The Tortworth Chestnut – Ein wunderschöner alter Baum an der St Leonard’s Church bei Tortworth (Gloucestershire)

Um die St Leonard’s Church bei Tortworth in der Grafschaft Gloucestershire herum trifft man auf wunderschöne Bäume. Der älteste unter ihnen ist die Tortworth Chestnut, eine Kastanie, die möglicherweise um das Jahr 800 herum gepflanzt worden ist, zu einer Zeit als König Egbert regierte. Das meinte jedenfalls Peter Collinson, ein Fellow der Royal Society im 18. Jahrhundert und leidenschaftlicher Botaniker. Andere Schätzungen über das Alter des Kastanienbaums gehen in Richtung 12. bzw. 13. Jahrhunderts. Wie auch immer, der Baum ist sehr alt und beeindruckt durch sein gewaltiges Wurzelwerk und seine riesigen, knorrigen Äste. Der Umfang beträgt über zwölf Meter und jedes Jahr nimmt der Baum um 4 cm zu.

Der Tree Council nahm die Tortworth Chestnut 2002 in seine Liste „The Great British Treesauf, in der fünfzig bedeutende Bäume Großbritanniens verzeichnet sind. Die Kastanie ist in der Liste in guter Gesellschaft, denn darauf stehen unter anderen auch die Royal Oak in Boscobel (Shropshire), die Ankerwycke Yew in Wraysbury (Berkshire) und die Bowthorpe Oak in Bourne (Lincolnshire).

Zur Orientierung: Man findet den Baum bzw. die St Leonard’s Church an der Tortworth Road, die von der B4509 abzweigt und die wiederum von Ausfahrt 14 der Autobahn M5 zu erreichen ist.
Ganz in der Nähe steht auch das Country House Hotel De Vere Tortworth Court, das ich in meinem Blog schon vorgestellt habe.

 

Published in: on 12. Januar 2020 at 02:00  Comments (3)  
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British Molecatcher organizations

Maulwürfe werden es wohl bei Gartenbesitzern nie auf die Top 10-Liste der beliebtesten Tiere schaffen, weder in Deutschland noch in England. Gerade auf der Insel, dem Mutterland der Freunde des gepflegten Rasens, sind die „moles“ außerordentlich unbeliebt; dabei gehören die unterirdischen Graber doch zu den fleißigsten Tieren überhaupt, aber wer möchte schon diese hässlichen Erdhaufen im Garten haben.

In Großbritannien gibt es nicht wenige Menschen, die dem Beruf des „mole-catchers“ nachgehen und mit unterschiedlichen Methoden den Tieren an den Kragen gehen. Verboten ist das Töten von Maulwürfen nicht, nur sind einige Methoden nicht erlaubt wie zum Beispiel der Einsatz von Strychnin. Verbreitet sind der Einsatz von Fallen und von Gas.

Viele Maulwurffänger in Großbritannien haben sich in Organisationen zusammengeschlossen. Da gibt es die Association of Professional Mole Catchers (APMC), die Wert darauf legt, traditionelle Methoden anzuwenden und „strives to promote best practice and to sustain individuality and the breadth of techniques applied by mole catchers“. Eine der Regeln der APMC lautet: „Any live caught moles should on discovery be despatched quickly and humanely“. Das Wort „despatch“ klingt irgendwie besser als „kill“.

Dann gibt es die Guild of British Molecatchers“ (GBM), deren Mitglieder ausschließlich Fallen benutzen. „The Guild is not only committed to traditional molecatching skills but also to the welfare of the mole“, heißt es auf den Webseiten der GBM. Den zweiten Teil des Satzes werden die Maulwürfe sicher gern zur Kenntnis nehmen.

Und dann gibt es noch das BMCR, das British Mole Catchers Register („Supporting traditional expertise and skills“), das u.a. Lehrgänge zum Fangen von Maulwürfen anbietet und Spezialisten vermittelt.

Was Sie schon immer über Maulwürfe und deren Fangmethoden wissen wollten, gibt es bei Mole Catcher UK nachzulesen. Außerdem kann man hier den nächstgelegenen Maulwurfsjäger finden.

Steht man sich bei diesen vielen Organisationen nicht ein wenig auf den Füßen? Offensichtlich schon, denn im Jahr 2016 kam es zu einem Streit, bei dem sich APMC, GBM und BMCR gegenseitig mangelnde Professionalität vorwarfen. Die britischen Maulwürfe stört das alles nicht, sie graben unermüdlich weiter.

Das Ergebnis produktiver, unterirdischer Arbeit.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Hier war ein „mole-catcher“ sehr erfolgreich.
Photo © Mick Garratt (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 27. Dezember 2019 at 02:00  Comments (5)  
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The British Christmas Tree Growers Association – Sie arbeitet zum Wohl des britischen Weihnachtsbaumes

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Downing Street 10 in weihnachtlichem Schmuck (mit Kater Larry).

Vor acht Jahren schrieb ich einmal in meinem Blog über das kleine Dorf Christmas Common an der Grenze zwischen Oxfordshire und Buckinghamshire, das im Jahre 2011 den Weihnachtsbaum für No. 10 Downing Street in London liefern durfte;  eine große Ehre, die dem Ort mit dem hübschen und absolut passenden Namen da zuteil wurde, mit freundlicher Unterstützung der British Christmas Tree Growers Association (BCTGA).

Die BCTGA kümmert sich um das Wohlergehen britischer Weihnachtsbäume bzw. um deren Anbauer und „to promote sales of live Christmas trees, provide marketing information to growers and encourages the exchange of ideas and information„. Ihre 320 Mitglieder verkaufen jedes Jahr zwischen sechs und acht Millionen Weihnachtsbäume.

„Grower of the Year 2018“ war John Junor von Farr North Christmas Trees in Inverness in Schottland; in diesem Jahr ist es die Dartmoor Christmas Tree Farm im Haldon Forest Park am Ostrand des Dartmoors, die den Downing Street Weihnachtsbaum 2019 stellt und das nicht zum ersten Mal. Die Weihnachtsbaumanpflanzer aus dem Dartmoor rühmen sich auch noch weiterer Auszeichnungen wie Best Natural Wreath, Runner up Best Fir, Best Nordman Fir und Champion Grower. Man kann also nichts falsch machen, wenn man seinen Weihnachtsbaum bei dieser Firma kauft.

Die Mitglieder der BCTGA verpflichten sich, bestimmte Verhaltensregeln beim Anbau einzuhalten, die umweltverträglich und nachhaltig sind. In dieser Liste sind einige der Mitglieder aufgeführt und welche Art von Weihnachtsbäumen sie anbieten.

In Hawkwell (Essex)
Photo © John Myers (cc-by-sa/2.0)

Chesil Beach – Ein 28 Kilometer langer Kieselstrand vor der Küste Dorsets

Von Portland bis nach West Bay erstreckt sich vor der Küste Dorsets ein 28 Kilometer langer Kieselstrand, der sich Chesil Beach nennt. Er ist ca 160 Meter breit und bis zu 12 Meter hoch. Chesil Beach ist ein Teil der sogenannten Jurassic Coast Süd-Englands. Hinter diesem Kieselstrand ist eine Lagune entstanden, The Fleet, die sowohl von Süßwasser als auch von Meerwasser gespeist wird und zu einem Naturreservat geworden ist, in dem sich zahlreiche Wasservögel und Fische angesiedelt haben. Auf einem Boot mit Glasboden, dem Fleet Observer, das von Ostern bis Ende Oktober verkehrt, kann man sich die Unterwasserwelt der Lagune ansehen.
Im ganzjährig geöffneten Chesil Beach Visitors Centre, südlich von Ferrybridge gelegen, kann man sich über die Gegend informieren und Führungen entlang des Strands buchen. Bei Ebbe sieht man seltene Meereslebewesen, die dann zum Vorschein kommen.
Dieser Film zeigt einen Flug über den Strand.

Vor und während des 2. Weltkriegs war The Fleet ein Bombenabwurfgelände der Royal Air Force. Die Dam Busters übten unter anderem auch hier, bevor sie ihre Angriffe auf deutsche Staudämme starteten. Siehe dazu meinen Blogeintrag.
Die Strömung vor der Küste ist nicht ungefährlich; zahlreiche Schiffe sind hier schon auf Grund gelaufen, worüber man sich im Museum von Portland genauer informieren kann.

Chris de Burgh veröffentlichte 2010 ein Album mit dem Titel „Moonfleet and other Stories„, das auf dem gleichnamigen Abenteuerroman von J. Meade Falkner basiert, der 1898 erschien (dt. „Moonfleet“, 2005) und am Chesil Beach spielt. De Burgh nahm einige der dazugehörenden Musikvideos dort auf; als Beispiel ist hier „Everywhere I go“ zu sehen.

Mehrere Bücher sind geschrieben worden, die alle den Chesil Beach als Hintergrund haben, das bekannteste ist sicher Ian McEwansOn Chesil Beach“ (dt. „Am Strand“) aus dem Jahr 2008. McEwan schrieb auch das Drehbuch zu dem gleichnamigen Film, der 2018 in die Kinos kam; hier ist der Trailer.

