Die berühmten Gänse von Sowerby Bridge in West Yorkshire

Gestatten, wir sind die Gänse von Sowerby Bridge!
Author: sk8geek
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Sowerby Bridge ist eine Kleinstadt mit rund 10 000 Einwohnern, nicht weit von Halifax und Huddersfield entfernt. Sie liegt am River Calder, über den eine Brücke führt auf der die viel befahrene A58 in die Stadt geleitet wird. Der Ort weist eine Besonderheit auf, die einige vielleicht als störend empfinden, der Großteil der Bevölkerung aber liebt sie: Es handelt sich um eine Gänseschar, die schon seit Jahren queerbeet durch Sowerby Bridge läuft und sich dabei nicht besonders um den Autoverkehr kümmert. Die Gänse gehen in der Stadt spazieren, mal auf dem Bürgersteig, mal mitten auf der Straße, wie es ihnen gerade einfällt. Mal sieht man sie auf dem Weg zum Fluss, wo sie ja eigentlich hingehören, mal kommen sie vom Fluss, um sich zu informieren, ob es in der Stadt etwas Neues gibt. Die Autofahrer aus Sowerby Bridge haben sich längst daran gewöhnt, anzuhalten und abzuwarten, bis die Gänse den Weg frei gemacht haben. Das Federvieh ist zu einer kleinen Berühmtheit geworden, und so war die Empörung groß, als die Gänseschar vor drei Jahren dezimiert wurde, nicht etwa durch einen rücksichtslosen Autofahrer, sondern durch zwei kleine angriffslustige Hunde. Drei Gänse verloren an diesem für Sowerby Bridge schicksalsträchtigen Tag ihr Leben und die Trauer war groß hier in West Yorkshire.
Die Gänse betreiben sogar eine Facebook-Seite mit Dutzenden von lustigen Fotos.

Dass es in der West Street auch noch einen Pub gibt, der The Loose Goose Inn heißt, rundet das Bild von der gänsefreundlichen Stadt Sowerby Bridge ab.

Hier ist ein Film über die Gänse und hier legen sie sich sogar mit der örtlichen Polizei an.

Eine aus der Art geschlagene, entfernte Verwandte der Gänse an der Sowerby Bridge Wharf.
Author: Tim Green aka atoach
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Einer der Lieblingswanderwege der Gänse: Die Brücke über den River Calder.
Author: Tim Green aka atoach
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Published in: on 9. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Faszinierendes York Teil 5: Mad Alices The Bloody Tour of York

Author: rawdonfox
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Mad Alice war eine mysteriöse Figur in der Geschichte der Stadt York, die 1825 aufgehängt wurde, weil sie angeblich ihren Mann vergiftet haben soll. Vielleicht war sie tatsächlich wahnsinnig, vielleicht auch nicht.

Mad Alice nennt sich auch die Stadtführerin, die die Bloody Tour of York anbietet, die an allen markanten Punkten der Stadt vorbeiführt, die mit der grausamen Seite Yorks zusammenhängen. Unsere Alice ist alles andere als „mad“, sie ist sehr redegewandt und kennt sich in der Geschichte ihrer Stadt bestens aus. Ihre etwa 90minütige abendliche Tour ist schon mehrfach ausgezeichnet worden, so zum Beispiel mit dem Tourism Award im vorigen Jahr.

Startpunkt ist das St William’s College in der College Street, eines der schönsten Häuser Yorks. Von dort geht es auf den Spuren von Mördern, Hexen, Highwaymen quer durch die Stadt. Man passiert die Stadttore, über die es so einiges zu berichten gibt und geht The Shambles entlang, wo im 16. Jahrhundert die Märtyrerin Margaret Clitherow wohnte, der man unterstellte, katholische Priester in ihrem Haus versteckt zu haben und die auf bestialische Weise getötet wurde, indem man sie mit ihrer eigenen Haustür zerquetschte. Die Tour führt über die Stadtmauern, von denen aus man eine besondere Perspektive auf York genießen kann.

Wer sich für die Geschichte Yorks interessiert, kommt mit Alices Tour voll auf seine Kosten. Die Teilnahme beträgt  £10; die Bloody Tour of York wird, außer montags, täglich um 18 Uhr durchgeführt, im Dezember und Januar nur samstags.

Armchair Traveller können die Tour, dank youtube, auch am heimischen Fernsehgerät oder PC mitmachen. Hier ist Teil 1 der vierteiligen Reihe.

Wer jetzt an Mad Alice Gefallen gefunden hat, der kann eine weitere Tour mit ihr buchen: The Bloody York Gin Tour. Hierbei geht es sowohl um die Geschichte Yorks als auch um das Thema Gin, denn es gibt in der Stadt eine renommierte Gin Destillerie, York Gin, deren Produkte mehrfach ausgezeichnet worden sind. Während dieser speziellen Führung werden drei Stopps in Bars oder Pubs eingelegt, in denen jeweils ein Gin Tonic serviert wird, wobei der Gin selbstverständlich aus dem Hause York Gin stammt („Guests are discouraged from drinking before the tour commences“!!). Mad Alice achtet sehr darauf, dass sich hier keiner der Tourteilnehmer daneben benimmt!!

Startpunkt der Tour: Das St William’s College.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)
The Shambles mit dem Haus Margaret Clitherows (links).
Photo © Euan Nelson (cc-by-sa/2.0)
Die Adresse des Gin Shops: Pavement 12.
Author: Chippykev
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Published in: on 30. April 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Faszinierendes York Teil 3: The Historic Toilet Tour

King’s Manor.
Eigenes Foto.

Zu einem festen Bestandteil eines Aufenthaltes in der Stadt York gehört für viele Besucher ein abendlicher Ghost Walk. Ich habe zwei dieser Touren mitgemacht, eine private und eine öffentliche, und darüber in meinem Blog geschrieben. Nach Möglichkeit sollte man in der dunklen Jahreszeit diese Ghost Walks unternehmen, denn im Sommer, wenn es bis in den späten Abend hinein noch hell ist, kommt da keine gruselige Stimmung über.

In York werden aber noch viel andere Themen-Rundgänge angeboten, die nicht so bekannt sind, zum Beispiel die Historic Toilet Tour. Klingt ein bisschen abgedreht, ist es auch, aber wir befinden uns eben in einer der exzentrischsten Orte in England.
Natürlich hatten schon die frühesten Bewohner von York menschliche Bedürfnisse, denen sie in irgendeiner Form nachkommen mussten. Heute besucht man eine öffentliche Toilette, wenn man denn eine auf die Schnelle findet, vor Jahrhunderten war das dann noch etwas schwieriger. Die Wikinger gruben ein Loch in den Boden, verrichteten ihr Geschäft, säuberten sich mit dem, was gerade greifbar war, mit Pflanzen oder Steinen, und machten das Loch wieder zu. Im Mittelalter war es nicht ratsam, sich direkt unterhalb der Stadtmauern aufzuhalten, denn man wusste nie, was da möglicherweise von oben herunterkam.
Die Historic Toilet Tour führt zum Beispiel zum unheimlich wirkenden King’s Manor (siehe dazu meinen Blogeintrag), wo sich Heinrich VIII., wenn er zu Besuch war und ihn ein menschliches Bedürfnis überkam, sich in die sogenannte „garderobe“ zurückzog, von wo aus es einen direkten Zugang zum Stadtgraben gab. Im Monk Bar, wo heute das Richard III. Museum untergebracht ist, kann man sich so eine „garderobe“ ansehen (aber nicht mehr benutzen!!!).

In diesen „bars“ genannten Eingangstoren von York waren eine Zeit lang Pissoirs für Männer eingerichtet (für die Damen war das alles sehr viel schwieriger), damit sie nicht die Mauern, Wände und Nischen der Stadt benutzten.

Wann diese Touren in der Nach-Coronazeit wieder aufgenommen werden, ist ungewiss. Das Visitor Information Centre in der Museum Street kann dann Auskunft geben.

Siehe auch meinen Blogeintrag über London Loo Tours.

Monk Bar
Author: tj.blackwell
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Published in: on 28. April 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Faszinierendes York Teil 2: The Purple Man in Stonegate

Author: hummingcrow
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Über Originale und Exzentriker, die sich auf Englands Straßen tummeln, habe ich vor einigen Jahren in meinem Blog geschrieben. Da gab es den Chicken Man in Worcester, den Shipley Dancer in West Yorkshire und den Norwich Puppet Man.
Auch in York gab es jahrelang ein Original, das vorzugsweise in der Straße Stonegate zu sehen war: The Purple Man. Wie es der Name vermuten lässt, war der Mann ganz in lila gekleidet, sein Gesicht war lila angemalt und sein Fahrrad, auf dem er meistens saß, hatte dieselbe Farbe. Der freundliche Mann in Stonegate war immer unterwegs, um Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln. Er wurde sogar in Fernsehstudios eingeladen, um darüber zu berichten, so vor sechs Jahren, als er für Kinder in Syrien Geld für Stofftiere sammelte, die er ihnen im türkisch-syrischen Grenzgebiet selbst überreichte.

Nach dem verheerenden Brand im Londoner Grenfell Tower am 14. Juni 2017, bei dem 72 Menschen starben, brachte The Purple Man Grüße, Geld und Blumen aus York in die Hauptstadt, wo er mit offenen Armen empfangen wurde. Er wohnte früher einmal ganz in der Nähe des Wohnturms.

