The Undertones, ihr Song „Teenage Kicks“ und DJ John Peel

John Peels Grab in Great Finborough (Suffolk) mit der Textzeile aus „Teenage Kicks“.
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Die nordirische Punkrock-Band The Undertones mit dem Sänger Feargal Sharkey (der als Solist 1985 einen internationalen Erfolg mit „A Good Heart“ feiern sollte) wurde 1975 gegründet und blieb bis 1983 zusammen. Nach ihrer Auflösung fand sie sich 1999, ohne ihren ehemaligen Leadsänger, wieder zusammen und spielt bis heute, jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Der Song, der mit den Undertones wohl für alle Zeiten verbunden wird, ist ihr Debüttitel „Teenage Kicks“ aus dem Jahr 1978, der in den britischen Charts immerhin Platz 31 erreichte.

Ohne die tatkräftige Unterstützung des legendären DJs John Peel (ich berichtete in meinem Blog schon einmal über ihn), der von 1967 bis zu seinem Tod 2004 für BBC Radio 1 arbeitete, wären die Undertones und ihr „Teenage Kicks“ vielleicht außerhalb Nordirlands niemals bekanntgeworden. Als Peel den Song zum ersten Mal hörte, war er davon so begeistert, dass er ihm in seiner Radioshow die höchstmögliche Punktzahl auf seiner Bewertungsskala gab. Das Lied, das ihn immer wieder zu Tränen rührte und das er in seiner Show sogar zweimal hintereinander spielte, sollte ihn als sein Lieblingssong bis zu seinem Tod begleiten…und darüber hinaus.

John Peel starb im Alter von 65 Jahren am 25. Oktober 2004 während eines Auslandsaufenthaltes in der Inkastadt Cuzco in Peru. Am 12. November fand in der St Edmundsbury Cathedral in Bury St Edmunds (Suffolk) seine Trauerfeier statt, auf der u.a auch Peels Kollege von Radio 1 DJ Paul Matthew Gambaccini eine Rede hielt. Viele Künstler aus der britischen Musikszene waren anwesend, denen Peel zu ihrer Karriere geholfen hatte, darunter auch der Undertones-Sänger Feargal Sharkey. Als der Sarg aus der Kathedrale getragen wurde, spielte man „Teenage Kicks“, einen passenderen Song hätte man nicht auswählen können. Auf seinem Grabstein wünschte sich der DJ die erste Zeile des Undertones-Songs „Teenage dreams, so hard to beat„. Dieser Wunsch wurde ihm einige Jahre später erfüllt. Oben auf dem Stein ist zusätzlich noch ein „Liver Bird“ zu sehen, das Emblem des Fußballvereins Liverpool FC, dessen Anhänger John Peel war. Zu finden ist sein Grab auf dem Kirchhof von St Andrew’s in Great Finborough (Suffolk), einem Dorf, in dem er 33 Jahre gelebt hatte.

Dieser Film dokumentiert den Werdegang der Undertones und hier sind John Peels letzte Worte als DJ zu hören, als er sich von seinen Hörern vor seinem Urlaub verabschiedet.

Die Kathedrale St Edmundsbury in Bury St Edmunds (Suffolk), in der John Peels Trauerfeier stattfand.
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Published in: on 22. Mai 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Jim Carter, der Butler Carson aus „Downton Abbey“, und seine Beziehung zu Harrogate in West Yorkshire

The Stray.
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Der Kurort Harrogate in West Yorkshire ist vielen Deutschen vor allem dadurch bekannt, dass hier die Sängerin Nicole beim 27. Eurovision Song Contest am 24. April 1982 im Conference Centre mit „Ein bisschen Frieden“ den Sieg für Deutschland holte.

Am 19. August 1948 wurde in diesem hübschen, angenehmen Kurort Jim Carter geboren, dessen spätere Schauspielerkarriere durch seine Rolle als Butler Carson in der Erfolgs-TV-Serie „Downton Abbey“ einen steilen Knick nach oben machte. Der Mann mit der sonoren Stimme verbrachte seine Kindheit und Jugend in Harrogate, wo er mit seinen Eltern in einem viktorianischen Haus am The Stray wohnte, einem Parkgebiet am südöstlichen Stadtrand, das sicher jeder kennt, der schon einmal in Harrogate weilte. Carter besuchte das Ashville College am Green Lane, rund zwei Kilometer vom Wohnhaus seiner Eltern entfernt. Hier wurde er in seinem letzten Schuljahr zum „head boy“, also zum Schulsprecher gewählt. Einer seiner Vorgänger als „head boy“ im Ashville College war übrigens Tony Richardson (1928-1991), ein weiterer Mann aus der Filmbranche, der als Regisseur und Produzent erfolgreich war und für seinen Film „Tom Jones“ 1964 einen Oscar als bester Regisseur erhielt.

Jim Carter ist seiner Heimatstadt in West Yorkshire treu geblieben und kommt immer mal wieder hierher zu Besuch. Auch weil seine 98jährige Mutter Molly im Pflegeheim The Granby an der Granby Road untergebracht ist. Erst im Februar eröffnete er einen neuen Fernsehraum in dem Heim, das gerade umgebaut wird. The Granby war einmal eines der besten Hotels in Harrogate.

Auch ins Ashville College zog es Jim Carter zurück, wo er im März 2014 das renovierte Soothill Auditorium eröffnete. Das College hat das Studio für seine Schauspielschüler nach ihm benannt. Eine Tafel an der Außenwand weist darauf hin: „The CARTER STUDIO Dedicated by Jim Carter (OA) on 16th March 2014“. Hier an der Schule hat Jim Carter auch seine ersten zaghaften Versuche auf der Bühne unternommen.

Ein weiterer Besuch Carters in seiner Geburtsstadt galt im Dezember 2013 dem Royal Pump Room Museum, wo eine Ausstellung mit dem Titel „Age of Elegance: Costumes from Downton Abbey“ stattfand. Im Mittelpunkt dieser Ausstellung standen die Original-Kostüme, die die Damen in der TV-Serie in der ersten Staffel getragen hatten. Das Royal Pump Room Museum ist an der Royal Parade in Harrogate zu finden.

Vielleicht sehen wir Jim Carter als Butler Carson ja bald wieder, denn möglicherweise wird nach dem Ende der TV-Serie ein Spielfilm „Downton Abbey“ gedreht.

Das Ashville College.
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The Granby.
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The Royal Pump Room Museum.
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Albert Pierrepoint und Harry Allen – Henker und Gastwirte in einer Person

John George Haigh, „The Acid Bath Murderer“, Neville Heath, „The Lady Killer“, Ruth Ellis, „The Last Woman To Be Hanged in England“ und viele hundert andere zum Tode Verurteilte wurden von Albert Pierrepoint (1905-1992) ins Jenseits befördert, dem offiziellen Henker Englands. Als er 1956 in den wohlverdienten Ruhestand ging, bezeichnete man ihn als „the most efficient executioner“ der britischen Geschichte. Timothy Spall verkörperte seine Person in dem Spielfim „Pierrepoint: The Last Hangman“ (2005), der Henker selbst schrieb eine Autobiografie, die 1974 veröffentlicht wurde: „Executioner: Pierrepoint„.

Doch der Mann mit dem französisch klingenden Namen war nicht nur Henker, sondern auch Gastwirt. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand man ihn hinter dem Bartresen des Pubs „Help The Poor Struggler“ in Oldham (Greater Manchester); ein sonderbarer Name für ein Gasthaus. Martha Grimes, deren Inspektor Jury-Romane nach Pubs benannt wurden, übernahm ihn für einen ihrere Krimis  (der allerdings im Dartmoor spielt). „Help The Poor Struggler“ erschien 1985, die deutsche Übersetzung heißt „Inspektor Jury lichtet den Nebel“.
Albert Pierrepoints Pub existiert heute nicht mehr, er wurde 1972 abgerissen, weil er Platz für eine neue Straße machen musste. Neben dem „Struggler“ hatte Pierrepoint noch einen weiteren Pub „The Rose and Crown“ in der Liverpool Old Road in Much Hoole (Lancashire), in dem heute das indische Restaurant „Bangla Fusion“ untergebracht ist.

Harry Allen (1911-1992) war Englands letzter Henker, der bei weitem nicht so viele Menschen wie Pierrepoint zu Tode brachte; er schaffte es „nur“ auf 41 persönlich durchgeführte Exekutionen. Zu seinen „Opfern“ gehörten zum Beispiel James Hanratty, „The A6 Murderer“ und Gwynne Owen Evans, der zeitgleich mit Peter Allen (nicht verwandt und verschwägert mit Harry) von Harry Allens Berufskollegen Robert Leslie Stewart hingerichtet wurde.
Nach diesen beiden Exekutionen wurde die Todesstrafe abgeschafft, und die Henker mussten sich nach neuen Betätigungsfeldern umsehen. Wie Albert Pierrepoint war auch Harry Allen Gastwirt und betrieb The Rawsons Arms in der Peel Street in Farnworth bei Bolton (Greater Manchester). Dieser Pub existiert nicht mehr, nach einem Feuer wurde er im Juni 1998 geschlossen. Ironie des Schicksals: Einer der Nachfolger von Harry Allen in The Rawsons Arms ermordete die Nichte seines Partners und wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Der Ex-Henker hatte einen weiteren Pub namens The Junction in der Bury New Road in Whitefield, nordwestlich von Manchester. Auch dieses Gasthaus existiert nicht mehr.

So wie Albert Pierrepoints Pub heißt dieser Kriminalroman von Martha Grimes.
Foto meines Exemplares.

Published in: on 25. April 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Edith Smith, Großbritanniens erster Woman Police Constable aus Grantham in Lincolnshire

Das Grantham Museum, in dem Ausstellungsstücke von Edith Smith zu finden sind. Links neben dem Gebäude liegt der Edith Smith Way.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Grantham Museum, in dem Ausstellungsstücke von Edith Smith zu finden sind. Links neben dem Gebäude liegt der Edith Smith Way.
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Ich bin nur einmal in Grantham in Lincolnshire gewesen, einem Ort, der immer wieder als langweiligste Stadt Englands bezeichnet wird, was ich nicht so richtig nachvollziehen kann. Grantham ist vor allem durch zwei Persönlichkeiten bekannt geworden, durch Sir Isaac Newton (1642-1727), der hier in der King’s School zur Schule ging und durch eine Bronzestatue geehrt wird, und durch The Baroness Margaret Thatcher (1925-2013), die in Grantham geboren wurde und hier ebenfalls zur Schule ging, aber durch kein Denkmal geehrt wird, nur durch eine Plakette an ihrem Geburtshaus in der Broad Street.

Margaret Thatcher war Großbritanniens erste weibliche Premierministerin. Eine weit weniger bekannte Frau ist Edith Smith (1879-1924), die auch in Grantham wirkte, und die die erste „richtige“ Polizistin des Königreiches war. Eigentlich hatte Mrs Smith eine Ausbildung als Hebamme und stammte auch nicht aus Lincolnshire. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges war sie in London und arbeitete dort beim Women’s Police Service mit, der die männlichen Polizisten in bestimmten Arbeitsbereichen unterstützte, aber keine weitreichenden Befugnisse hatte.

Im Dezember 1915 ging Edith Smith nach Grantham, wo sie als erste Frau im Polizeidienst vom dortigen Chief Constable mit dem Recht ausgestattet wurde, Verhaftungen vorzunehmen. WPC Smith hatte gleich alle Hände voll zu tun, denn um die Stadt Grantham herum gab es mehrere Garnisonen mit Tausenden von Soldaten…und wo Soldaten sind, gibt es auch Prostituierte. Hier ergab sich für Edith Smith ein weites Betätigungsfeld, dem sie sich sieben Tage in der Woche, beinahe rund um die Uhr, widmete. Dabei ging sie sehr feinfühlig vor, bewahrte zahlreiche Frauen davor, vor Gericht gestellt zu werden und versuchte, wo immer sie konnte, die Prostitution einzudämmen, was nicht leicht war, denn sie war ganz allein auf sich gestellt. Von ihrem verbrieften Recht, Verhaftungen vorzunehmen, machte sie nur selten Gebrauch. Ob sich die Polizistin durch ihre Arbeit bei den Soldaten viele Freunde machte, ist wohl sehr fraglich.

1918 verließ Edith Smith die Polizeitruppe wieder, ging von Grantham nach Runcorn in Cheshire, wo sie sich einige Jahre später mit einer Überdosis Morphium das Leben nahm. Das Grantham Museum hat einige Ausstellungsstücke von ihr, wodurch sie sich in erlesener Gesellschaft befindet, denn auch an Isaac Newton und Margaret Thatcher wird in den Räumen erinnert.

