Rosemary Rigby plant, das kleine Museum zu vergrößern, und wenn alles klappt, soll der Anbau im Jahr 2021 fertig werden, 100 Jahre nach der Geburt Violette Szabos. Um ihren Geburtstag herum, dem 26. Juni, findet in Wormelow immer eine kleine Feier statt, bei der an sie erinnert wird.

1958 wurde ein Film über das Leben Violettes gedreht, mit dem Titel „Carve Her Name With Pride„, in dem Virginia McKenna die Hauptrolle spielte. Hier ist der Trailer zu sehen und hier der komplette Film.

Wormelow liegt südlich von Hereford, nahe der A49. Das Museum findet man im Tump Lane, der zu der A49 führt, in einem Haus namens Cartref.

Das Buch zum Artikel:
Tania Szabo: Violette – The Missions of SOE Agent Violette Szabo GC. The History Press 2018. 640 Seiten. ISBN 978-0750988964.

Büste von Violette Szabo am Londoner Albert Embankment. Das Denkmal erinnert an die Gefallenen, die für die Special Operatives Executive gearbeitet haben.
Photo © Roger Davies (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 29. September 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Marlipins Museum in Shoreham-by-Sea (West Sussex)

Der Verkehr auf der viel befahrenen A259 von Brighton nach Worthing bewegt sich auch durch den Küstenort Shoreham-by-Sea in West Sussex; die Straße wird dort zur High Street, und viele fahren sicher an einem uralten Gebäude vorbei, das sie wahrscheinlich nur aus den Augenwinkeln wahrnehmen, wenn überhaupt. An der Ecke High Street/Middle Street steht das Marlipins Museum, untergebracht in einem denkmalgeschützten Haus, dessen Ursprünge bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen. „Local and Maritime Museum“ ist an dem Gebäude zu lesen, und das sind auch die Schwerpunkte der über 2500 Objekte zählenden Sammlung: Lokales, Regionales und Schiffbau, der hier einmal eine Rolle gespielt hat.  
Zwei Sammelbereiche des Marlipins sind aber von besonderem Interesse.

Da ist einmal der Flugplatz von Shoreham-by-Sea, einer der ältesten im ganzen Königreich, 1910 eingerichtet, und einer weltweit ältesten, der für kommerzielle Zwecke gebaut wurde. Heute nennt sich der Flughafen Brighton City Airport, manchmal auch Shoreham (Brighton) Airport, und wird überwiegend von kleineren Flugzeugen und von Hubschraubern genutzt. Das im Art Deco-Stil gebaute Terminal wird immer einmal wieder für Filmaufnahmen verwendet, zum Beispiel für einige Agatha Christie-Verfilmungen. Im Marlipins Museum wird die Geschichte des Flugplatzes dokumentiert.

Und dann liegt in Shoreham auch noch die Wiege der britischen Filmindustrie. Francis Lyndhurst begann hier an der Küste in Shoreham 1913 die ersten Filme zu drehen, wofür er die alten Fortanlagen verwendete. Später baute er ein gläsernes Studio, in dem weitere Filme entstanden. „The Showman’s Dream“ hieß der erste von Lyndhursts Produktionen. Dieser Film beschäftigt sich mit der damaligen Filmindustrie an der englischen Südküste. Im Marlipins Museum kann man sich über das damalige Hollywood of West Sussex bestens informieren.

Betreiber des Museums ist die Sussex Archaeological Society, unterstützt von den Friends of Marlipins Museum.
Die Öffnungszeiten: Dienstags bis samstags von 10.30 Uhr bis 16.30 Uhr, vom 1. Mai bis zum 11. November.

Marlipins Museum
36 High Street
Shoreham-by-Sea
West Sussex BN43 5DA

Das Flughafenterminal.
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)

Das Shoreham Fort.
Photo © Mike Faherty (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. September 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Land of Lost Content – Ein kurioses Museum in Craven Arms (Shropshire)

In diesem Haus an der Market Street von Craven Arms ist das Museum untergebracht.
Photo © James Allan (cc-by-sa/2.0)

Heute begeben wir uns in die Market Street in Craven Arms, das ist eine Kleinstadt an der A49 in der Grafschaft Shropshire, vielleicht einigen bekannt, die das südlich vom Ort gelegene Stokesay Castle besucht haben. Hier in der Market Street finden wir ein sehr kurioses Museum, das den ungewöhnlichen Namen „Land of Lost Content“ trägt. Die Betreiberin Stella Mitchell hat in rund 45 Jahren eine schier unglaubliche Menge von Alltagsgegenständen aus der vordigitalen Zeit zusammengetragen und seit 1991 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf drei Ebenen hat Stella Mitchell diese Objekte in 33 Kategorien aufgeteilt und ausgestellt. Da sind im Erdgeschoss u.a. die Abteilungen für Nahrungsmittel, Getränke und Gesundheit zu finden. Im ersten Stock gibt es die Abteilungen Weihnachten, Spielzeug und Ferien und im zweiten Stock beispielsweise Sport, Popmusik und Fernsehen.

Die Räumlichkeiten sind derart vollgestellt, dass es dem Besucher den Atem verschlägt, und er sich nur einen Bruchteil der ausgestellten Gegenstände ansehen kann. Der Besuch des Land of Lost Content ist ein Abstecher in die Vergangenheit, Nostalgie pur.

Wer vor oder nach dem Besuch des Stokesay Castles noch etwas Zeit hat, sollte bei Stella Mitchell vorbeischauen; das heißt, man braucht schon mehr als etwas Zeit, um sich auch nur einen kleinen Eindruck von den ausgestellten Gegenständen zu verschaffen. Hier sind die Öffnungszeiten des Land of Lost Content.

Dieser Film zeigt einen kleinen Rundgang durch das Museum.

