Rudyard Lake – Ein Erholungsgebiet in Staffordshire und Namensgeber eines berühmten Schriftstellers

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An einem schönen Sommertag zur Zeit Königin Victorias gingen John Lockwood Kipling und Alice Macdonald am Rudyard Lake in Staffordshire spazieren. Der junge Mann fiel dort auf die Knie und bat Alice, ihn zu heiraten. Die junge Frau sagte freudig ja. Als am 30. Dezember 1865 in Bombay ihr Sohn geboren wurde, nannte das junge Paar ihn Rudyard mit Vornamen, in Erinnerung an den schönen Tag am See. Rudyard Kipling wurde später zu einem der bekanntesten Schriftsteller Englands.

Der Rudyard Lake ist ein Stausee, der Ende des 18. Jahrhunderts von John Rennie angelegt wurde, in erster Linie, um den Caldon Canal, ein Teilstück des Trent & Mersey Canals, mit genügend Wasser zu versorgen, denn hier gab es häufig Probleme mit dem Wasserstand.

Der See liegt sehr ruhig, nicht weit von der A 523 entfernt, die die Orte Leek und Macclesfield miteinander verbindet, und es ist heute ein Naherholungsgebiet für den Großraum Manchester.
Der Rudyard Lake Trust kümmert sich um das Wohlergehen des Gebietes und die League of Friends versuchen durch Spendenaktionen Aktivitäten am See zu unterstützen. So haben sie beispielsweise ein kleines Ausflugsboot namens „Honey“ gekauft, mit dem Rundfahrten durchgeführt werden.

The hidden gem of the Staffordshire Moorlands“ bietet also alles, was man sich zur Erholung wünscht: Angeln, Kayakfahrten, Segelbootrips und Naturbeobachtungen. Informieren kann man sich darüber im eigens eingerichteten Visitor Centre am Südende des Sees.

Hier sind in einem Film einige stimmungsvolle Herbstimpressionen vom Rudyard Lake eingefangen.

Im Jahr 2006 spielte sich eine ungewöhnliche „Regatta“ auf dem Rudyard Lake ab, als Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May von der BBC-Sendung „Top Gear“ versuchten, mit umgebauten Autos über den See zu fahren. Hier ist der Film zu sehen.

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Published in: on 29. Dezember 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Der Grizedale Sculpture Park in Cumbria

Das Grizedale Visitor Centre.    © Copyright Nigel Mykura and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Grizedale Visitor Centre.
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Zwischen dem Lake Windermere und dem Coniston Water im Lake District liegt der Grizedale Forest, in den ein „Sculpture Park“ integriert ist. Seit 1977 haben Künstler aus aller Welt hier ihre Skulpturen aufgestellt; zurzeit sind es 40, von denen einige nur vorübergehend, einige aber auch auf Dauer hier im Wald zu sehen sind.
Im Besucherzentrum kann man sich vorab schon einmal informieren, wo die einzelnen Kunstwerke zu finden sind, die man dann zu Fuß oder per Fahrrad aufsuchen kann. Ich habe hier einmal einige Beispiele aufgeführt:

Sehr schön finde ich den Red Sandstone Fox von Gordon Young, der 1991 aufgestellt wurde. Young wurde zuletzt durch seinen „Comedy Carpet“ auf der Promenade von Blackpool bekannt, das wohl größte Kunstwerk in Großbritannien.

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Seit 1994 ist die Skulptur „Stag Herd Roof“ von Andy Frost im Grizedale Forest zu finden, eine kleine Herde von Hirschen und Rehen, die auf einem Dach stehen. Der Künstler hat noch fünf weitere Skulpturen erschaffen, die im Wald verteilt sind.

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Between Elephants“ heißt ein Kunstwerk von Iraida Cano, ein zu einem Elefanten umgestalteter Felsen, seit 1995 hier vorzufinden. Cano ist eine Künstlerin aus Toledo in Spanien.

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Die „Lady of the Water“ wurde von der irischen Künstlerin Alannah Robins geschaffen und 1995 aufgestellt. Das Werk gehört zu den besten Frauenskulpturen Großbritanniens, so die Zeitung „The Guardian.

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Großartig ist David KempsAncient Forester “ aus dem Jahr 1988, der noch einen Bruder, „Ancient Forester 2“ hat, der sieben Jahre später in die Skulpturensammlung hier im Lake District aufgenommen wurde.

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The Chiltern Society

Die Chilterns bei Turville in Buckinghamshire.   © Copyright Des Blenkinsopp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Chilterns bei Turville in Buckinghamshire.
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Die Chilterns sind ein sehr attraktiver Höhenzug, der sich über die Grafschaften Oxfordshire, Buckinghamshire, Hertfordshire und Bedfordshire erstreckt und sich in meinen Augen durchaus mit den Cotswolds messen kann. Dies ist, nebenbei gesagt, das Einsatzgebiet von TV-Inspector Barnaby und deckt sich in etwa mit dem fiktiven Midsomer County.

Da die Chiltern Hills nicht weit von London entfernt sind und die Hauptstadt sowohl über die Autobahn M40 als auch mit Zügen schnell zu erreichen ist, handelt es sich hier um ein sehr gefragtes Wohngebiet mit entsprechend hohen Hauspreisen. Viele „chocolate box villages“ finden sich in den Hügeln und ansprechende Kleinstädte wie The Lee, Amersham, Hambleden oder Nettlebed, um nur einige zu nennen.

1965 wurde die Chiltern Society gegründet, die heute über 6500 Mitglieder zählt. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es, ein Gleichgewicht zu finden zwischen der Erhaltung der Natur und der stetig steigenden Nachfrage nach Wohnraum. Die Gesellschaft versucht, daraufhin zu wirken, dass die planerischen Maßnahmen in Einklang mit der wunderschönen Landschaft stehen und diese nicht verunstalten. Rad- und Wanderwege werden angelegt bzw. bereits bestehende gepflegt und unterhalten.

In jedem Jahr vergibt die Chiltern Society in Zusammenarbeit mit dem Chilterns Conservation Board den Chilterns Buildings Design Award für besonders gelungene neue bzw. restaurierte Gebäude. Im Jahr 2015 waren die Preisträger:

The Great Barn der Micklefield Hall bei Rickmansworth (Hertfordshire) in der Kategorie „Restauration“ – Eine umgebaute historische Scheune.

Warwick House in der High Street von Hemel Hempstead (Hertfordshire) in der Kategorie „Neubau“ – Ein Gebäude mit sechs Wohnungen.

Crendon Cottage in Speen (Buckinghamshire) in der Kategorie „Renovierung“ – Die gelungene Renovierung und Erweiterung eines typischen Chiltern Cottages.

Die Chiltern Society ist auch Eigentümerin einiger Landstriche wie zum Beispiel der Watercress Beds in Ewelme (Oxfordshire), über die ich in meinem Blog schon einmal berichtete, und Bottom Wood bei Stokenchurch (Buckinghamshire).

Sehr wichtig  für die Chiltern Society ist die Unterstützung der heimischen Landwirtschaft und der örtlichen Kleinbetriebe. So wurde für dieses Jahr ein Real Bread Award ausgeschrieben, an dem Bäckereien teilnehmen können, die Brot nach traditioneller Art und ohne chemische Hilfsmittel herstellen. Auf der Webseite der Gesellschaft finden sich Listen mit Anschriften von Farmshops, Bauernmärkten, lokalen Brauereien und Nahrungsmittelproduzenten.

Viermal im Jahr erhalten die Mitglieder der Gesellschaft das Chiltern Magazine, in dem über Neuigkeiten aus der Region und über die Aktivitäten der einzelnen Gruppen berichtet wird.

Die Chilterns sind eine Area of Outstanding Natural Beauty und das absolut zu Recht. Ich habe mich hier immer sehr wohlgefühlt und darum berichte ich auch so oft über diese Region. Hier ist ein Film über die Chilterns.

Eines meiner Lieblingsdörfer in den Chiltern Hills: The Lee. Eigenes Foto.

Eines meiner Lieblingsdörfer in den Chiltern Hills: The Lee (Buckinghamshire).
Eigenes Foto.

Die Watercress Beds in Ewelmw (Oxfordshire).   © Copyright Shaun Ferguson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Watercress Beds in Ewelme (Oxfordshire).
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Published in: on 23. April 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Bluebells all over England

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Kaum sind die Snowdrops, die  Schneeglöckchen, verschwunden, haben ihre Stelle die Bluebells, die Glockenblumen, eingenommen. In vielen Teilen Englands sieht man im April und Mai ganze Felder von diesen hübschen blauen Blumen. Mein Foto oben zeigt Bluebells, die ich auf dem Weg von Nettlebed nach Crocker End (Oxfordshire) in einem waldigen Gebiet fand.

Wo es noch viele Glockenblumenfelder zu sehen gibt, hier ist eine kleine Auswahl:

Auf dem Ashridge Estate (National Trust) nördlich von Berkhamstead in Hertfordshire und Buckinghamshire. Hier wird ein Bluebell Walk angeboten, der fast drei Stunden dauert, mehrere Kilometer lang ist und zu den riesigen Feldern mit den blauen Blumen führt.

Sehr beliebt ist der Arlington Bluebell Walk bei Arlington in East Sussex, der sich über das Gelände von drei Farmen erstreckt und seit 1972 existiert.

Wer im Süden Norfolks wohnt, kann sich an den Glockenblumen-Prachtexemplaren in Sisland Carr bei Chedgrave erfreuen, verwaltet vom Woodland Trust.

Stourhead in Wiltshire (National Trust) ist zu jeder Jahreszeit sehenswert. Jetzt im Frühjahr gibt es dort ganze Teppiche von Glockenblumen zu sehen.

Auch Lanhydrock (National Trust) in Cornwall bietet jede Menge an malerischen Bluebells. Am 30. April wird unter fachkundiger Anleitung eine Tour durch die Felder und Wälder durchgeführt.

Hier ist ein stimmungsvoller Film über Bluebells in Cornwall.

Glockenblumenteppiche auf dem Ashridge Estate in Hertfordshire/Buckinghamshire.   © Copyright Cameraman and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Glockenblumenteppiche auf dem Ashridge Estate in Hertfordshire/Buckinghamshire.
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Sisland Carr in Norfolk.   © Copyright Ashley Dace and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Sisland Carr in Norfolk.
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Im Park von Stourhead (Wiltshire).   © Copyright Len Williams and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Park von Stourhead (Wiltshire).
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Bluebells im Park von Lanhydrock (Cornwall).   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bluebells im Park von Lanhydrock (Cornwall).
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Published in: on 15. April 2016 at 02:00  Comments (4)  
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Die schönsten und besten Strände Englands

 

Platz 1: Der Strand von Woolacombe.   © Copyright Tom Jolliffe and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Platz 1: Der Strand von Woolacombe.
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Jedes Jahr gibt das Reiseportal TripAdvisor die zehn besten Strände Großbritanniens bekannt, die ich hier einmal auflisten möchte. Bis auf einen Strand in Schottland und einen auf der Kanalinsel Jersey liegen alle anderen im Südwesten des Landes, wobei Cornwall viermal vertreten ist. Hier sind die Top Ten:

Platz 1.
Woolacombe Beach in Devon. Von 1734 abgegebenen Bewertungen im TripAdvisor wurde der Strand 1443mal als „Excellent“ und 240mal als „Very Good“ bezeichnet. Schon zweimal in Folge erhielt die Stadt an der Nordküste Devons diese Auszeichnung, zusätzlich wurde der Strand der Stadt von der Mail on Sunday als Best British Beach bewertet und erhielt den England for Excellence Gold Award als bester Familienurlaubsort. Der Woolacombe Beach ist fünf Kilometer lang, sehr sauber und für seine hervorragende Wasserqualität bekannt. Ein sehr schön gelegenes Hotel mit Blick auf den Strand ist das The Woolacombe Bay Hotel****.