The Chronicles of Purple Man“ hieß ein Film, der über den Mann in Lila gedreht wurde, der am 20. Juni 2016 seine Uraufführung im City Screen-Kino in York erlebte (hier zu sehen), in Anwesenheit zahlloser Stofftiere.

Mittlerweile ist der liebenswerte Mann mit seinem lila Fahrrad aus dem Stadtbild von York verschwunden und wird von vielen Menschen vermisst.

Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 27. April 2021 at 02:00  Comments (2)  

The Tetbury Woolpack Races in Gloucestershire

Der Gumstool Hill in Tetbury.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Tetbury ist eine hübsche Marktstadt in Gloucestershire und Schauplatz eines alljährlich stattfindenden Rennens, der Tetbury Woolsack Races. Am Bank Holiday Monday im Frühjahr geht es los. Der Gumstool Hill ist eine Straße mit einem sehr starken Gefälle (25%) an dessen oberen Ende das Gebäude des ehemaligen The Crown Inn und am unteren Ende The Royal Oak stehen und zwischen diesen beiden Punkten wird das Rennen ausgetragen.
Circa 200 Meter müssen dabei zurückgelegt werden und zwar mit einem 60 Pfund schweren Wollsack (Frauen tragen „nur“ 35 Pfund) auf dem Rücken, da ist Kondition gefragt. Auch Kinder und Jugendliche dürfen mitmachen, die aber eine weit geringere Last den Berg hinaufschleppen müssen. Einen Staffellauf gibt es auch, bei dem ein Viererteam bergauf und bergab laufen muss, wobei es heißt, dass das Bergablaufen noch anstrengender sein soll.

Da an den Endpunkten der Woolsack Races Pubs stehen, liegt es auf der Hand, dass sich viele vor dem Rennen erst einmal mit dem einen oder anderen Pint stärken, was dazu führen kann, dass einige nicht auf dem geradesten Wege nach oben oder nach unten laufen, sondern schon einmal ins Schlingern geraten können.

Der zurzeit gültige Weltrekord steht bei 45.94 Sekunden bei den Männern und wird von Pete Roberts gehalten; bei den Frauen ist es Zoe Dixon, die 2009 innerhalb von 01:05.03 ihren Wollsack den Gumstool Hill hinaufgewuchtet hat.

Die Woolsack Races sind der Höhepunkt des Tetbury Woolsack Days, bei dem jede Menge „Volksbelustigung“ angeboten wird wie Straßenstände, eine Auktion für wohltätige Zwecke und die (unvermeidlichen) Morris-Tänzer.

Die nächsten Wollsackrennen finden erst wieder 2022 statt, für dieses Jahr wurden sie leider wegen Corona abgesagt.
Hier kann man sich das einmal alles ansehen.

Published in: on 23. April 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Großbritanniens größtes Geschäft für Scherzartikel in Hunstanton (Norfolk)

Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Mir haben meine Aufenthalte in Hunstanton an der Küste Norfolks gut gefallen. Ich hatte beide Male im Le Strange Arms Hotel in Old Hunstanton übernachtet (siehe dazu meinen Blogeintrag ). Im Sommer kann es in dem Seebad ganz schön voll werden, wenn alle Wohnwagenparks, von denen es hier einige gibt, ausgebucht sind. Viele Urlauber zieht es dann magisch in einen Laden mit der Adresse 2 St Edmunds Terrace, denn an dieser Stelle befindet sich Großbritanniens größtes Geschäft für Scherzartikel jeder Art, World of Fun. In Urlaubslaune wird hier alles gekauft, was man eigentlich nicht braucht und das schon seit 1978, gegründet von Paul Beal, der den „Joke Shop“ noch heute führt. Auf Grund seines großen Erfolges konnte der Inhaber seinen Laden ständig vergrößern, so dass er ein riesiges Sortiment anbieten kann.

In der World of Fun schlug die Geburtsstunde des weltberühmten Fart Sprays, das einen entsetzlichen Gestank verursacht und gern gekauft wird, um die Mitmenschen zu nerven. Es wird weltweit verkauft; in den USA empfiehlt es die Supermarktkette Walmart als „a suitable stocking stuffer during the holidays“. Zu den beliebtesten Scherzartikeln seit Gründung des Joke Shops in Hunstanton gehören Juck- und Niespulver, Whoopee Cushions, die man in Deutschland liebevoll Furzkissen nennt, und Joke Sweets. Letztere sind Süßigkeiten mit Nebeneffekten wie zum Beispiel Bonbons, die die Zunge blau färben.
Wer auf Perücken oder Gesichtsmasken (FFP2-Masken werden nicht angeboten) steht, wird in der World of Fun fündig, über 200 Exemplare stehen jeweils zur Auswahl.

In den Sommerferien hat das Geschäft sieben Tage in der Woche von 9 Uhr bis 20 Uhr geöffnet, in der restlichen Zeit täglich von 9 Uhr bis 17.30 Uhr.
Wem ich jetzt den Mund wässrig gemacht habe, bei dem nächsten Besuch in Hunstanton sich mit Nies- und Juckpulver oder vergleichbar lustigen Dingen einzudecken, der Joke Shop ist nur etwa zwei bis drei Gehminuten vom Meer und von der Strandpromenade entfernt.

Published in: on 16. April 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das geheime Leben der Cynthia Watson (1928-2000) aus Midgham (Berkshire)

Midgham in West Berkshire.
Author: andrewdavidlong
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Cynthia Watson lebte zurückgezogen in Midgham, einem kleinen Dorf in West Berkshire, nur ein paar hundert Meter von der A4, der Bath Road, entfernt. Bevor sie hierherzog, hatte sie als Schiffszimmermann bei der Handelsmarine und als Gaucho auf einer Ranch in Argentinien gearbeitet, seltsame Berufe für eine Frau.

Cynthia war in Midgham sehr beliebt, ihre handwerklichen Fähigkeiten stellte sie gern im Dorf zur Verfügung und auch finanziell erwies sie sich immer wieder als großzügig. Sie war in Midgham sehr beliebt. Ihr Bungalow sah ein wenig schäbig aus, es hätte einen neuen Anstrich gebrauchen können, aber die Bewohnerin legte darauf keinen Wert. Sie war eine altmodische Dame, die man immer nur in Röcken sah, selbst wenn sie Zimmermannsarbeiten im Dorf ausführte.

Im Jahr 2000 starb Cynthia Watson im Alter von 72 Jahren, und nach ihrem Ableben kamen zwei ganz erstaunliche Dinge ans Tageslicht, die die Einwohner von Midgham wie ein Blitz trafen: Ihre Nachbarin war eine sehr vermögende Dame gewesen, die mehrere Millionen Pfund auf ihrem Bankkonto hatte. Woher das viele Geld kam, blieb ein Rätsel, aber man munkelte im Ort, dass sie an der Börse mit Erfolg spekuliert hatte. Ein Teil des Geldes vermachte sie der Royal National Lifeboat Institution, damit davon ein neues Rettungsboot gekauft werden konnte. Die RNLI war äußerst dankbar dafür und nannte das Boot „The Witch of Osier„, in Erinnerung an Cynthia Watson, die früher eine Zeit lang auf Osier Island in Wyre Piddle in Worcestershire gelebt hatte, einer Mini-Insel im River Avon.

Die zweite, noch größere Überraschung aber war, dass Cynthia gar keine Frau gewesen war, sondern ein Mann mit dem richtigen Namen Peter Acke, obwohl einige im Dorf behaupteten, sie hätten das schon immer vermutet. Warum aus Peter Acke Cynthia Watson geworden ist, konnte man nie richtig ermitteln.

Published in: on 15. März 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Computerpionier Charles Babbage (1791-1871) und seine extreme Abneigung gegen Londoner Straßenmusiker

Eine Plakette an der Walworth Clinic im Londoner Stadtteil Southwark.
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)

Zusammen mit Ada Lovelace zählt Charles Babbage (1791-1871) zu den bedeutendsten Computerpionieren. Die von ihm entworfene Rechenmaschine Analytical Engine gilt als Urahn unserer heutigen Computer.
Doch um dieses Thema soll es in meinem heutigen Blog nicht gehen. Es geht um das Thema Lärm, genauer gesagt, um den Lärm, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in London von den Straßenmusikern aus ging. Charles Babbage hasste sie alle, die „busker“, die Krachmacher, die vor seinem Haus sangen, trommelten und auf allen möglichen Instrumenten „Musik“ machten. Er hatte nichts gegen Musik an sich, aber diese ging ihm gewaltig auf die Nerven. Er schätzte, dass dadurch 25% seiner Arbeits- und Geisteskraft zerstört worden sind. Babbage schrieb wütende Leserbriefe an die Times und beklagte sich darin bitterlich über diese Art der Umweltverschmutzung. 1864 veröffentlichte er seine „Observations of Street Nuisances„, und er wandte sich an Parlamentsmitglieder, damit der Musikantenlärm auf Londons Straßen gesetzlich verboten werden sollte, was in dem sogenannten „Babbage’s Act“ resultierte, ein Gesetz, das sich aber nicht durchführen ließ. Babbage erreichte mit seinen Aktionen das Gegenteil: Straßenmusiker versammelten sich vor seinem Haus in der Dorset Street im Stadtteil Marylebone (eine Plakette erinnert heute an ihn), um ihn zu ärgern und um sich zu rächen. Einmal spielte eine Blaskapelle fast fünf Stunden lang vor seiner Haustür, Musiker mit quietschenden Fiedeln traten auf, jemand aus der Nachbarschaft blies mehrere Monate lang jeden Tag eine halbe Stunde lang in eine schrill klingende Tin Whistle.