Eine schmale Gasse zwischen dem Museum und dem Guildhall Arts Centre ist Edith Smith Way getauft worden und hier wurde am 19. Oktober 2014 von der Grantham Civic Society eine blaue Plakette angebracht mit der Inschrift „PC Edith Smith – 1880-1924 – Pioneer Policewoman Served In Grantham 1915-1918“. Die Zeremonie wurde übrigens von DCC Heather Roach vorgenommen, einer Polizistin in hohem Rang, die ihre Karriere in der Stadt in Lincolnshire begann.

Heute sind rund 28% aller Polizisten in England und Wales weiblich, gar nicht so wenige in leitender Position.

Published in: on 14. Dezember 2016 at 02:00  Comments (2)  
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West Wittering (West Sussex) und der Rolling Stones-Gitarrist Keith Richards

Die Memorial Hall in West Wittering.   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Memorial Hall in West Wittering.
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Wie lebt es sich eigentlich als Berühmtheit in einem kleinen englischen Dorf? Ist man da in das Dorfleben integriert oder lebt man zurückgezogen hinter den Mauern seines großen Anwesens?

West Wittering im äußersten Westen der Grafschaft West Sussex ist ein Küstenort, in dem sich einige Prominente niedergelassen haben wie die Schauspieler Michael Ball, Nicholas Lyndhurst und Kate Winslet. Mrs Winslet geriet im vorigen Jahr in die Schlagzeilen der Regionalpresse, da sie vor ihrem Grundstück einen Schutzwall errichten lassen wollte, der ihr Haus langfristig vor der Küstenerosion bewahren sollte. Nachdem dieser Plan heftigen Widerstand durch Naturschützer hervorgerufen hatte, zog die Schauspielerin den Antrag für die Umsetzung der Bauarbeiten wieder zurück.

Wesentlich länger als Kate Winslet wohnt schon der Rolling Stones-Gitarrist Keith Richards in West Wittering. Bereits 1966 kaufte er das Haus Redlands und gleich ein Jahr später gab es dort ein Problem, weil die Polizei im Haus eine Razzia unternahm, bei der der Hausherr, Mick Jagger, Marianne Faithful und andere Gäste wegen des Verdachts auf Drogenkonsum verhaftet wurden. Keiner von ihnen musste ins Gefängnis, Keith Richards wurde vom Crown Court im nahegelegenen Chichester freigesprochen.

Dann ging es hier lange ruhig zu; Richards lebte einen großen Teil seiner Zeit in seinem anderen Haus in Connecticut in den USA.  2002 gab es noch einmal ein kleines Problem mit Redlands, denn der Rolling Stone fühlte sich durch einen dicht an seinem Haus vorbeiführenden öffentlichen Weg in seiner Privatheit gestört und in seiner Sicherheit beeinträchtigt, und so beantragte er, diesen Weg zu verlegen. Fans hatten Löcher in die Hecke geschnitten, um einen freien Blick auf das nur wenige Meter dahinter liegende Haus zu bekommen. Der Ortsrat gab dem Antrag aus Sicherheitsgründen statt. Richards bot stattdessen an, dass ein Radfahrweg an einer anderen Stelle seines Anwesens angelegt werden könne.

Der Musiker brachte sich aber auch ins Gemeindeleben ein, indem er 30 000 Pfund spendete, weil das Dach der örtlichen Memorial Hall neu gedeckt werden musste.

Keith Richards hat neben Redlands noch einen weiteren Besitz in West Wittering und zwar eine Strandhütte. Über 150 dieser verhältnismäßig primitiven Hütten stehen dort am Strand, aber sie sind außerordentlich begehrt, schwer zu bekommen und sehr teuer. Als vor einigen Jahren wieder einmal eine zum Verkauf stand, wurden wie üblich verdeckte Angebote eingereicht. £25 000 bis £40 000 kosten diese Hütten im allgemeinen, aber Keith Richards Gebot war £60 000 und da konnten die anderen Interessenten nicht mithalten.

Im vorigen Jahr ging Richards, gemeinsam mit anderen Bewohnern von West Wittering, auf die Barrikaden, als am Strand ein neues Café errichtet werden sollte, weil das alte abgebrannt war. Das neue Gebäude war deutlich größer und zweistöckig geplant. Nach Meinung von Keith Richards und weiterer Anwohner würde das Café die Natur und die Schönheit des Strandes verschandeln. Das Beach Café wurde trotzdem gebaut, allerdings mit einigen Abänderungen.

Der bibliophile Keith Richards wäre übrigens gern Bibliothekar geworden; in seinen Häusern finden sich denn auch große Büchersammlungen, die er mit viel Liebe hegt und pflegt.

Die begehrten Sztrandhütten in West Wittering.   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die begehrten Strandhütten in West Wittering.
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Das Beach Café in West Wittering.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Beach Café in West Wittering.
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Wie Slough in Berkshire seinen berühmten Sohn Sir William Herschel ehrt

This work is in the public domain.

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Geboren wurde Wilhelm Herschel 1738 in Hannover, 1757 ging er nach England, wo er in Leeds und Halifax als Musiklehrer bzw. als Organist arbeitete. Seine nächste Station war Bath; dort erwachte sein Interesse an der Astronomie. Er baute eigene Spiegelteleskope mit denen er weit den Weltraum blicken konnte. Gekrönt wurden seine  astronomischen Forschungen mit der Entdeckung des Planeten Uranus im Jahr 1781. Von Bath zog Herschel nach Slough, westlich von London, wo er bis zu seinem Tod am 25. August 1822 bleiben sollte.

Herschel war zu seiner Zeit nicht nur einer der bedeutendsten Astronomen, er machte sich auch einen Namen als Musiker und Komponist (hier ist ein Beispiel).
Seine Heimatstadt Slough, die noch immer mit ihrem schlechten Ruf zu kämpfen hat (s. dazu meinen Blogeintrag), freut sich auch heute noch darüber, dass einmal ein so berühmter Mann in ihren Mauern gelebt hat und ehrt Sir William Herschel auf unterschiedliche Weise:

Der im Mai 2011 eröffnete Busbahnhof ist ein außergewöhnliches Gebäude, über das das mit dem Entwurf beauftragte Architektenbüro bblr sagt: “ The form of the building derives from the idea of different wavelengths of light inspired by Astronomer Royal, William Herschel’s discovery of infra-red waves in 1800 while a resident of Slough.”

Das dicht an der Autobahn M4 gelegene Parkgelände wurde nach dem Astronomen Herschel Park genannt und hat übrigens den Green Flag Award bekommen (ich berichtete vorgestern in meinem Blog darüber).

Das Observatory House an der Herschel Street erinnert mit seinem Namen an den Wissenschaftler, der exakt an dieser Stelle gewohnt hatte und wo sein Telekop aufgestellt war. Herschels Haus, in dem sein Sohn John geboren wurde und in dem er starb, wurde abgerissen und auf dem Gelände dieses Bürogebäude errichtet. Gleich dahinter steht der Herschel Multi-Story Car Park.

Gleich neben dem Observatory House befindet sich ein Denkmal, das Herschels 40-Fuß-Teleskop repräsentiert, damals das größte der Welt. Der tschechische, nach England emigrierte Bildhauer Franta Belsky (1921-2000) hat das Denkmal entworfen.

Nach dem Astronomen wurde auch die Herschel Grammar School an der Northampton Avenue benannt; ebenfalls das Herschel Medical Centre an der Osborne Street.

Wie es sich gehört, gibt es in Slough selbstverständlich auch einen Pub, der The Herschel Arms heißt und ideal an der Herschel Street platziert ist.

Seine letzte Ruhestätte fand Sir William Herschel in der Kirche St Laurence in dem Vorort Upton-cum-Chalvey, wo er in der Familiengruft beigesetzt ist. Eine Plakette ist dort angebracht und Kirchenfenster erinnern an den großen Mann und seine Forschungsarbeiten.

Der Busbahnhof von Slough.   © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Busbahnhof von Slough.
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Herschel Park in Slough.   © Copyright Shazz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Herschel Park in Slough.
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Das Observartoy House in der Herschel Street.   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Observatory House in der Herschel Street.
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Die St Laurence Church in Upton-cum-   © Copyright Ian Baker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die St Laurence Church in Upton-cum-Chalvey
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Rowland Hill aus Kidderminster – Der Erfinder der Briefmarke

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Vor längerer Zeit habe ich in meinem Blog über einen gewissen Rowland Hill geschrieben, der als General in Shrewsbury in Shropshire auf einer Säule zu finden ist und der an der Seite von Wellington in der Schlacht von Waterloo kämpfte. Mit einem anderen Mann, der ebenfalls Rowland Hill hieß, möchte ich mich heute ein wenig beschäftigen. Er ist der Neffe des „Säulen-Generals“ und wurde 1795 in Kidderminster (Worcestershire) geboren. Sein Beitrag zur Entwicklung des britischen Postwesens war historisch gesehen sicher weitreichender als die militärischen Manöver seines Onkels. Nicht nur ein Shopping Centre in seiner Geburtsstadt hat man nach ihm benannt, er wurde auch mit einem Denkmal geehrt, das diese Inschrift trägt:
„Sir Rowland Hill. K.C.B.
Born At Kidderminster 1795
Buried In Westminster Abbey 1879
To His Creative Mind And Patient Energy
The World Is Indebted
For The
Penny Postage
Introduced 1840“

Die von Sir Thomas Brock geschaffene Marmorstatue steht vor der Town Hall von Kidderminster (in der King Edward Street in London gibt es noch ein Bronze-Denkmal für ihn). Auf der oben angeführten Inschrift steht es zu lesen: Rowland Hill war der Erfinder der Briefmarke, und die erste, die man auf Briefen verwendete, war die Penny Black, damals in einer Auflage von 68 808 000 Stück hergestellt. Es gibt heute nicht mehr allzu viele davon; Sammler zahlen für eine postfrische, unbenutzte Marke rund £4,000. Eine Besonderheit der Penny Black: sie war weltweit die erste selbstklebende Briefmarke. Nicht weit von Rowland Hills Denkmal entfernt, erinnert ein Wetherspoon-Pub namens The Penny Black an den berühmten Sohn der Stadt.

Ursprünglich bezahlte der Empfänger das Porto des Briefes, was sich aber als unpraktisch erwies, denn manche nahmen den Brief einfach nicht an, und wer kam dann für die Kosten auf? Viel einfacher (und kostensparender) war da schon die „Methode Hill“, dass eben der Absender die Briefmarke kaufte und sie auf den Brief klebte. Eine Revolution im Postwesen nahm ihren Lauf.

Später beschäftigte sich Rowland Hill mit der Eisenbahn und wurde Vorsitzender der London and Brighton Railway, wo er für komfortable Züge und niedrige Fahrtkosten sorgte, was der Stadt Brighton sehr zugute kam.

1879 starb Rowland Hill in Hampstead in London, wo man eine Straße nach ihm benannte; er wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.

Hills Statue vor der Town Hall von Kidderminster.   © Copyright Colin Park and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hills Statue vor der Town Hall von Kidderminster.
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Wetherspoons Penny Black Pub in Kidderminster.   © Copyright P L Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wetherspoons Penny Black Pub in Kidderminster.
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Plakette an Hills Wohnhaus in Hampstead. Gleich um die Ecke findet man die Rowland Hill Street.   © Copyright Mike Quinn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Plakette an Hills Wohnhaus in Hampstead. Gleich um die Ecke findet man die Rowland Hill Street.
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Die „All-Time Charts“ der britischen Premierminister

Platz 1 der Charts: Robert Walpole, 1st Earl of Orford. This image is in the public domain due to its Age.

Platz 1 der Charts:
Robert Walpole, 1st Earl of Orford.
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Auf Platz 23 der ewigen Hitliste der am längsten dienenden Premierminister Großbritanniens steht der gegenwärtige Staatschef David Cameron, der am 11. Mai 2010 sein Amt antrat. Er hat gute Chancen noch einige Plätze weiter nach oben zu klettern und dabei Lord John Russell, Clement Attlee und John Major zu überholen.

Unangefochten und wohl unüberholbar auf Platz 1 steht Robert Walpole, 1st Earl of Orford (1676-1745), der erste Premierminister des Landes, der es auf 20 Jahre und 314 Tage brachte.

