The Hole of Horcum im North York Moors National Park

Photo © Pauline E (cc-by-sa/2.0)

An der A169, südwestlich von Saltergate findet sich im North York Moors National Park in der Grafschaft North Yorkshire eine besondere Naturschönheit mit dem merkwürdigen Namen The Hole of Horcum. Dieses bei Wanderern beliebte Ausflugsziel ist ein riesiges natürliches Amphitheater, 120 Meter tief und mit einem Durchmesser von rund 1200 Metern. Entstanden ist dieses Tal durch die sogenannte rückschreitende Erosion, das heißt, dass das Wasser, das an den Hängen heraustritt, allmählich die darüber liegenden Abhänge unterspült und im Verlauf der Jahrtausende diesen Talkessel erschaffen hat.

Natürlich hat die Folklore auch eine Erklärung bereit, wie es zu dem Hole of Horcum gekommen ist, die sich zwar von der der Geologen unterscheidet, aber sehr anschaulich ist: Der Riese Wade soll sich in grauer Vergangenheit häufig mit seiner Frau Bell gestritten haben, wobei die Fetzen beziehungsweise die Felsen flogen. Als es wieder einmal zu einem Streit kam, schaufelte Wade eine riesige Portion Erde aus der Moor- und Heidelandschaft und warf diese auf seine widerborstige Frau, zurückgeblieben von diesem Wutausbruch ist das Hole of Horcum. Horcum ist ein Wort, das sich ins Deutsche etwa mit „Dreck aus dem schüsselförmigen Tal“ übersetzen lässt und aus dem Altenglischen und Keltischen stammt.

In diesem Film ist The Hole of Horcum sehr schön von einer Drohne aus zu sehen.

The Hole of Horcum im Nebel bei Sonnenuntergang.
Photo © Nick Barker (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 6. Oktober 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Whipsnade White Lion in Bedfordshire – Englands größte Hügelfigur

Author: DG Jones.
Creative Commons 2.0

Wenn man aus dem Eurotunnel bei Folkestone fährt, wird man gleich von einem Weißen Pferd begrüßt, das oberhalb der Verladestationen auf einem Hügel „sitzt“. Von diesen Hügelfiguren gibt es einige im Land, meist sind es Pferde, mal auch ein Mensch, wie der Cerne Abbas Giant in Dorset, es gibt aber auch einen Weißen Löwen, den Whipsnade White Lion im Süden Bedfordshires. Dieser ist mit 147 m Länge die größte dieser Figuren.

Viele sind unbestimmten Alters, manche sollen uralt sein, der Löwe von Whipsnade dagegen ist ein noch junges Tier. 1933 kam er nach 18 Monaten Bauarbeiten zur Welt; sein Daseinszweck war beziehungsweise ist, auf den Tierpark von Whipsnade hinzuweisen, der eigentlich genau ZSL Whipsnade Zoo heißt, wobei das ZSL für Zoological Society of London steht. In den Jahren 2017/18 wurde der Löwe restauriert, denn das englische Wetter hatte ihm ziemlich zugesetzt. Seitdem erstrahlt das Tier wieder in vollem Glanz.

Da der Löwe auf einem relativ flachen Hügel wohnt, ist er nicht von überall aus gut zu sehen, am besten geht das von der A4146 aus.
Während des 2. Weltkriegs wurde der White Lion verdeckt, damit er den einfliegenden Bombern nicht zur Orientierung dienen konnte. Zu bestimmten Anlässen wird er sogar illuminiert, was dann sicher vom Flugzeug aus besonders gut aussieht.

In diesem Film ist ein Artgenosse im Whipsnade Zoo zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Kate Bergamar: Hill Figures – White Horses and Other Figures of the Hills, Their History, Location and Care. Shire Publications 2008. 104 Seiten. ISBN 978-0747803454.

Author: Today is a good day.
Creative Commons 2.0
Author: Today is a good day.
Creative Commons 2.0
Published in: on 15. August 2021 at 02:00  Comments (2)  

Hemlock Water Dropwort – Großbritanniens giftigste Pflanze

Author: Philip_Godard.
Creative Commons 2.0

Botaniker nennen sie Oenanthe crocata, die giftigste Pflanze in ganz Großbritannien, die allerdings eher unter dem Namen hemlock water dropwort bekannter ist. Im deutschsprachigen Bereich kennt man sie als Safranrebendolde. Bei dieser Pflanze ist so ziemlich alles giftig, vor allem die Bestandteile, die sich unter dem Erdboden befinden. Sie wächst vornehmlich an Bächen, Seen und anderen Feuchtgebieten und besonders gefährlich ist, dass sie anderen Pflanzen stark ähnelt, die nicht giftig sind wie zum Beispiel der Petersilie. Hemlock water dropwort hat einen angenehmen süßlichen Geruch, der dazu verführen kann, sie einmal zu probieren. „The root is said to taste pleasantly like parsnip before poisoning the consumer„, heißt es lapidar auf den Webseiten von wildfooduk.com.

Andere Namen für diese hochgiftige Pflanze sind da schon eher abschreckend wie Dead Mans Fingers und Dead Tongue. Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass der Begriff „sardonisches Grinsen“ auf hemlock water dropwort zurückzuführen ist, weil diese in der Zeit der Phönizier in Sardinien dazu verwendet wurde, um Kriminelle und andere unerwünschte Personen ins Jenseits zu schicken; bei diesem wenig humanen Vorgang verzog sich die Gesichtsmuskulatur der Betroffenen zu einem Grinsen, wozu diese natürlich keinen Anlass hatten.

Dieser Film klärt über die Gefahr von hemlock water dropwort auf.

Published in: on 25. Juli 2021 at 02:00  Comments (2)  

The Petrifying Well in Knaresborough (North Yorkshire) – Englands älteste Touristenattraktion

Eigenes Foto.
Eigenes Foto.

Sir Charles Slingsby kaufte 1630 König Charles I einen Teil des Royal Forests ab, der neben der Stadt Knaresborough direkt am Fluss Nidd in North Yorkshire lag, und der eine damals schon bekannte Quelle, die Dropping Well, enthielt.
Viele Leute wollten diese Quelle sehen, und so erhob Sir Charles damals schon eine Eintrittsgebühr und erschuf damit Englands älteste Touristenattraktion.

Was war nun das Besondere an der Quelle, die man später The Petrifying Well nannte? Das Wasser hat einen extrem hohen Anteil an mineralischen Stoffen und alles, was sich diesem Wasser „in den Weg stellt“ wird versteinert. Kalzium, Magnesium und Natrium sind die Hauptbestandteile dieser einzigartigen Quelle. Das Wasser ergießt sich über einen Felsen und die Mineralien lagerten sich über Jahrhunderte daran ab, so dass es zweimal zu einem Felsabbruch kam.

Wenn man die Petrifying Well besucht, findet man am unteren Rand des Felsens einige Objekte die direkt im Wasser hängen und im Lauf der Zeit versteinert werden. Beliebt sind Teddybären, die in etwa drei bis fünf Monaten aus Plüsch- zu Steinbären werden. Andere Objekte brauchen auch schon einmal achtzehn Monate bis sie versteinert sind.
In einem kleinen angeschlossenen Museum kann man einige  „fertige“ Versteinerungen sehen, so zum Beispiel eine Handtasche von Agatha Christie, einen Hut von John Wayne oder einen Schuh von Queen Mary, die die Quelle 1923 besuchte.
Neben dem Petrifying Well gibt es noch die Höhle zu sehen, in der die berühmte Seherin des Mittelalters Mother Shipton geboren sein soll, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Der Eintrittspreis für Höhle, Brunnen und Park beträgt £10 für einen Erwachsenen. Geöffnet ist die ganze Anlage in diesem Jahr bis zum 31. Oktober.

Knaresborough, das nicht weit von Harrogate entfernt ist, lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

Hier ist ein Film über Knaresboroughs Touristenattraktion.