Published in: on 29. August 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Smallhythe Place bei Tenterden (Kent) – Der letzte Wohnsitz der Schauspielerin Ellen Terry (1847-1928)

Im vorigen Jahr kam ich wieder einmal am Smallhythe Place vorbei, an der B2082 südlich von Tenterden gelegen. Das dem National Trust gehörende schöne alte Fachwerkhaus war der letzte Wohnsitz der Schauspielerin Dame Ellen Terry (1847-1928), die schon als Kind Shakespeare-Rollen spielte und zu ihrer Zeit als die führende Shakespeare-Darstellerin galt. Hier ist ihre Stimme zu hören.

1899 kaufte Dame Ellen Terry Smallhythe Place, das wohl zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut worden war, und lebte hier bis zu ihrem Tod im Jahr 1928. Ihre Tochter, Edith Craig, die auch im Schauspielbereich tätig war und zu den aktiven Frauenrechtlerinnen gehörte, öffnete 1929 Smallhythe Place für interessierte Besucher, die sich dort Terrys Sammlung von Theaterkostümen ansehen konnten. Der National Trust übernahm nach Edith Craigs Tod 1947 das Haus, das auch heute noch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Zu sehen sind hier neben der Kostümsammlung unendlich viele Memorabilia aus der Welt des Theaters, so zum Beispiel ein Brief, den Oscar Wilde an Ellen Terry schrieb und das Monokel des berühmten Komponisten Sir Arthur Sullivan. Auf den knarzenden Fußböden des jahrhundertealten Hauses begibt man sich von Zimmer zu Zimmer und stellt sich vor wie es wohl gewesen sein muss, in so einem Gebäude zu leben.

Edith Craig installierte nach dem Tod ihrer Mutter 1929 das Barn Theatre auf dem Gelände des Smallhythe Place, in dem im Sommer Stücke aufgeführt werden, natürlich auch von William Shakespeare. Gartenliebhaber kommen hier auch auf ihre Kosten und können sich in dem wunderschönen Cottage Garden ergehen.

Es gibt weiterhin einen Tea Room und einen kleinen Laden, in dem regionale Produkte, Bücher und Haushaltsgegenstände angeboten werden. In Smallhythe Place kann man also gut ein paar angenehme Stunden verbringen.
Der Eintrittspreis beträgt £8.40. Das Haus ist von Mittwoch bis Sonntag von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet; ab dem 29. Oktober ist Smallhythe Place für das Winterhalbjahr geschlossen.
Hier ist das Haus im Film zu sehen.

Smallhythe Place
Smallhythe
Tenterden, Kent, TN30 7NG

The Barn Theatre.
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

The Explosion Museum of Naval Firepower in Gosport (Hampshire)

In diesen alten Gebäuden ist das Museum untergebracht.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Die Stadt Gosport in Hampshire steht in diesen Tagen weltweit in den Schlagzeilen, weil in dem dortigen War Memorial Hospital Hunderte von Patienten durch die Verabreichung unnötiger Opioide vorzeitig verstorben sind. Die Aufarbeitung dieses Skandals wird wohl noch lange Zeit dauern.

Priddy’s Hard ist ein Teil der Stadt Gosport, gegenüber von Portsmouth gelegen, das lange Zeit ein Waffendepot der Royal Navy war, bis es 1988 aufgelöst wurde.

In den ehemaligen Gebäuden des Depots wurde im Jahr 2001 ein Museum eingerichtet, das sich mit der Kriegsführung der Marine, mit Waffen und der Geschichte von Priddy’s Hard beschäftigt und sich passenderweise Explosion Museum of Naval Firepower nennt.

Was gibt es in dem Museum nun alles zu sehen? Torpedos, Geschütze, Seeminen, Sprengstoffe, Raketen und alles, was ein Kriegsschiff so mit sich führt. Sogar eine Atombombe ist im Eingangsbereich aufgestellt. Eine Multimediashow und interaktive Apparaturen sollen das Thema deutlicher und verständlicher machen.
Das Museum hat vor einigen Jahren den Besitzer gewechselt und gehört jetzt dem Portsmouth Naval Base Property Trust. Vorher gehörte es dem Gosport Borough Council.

Das Explosion Museum of Naval Firepower ist von März bis Ende Oktober täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet; im Winterhalbjahr nur am Wochenende von 10 Uhr bis 16 Uhr.

Hier ist ein kurzer Werbespot für das Museum.

Explosion Museum of Naval Firepower
Heritage Way
Priddy’s Hard
Gosport PO12 4LE

Published in: on 25. Juni 2018 at 02:00  Comments (3)  
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The Musical Stones of Skiddaw – Eine Rarität im Museum der Stadt Keswick (Cumbria)

Peter Crosthwaite war schon ein verrückter Kerl, ein Exzentriker par excellence. Er erfand allerhand kuriose Dinge wie eine transportable Bademaschine oder ein Rettungsboot mit einem Korkboden, um nur zwei Beispiele zu nennen, aber er hatte es nicht so mit Patentanmeldungen und so verdiente nicht er, sondern andere an seinem Erfindungsreichtum. Was der im Jahr 1735 geborene Crosthwaite noch entdeckte, war, dass sich mit ganz bestimmten Steinen aus der Region von Skiddaw, ein Berg im Lake District, Musik erzeugen lässt. Diese Hornfels genannten Steine sammelte er, nahm sie mit nach Hause nach Keswick in der heutigen Grafschaft Cumbria und bearbeitete sie in seiner Werkstatt, das heißt, er feilte bis zu zwölf Stunden am Tag an ihnen herum, bis sie den gewünschten Ton von sich gaben. Das xylophonartige fertige Instrument installierte er in dem von ihm 1780 gegründeten Museum in Keswick und klimperte auf ihm herum, um damit Besucher hineinzulocken. Im Jahr 1808 starb der Erfinder der Musical Stones of Skiddaw.