The Fleet.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Chesil Beach und dahinter die Stadt Weymouth.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

 
 

Published in: on 12. Dezember 2019 at 02:00  Comments (4)  
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Fell Top Assessor – Einer der seltensten Berufe in England

Der Helvellyn, im Vordergrund Swirral Edge.
Photo © John Light (cc-by-sa/2.0)

Die Lake District National Park Authority im Nordwesten Englands ist Arbeitgeber für einen der wohl seltensten Berufe in ganz England: Fell Top Assessor. In diesem Jahr sind es ganze drei Männer, die diesem Beruf nachgehen und das auch nur in den Wintermonaten. Ihre Aufgabe ist es, in der Bergwelt des Lake Districts, in der es im Winter schon einmal ganz schön rau zugehen kann, ein Auge auf die Bergwanderer zu haben, ihnen Verhaltensmaßnahmen zu geben und Kurse im „Fell walking“ durchzuführen. Immer wieder kommt, es vor allem in der kalten Jahreszeit, zu Unfällen in dieser Region, die durchaus tödlich enden können, denn viele unterschätzen die Berge und haben nicht die benötigte Ausrüstung dabei. Die Fell Top Assessors müssen also über die entsprechende Erfahrung verfügen und sich sehr gut im Lakeland auskennen.

Zu ihren Aufgaben gehört auch der tägliche Aufstieg zum Helvellyn, dem mit 950 Metern dritthöchsten Berg Englands. Dort oben messen sie Wetterdaten wie die Windgeschwindigkeit und die „windchill temperature“, also die gefühlte Temperatur, sie prüfen die Schneehöhe und die mögliche Lawinengefahr. Diese Daten werden weitergeleitet an das Met Office, den nationalen Wetterdienst für Großbritannien, der sie dann jedermann zur Verfügung stellt; die Bergwanderer können sich dadurch informieren, was sie dort oben erwartet (und gegebenenfalls zu Hause bleiben). Wie schlecht das Wetter auch ist, die Fell Top Assessors müssen jeden Tag den Helvellyn besteigen, was auch für sie nicht ganz ungefährlich ist. Wenn man sich die Bilder von der Striding Edge (siehe dazu meinen Blogeintrag) und der Swirral Edge, die beide zum Helvellyn hinführen, einmal ansieht, kann man erahnen, dass eine „Wanderung“ hier oben nichts für Gelegenheitswanderer ist.

In diesem Film erläuterte ein Fell Top Assessor seinen Aufgabenbereich.

Striding Edge.
Photo © Adam Ward (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 28. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Helm Wind – Der einzige Wind in England, der einen eigenen Namen führt

Der Helm Wind fällt über Milburn in Cumbria herein.
Photo © Simon Ledingham (cc-by-sa/2.0)

In Südfrankreich ist es der Mistral, auf dem Balkan der Bora und in den Alpen der Föhn, Namen für Fallwinde, die manchmal ganz schön nerven können (die Winde, nicht die Namen). In England gibt es einen einzigen Wind dieser Art, der auch einen eigenen Namen hat: The Helm Wind, zu finden bzw. zu spüren und zu hören ist er in der Grafschaft Cumbria und dort vor allem im Bereich der Cross Fell Range, die in den nördlichen Pennines liegt. Dieser föhnartige Wind kann ganz schön stark blasen und erinnert, wenn er in Hochform ist, an einen dahin donnernden Zug. Die Bewohner des Dörfchens Milburn können ein Lied davon singen, denn hier weht der Helm Wind besonders kräftig und häufig.

Wo der Wind seinen Namen her hat, ist nicht so ganz eindeutig festzustellen, am wahrscheinlichsten ist die Version, dass das Wort „Helm“ von „helmit“ kommt, also Helm oder Kappe, denn wenn der Wind so richtig stark bläst, bildet sich über den Hügeln eine Wolkenkappe, „helm bar“ genannt.

Als erster hatte sich der berühmte britische Klimaforscher Gordon Valentine Manley (1902-1980) in den 1930er Jahren mit dem Helm Wind beschäftigt und das Phänomen ausgiebig untersucht.

In diesem Zeitraffer-Film kann man optisch sehen wie sich der Helm Wind entwickelt und hier kann man ihn auch hören.

Die Helm Bar bei Milburn in Cumbria.
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 8. Juli 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Weeping Willows – Meine Lieblingsbäume

An der Themse bei Marlow in Buckinghamshire.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Salix babylonica lautet der botanische Fachbegriff für Trauerweiden, im Englischen Weeping Willows. Neben den Zedern gehören sie zu einen Lieblingsbäumen. Ich finde das Bild immer wieder wunderschön, wenn sie, an Flüssen oder Teichen stehend, ihre langen Zweige ins Wasser tauchen. Bei meinem Besuch kürzlich im Leeds Castle in Kent entdeckte ich einige schöne Exemplare, an der Themse sind viele zu finden. Sie vermitteln eine leicht wehmütige und melancholische Atmosphäre, so empfinde ich das jedenfalls.

Ich habe im folgenden einige Bilder von besonders schönen Weeping Willows zusammengestellt.

Am Beeston Canal bei Nottingham.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Ein Prachtexemplar in York.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Am River Cam in Cambridge.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Im Trent Country Park in Hertfordshire.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Am River Avon in Tewkesbury.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 2. Juli 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Parkverbotsbäume im Norden der Grafschaft Devon

Ein Exemplar des No Parking Trees
Photo © Patrick Roper (cc-by-sa/2.0)

Watersmeet SSSI ist eine Region im Norden der Grafschaft Devon, wobei das SSSI für „Site of Special Scientific Interest“ steht. Gebiete mit diesem Zusatz stehen unter besonderem Naturschutz. Die Watersmeet Road, die A39, windet sich durch diese wildromatische Region, bis hin zu den beiden Küstenorten Lynton und Lynmouth.

In den 1930er Jahren wurde an einer kleinen Ausweichstelle entlang der Watersmeet Road eine Baumart entdeckt, die bis dahin noch niemand so recht wahr genommen hatte und die daher auch keinen Namen besaß. Da an diesem Baum ein Schild mit der Aufschrift „No Parking“ genagelt war, nannte man den Baum kurzerhand „No Parking Tree„.

Verwandt ist er offenbar mit dem Devon Whitebeam, das ist ein Mehlbeerbaum. Die Wissenschaft beschäftigte sich erst Jahrzehnte später mit dieser speziellen Baumart aus Devon, von der es nur wenige Exemplare gibt, die Schätzungen bewegen sich zwischen 50 und 110 Bäumen in der Gegend von Watersmeet, dazu noch einige mehr im Land verstreut und daher steht der Parkverbotsbaum auch auf der Roten Liste mit dem Vermerk „Gefährdet„.

Im Jahr 2009 bekam der Baum auch einen „richtigen“ Namen und zwar Sorbus admonitor, doch ich finde den ursprünglichen Namen origineller und witziger.

Die Watersmeet Road (A39) in North Devon.
Photo © David Smith (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. Juni 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Pelikane des Londoner St James’s Park und wie sie einmal einen diplomatischen Zwischenfall auslösten

Pelikane am St James’s Park Lake.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Die Großstadt London gehört nicht zu dem natürlichen Lebensraum von Pelikanen, jenen großen Wasservögeln mit dem ausgeprägten Hautsack unter dem Schnabel. Doch im St James’s Park finden wir einige Exemplare und das schon seit Jahrhunderten. König Charles II. hatte eine Vorliebe für exotische Tiere, und daher schenkte der Botschafter des Russischen Reiches ihm 1664 zwei Pelikane, die auch dort in einigen Regionen heimisch sind. Aber die Tiere wollten in London nicht so richtig gedeihen, so wurden immer mal wieder neue Pelikane aus Russland nach London geschickt, eine Tradition, die bis in die heutige Zeit aufrecht erhalten worden ist.

In den 1960er Jahren erfuhr der US-Botschafter von den russischen Pelikanen und wollte nun seinerseits auch amerikanische Verwandte der Tiere im Park ansiedeln, nach dem Motto „Was Ihr Russen könnt, das können wir schon lange“. Also importierte der Mann Pelikane aus den Staaten, die sich aber in London nicht so recht wohlfühlten, mit ihren Artgenossen aus dem fernen Osten nicht klar kamen und kränkelten. Der Verdacht kam in der US-Botschaft auf, dass die Kollegen der sowjetischen Botschaft da irgendwie ihre Hände im Spiel hatten, und eine diplomatische Krise deutete sich an. Doch der Verdacht stellte sich als unbegründet heraus, denn die Amerikaner hatten die falschen Pelikane geschickt und zwar jene, die im allgemeinen im Salzwasser lebten und die mochten nun einmal das Süßwasser des Sees im St James’s Park gar nicht. Also orderte man nun die richtigen Süßwasser-Pelikane, und siehe da, die fühlten sich in London wohl und freundeten sich sogar mit ihren russischen Nachbarn an. Der Konflikt zwischen den beiden Botschaften wurde beigelegt.