Wenn Charles Babbage sein Haus verließ, wurde er von einer Horde Kinder verfolgt, man machte ihm das Leben zur Hölle. Selbst als er in seinem Haus auf dem Totenbett lag, soll noch ein Leierkastenmann auf der Straße gespielt haben.

Charles Babbages Gehirnhälften sind übrigens noch vorhanden; eine ist im Hunterian Museum des Royal College of Surgeons in London zu besichtigen, die andere im Londoner Science Museum.

 

Published in: on 13. März 2021 at 02:00  Comments (1)  
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The Blackawton International Festival of Wormcharming

Wäre ich ein Regenwurm und würde in der Nähe des Dorfes Blackawton in der Grafschaft Devon leben, so würde ich Anfang Mai das tun, was man im Englischen „keep a low profile“ nennt. Erfahrene Regenwürmer bleiben dann nämlich in ihren unterirdischen Löchern und sie treibt es nicht ans Tageslicht, wenn sie plötzlich „regenartige“ Geräusche hören. „Fake news!“ und „Stay where you are!“ rufen sie vielleicht den jüngeren Würmern zu, die es, neugierig geworden, an die Oberfläche treibt und die dann ruckzuck in einem Eimer, einer Büchse oder einer Schüssel landen.
Was ist da oberhalb der Grassoden passiert? Die armen Tiere sind mitten im Blackawton International Festival of Wormcharming gelandet, einem Wettbewerb, in dem es darum geht, innerhalb eines begrenzten Zeitraums soviel Würmer wie möglich an die Erdoberfläche zu locken. Graben darf man dabei nicht, sondern muss sich andere „worm charming“-Ideen ausdenken, um die Würmer davon zu überzeugen, dass es regnet. Dass kann man zum Beispiel erreichen, indem man durch Klopfen auf den Boden entsprechende Signale nach unten aussendet oder indem man Wasser auf die Grasfläche gießt.

Im Dorfleben von Blackawton, westlich von Dartmouth gelegen, ist das Festival der Höhepunkt des Jahres. Im vorigen Jahr wurden die Regenwürmer verschont, denn Corona hatte dem Treiben ein Ende gesetzt. „International Festival“ klingt vielleicht ein ganz klein wenig übertrieben, aber es gab auch schon Sieger, die aus Neuseeland angereist waren. Die Teams nennen sich Fat Worms, Worm Wranglers oder Super Worm M.A.S.H. Unit. Es gibt zwei Kategorien, die Erwachsenen und die unter 11-jährigen.

Als „Europe’s Most Unmissable Festival“ wurde der Wettbewerb in Blackawton bezeichnet; darauf kann man sich schon einmal etwas einbilden. Wo genau das Worm Charming ausgetragen wird, erfahren die Teilnehmer erst kurz vor Beginn des Wettbewerbs, denn man kann ja nie wissen…

Die entfernten Brüder und  Schwestern der Regenwürmer aus Blackawton, die in Willaston in Cheshire leben, kennen ein ähnliches Spektakel, das sich The World Worm Charming Championships nennt, über das ich am 25. Dezember 2015 in meinem Blog berichtet habe.

Dieser Film zeigt einige „Worm charming“-Methoden:

Der No Trousers Tube Ride – Ohne Hosen in der Londoner U-Bahn

Im Jahr 2002 kam man in New York auf die Idee, einen Tag im Jahr als  den „No Trousers Tube Ride„-Day zu deklarieren, an dem man hosenlos in der U-Bahn fährt, auch „No Pants Subway Ride“ genannt. Diese Idee hatte übrigens Improv Everywhere,  „a New York City-based prank collective that causes scenes of chaos and joy in public places“.

Auch die Londoner, neben vielen anderen Großstädtern in der Welt haben zunehmend Gefallen daran gefunden, sich in der U-Bahn ihrer Hosen zu entledigen, was sie dann auch an einem Tag im Jahr, jeweils im Januar, tun. Die Spielregeln, um an diesem „Ohne-Hosen-in-der-U-Bahn-Tag“ teilzunehmen sind einfach: Hosen ausziehen und dabei ernst bleiben (nicht kichern, nicht herumalbern, sondern sich ganz normal verhalten). Die Unterwäsche muss aber anbehalten werden. Da es im Januar in London nicht gerade warm ist, müssen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen immer ein bisschen zusammenreißen, aber schwer gefallen ist es ihnen bisher nicht, denn oft sieht man in England mitten im Winter junge Damen in Miniröcken oder junge Männer nur mit Oberhemden bekleidet. Da die Hosen nun schon einmal ausgezogen sind, verlassen einige die U-Bahn in diesem Bekleidungszustand und präsentieren sich so auch überirdisch auf den Straßen Londons. In diesem Jahr hat Corona auch diesem Vergnügen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Hier sind einige Eindrücke vom „No Trousers Tube Ride 2020“, als das noch möglich war.

Published in: on 31. Januar 2021 at 02:00  Comments (3)  
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Die Huntrodds aus Whitby (North Yorkshire) und ihr Grabstein auf dem Kirchhof von St Mary’s

St Mary’s.
Eigenes Foto.

Um zu der Kirche St Mary’s in Whitby an der Ostküste von North Yorkshire zu gelangen, muss man erst 199 Stufen bewältigen. Michel Faber hat einen Roman über Whitby geschrieben, der „Hundertneunundneunzig Stufen“ heißt (siehe dazu meinen Blogeintrag). Der Aufstieg lohnt sich wirklich, denn man hat von hier oben einen großartigen Blick auf die Stadt und auf das Meer. Die Besucher kommen meistens hier hoch, um sich die Ruinen der Whitby Abbey anzusehen, aber der kleinen Kirche sollte man unbedingt auch einen Besuch abstatten, solange sie noch steht, denn sie läuft Gefahr von den Klippen abzurutschen; einige Grabsteine des Kirchhofs hat es schon erwischt.

An einer Stelle der Kirchenaußenmauer ist eine Tafel angebracht (die Inschrift auf dem Originalgrabstein darunter ist verwittert und unleserlich), die an eine Merkwürdigkeit erinnert, die mit der Huntrodd-Familie zusammenhängt, die im 17. Jahrhundert in Whitby gelebt hat. Francis und Mary Huntrodd wurden beide am 19. September 1600 geboren, Die beiden heirateten an ihren jeweiligen Geburtstagen, also wieder an einem 19. September. Dann setzten sie zwölf Kinder in die Welt (nein, die wurden nicht alle an einem 19. September geboren, da fehlten Francis und Mary leider das Augenmaß). Im Jahr 1680 starb das Ehepaar, und wie sollte es anders sein, sie starben an ihren Geburtstagen und an ihrem Hochzeitstag, dem 19. September, im Abstand von fünf Stunden. „Each tender heart so fit a match, surely, could never be; both in their lives, and in their deaths agree„, so steht es auf der Tafel zu lesen.

Jemand hat sich mal die Mühe gemacht, auszurechnen wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass so etwas passieren kann und kam zu dem Ergebnis: 1:50 000 000 000, also eins zu 50 Milliarden (die Rechenweise ist hier nachzulesen).

Zwei Männer und eine Frau, die sich sehr für das Thema Wahrscheinlichkeitsrechnung interessieren, David Spiegelhalter, Michael Blastland und Timandra Harkness, haben den 19. September zum Huntrodds‘ Day ausgerufen An diesem Tag soll man eine Huntrodds-Party mit 23 Gästen feiern. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, 50%, dass zwei der Gäste am selben Tag Geburtstag haben. Außerdem sollen sie durch Gespräche herausfinden, ob es irgendwelche zufällige Übereinstimmungen unter ihnen gibt. Klingt sehr interessant!