Platz 2.
Weymouth Beach in Dorset. Auf der Basis von 2584 Bewertungen, davon 1844 „Excellent“ und 630 „Very Good“, gelangte dieser Strand auf den zweiten Platz. Auch dieser Strand an der Jurassic Coast ist fünf Kilometer lang und liegt direkt vor der Esplanade, dem Beach Boulevard der Stadt Weymouth, die während der Olympischen Sommerspiele 2012 Austragungsort für Segelregatten war. Wer hier strandnah wohnen möchte, kann das zum Beispiel im Bayview Hotel**** an der Esplanade tun.

Platz 3.
St Brelade’s Bay auf der Kanalinsel Jersey.

Platz 4.
Rhossili Bay bei Swansea in Wales.

Platz 5.
Porthmeor Beach im Norden von St Ives in Cornwall. Von 618 Bewertungen sind 460 „Excellent“ und 136 „Very Good“. Hier handelt es sich um einen Blue Flag Beach, d.h. um einen Strand, der „in der vorangegangenen Saison Standards hinsichtlich Umweltbildung, Umweltmanagement, Dienstleistungsgüte und Wasserqualität eingehalten hat“ (so die Wikipedia). Der mondäne Künstlerort St Ives ist sowohl bei Strandurlaubern als auch bei Surfern sehr beliebt.  Am Porthmeor Beach findet man eher Ferienwohnungen und Apartments als Hotels.

Platz 6.
Fistral Beach in Newquay in Cornwall. Auch für diesen Strand liegen die TripAdvisor-Bewertungen sehr hoch: Von 1656 Bewertungen stufen 1143 den Strand als „Excellent“ ein und 413 als „Very Good“. Der Fistral Beach ist das Paradies für Surfer in ganz Großbritannien; hier findet jedes Jahr im August das Surf- und Musikfestival Boardmasters statt und die English National Surfing Championships werden hier ausgetragen. In sehr guter Lage direkt am Strand findet man hier das Fistral Beach Hotel and Spa****.

Platz 7.
Porthminster Beach im Süden von St Ives in Cornwall. Der zweite Strand von St Ives kommt ebenfalls im TripAdvisor sehr gut weg: 536mal „Excellent“ und 147mal „Very Good“ von 703 Bewertungen. Als Unterkunft empfiehlt sich hier zum Beispiel das kleine, aber feine Blue Hayes Hotel, das zwar nicht direkt am Strand liegt, von dem man aber einen schönen Blick auf ihn hat.

Platz 8.
Perranporth Beach in Cornwall. Südlich von Newquay liegt Peranporth mit seinem beliebten Strand, der 639mal mit „Excellent“ und 153mal mit „Very Good“ bewertet wurde, von 824 Bewertungen insgesamt. Fünf Kilometer lang ist der Strand und durch die hohen Wellen, die hier oft zu finden sind, kommen auch viele Surfer nach Perranporth. Mit Strandhotels sieht es hier schlecht aus; das Ponsmere Hotel hat seit dem letzten Jahr geschlossen.

Platz 9.
Hengistbury Head bei Christchurch in Dorset. Auch dieser Strand ist sehr empfehlenswert: 778 mal „Excellent“ und 275mal „Very Good“ von 1085 Bewertungen. Er liegt mitten in einem Local Nature Reserve und das Umweltbewusstsein ist hier stark ausgeprägt. Hotels gibt es am Strand nicht, ich kann aber das nicht weit entfernte Captain’s Club and Spa**** direkt am River Stour empfehlen.

Platz 10.
Luskentyre auf der Isle of Harris in Schottland.

Platz 2: Der Strand von Weymouth.   © Copyright Chris Talbot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Platz 2: Der Strand von Weymouth.
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Platz 5: Portmeor Beach bei St Ives.   © Copyright Dave Beynon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Platz 5: Porthmeor Beach bei St Ives.
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Published in: on 25. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Die Yew Tree Avenue auf dem Gelände der Clipsham Hall in der Grafschaft Rutland

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Am 10. Januar 2014 starb Sir David Davenport-Handley im Alter von 94 Jahren. Er war der Besitzer der Clipsham Quarries in der Grafschaft Rutland, deren Steine schon beim Bau des Windsor Castles, des York Minsters und bei den Reparaturarbeiten an den Londoner Parlamentsgebäuden nach dem Zweiten Weltkrieg Verwendung fanden.

Sir David wohnte auf Clipsham Hall, ein Anwesen, das nach seinem Tod im vorigen Jahr zum Verkauf angeboten wurde. Eine Besonderheit dieser Ländereien ist die Yew Tree Avenue, eine 500 Meter lange Galerie von Bäumen, die bis zu zweihundert Jahre alt sind. Früher diente dieser Weg als Kutschenzufahrt zum Hauptgebäude. Im Jahr 1870 hatte Amos Alexander, der für die Außenanlagen von Clipsham Hall verantwortlich war, die Idee, die Eiben, die die Zufahrt säumten, in Form zu schneiden. Der damalige Eigentümer war begeistert und steuerte eigene Vorschläge bei wie man die Bäume umgestalten könnte, z.B. durch Einbeziehung von Gegenständen von lokalem Interesse. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Amos Alexanders Sohn Charles setzte die Tradition des Beschneidens der Yew Tree Avenue fort. Während des Zweiten Weltkrieges hatte niemand mehr Zeit, sich darum zu kümmern; erst in den 1950er Jahren befasste man sich wieder mit dem mittlerweile verwilderten Weg und begann, ihn wieder zu neuem Leben zu erwecken.

Auch heute noch stehen die rund 150 Eiben und werden von Fachleuten in alle möglichen Formen geschnitten: Da findet man Windmühlen, Tiere, ein Baum erinnert an die Krönung von Königin Elisabeth II, ein anderer an die erste Mondlandung; auch Sir David Davenport-Handley und der Urheber der Yew Tree Avenue, Amos Alexander, werden mit je einem Baum geehrt. Alljährlich im September rückt ein Team von Baumbeschneidern mit Heckenscheren an, um die alten Formen zu erneuern bzw. neue zu gestalten.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck von der Yew Tree Avenue auf dem Clipsham Hall Estate. Die Zufahrt erfolgt von Clipsham aus über die Castle Bytham Road und ist durch braune Hinweiszeichen ausgeschildert. Clipsham selbst erreicht man über die A1 in Höhe der Ortschaft Stretton.

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Published in: on 1. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Derwent Island – Eine romantische Insel im Lake District, die früher einmal von King Pocky beherrscht wurde

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In der Hauptsaison gibt es wohl kaum eine Region in England, die überlaufener ist als der Lake District im Nordwesten des Landes. Menschenmassen überfallen die malerischen Dörfer, auf den Seen tummeln sich unzählige Boote jeglicher Bauart.

Auf dem Derwent Water, gegenüber von Keswick, gibt es ein winziges Refugium, auf dem Ruhe herrscht: Derwent Island, das im Besitz des National Trusts ist und nur an fünf Tagen im Jahr besucht werden kann und das auch nur mittels eines  Kanus. Der NT hat die Insel samt Wohnhaus vermietet.

Im Mittelalter gehörte die Insel der Fountains Abbey in Yorkshire, der nächste Besitzer war der König und ab 1569 siedelten sich dort deutsche Bergleute an. 1778 kaufte ein englischer Exzentriker namens Joseph Pocklington Derwent Island für 300 Pfund und errichtete darauf ein Wohnhaus. Der reiche Bankierssohn aus Nottinghamshire residierte 17 Jahre lang auf dem kleinen Eiland. Die Nachbarn auf dem Festland gaben ihm den Spitznamen King Pocky und wie ein kleiner König gebärdete sich Mr. Pocklington auch. Er ließ auf seiner Insel eine kleine Kirche bauen, ein Bootshaus im Stil einer Kapelle und ein Miniatur-Fort, das er mit Kanonen bestückte und das er Fort Joseph nannte. Von diesem Fort aus beschoss er dann bei den jährlich auf dem Derwent Water von ihm veranstalteten Regatten die Teilnehmer, die so taten, als würden sie eine Invasion der Insel starten. Ja, unter King Pockys Regentschaft auf Derwent Island war hier immer was los.

Aber nicht jeder aus der Region Keswick fand das lustig; vor allem der Dichter William Wordsworth regte sich fürchterlich über die Bebauung der Insel auf und nannte das Haus einen Schandfleck.

1951 ging die Insel in den Besitz des National Trusts über. Es ist nicht ganz einfach, sich Derwent Island und Derwent House anzusehen, denn an den fünf Besichtigungstagen pro Jahr, werden nur jeweils 18 Personen per Kanu von Keswick aus herübergebracht, die dann zwei Stunden Zeit haben, sich alles anzusehen. £12 kostet der Besuch.

Hier ist ein Film des National Trusts über den Derwent Island Open Day. Auch heute werden wieder Regatten auf dem See ausgetragen wie dieser Film zeigt.

Das Bootshaus auf Derwent Island.    © Copyright Graham Robson and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Bootshaus auf Derwent Island.
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Published in: on 27. Oktober 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Die Romney Marsh – Einige Anmerkungen

Ein wolkenverhangener Tag in der Romney Marsh.   © Copyright Julian P Guffogg and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein wolkenverhangener Tag in der Romney Marsh.
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Kommt man durch den Eurotunnel in Folkestone an, hat man nicht weit zu fahren, um zur Romney Marsh zu gelangen, jener dünn besiedelten Landschaft, die sich Kent und East Sussex teilen und die sich gern „The Fifth Continent“ nennt. Der Kleriker Richard Harris Barham (1788-1845), den man eher unter seinem Pseudonym Thomas Ingoldsby als Schriftsteller kennt, hat diesen Begriff in seinem Buch „The Ingoldsby Legend“ geprägt: „The world according to the best geographers is divided into Europe, Asia, Africa, America, and Romney Marsh„.

Diese Region bietet so einiges und es ist vor allem diese eigenartige Atmosphäre, die die Romney Marsh so interessant macht.
Der 1994 verstorbene Filmregisseur Derek Jarman hatte ganz unten auf der Dungeness Peninsula seinen berühmten Garten. Drei Martello Towers sind hier zu finden, und als eine der Attraktionen gilt die Romney, Hythe and Dymchurch Railway, eine knapp 22 Kilometer lange Schmalspurbahn, die von einer Dampflokomotive angetrieben wird und seit 1927 besteht.