Wer sich die Fütterung der Wasservögel ansehen möchte, der kann das täglich zwischen 14.30 Uhr und 15 Uhr tun, dann gibt es nämlich frischen Fisch für die Tiere, serviert am St. James’s Park Lake, ganz in der Nähe von Duck Island.

In diesem Film ist ein Pelikan beim Spaziergang im St James’s Park zu sehen.

Duck Island im St James’s Park, wo die Pelikane gefüttert werden.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Palmen in England – Bäume, die ein mediterranes Flair erzeugen

Palmen vor meinem Hotel, dem Orestone Manor in Maidencombe bei Torquay in Devon.
Eigenes Foto.

Was assoziiert man im Allgemeinen mit einer Palme? Für mich sind das: Südseestrände, Spanien, Kalifornien, hohe Temoeraturen, schönes Wetter usw. Wer zum ersten Mal auf die britische Insel kommt, ist wahrscheinlich erstaunt, dass er in vielen Teilen des Landes, bis hinauf nach Schottland, auf Palmen trifft. Ich denke da besonders an die englische Riviera bei Torquay, an Bournemouth und Poole. An Strandpromenaden sieht man Palmen, aber auch in Vorgärten, wo sie ein mediterranes Flair erzeugen.

Ich habe hier einmal einige Beispiele zusammengetragen:

In Torquay (Devon).
Photo © Len Williams (cc-by-sa/2.0)

Nein, wir sind hier nicht in Barcelona, sondern an einem Kreisverkehr an der Londoner Lambeth Bridge.
Photo © Len Williams (cc-by-sa/2.0)

In Hyde bei Manchester.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

In einem Vorgarten in Golders Green (London).
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Bei Guildford in Surrey.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Ein eher seltenes Bild: Palmen im Schnee in Bournemouth (Dorset).
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 1. März 2019 at 02:00  Comments (3)  
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The Great Stone of Fourstones – Ein einsamer Felsbrocken im Moorgebiet des Forest of Bowland an der Grenze von Lancashire und North Yorkshire

Im Grenzbereich von Lancashire und North Yorkshire liegt einsam und allein ein merkwürdiger Felsbrocken, der The Great Stone of Fourstones heißt; folglich müssen irgendwann einmal vier Steine hier gewesen sein. Niemand weiß genau, was mit ihnen passiert ist. In fernen Zeiten wird der Great Stone wohl von Gletschern hierher transportiert worden sein und als diese sich zurückzogen, blieb er hier liegen. In den ca fünf Meter hohen Felsen am Rande des Forest of Bowland hat irgendjemand 15 Stufen hineingemeißelt, um es denjenigen leicht zu machen, die keine Lust haben, sich als Kletterer zu betätigen und so halbwegs bequem nach oben steigen zu können, um die Aussicht auf das Moorgebiet von Tatham Fells zu genießen, das sich südlich der kleinen Ortschaft Bentham hinzieht. Um zu dem „Big Stone“ zu gelangen, fährt man aus Bentham auf der Straße mit dem schönen Namen Thickrash Brow hinaus, die dann zur Slaidburn Road wird. Von hier aus kann  man den Felsbrocken liegen sehen. Dieser Film vermittelt einen Eindruck von ihm.

Natürlich rankt sich auch eine Legende um den Great Stone of Fourstone. Als der Teufel einmal die Brücke von Kirkby Lonsdale, einige Kilometer nördlich von Bentham gelegen, bauen wollte, schleppte er Baumaterial heran und dabei ließ er den besagten Stein fallen, vielleicht weil er ihm zu schwer geworden war. Die Devil’s Bridge in Kirkby Lonsdale, die den River Lune überquert, gibt es noch heute.

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, erinnert sich vielleicht noch an meinen Eintrag über den High Bentham Incident, der sich ganz in der Nähe ereignete. Auch der Ort Dunsop Bridge, der als das geografische Zentrum Großbritanniens bezeichnet wird, ist nur wenige Kilometer entfernt.

Die Devil’s Bridge über den River Lune in Kirkby Lonsdale (Cumbria).
Photo © Chris Heaton (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. Februar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Stiperstones in Shropshire und ein Song der Band Half Man Half Biscuit

Der Manstone Rock.
Photo © Richard Law (cc-by-sa/2.0)

Nachdem ich gestern über den Überlebenskampf des Reverend Edmund Donald Carr in den unwirtlichen Bergen von Shropshire geschrieben habe, bleiben wir heute noch einmal dort. Stiperstones nennt sich eine Hügelkette mit besonders ausgeprägten Felsformationen, die sich auf eine Länge von acht Kilometern hinziehen. Der Manstone Rock und der Devil’s Chair dürften die bekanntesten Felsen sein. Zu Füßen der Stiperstones liegen ein paar kleine Ortschaften wie Pennerley, Crowsnest und Snailbeach. Wer sich über die Stiperstones informieren möchte, tut das am besten vor Ort im The Bog Visitor Centre, das recht einsam liegt und in einer ehemaligen Dorfschule etwas südlich von Pennerley untergebracht ist. In den Wintermonaten ist das kleine Besucherzentrum geschlossen. Von hier aus kann man Wanderungen unternehmen und sich die Felsen aus der Nähe ansehen.

Die 1984 in Birkenhead (Merseyside) gegründete Rockband mit dem merkwürdigen Namen Half Man Half Biscuit hat im Jahr 2011 ein Album mit dem Titel „90 Bisodol (Crimond)“ veröffentlicht, auf dem der Song „Descent of the Stiperstones“ zu finden ist, der überwiegend aus Sprechgesang besteht. Es geht inhaltlich darum, dass jemand von den Stiperstones herunterkommt und sich daran erinnert, dass er auf dem Heimweg eine Dose Swarfega mirbringen soll, das ist ein hochwirksames Handreinigungsmittel. Also steigt er in sein in Snailbeach abgestelltes Auto und fährt nach Montgomery, das schon in Wales liegt, in der Grafschaft Powys. Dort gibt es in der Arthur Street den Eisenwarenladen Bunners, der schon 1892 gegründet wurde und in dem man so ziemlich alles bekommt, was das Herz begehrt. Im Text hören wir, was der Erzähler im „organised chaos“ bei Bunners so alles findet. Eine bessere Werbung hätten sich die Besitzer des Ladens wohl kaum wünschen können. Hier ist der Text in voller Länge nachzulesen und hier ist der Song zu hören.

The Devil’s Chair.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)

Snailbeach, ein ehemaliger Bergwerksort.
Photo © Simon Huguet (cc-by-sa/2.0)

Bunners in Montgomery (Powys) in Wales.
Photo © Phil Champion (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Rote Milane über den Chiltern Hills in Oxfordshire und Buckinghamshire

Ein Red Kite über Haddenham in Buckinghamshire.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

Die Chiltern Hills liegen dort, wo zahlreiche Folgen der „Inspector Barnaby“-Krimiserie gedreht worden sind, und genau da fühlen sich die Roten Milane (Red Kites) besonders wohl. Nachdem sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England komplett von der Bildfläche verschwunden waren, weil Wildhüter sie ausgerottet hatten, versuchte die Royal Society for the Protection of Birds und English Nature sie in den Jahren von 1989 bis 1994 neu anzusiedeln, indem Vögel aus Spanien in den Chiltern Hills ausgesetzt wurden. Da diese Roten Milane mit ihrem neuen Standort einverstanden waren, begannen sie sich zu vermehren und man schätzt, dass heute an die tausend Pärchen hier für Nachwuchs sorgen.
Die Red Kites sind eindrucksvolle Vögel, deren Flügelspannweite bis zu 1,70 Meter betragen kann. Sie ernähren sich hauptsächlich von toten Tieren, aber auch von kleinen Säugetieren und Käfern und Würmern.

Vor kurzem schrieb ich in meinem Blog über den Stokenchurch Gap, wo die Autobahn M40 die Chilterns durchquert; dort kann man häufig die Roten Milane beobachten. Weitere Orte, wo die Wahrscheinlichkeit groß ist, die Vögel kreisen zu sehen, sind der Watlington Hill, The Warburg Reserve und der Bledlow Great Wood bei Chinnor, alle in Oxfordshire, sowie der West Wycombe Hill und The Bradenham Estate in Buckinghamshire. Wer sich näher für die Milane in den Chilterns interessiert, findet weitere Informationen auf der Webseite redkites.net.

Weil die Neuansiedlung der Vögel in den Chilterns so erfolgreich war, hat man die Tiere auch in anderen Teilen Großbritanniens angesiedelt wie zum Beispiel in Yorkshire, den Midlands in Schottland, Wales und Nordirland.

Dieser Film zeigt die schönen Tiere im Flug über den Chiltern Hills und hier ist der „Gesang“ eines Roten Milans zu hören (nicht gerade ein Singvogel, aber immerhin…).