Photo © Chris Gunns (cc-by-sa/2.0)
Photo © David Ward (cc-by-sa/2.0)

Ein Rockstar und ein neu gepflanzter Wald bei Bere Regis in Dorset

Die meisten kennen Brian May nur als Gitarristen einer der größten Rockbands der britischen Musikgeschichte: Queen. Dabei ist May ein außergewöhnlicher Mensch mit sehr vielseitigen Interessen. Kurz vor dem Durchbruch der Rockgruppe arbeitete er an einer Dissertation im Bereich der Astrophysik, die er aber abbrach, weil er seine ganze Aufmerksamkeit auf seine musikalischen Tätigkeiten richtete. Erst im Jahr 2006 nahm er die Fäden seiner Doktorarbeit wieder auf, schrieb sich im Londoner Imperial College ein und vollendete sie ein Jahr später. Der Titel der Dissertation lautet: „A Survey of Radical Velocities in the Zodiacal Dust Cloud„, auf Deutsch etwa „Eine Untersuchung über die radikalen Geschwindigkeiten in der Staubwolke des Zodiak“. Seit 2007 sollte man Brian May also mit Dr May ansprechen.

Weitere Interessengebiete des ehemaligen Queen-Mitglieds sind die historische Stereofotografie, Blechspielzeuge und Star Wars-Fanartikel. Ganz besonders liegt ihm der Natur- und der Tierschutz am Herzen. Brian May scheut nicht davor zurück, öffentlich Politiker anzugreifen, wenn es beispielsweise um die Fuchsjagd geht. Sein Save Me Trust setzt sich für Tiere ein, ob es sich dabei um den Schutz von Dachsen handelt oder um das Abschlachten von Elefanten in Afrika, Brian May ist immer zur Stelle und hilft wo immer es geht.

Im Jahr 2013 begab er sich nach Dorset, um dort ein weiteres Projekt aus der Taufe zu heben. In der Nähe des Ortes Bere Regis hatte er zuvor ein Gelände von 63 Hektar Land gekauft, um darauf 100 000 Bäume anzupflanzen, den May’s Wood. Die Dorfbewohner empfingen Brian May mit offenen Armen, denn auf dem von ihm gekauften Areal sollten ursprünglich hunderte von Häusern gebaut werden (hier ist ein Film der BBC). Am 28. September 2013 wurde der erste Spatenstich für den neuen Wald getan, natürlich von Brian May höchstpersönlich. Der Schulchor Dynamix aus der Region sang ein extra für den Anlass von Linda Lamon komponiertes Lied „Walking in May’s Wood„, das hier zu hören ist.
Die Welt braucht mehr Menschen wie Dr Brian May!!

Published in: on 5. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Cotswolds Water Park in Gloucestershire und Wiltshire

Photo © Brian Robert Marshall (cc-by-sa/2.0)

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand im Grenzgebiet der beiden Grafschaften Gloucestershire und Wiltshire eine der größten Seenlandschaften des Landes und damit ein riesiges Erholungs-, Sport- und Naturschutzgebiet: Der Cotswolds Water Park. Ursprünglich wurde an dieser Stelle Sand und Kies abgebaut, der unter anderem für den Gleisbau und für den Bau der Autobahn M4, die nicht weit entfernt verläuft, verwendet.

Etwa 100 Quadratkilometer groß ist der Cotswold Water Park, der 180 Seen umfasst, von denen die meisten nummeriert sind, damit man sich überhaupt zurecht findet. Beim Erstbesuch sollte man das Gateway Information Centre aufsuchen, in dem man alle benötigten Infos erhält.

Der Wasserpark ist ein Eldorado für Naturfreunde, so kommen „birdwatcher“ hier voll auf ihre Kosten, denn es hat sich in der Vogelwelt herumgesprochen, dass es sich in diesem Park gut leben lässt. In mehr als siebzig Seen ist das Angeln erlaubt, in der Nähe des Gateway Centres befindet sich ein Golfplatz, es gibt gut ausgebaute Radwege, Wasserskifahrer und Wakeboarder können ihren Hobbies frönen und es stehen eine Menge Ruderboote, Kayaks und Kanus zur Miete bereit. Wer sich einfach nur an einen Strand legen möchte, dem steht im Cotswolds Country Park and Beach Großbritanniens längster Binnenlandstrand zur Verfügung.

Für Übernachtungsgäste bieten sich beispielsweise das De Vere Cotswolds Water Park Hotel an, das direkt an Lake 6 steht, aber auch zahlreiche Hütten und Cottages für Selbstverpfleger.

Hier ist ein Film über den Park.

Cotswolds Country Park and Beach.
Photo © Vieve Forward (cc-by-sa/2.0)
Das De Vere Hotel.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Die Mendip Hills und die Cheddar Gorge in Somerset – Einige persönliche Anmerkungen

Photo © Sarah Charlesworth (cc-by-sa/2.0)

Meine erste Begegnung mit den Mendip Hills in der südenglischen Grafschaft Somerset liegt schon einige Zeit zurück. Damals las ich in Peter Sagers DuMont-Kunstreiseführer „Südengland“ von dem Dörfchen Priddy und dem Pub The Miner’s Arms, in dem ein Champagnerbier serviert wurde. Dieses spezielle Gebräu musste ich einfach probieren, und so fand ich mich zur Mittagszeit dort ein und begleitete meinen Lunch mit einem Glas Champagnerbier, das man auch flaschenweise mitnehmen konnte. Ich habe keine genaue Erinnerung mehr, ob mir das Bier schmeckte, auf jeden Fall kam ich noch einmal in den Genuss, bevor der Pub leider geschlossen wurde.

Bei meinem letzten Englandbesuch Ende Oktober 2019 fuhr ich auf dem Weg von Glastonbury nach Wells noch einmal durch die Mendip Hills und die großartige Schlucht Cheddar Gorge. Diese Felsenlandschaft im Süden des Landes würde auch in dem raueren Norden Englands eine „Bella Figura“ machen. Den Besitz der Cheddar Gorge teilen sich der National Trust und der Longleat Charitable Trust des Marquess of Bath.

Die kurvenreiche Cliff Road zieht sich durch die Felsenlandschaft und zur Hauptsaison kann es hier richtig voll werden, daher sollte man nach Möglichkeit in den Sommermonaten diese Region meiden. Im Oktober ging es sehr ruhig zu. Eine der Hauptattraktionen der Cheddar Gorge sind die Höhlen, vor allem die Gough’s Cave, in der im Jahr 1903 das Skelett eines Menschen gefunden wurde, der vor mindestens 9000 Jahren gestorben war, der sogenannte Cheddar Man.

Ein beliebtes Touristenziel ist auch die Cheddar Gorge Cheese Company, die (erstaunlicherweise) Cheddarkäse produziert, der zum Teil in den Höhlen zum Reifen gebracht wird.

Südöstlich von Cheddar liegen die Wookey Hole Caves, ein weiteres, von Touristen überlaufenes Höhlengebiet. Hier ereignete sich im Jahr 2006 ein Zwischenfall, der landesweit für Gelächter, aber auch für Trauer sorgte, das Wookey Hole Cave Massacre. Verantwortlich für das Massaker war ein sechsjähriger Dobermann namens Barney, der als Wachhund eingestellt worden war. Was Barney absolut nicht leiden konnte, waren Teddybären, und da dort eine große wertvolle Teddybärensammlung untergebracht war, machte sich der Hund eines Tages in einem unbeobachteten Augenblick über die Plüschtiere her und zerfetzte sie in großem Stil. Über hundert Bären fielen dem Dobermann zum Opfer, darunter soll auch eine besonders wertvolle Leihgabe gewesen sein, nämlich Elvis Presleys Lieblingsteddy Mabel, dessen Wert mit $75,000 veranschlagt war. Ich könnte mir vorstellen, dass Barney an diesem Tag zur Strafe keinen Knochen bekam und hungrig in sein Körbchen gehen musste.

Da ich bei meinem letzten herbstlichen Besuch zur Mittagszeit einen Pub suchte und The Miner’s Arms nicht mehr zur Verfügung stand, suchte ich in Priddy den vom The Good Pub Guide empfohlenen Victoria Inn auf, mit dem ich sehr zufrieden war und über den ich in meinem Blog geschrieben habe.

Photo © Chris Gunns (cc-by-sa/2.0)
Die Cliff Road zur Hauptsaison.
Photo © Chris McAuley (cc-by-sa/2.0)
Gough’s Cave
Photo © Nigel Davies (cc-by-sa/2.0)
Die Cheddar Gorge Cheese Company
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)
Diese Polizisten in Wookey Hole stehen nicht auf Cheddarkäse-Laiben. Sie achten darauf, dass Kinder sicher über die Straße gelangen und dass keine Dobermänner hineinkommen.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. April 2021 at 02:00  Comments (1)  

Der bunte Sand der Alum Bay auf der Isle of Wight

Die Alum Bay.
Author: Auntie P.
Creative Commons 2.0

An der äußersten Westspitze der Isle of Wight findet man die Alum Bay mit der sehenswerten Felsformation The Needles, auf deren Ende ein Leuchtturm steht, The Needles Lighthouse. Um zur Alum Bay hinterzukommen wurde ein Sessellift installiert, es existiert aber auch ein Fußweg hinunter. Oberhalb der Alum Bay wartet ein Vergnügungspark auf die Besucher mit den zu erwartenden Amusements wie Karussels und Souvenirläden.