 

Gruselige Atmosphäre auf dem Kirchhof von St Mary’s.
Author: mikeywilltoo
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Die Tafel über dem Grabstein.
Author: Eldar cb
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Published in: on 25. Januar 2021 at 02:00  Comments (2)  
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Von der Schwierigkeit, manche englische Ortsnamen richtig auszusprechen (unter besonderer Berücksichtigung der Londoner U-Bahnstationen)

Die Besucher Englands werden hin und wieder mit Orts- und Personennamen konfrontiert, die anders ausgesprochen werden als man meint bzw. die unaussprechbar zu sein scheinen. In die letzte Kategorie gehört beispielsweise der Adelstitel Duke of Buccleuch (richtige Aussprache [bəˈkluː]. Einige Beispiele für komplizierte Ortsnamen:

Woolfardisworthy in Devon – korrekt: [wʊlzəri]

Godmanchester in Cambridgeshire – korrekt/traditionell: [ɡʌmstər]

Bicester in Oxfordshire – korrekt: [bɪstər]

Worcester in Worcestershire – korrekt: [wʊstər]

In der Londoner U-Bahn gibt es auch einige Stationsnamen, die von vielen (auch Engländern selbst) falsch ausgesprochen werden. Eine hilfreiche Anweisung über die richtige Aussprache fand ich in diesem Video:

Published in: on 9. Januar 2021 at 02:00  Comments (1)  
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Ellen Sadler – The Sleeping Girl of Turville

Das Sleepy Cottage.
Photo © Jeremy Bolwell (cc-by-sa/2.0)

Eigentlich gibt es in dem winzigen Dorf Turville in den Chilterns in Buckinghamshire nicht viel zu sehen, trotzdem wird es immer mal wieder von Film- und TV-Produktionsfirmen aufgesucht, um hier Dreharbeiten vorzunehmen. Ich schrieb bereits mehrere Male in meinem Blog über meine Besuche in dem hübschen Dörfchen. Es ist einfach nett anzusehen mit seinen Cottages, der Kirche St Mary the Virgin und dem Pub The Bull and Butcher, der immer noch ein wenig von den „Inspector Barnaby„-Dreharbeiten zehrt, die allerdings schon eine ganze Zeit zurückliegen.

Erst im November letzten Jahres stattete ich Turville erneut einen Besuch ab. Direkt neben dem Türchen des Eingangs zum Kirchvorplatz steht ein Haus, das heute den Namen Sleepy Cottage trägt, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für einige Jahre im Mittelpunkt des Interesses für viele Menschen stand. Hier wohnten Ann und William Sadler mit einer ganzen Heerschar von Kindern, deren jüngstes Ellen hieß. Sie wurde am 15. Mai 1859 geboren und führte ein mehr oder wenig normales Leben in einer Familie mit sehr wenig Geld. Am 29. März  1871 ging Ellen abends zu Bett… und wachte erst knapp zehn Jahre später wieder auf. Das elfjährige Mädchen war in einen Dornröschenschlaf gefallen und niemand wusste warum. Ellen hatte vorher schon erhebliche Probleme mit ihrer Gesundheit gehabt, litt unter Bewusstseinsstörungen und war wochenlang in einem Krankenhaus in Reading untergebracht; aber auch dort fand man für das kranke Mädchen keine Lösung.

Ja, da lag Ellen nun in dem Haus in der School Lane und schlief und schlief. Schnell verbreitete sich die Geschichte von dem Dornröschenschlaf-Mädchen in Turville im ganzen Land und es zog neben Journalisten und Medizinern auch neugierige Menschen an, die einmal einen Blick auf Ellen werfen wollten (auch der zukünftige König Edward VII. soll auf einen Sprung vorbeigekommen sein). Das Mädchen brachte ihrer Familie zum Beispiel durch Spenden einiges an Geld ein, so keimte allmählich der Verdacht im Dorf auf, dass Ellen gar nicht in einem Tiefschlaf lag, sondern ihre Geschichte nur dazu diente, um Geld einzunehmen. Das Kind lebte übrigens von einer Art Zwangsernährung, die zum Beispiel aus Milch und Portwein bestand.

Im Mai 1880 starb Ellens Mutter, so stellte sich die Frage, wer sich um Ellen kümmern sollte, was dann zwei ihrer Schwestern übernahmen, die auch in Turville wohnten. Und dann geschah es: Am Neujahrstag 1880 schlug Ellen wieder die Augen auf und war erwacht. Sie konnte sich an nichts in den vergangenen Jahren erinnern und musste sich nach und nach wieder in ihr neues Leben eingewöhnen, denn sie war ja auf dem Stand eines elfjährigen Mädchens stehen geblieben.
Einige Jahre später heiratete Ellen einen Farmer aus Reading und zog von Turville fort. Was genau die Ursache des langen Schlafs gewesen sein mag, hat man nie herausgefunden; der Verdacht eines Schwindels ist auch nie ausgeräumt worden.

Das jetzt Sleepy Cottage genannte Haus ist häufig in der TV-Comedy-Serie „The Vicar of Dibley“ zu sehen, die in Turville gedreht wurde. Auch in dem Spielfilm „Goodnight, Mr. Tom“ mit John Thaw spielt das Haus eine Rolle.

School Lane, rechts das Sleepy Cottage.
Photo © David Howard (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 28. Dezember 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Die Spaß-Fahrzeuge des Edd China

The fastest sofa in the world.
Author: peter_hastings
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Beim Kop Hill Climb bei Princes Risborough in Buckinghamshire, der einmal jährlich stattfindet (wenn nicht irgendein doofes Virus das verhindert), kommen immer jede Menge Oldtimer-Fahrzeuge zusammen, die den Hügel erklimmen. Schon im Jahr 1910 begann dieser Wettbewerb, wurde fünfzehn Jahre später verboten und feierte 1999 seine Wiederauferstehung. Die Fahrzeuge müssen dabei Steigungen bis zu maximal 25% überwinden, da kommen die Vehikel ganz schön aus der Puste. Doch nicht nur Oldtimer treffen sich hier am Kop Hill, so manches Fun Car ist auch zu bestaunen. 2017 präsentierte Edd China einige seiner Spaß-Fahrzeuge, die auf großes Interesse der Zuschauer stießen. In Deutschland kennt man den TV-Moderator und Kfz-Mechaniker aus der Fernsehserie „Die Gebrauchtwagen-Profis“ des Senders DMAX (ein Sender, der nicht auf meiner Top 10-Liste steht).

Einzug in das „Guinness Buch der Rekorde“ erlangte Edd China mit dem schnellsten Sofa der Welt, dem Casual Lofa, das es bis auf 140 km/h bringt. Das Lenkrad des verrückten Dreisitzer-Sofas besteht aus einem Pizzateller, der Hebel der Handbremse aus einem Mars-Riegel und eine Tischlampe verziert das Gefährt, das eine Straßenzulassung besitzt. Ob das wohl auch in Deutschland möglich wäre?

Edd China ist auch der Schöpfer des schnellsten Badezimmers der Welt,“Bog Standard“, mit Badewanne, Waschschüssel und Schmutzwäschetruhe; etwa 70 km/h schnell bewegt sich dieses Vehikel, das ebenfalls im „Guinness Book of Records“ verzeichnet ist.

Edd Chinas Fantasie scheint grenzenlos zu sein, denn er entwickelte auch noch den „Street Sleeper“, das mit über 100 km/h schnellste Bett der Welt, und, seine neueste Kuriosität, „the world’s fastest electric ice cream van„, der es in diesem Jahr in das „Buch der Rekorde“ schaffte.

In diesem Film über den Kop Hill Climb 2017 sind einige von Edds Fahrzeugen zu sehen.

…und noch einmal das Hochgeschwindigkeits-Sofa, weil es so schön ist.
Author: Graham O Siodhachain
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Ship Money oder Warum drei Kommunen in Kent und Essex jedes Jahr Geld an den Bürgermeister von Sandwich abliefern (oder auch nicht)

Die Guildhall in Sandwich (Kent).
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Die Cinque Ports, also die fünf Häfen, an der englischen Südküste spielten vor langer Zeit einmal eine wichtige sowohl militärische als auch wirtschaftliche Rolle. Es waren Dover, Hastings, Hythe, Romney und Sandwich; es kamen dann noch Rye und Winchelsea hinzu, so dass das Bündnis eigentlich Sept Ports heißen müsste. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts ließ die Bedeutung der Hafenstädte nach, auch auf Grund der Tatsache, dass einige Häfen im Laufe der Zeit versandeten und dort keine Schiffe mehr anlegen konnten.

Da England ein Land ist, das sehr an Traditionen fest hält und geschichtsbewusst ist, gibt es die Cinque Ports noch immer, und der „Boss“ dieser Orte ist der Lord Warden, der seinen Amtssitz im Walmer Castle in Kent hat (ich berichtete in meinem Blog über ihn).

Jedes Jahr im Juli  spielt sich im Courtroom der Guildhall von Sandwich in Kent eine recht bizarre Zeremonie ab, bei der sich die „limbs“ einzufinden haben. Da die Cinque Ports damals verpflichtet waren, dem König Schiffe und Mannschaften zur Verfügung zu stellen, halfen die „limbs“ dabei mit; das waren Orte, die mit jeweils einer Hafenstadt assoziiert waren. Die „limbs“ von Sandwich sind heute noch Brightlingsea, das in Essex liegt, und die beiden kentischen Fordwich und Sarre. Da die drei nun keine Schiffe oder Mannschaften zur Verfügung stellen können bzw. brauchen, beteiligen sie sich mit einem finanziellen Beitrag, Ship Money genannt, der dem Stadtsäckel von Sandwich zugute kommt und den der Bürgermeister der Stadt entgegen nimmt. Dieses Ship Money belastet das Budget der drei Kommunen aber nicht allzu sehr: Der Mayor Deputy of Brightlingsea bringt zehn Shilling mit, was fünfzig Pence entspricht, der Mayor Deputy of Fordwich bezahlt drei Shilling und vier Pence, entsprechend siebzehn Pence, und der Mayor Deputy of Sarre…bringt überhaupt nichts mit und bittet um Verständnis, weil sein Dorf so klein und so arm ist, was Jahr für Jahr akzeptiert wird (siehe meinen Blogeintrag über das Cherry Brandy House in Sarre). Es geht doch nichts über Traditionen!