Milane über Cadmore End bei Stokenchurch.
Photo © Graham Horn (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 11. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Spinster’s Rock – Eine Megalithanlage im Dartmoor und ihre Legenden

Westlich des Dörfchens Drewsteignton im Dartmoor steht eine Megalithanlage, dort in Devon auch als Quoit bezeichnet, die den Namen Spinster’s Rock trägt. Drei einzelne Felsen tragen eine große Felsplatte, Teil einer ehemaligen Grabkammer. Auf einem Schild erhalten wir Auskunft:
Spinsters’s Rock – A neolithic burial chamber erected around 3500-2500 BC. The chamber probably contained many burials and would originally have been covered by a long earthen mound. The stones fell down in 1862 and were re-erected in the same year. Traditionally the monument was erected by three spinsters one morning before breakfast„.

Da haben wir schon eine Legende. Drei „spinsters“, in diesem Falle handelt es sich bei den Damen um keine alte Jungfern, sondern um Frauen, die Wolle gesponnen haben, warteten auf einen Händler, der ihnen die Wolle abnehmen sollte. Um sich die Zeit zu vertreiben, stapelten die Frauen, die wohl sehr kräftig gewesen sein müssen, ein paar herumliegende Felsen aufeinander. Der Händler wird gestaunt haben, als er bei seiner Ankunft das neu entstandene Bauwerk bewundern konnte, das die Spinnerinnen sogar noch vor dem Frühstück errichtet hatten.

Laut einer anderen Legende soll ein alter Mann mit seinen drei Söhnen dort im Dartmoor aufgetaucht sein und, aus welchem Grund auch immer, das Felsengebilde aufgestellt haben; danach verschwanden sie und wurden nie wieder gesehen. Es heißt, dass es sich bei den Männern um die biblische Figur Noah samt seinen Söhnen gehandelt haben soll, die an dieser Stelle versteinert worden sind (Noah liegt oben drauf auf seinen Söhnen).

Wie es auf dem Schild schon zu lesen war, kollabierten die Felsen im Jahr 1862 und zwar im Januar, nachdem es im Jahr zuvor besonders viele Niederschläge im Dartmoor gegeben hatte. Man machte sich bald darauf an die Arbeit, um Spinster’s Rock wieder aufzustellen, was nicht ganz einfach war, denn der Deckstein wog rund 16 Tonnen. Im November standen die Felsen wieder fast genau wie vorher auf der Wiese, nur ein paar Kleinigkeiten, wie die Positionierung der Steine, waren anders, was aber kaum auffiel.

Published in: on 3. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Dachs – Von den einen geliebt und von anderen gehasst

Meles meles heißt der Europäische Dachs in der zoologischen Fachsprache, und dieses hübsche Tier sorgt in England immer wieder für Schlagzeilen. „Badger culling„, also das Töten von Dachsen, bringt die Freunde der Tiere auf die Barrikaden; das war vor allem im Jahr 2014 in Gloucestershire und in Somerset der Fall, wo es dem Grimbart, wie der Dachs in der Fabel heißt, an den Kragen gehen sollte. Der Badger Trust schickte seine Anwälte los, die das Töten unterbinden sollten, was ihnen leider nicht gelang, in anderen Fälle wiederum waren sie erfolgreich.

Der Trust wurde 2015 gegründet und entstand aus der National Federation of Badger Groups mit dem Ziel „to enhance the welfare, conservation and protection of badgers, their setts, and their habitats„. Der Dachs hat heute besonders unter dem Straßenverkehr, dem legalen und illegalen „culling“ und dem Verlust seines Lebensraums zu leiden.

Leider hat das Tier aus der Familie der Marder eine unangenehme Eigenschaft: Es buddelt leidenschaftlich gern Löcher in die Erde, um dort seine Baue anzulegen. Das wäre in unbewohnten Gegenden kein so großes Problem, aber es kommt gar nicht selten vor, dass er seine Bautätigkeit unter Straßen ausübt, die dann irgendwann einmal nicht mehr passierbar sind wie ein Teilstück der Birkby Road bei Muncaster in Cumbria, die im vorigen Jahr im Dezember für ein Jahr  gesperrt werden musste, weil sich immer wieder Löcher auftaten. £50,000 kosteten bisher die Reparaturarbeiten. Vertreiben darf man die Dachse nicht, weil sie durch den Protection of Badgers Act aus dem Jahr 1992 geschützt sind. Also müssen sich die Straßenbauer etwas ausdenken wie sie die Oberfläche so stabil hinbekommen, dass sie immun gegen den unterirdischen Baumeister ist. Nur die Organisation Natural England darf Ausnahmeregelungen im Umgang mit Dachsen erlassen wie auch das lizensierte Keulen.

Mit dem Badger Vaccination Project versucht der Badger Trust übertragbare Krankheiten einzudämmen, indem Dachse geimpft werden.

 

Mitten auf dem South West Coast Path in Devon hat ein Dachs den Eingang zu seinem Bau platziert.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Diese Straße in Cheshire musste gesperrt werden, da Herr Grimbart hier seiner unterirdischen Bauleidenschaft frönte.
Photo © Richard Webb (cc-by-sa/2.0)

Protestplakate gegen das Keulen von Dachsen an einem Haus in Derbyshire.
Photo © Peter Barr (cc-by-sa/2.0)

Hier hatte jemand ein Herz für Dachse. Grab eines überfahrenen Tieres in Torbay (Devon).
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. Dezember 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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River Avon – Ein häufiger Flussname in Großbritannien

Hier ist die temperamentvolle Seite des River Avon bei Stratford zu sehen.
Eigenes Foto.

Achtmal gibt es den Flussnamen Avon in Großbritannien, dreimal in Schottland, fünfmal in England. In meinem heutigen Blogeintrag möchte ich die fünf englischen Avons kurz vorstellen. Avon leitet sich aus dem Wort „abona“ = Fluss ab, die Flüsse heißen also nichts anderes als „Ein Fluss namens Fluss“; kann man sich leicht merken.

Der bekannteste River Avon dürfte der sein, an dem die Stadt Stratford-upon-Avon in Warwickshire liegt. 137 Kilometer ist er lang und seine Quelle liegt bei Naseby in Northamptonshire, dort wo die berühmte Schlacht am 14. Juni 1645 stattfand. In Tewkesbury (Gloucestershire) trifft er auf den River Severn, wo beide zusammen schon häufig für Überschwemmungen gesorgt haben. Friedlich vereint machen sich dann die beiden gemeinsam auf den Weg zum Bristol Channel.
Ich habe diesen Avon eine Zeit lang mit einem Narrowboat von Evesham nach Stratford und zurück begleitet, und dabei auch einmal die wilde Seite des sonst meist ruhig dahingleitenden Flusses kennengelernt; s. dazu meinen Blogeintrag.

River Avon Nummer 2 fließt durch die Städte Bradford-on-Avon, Bath und Bristol und wird zur Unterscheidung von seinem Namensvetter ganz in der Nähe auch Bristol Avon genannt. Dieser „Fluss Fluss“ ist 121 Kilometer lang und entspringt nahe des Dörfchens Acton Turville in Gloucestershire. Bei Avonmouth ergießt er sich in die Flussmündung, die sein großer Bruder, der River Severn, dort geschaffen hat und sich Severn Estuary nennt. Auch der Bristol Avon ist nicht ganz unschuldig an einigen Überflutungen, die die Anlieger gar nicht gut aufgenommen haben.

Wesentlich kürzer als seine beiden bereits genannten Namensvettern ist der River Avon Nummer 3, dessen Existenz sich in der Grafschaft Devon abspielt. Bei Ryder’s Hill im Dartmoor erblickt er das Licht der Welt und schon 42 Kilometer weiter bei Bigbury-on-Sea ist sein kurzes, ereignisarmes Leben vorüber. Er wirft noch einen kurzen Blick auf das schicke Burgh Island Hotel auf seiner rechten Seite, bevor er in den Fluten des Meeres versinkt.

Wer schon einmal in Salisbury in Wiltshire war, der wurde dort mit River Avon Nummer 4 konfrontiert, der sich durch die Stadt schlängelt und manchmal deshalb auch als Salisbury Avon bezeichnet wird. Sein Geburtsort ist Pewsey (Wiltshire) und, nachdem er rund 96 Kilometer zurückgelegt hat, wurde der Fluss zuletzt bei der hübschen Stadt Christchurch in Dorset gesehen, wo sich jede Spur von ihm verliert.

River Avon Nummer 5 schließlich ist der kleinste von allen, auch Avon Water genannt. Sein Leben spielt sich auf 14 Kilometern im New Forest im Hampshire ab. Schnell ist es mit ihm schon wieder vorbei, wenn er sich in den Solent ergießt, begleitet von seinen Artgenossen, dem Beaulieu River und dem Lymington River. Alle drei haben nie etwas anders als den New Forest gesehen, und die Höhepunkte in ihrer Existenz waren vielleicht die wild lebenden Ponies dort, die sich in den (schmalen) Fluten gespiegelt haben.