William Pitt the Younger (1759-1806) schaffte es in zwei Amtszeiten auch auf beachtliche 18 Jahre und 343 Tage und steht damit auf Platz 2 der Rangliste. Er war erst 24 Jahre alt, als er 1783 Premierminister wurde. In dem Film „Amazing Grace“ (dt. „Amazing Grace“) aus dem Jahr 2006 verkörperte ihn übrigens Benedict Cumberbatch.

Den dritten Rang nimmt Robert Banks Jenkinson, 2nd Earl of Liverpool (1770-1828) mit 14 Jahren und 305 Tagen ein. Er war damals 42 Jahre alt, also auch noch verhältnismäßig jung (David Cameron war bei Amtsantritt 43 Jahre alt).

Die einzige Frau, die es jemals geschafft hat, in die Phalanx der männlichen Premierminister einzubrechen, The Baroness Thatcher (1925-2013), steht auf Platz 7 der Charts mit 11 Jahren und 209 Tagen, zwei Plätze vor Tony Blair und fünf Plätze vor Sir Winston Churchill.

Interessant ist auch ein Blick ganz nach unten auf die Tabelle, denn da gibt es eine Handvoll Männer, die es nicht einmal ein ganzes Jahr durchgehalten haben wie zum Beispiel William Cavendish, 4th Duke of Devonshire (1720-1764), der es nur auf 225 Tage gebracht hat oder George Canning (1770-1827), der nach 119 Tagen im Amt verstarb.

Man ist unterschiedlicher Meinung in Großbritannien darüber, ob James Waldegrave, 2nd Earl Waldegrave (1715-1763) und William Pulteney, 1st Earl of Bath (1684-1764) überhaupt zu den Premierministern zählen oder nicht. Waldegrave versuchte vom 8. bis zum 12. Juni 1757 eine Regierungsmannschaft zusammenzustellen, was ihm nicht gelang, und so trat er nach fünf Tagen gleich wieder zurück.
Auch Pulteney scheiterte daran, eine Regierung zu bilden, doch er war schon nach etwas über 48 Stunden weg vom Fenster. Da es das Amt des Premierministers zu der Zeit offiziell noch nicht gab, ist es zweifelhaft, ob der erste Earl of Bath überhaupt in die All-Time Charts der PMs gehört.

Platz 2 der Charts: William Pitt the Younger. This work is in the public Domain.

Platz 2 der Charts:
William Pitt the Younger.
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Platz 3 der Charts: Robert Banks Jenkison. This work is in the public Domain.

Platz 3 der Charts:
Robert Banks Jenkinson, 2nd Earl of Liverpool.
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Sir Travers Humphreys (1867-1956) – Einer der renommiertesten Anwälte und Richter Englands

The Old Bailey, die langjährige Wirkungsstätte von von Sir Travers Humphreys.   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Bailey, die langjährige Wirkungsstätte von Sir Travers Humphreys.
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Wenn jemand das Wort „Christmas“ in seinem Namen führt wie Sir Richard Somers Travers Christmas Humphreys, dann muss es sich doch hierbei um einen netten, freundlichen, gütigen Menschen handeln, da man doch unmittelbar an Father Christmas denkt. Doch es gibt viele Menschen in der englischen Kriminalgeschichte, die diesen Gedanken weit von sich weisen würden, denn Sir Travers Humphreys war dafür verantwortlich, dass diese Menschen zum Tode bzw. zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt wurden.

Travers Humphreys erblickte am 4. August 1867 in der Londoner Doughty Street im Stadtteil Bloomsbury das Licht der Welt. Er studierte die Rechtswissenschaften in Cambridge und ging anschließend wieder nach London zurück, wo er in der Anwaltspraxis von Edward Besley arbeitete. Seinen ersten spektakulären Kriminalfall erlebte er im Jahr 1895, als er als Junioranwalt für die Anklage im Fall Oscar Wilde gegen den Marquess of Queensberry tätig war. Im Central Criminal Court, besser bekannt als Old Bailey, traf Humphreys im Jahr 1910 auf den Mörder Dr. Hawley Harvey Crippen, wieder auf der Seite der Anklagevertretung. Es folgte ein weiterer berühmter Fall, der „Brides in the Bath Murder Case“, in dem George Joseph Smith angeklagt wurde, drei Frauen in der Badewanne ermordet zu haben. Humphreys gelang es, zusammen mit seinen beiden Partnern, die Jury von der Schuld Smiths zu überzeugen, woraufhin dieser zum Tode verurteilt wurde.

1928 ernannte man ihn zum Richter und in dieser Eigenschaft war Humphreys mehrere Jahrzehnte bis zum Jahr 1951 tätig. In dieser Zeit verurteilte er zum Beispiel John George Haigh, den „Acid Bath Murderer“, zum Tode (ich berichtete in meinem Blog über ihn).
Ein Justizirrtum konnte der Richter allerdings nicht vermeiden, als der Mordfall Timothy Evans zur Berufung anstand. Evans wurde vorgeworfen, seine Frau und sein Baby in der Wohnung im Londoner Rillington Place ermordet zu haben. Er wurde zum Tode verurteilt; in der Berufungsverhandlung konnte er Humphreys und die beiden anderen Richter nicht von seiner Unschuld überzeugen und wurde am 9. März 1950 gehängt. Drei Jahre später stellte sich heraus, dass nicht Evans, sondern sein Nachbar John Christie der Mörder war. So eine Fehlentscheidung muss einen Richter doch sicher schwer belastet haben.

Nachdem er in den Ruhestand eingetreten war und 1953 seine Frau Zoë Marguerite verloren hatte, quartierte sich Sir Travers Humphreys in das Onslow Court Hotel im Londoner Stadtteil South Kensington ein, dem heutigen Kensington Hotel. Am 20. Februar 1956 starb Sir Travers.

Stanley Jackson schrieb 1952 eine Biografie über ihn: „The Life and Cases of Mr Justice Humphreys“ (Odhams Press). Der Autor war selbst Anwalt und kannte Humphreys persönlich.

Die Doughty Street im im Londoner Stadtteil Bloomsbury, in der Sir Travers geboren wurde.   © Copyright David P Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Doughty Street im Londoner Stadtteil Bloomsbury, in der Sir Travers geboren wurde.
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Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

 

Malcolm Sayer (1916-1970) – Ein Autokonstrukteur aus Cromer (Norfolk), der für einige der schönsten Sportwagen verantwortlich zeichnete

Ein Jaguar E-Type. Author: Brooksbro 69. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Ein Jaguar E-Type.
Author: Brooksbro 69.
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Am 21. Mai 1916 wurde er in der St Mary’s Road Nummer 45 in der kleinen Hafenstadt Cromer in Norfolk geboren: Malcolm Sayer, ein Autokonstrukteur, der nie das Licht der Öffentlichkeit gesucht und einige der schönsten Sportwagen konstruiert hat, die auf den Straßen der Welt unterwegs waren und es noch heute in kleinen Stückzahlen sind.

Sayer besuchte die Great Yarmouth Grammar School, wo sein Vater in den Fächern Mathematik und Kunst unterrichtete. Möglicherweise vererbte er diese Kenntnisse an seinen Sohn, denn Mathematik und Kunst sollten Malcolm Sayers Lebensweg ständig begleiten. Am Loughborough College studierte er Aeronautical and Automotive Engineering und ging nach Abschluss des Studiums nach Filton bei Bristol, wo er sich mit Flugzeugbau und Aerodynamik beschäftigte. Letztere Fähigkeiten kamen ihm zugute, als er nach dem Krieg in die Automobilbranche zu Jaguar wechselte. Schon früh hatte Sayer mit der Konstruktion der beiden Rennwagen C-Type und D-Type Erfolg, aber der ganz große Durchbruch kam, als er den Jaguar E-Type entwickelte, der noch heute zu den elegantesten Sportwagen aller Zeiten zählt. Sogar das New York Museum of Modern Art stellt ein Exemplar in seinen Räumen aus. Steve McQueen, Tony Curtis, Charlton Heston, Frank Sinatra und viele andere VIPs aus dem Showgeschäft fuhren damals einen Jaguar E-Type und auch in einer meiner Lieblings-TV-Serien „Columbo“ sind schon mehrere der Übeltäter mit diesem Fahrzeug unterwegs gewesen, z.B. der Dirigent Alex Benedict in der Folge „Etude in Schwarz“ aus dem Jahr 1972. Das schöne Auto mit der riesigen Motorhaube wurde von 1961 bis 1974 gebaut. Es gab ihn in den 3,8- und 4,2-Liter-Versionen, die Krönung war aber die V12-Version mit 5,3 Liter Hubraum und 276 PS. Auch heute, nach über 40 Jahren, zählt Malcolm Sayers E-Type noch immer zu den schönsten Sportwagen aller Zeiten. Hier ist ein Fahrbericht über das Auto von Jeremy Clarkson in der TV-Sendung „Top Gear“.

Sayer entwarf auch das Nachfolgemodell des E-Types, den Jaguar XJ-S, der im September 1974 auf der Internationalen Automobil Ausstellung in Frankfurt am Main erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Wie sein Vorgänger verfügte auch der XJ-S über eine elegante Linienführung. Von 1975 bis 1996 wurde dieser 12-Zylinder-Sportwagen gebaut. In diesem Film wird ein XJ-S von innen und außen vorgestellt. Der Hauptdarsteller in der Krimiserie „The Return of the Saint“ (dt. „Simon Templar – Ein Gentleman mit Heiligenschein“), Simon Templar, gespielt von Ian Ogilvy, fuhr übrigens einen weißen Jaguar XJ-S.

Jaguar Boss Sir William Lyons hatte das Fahrzeug in Auftrag gegeben, dessen Fertigstellung Sayers aber nicht erleben sollte, denn er starb kurz vor seinem 54. Geburtstag in seinem Wohnort Royal Leamington Spa in Warwickshire an einem Herzinfarkt. An seinem Wohnhaus am Portland Place erinnert eine blaue Plakette an den großen Automobilkonstrukteur. Mit weiteren Plaketten wird Malcolm Sayer in seinem Geburtsort Cromer, an seiner Schule in Great Yarmouth und an der Loughborough University geehrt.

Wer sich näher für diesen interessanten Mann interessiert, findet hier ein ausführliches Filmporträt.

Ein Jaguar XJ-S. Author: Charles 01. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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Die blaue Erinnerungsplakette an Sayers' Haus in Royal Leamington Spa.   © Copyright Bob Parkes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Todmorden in West Yorkshire – Geburtsort von zahlreichen Berühmtheiten

Todmorden in West Yorkshire.   © Copyright Steven Haslington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Todmorden in West Yorkshire.
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Woran mag es wohl liegen, dass eine Kleinstadt wie Todmorden in West Yorkshire mit rund 14 000 Einwohnern so viele Berühmtheiten hervorgebracht hat, darunter zwei Nobelpreisträger? Liegt es an den gesunden Wassern des River Calder, der den Ort in zwei Hälften teilt, von denen die eine in Lancashire, die andere in Yorkshire liegt (aus administrativen Gründen aber von Yorkshire verwaltet wird)?

Sehen wir uns doch einmal einige dieser Persönlichkeiten an:

Sir John Douglas Cockcroft wurde hier am 27. Mai 1897 geboren (er starb 1967). Er besuchte, wie auch der zweite Nobelpreisträger, die örtliche Grundschule, studierte in Manchester und erhielt 1951 die höchste Auszeichnung, die ein Wissenschaftler erreichen kann, den Nobelpreis für Physik, für Forschungen auf dem Gebiet der „Atomkernumwandlung durch künstlich beschleunigte atomare Partikel“.

Sir Geoffrey Wilkinson wurde am 14. Juli 1921 in Todmorden geboren, durchlief ebenfalls die Grundschule und hatte den gleichen Physiklehrer, Luke Sutcliffe, wie Cockcroft, obwohl beide altersmäßig 24 Jahre auseinanderlagen. War dieser Lehrer ausschlaggebend für den naturwissenschaftlichen Erfolg der beiden Schüler? Wilkinson studierte am Imperial College in London und erhielt 1973 den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten auf dem Feld der metallorganischen, sogenannten Sandwichverbindungen.

John Mitchell Nuttall kam am 21. Juli 1890 in Todmorden zur Welt, bekam zwar keinen Nobelpreis, arbeitete aber auch wie Cockcroft auf dem Gebiet der Atomphysik und wurde zusammen mit dem Deutschen Hans Geiger durch die sogenannte Geiger-Nuttall-Regel in Wissenschaftskreisen bekannt.

Keith Emerson, am 2. November 1944 in Todmorden geboren, erlangte auf einem ganz anderen Gebiet weltweite Berühmtheit. Er ist Musiker und spielte in den Bands The Nice und Emerson, Lake and Palmer mit. Eines seiner bekanntesten Alben war „Pictures at an Exhibition“ mit ELP aus dem Jahre 1971 (hier ist eine Liveaufnahme zu sehen).