Das Besondere an der Bucht sind aber die einzigartigen Felsformationen mit ihren bunten Sandsteinschichten, die man am besten von einer der Bootstouren aus sehen kann, die dort angeboten werden. Schon im 19. Jahrhundert nahmen sich die Besucher kleine Glasfläschchen mit nach Hause, in die sie den mehrfarbigen Sand gefüllt hatten. Auch Queen Victoria freute sich über diese mit Sand gefüllten Glasgefäße. Sand von der Alum Bay ist heute noch das beliebteste Souvenir der Gäste, die sich den Sand allerdings nicht mehr selbst direkt vom Strand aufsammeln dürfen, denn dann wäre er bald verschwunden. Doch da springen die Souvenirshops ein, die den Touristen zwei Möglichkeiten anbieten. Entweder man kauft bereits abgefüllte Gläser, die die Sandexperten vor Ort kunstvoll gestaltet haben, oder man lässt seiner Fantasie freien Lauf, indem man aus 21 verschiedenfarbigen Kästen mit Sand sich selbst sein persönliches Souvenir abfüllt, was besonders für Kinder immer wieder interessant ist. Hier ist ein Film über den speziellen Sand der Alum Bay.

Ein kleines  Monument erinnert oberhalb der Alum Bay an Guglielmo Marconi, der von hier oben aus Ende des 19. Jahrhunderts seine Telekommunikationsversuche unternahm.

Es gibt also viel zu sehen in der Alum Bay auf der Isle of Wight.

Die farbigen Sandsteinschichten.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

 

Individuelles Sandabfüllen.
Author: skuds
Creative Commons 2.0

The Needles und der Leuchtturm.
Photo © Fleur Piercy (cc-by-sa/2.0)

Der Sessellift hinunter zur Bucht.
Author: Carl Ayling
Creative Commons 2.0

Published in: on 8. Februar 2021 at 02:00  Comments (3)  
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Aira Force – Ein romantischer Wasserfall im Lake District (Cumbria)

Zuerst zwei Erläuterungen zum Titel meines heutigen Blogeintrags: Mit der britischen Luftwaffe hat Aira Force nichts zu tun, es ist also kein Tippfehler von mir. Zweitens muss ich leider das „romantisch“ relativieren, denn in der Hauptsaison kann es hier sehr voll werden (wofür ein großer Parkplatz an der A592 spricht).

Also: Der Aira Force ist ein Wasserfall in der Nähe des Lake Ullswater im Lake District, eine der touristischen Hochburgen Englands. Er ist nicht sonderlich spektakulär, aber er ist eben sehr hübsch anzusehen. Das Flüsschen Aira Beck stürzt etwa 20 Meter über Felsen in die Tiefe. Oben befindet sich eine „pack horse bridge“, eine steinere Brücke, über die früher Packpferde geführt worden sind, auch die Brücke am Fuß des Wasserfalls ist aus Steinen erbaut. Aira Force ist schon seit über hundert Jahren im Besitz des National Trusts.

In den 1780er Jahren legte die Familie Howard (mit dem Duke of Norfolk als Familienoberhaupt), die hier eine Jagdhütte besaß und im nicht weit entfernten Greystoke Castle wohnte, ein Wäldchen unterhalb des Wasserfalls an, das aus Zedern, Tannen, Fichten und Kiefern besteht.

Wenn man über den Lake District spricht, schaut über kurz oder lang auch der Dichter William Wordsworth um die Ecke. Er besuchte den Wasserfall damals in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts häufig, und so ist es nicht verwunderlich, dass er in seinen Gedichten mehrfach erwähnt wird, beispielsweise in „The Somnambulist“ (dt. „Die Schlafwandlerin“).

Dieser Film zeigt Aira Force in voller Aktion.

Die obere Brücke, die packhorse bridge.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Die untere Brücke.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

So sieht es leider zur Hochsaison aus: Der National Trust-Parkplatz für Aira Falls.
Photo © DS Pugh (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 29. Juli 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Brimham Rocks – Felsformationen in North Yorkshire

The Sphinx, The Watchdog, The Camel, The Turtle, The Dancing Bear oder The Blacksmith’s Anvil heißen die eigenartigen Felsformationen, die auf dem Brimham Moor in North Yorkshire zu sehen sind. Diese Brimham Rocks (hier ist ein Film über die Felsen) gehören dem National Trust und man findet sie etwa 15 Km westlich von Harrogate zwischen den Straßen B6165 und B6265 im Nidderdale.

Man kann sich diese eindrucksvolle Felsenlandschaft das ganze Jahr über ansehen und der National Trust verlangt auch keinen Eintritt dafür. Lediglich eine Parkplatzgebühr ist zu entrichten, wenn man kein National Trust-Mitglied ist.

Entstanden sind diese merkwürdigen Felsen hauptsächlich durch Erosion vor ca 300 Millionen Jahren. Wer sich diese Region ansehen möchte, sollte vorher erst einmal das Visitor Centre aufsuchen; es ist allerdings nur zu bestimmten Zeiten geöffnet; Auskunft darüber gibt die National Trust-Webseite.

Es liegt natürlich auf der Hand, dass so eine Felsenlandschaft Film- und Fernsehproduktionen  anzieht. So wurde hier zum Beispiel die ITV-Kinder-Serie Roger and the Rottentrolls (1996-2000) gedreht, die Bee Gees produzierten in den Brimham Rocks einige Teile ihres „You win again„-Videos und Orchestral Manoeuvres in the Dark filmten in den Felsen für „The Maid of Orleans„.

The Dancing Bear.
Photo © Martin Dawes (cc-by-sa/2.0)

The Turtle.
Photo © Gordon Hatton (cc-by-sa/2.0)

The Druid’s Writing Desk.
Photo © G Laird (cc-by-sa/2.0)

 
 

 

Published in: on 5. Juli 2020 at 02:00  Comments (4)  
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Mein Buchtipp – Guy Shrubsole: Who Owns England? – How We Lost Our Green & Pleasant Land & How to Take It Back

Foto meines Exemplares.

Guy Shrubsoles Buch „Who Owns England? – How We Lost Our Green & Pleasant Land & How to Take It Back“ wird man wohl eher nicht in der Bibliothek eines Landsitzes antreffen, denn der Autor geht mit den englischen Aristokraten hart ins Gericht, gehören sie doch noch immer zu den größten Landbesitzern. Der Duke of Buccleuch and Queensberry, der Duke of Devonshire und der Duke of Westminster, um nur einige Beispiele zu nennen, verfügen über große Ländereien, was auch für zahlreiche Firmen und Gesellschaften gilt. Der United Utilities Water Ltd gehören 140 000 Acres (ein Acre entspricht etwa 4047 m²), die MRH Minerals Ltd verfügt über 68 000 Acres und der Lafarge-Konzern darf mehr als 48 000 Acre in England sein eigen nennen.

Guy Shrubsole arbeitet für Friends of the Earth; für sein Buch hat er umfangreiche Recherchen angestellt. Er wollte genau wissen, wem Englands Grund und Boden wirklich gehört, und das war gar nicht so leicht. Die Grundbesitzer lassen sich ungern in ihre Karten gucken, aber mit Hilfe des Freedom of Information Gesetzes gelang es ihm doch, hinter die Kulissen zu blicken, und da taten sich Abgründe auf.

Shrubsole wurde mit dem Thema „land banking“ konfrontiert, dem Aufkauf von Ländereien nur zum Zweck des Wiederverkaufs, wenn der Wert entsprechend gestiegen ist. Dasselbe passiert in großem Stil in London mit Haus- und Wohnungsaufkäufen (ich berichtete kürzlich in meinem Blog zu dem Thema); manchmal liegen Objekte jahrelang brach, sind unbewohnt und gar nicht zum Darinwohnen gekauft worden, sondern lediglich als Wertanlage.