Geraume Zeit später fand auch der Steinmetz Joseph Richardson (1790-1855), der ebenfalls in Keswick lebte, heraus, dass man mit den  Hornsteinen von Skiddaw Musik machen kann. Er war davon so fasziniert, dass die Suche nach entsprechenden Steinen und deren Bearbeitung zu seinem Lebensinhalt wurde. Ja, er benötigte sage und schreibe an die dreizehn Jahre, bis er alle zusammen hatte und damit eine Musikinstrument anfertigen konnte. Er vergaß so ziemlich alles wegen seines ehrgeizigen Projekts, so dass seine Familie am Hungertuch nagte, was ihn aber nicht weiter störte. Im Jahr 1840 war sein Instrument endlich fertig. Richardson wollte es aber nicht nur wie sein Vorgänger ins Museum stellen und ab und zu darauf spielen. Er ging zusammen mit seine drei Söhnen und den Musical Stones of Skiddaw auf Tournee. Die „Richardson & Sons Rock, Bell and Steel Band“ zog erfolgreich durch Großbritannien und spielte sogar vor Queen Victoria, die begeistert gewesen sein soll. Vater und Söhne begaben sich anschließend sogar auf den Kontinent und traten mit ihrem sonderbaren Instrument u.a. auch in Deutschland auf. Eine geplante USA-Tournee musste leider abgesagt werden, weil einer der Söhne starb. Das war auch gleichzeitig das Ende der Band. Im Jahre 1917 fanden die Musical Stones ihre letzte Heimat im Museum von Keswick, wo sie heute noch zu bewundern sind. Hin und wieder wird das Instrument aber weiterhin benutzt wie zum Beispiel beim Coniston Water Festival 2005, als der Amerikaner Brian Dewar eine Kostprobe seines Könnens darauf gab.

Das idyllisch gelegene Keswick Museum & Art Gallery findet man an der Station Road auf der anderen Seite des River Greta, gegenüber vom Fitz Park Bowling Club.

In diesem Film ist das Musikinstrument zu sehen.

In Keswick ist auch das Cumberland Pencil Museum beheimatet, über das ich in meinem Blog schon einmal schrieb.

Keswick Museum & Art Gallery.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

Der Skiddaw bei Keswick.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. April 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The River & Rowing Museum in Henley-on-Thames (Oxfordshire)

Eigenes Foto.

Wie der Ortsname schon sagt, liegt Henley direkt an der Themse und bei meinen Besuchen in der Stadt hatte ich immer ein Problem, einen Parkplatz zu finden; so voll ist es dort eigentlich immer. Bei Henley denkt jeder sofort an die berühmte Regatta, die dort alljährlich auf der Themse ausgetragen wird. Die „Henley Royal Regatta“ dauert 5 Tage und wird immer über das erste Wochenende im Monat Juli ausgetragen.

In der Stadt gibt es seit 1998 ein Museum, das sich dem Sport des Ruderns, der Themse und Henley selbst widmet, das „River & Rowing Museum„, damals von Queen Elizabeth II eröffnet. Das Museumsgebäude wurde von dem Architekten David Chipperfield entworfen und erhielt 1999 den Building of the Year Award und war im gleichen Jahr das National Heritage Museum of the Year.

Die Schwarzenbach International Rowing Gallery beschäftigt sich mit der Geschichte des Rudersports von den Anfängen im alten Griechenland bis heute.

In der Thames Gallery erfährt man alles über den Fluss, über seine wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Bedeutung.

Die Invesco Perpetual Henley Gallery gibt einen Überblick über die Geschichte der Stadt Henley-on-Thames. Natürlich gibt es im ganzen Museum jede Menge interaktive Betätigungsmöglichkeiten.

Die Wind in the Willows Gallery schließlich ist dem berühmten Buch von Kenneth Grahame und den Illustrationen von Ernest Howard Shepard gewidmet.

Also: Auch, wer am Rudersport kein besonderes Interesse hat, kommt in diesem Museum voll auf seine Kosten.

Mein Tipp für einen Henley-Besuch: Ein Pint Brakspears-Bitter im Pub „Angel on the Bridge“ trinken, der direkt an der Themse liegt.
Übrigens gibt es hier jede Menge Parkplätze und man ist zu Fuß in gut zehn Minuten in der Stadt.

The River & Rowing Museum
Mill Meadows
Henley on Thames
Oxfordshire RG9 1BF

Nur ein paar Schritte von der Themse entfernt, findet man das Museum in Henley.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. April 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Ken Hawley, Simon Barley und das Museum für Handsägen in Sheffield (South Yorkshire)

Meiner Sammlung kurioser Museen möchte ich heute ein neues hinzufügen, dessen Inhalt vielleicht nicht auf allzu großes Interesse stoßen wird. Es handelt sich um die weltweit größte Sammlung von Handsägen, die in das Museum of Kelham Island in Sheffield (South Yorkshire) integriert ist. Verantwortlich für diese außergewöhnliche Sammlung sind zwei Männer: Simon Barley und Ken Hawley (1927-2014). Letzerer interessierte sich sehr für Werkzeuge, die er in der Hawley Tool Collection zusammengetragen hatte. Barley, ein Arzt im Ruhestand, war fasziniert von Handsägen, die er sammelte und die schließlich alle in Hawleys Tool Collection landeten. Rund 2000 „handsaws“ kann der interessierte Heimwerker bzw. Besucher im Saw Shop betrachten, in dem die Werkzeuge untergebracht sind.

In seiner Dissertation beschäftigte sich Simon Barley mit dem Thema „Hand Tool Manufacture in the Industrial Revolution„. Er gilt als einer der weltweit führenden Experten für Handsägen und hat das Standardwerk geschrieben „British Saws and Sawmakers from 1660„, das 2014 in der Choir Press erschien; ein Mammutwerk von 748 Seiten, an dem Barley sechs Jahre arbeitete. Wer es nicht ganz so ausführlich mag, kann auch auf sein nur 96 Seiten umfassendes Buch „British Saws: A History and Collector’s Guide“ (Amberley Publishing) zurückgreifen, das er 2016 veröffentlichte.