Am äußersten Südende der Dungeness-Halbinsel verschandeln die Gebäude der Dungeness Nuclear Power Station das Landschaftsbild. Die Blöcke A1 und A2 wurden am 31.12. 2006 abgeschaltet und befinden sich im Rückbau, die Blöcke B1 und B2 sollen 2018 ebenfalls abgeschaltet werden, aber es wird noch sehr lange dauern, bis die letzten Reste dieser hässlichen Anlage abgetragen sind.

Interessant sind die „Sound Mirrors“ bei Greatstone-on-Sea (ich berichtete in meinem Blog darüber), die Vorgänger der Radaranlagen, die man sich ansehen kann.
In der Romney Marsh Wartime Collection in Brenzett hat man seit 1972 Ausrüstungsgegenstände aus dem Zweiten Weltkrieg zusammengetragen, sowie Fundstücke von Flugzeugabstürzen; auch eine jener Dambuster-Bomben, die Barnes Wallis entwickelt hatte (s. dazu meinen Blogeintrag), ist hier ausgestellt.

Am westlichen Rand der Romney Marsh liegt Rye, für meine Begriffe eine der hübschesten Städte ganz Englands. Ich übernachtete mehrere Male im Mermaid Inn, auch einmal in einem Zimmer, das sich Dr. Syn’s Bedroom nannte (hier nachzulesen). Jener Dr. Syn war eine Romanfigur des Schriftstellers Arthur Russell Thorndike (1885-1972), die in einigen seiner Bücher auftrat, erstmals 1915 in „Doctor Syn: A Tale of the Romney Marsh„. Er war einer der vielen Schmuggler, die sich früher in dieser Region aufhielten, denn Frankreich liegt direkt gegenüber und von dort schaffte man illegal Alkohol und Tabakwaren ins Land. Dr. Christopher Syn war der Chef einer Schmugglerbande, der sich „The Scarecrow„, also die Vogelscheuche, nannte und dem es jahrelang immer wieder gelang, die Leute vom Zoll zu überlisten, die seiner Bande ständig auf der Spur waren. Russell Thorndyke schrieb zwanzig Jahre später noch weitere sechs Dr Syn-Romane. 1963 verfilmte Walt Disney den Stoff für eine dreiteilige Fernsehserie, die sich „The Scarecrow of Romney Marsh“ nannte und die auch vor Ort gedreht wurde; hier ist ein Ausschnitt zu sehen.

In Dymchurch gedenkt man alle zwei Jahre der Romanfigur, indem man den „Day of Syn“ zelebriert, im August 2016 findet der nächste statt.

Die 17. Folge der Krimiserie „Inspector Lynley“ wurde in Dungeness gedreht: „Natural Causes“ (dt. „Wer ohne Sünde ist“). Die Episode endet mit dramatischen Szenen auf dem Old Lighthouse.
Die Produzenten des Musikvideos „Freedom“ mit der US-Rapperin Nicki Minaj suchten sich die Küstenlandschaft von Dungeness als Drehort aus; darin sind auch die Sound Mirrors zu sehen.

Die A259 Folkestone-Rye zieht sich quer durch die Romney Marsh; empfehlenswert ist der Coast Drive, der sich von Littlestone bis hinunter nach Dungeness führt.

Derek Jarmans Garten.   © Copyright Marathon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Derek Jarmans Garten.
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Romney, Hythe and Dymchurch Railway   © Copyright Kenneth Yarham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Romney, Hythe and Dymchurch Railway.
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Dungeness Power Station.   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Dungeness Power Station.
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Dr Syn's Guesthouse and Restaurant in Dymchurch.   © Copyright David Anstiss and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Dr Syn’s Guesthouse and Restaurant in Dymchurch (Kent).
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Published in: on 10. Oktober 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Hugh Barker: Hedge Britannia

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

Fährt man in ländlichen Gebieten Englands auf B-Straßen oder noch kleineren Wegen, gerät man häufig auf kurvenreiche Strecken, die von hohen Hecken gesäumt und, wenn man ein linksgelenktes Auto fährt, schwer zu überblicken sind. Hecken sind allgegenwärtig, ob zur Umzäunung von Weideflächen oder zur Umgrenzung von Grundstücken. Engländer lieben sie heiß und innig und daher hat Hugh Barker sein Buch auch „Hedge Britannia: A curious history of a British obsession“ genannt. Darin erfahren wir auf über 300 Seiten allerlei Wissenswertes über Hecken, z.B. dass es jährlich unzählige Nachbarschaftskonflikte über zu hoch gewachsene Exemplare gibt, die manchmal vor Gericht landen. Barker erzählt die Geschichte von einem Mann in Lincolnshire, der sich so sehr über die Hecke seines Nachbarn ärgerte, dass er regelmäßig nachts aufstand und gegen sie pinkelte, bis sie schließlich einging. Der Nachbar filmte ihn dabei und erstattete Anzeige, woraufhin der „Midnight Piddler“ einen Tag im Gefängnis zubringen musste. Ebenfalls in Lincolnshire wurde ein Mann von seinem Nachbarn erschossen, da es zu einem Disput über eine fünf Meter hohe Hecke gekommen war.

Wer schon einmal im Chatsworth House in Derbyshire oder in Levens Hall in Cumbria war, hat sich sicher an den kunstvoll geschnittenen, „topiary“ genannten Hecken erfreut. Auch in vielen anderen Schlössern und Landhäusern lassen die Gärtner ihren Fantasien freien Lauf und zaubern mit ihren Heckenscheren manchmal erstaunliche Gebilde.

Hugh Barker lässt sich in seinem sehr interessanten Buch weiterhin über Heckenlabyrinthe aus wie wir sie beispielsweise in Hampton Court, Hever Castle und Chatsworth finden.
Wir erfahren bei der Lektüre des Buches einiges über das „hedge-laying„, also den Anbau von Hecken, und dass man die höchste Hecke des Landes im National Pinetum in Bedgebury in Kent findet, die über 40 Meter misst.

Wer sich für das Thema interessiert, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen, dessen Schwarz-Weiß-Fotos leider von schlechter Qualität sind.

Hugh Barker: Hedge Britannia: A curious history of a British obsession. Bloomsbury 2012. 327 Seiten. ISBN 978-1-4088-0186-4

Eine unübersichtliche von Hecken gesäumte Straße in Shropshire.   © Copyright David Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die Topiary Gardens von Levens Hall in Cumbria.   © Copyright Richard Sutcliffe and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Das Heckenlabyrinth von Chatsworth in Derbyshire.   © Copyright Linden Milner and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Heckenlabyrinth von Chatsworth in Derbyshire.
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Hedg-laying in Norfolk.   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hedge-laying in Norfolk.
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Published in: on 6. September 2015 at 02:00  Comments (3)  
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Fantasievolle englische Pflanzennamen

A-kiss-behind-the-garde-gate oder  Author: Tigerente. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

John-go-to-bed-at-noon oder Goat’s Beard
Author: Tigerente.
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Kürzlich stieß ich auf Namen von Pflanzen, die mir so gut gefallen haben, dass ich sie in meinem Blog wiedergeben möchte. Einige sind nicht mehr gebräuchlich, einige werden regional verwendet. Egal, wer sie sich ausgedacht hat, der hatte Humor oder war fantasiebegabt. Hier sind ein paar Beispiele:

– Der Wald-Geißbart heißt im Englischen Goat’s Beard; eine andere Bezeichnung für die zu den Rosengewächsen zählende Pflanzen lautet: John-go-to-bed-at noon.

Pansy ist der englische Name für das Stiefmütterchen; noch schöner ist „A-kiss-behind-the-garden-gate„.

– Für das englische Pendant des Wilden Stiefmütterchens gibt es gleich mehrere schöne Versionen: „Jack-at-the-garden-gate„, „Jack-jump-up-and-kiss-me“ oder „Come-and-cuddle-me„.

– Der giftige Eisenhut entspricht dem „Monk’s Hood„; sehr fantasievoll ist auch die Alternativbezeichnung „Nathan-driving-his-chariot„.

– Besonders gelungen finde ich den alternativen Namen für die Schaumkresse, englisch „Rock Cress„, nämlich „Haste-to-the-wedding„.

– Für die Mäusegerste, englisch „Wall Barley„, hat sich irgendwann einmal jemand den Namen „Jack-go-up-your-arm“ ausgedacht.

– Der zu den Hahnenfußgewächsen zählende Winterling, den man im Vereinigten Königreich „Winter Aconite“ nennt, hat auch den Namen „New Year’s Gift„.

A-kiss-behind-the-garden-gate oder Pansy. Author: Fir0002. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

A-kiss-behind-the-garden-gate oder Pansy.
Author: Fir0002.
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New Year's Gift oder  Fotograf: gaucho. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

New Year’s Gift oder Winter Aconite.
Fotograf: gaucho.
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Published in: on 30. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Pink Book – Der Knigge für Kornkreisbesucher

Ein Kornkreis bei Chisbury in Wiltshire mit einem Verhaltenshinweis des Farmers.    © Copyright Rob Purvis and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Kornkreis bei Chisbury in Wiltshire mit einem Verhaltenshinweis des Farmers.
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Wie entstehen Kornkreise? Über diese Frage wird nach wie vor in England und auch anderswo heiß diskutiert. Sind es Aliens, wie viele behaupten, die diese kunstvollen Gebilde des Nachts erstellen? Sind es Menschen, die sich einen Jux machen und sich die Nächte um die Ohren schlagen, um „crop circles“ zu fabrizieren? Auf jeden Fall sind sie Jahr für Jahr wieder in den Getreidefeldern vorwiegend im Südwesten des Landes zu sehen und ganze Heerscharen von Kornkreis-Touristen fahren z.B. nach Wiltshire, um sich die Getreidegemälde anzusehen.

Mit den Touristen kommt auch Geld in die Region und schätzungsweise sechs Millionen Pfund pro Jahr werden hier ausgegeben. Fluch oder Segen? Wie sehen es die Farmer, auf deren Gebiet sich der ganze Spuk abspielt? Die sehen das mit gemischten Gefühlen, denn nicht so sehr die in den Kornkreisen niedergebogenen Halme stören sie (die Halme wachsen auch in der horizontalen Position weiter und reifen), sondern die Besucher, die alles niedertrampeln.

the-pink-bookSo hat der Spezialist für „crop circles“, Michael Glickman, zusammen mit Karen Alexander, einen Knigge erstellt, der Verhaltensmaßnahmen auf dem Privatgelände der Farmer gibt. „Crop Circle Etiquette: Guidelines For Visiting Formations„, oder auch The Pink Book wegen seines rosafarbenen Umschlags genannt, heißt die 24-seitige Broschüre, die kostenlos abgegeben wird (man hofft auf eine kleine Spende, um die Herstellungskosten abzudecken).

Was sollte man also beachten, wenn man sich Kornkreise ansehen möchte?