Der Autor untersucht in seinem Buch, welche Ländereien der Krone und der Kirche gehören und meint, dass die beiden Herzogtümer von Cornwall und Lancashire anachronistisch sind. Guy Shrubsole setzt sich auf die Spuren des National Trusts, dem nicht nur viele historische Häuser gehören, sondern auch ganze Küsten- und Landstriche. Besonders schwer im Magen liegen ihm die „grouse moors„, Moorlandschaften in Privatbesitz, die einzig und allein dem Abschießen von Moorhühnern dienen. Ökologisch gesehen, sind diese Gebiete ein Desaster, weil sie ständig abgebrannt werden und die Tierwelt systematisch vernichtet wird, damit sich dort nur noch besagte Moorhühner finden, die dann von einer Handvoll „Privilegierter“ abgeschossen werden.

Guy Shrubsoles Buch ist hoch interessant. Jetzt wissen wir wirklich, wem England gehört…soweit der Autor das feststellen konnte, denn nach wie vor sind die Besitzverhältnisse zu einem beträchtlichen Teil nicht geklärt, sondern bewusst verschleiert.

Guy Shrubsole: Who Owns England? – How We Lost Our Green & Pleasant Land & How to Take It Back. William Collins 2019. 376 Seiten. ISBN 978-0-00-832167-3.

Published in: on 20. Juni 2020 at 02:00  Comments (3)  

Deadman’s Island in Kent – Eine unbewohnte Insel vor der Küste der Isle of Sheppey

In der Mitte links ist Deadman’s Island zu sehen.
Photo © Chris (cc-by-sa/2.0)

Die Isle of Sheppey in Kent ist durch die A249 mit der A2 bzw. der M2 verbunden. Ich kenne diese Insel noch aus der Zeit, als sie über die Fähre Vlissingen-Sheerness zu erreichen war. Diese Fährverbindung der Olau-Line ist lange eingestellt worden. Auf der Isle of Sheppey sind drei Gefängnisse untergebracht, über die ich in meinem Blog geschrieben habe.

Schon Anfang des 19. Jahrhunderts brachte man Gefangene auf diese etwas abgelegene Insel, um sie auf ausgemusterten Schiffen einzusperren, die vor der Küste ankerten. Wohin nun mit den Männern, die auf diesen Gefängnisschiffen starben? Häufig waren ansteckende Krankheiten die Ursache für den Tod der Gefangenen. Man wollte sie möglichst schnell und in der Nähe beerdigen, so wurde dafür eine unbewohnte Insel vor dem Ort Queenborough ausgewählt, dort wo sich der River Medway und The Swale ins Meer ergießen. Hier, auf der Deadman’s Island, senkte man die hölzernen Särge in den schlammigen Boden und vergass sie zweihundert Jahre lang…bis plötzlich an einigen Stellen der Insel menschliche Knochen auftauchten. Was war geschehen? Küstenerosion und der steigende Meerwasserspiegel haben den Schlamm weggespült, in dem die Särge lagen und ihren Inhalt ans Tageslicht gebracht. Ein grausiger Anblick, der sich dort dem Betrachter bei Ebbe bietet: Menschliche Schädel, Knochen und Sargreste. Vieles davon wird im Laufe der Zeit ins Meer gespült werden und dann auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Deadman’s Island gehört der Organisation Natural England und ist eine Site of Special Scientific Interest, das heißt, die Insel ist besonders schutzwürdig, weil sie ein Brutplatz für Vögel ist und darf (eigentlich) nicht betreten werden; trotzdem, hier ist ein Film über die Funde auf Deadman’s Island.

Im Vordergrund: Deadman’s Island.
Photo © Mike Quinn (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. Juni 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Bowder Stone – Ein gewaltiger Felsbrocken in Cumbrias Borrowdale

Dem englischen Exzentriker Joseph Pocklington (1736 – 1817) begegneten wir schon einmal in meinem Blog in meinem Eintrag über die Derwent Island in der Grafschaft Cumbria. „King Pocky“, wie Pocklington auch genannt wurde, war ein sehr reicher Mann, der mehrere große Häuser in Cumbria und in Nottinghamshire besaß, aber auch für seinen schlechten Geschmack bekannt war. Die beiden Lake Poets William Wordsworth und  Samuel Taylor Coleridge machten sich öffentlich über „King Pocky“ lustig.

Im Jahr 1798 hatte Pocklington Land im Borrowdale in Cumbria erworben und dabei entdeckt, dass darauf ein riesiger Felsbrocken stand, der Bowder Stone, 2000 Tonnen schwer, neun Meter hoch, 15 Meter breit. Als geschäftstüchtiger Mann erkannte er sofort den potentiellen touristischen Wert des Felsens, und so ließ er eine Treppe anfertigen, die zum Plateau des Bowder Stones führte. Wer nicht ganz schwindelfrei ist, könnte dort oben Probleme bekommen. Wenn auch nur neun Meter hoch, kann man sich bei einem Sturz schnell das Genick brechen.

Ein paar Meter neben dem Felsen errichtete er eine kleine Hütte, das Bowderstone Cottage, in der eine Frau untergebracht war, die sich einerseits um das Areal kümmerte, andererseits als Guide fungierte. Diese Rolle blieb auch später überwiegend in weiblichen Händen. Eine Zeit lang diente das Cottage als Tea Room, und Besucher konnten sich darin Andenken kaufen, doch irgendwann lohnte sich das nicht mehr und die Hütte wurde geschlossen.

Heute kümmert sich der National Trust um den Bowder Stone, der ihm im vorigen Jahr eine neue Treppe spendiert hat. Im Auftrag des Trusts hat der Filmemacher John Hamlett einen Film mit dem Titel „The Bowder Stone as seen by artists and writers through history“ produziert, der hier zu sehen ist, und dieser Film zeigt einen Besuch des Felsens in Cumbria.

Der Bowder Stone ist auch bei Felsenkletterern sehr beliebt.
Photo © Des Colhoun (cc-by-sa/2.0)

Das Cottage neben dem Felsen.
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 29. Mai 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Noch einmal: Beachy Head (East Sussex), der Ort mit den meisten Selbstmorden in Großbritannien

Vor über sieben Jahren befasste ich mich in meinem Blog über die Steilküste von Beachy Head, westlich von Eastbourne in East Sussex. Sowohl vom Meer aus, als auch von den Klippen selbst, sieht Beachy Head grandios aus, leider ist dieser Ort aber auch ein sehr trauriger, denn nirgendwo in Großbritannien gibt es derart viele Selbstmorde wie hier. Menschen stürzen sich aus verzweifelten Lebenslagen, aus denen sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, 160 Meter die steilen Klippen hinunter.

In diesen letzten sieben Jahren ist es sogar noch schlimmer geworden. Die Klippen werden rund um die Uhr überwacht, und das Beachy Head Chaplaincy Team, Geistliche aus den umliegenden Kirchen, die hier Freiwilligenarbeit leisten, steht rund um die Uhr zur Verfügung. Zu Fuß und mit dem Auto werden an den Klippen Patrouillengänge und -fahrten vorgenommen, um Menschenleben zu retten. Durch Gespräche versucht man den verzweifelten Menschen zu helfen und ihnen klar zu machen, dass es bessere Auswege aus ihren Problemen gibt. Durchschnittlich viermal in 24 Stunden wird das Beachy Head Chaplaincy Team herbeigerufen, um zu intervenieren, bisher ca zehntausendmal. Hier ist ein Film über die Arbeit des Teams.

Die Fotografin Wendy Pye aus Brighton hat sich in ihren Arbeiten mit dem Beachy Head befasst und eindrucksvolle Fotos gemacht, zum Beispiel von sorgfältig gefalteten Kleidungsstücken direkt an den Klippen, hinterlassen von jemandem, der hinunter gesprungen ist. Immer mehr Kreuze werden hier oben aufgestellt, Blumen an die Zaunpfosten gebunden und Stofftiere am Klippenrand platziert. In ihrem Film „Six Feet From the Edge“ hat Wendy Pye eine Kamera aufgestellt und eine Zeit lang die Menschen gefilmt, die dicht am Abgrund vorbeigehen.

Zum Abschluss ein Film über eine junge Frau, die kurz davor war, sich am Beachy Head das Leben zu nehmen, von ihrem Bruder erzählt.