Fordwich Town Hall in Kent.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Brightlingsea in Essex
Author: John D. Fielding
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Gesehen in Sarre in Kent…
Author: cherryphilip
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Published in: on 14. November 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Pylon Appreciation Society – Von der Schönheit der Strommasten

Ein Strommast bei Lower Penn in Staffordshire
Photo © Gordon Griffiths (cc-by-sa/2.0)

Die meisten Menschen halten die Strommasten, die quer durch Wald und Feld verlaufen, für hässlich und wollen die Hochspannungsleitungen lieber unter der Erde verlegt sehen. Es gibt aber auch Fans von diesen großen Pylonen und die haben sich in England in der Pylon Appreciation Society zusammengetan, die es seit dem Jahr 2005 gibt. 
Die treibende Kraft dieser Gesellschaft war und ist Flash Wilson Bristow, der auf seiner Website The Gorge Hunderte von Strommasten-Fotos aus vielen Ländern zusammengetragen hat. Wer sich genauer über diese stählernen Giganten informieren möchte, kann das zum Beispiel auf Bristows FAQ tun.

Ähnlich wie „train spotter“ gibt es auch „pylon spotter„, die im „Urban Dictionary“ so beschrieben werden:
One who engages in the hobby of electricity pylon number collecting, aka pylon spotting. Can be seen walking under pylons with a pen, notebook, binoculars, and wearing an anorak„.

Es gibt  sogar einen Spielfilm, in dem die hohen Masten eine Rolle spielen, nämlich „Among Giants – Zwischen Himmel und Erde„, der 1998 in die englischen Kinos kam (in Deutschland ein Jahr später),  in dem der 2011 verstorbene Peter Postlethwaite der Hauptdarsteller ist.
Hier der Trailer zum Film.

Auf der Webseite „Pylon of the Month“ („All about electricity pylons and electricity supply“) wird jeden Monat ein besonders ansehnlicher Strommast vorgestellt und näher beschrieben.

Hier ist ein Film (nur für Schwindelfreie) aus dem Jahr 1966; die Technik des Strommastenbaus dürfte sich inzwischen verändert haben.

Schlank und rank…Ein schönes Exemplar bei King’s Lynn in Norfolk
Photo © Mat Fascione (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. November 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Ugandan discussions oder Die schönste Nebensache der Welt

Die Flagge Ugandas.
This work is in the public domain.

Es gibt in der englischen Sprache zahllose Beschreibungen von „having sex„, das sind zum Beispiel humorvolle wie „horizontal dancing“, vulgäre wie „screwing“ oder „shagging“, klinisch-medizinische wie „sexual act“, brave wie „going to bed with someone“ und sehr ungewöhnliche wie „Ugandan discussions„.

Wie entstand nun dieser höchst merkwürdige Begriff, in dem das Land im Inneren Afrikas eine Rolle spielt? Es war in den 1970er Jahren als der Journalist Neal Ascherson , der damals für den Observer arbeitete, eine Party gab. Eingeladen war auch seine irische Kollegin Mary Kenny, Gründerin des Irish Women’s Liberation Movement. Nach einiger Zeit verschwand sie und tauchte erst später bei der Party wieder auf. Gefragt, wo sie denn so lange geblieben wäre, antwortete sie, sie hätte ein Stockwerk höher mit einem früheren Minister der ugandischen Regierung Milton Obote Gespräche über Uganda geführt, eine elegante Beschreibung für Sex. Das Satiremagazin „Private Eye“ berichtete genüsslich über den Vorfall auf Aschersons Party und die Bezeichnung „Ugandan discussions“ oder „Discussing Uganda“ setzte sich im Sprachgebrauch fest.

Der berühmt-berüchtigte englische Politiker Alan Clark (1928-1999), der für seine zahlreichen außerehelichen Affären bekannt war, aus denen er auch kein Hehl machte, soll einmal abgelehnt haben, an einer zur Mittagszeit anberaumtem Sitzung teilzunehmen, denn „this will be impossible as at lunchtime I am usually involved in Ugandan discussions“ (Martin Latham: Kent’s Strangest Tales“, S. 229).

Published in: on 27. September 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Freshies: „I’m In Love With The Girl On The Manchester Virgin Megastore Check-out Desk“

Author: Lobozpics
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Ich bin immer auf der Suche nach kuriosen Songtiteln und „I’m In Love With The Girl On The Manchester Virgin Megastore Check-out Desk“ gehört in diese Kategorie. Entstanden ist er 1980, und er verhalf der Formation The Freshies zu einem kurzzeitigen Mini-Ruhm. Sänger der Band war Chris Sievey, der sich auch als Comedian betätigte.

Auf dem Plattencover ist Sievey mit einem hübschen jungen Mädchen an der Kasse des Virgin Megastores in Manchester zu sehen. Er hält ihre Hände in seinen und schaut sie verliebt an. Fans der Band kauften die Single in dem Plattenladen und ließen sie sich von dem Mädchen darauf ein Autogramm geben. Als Richard Branson, der damalige Boss der Virgin Megastores, im Jahr 2006 einen neuen Laden im Arndale Shopping Centre in Manchester eröffnete, ließ er das Checkout-Girl suchen, damit sie an der Zeremonie teilnehmen konnte, schließlich hatte sie ein wenig zur Bekanntheit des früheren Megastores beigetragen.

Auf Bitten der BBC benannten die Freshies später ihren Song in „I’m In Love With The Girl On A Certain Manchester Megastore Check-out Desk“ um, damit keine direkte Werbung für Richard Bransons Ladenkette gemacht werden konnte.

Die Virgin Megastores gibt es, ausgenommen einige Läden im Nahen Osten, schon lange nicht mehr.

Hier ist der Song der Freshies, die es ebenfalls nicht mehr gibt, zu hören.

Published in: on 14. September 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Die Montgomery Mermaid in Sheerness auf der Isle of Sheppey

Photo © Richard Vince (cc-by-sa/2.0)

Welcome to SHEERNESS – You’ll have a blast„, so steht es auf einem Wandgemälde zu lesen, das die Besucher der Stadt Sheerness auf der Isle of Sheppey in Kent willkommen heißt. Als es noch die Fährverbindung für PKWs von Vlissingen in den Niederlanden nach Sheerness gab, bin ich häufig morgens gegen 6 Uhr hier angekommen und fand die Isle of Sheppey immer ein bisschen langweilig. Besonders attraktiv für Touristen ist die Insel nicht, denn hier hat sich viel Industrie angesiedelt, und die Tatsache, dass gleich drei Gefängnisse auf der Isle of Shepey liege (siehe hierzu meinen Blogeintrag), erhöht die Attraktivität sicher nicht.

Im Jahr 2015 kam man auf die Idee, die Besucher von Sheerness mit einem großen Wandgemälde willkommen zu heißen und beauftragte den Künstler Dean Tweedy, sich etwas Entsprechendes einfallen zu lassen, was dieser auch tat, damit aber nicht bei allen Inselbewohnern auf Begeisterung stieß.

Das Bild zeigt eine Meerjungfrau („The Montgomery Mermaid„), die am Strand liegt, eine finstere Miene aufgesetzt hat und dabei ist eine Sprengung vorzubereiten („You’ll have a blast“ ist doppeldeutig; es kann zum einen „Du wirst einen Riesenspaß haben“ bedeuten, zum anderen auch „Du wirst eine Explosion erleben“). Was will uns das Wandgemälde sagen?

Vor der Küste der Isle of Sheppey liegt das Wrack des amerikanischen Munitionsschiffes SS Richard Montgomery, das im August 1944 auf eine Sandbank bei Sheerness auflief, mit ca 1500 Tonnen Munition an Bord. Das Schiff brach auseinander, eine Bergung der gefährlichen Ladung erwies sich als nicht machbar. Die Experten sind sich heute nicht einig darüber wie groß die Gefahr einer Explosion ist. Sollte es dazu kommen, könnte es das Ende von Sheerness und der Isle Sheppey sein. Die Masten der SS Montgomery ragen aus den Fluten noch heute hervor.

Modell für die „Montgomery Mermaid“ stand eine junge IT-Technikerin von der Insel. Dean Tweedy hat das Wandgemälde kostenlos erstellt.

Die Masten der SS Richard Montgomery.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 10. September 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Headington Shark – Ein skurriles Kunstwerk in einem Vorort von Oxford

Wenn man an der Adresse 2 New High Street in Headington, einem Vorort von Oxford, vorbei kommt, glaubt man seinen Augen nicht zu trauen. Im Dach des Hauses steckt ein riesiger Hai, der aussieht, als hätte man ihn vom Meer aus mit einem gewaltigen Katapult in Richtung Oxford abgeschossen und zufällig ist er hier in Headington eingeschlagen.

Natürlich war das ganz anders. Bill Heine, der Hausbesitzer, und Moderator bei BBC Radio Oxford, beauftragte den Bildhauer John Buckley, dieses Monstrum zu schaffen, und seit dem 9. August 1986, also heute vor 34 Jahren, ziert nun der Hai das Hausdach. Der Grund? Das Datum war der 41. Jahrestag des Abwurfs der Atombombe auf Nagasaki. Bill Heine (er starb im vergangenen Jahr) war entschiedener Gegner von Atomwaffen und Atomkraft und so begründete er die Anwesenheit des Hais: „The shark was to express someone feeling totally impotent and ripping a hole in their roof out of a sense of impotence and anger and desperation… It is saying something about CND, nuclear power, Chernobyl and Nagasaki“ (Quelle: Wikipedia).