River Avon Nummer 2, der Bristol Avon. Hier in Bradford zu sehen.
Photo © Bob Jones (cc-by-sa/2.0)

River Avon Nummer 3 im Dartmoor in Devon.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

River Avon Nummer 4 in Salisbury bei Hochwasser.
Photo © Gillian Thomas (cc-by-sa/2.0)

River Avon Nummer 5, Avon Water, im New Forest.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 4. Dezember 2018 at 02:00  Comments (5)  
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Dark Sky Places oder Wo man in England den besten Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel hat

Der Wimbleball Lake im Exmoor. Von hier aus hat man nachts einen besonders schönen Blick auf den Sternenhimmel.
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Jeden Abend, bevor ich den Tag beende, werfe ich noch einen Blick aus dem Fenster meines Arbeitszimmers, das unter dem Dach unseres Hauses liegt. Obwohl ich nicht in der Stadt wohne, ist doch die Lichtbeeinflussung der Umgebung so groß, dass ich vom Nachthimmel nur die großen Sterne sehen kann. Lichtverschmutzung, oder light pollution im Englischen, ist der Fachbegriff für diese Form der Umweltverschmutzung, der besagt, dass künstliche Lichtquellen den uneingeschränkten Blick auf den Sternenhimmel weitgehend verbauen.

Die International Dark-Sky Association, 1988 gegründet, mit Sitz in Tucson in Arizona, hat sich dem Kampf gegen die Lichtverschmutzung verschrieben und bisher weltweit über 100 Dark Sky Places zertifiziert; das können Städte sein, die sich ernsthaft Gedanken um die nächtliche Beleuchtung ihrer Kommunen machen, oder auch öffentliche oder private Parks, in denen man einen ungehinderten Blick auf den Sternenhimmel hat.

Wie sieht das nun in England  mit den Dark Sky Places aus?

Den Status International Dark Sky Reserve erhielt im Jahr 2011 der Exmoor National Park in Devon und Somerset. In dieser dünn besiedelten Region im Südwesten des Landes kann man den nächtlichen Himmel mit seinen unzähligen Sternen besonders gut beobachten. Holdstone Hill, County Gate, Brendon Two Gates, Webbers Post, Anstey Gate, Haddon Hill und Wimbleball Lake sind Orte, die sich für einen nächtlichen Besuch empfehlen. Die Parkverwaltung hat einen Dark Skies Guide herausgegeben, der hier zu sehen ist.

Im Jahr 2013 erhielt der Northumberland National Park, gemeinsam mit dem benachbarten Kielder Water & Forest Park die Auszeichnung International Dark Sky Park. Sowohl das Kielder Observatorium als auch das Battlesteads Observatorium bieten regelmäßige „star-gazing events“ an, denn hier oben im hohen Norden hat die Lichtverschmutzung noch nicht Einzug gehalten.

Eine Dark Sky Discovery Site ist das Sutton Bank National Park Centre in North Yorkshire. Schon am Tage ist der Blick von hier oben atemberaubend, nachts hat man einen großartigen Blick auf den Himmel wie dieses Video zeigt.

Auch der Peak District National Park hat den Status Dark Sky Discovery Site erhalten. Surprise View, Parsley Hay und Minninglow sind die Orte, von denen man nachts den besten Blick auf den Sternenhimmel hat.

Das eigenartig gestaltete Kielder Observatory in Northumberland.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Sutton Bank in North Yorkshire.
Photo © Malcolm Neal (cc-by-sa/2.0)

Surprise View im Peak District National Park.
Photo © Neil Theasby (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. Dezember 2018 at 02:00  Comments (1)  
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National Tree Week vom 24. November bis zum 2. Dezember 2018

Eine Eiche in Herefordshire.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Wenn ich mich in England aufhalte, fällt mir immer wieder auf wie viele schöne, hochgewachsene, wunderbar geformte Bäume dort zu finden sind. Ob als Solitär auf einer Wiese stehend oder in Gruppen in einem der Parks oder Arboreten, ich finde die Bäume immer wieder faszinierend.

In der Zeit vom 24. November bis zum 2. Dezember in diesem Jahr stehen sie in der National Tree Week zu Recht wieder einmal im Mittelpunkt. 1975 wurde diese Idee erstmals vom Tree Council ins Leben gerufen, einer Wohltätigkeitsorganisation für Bäume, die auch eine Tree Care Campaign und eine Hedge Tree Campaign unterhält.

Während der National Tree Week wird dazu aufgerufen, Bäume zu pflanzen und an dieser Aktion beteiligen sich Freiwillige, Schulen, Behörden und kommunale Gruppen, die ein Herz für Bäume haben. Rund eine Million werden in dieser Zeit gepflanzt, initiiert und unterstützt von Tree Wardens („Tree Wardens are volunteers, appointed by parish councils or other community organisations, who gather information about their local trees, get involved in local tree matters and encourage local practical projects related to the trees and woods“).

Es gibt zahlreiche Aktivitäten auf lokaler Ebene wie Vorträge, Waldspaziergänge usw. Das Weald and Downland Living Museum in Singleton bei Chichester (West Sussex) beispielsweise spricht gezielt Schulen an, die ihre Projekte in Zusammenarbeit mit dem Museum durchführen können.

Hier ist ein kurzer Film über die National Tree Week.

Eine Araukarie (Monkey Puzzle Tree) in Derbyshire.
Photo © J.Hannan-Briggs (cc-by-sa/2.0)

Eine Platane (London plane tree) in Worcestershire.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Hue and Cry auf Burgh Island in Devon

Die Reste der Kapelle bzw. die Huer’s Hut auf Burgh Island.
Photo © Rob Purvis (cc-by-sa/2.0)

Über das nostalgische Burgh Island Hotel vor der Südküste Devons bei Bigbury habe ich in meinem Blog schon berichtet. Burgh Island ist bei Ebbe zu Fuß zu erreichen, bei Flut holt bzw. bringt der Sea Tractor des Hotels seine Gäste hin und zurück. Dann gibt es noch den Pilchard Inn auf der kleinen Insel und das war es denn auch…bis auf die Mauerreste einer kleinen Kapelle auf der höchsten Stelle von Burgh Island.
Diese Ruinen dienten eine Zeit lang als „Huer’s Hut„, als Beobachtungsposten für jemanden mit scharfen Augen, der im Auftrag der lokalen Fischer eingerichtet worden war, um von dort oben nach Sardinenschwärmen (pilchards) Ausschau zu halten, die hin und wieder vor der Südküste Devons vorbeizogen. Sobald der Ausguck einen Schwarm im Meer gesichtet hatte, veranstaltete er einen Riesenlärm, woraufhin die Fischer zu ihren Booten liefen, in See stachen und ihre Netze mit den zappelnden Tieren füllten. Heute gibt es diese Fischschwärme nicht mehr.

Der von dem Ausguck verursachte Lärm ging in die englische Sprache ein und heißt „hue and cry„, wobei das „hue“ aus dem Altfranzösischen übernommen wurde (huer=rufen). Im Deutschen spricht man „Zeter und Mordio schreien“, ein nur noch selten verwendeter Ausdruck. Ich kann mir vorstellen, dass der Ausguck oben in der sturmumtosten Huer’s Hut, nachdem er Feierabend hatte, erst einmal im Pilchard Inn einkehrte, um sich dort aufzuwärmen und das eine oder andere Pint zu trinken.

Hue and Cry“ war auch der Titel eines Films, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gedreht wurde, mit Burgh Island und seinen Fischern aber nichts zu tun hat. Hier ist ein Ausschnitt.

Ein Gesangsduo aus Schottland, die Brüder Pat und Greg Kane, nennen sich auch Hue and Cry. Sie wurden 1987 mit „Labour of Love“ bekannt.

Die Ruine noch einmal aus einer anderen Perspektive.
Photo © Debbie J (cc-by-sa/2.0)

Burgh Island bei Ebbe.
Photo © Kate Jewell (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Oktober 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Igel in England – Wie lange wird es sie noch geben?

Kürzlich war in einem Artikel der Zeitung The Guardian zu lesen,  dass die Zahl der Igel in Großbritannien seit den 1950er Jahren um etwa 80% zurückgegangen ist. Was ist los mit den kleinen stacheligen Gesellen? Schuld an den immer geringer werdenden Igelpopulationen sind zum Beispiel die Intensivlandwirtschaft und die zunehmende Zahl der Dachse, den natürlichen Feinden der Igel. Wo sollen die Tiere hin, wenn ihnen der Lebensraum genommen wird? Da kann jeder helfen, der einen Garten hat, indem Schlupflöcher gelassen werden, damit Igel herein können und hier Schutz finden.