Published in: on 21. Mai 2020 at 02:00  Comments (4)  
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Die Gefahr der fortschreitenden Küstenerosion im Zuge der Klimaerwärmung

An der Küste von East Yorkshire.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)

Die Erosion der Küsten, speziell im Osten Englands, gab es schon immer, doch durch den Klimawandel und dem damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels und der zunehmend stärker werdenden Stürme dürfte sich dieses Problem in den kommenden Jahrzehnten noch deutlich verschlimmern. „Treat coastal erosion as a natural catastrophe, UK ministers urged„, titelte The Guardian am 19. Januar diesen Jahres und nannte als Beispiel die Küste im Osten der Grafschaft Yorkshire, zwischen Bridlington und Withernsea, „the fastest-eroding coastline in northern Europe.“ In dieser Region nehmen die Küstenabbrüche wesentlich stärker zu als ursprünglich prognostiziert.

Das Committee of Climate Change (CCC) wagte eine Prognose bis in die 2080er Jahre und kam zu dem Schluss, dass in den nächsten 60 Jahren mehr als 100 000 Immobilien Gefahr laufen, ins Meer zu stürzen, dazu kommen 1600 Straßenkilometer, 650 Kilometer Eisenbahnstrecken, zahlreiche Deponien auf denen gefährliche Stoffe gelagert und viele Kraftwerke, die dicht an die Meeresküste gebaut worden sind. 12 von 19 Atomkraftwerken in Großbritannien sind bis in die 2080er Jahre durch Küstenerosion oder durch Überflutungen stark gefährdet, wenn nicht Schutzmaßnahmen, die sehr viel Geld kosten, eingeleitet werden.

Das Government Office for Science hat in seiner Studie „Future of the sea: Current and future impacts of sea-level rise on the UK“ untersucht, welche Auswirkungen ein Anstieg des Meeresspiegels um 30 cm, 60 cm und 250 cm auf die britische Küstenlandschaft haben würde. Darin werden die finanziellen Schäden prognostiziert, aber auch beispielsweise wie viele Krankenhäuser, Altersheime, Arztpraxen und Schulen zum Opfer fallen würden…und da sind schon beängstigende Zahlen herausgekommen wie man hier nachlesen kann.

Wird man das Problem in den nächsten Jahrzehnten in den Griff bekommen? Es wird natürlich auch jetzt schon einiges getan, zum Beispiel an der Küste von Norfolk, um dort das Bacton Gas Terminal zu schützen. Eine niederländische Spezialfirma hat an einem Küstenabschnitt von 5,5 Kilometern 1.8 Millionen Kubikmeter Sand angeschüttet, was dem Gasterminal und dem Hinterland schätzungsweise 15 bis 20 Jahre Schutz gewährt. Dieser Film zeigt dieses „Sandscaping“-Projekt.

Hier ist ein Film über die Situation in einer besonders gefährdeten Region in Norfolk.

Bei Overstrand in Norfolk.
Photo © Hugh Venables (cc-by-sa/2.0)

Bei Happisburgh in Norfolk.
Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 14. Februar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Norfolk Lavender bei Heacham in Norfolk

Lavendel verbindet man gedanklich eigentlich mehr mit der Provence, aber auch in England wird diese duftende Pflanze angebaut, speziell von der Norfolk Lavender Company bei Heacham in Norfolk, nicht weit vom königlichen Sandringham House entfernt.
Bereits 1932 wurde die Firma gegründet und schon damals konnte man in einem kleinen Laden Lavendel kaufen, doch erst Mitte der 50er Jahre wurde das Ganze in größerem Stil erweitert und bildet heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Neben den Lavendelfeldern kann man auch die Distillery besichtigen, in der Lavendelöl hergestellt wird; es gibt die National Collection of Lavenders und es werden geführte Touren angeboten. In der „Lavender Lounge“ kann man sich zwischendurch stärken: Vom Frühstück bis zum Cream Tea gibt es dort alles, was das Herz (bzw. der Magen) begehrt.
Was wäre eine Besucherattraktion ohne Gift Shops? Die gibt es hier natürlich auch. Und was kann man dort kaufen? Genau, alles, was nur im entferntesten mit Lavendel zu tun hat.

Ich habe meinen Besuch bei Norfolk Lavender sehr genossen und kann es nur empfehlen. Hier ist ein Film der ITV über die Lavendelfelder.

Norfolk Lavender
Caley Mill
Lynn Rd
Heacham PE31 7JE

Published in: on 4. Februar 2020 at 02:00  Comments (3)  
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The Tortworth Chestnut – Ein wunderschöner alter Baum an der St Leonard’s Church bei Tortworth (Gloucestershire)

Um die St Leonard’s Church bei Tortworth in der Grafschaft Gloucestershire herum trifft man auf wunderschöne Bäume. Der älteste unter ihnen ist die Tortworth Chestnut, eine Kastanie, die möglicherweise um das Jahr 800 herum gepflanzt worden ist, zu einer Zeit als König Egbert regierte. Das meinte jedenfalls Peter Collinson, ein Fellow der Royal Society im 18. Jahrhundert und leidenschaftlicher Botaniker. Andere Schätzungen über das Alter des Kastanienbaums gehen in Richtung 12. bzw. 13. Jahrhunderts. Wie auch immer, der Baum ist sehr alt und beeindruckt durch sein gewaltiges Wurzelwerk und seine riesigen, knorrigen Äste. Der Umfang beträgt über zwölf Meter und jedes Jahr nimmt der Baum um 4 cm zu.

Der Tree Council nahm die Tortworth Chestnut 2002 in seine Liste „The Great British Treesauf, in der fünfzig bedeutende Bäume Großbritanniens verzeichnet sind. Die Kastanie ist in der Liste in guter Gesellschaft, denn darauf stehen unter anderen auch die Royal Oak in Boscobel (Shropshire), die Ankerwycke Yew in Wraysbury (Berkshire) und die Bowthorpe Oak in Bourne (Lincolnshire).

Zur Orientierung: Man findet den Baum bzw. die St Leonard’s Church an der Tortworth Road, die von der B4509 abzweigt und die wiederum von Ausfahrt 14 der Autobahn M5 zu erreichen ist.
Ganz in der Nähe steht auch das Country House Hotel De Vere Tortworth Court, das ich in meinem Blog schon vorgestellt habe.

 

Published in: on 12. Januar 2020 at 02:00  Comments (3)  
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British Molecatcher organizations

Maulwürfe werden es wohl bei Gartenbesitzern nie auf die Top 10-Liste der beliebtesten Tiere schaffen, weder in Deutschland noch in England. Gerade auf der Insel, dem Mutterland der Freunde des gepflegten Rasens, sind die „moles“ außerordentlich unbeliebt; dabei gehören die unterirdischen Graber doch zu den fleißigsten Tieren überhaupt, aber wer möchte schon diese hässlichen Erdhaufen im Garten haben.

In Großbritannien gibt es nicht wenige Menschen, die dem Beruf des „mole-catchers“ nachgehen und mit unterschiedlichen Methoden den Tieren an den Kragen gehen. Verboten ist das Töten von Maulwürfen nicht, nur sind einige Methoden nicht erlaubt wie zum Beispiel der Einsatz von Strychnin. Verbreitet sind der Einsatz von Fallen und von Gas.

Viele Maulwurffänger in Großbritannien haben sich in Organisationen zusammengeschlossen. Da gibt es die Association of Professional Mole Catchers (APMC), die Wert darauf legt, traditionelle Methoden anzuwenden und „strives to promote best practice and to sustain individuality and the breadth of techniques applied by mole catchers“. Eine der Regeln der APMC lautet: „Any live caught moles should on discovery be despatched quickly and humanely“. Das Wort „despatch“ klingt irgendwie besser als „kill“.

Dann gibt es die Guild of British Molecatchers“ (GBM), deren Mitglieder ausschließlich Fallen benutzen. „The Guild is not only committed to traditional molecatching skills but also to the welfare of the mole“, heißt es auf den Webseiten der GBM. Den zweiten Teil des Satzes werden die Maulwürfe sicher gern zur Kenntnis nehmen.

Und dann gibt es noch das BMCR, das British Mole Catchers Register („Supporting traditional expertise and skills“), das u.a. Lehrgänge zum Fangen von Maulwürfen anbietet und Spezialisten vermittelt.

Was Sie schon immer über Maulwürfe und deren Fangmethoden wissen wollten, gibt es bei Mole Catcher UK nachzulesen. Außerdem kann man hier den nächstgelegenen Maulwurfsjäger finden.