John Anthony Helliwell ist ein weiterer Musiker aus Todmorden, der hier am 15. Februar 1945 geboren wurde. Er machte sich als Mitglied der Rockband Supertramp einen Namen. Seine ersten öffentlichen Auftritte hatte Helliwell beim Todmorden Symphony Orchestra, wo er Klarinette spielte. Hier ist ein Solo von ihm zu hören.

Geoff Love ist der dritte im Bunde der Musiker aus Todmorden. Er wurde am 4. September in der Stadt am River Calder geboren und war Komponist und Bandleader (er starb 1991). Er arrangierte unzählige Songs für Größen der Musikbranche wie Alma Cogan, Shirley Bassey und Connie Francis. Seinen größten Erfolg hatte er mit dem Titel „Rodrigo’s Guitar Concerto de Aranjuez“, den er unter dem Namen Manuel and the Music of the Mountains einspielte, der es 1976 in die Top Ten der britischen Charts schaffte (hier zu hören).

Es ist schon erstaunlich, dass ein so kleiner Ort wie Todmorden so viele VIPs hervorgebracht hat. Wer wird wohl als nächster auf der Bildfläche erscheinen? Wir warten gespannt.

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Published in: on 5. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Sheffield Legends oder Was die Stadt in South Yorkshire mit Hollywood gemein hat

Das imposante Rathaus von Sheffield.   © Copyright Richard Rogerson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das imposante Rathaus von Sheffield.
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Bei einem Besuch in Los Angeles bestaunte ich einmal den Hollywood Walk of Fame, der sich entlang des Hollywood Boulevards erstreckt, in dessen Pflaster derzeit 2554 Sterne eingelassen sind, die jeweils eine Berühmtheit aus dem Showbusiness ehren. Stern 1 war 1960 für den amerikanischen Regisseur und Filmproduzenten Stanley Kramer vorgesehen, Stern 2554 wurde am 1. Juli 2015 angebracht und gilt dem Schauspieler Paul Rudd.

Etwas Ähnliches wie den Hollywood Walk of Fame, allerdings auf bescheidenerer Basis, gibt es vor dem Rathaus der 563 000 Einwohner zählenden Stadt Sheffield in South Yorkshire. „Sheffield Legends“ nennt sich diese „Hall of Fame“, die Männern und Frauen gewidmet ist, die die Stadt national oder international bekanntgemacht haben. 18 Plaketten gibt es bisher, auf denen 3 Frauen und 15 Männer geehrt werden, also ein starkes Ungleichgewicht. Was ist mit den Sheffielder Frauen los?

Um die Chance zu bekommen, als Sheffield Legend in die Geschichte der Stadt einzugehen und mit einem „Pflasterstern“ ausgezeichnet zu werden, muss man zwei Bedingungen erfüllen: Man muss in Sheffield geboren sein bzw. eine sehr starke Verbindung zu der Stadt haben, und man muss auf nationaler oder noch besser internationaler Ebene etwas Besonderes geleistet haben.

Sehen wir uns doch einmal einige dieser Legenden an. Was für den Hollywood Walk of Fame Stanley Kramer war, das ist für Sheffield der ehemalige Fußballtorhüter Gordon Banks, mit dem im Jahr 2006 alles begann. Banks wurde 1937 in Sheffield geboren und galt als zweitbester Torhüter des 20. Jahrhunderts (nach dem Russen Lew Jaschin). Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an das legendäre Weltmeisterschaftsendspiel England gegen Deutschland 1966; da stand Gordon Banks im Tor. Die Queen ehrte ihn für seine Leistungen mit dem Order of the British Empire.

Noch eine weitere Fußballlegende finden wir vor dem Rathaus verewigt: Derek Dooley, der 1929 in Pittsmoor, einem Vorort von Sheffield geboren wurde. Er spielte für den lokalen Club Sheffield Wednesday und war nach seinem Karriereende sowohl für die Owls (wie die Spieler von Sheffield Wednesday genannt werden) als auch für den Rivalen Sheffield United als Manager tätig. Dooley starb im Jahr 2008.

Neben mehreren weiteren Sportlern (darunter Sebastian Coe, Jessica Ennis und Clinton Woods) ist unter den Sheffield Legends auch eine Schriftstellerin vertreten, die 1939 in der Stadt geborene Margaret Drabble. Einige Romane der mehrfach ausgezeichneten Autorin (sie ist u.a. CBE, also Commander of the Order of the British Empire) sind auch ins Deutsche übersetzt worden wie „The Gates of Ivory“ (dt. „Die Tore aus Elfenbein“) und „The Witch of Exmoor“ (dt. „Die Hexe von Exmoor“).

Weitere Legenden sind der Krebsspezialist Professor Barry Hancock, die Astronautin Helen Sharman, der Ex-Monty Python Michael Palin und die Rockband Def Leppard.

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Published in: on 24. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Rear of the Year Award – Wer besitzt Englands schönsten Po?

Seit 1981 wird jährlich in Großbritannien ein Preis vergeben, der Englands schönsten Po kürt, der Rear of the Year Award. Zuerst stand lediglich der weibliche Po im Mittelgrund, ab 1997 auch der männliche. In Londons noblem Dorchester Hotel findet seit einigen Jahren die Preisvergabe statt, unter großer Anteilnahme der Medien versteht sich. Ausgezeichnet werden übrigens nur die Pos Prominenter, die vielleicht viel attraktiveren Pos aus dem gewöhnlichen Volk bleiben außen vor.

Sehen wir uns doch einmal die stolzen „Träger“ dieser mehr oder weniger hervorstehenden Körperteile an:
Bereits 1976, fünf Jahre vor der regelmäßigen Vergabe des Preises, suchte man den schönsten Po des Königreiches und der gehörte der Schauspielerin Barbara Windsor, die durch zehn „Carry On“-Filme und die Dauer-TV-Serie EastEnders jedes Kind in England kannte.
1981 wurde die Schauspielerin Felicity Kendal ausgezeichnet, die ich noch aus der 22teiligen Fernsehserie „Rosemary & Thyme“ (2003-2006) kenne. In den Jahren 1982 bis 1985 folgten Sängerinnen, nämlich Suzi Quatro, Lulu, Elaine Paige und Lynsey de Paul.

1994 vergab man den Preis auch, zuerst nur einmalig, an einen Mann, an Richard Fairbrass, der vielleicht manchen noch von der Popgruppe Right Said Fred bekannt ist („I’m Too Sexy“). Dann ab 1997 ebenfalls regelmäßig, beginnend mit Take That-Sänger Gary Barlow, dem zwei Jahre später Bandmitglied Robbie Williams folgte.

Die einzige Frau, die gleich zweimal den Rear of the Year Award erhielt, ist Carol Vorderman, die durch zahlreiche Fernsehshows bekannt geworden ist.

Vor wenigen Tagen wurden die Preise für das Jahr 2015 vergeben. And the winner is…Kym Marsh, in Deutschland eher weniger bekannt, im Königreich ein Star der Endlos-Serie „Coronation Street“. Der männliche Preisträger allerdings ist auch hierzulande sehr populär, nämlich Daniel „Harry Potter“ Radcliffe.

Swindon (Wiltshire) Teil 2: Prominente aus dem Showbusiness

Swindons High Street.    © Copyright Jaggery and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Swindon in Wiltshire zählt heute so etwa 185 000 Einwohner und darunter waren in den letzten Jahrzehnten so einige, die im Showbusiness Karriere gemacht haben. Ich habe einmal einige Beispiele zusammengestellt:

Rick Davies wurde am 22. Juli 1944 in Swindon geboren. Er war der Gründer der Band Supertramp, und er verbrachte seine Kindheit und Jugend im Haus seiner Eltern in 43 Eastcott Hill, einer abschüssigen Straße mit schmucklosen Reihenhäusern. Hier entstand seine Begeisterung für Musik und hier begann seine Karriere als ein weltweit bekannter und gefeierter Künstler. Hier ist ein Konzertmitschnitt.

Gilbert O’Sullivan war mit Davies befreundet, sie spielten zusammen in einer Band und später war O’Sullivan Trauzeuge bei Davies‘ Hochzeit. Er wurde 1946 in Irland geboren und zog mit seinen Eltern nach Swindon, wo er im Frobisher Drive wohnte. Dieser Straße widmete er 1988 ein Lied, das merkwürdigerweise nur in Deutschland veröffentlicht wurde. Er hatte hier mit seinen Songs „Clair„, „Alone Again“ und „Get Down“ große Erfolge gehabt, aber auch in seinem Heimatland war er mehrfach unter den Top Ten vertreten.

– Die Schauspielerin Diana Dors hatte ich in meinem gestrigen Blogeintrag schon erwähnt. Sie wurde als Diana Mary Fluck am 23. Oktober 1931 in Swindon geboren und ihre Schauspielkarriere begann etwa zur gleichen Zeit wie die von Marilyn Monroe auf der anderen Seite des Atlantik, mit der sie immer wieder auf Grund ihres Aussehens verglichen wurde. Die Filme, in denen sie mitspielte, gehören nicht gerade zu den Klassikern, aber sie hatte doch eine ziemlich große Fangemeinde. Sie starb schon sehr früh im Alter von nur 52 Jahren. Diana Dors‘ Elternhaus stand in der Marlborough Road 210, ein hübsches einstöckiges Haus an einer vielbefahrenen Straße, der B4006.

– Auch die Schauspielerin und Sängerin Billie Piper wurde in Swindon geboren und zwar am 22. September 1982. Im Alter von 15 Jahren hatte sie einen Nummer-Eins-Hit in England mit „Because We Want To„; das hatte vor ihr noch nie jemand geschafft. Als Schauspielerin wurde sie später vor allem durch ihre Auftritte in den TV-Serien „Dr Who“ und „Secret Diary of a Call Girl“ bekannt.

– Mitte der 1970er Jahre formierte sich in Swindon die Rockband XTC um den Sänger Andy Partridge. Ihr größter Erfolg war „Making Plans For Nigel“ aus dem Jahr 1979, das Platz 17 der britischen Single-Charts erreichte. Bassist Colin Moulding und Drummer Terry Chamber sind echte Swindonians, sie wurden in der Stadt geboren, während Andy Partridge auf Malta geboren wurde und mit seinen Eltern später nach Wiltshire zog.

– Swindons vielleicht attraktivster „Export“ ist Melinda Messenger, die am 23. Februar 1971 in der Stadt geboren wurde. Bewundern konnte man sie eine Zeitlang auf Seite 3 der „Sun“, wo sie ihre körperlichen Reize zur Schau stellte. Vom Page 3 Girl wechselte sie ins Fernsehen über, wo sie zahlreiche TV-Shows moderierte.

Rick Davies. Author: Robert Möckel. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Rick Davies.
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Gilbert O'Sullivan. Author: rolli22. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Gilbert O’Sullivan.
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Published in: on 2. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die UKIP und ihr einziger gewonnener Wahlbezirk: Clacton-on-Sea (Essex)

Die Pier von Clacton-on-Sea.    © Copyright Keith Evans and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Es ist schon merkwürdig: Da erhält die UK Independence Party (UKIP) bei den Parlamentswahlen in der vorigen Woche 3,7 Millionen Stimmen und wieviel Abgeordnete schickt sie ins Unterhaus? 1 (in Worten: einen). Der Rest der Stimmen kam in die Tonne. Damit ist UKIP nach den Tories und nach Labour die drittstärkste Partei im Land, vor den LibDems und der Scottish National Party. Das Wahlrecht Großbritanniens ist Schuld daran, wonach lediglich der Kandidat eines Wahlkreises mit den meisten Stimmen ins Parlament zieht. Sogar UKIP-Chef Nigel Farage konnte sich in seinem Wahlkreis South Thanet in Kent nicht durchsetzen und musste sich seinem konservativen Gegner Craig Mackinlay geschlagen geben. Farage = 32,4%, Macinlay = 38,1%. Übrigens kam die UK Independence Party in 125 Wahlkreisen auf den zweiten Platz, mit dem Schwerpunkt im Süden und Südosten des Landes.

Lediglich ein Wahlkreis konnte von einem UKIP-Mann gewonnen werden: Clacton-on-Sea von Douglas Carswell. Der Politiker hatte erst im August vorigen Jahres die Tories verlassen und war Farages UKIP beigetreten. Da er sein Abgeordnetenmandat zurückgeben musste, kam es in Clacton zu Nachwahlen, bei denen das frischgebackene UKIP-Mitglied haushoch gewann und als erster für die euroskeptische Partei ins Parlament einzog. Bei den Unterhauswahlen jetzt am 7. Mai erhielt Carswell 44% aller Stimmen.