Um das Wohl der „hedgehogs“, wie Igel im Englischen heißen, kümmern sich unterschiedliche Organisationen wie beispielsweise die 1982 gegründete British Hedgehog Preservation Society, ansässig in Shropshire in dem kleinen Dorf Cleehill. Auf den Webseiten der Society findet man jede Menge Informationen über Igel, wie man ihnen helfen kann, wenn man einen von ihnen im Garten vorfindet, es gibt den preisgekrönten Film „Hedgehog Close“ zu sehen und einen Blog zu lesen und im Shop findet man alles Mögliche rund um das Thema Igel.

St Tiggywinkles in Haddenham in Buckinghamshire ist ein Tierkrankenhaus, das sich rund um die Uhr um verletzte Wildtiere kümmert, auch im Igel. 1984, als in England eine Dürreperiode herrschte, wurden massenweise „pricklies“ hier abgegeben, die man liebevoll pflegte und wieder auf die Beine brachte. Ich berichtete in meinem Blog über Tiggywinkles.

Auf der Prickly Ball Farm bei Newton Abbot gab es bis vor wenigen Tagen ein Hedgehog Hospital (s. dazu meinen Blogeintrag), das leider am 3. September die Pforten schließen musste, weil die Farm verkauft worden ist.

Aber es gibt noch weitere Institutionen im Land, die sich für Igel einsetzen wie das Hedgehog Sanctuary in Solihull (West Midlands) oder das Hedgehog Hospital in Shepreth (Hertfordshire), um nur einige zu nennen. Es gibt also glücklicherweise viele Menschen, die eine Herz für Igel haben.

Gesehen bei Blewbury in Oxfordshire.
Photo © Bill Nicholls (cc-by-sa/2.0)

Auf dem Dorfschild von Throwley in Kent finden wir zwei Igel und ihre Feinde, die Dachse.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Eine Wandmalerei in der Londoner Chance Street.
Photo © Robin Sones (cc-by-sa/2.0)

Ein Igel als Fußstütze auf einem Grabmal in der Kirche St Bartholomew’s in Much Marcle in Herefordshire.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

Ein Pub namens The Hedgehog in Elmhurst (Staffordshire).
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 14. September 2018 at 02:00  Comments (5)  
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Blencathra, der Berg im Lake District, der verkauft werden sollte

Der Blencathra in Cumbria.
Photo © Walter Baxter (cc-by-sa/2.0)

Hugh Lowther, der 8. Earl of Lonsdale bekam ein Problem, als der Staat im Jahre 2014 £9 Millionen Erbschaftssteuer von ihm haben wollte. So eine Summe bezahlt auch ein englischer Earl nicht mal so eben aus der Portokasse. Rund 120 qkm² umfasst das Lonsdale Estate in der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands und darin befindet sich der 868 Meter hohe Berg Blencathra, der auch Saddleback genannt wird, und dessen hervorstechendstes Merkmal die Sharp Edge, ein rasiermesserscharfer Grat ist, dessen Begehung nur schwindelfreien Bergwanderern zu empfehlen ist.

Diesen schönen Berg wollte der Earl of Lonsdale verkaufen und bot ihn für £1.75 Millionen an, um seine Schuldenlast zu minimieren. Eigentlich ist das nicht zuviel für diese Naturschönheit, doch was würde ein potentieller Käufer damit machen, fragten sich viele Menschen aus der Umgebung? Würde ihnen vielleicht der Zugang verweigert? Die Friends of Blencathra gründeten sich, mit dem Ziel, so viel Geld wie möglich zu sammeln, um dem Earl ein Kaufangebot zu unterbreiten. Leider bekamen sie nur die relativ klägliche Summe von £246,650 zusammen, was natürlich bei weitem nicht reichte. Die Zahl der Interessenten an dem Berg war sehr überschaubar, obwohl der Käufer automatisch den Titel Lord of the Manor of Threlkeld erhalten würde (Threlkeld ist der nächstgelegene Ort), was ja nicht schlecht klingt.

Kurz und gut, es fand sich niemand, der den imposanten Berg haben wollte; der Earl of Lonsdale überlegte es sich anders und zog sein Angebot zurück. Blencathra war nicht mehr auf dem Markt.

Im vorigen Jahr drehte Terry Abraham für die BBC den einstündigen Dokumentarfilm „Life of a Mountain: A Year on Blencathra„, eine Hommage an den Berg in Cumbria, der auch als DVD vorliegt. Hier ist ein Trailer zu sehen.

Die Sharp Edge.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 8. Juli 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Winter Hill – Ein Berg im Rivington Moor (Lancashire), der zwei Songs inspirierte

Winter Hill Transmitting Station.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Rund 450 Meter hoch ist er, der Winter Hill auf dem Rivington Moor, nördlich von Bolton in der Grafschaft Lancashire, „the site of mining activity, aeroplane disasters and murders“ wie es in der Wikipedia heißt. Sollte man um dieses Moor und den Berg lieber einen großen Bogen schlagen?

Die Zeiten des Bergbaus sind natürlich schon lange vorbei, und es ist auch schon eine Weile her, dass Flugzeuge hier oben zu Schaden gekommen sind. Das schlimmste Unglück ereignete sich am 27. Februar 1958, als ein Flugzeug auf dem Weg von der Isle of Man nach Manchester bei extrem schlechten Wetterverhältnissen oben auf dem Winter Hill abstürzte. 35 Menschen kamen dabei ums Leben; eine Gedenkplakette an der Absturzstelle erinnert an die Opfer. Auch mehrere Militärflugzeuge knallten gegen die Bergkuppe, die offensichtlich bei niedrigen Wolken schwer zu erkennen ist.

Am 9. November 1838 ereignete sich ein Mord auf dem Winter Hill, der niemals aufgeklärt werden konnte. Ein schottischer Handelsreisender namens George Henderson wurde auf dem Weg von Bolton nach Blackburn hier oben erschossen; Täter unbekannt. Mit dem Scotsman’s Stump hat man auch ihm eine Erinnerungsstätte gewidmet.

Das weithin sichtbare Wahrzeichen des Berges ist die Winter Hill Transmitting Station, ein 310 Meter hoher Telekommunikationsmast, eines der höchsten Bauwerke im Land, der 1966 errichtet wurde und der dazu dient, Radio- und Fernsehsignale zu verbreiten. Ich stelle mir lieber nicht vor wie es sein muss, wenn man ganz oben am Mast Wartungsarbeiten vornehmen muss… Hier ist ein Film über den Masten.

Zwei Musikstücke wurden vom Winter Hill inspiriert. Da ist einmal die 1977 im Großraum Manchester gegründete Band A Certain Ratio, die 1981 einen Song namens „Winter Hill“ aufnahmen, der auf dem Album „To Each…“ erschien. Die Bandmitglieder sollen bei einem Besuch des Telekommunikationsmasten aus einer daneben stehenden Hütte, in der sich viele elektronische Apparaturen befanden, ein „droning noise which changes every ten seconds“ gehört und in ihren Song eingearbeitet haben. Hier ist der Song zu hören.

Aus Winslow in Cheshire kommt die Band Doves, die dem Berg ebenfalls ein Lied gewidmet hat. „Winter Hill“ wurde 2009 auf ihrem Album „Kingdom of Rust“ veröffentlicht.

„Climb the long grassy track
To the top of winter hill
Climb the real rocky track to the top
I’ll see you back
I’ll see you back on winter hill“

… so ein Teil des Textes. Hier ist das Musikvideo.

Das Air Disaster Memorial.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Der Scotsman’s Stump.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

 

Der River Misbourne in den Chilterns – „Now you see him, now you don’t“

Der River Misbourne in Old Amersham (Buckinghamshire).
Photo © John Lord (cc-by-sa/2.0)

Es ist schon merkwürdig, was einige kleine Flüsse in England alles so anstellen; die meiste Zeit plätschern sie ruhig vor sich hin, dann können sie bei starken Regenfällen über ihre Ufer treten und Überschwemmungen verursachen und dann wiederum können sie auch ganz verschwinden. Alles dies trifft auf den River Misbourne zu, dessen Bekanntschaft ich bei Old Amersham und Little Missenden in Buckinghamshire machte.

Das etwa 25 Kilometer lange Flüsschen entspringt einer Quelle bei Great Missenden, fliesst durch die beiden oben erwähnten Orte, dann durch bei beiden Chalfonts, St Giles und St Peter, und mündet bei Denham in den River Colne, der sich dann wieder in die Themse ergießt. Er ist auch der Namensgeber zum Beispiel der Misbourne School, der Firma Misbourne Plumbing & Plastering und der Straße Misbourne Drive, alle in Great Missenden zu finden.

Im November 2000 benahm sich der River Misbourne nicht so wie man es von ihm erwartet hätte, denn da überschwemmte er nach starken Regenfällen Teile von Old Amersham. Dann verschwand er einige Zeit komplett von der Bildfläche; im November 2003 war nichts mehr von ihm zu sehen, bis er schließlich im Februar 2007 wieder ein Lebenszeichen von sich gab. Der Grund dafür, dass der Misbourne seine Arbeit plötzlich einstellte: Er ist ein Kalkbach mit einem sehr porösen Flussbett, durch das das Wasser schnell versickern kann. Übrigens gibt es in England die meisten dieser Kalkbäche und -flüsse. Wie es in einem Artikel des Guardian heißt, liegen von weltweit 210 Kalkflüssen 160 in England. Andere sind zum Beispiel der River Lambourn in Berkshire und der River Wylye in Wiltshire. Beliebt sind diese Flüsse besonders bei Anglern, die darin gern Forellen fangen.