Die Handsägensammlung im Museum umfasst sowohl Werkzeuge aus dem 18. Jahrhundert als auch nagelneue Fabrikate. Sheffield war das britische Zentrum für die Herstellung von Werkzeugen, und das 1982 ins Leben gerufene Industriemuseum Kelham Island im Zentrum der Stadt, an der Alma Street gelegen, zeigt die industrielle Geschichte Sheffields. Das Museum liegt auf der künstlich angelegten Insel Kelham Island im River Don.

Hier ist eine Führung von Ken Hawley durch seine Tool Collection im Film zu sehen.

Published in: on 14. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Museum of Comedy in der Krypta der St George’s Church in Bloomsbury (London)

Die St George’s Church in Bloomsbury.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Der berühmte Architekt Nicholas Hawksmoor erbaute von 1716 bis 1731 am Londoner Bloomsbury Way eine Kirche, die dem Heiligen Georg gewidmet war. Der Schriftsteller Anthony Trollope wurde 1824 in der Kirche getauft, und die Beerdigungsfeier der Frauenrechtlerin Emily Davison, die 1913 bei einem Pferderennen mit einem Pferd des Königs kollidierte und starb (ich berichtete in meinem Blog darüber), fand ebenfalls in St George’s statt.

Die Krypta der Kirche wird seit 2014 von einem der jüngsten Londoner Museen verwendet, dem Museum of Comedy, das der Direktor des  Leicester Square Theatres Martin Witts gegründet hat. Während man oben andächtig betet, wird hier unten gelacht. Da gibt es  ständige Ausstellungen von allem, was mit britischer Comedy zu tun hat wie:

Der Cooper Room ist der zentrale Ort, an dem Comedians auftreten und in dem Filme gezeigt werden. An fast jedem Tag ist hier was los; da gibt es zum Beispiel eine Tommy Cooper Tribute Show, da treten  Joanna Carolan and Pascale Wilson auf, die man besser unter dem Namen Shirley & Shirley kennt und die Stand Up Comedienne Bridget Christie gibt sich die Ehre.

Sogar ein kleiner Pub ist in der Krypta untergebracht, The Comedians‘ Arms, dessen Bartresen eine ehemalige Tür der Wilton’s Music Hall bildet.

Das Museum ist montags bis freitags von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei.

Museum Of Comedy
The Undercroft
St George’s Church
Bloomsbury Way
London
WC1A 2SR

Published in: on 3. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das MusEYEum – Ein Londoner Museum, in dem sich alles um Brillen dreht

Hier in der Londoner Craven Street liegt das MusEYEum. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger Cornfoot

Das College of Optometrists, also die Fachhochschule der britischen Augenoptiker, betreibt in London das British Optical Association Museum (das MusEYEum) und ist überzeugt davon, dass die Besucher die ausgestellten Gegenstände “eye-catching” finden. In der Craven Street, ein paar Schritte vom Charing Cross Bahnhof entfernt, findet sich u.a. eine Sammlung von 3000 Brillen, von den Anfängen im 17. Jahrhundert bis zu Designerbrillen des 21. Jahrhunderts; darunter Prominentenbrillen wie die von Dr. Samuel Johnson, Ronnie Corbett (ein englischer Komiker) oder Charles Percy Snow (ein Wissenschaftler und Schriftsteller).

Wer sich speziell für Kontaktlinsen interessieren sollte (sehen die nicht alle ziemlich gleich aus?), wird in dem Museum ebenfalls fündig. Auch eine Vielzahl historischer optometrischer Instrumente wird hier zur Schau gestellt.

Weiterhin besitzt das MusEYEum eine Sammlung wertvoller historischer Bücher zum Thema Augenoptik, darunter Georg Bartischs „Ophthalmodouleia“, ein Werk aus dem Jahr 1583.

Der Eintritt in das Museum ist frei, allerdings nur nach vorheriger Anmeldung.
Hier ist ein kleiner Film über das MusEYEum.

British Optical Association Museum
41-42 Craven Street
 London  WC2N 5NG
 

Published in: on 26. November 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural History in London – Schräger geht es wirklich nicht

The Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural HistoryThe Last Tuesday Society„, so steht es über der Tür des schmalen zweistöckigen Hauses in der Mare Street im Londoner Stadtteil Hackney, im Nordosten der Stadt, und was sich hinter dieser Tür verbirgt, mag man kaum glauben. Doch zuerst, wer ist Viktor Wynd und was ist die Last Tuesday Society?

Viktor Wynd ist ein exzentrischer Künstler und Buchautor, zu dessen Werken zum Beispiel „Structures of The Sublime; Towards a Greater Understanding of Chaos“ gehört, das er 2005 veröffentlichte. Er ist Mitglied des Londoner Institute of Pataphysics, ein Begriff, den ich auch noch nicht kannte und ziehe zur Erklärung die Wikipedia zur Hilfe: „Pataphysik (frz. ’Pataphysique, ein Wortspiel mit den homophonen Formulierungen patte à physique, pas ta physique und pâte à physique) ist ein absurdistisches Philosophie- und Wissenschaftskonzept des französischen Schriftstellers Alfred Jarry (1873–1907), das sich oftmals als nonsensische Parodie der Theoriebildungen und Methoden moderner Wissenschaft gibt“. Jetzt dürften alle Unklarheiten beseitigt sein.

The Last Tuesday Society ist eine Gesellschaft in London, die von Viktor Wynd geleitet wird, und die künstlerische und literarische Events durchführt, meist der schrägen Art.