Steht man sich bei diesen vielen Organisationen nicht ein wenig auf den Füßen? Offensichtlich schon, denn im Jahr 2016 kam es zu einem Streit, bei dem sich APMC, GBM und BMCR gegenseitig mangelnde Professionalität vorwarfen. Die britischen Maulwürfe stört das alles nicht, sie graben unermüdlich weiter.

Das Ergebnis produktiver, unterirdischer Arbeit.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Hier war ein „mole-catcher“ sehr erfolgreich.
Photo © Mick Garratt (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 27. Dezember 2019 at 02:00  Comments (5)  
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The British Christmas Tree Growers Association – Sie arbeitet zum Wohl des britischen Weihnachtsbaumes

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Downing Street 10 in weihnachtlichem Schmuck (mit Kater Larry).

Vor acht Jahren schrieb ich einmal in meinem Blog über das kleine Dorf Christmas Common an der Grenze zwischen Oxfordshire und Buckinghamshire, das im Jahre 2011 den Weihnachtsbaum für No. 10 Downing Street in London liefern durfte;  eine große Ehre, die dem Ort mit dem hübschen und absolut passenden Namen da zuteil wurde, mit freundlicher Unterstützung der British Christmas Tree Growers Association (BCTGA).

Die BCTGA kümmert sich um das Wohlergehen britischer Weihnachtsbäume bzw. um deren Anbauer und „to promote sales of live Christmas trees, provide marketing information to growers and encourages the exchange of ideas and information„. Ihre 320 Mitglieder verkaufen jedes Jahr zwischen sechs und acht Millionen Weihnachtsbäume.

„Grower of the Year 2018“ war John Junor von Farr North Christmas Trees in Inverness in Schottland; in diesem Jahr ist es die Dartmoor Christmas Tree Farm im Haldon Forest Park am Ostrand des Dartmoors, die den Downing Street Weihnachtsbaum 2019 stellt und das nicht zum ersten Mal. Die Weihnachtsbaumanpflanzer aus dem Dartmoor rühmen sich auch noch weiterer Auszeichnungen wie Best Natural Wreath, Runner up Best Fir, Best Nordman Fir und Champion Grower. Man kann also nichts falsch machen, wenn man seinen Weihnachtsbaum bei dieser Firma kauft.

Die Mitglieder der BCTGA verpflichten sich, bestimmte Verhaltensregeln beim Anbau einzuhalten, die umweltverträglich und nachhaltig sind. In dieser Liste sind einige der Mitglieder aufgeführt und welche Art von Weihnachtsbäumen sie anbieten.

In Hawkwell (Essex)
Photo © John Myers (cc-by-sa/2.0)

Chesil Beach – Ein 28 Kilometer langer Kieselstrand vor der Küste Dorsets

Von Portland bis nach West Bay erstreckt sich vor der Küste Dorsets ein 28 Kilometer langer Kieselstrand, der sich Chesil Beach nennt. Er ist ca 160 Meter breit und bis zu 12 Meter hoch. Chesil Beach ist ein Teil der sogenannten Jurassic Coast Süd-Englands. Hinter diesem Kieselstrand ist eine Lagune entstanden, The Fleet, die sowohl von Süßwasser als auch von Meerwasser gespeist wird und zu einem Naturreservat geworden ist, in dem sich zahlreiche Wasservögel und Fische angesiedelt haben. Auf einem Boot mit Glasboden, dem Fleet Observer, das von Ostern bis Ende Oktober verkehrt, kann man sich die Unterwasserwelt der Lagune ansehen.
Im ganzjährig geöffneten Chesil Beach Visitors Centre, südlich von Ferrybridge gelegen, kann man sich über die Gegend informieren und Führungen entlang des Strands buchen. Bei Ebbe sieht man seltene Meereslebewesen, die dann zum Vorschein kommen.
Dieser Film zeigt einen Flug über den Strand.

Vor und während des 2. Weltkriegs war The Fleet ein Bombenabwurfgelände der Royal Air Force. Die Dam Busters übten unter anderem auch hier, bevor sie ihre Angriffe auf deutsche Staudämme starteten. Siehe dazu meinen Blogeintrag.
Die Strömung vor der Küste ist nicht ungefährlich; zahlreiche Schiffe sind hier schon auf Grund gelaufen, worüber man sich im Museum von Portland genauer informieren kann.

Chris de Burgh veröffentlichte 2010 ein Album mit dem Titel „Moonfleet and other Stories„, das auf dem gleichnamigen Abenteuerroman von J. Meade Falkner basiert, der 1898 erschien (dt. „Moonfleet“, 2005) und am Chesil Beach spielt. De Burgh nahm einige der dazugehörenden Musikvideos dort auf; als Beispiel ist hier „Everywhere I go“ zu sehen.

Mehrere Bücher sind geschrieben worden, die alle den Chesil Beach als Hintergrund haben, das bekannteste ist sicher Ian McEwansOn Chesil Beach“ (dt. „Am Strand“) aus dem Jahr 2008. McEwan schrieb auch das Drehbuch zu dem gleichnamigen Film, der 2018 in die Kinos kam; hier ist der Trailer.

The Fleet.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Chesil Beach und dahinter die Stadt Weymouth.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

 
 

Published in: on 12. Dezember 2019 at 02:00  Comments (4)  
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Fell Top Assessor – Einer der seltensten Berufe in England

Der Helvellyn, im Vordergrund Swirral Edge.
Photo © John Light (cc-by-sa/2.0)

Die Lake District National Park Authority im Nordwesten Englands ist Arbeitgeber für einen der wohl seltensten Berufe in ganz England: Fell Top Assessor. In diesem Jahr sind es ganze drei Männer, die diesem Beruf nachgehen und das auch nur in den Wintermonaten. Ihre Aufgabe ist es, in der Bergwelt des Lake Districts, in der es im Winter schon einmal ganz schön rau zugehen kann, ein Auge auf die Bergwanderer zu haben, ihnen Verhaltensmaßnahmen zu geben und Kurse im „Fell walking“ durchzuführen. Immer wieder kommt, es vor allem in der kalten Jahreszeit, zu Unfällen in dieser Region, die durchaus tödlich enden können, denn viele unterschätzen die Berge und haben nicht die benötigte Ausrüstung dabei. Die Fell Top Assessors müssen also über die entsprechende Erfahrung verfügen und sich sehr gut im Lakeland auskennen.

Zu ihren Aufgaben gehört auch der tägliche Aufstieg zum Helvellyn, dem mit 950 Metern dritthöchsten Berg Englands. Dort oben messen sie Wetterdaten wie die Windgeschwindigkeit und die „windchill temperature“, also die gefühlte Temperatur, sie prüfen die Schneehöhe und die mögliche Lawinengefahr. Diese Daten werden weitergeleitet an das Met Office, den nationalen Wetterdienst für Großbritannien, der sie dann jedermann zur Verfügung stellt; die Bergwanderer können sich dadurch informieren, was sie dort oben erwartet (und gegebenenfalls zu Hause bleiben). Wie schlecht das Wetter auch ist, die Fell Top Assessors müssen jeden Tag den Helvellyn besteigen, was auch für sie nicht ganz ungefährlich ist. Wenn man sich die Bilder von der Striding Edge (siehe dazu meinen Blogeintrag) und der Swirral Edge, die beide zum Helvellyn hinführen, einmal ansieht, kann man erahnen, dass eine „Wanderung“ hier oben nichts für Gelegenheitswanderer ist.

In diesem Film erläuterte ein Fell Top Assessor seinen Aufgabenbereich.

Striding Edge.
Photo © Adam Ward (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 28. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Helm Wind – Der einzige Wind in England, der einen eigenen Namen führt

Der Helm Wind fällt über Milburn in Cumbria herein.
Photo © Simon Ledingham (cc-by-sa/2.0)

In Südfrankreich ist es der Mistral, auf dem Balkan der Bora und in den Alpen der Föhn, Namen für Fallwinde, die manchmal ganz schön nerven können (die Winde, nicht die Namen). In England gibt es einen einzigen Wind dieser Art, der auch einen eigenen Namen hat: The Helm Wind, zu finden bzw. zu spüren und zu hören ist er in der Grafschaft Cumbria und dort vor allem im Bereich der Cross Fell Range, die in den nördlichen Pennines liegt. Dieser föhnartige Wind kann ganz schön stark blasen und erinnert, wenn er in Hochform ist, an einen dahin donnernden Zug. Die Bewohner des Dörfchens Milburn können ein Lied davon singen, denn hier weht der Helm Wind besonders kräftig und häufig.