– Den Farmer unbedingt vorher um Erlaubnis fragen; man bewegt sich immerhein auf privatem Gelände
– Stets in den Traktorenspuren gehen und nicht queerbeet durchs Gelände stapfen
– Sein Auto so abstellen, dass es keine Zufahrtswege für landwirtschaftliche Fahrzeuge blockiert
– Auf gar keinen Fall in den Getreidefeldern rauchen
– Keine Hunde mitbringen, die in den Feldern Schaden anrichten können
– Keinen Abfall zurücklassen und die Kornfelder nicht als Toilette benutzen

Eigentlich sind das alles Selbstverständlichkeiten, aber Michael Glickman und Karen Alexander haben diesen Knigge erstellt, weil sie aus eigener Erfahrung auf Kornkreisbesucher gestoßen sind, die sich nicht so benommen haben wie es die Farmer wünschen.

Michael Glickman ist hier im Film zu sehen.

Siehe auch meinen Blogeintrag über eines der Hauptquartiere der Croppies: The Barge Inn in Honeystreet (Wiltshire).

Kornkreis-Tourismus bei Vernham Dean in Hampshire.    © Copyright Rob Purvis and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Kornkreis-Tourismus bei Vernham Dean in Hampshire.
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Published in: on 15. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Brunnenkressefelder von Ewelme in Oxfordshire

Der Ewelme Brook.    © Copyright Andrew Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Ewelme Brook.
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Zu einem richtigen Afternoon Tea gehören auf jeden Fall Gurkensandwiches und darauf gehört selbstverständlich Brunnenkresse. Der Anbau, besser gesagt die Ernte, ist nicht ganz unproblematisch. Pflanzenviren und Pilzkrankheiten befallen häufig die im Wasser lebende Kresse, so dass bei der Ernte viel Wert auf die Reinigung gelegt werden muss.

Ewelme in Oxfordshire war ein wichtiger Anbauort seit den 1890er Jahren; hier wurde in großem Stil Brunnenkresse angebaut und bis nach London transportiert, wo sie auf den Märkten von Covent Garden verkauft wurde. Auch andere Großstädte wie Manchester und Birmingham waren Abnehmer der Brunnenkresse aus Ewelme. Angebaut wurde die Pflanze im Ewelme Brook, der sich an der High Street entlang zieht.
1988 war Schluss mit dem kommerziellen Anbau, da neue Gesundheitsbestimmungen in Kraft traten. Schmutzeinleitungen der angrenzenden Straßen erhöhten das Risiko, dass die Brunnenkresse kontaminiert wurde.

Was tun? Die schönen Kressefelder vernichten? Da sprang zum Glück die Chiltern Society ein, eine Organisation mit dem Ziel “ to maintain the uniqueness of the Chilterns in the face of growing pressures on this part of the country“. Mit ihrer Unterstützung erhielt man die Felder, konnte die Kresse zwar nicht mehr verkaufen, machte daraus aber das Ewelme Watercress Beds & Local Nature Reserve mit einem Besucherzentrum, das über das Pflanzen- und Tierleben und die Geschichte des Brunnenkresseanbaus informiert. Freiwillige und die Mitglieder der Friends of Ewelme Watercress Beds kümmern sich um die Pflege der Pflanzen. Ein Teil der Felder im Ewelme Brook ist frei zugänglich; wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, kann an einer der geführten Touren teilnehmen, die an jedem ersten Sonntag im Monat um 10.30 Uhr oder um 14 Uhr stattfinden.

Der Ewelme Brook entspringt im Ort an einer Stelle, die King’s Pool genannt wird, nach Heinrich VIII, der darin jedes Mal, wenn er im Ewelme Manor weilte, badete, weil er auf die Heilkraft des Wassers vertraute.

Vielleicht ist dem einen oder anderen der Name Ewelme geläufig: Hier wurden Szenen für mehrere Inspector Barnaby-Folgen gedreht; ich berichtete in meinem Blog darüber.
Im März 2012 war Hollywood zu Gast in dem sehenswerten Dorf, als für den Film „Les Misérables“ (mit Hugh Jackman) Szenen  an der Kirche St Mary the Virgin und in den anliegenden Almshouses aufgenommen wurden. Die Kirchengemeinde durfte sich über £10 000 gefreut haben, die sie von der Produktiongesellschaft erhielt.

Auf dem Kirchhof liegt übrigens der „Drei Mann in einem Boot“-Autor Jerome K. Jerome begraben.

Hier ist ein Film über die Brunnenkressefelder.

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Der King's Pool.    © Copyright Bill Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der King’s Pool.
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Published in: on 2. Mai 2015 at 02:00  Comments (3)  
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The Royal Military Canal – Eine Verteidigungsanlage gegen die Truppen Napoleons

Hätte dieses Gewässer Napoleons Truppen Einhalt geboten?    © Copyright Rob Farrow and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hätte dieses Gewässer Napoleons Truppen Einhalt geboten?
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Für die Briten war es immer schon eine Horrorvorstellung, dass ihr Land einmal von einer Invasion fremder Truppen heimgesucht werden könnte. Besonders groß war diese Furcht Anfang des 19. Jahrhunderts, als man sah wie die Truppen Napoleons große Teile Europas eingenommen hatten und begehrliche Blicke auf die Insel warfen. Also was tun, um einer Invasion vorzubeugen? Man baute mehrere Verteidigungslinien auf. Da ein potentieller Angriff wohl an der Südküste bei Kent stattfinden würde, patrollierte die Marine vor diesem Küstenabschnitt. Als zweite Verteidungslinie errichtete man die sogenannten Martello Towers, kleine runde Befestigungsanlagen, die mit 15 bis 25 Soldaten bestückt waren. Um nun ganz auf Nummer Sicher zu gehen, kam jemand auf die Idee, hinter diesen Türmen noch eine weitere Linie einzuziehen, nämlich einen zehn Meter breiten Kanal, der es feindlichen Soldaten unmöglich machen sollte, ins Inland vorzustoßen. Eine Schnapsidee, meinten damals schon viele. Eine Armee, die schon mit ganz anderen Hindernissen in Europa fertig geworden ist, sollte sich von diesem schmalen Gewässer stoppen lassen? Trotzdem, der Royal Military Canal wurde von 1804 bis 1809 mit einem großen personellen und finanziellen Aufwand gebaut. Er beginnt in dem kleinen Küstenort Seabrook in Kent (zwischen Folkestone and Hythe gelegen) an der Seabrook Road/Princes Parade und führt über 45 Kilometer bis nach Pett Level an der Küste von East Sussex, wo der Kanal klein und mickrig an der Pett Level Road endet.

Der Royal Military Canal musste also weder gegen Napoleons Streitmacht noch gegen die Hitlerschen Truppen im Zweiten Weltkrieg seine abschreckende Wirkung beweisen und so dämmerte das Gewässer lange vor sich hin, bis es schließlich friedlicheren Zwecken zugeführt wurde und als Naherholungsgebiet dient. Heute kann man am Kanal spazierengehen, Vögel beobachten, sich an der Flora erfreuen oder sich körperlich betätigen, indem man auf Ruderbooten oder anderen per Muskelkraft betätigten Wasserfahrzeugen das Gewässer befährt. Laute, stinkende, mit Benzin oder Diesel betriebene Boote sind nicht erlaubt; Elektroboote dagegen schon. „Electric Boat Trips“ werden im Sommerhalbjahr auf dem Kanal angeboten (£8 pro Stunde), Ruderboote stehen ebenfalls zur Miete bereit (£10 pro Stunde).

Der heutige friedliche Verwendungszweck des Kanals als Freizeiteinrichtung passt sehr gut zu der ebenso friedlichen Landschaft, und ich bin froh, dass der Royal Military Canal seine ursprünglich geplante Funktion nie ausüben musste.

In diesem Film ist eine Fahrt mit dem Elektroboot auf dem Kanal festgehalten.

Schwäne und ein Elektroboot teilen sich friedlich den Kanal.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Schwäne und ein Elektroboot teilen sich friedlich den Kanal.
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Eine Mietstation für Ruderboote am Kanal.    © Copyright Rob Farrow and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine Mietstation für Ruderboote am Kanal.
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The Poem Tree auf den Wittenham Clumps bei Dorchester-on-Thames (Oxfordshire)

Der Poem Tree, als er noch stand.    © Copyright Steve Daniels and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Poem Tree, als er noch stand.
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Nach dem gestrigen Besuch beim English Music Festival in Dorchester-on-Thames in Oxfordshire, bleiben wir heute noch einmal in der Gegend. Die Wittenham Clumps sind zwei Hügel im Tal der Themse, die aus dem Castle Hill und dem Round Hill bestehen, und in etwa zwischen Dorchester und Didcot bei Little Wittenham liegen.

Auf dem Castle Hill stand bis zum Juli 2012 ein berühmter Baum, der es in die Top 50-Liste der Great British Trees geschafft hatte, der Poem Tree. Er wurde so genannt, da in ihn ein Gedicht eingeritzt war, das ein gewisser Joseph Tubb in den 1840er Jahren geschrieben hatte. Man muss den Namen Joseph Tubb nicht kennen, denn er war kein professioneller Dichter, sondern ein Mälzer aus Warborough in Oxfordshire, ein Ort, über den ich in meinem Blog schon einmal geschrieben habe. Er wohnte dort im Lavender Cottage am großen Village Green, auf dem heute Cricketspiele ausgetragen werden.

Das Gedicht in der Rinde des Poem Trees, einer über 300 Jahre alten Buche, war im Laufe der Jahrzehnte ziemlich unleserlich geworden; der Baum starb in den 1990er Jahren ab und kippte dann 2012 um. Das 20-zeilige Gedicht beschreibt den Blick vom Castle Hill auf die darunter liegende geschichtsträchtige Landschaft:

As up the hill with labr’ing steps we tread
Where the twin Clumps their sheltering branches spread
The summit gain’d at ease reclining lay
And all around the wide spread scene survey
Point out each object and instructive tell
The various changes that the land befell
Where the low bank the country wide surrounds
That ancient earthwork form’d old Mercia’s bounds
In misty distance see the barrow heave
There lies forgotten lonely Cwichelm’s grave.

Around this hill the ruthless Danes intrenched
And these fair plains with gory slaughter drench’d
While at our feet where stands that stately tower
In days gone by up rose the Roman power
And yonder, there where Thames smooth waters glide
In later days appeared monastic pride.
Within that field where lies the grazing herd
Huge walls were found, some coffins disinter’d
Such is the course of time, the wreck which fate
And awful doom award the earthly great.

Joseph Tubb benötigte zwei Wochen bis er das Gedicht in die Buchenrinde geschnitzt hatte. Ein Stein mit einer Plakette, auf der das vollständige Gedicht zu lesen ist, steht neben den traurigen Resten des Baumes, die in diesem Film zu sehen sind.

Die Überreste des Poem Trees.    © Copyright Des Blenkinsopp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Überreste des Poem Trees.
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Auf dieser Plakette kann man das Gedicht noch einmal nachlesen.    © Copyright Steve Daniels and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auf dieser Plakette kann man das Gedicht noch einmal nachlesen.
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Das Village Green in Warborough (Oxfordshire). Hier wohnte Eigenes Foto.