Untitled 1986“ nannte John Buckley sein Werk, das natürlich auch auf Widerstand stieß. Der Stadtrat von Oxford wollte das Meerestier entfernen lassen, da für die Errichtung auch keine Baugenehmigung vorlag, aber die Öffentlichkeit fand die Skulptur gut und so wurde schließlich von höchster Stelle beschlossen, dass der Hai bleiben konnte.
2007 wurde der Headington Shark, an dem der Zahn der Zeit genagt hatte, gründlich gesäubert und restauriert und seitdem sieht er wieder aus wie neu.
Ehe ich es vergesse: Die Skulptur ist 7,60 Meter lang, wiegt vier Zentner und besteht aus Fiberglas.

Hier ist ein Film über den Hai.

Photo © David Hallam-Jones (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 9. August 2020 at 02:00  Comments (4)  
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Die Glocken von St Michael’s in Bowness-on-Solway (Cumbria)

Die gestohlenen Glocken neben dem Taufstein in St Michael’s.
Photo © Rose and Trev Clough (cc-by-sa/2.0)

Bowness-on-Solway (nicht zu verwechseln mit Bowness-on-Windermere) ist ein Ort im Norden der Grafschaft Cumbria, dicht an der schottischen Grenze. Wenige Kilometer entfernt, auf der schottischen Seite, liegt das Städtchen Annan, und dort spielt sich hin und wieder eine merkwürdige Prozedur ab, denn immer wenn ein Vikar sein Amt neu antritt, stellt er einen Antrag in Bowness, mit der Bitte um Herausgabe der beiden Glocken, die im Jahr 1626 von den englischen Dorfbewohnern in Schottland gestohlen worden waren…und jedesmal wird dieser Antrag abgelehnt. Schotten und Engländer mögen sich nun mal nicht so besonders. Doch was war der Grund für den Glockendiebstahl 1626?

Vorausgegangen war der Diebstahl der Glocken der Kirche St Michael’s in Bowness durch maraudierende Schotten, die per Boot über den Solway Firth gekommen waren. Als das von den Engländern bemerkt wurde, machten sich diese auf eine wilde Verfolgungsjagd. Die Schotten merkten, dass sie durch die schweren Glocken nur langsam mit ihrem Ruderboot vorwärts kamen und bald eingeholt würden. Also kippten sie die Glocken ins Wasser und entkamen ihren Verfolgern. In Bowness sann man auf Rache, ein Stoßtrupp wurde über die Grenze geschickt und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion stahl man zwei Glocken aus einer schottischen Kirche, die als Ersatz für die vorher gestohlenen nach St Michael’s gebracht wurden. Dort hingen sie bis zum Jahr 1905 als ein neues Paar ihren Platz einnahm. Die ehemaligen  schottischen Glocken sind jetzt in der Kirche neben dem Taufstein aufgestellt, und man denkt in Bowness nicht daran, sie wieder zurückzugeben, auch wenn zukünftige Vikare aus Annan noch so viele Bittschriften über die Grenze schicken.

St Michael’s in Bowness-on-Solway mit den „neuen“ Glocken aus dem Jahr 1906.
Photo © The Carlisle Kid (cc-by-sa/2.0)

Der kleinste Nachtclub der Welt in Kingsbridge (Devon)

Ein K6 telephone kiosk, aus dem man so allerhand machen kann.
Photo © David Wright (cc-by-sa/2.0)

Ich habe schon seit langem niemanden mehr in einer öffentlichen Telefonzelle telefonieren gesehen. Der Verbreitungsgrad von Mobiltelefonen nähert sich allmählich der 100%-Grenze. Wohin nun mit den noch verbliebenen Telefonzellen? Diese Frage stellt man sich schon seit Jahren auch in England. Der Betreiber, die British Telecom, hat schon viele von ihnen abgebaut, verschrottet, verkauft, sie zur Adoption angeboten oder sie anderen Zwecken zugeführt. Den Modellen K7 und K8 trauert niemand mehr hinterher, aber die K6, von der seit 1936 60 000 Stück gebaut worden sind, gehört irgendwie zum Straßenbild dazu, und von der trennt man sich nicht so leicht.

Der Rat der Stadt Kingsbridge in Devon musste vor zwei Jahren entscheiden, was mit der Telefonzelle in der Fore Street, direkt am Polizeigebäude, geschehen sollte, da sie nur ungenutzt herumstand. „Man könnte ja Blumen hineinstellen“ meinte jemand. „Wie langweilig“ entgegnete ein Ratsherr und kam plötzlich auf eine Idee: „Man könnte daraus ja einen Mini-Nachtclub machen“. Diese Idee musste erst einmal verdaut werden, doch bald erwärmten sich die meisten dafür. Gesagt, getan. Die K6 wurde für £1 erworben,  aufgehübscht, und da sie die 5000. adoptierte Telefonzelle war, half die British Telecom dabei, im Inneren eine Musikanlage, eine Discokugel und eine ansprechende Beleuchtung zu installieren. Damit auch jeder weiß, womit er/sie es zu tun hat, erhielt die Telefonzelle über der Tür auch noch den Schriftzug „Nightclub„.

Maximal zwei Personen dürfen gleichzeitig den Nachtclub betreten und können sich darin amüsieren, indem sie für jeweils £1 ein Musikstück auswählen und dazu tanzen, obwohl es dafür ziemlich eng wird, abhängig von der Leibesfülle der Besucher. Passend zum Ambiente werden beispielsweise die Musikstücke „Hanging on the Telephone“ von Blondie und „Telephone Line“ vom Electric Light Orchestra angeboten. Alkohol ist übrigens im Inneren  strikt verboten. Der Erlös des Etablissements kommt wohltätigen Zwecke zugute.

So kann sich Kingsbridge damit brüsten, den kleinsten Nachtclub weltweit zu besitzen, und es dürfte schwierig sein, diesen Rekord zu unterbieten. Dieser Film zeigt den K6-Nightclub in Aktion.

Published in: on 13. Juli 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Das Konsulat des Königreichs von Redonda findet man im Pub The Wellington Arms in Southampton

Das Rauchverbot in englischen Pubs traf viele „Regulars“, die gern mal zur Zigarette griffen, schwer. Das Bier so ganz ohne zu trinken, schmeckte ihnen im wahrsten Sinne des Wortes nicht. Aber was sollten sie schon gegen das Gesetz ausrichten? So mancher Wirt überlegte, ob es nicht vielleicht doch einen Ausweg aus dieser Situation geben könnte und Bob Beech, der Publican des The Wellington Arms in Southampton hatte da eine Idee. Wenn sein Pub nicht auf britischem Boden stehen würde, gälten dann ja auch die britischen Gesetze dort nicht…

Die Idee: Bob Beech erklärte seinen Pub kurzerhand zum Konsulat des Königreichs von Redonda. Nie davon gehört? Es gibt wohl auch nur wenige Menschen auf der Welt, die schon von diesem Königreich gehört haben. Redonda ist eine winzige Insel in der Karibik, nicht weit von Antigua entfernt, auf der kein Mensch wohnt. 1865 soll sich hier ein gewisser Matthew Dowdy Shiell von der nahe gelegenen Insel Montserrat zum König von Redonda ausgerufen haben und dieser Titel wurde bis in die heutige Zeit  immer weitergereicht. Näheres ist auf der Homepage des Pubs nachzulesen. Da ist natürlich viel britischer Humor dabei und dem Konsul Redondas, besagtem Wirt Sir Robert Beech, gelang es auch nicht, die britischen Behörden davon zu überzeugen, dass die Rauchverbotsbestimmungen in seinem Pub nicht gelten, aber einen Versuch war es immerhin wert…

Die Raucher des Wellington Arms müssen sich also weiterhin nach draußen begeben, um sich eine Zigarette zu genehmigen; für sie hat Sir Robert aber eine überdachte Raucherzone gebaut.

Ab heute hat der Pub nach den Corona-Einschränkungen wieder geöffnet. Good luck!

The Wellington Arms
56 Park Road
Southampton SO15 3DE

 

The Kingdom of Redonda.
Author: Invertzoo.
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William Bradley (1787-1820) – The Yorkshire Giant

Unknown author.
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William Bradley, der Yorkshire Giant, wurde nur 33 Jahre alt. Mit einer Körpergröße von 2,35 m ist er wohl der größte Mensch, der je in Großbritannien gelebt hat.
Geboren wurde Bradley 1787 in Market Weighton, das liegt im East Riding of Yorkshire, auf halber Strecke zwischen York und Kingston-upon-Hull. Nachdem er als Landarbeiter nur wenig Geld verdienen konnte, besann er sich darauf, aus seiner Körpergröße Kapital zu schlagen und schloss sich einer der damals sehr populären Freak Shows an, wo Menschen mit ungewöhnlichen körperlichen Missbildungen zur Schau gestellt wurden. Nachdem er auf vielen Jahrmärkten im ganzen Land unterwegs war, beschloss er, aus selbst sich eine One-Man-Show zu machen. Er mietete  in Städten ein Zimmer und verlangte von jedem, der ihn „besichtigen“ wollte, einen Shilling. Ein trauriges Leben!
Bradley wurde auch einmal König George III vorgeführt, der ihm eine goldene Uhr schenkte.
1820 starb der Yorkshire Giant in seiner Heimatstadt Market Weighton, wo er auch beigesetzt wurde. Alljährlich findet dort seit 1996 der Giant Bradley Day statt, ein Art Rummelplatz mit Amüsement für Kinder und Erwachsene.