Wo der Wind seinen Namen her hat, ist nicht so ganz eindeutig festzustellen, am wahrscheinlichsten ist die Version, dass das Wort „Helm“ von „helmit“ kommt, also Helm oder Kappe, denn wenn der Wind so richtig stark bläst, bildet sich über den Hügeln eine Wolkenkappe, „helm bar“ genannt.

Als erster hatte sich der berühmte britische Klimaforscher Gordon Valentine Manley (1902-1980) in den 1930er Jahren mit dem Helm Wind beschäftigt und das Phänomen ausgiebig untersucht.

In diesem Zeitraffer-Film kann man optisch sehen wie sich der Helm Wind entwickelt und hier kann man ihn auch hören.

Die Helm Bar bei Milburn in Cumbria.
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 8. Juli 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Weeping Willows – Meine Lieblingsbäume

An der Themse bei Marlow in Buckinghamshire.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Salix babylonica lautet der botanische Fachbegriff für Trauerweiden, im Englischen Weeping Willows. Neben den Zedern gehören sie zu einen Lieblingsbäumen. Ich finde das Bild immer wieder wunderschön, wenn sie, an Flüssen oder Teichen stehend, ihre langen Zweige ins Wasser tauchen. Bei meinem Besuch kürzlich im Leeds Castle in Kent entdeckte ich einige schöne Exemplare, an der Themse sind viele zu finden. Sie vermitteln eine leicht wehmütige und melancholische Atmosphäre, so empfinde ich das jedenfalls.

Ich habe im folgenden einige Bilder von besonders schönen Weeping Willows zusammengestellt.

Am Beeston Canal bei Nottingham.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Ein Prachtexemplar in York.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Am River Cam in Cambridge.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Im Trent Country Park in Hertfordshire.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Am River Avon in Tewkesbury.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 2. Juli 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Parkverbotsbäume im Norden der Grafschaft Devon

Ein Exemplar des No Parking Trees
Photo © Patrick Roper (cc-by-sa/2.0)

Watersmeet SSSI ist eine Region im Norden der Grafschaft Devon, wobei das SSSI für „Site of Special Scientific Interest“ steht. Gebiete mit diesem Zusatz stehen unter besonderem Naturschutz. Die Watersmeet Road, die A39, windet sich durch diese wildromatische Region, bis hin zu den beiden Küstenorten Lynton und Lynmouth.

In den 1930er Jahren wurde an einer kleinen Ausweichstelle entlang der Watersmeet Road eine Baumart entdeckt, die bis dahin noch niemand so recht wahr genommen hatte und die daher auch keinen Namen besaß. Da an diesem Baum ein Schild mit der Aufschrift „No Parking“ genagelt war, nannte man den Baum kurzerhand „No Parking Tree„.

Verwandt ist er offenbar mit dem Devon Whitebeam, das ist ein Mehlbeerbaum. Die Wissenschaft beschäftigte sich erst Jahrzehnte später mit dieser speziellen Baumart aus Devon, von der es nur wenige Exemplare gibt, die Schätzungen bewegen sich zwischen 50 und 110 Bäumen in der Gegend von Watersmeet, dazu noch einige mehr im Land verstreut und daher steht der Parkverbotsbaum auch auf der Roten Liste mit dem Vermerk „Gefährdet„.

Im Jahr 2009 bekam der Baum auch einen „richtigen“ Namen und zwar Sorbus admonitor, doch ich finde den ursprünglichen Namen origineller und witziger.

Die Watersmeet Road (A39) in North Devon.
Photo © David Smith (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. Juni 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Pelikane des Londoner St James’s Park und wie sie einmal einen diplomatischen Zwischenfall auslösten

Pelikane am St James’s Park Lake.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Die Großstadt London gehört nicht zu dem natürlichen Lebensraum von Pelikanen, jenen großen Wasservögeln mit dem ausgeprägten Hautsack unter dem Schnabel. Doch im St James’s Park finden wir einige Exemplare und das schon seit Jahrhunderten. König Charles II. hatte eine Vorliebe für exotische Tiere, und daher schenkte der Botschafter des Russischen Reiches ihm 1664 zwei Pelikane, die auch dort in einigen Regionen heimisch sind. Aber die Tiere wollten in London nicht so richtig gedeihen, so wurden immer mal wieder neue Pelikane aus Russland nach London geschickt, eine Tradition, die bis in die heutige Zeit aufrecht erhalten worden ist.

In den 1960er Jahren erfuhr der US-Botschafter von den russischen Pelikanen und wollte nun seinerseits auch amerikanische Verwandte der Tiere im Park ansiedeln, nach dem Motto „Was Ihr Russen könnt, das können wir schon lange“. Also importierte der Mann Pelikane aus den Staaten, die sich aber in London nicht so recht wohlfühlten, mit ihren Artgenossen aus dem fernen Osten nicht klar kamen und kränkelten. Der Verdacht kam in der US-Botschaft auf, dass die Kollegen der sowjetischen Botschaft da irgendwie ihre Hände im Spiel hatten, und eine diplomatische Krise deutete sich an. Doch der Verdacht stellte sich als unbegründet heraus, denn die Amerikaner hatten die falschen Pelikane geschickt und zwar jene, die im allgemeinen im Salzwasser lebten und die mochten nun einmal das Süßwasser des Sees im St James’s Park gar nicht. Also orderte man nun die richtigen Süßwasser-Pelikane, und siehe da, die fühlten sich in London wohl und freundeten sich sogar mit ihren russischen Nachbarn an. Der Konflikt zwischen den beiden Botschaften wurde beigelegt.

Wer sich die Fütterung der Wasservögel ansehen möchte, der kann das täglich zwischen 14.30 Uhr und 15 Uhr tun, dann gibt es nämlich frischen Fisch für die Tiere, serviert am St. James’s Park Lake, ganz in der Nähe von Duck Island.

In diesem Film ist ein Pelikan beim Spaziergang im St James’s Park zu sehen.

Duck Island im St James’s Park, wo die Pelikane gefüttert werden.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Palmen in England – Bäume, die ein mediterranes Flair erzeugen

Palmen vor meinem Hotel, dem Orestone Manor in Maidencombe bei Torquay in Devon.
Eigenes Foto.

Was assoziiert man im Allgemeinen mit einer Palme? Für mich sind das: Südseestrände, Spanien, Kalifornien, hohe Temoeraturen, schönes Wetter usw. Wer zum ersten Mal auf die britische Insel kommt, ist wahrscheinlich erstaunt, dass er in vielen Teilen des Landes, bis hinauf nach Schottland, auf Palmen trifft. Ich denke da besonders an die englische Riviera bei Torquay, an Bournemouth und Poole. An Strandpromenaden sieht man Palmen, aber auch in Vorgärten, wo sie ein mediterranes Flair erzeugen.

Ich habe hier einmal einige Beispiele zusammengetragen:

In Torquay (Devon).
Photo © Len Williams (cc-by-sa/2.0)

Nein, wir sind hier nicht in Barcelona, sondern an einem Kreisverkehr an der Londoner Lambeth Bridge.
Photo © Len Williams (cc-by-sa/2.0)

In Hyde bei Manchester.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

In einem Vorgarten in Golders Green (London).
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Bei Guildford in Surrey.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Ein eher seltenes Bild: Palmen im Schnee in Bournemouth (Dorset).
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 1. März 2019 at 02:00  Comments (3)  
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The Great Stone of Fourstones – Ein einsamer Felsbrocken im Moorgebiet des Forest of Bowland an der Grenze von Lancashire und North Yorkshire

Im Grenzbereich von Lancashire und North Yorkshire liegt einsam und allein ein merkwürdiger Felsbrocken, der The Great Stone of Fourstones heißt; folglich müssen irgendwann einmal vier Steine hier gewesen sein. Niemand weiß genau, was mit ihnen passiert ist. In fernen Zeiten wird der Great Stone wohl von Gletschern hierher transportiert worden sein und als diese sich zurückzogen, blieb er hier liegen. In den ca fünf Meter hohen Felsen am Rande des Forest of Bowland hat irgendjemand 15 Stufen hineingemeißelt, um es denjenigen leicht zu machen, die keine Lust haben, sich als Kletterer zu betätigen und so halbwegs bequem nach oben steigen zu können, um die Aussicht auf das Moorgebiet von Tatham Fells zu genießen, das sich südlich der kleinen Ortschaft Bentham hinzieht. Um zu dem „Big Stone“ zu gelangen, fährt man aus Bentham auf der Straße mit dem schönen Namen Thickrash Brow hinaus, die dann zur Slaidburn Road wird. Von hier aus kann  man den Felsbrocken liegen sehen. Dieser Film vermittelt einen Eindruck von ihm.