Kommen wir zum Museum zurück und was man dort alles bestaunen kann. Wer schon immer einmal „the darkness that Moses brought upon the Egyptians“ sehen wollte, wird hier fündig; diese Dunkelheit, die über die Ägypter kam, ist in einer Box enthalten. Es gibt banale Dinge zu sehen wie eine Sammlung von Happy Meal Toys von McDonalds, aber überwiegend sind es extrem ausgefallene Dinge, die im Museum ausgestellt werden wie:

Ein Kothäufchen der verstorbenen Sängerin Amy Winehouse in einem Glas (wie mag das wohl von der Produzentin hierher nach Hackney gekommen sein?), benutzte Kondome der Rolling Stones, masturbierende afrikanische Figuren, tote Babies in Flaschen, Vaginas von Prostituierten aus der viktorianischen Zeit, ein Lamm mit acht Beinen, das Skelett einer Meerjungfrau, ein Schrumpfkopf aus Südamerika, der mumifizierte Finger des mexikanischen Rebellen Pancho Villa und und und.

Die Bibliothek des Museums enthält Bücher mit Titeln wie Shopping Centre Sex, The Aesthetics of the Japanese Lunch Box, Who Cares About Elderly People, A Sex Guide For Irish Farmers, Let’s Play Nurse & Doctor und, mein Favorit, das unfreiwillig komisch formulierte How To Help Your Husband Get Ahead.

Dieses Kuriosenkabinett ist faszinierend für alle diejenigen, die einen Nerv für alles Schräge, Skurrile und Exzentrische haben. Diese beiden Filme geben einen tieferen Einblick in Viktor Wynds Reich (Film 1, Film 2).

Das Museum ist mittwochs bis sonntags von 12 Uhr bis 23 Uhr geöffnet.

The Viktor Wynd Museum of Curiosities, Fine Art & Natural History
11 Mare Street
London
E8 4RP

 

The London Sewing Machine Museum

„Wimbledon Sewing Machine Co. Ltd New & Used Industrial Machines – Retail , Trade & Export Domestic & Industrial Spares & Repairs“, so steht es an dem unscheinbaren Firmengebäude an der Balham High Road im Londoner Stadtteil Tooting Bec. Dort im ersten Stock ist eines der größten Nähmaschinenmuseen weltweit untergebracht: The London Sewing Machine Museum. Rund 600 Exemplare hat Firmenchef Ray Rushton in einem Zeitraum von fünfzig Jahren zusammengetragen und da befinden sich einige außergewöhnliche Raritäten darunter wie:

Barthelemy Thimonnier (1793-1857) war der erste Fabrikant von Nähmaschinen, und eine der ersten je hergestellten Exemplare kann man in dem Museum bestaunen. Wert der Maschine: Rund £50 000.

Einen Wert von £25 000 hat die Nähmaschine, die die älteste Tochter Queen Victorias, Victoria Adelaide Mary Louisa, zur Hochzeit geschenkt bekam, als sie 1858 Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl von Preußen heiratete. Ob die Dame die Maschine auch wirklich nutzte, ist mir nicht bekannt, aber eine ihrer ergebendsten Angestellten, eine Mrs Wakelin, tat das, und sie erhielt die Nähmaschine als Geschenk, als sie sich in den Ruhestand zurückzog. Jetzt ist dieses Exemplar an der Balham Road zu besichtigen.

Die erste Nähmaschine aus dem Hause Singer ist ebenfalls im Museum ausgestellt (siehe dazu meinen Blogeintrag über die Familie Singer in Zusammenhang mit dem Oldway Mansion in Devon).

The London Sewing Machine Museum ist nur einmal im Monat für drei Stunden geöffnet und zwar jeden ersten Samstag von 14 Uhr bis 17 Uhr.

The London Sewing Machine Museum
308 Balham High Road
London SW17 7AA

 

 

Published in: on 8. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Teddybear Museum in Newby Hall bei Ripon in North Yorkshire

Newby Hall, Heimstatt von tausend Teddybären.
Photo © Andrew Abbott (cc-by-sa/2.0)

Es war einmal eine riesige Familie von rund tausend Teddybären, die mehrfach umziehen mussten, bis sie ihren (hoffentlich) letzten Wohnort in North Yorkshire gefunden haben und zwar in Newby Hall, ganz in der Nähe der Stadt Ripon. Ihr Besitzer war der aus Funk und Fernsehen bekannte Gyles Brandreth, ein sehr vielseitig interessierter Mann, der zum Beispiel Präsident der Oscar Wilde Society, Schirmherr der National Piers Society und Kanzler der Universität von Chester ist. Seine große Sammlung von Teddybären aus aller Welt war achtzehn Jahre lang in Stratford-upon-Avon untergebracht, dann siedelte er sie in das Polka Theatre in Wimbledon um, und schließlich mussten alle Teddies noch einmal ihre Koffer packen, um ins weit enfernte North Yorkshire zu ziehen. Jetzt hoffen sie alle, dass sie hier im Bear House von Newby Hall für eine Weile ihre Ruhe haben.

Ja , das Bear House wurde extra für die Felltiere erbaut und befindet sich in Nachbarschaft einer weiteren Sammlung, Newby Hall hat auch 65 Puppenhäusern Unterschlupf geboten.

Durch seine Arbeit beim Rundfunk und Fernsehen hat Gyles Brandreth viele Prominente getroffen und einige haben ihm ihre Lieblingsteddies hinterlassen, die in der Ausstellung zu sehen sind. Da finden wir u.a. Mr. Beans Teddybär, Fozzie Bear aus der Muppet Show, den originalen Paddington Bear, Tony Blairs Lynton, Francois Mitterrands Francois und Ragged, der einmal dem Schauspieler Richard Briers gehörte. Auch einige der Teddybären, die nach Prinzessin Dianas Tod vor dem Buckingham Palace niedergelegt wurden, sind in Gyles Brandreths Sammlung vorhanden. In diesem Film werden wir mit einigen der genannten Bären bekanntgemacht.