Zur Erinnerung hat die Stadt Market Weighton eine lebensgroße Statue aus Holz von William Bradley aufgestellt.
Der Giant Bradley Heritage Trail führt durch Market Weighton an Plätzen vorbei, die irgendwie mit dem Riesen zusammenhängen und ist durch 23 Fußabdrücke markiert, die der exakten Schuhgröße Bradleys entsprechen.

Das Geburtshaus des Yorkshire Giants in Market Weighton.
Photo © Colin Westley (cc-by-sa/2.0)

Plakette an Bradleys Geburtshaus und eine der Stationen des Giant Bradley Heritage Trails.
Photo © Mike Kirby (cc-by-sa/2.0)

Bradleys Staue in Market Weighton.
Photo © Leslie (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Juni 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Von problematischen Nachbarschaften in London, Lancashire und im County Durham

Im allgemeinen hält man in England gern Abstand zu seinen Nachbarn, und der Spruch „My home is my castle“ gilt auch heute noch. Manchmal kommt es aber zu Problemen mit der lieben Nachbarschaft, und da möchte ich heute drei Beispiele anführen.

Dieses auffällig gestrichene Haus im Londoner Stadtteil Kensington stand einmal im Mittelpunkt eines Nachbarschaftsstreits. Der Besitzer wollte das Haus abreißen und durch ein neues, moderneres ersetzen lassen. Diese neue Gebäude sollte zwei unterirdische Stockwerke erhalten, ein sogenanntes „iceberg home“, sehr beliebt bei den Londoner Superreichen, die auf diese Weise deutlich mehr Platz erzielen.
Die Nachbarn wehrten sich gegen diese Pläne, und da auch der Kensington and Chelsea Council nicht mitmachen wollte, wurde das Haus eben, um die Nachbarn zu ärgern, in dieser auffälligen und provozierenden Weise gestrichen. Aber auch da schritt der Council ein und erteilte die Auflage, das Gebäude in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. was dann so aussah:

 

Dieses Haus in der Stankelt Road in Silverdale (Lancashire) steht vor einer sogenannten „spite wall„, die 1880 errichtet wurde und zwar von dem Besitzer des Hauses auf der gegenüberliegenden Seite. Dessen Haus stand zuerst da und hatte einen schönen Blick auf die Landschaft…bis das Haus gegenüber gebaut wurde, das ihm die Sicht nahm und auch die „privacy“. Erzürnt ließ der Nachbar diese „spite wall“ am äußersten Ende seines Grundstücks errichten; nun hatte er wenigstens seine Privatheit wieder und sein Gegenüber blickte aus seinen Fenstern auf eine graue Mauer.

Joseph Edlestone war 41 Jahre lang Vikar an der St Mary’s Church in Gainford (County Durham) gewesen. Als er 1895 in seinem Haus in Cambridge starb, wollten seine Kinder gern ein Denkmal für ihren Vater auf dem Kirchhof von St Mary’s errichten lassen, was die Kirche aber ablehnte, mit dem Hinweis, der Kirchhof sei bereits voll und es gäbe keinen Platz mehr. Aber: Wenn die Famile Edlestone, die das angrenzende Grundstück besaß, einen Teil davon an sie abtreten würde, könnte sie das Monument ja dorthin stellen. Das passte Joseph Edlestones Kindern aber überhaupt nicht, und so bauten sie auf ihrem Grund und Boden ein großes Haus, das Edlestone Spite House, und errichteten direkt an der Grenze zum Kirchhof eine zwölf Meter hohe Säule, die oben im Bild zu sehen ist. Der Vikar von St Mary’s war sicher „not amused“.

Das Buch zum Artikel:
Emily Cockayne: Cheek by Jowl – A History of Neighbours. Bodley Head 2012. 288 Seiten. 978-1847921345.

 

Published in: on 1. Juni 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Crop Circlemakers – Kornkreise als Kunstform

Hier am Cheesefoot Head in Hampshire begannen Doug Bower und Dave Chorley mit ihren Kornkreisen. Die Spuren auf dem Foto stammen in diesem Fall von Traktoren.
Photo © Jim Champion (cc-by-sa/2.0)

Die Grafschaft Wiltshire gilt als das Mekka der Kornkreis-Fans, aber auch in den benachbarten Counties tauchen diese bizarren Gebilde in den Getreide- und Rapsfeldern immer wieder auf. Da aus Wiltshire ebenfalls viele UFO-Sichtungen gemeldet werden, fragen sich manche, ob es da wohl einen Zusammenhang gibt. Sind Besucher aus fremden Welten des Nachts unterwegs und fertigen die Kornkreise an und wenn ja, warum?

Im vorigen Oktober besuchte ich The Barge Inn in Honeystreet (Wiltshire), der als als Hauptquartier der sogenannten Croppies gilt. Ich fand dort niemanden von der Fangemeinde vor, meine Frau und ich waren mittags die einzigen Gäste.

Ob es nachts nun in Wiltshire und anderen Grafschaften mit übernatürlichen Dingen zugeht, mit Aliens, die sich aus lauter Langeweile irgendwelche Muster ausdenken und diese auf die Getreidefelder projizieren, für eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Kornkreisen sind ganz einfach…Menschen verantwortlich. Doug Bower und Dave Chorley hatten Ende der 1970er Jahre nach einigen Pints in einem Pub die Idee, Kornkreise anzulegen, und sie begannen damit in der Nähe von Winchester (Hampshire) am Cheesefoot Head. Mehr als zwölf Jahre gingen die beiden ihrer nächtlichen Tätigkeit nach, deren Ergebnis in der ganzen Welt diskutiert wurde und zu wilden Erklärungsversuchen führte.

Der englische Künstler und Filmemacher John Lundberg und einige seiner Freunde setzten das Werk von Bower und Chorley in den 1990er Jahre fort, und er gründete Circlemakers, eine Art Künstlerkollektiv, deren Kornkreise immer kunstvoller wurden. Natürlich war es nur eine Frage der Zeit bis es herauskam, dass nicht Aliens, sondern Menschen für viele Kornkreise verantwortlich waren, was eingefleischten Hardcore-Cropcircle-Fans nicht gefiel, die lieber eine andere Erklärung für das nächtliche Geschehen auf den Feldern Südenglands gehabt hätten.

Die Circlemakers bekamen sogar internationale Aufträge, bestimmte Formen in Getreidefelder zu zaubern, beispielsweise für Extinction Rebellion beim vorjährigen Glastonbury Festival oder für das amerikanische Streetwear Label Supreme in Kalifornien. Eine weitere Auftragsarbeit für die Circlemakers fand ebenfalls in Kalifornien statt, wo sie bei Bakersfield für die US-Band Korn kunstvolle Kreise und das Logo der Band in ein Getreidefeld fabrizierten. Hier ist das Musikvideo „Let the guilt go“ von Korn zu sehen.

Wie man sich als Besucher von Kornkreisen verhalten sollte, ist im sogenannten „Pink Book“ festgehalten, über das ich in meinem Blog einmal schrieb.

In diesem Film sind besonders schöne Exemplare von Kornkreisen zu sehen.

Kornkreise in Wiltshire.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

The Barge Inn in Honeystreet (Wiltshire)
Eigenes Foto.

The World Conker Championships – Die Weltmeisterschaften im „Kastanien-kaputt-schmeißen“ in Southwick (Northamptonshire)

The Shuckburgh Arms in Southwick.
Photo © Michael Trolove (cc-by-sa/2.0)

Jedes Jahr am zweiten Sonntag des Monats Oktober ist Southwick in Northamptonshire der Austragungsort einer kuriosen „Sportart“; hier finden die World Conker Championships statt. Conkers sind Kastanien, und das Ziel des Wettkampfes ist, die Kastanie des Gegners zu zerstören. Jeweils zwei Teilnehmer stehen sich gegenüber, jeder verfügt über eine an einer Schnur aufgehängten Kastanie. Der „striker“ versucht nun die Kastanie des „receivers“ zu knacken, wobei die Rollen innerhalb eines Matches wechseln. Wer es schafft, die gegnerische Kastanie zu zerstören, ist eine Runde weiter und trifft auf den nächsten Gegner… bis schließlich der nächste Weltmeister bzw. Weltmeisterin ermittelt wird. Es gibt auch Teams, die gegeneinander antreten, die sich witzige Namen gegeben haben wie die Peterborough Nutters, die Celtic Conkerors, No Strings Attached oder Royal Oak Resistance.

Die Teilnehmer kommen tatsächlich aus der ganzen Welt nach Southwick angereist, um hier im ländlichen Northamptonshire Kastanien „kaputtzuschmeißen“. In den meisten Fällen stellen die Briten die Weltmeister, aber es gab auch schon Jahre, in denen Ausländer gewonnen haben, so 1998, als ein Deutscher und ein deutsches Team auf dem Siegertreppchen standen. Am besten man sieht sich die World Conker Championships einmal im Film an, hier sind Szenen aus dem vorigen Jahr.