Eine Gruppe von Freunden des River Misbourne kümmert sich seit neun Jahren um sein Wohlergehen, die Misbourne River Action.

Zwei persönliche Tipps, wo man den Fluss besonders gut sehen kann: In Little Missenden vom Biergarten des Red Lion aus und in Old Amersham zwischen der Kirche St Mary’s und dem Friedhof.

Diese sehr interessante Dokumentation informiert über den River Misbourne: Teil 1 und Teil 2.

Der Fluss bei Little Missenden (Buckinghamshire).
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

Fast geschafft: Der River Misbourne bei Denham, kurz vor der Einmündung in den River Colne.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. Januar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Parkland Walk im Norden Londons

Bis in die 1970er Jahre verlief im Norden Londons zwischen Finsbury Park und dem Alexandra Palace eine etwa vier Kilometer lange Eisenbahnlinie, die Haltepunkte u.a in Stroud Green, Crouch End und Cranley Gardens hatte. Nachdem die Verbindung eingestellt worden war, entfernte man die Gleise und die ehemalige Bahnstrecke entwickelte sich als beliebter Spazierweg und wird gern von Joggern frequentiert. Entlang des bewaldeten sogenannten Parkland Walks liegen nach wie vor die verlassenen Bahnsteige der ehemaligen Stationen, die mittlerweile von der Natur in Besitz genommen worden sind. Die Tunnel, die an der Strecke liegen, sind nicht zugänglich, sie erfreuen sich aber bei Fledermäusen großer Beliebtheit. Die durch Gitter blockierten Eingänge werden immer mehr von Pflanzen zugewuchert. Graffiti-Sprayer haben sich an vielen Mauern ausgetobt.
In der Nähe der Bahnstation Crouch End findet man die etwas unheimlich wirkende Skulptur eines Green Man, die den Namen The Spriggan trägt und von der Künstlerin Marilyn Collins geschaffen wurde.

Stephen King hat einmal eine Horror-Kurzgeschichte geschrieben, die „Crouch End“ heißt und 1980 in der Sammlung „New Tales of the Ctulhu Mythos“ veröffentlicht wurde; später überarbeitete der Autor die Story noch einmal und sie erschien in der Kurzgeschichtensammlung „Nightmares und Dreamscapes“; in der deutschen Übersetzung „Alpträume“. Diese Geschichte soll auf einem Spaziergang Stephen Kings auf dem Parkland Walk beruhen, als er einmal seinen Schriftstellerkollegen Peter Straub besuchte, der hier ganz in der Nähe wohnte.

Dieser Film zeigt den Parkland Walk.

Verbarrikadierte Tunnel, in denen sich Fledermäuse wohlfühlen.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

The Green Man.
Photo © Julian Osley (cc-by-sa/2.0)

Die verlassenen Bahnsteige von Crouch End Hill.
Photo © Peter Neal (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 19. November 2017 at 02:00  Comments (4)  
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The Ashridge Estate in Hertfordshire – Ein Waldgebiet mit bemerkenswerten Bäumen

Der Harry Potter Tree.
Author: ukgardenphotos.
Creative Commons 2.0

Root and Branch: Tales of Trees at Ashridge“ heißt eine Ausstellung, die noch bis zum Frühjahr 2018 auf dem Ashridge Estate in Hertfordshire gezeigt wird. Der dem National Trust gehörende Landsitz bei Berkhamsted mit seinen weitläufigen Ländereien ist vor allem durch seine Vielzahl an bemerkenswerten Bäumen bekannt. Zwei von ihnen möchte ich heute in meinem Blog vorstellen.

Harry Potter-Filmfans können sich sicher noch an die Whomping Willow erinnern, jenen unheimlichen Baum auf dem Gelände der Hogwarts School.

„The Whomping Willow is a very valuable, very violent tree planted alone in the middle of the school grounds. It was planted the same year that Lupin arrived at Hogwarts (c. 1971) to disguise the opening to a secret passage from Hogwarts to the Shrieking Shack. Lupin would go through a hole in the Willow’s roots every month and through a tunnel to transform into a werewolf in the Shack where he couldn’t hurt anyone. The Willow was so dangerous that it kept other people from entering the passage and encountering the werewolf“.

Diese Passage habe ich aus dem Harry Potter Lexicon übernommen. Die Location Scouts der Harry Potter-Filme haben diesen uralten Baum ausfindig gemacht, der schon früher in anderen Filmen zu sehen war wie in „Sleepy Hollow“ (dt. „Sleepy Hollow“). Er hat dem Ashridge Estate bzw. dem National Trust eine Menge Geld eingebracht, denn die Filmproduzenten mussten tief in ihre Taschen greifen, um bei den sogenannten Frithsden Beeches drehen zu dürfen. Hier ist eine Szene mit der bösartigen Whomping Willow.
Im Juni 2014 ereilte den mehr als 400 Jahre alten Baum das Schicksal, als er in sich zusammenbrach, er konnte wohl sein eigenes Gewicht nicht mehr tragen und dürfte damit für zukünftige Filmaufnahmen uninteressant geworden sein. Schade!

Ein anderer Baum, eine Buche, trägt den Namen „War Wounds“ und hält eine Geschichte fest, die sich am 4. Mai 1944 hier auf dem Ashridge Estate abgespielt hat. Eine Gruppe junger US-amerikanischer Soldaten, die in der Nähe stationiert waren und sich auf den D-Day vorbereiteten, schnitzten in die Rinde des Baumes ein großes „V“ für Victory ein und die Abkürzungen der US-Bundesstaaten aus den sie kamen, nämlich aus Texas, Tennessee, Virginia, North Carolina, Michigan, New York, Illinois und South Dakota. Vier Wochen später wurden die jungen Männer bei der Landung in der Normandie eingesetzt; niemand weiß, was aus ihnen geworden ist. Hier ist ein Foto des Baumes zu sehen, dessen Inschrift noch immer zu entziffern ist.

Dieser Film stellt einige der bemerkenswertesten Bäume im Park vor.

Die Frithsden Beeches auf dem Ashridge Estate.
Photo © John Allan (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 6. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Beech Avenue bei Kingston Lacy (Dorset) – Eine der schönsten Baumalleen Englands

Was schenkt man seiner Mutter, die vielleicht schon alles hat und das besonders originell sein soll? Diese Frage stellte sich im Jahr 1853 William John Bankes (1786-1855), einem Parlamentsmitglied und Forschungsreisenden, der sich speziell für Ägypten interessierte. Erst erbte Bankes Soughton Hall im walisischen Flintshire (wo ich einmal übernachten konnte), dann 1835 Kingston Lacy House in Dorset, den Familienbesitz der Bankes‘. Um auf die anfangs gestellte Frage zurückzukommen: William John Bankes schenkte seiner Mutter eine Baumallee, nicht irgendeine, sondern eine extra neu angelegte, die aus 731 Buchen bestand. Die Zahl kam so zustande, dass auf der einen Seite der Allee 365 Buchen angepflanzt wurden, auf der anderen Seite 366, also für jeden Tag eines  „normalen“ Jahres und für jeden Tag eines Schaltjahres. Doch der Ägyptologe war ein umtriebiger Mann, und so versuchte er die Kosten für die Beech Avenue wieder hereinzubekommen, indem er die Strecke als Mautstraße auswies, so dass jeder, der sie benutzen wollte, dafür auch bezahlen musste. So hatte Mr Bankes das Geld für das kostspielige Geschenk für seine Mutter bald wieder zurück.

Die Beech Avenue gibt es noch heute, es ist die Blandford Road bzw. die B3082, die sich vom Kingston Lacy Estate in Richtung Blandford Forum erstreckt. Einige der über 180 Jahre alten Bäume mussten mittlerweile gefällt werden, weil sie zu alt und von Krankheiten befallen waren. Außerdem hatten ihnen die Abgase des Autoverkehrs zugesetzt. Sie wurden vom National Trust durch neue Bäume ersetzt, durch Hainbuchen, die robuster als ihre Vorgänger sind und ziemlich ähnlich aussehen.

Zurzeit ist im Kingston Lacy House eine Ausstellung zu besichtigen, die sich mit dem Leben von William John Bankes beschäftigt und „EXILE“ heißt. Der Forschungsreisende war homosexuell, damals eine Straftat, die mit dem Tode bezahlt werden konnte, und so musste Bankes sein geliebtes Kingston Lacy verlassen und erst in Frankreich, später in Italien, ins Exil gehen. Er starb am 15. April 1855 in Venedig und wurde in der Familiengruft im Wimborne Minster in Dorset beigesetzt.

Dieser Film zeigt eine Fahrt entlang der Beech Avenue.