Nun fragt man sich natürlich, warum die UKIP ausgerechnet in der 53 000 Einwohner großen Stadt an der Küste von Essex so erfolgreich wie in keinem anderen Ort Großbritanniens war. Das liegt sicher zum Teil an der Bevölkerungsstruktur. Das Durchschnittsalter der Einwohner liegt bei über 50 Jahren, nur ein geringer Teil wurde nicht in Großbritannien geboren und ebenfalls ein geringer Anteil ist nicht von weißer Hautfarbe. Dazu kommt, dass Clacton, wie viele andere Küstenorte auch, in den letzten Jahrzehnten einen Niedergang erlebt hat, weil sich die Tourismusströme in andere Regionen Europas verlagert haben. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, Hotels und Pensionen stehen leer. Dies ist das ideale Umfeld für die UKIP, die für eine strikte Einwanderungsbegrenzung ist und Großbritannien aus der EU herausführen möchte. Die Menschen in Clacton, die für Douglas Carswell gestimmt haben, möchten ihre Stadt wieder so sehen wie sie einmal war, als Touristenmagnet, und das ist ihrer Meinung nach nur mit der Partei Nigel Farages möglich.

Nur ein paar Schritte von Clacton-on-Sea entfernt liegt eine weitere UKIP-Hochburg, Jaywick, ein Ort, der zu den heruntergekommendsten des Landes gehört (hier ist eine Fotoserie). Hohe Arbeitslosigkeit, niedrige Einkommen, geringe Lebensqualität, leerstehende Häuser sind die Merkmale dieser Bungalow-Siedlung, die vom Staat offensichtlich vergessen worden ist; hier liebt man das politische Programm der UKIP, die vehement für eine Änderung des derzeitigen Wahlrechts kämpft. Wer könnte ihr das verdenken?

 

Published in: on 13. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Britische Premierminister und ihre Oxford Colleges

Christ Church College.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Christ Church College.
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Wer in Großbritannien Ambitionen hat, einmal Premierminister zu werden, der sollte unbedingt in Oxford studieren, dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, diese politische Spitzenposition zu bekommen, als bei einem Studium in irgendeiner anderen Universitätsstadt. 25 Männer und eine Frau, die ein Studium in Oxford absolviert haben, schafften es, zumindest für ein paar Jahre in die Downing Street 10 einzuziehen.

Das Christ Church College kann sich stolz als Rekordinhaber bezeichnen, denn exakt die Hälfte aller P.M.s hat an dieser 1524 von Thomas Wolsey gegründeten Anstalt studiert. Aber in den letzten Jahrzehnten scheint das College in dieser Hinsicht etwas zu schwächeln, denn der letzte Premierminister, der hier seinen Abschluss gemacht hat, war Sir Alec Douglas-Home und der „regierte“ vom Oktober 1963 bis zum Oktober 1964. Weitere Christ Church-Absolventen waren u.a. Sir Anthony Eden, Premierminister von 1955-1957, der Marquess of Salisbury, der diese Position von 1885 bis 1902 dreimal bekleidete und William Ewart Gladstone, der im Zeitraum von 1868 bis 1894 gleich viermal P.M. war.

Die anderen Colleges wollten Christ Church natürlich nicht nachstehen und produzierten ebenfalls Spitzenpolitiker. Der gegenwärtige Premierminister David Cameron studierte am Brasenose College Philosophie, Politikwissenschaft und Ökonomie und zählte auf Grund seiner Fähigkeiten zu den Ausnahmestudenten dieser Ausbildungsstätte.

Camerons Vorgänger Tony Blair, der die Schicksale Großbritanniens von 1997 bis 2007 lenkte, hatte sein Studium im St John’s College absolviert. Die 1555 gegründete Universität an der St Giles Road zählt zu den wohlhabendsten der Stadt, an der auch schon bedeutende Schriftsteller wie Kingsley Amis, Robert Graves und Philip Larkin ihre Ausbildung absolvierten.

Die Eiserne Lady Margaret Thatcher (Premierministerin von 1979 bis 1990) studierte am Somerville College, das erst 1879 gegründet wurde und an dem ursprünglich nur Frauen zugelassen waren; erst seit 1994 dürfen hier auch Männer hinein. Das nach einer schottischen Mathematikerin und Astronomin benannte College ist an der Woodstock Road angesiedelt.

Der zweimalige Premierminister Harold Wilson (1964-1970 und 1974-1976) genoss seine Ausbildung im Jesus College an der Turl Street, 1571 von Elizabeth I. gegründet. Wilson studierte erst Neuere Geschichte, bis er dann, wie auch David Cameron, auf Philosophie, Politikwissenschaft und Ökonomie umschwenkte. Er bestand sämtliche Prüfungen mit Auszeichnung und soll einer der besten Studenten an St. John’s gewesen sein.

Wer wird nach David Cameron in Downing Street 10 einziehen? Der Oppositionsführer Ed Miliband? Der studierte übrigens auch in Oxford, am Corpus Christi College in der Merton Street, 1517 gegründet.

David Camerons Brasenose College.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Tony Blairs St John's College.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tony Blairs St John’s College.
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Margaret Thatchers Somerville College. Author: Philip Allfrey. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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Harold Wilsons Jesus College. Author: John Ward. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Harold Wilsons Jesus College.
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Ed Milibands Corpus Christi College.    © Copyright Marathon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 14. April 2015 at 02:00  Comments (2)  
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The Crown Steward and Bailiff of the three Chiltern Hundreds of Stoke, Desborough and Burnham

Die Chilterns bei Turville.    © Copyright Edmund Shaw and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Chilterns bei Turville.
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Was für eine klangvolle Bezeichnung für einen Titel in England: The Crown Steward and Bailiff of the three Chiltern Hundreds of Stoke, Desborough and Burnham. So einem Titelträger muss man sicher voller Hochachtung und Demut gegenübertreten, oder? Nun, muss man nicht, denn dahinter verbirgt sich niemand anderes als ein Mitglied des britischen Unterhauses, das unbedingt aus dem Parlament aussteigen will. Es ist sozusagen ein Notausgang aus dem House of Commons.

Man kann als gewähltes Mitglied des Unterhauses nicht so ohne weiteres aus demselben austreten und den Job hinschmeißen. Wenn das irgendjemand, aus welchem Grund auch immer, machen möchte, dann muss er beim Schatzkanzler, das wäre zurzeit George Osborne, einen Antrag stellen, Crown Steward zu werden. Wenn der dem Antrag zustimmt, dann ist alles in Ordnung, dann kann der parlamentsüberdrüssige M.P. seine Sachen packen und dem Palace of Westminster den Rücken kehren, denn: Der Crown Steward untersteht, wie der Titel schon sagt, der Krone und er bekommt dafür ein nicht sehr üppiges Gehalt. Wer aber Gehaltsempfänger der Krone ist, darf sein Amt als Member of Parliament nicht mehr ausüben. Clever ausgedacht, oder? Übrigens sind mit dem schwülstigen Titel keine Aufgaben verbunden!

Noch ein paar Bemerkungen zu dem langen Titel: Die Chilterns sind ein Höhenzug, der sich über Buckinghamshire und Teile von Oxfordshire und Bedfordshire erstreckt. Hundreds ist eine alte Bezeichnung für einen Abschnitt einer Grafschaft, der 100 kampfbereite Männer für die Krone auf die Beine stellen konnte. Die drei Chiltern Hundreds waren Stoke, Desborough und Burnham (wir befinden uns hier mitten in Inspector Barnabys fiktivem Midsomer County!). Stoke umfasst u.a. die Orte Denham, Colnbrook und Stoke Poges, zu Desborough gehören die Dörfer Turville, Hambleden und Little Marlow und Burnham schließlich umfasst z.B. Amersham, Beaconsfield und Chesham. Alle diese genannten Dörfer und Städte habe ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt.

Einige ehemalige M.P.s, die den Titel des Crown Stewards schon innehatten:

– Im Herbst letzten Jahres stellte Mark Reckless den Antrag auf den Titel, der den Wahlbezirk Rochester und Strood vertrat. Der ehemals zu der Conservative Party gehörende Politiker schwenkte zu der UK Independence Party (UKIP) um, wurde bei Nachwahlen für die neue Partei wiedergewählt und zog erneut ins Unterhaus ein.

Tony Blair wurde 2007 Crown Steward, weil er Sondergesandter des sogenannten Nahost-Quartetts werden wollte, was sich nicht mit seinem Amt als M.P. für den Wahlbezirk Sedgefield (County Durham) vertrug.

– Auch der Labour-Abgeordnete Neil Kinnock wurde 1995 Chef der drei „Hundreds“, nachdem er das Unterhaus verließ, um Transport Commissioner bei der EU zu werden.

Es gibt übrigens noch einen vergleichbaren Titel, den Crown Steward and Bailiff of the Manor of Northstead, der die gleiche Funktion erfüllt. Das Manor of Northstead existiert schon lange nicht mehr; es lag einmal dort, wo sich jetzt die Küstenstadt Scarborough in North Yorkshire breit gemacht hat. Der letzte Amtsinhaber war Douglas Carswell, der den Wahlbezirk Clacton (Essex) vertrat und, wie Mark Reckless, von den Konservativen zur UKIP übertrat. Über die Zwischenstation des Crown Stewards of Northstead erzwang er Neuwahlen in Clacton und wurde für seine neue Partei wiedergewählt.

Stoke Poges (Buckinghamshire) im Stoke Hundred.    © Copyright Nigel Cox and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Stoke Poges (Buckinghamshire) im Stoke Hundred.
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Turville im Desborough Hundred. Eigenes Foto.

Turville (Buckinghamshire) im Desborough Hundred.
Eigenes Foto.

Beaconsfield (Buckinghamshire) im Burnham Hundred. Eigenes Foto.

Beaconsfield (Buckinghamshire) im Burnham Hundred.
Eigenes Foto.

 

Die kürzlich verstorbene Herzogin von Devonshire, St Peter’s in Edensor (Derbyshire) und Elvis Presley

Chatsworth House in Derbyshire.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Chatsworth House in Derbyshire.
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Am 24. September diesen Jahres verstarb Deborah Vivien Cavendish, die Duchess of Devonshire auf ihrem Wohnsitz Chatsworth House in Derbyshire, vielleicht neben dem Blenheim Palace in Woodstock (Oxfordshire) eines der großartigsten Stately Homes in Großbritannien. Die Herzogin wurde 94 Jahre alt und war die letzte Überlebende der sechs Mitford-Schwestern. 1941 heiratete sie Andrew Cavendish, den 11. Duke of Devonshire, der 2004 starb. Die Herzogin war maßgeblich daran beteiligt, dass das wunderbare Chatsworth House der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, wodurch sie auch eine sprudelnde Geldquelle eröffnete, denn das Haus in Derbyshire erfreut sich bei Touristen großer Beliebtheit.

Am 2. Oktober wurde Chatsworth House für Besucher geschlossen, denn an diesem Tag fanden die Beisetzungsfeierlichkeiten für die Herzogin statt, an denen alle Angestellten des Hauses teilnahmen (von mehr als 600 war die Rede). Die prominentesten Gäste waren Prince Charles und seine Ehefrau Camilla, die dem aus Weidenruten geflochtenen Sarg folgten. Der Trauerzug bewegte sich vom Chatsworth House zur Kirche St Peter’s, die auf dem Gelände des Anwesens in dem Dorf Edensor steht und auf dessen Kirchhof viele der Cavendishs beigesetzt sind. Hier in der Kirche, die in den 1860er Jahren im Auftrag des 7. Herzogs von Devonshire von dem berühmten Architekten Sir George Gilbert Scott ausgebaut wurde, fand die Trauerfeier für die verstorbene Herzogin statt. Etwas ungewöhnlich war die Musikauswahl, denn man spielte u.a. Elvis Presleys Gospel „How Great Thou Art“ (hier zu hören). Deborah Cavendish war eine glühende Verehrerin des amerikanischen Sängers und besaß eine Sammlung von Erinnerungsstücken, u.a. ein Stück des Zauns von Elvis‘ Haus Gracelands. In einer der Toiletten in Chatsworth hatte sie eine lebensgroße Pappfigur des Rockstars aufgestellt und sie besaß ein Telefon, das als Klingelton „Jailhouse Rock“ spielte.