1965 wurden die ersten Weltmeisterschaften ausgetragen, damals noch auf dem Dorfanger von Ashton in Northamptonshire, der praktischerweise von Kastanienbäumen umstanden war. Jetzt ist der Pub The Shuckburgh Arms in Southwick der Austragungsort (nicht zu verwechseln mit dem Southwick in West Sussex, über das ich in meinem Blog einmal schrieb).

Die nächsten Weltmeisterschaften sind für den 11. Oktober geplant. Hoffen wir, dass sie stattfinden können!

Wo alles begann: Der Dorfanger von Ashton in Northamptonshire.
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

Von der Kunst des Portweinweiterreichens und ein schlafender Bischof

Author: Wiki-portwine.
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Nach einem üppigen Mittag- oder Abendessen kommt es in einer Gesellschaft häufig vor, dass zum Käse ein Glas Portwein gereicht wird. Dieser aus Portugal stammende Süßwein ist in England populärer als hierzulande; er ist meist rot, aber es gibt ihn auch in weiß. Es existiert in England ein ungeschriebenes Gesetz, das beim Einschenken bei Tisch unbedingt beachtet werden muss und gegen das auf gar keinen Fall verstoßen werden darf. Wenn der Gastgeber die Flasche Portwein auf den Tisch gestellt hat, reicht er sie zu seiner Linken weiter und jeder, der am Tisch sitzt, reicht sie im Uhrzeigersinn weiter. Sollte jemand, der den Brauch nicht kennt, die Flasche zurückgeben oder sie jemandem, der ihm gegenübersitzt, zuschieben, so würde das bei den Anwesenden entsetzte Blicke, hochgezogene Augenbrauen und ein verlegenes Hüsteln hervorrufen, denn Portweinflaschen müssen immer im Uhrzeigersinn weitergereicht werden, denn alles andere bringt Unglück. Über den Grund dafür gibt es unterschiedliche Auffassungen; eine davon ist, dass die Engländer ja für ihr Fair Play berühmt sind,  und wenn die Flasche queerbeet hin und hergeschoben wird, könnte es ja sein, dass jemand nichts abbekommt und das darf nicht sein. Bei dem geregelten Weiterreichen, ist gesichert, dass niemand zu kurz kommt. Übrigens gilt das nur für die Flasche, nicht für gefüllte Gläser, die dürfen auch zurückgereicht werden.

Was ist nun, wenn die Flasche in der Runde stehen bleibt und jemand vergessen hat, sie weiterzureichen? Da die Engländer ein sehr rücksichtsvolles Volk sind, käme niemand auf die Idee, über den Tisch zu rufen „Eh, schieb die Flasche mal her“. Da gibt es eine elegantere Lösung. Jemand vom Tisch würde den, vor dem die Flasche steht, fragen: „Do you know the Bishop of Norwich?“ Kennt der derart Angesprochene die Regel, so würde er die Flasche sofort wieder mit mehreren „Sorries“ auf die weitere Reise schicken. Kennt er sie nicht, würde er erstaunt mit einem „No“ reagieren. Daraufhin könnte es dann heißen „The Bishop was a jolly good fellow but he always forgot to pass the Port„. Gut, jetzt wäre sicher der Groschen gefallen, und die bisher leer ausgegangenen Gäste kämen jetzt auch in den Genuss des Süßweins.

Der hier zitierte Bishop of Norwich soll Henry Bathurst (1744-1837) gewesen sein, der das hohe Alter von 92 Jahren erreicht hatte, und der bei Tisch häufig eingeschlafen sein soll, vor der Flasche Portwein.

Hier ist ein kleiner Sketch zum Thema.

Henry Bathurst, der Bischof von Norwich.
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Published in: on 8. Mai 2020 at 02:00  Comments (5)  
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The Maldon Mud Race – Eine Schlammschlacht in Essex

Vielen Dank auch, Coronavirus!! Jetzt hast Du auch noch das diesjährige Maldon Mud Race auf dem Gewissen, das im Mai ausgetragen werden sollte. Jetzt müssen sich alle bis zum 23. Mai 2021 gedulden, dann wird es (hoffentlich) wieder stattfinden. Im vorigen Jahr kamen fast 20 000 Besucher hier zum Blackwater River bei Maldon in Essex, um sich diese kuriose Schlammschlacht anzusehen (was natürlich unter den diesjährigen Umständen nicht vertretbar ist).

In den 1970er Jahren wurde das Rennen erstmals ausgetragen, und da mussten die Teilnehmer durch den Schlamm des Blackwater Rivers auf die gegenüberliegende Seite waten, dort ein Pint Bier trinken und wieder zurückkommen. Heute wird kein Bier mehr getrunken; viele, die an dem Rennen teilnehmen, tragen irgendwelche Fantasiekostüme oder bewegen sich mehr oder weniger nackt durch die etwa 400 Meter lange Matschstrecke. Das Mud Race kann nur ausgetragen werden, wenn der Fluss bei Ebbe einen bestimmten Niedrigstand erreicht hat. Im vorigen waren 300 Männer und Frauen dabei, die kein Problem damit hatten, sich komplett „einzusauen“. 3 Minuten und 38 Sekunden benötigte Christopher Lee im Jahr 2019 für die Strecke und war damit erster; die schnellste Frau, Shannon Roswell,  schaffte es in 6 Minuten und 5 Sekunden und belegte damit Platz 17.

Dieser Film
zeigt wie es im vorigen Jahr bei dem verrückten Wettbewerb zuging, und da möchte man am liebsten gleich selbst mitmachen.
Die Einnahmen aus der Veranstaltung kommen immer wohltätigen Zwecke zugute und das waren im Jahr 2019 stolze £35,000.

Schauplatz des Maldon Mud Race ist der Promenade Park am Blackwater River, ein großes Freizeitareal mit Splash Park, Adventure Golf und anderen Verlustierungen.

Über Maldon in Essex schrieb ich in meinem Blog schon einmal, aber über ein ganz anderes Thema.

Da möchte man sich doch gern hineinstürzen. Schauplatz des Maldon Mud Races.
Photo © Mike Faherty (cc-by-sa/2.0)

Das White Hart Lane Stadion im Londoner Stadtteil Tottenham – Austragungsort eines der kuriosesten Fußballspiele aller Zeiten

Das ehemalige White Hart Lane Stadion in Tottenham.
Author: Forthevline.
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Es war der 21. November 1945. In London herrschte dichter Nebel, ein „pea-souper“ hatte sich wieder einmal über die Stadt gelegt. Im Stadion White Hart Lane im Stadtteil Tottenham (das Stadion lag gar nicht am White Hart Lane, sondern an der High Road) war ein Spiel zwischen dem Arsenal F.C. und der russischen Mannschaft Dynamo Moskau angesetzt. Das Stadion gehörte eigentlich der Mannschaft Tottenham Hotspur, die es aber für das Match zur Verfügung stellte, da Arsenals Highbury nach den Kriegswirren nicht zur Verfügung stand.

White Hart Lane war voll besetzt, aber viel sehen konnten die Zuschauer zu Beginn des Spiels nicht. Eigentlich hätte es gar nicht angepfiffen werden dürfen, aber der russische Schiedsrichter bestand darauf. Der Mann in Schwarz traf auch die höchst merkwürdige Entscheidung, dass die beiden englischen Linienrichter auf einer Seite gemeinsam das Spiel beobachten sollten, und er allein auf der gegenüberliegenden Seite. In dem dicken Nebel konnte der Schiedsrichter nur wenig erkennen, was sich da auf dem Platz tat. Ein Tor fiel für die Moskauer Mannschaft, obwohl der Torschütze meterweit im Abseits stand. Ein Arsenal-Spieler wurde vom Platz gestellt, mischte sich aber stillschweigend wieder unter seine Mannschaftskollegen, was aber der Schiedsrichter nicht mitbekam. Dynamo nahm einen Spieleraustausch vor, wobei der ausgetauschte Spieler trotzdem auf dem Platz blieb, was erst nach zwanzig Minuten auffiel.
Der Nebel nahm nach der Halbzeit noch mehr zu, so dass die Zuschauer so gut wie gar nichts mehr sehen konnten. Dem Torwart der Gunners, wie die Spieler vom Arsenal F.C. auch genannt werden, ging es nicht viel besser, denn er knallte mit dem Kopf gegen den Pfosten seines Tores und wurde ohnmächtig, woraufhin ein Zuschauer seinen Platz einnahm. Das Match wurde tatsächlich zu Ende gespielt; Dynamo gewann mit 4:3 und der russische Schiedsrichter war zufrieden mit seinem Werk…

Hier sind einige Szenen aus dem Spiel zu sehen, pardon, zu erahnen.

Das Stadion in Tottenham wurde 2017 abgerissen und durch ein neues an der alten Stelle ersetzt. Das erste offizielle Spiel der Spurs in der neuen Arena fand am 3. April 2019 gegen den Ortsrivalen Crystal Palace statt.

Published in: on 13. April 2020 at 02:00  Comments (1)  
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