Kingston Lacy House.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 26. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Roche Rock und The Hermit’s Chapel in Cornwall

Gleich außerhalb des kleinen Dorfes Roche in Cornwall an der B3274 ist eine ungewöhnliche Felsformation zu finden, die von einer verfallenen Kapelle gekrönt wird und von Legenden umwoben ist. Vor vielen Jahrhunderten wohnten oben auf dem Roche Rock  nacheinander einige Einsiedler, darunter auch Ogrin, der dort dem Liebespaar Tristan und Isolde Unterschlupf gewährt haben soll, da diese auf der Flucht vor dem Zorn von Tristans Onkel und Isoldes Ehemann König Marke waren.

Später, im 15. Jahrhundert, wurde auf den Resten der Einsiedelei die Kapelle erbaut, die noch heute zu sehen ist und die dem Heiligen Michael gewidmet wurde. Der berühmt-berüchtigte Jan Tregeagle soll im 17. Jahrhundert in der Kapelle Zuflucht gefunden haben, nachdem er seine Frau ermordet und mit dem Teufel einen Pakt abgeschlossen hatte.

Wer den Horrorfilm „Omen III: The Final Conflict“ (dt. „Barbaras Baby – Omen III“) gesehen hat, erinnert sich vielleicht noch an die Szenen, in denen Bruder Matteus zu Tode kommt; diese wurden hier am Roche Rock gedreht.

Der unheimliche Felsen Roche Rock ist natürlich auch „haunted“ und zwar will man in stürmischen Nächten die markerschütternden Schreie des Jan Tregeagle gehört haben.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck vom Felsen und den Ruinen der Kapelle, die nur über steile Leitern zu erreichen ist.

 

 

Published in: on 12. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die größte Eibenhecke der Welt im Cirencester Park in Gloucestershire

Cirencester Park und House mit der Hecke davor.
Photo © Roger May (cc-by-sa/2.0)

Vor zwei Jahren schrieb ich in meinem Blog schon einmal über die gewaltige „Elefantenhecke“ im Rockingham Castle in Leicestershire, mit deren Beschneidung die dortigen Gärtner alle Hände voll zu tun haben. Eine noch gewaltigere Eibenhecke, die größte der Welt, findet man im Cirencester Park in Gloucestershire, der der Familie Bathurst gehört. Heute residiert hier der 9. Earl of Bathurst mit seiner Frau.

Jedes Jahr im August wird die Monsterhecke im Cirencester Park geschnitten, die sich wie ein riesiger Schutzschild vor das Herrenhaus stellt. Die dreihundert Jahre alte Hecke ist 13 Meter hoch, 5 Meter breit und 140 Meter lang. Damit sie nicht in alle Richtungen wuchert, muss sie also geschnitten werden und dafür brauchen zwei Männer zwei Wochen (hier ist ein Film darüber). Um auch an alle Stellen heranzukommen, arbeiten sie mit einer hydraulischen Arbeitsbühne und bei dem Vorgang fällt etwa eine Tonne Heckenschnitt an. Diese pflanzlichen Reste kommen aber nicht etwa auf eine Deponie, sondern werden weiterverwertet und zwar in der Pharmazie. Die Nadeln der Eibe enthalten einen Wirkstoff, der in der Chemotherapie zur Krebsbekämpfung eingesetzt wird. Etwa £6000 muss der Earl of Bathurst jedes Jahr bezahlen, damit seine „Schutzschildhecke“ wieder vernünftig aussieht.

Eine noch größere Hecke, allerdings eine Buchenhecke, steht in Schottland, sechs Kilometer südlich von Blairgowrie entfernt, die laut Guinness Book of Records die größte der Welt ist. Die 1745 gepflanzte Meikleour Beech Hedge ist 30 Meter hoch und 530 Meter lang; sie wird nur alle zehn Jahre geschnitten und neu vermessen, wobei vier Männer rund sechs Wochen lang beschäftigt sind.

Das Buch zum Thema:
Hugh Barker: Hedge Britannia: A curious history of a British obsession. Bloomsbury 2012. 327 Seiten. ISBN 978-1-4088-0186-4. (s. dazu meinen Blogeintrag).

Die Meikleour Beech Hedge bei Blairgowrie in Schottland.
Photo © Adam Ward (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

The Hardy Tree auf dem Kirchhof der Londoner St Pancras Old Church

Wer in den Londoner Bahnhof St Pancras einfährt, vielleicht mit dem Eurostar, der sieht auf der rechten Seite eine kleine Parkanlage, die St Pancras Gardens. Vor über 150 Jahren erstreckte sich diese Grünfläche, die als Friedhof der St Pancras Old Church diente, über die jetzt mit Schienen bedeckte Bahnhofsanlage. Mit zunehmendem Eisenbahnverkehr in der Mitte der 1860er Jahre brauchte man diesen Platz mitten in London für die Gleisanlagen und so musste ein Großteil des Friedhofs weg. Beauftragt mit der Aufgabe dieser Umstrukturierung wurde das Architekturbüro von Arthur Blomfield, das heißt, die Firma musste für die Exhumierung zahlloser auf dem Friedhof begrabener Londoner sorgen, sie an anderer Stelle wieder beisetzen und die Grabsteine ebenfalls woanders unterbringen.

Ein junger Angestellter Blomfields namens Thomas Hardy erhielt von seinem Chef den Auftrag, sich Gedanken über die Umsetzung zu machen und die Arbeiten zu überwachen. Besonders angenehm war es sicher nicht, mit anzusehen wie Arbeiter die Toten ausbuddelten, doch Thomas Hardy kam damit einigermaßen zurecht. Der junge Mann, der später mit seinen Romanen Weltliteratur schrieb, überlegte, wo denn die ganzen Grabsteine abbleiben sollten und hatte die Idee, sie kreisförmig um einen Eschenbaum herumzugruppieren. Dicht an dicht standen die Grabsteine unter dem Laubdach der Esche…und stehen noch heute da; allerdings haben die Baumwurzeln ein komplett neues Kunstwerk hervorgebracht. Manche Steine wurden angehoben, umgekippt, gespalten; der Baum ist in einige regelrecht hineingewachsen. Einige Inschriften sind noch lesbar, viele ganz verwittert.

Der The Hardy Tree genannte Baum steht nur einige Schritte von der St Pancras Old Church entfernt, die Gleisanlage des Bahnhofs ist glücklicherweise hinter einer Backsteinmauer verborgen. Dieser Film zeigt Details des Baumes und der Grabsteine, die er sich einverleibt hat.

Published in: on 26. Juli 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Yew Trees – Uralte Eibenbäume

Der berühmte Ankerwycke Yew Tree in Berkshire).
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Mit dem Thema „Yew trees„, also Eiben (Taxus baccata), habe ich mich in meinem Blog schon einige Male beschäftigt; so stellte ich die Yew Tree Avenue von Clipsham Hall (Rutland) vor, die Ankerwycke Yew bei Wraysbury (Berkshire) und die Crowhurst Yew in Crowhurst (Surrey). Diese Bäume können uralt werden, einige reichen in die Zeit von Christi Geburt zurück und als man zur Jahrtausendwende dessen 2000. Geburtstag feierte, startete in Großbritannien das Yews for the Millennium Project. Die Conservation Foundation sammelte Ableger von Eiben, die bereits zu Christi Geburt existierten und davon gab es nicht wenige. Über 8000 dieser Ableger kamen zusammen, die an Kirchen verteilt und dort wieder eingepflanzt wurden. Nach Schätzungen könnten im Jahr 3000 etwa 5% dieser neugepflanzten Eiben noch am Leben sein.

Auch die Ancient Yew Group beschäftigt sich intensiv mit diesen schönen Bäumen. Ihre Aufgabe ist „to protect and manage ancient yews“. Die Herzen der Mitglieder dieser Vereinigung bluten, wenn sie hören, dass eine der alten Eiben von einem Sturm umgekippt oder, schlimmer noch, von Menschenhand gefällt wurde.

Das Alter der Eiben wird in Kategorien eingeteilt, wobei „Notable Yews“ (N) zwischen 300 und 600 Jahre alt sind, „Veteran Yews“ (V) zwischen 500 und 1200 Jahre und „Ancient Yews“ (A) mindestens 800 Jahre alt sind.  Im Gegensatz zu Deutschland steht die Taxus baccata in Großbritannien nicht auf der „List of Endangered Species“.

Dieser Film stellt die Eibe, „The Sacred Tree“, vor.

Hier sind einige Beispiele für Eiben der Kategorie „A“, die also über 800 Jahre alt sind:

Auf dem Kirchhof von St Mary’s in Aldworth (Berkshire).
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St Mary’s in Langley Marish (Berkshire).
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The Beltingham Yew auf dem Kirchhof von St Cuthbert’s in Beltingham (Northumberland).
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St Mary’s Churchyard in Lytchett Matravers (Dorset).
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Published in: on 20. Mai 2017 at 02:00  Comments (3)  
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