Das Village Green in Warborough (Oxfordshire). Hier wohnte Joseph Tubb.
Eigenes Foto.

Published in: on 28. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Samphire Hoe Country Park (Kent) und der Eurotunnel

Foto meines Prospektes.

Foto meines Prospektes.

Die meisten Kontinentaleuropäer, die via Fähre oder Eurotunnel in Dover oder Folkestone ankommen, machen sich gleich auf den Weg zu ihrem Ziel, meist über die Autobahn M20 in Richtung London. Nur die wenigsten legen einen Halt beim Samphire Hoe Country Park ein, der an der A20 zwischen Dover und Folkestone liegt. Seit 1997 gibt es diesen unterhalb der Klippen angelegten Park, dessen Gelände früher Lower Shakespeare Cliff Site hieß. Er enstand als die riesigen Massen an Kalkgestein, die bei den Bohrarbeiten für den Eurotunnel entstanden, irgendwo abgelagert werden mussten und so entschied man sich für diesen Ort, der nicht weit weg vom Tunneleingang ist. Samphire Hoe ist durch eine etwa 1,5 Kilometer lange Wallanlage vor dem Meer geschützt auf der man spazierengehen oder radfahren kann.

1994 schrieben die Betreiber des Eurotunnels und die Zeitung Dover Express einen Wettbewerb aus, bei dem nach einem Namen für das neu entstandene Areal gesucht wurde. Mrs. Gillian Janaway ging als Siegerin aus dem Wettbewerb hervor, denn ihr vorgeschlagener Name „Samphire Hoe“ gefiel den Juroren am besten. Samphire ist der englische Name für die essbare Pflanze „Meerfenchel„, die man hier entlang der Küste findet. Ich habe das schon einmal in einem englischen Restaurant als Beilage gegessen, habe aber keine rechte Erinnerung mehr an den Geschmack. „Hoe“ bedeutet soviel wie „ins Meer ragendes Land“.

Auf das abgelagerte Gestein hat man damals Grassamen und Samen von Wildblumen gestreut, die auch gut angegangen sind; dazu kamen dann noch Pflanzen, die sich auf natürliche Weise ihren Weg hierher gesucht haben. Jetzt ist der Country Park so gut bewachsen, dass sogar Schafe hier grasen können. Vögel, zahlreiche Insektenarten und anderes Getier haben sich auf dem Samphire Hoe eingefunden, so dass ein richtiger Natur- und Erholungspark entstanden ist, der besonders von Anglern, Vogelbeobachtern und Naturliebhabern besucht wird.

Die Zufahrt erfolgt von der A20 durch einen Tunnel, der durch die Kreidefelsen führt. Geöffnet ist der Country Park täglich ab 7 Uhr bis zum Sonnenuntergang. Der Eintritt ist frei, lediglich der Parkplatz wird mit £1 berechnet.

Hier ist ein Film über den Country Park.

Samphire Hoe unterhalb der Klippen von Dover. Author: Alfred Gay. This work is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License.

Samphire Hoe unterhalb der Klippen von Dover.
Author: Alfred Gay.
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Die Tunnelzufahrt.    © Copyright Oast House Archive and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Tunnelzufahrt zum Country Park.
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Samphire Hoe mit den Entlüftungsanlagen für den Eurotunnel vorn.    © Copyright David Anstiss and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Samphire Hoe mit den Entlüftungsanlagen für den Eurotunnel vorn.
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Samphire = Meersfenchel. This work has been released into the public domain.

Samphire = Meeresfenchel.
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Published in: on 30. Januar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der River Windrush – Ein idyllischer Nebenfluss der Themse, der sich durch die Cotswolds schlängelt

Der idyllische Windrush bei Swinbrook (Oxfordshire).    © Copyright ROGELIO MONFERRAN and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der idyllische Windrush bei Swinbrook (Oxfordshire).
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Auf ihrem 346 Kilometer langen Weg von Gloucestershire in die Nordsee wird die Themse von vielen Nebenflüssen gespeist, von denen einige sehr kurz und deren Namen kaum bekannt sind; ich denke da z.B. an The Ember und The Rythe in Surrey. Einer dieser Nebenflüsse hat den schönen Namen Windrush, er ist 65 Kilometer lang und mäandriert durch einen großen Teil der Cotswolds. Ja, dieser Fluss ist nicht in der Lage, mal einige Kilometer geradeaus zu fliessen, er windet und schlängelt sich durch die Landschaft, und ich finde, er ist ein besonders schönes Exemplar der Themsezuflüsse mit einigen sehr idyllischen Passagen. Der River Windrush entspringt wie seine große Schwester in Gloucestershire. Nördlich des Dorfes Guiting Power liegt seine Quelle und von dort macht er sich auf den Weg durch eine der landschaftlich schönsten Gegenden Englands. Am bekanntesten dürfte der Windrush in dem Touristenort Bourton-on-the Water sein, der in den Ferienmonaten ziemlich überlaufen ist. Hier hat man den Fluss allerdings in ein Korsett gepresst, sozusagen eingemauert; auf mehreren steinernen Fußgängerbrücken kann man ihn überqueren. Doch sobald der Windrush  Bourton durchflossen hat, scheint er einmal tief aufzuatmen und dann nimmt er fröhlich seine mäandrierende Fortbewegungsweise wieder auf. Er bewegt sich jetzt durch Oxfordshire und stattet den Orten Burford und Witney einen Besuch ab, dann geht es auf die Zielgerade und südlich von Standlake direkt an der Newbridge, einer alten Steinbrücke aus dem 14. Jahrhundert, wird er mit offenen Armen von der Themse aufgenommen.

Angler lieben den Windrush, denn hier können sie Forellen, Barsche und Rotaugen fangen (hier ein kleiner Film). In Bourton-on-the Water wird der Fluss einmal im Jahr missbraucht, wenn in ihm ein Wasserfußballspiel ausgetragen wird, bei dem es, auch für die am Rand stehenden Zuschauer, ziemlich feucht zugeht wie dieser Film zeigt.

Was gibt es schöneres, als in einem Fluss-Pub ein Pint zu sich zu nehmen? Am Windrush haben sich einige sehr hübsche Gasthöfe niedergelassen; da ist z.B. The Fox Inn in Great Barrington (Oxfordshire), ein paar Kilometer westlich von Burford gelegen, ein altes Haus aus Cotswoldsteinen erbaut. Oder The Swan Inn in Swinbrook, ebenfalls in Oxfordshire. Dieser Gasthof gehörte der kürzlich verstorbenen Dowager Duchess of Devonshire, einer der Mitford-Schwestern, deren Vater sich hier in Swinbrook niedergelassen hatte und wo seine Töchter aufgewachsen sind. Am Ende seiner Reise wird der River Windrush von zwei Pubs verabschiedet, die jeweils auf einer Seite der Newbridge am Zusammenfluss mit der Themse stehen. Da ist einmal The Rose Revived (was für ein schöner Name für einen Pub) auf der Nordseite der Themse und The Maybush auf der Südseite, der so weit ich weiß, zurzeit geschlossen ist.

Dass der gemächliche Windrush auch anders kann, zeigte er im Jahr 2007, als er Teile der Innenstadt von Witney überschwemmte, aber ich habe den Eindruck, dass ihm das ziemlich peinlich war; irgendwohin musste er ja schließlich mit dem vielen Wasser und da traf es eben Witney… Hier der Windrush außer Rand und Band.

Der Windrush in Bourton-on-the-Water.    © Copyright E Gammie and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Windrush in Bourton-on-the-Water.
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Die Newbridge; hier fließen die Themse und der Windrush zusammen. Author: Bencherlite. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die Newbridge; hier fließen die Themse und der Windrush zusammen.
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Published in: on 11. November 2014 at 02:00  Comments (3)  
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Die Wellingtonia Avenue bei Crowthorne – Ein Stück Sierra Nevada in Berkshire

Die Wellingtonoa Avenue in Berkshire.    © Copyright Alan Hunt and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Wellingtonia Avenue in Berkshire.
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Fährt man auf der B3348 von Crowthorne (Berkshire) über den Wellington Roundabout weiter in Richtung Finchampstead, so fühlt man sich auf dem nächsten Kilometer wie in die Sierra Nevada in Nord-Kalifornien versetzt. Die Straße heißt hier Wellingtonia Avenue, benannt nach den Riesenmammutbäumen Sequoiadendron giganteum oder auch Wellingtonia, die die B3348 auf diesem Teilstück auf beiden Seiten säumen. In Wellingtonia steckt ein Teil des Namens des britischen Feldmarschalls Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington, des Siegers der Schlacht von Waterloo. 110 dieser beeindruckenden Bäume wurden hier 1869 zu  Ehren Wellingtons gepflanzt, der 1852 gestorben war,  und zwar von John Walter III, dem damaligen Eigentümer der Londoner Zeitung The Times, der im nahegelegenen Bearwood House wohnte. Auch das Domizil des Herzogs von Wellington, Stratfield Saye, ist nicht weit von hier entfernt. Ich habe in englischen Schlossparks schon einige Exemplare von diesen Mammutbäumen gesehen, aber so viele auf einmal, das ist wohl einzigartig in England.

Man trifft in diesem Teil von Berkshire ständig auf den Namen des Herzogs; die Verlängerung der Wellingtonia Avenue nach Osten heißt Duke’s Ride, an der das berühmte Wellington College und der Wellington Business Park liegen. Vom Duke’s Ride geht die Waterloo Road ab und zwischen den beiden Straßen liegt das Waterloo Hotel.
Hier in Crowthorne liegt übrigens auch das berühmt-berüchtigte Broadmoor Hospital, ein von hohen Mauern umgebenes Hochsicherheits-Krankenhaus am Chaplain’s Hill, in dem besonders gefährliche, psychisch gestörte Verbrecher untergebracht sind.

Die Stämme einiger der Mammutbäume an der Wellingtonia Avenue.    © Copyright Alan Hunt and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Stämme einiger der Mammutbäume an der Wellingtonia Avenue.
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Augustus Montague Toplady, ein berühmtes Kirchenlied und ein Felsen in Somerset

Die Felsformation in Burrington Combe unter der Augustus Toplady Schutz suchte?. This work has been released into the public domain by its author.

Die Felsformation Rock of Ages in Burrington Combe wo Augustus Toplady Schutz suchte.
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Augustus Montague Toplady (was für ein Name, den sich auch P.G. Wodehouse nicht besser hätte ausdenken können), der von 1740 bis 1778 lebte, war ein Geistlicher der anglikanischen Kirche, der noch heute für seine Kirchenlieder bekannt ist, allen voran „Rock of Ages„.
Toplady war einst Vikar an der St Andrew’s Church in der Gemeinde Blagdon am Rand der Mendip Hills in Somerset. Als er einmal im Jahr 1763 durch die Fels- und Höhlenlandschaft Burrington Combe zog, wurde er von einem Unwetter überrascht, so dass er schnell einen Unterschlupf finden musste, um nicht bis auf die Knochen durchnässt zu werden. Toplady fand dann auch einen passenden Felsblock, unter den er sich stellen konnte. Während er auf das Abflauen des Sturms wartete, formierten sich in seinem Kopf einige situationsbedingte Worte wie „Stürme des Lebens“ und „Fels des Glaubens“. Daraus könnte man doch ein sehr schönes Kirchenlied machen, meinte er und da er keinen Notizzettel bei sich hatte, schrieb er kurzerhand die Worte, die ihm eingefallen waren, auf die Rückseite einer Spielkarte, die er zufällig in seinem Unterstand gefunden hatte: „Rock of Ages, cleft for me, let me hide myself in thee„. Und so begann die Entstehungsgeschichte eines der beliebtesten englischen Kirchenlieder, das auch in die deutsche Sprache übersetzt wurde („Fels der Ewigkeit, in dich möcht ich allzeit bergen mich“).

Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, der Ehemann Königin Victorias, liebte das Lied sehr, so dass man es an seinem Totenbett spielte.
Hier ist „Rock of Ages“ in einer Chorversion und hier in einer Version mit Amy Grant und Vince Gill zu hören.

Blagdon am Rand der Mendip Hills in Somerset mit der Kirche St Andrew's.    © Copyright Rick Crowley and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blagdon am Rand der Mendip Hills in Somerset mit der Kirche St Andrew’s.
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The Seven Wonders of the Peak – Sieben „Weltwunder“ im Kleinen im Peak District

Schon der Philosoph Thomas Hobbes beschrieb sie 1636 in seinem Gedicht „De Mirabilibus Pecci“, die sieben Wunder des Peak Districts. Drei Jahre später veröffentlichte Charles Cotton sein Gedicht „Wonders of the Peak“. Sehen wir uns doch diese sieben Wunder einmal genauer an.

Wunder Nummer Eins: Chatsworth House

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Muss man über dieses grandiose Stately Home noch Worte verlieren? Für die meisten Besucher dieser Region Englands steht Chatsworth auf der „to-do-Liste“, gehört doch der Familiensitz der Dukes of Devonshire zu den sehenswertesten Häusern im ganzen Land. Hobbes und Cotton sahen zu ihrer Zeit allerdings noch nicht das Haus, das wir heute besichtigen können, denn das wurde erst von 1686 bis 1707 erbaut. Mein Lieblingsort im Chatsworth House ist die Bibliothek über die ich in meinem Blog schon einmal berichtete. Dieser Film zeigt einen Flug über das große Anwesen.

Wunder Nummer Zwei: Peak Cavern

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Peak Cavern
in Castleton ist eine der Schauhöhlen des Peak Districts mit vielen ungewöhnlichen Felsformationen. Man  nennt die Höhle auch Devil’s Arse auf Grund der ungewöhnlichen Geräusche, die hier zu hören sind. Die BBC drehte Szenen für „Chronicles of Narnia“ in den unterirdischen Gängen. Sehr beliebt sind die Höhlen bei Cavern, die sich auch in die Winkel vorwagen, die für Normalbesucher tabu sind. Hier ist ein Film über eine Caver-Expedition.

Wunder Nummer Drei: Mam Tor

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Mam Tor ist ein 517 Meter hoher Hügel bei Castleton, der durch seine Erdrutsche bekannt geworden ist. Ein Teilstück der A625 musste aufgegeben werden, da die Straße ständig durch herabrutschende Erdmassen zerstört wurde. Wegen der Instabilität des Hügels wird er auch Shivering Mountain genannt. Dieser Film zeigt eine Wanderung entlang Mam Tor.

Wunder Nummer Vier: Eldon Hole

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Eldon Hole ist eine Erdspalte am Eldon Hill, die man früher einmal als Eingang zur Hölle bezeichnete. Auch heute noch gilt die Öffnung als gefährlich. Rund 60 Meter geht es hier in die Tiefe, in die schon einige Menschen und Tiere gestürzt sind. Höhlenforscher lassen sich an Seilen gern in das Eldon Hole hinab wie dieser Film zeigt.

Wunder Nummer Fünf: St Anne’s Well

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Diesem Brunnen in der Stadt Buxton werden Heilkräfte nachgesagt; Maria Stuart soll sechsmal hierher gekommen sein, um von dem heilendem Wasser zu profitieren. Das aus einem Löwenkopf heraussprudelnde Wasser kann jedermann probieren und es auf seine Heilkräfte testen. Man findet den Brunnen im Stadtzentrum von Buxton gegenüber von The Crescent. Hier ein kurzer Film.

Wunder Nummer Sechs: Poole’s Cavern

The Flitch of Bacon. This work has been released into the public domain.

The Flitch of Bacon.
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Noch einmal eine Höhle, die sich durch eigenartig geformte Stalaktiten auszeichnet, die Namen tragen wie Mary Queen of Scots’ Pillar, The Woolsack und The Flitch of Bacon. Poole’s Cavern ist ganzjährig zu besichtigen. Dieser Film gibt einen ersten Eindruck.

Wunder Nummer Sieben: Ebbing and Flowing Well
In einem privaten Garten in der Manchester Road in Tideswell im Peak District gibt es eine Quelle, die Ebbe und Flut-Eigenschaften an den Tag legte. Aber Gezeiten gibt es hier in Derbyshire natürlich nicht; der sinkende und steigende Wasserspiegel hängt eher mit der Regenmenge zusammen bzw. mit einem Reservoir unterhalb der Quelle, das zeitweise das Wasser nach unten saugt. Man hat dieses Phänomen schon länger nicht mehr beobachtet.

Published in: on 22. Februar 2014 at 02:00  Comments (2)  
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The Folkestone White Horse – Es begrüßt alle Reisenden, die den Kanaltunnel durchquert haben

Das weiße Pferd über den Verladeanlagen in Folkestone. Eigenes Foto.

Das weiße Pferd über den Verladeanlagen in Folkestone.
Eigenes Foto.

Immer wenn man den Kanaltunnel von Calais nach Folkestone durchquert hat, sieht man als Erstes, noch vom Zug aus, auf der rechten Seite das White Horse of Folkestone, das alle Reisenden, die aus Frankreich kommen, vom Cheriton Hill aus begrüßt. Für mich ist das immer ein vertrauter Anblick, und ich freue mich auf die vor mir liegende Zeit in England.

Im Gegensatz zu seinen Namensvettern in anderen Grafschaften handelt es sich bei dem weißen Pferd an der Kanalküste um ein noch sehr junges Fohlen, denn erst im Juni 2003 wurde es fertiggestellt. Der Künstler Charles Newington, der auch in Folkestone wohnt, ist der geistige Vater des Tieres, das er nach dem großen Vorbild des White Horse of Uffington in Wiltshire und nach Höhlenmalereien in der Dordogne kreierte. Geplant war das Weiße Pferd von Folkestone als Projekt für die Jahrtausendwende und so begannen die Vorarbeiten auch schon im Jahr 1998. Doch einige Naturschutzverbände versuchten das Projekt mit allen Mitteln zu verhindern, da der Hang des Cheriton Hills eine Site of Specific Scientific Interest ist, also ein für Flora und Fauna besonders geschütztes Gebiet. Man wandte sich sogar an die EU, die das Projekt für illegal erklärte. Trotzdem, führende Politiker setzten sich für Newingtons Pferd ein und waren der Meinung, dass der künstlerische und der symbolische Wert des Projekts gegenüber möglichen Umweltschäden höher anzusiedeln war.

So passte man also das Pferd mit Hilfe von Kalksteinplatten in den Cheriton Hill ein, was zwei Wochen in Anspruch nahm und mit Hilfe von Freiwilligen und Gurkha-Soldaten, die in Folkestone stationiert waren, durchgeführt wurde. Am 18. Juni 2004 wurde dort, wo sich etwa das Herz des Pferdes befindet, eine Zeitkapsel im Boden vergraben, die die Namen der Sponsoren und Unterstützer enthielt. Und damit immer jemand über das Wohlergehen des Tieres wacht, gründete man die Gesellschaft The Friends of the Folkestone White Horse.

Ich finde das Pferd sehr gelungen und freue mich immer, es wiederzusehen!

Über andere weiße Pferde schrieb ich in meinem Blog bereits zweimal: Das Westbury White Horse in Wiltshire und das Kilburn White Horse in North Yorkshire.

The White Horse vom Euroshuttle aus gesehen. Eigenes Foto.

The White Horse vom Euroshuttle aus gesehen.
Eigenes Foto.

Published in: on 7. Januar 2014 at 02:00  Comments (1)  
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Der Hardknott Pass in Cumbria – Eine der atemberaubendsten Straßen Englands

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Auf dem Weg von Yorkshire zur Küste Cumbrias befuhren wir einmal eine Straße namens Hardknott Pass, die ich als eine der atemberaubendsten in ganz England in Erinnerung habe. Von Ambleside fuhren wir mit einem ziemlich großen Wohnmobil in Richtung Westen und wurden schon am Beginn der Passstraße gewarnt: „Road suitable for cars and light vehicles only„. Steigungen und Gefälle bis zu 30% erwarten hier die Fahrer, zusätzlich sehr enge Kurven  und einspurige Verkehrsführung. Was will man mehr?

Das Befahren der englischen Single Track Roads erweist sich schnell als recht einfach, denn man ist hier sehr rücksichtsvoll. In regelmäßigen Abständen gibt es immer wieder Ausweichstellen, so dass dort zwei Fahrzeuge aneinander vorbei passen. Man bedankt sich bei den Fahrern, die auf die Ausweichbuchten fahren, damit man passieren kann. Hin und wieder muss man an unübersichtlichen Stellen auch mal ein Stück zurückfahren, aber alles klappt in der Regel wunderbar.

Der Hardknott Pass erreicht an der höchsten Stelle knapp 400 Meter, das klingt erst einmal nach nicht viel, aber wenn man vor Ort ist, sieht das ganz anders aus. Diese Region in Cumbria ist ziemlich menschenleer; man sieht selten einmal Häuser, dafür umso mehr Schafe, die hier ein friedliches Leben führen und sich meist von den Autos beim Fressen nicht stören lassen. Oft fuhren wir nur knapp ein Meter an den Tieren vorbei, ohne dass sie Notiz von uns nahmen.

Auf der ganzen Strecke gibt es nur einen Pub und zwar am westlichen Ende des Hardknott Passes, den Woolpack Inn, in dessen Shop man regionale Spezialitäten kaufen kann. Fahrer und Passagiere können sich in dem Gasthof erst einmal von den unzähligen durchfahrenen Kurven erholen. Der Woolpack Inn ist aber kein rustikaler Land-Pub, sondern cool und stylish gestaltet, mit einem Restaurant, das auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird, aber auch mit einer Karte, auf der Pubfood zu finden ist.

Der einzige Nachteil beim Befahren des Hardknott Passes ist, dass der Fahrer von der dramatischen Landschaft nicht viel mitbekommt, da er sehr konzentriert fahren muss. Daher ist es am besten, immer mal wieder anzuhalten und die Landschaft zu genießen.

In diesem Film kann man den Hardknott Pass hautnah miterleben.