Michele Brown, Gyles Brandreths Frau, die ebenfalls am Aufbau der Sammlung beteiligt war, hat 1996 ein Buch veöffentlicht, in dem sie sich mit der Geschichte der Teddybären auseinandersetzt und auch über einzelne Bären ihrer Sammlung erzählt: „The Teddy Bear Hall of Fame: A Century of Historic Bears„, das zwar vergriffen, aber leicht antiquarisch zu bekommen ist.

Newby Hall & Gardens
Ripon
North Yorkshire HG4 5AE

Published in: on 14. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Littledean Jail in Gloucestershire – Ein Museum, um das Zartbesaitete einen großen Bogen machen sollten

If easily offended, disturbed or of a sensitive nature…then please, do avoid visiting us here in Littledean Jail„, so steht es auf der Homepage eines Museums namens Littledean Jail im Forest of Dean in Gloucestershire zu lesen, das früher einmal ein Gefängnis war. Hinter den dicken Mauern, wo einst Verbrecher ihre Strafe absitzen mussten, hat man eine außergewöhnliche Sammlung zusammengetragen. „Freaks of nature, oddities, curiosities, the macabre and more„, so benennt das Museum den Inhalt der Sammlung und es ist so randvoll, dass kaum noch etwas hineinpasst. Man begegnet dort Serienmördern wie Fred und Rose West, die nicht weit entfernt in Gloucester mindestens zwölf junge Frauen ermordeten, trifft den Polizistenmörder Harry Roberts und den Faschistenführer Oswald Mosley. In einem Raum sind Ku Klux Klan-Roben zu sehen, in einem anderen ist die Schlinge ausgestellt, mit der John „Babbacombe“ Lee nicht gehängt werden konnte (ich berichtete in meinem Blog über ihn). Nachdem er fast über ein ausgestopftes Krokodil gestolpert ist, kann sich der Besucher über Uniformen aus der Nazizeit informieren und sieht schreckliche Bilder aus den Konzentrationslagern des Dritten Reichs.

Kaum hat man diese Schreckenskammern verlassen, wird man mit einer Sammlung von Spielzeugen konfrontiert, die wegen ihrer Grausamkeit nicht verkauft werden durften. In den nächsten Räumen trifft man auf zweiköpfige Kälber, ausgestopfte kopulierende Affen, Folterwerkzeuge, einen Hinrichtungsblock inklusive Axt, eine Badewanne aus dem KZ von Auschwitz, in dem Menschen gefoltert wurden, den abgeschlagenen Kopf eines Mordopfers, Polizeihelme und -abzeichen usw. usw.

Und dann gibt es hier noch eine Sonderausstellung über den Kultfilm „Quadrophenia“ zu sehen, der 1979 in die Kinos kam.

Was ich hier aufgezählt habe, ist nur ein winziger Bruchteil von dem, was im Littledean Jail gezeigt wird. Es ist sicher eines der ungewöhnlichsten und makabersten Museen, die in England zu finden sind. Verwundert es, dass hier auch regelmäßig nächtliche Ghost Hunts durchgeführt werden? Littledean Jail ist nämlich „terribly haunted“.
1974 wurde hier der Horrofilm „House of Whipcord“ gedreht.

Das Museum ist vom 1. April bis Ende Oktober von Donnerstag bis Sonntag geöffnet, jeweils von 10 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt £10 für Erwachsene, £9 für Kinder. Es wird aber darauf hingewiesen, dass Kinder möglichst nicht mitgenommen werden sollen, was ich absolut nachvollziehen kann.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch das Museum.

Littledean Jail
Littledean, Nr. Cinderford
Royal Forest of Dean
Glos. GL14 3N

Published in: on 5. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Museum of British Surfing in Braunton (Devon)

Wenn man das Wort „Surfen“ hört, denkt man unwillkürlich an die Strände und Wellen von Hawaii oder Kalifornien, aber auch England verfügt über Surfgebiete, die hauptsächlich in Devon und Cornwall zu finden sind. Newquay in Cornwall gilt als „Surfing Capital of Britain“ und Braunton in Nord-Devon ist ein weiterer Treffpunkt von Surfern aus dem ganzen Land, das sich mit dem „Museum of British Surfing“ brüsten kann.

Am 6. April 2012 hier in einem ehemaligen Bahnhofsgebäude Großbritanniens erstes Museum eröffnet, das sich ausschließlich dem Surfsport widmet. Was gibt es hier alles zu sehen?

Natürlich jede Menge Surfbretter (zurzeit mehr als 200) von denen das älteste wohl das sogenannte „Coffin Lid“, der Sargdeckel, aus dem Jahr 1920 sein dürfte. Dann gibt es hier eine Sammlung von Wetsuits zu sehen, die bei den niedrigen Wassertemperaturen unvermeidliche Surferkleidung.
Weiterhin kann man im Museum eine Galerie von alten Fotos betrachten, darunter eines von Agatha Christie, die Anfang der 1920er Jahre zu den ersten britischen Surfern gehörte.

Dier erste Ausstellung, die das Museum zeigte, hieß „The Art of Surf: 200 Years of Art in Surfing“.  Seitdem werden immer wieder neue Ausstellungen zu bestimmten Themen zusammengestellt.

Das Museum of British Surfing ist dienstags bis samstags von 11 Uhr bis 15 Uhr geöffnet und kostet £2 Eintritt.

Hier ist ein Film über die Eröffnungsparty am 5. April.

Museum of British Surfing
The Yard
Caen Street
Braunton
North Devon EX33 1AA

Das Buch zum Artikel:
Roger Mansfield: The Surfing Tribe – A History of Surfing in Britain. Orca Publications 2011. 240 Seiten. ISBN 978-0952364603.