Natürlich rankt sich auch eine Legende um den Great Stone of Fourstone. Als der Teufel einmal die Brücke von Kirkby Lonsdale, einige Kilometer nördlich von Bentham gelegen, bauen wollte, schleppte er Baumaterial heran und dabei ließ er den besagten Stein fallen, vielleicht weil er ihm zu schwer geworden war. Die Devil’s Bridge in Kirkby Lonsdale, die den River Lune überquert, gibt es noch heute.

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, erinnert sich vielleicht noch an meinen Eintrag über den High Bentham Incident, der sich ganz in der Nähe ereignete. Auch der Ort Dunsop Bridge, der als das geografische Zentrum Großbritanniens bezeichnet wird, ist nur wenige Kilometer entfernt.

Die Devil’s Bridge über den River Lune in Kirkby Lonsdale (Cumbria).
Photo © Chris Heaton (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. Februar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Stiperstones in Shropshire und ein Song der Band Half Man Half Biscuit

Der Manstone Rock.
Photo © Richard Law (cc-by-sa/2.0)

Nachdem ich gestern über den Überlebenskampf des Reverend Edmund Donald Carr in den unwirtlichen Bergen von Shropshire geschrieben habe, bleiben wir heute noch einmal dort. Stiperstones nennt sich eine Hügelkette mit besonders ausgeprägten Felsformationen, die sich auf eine Länge von acht Kilometern hinziehen. Der Manstone Rock und der Devil’s Chair dürften die bekanntesten Felsen sein. Zu Füßen der Stiperstones liegen ein paar kleine Ortschaften wie Pennerley, Crowsnest und Snailbeach. Wer sich über die Stiperstones informieren möchte, tut das am besten vor Ort im The Bog Visitor Centre, das recht einsam liegt und in einer ehemaligen Dorfschule etwas südlich von Pennerley untergebracht ist. In den Wintermonaten ist das kleine Besucherzentrum geschlossen. Von hier aus kann man Wanderungen unternehmen und sich die Felsen aus der Nähe ansehen.

Die 1984 in Birkenhead (Merseyside) gegründete Rockband mit dem merkwürdigen Namen Half Man Half Biscuit hat im Jahr 2011 ein Album mit dem Titel „90 Bisodol (Crimond)“ veröffentlicht, auf dem der Song „Descent of the Stiperstones“ zu finden ist, der überwiegend aus Sprechgesang besteht. Es geht inhaltlich darum, dass jemand von den Stiperstones herunterkommt und sich daran erinnert, dass er auf dem Heimweg eine Dose Swarfega mirbringen soll, das ist ein hochwirksames Handreinigungsmittel. Also steigt er in sein in Snailbeach abgestelltes Auto und fährt nach Montgomery, das schon in Wales liegt, in der Grafschaft Powys. Dort gibt es in der Arthur Street den Eisenwarenladen Bunners, der schon 1892 gegründet wurde und in dem man so ziemlich alles bekommt, was das Herz begehrt. Im Text hören wir, was der Erzähler im „organised chaos“ bei Bunners so alles findet. Eine bessere Werbung hätten sich die Besitzer des Ladens wohl kaum wünschen können. Hier ist der Text in voller Länge nachzulesen und hier ist der Song zu hören.

The Devil’s Chair.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)

Snailbeach, ein ehemaliger Bergwerksort.
Photo © Simon Huguet (cc-by-sa/2.0)

Bunners in Montgomery (Powys) in Wales.
Photo © Phil Champion (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Januar 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Rote Milane über den Chiltern Hills in Oxfordshire und Buckinghamshire

Ein Red Kite über Haddenham in Buckinghamshire.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

Die Chiltern Hills liegen dort, wo zahlreiche Folgen der „Inspector Barnaby“-Krimiserie gedreht worden sind, und genau da fühlen sich die Roten Milane (Red Kites) besonders wohl. Nachdem sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England komplett von der Bildfläche verschwunden waren, weil Wildhüter sie ausgerottet hatten, versuchte die Royal Society for the Protection of Birds und English Nature sie in den Jahren von 1989 bis 1994 neu anzusiedeln, indem Vögel aus Spanien in den Chiltern Hills ausgesetzt wurden. Da diese Roten Milane mit ihrem neuen Standort einverstanden waren, begannen sie sich zu vermehren und man schätzt, dass heute an die tausend Pärchen hier für Nachwuchs sorgen.
Die Red Kites sind eindrucksvolle Vögel, deren Flügelspannweite bis zu 1,70 Meter betragen kann. Sie ernähren sich hauptsächlich von toten Tieren, aber auch von kleinen Säugetieren und Käfern und Würmern.

Vor kurzem schrieb ich in meinem Blog über den Stokenchurch Gap, wo die Autobahn M40 die Chilterns durchquert; dort kann man häufig die Roten Milane beobachten. Weitere Orte, wo die Wahrscheinlichkeit groß ist, die Vögel kreisen zu sehen, sind der Watlington Hill, The Warburg Reserve und der Bledlow Great Wood bei Chinnor, alle in Oxfordshire, sowie der West Wycombe Hill und The Bradenham Estate in Buckinghamshire. Wer sich näher für die Milane in den Chilterns interessiert, findet weitere Informationen auf der Webseite redkites.net.

Weil die Neuansiedlung der Vögel in den Chilterns so erfolgreich war, hat man die Tiere auch in anderen Teilen Großbritanniens angesiedelt wie zum Beispiel in Yorkshire, den Midlands in Schottland, Wales und Nordirland.

Dieser Film zeigt die schönen Tiere im Flug über den Chiltern Hills und hier ist der „Gesang“ eines Roten Milans zu hören (nicht gerade ein Singvogel, aber immerhin…).

Milane über Cadmore End bei Stokenchurch.
Photo © Graham Horn (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 11. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Spinster’s Rock – Eine Megalithanlage im Dartmoor und ihre Legenden

Westlich des Dörfchens Drewsteignton im Dartmoor steht eine Megalithanlage, dort in Devon auch als Quoit bezeichnet, die den Namen Spinster’s Rock trägt. Drei einzelne Felsen tragen eine große Felsplatte, Teil einer ehemaligen Grabkammer. Auf einem Schild erhalten wir Auskunft:
Spinsters’s Rock – A neolithic burial chamber erected around 3500-2500 BC. The chamber probably contained many burials and would originally have been covered by a long earthen mound. The stones fell down in 1862 and were re-erected in the same year. Traditionally the monument was erected by three spinsters one morning before breakfast„.

Da haben wir schon eine Legende. Drei „spinsters“, in diesem Falle handelt es sich bei den Damen um keine alte Jungfern, sondern um Frauen, die Wolle gesponnen haben, warteten auf einen Händler, der ihnen die Wolle abnehmen sollte. Um sich die Zeit zu vertreiben, stapelten die Frauen, die wohl sehr kräftig gewesen sein müssen, ein paar herumliegende Felsen aufeinander. Der Händler wird gestaunt haben, als er bei seiner Ankunft das neu entstandene Bauwerk bewundern konnte, das die Spinnerinnen sogar noch vor dem Frühstück errichtet hatten.

Laut einer anderen Legende soll ein alter Mann mit seinen drei Söhnen dort im Dartmoor aufgetaucht sein und, aus welchem Grund auch immer, das Felsengebilde aufgestellt haben; danach verschwanden sie und wurden nie wieder gesehen. Es heißt, dass es sich bei den Männern um die biblische Figur Noah samt seinen Söhnen gehandelt haben soll, die an dieser Stelle versteinert worden sind (Noah liegt oben drauf auf seinen Söhnen).

Wie es auf dem Schild schon zu lesen war, kollabierten die Felsen im Jahr 1862 und zwar im Januar, nachdem es im Jahr zuvor besonders viele Niederschläge im Dartmoor gegeben hatte. Man machte sich bald darauf an die Arbeit, um Spinster’s Rock wieder aufzustellen, was nicht ganz einfach war, denn der Deckstein wog rund 16 Tonnen. Im November standen die Felsen wieder fast genau wie vorher auf der Wiese, nur ein paar Kleinigkeiten, wie die Positionierung der Steine, waren anders, was aber kaum auffiel.

Published in: on 3. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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