Hier muss man sein Auto schon gut im Griff haben.    © Copyright Glyn Drury and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier muss man sein Auto schon gut im Griff haben.
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Geschafft! Am Ende vom Hard Knott Pass steht der Woolpack Inn.    © Copyright Stephen McKay and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 9. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Great Globe auf der Isle of Purbeck (Dorset) – Einer der größten Steingloben der Welt

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Er ist ca 40 Tonnen schwer, hat einen Durchmesser von drei Metern und steht auf einer Plattform 40 Meter über dem Meer: Die Rede ist vom Great Globe, der im Durlston Country Park im Osten der Isle of Purbeck, südlich von Swanage, in Dorset zu finden ist. In den Globus aus Portland Stein, der in der Region abgebaut wird, sind die Umrisse der Kontinente und Ozeane eingeritzt; der Great Globe zählt zu den größten seiner Art weltweit.

1888 wurde der steinerne Globus hier an der Jurassic Coast von Dorset platziert, nachdem er von Steinmetzen in Greenwich hergestellt worden war. Der Bauunternehmer John Mowlem und sein Geschäftspartner George Burt, die beide aus Swanage stammten, wollten ihrer Heimatstadt etwas Gutes tun und ließen in ihren Werkstätten diese Steinkugel anfertigen, die dann von Greenwich aus per Schiff nach Dorset transportiert wurde. Ein paar Jahre später fügte man noch einige Steinplaketten dazu, die um den Globus herum aufgestellt wurden, und die Zitate aus der Literatur und der Bibel enthalten.

Der auf der Halbinsel abgebaute Purbeck-Marmor und der Portland-Stein von der Isle of Portland, die an der Südspitze von Dorset liegt, waren begehrte Baustoffe, die in vielen englische Kathedralen (Ely, Norwich, Lincoln) und anderen berühmten Gebäuden Verwendung fanden wie beim Ashmolean Museum in Oxford und dem Tower in London.

Oberhalb des Great Globe erbaute jener George Burt 1887 ein Folly, das Durlston Castle, das ebenfalls aus dem hier abgebauten Stein angefertigt wurde. Es diente seinerzeit als Restaurant und in ihm ist heute das Besucherzentrum für den Durlston Country Park untergebracht, zusammen mit einem Café, einem Laden und einer Galerie mit wechselnden Kunstaustellungen. Die im Besitz des Dorset County Council stehende Burg wurde zwei Jahre lang (2010/11) mit großem Aufwand restauriert und sieht heute wieder wie neu aus. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick auf das Meer und die Jurassic Coast.

Hier ist der Great Globe im Film zu sehen.

Details des Great Globe.    © Copyright Ian Taylor and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Details des Great Globe.
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Dulston Castle nach der Renovierung. Author: HuliganO. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Durlston Castle nach der Renovierung.
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Published in: on 7. Oktober 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Ankerwycke Yew bei Wraysbury (Berkshire) – Einer der ältesten Bäume Großbritanniens

Author: ImranC. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license.

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In der Nähe der kleinen Stadt Wraysbury in Berkshire, nicht weit von der Themse entfernt, steht einer der ältesten Bäume Großbritanniens, die Ankerwycke Yew, eine Eibe, deren Alter auf 2000 bis 2500 Jahre geschätzt wird. Dieser uralte, knorrige Baum hat einen beachtlichen Umfang von acht Metern und steht auf dem ehemaligen Gelände der St Mary’s Priory, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde und von der nur noch einige Ruinen erhalten sind.

Was mag dieser Baum alles schon erlebt und gesehen haben? Auf jeden Fall war er Zeuge bei der Unterzeichnung der Magna Carta am 15. Juni 1215, obwohl nicht mit Sicherheit feststeht, wo genau dieser historische Moment stattfand. Möglicherweise versammelte man sich damals direkt unter der Eibe, was einige Historiker für wahrscheinlich halten, oder die Magna Carta Island in der Themse war der Schauplatz.

Heinrich VIII und Anne Boleyn sollen sich damals die alte Eibe auserkoren haben, um sich hier zu treffen.

„Here too the tyrant Henry felt love’s flame,
And, sighing, breathed his Anne Bolyn’s name;
Beneath the shelter of this Yew-tree’s shade,
The royal lover wood’d the ill-star’d maid;“

heißt es in einem Gedicht von J.G. Strutt aus dem Jahr 1822.

Am 15. Juni 1992, 777 Jahre nach der Unterzeichnung der Magna Carta, fand unter der Ankerwycke Yew ein Treffen umweltbewusster Menschen statt, die eine Art „Grüne Magna Carta“ verabschiedeten, die von dem Umweltaktivisten David Bellamy entworfen wurde:

„We the free people of the islands of Great Britain on the 777th anniversary of the signing of Magna Carta do: Look back and give thanks for the benefits that the signings, sealing and swearing of oaths on that document handed down to us. Look forward to a new age of freedom through sustainability by granting the following rights to all the sons of plants and animals with which we share our islands and our planet.“

Um sich den Baum anzusehen, der auf National Trust-Boden steht, parkt man am besten am Ende der Magna Carta Lane, die von der Staines Road (B376) abzweigt,  und geht von dort auf einem Pfad durch die Wiesen und Felder bis zur Ankerwycke Yew.

Hier ist ein Film über den Baum zu sehen.

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Published in: on 7. August 2013 at 02:00  Comments (1)  
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The Heights of Abraham in Matlock Bath (Derbyshire)

   © Copyright James Hearton

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Matlock und Matlock Bath im Peak District in Derbyshire liegen wirklich in einer schönen Gegend. Mir gelang es leider nicht an einem Samstagnachmittag, hier ein Hotelzimmer zu bekommen, da in der Region alles ausgebucht war. Matlock Bath verfügt über eine Touristenattraktion, die einiges zu bieten hat: Die Heights of Abraham, hoch über dem Ort gelegen, mit einem tollen Blick über den Peak District und das Derwent Valley. Wenn man nicht hinauflaufen möchte, dann kann man mit einer Kabinenbahn die 169 Meter auf den Masson Hill hinauffahren.

Außer der wunderschönen Aussicht gibt es hier oben mehrere Dinge zu sehen. Zwei Höhlen stehen zur Besichtigung zur Verfügung, die Masson und die Rutland Höhle (nur mit Führungen). Das Besondere an der Masson Cavern sind die farbigen Illuminationen; in der Rutland Cavern erlebt man wie damals im 17. Jahrhundert die Bergleute lebten und arbeiteten.

In der Fossil Factory kann man z.B. einen Ichthyosaurus bestaunen, dessen Knochen hier gefunden wurden, im Masson Pavillion wird ein Film über die beiden Höhlensysteme gezeigt (für all diejenigen, die aus körperlichen oder anderen Gründen dort nicht selbst hineingehen können) und in mehreren Ausstellungen werden Themen wie z.B. der Bau der Seilbahn behandelt.

Wer gern wandert, kann das hier in den luftigen Höhen tun und sich anschließend im Terrace Café, vielleicht mit einem „Heights Hot Dog“,  stärken.

Benannt wurden die Höhen Abrahams nach dem gleichnamigen Schlachtfeld bei Québec in Kanada, auf dem am 13. September 1759 britische Truppen die Franzosen besiegten.

In diesem Jahr sind die Heights of Abraham bis zum 3. November geöffnet. Der Eintrittspreis kostet £13.50, worin die Fahrt mit der Seilbahn und der Zugang zu allen Attraktionen oben auf dem Berg enthalten sind.

Hier ist ein kleiner Film über die Heights.

The Heights of Abraham
Matlock Bath, Derbyshire DE43PD
Tel. 01629 582365

Blick von Matlock Bath auf die Heights of Abraham.    © Copyright Gerald England

Blick von Matlock Bath auf die Heights of Abraham…
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...und vn den Heights of Abraham auf Matlock Bath,    © Copyright Brian Chadwick

…und von den Heights of Abraham auf Matlock Bath,
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Logan Rock – Der Granit-Wackelstein bei Treen in Cornwall

   © Copyright Jim Champion

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Am äußersten Südwestzipfel von Cornwall liegt der kleine Ort Treen und ganz in der Nähe auf den Klippen, die zum Meer abfallen, steht oder besser liegt der Logan Rock, ein 80 Tonnen schwerer Wackelstein („rocking stone“) aus Granit. Wackelsteine sind Felsbrocken, die so auf einer Unterlage platziert sind, dass man sie trotz ihres Gewichtes leicht zum Wackeln oder Schwingen brigen kann.

Der Logan Rock war schon seit langem eine Sehenswürdigkeit in dieser Region von Cornwall und viele Menschen kamen dorthin, um selbst einmal Hand an den Felsen zu legen. Es hieß damals aber, dass man ihn niemals durch menschliche Kraft von seinem Sockel stoßen könnte. Von dieser Geschichte hörte im Jahr 1824 der Marineleutnant Hugh Colvill Goldsmith, Neffe des Schriftstellers Oliver Goldsmith, der mit seinem Roman „The Vicar of Wakefield“ (dt. „Der Pfarrer von Wakefield“) in die Weltliteratur eingegangen ist. Hugh war mit einem Schiff vor der Küste Cornwalls gerade auf der Suche nach Schmuggelware, und er wollte beweisen, dass Seeleute tolle Kerle sind, die auch mit tonnenschweren Felsen fertigwerden. So stieg er mit seiner Schiffsbesatzung zum Logan Rock hinauf und die neun Männer brachten den Brocken so sehr ins Schwingen, dass er von seiner Auflage herunterkippte und quer auf die umgebenden Felsen krachte. Das war es dann mit dem Rocking Stone. Die Bevölkerung von Treen war stocksauer, brachte der Stein doch Touristen in ihre Gegend und damit Geld. Man beschwerte sich bei der Admiralität und forderte, das der Stein wieder in seine ursprüngliche Position gebracht werden sollte. Goldsmith war völlig überrascht von der Reaktion der Menschen aus Treen, und er wollte seinen Fehler schnellstens wieder gut machen. Die Admiralität versorgte ihn mit den nötigen Mitteln und Männern und am 2. November 1824 stand der Logan Rock wieder an seiner alten Stelle, obwohl er danach nicht mehr so gut schaukeln konnte wie vorher (sagte man).

Goldsmith wurde nach diesem Zwischenfall nie mehr befördert. Ob da ein Zusammenhang bestand? 1841 starb er an Bord seines Schiffes in der Karibik im Alter von 52 Jahren.

In Treen gibt es einen Pub namens The Logan Rock, von dem man in wenigen Minuten zu seinem Namensvetter laufen kann.

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Published in: on 21. Juli 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Wastwater (Cumbria) – Britain’s Favourite View

Blick auf Wastwater im Lake District.    © Copyright Ian Greig

Blick auf Wastwater im Lake District.
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Es ist zwar schon einige Jahre her, dass der britische Fernsehsender ITV in einer mehrteiligen Sendung „Britain’s Favourite View“ suchte, doch das Ergebnis dürfte auch heute noch gültig sein.