Published in: on 26. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The National Justice Museum in Nottingham – Nach Umbau unter neuem Namen wieder eröffnet

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In meinem Blogeintrag über Oubliettes erwähnte ich einmal die Galleries Of Justice in Nottingham, die in einem ehemaligen Gerichtsgebäude mit angeschlossenem Gefängnis untergebracht sind. Nach einem kompletten Umbau eröffnete das Justizmuseum am 1. April wieder seine Pforten, jetzt unter dem Namen The National Justice Museum. Es ist das größte Museum seiner Art in Großbritannien und beherbergt eine Sammlung von über 40 000 Ausstellungsstücken. Der Heritage Lottery Fund unterstützte den Umbau mit £1 Million, weitere Organisationen halfen ebenfalls mit Finanzspritzen.

Das Gerichtsgebäude datiert aus dem 14. und das Gefängnis aus dem 15. Jahrhundert. Seit 1991 wird es nicht mehr als Gericht verwendet. In der Zeit von 1905 bis 1985 war es auch eine Polizeistation. Was lag also näher, als in diesem Haus ein Museum zu installieren, das sich ausschließlich mit den Themen Justiz, Verbrechen und Strafverfolgung beschäftigt.

Was gibt es hier nun als besondere Sehenswürdigkeit zu bestaunen?

Da ist zum Beispiel die Tür der Zelle zu sehen, hinter der der Schriftsteller Oscar Wilde seine Zeit im Gefängnis von Reading verbrachte.

Dann steht hier die berüchtigte Badewanne, in der der Serienmörder George Joseph Smith drei Frauen ermordete. Der Fall ging in die britische Kriminalgeschichte als The Brides in the Bath Murders ein.

Aus London holte man die Anklagebank des Bow Street Magistrates Court nach Nottingham. Hier saßen zum Beispiel die Angeklagten Oscar Wilde, Roger Casement (1916 wegen Hochverrats zum Tode verurteilt) und die Kray-Zwillinge Reggie und Ronnie, die in den 1950er und 1960er Jahren die organisierte Kriminalität in London aufbauten und die Stadt durch ihre Gewaltverbrechen in Atem hielten.

Weiterhin sind im National Justice Museum einige Artefakte des Postzugraubs vom 8. August 1963 ausgestellt wie Teile des Monopoly-Spiels, mit dem sich die Verbrecher die Zeit auf der Leatherslade-Farm vertrieben, die Uhr, die Ronnie Biggs während des Raubs trug, und der Zündschlüssel eines der Fluchtautos.

Dass es in diesem Gebäude auch spuken soll, ist eigentlich selbstverständlich, und so werden denn auch in Großbritanniens Most Haunted Building (nach Aussage der populären Fernsehserie „Most Haunted“) jeden Freitag und Samstag Ghost Tours durchgeführt. Paranormale Zirkel treffen sich im Museum, um nachts den armen Seelen nachzuspüren, die hier verurteilt und gehängt worden sind. Die Terror Tours („not for the faint hearted“) am Samstagabend führen in die Tiefen des alten Gebäudes, die nicht immer für die Allgemeinheit zugänglich und besonders furchterregend sind.

Das National Justice Museum ist täglich von 10 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt £10.95.

National Justice Museum
High Pavement
Nottingham
NG1 1HN

Ein Gerichtssaal im Museum.
Author: Fayerollinson.
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Published in: on 11. Mai 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Birmingham Back to Backs des National Trusts

Ein Back to Back in der Inge Street in Birmingham.
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Als in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Bevölkerung in den urbanen Gebieten Großbritanniens zunahm und die vielen Menschen eine Unterkunft benötigten, entstanden die sogenannten Back to Backs, durch die Platz gespart und Menschen auf engstem Raum untergebracht werden konnten. Dabei handelt es sich um Reihenhäuser, die Rücken an Rücken gebaut wurden, das heißt, dass jedes Haus nur über eine Fensterfront bzw. ein Fenster verfügte und man sich drei Wände mit den Nachbarn teilte. Es gab keinen Hof und keinen Garten. Durch die mangelhafte Lüftung und schlechte Beleuchtung war das Wohnen in diesen Häusern alles andere als ein Vergnügen. Der Vorteil für die Bauherren: Die Back to Backs konnte man schnell und relativ billig hochziehen.
In diesen Massenquartieren siedelten sich vor allem schlecht bezahlte Arbeiter an, die in den neu entstandenen Industrien beschäftigt waren. Nach und nach verkamen diese Häuser zu Slums, die erst nach dem Ersten Weltkrieg nach und nach abgerissen und durch moderne und hygienischere Wohnungen ersetzt wurden.

Auch in der Industriestadt Birmingham gab es zahllose Back to Backs, zum Beispiel in der Inge Street und der Hurst Street und hier finden sich heute noch die letzten dieser Häuser, die der Birmingham Conservation Trust wieder restauriert hat und die der National Trust seit dem 21. Juli 2004 als Museum betreut.
In den Hausnummern 50 bis 54 Inge Street und 55 bis 63 Hurst Street kann man sich ein Bild davon machen wie die Arbeiterfamilien damals lebten. Die Häuser sind ausschließlich durch geführte Touren zu besichtigen, die etwa eine Stunde und fünfzehn Minuten dauern. In den Häusern 52 und 54 der Inge Street hat der National Trust zwei Ferienwohnungen eingerichtet, die sehr zentrumsnah liegen und sich für einen etwas längeren Aufenthalt in Birmingham anbieten (drei Übernachtungen kosten zum Beispiel £231). Die Besichtigung der Birmingham Back to Backs kostet £8.