Nach der Trauerfeier wurde die Herzogin auf dem Kirchhof von St Peter’s beigesetzt, dort, wo sich auch John F. Kennedys Schwester Kathleens Grab befindet, die mit William Cavendish, dem ältesten Sohn vom 10. Duke of Devonshire verheiratet war (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Hier ist ein Film über die Beisetzungsfeierlichkeiten und hier ein Interview mit der Herzogin im Alter von 90 Jahren.

Das Buch zum Artikel:
Deborah Devonshire: Wait For Me! – Memoirs of the Youngest Mitford Sister. John Murray 2011. 384 Seiten. ISBN 978-1848541917.

St Peter's in Edensor.   © Copyright Humphrey Bolton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter’s in Edensor.
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St Peter's Churchyard in Edensor.   © Copyright Trevor Littlewood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 21. Oktober 2014 at 02:00  Comments (2)  

C. B. Fry (1872-1956) – Einer der größten „Allrounder“, die es je in England gegeben hat

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Charles Burgess Fry, der allgemein C.B. Fry genannt wurde, war ein ganz erstaunlicher Mensch, der so viele Talente besaß, dass man das kaum für möglich hält. Er konnte einfach alles: Er war Sportler, Politiker, Schriftsteller und einmal sollte er sogar König von Albanien werden.

Geboren wurde C.B. am 25. April 1872 in Croydon (Greater London). Er besuchte die berühmte Repton School, ein Internat in Derbyshire, zu deren Schülern u.a. Roald Dahl, Christopher Isherwood, Basil Rathbone und Jeremy Clarkson gehörten. Schnell stellte sich heraus, dass er ein ausgezeichneter Sportler war, der in mehreren Sportarten hervorragende Leistungen erbrachte. Fry galt als einer der besten Cricketspieler seiner Zeit, der für Sussex und Hampshire spielte, aber auch im Nationalteam mitwirkte. Er muss diese Begabung an seinen Sohn Stephen und seinen Enkel Charles vererbt haben, denn auch diese beiden waren erstklassige Cricketspieler.

Auch im Fußball war C.B. Fry großartig. Schon in der Repton School war er Kapitän der Schulmannschaft; später wurde er Profi bei den Saints vom Southampton F.C. und spielte sogar einmal in der englischen Nationalmannschaft.
Doch das war noch nicht alles. Neben seinen Fähigkeiten als Rugbyspieler war C.B. Fry auch ein  exzellenter Leichtathlet, der 1892 einen neuen englischen Rekord im Weitsprung aufstellte und ein Jahr später sogar den Weltrekord mit 7,17 m einstellte, den er sich mit dem Amerikaner Charles Reber teilte. Sehr gut war er auch im Hochsprung, als Sprinter und als Hürdenläufer.

Doch nicht nur als Sportler tat sich Fry hervor. Weitere Stationen in seinem Leben waren: Eine kurze Zeit als Lehrer an der Charterhouse School in Godalming in Surrey, Journalist, Captain in der Royal Navy Reserve, Arbeit beim Völkerbund in Genf.

In der Politik engagierte sich C.B. Fry für die Liberal Party und trat in den Jahren 1922 bis 1924 bei den Wahlen in Brighton, Banbury und Oxford für diese Partei an, ohne jedoch dort gewinnen zu können (man kann eben nicht alles haben).

Ab 1936 arbeitete er bei der BBC als Radiokommentator und irgendwie schaffte er es auch noch, nebenbei mehrere Bücher zu schreiben, vor allem über Cricket wie „Great Batsmen: Their Methods at a Glance“ und „Great Bowlers and Fielders: Their Methods at a Glance„. Seine Autobiografie „Life Worth Living: Some Phases Of An Englishman“ veröffentlichte er 1939 und darin waren Sympathien für Hitlers Nazi-Deutschland zu erkennen. Vielleicht war das auf seine psychischen Probleme zurückzuführen, denn dieser einzigartige Mann litt seit den 1920er Jahren tragischerweise zunehmend unter einer paranoiden Persönlichkeitsstörung.

Fry starb am 7. September 1956 im Londoner Stadtteil Hampstead und seine Asche wurde dort beigesetzt, wo seine Ausbildung begann, ganz in der Nähe der Repton School, auf dem Kirchhof der St. Wystan’s Church in Repton (Derbyshire).

Hier sind einige historische Filmaufnahmen aus dem Jahr 1950 über C.B. Fry zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Iain Wilton: C.B. Fry – An English Hero. Richard Cohen 1999. 498 Seiten. ISBN 978-1860661709. (Vergriffen, aber antiquarisch leicht zu bekommen)

Hier begann C.B. Frys Ausbildung, in der Reton School. i   © Copyright Paul Buckingham and   lcensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier begann C.B. Frys Ausbildung, in der Repton School.
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Hier wurde C.B. Frys Asche beigesetzt, in der St  in Repton (Derbyshire).    © Copyright Tim Heaton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier wurde C.B. Frys Asche beigesetzt, in der St Wystan’s Church in Repton (Derbyshire).
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Frys Grabstein. Author: Diego Sideburns. Creative Commons 2.0

Frys Grabstein.
Author: Diego Sideburns.
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Published in: on 26. Juli 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Thomas Cook und die erste Pauschalreise in der Geschichte des Tourismus

Die Thomas Cook-Statue am Bahnhof von Leicester. This work is released into the public domain.

Die Thomas Cook-Statue am Bahnhof von Leicester.
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Die Thomas Cook Group ist eines der weltweit größten Touristikunternehmen mit einem Umsatz von über 10 Milliarden Euro. Es führt noch immer den Namen seines Gründers Thomas Cook, der, als er am 18. Juli 1892 starb, sich diesen Erfolg niemals hätte vorstellen können.

Thomas Cook wurde 1808 in Melbourne, einer kleinen Marktstadt in Derbyshire, geboren. Schon früh wandte er sich dem baptistischen Glauben zu und war ein fanatischer Abstinenzler. Wenn er damals geahnt hätte, dass später einmal unter seinem Namen All Inclusive-Reisen verkauft werden, bei denen alkoholische Getränke inbegriffen sind…

Die Idee, den Menschen damals preisgünstige Reisen anzubieten, entsprang dann auch aus dem Wunsch Thomas Cooks, genau diese Menschen vom Alkohol abzubringen. Da zu dieser Zeit gerade ein Schienennetz in England gebaut wurde und Eisenbahnen in Mode kamen, organisierte Cook am 5. Juli 1841 die allererste Pauschalreise in der Geschichte des Tourismus. Er mietete einen Zug, der die 570 Passagiere von der Stadt Leicester in das 17 km nördlich gelegene Loughborough brachte. Für einen Shilling pro Kopf bekamen die Reisenden nicht nur ihre Hin- und Rückfahrkarte, sondern auch noch ein Picknick mit Tee und belegten Brötchen, wozu eine Blaskapelle spielte, und einen kleinen Reiseführer für die Route, den Cook selbst geschrieben und gedruckt hatte. Nach dem Picknick konnte man sich im Park von Loughborough mit Spielen die Zeit vertreiben, bis es dann zum Höhepunkt der Reise kam (jedenfalls aus der Sicht von Thomas Cook), einer Massendemonstration gegen die Gefahren des Alkoholkonsums (der Thomas Cook Temperance Dance in Loughborough ist hier zu sehen). Glücklich und zufrieden kam die Reisegesellschaft um 22.30 Uhr wieder auf der Campbell Street Station in Leicester an.

Diese Reise war dermaßen erfolgreich, dass Thomas Cook weitere organisierte und da das Schienenetz immer größer wurde, lagen die Ziele auch immer weiter entfernt. In den 1850er Jahren gab es schon Reiseangebote außerhalb Englands und im Jahr 1866 arrangierte Thomas Cook die erste Reise in die USA. Der Grundstein für den späteren Massentourismus war gelegt.

Leicester, die Stadt in der Thomas Cook starb, war für ihn immer besonders wichtig gewesen und so ist es auch nicht verwunderlich, dass man den berühmten Mann hier in Ehren hält. Es gibt das Thomas Cook Building in der heutigen Einkaufs- und Fußgängerzone Gallowtree Gate, das 1894 gebaut wurde, ein Denkmal vor dem Bahnhof, das ihn in Lebensgröße zeigt und mehrere Plaketten an Häuserwänden, die auf ihn aufmerksam machen. Begraben wurde er auf dem Welford Road Cemetery.

Auch in Cooks Geburtsort Melbourne in Derbyshire hat man ihn nicht vergessen; an seinem Geburtshaus an der Ecke Quick Close und George Street hat man eine Plakette angebracht. An der High Street finden sich die Thomas Cook Memorial Cottages, die der Sohn der Stadt 1890/91 hat bauen lassen, um Bedürftigen, die dem baptistischen Glauben huldigten, eine angemessene Unterkunft zu bieten.

Das Buch zum Artikel:
Piers Brendon: Thomas Cook – 150 Years of Popular Tourism. Secker & Warburg 1991. 372 Seiten. ISBN 978-0436199936.

Ziel der ersten Pauschalreise von Thomas Cook, der Bahnhof von Loughborough.    © Copyright Ashley Dace and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Thomas Cooks Grab auf dem Welford Road Cemetery in Leicester.    © Copyright Ashley Dace and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Hinweistafel an Cooks Geburtshaus in Melbourne (Derbyshire).    © Copyright Jerry Evans and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die Thomas Cook Memorial Cottages in Melbourne (Derbyshire).    © Copyright Trevor Rickard and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 1. Juni 2014 at 02:00  Comments (2)  
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St Mary Magdalen and St Lawrence in Davington (Kent) – Hier fand am 21. April die Trauerfeier für Peaches Geldof statt

St Mary Magdalen and St Lawrence in Davington (Kent).    © Copyright pam fray and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary Magdalen and St Lawrence in Davington (Kent).
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Gestern, am 21. April, fanden sich in der Kirche St Mary Magdalen and St Lawrence in Davington (Kent) viele Prominente ein, um  Peaches Geldof ihre letzte Ehre zu erweisen. Die hübsche 25jährige Tochter von Sir Bob Geldof war am 7. April aus noch immer ungeklärten Ursachen in ihrem Haus am Fairseat Lane in der Nähe des Dorfes Wrotham in der Grafschaft Kent gestorben. Wrotham liegt zwischen den beiden Autobahnen M20 und M26, der Fairseat Lane nördlich der M20, eine schmale Straße, die tunnelartig von Bäumen zugewachsen ist. Dort wohnte Peaches Geldof mit ihrem Mann Tom Cohen und ihren beiden kleinen Kindern.

Die Kirche in Davington, am Rande von Faversham gelegen, hat für die Familie Geldof eine besondere Bedeutung. Hier fand schon die Trauerfeier für Peaches‘ Mutter Paula Yates statt, die am 17. September 2000 in ihrer Londoner Wohnung an einer Überdosis Heroin starb und die auf dem Friedhof von St Mary Magdalen and St Lawrence beigesetzt ist. Peaches und Tom Cohen heirateten am 8. September 2012 in der selben Kirche und das Anwesen ihres Vaters, Davington Priory (hier ein Foto), grenzt direkt an die Kirche an. Bob Geldof und Paula Yates ließen sich 1986 hier ebenfalls trauen.

Zur gestrigen Trauerfeier erschienen u.a. Kate Moss, Ex-Rolling Stone Bill Wyman, die Duchess of York und viele andere Prominente aus dem Showbusiness. Hier einige Bilder.

St Mary Magdalene and St Lawrence wurde 1153 gebaut und ist damit eines der ältesten Gebäude in der Region Faversham. Peaches wuchs als Kind in der Davington Priory ihres Vaters auf, der das Grundstück vor 30 Jahren gekauft hatte.

Hier bei Wrotham in Kent wohnte Peaches geldof.    © Copyright Ian Yarham and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier bei Wrotham in Kent wohnte Peaches Geldof.
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Ashington (Northumberland) – Das einst größte Bergbaudorf der Welt und seine bekannten Söhne und Töchter

Die Station Road in Ashington.    © Copyright Russel Wills and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Station Road in Ashington.
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Als in Ashington, nördlich von Newcastle upon Tyne in Northumberland, noch Kohle abgebaut wurde, ging es hier sehr lebhaft zu, und der Ort galt als das größte Bergbaudorf der Welt, wobei man den Begriff „Dorf“ sehr großzügig auslegte, denn noch heute hat Ashington rund 27 000 Bewohner. Als nach und nach die Kohleminen schlossen, zog wie auch in so vielen anderen Dörfern und Städten des Nordens, die vom Bergbau abhängig waren, die Tristesse hier ein. Man stemmte sich aber gegen den Niedergang von Ashington und erschuf u.a. den Wansbeck Riverside Country Park, den Queen Elizabeth II Country Park und das Woodhorn Colliery Museum, um den Tourismus anzukurbeln.