In der 2007 ausgestrahlten Sendereihe stellten 16 Prominente ihre persönlichen „Best Views“ vor und die Fernsehzuschauer stimmten jeweils darüber ab, welche „Beste Aussicht“ ihr Favorit war. In der letzten Sendung, in der vier Finalisten übriggeblieben waren, wurde schließlich der Sieger gekürt: Es war Wastwater im Lake District, präsentiert von Sally Whittaker, einer der Darstellerinnen in der Dauerbrenner-Soap „Coronation Street“ (die seit 1960 auf ITV läuft). Ihr Urteil über den See bzw. über den Ausblick: „This landscape has fired up the imaginations of painters, poets and climbers over the centuries. And it’s not lost any of its power to surprise, charm and thrill us today.“

Wastwater ist mit knapp 80m Tiefe der tiefste See Englands und liegt im Lake District, der an Naturschönheiten sowieso jede Menge zu bieten hat. Englands höchster Berg liegt gleich nebenan, der Scafell Pike (978 Meter). Wastwater ist im Besitz des National Trusts.

Vor einigen Jahren machte der See von sich reden, als mehrere Taucher darin ums Leben kamen. Sie waren auf der Suche nach dem sogenannten „Gnome Garden„, Gartenzwerge, die man auf dem Seegrund aufgestellt hatte. Die Taucher hielten sich offensichtlich zu lange in der Tiefe des Sees mit der Suche auf. Die Zwerge wurden aus Sicherheitsgründen wieder entfernt, aber es hält sich nach wie vor das Gerücht, das man sie erneut, aber noch tiefer aufgestellt hat.

Wasser aus dem See wird u.a. auch zu der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Sellafield geführt, die nicht weit entfernt liegt.

Hier ein kurzer Film über Wastwater.

...und noch einmal der See aus einer anderen Perspektive.    © Copyright Ian Greig

…und noch einmal der See aus einer anderen Perspektive.
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Published in: on 8. Juni 2013 at 02:00  Comments (1)  
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The Sandford Lasher – Hier zeigt sich die Themse von ihrer gefährlichen Seite

The Sandford Lasher.    © Copyright Steve Daniels

The Sandford Lasher.
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Vor unserem Hotel, dem Oakley Court bei Windsor, zog die Themse gemächlich langsam vorbei; einige Enten und Schwäne zogen ihre Bahnen. Alles wirkte ganz friedlich. Dass der Fluss aber auch eine andere Seite hat, zeigt sich in der Nähe der Ortschaft Sandford-on-Thames, südlich von Oxford.  Dort gibt es eine besonders gefährliche Stelle, Sandford Lasher genannt, wo schon viele Menschen ihr Leben verloren haben.

Die Schleuse von Sandford hat mit 2,69m das größte Gefälle aller Themseschleusen und das Wehr daneben eine reißende Strömung. Der Sandford Lasher, unterhalb des Wehrs, ist so gefährlich, weil hier starke Unterströmungen und Verwirbelungen zusammenkommen, die auch geübten Schwimmern Probleme bereiten. „The pool under Sandford Lasher, just behind the lock, is a very good place to drown yourself in“, schrieb schon Jerome K. Jerome in seinem Themse-Roman „Three Men in a Boat„.

Mehrere junge Männer, die meisten Studenten aus Oxford, sind denn hier auch schon ertrunken. Ein Obelisk erinnert an fünf Studenten des Christ Church Colleges, die an dieser Stelle zwischen 1843 und 1921 ums Leben kamen. Aber auch Studenten des Balliol und des University College fanden hier beim Schwimmen im 19. Jahrhundert ihren Tod.
Unter den Opfern des Sandford Lashers befindet sich auch Michael Llewelyn Davies, ein Pflegesohn des „Peter Pan“-Autors J.M. Barrie, der hier zusammen mit einem Freund am 21. Mai 1921 in den Fluten ertrank.

Published in: on 3. Juni 2013 at 02:00  Comments (1)  

Die Lodore Falls in Cumbria und der Dichter Robert Southey

   © Copyright Tony Beattie

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Am Südufer des Sees Derwent Water im Lake District in Cumbria steht das schön gelegene Lodore Falls Hotel. Von hier aus gelangt man zu den Lodore Falls, wo sich der kleine Fluss Watendlath Beck 30 Meter tief als Wasserfall eine Schlucht hinunterstürzt, bevor er im Derwent Water mündet. Wenn es hier oben im Nordwesten Englands stark geregnet hat, was ziemlich oft vorkommt, kann aus dem Flüsschen schon einmal ein reißender Fluss werden und die Lodore Falls entwickeln sich zu einem beeindruckenden Naturschauspiel.

Robert Southey (1774-1843), neben William Wordsworth und Samuel Taylor Coleridge einer der sogenannten Lake Poets, hat sich dieses Wasserfalls 1820 in einem Gedicht angenommen, das er „The Cataract of Lodore“ nannte, ein Musterbeispiel für die Onomatopoesie, so lautet die Bezeichnung für ein lautmalendes Gedicht oder wie es die Wikipedia exakt beschreibt: „die Nachahmung eines Naturlautes oder eines sonstigen außersprachlichen akustischen Phänomens durch die klanglich als ähnlich empfundene Lautgestalt eines sprachlichen Ausdrucks“.

„How does the Water
Come down at Lodore?‘
My little boy ask’d me
Thus, once on a time;
And moreover he task’d me
To tell him in rhyme.“

So beginnt Southeys Gedicht, das immer mehr Fahrt aufnimmt, um sich dann wie ein herabstürzender Wasserfall zu gebärden:

„Sinking and creeping,
Swelling and sweeping,
Showering and springing,
Flying and flinging,
Writhing and ringing,
Eddying and whisking,
Spouting and frisking,
Turning and twisting,
Around and around
With endless rebound!“

So geht es noch lange weiter bis das Gedicht mit den Worten endet:

„All at once and all o’er, with a mighty uproar,
And this way the Water comes down at Lodore.“

Das ist sicher eines von Robert Southeys Meisterwerken, und er muss sich lange an den Lodore Falls aufgehalten haben, um diesen Klangteppich eines Wasserfalls in ein Gedicht zu verweben.

Hier ist der vollständige Text und hier wird das Gedicht vorgetragen.

Wie die Lodore Falls in „Hochform“ aussehen, zeigt dieser kurze Film.

Robert Southey. This work is in the public domain.

Robert Southey.
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Published in: on 16. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Lot’s Ait – Eine verwunschene Insel in der Themse

   © Copyright Ian Yarham

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Im Westen Londons, in Brentford, liegt eine jener zahlreichen Themse-Inselchen, die von der Vegetation zeitweise vollkommen zugewuchert sind: Lot’s Ait. Von der Brentford High Street aus kann man die Insel seit Januar 2012 auch über eine Fußgängerbrücke erreichen, davor war der Zugang nur per Boot möglich. Viele Jahre nutzte man Lot’s Ait überwiegend für den Anbau von Korbweiden, aus deren Ruten man Körbe und Flechtmöbel herstellte. Bis 1980 befand sich auf der Insel auch eine  Werft, in der Lastkähne repariert wurden. Danach verfiel Lot’s Ait in einen Dornröschenschlaf; die Pflanzen- und die Tierwelt übernahm die Herrschaft und Menschen waren nur noch selten hier zu finden.

Im Jahr 2002 wurde die Insel zum Verkauf angeboten mit der Freigabe für den Bau eines Restaurants und für Freizeiteinrichtungen, wofür sich allerdings keine Interessenten fanden. Dafür hat sich die Firma John’s Boat Works auf Lot’s Ait niedergelassen, die ein breites Spektrum an Serviceleistungen für Bootsbesitzer auf der Themse anbietet wozu Reparatur, Restaurierung und Neubau von Booten gehören.

Filmenthusiasten werden die Themseinsel (wahrscheinlich unwissentlich) in dem Film „The African Queen“ (mit Humphrey Bogart und Katherine Hepburn) gesehen haben, der in Teilen 1951 hier gedreht wurde. Natürlich wurde auch vor Ort in Afrika gefilmt, aber für die meisten Flussszenen musste die Themse herhalten. Zwischen die Weiden auf Lot’s Ait platzierte man einige Palmen und spielte die Geräusche von tropischem Vogelgezwitscher ein: Fertig war der afrikanische Fluss. Man achte auf die Anfangsszenen, in denen Miss Rosie das Steuern der African Queen beigebracht wird und schaue sich dabei einmal den Hintergrund an, ja, das sind die Weiden auf Lot’s Ait. Hier ist der Trailer des Films zu sehen (die Szenen mit den Krokodilen wurden übrigens nicht auf der Themse gedreht!).

John's Boat Works auf Lot's Ait.   © Copyright Robin Webster

John’s Boat Works auf Lot’s Ait.
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Published in: on 31. März 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Kilburn White Horse in North Yorkshire

This work has been released into the public domain.

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Bereits wenn man den Channel Tunnel durchquert hat, wird man gleich bei Folkestone von einem White Horse begrüßt und weitere Artgenossen trifft man vor allem im Süden des Landes an. So viel ich weiß gibt es im Norden Englands nur ein Weißes Pferd und zwar das Kilburn White Horse in North Yorkshire, das auf dem südlichen Steilhang der Sutton Bank zu finden ist. Der Ursprung des 97m langen und 67m hohen Tieres geht nicht wie bei einigen seiner südlichen Brüdern oder Schwestern bis in die weite Vergangenheit zurück, nein, es erblickte erst 1857 das Licht der Welt und zwar auf Initiative von Thomas Taylor aus dem benachbarten Kilburn. Der hatte die Weißen Pferde in Südengland gesehen und dachte sich, das können wir hier oben im Norden auch und zusammen mit 33 Männern ritzte er das Pferd in den Berghang ein.

Später kümmerte sich niemand mehr so richtig um das arme Tier und 1925 waren die Umrisse so von der Vegetation überwuchert, dass es kaum noch zu erkennen war. Da kam die Yorkshire Evening Post zu Hilfe und begann eine Kampagne zur Wiederherstellung des Kilburn White Horse. Seitdem geht es dem weißen Pferd der Sutton Bank besser. Eine extra gegründete Kilburn White Horse Association, die überwiegend von Spenden lebt, bemüht sich darum, dass ihr Pferd immer schön in Form gehalten wird, was bei dem steilen Berghang gar nicht so leicht zu bewerkstelligen ist.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das White Horse abgedeckt, weil die Umrisse der weithin sichtbaren Gestalt deutschen Bomberpiloten leicht als Orientierungshilfe hätten dienen können.

Unterhalb des Weißen Pferdes ist ein Parkplatz und man kann auf einem Fußweg zu ihm hinaufsteigen.

Über den Ort Kilburn schrieb ich schon einmal in einem früheren Blogeintrag in Zusammenhang mit dem „Mouseman“ Robert Thompson.

In diesem Film lesen einige Poeten zu Füßen des Weißen Pferdes ihre Gedichte über das Tier.

Das Buch zum Artikel:
John Thorpe: Kilburn and its Horse. Kilburn White Horse Association 1995. 48 Seiten. ISBN 978-0952559504.

Restaurationsarbeiten am Kilburn White Horse.   © Copyright Paul Buckingham

Restaurationsarbeiten am Kilburn White Horse.
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Published in: on 9. März 2013 at 02:00  Comments (1)  
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