Die BBC Fernsehserie „Peaky Blinders„, die in den 1920er Jahren in Birmingham spielt, wurde von den Back to Backs inspiriert. Die ersten beiden Staffeln waren auch im deutschen Fernsehen im Sender ARTE zu sehen. Hier ist der Trailer zu Staffel 1.

Hier sind einige Bilder aus den Back to Backs in Birmingham zu sehen.

…und in der Hurst Street.
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Published in: on 29. April 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Soldiers in Silloth – Ein Museum für Spielzeugsoldaten in Cumbria

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Silloth ist ein kleiner Badeort im äußersten Nordwesten Englands, in der Grafschaft Cumbria. Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen der Kleinstadt, es gibt einen Hafen, eine Brauerei, Golfplätze und…“Soldiers in Silloth„, ein Museum für Spielzeugsoldaten an der Ecke Marine Terrace und Criffel Street.
Tim Barker hat das Museum gegründet, in dem er seine Sammlung untergebracht hat, die seit über fünfzig Jahren besteht. Mehr als 10 000 Figuren sind hier zu bestaunen: Soldaten, Kanonen, Fahrzeuge, Katapulte, Burgen usw. Tim Barker hat sie bei seinen Reisen durch die Welt gekauft und mitgebracht. Angefangen mit Soldaten aus dem Reich der Ägypter bis hin zu Panzern des Zweiten Weltkriegs, hier in Silloth findet man alles, was das Herz eines Militaria-Sammlers höher schlagen lässt. Nachgestellt sind zum Beispiel die Schlachten  von Agincourt, Waterloo, Saratoga und Rorke’s Drift.

Tim Barker ist eigentlich Schauspieler, der in Dutzenden von TV-Serien aufgetreten ist wie „Inspector Morse“, „Der Doktor und das liebe Vieh“, „Polizeiarzt Dangerfield“ oder „Dalziel and Pascoe“. Auch in dem Spielfilm „Calendar Girls“ (dt. „Kalender Girls“) hatte er eine kleine Rolle.

Die Initialzündung für das Interesse an dem Thema erhielt Tim Barker als Kind, als ihm sein Vater das Buch „Little Wars“ von Herbert George Wells schenkte, das in voller Länge „Little Wars: a game for boys from twelve years of age to one hundred and fifty and for that more intelligent sort of girl who likes boys‘ games and books“ heißt und 1913 erstmals erschienen ist (es wurde nicht ins Deutsche übersetzt). Darin erstellt der Schriftsteller ein Regelwerk für das Spielen mit Spielzeugsoldaten, das Tim Barker so verinnerlicht hat, dass es die Grundlage für die Aufstellung seiner Sammlung in Silloth bildet.

„Soldiers in Silloth“ ist ganzjährig am Wochenende geöffnet, vom 1. Juni bis zum 30. September auch dienstags bis freitags von 13 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt bescheidene £2.

Hier ist ein kleiner Film über das Museum zu sehen.

Die Criffel Street in Silloth.
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Published in: on 3. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Richard III Experience im Monk Bar von York (North Yorkshire)

König Richard III auf der Anklagebank. Eigenes Foto.

Als wir das Richard III-Museum in York besuchten, das sich seit einigen Jahren The Richard III Experience nennt, gingen sintflutartige Regenfälle über der Stadt nieder, und wir waren froh, uns in trockenen Räumen aufhalten zu können. Einige wenige Touristen suchten im Vorraum des Museums  Zuflucht, sonst waren wir ganz allein in der Ausstellung.

Seit 1992 gibt es das Museum schon, das im Monk Bar untergebracht ist, einem jener Tore in den Stadtmauern, die York noch heute in Teilen umschließen. Von den drei Räumen des Museums soll der oberste 1484 von Richard III selbst in Auftrag gegeben worden sein. Der König hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass diese Räumlichkeiten nach mehr als 500 Jahren noch immer seinem Andenken gewidmet sind.

Die Ausstellung ist sehr interessant aufbereitet. Das Kernstück bildet ein Gerichtsverfahren, in dem Richard III des Mordes an seinen beiden Neffen angeklagt wird. Per Knopfdruck kann man den Ton dazuschalten und anschließend werden die Besucher aufgefordert, in ein ausliegendes Buch ihre Meinung zu schreiben, ob der König schuldig oder unschuldig ist.

Im obersten Raum, der durch eine kleine enge Steintreppe zugänglich ist, kann man die von Richard III angeordneten Hinrichtungen nacherleben. Bei unserem Besuch war der Raum geschlossen und ein Hinweisschild stand vor der Tür „Apologies: The executioner is on holiday. Your appointment with death has been postponed„. Noch einmal Glück gehabt!

Anlässlich der Entdeckung des Skeletts des Königs in Leicester und seiner erneuten Beerdigung hat man im Museum einige diesbezügliche Installationen untergebracht. Ein auf dem Schlachtfeld von Towton gefundenes Skelett eines Soldaten wird hier im Museum seit zwei Jahren zur Schau gestellt (hier ist ein Film in Zeitraffer über die Aufstellung).

Im Museumsshop kann man sich mit Literatur über Richard III und allerlei Devotionalien eindecken. Ein Besuch lohnt sich (auch bei schönem Wetter!).

Der Inhaber und die „Seele“ des Museums, Mike Bennett, ist leider im Jahr 2004 im Alter von nur 55 Jahren gestorben. Übernommen wurde das Museum unter der neuen Bezeichnung von der Jorvik Group, die im Micklegate Bar Richards Widersacher Henry VII ebenfalls ein Museum gewidmet hat, The Henry VII Experience.

Siehe zum Thema auch meinen Blogeintrag über die Richard III Society.

 

The Richard III Experience
Monk Bar
York
YO1 7LQ

In uraltem Gemäuer ist das Museum untergebracht. Eigenes Foto.

Der Henker war glücklicherweise im Urlaub. Eigenes Foto.

The Monk Bar in York.
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Published in: on 1. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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