Ashington ist der Geburtsort von einer ganzen Reihe bekannter Sportler und Musiker, die ich hier kurz erwähnen möchte:

Jackie Milburn war der erste Profifußballer aus Ashington, der national Karriere machte. Von 1943 bis 1957 spielte er für den Club Newcastle United und war später als Trainer tätig, zuletzt bei Ipswich Town. Als er 1988 im Alter von 64 Jahren in seiner Heimatstadt starb, wohnten dem Begräbnis 30 000 Menschen bei. Man errichtete Jackie Milburn ein Denkmal in der Station Road. Milburn hatte zwei Neffen, die im englischen Fußball wesentlich berühmter wurden als ihr Onkel: Bobby und Jack Charlton.

Sir Bobby Charlton, 1937 geboren, ist eine Fußballikone in England, in etwa vergleichbar mit Uwe Seeler in Deutschland. Er spielte von 1954 bis 1973 für Manchester United und ließ dann seine Karriere bei den kleinen Vereinen von Preston und Waterford ausklingen. In der Nationalmannschaft trat Bobby Charlton 106mal an. In Ashington hat man ihm (noch) keine Statue errichtet, aber in Manchester kann man ihn vor dem Old Trafford Stadion zusammen mit George Best und Denis Law bewundern, die zusammen 665 Tore für ManU erzielten. Hier ist Sir Bobby im Film zu sehen.

– Bobbys älterer Bruder Jack Charlton war seinem Club ebenso treu; er spielte auschließlich für Leeds United, und das von 1952 bis 1973, heute im Profifußball kaum noch denkbar. Seine Karriere beendete Jack als Trainer für die irische Nationalmannschaft. Hier ist ein Mini-Porträt von ihm.

– Und noch ein Profifußballer wurde in Ashington geboren: Martin Taylor spielte u.a bei den Blackburn Rovers, bei Birmingham City und ist zurzeit bei Sheffield Wednesday unter Vertrag.

Doch Ashington hat nicht nur Fußballspieler hervorgebracht, sondern auch zwei Opernsängerinnen.

– Die Sopranistin Sheila Armstrong wurde 1942 in dem Kohlerevier geboren, ging nach Newcastle und London, um dort Gesang zu studieren und baute sich erst national eine Karriere auf, u.a. im Royal Opera House  Covent Garden, trat dann aber auch international in Erscheinung wie in Italien, in den USA und auch in Deutschland. Hier ist Sheila Armstrong zu hören.

– Auch die 1954 in Ashington geborene Janice Cairns ist Sopranistin und trat u.a. in der Opera North in Leeds und in der Scottish Opera in Glasgow auf. Hier ist Janice Cairns in einer Aufführung von Benjamin Brittens „Peter Grimes“ zu sehen.

– Zum Abschluss noch ein weiterer Sänger aus Ashington, der allerdings nie etwas mit Opernmusik zu tun hatte, sondern mit der sehr leichten Muse, dem Schlager. Es ist Billy Sanders, den es auch eine Zeit lang nach Deutschland verschlagen hatte und der hier vor allem mit einem Schlager bekannt wurde, dem Gartenzwerg-Marsch („Adelheid, Adelheid, schenk‘ mir einen Gartenzwerg!“). Sanders starb 2001 in dem südlich von Ashington gelegenen Ort Blyth. Hier ist Billy Sanders noch einmal mit seinem Erfolgshit aus dem Jahr 1962 zu hören.

Hier ist ein kleiner nostalgischer Film über Ashington.

Das Denkmal für Jack Milburn in der Station Road von Ashington.    © Copyright MSX and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Denkmal für Jackie Milburn in der Station Road von Ashington.
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Huddersfield University – Universität des Jahres 2013, die einen weltberühmten Schauspieler als Kanzler hat

Der Queensgate Campus der Universität von Huddersfield. Author: University of Huddersfield. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Der Queensgate Campus der Universität von Huddersfield.
Author: University of Huddersfield.
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Huddersfield in West Yorkshire ist in England keine Stadt mit einem besonders hohen Ansehen; manche der Süd-Bewohner des Landes würden vielleicht sogar sagen, das sei „tiefste Provinz“. Aber das stimmt so nicht: Die Universität von Huddersfield hat im vergangenen Jahr den Times Higher Education Award erhalten und ist zur University of the Year ernannt worden, nachdem sie schon 2012 zur Entrepreneurial University of the Year ernannt worden ist. Alle Achtung, wenn man sich gegen die starke Konkurrenz aus London, Oxford und Cambridge durchsetzen kann!

Inspiring Tomorrow’s Professionals“ ist das Motto der Hochschule, die erst 1992 den Status einer Universität erhalten hat. Rund 24 000 Studenten sind hier am Queensgate Campus eingeschrieben, d.h. etwa jeder siebente Einwohner von Huddersfield ist ein Student.

Der Kanzler ist ein berühmter Mann, der auch in Deutschland vor allem Filmfreunden ein Begriff sein dürfte: Sir Patrick Stewart. Der Schauspieler wurde 1940 ganz in der Nähe von Huddersfield geboren, in der kleinen Stadt Mirfield. Die erste Rolle, in der ich ihn sah, war die des Wilkins in „Der kleine Lord“ (1980). Weltweit bekannt wurde Stewart dann vor allem durch die Star Trek-Filme, in denen er Captain Jean-Luc Picard spielte. Es folgten zahllose Filme und Sprechrollen; im Mai diesen Jahres wird er in „X-Men: Days of Future Past“ zu sehen sein.

Im November 2003 wurde er Kanzler der University of Huddersfield, der auch hin und wieder als Professor of Performing Arts Unterricht erteilt. Stewart setzt sich dafür ein, dass möglichst viele Studenten aus anderen Ländern ins Königreich kommen und wendet sich gegen die Einwanderungspolitik der Regierung Cameron. In Huddersfield sind etwa 12% der Studenten Ausländer.

Für den Schauspieler-Kanzler sind Innovation und die Zusammenarbeit zwischen der Universität von Huddersfield und der regionalen Wirtschaft Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft seiner Institution.

Sir Patrick Stewart, Kanzler der Universität von Huddersfield. Author: Peabody Awards. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Sir Patrick Stewart, Kanzler der Universität von Huddersfield.
Author: Peabody Awards.
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…und Morecambe (Lancashire) zum Dritten – Das Eric Morecambe Memorial an der Marine Road Central

   © Copyright Ian Murfitt

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Eric Morecambe (1926 – 1984) gehört zu den beliebtesten Komikern Großbritanniens. In einer Umfrage im Jahr 1999 wurde er zu der witzigsten Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts gewählt und selbst 21 Jahre nach seinem Tod wählte man ihn unter Komikerkollegen zum viertbesten Comedian aller Zeiten.

Am bekanntesten wurde Eric Morecambe, der eigentlich John Eric Bartholomew hieß, sich dann später nach seinem Geburtsort umbenannte, durch seine Auftritte mit seinem Partner Ernie Wise in der Morecambe and Wise Show, die die BBC von 1968 bis 1977 ausstrahlte. Die beiden Comedians wechselten anschließend zum Sender ITV, wo dann die Show unter dem gleichen Titel von 1978 bis 1983 lief. Besonders ihre Christmas Specials erzielten enorme Einschaltquoten und gehörten, wie die Weihnachtsansprache der Queen, zu einem festen Bestandteil der traditionellen weihnachtlichen „to-do-list“.

Eric Morecambe starb nach einer Aufführung im Roses Theatre in Tewkesbury (Gloucestershire), in dem man ihm zu Gedenken einen Eric Morecambe Room eingerichtet hat.

Seine Geburtsstadt ehrte den großen Komiker ebenfalls und zwar mit einer überlebensgroßen Statue an der Marine Road Central, eine der Hauptstraßen, die sich am Strand entlangzieht. Im Juli 1999 wurde die Statue enthüllt und zwar von niemand Geringerem als der Queen persönlich; ein deutliches Zeichen wie hoch Eric Morecambe immer noch geschätzt wurde. Graham Ibbeson aus Barnsley in South Yorkshire schuf die Statue, der auch Cary Grant in Bristol und Stan Laurel und Oliver Hardy in Ulveston mit Skulpturen verewigte. Ibbeson arbeitete sechs Jahre an der Bronzestatue, um die herum die berühmtesten Sprüche Eric Morecambes in den Boden eingraviert sind, so wie die Namen aller Gäste der Morecambe and Wise Shows. Um den Hals trägt der Komiker ein Fernglas, ein Hinweis des Bildhauers auf Morecambes Leidenschaft für „bird-watching„. Eine Vogelbeobachtungsstation wurde nach ihm in der Bucht von Morecambe benannt.

Gegenüber der Statue an der Marine Road Central kann man in Eric’s Café, das mit der Silhouette der Bronzeskulptur über der Eingangstür auf sich aufmerksam macht, einen Kaffee trinken oder ein Sandwich essen.
Auch ein Pub wurde in der Küstenstadt nach dem Komiker benannt, der Wetherspoon Pub The Eric Bartholomew in der Euston Road.

Das Geburtshaus Eric Morecambes steht in der Buxton Street 42, ein unscheinbares mitten in einer Häuserzeile gelegenes Gebäude am Ende einer Sackgasse.

Hier ist der berühmte „André Previn“ Sketch mit Eric Morecambe und Ernie Wise aus dem Jahr 1971.

Das Buch zum Artikel:
Gary Morecambe: Eric Morecambe – Life’s Not Hollywood It’s Cricklewood. BBC Books 2004. 256 Seiten. ISBN 978-0563521860.

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Wer war eigentlich… Tim Waterstone, nach dem die Buchhandelskette benannt wurde?

Waterstones in der High Street in Kensington.    © Copyright R Sones

Waterstones in der High Street in Kensington.
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Bei einem Besuch einer größeren englischen Stadt gehe ich gern in eine der Filialen der Waterstones-Buchhandelskette, von denen es zurzeit 288 geben soll. Hier ist alles schön übersichtlich angeordnet und die Auswahl ist beachtlich. Das Waterstones-Flaggschiff liegt in London mit der Adresse 203-206 Piccadilly, ein sechsstöckiges Gebäude mit ca 13 Kilometern Regalfläche.

Gegründet wurde die Buchhandelskette 1982 von dem 1939 in Schottland geborenen Tim Waterstone, der vorher im Brauereigewerbe und dann bei W.H. Smith gearbeitet hatte. Als man ihn dort entließ, eröffnete er in der Old Brompton Road in Kensington seine erste Buchhandlung. Waterstone legte Wert auf Fachpersonal und auch das Bücherangebot sollte sich, z.B. im Gegensatz zu dem von W.H. Smith, durch mehr Qualität und eine größere Bandbreite abheben. Das Konzept ging auf und Tim Waterstone expandierte. 1993 wurde die Buchhandelskette von W.H. Smith übernommen, Waterstone blieb aber an Bord.

1998 verkaufte W.H. Smith Waterstones für £300 Millionen an HMV, die bereits eine andere Buchhandelskette, nämlich Dillons, übernommen hatten. Bis zum Jahr 2011 blieb Waterstones bei HMV, dann wurden die Buchhandlungen an die Firma A&NN Capital Fund Management weiterverkauft, die dem russischen Geschäftsmann Alexander Leonidovich Mamu gehört.

Tim Waterstone war bereits 2001 ausgestiegen und widmete sich anderen Aufgaben. Er schrieb vier Romane (zwei liegen in deutscher Übersetzung vor: „Lilley und Chase. Aufstieg und Fall eines Verlagshauses“ und „Lebensläufe“), wirkte bei der Vergabe des Booker Prizes mit, ist bis heute Kanzler der Edinburgh Napier University usw. usw. Über Langeweile wird sich Tim Waterstone sicher nicht beklagen.

Verheiratet ist er mit Rosie Allison, einer Fernsehproduzentin und Schriftstellerin.

Waterstones in Bradford.    © Copyright Stephen Craven

Waterstones in Bradford (West Yorkshire).
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Published in: on 24. Juni 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Margaret Thatcher, die Eiserne Lady, und die britischen Charts im April 2013

Auch nach ihrem Tod spaltet die ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher die britische Gesellschaft. Die Verehrer der Eisernen Lady überlegen schon wie man sie am besten ehren kann, z.B. mit einem Denkmal auf dem Londoner Trafalgar Square (auf dem vierten, meist leerstehenden Sockel). Die zahlreichen erbitterten Gegner fanden sich nach ihrem Ableben spontan zu Freudenfesten zusammen. Und dann erinnerte sich irgendjemand an einen uralten Judy Garland-Song aus dem Film „The Wizard of Oz“ (dt. „Der Zauberer von Oz“), der 1939 gedreht worden war. „Ding! Dong! The Witch is Dead“ heißt dieses Lied und es scheint sich optimal als Partysong für Margaret Thatcher-Hasser zu eignen. Ja, jetzt steht Judy Garland, die 1969 in London starb, damit sogar in den britischen Charts. Bei itunes liegt das Lied in dieser Woche bereits auf Platz 5.

Im Kielwasser des Originals mit Judy Garland hielten gleich noch zwei Coverversionen Einzug in die Charts, einmal mit Ella Fitzgerald aus dem Jahr 1961 und einmal mit den Munchkins.

Ein weiterer Anti-Thatcher-Song hat diese Woche die britischen Charts geentert, Elvis CostellosTramp the Dirt Down“ aus dem Jahr 1989, in dem diese Textzeilen zu finden sind:

„When England was the whore of the world
Margaret was her madam
And the future looked as bright and as clear as
The black tarmacadam
Well I hope that she sleeps well at night, isnt
Haunted by every tiny detail
Cos when she held that lovely face in her hands
All she thought of was betrayal…

I never thought for a moment that human life
could be so cheap
‚Cos when they finally put you in the ground
They’ll stand there laughing and tramp the
dirt down“.

Doch damit nicht genug. Es gibt noch eine Menge weiterer Songs, in denen britische Bands ihre Wut auf die Iron Lady manifestiert haben. Hier einige Beispiele:

Morrissey: Margaret On The Guillotine
The English Beat: Stand Down Margaret
The The: Heartland
Crass: Margaret Thatcher How Does It Feel To Be The Mother Of A Thousand Dead
– The Exploited: Maggie You Cunt

Ein Stern geht wieder auf: Judy Garland in den britischen Charts im April 2013. This work is released into the public domain by its copyright holder.

Ein Stern geht wieder auf: Judy Garland in den britischen Charts im April 2013.
This work is released into the public domain by its copyright holder.

Published in: on 14. April 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Michael Winner (1935 – 2013)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Am letzten Montag, dem 21. Januar 2013 starb in London der ehemalige Filmregisseur und spätere Restaurantkritiker Michael Winner. Ich habe seine Filme, die ihn bekannt machten wie „Ein Mann sieht rot“, „Der Mann ohne Gnade“ oder „Der Rächer von New York“ nie gesehen, habe aber jahrelang mit Vergnügen seine Kolumne „Winner’s Dinners“ in der Sunday Times gelesen. Darin nahm sich Michael Winner Restaurants in London, Großbritannien und dem Rest der Welt vor, die häufig schlecht von ihm beurteilt wurden. Seine Kritiken, die oft von einer ziemlichen Arroganz geprägt waren, wurden in den Leserbriefen der Sunday Times kontrovers diskutiert. Ich hätte nicht gern in einem Restaurant gesessen, in dem auch Michael Winner anwesend war.

Ich erinnere mich noch an seine Kolumne, in der er vor vielen Jahren das Cliveden Hotel auseinandergenommen hatte, und er daraufhin dort Hausverbot erhielt. Mehrere Jahre danach, als ein neues Mangement das Hotel leitete, war er wieder da und lobte das Haus in den höchsten Tönen.
Wie auch immer: Die Kolumne war amüsant zu lesen; im Dezember letzten Jahres entschied er sich, sie aus Krankheitsgründen einzustellen.

Michael Winner schrieb ein Buch über seine Erlebnisse in Restaurants und Hotels: „Unbelievable! My life in restaurants and other places“ (JR Books 2010). Darin schreibt er u.a. über seine Essen mit großen Stars der Filmszene wie Warren Beatty, Marlon Brando, John Cleese oder Michael Caine.

Der Londoner rief 1984 den Police Memorial Trust ins Leben, eine Organisation, die sich dafür einsetzt, für im Dienst ums Leben gekommenen Polizeibeamten ein Denkmal zu setzen. Er war sehr engagiert und setzte sich immer wieder für die Polizei ein. Für dieses Engagement sollte er den Order of the British Empire verliehen bekommen, doch Michael Winner lehnte ab und sagte der Sunday Times „An OBE is what you get if you clean the toilets well at King’s Cross Station“. Typisch M.W.

Der ehemalige Regisseur wohnte bis zuletzt in seinem riesigen Anwesen Woodland House im Londoner Stadtteil Holland Park in der Melbury Road Nummer 31, ein Haus mit 47 Zimmern. In seinem Schlafzimmer, das Edward VII einmal als einen der schönsten Räume der ganzen Stadt genannt hat, ist Michael Winner wohl auch gestorben.

Published in: on 22. Januar 2013 at 15:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Oxford Dictionary of National Biography – Mehr als 58 500 Biografien in 60 Bänden

 

Es  ist so eine Sache mit gedruckten Enzyklopädien und Lexika im 21. Jahrhundert. Immer häufiger gibt es nur noch Online-Ausgaben, weil die gedruckte Form bei Erscheinen in Teilen schon wieder veraltet ist, und der Aufwand und die Kosten sehr hoch sind. Die 21. Auflage der Brockhaus-Enzyklopädie z.B. war voraussichtlich die letzte, die in Druckform erschien.

Ähnlich verhält es sich mit dem Oxford Dictionary of National Biography (ODNB), einem Monumentalwerk der Oxford University Press, das mehr als 58 500 Biografien von „men and women who have shaped British history and culture, worldwide, from the Romans to the 21st century“ enthält. Die noch erhältliche Printausgabe zum Preis von ca £1500 umfasst 60 Bände + Register mit 61 472 Seiten. Stand: September 2004. Ein Ergänzungsband erschien 2009 mit 819 Biografien von Männern und Frauen, die zwischen 2001 und 2004 starben.
Hier ist natürlich eine Online-Ausgabe unschlagbar, die schnell auf den aktuellen Stand gebracht werden kann. Drei Updates (jeweils im Januar, Mai und September) werden pro Jahr in die ODNB eingepflegt, die mittlerweile aus über 67 Millionen Wörtern besteht. Die Zugangskosten für Privatpersonen liegen bei £215 plus Mehrwertsteuer pro Jahr. In vielen englischen Bibliotheken kann man aber kostenlos über seinen Leserausweis auf die ODNB zugreifen.

1882 wurde die Idee geboren, die Biografien aller wichtigen Briten in einem Lexikon zusammenzufassen. Der geistige Vater des Projekts war der Verleger George Smith, der u.a. die Bücher der Brontë-Schwestern veröffentlichte. Herausgeber der ersten Ausgabe war Sir Leslie Stephen, Vater von Virginia Woolf. Der momentane Herausgeber der ODNB, an dem ca 10 000 Menschen weltweit mitarbeiten, ist Dr Lawrence Goldman vom St Peter’s College in Oxford.

Wie ein biografischer Eintrag aussieht, kann man sich als Podcast auch einmal anhören und zwar auf dieser Seite.

Chipping Norton (Oxfordshire)…und zum Dritten – The Chipping Norton Set

Der Marktplatz von Chipping Norton.
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Die Cotswolds werden von der englischen Prominenz des Showgeschäfts sehr geschätzt und viele haben sich hier ihren Wohnsitz gewählt. Ich berichtete bereits darüber (hier nachzulesen). Aber auch zahlreiche Männer und Frauen aus Politik und Wirtschaft haben sich in dieser landschaftlich sehr attraktiven Region niedergelassen.

Rund um Chipping Norton in Oxfordshire wohnt u.a. Großbritanniens Premierminister David Cameron mit Frau und Kindern. Sie kauften sich im Jahr 2001 für £650,000 ein ehemaliges Farmhaus in dem winzigen Dorf Dean, knapp sechs Kilometer südöstlich von Chipping Norton gelegen.

Eine Meile von den Camerons entfernt, wohnt die Journalistin Rebekah Brooks, einstmals stellvertretende Chefredakteurin der Boulevardzeitung The Sun, dann Chefredakteurin von News of the World, bis sie im vorigen Jahr in den Abhörskandal verwickelt, mehrfach verhaftet und jedes Mal auf Kaution wieder freigelassen wurde. Auch ihr Mann Charlie Brooks, ein Pferdetrainer und langjähriger Freund David Camerons, war in den Skandal verwickelt.

Burford Priory liegt etwa 22 Kilometer weit von Chipping Norton entfernt und wurde vor drei Jahren für £6 Millionen Pfund von Matthew Freud und Elisabeth Murdoch gekauft. Freud ist Chef der PR-Firma Freud Comminications, seine Frau ist Tochter des Medienmoguls Rupert Murdoch. Beide sind mit den Camerons befreundet.

Auch Jeremy Clarkson, der immer wieder durch provokante Äußerungen von sich reden macht, Journalist und seit vielen Jahren einer der Moderatoren des populären TV-Automagazins „Top Gear„, hat sein großes Anwesen nicht weit von „Chippy“ (wie die Einheimischen Chipping Norton nennen) entfernt. Die Camerons und die Brooks‘ zählen zu seinem Freundeskreis.

The Chipping Norton Set wird dieses Netzwerk aus Politikern und Unternehmern von der britischen Presse gern genannt. Man besucht sich gegenseitig und diese Verquickung von Politik, Medien und Wirtschaft wird in der englischen Öffentlichkeit mit Skepsis betrachtet. Der News of the World-Abhörskandal, der den Chipping Norton Set ins Scheinwerferlicht rückte, lässt auch die Einwohner des Cotswolds-Städtchens nicht kalt: „Phone-hacking connection is Chipping Norton’s unwanted claim to fame“ titelte The Guardian am 10. Juli 2011 und zitiert darin Bürgermeister Chris Butterworth mit den Worten „We would prefer to be put on the map for more positive things“.

Burford Priory. Released to the public domain.

Published in: on 18. Oktober 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Thame (Oxfordshire) – Auch im Tod bleibt Robin Gibb seiner Stadt verbunden

Robin Gibbs Haus The Prebendal in Thame. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Daniels

Ich berichtete kürzlich an dieser Stelle über meinen Besuch in der Stadt Thame in Oxfordshire im Rahmen meiner Reihe „Auf den Spuren von Inspector Barnaby“, der hier häufig anzutreffen war.
Am letzten Freitag, dem 8. Juni, wurde Robin Gibb, Sänger der Bee Gees, in seiner Heimatstadt, in der er viele Jahre lebte, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Der Trauerzug bestand aus einer von vier Pferden gezogenen weißen Kutsche, auf der der Sarg Robin Gibbs lag. Am Ende des Sargs befand sich die Flagge der Isle of Man, wo der Sänger am 22. Dezember 1949 geboren wurde.

Weit hatte es der Trauerzug nicht, denn Robin Gibb wohnte gegenüber der St Mary’s Church, wo er beigesetzt wurde. Bei der Trauerfeier in der Kirche las Robins Frau Dwina ein von ihr verfasstes Gedicht vor, das sie „My Songbird Has Flown“ nannte. Etwa 200 Gäste wohnten der Feier bei, darunter fanden sich auch Uri Geller, Mark Knopfler und Sir Tim Rice. Die Sargträger waren Robins Söhne RJ und Spencer, sowie Stevie Gibb, Barrys Sohn und Steven Murphy, Dwinas Sohn.

Als der Sarg aus der Kirche zum Grab getragen wurde, standen Kadetten des 594. Squadron der Royal Air Force aus Thame Spalier. Robin Gibb hatte vor zwei Jahren ihr neues Hauptquartier in der Windmill Road eröffnet.
Hier ist ein Film über den Trauerzug und die Beisetzung.

Die Bevölkerung Thames trauerte um ihren verstorbenen und verehrten Mitbürger. „Ciao Robin“ stand auf einem Banner im Fenster des italienischen Restaurants Mia Capri in der High Street.

Robin Gibb wohnte in dem alten The Prebendal House, das er selbst in diesem Film detailliert vorstellt. „Elizabeth I was here“, sagte Robin Gibb einmal. „So was Henry VIII. George III had some exiles from the French Revolution stay here, about 50 of them“.

Hören wir hier noch einmal Robin Gibb mit „Juliet„.

Nachtrag: Mittlerweile wurde an seinem Haus in Thame eine blaue Plakette angebracht. Hier ist ein Film über die Zeremonie und hier ein Film über Robins Grab.

St Mary’s Church in Thame, hier fand Robin Gibb seine letzte Ruhestätte. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger Davies